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    Hero Tinquilius's Avatar
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    .................Setarrif Gilde:.......Königreich Argaan Skills:[Meistermagie 2][Teleport 1][Heilung 2][Alchimie]
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Tinquilius is offline

    Setarrif #43

    Gerade noch wollte Tinquilius jubeln, weil ihr Plan geklappt hatte, dann jedoch zog der Drache den Bolzen so einfach wieder hinaus, dass er kaum einen Effekt gehabt hatte. Ein kleines Kitzeln vielleicht, mehr aber auch nicht. Und dann mussten sie fliehen, denn so einfach ließ sich dieser Drache nicht angreifen. Eine Feuersbrunst ging auf die Mauer hernieder und der Oberste Magier sah, dass nicht alle Magier es schafften, ihre Schutzzauber aufzurufen und so sich und die um sie herum stehenden Krieger vor dem Feuer zu schützen. Einen Kollegen sah er zusammen mit zwei Soldaten in den Flammen verschwinden, die restlichen von der Wucht des Feuers von der Mauer geschmissen.
    So auch Silmacil und er. Während der Krieger so gerade eben den Klauen des Drachens ausweichen konnte, rief der Magier seinen eigenen Schutzschild auf, der den Aufprall des Drachens und vor allem auch des Feuers soweit minderte und umwandelte, dass er lediglich von der Mauer geschmissen wurde. Noch im Flug versuchte er sich durch einen Zauber abzufedern, dafür aber ging alles viel zu schnell. Er prallte mit gehöriger Wucht auf dem Boden auf und rollte ein Stückchen, was vermutlich den Aufprall etwas abschwächte. Dennoch war ihm dabei die Luft aus der Lunge wie in einer Explosion entwichen und für einen Moment lag er benommen auf dem Boden. Er spürte zunächst nichts, dann explodierte der Schmerz in Muskeln und Gelenken, besonders in seinen Armen und Beinen.
    Puh, das war aber verdammt knapp.
    Silmacil kam ihm entgegen und bot ihm seine Hand an. Bevor der Priester sie jedoch ergreifen konnte, wich die Angst und der Schmerz für einen Moment aus ihm und er brach in Gelächter aus. Nur wenige Sekunden andauernd und doch war dieser Befreiungsschlag genau das, was er benötigt hatte. Auch Silmacil schien äußerst erleichtert über ihren Coup. Dann nahm Tinquilius Silmacils Hand und zog sich hoch. Er klopfte sich über die Robe, damit der ganze Staub und Dreck wich und schaute zur Mauer, auf der selbst der Stein in Mitleidenschaft genommen zu sein schien. Zwei Magier befanden sich bereits dabei, Eis und Wasser zu nutzen, um das Gestein wieder abzukühlen.
    „Das. War. Verdammt. Knapp.“ Er hielt kurz inne, langsam wich die Euphorie und die dumpfen Schmerzen kamen wieder. „Aber es hat nichts gebracht. Hast du gesehen, wie einfach der Drache den Bolzen wieder rausgezogen hat? Das bisschen Blut, das war nichts. Die Wunde wird in Kürze wieder zugewachsen sein als wäre nichts geschehen. Lass uns kurz die Lage auf der mauer überprüfen, dann sollten wir zum Tor um zu schauen, ob wir da helfen können.“
    Er drehte sich um, dann fiel ihm Silmacils Waffe wieder ein.
    „Hast du deine Armbrust retten können?“

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    Ritter Silmacil's Avatar
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    Silmacil is offline
    Silmacil nickte, und hob den Griff seiner Armbrust kurz symbolisch hoch.
    "Ja, der Schuss hatte leider weniger Effekt, als ich gehofft hatte..."
    brummte der Nordmarer
    "aber es hatte einen Effekt. Dies war der erste Angriff in dieser Schlacht, der tatsächlich Blut gezogen hat.
    Wir haben schlicht nicht gut genug gezielt... Hätten wir das Herz oder ein Auge getroffen..."
    fuhr er enthusiastisch fort und blickte zu dem Drachen herauf.
    Dann wich die Farbe aus seinem Gesicht, und er begann mit aller Macht in Richtung der Häuser zu sprinten.
    Der Drache hatte einen weiteren Bogen geflogen, und rauschte nun im Sturzflug auf ihn zu.
    So schnell er nur konnte rannte der Nordmarer davon, versuchte irgend einen Ort zu finden, wo er in Deckung gehen konnte, doch zu seinem Entsetzen musste er erkennen, dass er es nie auch nur rechtzeitig zur nächsten Hütte schaffen würde, geschweige denn irgendwohin feuerfestes.
    Nicht nur, das ihn die schwere Armbrust langsamer machte, und er ziemlich erschöpft geschwächt, und vom Sturz gebeutelt war, nein bei der Geschwindigkeit dieses Drachens wäre er ihm wohl auch dann nicht entkommen, wenn er in seiner besten körperlichen Verfassung gewesen wäre.
    Innerlich begann der Hüne herunter zu zählen, wie viel Zeit das Biest wohl noch brauchen würde, um ihn zu erreichen, und in einem letzten verzweifelten Versuch sein Leben zu retten schmiss sich der Nordmann im letzten sich bietenden Moment mitten im Lauf zur Seite.
    Stahlharte Klauen streiften ihn an Schulter und Seite, und machten aus seiner geplanten Seitwärtsrolle ein unkonntrolliertes Taumeln, welches ihn in einen Stapel Kisten poltern ließ. Doch so sehr der Treffer auch schmerzte, ohne das Manöver währe er wohl gepackt und zum Drachensnack weiter verarbeitet worden.
    So schnell wie er konnte rappelte sich der Nordmarer auf, bereit weiter zu fliehen, diese Kisten würden den Flammen nie standhalten oder den Hünen verbergen können, sie würden maximal noch zusätzliches Futter für den Drachenodem werden.
    Glücklicherweise schien der monströse Drache das Interesse an dem Schmied verlohren zu haben, denn nachdem er ein oder zwei Runden wie ein Falke über dem Platz gekreist hatte, drehte er in Richtung Innenstadt ab, und ließ sich auf eines der goldenen Dächer nieder.
    Erschöpft und mit pochendem Herzen schleppte sich Silmacil zu Tinquilius zurück, mehr als einmal über seine Schulter blickend, ob der Drache auch wirklich dort blieb wo er war.
    "Tor klingt gut..."
    keuchte der Nordmann.
    "Ich könnte jetzt wirklich ein paar Tonnen Stein über meinem Kopf gebrauchen."
    sprach er, an das Innere des tiefen Torbogens denkend.
    Last edited by Silmacil; 06.10.2014 at 09:40.

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    Schmetterling  Redsonja's Avatar
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    Redsonja is offline
    Die Nacht brach unbarmherzig über die Verteidiger herein, denn sie schienen dadurch eindeutig benachteiligter, als ihre Gegner. Denn dieses Mal zündeten die Echsenmenschen keine Fackeln an, doch schienen sie trotzdem einiges sehen zu können. Sie bewegten sich in keiner Weise unkoordiniert, sondern vielmehr wie eine grosse Einheit. Doch sie hatte keine weitere Zeit für Analysen, denn während die einen Echsen versuchten durch die Lücke im Stadttor zu drängen, begannen andere die Mauer zu erklimmen. Doch die Schützen aus Setarrif waren vorbereitet. Sie entzündeten die Ölfässer, die sie vor der Stadt deponiert hatten und sandten die Gegner in den Tod, bevor sie die Mauer komplett bezwungen hatten. Doch sie waren überbesetzt. Lange würden nicht so viele Verteidiger auf der Mauer stehen können. Wenn sie müde wurden, wenn zu viele fielen, dann hatten sie ein Problem. Dachte sie und schaute von der Mauer hinunter auf die Gegner. Falsch. Sie hatten das Problem bereits jetzt.

    "Vielleicht sollten wir die Schützen anders einteilen. Wir brauchen zu viele Ressourcen."

    Bemerkte Redsonja in Coëns Richtung. Gleichzeitig freute sie sich, wenn die erste Echse vor ihr stand. Aber nur auf die erste. Dieser würde sie es zeigen. Alle anderen sollten lieber weit unten bleiben. Am liebsten unter der Erde. Für immer.

    "Es gibt einige Verwundete und ebenso ein paar Gefallene."

    Kam dann eine junge Frau berichten.

    "Wurden die verwundeten zum Lazarett gebracht?" Die Frau, ja sie war beinahe noch ein Mädchen bestätigte. "Dann mach eine Liste der Gefallenen. Identifiziere sie und halte sämtliche Personen fest."

    Wies sie an und blickte dann zu Medin und sprach leise.

    "Welchen Namen soll ich für dich angeben?"

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    Krieger Rafik's Avatar
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    Rafik is offline
    "Idioten", fluchte Rafik leise vor sich hin und stand mit einigen anderen Klinge der Akademie am zerschmolzenen Südtor, bereit weitere Echsen abzuwehren. Noch brodelte vor diesem heißes Öl und machte es für die dort stehenden Echsen nicht möglich an das Tor heranzukommen, sobald dieses aber abgekühlt war stand ihnen eine dunkle Stunde bevor, so dachte er jedenfalls. Mit Fässern und Brettern versuchten die Bürger und Krieger zusammen das Tor wieder zu schließen und nutzen den geschenkten Moment aus. Es war zu ihrem Gunsten, dass der Drache sich auf einer der goldenen Kuppeln niedergelassen hatte und in die Luft kreischte, fast so als würde er sie auslachen. Konnten nicht die Magier einen riesigen Erdwall hinter das Tor zaubern, wie Domi es einst getan hatte? Dies würde wenigstens besser vor den Echsen schützen, gegen den Drachen hingegen schien nichts zu helfen. Rafik wunderte sich, wie sie das Monstrum besiegen oder zumindest verjagen sollten.
    "Helft mir", meinte die junge Klinge zu drei weiteren Männern und zeigte auf noch nicht aufgebaute Barrikade. Zwei waren bei den gelehrten Grundlagen dabei gewesen, den anderen kannte er nicht. Zu viert packten sie das gewaltige Holzgrüst, welches auf der einen Seite mit Eisen beschlagen war, und trugen es etwas hinter das kaputte Tor. Weit genug um von den Drachenflammen geschützt zu sein, falls dieser wieder das langsam Gestopfte Tor angriff, aber nah genug um einströmende Echsen abzuwehren. Wenigstens hätten sie damit kurzzeitig zutun und der Echsenstrom wäre aufgehalten. Er nickte den Männern zu und sie teilten sich auf, es gab genug zutun. Einen sah er noch kurz aus dem Augenwinkel, er sah wie er half einen toten Schützen wegzutragen. Rafik selbst wollte sich ein Bild machen und steigte die Stufen zur Mauer hinauf, half dabei ein weiteres Ölfass hochzutragen, warf dann einen Blick vor die Stadt. Die glühenden Augen der geschuppten Wesen waren auf sie gerichtet, von einem Zischen begleitet. Rafik erkannte in der Nacht nur noch die Umrisse und sah wie Unterschiedlich sie waren, einige groß, die anderen klein, während das eine Wesen breiter als das andere war. Sieben der Echsen stürmten vor, als ein Ölfeld auf dem Boden abgekühlt schien, und nahmen einen Willkommensgruß bestehend aus Pfeilen und Bolzen entgegen. Während zwei der Echsen von den Geschossen gespickt langsamer wurden und in die Knie gingen, prallte von einem Anderen jeder Pfeil ab, sodass nur ein Armbrustschütze diese Kreatur verletzen konnte. Mit einem Bolzen in der Schulter rannte dieses weiter, schrie auf und wurde mit den restlichen Echsenmenschen von brennendem Öl empfangen. Der Wind pfiff gegen seine Ohrringe und ein beruhigender Klang schallte leise in sein Ohr. Der Varanter eilte wieder zur Mauer und wartete auf den nächsten Angriff der Biester, verzog seine Miene dabei kein Stück, wie in seinen ersten Tagen in Setarrif.

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    Waldläufer Naberius's Avatar
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    Naberius is offline
    Es war ein Chaos sondergleichen. So etwas hatte Naberius weder erwartet noch hätte er sich das Außmaß an Zerstörung vorstellen können. Der Tod schlich nicht mehr durch die Straßen, wie er es öfter tat. Nein er trat auf wie ein König und schwang seine Sense ohne Unterlass. Wenn er an normalen Tagen nur eine oder zwei Seelen von der Erde erlöste, so war es diesmal ein Fest des Schlachten. In der unheimlichen Musik aus Agonie, Schmerz und Angst trat jener schwarzgewandte Knochenmann seinen Tanz an und nahm Menschenleben nach Menschenleben. Ob man nun an den Tod in Form eines Skelettes mit schwarzem Kapuzenmantel und Sense glaubte oder an seinen Schutzgott, der jenen aufnahm, war egal. Der Glaube war vielleicht unterschiedlich, doch am Ende starb jeder und verließ die Welt wie er sie kannte. Alle wurden gleich. König, Adliger oder Bettler. Im Tode waren sie vor den Göttern gleich.
    Wenn das Chaos herrschte und der Tod um ging, dann waren die Götter anscheinend näher am Menschen, als wenn es allen gut ging. In jedem Haus ob verbarrikadiert oder nicht glomm ein Schein einer Kerze und die Gebete an jeden der drei Götter konnte man hören, wenn man sich sehr konzentrierte und jeglichen Lärm ausblenden konnte.
    Der Schlachtenlärm war eine widerliche Mischung aus dem primitiven Lachen der Echsenkämpfer, der Schreie der Verletzten, das Stöhnen der Sterbenden, der gebrüllten Befehle der Klingen und ihrer Meister. Und über allem thronte der Schrei des Drachen. Auf einer güldenen Kuppel lauernd beobachtete er das Geschehen und es schien, als ob er die Angst und den Schmerz der Menschen genießen würde. Er war ein furchteinflößendes, schuppenbesetztes Monster der Legenden. Die weißen Augen, vom Machthunger erfüllt und ohne jegliches Mitgefühl oder Mitleid für die Menschen oder für seine sterbenden Soldaten, waren jedoch das Schrecklichste am großen Ganzen. Der Alte konnte sich sehr gut vorstellen, dass selbst die Krieger, welche Nerven aus Stahl besaßen und sich mutig gegen alle Gefahren stellen würden, von diesem Blick paralysiert werden würden. Es war die Kälte und das Böse, welches aus diesen Augen entsprang.
    "Krächz"
    Naberius blickte erstaunt auf seine Schulter. Er hatte in seinen Gedankengängen garnicht bemerkt, wie Schuhu zurück gekehrt war. Obwohl um ihm herum das Schrecken herrschte und die Stadt teilweise brannt, kam der Vogel, um an der Seite seines Ziehvaters zu sein. Naberius musste sich ein wenig beherrschen, damit auch keine Träne der Rührung über seine Lider trat. Mit belegter Stimme schrie er den Vogel jedoch an. "Was tust du hier Schuhu? Verschwinde! Dies ist kein Ort für Kreaturen wie dich! Es ist besser, wenn sich unsere Wege hier trennen! Ich werde bei meinesgleichen bleiben und wahrscheinlich sterben. Du wirst jetzt wegfliegen und nie wiederkehren! VERSCHWINDE!"
    Die letzten Worte schrie der Alte dem Federvieh entgegen, welches aufgeregt wegflog und sich auf die Straße stellte. Er schaute den Alten verdutzt an und sprang wieder auf ihn zu. Doch bevor er Naberius erreichen konnte machte jener eine schnelle Bewegung nach vorne und verschreckte den Vogel. Jener flog über die Trümmer der Stadtmauer hinweg und verschwand in der Ferne.
    Jetzt wo er seinen treuen Begleiter verloren hatte, erschien diese Schlacht nur noch grausamer. Sie würde ihm seinen Freund, seine neue Heimat und sein Leben nehmen. Der Alte stützte sich auf seinen Stock, da seine Beine nachzugeben schienen. "Alles ist verloren. Wieso Adanos? Was haben wir getan, dass wir diese Strafe verdienen? Ich bitte dich erleuchte mich!" Naberius flüsterte jene Worte mehr zu sich selbst als zu irgendwem. Sein Glaube war trotz allem noch nicht gebrochen und er war sich auch sicher, dass er trotz aller Umstände nie brechen würde. Als ihm diese Erleuchtung kam, dachte er an Silmacil. Jenen Nordmann, der ihm seinen Glauben erklärt hatte. Es hatte etwas Einfaches, sich für alle Götter zu entscheiden und je nach Lage der Situation zu einem anderen zu beten. Allerdings war es auch einfach sich nur einen Gott auszusuchen und ihn dann auf Beliar-Komm-raus zu verteidigen. Die Denkweise und Sichte des Schmiedes ließen ihn im Ansehen Naberius steigen. Ein ehrlicher Mann, der die Götter ehrt und sogar einen Ausgleich bildet. Silmacil betete zu allen Göttern. Sowohl zu Adanos, zu Beliar oder zu Innos. Er erschaffte in seinem Glauben ein Gleichgewicht der Götter, welches nur schwer zu finden war. Adanosgläubige erreichten meist eher so eine Art glauben, da Adanos immer wieder diesen Ausgleich verlangte. Aber jene folgten meist immer nur Adanos und nicht allen Göttern.
    Wie er grad so darüber nachdachte, sah er Silmacil sich um die Ecke schleppen mit einer Armbrust in der Hand. Er war in einem schrecklichen Zustand. Eine Platzwunde am Kopf und generell sah er ermüdet und elend aus. Naberius beschleunigte seinen Schritt um den Nordmann notfalls aufzufangen. Jener erkannte den Alten mit dem Stab und ließ sich von ihm zu einer Mauer auf einer Kiste nieder um kurz zu verschnaufen. Der Novize betrachtet den angeschlagenen Mann bevor er seine Stimme für eine sehr späte Antwort erhob.
    "Adanos segne dich Silmacil. Ich hätte nie gedacht je auf einen weiseren Mann zu stoßen als auf dich. Zumindest im Glauben. Je nachdem, von wo du die Welt betrachtest erscheint sie dir anders. Manche legen den Wunsch Adanos auf eine Welt im Gleichgewicht so aus wie ich. Wir glauben so stark wie wir können an Adanos und versuchen die Welt so zu verändern um sie in den Frieden und in das Gleichgewicht zu führen. Doch das wäre nur die Welt und nicht die Menschen im Allgemeinem. Menschen die einen Gott präferieren sind immer parteiisch und gelangen selten ins Gleichgewicht. Ich selbst muss zugeben, dass meiner Auffassung nach Gleichgewicht einen starken Glauben an Adanos verlangt, um den Jüngern von Innos und Beliar objektiv gegenüber treten zu können. Doch du könntest das auch. Du kennst alle Götter und betest auch zu ihnen. Du wärst genauso Objektiv wie ich oder jeder andere Jünger Adanos. Ich hätte nie gedacht, dass es mehr als nur einen Weg zu solch einem inneren Gleichgewicht gibt. Doch du hast mir zumindest ein wenig deine Weltanschauung erklärt und meinen Horizont erweitert. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass wir das hier alles überleben und vielleicht könnten wir dann weiter diskutieren." Naberius setzte sich mit einem Stöhnen neben den erschöpften Schmied und schmunzelte. "Du könntest Priester werden."

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    Ritter Silmacil's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Silmacil is offline
    Silmacil freute sich, Naberius wieder zu treffen. Nach den Ereignissen des letzten Tages hatte es viele Tote gegeben, und der Nordmann freute sich, dass zumindest einige die er kannte nicht unter diesen Unglücklichen zu finden waren.
    Dankbar ließ er sich vom alten Mann zu einer Kiste führen um sich für eine kurze Pause nieder zu lassen.
    Sein angesengter linker Arm schmerzte genauso wie seine Schulter, und von irgendwoher floß ihm ein dünner Strom Blut ins Auge.
    Wenn all dies überstanden war, sollte er wohl zügig einen Heiler aufsuchen. Doch viele hier bräuchten einen Heiler wohl erheblich dringender als selbst, und einen zu finden in diesem Chaos schien ohnehin recht unwahrscheinlich.
    Naberius brach die drückende Stille, in dem er ihr gemeinsames Gespräch von vor einigen Tagen fortführte, und Silmacil fühlte sich sehr geschmeichelt von den Worten des alten Mannes. Er selber würde sich zwar nicht so hoch einschätzen, aber es tat trotzdem unglaublich gut, von jemanden derart gelobt zu werden.
    Bei der Aussage, Silmacil selbst könnte vielleicht Priester werden, schlich sich sogar ein verschmitztes Lächeln auf das Gesicht des Nordmarers.
    "Ich fürchte, bei meinem Äußeren würde sich nie eine ausreichende Menge zusammen finden, zu der man predigen könnte."
    murmelte er.
    "Das überlasse ich vorerst lieber meiner Schwester..."
    mit ein wenig Mühe angelte sich der Nordmann seinen Wasserschlauch, den er umhängen hatte, trank ein paar Schlücke und bot ihn dann Naberius an.
    "Wir werden das hier schon überstehen."
    brummte der Nordmann daraufhin etwas ernster.
    "Wenn der Wolfsclan einen Drachenangriff aufhalten kann, dann kann es Setariff auch. Wir sind hier vielleicht nicht alles professionelle nordmarer Jäger, aber dafür war der Wolfsclan gerademal 100 Mann stark, kein Vergleich zu dieser Stadt."
    sprach er sich und Naberius Mut zu, und richtete sich ein wenig gerader auf.
    "Das Wichtigste ist es jetzt, die einfachen Leute, die nicht kämpfen können zu beschützen, und die Echsenmenschen von ihnen fern zu halten... alles weitere wird sich schon fügen."
    brummte er.
    "Ein paar der Leute, die den König beraten kenne ich noch von früher aus Nordmar, sie sind helle Kerle und Frauen, die schon Erfahrung damit gesammelt haben, mit einem Drachen klar zu kommen. Denen wird schon was einfallen, wie wir das hier noch drehen können. Bis dahin müssen wir einfach unser bestes geben, was?"
    meinte Silmacil, mit einem leichten Augenzwinkern beim letzten Satz.
    Er setzte den Spannhenkel seiner übergroßen Armbrust auf dem Boden vor seinen Füßen ab, stieg mit beiden Füßen hinein, griff mit den Händen die Sehne des Ungetüms, und nutzte seinen ganzen Körper, um die Sehne zurück zu zerren und in den Abschussmechanismus zu wuchten.
    Sein verletzter Arm protestierte schmerzend, doch der Nordmann biss die Zähne zusammen und schaffte es. Er legte daraufhin einen seiner verbliebenden normalen Bolzen aus Holz und Stahl ein, und blickte zu Naberius herüber.
    "Dort hinten sehe ich einige leere Eimer liegen. Was hältst du davon, einen Tripp zum Brunnen und dann zurück zu den Frontlinien zu machen?"
    fragte er den mutigen Alten.
    "Erschöpfte Krieger können kaltes Wasser immer gut gebrauchen, von Heilern gar nicht zu reden. Im schlimmsten Fall können wir es benutzen, um etwas von den Feuern nahe des Tores zu löschen."
    erklährte er und kämpfte sich auf die Beine.
    "Ich gebe dir hiermit Rückendeckung. Es hat genug Wucht um sogar Drachenschuppen zu durchschlagen, also sollte es mehr als ausreichen, um einige Echsenmenschen auf Abstand zu halten."
    brummte der Nordmann und hob unter einiger Kraftanstrengung die Armbrust vollständig hoch, sodass sie auf seinen Armen ruhte.
    "Was sagst du, packen wirs an?"

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    Waldläufer Naberius's Avatar
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    Naberius is offline
    Die Zusprache des Kriegers war gut für die Moral des Alten. Natürlich musste es irgendwas geben, was die Menschen dem Drachen entgegensetzen konnten. Adanos würde eingreifen, wenn es für ihn ersichtlich schien, dass seine Kinder versagen würden. Doch bis dahin müssten sie alles tun, was in ihrer Macht stand um den unbezwingbar erscheinenden Feind zu besiegen. Vielleicht war es nicht möglich und alles würde in den Flammen des Drachen untergehen, doch Naberius war sich sicher, dass zumindest durch den Glauben alles vollbracht werden könnte. Solange die Flamme der Zuversicht brannte, solange würde die Menschheit bestehen und sich gegen die Zerstörung stemmen, die wieder und wieder auf sie zu rollte.
    Der Alte lächelte den Nodmarer an, der mit seiner riesigen Armbrust doch ein wenig kriegerischer wirkte.
    "Wer, wenn nicht wir? Dann los. Lass uns die Setarrifer aus ihrer Hilfslosigkeit reißen und den Drachen etwas entgegenstemmen, dass er siich wundern wird."Schnell waren die Beiden auf den Beinen und gingen von Haus zu Haus. Jeder Mann und jede Frau kamen folgten den Beiden. Nur die Kinder wurden von den Grauen fern gehalten, was in der Stadt lauerte. Aber jeder kräftige und noch aufrechtstehende Bürger fand sich zumindest bereit Naberius und Silmacil auf einen kleinen Platz mit einem Brunnen zu folgen. Dort betrat der Alte eine Kiste und konnte die Menge zumindest überblicken. Das Bild war zum Weinen. Überall ein gebrochener Blick und ein Gemurmel von Hilfeschreien. Es war zum Verkriechen. Es schien als hätten zumindest diese Leute ihren Glauben an das Leben verloren. Naberius räusperte sich lautstark und klopfte mit seinem Stab auf die Kiste um die Aufmerksamkeit der Menge zu erhalten. Als die ersten Worte aus seinem Mund kamen, klangen sie auch noch zart, zittrig und etwas leise, doch langsam durchfloss ihn eine Kraft, die ihm vertraut vorkam und seine Stimme wurde sicherer und lauter.
    "Ihr Bürger Setarrifs. Fürchtet euch nicht. Es mag so aussehen, als ob die Welt wie wir sie kennen in den Flammen der Zerstörung untergeht. Der Schrecken und der Tod ziehen durch die Straßen wie die Herrscher dieser Stadt. Sie nähren sich an der Furcht der Menschen und laben sich an der Verzweiflung. Doch egal wie es gerade aussieht, oder wie es sich anhört. Verliert nicht die Hoffnung an die Götter und an Adanos. Er lässt uns nicht alleine gegen diese Ausgeburt der Boshaftigkeit. Er ist in jedem von uns zu finden. Diese kleine Glut an Hoffnung und Lebenswille, welche sonst in stiller Pracht lodert darf nicht verlöschen! Wir müssen uns gegen diesen Frust und die Angst stellen. Der Kampf ist bereits verloren, wenn wir uns aufgeben. Doch Adanos gibt uns nicht auf. Es werden noch einige den Tod finden. Mitbürger, Nachbarn, Väter, Männer, Brüder und Geliebte. Menschen, die lieben, die wir geliebt haben und auf Ewig lieben werden. Sie stemmen sich gegen die Bedrohung die ihre Familie und Freunde gefährdet in der Hoffnung ihr zu trotzen oder schlimmstenfalls ihr Leben gegen unseres einzutauschen. Wir werden diese Opfer niemals vergessen! Doch wir dürfen auch unsere Aufgabe nicht vergessen! Wir sind nur stark als Gemeinschaft. Vergesst die Angst in euch und denkt an eure erste Liebe oder an einen Abend gemeinsam beim Abendmahl. Lasst diese Erinnerungen in euch leben und gebt der Glut etwas um wieder zu einer Flamme der Hoffnung und des Lebens zu werden."
    "Aber was sollen wir tun? Unsere Krieger kämpfen an der Front. Wir sind jene, die nicht kämpfen. Was sollen wir tun? Uns abschlachten lassen?"

    Naberius hatte befürchtet, dass es Zweifler geben würde. Menschen, deren Lebensglut schon länger dem Verlöschen Anheim fallen wollte und nun ihre Chance sah dies auch umzusetzen.
    "Ja. Die Krieger kämpfen an der Front. Sie kämpfen gegen Echsen so furchterregend, dass wir uns schon bei ihren Geschichten fürchten. Doch HEUTE müssen wir standhaft sein. Nicht für König Erthorn. Nicht für irgendeinen Monarchen oder gar einen Gott. Heute müssen wir unsere Furcht bezwingen um der Zukunft eine Chance zu geben. Wir müssen unsere gesamte Kraft einsetzen die Krieger des Drachen zurück zuschlagen und den Kindern Schutz geben. Und ja. Einige werden sterben. Doch wir werden sterben mit dem Wissen, dass wir uns gegen eine Zukunft gestellt haben, in der es kein Leben gibt, sondern nur Verzweiflung, Hass, Angst und den Tod. Nachfolgende Generationen werden in einer prachtvollen Zukunft an diesen Tag zurück denken und uns danken, dass wir unser Leben opferten um sie zu retten und ihnen eine strahlende Zukunft zu schenken. Heute ist der Tag der Entscheidung und wir müssen uns für den harten und steinigen Weg entscheiden, der uns eine lichterfüllte Zukunft bietet. Betet, dass auch ihr diesen Tag erleben werdet und helft mir.
    Adanos. Gib uns Kraft. Gib uns Hoffnung und Stärke um den Feind zu besiegen. Zeig uns den Weg in deine Hand und leite uns auf jenen Wegen, auf denen wir wandeln. Lass den Schwachen stark sein. Lass den Furchtsamen mutig sein. Schenke uns deine Gnade auf das wir leben."

    Das Gebet wurde wiederholt. Fast alle wiederholten es. In den Augen der Bürger gab es wieder etwas, was man Lebensflamme nennen konnte. Der Bruch ihres Willens war repariert. Die Worte Naberius und der Glauben an Adanos hatten ihre Wirkung gezeigt. Bevor jedoch jemand auf dumme Gedanken kam musste der Alte die Energie in Bahnen lenken, die kein Leben unnötig gefährden würden oder sinnlos waren.
    "Hört her Bürger Setarrifs. Lasst uns unseren Beitrag zu der Schlacht leisten. Lasst uns der Zerstörung Einhalt gebieten. Sucht euch einen Eimer. Schöpft das Wasser aus dem Brunnen und bringt es den müden Kriegern. Löscht die Flamme. Zeigt unseren Kämpfern, dass sie nicht für die Stadt kämpfen, sondern für die Menschen darin und, dass wir hinter ihnen stehen! Löscht die Feuer und erfrischt die Kämpfer!"
    Die Menschen blieben noch einen Sekundenbruchteil verdutzt stehen, als Naberius geendet hatte. Doch als jener vorbei war, hielt keiner an sich. Jeder suchte nach einem Eimer und wenn er ihn gefunden hatte, so füllte er ihn am Brunnen und rannte los um seinen Beitrag zu leisten.
    Als der Novize von der Kiste stieg murmelte er ein Gebet zu seinem Gott. "Adanos vergib mir, wenn einer stirbt, der nicht hätte sterben müssen. Bitte halte deine Hand über sie und verhindere ihr Leid."
    Als er neben Silmacil stand seufzte er und schaute den Krieger an. "Jetzt lass uns hoffen, dass wir nichts falsches gemacht haben."

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    Käsekuchen Turang's Avatar
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    Der Strudel des Surrealen
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    Turang is offline
    Hustend kam Turang aus einem der halb verkohlten Häuser hervor und wischte sich mit einem Arm Schweiß und Ruß aus den Augen. Der Flammenstoß des Drachen hatte das Gebäude, in dem der Magier Zuflucht gesucht hatte, bis auf das Erdgeschoss vollständig verbrannt, aber wenigstens hatte der bröckelnde Stein den Großteil der Hitze ferngehalten und ihn davor bewahrt, lange bevor von dem Ende der Schlacht geträumt werden durfte, in Flammen aufzugehen. Und mit der Ahnung seines Todes schien er unheimlich glimpflich davongekommen zu sein: zwei der Stadtwachen lagen verkohlt auf dem Boden, ein leises röcheln zeugte nur davon, dass der dritten der Lebensatem noch nicht entwichen war, eingequetscht unter einem herabfallenden Stein hatte ihr rechtes Bein sie an die Straße gefesselt, hilflos gegenüber allem, was durch ihr Stadttor dringen mochte. Noch immer hustend und benommen nahm Turang die wenigen Schritte Anlauf und trat mit aller Macht gegen den Stein. Der Widerstand riss ihn von den Füßen, der Wächter stieß einen Schmerzensschrei aus, aber auch der Stein kippte zur Seite und gab das verstümmelte Bein frei, eine Mischung aus gebrochenen Knochen, Leder und Blut. Entsetzt rappelte sich der Magier wieder auf die Beine und lief zu dem Verwundeten. Er hätte nicht fragen können, ob er denn laufen könnte, ohne es wie beißenden Spott klingen zu lassen.

    "Steh auf. Schnell, bevor er wiederkommt."

    "Lass mich liegen. Rette dich selbst, lass mich hier sterben. Mit ein bisschen Ehre."

    "Unsinn. Ich werde keinem dem Drachen lassen. Und du wirst auch nicht testen, ob er Gnade kennt."


    Turang nahm den Arm und zog die Wache daran hoch, griff ihn am Gürtel unter versuchte, das verstümmelte Bein völlig zu entlasten.

    "Stütz dich nur aufs linke Bein. Belaste bloss nicht das rechte."


    "Lass mich hier. So ein Bein könnt auch ihr Magier nicht heilen."

    "Ruhe jetzt. Wir müssen hier weg. Bevor ER uns findet."


    Schweratmig konzentrierte sich Turang auf sich und seinen Begleiter. fokussierte seinen Geist und brachte sie beide nach Norden, zum Hauptplatz, wo es Leute gab, die ihm helfen konnte.

    "Schnell, wir brauchen Hilfe. Helft ihm und ich muss zurück an die Front."

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    Silmacil is offline
    Silmacil sah Naberius mit vor Erstaunen weit aufgerissenen Augen an.
    "Falsch gemacht? Bei den Göttern, Naberius, vergiss die Vorstellung von mir als Priester, DU solltest Priester werden!"
    lachte der Nordmann auf, und schüttelte ungläubig den Kopf.
    "So etwas hätte ich im Leben nicht zuwege gebracht."
    sagte er anerkennend, als sich die Menschenmasse langsam aufmachte. Einige kehrten in ihre Häuser zurück um sich einzubunkern, doch mehr als genug schnappten sich Eimer und andere Gefäße, und begannen zum Brunnen zu strömen.
    Silmacil konnte die Truppe kaum alle im Auge behalten in der Dunkelheit der Nacht, und musste sich mehr als einmal eine neue Position suchen, um sie auch wirklich alle in seinem Blickfeld zu behalten.
    Er machte sich Sorgen, eine Gruppe dieser Größe nicht vollständig beschützen zu können, wenn tatsächlich Echsenmenschen über sie hereinbrechen würden. Zwei Personen oder auch vier zu beschützen war mit der Amrbrust einfach, doch eine Gruppe dieser Größe war so unübersichtlich, und würde wenn überhaupt von mehreren Echsen gleichzeitig an verschiedenen Stellen angegriffen werden, und so war sich der Nordmann uneins, ob er mit der so langsam nachzuladenden Armbrust für ausreichend Deckungsfeuer sorgen konnte.
    Ein Gebet an Beliar und Adanos auf den Lippen, dass sie Wohlbehalten durch die Nacht kommen würden machte sich der Nordmann dann auf, um mit der sich nun langsam in Bewegung setzenden Masse Schritt zu halten.
    Wasserbehältnisse aller Art und Form waren befüllt worden, und es gluckerte und Platschte bei jedem Schritt der Menge.
    Silmacil schaffte es noch, von einem der Bürger sich einige prall gefüllte Wasserschläuche umhängen zu lassen, und machte sich mit Naberius auf, zwei der fitter aussehenden Männer davon zu überzeugen, sich improvisierte Waffen zu schnappen, und den Rücken der Gruppe zu beschützen.
    Silmacil glaubte zwar nicht, dass sie einem Echsenmenschen viel entgegen zu setzen hätten, aber sie würden es vielleicht lange genug aufhalten können, dass er ihnen zu Hilfe eilen konnte ehe ihnen was geschah oder die Echsen die hintersten Leute abgeschlachtet hätten.
    Es musste ein seltsamer Anblick sein, Naberius und Silmacil an der Spitze die die Lage auskundschafteten, hinter ihnen mehrere Dutzend Leute mit Eimern, Kannen und Trögen voll Brunnenwasser, und zuletzt zwei Burschen, ein Stallbursche mit einer Mistgabel, und ein Schreiner mit einer Zimmermanns-Axt.

    Zu Silmacils wahnsinniger Erleichterung schafften sie es die eigenen Linien zu erreichen, ohne irgendwo in Feinde hinein zu stolpern. Soweit der Nordmarer wusste, waren die Echsenmenschen noch nicht in die Stadt selbst durchgebrochen, doch diese Informationen waren viele Stunden alt. Genug Zeit, als dass die Stadt in der Zwischenzeit komplett überrannt hätte werden können.
    Mit einem Dankgebet auf den Lippen sah sich der Nordmarer schnell an der Front um, und erblickte ein bekanntes Gesicht unter den abgekämpften Visagen der Krieger und Magier.
    "Hoi Tinquilius!"
    rief der Nordmann seinem Freund entgegen.
    "Wir bringen ein wenig Wasser zur Erfrischung."
    grinnste er den hohen Magier an, der ihn erst verständnislos ansah, und dann große Augen bekam, als er die Prozession an Wasserträgern erblickte, die sich zunächst unsicher, dann mit wachsendem Eifer daran machte das kostbare Nass unter den abgekämpften und durstigen Kriegern zu verteilen.
    Silmacil hatte aber nicht lange Zeit, um sich mit seinem Freund zu unterhalten, da vom Tor her der Ruf nach Hilfe erschallte.
    Ohne groß darüber nach zu denken hastete der Nordmann rüber zum Tor, welches in den letzten Stunden wacker verteidigt worden war.
    Einer der Verteidiger, der dem gewaltigen Nordmann vage vertraut erschien, den er bei dem schlechten Licht und der Hecktik der Situation jedoch nicht klar erkennen konnte, schleppte einen Schwerverwundeten aus den Trümmern, die sich in der Nähe des Torbogens angesammelt hatten.
    Silmacil wechselte seine Armbrust in die verletzte linke Hand (die der großen Belastung nur unter Protest und großen Schmerzen nachkam), und schlung seinen gesunden rechten Arm um die Tailie des Verletzten.
    Er legte dem Soldaten seine Schulter an den Magen und mit einer großen Kraftanstrengung brachte der Nordmann seinen eigenen Schwerpunkt unter jenen des Verletzten, und drückte sich aus den Knien hoch, sodass der Mann ihm über der Schulter lag.
    Der Rückweg kostete den Nordmann einiges an Kräften, und er schaffte es kaum sowohl sich selbst als auch den verletzten Soldaten und die Armbrust zurück zu den Heilern zu bringen, wobei die große Waffe sehr unzerimoniell über den gepflasterten Boden geschliffen wurde.
    Mehr als einmal verfluchte der Nordmann den Umstand, bei weitem nicht mehr so stark wie früher zu sein, und schwor zu sich selbst das Training mit neuer Intensität wieder auf zu nehmen, sobald sie alle diese Hölle durchstanden hatten.
    Irgendwie gelang es ihm, den Verletzten zu zwei Novizen mit den improvisierten Armbinden aus blutigen Verbänden zu bringen, die benutzt wurden um die Feldheiler zu kennzeichnen.
    Als er den Soldaten in guten Händen glaubte, wandte der Nordmann sich ab, entlastete seinen angeschmurgelten Arm, und schleppte sich zu Tinquilius zurück.
    Der weise Magier konnte ihm sicherlich sagen, wo man ihn am dringendsten brauchen konnte.
    Last edited by Silmacil; 06.10.2014 at 22:00.

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    Szieeeeh Fooood!  Drakk's Avatar
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    Blut rann über die linke Gesichtshälfte des Nordmannes und tropfte von seinem Kinn auf den Staubigen Boden. Über seinem Linken Auge klaffte eine tiefe Platzwunde.
    Beim letzten Angriff des Drachen hatte sich der Rotschopf nur mit einem Sprung von der Stadtmauer in Sicherheit bringen können. Idealerweise wäre er in einem Haufen Stroh gelandet – Dummerweise war ihm auf seinem weg in Richtung Boden ein Dach in den weg gekommen und hatte unsanft Gebremst. Dabei war sein Schädel so hart aufgeschlagen das er kurzzeitig Benommen war und sich die Platzwunde zugezogen hatte.

    Im Laufschritt machte sich der Hüne auf zum Südtor. Noch hielt das brennende Öl die Echsenmenschen in Schach, aber ewig würde es nicht Brennen – und ihre Vorräte an Öl waren ohnehin begrenzt.

    „Haltet das beschissene Tor! Ansonsten sind wir alle am Arsch!“ brüllte der Hüne einigen Kriegern der Akademie zu und drängte sich weiter nach Vorne. Er wusste dass das Tor – und vermutlich die Stadt - so gut wie Verloren war, die Echsenmenschen waren einfach zu viele. Sie mussten nur genug Zeit herausschlagen das die Restlichen Bürger fliehen konnten. Und dann mussten sie selbst noch davon kommen...

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    Hero Tinquilius's Avatar
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    Tinquilius is offline
    Die Luft flimmerte noch immer nahe des Tores, was am Feuer des Drachens lag, das einfach so viel heißer war, als Tinquilius jemals geglaubt hätte. Selbst Stein war bereits geschmolzen an manchen Stellen, was nicht nur durch die Hitze eine Bedrohung darstellte, sondern vor allem auch die Steine rutschiger machte, sodass sie vorsichtiger agieren mussten. Und zudem hatten sie das Tor bislang auch nur halten können, indem heißes Öl vor dieses geschüttet wurde. Denn nur so verhinderte man einen Durchbruch der Echsenmenschen. Wenn das geschah, war die Stadt verloren und sie damit ebenfalls.
    Am besten beginnen sie bereits jetzt mit der Evakuierung, damit wir möglichst viele Menschen noch retten können. Wie sollen wir nur gegen diesen Ansturm bestehen?
    Zu viele Erinnerungen an Jharkendar kamen wieder hoch. Damals hatten sie auch versucht, die Orks aufzuhalten, doch da wussten sie bereits, dass ihre Lage aussichtslos war und die Angriffe hatten nur dem Zweck gedient, möglichst viel Zeit zu gewinnen, um auch wirklich alle aus den Tempelruinen in Sicherheit zu bringen. Hier aber war bis vor Kurzem zumindest noch die Hoffnung gewesen, dem Ansturm widerstehen zu können. Doch die war, zumindest für den Obersten Magier, nun auch weg.
    Und dann kam Silmacil zusammen mit einem älteren Mann, den er sogleich als Naberius ausmachte, ein Mitglied seines Ordens. Doch diese beiden alleine brachten nicht wieder Hoffnung, sondern die vielen Menschen, die Wassereimer trugen. Zur Erfrischung. Zum Löschen von Feuer. Zum Waschen. Bevor er jedoch etwas antworten konnte auf Silmacil, war der bereits damit beschäftigt, jemandem unter die Arme zu greifen und einen Verletzten gen Norden zu tragen. Obwohl der Hüne durch den bisherigen Kampfverlauf bereits geschwächt war und obwohl ihm vermutlich auch noch der Fluch in den Knochen lag, schaffte er es dennoch und kam erst einen Moment später zurück. Tinquilius aber musterte weiterhin die ankommenden Bürger und ihre Kübel voller Faszination.
    „Das ist wirklich toll. Aber lasst niemanden zu nahe an das Tor gehen. Sie sollen weit genug davon entfernt bleiben, ansonsten geraten sie nachher zwischen die Fronten oder werden vom Drachen verbrannt, sollte er sich wieder entscheiden anzugreifen. Hier bilden sie nämlich ein wunderbares Ziel.“
    Erst als er diese Worte an Silmacil gerichtet hatte, wurde ihm bewusst, wer gerade den Verletzten gestützt hatte, bevor sich Silmacil seiner angenommen hatte. Zu viel Ruß und Dreck war in dessen Gesicht, doch beim zweiten Blick wusste er, erkannte er ihn doch.
    „Turang! Du siehst schlimm aus, wenn ich das sagen darf! Ist bei dir alles in Ordnung? Kommst du vom Tor? Brauchst du Hilfe?“

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    Käsekuchen Turang's Avatar
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    Turang is offline
    "Mir fehlt nichts - nichts wichtiges, jedenfalls."

    Erschöpft atmete der Magier durch. Er war zum Tor geeilt, um die Wachen unterstützen, aber er hatte kaum mehr ausrichten können, als einem Verwundeten bei der Flucht zu helfen. Jemand drückte ihm eine Feldflasche in die Hand, die er in gierigen Schlucken leerte.

    "Ich war bei den Wachhäusern am Südtor als der Drache kam. Sie stürzen bald zusammen."


    Der Magier schüttelte wild den Kopf, um das Chaos daraus zu vertreiben. Es half nicht viel. Feuer und Rauch hatten vieles von dem geschluckt, was dort oben hätte vor sich gehen sollen und der Rest rannte wild durcheinander, kaum zu fassen, als wolle keiner seiner Gedanken verantwortlich sein für das nächste, das Turang unternahm.

    "Vor dem Tor ist Chaos. Es sind zu wenige, um es zu halten. Ich will... ich muss zurück. Ich glaube nicht, dass es halten wird."

    Bangend starrte er zurück, suchte über all dem aufsteigenden Rauch den Drachen. Er kreiste über der Stadt, doch er stieß nicht herab, um noch mehr Verwüstung über Setarrif zu bringen. Wartete er auf etwas? wollte er seinen Triumph auskosten? Er wagte kaum zu hoffen, dass er wieder abdrehen würde.
    Am liebsten hätte er sich abgewandt, geflüchtet in einen der tunnel unter der Stadt, mit Menschen durch die Taverne weit fort von der Stadt, die angegriffen wurde, nur Blut und eine schwarze Vergangenheit zurücklassend...

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    Hero Tinquilius's Avatar
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    Tinquilius is offline
    Wenigstens etwas. Dann sah sein Schüler nur schlimm aus – so schlimm wie Tinquilius selber vermutlich. Er hatte bislang schließlich noch keine Zeit, sich in einem Spiegel zu betrachten, und vermutlich wollte er dies auch nicht in nächster Zeit tun.
    Solange mir die Kraft bleibt weiterzumachen werde ich das tun.
    „Wenn das Tor fällt, fällt die Stadt. Dann haben wir keine Chance mehr. Das können wir nicht zu lassen. Wir müssen irgendetwas tun, um das zu verhindern.“
    Er schaute sich in die Runde um, von Silmacil zu Naberius zu Turang. Barrikaden hatten die Krieger bestimmt schon aufgebaut hinter der Mauer, um einfallende Echsenmenschen direkt aufzuhalten. Das brachte aber bei der schieren Überzahl nichts. Sie mussten etwas anderes tun.
    Magie, du Dummbatz!
    „Turang, bist du bereit für etwas Magie? Ich glaube, gemeinsam können wir das Tor wieder verschließen mit. Und Silmacil und Naberius, vielleicht brauchen wir das Wasser doch näher am Tor als gedacht. Das würde es erleichtern.“
    Ohne auf eine Antwort zu warten, schritt der Oberste Magier bereits los. Je schneller das Tor zumindest einigermaßen gesichert war, desto höher waren ihre Chancen, den heutigen Tag zu überstehen.
    Oh, Adanos steh uns bei, dass noch keine Echsen eingedrungen sind!

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    Redsonja is offline
    "Medin."

    Sagte er ganz leise. Sie konnte es mehr von seinen Lippen ablesen und lächelte. Obwohl sie Coën besser mochte. Mit ihm hatte sie sich versöhnt. Er war ebenfalls eine Gestalt, die sich verbarg. Sie warf einen Stein und traf einen der Echsenmenschen, der schon bedrohlich weit die Mauer hinauf geklettert war. Sie taten dies an einer Art Leiter, welche die Verteidiger immer wieder weg zu stossen versuchten. Dann spannte sie ihren Bogen, aber sie war wahrlich ausser Übung. Zum Glück sah Taeris das nicht. Ihr Lehrmeister hätte sich schön an den Kopf gefasst.

    "Willst du schiessen?"

    Medin schüttelte den Kopf.

    "Das kannst sogar du besser."

    Was für ein schönes Kompliment. Aber noch war ihre Lage nicht verzweifelt. Er hatte immer noch diese Spitzen in seinen Kommentaren. Sie musste sich daran klammern, denn wenn sie zum Tor blickte, dann war die Panik nicht mehr weit.

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    Ritter Silmacil's Avatar
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    Silmacil is offline
    Keuchend kamen die drei Gestalten am Torhaus an.
    Die Lage schien verzweifelt, aber noch hielten die hier stationierten Truppen die Stellung, was zu keinem geringen Teil an dem brennenden Öl lag, welches den Zugang zum Torhaus von Außen zu einer höllischen Angelegenheit machte.
    Doch bereits jetzt war zu erkennen, dass die Flammen niedriger brannten als zuvor. Die Verteidiger musste Öl sparen, wollten sie diesen Schutz noch eine Weile aufrecht erhalten, und selbst bei diesen Maßnahmen war klar, dass ihr feuriger Schutz sich bald in Wohlgefallen auflösen würde.
    Tinquilius und Turang begannen einige der Verteidiger über die Lage auszuhorchen, während Silmacil seine Wasserschläuche unter all jenen Kriegern verteilte, die sich kurz für ein paar Schritte zurückziehen, und einen wohltuenden Schluck trinken konnten.
    Bei der Hitze, die sich in diesem demolierten Steintunnel anstaute war es ein halbes Wunder, dass noch keiner der Wächter vor Hitze und Durst umgefallen war.
    Die Krieger, welche hier verzweifelt versuchten den Durchgang zu halten hatten sich unter einem fähigen Anführer in Teams eingeteilt, sodass immer ein kleiner Teil der Truppen zurückfallen und ein wenig Luft schnappen konnte, während die anderen beiden Teams die Echsenmenschen abhielt und versuchte die behelfsmäßige Barikade zu erweitern.
    Doch so gut die Verteidiger auch organisiert waren, so erschöpft waren sie nach den Stunden der harten Arbeit. Immer wieder brandeten die Echsenwesen gegen das beschädigte Tor und jeder Ansturm schien ein wenig länger zu dauern ehe er wieder zurück geschlagen werden konnte.
    Einige Echsen versuchten die Verteidiger durch ihre bloße Masse zurück zu drängen, Schwerthiebe auf ihre dicken Schuppen nahezu ignorrierend. Einer der Echsen schaffte es sogar, auf einen Teil der provisorischen Barikade beim Tor zu springen, und den Verteidigern schrille Verhöhnungen entgegen zu knurren, ehe Silmacil seine massive Armbrust auf ihn ausrichtete, und den Abzug betätigte.
    In diesem Gang bot der Echsenmensch ein derart gutes Ziel, dass Silmacil wohl kaum hätte verfehlen können, selbst wenn er es darauf angelegt hätte, und so durchschlug der Bolzen den Körper des Echsenkriegers, ließ ihn ungläubig auf das Loch in seiner Brust hinunterblicken und wie ein steifes Stück Holz rückwärts von der Barikade kippen.
    Grimmig machte sich der Nordmann an die vertäufelt langwierige (und mit dem verletzten Arm schmerzhafte) Aufgabe, die Waffe nach zu laden, und blickte als er es endlich geschafft hatte hilfesuchend zu Tinquilius und Turang herüber.
    Die Ankunft von drei zusätzlichen paar Händen würde die Verteidiger ein wenig entlasten, aber der Veteran erkannte schnell, dass sie trotz allem in Kürze überrannt werden würden, wenn nicht irgendetwas geschah, was die grundlegenden Spielregeln hier unten verändern würde.
    Last edited by Silmacil; 06.10.2014 at 23:47.

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    Käsekuchen Turang's Avatar
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    Turang is offline
    Es stand mehr als nur schlecht um das Tor. Ihre Ölvorräte würden nicht mehr sehr lange reichen, um die Angreifer auf Abstand zu halten. Und das, so viel musste jedem klar sein, der Augen und Verstand besaßen, würden sie nicht gegen die Flut von Echsenmenschen halten können, die gegen das Tor brandete. Dann würden sie nichts mehr haben, auf das sie hoffen konnten.
    Der Krieger, mit dem sie gekommen waren, lud eine Armbrust nach und richtete sie auf das Tor. Fernkampf, das war gut, aber sie hatten kaum Bogenschützen. Der Andrang an Echsen wuchs schneller nach, als dass sie ihn nur mit Pfeilen zum Eindämmen hätten Bringen können. Vielleicht könnte er sie mit seiner Magie unterstützen. Nein. Es gab immer mehr Wege als den direkten und der war oft nicht der Beste.
    Tinquilius rief ihn, riss ihn aus seinen Gedanken. Der Oberste Magier machte sich am Tor selbst zu schaffen. Er wollte das Tor selbst verstärken, anstatt auf die Angreifer loszugehen. Tinquilius war einer der mächtigsten Wassermagier, er musste die Schule Adanos' besser kennen als nahezu jeder Andere, der noch lebte. Doch er, er setzte sein Repertoire aus den Sprüchen der unteren Kreise zusammen, trickreich vielleicht, doch nicht mächtig. Er konnte schlichtweg nicht das wirken, das sein Lehrer konnte.

    Turang legte beide Hände auf das Tor und konzentrierte sich. Was an Magie in ihm wohnte, ließ er hinein fließen, webte sein Netz magischer Stränge wie Kilijan es ihn gelehrt. Doch weiter, viel weiter ausgreifend denn je zuvor. Das Stadttor war so viel größer als jeder Durchgang, den er bisher versperrt hatte. Sein Siegel würde niemals halten, nicht für lange. Dennoch machte Turang weiter und schloss Magie im Tor ein, stärkte es gegen die Waffen der Angreifer und verschloss die Torflügel zu einer festen Einheit.

    Feuer und Öl hatten längst ein Loch hinein geschmolzen, vielleicht zu groß, als dass Turangs Zauber noch einen Schutz bieten konnte, dennoch, wenn sie nur dieses Loch schließen mussten, würde ihre Aufgabe einfacher werden. Er fuhr fort, sein Netz zu weben, länger, als er früher glaubte, einmal brauchen zu müssen. Doch das Tor musste geschlossen werden, durfte nicht nachgeben. Sein Hoffen floss in seine Magie, ebenso wie sein Bangen. Es durfte nicht nachgeben, durfte nicht, doch es würde, es musste...

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    Hero Tinquilius's Avatar
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    Tinquilius is offline
    Eine Hitze herrschte am Tor, dass es dem Obersten Magier beinahe sofort mulmig wurde. Das heiße Öl, welches den Großteil der Echsen vom Tor fern hielt, und das Feuer des Drachens hatte die Umgebung so erhitzt, dass das frische Wasser allen Verteidigern gerade recht kam. Doch Tinquilius nahm nur einen Schluck davon und stürmte dann auf das Chaos am Tor zu. Die Barrikaden hielten, nur vereinzelte schaffte ein Echsenwesen es in das Loch, welches der Drache in das Eisentor geschmolzen hatte. Diese wurden schnell zurückgedrängt, sodass sie noch einen Moment die Mauer halten können würden. Doch nicht für lang.
    Und dann stand er auch schon am Tor und betrachtete das große Loch. Es war wirklich riesig, groß genug, das die Echsenwesen durchdringen konnten. Die Barrikaden und behelfsmäßigen Versuche, es wieder zu schließen, würden auf keinen Fall ausreichen. Sogleich rief er Turang zu sich, der auch sofort kam und sich an dem Tor zu schaffen machte. Der Oberste Magier spürte die Magie, die der Magier in das Tor leitete – und war sogleich von dessen Idee begeistert. Darauf wäre er nicht gekommen, wirklich kreativ. Und er wusste auch, wie er das zu unterstützen wusste.
    „Ich brauche Wasser, hier auf den Schutthaufen!“
    Wer auch immer ihn gehört hatte, Tinquilius konnte es nicht sagen, doch das erhoffte Ergebnis fand er nach kurzer Zeit vor: Der Schutt um ihn herum war gut nass. Sogleich schloss er seine Augen und sammelte kurz seine Kraft. Er spürte bereits die Anstrengung, den Einsatz seiner vorherigen Zauber. Er mochte zwar bereits lange Magie wirken, aber solche mengen, wie er sie heute benötigte, brauchte er fas nie. Mit einer schwungvollen Geste entsandte er nach einem Moment Magie in den Haufen Schutt, der sich sogleich vom Boden hob und auf das Loch zubewegte. Dort angekommen, passierte dieses so gerade noch den Zauber Turangs. Ein weiterer Strahl Magie des Obersten Magiers verteilte das feuchte Gemisch aus Matsch, Gestein und Metall und ließ es kurz gefrieren, sodass es an Ort und Stelle blieb. Seine Augen öffneten sich und betrachteten das Ergebnis.
    „Setz noch nicht alles ein, spar dir noch Kraft auf für den Abschluss des Zaubers!“, rief er zu Turang hinüber.
    Dann schloss er seine Augen wieder, legte beide Hände auf da Tor – sowohl zur Fokussierung als auch um nicht durch schwindende Kraft umzukippen – und entsandte einen Schwall Magie in das Eisen und das eisige Gemisch. Sogleich zersprang das Eis und seine Magie formte an den steinernen und metallischen Stoffen so herum, dass sich diese kurzerhand mit dem eigentlichen Tor verbanden.
    „Jetzt, Turang!“
    Last edited by Tinquilius; 07.10.2014 at 00:41.

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    Joe Black is offline

    Auf den Strassen der Stadt

    Der Stützbalken des Hauses das sich links von Joe befand, brach vollends weg und liess die bereits mehr als mitgenommene Fassade zusammenbrechen.
    Staub wirbelte zu einer dicken grauen Wolke mutierend auf und fegte über die Menschen die sich unweit davon entfernt befanden hinweg.
    Die Menschen husteten und hoben sich ihre Kleidung vors Gesicht. Andere die von herumfliegendem Geröll getroffen worden waren taumelten benommen, von Dreck und Blut beschmutzt durch die Strassen.
    Es herrschte geordnetes Chaos. Noch! Doch bald würde dieser letzte Rest an Ordnung zusammenbrechen und das Chaos vollends entfalten lassen.
    Noxus Exitus hätte diese Schlacht geliebt und wohl wild gackernd auf einem der Mauern gestanden und den Namen Beliars in die Welt geschriehen.

    Der ehemalige Assassine schob sich hinter der Mauer hervor hinter der er Deckung gesucht hatte, als er gesehen hatte, dass der Drache eine Schneise zu ihnen zog.
    Bei Beliar, der Drache war gigantisch! Und seine Macht wirkte endlos!
    Er spielte mit den Menschen dieser Stadt, ergötzte sich an ihrem Leid und suhlte sich in seinem wachsenden Ego.
    Spike fiepste verängstigt mit verklebten Fell neben Joe und rieb seinen dicken Kopf an dessen Oberschenkel. Der Bärtige klopfte seinem Gefährten aufmunternd seitlich an den Bauch und versprach ihn, auf ihn zu achten. Dann blickte er wieder über die Strassen.
    Pete, Mephistor und Günar waren verschwunden, genauso wie die anderen Arenakämpfer.
    Das Chaos hatte sie hinfort gerissen ehe sie auch nur im Stande waren die Situation genauer einzuschätzen. Doch Black wusste, dass ein jeder von ihnen, wo immer er auch gerade war, alles tat was in seiner Macht stand.

    Ein Mann dessen rechte Gesichtshälfte über und über mit Brandblasen bedeckt war humpelte auf dem linken Bein, das rechte hinter sich herziehend, an Joe vorbei. Seine Augen waren milchigweiss, seine Stimme gurgelte aus seinem Rachen während er nach Hilfe bat.
    Joe marschierte an ihm vorbei die Strasse entlang und bog dann über eine Seitengasse zur Hauptstrasse gen Südtor ein. Sie hatten sich von dort zurückgezogen als der Drache mit seinem Odem ein grosses Loch hineingebrannt hatte, doch die erwartete Horde an Echsen war nicht in die Stadt eingedrungen, was heissen musste, dass die Männer des Königs dies irgendwie verhindert hatten.
    Als Joe den Königsplatz erreicht hatte, erblickte er den Schaden den der Drache bereits angerichtet hatte.
    Etliche Häuser standen in Flammen oder waren zu einer Schlake verschmolzen….
    Überall rauchte und qualmte es, während Dutzende Verletzte Schutz suchten. Von draussen, also ausserhalb der Mauer, ertönte das Zischen und Krächzen hunderter Echsenkrieger die begierig darauf warteten endlich die Stadt einzunehmen.
    Der ehemalige Assassine blickte über den bewölkten Himmel, der ihnen selbstredend heute ausnahmsweise keinen erretteten Regen spendete und suchte nach dem Drachen.
    Auf der goldenen Kuppel des höchsten Turmes sah er ihn dann.
    Das Monster thronte förmlich auf der Kuppel und ergötzte sich am Geschehen unter ihm.
    Joe empfand Ehrfurcht für das Weissauge und erkannte, dass es sich hierbei nicht um einen Feind wie Rhobar handelte, sondern um eine Kreatur die den Göttern selbst gleichkam.
    Dieses Monster verfügte über ungeheure Mächte und über einen Einfluss durch den es ihm möglich war, die Menschliche Rasse von dieser Insel zu tilgen.
    Womöglich stand Joe Black auf der falschen Seite in dieser Schlacht….

    Ein wölfisches Lächeln huschte über das bärtige Gesicht des Beliarstreiter und er schüttelte verneinend den Kopf. Die Aufgabe hier war episch ohne Frage. Doch war es der Ruf Beliars den ihn hierhergeführt hatte und nicht in den schützenden Mauern des Kastell hatte verweilen lassen.
    Dies hier war nur eine weitere Prüfung. Ein weiteres Puzzelteil! Und er würde sie bestehen oder aber beim Versuch sterben.

    Mit Spike an seiner Seite huschte er an den fliehenden Menschen vorbei gen Tor, wo gerade zwei Magie von denen er einen als Tinquilius erkannte, Magie woben um das Loch des Tores zu verschliessen.
    Sie schindeten Zeit, wohl wissend, dass es ihnen unmöglich sein würde dieses Tor zu halten. Wofür?
    Ein Blick in die Menge klärte den Sachverhalt auf. Etliche Bürger waren herbeigeeilt um den Menschen die hier kämpften und ihr Leben riskierten Wasser zu bringen.
    Welch törichtes Pack! Sie suchten nicht nach Schutz in Verstecken, flüchteten nicht um ihr Leben zu schützen, für dass die Männer und Frauen hier so verbissen kämpften…
    Black spieh angewidert aus. Er kannte diese Schwäche der Menschheit.
    Sie versuchten mit ihrem Handeln, das mehr Schaden als Hilfe bot, an ihr eigenes Ehrgefühl appellierend Grösse und Menschlichkeit zu zeigen!
    Nun, sie würden mit ihrem Leben dafür bezahlen müssen…

    Der ehemalige Assassine erspähte unweit des Tores den Hünen Günar der dort einige Streiter formierte um neben den formierten Soldaten des Königs Stellung zu nehmen.
    Sollte das Tor brechen würden die Soldaten die erste Mauer bilden. Alles was dann seitlich ausbrach würde von den freiwilligen Streitern aufgehalten werden.
    War zu hoffen, dass die Praxis der Theorie standhalten konnte…

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    Al-Asadul-Abyadu  Maris's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
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    Magierviertel - Schutz

    Setarrif war so gut wie verloren. Er hatte es schon vorher gesehen, hatte sie zu warnen versucht - doch niemand hatte wirklich hören wollen. Nun war es nur eine Frage der Zeit, bis die Mauer fiel, und die schiere Masse an Angreifern würde eine Aussicht auf Erfolg im Straßenkampf zu kümmerlichem Wunschdenken verkommen lassen.
    Maris hatte mit all den anderen auf der Südmauer gestanden, als der Angriff begonnen hatte. Unmengen der dämonenhaften Angreifer standen auch jetzt noch vor dem Tor und versuchten, den Wall zu überwinden, der die Menschen Setarrifs am Leben hielt. Doch die Armee der Echsenkrieger allein wäre vielleicht tatsächlich noch ein Gegner gewesen, den man besiegen konnte - nicht aber ihr Herr, der Weißaugendrache selbst. Er war eine beeindruckende und tödliche Naturgewalt, erinnerte ihn an die Macht des Löwengeistes, nur dass dieses Wesen in ganz und gar realer Manifestation über ihren Köpfen flog und sich nicht auf eine transzendente Ebene zurückzog. Mit einem einzigen Feuerstoß hatte er das Tor zum Schmelzen gebracht, das dank des gemeinsamen Einsatzes der Krieger und Magier noch gehalten werden konnte, aber nicht mehr lange ein Hindernis für die Echsenarmee darstellen würde.
    Verbissen hatte Maris dabei geholfen, die ersten Übergriffe auf die Mauern abzuwehren. Leitern waren aufgestellt worden, doch die Verteidiger hatten sie umgestoßen, solange es ihnen noch möglich gewesen war. Mit Steinen und siedendem Öl war es ihnen gelungen, die Echsen am Erklimmen der Mauer zu hindern, doch ihnen gingen Kräfte und Verteidigungsmittel aus. Die Echsen warfen sich zu Dutzenden auf die Leitern - wenn sie es noch weiter hinauf schafften, würden die Verteidiger Setarrifs sie nicht mehr umstoßen können.

    Schließlich war die Ablösung an vorderster Linie der Zinnen gekommen, um ihm eine Verschnaufpause zu gönnen. Doch Maris gönnte sich keine Pause - in der schrecklichen Vorahnung, dass das Bollwerk fallen würde, bevor er wieder seinen Platz auf den Zinnen einnehmen würde, hatte er sich zurück auf den Königsplatz teleportiert und sich seinen Weg zum Magierviertel gebahnt. Immerhin hatten die Magier nun endlich Barrikaden errichtet, die zwar nur ein wenig Zeit bringen würden, sobald die Echsen in die Stadt stürmten, doch es würde ihre Chancen, eine Flucht zu decken, erheblich erleichtern.
    Nun kniete er zwischen den Barrikaden und gravierte mit seinem Ritualmesser aus purem Erz Zeichen in den Stein zu seinen Füßen. Es waren alte, mächtige Zeichen, die ein Portal zu den Geistern der Tiere öffnen konnten. Drei Symbole des Löwen zierten den Boden und in jedes von ihnen speiste er seine magische Energie. Er brauchte einiges an Zeit für die Vorbereitung und spürte, dass es ihn mehr Kraft kostete, als er entbehren wollte, doch mit dieser Vorbereitung würde er die Geister der Löwen später, wenn es auf jeden Augenblick ankam, sofort um Hilfe bitten können. Die natürlichen Foki hielten die Energie in ihrem Inneren gefangen, sodass er später die Falle direkt zuschnappen lassen konnte, mit weit weniger Kraftaufwand. Bevor sie kamen, wollte der Nomade aber noch bei der Vorbereitung der Verteidigung des Magierviertels helfen. Immerhin hatte er den Verdacht, dass alle kampferfahrenen Magier direkt an der Mauer oder in der Heilkammer beschäftigt waren. Ohne sich eine Verschnaufpause zu gönnen, eilte er mit von der Anstrengung dröhnendem Kopf in das Haus der Magier hinüber.

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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Lukar is offline
    Zusammen mit Slicer, der sich angesichts der drohenden Eskalation der Lage kurzerhand dazu entschlossen hatte, Lukar bei seiner Aufgabe als Meldegänger zu unterstützen, anstatt bei den anderen Verteidigern hinter der behelfsmässigen Palisade darauf zu warten das die Echsenmenschen durch die Mauer und über sie hereinbrachen, hastete der Händler nun auf den südlichen Teil der Mauer zu.
    An ihm vorbei rannten einige fliehende Bürger und Milizen die entweder selbst verletzt waren, andere Verletzte in Sicherheit brachten oder vom gewaltsamen Ansturm der Echsen schlichtweg verschreckt worden waren. Es gab jedoch auch einige, die wie Lukar und sein Begleiiter auf das Tor zuhielten, um den dortigen Soldaten entweder mit dem Schwert unter die Arme zu greifen, oder anderweitig Hilfsdienst leisten zu können.
    Der Kampfeslärm, all die Schreie, die Verwundeten, die brennenden Häuser und aufsteigenden Rauchschwaden hatte eine sureale Wirkung auf den Händler.
    Alles wirkte wie ein schlechter Traum, den er nüchtern zur Kenntnis nehmen musste, von dem er aber zugleich wünschte, dass er endlich ein Ende fand. Der Gedanke daran, dass zeitgleich mit all dem Tod und der Verwüstung eine gottgleiche Kreatur aus längst vergangenen Tagen, eine, die eigentlich nur noch in den Schauergeschichten vorkommen sollte die alte Leute den Kindern erzählten um diese zu verschrecken, auf einem der Stadtgebäude hockte und sich an diesem Anblick ergötzte, machte es auch nicht angenehmer.
    Dann endlich erreichten sie das Tor, den Ort, an dem der wirkliche Kampf tobte und der Tod sein launisches Fest feierte. Hier mussten sie beide erkennen, dass der verängste Brüger nicht übertrieben hatte. Das Tor das die Stadt eigentlich hatte schützen sollen, war tatsächlich nur noch als völlig deformierter Metallklumpen und der Weg in die Stadt für die Echsenmenschen somit frei. Zumindest hätte er das sein sollen, doch die Soldaten hatten sich souverän zu helfen gewusst. Um dem Verlust des Tores entgegen zu halten, hatten sie auch hier eine Palisade aus Holz, Eisen und menschlichen Kriegern errichten lassen, die den Echsen das Vorkommen erschweren bis unmgölich machen sollte. Ob dies mit Erfolg geschah, war bei diesem völligen Chaos als Außenstehender jedoch schwer zu erkennen. Unweit vor dem Tor, in gebührendem Abstand um keinen der Soldaten oder Hilfskräfte an seinem Soll zu hindern, blieben Slicer und Lukar stehen.
    „Auf welcher Mauerseite haben sich unsere Leute postiert?“
    Fragte Slicer und brüllte weit lauter als er eigentlich gemusst hätte.
    „Sie haben sich nach meinen letzten Informationen aufgeteilt!“ Erwiederte Lukar lautstark und lies seinen Blick suchend über die schwer umkämpfte Mauern und den Vorplatz schweifen. Unter all dem Getümmel konnte er jedoch keinen ihrer Leute ausmachen.
    „Halt die Armbrust bereit. Wir müssen wohl näher heran. Sehr viel näher.“ Meinte er grimmig und zog aus reiner vorsichtig seinen spitzen Dolch unter der Weste hervor.
    Slicer prüfte routiniert ob der Bolzen saß und der Bogen seiner Armbrust gespannt war wie vorgehen und nickte dann zustimmend.
    Entschlossen näherten sie sich dem ebenfalls durch Drachenbrodem in Mitleidenschaft gezogenem Bauwerk und machen sich an den Aufstieg.
    Der Anblick der sich ihnen bot, war verstörend.
    Verstümmelte und völlig verbrannte Leiber lagen auf diesem Abschnitt der Mauer. Es war unschwer zu erkennen das sie dem Drachen und nicht seinen Dienern zum Opfer gefallen waren. Die Verteidiger, die den Wall nach dem vernichtenden Angriff des Ungetüms neu besetzt hatten, waren dazu gezwungen zwischen den Toten weiter zu kämpfen, den die Echsenmenschen versuchten ebenfalls die Mauer zu stürmen und ließen ihnen keine Zeit, die Gefallenen von der Mauer zu schaffen.
    Ein großgewachsener aber nicht hünenhafter Kämpfer mit dratigen Armen kam, begleitet von einem Soldaten Setariffs, auf die beiden zu. Sein dunkelbraunes, verschwitztes Haar klebte wie ein zottiger Putzlappen auf seinem Kopf und auch sein edles Schwert war über und über mit dem Blut der Reptilianer getränkt. Lukar erkannte ihn sofort als Bane wieder, auch wen eine große, blutunterlaufene Schramme sein Gesicht sehr fremdartig erscheinen lies und er Bane bisher nur einmal in ihrem Versteck begegnet war.
    Lukar öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch Bane kam ihm zuvor.
    „ACHTUNG!“
    Schrie er, dann wurden er und der Krieger von einem Echsenkrieger, der sich behänd über die Brüstung schwang, zu Boden gerissen. Der Soldat kippte über die Mauer hinab in die Stadt, Bane hatte jedoch mehr Glückund rollte sich umgehend zur Seite um einem Hieb des Echsenmenschen zu entgegen. Entschlossen reckte er sein Schwert zur Verteidigung hoch. Doch die Bestie schien sich mehr für Lukar und Slicer zu interessieren, die rechtzeitig beiseite gesprungen und somit immer noch auf den Beinen waren.
    Knurrend schwang die Kreatur ihre ominöse Waffe und warf sich nach vorne.
    Den geworfenen Dolch Lukars schlug der Krieger einfach mit dem gewaltigen Schwert beiseite, der alte Mann selbst wurde von einer kräftigen Klaue heftig gegen die Brüstung geschleudert. Triumphierend brüllte der Krieger auf und lies sein Schwert auf licer zuschnellen.
    Der vorschnelle Siegeschrei der Bestie brach blitzschnell ab, als sich der Bolzen aus Slicers Armbrust durch ihre ungeschützte Kehle bohrte. Schnaubten brach der Krieger in die Knie.
    Bane, der wieder auf den Beinen stand, bohrte seine Klinge von hinten in den Echsenmenschen, woraufhin dieser entgültig zu Boden kippte.
    „Elende Viecher!“ Schimpfte er und half dem leicht benommen wirkenden Lukar beim aufstehen, während Slicer seinen Fuß auf den Bogen der Armbrust stellte und die Sehne wieder zurückzog um den nächsten Bolzen einlegen zu können. Gemeinsam zogen sie sich von der schwer umkämpften Brüstung zurück. Am Tor stellten sie fest, dass der von der Mauer gefallene Soldat den Sturz schwer verletzt überlebt hatte und von einigen Bürgern versorgt wurde...

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