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    Kämpfer Vicktar's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Hinterland Thorniaras - Dorf

    "Bei Innos, schweig doch still, Braoin!"
    Beliar schien den Menschen wahrlich alles entgegen zu werfen, was in seiner Macht stand, um das Reich des Herrn zurückzudrängen, um Angst und Schrecken zu verbreiten und möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen. Der Pesthauch des Dunklen war an der Herrlichkeit des Gottes der Menschen und seiner rechtschaffenen Diener zerschellt, nun versuchte er es mit dem Schwert - und schrecklichen Dämonen, die aus den tiefsten Niederrungen der Unterwelt hervor gekrochen zu sein schienen! Nun mähten sie die frommen Menschen dieses Dorfes nieder wie die Sense das reife Getreide auf den Feldern, die nun vom Blute der Unschuldigen getränkt wurden.
    "Gero, gibt es einen anderen Weg hier raus?", fragte der Novize den Schneider, der sichtlich um seine Fassung rang, wenngleich ihn die Panik nicht so schlimm befallen hatte wie Braoin. Er deutete mit zitternder Hand auf den Nebenraum.
    "Dort ist eine Hintertür..."
    "Dann lasst uns hier so schnell wie möglich..."
    Ein Donnern an der Vordertür alarmierte Vicktar und ließ ihn abrupt schweigen. Hektisch sah er sich nach etwas um, mit dem sie sich verteidigen konnten, während die Tritte des Echsenmenschen das Holz zum Erzittern brachten.

    "Los, hilf Braoin auf und geh mit ihm zur Hintertür!", zischte der Alte und suchte fieberhaft nach irgendeiner Waffe. Als das Holz unter der Kraft des Dämons zu knirschen begann, erblickte er den Topf gefüllt mit einem kochenden Kräutersud auf der Herdstelle, den Gero vor ihrer Ankunft angesetzt zu haben schien. Als die Tür nachgab und der Echsenmensch unter lautem Krachen herein polterte, ergriff Vicktar ohne zu überlegen den heißen Topf und schleuderte der Bestie den kochenden Sud in das schuppige Gesicht.
    Das Kreischen des Monsters war noch viel abscheulicher als das unheilvolle Zischen und die Schmerzensschreie der Menschen da draußen. Wild vor Schmerz und geblendet ließ es sein vor Blut triefendes Schwert fallen und schlug seinen Kopf gegen die Wand.
    Vicktar selbst hatte den Topf ebenfalls fallen lassen, doch die heißen Griffe hatten seine Handflächen verbrannt, sodass heißer Schmerz durch den Körper des Novizen zuckte. Dennoch nahm er all seinen Willen zusammen, ergriff den Topf erneut und scharrte damit die glühenden Kohlen aus dem Herdfeuer hervor. Eilig warf er einige der alten Adlatenroben auf die Glut und eilte sich, Braoin und Gero zu folgen. Noch bevor er die Tür verlassen hatte, brannten die Roben lichterloh und das Feuer fraß sich gierig durch all die Stoffe, die der Schneider in seinem Heim lagerte.
    "Vielleicht lenkt es sie ab oder alarmiert die Stadtwache! Wir müssen versuchen, anderen Leuten zu helfen! Los!"

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    Silberbaron von Khorinis  Maximus's Avatar
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    Die Stadt war in Aufruhr. Große Rauchschwaden zogen am Vortag über die Hafenstadt Throniara. Die Bürgerinnen und Bürger waren verunsichert. Schnell machte ein Gerücht die Runde, wonach sich König Ehtorn mit den Orks verbündetet haben soll, um wenig später die Mobilmachung befohlen zu haben. Das Resultat waren viele tote Dorfbewohner und ein starkbeschädigtes Dorf nahe den Stadtmauern. Die Wahrheit jedoch war viel erschreckender.

    Noch bevor Panik in der Stadt ausbrechen konnte, verkündete der Hauptmann der Stadtwache, dass es sich nicht um einen Angriff von König Ethorns Truppen handelte. Banditen aus den Wäldern seien gekommen und hätten das wehrlose Dorf überfallen. Dabei seien viele Menschen ums Leben gekommen und einige der Hütten wurden aus Böswilligkeit angezündet. Es bestünde kein Grund zur Panik. Die Stadtwache habe alles unter Kontrolle und konnte die Banditen wieder in die Flucht schlagen.

    Doch nicht alle Bürger konnten den Worten des Hauptmanns Glauben schenken. Viele der Dorfbewohner waren tot und nur wenige konnten sich schwerverletzt in die Stadt retten. Banditen sollen das alles angerichtet haben? Die Verunsicherung war in der Stadt förmlich zu spüren. Nicht zuletzt deswegen, weil einige der verletzten Dorfbewohner auf den Weg zu heilkundigen Feuermagiern von Kreaturen Beliars und einer weiteren Prüfung Innos' gesprochen haben.

    Des einen Leid ist des anderen Freud. So verspürten die Händler in den letzten zwei Tagen eine erhöhte Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln und Ausrüstung. Die ohnehin schon hohen Preise wurden noch einmal kräftig angezogen. Kostete rohes Fleisch vorher schon fünf Goldmünzen, musste man nun schon acht oder neun Goldmünzen dafür einplanen. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten zunehmend Probleme damit, ihre Speisekammer aufzufüllen. Die ohnehin schon durch Verunsicherung angespannte Stadt, entlud sich auf dem Marktplatz.

    "Wollt Ihr, dass ich verhungere!?" fragte der eine. "Das hat letzte Woche doch nur halb so viel gekostet. Ihr Halsabschneider!" fluchte ein anderer. Als ein Streit eskalierte und dabei mehrere Kisten voller Gemüse zu Boden fielen, griff die Stadtwache ein. Sie versuchte die aufgebrachten Bürger zu beruhigen und die Ordnung auf dem Marktplatz wiederherzustellen. Für das Gemüse jedoch, war es zu spät. Jeder, der etwas erbeuten konnte, brachte sich in Sicherheit. Für den Händler stellte der Tag ein wahres Verlustgeschäft dar. Insbesondere Fleisch, Gemüse und Obst erzielten dieser Tage hohe Preise. Nur Teigwaren konnten noch zu vertretbaren Preisen erworben werden. Das lag nicht zuletzt aufgrund einer großen Kornkammer, die die notdürftige Versorgung der Stadt sicherstellen sollte.

    Maximuss lief zusammen mit seiner Leibwache über den Marktplatz und beobachtete das Schauspiel. Zufrieden schaute er zu Bragan und sagte: "Schon bald hat der Versorgungsengpass der Stadt ihren Höhepunkt gefunden. Wenn wir dann unsere Preise etwas senken und ein umfangreiches Sortiment auf dem Marktplatz präsentieren, werden wir nicht nur viele Güter verkaufen. Wir werden auch die anderen Händler vom Markt drängen können..."
    Last edited by Maximus; 14.09.2014 at 13:27.

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    Silberbaron von Khorinis  Maximus's Avatar
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    Der Großhändler kam nach seinem Spaziergang durch die Stadt wieder zu seinem kleinen Haus im Händler- und Handwerkerviertel. Während der Verkaufsraum sehr ordentlich und ansprechend war, waren die beiden Obergeschosse alles andere als aufgeräumt. Überall stapelten sich Kisten und Fässer voller Lebensmittel. Maximuss hatte die Anweisung des Gildenmeisters ernst genommen und jede Gelegenheit dazu genutzt, seinen Warenvorrat zu vergrößern. Viele der einfachen Händler und Bauern freuten sich, wenn sie ihre Ware an einen Großabnehmer verkaufen konnten. Die Freude währte meistens jedoch nicht lange, als eben jene Händler und Bauern merkten, dass sie selber für Lebensmittel auf dem Markt hohe Preise zahlen mussten.

    Die Gemeinschaft der Händler sucht sich für ihre Expansionen stets politische Systeme aus, die in Folge von Aufständen oder kriegerischen Auseinandersetzungen instabil sind. Durch gezielte Beeinflussen der Märkte versucht sie, ihre Position zu festigen. Ziel der Händlergilde ist es, durch den Aufkauf der Waren auf dem freien Markt, künstlich einen Versorgungsengpass zu erzeugen. In dessen Folge sollen die Preise ansteigen und schlussendlich die Nachfrage der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr befriedigt werden können. Bevor die Lage jedoch unkontrollierbar wird, senken die Mitglieder der Händlergilde ihre Preise und bieten ihre vorher eingelagerten Waren zum Verkauf an.

    Durch die plötzliche, wenn auch geringe Preissenkung, sind die freien Händler gezwungen, ihre Waren mit Verlust zu verkaufen und werden dadurch nachhaltig geschwächt. Die Nachfrage der Bürgerinnen und Bürger wird dann vornehmlich von den Mitgliedern der Händlergilde befriedigt, die die freien Händler immer mehr vom Markt drängen. Dadurch steigt nicht nur die Präsenz der Händlergilde, sondern immer mehr freie Händler entschließen sich, dieser Gemeinschaft beizutreten.

    Je mehr Händler einer solcher Gemeinschaft beitreten, desto gefestigter ist ihre Position innerhalb des politischen Systems. Durch gezielte Steuerung von Angebot und Nachfrage kann sie die Versorgung der Stadt maßgeblich beeinflussen.

    Doch bis dahin stapeln sich die Kisten auch weiterhin in dem kleinen Haus des Grafens. Maximuss blätterte durch seine Auftragslisten und notierte die Preise, die er während seiner Ankunft für die eingelagerten Waren bezahlt hatte. Nur so war es ihm möglich, einen Durchschnittspreis zu erreichen, den er beim Verkauf seiner Waren auf keinen Fall unterschreiten durfte. Immer wieder wurden seine Anstrengungen jedoch von Kunden gestört, die Lebensmittel bei ihm einkaufen wollten.

    Er bot seine Waren, wie vom Gildenmeister gefordert, für deutlich mehr an, als man aktuell auf dem Marktplatz dafür bezahlen musste. So wurde gewährleistet, dass der Großhändler noch genügend Waren anbieten konnte, wenn die Händlergilde den Verkauf der Lagerbestände befahl. "Pah, so werdet Ihr hier aber keine Geschäfte machen!" entgegnete ein einfacher Bürger, als er verärgert den Laden des Großhändlers verließ. Der wunderte sich unterdessen nicht über solche Reaktionen. Verkaufte er rohes Fleisch doch für fünfzehn Goldmünzen und überbot damit den Preis des Marktes um ganze sechs Münzen.

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    Silberbaron von Khorinis  Maximus's Avatar
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    Maximuss hatte alle Vorbereitungen abgeschlossen, um mit dem Verkauf seiner Lagerbestände zu beginnen. Sobald der Gildenmeister das Signal dazu gibt, würde er seine Preise spürbar senken und die Nachfrage auf dem Markt befriedigen. Ein wenig besorgt war der Großhändler aber dennoch. Während seinerzeit in Vengard die Sicherheit der Händler durch Söldner gewährleistet wurde, hatte hier die Stadtwache dafür Sorge zu tragen. Der Ausbau der Händlergilde auf Argaan hatte mehr Priorität, als die Beschäftigung von Söldnern, hatte Trevor gesagt.

    So überlegte der Großhändler, welche Vorkehrungen er für seine Sicherheit und die Sicherheit seiner Waren treffen konnte. Bragan war ein fähiger Kämpfer aber wäre gegen eine aufgeregte Masse von Bürgerinnen und Bürgern machtlos. "Ich muss mit den Statthaltern sprechen. Wenn wir die Waren auf dem Markt verkaufen werden, muss man verstärkt für Ordnung sorgen." sagte er. Kurz darauf klopfte es an der Tür und Markom trat herein.

    Markom war nicht nur der Buch- und Schriftführer der Händlergilde. Er war auch persönlicher Assistent des Gildenmeisters Trevor. "Ich grüße Euch, Graf Maximuss. Mir wurde zugetragen, Euch wissen zu lassen, dass der ehrenwerte Gildenmeister in Kürze die letzte Phase beginnen wird. Ihr sollt Euch bereithalten und auf die entsprechende Benachrichtigung warten. Ihr dürft Eure Waren dann auf dem Marktplatz anbieten. Die Händlergilde stellt Euch dafür einen Marktstand zur Verfügung." Maximuss nickte und erwiderte: "Nun gut, ich hatte schon befürchtet, dass ich die Waren gar nicht mehr verkaufen könnte. Hat Trevor denn auch für unsere Sicherheit gesorgt? Ich kann mir vorstellen, dass es ein ziemliches Durcheinander geben wird, wenn plötzlich wieder bezahlbare Waren auf dem Marktplatz angeboten werden." Markom jedoch vereinte und gab zu verstehen, dass die Händlergilde derzeit noch nicht über die Mittel verfüge, die Sicherheit der Mitglieder in einem ausreichenden Maße zu gewährleisten. Die Händler haben vielmehr ihre eigenen Vorkehrungen zu treffen. Denkbar wäre es jedoch, dass sich die Gilde an den dafür erforderlichen Ausgaben beteiligen würde.

    Die Antwort war nicht befriedigend, doch Maximuss hatte keine Gelegenheit, sich darüber zu beschweren. So schnell wie Markom gekommen war, so schnell hatte er den Laden auch wieder verlassen. "Wenigstens habe ich jetzt Gewissheit..." dachte sich der Großhändler. Er stand auf und sagte zu Bragan: "Komm mit, wir müssen zur Zitadelle gehen. Ich muss mit den Statthaltern sprechen."

    Wenig später standen sie vor dem Prachtbau, der in den letzten Tagen deutlich stärker bewacht war, als zuvor. "Ich habe ein dringendes Anliegen und muss unverzüglich mit den Verwaltern dieser Stadt sprechen." sagte Maximuss, als er vor einer der Wachen stand. Diese zeigte sich jedoch unbeeindruckt und entgegnete: "Wisst Ihr, wie oft ich diesen Satz heute schon gehört habe? Wenn Ihr keinen Termin habt, lasse ich Euch hier auch nicht durch, so einfach ist das." Der Graf war aufgebracht, konnte an der Situation jedoch nichts ändern. Verärgert drehte er der Wache den Rücken zu und machte sich auf Weg, den Gildenmeister aufzusuchen.

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    Das Armenviertel

    Das Schiff der Fremdlinge war noch immer am Hafen und die Besatzung machte nicht den Eindruck, als wolle sie alsbald wieder ablegen. Vor einigen Tagen verließ ein älterer Händler das Schiff und machte sich mit einigen Männern auf in Richtung Stadtmitte. Entgegen der Erwartung suchte der Händler aber nicht den Marktplatz auf, um seine exotischen Waren anzubieten. Vielmehr wurden die Waren in einem kleinen und unscheinbaren Haus eingelagert und der Händler machte sich mit einigen Besatzungsmitgliedern auf, um das Armenviertel aufzusuchen. Dort wurde er offenbar auch schon von einem Bewohner erwartet. Denn der Fremdling wurde freundlich begrüßt und ins Haus eingeladen. Seitdem hat man dem Händler nicht mehr gesehen.

    Keiner in der Stadt wusste so recht, was er von den Fremdlingen zu halten habe. Sie sprachen nicht viel und befolgten die Anweisungen des älteren Händlers im Seidengewandt. Nur einmal hatte man den alten Mann sprechen hören, als er von der Hafenwache aufgehalten wurde. Er sei ein Gesandter des Konsortiums hatte er gesagt. Er komme aus dem Königreich Shang und habe wichtige Waren gelagert.

    Währenddessen im Hausinneren saß der fremdartige Händler mit dem Bewohner des Armenviertels am Tisch. "Ich hoffe für dich, dass du die Wahrheit gesagt hast!" sagte der Gesandte. "J-ja ich schwöre! Als ich von der Steinmine zurück zur Stadt lief, habe ich Echsenmenschen gesehen. Große und furchterregende Kreaturen. Ich bin so schnell gerannt, wie ich nur konnte und..." der Gesandte unterbrach ihn und fragte: "Hast du sonst noch jemanden davon erzählt?" doch der Mann vereinte: "Nein, ich habe Euch sofort die Botschaft geschickt. Es hat meine ganzen Ersparnisse gekostet, damit der Brief auch tatsächlich bei Euch ankommt. W-was ist mit der versprochenen Belohnung? Ihr habt gesagt, dass Ihr mich für jede nützliche Information bezahlen werdet..."

    Sein Gegenüber stand auf und erwiderte: "Natürlich. Gebt dem Mann seine Belohnung." Doch die Freude des armen Minenarbeiters währte nur kurz. Ein Dolch durchstach von hinten seinen Brustkorb und ehe er seinen letzten Atemzug machen konnte, hatte der Gesandte das Haus wieder verlassen und lief zurück zu seinem Schiff.

    Maximuss

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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Der Großhändler saß bereits im Arbeitszimmer des Gildenmeisters, als der bielbeschäftigte Trevor dazukam. "Maximuss, ich große Euch. Was verschafft mir die Ehre? Wenn ich mich nicht irre, hat Euch doch Markom vorhin aufgesucht oder nicht?" Maximuss nickte mit dem Kopf und erwiderte: "Doch, doch und genau deswegen komme ich. Ich freue mich, dass wir bald mit der letzten Phase beginnen werden und doch habe so meine Bedenken. Wenn wir unsere Waren auf dem Marktplatz anbieten werden und sie überdies auch noch bezahlbar sind, müssen wir mit einem großen Ansturm rechnen."

    "Ja und genau das ist doch unser Plan. Je kritischer die Lage in der Stadt ist, desto mehr Waren werden wir verkaufen. Denn die Bewohner wollen in Krisenzeiten vorsorgen." entgegnete der Gildenmeister. Doch Maximuss schüttelte mit dem Kopf und fuhr fort: "Ein so großer Ansturm bürgt jedoch aus Risiken. Wir müssen für unsere Sicherheit sorgen und dafür ist es unabdingbar, dass wir entweder Söldner beschäftigen oder die Stadtwache um Hilfe bitten." Der Gildenmeister winkte ab: "Nein! Ich habe doch gesagt, dass wir derzeit keine Söldner beschäftigen können. Der Ausbau unseres Standpunktes hat Vorrang und fähiger Söldner sind auf Argaan besonders teuer."

    "Ich weiß und deswegen bin ich heute zur Zitadelle gegangen. Man soll uns Stadtwachen zur Verfügung stellen, damit die Ordnung auf dem Marktplatz gewährleistet werden kann. Doch entgegen meiner Annahme, hat man mich noch nicht einmal vorsprechen lassen. Ihr habt gute Kontakte zu der Stadtverwaltung. Ich hatte gehofft, dass Ihr mir ein Schreiben aufsetzen könnt, worin ihr stellvertretend durch mich einen Termin wünscht." Trevor schaute Maximuss ungläubig an und widersprach: "Thorniara befindet sich im Krieg. Erst gestern wurde ein Dorf überrannt. Glaubt Ihr wirklich, dass man uns Soldaten zur Verfügung stellt, damit ir unsere Waren sicher anbieten können?"

    Der Großhändler nickte entschlossen und erwiderte: "Wenn ich der Stadtverwaltung glaubhaft versichere, dass wir zum Wohle der Stadt handeln und die Bürgerinnen und Bürger mit bezahlbaren Lebensmittel versorgen können, dann glaube ich durchaus, dass sie uns ihre Unterstützung zusagt." Der Blick des Gildenmeisters war noch immer von Ungläubigkeit geprägt. "Nun gut... wenn Ihr der Ansicht seid, dass es etwas bringen würde, dann lasse ich Euch das Dokument von Markom ausstellen."

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    Die Zitadelle

    "Was für eine Tragödie..." dachte sich der schmalgebaute Stadtverwalter, als er unzählige Anträge durchlas. Es war nicht etwa die Tatsache, dass ein Angriff nahe der Stadtmauern viele Bewohner das Leben gekostet hatte, die den Verwalter zu solch einem Gedanken veranlasste. Vielmehr war es die nun folgende Arbeit, um den Angriff für die Nachwelt in offiziellen Dokumenten festzuhalten.

    Nach und nach kamen weitere Anträge und Meldungen herein, die Auskunft über die Schwere des Angriffes gaben. Konnte ein Toter identifiziert werden, musste dies in den Unterlagen vermerkt und eine Möglichkeit gesucht werden, die Leichen vorgabegemäß zu begraben. Der hiesige Friedhof war den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt vorbehalten und nur selten konnte sich die Familie der umliegenden Dörfer eine Beerdigung in Thorniara leisten. "Verflixt! Hätte man nicht mit dem Angriff warten können, bis ich mich zur Ruhe setze!?" fluchte der Stadtverwalter.

    Eigentlich war er damit beauftragt worden, die Lebensmittelvorräte sinnvoll aufzuteilen. Thorniara hatte während des Krieges nur wenige Vorräte aufgebaut. Vorrangig galten eingelagerte Lebensmittel den Angehörigen des Militärs und den Obrigkeiten der Stadt. Doch die Nachfrage auf dem Marktplatz stieg immer weiter an und so war die Verwaltung gezwungen, die wenigen Lebensmittel zumindest anteilig auf die Bewohner der Stadt zu verteilen. Dazu verteilte sie entweder selber die Lebensmittel an das Hafen- und Armenviertel oder aber bot es den Händlern kostengünstig zum Kauf an, um den Eindruck einer halbwegs intakten Versorgung zu erwecken. Doch Thorniara konnte lediglich den Brotbedarf decken. Das Trockenfleisch wurde zur Versorgung der Soldaten einbehalten und Gemüse wurde in Folge der Pest vernichtet. So bröckelte nach und nach die Fassade, die die Stadtverwaltung zum Wohle der Ordnung aufgebaut hatte. Die Menschen spürten, dass es immer schwerer wurde, sich mit ausreichenden Lebensmitteln einzudecken.

    Der Verwalter steckte die Feder erschöpft ins Tintenfass und seufzte: "Ich habe den Überblick verloren... schon wieder!" Kurz darauf klopfte es an der Tür und eine Wache der Zitadelle trat herein. "Entschuldigt die Störung aber ein Mitglied der Händlergilde wünscht Euch auf Geheiß von Gildenmeister der Händlergilde zu sprechen. Hier, dieses Dokument hat mir der Mann vorgezeigt."

    Völlig genervt schaute sich der Verwalter das Stück Pergament an. Es war eine Empfehlung, dem Übermittler des Schreibens unverzüglich einen Termin bei der Stadtverwaltung zu gewähren. Man habe wichtige Informationen im Bezug zur Lebensmittelversorgung, heißt es weiter in dem Dokument. "Da hat man ein, zwei Mal die Dienste dieser Händlergilde in Anspruch genommen und schon führen die sich auf, als gehören sie persönlich zum königlichen Hofe... aber gut. Schickt ihn rein. Ich kann Hilfe wohl gebrauchen..."

    Maximuss

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    Silberbaron von Khorinis  Maximus's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Die Wache am Eingang zur Zitadelle hatte das Schreiben des Grafens mit Misstrauen begutachtet, ihn dann aber doch passieren lassen. Er war sich nicht sicher, ob die Information nicht tatsächlich von Bedeutung war, die Maximuss zu überbringen versuchte. Lediglich Bragan musste draußen bleiben und wurde nicht, wie zuletzt, in die Zitadelle eingelassen. Erhöhte Sicherheitsbestimmungen hatte man als Begründung genannt.

    Maximuss wartete auf einen der kleinen Flure mit unzähligen Türen zu den einzelnen Büros der Stadtverwalter. Nicht alle Büros waren von wichtigen Persönlichkeiten besetzt aber der Graf wollte mit jemanden sprechen, der sein Anliegen nicht nur Ernst nehmen würde, sondern auch darüber entscheiden könnte. Nach einiger Zeit des Wartens wurde er dann auch tatsächlich in eines der Büros gebeten. Hinter dem Schreibtisch saß eine schmale Gestalt, die sich mit einem Stapel unzähliger Dokumente konfrontiert sah. Der Großhändler nahm Platz und noch ehe er etwas sagen konnte, erhob der Stadtverwalter das Wort: "So... Ihr habt also nützliche Informationen für mich? Das ist schön. Viele Leute hier haben nützliche Informationen für mich. Seht Ihr die vielen Pergamente? Ja, alles wichtige Informationen für mich. Also was kann so herausragender Bedeutung sein, dass Ihr mich unbedingt persönlich aufsuchen musstet, statt, wie jeder normale Bürger dieser Stadt, einen Antrag zu stellen!?"

    Der alte Graf seufzte und erwiderte sodann: "Ich weiß, dass Ihr dieser Tage sicherlich sehr beschäftigt seid aber..." Der Stadtverwalter unterbrach ihn: "Ja, sehr sehr beschäftigt. Jeden Tag kommen neue Anträge und jeden Tag beschweren sich die Bürger bei mir, weil ihnen die Fischsuppe zu teuer ist oder weil sie befürchten, dass die Orks jede Sekunde über die Mauer klettern. Die Orks? Über die Mauern? Lächerlich." Auch wenn es ihm schwer fiel, blieb der Großhändler ruhig und fuhr fort: "Nun ja. Wir Ihr ja sicherlich wisst, bin ich Mitglied der Händlergilde und..." Doch Maximuss wurde erneut unterbrochen: "Ja! Mitglied der Händlergilde. Die Händlergilde, also diese kleine Gemeinschaft einer Hand voll Händler, die glaubt, die Stadtverwaltung stehe ihr jederzeit zur Verfügung. Wisst Ihr, wir haben hier auch noch andere Dinge zu tun, als uns um die Wehwehchen der Händler zu kümmern. Was wollt Ihr also nun von mir?"

    Maximuss musste etwas lachen. Noch nie hatte er es mit einem so seltsamen Verwalter des sonst so ordentlichen und bürokratischen Königreiches zu tun. Noch einmal atmete er tief durch und erwiderte: "Wenn Ihr mich nun endlich aussprechen lassen könntet, dann will ich Euch mein Anliegen erklären. Die Händlergilde ist der Ansicht, dass wir den aktuellen Versorgungsengpass zumindest entgegenwirken, wenn nicht sogar beheben können. Wir haben die Möglichkeit, bald große Warenbestände anzubieten, die wir den Bürgerinnen und Bürgern natürlich zu einem günstigeren Preis verkaufen würden. Die Lage in der Stadt ist allerdings so angespannt, dass wir um unsere Sicherheit, vielmehr noch um die Sicherheit der Bürger fürchten. Wir möchten, dass Ihr uns wenigstens mit einigen wenigen Soldaten unterstützt. Eine höhere Präsenz auf dem Marktplatz würde sicherlich große Auswirkungen haben..."

    Auch der Stadtverwalter musste lachen. Nicht etwa, weil ihm sein Fehlverhalten bewusst wurde, sondern weil er den Worten des Großhändlers nicht Glauben schenkte: "Große Warenbestände? Dass ich nicht lache. Wo wollt Ihr die hernehmen? Die Lieferungen der Bauern fällt immer geringer aus. Seid der Pest legt kaum noch ein Schiff an und die hiesigen Händler verkaufen ihr letztes Stück Fleisch zu horrenden Preisen. Wisst Ihr, wann ich das letzte Mal einen ordentlichen Schinken auf den Tisch hatte!? Pah! Wenn Euch Innos' also nun mit unendlichen Lebensmittelvorräten segnet, dann lasst nach mir rufen. Ich überzeuge mich dann höchstpersönlich davon. Vielleicht erhaltet Ihr dann Eure Unterstützung aber bis dahin, verschwendet nicht meine Zeit mit irgendwelchen Märchen!"

    Es kehrte Stille in dem kleinen Büro ein und Maximuss konnte nur mit dem Kopf schütteln. Er stand auf und erwiderte: "Ich werde nach Euch rufen lassen, wenn die Zeit reif ist und dann erwarte ich, dass Ihr uns zum Wohle dieser Stadt unterstützt. Denn wir sind gewillt, die Bürger mit Lebensmitteln zu versorgen, damit sie keinen Hungertot erleiden. Ich hoffe, Ihr seid daran genauso interessiert, wie wir." Mit diesen Worten verließ der Graf das kleine Büro und lief nach draußen, wo Bragan schon auf ihn wartete. "Komm Bragan, wir gehen nach Hause. Heute ist für uns auf diesem Weg nicht viel zu holen..."

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    Anwesen der Händlergilde

    Hastig klopfte es an der Tür des Gildenanwesens. Markom öffnete die Tür und erblickte Sir Dante und seinen Diener Randell. "Sir Dante, wie schön Euch zu sehen. Wir..." doch der Händler edler Textilwaren lief sofort in Richtung des Arbeitszimmers. "Ich muss unverzüglich mit Trevor sprechen." sagte er und schon betrat er die Räumlichkeiten des Gildenmeisters. Dieser schaute ihn fragend an. "Sir Dante, wie schön dass Ihr persönlich kommt. Ihr seid mit Eurem Bericht mal wieder überfällig. Warum so aufgeregt?"

    Sir Dante setzte sich auf einen der Stühle und atmete durch, bevor er dann den Grund seiner Aufregung erläuterte: "Habt Ihr es nicht mitbekommen!? Die königliche Armee ist in Stewark einmarschiert und hat dort einen Beliarkult zerschlagen. Gestern wurden unzählige angebliche Anhänger hingerichtet und der Baron steht noch immer unter Arrest. Tagelang konnte ich die Stadt nicht verlassen und musste immer und immer wieder erklären, warum ich in Stewark ansässig bin. Glücklicherweise konnte ich die Soldaten davon überzeugen, dass ich nicht Teil dieser Verschwörung bin! Wie sollen wir darauf reagieren!? Es kommt mir so vor, als handle man immer willkürlicher."

    Der Gildenmeister hörte die Worte mit Aufmerksamkeit und erwiderte dann: "Beruhigt Euch erst einmal, werter Sir Dante. Ich verstehe Euch sehr gut. Ein solches Verhalten ist nicht zu entschuldigen. Doch wir haben noch keine Möglichkeit, auf einen solchen Vorfall angemessen zu reagieren. Wir leiten gerade alles notwendige ein, um den königstreuen Stadtverwaltern klar zu machen, dass wir nur dem Wohle der Stadt dienen. Wir können uns jetzt keinen Widerspruch leisten." Trevor machte eine kurze Pause und fuhr dann fort: "Ich versichere Euch, dass wir diesen Vorfall nicht ohne Folgen lassen werden. Dafür ist die Zeit aber noch nicht gekommen. Lasst Euch von Markom eine angemessene Entschädigung zahlen und kehrt zurück nach Stewark. Erteilt mir regelmäßig Bericht und sobald wir unsere Position in Thorniara gefestigt haben, werden wir uns noch einmal mit dem Vorfall befassen."

    Sir Dante war noch immer aufgebracht. "Ich bin Euch nach Argaan gefolgt, weil Ihr mir gute Geschäfte versprochen habt. Haltet Euer versprechen oder ich werde zurück zum Herzogtum Rivellon reisen und der Händlergilde davon berichten, dass auf Argaan keine lohnenden Geschäfte zu machen sind!" Der Textilhändler stand auf und verließ das Anwesen. Die Sonne neigte sich dem Horizont und so machten sich Sir Dante und Randell zur Marktschänke auf. Diese Nacht würden sie in Thorniara verbringen und danach zurück nach Stewark reisen.

    Maximuss

  10. View Forum Posts #50
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    Das Hafenviertel

    Ein seltener Anblick bot sich den Bewohnern des Armenviertels. Einige Soldaten der Stadtwache liefen durch die engen und dunklen Gassen des Viertels. Ein Mann wurde tot in seinem Haus aufgefunden. Zwar galt das Hafen- und das Armenviertel als raue Gegend und nicht immer wurde ein Todesfall mit Sorgfalt untersucht. In Anbetracht der kürzlichen Ereignisse entschied man sich jedoch dafür, wieder mehr Präsenz auf den Straßen zu zeigen. Die Pest, die Lebensmittelknappheit und der Angriff auf ein nahegelegenes Dorf verunsicherte die Bürger schon genug, als das man nun den Gedanken zulassen durfte, ein Mörder würde sein Unwesen treiben.

    Der Tote hieß Haris und arbeitete als Minenarbeiter, der jedoch schon seit über drei Wochen nicht mehr auf Arbeit erschienen war. Er wurde offenbar Opfer eines kaltblütigen Mordes, den die Stadtwache nun zu untersuchen hatte. Sie durchstreifte die Gassen nach möglichen Hinweisen und fragte die Bewohner des Armenviertels, ob ihnen irgendetwas aufgefallen sei.

    "Haris? Ja, der hatte viele Schulden. Bestimmt wurde er deswegen getötet!" sagte der eine. "Den kenne ich nicht aber ich habe ihn ein paar Mal zu Beliar beten hören - also der sprach immer in einer komischen Sprache. Bestimmt war er so ein Kultist, ja ja!" sagte der andere. Wieder ein anderer behauptete: "Der hat sich oft mit seiner Frau gestritten. Die hat den bestimmt getötet. Jede Wette! Wollte bestimmt das Gold, was er in der Minenarbeit verdient hat. Eine ganz falsche Schlange, diese Frau..."

    Langsam verlor die Stadtwache die Geduld und hatte die Hoffnung bereits aufgegeben, einen sinnvollen Hinweis zu erhalten. Dann aber erzählte ein alter Mann: "Ich stehe hier nun schon seit so vielen Jahren und noch nie habe ich solche Leute gesehen. Ja, ganz anders aussehende Menschen. Seltsame Kleidung mit einem Drachen drauf. Einer trug ein Seidengewandt. Sah aus wie ein Kleid. Ganz komische Leute..." Da fiel einem der Soldaten ein, dass sie vor einigen Tagen einen Händler im Hafenviertel kontrolliert hatten. Er trug ein Seidengewandt und sowohl auf seiner Kleidung, als auch auf seinem Schiff, prangte ein großes Drachensymbol.

    Endlich hatte die Stadtwache zumindest eine Spur und diese führte ins Hafenviertel, wo ein großes, unbekanntes Schiff vor Anker hielt.

    Maximuss
    Last edited by Die Stadtwache; 14.09.2014 at 19:17. Reason: Titel hinzugefügt

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    Das Händler- und Handwerkerviertel war dieser Tage gut besucht. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sich der Warenvorrat der Händler auf dem Marktplatz langsam dem Ende neigte. So kam, dass der Großhändler der Händlergilde bereits seit den frühren Morgenstunden damit beschäftigt war, Kunden zu beraten und zu bedienen. Für viele von ihnen waren die Preise des Grafens aber einfach zu hoch, als dass sie sich mit Vorräten eindecken konnte. Einige nahmen für ihren Einkauf Kleinstkredite auf oder verpfändeten ein wertvolles Erbstück. Denn auch, wenn die Stadt bereits mit der Ausgabe Lebensmitteln begann, konnte der Bedarf der Bevölkerung nicht ansatzweise gedeckt werden. Wer Trockenfleisch einlagern wollte, der musste zwangsläufig bei den Händlern der Stadt einkaufen.

    Leicht genervt schaute Maximuss einen einfachen Kunden an, der einige Feldrüben bei ihm kaufen wollte. "Guter Mann, ich bin Großhändler und verkaufe vornehmlich in großen Stückzahlen. Wollt Ihr nicht wenigstens eine Kiste voll nehmen?" fragte Maximuss. Der Kunde jedoch schüttelte mit dem Kopf. Mehr Gold wolle er heute nicht für Essen ausgeben, sagte er.

    Zwar verdiente der Graf gut an jeder verkauften Ware. Doch er ärgerte sich trotzdem. Es sollte sich nicht herumsprechen, dass er überhöhte Preise verlangte. Denn sobald die Händlergilde das Signal zum Lagerverkauf gab, wollte er die Kunden natürlich anziehen. Würde es aber die Runde machen, dass Maximuss deutlich höhere Preise verlangte, als der einfache Händler auf dem Markt, hätte er es deutlich schwieriger.

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    Veteran Die Stadtwache's Avatar
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    Das Hafenviertel

    Die Nacht war bereits angebrochen, als sich einige Angehörige der Stadtwache auf dem Weg zum Hafen machten. Vor zwei Tagen war ein Mann tot in seinem Haus im Armenviertel aufgefunden worden. Die Befragung der hiesigen Bewohner hatte nicht viel ergeben. Ein alter Mann hatte sich an eine auffällige Gruppe erinnert, auf dessen Kleidung ein Drachensymbol prangte. Das vor einigen Tagen im Hafen angelegte Schiff trug ein solches Symbol.

    Nach wenigen Minuten erreichte die Stadtwache das bewachte Schiff. "Wir wollen zu eurem Kapitän." sagte Joffrey. Doch die Fremdlinge versperrten den Weg zur Schiffsrampe. Scheinbar haben die Männer nicht verstanden, weswegen die Stadtwache gekommen war. "Bei Innos'. Im Namen des Königs, macht den Weg frei!" befahl Joffrey und in diesem Moment ertönte die Stimme des Händlers. "Was ist das für ein Lärm!? Was wollt Ihr schon wieder hier? Bringt Ihr mir die Teeproben zurück!?"

    "Wir möchten mit Euch sprechen. Es ist dringend!" sagte ein schmalgebauter Soldat der Stadtwache. Der Händler schaute ungläubig, sprach zu seinen Wachen vor dem Schiff: "Fangxing!" und die beiden Männer machten den Weg für die Angehörigen der Stadtwache frei. Der fremdländische Händler machte keinen besonders freundlichen Eindruck: "Was wollt Ihr!? Ich muss Euch sicher nicht daran erinnern, dass ich ein Gesandter des königlichen Konsortiums bin." Doch seine Worte trafen auf wenig Gehör.

    Joffrey baute sich auf und erhob sodann das Wort: "Vor zwei Tagen wurde ein Mann im Armenviertel tot aufgefunden und ein Bewohner der Stadt hat uns davon berichtet, dass Ihr am Armenviertel gesichtet worden seid. Was wolltet Ihr dort!?" Der Gesichtsausdruck des Händlers verdunkelte sich. Wütend griff er in die Innentasche seines Seidengewandts und holte ein Pergament hervor. Er rollte es hastig auf und zeigte es den Stadtwachen. "Wisst Ihr, was das ist!? Das ist eine Immunitätserklärung Eures Königs! Als Gesandter des Konsortiums der Händler und als Repräsentant des Königsreiches Shang unterliege ich nicht Eurer Willkür! Verlasst dieses Schiff, auf der Stelle!" schrie der Gesandte.

    Tatsächlich war er im Besitz einer königlichen Immunitätserklärung. Das Pergament trug ordnungsgemäß das Siegel von König Rhobar III. und hatte erst vor kurzem seine Gültigkeit erlangt. Das Pergament hätte zwar seine Gültigkeit verloren, wenn belastende Beweise für einen begangenen Mord vorgelegen hätten. Die Stadtwache hatte aber nur eine wage Vermutung und war so gezwungen, dass Schiff zu verlassen. Denn auch wenn sich es im Hafen von Argaan befand, wurde das Schiff durch die Immunitätserklärung zum Hoheitsgebiet des Königreiches Shang.

    Verwirrt und verärgert verließ Joffrey zusammen mit seinen Männern das Schiff. Er wollte unverzüglich in Vengard anfragen, ob und warum man einem Gesandten des Königreiches Shang eine solche Erklärung ausstellen ließ.
    Maximuss

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    Silberbaron von Khorinis  Maximus's Avatar
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    Das Händler- und Handwerkerviertel

    Bereits seit über fünfzehn Minuten schaute sich ein Kunde die reich verzierten Silberkelche an, die Maximuss in den schweren Holzregalen ausgestellt hatte. Zur Überraschung des Großhändlers war es der erste Kunde an diesem Tag, der sich nicht für Lebensmittel interessierte. "Der Kauf soll gut überlegt sein. Ein Geschenk für meinen Vater. Ein gemachter Mann im Reichenviertel, müsst Ihr wissen." sagte der Mann, als er sich noch einmal die Verzierung eines bestimmten Kelches anschaute. "Ja, ich glaube... doch! Der ist es. Die Verzierung gefällt mir am besten und sie wird auch meinem Vater gefallen. Was soll er kosten?" Maximuss vergewisserte sich, welchen Kelch der Kunde zu kaufen versuchte und antwortet dann: "Da habt Ihr Euch wirklich einen schönen Kelch ausgesucht. Seltenes Schmiedehandwerk aus Nordmar. Wird in der Form nicht mehr hergestellt. Der Meisterschmied ist schon vor vielen Jahren gestorben. 300 Goldmünzen."

    Durch eine Geschichte verkauften sich die Stücke meistens besser und das wusste auch Maximuss. Der Kunde überlegte einen Moment und antwortete dann: "300 sagtet Ihr? Hmm... Ach was soll's! Ich nehme ihn!" Hastig zählte er einige Samtbeutel ab und legte sie auf den Tresen. Nachdem sich der Großhändler von dem Inhalt überzeugt hatte, verabschiedeten sich die beiden Männer und Maximuss schloss erschöpft die Tür ab.

    Viele Besucher hatte er heute gehabt, doch nur wenige haben auch etwas gekauft. Noch immer war die Lebensmittelversorgung stark eingeschränkt und die Bürgerinnen und Bürger kamen vom Marktplatz ins Händler- und Handwerkerviertel, um dort ihren Wocheneinkauf zu machen. Grundsätzlich nicht ungewöhnlich aber die Preise der dort ansässigen Händler war in der Regel höher, als auf dem großen Platz in der Mitte der Stadt.

    Maximuss setzte sich zu Bragan an dem runden Tisch und erhob das Wort: "Erinnerst du dich an den Novizen? Er hat seine Schulden noch immer nicht bezahlt. Scheinbar hat er die Botschaft nicht verstanden. Hast du einem Feuermagier das Schreiben überbracht, wie ich es dir einst aufgetragen hatte?" Bragan nickte. "Nun gut. Diese Woche will ich mich noch gedulden. Wenn der Novize bis dahin die Schuld nicht beglichen hast, machst du einen kleinen Ausflug mit ihm..."

  14. #54
    Harivald
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    Stöhnend und der völligen Erschöpfung nahe, ließ Harivald sich auf seine rauhe Adlatenpritsche niederfallen. Tagelang war er als unbedeutende Figur von Auftrag zu Auftrag gejagt worden, während die Mächtigen ihn wie eine lästige Fliege behandelten, bis er sich schon selber auch so fühlte. Nicht mit allen Adlati wurde dieser rauhe Umgang gepflegt, das sah Harivald. Trutzbold zum Beispiel, der Neffe des Magiers Daron, befahl einer ganzen Schar von Auszubildenden, alle jedoch vom Rang her weder höher noch niedriger. Und Trutzbold, schien es, ward noch nie von einem bei besonders körperlich anstrengender Arbeit gesehen, dafür sorgte man ganz selbstverständlich, denn Daron war ein angesehenes Mitglied des Ordens und er wollte, dass seinem Neffen einst selbes widerführe.
    Während Harivald sich also mehr schlurfend als gehend in die Arbeit stürzte, schürte der Pöbel einstweilen erste Gerüchte über massakrierende Orkhorden, die ein Bündnis mit König Ethorn geschlossen hatten und dieses nun voll grimmiger Entschlossenheit dazu nutzbar machten, Thorniaras und damit Rhobars Macht niederzureißen. Anderswo war die Rede von dem Drachen Weißauge, der sich schon nicht so bald aus seinem Sitz im Gebirge erheben würde. Weder das ein, noch das andere klang wirklich überzeugend in Harivalds Ohren.

    »Erhebe dich, Adlatus Harivald!«, riss die aufgebrachte Stimme Darons den Liegenden aus seinen Gedanken.
    »Was ist denn los?«, fragte Harivald und rieb sich die Augen.
    »Was los ist? Was los ist, fragt er mich. Das sollte vielleicht eher ich dich fragen, Adlatus Harivald. Denn anders als du vermag ich die Frage nicht zu beantworten, bezieht man sie zugleich noch auf ein ganz und gar nicht schickliches Verhältnis eines Ordensmitgliedes mit einem unbarmherzigen Geldverleiher. Woher stammen denn deine Blessuren?«, sagte Daron und fasste Harivald grob ans Kinn. »Na?«
    »Treppenunfall. Das die auch immer so glatt gewetzt sein müssen.«
    »Erzähl mir nichts, Adlatus Harivald, und schon gar keine Lügen, denn so etwas wollen wir hier auf keinen Fall.«
    Plötzlich erhob sich Daron und wuchs zu einer bedrohlichen Größe an und sein Schatten füllte das ganze Zimmer. Doch Harivald blickte ihm nach wie vor furchtlos ins Auge.
    »Mein lieber Adlatus Harivald«, fuhr der Magier fort. »Der Rat wird in deiner Angelegenheit beraten und dann einheitlich eine Entscheidung herbeiführen, die hoffentlich zu deinem und unserem Vorteil gereichen wird.«
    Dann wandte er sich zum Gehen.
    »Ihr sagt, Ihr wünscht keine Lügen in diesen Gemäuern«, rief Harivald dem Davoneilenden hinterher. »Dann darf ich Euch schlussfolgernd Glauben schenken, wenn Ihr mir bestätigen würdet, dass Trutzbold, Euer Neffe, aus einem gewichtigerern Grunde bevorzugt wird als dem, dass er Euer Verwandter ist?«
    Doch er erhielt keine Antwort darauf, denn Daron war bereits verschwunden.
    Last edited by Harivald; 17.09.2014 at 12:17.

  15. #55
    Harivald
    Gast
     
    Am nächsten Morgen wurde Harivald durch ein äußerst unsanftes Rütteln an der Schulter geweckt. Er erkannte die untersetzte Statur Trutzbolds an seinem Bett.
    »Aufstehen, du Faulpelz!«, blaffte dieser mit seiner kratzigen Stimme.
    »Seit wann hat ein Adlatus mir vorzuschreiben, wann meine Aufstehzeiten sein sollen?«, gab Harivald leichthin zurück und drehte sich auf die andere Seite. Dies schien dem Neffen Darons einstweilen überhaupt nicht zu gefallen. Offenbar war er es nicht gewohnt, auf Widerstand zu treffen. Na, dem würde es Harivald schon zeigen.
    »Es gibt Arbeit, du Penner! Jetzt pack dich aber geschwind auf die Füße, sonst lernst du mich mal kennen!«
    »Du hast Recht«, sagte Harivald. Und ehe Trutzbold sich versehen konnte, war Harivald aufgesprungen und packte ihm am unbefleckten Kragen.
    »Alleine dafür würde sich das Aufstehen ja lohnen. Dir kräftig einen Tritt in den Hintern zu verpassen, armseliger Wicht. Aber ich stehe schon so nicht im besten Ansehen der Magier, darum lasse ichs für heute dabei bleiben.«
    »Soll das eine Drohung sein?«, fragte Trutzbold betont lässig.
    »Wenn ich Ja sagen würde, würdest du es dann Onkel Daron petzen?«, erwiderte Harivald und ließ den kleinen Adlatus zurück auf den Boden gleiten. Trutzbold erhob sich schneller, als man ihm bei seiner Größe zutrauen könnte und begab sich zum Ausgang der Schlafkammer.
    »Das war ein Fehler«, sagte er, ehe Harivald ihn schon im Türrahmen verschwinden sah.

    Dem Schwarzhaarigen war dies gleich. Ob er wegen einer solchen Lappalie rausfliegen würde, wagte er vorsichtshalber zu bezweifeln, doch auszuschließen war es nicht. Und wenn, so wäre er auch froh, denn die Düsternis in den Mauern des Klosters machte ihn schwermütig. Außerdem wollte er endlich in die Bibliothek. Er beschloss, bei nächster Gelegenheit um Zutritt dazu zu erbitten.

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    Silberbaron von Khorinis  Maximus's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Das Händler- und Handwerkerviertel

    Der Großhändler saß zusammen mit seinem Leibwächter am runden Tisch des Ladens. Es war ein Tag, wie jeder andere auch. Nur die Anzahl derer, die bei Maximuss etwas kaufen wollte, stieg von Tag zu Tag. Noch immer wartete das Mitglied der Händlergilde darauf, dass der Gildenmeister den Verkauf der Lagerbestände befiehlt.

    "Manchmal frage ich mich, warum ich den Plänen von Trevor gefolgt bin und ihm in seinem Vorhaben unterstütze, Argaan als Standort der Händlergilde auszubauen." sagte Maximuss. "Selbst wenn wir Erfolg haben sollten, wird man die Händlergilde nicht als Bestandteil des Königreiches sehen. Wir werden früher oder später auf Widerstand stoßen, wenn unser Einfluss zu groß wird. So ist es bereits in Myrtana geschehen. Die Händlergilde sah sich gezwungen, den Standort in Myrtana aufzugeben und ins Herzogtum Rivellon zurückzukehren. Damals gab es intensive Diskussionen darüber, wie man auf einen solchen Vorfall reagieren soll. Damals wie heute, befand sich das Herzogtum im Krieg mit den primitiven Orks. Andernfalls hätten sich die Gildenmeister wohl dafür eingesetzt, den König anzugreifen." einen Moment lang war es still.

    "Nun befinden wir uns aber wieder in einer Stadt, die von König Rhobar und den Streitern Innos' kontrolliert wird. Innos... die Menschen verehren ihn als gutmütigen und gerechten Gott. In seinem Namen töten sie unzählige Menschen und verfolgen Beliaranhänger wie wilde Tiere. Sie maßen sich an, über Recht und Unrecht urteilen zu können... Eines Tages werden sie vielleicht erkennen, dass auch ihr Gott bösartig ist." wieder war es still. Bragan war ein guter Zuhörer aber reden würde er nur dann, wenn er gefragt wird.

    "Genug geredet. Ich werde mich nun zu Bett legen. Der morgige Tag wird sicherlich ebenso anstrengend werden, wie der heutige. Gute Nacht, Bragan."

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    Kämpfer Uriel Ventris's Avatar
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    Uriel Ventris is offline
    Für Uriel hatte sich kein Waffenbruder gefunden, der mit ihm ausgezogen wäre, um gemeinsam das Übel, das über die Insel zog, zu bekämpfen. Viele Gespräche hatte er geführt, doch alle hatten sie "andere Dinge" zu tun. Uriel glaubte bei den meisten schlicht und einfach an deren Feigheit und die Schwäche ihres Glaubens. Selbst wenn zwei Kämpfer zu wenig waren, um alles übel aufzuhalten, so würde Innos dennoch seine schützende Hand über sie halten und ihnen beistehen.
    Wütend und frustriert hatte sich Uriel dennoch seinen persönlichen Plänen für eine mögliche Reise gewidmet. Ob er vielleicht auch alleine losziehen könnte? Möglich war es natürlich, doch waren die Aussichten auf irgendeinen Erfolg gleich viel geringer, wenn die entsprechende Rückendeckung fehlte. Und so blieben seine Pläne zur Reise einfache Pläne.

    Nun schlenderte er durch die kühle Abendluft, die blank pollierte Rüstung stolz tragend. Der Weißhaarige genoss das Gefühl der Autorität und Ehrfurcht, dass er bei den einfachen Bürgern hervorrief. Sie alle hielten kurz inne und versteiften sich für wenige Herzschläge, wenn sie das Klirren und Scheppern des Metalls hörten und dann den Ordensbruder in voller Montur erblickten. Es war dieses ständig schlechte Gewissen, dass bei nahezu jedem hervorkam, wenn er in die Nähe einer gesetzeshütenden Person kam. Dieses kurze Aufkeimen von Furcht, wenn man überlegte, ob dieser Ordensbruder vielleicht wegen einem selbst kam, weil man sich unwissend etwas zu Schulden hatte kommen lassen. Uriel selbst kannte das nie. Sein Gewissen war stets rein vor sich und Innos. Und daher genoss er dieses Gefühl bei anderen um so mehr.

    Schließlich erreichte er die Zitadelle und begab sich auf direktem Weg zu seinem Quartier. Erst kürzlich hatte er sich einen neuen Tisch gekauft, um daran zu arbeiten. Auf den ersten Blick war es ein schlichter Tisch. Doch wenn man das richtige Auge dafür hatte, erkannte man, dass er besonders war. Abgesehen davon, dass es sich um eine seltene Holzart aus den östlichsten Regionen Nordmars handelte, war das Holz außerdem heilig, da es Priester geweiht und gesegnet hatten. Zudem waren auf sämtlichen Schubladenböden, dann den Griffen und der Unterseite der Tischplatte Schutzsiegel eingeritzt und -gearbeitet worden, um böse Geister, Dämonen und anderes unheiliges abzuhalten. In diesem Tisch bewahrte er seit dem seine wertvollsten Unterlagen wie beispielsweise seinen Stammbaum, sein offizielles Wappen und seine Ordensurkunde auf.
    Gerade wollte er zum Gebet auf dem Fußboden niederknien, da klopfte es an der Tür und nach einem "Herein" von Uriel trat eine der Wachen am Eingang der Zitadelle ein.
    "Ordenbruder Ventris", sagte diese und verbeugte sich angemessen "Verzeiht die Störung, doch unten steht eine Frau, die behauptet, sie wäre von euch hierher eingeladen worden. Sie brachte diesen Ring als Beweis"
    Während er das sagte, holte der Mann einen goldenen Ring aus der Tasche und hielt in Uriel hin. Dieser sprang etwas zu freudig auf, griff hastig nach dem Ring und fing sich dann sofort wieder.
    "Danke sehr", sagte er und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht "Führe sie hierher, ich habe sie tatsächlich erwartet."
    Uriel freute sich außerordentlich. Endlich hatte Florence sein Angebot angenommen.

  18. View Forum Posts #58
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    Florence is offline
    Es fühlte sich ein wenig so an als habe die junge Waffenmagd den halben, wenn nicht ganzen Sommer verschlafen. Zumindest erschien es ihr so, als sie sich auf dem Weg zur Zitadelle befand um Uriel Ventris zu besuchen. Sie hatte sich lange geweigert, seiner Einladung zu folgen. Sie fühlte sich nicht wohl dabei, Kontakte auszunutzen um aufzusteigen in den Reihen der Stadtwachen und des Ordens. Ehrliche Arbeit sollte das einzige sein, was sie voranbrächte und nichts anderes.
    Doch trotz aller guten Arbeit war sie weiterhin nur eine Waffenmagd, ein niemand. Und das gefiel ihr noch viel weniger, musste sie sich allmählich eingestehen. Vor allem bei all dem Übel, welches derzeit Thorniara und die ganze Insel heimsuchte.
    Kurz darauf befand sie sich auch schon bei der Zitadelle. Eine der Wachen hielt sie sogleich auf, fragte, was sie hier wolle.
    „Oh, ich möchte nur jemanden besuchen.“
    „Schön für euch, kein Einlass.“
    „Aber dieser jemand weiß Bescheid, er hat mich eingeladen.“
    „Und wer soll das gewesen sein?“
    Sie nahm den goldenen Ring und reichte ihn der Wache. „Uriel Ventris.“

    Für einen Moment musste sie draußen warten, während die Wache drinnen nach Uriel suchte, dann kam sie jedoch wieder und führte die Waffenmagd etwas mürrisch hinauf zu eben diesem. Dort verabschiedete sich der Mann und Florence wandte sich dem Gesuchten zu.
    „Einen schönen Abend euch, Uriel. Ich hoffe, ich störe euch nicht. Ich weiß auch eigentlich gar nicht“, meinte sie sogleich, „weshalb ich hier zu euch komme. Aber vielleicht habt ihr ja Durst auf ein Bier?“

  19. View Forum Posts #59
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    Uriel Ventris is offline
    "Gewiss stört Ihr nicht. Doch Ihr wisst nicht, weshalb Ihr hier seid? Habt Ihr Euch immer noch nicht entschieden? Oder wolltet Ihr mir einfach meinen Ring zurückbringen?", fragte Uriel und lächelte sie etwas zu übertrieben an. Gleich darauf kam er sich lächerlich vor. Natürlich schmolzen nahezu alle Frauen, egal aus welcher gesellschaftlichen Klasse, bei seinem Lächeln dahin. Denn Uriel wusste durch seine jahrelange Erfahrung als Kaufmann, welche Tricks und Kniffe man anwenden musste, um einen Geschäftspartner über das Angebot hinaus überzeugen konnte.
    Doch bei Florence war dieses Lächeln nicht das nüchterne, perfekt einstudierte leichte Anziehen der Mundwinkel wie sonst immer. Bei ihr kam es dem weißhaarigen Ordensbruder geradezu dümmlich vor, so breit wie sich das Grinsen anfühlte. Verlegen räusperte er sich.
    "Aber ja, ein Bier ist genau das, was wir beide gebrauchen können. Lasst uns gehen", sagte er wiederum etwas zu hastig gegenüber einer einfach Waffenmagd. Vielleicht war dieses unvorbereitete Treffen doch nicht so gut. Er war vollkommen überrumpelt von - von was eigentlich? War es vielleicht Ihr Anblick, der ihn so bezauberte?
    Leicht schüttelte er den Kopf, um endlich seine Gedanken zu ordnen und öffnete Florence die Türe mit den Worten "Bitte nach Ihnen, Milady"
    'Peinlicher Trottel', dachte er sich.

  20. View Forum Posts #60
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    Florence is offline
    Bevor sie auch nur etwas auf Uriels Frage antworten konnte – und dieses überbreite Grinsen hielt sie einen Moment zurück – folgte er auch schon ihrer Einladung auf ein Bier. Höflich öffnete er die Tür und bezeichnete sie gar als ‚Milady‘, ein Begriff, den sie sonst nur bei Damen hohen Ranges gehört hatte.
    Aber wieso sollte ich nicht mitspielen?
    „Habt Dank, Sir“, antwortete sie deshalb mit einem flüchtigen Lächeln, welches hoffentlich besser wirkte als sein Grinsen.
    Dann befanden sich die beiden auch schon auf dem Weg zu einem netten Bier. Während sie neben dem Ordensbruder schritt, ging sie noch einmal tief in sich und versuchte sich ein für alle Male klar darüber zu werden, was sie wirklich wollte. Wollte sie das alles? Wollte sie Hilfe? War sie wirklich dazu bereit und nicht einfach nur kurzfristig frustriert? Schließlich hatte sie sich bislang doch auch immer damit zufrieden gegeben, was sie hatte. Wieso war das nun anders?
    Weil die Zeiten sich änderten. Weil die Welt am Abgrund stand und nur die wahre Macht wirklich etwas erreichen konnte, um die Dunkelheit aufzuhalten.
    „Ihr habt mich übrigens entlarvt. Ja, ich bin nicht einfach so bei euch erschienen. Ich möchte stattdessen um eure Hilfe bitten, wenn ihr mir sie noch geben mögt.“

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