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  1. #61
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    Dec 2010
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    Tobrin hörte, was Kabron sagte. »Tobrin, sag mal, diese roten Kreuze bezeichnen Orte, an denen du etwas besondere gefunden hast, oder? So wie den Ring!« Doch er war ein höflicher Zwerg und so lächelte er nur zurück und fragte seine Nachbarin, nach dem er sich eines der letzten Brot gegriffen hatte, vor dem Abbeißen: »Lisbeth, wollt ihr es hören? Doch bedenkt, Erlebnisse in den Tiefen Wegen sind nicht jedermanns Geschmack.«
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  2. #62
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    Oct 2011
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    [Bild: lisbeth.jpg]
    Lisbeth lauschte interessiert den Worten von Tobrin und holte den Ring hervor, als der Zwerg ihr sagte, dass der Ring von einem der alten Zwergen Thaigs stammte. Fast andächtig betrachtete sie das Meisterwerk, das aus so alter Zeit stammte. „Erzählt bitte mehr Tobrin. Wie hat man den Ring gefunden? Gab es noch mehr außer dem Ring? Vielleicht den passenden Halsschmuck oder Ohrenschmuck? Hat die Form des Ringes eine besondere Bedeutung für die Zwerge?“ Sie pausierte kurz um Luft zu holen. „Verzeiht meine vielen Fragen, aber ich liebe Geschichten.“

    Verträumt, mit leicht geröteten Wangen, schwärmte Lisbeth, „an kalten Wintertagen machen mein Friedrich und ich immer ein schönes großes Feuer in unserem Kamin. Wir sitzen dann davor, eingehüllt in dicken Bärenfellen, und trinken Tee oder Wein, knabbern meine Schokoladenkekse und erzählen uns Geschichten. Meistens sind wir allein, doch manchmal leisten uns unsere Kinder Gesellschaft.“ Lisbeth seufzte glücklich. „Oh, wenn ich gewusst hätte in welch illustrer Gesellschaft ich mich heute befinden würde, dann hätte ich uns ein paar Schokoladenkekse gebacken.“

    Sie lächelte in die Runde. „Doch verzeiht, dass ich Euch unterbrochen habe, Tobrin. Ich würde Eure Geschichte sehr gerne zu Ende anhören und sorgt Euch nicht falls es etwas blutig werden sollte, ich bin diesbezüglich nicht empfindlich.“
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  3. #63
    Deus VRanger's Avatar
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    Dec 2010
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    Barhian hörte doch mit größer werdenden Ohren, was Lisbeth Kaltherz so sagte: »Erzählt bitte mehr Tobrin. Wie hat man den Ring gefunden? Gab es noch mehr außer dem Ring? Vielleicht den passenden Halsschmuck oder Ohrenschmuck? Hat die Form des Ringes eine besondere Bedeutung für die Zwerge?« Und nach einer kleinen Pause, die gerade zum Luftholen reicht, fügte sie an: »Verzeiht meine vielen Fragen, aber ich liebe Geschichten.«

    Tobrin Barhian nahm die Herausforderung an, obwohl mit etwas Unbehagen. Nicht, weil er noch nichts im Magen hatte, was einer Schinkenplatte entsprach, nein, weil er eigentlich derartige Dinge aus den Tiefen Wegen ungern erzählte. So schaute er besonders nett, so nett eben, wie ein Zwerg schauen kann, zu Lisbeth Kaltherz und begann: »Ich hoffe mal, werte Lisbeth Kaltherz, ihr seht den Ring anschließend nicht mit anderen Augen an als zuvor. Es ist nur altes Gold mit etwas Magie, mehr nicht.«

    Dann griff er zu seinem Bierhumpen und trank einen guten Schluck daraus und berichtete von einem Zug in die Tiefen Wege:

    »Nun, ich gehöre zu den zwergischen Händlern, die dem Stein verbunden sind. Ich reise zwar zu den Oberflächlern, so wie ihr es welche seit, doch ich reise auch zur Legion der Toten, um diese mit Proviant zu versorgen. So ein Unternehmen macht man nie allein. Nicht weil es am Mut fehlte, sondern weil immer irgendjemand aus Orzammar zu den Tiefen Wegen aufbricht. Denen schließt man sich besser an. Obwohl es ist sicher besser, wenn diejenigen, mit denen man reist, den Weg oder sogar das Ziel kennen. Meist sind immer ein paar dabei, die ihre erste Reise zur Aufnahme in die Legion der Toten unternehmen. Sie haben zuvor in Orzammar allen Besitz aufgegeben, waren quasi beerdigt worden. Abschied von Familie und Freunden, sofern vorhanden, Verteilung der Besitztümer an die Erben, ein paar letzte Worte, mehr nicht. Entehrte verhindern so freiwillig oder nicht, dass ihre Häuser und Familien wegen ihren Taten leiden müssen. Wer ruiniert ist, tilgt auf diesem Weg seine Schulden. Einige wenige streben nach Ruhm. Ja, so steht es geschrieben im Stein«, erklärte Tobrin den Zuhörenden. »Aber auch Adlige können dabei sein, auf der Suche nach Ruhm und Ehre. So war es auch bei dieser Unternehmung.« Tobrin zeigte auf das zu vor schon gekennzeichnete rote Kreuz in der Nähe des Ortan-Thaigs.

    »Diesmal hatte es ein Tornei gegeben und einige der gesetzten Favoriten waren zeitig im Verlauf der Zweikämpfe ausgeschieden. Sie wollten sich beweisen und waren mit von der Partie. Und zur Überraschung kam ein alter Mann aus Ferelden mit, als wir das Tor zu den Tiefen Wegen passierten. Er trug eine sonderbare Kleidung, fast gänzlich schwarz, ohne Schmuck, darunter eine solide Rüstung, aber dafür einen passablen Zweihänder auf seinen Rücken. Er sprach nicht sehr viel und hielt sich zurück. Doch er musste sich auskennen. Denn als die Heißsporne, die ihre Kämpfe im Tornei nicht hatten gewinnen können, beim ersten Weg falsch abbiegen wollten, hat er ihnen den Weg gewiesen.

    Das brachte die Anwärter der Legion der Toten zu einem Murmeln. Sie fragten sich leise, ob man sich nicht kennen würde. Doch sie fragten nicht nach, zu mindestens nicht so laut, dass er es hören konnte. Ich hielt mich vorerst am Ende des Zuges auf und zählte 15 Reisende, wenn man das so sagen kann. Wir kamen gut voran. Glaubt mir Freunde«, sagte Tobrin und schaute in die Runde des Stammtisches, »nichts ist erholsamer, als mit dem Stein eins zu sein und nicht darauf achten zu müssen, ob einem der Himmel auf den Kopf fällt. Doch zurück zum Reisezug. Die einen hatten sich passabel vorbereitet. Ich sah glänzende Rüstungen, gut mit der einen oder anderen Kerbe oder Schramme, aber intakt und gepflegt. Es waren gute Waffen dabei Schilde, Schwerter, Äxte und nur zwei mit einem Bogen. Aber ich sah auch eilig zusammengestückelte Dinge von Rüstungsteilen unterschiedlichster Materialien, zu dem manche in einem miserablen Zustand. Aber vielleicht hatte derjenige nicht genügend Gold, um sich etwas besseres zu leisten und war deshalb an dem Unternehmen beteiligt. Zumindest konnte man auf die Ziele schließen.

    Wobei ich bereits nach einem Tag in den Tiefen Wegen in meine auf Maultieren mitgeführten Vorräte greifen musste. Denn mancher war schon überrascht von der Dauer der Reise zu den Totengräben, denn da wollten die künftigen Legionäre und ich ja hin. So musste ich wohl oder übel, natürlich mit sattem Preisaufschlag …«, dabei huschte Tobrin ein Lächeln über das Gesicht, »… Aye, mit einem Aufschlag in den Proviant eingreifen, der für die Legion gedacht war. Aber es sollte noch genug an Ware bei den Männern und Frauen, die das Ziel, die legendäre Festung Bownammar zu erreichen, nie aufgeben werden, ankommen. Das stand fest, zumindest bei mir.«

    Tobrin schaute erneut in die Runde, griff sich seinen Humpen, trank einen Schluck, wischte sich den Bart mit dem Handrücken ab und erklärte: »Die Festung Bownammar war einst die Heimat der Legion und eng verbunden mit den Namen von einigen der größten Paragons, die das Zwergenreich je gesehen hatte. Bownammar ist ein heiliger Ort, und sein Verlust war der letzte große Schlag gegen das Zwergenreich. Eine Rückeroberung wäre für ganz Orzammar ein glorreiches Zeichen. Aber ob sie es nun schaffen oder nicht, die Männer und Frauen der Toten Legion werden auch weiterhin in den Tiefen Wegen für den Bestand von Orzammar einstehen und dafür sterben.

    Doch zurück zum Weg zu den Tiefen Wegen. Es ging zwei weitere Tage gut, mal davon abgesehen, dass immer irgendein Viehzeug dort unten auf Beute aus ist. Aber nichts, nein nichts, was für eine Axt, wenn diese von Zwergenhand geführt wird, von Bedeutung sein könnte«, bei diesen Worten kam ein Funkeln in die Augen von Tobrin und seine sonst schon tiefe, brummige Stimme, wurde noch ein bisschen dunkler in der Klangfarbe. Aber er kam rasch wieder zu seiner gewohnten, ruhigen Art zurück.

    »Ich erspare Euch mal jedes Detail. Es mussten welche zurück, weil sie die zum Teil maroden Wege unterschätzt hatten und sich den Knöchel verstauchten oder weil ich nicht mehr bereit war, weiteren Vorrat abzugeben. Kurz vor dem Ortan-Thaig passten meine Karte und die Örtlichkeit nicht mehr zusammen. Hier und hier waren große Gebilde von der Decke gestürzt, welch ein Jammer, sie versperrten den Weg.« Tobrin zeigte auf der Karte, die immer noch auf dem Tisch lag, die Einsturbereiche und fuhr fort: »So sind der Fereldener, der sich bei der Reise als sehr umsichtig erwiesen hatte und zwei der Anwärter freiwillig los, während wir eine Rast eingelegt haben. Nach Stunden, wir hatten schon diskutiert einen Suchtrupp zu entsenden, kamen sie zwar erschöpft, doch wohlbehalten zurück.

    Der alte, großgewachsene Mann berichtete von einem scheinbar neu getriebenen Gang. Diese Nachricht brachte Aufruhr unter die, die etwas von Bergbau verstehen. Wer um alles treibt hier Gänge in den Stein? Doch die Beantwortung musste zurückgestellt werden. Denn das Ende des Ganges, über den das nächste Reiseziel erreicht werden konnte, war mit nicht einfach zu passieren. Der Fereldener berichtete von einem Lager, wenn auch schwach befestigt, welches von der Dunklen Brut besetzt war. Unruhe bereitete sich unter manchen der Mitreisenden aus. Nun sollte es doch zu einem dieser ungewünschten Zusammentreffen kommen. Und als wenn es die Frage aller war, kam von einem der, bereits im Tornei in der Vorrunde ausgeschieden war: Woher wollt ihr das wissen?

    Aye! Eine gute Frage, sicherlich von einem Ängstling gestellt, doch woher sollte der Fereldener es wissen oder waren sie so nah dran gewesen? Er beendete die Fragerei und den Zweifel mit einem Satz: Ich bin ein Grauer Wächter! Damit verstummten mit einem Schlag die Wispereien, das Getuschel. Erstaunen machte sich breit. Ein Wächter hier in der Reisegruppe. Was für ein Tag, ja, das mochten manche gedacht haben«, sagte Tobrin. Und er machte eine Handbewegung eines Halbkreises, was bei ihm immer ein Zeichen für eine Erklärung war. »Ihr wisst ja sicherlich, dass die Grauen Wächter die Dunkle Brut spüren können. Soweit war auch klar, das in dem Lager welche sein musste. Aber ...«, Und Barhian schaute wieder in die Runde, bevor er sagte: »... Wächter müssen auch ihren letzten Gang gehen und dazu kommen sie in die Tiefen Wege, um ihren letzten Kampf zu bestreiten. So einer hatte sich also der Gruppe angeschlossen. Ich wollte es nicht beurteilen und dachte mir zuerst Besonnenheit. Denn auch wenn er seinen letzten Kampf kämpfen wollte, so hoffte ich, würde es nicht gerade der kommende sein.

    Er berichtete von dem vorsichtigen Annähern, und dass er mindestens ein Hurlock-Alpha gesehen habe, aber zur Stärke der Dunklen Brut konnte er nichts sagen, denn sie hatten keine kämpferische Aufklärung durchgeführt. So wurde beraten, was zu tun sei. Das Gepäck und die Maultiere mussten bewacht werden. Man kann in den Tiefen Wegen nicht einfach losziehen und seinen Proviant so stehen lassen. Also wurden zwei Freiwillige gesucht, die sich überraschenderweise schnell fanden. Die anderen, ich auch, sind losgezogen. Wobei ich auf meinen Mut, aber auf ein mangelndes Training verwiesen hatte. Doch auch eine schlecht trainierte, mutig geführte Axt ist besser, als sich auf eine zittrige zu verlassen. Doch ich sollte mit einem Adligen die Nachhut bilden und dem Angriff den Rücken freihalten.« Tobrin schaute zu Lisbeth, die neben ihm saß, und sagte: »Euretwegen will ich die Sache etwas einkürzen und all die Dinge nicht so im Detail beschreiben, wie es sonst unter Kriegern üblich wäre. Doch ich bin eben ein Händler, ja ein Händler.« wiederholte er sich. Dann mache er eine kurze Pause, trank seinen Humpen leer und sprach:

    »Die gewählte Taktik des Wächters war simpel und überraschend. Er stellte sich mit den zuvor bereits ausgewählten Anwärtern vor das Lager und brüllte die Welt zusammen. Wir dachten, der Stein gibt nach. Nun«, dabei schmunzelte Tobrin, »nun, wir haben ja nachgeholfen. Auf alles, wo es ging, wurde eingedroschen und alle haben geschrien. Das hat die Dunkle Brut so in Rage versetzt, dass ihr Anführer aus dem Lager stürmte, noch ehe die anderen sich versammeln konnten. Wobei sie nie, egal was sie tun, im Kampf an eine zwergische Taktik heranreichen werden. Der Wächter hat den Hurlock weiter provoziert und diesen anrennen lassen. Die beiden Bogner, die etwas abseitsstanden, hatten strikte Order nicht zu schießen. Er sollte ohne Besinnung angreifen. Das tat er auch. Bei dem Wächter vollzog sich eine für mich überraschende Wendung. Er stellte um. Anstatt mit seinem Zweihänder loszustürmen, fing er mit beiden Händen am Zweihänder den ersten wuchtigen Schlag des Alpha ab. Der war viel zu sehr in Trance, um zu erkennen, dass hier ein Ermüdungskampf stattfand. Die im Lager vorhandenen Hurlock und Genlock waren vor das selbige geeilt, aber bei den ersten Schlägen ihres Anführers zum Stehen gekommen. Zum Glück war es nur eine Gruppe mit geringer Anzahl. Zuversicht machte sich in unserer Reisegruppe breit, obwohl der Kampf noch nicht gewonnen war. Aber es blieb ein Zweikampf, der jedem Tornei alle Ehre gemacht hätte. Dann war es endlich soweit. Wieder hatte der Wächter einen Schlag über seinem Kopf mit dem Zweihänder, gehalten mit beiden Händen, gekonnt geblockt. Doch diesmal folgte nicht die Wiederholung aller vorherigen, sich gleichenden Abläufe. Nein! Nein, diesmal schlug er zu. Mit was werdet ihr fragen? Mit seinem behelmten Kopf stieß er nach vorn und brachte den Hurlock, der im Schwungholen war, aus dem Gleichgewicht. In dieses Taumeln drehte sich der alte, großgewachsene Mann ein und gab dem Straucheln mit seinem rechten Ellenbogen, der gut gepanzert war, die entscheidende Richtung. Als er wieder im Angesicht zu dem fallenden Hurlock stand, schlug er das im Drehen mit geführte Schwert wuchtig nach vorn und trennte den Alpha von seinem Kopf. Der Hieb war so kräftig ausgeführt, dass er bis vor seine Kumpane rollte. Die baff über das Gesehene in Starre blieben. "Für Ferelden" hatte anschließend der Wächter geschrien und wir riefen "Für den Stein" und stürmten mit erhobenen Waffen in die Dunkle Brut.«

    Wieder schaute Tobrin auf Lisbeth und sagte: »Wir haben gewonnen, der Weg war frei. Es gab, abgesehen von den üblichen Blessuren, keine großartigen Dinge, alle hatten überlebt. Doch«, hier unterbrach sich Tobrin, schaute auf seinen leeren Humpen, grummelte etwas von wo ist der Wirt, wenn man ihn braucht, aber dann erzählte er weiter: »Doch, es gab in dem Lager der Dunklen Brut eine gehörige Überraschung. Sie hatten dort einen Götzenschrein errichtet. Aus Knochen, Fellen, mit diversen Waffen unterschiedlichster Machart, aber auch Edelsteine und eine nicht unbedeutende Menge an Schmuck oder Goldstücken waren angehäuft. Da hatten wir gut Lachen und teilten die Beute. Der Rest meines Weges zur Legion und wieder zurück verlief so gut, wie es in den Tiefen Wegen möglich ist. So Lisbeth, nun wisst ihr, wie es zu dem roten Kreuz kam und wo der kleine Ring seinen Ursprung hat«, sagte Tobrin und ergänzte noch: »Wenn jetzt nicht gleich, aber wirklich sofort, der Wirt mit der Schinkenplatte erscheint, werde ich zum Bronto!«

    Danach lies sich Tobrin, den der lange Vortrag doch etwas erschöpft hatte, zurück in die Lehne seines Stuhles fallen.
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  4. #64
    Legende Annalena's Avatar
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    Oct 2011
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    [Bild: lisbeth.jpg]
    Fasziniert hörte Lisbeth der Geschichte von Tobrin zu. Sie erinnerte sich an die Verderbnis und an die Dunkle Brut, die sie von weitem gesehen hatte. Es waren zum Glück nur vereinzelte Gruppen mit wenigen Gegnern und den paar Soldaten, die noch im Dorf waren, gelang es sie zu töten. Wären es mehr gewesen… nun, Lisbeth möchte nicht daran denken. „Eine schöne Geschichte, Tobrin, auch wenn ich niemals in die Heimat der Dunklen Brut gehen würde.“ Ein Schauer rann über ihren Rücken als sie nur daran dachte. „So tief unter der Erde, ohne Sonne und Himmel und dazu noch diese Dunkelheit und diese Monster… das muss doch sehr furchterregend gewesen sein.“

    Sie blickte den Ring an und fragte sich, was für eine Geschichte er erzählen würde, falls er es könnte. „Ich danke Euch, dass Ihr mir den Ring geschenkt habt. Ich werde es Euch nie vergessen. Ich werde meinem Friedrich Eure Geschichte erzählen, wenn Ihr gestattet, und ich bin mir sicher er findet eine Möglichkeit den Ring auf seine Beschaffenheit zu untersuchen ohne ihn zerstören zu müssen. Irgendwie fände ich es nicht richtig ihn einzuschmelzen.“ Behutsam steckte sie ihn wieder weg und lächelte leicht als Tobrin lautstark nach seinem Essen verlangte.
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  5. #65
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    [Bild: c7ukNAZJjWvE7ESbc8Javier_B_riault.jpg]

    Als Tobrin seine Geschichte zu erzählen kam, horchte Javier auf. Die Karte aus der Kammer der Bewahrung gestohlen? Wie konnte das geschehen? Dies wollte auch Kabron wissen. Doch bevor der Zwerg die Frage beantwortete, wandte er sich an Lisbeth Kaltherz und fragte sie persönlich, ob sie Interesse an der Geschichte um den Fund des Ringes habe.

    „Erzählt bitte mehr Tobrin. Wie hat man den Ring gefunden? Gab es noch mehr außer dem Ring? Vielleicht den passenden Halsschmuck oder Ohrenschmuck? Hat die Form des Ringes eine besondere Bedeutung für die Zwerge?“ Sie pausierte kurz um Luft zu holen. „Verzeiht meine vielen Fragen, aber ich liebe Geschichten.“

    Dann erzählte sie noch, dass sie mit ihrem Gatten Friedrich vornehmlich im Winter am Kamin saßen und sich Geschichten erzählten. „Oh, wenn ich gewusst hätte in welch illustrer Gesellschaft ich mich heute befinden würde, dann hätte ich uns ein paar Schokoladenkekse gebacken.“ rief sie noch aus. "Schokoladenkekse! Solche mit extra Schokostückchen drin? Die liebe ich über alles! Meine Frau hat sie auch immer so gern gebacken", sagte Javier etwas wehmütig. Ach, an solchen Tagen vermisste er sie so sehr.

    Tobrin fuhr mit seiner Geschichte fort und Javier versank wieder in der Erzählung. Er konnte es sich fast vorstellen, selbst dabei zu sein, so fesselnd erzählte der Zwerg. Als er von dem Mensch erzählte, der die Gruppe begleitete, horchte er auf. Konnte es sein? Nein! Es war doch nicht möglich! Hatten doch kaum welche die Verderbnis überlebt. Oder doch?

    Als der Zwerg dann dies im Laufe der Geschichte bestätigte, rief Javier kurz: "Also doch!" Er verstummte jedoch gleich wieder, damit der Zwerg zu Ende erzählen konnte.

    "Barhian, eine richtig fesselnde Geschichte habt Ihr dieses Mal erzählt! Sogar einen Kampf gegen die Dunkle Brut habt Ihr erlebt! Und ich hatte das Gefühl, ich wäre dabei gewesen." Javier nickte dem Zwerg anerkennend zu. "Aber sagt, es war tatsächlich noch ein Grauer Wächter? Ich dachte, die wären alle bis auf unseren König und die Königin gefallen!"
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  6. #66
    Deus VRanger's Avatar
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    Dec 2010
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    Tobrin, der unmittelbar neben Lisbeth saß, sah, wie die Episode aus den Tiefen Wegen sie beschäftigte. Er war schon im Grübeln, ob er den Ring zurückbekommen würde. Doch dann hörte er: „Eine schöne Geschichte, Tobrin, auch wenn ich niemals in die Heimat der Dunklen Brut gehen würde.“ Weiter sagte sie: „So tief unter der Erde, ohne Sonne und Himmel und dazu noch diese Dunkelheit und diese Monster … das muss doch sehr furchterregend gewesen sein.

    Der zwergische Händler lachte: »Ich bin am Stein immer gut aufgehoben. Was Ihr als dunkel bezeichnet ist für mich ganz anders. Ich kann die Decke im Stein fühlen. Hier oben bei Euch, habe ich immer Sorge, dass sie mir auf den Kopf fällt, denn ich kann sie nicht fühlen«, das Letzte merkte er eher nachdenklich an.

    Doch Lisbeth hatte ihre Aussagen noch nicht beendet: „Ich danke Euch, dass Ihr mir den Ring geschenkt habt. Ich werde es Euch nie vergessen. Ich werde meinem Friedrich Eure Geschichte erzählen, wenn Ihr gestattet, und ich bin mir sicher er, findet eine Möglichkeit den Ring auf seine Beschaffenheit zu untersuchen ohne ihn zerstören zu müssen. Irgendwie fände ich es nicht richtig ihn einzuschmelzen.

    Tobrin musste sich einen seiner Brontosprüche verkneifen, doch war ihm so, als wenn er gerade einen reiten würde. »Zum Donner! Ich biete Dir Lisbeth das Du eines Zwerges an. Ich heiße Tobrin. Was für eine Freude.« Dann hielt er ein wenig inne, zerwühlte ein wenig seinen Bart, als wenn er nach einer netten Geste suchen würde. Dann strahlten seine Augen auf und er sagte: »Zum einen könnt Ihr Euch gern auf meine Kosten einen der guten Weine genehmigen, denn es will angestoßen sein. Und zum anderen habe ich einen Wunsch an Euch. Habt Ihr, äh … hast Du, auch etwas Wundersames erlebt oder kannst uns etwas berichten? Würde mich freuen!«

    Tobrin wollte sich schon lauthals über den Wirt äußern, doch dann sah er ihn die Küchentür öffnen und in Begleitung von zwei Frauen große Tabletts tragen. Just in diesem Moment erklärte Javier, dass auch ihm die Geschichte gefallen hatte und fragte zudem: "Aber sagt, es war tatsächlich noch ein Grauer Wächter? Ich dachte, die wären alle bis auf unseren König und die Königin gefallen!"

    Der zwergische Händler schmunzelte. Denn er sah das Essen näherkommen. Er hatte seine Schinkenplatte bereits erspäht. So antwortete er: »Was bei Euch hier oben passiert, kenne ich nicht so genau. Doch es ist an dem. Die Wächter kommen und gehen ihren letzten Weg in den Tiefen Wegen. Und zu meiner Überraschung war einer bei dem Unternehmen dabei. Er hat mit uns bis zur Legion erreicht und ist dort geblieben, als wir anderen, auch die Torneikämpfer, wieder nach Orzammar zurück sind.«

    Als der Wirt fast am Tisch war, zeigte Barhian in seine Richtung und sagte: »Ein Wunder, das Essen!«
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  7. #67
    Deus VRanger's Avatar
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    Dec 2010
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    [Bild: WoP_TSchw1.png] Der Wirt kam mit zwei Frauen und alle trugen große Tabletts. An den Nachbartischen wurden die Hälse gereckt. Denn man wollte wissen, was am Stammtisch so gegessen wurde. Das freute den Wirt. Denn meist wurde das ebenso bestellt.

    Am Tisch angekommen reichte er allen die bestellten Speisen und sagte: »Für Händlerin Lisbeth Kaltherz, Brot mit Butter und Salz sowie eine Schüssel vom Rindereintopf und ein großes Stück Apfelkuchen, bitte sehr.« Auch der Händler Orem Noakhan erhielt eine Schüssel von dem Eintopf, dazu Maisfladen. »Bitte innen saftig und groß wie immer, ordentlich angebraten, das Kotelett«, sagte er, als er Kabron das Essen hinstellte. Der Händler Maximus Meridius bekam einen Hasenbraten. »In scharfer Soße mit meiner Curry-Spezialvariante«, erklärte der Wirt. Die Schüssel mit den frischen, dicken Bohnen und Kräuterbrötchen wurden vor den Händler Javier Bériault gestellt. Dann schaute der Wirt zum Händler Barhian und sagte: »Eine Schinkenplatte, die erste. Ach und der Schinken hängt bei mir schon mehrere Monate, reicht das?« lachte er und sagte: »Guten Appetit und soll es noch ein Getränk sein?
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  8. #68
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    Oct 2011
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    [Bild: lisbeth.jpg]
    »Zum Donner! Ich biete Dir Lisbeth das Du eines Zwerges an. Ich heiße Tobrin. Was für eine Freude.«

    Überrascht blickte sie den Zwerg bevor sie ihn anlächelte. „Es ist mir eine Freude, Tobrin. Nennt mich bitte Lisbeth.“ Ihre Augen leuchteten als Tobrin ihr anbot ein Glas Wein auszugeben. Freudig blickte sie sich nach dem Wirt, der in diesem Augenblick mit zwei Frauen aus der Küche kam und das Essen servierte. Lisbeth wartete bis alles auf dem Tisch stand und bedankte sich. Bevor der Wirt jedoch gehen konnte sprach sie ihn an. „Bringt mir bitte ein Glas des guten süßen Weins auf die Rechnung von Tobrin.“ Dann nickte sie dem Zwerg noch einmal dankend zu. „Ihr… ,verzeiht, du hast mich nach einer Geschichte gefragt? Oh, ich kenne da einige und ich werde sehr gern eine erzählen.“

    Sie blickte hungrig auf ihr Abendessen. „Doch vorher sollten wir uns stärken. Findest du nicht? Ich selbst bin ziemlich hungrig.“ Genüsslich schloss sie die Augen als sie den ersten Löffel ihres Rindereintopfs zu sich nahm. Köstlich!
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  9. #69
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    Tobrin freute es sehr, als er hörte: »Es ist mir eine Freude, Tobrin. Nennt mich bitte Lisbeth.« »Aye, Lisbeth«, antwortete er höflich und griff sich die Schinkenplatte, die der Wirt gerade mit einer Bemerkung zum Abhängen vor seine Nase gestellt hatte. Wie er den ersten Bissen herunter hatte, hörte er von Lisbeth: »... bitte ein Glas des guten süßen Weins ...«

    Tobrin schaute zum Wirt, der immer noch unschlüssig stand, ob den die anderen Gäste auch noch etwas wollten. Diesen sprach er an: »Eilt Euch! Eilt Euch bei allen Tiefenlaurern der Welt, bringt den Wein und für mich so eins wie das Entscheidungsbier, hier gilt es Anzustoßen!« Der Wirt machte, dass er an die Theke kam und Tobrin hörte noch, wie seine Nachbarin die Suppe lobte. »Stimmt«, erklärte er beim Griff nach der nächsten Scheibe von dem geräucherten Schinken, zart, dünn durchgeschnitten und fügte noch an: »Lasst es Euch schmecken, sieht lecker aus!«
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  10. #70
    Schwertmeister Khardim's Avatar
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    [Bild: Orem_Noakhan.png]
    Orem hatte der Geschichte des Zwerges aufmerksam zugehört. Er war sich ziemlich sicher, dass er sie in etwas bunteren Farben dargestellt hatte, als sie sich tatsächlich ereignet hatte, aber das machte ihm nichts aus. Es war ohne Zweifel eine gute Geschichte gewesen, wie gemacht für ein geselliges Beisammensein wie dieses. Er hatte zwischendurch einen Blick auf die Karte der tiefen Wege werfen können und versuchte sich vorzustellen, wie unglaublich groß das alte Zwergenreich gewesen sein musste, wenn allein schon seine Straßen die ganze Welt zu umspannen, beziehungsweise zu unterwandern schienen. Er hatte früher Händler getroffen, die Expeditionen dorthin unternahmen und ihre Funde verkauften, doch hatte er selbst nie Interesse daran gehabt, diese dunklen Gänge selbst zu besuchen: Im Gegensatz zu Barhian konnte er sich nichts schöneres vorstellen, als den blauen Himmel über sich zu wissen. Zu lange hatte er ohne ihn auskommen müssen.
    Als dann das Essen eintraf, hatte Orem seinen Hunger über die Geschichte schon fast vergessen, war nun aber umso fröhlicher, endlich etwas in den Magen zu bekommen. Auf die laute Aufforderung des Zwerges zuzulangen und es sich schmecken zu lassen griff Orem wie die anderen zum Besteck und machte sich über sein Essen her. Eine gefräßige Stille senkte sich über den Tisch, die ein sicheres Zeichen dafür war, dass das Essen gut war.
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  11. #71
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    [Bild: WoP_TSchw1.png]»Hier bitte der Wein«, sagte der Wirt, als er diesen vor Lisbeth Kaltherz abstellte. Und er fragte in der Standardfrage aller Standardfragen eines Gastwirtes, wenn das Essen servierte wurde und die Gäste mitten im Essen waren: »Alles in Ordnung?« und er fügte noch an »Darf es noch etwas sein?«
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  12. #72
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    [Bild: Maximus.PNG]

    Maximus lief das Wasser im Munde zusammen, als er seinen Hasenbraten sah. »In scharfer Soße mit meiner Curry-Spezialvariante« sagte der Wirt, dem Maximus sofort zum Dank eine Münze zuschnippste. Es war ein wahrer Gaumenschmaus, das Curry schmeckte man deutlich heraus und doch war es nicht zu aufdringlich. Er war kurz abgelenkt und horchte dann weiter Tobrins Ausführungen.

    »Faszinierend!« entfuhr es ihm als sich Tobrin zurücklehnte. »Ich muss gestehen, in all meinen Jahren habe ich gegen viele Dinge gekämpft. Gegen andere Soldaten, Dämonen, Banditen und auch gegen einen Werwolf...« Er schwieg kurz, ihm schossen wieder die Erinnerung an diesen Auftrag in den Kopf und das machte ihn traurig. »Nunja, das mit dem Werwolf wurde niemals bewiesen – aber wegen diesem Mistvieh wurde ich unehrenhaft aus der Armee geworfen.«
    Wieder machte er eine Pause: »Aber ich schweife ab, was ich sagen wollte ist – gegen dunkle Brut durfte ich nie kämpfen. Das fehlt noch auf meiner Liste.« Maximus versuchte zu lachen, doch mehr als ein falsches Grinsen bekam er nicht hin. »Und das ihr das Gold geteilt habt spricht für euch, man muss erstmal eine Truppe finden in der nicht jeder nur an sich denkt.«

    Der Wirt fragte: »Darf es noch etwas sein?« »Ja! Met für mich. Für alle Anderen, was immer sie zu trinken wollen. Ich will mit euch auf Ehrlichkeit und Zusammenhalt trinken.«
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  13. #73
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    [Bild: WoP_TSchw1.png]»Ja! Met für mich. Für alle Anderen, was immer sie zu trinken wollen. Ich will mit euch auf Ehrlichkeit und Zusammenhalt trinken.«, hatte Maximus auf seine Frage geantwortet, nach dem er wieder mit ihm schnapp die Münze gespielt hatte. Aber der Wirt wartete nicht lange, denn er sah mit einen gut abschätzenden Blick in die mehr oder minder gelehrten Trinkgefäße, dass er sicher jedem noch sein Getränk bringen konnte. Das tat er auch und weil er nicht wusste, ob jeder zum Essen etwas Alkoholisches haben wollte, stellte er noch einen Krug Wasser und mehrere kleine Becher aus Ton dazu und sagte, bevor er den Tisch verließ: »Hier noch etwas, wie bestellt, zum Durstlöschen und wem nach Wasser ist, es ist glasklar und frisch geholt.«
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  14. #74
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    Tobrin hörte ein »Faszinierend!« und nickte Maximus anerkennend zu. Endlich kam dann auch sein Bier, so wie andere noch ein Getränk vom Wirt erhielten. Auch die Händlerin Lisbeth Kaltherz hatte ein Glas von dem Roten bekommen und so hob er seinen Humpen zu ihr und sagte: »Na dann, angestoßen auf das Du!«

    Doch ehe eine Antwort kommen konnte sagte Maximus: »Ich muss gestehen, in all meinen Jahren habe ich gegen viele Dinge gekämpft. Gegen andere Soldaten, Dämonen, Banditen und auch gegen einen Werwolf ...«

    Barhian steckte plötzlich in einer kleiner Zwickmühle. Denn die Schinkenplatte war zu dem alle. So entschied er sich für den praktischen Weg, seinen Weg. Zum Wirt rief er: »Aye! Den Nachtisch, die 2. bitte, wenn 's beliebt!« Dann drehte er sich halb, doch das auch nur, um die Antwort seiner Nachbarin nicht zu verpassen zu Maximus und erklärte: »Werwolf ... könntet ihr ja mal erzählen.« Dann schaute er zu Lisbeth, die aber zu sehr von ihrer vermutlich köstlichen Suppe abgelenkt war. Sollte er hier sitzen, ohne Schinkenplatte und zu sehen? Aber er hatte eine Idee und sagte:
    »Kabron, hatte ihr nicht erst schon angefangen zu erzählen und ich hatte euch unterbrochen? Bei der Haut eines Brontos, wollte ich nicht, doch ich höre zu ...«

    Dabei grinste er etwas ins seinen Bart, so wie es eben nur Zwerge können.
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  15. #75
    Legende Annalena's Avatar
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    Während sie ihren Eintopf zu sich nahm kam der Wirt mit ihrem Wein. Lisbeth bedankte sich und stieß mit Tobrin an. „Auf das Du, Tobrin.“ Dann nahm sie einen kräftigen Schluck und aß den Rest ihres Eintopfs. Inzwischen hatte auch Maximus für alle eine Runde bestellt und Lisbeth sah dankbar, dass der Wirt auch noch Wasser auf den Tisch stellte. Das war jetzt genau das richtige. Sie nahm eins der Gläser und füllte es großzügig. Sie würde den Wein natürlich noch trinken, doch nun brauchte sie erst einmal eine Pause. An Maximus gewandt sagte sie, „Danke für den Wein mein Herr.“

    Als sie sich gerade über den Apfelkuchen hermachen wollte, sah sie wie Tobrin seine leere Platte fast traurig musterte. Es dauerte auch nicht lang und er bestellte einen Nachtisch für sich. Bevor der Wirt jedoch dem Wunsch nachkommen konnte, hielt sie ihn auf. „Den Nachtisch für Tobrin bitte auf meine Rechnung setzen und bringt auch den anderen noch etwas zu Essen, wenn sie es wünschen.“ Tobrin war nun abgelenkt und bat Kabron seine Geschichte zu erzählen. Aufmerksam hörte sie zu während sie in ihrem Gedächtnis kramte um eine Geschichte zu finden, die ihren Zuhörern gefallen könnte.
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  16. #76
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    Kabron hatte sich nach seinen vielen Fragen, die ale nicht genau beantwortet worden waren, geradezu auf seinen Braten gestürzt. Er war köstlich! Ein Gaumenschmaus sondergleichen! Er war so hungrig, dass er sich schon sorgte, seinen Manieren würden darunter leiden. Glücklicherweise stellten fast alle am Tisch sitzenden entweder Fragen oder aßen selbst.
    So kräftig haute Kabron rein, dass er in Rekordzeit seinen Teller leergeputzt hatte. Und auf einmal schienen seine Ohren wieder besser zu funktionieren, nahm er doch zwei Sätze wahr, die in, jeder auf seine Art, in den nächsten Glückszustand versetzten. Tobrin sagte: »Kabron, hatte ihr nicht erst schon angefangen zu erzählen und ich hatte euch unterbrochen? Bei der Haut eines Brontos, wollte ich nicht, doch ich höre zu ...«, was dem Händler ein Schmunzeln entlockte.
    Und Lisbeth Kaltherz hatte gesagt: „Den Nachtisch für Tobrin bitte auf meine Rechnung setzen und bringt auch den anderen noch etwas zu Essen, wenn sie es wünschen.“

    Kabron ließ seinen Magen entscheiden und bestellte aufs Geratewohl: "Für mich ebenfalls eine Schinkenplatte, dazu aber die gut geräucherten Hartwürste und ein gutes Stück Brot, bitte!"
    Er grinst in die Runde. "Und wenn ich das verputzt habe, dann kommen nur noch das Nachtmahl und der Nachtisch!"

    Er goß sich in ein Tonbecherchen Wasser ein, das der Wirt auf dem Tisch platziert hatte. Er trank einen kleinen Schluck und lehnte sich zurück.
    "Nun, Tobrin, ich war noch nicht im Erzählen, daher hast du mich nicht unterbrochen," zwinkerte er dem Zwerg zu - auch wenn er sich insgeheim recht geärgert hatte, einfach so ignoriert zu werden.

    Mittlerweile waren auch die anderen aufmerksam geworden und schienen seine Geschichte zu erwarten. Er spannte sie nicht lange auf die Folter und begann alsbald:

    Jaina Cousland-Theirin erhob sich aus der Hocke und ging auf den Wandschrank des Kindergemachs zu. Unter dem Bett war er nicht gewesen. „Ich finde dich!“ rief sie. Ihr Sohn liebte es, Verstecken zu spielen und das konnte sie verstehen, es war furchtbar schwer ihn zu finden. Wahrscheinlich hatte Zevran ihm Nachhilfeunterricht gegeben.
    Sie öffnete die Schranktüren und nahm die unterschiedlichen Kleidungsstücke ins Auge, die Ethan Theodore gehörten. Nein, hier war er nicht.
    Hinter der Kleiderwand - auch nicht. Hinter dem Vorhang – auch nicht.
    Ihr Blick fiel auf das offene Fenster. Das war doch vorhin noch geschlossen gewesen! Sie stellte sich direkt davor und stützte sich mit den Armen auf dem Fenstersims ab. Unter ihr lag die Rückseite des Palastes, der blühende Garten und der angrenzende kleine Wald. Sie konnte keine Menschenseele erkennen, die Nachmittagssonne erleuchtete die gesamte Rückwand und blendete Jaina.
    Sie ignorierte es und blickte über den Fensterrahmen hinunter auf die Wand. Mit einer Hand tastete sie nach dem Haken, der dort angebracht war. Ihre Finger kratzten über raue Fasern, die sich auf den festen Steinen so borstig anfühlten. Sie stöhnte auf während sie das Hanfseil löste und nach oben zog. Sie erkannte es sofort wieder, Zevran und Leliana hatten es gemeinsam mit Ethan gedreht. Der Junge war so stolz gewesen, ein eigenes Seil zu haben, mit dem er auch oft genug ausbüchste.
    Nun, sie wusste, wo sie ihn suchen musste.

    Jaina ging gemessenen Schrittes über den Markt in Denerim. Sie war hier wohlbekannt, auch wenn sie keine typische Königstracht trug. Diese aufgeblähten Kleider mit allem Firlefanz daran waren ihr unangenehm. Mit Kleidern hatte sie sich abfinden müssen, ihre Rüstung hing unbenutzt auf ihrem Rüstungsständer im Schloss. Jetzt trug sie der warmen Jahreszeit angemessen ein dünnes Kleid, das einen Teil des Rückens freiließ und im Nacken zusammengebunden war. Dafür reichte der Saum bis auf den Boden und umspielte ihre Füße. Die dunkelblaue Seide war mit winzigen silbernen Perlen, die aussahen wie Splitter, bestickt. Um die Hüfte zog sich ein schwarzer Ledergürtel, dessen silberne Schnalle das Licht reflektierte. Am Gürtel war ein winziger Geldbeutel befestigt, der in den Falten, die das Kleid beim Gehen warf, verschwand.
    Ihre braunen Haare hatte Jaina hochgesteckt und mit einer großen Spange am Kopf fixiert.

    Sie nickte ein paar Händlern zu, die sie von einigen Geschäften her kannte. Sie konnte sich die Namen nicht merken, aber bei dem blonden mit dem Kinnbart hatte sie schon mehrfach etwas ersteigert und war nicht unzufrieden gewesen.
    In ihrer Gewandung nahmen die Marktbesucher sie nicht sofort als die Königin wahr, weshalb sie recht unbehelligt zum Hundezwinger kam. Der Züchter verkaufte Mabaris und ihr Sohn wünschte sich nichts sehnlicher als selbst einen zu besitzen. Jaina hatte das unterstützt, denn sie selbst hatte ihren Jag als kleines Kind bekommen und wusste, dass es keinen besseren Freund für ein Kind gab. Nein, es waren Wynne und ihr Kanzler Eamon gewesen, die sich quergestellt hatten und keinen Hund im Palast dulden wollten – oder wenn dann erst in ein paar Jahren.
    Seither war Ethan sehr häufig auf dem Markt beim Zwinger anzutreffen. Er kannte den Züchter bereits und nicht selten brachte er den Mabaris eine Kleinigkeit von dem mit, was beim Essen übrog geblieben war.
    Jaina blickte über den hüfthohen Zaun und erspähte ihren Sohn bereits – er hatte es sich im Stroh des Holzverschlags gemütlich gemacht und spielte mit den Welpen.
    Da kam auch schon der Züchter Lysander auf sie zu. „Majestät, Ihr seid hier … wegen des Jungens? Er sagte mir, er habe Eure Erlaubnis!“ stammelte er verdutzt. Jaina hob eine Augenbraue. „Lysander, als ich die letzten Male hier war, hatte Ethan auch keine Erlaubnis ...“ Ihr Sohn unterbrach sie, denn er hatte sie bemerkt und war aufgesprungen und zum Zaun gerannt.
    Er würde in wenigen Tagen sechs Jahre alt werden, aber er war ein aufgeweckter Junge, der andere seines Alters oft übertraf. „Mama, ich habe dich doch gefragt, ob ich mich verstecken kann, wo ich will – und du hast 'Ja' gesagt!“ verteidigte er sich. „Ich habe mich bei den Mabaris verstecken wollen!“
    Jaina lächelte. „Aber vorher hast du dich aus dem Fenster abgeseilt. Das sollst du doch nur, wenn Zevran oder Papa auf dich aufpassen! Du hättest dir wehtun können!“
    „Aber Mama! Ich kann das!“ protestierte der Junge, der seinen Vater wie aus dem Gesicht geschnitten war – aber die grünen Augen seiner Mutter hatte.
    „Wir gehen jetzt besser nach Hause. Komm!“ Jaina streckte ihrem Sohn die Hand entgegen. Dabei fiel ihr Blick auf die kleinen Welpen. Sie erinnerte sich daran, als wäre es gestern gewesen, dass sie ihren Mabari entdeckt hatte. Er hatte sich nach kürzester Zeit auf sie geprägt und von da an waren sie unzertrennlich gewesen. Sie spürte Traurigkeit angesichts der Tatsache, dass dieses Gefühl Ethan erst einmal verwehrt bleiben sollte. In ihrem Herzen vermisste sie ihren Mabari noch immer, auch wenn Alistair und Ethan die Wunde verschlossen hatten.
    Der Junge war inzwischen durch den Zaun geklettert, hatte artig seine Hand in die der Mutter geschoeben und schmollte. Jaina wandte sich an Lysander. „Sagt mir, welcher hier ist der Jüngste?“ Lysander besah sich kurz die sieben Tiere, die umhertollten und miteinander rangelten. „Der dort, Hoheit. Es ist ein kleines Mädchen. Sie ist gerade einmal acht Wochen alt. Ihre Brüder habe ich bereits verkauft. Sie lässt sich aber von den anderen hier nicht auf der Nase herumtrampeln!“ Jaina lachte leise. „Ja, die Jüngsten sind oft die Mutigsten.“

    Sie wandte sich an Ethan, der sie etwas verwundert anblickte, aber nichts sagte. „Mein Junge, du weißt doch, dass ich Mabaris ebenso liebe wie du. Ich habe dir ja oft von Jag erzählt …“
    „Warum erlaubt Papa es nicht, wenn er und du doch beide Mabaris mögt?“ fragte Ethan verständnislos. Jaina kicherte als sie an die erste Begegnung Alistairs mit Jag denken musste. Damals hatte der große Hund ihn gekniffen und der große Krieger hatte wehleidig gejammert.

    Der Gedanke ließ Jaina plötzlich mit funkelnden Augen auf den Jungen herabblicken. „Ethan, ich habe eine Idee.“ Sie kniete sich vor ihren Jungen und legte ihm beide Hände auf die Schultern. „Weißt du, Oma Wynne wird es gewiss nicht gefallen, dass du immerzu, jeden Tag, aus dem Fenster kletterst. Das ist gefährlich und du weißt, wie sehr sie schimpfen wird.“ „Jaaah,“ murrte der Junge. „Aber es macht so Spaß!“
    „Und eamon wird das auch gar nicht gerne hören, wenn der junge Prinz lieber an der Mauer herumklettert, als die Wappen der Bannorns zu lernen!“
    Ethan zog eine Schnute. Jaina verkniff sich ein Grinsen. Damit hatte sie gerechnet. „Nun, meinst du, dass dich ein Mabariwelpe dazu bringen kann, NICHT mehr aus dem Fenster zu klettern, auch wenn es noch so viel Spaß macht?“
    Ethan Theodore machte große Augen. „Aber … meinst du … ?“
    „Wenn du mir versprichst,“ fuhr Jaina fest fort, „dass du nicht mehr ohne Aufpasser aus dem Fenster kletterst, dann schenke ich dir einen Welpen zu deinem Geburtstag.“ Ihr sohn starrte sie ungläubig an: „Und Oma? Und Eamon? Und Papa?“
    Jaina drückte das Kind an sich und flüsterte ihm zu: „Die werden sicherlich nichts dagegen haben, wenn ich dieses Jahr ein Geschenk von uns allen mache – ich muss ihnen ja nicht sagen, was..“
    Einen Moment lang geschah nichts, dann begriff Ethan, dass seine Mutter es ernst meinte und stieß einen Freudenschrei aus. „Ja, natürlich, Mama! Ich verspreche es! Kann ich dann das Mädchen da hinten haben? Sie ist so niedlich! Ich habe sie Noelia genannt! Sie kann mir sogar schon die Pfote geben!“ sprudelte es aus dem Jungen hervor. Jaina nickte Lysander zu. „Ihr wisst, wen er meint?“ „Natürlich, Majestät. Die Jüngste.“ Er lächelte verschmitzt. Dann schritt er zum Verschlag und angelte die winzige Hundedame heraus. Als er Ethan den Welpen in die Arme legte, strahlte der Prinz glückselig.
    Kabron trank sein Becherchen leer und hielt Ausschau nach dem Wirt. Wenn er es nicht besser wüsste und er nicht gerade einen großen Braten verspeist hätte, würde er sagen, das Erzählen hatte ihm einen Bärenhunger beschert.
    Fawks is offline
  17. #77
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    [Bild: lisbeth.jpg]
    Lisbeth hörte Kabron verträumt zu als dieser seine süße Geschichte über die Königin und deren Sohn erzählte. „Was für eine herzliche Geschichte Ihr erzählt habt Kabron… Ich mag Geschichten, die ein glückliches Ende haben und ich muss zugeben“, erwähnte sie noch mit leicht geröteten Wangen, „das ich auch romantische Geschichten sehr schätze.“ Sie nahm ihr Glas Wein und prostete ihm kurz zu als sie einen kleinen Schluck trank. Danach verputzte sie den Rest ihres Apfelkuchens. Lisbeth wusste nun, welche Geschichte sie erzählen würde, doch vorher wartete sie noch etwas, da vielleicht noch jemand anderes ein wenig zu Kabrons Geschichte sagen möchte.
    Annalena is offline
  18. #78
    Deus VRanger's Avatar
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    [Bild: WoP_TSchw1.png]Der Wirt rieb sich vor Vergnügen die Hände. Nicht, dass nur das nachbestellt , was am Stammtisch geordert wurde. Auch nicht, dass durch Tobrin Barhian Geschichte und die entsprechenden Nachbestellungen, auch von Kabron, das die Schinkenplatte hoch im Kurs stand. Nein, es war der Händler Kabron selbst, der mit seiner Erzählung »Wie man zu einem Mabari kommt oder wie ein Mabari seinen Herrn aussucht« vielen der Gäste das Herz geöffnet hatte. So gab es ein Raunen unter diesen mit solchen Worten wie »das ist ja süß«, »scheint ja sehr weit zu sein« oder »liebreizende Mama«.

    Darauf musste natürlich angestoßen werden und so hatte der Wirt alle Hände voll zu tun, wenn er nicht gerade an sein Vergnügen dachte. So eilte er mit zwei Schinkenplatten an den Stammtisch und reichte diese den beiden Herren, die scheinbar im Verhungern waren mit den Worten: »Nun, bei mir soll keiner über Hunger klagen!« Was bei den Nachbartischen wiederum einen kleinen Beifall auf die Taverne »Zum müden Adeligen« auslöste.
    VRanger is offline
  19. #79
    Terraner Geißel Europas's Avatar
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    [Bild: Maximus.PNG]
    Barhian drehte sich zu Maximus: »Werwolf ... könntet ihr ja mal erzählen.« Maximus nickte. »Wenn es euch interessiert werde ich es gerne zum Besten geben, aber erstmal hat Kabron das Wort. «
    Er horchte Kabrons Geschichte gebannt zu und leerte während dessen einen weiteren Humpen Met. Langsam merkte er, das ihm der Alkohol zu Kopf stieg. Er packte sich die Kanne Wasser und füllte seinen Humpen wieder auf, eine Runde auszusetzen war genau das Richtige dachte sich Maximus.
    Als Kabron fertig war, war Lisbeth die erste die sie kommentierte: »Was für eine herzliche Geschichte Ihr erzählt habt Kabron… Ich mag Geschichten, die ein glückliches Ende haben und ich muss zugeben, das ich auch romantische Geschichten sehr schätze.«
    Maximus erhob nun auch das Wort. »Hm, ja die Geschichte gefällt mir. Vorallem eine der möglichen Botschaften die sie transportiert.« Er räusperte sich. »Der Junge hatte, als er sich abseilte gegen die Regeln verstoßen. Doch statt ihn zu bestrafen, wurde er beschenkt. In diesem Fall wohl viel effektiver, als jede Strafe. Jemanden dazu zu bringen das er vor Angst gehorcht ist einfach, aber trotzdem wird derjenige wohl innerlich noch rebellieren. Durch das Geschenk jedoch hält er sich an die Regeln und tut das nun aus freien Willen. Was die Wahrscheinlichkeit das er in Zukunft keinen Mist mehr baut durchaus erhöhen kann.«

    Der Wirt eilte mit zwei Schinkenplatten an den Stammtisch: »Nun, bei mir soll keiner über Hunger klagen!« Nicht nur am Nachbartisch wurde über diesen Satz gelacht und geschmunzelt, auch am Stammtisch war man sichtbar amüsiert.
    Geißel Europas is offline Last edited by Geißel Europas; 25.01.2015 at 15:07. Reason: Satz vergessen
  20. #80
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    [Bild: enBJavier_B_riault.jpg]

    Javier machte sich über seinen Bohnentopf her. Das Essen war köstlich und ausgezeichnet gewürzt. Als der Wirt nochmals mit Getränken kam, rief ihm Javier zu: "Herr Wirt, Euer Essen ist mal wieder unübertrefflich! Ein dickes Lob an den Koch!"

    Zusätzlich bestellte er sich nochmal einen Krug Wein, den er zum Essen allerdings mit dem Wasser verdünnte, welches schon auf dem Tische stand. Damit würde es nicht so schnell zu Kopf steigen.

    Währenddessen lauschte er allerdings noch den Erzählungen seiner Kollegen. »Ich muss gestehen, in all meinen Jahren habe ich gegen viele Dinge gekämpft. Gegen andere Soldaten, Dämonen, Banditen und auch gegen einen Werwolf...« Er schwieg kurz, als würde ihn Erinnerungen überkommen. »Nunja, das mit dem Werwolf wurde niemals bewiesen – aber wegen diesem Mistvieh wurde ich unehrenhaft aus der Armee geworfen.«

    »Werwolf ... könntet ihr ja mal erzählen.« Erwiderte da der Zwerg.

    "Oh ja, Maximus, auch mich würde die Geschichte interessieren. Ich habe auch schon mal Gerüchte über diese Viecher gehört, aber noch nie eines selbst gesehen." Javier war wirklich neugierig.

    Nachdem Kabron seinen Braten verdrückt hatte, orderte er noch eine Schinkenplatte. Er schien heute sehr hungrig zu sein. Im Gegensatz zu Javier. Ihm waren sogar die Bohnen heute fast zu viel, obwohl sie köstlich waren.

    Kaum hatte Kabron die Bestellung aufgegeben, als er auch schon seine Geschichte erzählte. Natürlich wieder eine über seine geliebte Königin. Dieses Mal handelte es aber auch um den Sohn der Königin. Noch immer konnte er es gar nicht recht glauben, dass das Königspaar einen Sohn hatte. Schließlich hieß es ja immer, Graue Wächter könnten keine Kinder bekommen. Aber wer war er schon, dies zu bezweiflen?

    „Was für eine herzliche Geschichte Ihr erzählt habt Kabron… Ich mag Geschichten, die ein glückliches Ende haben und ich muss zugeben, das ich auch romantische Geschichten sehr schätze.“ Dies kam natürlich von Lisbeth - wie könnte es anders sein?

    »Hm, ja die Geschichte gefällt mir. Vorallem eine der möglichen Botschaften die sie transportiert.« Maximus räusperte sich kurz. »Der Junge hatte, als er sich abseilte gegen die Regeln verstoßen. Doch statt ihn zu bestrafen, wurde er beschenkt. In diesem Fall wohl viel effektiver, als jede Strafe. Jemanden dazu zu bringen das er vor Angst gehorcht ist einfach, aber trotzdem wird derjenige wohl innerlich noch rebellieren. Durch das Geschenk jedoch hält er sich an die Regeln und tut das nun aus freien Willen. Was die Wahrscheinlichkeit das er in Zukunft keinen Mist mehr baut durchaus erhöhen kann.«

    "Maximus, sagt, habt Ihr selbst Kinder, dass Ihr Euch damit auskennt?" fragte Javier interessiert.

    Dabei grübelte er schon selbst darüber, über welche Geschichte er berichten sollte. Aber noch wusste er es nicht so genau.
    Emerahl is offline
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