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#1 Dai Shi - Das Spiel beginnt!

  1. #261 Reply With Quote
    Lehrling Towb's Avatar
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    EIN-MAL MIT PROFIS.
    [Bild: Unbenannt_1_klein_3.png]IST. JA. GUT. So langsam hatte er es auch verstanden. Als ob Ryon das nicht schon beim ersten Mal merkte, was das hämische Grinsen auf den Gesichtern der anderen Spieler bedeutete.
    JA, er hatte sich bewusst dafür entschieden seinen Avatar in eine Schuluniform zu stecken und JA, man hätte sich vorher informieren können und JA, das machte ihn wahrscheinlich sehr leicht zur Zielscheibe für andere. All die Jahre hatte hat man ja nie jemanden gesehen, der so in der Art im Dai Shi angetreten war. Also dachte sich Li, dass das vielleicht ein ganz neues, verstecktes Feature – vielleicht sogar Hinweis - wäre. Das stelle man sich doch mal vor: DAS Todesspiel, welches die gesamte Welt zu fesseln scheint, sich auf einmal den Hintergrund eines High School Anime Dating-Games bedient. Dann hätten sie alle Augen gemacht! Und Ryon hätte sie spielend leicht hinters Licht führen können, um letztlich als Sieger hervorzugehen. Nicht, dass das in irgendeiner Weise der Plan war, aber in dem Moment fühlte sich die Vorstellung einfach gut an. Klar, auf Nonomotobook konnte man bestimmt ein Paar Ingame-Screenshots finden, um seine Neugier auf das kommende Event zu stillen. Jedoch vermied Li die Nutzung solcher Mainstream-Dienste, geschweige denn den Besitz von Produkten, die mit diesem Teufelskonzern zusammenhingen.
    Die mobile Neuraleinheit musste dabei jedoch eine Ausnahme bilden. Manchmal musste man eben Feuer mit Feuer bekämpfen, wenn man das Böse an der Wurzel packen wollte.
    Wie dem auch sei. Lästig war nur, dass offensichtlich alle Spieler annahmen, dass Ryon wohl ein armer Irrer war, der keine Ahnung hatte, worauf er sich da eingelassen hatte und mit ihrer Meinung auch nicht hinterm Berg hielten. Manche konnten sich auch den Ausruf: „Hey, süßer Shotacon!“ nicht kneifen. Jedes mal, wenn der rosahaarige diesen Kommentar hörte, verdrehte er die Augen, schnalzte verächtlich mit der Zunge und schob langsam die Luft aus dem Inneren seines Kehlkopfes, sodass man insgesamt ein: „Tse, chhhh.“ gefolgt von einem „das heißt Shota, ihr Kretins!“ hörte. Wenn dann richtig.

    Auch wenn der Thaumaturg optisch auffiel, gab es momentan wahrscheinlich einen weitaus begehrteren Dummen als ihn – der Spieler von letzter Nacht. Jener, welcher sehr negativ über den GM und das Dai Shi geschimpft hatte. Wohl viel mehr geflucht, als nur geschimpft.
    Und da waren sie wieder – die leidlichen Bilder des vergangenen Abends. Unwillkürlich schnalzte der zukünfte Magical Boy wieder. Es war egal, was dieser Ober-GM eigentlich für einen Engel darstellen wollte, aber diese… ganze Szenerie! Seine innere Stimme betonte die letzten Worte so, als ob jemand voller Hass das Wort “Magier“ sagen würde. Genervt ließ der Junge seinen Vorderfuß mehrfach schnell hintereinander den Boden berühren. So etwas kann doch nur von einem Typen kommen, der gesellschaftlich und physisch so einiges zu kompensieren hat, dachte Li, aber sie war sich sicher, dass egal wer über diesem Game Master stand, er war ganz bestimmt begeistert von dem vorgeführtem Spektakel.
    Danach durfte dieser “X“ garantiert noch solange das Knie seines Vorgesetzten kratzen, bis dieser schließlich „Höhö“ machte. Und wer weiß? Vielleicht war es ja sogar Oda Nonomoto höchstselbst. Eine Frau konnte es unmöglich sein. Die hätte ihm wahrscheinlich noch während der Zeremonie eigens vom Himmel geholt, gefragt was der Bockmist denn solle, den er da fabriziert und etwas qualitativ hochwertiges dahergezaubert. Aber so kam da nur eine schnöde Machtdemonstration bei rum, die alle Spieler auf ihren Platz zurechtweisen sollte. Ganz großes Kino. Ganz ehrlich! Wow, einfach: wow… Als ob die in der Führungsriege dieses sklaventreibenden Saftladens sich nichts besseres einfallen- oder gar hätten leisten können. Was für ein Armutszeugnis.
    Etwas resignierend seufzte Ryon. Natürlich mussten ja danach auch alle Spieler, die etwas auf sich hielten SOFORT – am besten schon gestern – zu den Toren stürmen. Nicht wenige davon fanden ein schnelles, unspektakuläres Ende. Normalerweise würde so etwas Li in der Seele wehtun,wenn Leben so sinnlos verwirkten, doch es gab einen Unterschied zwischen Mut und Dummheit. Selbst wenn sie versucht hätte, jemandem zu helfen, ohne Skills wäre der Plan nicht aufgegangen, ganz zu Schweigen von den Massen, deren Herr sie hätte werden müssen. Außerdem entschied es schließlich jeder für sich, wie er die Zeit am Besten nutzte. Andere böse Zungen im Netz hätten jetzt von “natürlicher Auslese“ gesprochen. Auch Ryon empfand den Vergleich ausnahmsweise mal nicht ganz unpassend.

    Unbekümmert legte er beide Hände in den Nacken und schlenderte etwas orientierungslos durch die nahegelegenen Straßen der Stadt. Wo wohl die anderen waren? Bei dem Gedränge letzte Nacht hatte er sie nicht gesehen. Auch die hinausstürmende Menge hatte den Umstand sicher nicht leichter gemacht. Am Besten blieb er noch eine Weile am Hauptplatz. Wahlloses Umherirren in einer völlig fremden, riesigen Stadt erschien daher unsinnig. Also machte der Jugendliche schnell wieder kehrt und hoffte, dass ihn bald jemand am Hauptplatz aufgabeln würde.

    Towb is offline Last edited by Towb; 25.11.2020 at 13:40.

  2. #262 Reply With Quote
    .. loves to smile for you  BlackShial's Avatar
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    Was bisher geschah: Ihr Verhängnis

    [Bild: AvatarYaeger2.png]Diese unfassbare Ausdauer!
    Diese unbeschreibliche Kraft!
    Jeder Satz, mit dem sich der gewaltige Löwe fortbewegte, war von einer solchen Stärke geprägt, wie Hunter es noch nie hatte miterleben dürfen. Jedes Mal, wenn der massive Bestienkörper den Boden berührte, konnte er jeden einzelnen Muskel genauesten spüren. Die Muskelstränge, die vollkommen mühelos diese brachiale Masse in Bewegung brachten, als sei es das Leichteste auf der Welt. Er konnte den Wind in seinem Fell spüren, der ihn am ganzen Körper zu versuchte zu umschmeicheln, je schneller er sich bewegte. Der Sand zwischen den Krallen. Jedes einzelne Sandkorn umspielte seine Pfotenballen, kitzelte ihn fast schon. Ha! Das musste man sich einmal vorstellen! Seine Pfotenballen! So eine geile Scheiße!
    „Marak Shora!“
    Ja, so frei hatte er sich zweifelsfrei noch nie gefühlt. Selbst nach unzähligen Stunden ungesichert auf seinem gespannten Kunstfaserband im Bryce-Canyon-Nationalpark, konnte er nicht behaupten dieses Gefühl so präsent gespürt zu haben. Nicht einmal, als er jede nur erdenkliche Klippe und jeden natürlichen Felsbogen in selbstmörderischer Geschwindigkeit mit dem Wingsuit passierte, nur wenige Zentimeter vom sicheren Tod entfernt.
    Er hatte absolut keine Ahnung wie viel Zeit vergangen war, nachdem er sich in der Euphorie seines neuen Körpers verloren hatte, doch die Nacht wurde inzwischen fast gänzlich vom dämmernden Wüstenhorizont entmachtet. Gerade, als der Löwenwandler kehrtmachen wollte, zurück in Richtung der Stadtmauer - die er bereits schon nicht mehr hinter den Dünen zu erkennen vermochte – wurde seine Aufmerksamkeit gänzlich von einem intensiven Geruch eingenommen. Der Geruch von Blut.
    Säuerlich, fast schon giftig. Es biss einem förmlich in die Nase, wahrscheinlich sogar, wenn man keinen so ausgeprägten Geruchssinn hatte wie die rote Bestie.
    Mit zu Schlitzen geformten Pupillen blickte sich Yaeger um, schlug noch mitten im Sprint einen Haken ein und setzte seinen Weg fort. Immer der Nase nach.

    Schweiß perlte an den ausgeprägten Bauchmuskeln des jungen Mannes herab, dessen Oberkörper von nicht mehr als ein paar Gurten und Bandagen bedeckt war, dafür aber mit etlichen Goldketten behangen. Das helle Licht der aufgehenden Sonne wurde in den unzähligen Rinnsalen reflektiert, welche die fleischgewordene Landschaft der Lust zierten.
    „Piratenkerl, wenn’s beliebt!“
    Mit einem breiten Grinsen auf den schmalen Lippen stellte sich der junge Mann seinen Zuschauern vor, dabei mit geübten Bewegungen seine beiden Krummsäbel schwingend. Das blauviolette Blut seiner Feinde benetzte seine breiten Arme und verzierte diese mit Blutmalereien seines Triumphes.
    „Goldene Tage und silberne Nächte! Aye, die wünsche ich euch, meine geschätzte Crew!“
    Hocheuphorisch brüllte er seine Begrüßung gen Wüstenhimmel, den Zeugen seines Kampfes hinter Bildschirmen und Holoübertragungen entgegen.
    Ein gezielter Schnitt mit der scharfen Klinge durchtrennte ein störendes Geräusch und somit den Schuldigen, dessen lebloser Körper geradewegs zu Boden sank. Direkt neben die Leichen drei seiner Artgenossen, die es sich erlaubt hatten den Piratenkapitän herauszufordern. Gerade als ein weiterer Wüstenreißer aus dem Sand hervorstoßen wollte, machte der junge Mann einen schwungvollen Schritt zur Seite und ließ den Angriff ins Leere gehen.
    Sein Lächeln wurde immer breiter. Sein Selbstvertrauen immer präsenter.
    „Durhal sei Dank und der Dank sei euer! Begleitet mich auf meine – mit Verlaub – größte Reise!“
    Der Säbel schnellte nach vorn, direkt auf das wurmartige Wesen zu, welches einen erneuten Angriff zu starten versuchte, dabei aber sofort harten Stahl zu schmecken bekam, kaum dass es sich unter dem Sand hervorgetraut hatte. Die Klinge in der Linken seitlich drehend, strich sich der stattliche Seefahrer eine Strähne aus dem stolzen Antlitz und schmunzelte erneut zu den Wolken herauf. Dabei nur aus dem Augenwinkel heraus erkennend, dass sich erneut der sandige Boden zu erheben schien, machte er einen erneuten Satz zur Seite. Oder versuchte es zumindest.
    Zu spät erkannte er, dass seine Klinge noch immer in dem Wüstenreißer steckte, was ihm den Spielraum zum Ausweichen nahm und er ins Straucheln kam. Sein Blick wanderte zur drohenden Gefahr, welcher er jedoch gedanklich bereits mit einem kräftigen Hieb getrotzt hatte, dabei die Überreste ihres Artgenossen entgegengeschleudert. Er setzte an, ließ das linke Bein durch den Sand streichen, um eine bessere Position einzunehmen und ... nichts. Alles was dem kräftigen Ruck zu seiner Rechten folgte war ein stechender Schmerz, der den Arm heraufwanderte und schlussendlich den ganzen Körper zum erbeben brachte. Mit aufgerissenen Augen starrte der Freibeuter dem Wurm nach, der ihn überraschte und auf das, was er hinterlassen hatte.
    Tränen quollen ihm aus den Augen, so dick, als hätte ihm der Anblick ein Wasserloch ins Gesicht gegraben.
    Ein langer, gequälter Schrei entrann seiner Kehle, als er die blutgetränken Fetzen erkannte, die wenige Augenblicke zuvor noch seinen mit Sternen verzierten Säbel gehalten hatten.
    „Daruul!“

    Es war ein gewaltiges Brüllen, welches im Einklang mit dem Aufschrei schierer Angst den Walzer der Wüste einleitete.
    Tänzelnd wich die riesige Bestie den gefräßigen Gefahren aus, noch bevor diese überhaupt durch den Boden zu brechen vermochten. Jede einzelne Ihrer Bewegungen konnte der Löwenwandler unter dem Sand spüren, wusste damit genau wie er sich zu bewegen hatte, um seine Beute schnellstmöglichst zu erlegen, noch bevor sich diese Aaßfresser an dieser vergehen konnte.
    Mit einem gewaltigen Satz stürzte sich Yaeger auf den Menschenmann, den Kiefer dabei tief in dessen Nacken vergrabend und riss ihn damit schlussendlich von den Beinen. Ein lautes Knacken wich dem kehligen Schrei des Opfers, welches nur noch dank der glucksenden Atemversuche bewies, das es sich an sein jämmerliches Leben klammerte. Knurrend riss der Löwe seinen Kopf hin und her, zerrte seine Beute damit über den von Blut verklebten Sandboden und von den Wüstenreißern weg. Immer tiefer gruben sich seine Fangzähne in das weiche Fleisch des Mannes, bis die Knochen sich seinem Biss widersetzten. Doch er gab nicht nach, immer mehr Kraft brachte er auf, bis er schlussendlich spüren konnte, wie die Knochen unter ihm zu bersten begannen.
    Er schmeckte Blut. So unfassbar viel Blut.
    Hunter konnte gewiss von sich behaupten, mehr Blut geschmeckt zu haben als der typische Irre mit dem Renfield-Syndrom, doch war es bisher immer nur sein eigenes gewesen. Er konnte sich noch genau daran erinnern, als wäre es erst ein paar Tage her, wie er fast an seinem eigenen Blut erstickt wäre. Alles nur wegen einer kleinen Wunde, die er einem Kaffernbüffel zu verdanken hatte, als er sich diesem auf allen Vieren stellte. Nur eine kleine Mutprobe, die er mit seinen Extremsport-Kollegen zelebriert hatte.
    Doch dieses Blut schmeckte anders.
    Und die Tatsache, dass es genauso schmeckte, als hätte er an einem Laternenpfahl geleckt, bescherte ihm Gänsehaut. Nonomoto hatte wirklich keinen Kosten gescheut, es so real wie nur irgend möglich wirken zu lassen.
    Ihm wurde schlecht. Er wollte das Blut von denen, die er tötete nicht schmecken. Eigentlich wollte er gar keines schmecken, auch wenn er sich an sein eigenes schon vor langer Zeit gewöhnt hatte. Das war einfach viel zu realistisch ...
    Vielleicht, aber auch nur vielleicht könnte das Blut von Semiramis seine Meinung ändern. Ob es süßer war, als das von dem Menschenmann? Ob es wohl einen anderen Nachgeschmack hatte? Möglicherweise könnte er davon ja gar nicht genug bekommen ...
    Alles um ihn herum verzerrte sich.
    Er konnte das Gesicht des Menschen genau vor sich sehen, dessen Blut sich in seinem Maul sammelte. Langes, braunes Haar. Markante Gesichtszüge, von einem Bart umrahmt. Augen so blau wie die See.
    Piratenkerl.
    All das wich dem Gesicht eines jungen Mannes, der gewöhnlicher kaum hätte sein können. Dunkelblondes, fast braunes Haar. Eine dicke Hornbrille verzierte das verpickelte Gesicht und verdeckte dabei fast schon die graubraunen Augen.
    Jason Stern.

    Piratenkerl streute sein Augensalz in die weißkalte Schneelandschaft, die er im Gesicht trug, und ein letzter Windhauch streichelte als Abschied über die Wellen seiner tieftraurigen, dunkelblauen Seefahreraugen.


    Kleines Wörterbuch: Nraaki - Deutsch
    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Durhal
    Übersetzung: die blauen Winde
    Bedeutung: Gott der Winde / Winde des Meeres

    Herkunft:
    Das Wüstenvolk verehrt die Winde seither als seien sie selbst eine Gottheit. Formlos, dafür aber unsagbar mächtig, ist dieser Gott von den blauen Meeren gekommen, um den Windreitern sein Geschenk persönlich zu überbringen: Die Wüstenwinde. Dank Durhal ist es dem Wüstenvolk möglich die Sandmeere mit ihren Schiffen zu überqueren.
    Das Volk der Seefahrer hat diesen Begriff als Namen ihres dickbäuchigen Windgottes übernommen, dem Gatten der impulsiven Meeresgöttin Larite.

    [Bild: Blutlinks.png] Not even a sick game like the [Bild: MU4xeQxjjBlutDaiShi.png] can wreck my smile. [Bild: blutrechts.png]
    BlackShial is offline Last edited by BlackShial; 26.09.2020 at 22:43.

  3. #263 Reply With Quote
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    Jarkko ⫘ Doktorspiele

    [Bild: 5IW6noavaava.png]Jarkko blinzelte einmal.
    Dann ein zweites Mal.
    Drehte dann seinen Kopf als würde er sich einen Überblick über den Trainingsplatz verschaffen, was allerdings nur eine Überbleibselreaktion seiner Menschlichkeit war, denn auf das Blickfeld hatte die Kopfbewegung absolut gar keinen Einfluss.
    Sein Auge blieb weiterhin auf der Riesenkatze gerichtet, die wie eine Halluzination vor ihm stand und eine zuckersüße Lolita imitierte, samt kindlich-neugieriger Eigenheiten.
    Es würde Jarkko nicht wundern, wenn der andere Spieler plötzlich begann in der dritten Person von sich selbst zu sprechen und die Zeigefinger in die eigenen Wangen pikste, dabei den Kopf zur Seite lehnte und ein Bein anwinkelte.
    Jarkko war sich außerdem zu 100% sicher, dass er Eckzähne hatte.
    Wow, der Schaden an seinem Gehirn musste größer ausgefallen sein, als er sich vorgestellt hatte. Für einen Moment wusste Jarkko nicht, wie er auf das Verhalten des anderen reagieren sollte – und ja, er war sich sicher, dass der Spieler männlich war. Das da vor ihm war quasi die Definition unter dem Wort „Catfishing“. Sofern Catfishing bedeutete, dass man sich als großes, maskulines Wesen mit extrem überzogenen weiblichen Eigenschaften ausgab, um sich an asexuelle, geschlechtslose Metamorphe ranzumachen.
    Jarkko starrte das Kätzchen – Marshmallow, verdammt niedlicher Name – noch einen Moment an, bevor er sich der fliegenden Kugel namens Doktor Love zuwandte.
    Oh, mit diesem Flirten konnte er arbeiten.
    Mit der Kugel fühlte er sich wenigstens nicht wie ein verdammter Pädo.
    Sein Grinsen wurde etwas breiter, als er nun beide Augen auf die Kugel wandte.
    „Oh Doktor, wie gut, dass Sie da sind. Ich glaube die Holzpuppe hat mich hart erwischt, mir bleibt die Luft aus. Ich hoffe, Sie sind ein Experte in Mund-zu-Mund-Beatmung.“ Er wackelte mit den Augenbrauen, was auch immer das mit seinem Gesicht machte, blieb seiner Fantasie überlassen. „Wenn nicht, können wir gern gemeinsam daran arbeiten.“

    Stand up! It gets better.
    [Bild: 1991.png] dragonage-game.de [Bild: 1991.png]
    And the silken sad uncertain rustling of each purple curtain thrilled me, filled me with fantastic terrors never felt before.
    Moku is offline Last edited by Moku; 07.10.2020 at 20:41.

  4. #264 Reply With Quote
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    Was bisher geschah: Mund-zu-Mund-Beatmung für Anfänger

    [Bild: AvatarMallow1.png]Moment ...
    Nur langsam hob sich die gehörnte Augenbraue der Bestie, die fellige Stirn in Falten gelegt. Das Maul stand leicht offen, gut zu erkennen am Speichelfluss, den Marshmallow dann aber umgehend mit einem Schlürfen, welches in ein Räuspern überging, in den Griff bekam.
    Irgendetwas stimmte nicht.
    Das Fell seines Schweifes stellte sich auf, der Blick wanderte unruhig zwischen dem Metamorph und der Seelenkugel hin und her.
    „Hrmhrmrhm ...“, feierte der Geisterbegleiter seinen offensichtlichen Sieg mit einem triumphalen Lachen. „Mach dich erst einmal frei und ich zeige dir, in was ich genau ein Experte bin. Und glaub mir, mein Mund ist noch nicht einmal meine geübteste Körperöffnung.“
    Mal davon abgesehen, dass diese Aussage einfach nur widerwärtig war, vermochte es der Tirak’tirani noch nicht ganz zu verarbeiten, was genau da geschehen war.
    Er ...
    Ein langes Schnaufen brachte seine Nasenlöcher leicht zum erzittern.
    Er wurde ...
    Fassungslos begann sich sein aufgebauschter Schweif sich wild hin und her zu bewegen.
    Er wurde ignoriert!

    Ichika konnte sich schon gar nicht mehr daran erinnern, als es sich das letzte Mal jemand erlaubt hatte, ihr einfach den Rücken zuzukehren. Für ... Für ... Für ein perverse, kleine, grenzdebile ... Wasauchimmer! Sie war noch nicht einmal mehr fähig eine passende Beleidigung für diesen minderbegabten Nebenbuhler zu finden!
    Und wie konnte man nur so einfach gestrickt sein, auf so eine schwache Leistung der Kunst des Flirtens auch noch hereinzufallen?!

    Marshmallow war entsetzt. Er war wütend. Er war ... gekränkt.
    „Beker?“
    Ein Zucken der langen Ohren untermalte die verhältnismäßig ruhige Stimme der Bestie. Doch ihr Begleiter ließ sich nicht unterbrechen.
    „Aber vorerst zeig ich dir lieber meine ausgefeilten Atemtechniken: Das Hauchen deines Namens, das Pusten in deine Ohren, das Blasen dei-„
    „Beker!“, etwas lauter, aber noch immer in einem ruhigen Tonfall unterbrach der Schamane die körperlose Seele, wandte sich dabei etwas von den Beiden ab und deutete aber mit einer abfälligen Handbewegung auf das schlacksige, augenlose Wesen. „Ich bin mir sicher, dass du zum Blasen weder das Rohr, noch die Dichtung finden wirst.“
    Mal sehen wie lange er noch uninteressant war, wenn der schändliche Schürzenjäger jegliches Interesse verlor.

    [Bild: Blutlinks.png] Not even a sick game like the [Bild: MU4xeQxjjBlutDaiShi.png] can wreck my smile. [Bild: blutrechts.png]
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  5. #265 Reply With Quote
    Lehrling Towb's Avatar
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    Immer vorwärts, durch die Nacht
    [Bild: Belwaarder_Avatar_5.png]
    Das Rascheln kam immer näher – und dann: Ruhe.
    Die Stille erstarb letztlich, als eine Silhouette aus dem Unterholz stolperte. Etwas unbeholfen klopfte sie sich Blätter und Astwerk von der Kleidung. "Aye, ganz schön dunkel hier, das ist es, fürwahr. Das nächste Mal sollte ich wohl mein helles Köpfchen einschalten.", entrann der Gestalt, um einen furchtbaren Start von Konversation zu erzwingen. Die Figur trat ins Mondlicht: eine menschliche Statur mit fellbehaftetem Körper und Pfoten, welcher von einem unverhältnismäßig großen Hundekopf gekrönt wurde. Die helle Behaarung konnte unmöglich zur Tarnung gedacht sein. Seine Kleidung sah aus, als ob er die Garderobe eines drittklassigen Nonowood-Piratenfilms geplündert hätte. Auf dem Rücken trug er einen dunklen, schmucklosen Stab.
    Dieser kurze Eindruck vermittelte irgendwie unbewusst das Bild, als hätte ein verzweifelter Alchemist seinen Lieblings-Shiba mit einem etwas dümmlichen Jungen zu einer Chimäre verschmolzen.
    Das Leuchtreklameschild war praktisch mit der Fertigstellung des Avatars inbegriffen. Wie praktisch. "Warme Tage und milchklare Nächte, Fremder! Ich nehme an, Ihr habt Euch auch in diesem Wald verirrt, aye, das habt Ihr wohl!"

    Offensichtlich ein Spieler. Belwaarder war sich sicher, dass kein Nonomoto-Mitarbeiter so eine grottige Figur, mit derartigem Sprachgebrauch erstellen konnte, selbst wenn er es darauf anlegen würde. Immerhin stand der Großkonzern für Qualität und Innovation, nicht für… so etwas.

    Auch wenn der Überraschungsmoment jetzt nicht mehr auf seitens des Knochensammlers stand, so sollte es im besten Fall nicht allzu viel Mühe kosten, den Hundemann "einzuschläfern".
    Mit beiden Händen umschloss Lieven die Knochendolche und spannte seinen ganzen Körper an. Wenn er den Hund schnell auf den Boden bekam oder ihm die Kehle durchschnitt, war der Kampf so gut wie gewonnen.
    Doch die Kampfhaltung Belwaarders blieb nicht unbemerkt. "Kein Grund für Feindseligkeiten mein Freund, ich bin schließlich in friedlicher Absicht hier, aye, das bin ich fürwahr." Mit einem nicht ganz so ungeschickten Handgriff, zog er den Stab von seinem Rücken, welcher jetzt die Länge von drei Metern annahm. Das Stabende zierte nun zwei Klingen, die die Form von Schmetterlingsflügel besaßen.
    Was auch immer das bringen sollte.
    "...aber wenn du kämpfen willst, werd ich mich zu wehren wissen, mit Verlaub.", sprach der Hundemann und fuchtelte die Stangenwaffe wichtig um die eigene Achse. Lieven ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen: mit einem beherzten Tritt nach oben, schlug er dem Möchtegernpiraten die Waffe aus den Händen. Ohne weiter Zeit zu verlieren, warf er seine Dolche etwas zeitversetzt in Richtung der Pseudo-Chimäre. Ehe die Hundegestalt reagieren konnte, traf auch schon der Erste sein Ziel: die Mitte des Brustkorbs. Die zweite Nahkampfwaffe erwischte sein Opfer an einer etwas ungewöhnlichen, wenn auch nicht minder nützlichen Stelle: zwischen die Augen. Ein dumpfes, metallisches Geräusch erklang. Mit einer entstellten Fratze, fiel der Körper langsam reglos auf den Waldboden.
    Dies alles spielte sich zwar lediglich in einer virtuellen Welt ab, doch zog man doch durchaus einen Nutzen daraus, wenn man diverse Bewegungsabläufe im echten Leben kannte. In der oberen linken Ecke erschien jetzt ein Bild des gerade dahingeschieden Spielers. Ein weißer Mann, schätzungsweise Anfang/Mitte dreißig, dunkle Haare und getrimmter Vollbart – Dino Perl. Der dazugehörige Avatar hieß „OneAndOnlyNonoPieceOtakuFan“. Unwissentlich hatte Lieven die Welt zu einem besseren Ort gemacht.

    Ohne zu zögern näherte er sich dem dahingeschiedenen Stabträger, um sich wieder seiner Waffen zu bemächtigen.
    Er dachte darüber nach, den neu freigeschalteten Skillpunkt zu verteilen. Auch wenn es ihm recht unwahrscheinlich erschien, noch jemanden zu begegnen, so bliebe die Möglichkeit dennoch nicht ausgeschlossen. Immerhin konnte unverhofft nochmal ein Wolf seine nächste Mahlzeit suchen, von der flinken Katzendame mal ganz zu schweigen. Denn wenn Katzen etwas konnten, dann schleichen. Egal ob als aktiven- oder passiven Skill; Rassen- oder Klassenfähigkeit, irgendwann wird der Moment kommen, aus dem sie daraus ihren Nutzen ziehen wird. Doch diesen Moment durfte Belwaarder ihr nicht geben.
    Zudem musste er noch herausfinden, wie man das sonst nicht sichtbare User-Interface öffnen konnte. Sicher wäre es nicht verkehrt das Ganze in Ruhe zu betrachten.
    Dafür gab es jedoch nur einen geschützten Ort: die Stadt Gainos. Nach einigen Blicken durch das fahl beleuchtete Geäst schlug der Knochensammler die Richtung ein, aus der er vermutlich gekommen war. Das Unterholz gab stetig leises Rascheln und Knarzen von sich, egal wie vorsichtig Belwaarder sich auch bewegte. Durch die Anspannung dauerte der Rückweg eine gefühlte Ewigkeit, doch verlief alles ohne nennenswerte Zwischenfälle.
    Am Waldesrand angekommen stand der Temro-Ká mit einer Hand an einen Baum angelehnt. Am Horizont die Stadt Gainos.
    Lediglich die Nacht und das weite, offene Feld trennte ihn von seinem Ziel. Doch egal, was dort noch kommen mochte - es konnte ihn weder überraschen, noch konnte es sich verstecken. Die Uhr tickte. Es galt nun, das Beste aus den verbleibenden Fetzen der Nacht zu machen.
    Towb is offline Last edited by Towb; 19.11.2020 at 19:14.

  6. #266 Reply With Quote
    Lehrling Szechu's Avatar
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    [Bild: Szechu_Ava.jpg]"Ugh, dieser Barista hat keine Ahnung von Kaffee. Würde mich wundern, wenn er jemals zuvor von einem Mocca gehört hat."
    Sam zog angewidert die Oberlippe hoch, hielt ihren Pappbecher mit der heißen Plörre zwischen Zeigefinger und Daumen bei ausgestrecktem Arm über einen dieser neumodischen Mülleimer, die kürzlich überall in Hyde Park aufgestellt wurden, und ließ den sogenannten Mocca ohne einen zweiten Gedanken fallen.
    Ihre Hände wieder tief in die Taschen ihrer Lederjacke gesteckt setzte sie ihren Weg durch die grauen Straßen des vierzigsten Bezirks fort. Normalerweise würde sie sich jetzt zur fünfunddreißigsten Straße schleppen, um dort das Free WiFi auszunutzen. Ideen für einen frischen Blogeintrag schwirrten ihr schon seit der zweiten Vorlesung des Tages durch den Kopf und wie üblich hatte es mit diesem bescheuerten Dai Shi zu tun.
    Mal im Ernst, wer würde bitte sein Leben auf's Spiel setzen, wenn alles, was man zu erwarten hat, einige Fans auf ausgedienten Social Media Plattformen sind.

    Sich tiefer in ihre wirren, von Abneigung und Unverständnis für den geringen Erhaltungstrieb ihrer eigenen Art erfüllten, Gedanken zurückziehend, nahmen ihre Füße eigens Kurs auf die Uferpromenade in der Nähe ihrer Uni.
    Die Lust sich ihrem Blog zu widmen war verflogen, insbesondere nachdem ihr der Kommentar von Sohma wieder in den Sinn kam.

    You got proof?

    Was wollte dieser Penner von ihr? Warum konnte er nicht wie all die anderen Schäfchen einfach ihren Gedankengängen und Hasstriaden folgen und sich mit ihr über die grenzdebilen Teilnehmer in Nonomoto Enterprises' neuestem "Social Project" auslassen? Denn was sonst war dieses Event, wenn nicht ein Feldversuch an der Menschheit, um festzustellen, wie abgestumpft der emotionale Horizont dieser Spezies über die Zeit geworden war?

    Wenn man Sam fragen würde, gäbe es ohnehin nur wenige Ergebnisse einer solchen Studie. Die Menschen waren dumm, grausam und gewalttätig, wo Feingefühl, Empathie und Verständnis gefragt waren. Die Rücksicht auf ihren Planeten hatten sie bereits vor dreihundert Jahren durch Machtstreben und Habgier ersetzt. Verantwortung war dem Gefühl der Überlegenheit gewichen, die keinerlei Rechtfertigung verlangte, solange man nur mächtig genug war.
    Wieso also nervte es sie so ungemein, dass eines dieser nicht einmal mehr bemitleidenswerten Individuen sie herausforderte? Sollte er doch versuchen sie zu provozieren!

    Am Ufer von Lake Mishigan angekommen, setzte sie sich auf eine verlassene Parkbank, bettete ihren Laptop auf ihren Schoß und blickte desinteressiert die Promenade entlang. Es war früher Nachmittag und nur mäßig voll, da viele Studenten noch in ihren Kursen steckten. Natürlich bedeutete mäßig voll in den 50er Jahren, dass sich vielleicht nur eine Handvoll Menschen in Blickweite befand. Heutzutage ging man nicht mehr vor die Tür und auch die Teilnahme an Kursen in der UChicago lief großteils virtuell ab. Dennoch fand man noch immer Leute, denen eine Portion Sonnenlicht am Tag wichtig war.

    Dem beengende Gefühl von bitterer Wut zum Trotz ließ sie ihren Kopf in den Nacken fallen, sodass ihre geflochtenen Zöpfe über ihre Ohren fielen. Ein entnervter Ton passte sich ihrem Gesichtsausdruck an, während die Wolken bedrohlich schnell am Himmel vorüberzogen. Das Wetter war wie immer unberechenbar und wenn Sam noch einen Post auf ihrem Blog verfassen wollte, ehe sie von Regen überrascht wurde, sollte sie aufhören wie ein Teenager ihrer Unentschlossenheit zu unterliegen.

    Energisch klappte sie ihren Laptop auf, etwas, das kaum noch sonst wo zu beobachten war, da fast jeder mit VIs oder anderen fortschrittlichen Geräten ausgestattet war. Diesen vertraute die IT-Studentin jedoch nicht, da sie aus erster Hand - der Hand des Hackers - wusste, wie anfällig diese neueren Spielereien sein konnten. Da verließ sie sich lieber auf ihre eigene Hardware, welch in puncto Leistung keinen Schritt hinter einer topmodernen VI hinterherging. Lediglich die Aufmachung stellte sich als altbacken dar.

    Es musste seltsam für die wenigen Passanten aussehen, dass eine Frau in ihren frühen Zwanzigern, schwarze Mütze, schwarze Lederjacke, helles Long-T, Strumpfhose und roten Vans, die vielleicht vor dreißig Jahren in Mode waren, mit einem Laptop auf einer Parkbank saß. Menschen ihres Alters sah man meist gar nicht, da sie ohnehin nicht vor die Tür mussten, oder top ausgestattet mit der neuesten Mode und den besten technischen Gerätschaften. Tatsächlich war es nicht sonderlich klug, dass sie in ihrem Metier auf diese Weise auffiel, doch ein wenig Individualität wollte sie sich in einem Meer aus Ja-Sagern und Mitläufern noch bewahren.
    "Zeit zu arbeiten", fokussierte sie sich schließlich selbst und blickte auf das Display,"Eine Email?"
    Szechu is offline Last edited by Szechu; 22.11.2020 at 20:33.

  7. #267 Reply With Quote
    Lehrling Szechu's Avatar
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    "Sehr geehrte Frau Navabi,

    Nonomoto Enterprises bietet Ihnen die Gelegenheit einen Beweis zu liefern.

    Da Sie jemand sind, der Expertise im Umgang mit modernen Medien und Propaganda besitzt, wissen Sie unser Angebot mit Sicherheit zu schätzen. Neben der Chance einen Beweis für Ihre Behauptungen gegen unseren Konzern und unser weltweit beliebtes Event Dai Shi zu sammeln, bietet sich Ihnen die Möglichkeit mit einem Sieg bis an Ihr Lebensende finanziell abgesichert zu sein. Abgesehen davon wären sie eine internationale Heldin und Vorbild, Mittelpunkt vieler Fernsehevents und allgemein in aller Munde. Lassen Sie das Leben als kleine Bloggerin hinter sich und greifen Sie nach den Sternen, die für den Großteil der Menschheit unerreichbar scheinen.

    Sicherlich müssen wir Sie nicht darauf hinweisen, dass eine solche Position Ihren Einfluss deutlich erweitern würde und somit auch Ihre Möglichkeiten gegen unseren Konzern vorzugehen.
    Nonomoto Enterprises stellt Ihnen das mögliche Equipment ohne Verpflichtungen neben der Teilnahem am Dai Shi zur Verfügung und sollten Sie es wünschen, werden auch Räumlichkeiten für die Dives bereitgestellt.

    Natürlich erhoffen wir uns Ihre Ansichten zu uns grundlegend zu ändern und würden eine talentierte Spielerin wie Sie, die immerhin mehrere hundert Spielstunden in Belendiel vorweisen kann, gern in unserer Außenstelle in Chicago willkommen heißen. "

    Diesem Text folgten weitere hohle Floskeln und eine Adresse, bei der Sam am nächsten Morgen um Punkt 10 Uhr erwartet wurde. Außerdem befanden sich im Anhang mehrere rechtliche Dokumente, unteranderem ein Hinweis, wie ihre Filter umgangen wurden und dass eine Veröffentlichung des Angebots durch diverse technische Finessen unmöglich war.
    Natürlich sah die junge Frau dies als Herausforderung und war bereit ihr komplettes Arsenal an Hackertools auszuprobieren, wobei sie jedoch schon bei der Analyse des Quellcodes feststellen musste, dass ihr Können dafür nicht ausreichen würde.

    Noch gereizter als zuvor machte sie ihrem Frust mit einem gutturalen Geräusch Luft, welches die wenigen Köpfe in der Umgebung sich ihr zuwenden ließ.
    "Was glotzt ihr so?!", rief sie feindselig den Passanten zu, die sich schleunigst wieder ihren eigenen Problemen zuwandten.
    Wütend klappte sie den Deckel ihres Laptops zu, sprang auf und stapfte in Richtung Wohnheim, wo sie durch ihr Stipendium ein Zimmer ergattert hatte. Ihre Mitbewohnerin war glücklicherweise so gut wie nie dort, da sie lieber von ihrem Elternhaus aus virtuell an den Vorlesungen teilnahm, was dem Cyberrebell nur allzu recht war. Sie setze sich ihre Kopfhörer auf und tauchte in das härteste Lied, was ihre Sammlung zu bieten hatte, ein, um Dampf abzulassen.
    Szechu is offline

  8. #268 Reply With Quote
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    Jarkko ⫘ Von Kronjuwelen und beleidigten Katzen

    [Bild: 5IW6noavaava.png]Jarkko war milde beleidigt als sich das Kätzchen in ihre Flirterei einmischte, gerade als es spannend wurde. Das Vorgeplänkel konnte war schließlich mit das Beste an dem Akt, besonders wenn sein Gegenpart eine luftige kleine Kugel war, von der er nicht einmal wusste, was genau er zu erwarten hatte. Womöglich konnte sie ihre Gestalt verändern? Jegliche Form annehmen, die man sich vorstellen konnte? Das musste er experimentell herausfinden!
    Stirnrunzelnd wandte er sich dem Fellwesen zu, ließ ein Auge von Kopf bis Fuß und dann wieder aufwärts wandern. Der ruckartig zuckenden Schwanzbewegung, die ihn vage an Samples Katze erinnerte, zu entnehmen, schien die Stimmung des vor Kurzem noch äußerst entzückten Spieler ins Gegenteil umgeschlagen zu sein.
    Entweder jemand mit extremen Launenschwankungen, oder, vermutlich eher, jemand, der schlecht damit umgehen konnte ignoriert zu werden.
    „Hey,“ echauffierte sich der Metamorph. „Woher willst du wissen, was ich in meiner Hose habe?“
    Nun, es stimmte, aber das musste die Katze nicht laut im öffentlichen Fernsehen herum posaunen, wo seine Freunde alles mithören konnten. Außerdem sollte es für Mister Gaskugel keinen enormen Unterschied machen, denn zumindest eine Öffnung – wenn auch gespickt mit scharfen Zähnen – hatte Jarkko schon mal und sofern gewünscht, konnte er ebenfalls seine Zunge anbieten, die der Flexibilität und Länge nach verwinkelste Ecken erreichen konnte. Vermutete er zumindest.
    Alles in allem, ein semi-volles Paket also!
    „Und sollte man nicht erst mal sein eigenen Kronjuwelen vorstellen, bevor man über die von anderen spricht?“
    Oder so ähnlich. Höflichkeit musste schließlich sein. Außerdem war das etwas, was Jarkko wirklich sehen wollte. Als er seinen Avatar erstellt hatte, war ihm leider erst zu spät eingefallen sich dies bei anderen Rassen anzuschauen.
    Er massiver Fehler, den er nun dadurch begleichen musste jeden Spieler auf der Straße einmal auf seine Geschlechtsmerkmale anzusprechen. Subtil und höflich natürlich.
    So wie eben.

    Stand up! It gets better.
    [Bild: 1991.png] dragonage-game.de [Bild: 1991.png]
    And the silken sad uncertain rustling of each purple curtain thrilled me, filled me with fantastic terrors never felt before.
    Moku is offline Last edited by Moku; 15.02.2021 at 21:17.

  9. #269 Reply With Quote
    .. loves to smile for you  BlackShial's Avatar
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    Was bisher geschah: Schwanzvergleich für Fortgeschrittene

    [Bild: AvatarMallow1.png]Nun, diese Entwicklung war deutlich mehr nach dem Geschmack der weißen Bestie.
    Mallow sollte sich also ausziehen? Kein Problem. Nicht im geringsten.
    Wenn es etwas gab, was Ichika gern tat, dann war es sich ihrer Kleidung zu entledigen. Auch wenn man sie vorher wenigstens höflicherweise zum Essen einlud, oder wenigstens einen Boba. Obwohl sie für gewöhnlich niemals mehr fallen lies, als nötig war um das zu bekommen, was sie wollte - entgegen der Meinung etlicher Mitschüler. Aber wenn man mit ein klein wenig Haut schneller an sein Ziel kam, dann war Ichika mit Sicherheit die Erste, welche diesen Weg einschlug.
    Ein klein wenig Haut war in dem Fall von Mallow vielleicht etwas untertrieben, aber etwas wie ein Todesspiel brachte Menschen nun einmal oftmals dazu etwas übereifrig zu handeln. Und was sollte es schaden, diesen perfekten Körper der ganzen Welt zu präsentieren? Mit Fanpost konnte er leben.
    „Nun ...“, fing der Schamane schnurrend an, während ein leichtes Lächeln weine wölfischen Züge umspielte. „Wenn du nicht dauerhaft eine andere Form aufrechterhältst, mit allerlei Extremitäten, die so in dem Paket leider nicht mitgeliefert wurden, dann hast du kaum mehr in der Hose als ein Eunuch.“
    Gerne führte er das alles auch noch etwas genauer aus, doch anhand des Blickes seines Geisterbegleiters konnte der Tirak’tirani bereits erkennen, dass jegliches Interesse dabei war so schnell zu verschwinden, wie das Schamgefühl bei ihm selbst.
    [Bild: BekerSE.png]Noch während Mallow dabei war, die langen Tücher, welche als Gürtel fungierten, langsam zu entknoten, setzte er erneut mit selbstsicherer Stimme fort: „Und da du weder eine Baba Yaga, noch ein Kaminsod zu sein scheinst, bleibt in dem Fall nur Metamorph.“
    Mehr und mehr Stoff bedeckte den Boden er Arena. Mehr und mehr zuckte der flauschige Schweif vor freudiger Aufregung. Mehr und mehr glitzerten die Augen der Bestie, selbstsicher und vielleicht sogar mit etwas Schadenfreude.
    Natürlich hatte sich Ichika nicht jede einzelne Rasse angeschaut, die mit dem Dai Shi dazukam. Aber die wenigstens Rassen hatten ihre Augen an anderen Stellen, noch weniger hatten gar keine Augen. Und für gewöhnlich waren diese selten so humanoid wie der Schwarzhaarige vor ihr. Viele Möglichkeiten blieben also nicht.
    „Aber eine Frage beschäftigt mich: Selbst wenn du dir dein ganz eigenes Werkzeug erschaffst, kannst du damit auch ganz ohne Einschränkungen arbeiten? Gibt es genug Schmiere, um dem Verschleiß zu vermeiden?“
    Tatsächlich beschäftigte ihn die Frage wirklich, in Anbetracht der Situation und der Tatsache, dass man im Dai Shi wohl so einige ... Experimente machen konnte.
    Als der Schamane sich schlussendlich des schützenden Fells um seine Hüften entledigte, wagte er es einen kurzen Blick auf Beker zu werfen, der ihm jedoch keinerlei Beachtung schenkte. Der Geist starrte den schlacksien Kerl noch immer an, hatte sich seinem jetzigern Gesichtsausdruck offensichtlich mit jedem Wort von Mallow mehr und mehr hingegeben.
    „Nun dann Ken, jetzt darfst du zeigen, was du zu bieten hast.“
    Zufrieden präsentierte der Tirak’tirani seine Waffe, mitten in der Kampfarena, dem perfekten Ort um diese Schlacht auszutragen.

    [Bild: Blutlinks.png] Not even a sick game like the [Bild: MU4xeQxjjBlutDaiShi.png] can wreck my smile. [Bild: blutrechts.png]
    BlackShial is offline

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