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  1. #41
    Mahou Shoujo  Önee-sama's Avatar
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    Feb 2013
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    *** World of Warships ***
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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post

    [Bild: Arian_klein.jpg]

    Die große Kriegerin umschloss Arians Pranke ohne Umschweife. Sie hatte einen festen, jedoch prüfenden Händedruck, als würde sie den Charakter eines Mannes alleine durch das Zupacken ihrer eleganten Finger erschließen können. Sie dankte ihm und bestätigte seinen Verdacht, dass auch sie eine der Überlebenden der Schlacht war. Sie schüttelte die Hand, ließ sie los und setzte eine ernste Miene auf.

    Ja, ihr habt das richtig erkannt. 3. Bannorn Regiment, unter Kompanieführer Dietrich. Wahrscheinlich habt ihr mich im Feldlager schon einmal gesehen, da mir euer Gesicht nicht aus der Schlacht bekannt vorkommt. Ich neige dazu, aus der Masse hervorzustechen..., sagte sie und lachte trocken. Doch schnell wandelte sich ihre Miene wieder zu einem ernsten Ausdruck. Dennoch war sie für den flüchtigen Moment des Lächelns von wunderbarer, weiblicher Schönheit. Arian lächelte selbst, wenn vielleicht auch nur innerlich. Die Kriegerin und ehemalige Waffengefährtin empfahl Arian nun, bei dem Hauptmann vorstellig zu werden. Danach könne man sich über die Schlacht und die danach eingetretenen Ereignisse unterhalten, die Arian brennend interessierten. Die Fremde schien bereit zu sein, Arian über alles in Kenntnis zu setzten, allerdings schien sie keinem der herumstreifenden Gestalten zu trauen.

    Auch wenn hier 'ehrliche' Subjekte verweilen, so gibt es hier auch eine nicht unerhebliche Anzahl an Menschen, die nicht unbedingt etwas von uns wissen sollten. Vor allem wohl nicht, dass wir Ostagar überlebt haben!

    Arian war verwundert. Das viele der hier abgestiegenen Menschen wohl eher Rüpel und Unholde waren, war offensichtlich. Doch wieso sollte niemand von ihrem Überleben erfahren? Sie waren doch keine Deserteure… oder etwa doch? Er würde ihr diese, wie auch viele weitere Fragen stellen oder viel eher, er erhoffte sich eine Antwort darauf. Die Rothaarige zeigte auf das verschachtelte, kleine Häuschen des Kommandanten dieser Festung und riet Arian nochmals eindringlich, nicht mehr Informationen als unbedingt nötig preiszugeben. Name und Ankunftsmeldung reichten ihrer Angaben nach.

    Weit wichtiger erachte ich euch zu raten: Nehmt euren Karren mit und lasst ihn besser nicht hier unbeobachtet stehen! Denn ich bezweifle, dass dann noch alles auf eurem Karren ist, wenn ihr zurückkehrt..., warnte sie. Arian wandte sich erschrocken zu Abyss Aufenthaltsort um, während die Kriegerin verächtlich hörbar schnaubte. Ein paar nahe Wachmänner… oder viele her ein paar nach Bier stinkende Fettwänste mit schartigen Hellebarden und schlecht sitzenden Uniformen, drehten sich daraufhin beleidigt zu ihr, erblickten den riesigen Bihänder auf ihrem Rücken und schauten schnell wieder weg.
    Als wäre seine Situation nicht schon unschön genug, setzte sein Gegenüber nun zum Gnadenstoß an.
    Was eure Hoffnung auf ein Zimmer und ein deftiges Mahl angeht, da muss ich euch wohl eine bittere Enttäuschung überbringen: Das 'Gasthaus' ist leider ein Etablissement... und zwar von der niederen Sorte! Da ist es fraglich, ob man auch wirklich etwas nehmen sollte, sei es jetzt ein Zimmer, eine Mahlzeit oder eine Person...

    Arian stöhnte enttäuscht auf. Er hatte es befürchtet. Ein Ort wie dieser, ohne Hoffnung und voller stinkender Soldaten, der Abschaum jeder Armee, lockte stets das horizontale Gewerbe an. Welche armen Frauen sich den grunzenden, verschwitzen Männern auch „zur Verfügung stellten“, Arian konnte für sie nichts außer Mitleid und ein wenig Ekel empfinden. Bordelle konnte er noch nie leiden, doch wenn man von „der niederen Sorte“ sprach, so konnte sich Arian sicher sein, dass die Frauen dort wohl wenig Unterschied zu den wenigen, im Schlamm liegenden Schweinen hatten. An so einen Ort würde er Abyss nicht bringen, egal wie kalt es draußen sein würde. Vermutlich würde sie keine drei Wimpernschläge auf einem Stuhl verweilen und diese miesen Bastarde würden den Preis für sie wissen wollen, ungeachtet ihres Alters.
    Abyss. Die einzige Perle in einem Trog voller Säue. Das einzige Licht, in einer Nacht voller wandelnder Schatten. Der einzige Grund, warum er leben musste.

    Übrigens, ich bin Claudette. Claudette Vance.

    Claudette Vance. Klang orlaisianisch, doch er würde sie nicht danach fragen. Nun gab es Wichtigeres für ihn zu tun. Seine Vorstellung beim Hauptmann war nun schon lange genug herausgezögert worden und er wollte keinen Verdacht auf sich lenken. Zudem hatte ihn die Kriegerin mit dem Namen Claudette vor Dieben und Scharlatanen gewarnt, die seinen Karren ausrauben würden. Viel mehr fürchtete er jedoch, dass man in diesem Zuge Abyss rauben und in das Freudenhaus schleppen würde. Claudettes Schilderungen nach, ging es in diesem Lager zu wie in dem, einer gesetzlosen Bande marodierender Schurken.

    Lady Vance, darf ich euch um einen Gefallen bitten? Während ich meine Ankunft beim Hauptmann vortrage, bitte ich euch, ein wachsames Auge auf meinen Karren zu haben. Ihr scheint ehrbar zu sein, ihr seid eine Kriegerin, die in diesem Lager ihres gleichen sucht. Das sage ich nicht, um euch zu schmeicheln, sondern weil ich über Jahre hinweg lernte, solche Menschen zu erkennen, die das Kriegshandwerk wirklich beherrschen und jene, die nur so tun als ob. Ich bitte euch also eindringlich, nicht als Bittsteller, sondern als ehemaliger Waffengefährte, schaut nach dem Wagen und allem, was sich darin befindet, solange ich beim Hauptmann bin und mich ein wenig umschaue!

    Mehr als bitten konnte er nicht tun. Arian war zwiegespalten. Er fragte sich, ob es außerhalb des Lagers wirklich weniger gefährlich gewesen wäre, als darin. Vielleicht hatte die Kriegerin jedoch auch nur überreagiert. Da Claudette bereits im Begriff gewesen war, das Gespräch zu beenden, verneigte er sich kurz erneut mit einem kurzen „Mylady!“ und schritt dann Richtung Häuschen.

    Der Weg dorthin war genauso uneben wie der Rest des Hofes. Manchmal ragten kopfgroße Steine aus dem Boden, die nachts nur sehr schwer auszumachen waren. Während er sich der Hütte nährte, ging er im Kopf durch, wie er nun verfahren sollte.

    Vorstellig werden, aber keine direkten Antworten. Dann einmal zu dem Bordell oder einem der Händler und nach zusätzlichen Decken für Abyss schauen. Dann mal schauen, wo ich meine Vorräte aufstocken kann. Nein, Quatsch. Erstmal nur zum Hauptmann. Bei den anderen Dingen kann ich auch Claudette Vance fragen, sie scheint ja schon länger in diesem Drecksloch festzusitzen

    Er hatte das gebeugte Gebäude mit dem schiefen, schlecht gedeckten Dach erreicht. Vor der Tür standen zwei Wachen. Die eine lehnte gegen die Wand, den runden Helmkranz tief ins Gesicht gezogen. Die andere war bemüht nicht ebenfalls einzunicken, stützte sich auf eine seltsam verbogene Lanze und grunzte ab und zu. Als Arian sich nährte riss der Mann seine verschlafenen Augen auf und brüllte: „Halt! Wer da?“
    Das Gebrüll weckte auch seinen Kameraden, der sich so sehr erschreckte, dass er geräuschvoll eine Wolke stinkender Luft aus seinem Arsch presste. Verwundert sah er sich um. Arian trat einen Schritt zurück um dem Gas zu entgehen und rief zurück:
    Nur ein Reisender, der Zuflucht innerhalb eurer Mauern sucht. Man sagte mir, ich solle mich hier beim Kommandanten melden!

    Das schien den beiden Männern zu genügen, denn während der eine wieder ins Reich der träume versank, winkte der andere Arian heran und schob die Tür einen Spalt breit auf. Arian eilte an den Wachen vorbei, stieß die Tür auf und betrat den Raum.

    Das Zimmer war ebenso klein, wie man es von Außen vermutete. Zwei winzige Fenster, welche die Tür flankierten, waren die einzige Unterbrechung in dem rechteckigen Holzkasten. Das Dach kam schief hinab und zog sich zur Tür immer weiter herunter, sodass Arian sich instinktiv duckte. In der Mitte stand ein alter Schreibtisch von hässlicher, brauner Farbe und zerstörten Ecken wie abgekaute Fingernägel. Auf dem Tisch standen die einzigen Lichtquellen, drei bereits sehr weit runtergebrannte Kerzenstummel, deren Lichter gespenstische Schatten an die wurmzerfressenen Holzwände warfen. An der Rückwand standen einige Regale und ganz Links eine hölzerne, mit Laken bespannte Truhe auf der das königliche Siegel aufgenäht war. Hinter dem Tisch saß ein korpulenter Mann mit boshaften Augen, zerzausten schwarzen Haaren und dicken Backen. Als Arian das Zimmer betrat erhob er sich nicht, sondern schaute grimmig drein.
    Hauptmann Gravka! Ich bin der Kommandant dieser königlichen Befestigung!“, stellte er sich überheblich vor.
    Seid gegrüßt, Hauptmann. Mein Name ist Arian, ich bin ein einfacher Wanderer und kam mit meinem Karren heute Abend hier an. Man sagte mir, ich solle mich hier melden
    Der Hauptmann musterte ihn.
    Ihr seid ein Händler?“
    Ein Flüchtling
    „Habt ihr Gold?“
    Nein, Mylord


    Der Hauptmann lachte.

    Mylord?! Nicht so vornehm, wir sind hier nicht in Denerim. Nun gut, ihr kommt also her und erbittet meinen Schutz. Wieso sollte ich euch den gewähren?“
    Arian war perplex. Er öffnete den Mund und schloss ihn wieder.
    Ganz recht!“, stieß Hauptmann Gravka hervor. „Ihr habt kein Gold, wollt die Wachsamkeit meiner Männer und vermutlich auch zu essen. Ich weiß nicht… vielleicht sollte ich euch einfach wieder herauswerfen lassen…“
    Ich…“, begann Arian, doch wusste er nicht, was er entgegen sollte. Am liebsten hätte er den Hauptmann einen Bastard genannt und ihm die Meinung gegeigt, doch brauchte Arian diesen Schutz. Abyss brauchte ihn! Also riss er sich zusammen und sagte: „
    Hauptmann, ich weiß. Ich scheine euch eine lasst, doch ich schwöre wir werden hier morgen früh wieder abreisen!
    Wir?“, schoss es aus dem Soldaten. „Wer ist wir?“
    Ich und meine… Tochter
    „Eure Tochter… hmm… ist sie hübsch? Dann könnte man sich über eine… Vereinbarung einig werden“

    Arians rechte Hand umfasste den Griff seines Dolches. Es wäre so leicht. Dieses perverse Schwein wäre keine Herausforderung. Arian knirschte mit den Zähnen und schüttelte den Kopf.

    Sie ist…, Arian überlegte fiebrig.
    Sie ist, nun ja, ich will nicht schlecht über mein geliebtes Kind sprechen, aber sie ist bucklig und verkümmert. Ich hätte sie längst im Wald ausgesetzt, doch ihre Mutter ließ mich an ihrem Totenbett schwören, dass ich sie behalte
    Hauptmann Gravka musterte ihn, nickte dann aber etwas genervt.

    Hässliche und Entstellte gibt es im hiesigen Bordell genug“, lachte er. Dann deutete er auf Arians Schwert.
    Eine schöne Waffe tragt ihr da. Wie kommt ein Händler wie…“
    Flüchtling!“
    „Na schön, wie kommt ein Flüchtling wie ihr zu solch einer Klinge?“
    Ein Erbstück. Mein Großvater kämpfte im Krieg gegen die Orlaisianer, als sie Ferelden überfielen. Diese Waffe ist alt und schartig, der Griff jedoch noch immer schön. Sie ist mehr ein Glückbringer für mich

    Arian betete, dass der Hauptmann nicht verlangen würde, das Schwert zu ziehen, um sich selbst von der nicht vorhandenen Brauchbarkeit der Klinge zu überzeugen. Denn dann würde Arian ihm ohne Umschweife den Schädel spalten. Doch wieder hatte Arian Glück und der Hauptmann nickte erneut mit einer gewissen Enttäuschung.

    Kein Gold, keine hübschen Töchter, nicht einmal brauchbare Waffen… was soll ich bloß mit euch tun…“
    Nach einigem Überlegen sagte er mit einer unüberhörbaren Vorwitzigkeit in der Stimme:
    Gefallen für Gefallen. Ich lasse euch die nächste Woche hier im Lager schlafen, ihr dürft trinken, essen und den Dirnen frönen. Dafür müsst ihr mir allerdings bei einer Sache helfen. Hier im Lager gibt es eine Frau. Sie kam auch erst kürzlich an. Groß, rote Haare, pralle Titte, ihr versteht worauf ich hinaus will?“

    Arian schüttelte den Kopf.

    Sie hat auch noch nicht bezahlt. Als sie sich hier anmeldete, war einfach nicht der richtige Zeitpunkt, um ihren Zoll zu fordern. Überredet sie, eine Nacht mit mir das Lager zu teilen und wir sind quitt!“
    Arian wusste nichts darauf zu antworten. Er wusste, dass Claudette ihm eher den Schädel abschlagen, als eine Nacht mit diesem Stückchen Mann zusammen zu kommen. Schon der Versuch sie dazu zu bewegen würde für ihn mit Sicherheit im Streit enden. Doch wollte Arian hier heraus und morgen würde er das Lager eh verlassen. Also sagte er zu, mit der Bedingung, dass er es vermutlich nicht heute Abend schaffen würde.

    Wenn ihr versucht mich zu betrügen, dann betrügt ihr die Krone!“, warnte ihn Gravka. Dann nahm er seinen Namen und den von Abyss, den Arian zu „Keira“ umänderte in seine Papiere auf. Froh diesen ekelhaften Gnom nicht mehr im Blick haben zu müssen, verließ Arian das Gebäude und machte sich zurück zum Karren.


    [Bild: Queens_Blade___Claudette_2_ava.jpg]

    Claudette's Schilderungen der Umstände, die in diesem Lager zu herrschen schienen, gefielen ihrem Gegenüber wohl nicht so ganz. Bei ihren Ausführungen meinte sie, leichte Verwunderung bei Arian festzustellen.
    Das kann ich ihm nicht verübeln... Sollte er wirklich nur ansatzweise Gerüchte gehört haben und, nicht so wie ich, mit ihnen noch nicht mal konfrontiert wurde. dann wird es ihn wohl bitter enttäuschen, was zur Zeit bei der Armee geschieht. Wobei ich seiner Erzählung wohl glauben kann, da er selbst den Tod von 'Möchtgern-Wächter Cailan' kaum vernommen hat...
    Von ihren Äußerungen über die Zustände und der Tatsache, dass das Gasthaus ein Bordell war, ganz zu schweigen!
    Das scheint ihn wirklich zu bekümmern. Immerhin hat er sich kurz zu seinem Wagen umgedreht... dennoch, auch wenn er nur 'Plunder' dabei haben sollte, auch der ist zu Schade für die Belegschaft dieses... Banditenhorts!
    So konnte sich Claudette dieses Lager wohl am besten beschreiben. Arian schien dagegen zu wissen, dass nun Eile geboten war. Als sie ihm ihren Namen zum Schluss nannte, befiel ihn eine gewisse Betriebsamkeit.
    Lady Vance, darf ich euch um einen Gefallen bitten? Während ich meine Ankunft beim Hauptmann vortrage, bitte ich euch, ein wachsames Auge auf meinen Karren zu haben. Ihr scheint ehrbar zu sein, ihr seid eine Kriegerin, die in diesem Lager ihres gleichen sucht. Das sage ich nicht, um euch zu schmeicheln, sondern weil ich über Jahre hinweg lernte, solche Menschen zu erkennen, die das Kriegshandwerk wirklich beherrschen und jene, die nur so tun als ob. Ich bitte euch also eindringlich, nicht als Bittsteller, sondern als ehemaliger Waffengefährte, schaut nach dem Wagen und allem, was sich darin befindet, solange ich beim Hauptmann bin und mich ein wenig umschaue!
    Gut! Desto schneller können wir Informationen austauschen!

    Ehe sie noch etwas sagen konnte, hatte sich Arian schon auf den Weg gemacht und nur kurz einen Abschied gesprochen.
    Mylady!“
    Claudette nickte ihm noch zu, dann sah sie ihm hinterher, wie er in die Behausung des Kommandanten verschwand. Da sie einen Waffengefährten nicht hängen lassen wollte, drehte sie sich in Richtung Karren und begann langsam darauf zu zu gehen. Es war keine wirkliche Entfernung bis zum Karren und auch die Nachtluft kam ihr noch nicht wirklich kühl vor. Dennoch beschloss sie, ihren Mantel anzulegen, einfach, um ihn nicht ständig tragen zu müssen. Während sie noch damit beschäftigt war, die Schwerthalterung zurecht zu zurren, um Thunderclap auch mit Mantel im Notfall ziehen zu können, bemerkte sie den ersten 'Aasgeier'...
    Das kommt nicht unerwartet...
    Als die Halterung saß, schritt sie zielsicher weiter, in einem Bogen, der sie etwas hinter den Verdächtigen bringen würde. Dieser war gerade dabei, gebückt wie zufällig am Wagen entlang zu laufen, als er so tat, dass er sein Gelichgewicht etwas verliere und sich deswegen am Wagen abstützen müsse. Und in dem Moment war Claudette hinter ihm. Eine Sekunde später lag ihr Schwert auf seiner rechten Schulter und eine Seite der mächtigen Klinge drückte sich von rechts an seinen Hals, was das Subjekt vor Schock erstarren ließ.
    "Denkt nicht einmal daran!"
    "I-ich habe nur... mich etwas abgestützt..."
    "Und nun könnt ihr dann ja weiter ziehen..."
    Claudette drückte etwas kräftiger mit ihrem Schwert zu, so dass der Kerl nachgeben musste, wollte er keinen Schnitt im hals riskieren.
    "G-gewiss... und... ver-verzeiht..."
    Mit wackeligem Schritt verzog sich der Kerl und Claudette steckte ihr Schwert wieder zurück. Dann sah sie sich um.
    Sonst keiner in der Nähe zu sehen... Die Wachen hat es offenkundig nicht interessiert! Falls sie es überhaupt gesehen haben...
    Mit einer Geste der Gleichgültigkeit zuckte sie mit ihren Schultern, stellte sich neben den Wagen und wartet auf Arian. Sie sah in Richtung des Kommandantenhauses, als sie ein kurzes Geräusch vernahm.
    Jemand ist auf dem Wagen!
    Sie schaute weiter in die Richtung, aus der Arian kommen würde, verschränkte jedoch ihre Arme und sprach dann mit ruhiger Stimme in die Nacht.
    "Wenn ihr zu Arian gehört, könnt ihr euch zeigen... Ich tue ehemaligen Waffengefährten und deren Begleitern nichts... wenn ihr jedoch etwas vom Karren stehlen wolltet..."
    Jetzt legte sie ihre Rechte abermals an ihre Waffe, bereit diese zu ziehen.
    "... dann solltet ihr euch das vielleicht nochmals überlegen!"
    Önee-sama is offline
  2. #42
    Schwertmeister Khardim's Avatar
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    Quote Originally Posted by Moonlord View Post
    [Bild: Walla_100P.png] Hätte Walla länger über Giseles Worte nachgedacht, dann hätte sie vielleicht nachgefragt, woher diese wusste, dass der Hauptmann den Blutmagier bereits eingesperrt hatte. Doch das unmittelbar folgende Lob zusammen mit dem Alkohol verhinderten es.
    "Das will ich meinen", nuschelte sie vor sich hin. "Ich bin eine Zwergin. Uns liegt der Kampfeswille im Blut!"
    Viel wichtiger, als auf irgendwelche Bemerkungen einzugehen, erschien es ihr jedoch nachzusehen, ob nicht doch eine der Flaschen bei ihrer Kletteraktion Schaden genommen hatte. Während Maeya'alinh schon nach Gisele Ausschau hielt, sortierte Walla in aller Ruhe ihre Habseligkeiten, packte alles aus und wieder ein, stellte fest, dass drei Flaschen übrig blieben, schnaufte verärgert und begann von vorn. Nach dem zweiten Versuch war endlich alles wieder verpackt. Sogar Giseles Taschen hatte sie an ihren eigenen befestigt, um sie besser tragen zu können, und der frische Wind hatte es geschafft, die schlimmsten Nebel aus ihrem Kopf zu vertreiben. Walla sah langsam wieder etwas klarer.
    Behängt wie ein Maultier, aber glücklich, trat sie neben Maeya'alinh hin und raunte ihr zu:
    ,,Was macht sie so lange? Das gefällt mir nicht. Vielleicht sollte ich mal nachsehen?''
    Schon war sie drauf und dran ihre Idee in die Tat umzusetzen.


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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post
    [Bild: Mini3.jpg]

    Nicht weinen, Gisele! Bleib stark!, rief sich die Kämpferin ins Gedächtnis. So viele geschlagene Schlachten und die ein oder andere Verwundung. Und doch musste sie sich immer wieder selbst befehlen, der Schwäche der Tränen nicht nachzugeben. Doch manchmal gelang es ihr nicht. Im Kampfgetümmel oder umringt von Männern war es wichtig, keinen einzigen Moment einen weinerlichen Eindruck zu machen, aber hier war es ruhig. Ferdinand schnaufte vor sich hin, während er noch immer versuchte seine Herrin einen kleinen Stups zu geben. Der bewusstlose Wachmann, der einige Meter von Giseles Füßen entfernt auf dem schlummerte, gab ganz sachte schnarchende Geräusche von sich.

    Gisele schloss die Augen und atmete flach, während sie versuchte sich ihren Körper zu stabilisieren. Sie schmeckte die salzigen Tränen aus den Lippen. Manchmal, in solchen Momenten, wenn die Tränen flossen und sie ihre harte Schale kurzzeitig fallen ließ, dachte sie an zuhause in Orlais. An die liebevoll gestalteten Gärten vom Schloss ihres Onkels. An den schweren Fliederduft, der von sanften Sommerwinden in die aus Sandstein und Marmor gefertigten Innenräume des Herrenhauses getragen wurde und sich dort mit dem Geruch frisch blühender Rosen mischte. Sie dachte an die perfekt angeordneten Zypressen, zwischen denen sie sich immer versteckt hatte, wenn sie und ihr Bruder „Fangen“ spielten. Und sie dachte an ihren Onkel, mit seinem roten Bart, der am Kinn schon in ein sattes Grau überging und der sie stets liebevoll ansah.

    In diesen Momenten vermisste sie ihr Leben in geräumigen Hallen mit bunten Teppichen an den Wänden und goldverzierten Bechern, aus denen sie köstlichen Traubensaft nippte, während sie das erste Mal ihren späteren Waffenmeister Ser Gawain Étoile-Blanche sah, wie er in hell schimmernden Rüstung auf seinem Schimmel in den mosaikgepflasterten Hof des Schlosses ritt, begleitet von einer ganzen Brigade bannertragender Soldaten. Und dann weinte sie vor Ärger und Trauer, dass sie dieses Leben abgelehnt hatte.

    "Und Ser Dante… nein, nicht an ihn denken!" Gisele schniefte, schluckte Schmerz, Ärger und Trauer herunter und konzentrierte sich. Dann fuhr sie mit dem Handrücken über Gesicht und Nase und wischte sich die Feuchtigkeit fort. Dann griff sie unter den Ledermantel in ihre Kräutertasche und zückte eine Handvoll Blätter und Stängel hervor. Selektiv wählte sie ein paar davon aus, steckte den Rest unter Schmerzen in der Seite zurück in die Tasche und begann, die Kräuter in ihren Händen zu zerreiben, bis die Blätter eine unförmige Masse bildeten. Mit diesem, sich unnormal warm anfühlenden, Kräuterhaufen rieb sie die Haut über der schmerzenden Seite ein und spürte sofort, wie heilende Hitze in das Fleisch drang.

    Gleich wäre sie wieder auf den Beinen! Nur einen Moment noch!


    [Bild: Maeyaalinh_avatar.jpg]Maeya'alinh lehnte als schmaler Schatten an der Ecke der Taverne und hielt die Augen offen. Zwar war es viel zu dunkel, um wirklich etwas erkennen zu können, doch war es für ihre Flucht unerlässlich, dass sie jedes Zeichen von Gisele rechtzeitig erkennen würde. Ihr Atem ging ruhig und obwohl in der Ferne weiterhin Schritte und manchmal auch aufgebrachte Stimmen zu hören waren, herrschte seliger Frieden in der Elfe. Sie hatte schon schlimmeres überlebt und ihre beiden Gefährtinnen schienen ebenso in der Lage zu sein, sich wacker zu schlagen. Sie spürte durch ihre Kapuze hindurch den nasskalten Widerstand der Hauswand und harrte der Dinge, die da kamen.
    Das nächste Ding, das da kam, war Walla.
    Beladen mit allen Taschen, die sie und Gisele besaßen und zu allem bereit flüsterte sie leise, aber mit Nachdruck:
    ,,Was macht sie so lange? Das gefällt mir nicht. Vielleicht sollte ich mal nachsehen?''
    Es war nicht wirklich als Frage zu verstehen gewesen, denn noch bevor Maeya'alinh auch nur ein Wort sagen konnte stiefelte die Zwergin wie ein dienstfroher Bronto in die Nacht davon, um Gisele zu suchen. Die zahlreichen Glasflaschen und Giseles schweres Gepäck sorgten für eine eindrucksvolle Geräuschkulisse, die Walla jedoch vollkommen souverän zu ignorieren schien.
    Die Elfe schaute ihr unentschlossen hinterher. Sie hätte lieber auf Gisele gewartet und wäre dann in aller Stille verschwunden, doch war der Einwand der Zwergin nicht unberechtigt: Die Kriegerin hatte bereits auffällig lang auf sich warten lassen. Maeya'alinh glaubte zwar nicht, dass sie entgegen ihrer Abmachung allein das Weite suchen und sie und Walla zurücklassen würde, doch war es nicht mehr auszuschließen, dass ihr etwas zugestoßen war.

    Walla kam trotz der schweren Last zügig voran und war in der Entfernung nur noch schemenhaft zu erkennen. Sie jetzt noch zurück zu rufen erschien der Elfe weder sinnvoll noch sicher, sodass sie beschloss, ihr zu folgen und mit ihr nach Gisele zu suchen. Um nicht für noch mehr Bewegung auf der Straße zu sorgen und ungewollte Aufmerksamkeit zu erregen, entschied Maeya'alinh sich jedoch für eine andere Art der Fortbewegung:
    Sie kniete langsam nieder und berührte den nassen, schlammigen Boden unter sich. Die Elfe erfasste jede Erhebung und jedes Detail des Untergrundes, machte sich mit seiner Beschaffenheit und seiner Natur vertraut. Das Erdreich unter ihr war genau so Teil der Welt wie sie selbst. Sie waren eins und als Maeya'alinh tief ausatmete, verschwamm die Grenze zwischen ihr und der Erde. Sie verschmolz mit ihr und ging in ihr auf als die Magie der Natur sie beide durchfloss.
    Bei ihrem nächsten Atemzug wuchs die Elfe wie ein Gewächs des Waldes aus dem nackten Erdreich empor und fand sich selbst an der Stallwand wieder. Sie klopfte schnell etwas Erde von ihren Sachen und verschwand dann wieder im Schatten hinter dem Gebäude.
    Durch die Erde zu reisen war praktisch und für erfahrene Magier einfach, doch kostete es stets viel Kraft, sodass sie sich nur selten dieses Zaubers bediente.
    Nur einen Augenblick später verriet lautes Geklirre Wallas Ankunft, die nicht schlecht zu staunen schien, als sie Maeya'alinh am Stall vorfand.
    ,,Ich denke Du hast Recht, wir sollten nach Gisele sehen.'', sagte diese schnell, um Nachfragen auszuweichen. Für Erklärungen war immer noch Zeit, wenn sie erst einmal in Sicherheit waren.
    Khardim is offline
  3. #43
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    Claudette's Schilderungen der Umstände, die in diesem Lager zu herrschen schienen, gefielen ihrem Gegenüber wohl nicht so ganz. Bei ihren Ausführungen meinte sie, leichte Verwunderung bei Arian festzustellen.
    Das kann ich ihm nicht verübeln... Sollte er wirklich nur ansatzweise Gerüchte gehört haben und, nicht so wie ich, mit ihnen noch nicht mal konfrontiert wurde. dann wird es ihn wohl bitter enttäuschen, was zur Zeit bei der Armee geschieht. Wobei ich seiner Erzählung wohl glauben kann, da er selbst den Tod von 'Möchtgern-Wächter Cailan' kaum vernommen hat...
    Von ihren Äußerungen über die Zustände und der Tatsache, dass das Gasthaus ein Bordell war, ganz zu schweigen!
    Das scheint ihn wirklich zu bekümmern. Immerhin hat er sich kurz zu seinem Wagen umgedreht... dennoch, auch wenn er nur 'Plunder' dabei haben sollte, auch der ist zu Schade für die Belegschaft dieses... Banditenhorts!
    So konnte sich Claudette dieses Lager wohl am besten beschreiben. Arian schien dagegen zu wissen, dass nun Eile geboten war. Als sie ihm ihren Namen zum Schluss nannte, befiel ihn eine gewisse Betriebsamkeit.
    „Lady Vance, darf ich euch um einen Gefallen bitten? Während ich meine Ankunft beim Hauptmann vortrage, bitte ich euch, ein wachsames Auge auf meinen Karren zu haben. Ihr scheint ehrbar zu sein, ihr seid eine Kriegerin, die in diesem Lager ihres gleichen sucht. Das sage ich nicht, um euch zu schmeicheln, sondern weil ich über Jahre hinweg lernte, solche Menschen zu erkennen, die das Kriegshandwerk wirklich beherrschen und jene, die nur so tun als ob. Ich bitte euch also eindringlich, nicht als Bittsteller, sondern als ehemaliger Waffengefährte, schaut nach dem Wagen und allem, was sich darin befindet, solange ich beim Hauptmann bin und mich ein wenig umschaue!“
    Gut! Desto schneller können wir Informationen austauschen!
    Ehe sie noch etwas sagen konnte, hatte sich Arian schon auf den Weg gemacht und nur kurz einen Abschied gesprochen.
    „Mylady!“
    Claudette nickte ihm noch zu, dann sah sie ihm hinterher, wie er in die Behausung des Kommandanten verschwand. Da sie einen Waffengefährten nicht hängen lassen wollte, drehte sie sich in Richtung Karren und begann langsam darauf zu zu gehen. Es war keine wirkliche Entfernung bis zum Karren und auch die Nachtluft kam ihr noch nicht wirklich kühl vor. Dennoch beschloss sie, ihren Mantel anzulegen, einfach, um ihn nicht ständig tragen zu müssen. Während sie noch damit beschäftigt war, die Schwerthalterung zurecht zu zurren, um Thunderclap auch mit Mantel im Notfall ziehen zu können, bemerkte sie den ersten 'Aasgeier'...
    Das kommt nicht unerwartet...
    Als die Halterung saß, schritt sie zielsicher weiter, in einem Bogen, der sie etwas hinter den Verdächtigen bringen würde. Dieser war gerade dabei, gebückt wie zufällig am Wagen entlang zu laufen, als er so tat, dass er sein Gelichgewicht etwas verliere und sich deswegen am Wagen abstützen müsse. Und in dem Moment war Claudette hinter ihm. Eine Sekunde später lag ihr Schwert auf seiner rechten Schulter und eine Seite der mächtigen Klinge drückte sich von rechts an seinen Hals, was das Subjekt vor Schock erstarren ließ.
    "Denkt nicht einmal daran!"
    "I-ich habe nur... mich etwas abgestützt..."
    "Und nun könnt ihr dann ja weiter ziehen..."
    Claudette drückte etwas kräftiger mit ihrem Schwert zu, so dass der Kerl nachgeben musste, wollte er keinen Schnitt im hals riskieren.
    "G-gewiss... und... ver-verzeiht..."
    Mit wackeligem Schritt verzog sich der Kerl und Claudette steckte ihr Schwert wieder zurück. Dann sah sie sich um.
    Sonst keiner in der Nähe zu sehen... Die Wachen hat es offenkundig nicht interessiert! Falls sie es überhaupt gesehen haben...
    Mit einer Geste der Gleichgültigkeit zuckte sie mit ihren Schultern, stellte sich neben den Wagen und wartet auf Arian. Sie sah in Richtung des Kommandantenhauses, als sie ein kurzes Geräusch vernahm.
    Jemand ist auf dem Wagen!
    Sie schaute weiter in die Richtung, aus der Arian kommen würde, verschränkte jedoch ihre Arme und sprach dann mit ruhiger Stimme in die Nacht.
    "Wenn ihr zu Arian gehört, könnt ihr euch zeigen... Ich tue ehemaligen Waffengefährten und deren Begleitern nichts... wenn ihr jedoch etwas vom Karren stehlen wolltet..."
    Jetzt legte sie ihre Rechte abermals an ihre Waffe, bereit diese zu ziehen.
    "... dann solltet ihr euch das vielleicht nochmals überlegen!"


    [Bild: Arian_klein.jpg]

    [Bild: Abyss_klein.jpg]

    Das Erste, was Abyss spürte war das knarrende Geräusch des Holzes, wenn sich jemand auf den Wagen stützte, auf dessen Ladefläche sie wie von Arian angeordnet, saß. Die Arme um die Beine geschlungen und das Kinn aufs Knie gelegt wartete sie auf seine Rückkehr. Das Lager behagte ihr nicht. Es war düster und unfreundlich. Noch viel unfreundlicher als es der dunkle Wald gewesen war. Dennoch war sie froh darüber hier drinnen und nicht bei den Monstern im Gehölz zu sein zu müssen. Vermutlich wäre sie dann schon tot.
    Als Abyss nun das Geräusch vernahm, erwartete sie Arian gleich wiederzusehen. Doch noch während sie Anstalten machte sich zu erheben, hörte die fremde Stimme einer Frau bedrohlich sprechen. Zu Abyss Überraschung antwortete eine ebenso fremde Stimme, die eines Mannes, ganz in ihrer Nähe.

    "I-ich habe nur... mich etwas abgestützt...", stammelte der Mann.
    Die Frau muss ihm wirklich Angst einjagen“, dachte Abyss ein wenig neugierig. Arian hatte jedoch gesagt, dass sie sich wenn möglich aus Streitigkeiten heraushalten solle. Somit beschloss Abyss weiterhin auf dem Karren sitzen zu bleiben und so zu tun, als würde sie nichts mitbekommen.

    Die fremde Frau empfahl dem Mann den Abzug, welchen dieser auch dankend annahm. Dann wurde es still. Nur das Geräusch einer in eine Scheide fahrenden Klinge durchschnitt die Dunkelheit. Nervös und sich fragend, ob die Frau noch dort war, wandte sich Abyss auf dem Karren um, konnte wegen der hohen Stellwände jedoch nur eine schemenhafte Gestalt, ganz in der Nähe des Wagens erkennen. Sie war beinahe so groß wie Arian und hatte langes, fließendes Haar, was ihre Schattengestalt merkwürdig verzerrte.

    Abyss schien bei ihrer Beobachtung ein wenig zu laut gewesen zu sein, denn plötzlich sprach die Frau erneut, ohne dass sich jemand anderes dem Karren genährt hätte.

    Wenn ihr zu Arian gehört, könnt ihr euch zeigen... Ich tue ehemaligen Waffengefährten und deren Begleitern nichts... wenn ihr jedoch etwas vom Karren stehlen wolltet... dann solltet ihr euch das vielleicht nochmals überlegen!

    Abyss zögerte. Hatte die Frau wirklich sie gemeint? Doch sie hatte Arian erwähnt. Abyss Herz schlug höher. Kannte die Frau ihn, oder wollte sie nur überprüfen, ob der Karren unbewacht sei. Abyss stand auf und warf dabei Arians dunklen Mantel ab, den sie schon vor ihrem Eintreffen angelegt hatte. Ein wenig schwankend stand sie auf, stellte sich aufrecht und stemmte die Hände in die Hüfte. Sie fixierte die Schattenfrau, die nun da Abyss auf dem Karren stand ein wenig kleiner war, als sie selbst.
    Woher kennt ihr Arian?, fragte sie und fuhr dann ohne Luft zu holen fort: „Ihr dürft nichts von dem Karren nehmen. Das gehört nicht euch!

    Alleine bei dem Gedanken, dass man sie und Arian vielleicht bestehlen wollte, mischte sich Empörung in ihre dadurch zittrig wirkende Stimme. Dennoch bemühte sie sich, so protestierend und bestimmend zu klingen, wie möglich. Abyss sah, dass die Frau vor ihr eine riesige Klinge auf dem Rücken trug. Eine Klinge, mit der sie die kleine Elfe mit einem Hieb in zwei Hälften spalten könnte. Trotzdem versuchte sie, wie Arian, keine Angst zu haben.

    Abyss!“ erklang es da plötzlich vom Hofe her. Es war Arian, der nun eilig angestapft kam.
    Arian!“, rief sie erleichtert. Arian erreichte den Wagen nach ein paar großen Schritten und begann, auf die Frau einzureden.

    Verzeiht mir, Mylady. Wie ich sehe habt ihr Abyss bereits kennengelernt. Oder?
    Er dämpfte die Stimme ein wenig: „Sie… sie war hoffentlich nicht ungezogen?
    Heeey!“
    , intervenierte Abyss. Arian lächelte ihr entschuldigend zu.
    Abyss, das hier ist Claudette Vance, eine Soldatin der königlichen Armee und Überlebende von Ostagar! Lady Vance, das hier ist Abyss. Verzeiht mir die doppelte Vorstellung, solltet ihr einander schon bekannt gemacht haben. Bitte, kommt näher und setzt euch auf die Pritsche!

    Dann ging er zum Ende des Karren und stellte sich vor Abyss. Er hob seine großen Hände, in die Abyss darauf die ihren legte. Dann begann er, eindringlich zu ihr zu flüstern.

    Abyss, Kleines, ich möchte jetzt mir Lady Vance alleine sprechen. Angelegenheiten, die nicht für deine Ohren bestimmt sind. Nimm Lord Paris und Lady Helena und spiel ein wenig mit ihnen. Aber: bleib in der Nähe des Wagens! Und sprich mit niemandem!

    Abyss nickte und kramte zwei sehr unterschiedliche Puppen aus einem Reisesack hervor. Dann sprang sie vom Karren und ging an der Kriegerin namens Claudette vorbei. Sie blieb kurz vor ihr stehen und sagte schüchtern: „Tut mir Leid! Ich wollte nicht unhöflich sein

    Arian durchsuchte den Proviantsack und holte etwas relativ frisches Brot und einen Trinkschlauch Wein hervor, dazu drei Stücken Pökelfleisch. Einladend verwies er auf die freie Fläche auf dem Karren, wo Abyss bereits ein paar weiche Stoffe und ein Kissen zum Inventar des Wagens hinzugefügt hatte und dort für gewöhnlich während der Reisen saß. Eine bequemere Sitzgelegenheit konnte Arian der Amazone nicht anbieten.

    Bitte setzt euch! Setzt euch und erzählt mir bitte alles. Unser edler König ist also wirklich gefallen? Was hat es mit der Geheimniskrämerei auf sich? Was geht vor im Lande?
    Arian überlegte kurz, ob er es wirklich sagen wollte, doch dann entschied er sich, es der wohl ehrbaren Waffengefährtin zu sagen: „Ich soll euch zudem… ach, erzählt ihr zuerst, dann werde ich euch berichten!
    Shepard Commander is offline Last edited by Shepard Commander; 31.08.2014 at 08:51.
  4. #44
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    »Aril, ich war schon in Sorge, nach dem ich deine Waffen hier gefunden hatte. Aril, habe etwas Tee aufgebrüht. Komm, setzte dich, unsere kleine Heimstadt ist, so gut es geht aufgeräumt. Und es ist noch Zeit. Zeit zum Reden.«
    Aril blinzelte, fast ein wenig fassungslos. Wenn die Elfin sagte, dass Zeit zu Reden wäre - hatte Aril etwas ausgefressen? Aber nein, Glandis schien ganz unaufgeregt und zufrieden, klopfte auf den freien Sitzplatz neben sich und fragte gleich: »Was war den dort zu sehen? Willst du darüber reden? Aber mich interessiert auch, was du alles gefunden hast.«
    Aril nahm Platz und das heiße Getränk entgegen. Es roch stark nach Melisse, sie hatte das Kraut oft gerochen, ihre Mutter liebte den leicht scharfen Geschmack in Soßen zu gebratenem Fleisch. Daran musste die Adlige denken, als sie am Becher nippte. Wohlig warm und frisch rann das Gebräu ihr den Hals herunter und Aril erschauerte beinahe vor Glück.

    "Nun, ich habe eine Schaufel gefunden, wie du siehst." Sie deutete auf die Schaufel, die neben ihr lag. Trovao hatte mittlerweile schon den Weg zum Bach eingeschlagen und trank dort gierig.
    "Als ich gemerkt habe, dass ich meine Waffen nicht dabei habe, habe ich mir dieses kleine Messer mitgenommen. Damit können wir Kräuter oder andere Pflanzen besser kleinschneiden als mit unseren Waffen," erklärte sie.
    "Und dann sind da noch diese beiden Platten, die können wir als Teller verwenden." Aril zeigte sie Glandis.
    "In diesem Beutel sind saubere Tücher. Die können wir sicherlich auch gebrauchen."

    Damit lehnte sich Aril zurück und betrachtete die Elfe: "Nimm es mir nicht übel, aber wenn es Zeit zum Reden ist, dann musst du die erste Frage stellen. Ich rede nämlich so oft, dass ich manchmal glaube, es reicht für uns beide. Also - was möchtest du wissen?"
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  5. #45
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    ''Ihr.. seht aus wie ein Qunari?, wenn ich mich nicht irre? Hört zu, wir sind auf der Flucht, dieser Junge Mann wird vermutlich verfolgt, es gab keinen besseren Fluchtweg als mitten durch den Wald, mein Name ist Remus Lewin ich Stamme aus Redcliff.'' Bei den Worten des älteren Mannes horchte Arwan auf. Er schien der Überzeugung zu sein, dass das kein Dämon war. Aber der Wolf! Er sah aus wie der mächtige Gott Fen'Harel, einer der Götter der Dalish. In den Büchern des Zirkels hatte er jedoch nichts weiter Nennenswertes gefunden. Dieser schenkte Arwan und seinem Gefährten keinerlei Beachtung mehr, sondern hatte sich bellend in die Richtung gewandt, aus der er gekommen war. Der Qunari, wenn er denn tatsächlich einer war, hatte in seinem Satz inne gehalten und wandte sich nun ebenfalls in die Richtung. Sie mussten etwas hören, was Arwan verborgen blieb, denn er hörte nur das Rauschen seines Blutes in den Ohren.

    "Slim, komm, wir verschwinden!" sprach der Fremde zu dem Wolf, dann blickte er zu Arwan und Remus: "Folgt mir, wenn ihr mithalten könnt. Aber danach will ich richtige Antworten!"

    Inzwischen konnte auch Arwan das Scheppern von Rüstungen hören. Mist! Hatten ihn doch Templer verfolgt? Arwan hatte gehofft, dass sie mit der Katastrophe im Zirkel genug beschäftigt waren. Er sprang hastig auf und rannte dem Fremden und seinem Wolf nach, als wäre der Erzdämon persönlich hinter ihm her. So rannten sie eine Weile, bis sie irgendwann nicht mehr das Scheppern hören konnten. Arwan keuchte inzwischen und das Adrenalin, das ihn zuvor angetrieben hatte, ließ langsam nach.

    "Pause!" japste Arwan und ließ sich zu Boden fallen. Als seine Atmung sich wieder weitest gehend normalisiert hatte, wandte er sich an seine neuen Gefährte: "Mein Name ist Arwan. Ich bin ein Halb Elf auf der Suche nach den Dalish. Meine Verfolger sind Templer." Allerdings verschwieg er, warum diese ihn verfolgten. Da dieser Remus nicht erwähnt hatte, dass er ein Magier war, wollte er es auch vorerst verschweigen. Er hoffte, dass sein Umhang sein Magiergewand noch genügend verbarg.
    Emerahl is offline Last edited by Emerahl; 06.10.2014 at 09:47.
  6. #46
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    Glandis | Am Flussbaum • Ein Angebot

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Glandis hatte Aril, die wohlbehalten aus dem Lager zurückgekommen war, gefragt, wie es denn dort gewesen war. Die Antwort war für sie eher ein knapper Sachbericht. Was wurde gefunden, was kann man gebrauchen. Doch warum die Adlige gesagt hatte: „Es ist so gruselig dort, so ohne dich. Ich möchte da nicht mehr alleine hin.“, das erfuhr Glandis nicht. Sie dachte sich, dass es wohl besser sei, nicht nachzubohren. Ebenso wollte sie die hastig zusammengetragenen Fundstücke nicht bewerten. Doch der Einsatz war gebührend zu würdigen. Deshalb sagte sie zu Aril, die mittlerweile von dem Tee aus aufgebrühter Zitronenmelisse getrunken hatte: »Aril, wir sollten diese spontanen Sachen lassen. Ich gebe mir da schon eine Mitschuld, dass es dich dort gegruselt hat. Leider …« dabei hielt sie inne. Denn Glandis wusste schon beim Sprechen, es war das falsche Wort. So korrigierte sie sich: »Nein, nicht leider. Es ist ein großes Glück in dieser Zeit so einen Ort wie diesen hier zu kennen. Meine Wunden, mein Kopf und mein Rücken, heilen wunderbar. Das Essen ist zwar ein wenig einseitig, aber schmackhaft. Da kann man ganz einfach die Gefahr, die uns hier umgibt, vergessen. Deshalb freue ich mich sehr über die Schaufel, aber es hätte auch ein hoher Preis dafür gezahlt werden können.«

    Bei dem Beschreiben der Gefahr hatte die Dalish ganz selbstverständlich keine Namen genannt. Denn für sie gehörten die zwei Pferde, die munter, Gwess noch etwas vorsichtiger als der Rappen, es sich an dem Grün gutgehen ließen.

    Für Glandis war Aril ein großes Rätsel, aber sie hatte ihr das Leben gerettet und sich als vortreffliche Kämpferin erwiesen. Ebenso schien ihr Kameradschaft ein bekanntes Wort zu sein. Doch über ihren letzten Satz: „Nimm es mir nicht übel, aber wenn es Zeit zum Reden ist, dann musst du die erste Frage stellen. Ich rede nämlich so oft, dass ich manchmal glaube, es reicht für uns beide. Also - was möchtest du wissen?“ musste die junge Frau lächeln. Sie sagte dazu: »Aril, ach Aril. Du bist schon manchmal putzig. Aber vielleicht mag ich ja auch gerade das an dir. Nein, ich möchte nichts wissen. Obwohl es sicherlich viele interessante Dinge gäbe, die du mir erzählen könntest. Nein, ich habe mich entschlossen, dir etwas anzuvertrauen. Unser Reden über die Traditionen haben da bei mir etwas wachgerufen. Und weil wir uns jetzt schon besser kennen,« Hier stoppte Glandis bei ihrer Rede. Sie strich sich mit den Fingern das Haar zurück. Es war eine plötzliche Unsicherheit zu verspüren. Doch dann sprach sie weiter: »Gut, es sind nur wenige Tage, die wir uns kennen. Doch ich denke, du weißt mehr von mir, als viele, die mich glauben zu kennen. Und ich weiß mehr von Dir, als wie es für die kurze Zeit für eine Dalish üblich wäre.«

    Nach diesem Satz griff sie nach dem Tee, nippte von dem Getränk, als wenn sie sich Kraft holen wollte und erzählte dann weiter: »Ich breite mein Innerstes nicht gleich aus und gebe auch nicht zu jedem gleich eine Antwort, obwohl ich eine habe. Das glaube ich zumindest. Doch dir will ich etwas erzählen, was mit unseren Traditionen zu tun hat. Willst Du es hören?« fragte die Dalish und bekam auf einmal einen merkwürdigen schimmernden Glanz in ihre Augen.

    VRanger is offline Last edited by VRanger; 31.08.2014 at 16:51. Reason: verlinkt
  7. #47
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    Vorheriger Post: Fundsachen

    [Bild: Aril_Ava.png]

    »Aril, wir sollten diese spontanen Sachen lassen. Ich gebe mir da schon eine Mitschuld, dass es dich dort gegruselt hat. Leider …Nein, nicht leider. Es ist ein großes Glück in dieser Zeit so einen Ort wie diesen hier zu kennen. Meine Wunden, mein Kopf und mein Rücken, heilen wunderbar. Das Essen ist zwar ein wenig einseitig, aber schmackhaft. Da kann man ganz einfach die Gefahr, die uns hier umgibt, vergessen. Deshalb freue ich mich sehr über die Schaufel, aber es hätte auch ein hoher Preis dafür gezahlt werden können.«
    Aril nickte stumm. Es war unbedacht gewesen, ohne die Waffen loszureiten. Mit etwas weniger Glück wären dort auch noch Brutwesen umtriebig gewesen und denen hätte sie ohne Waffen kein Paroli bieten können.

    Auf Aril Äußerung, dass Glandis nun die Fragen stellen sollte, erwiderte sie:
    »Aril, ach Aril. Du bist schon manchmal putzig. Aber vielleicht mag ich ja auch gerade das an dir. Nein, ich möchte nichts wissen. Obwohl es sicherlich viele interessante Dinge gäbe, die du mir erzählen könntest. Nein, ich habe mich entschlossen, dir etwas anzuvertrauen. Unser Reden über die Traditionen haben da bei mir etwas wachgerufen. Und weil wir uns jetzt schon besser kennen,« Hier zögerte die Elfin, doch setzte den Satz fort:
    »Gut, es sind nur wenige Tage, die wir uns kennen. Doch ich denke, du weißt mehr von mir, als viele, die mich glauben zu kennen. Und ich weiß mehr von Dir, als wie es für die kurze Zeit für eine Dalish üblich wäre. Ich breite mein Innerstes nicht gleich aus und gebe auch nicht zu jedem gleich eine Antwort, obwohl ich eine habe. Das glaube ich zumindest. Doch dir will ich etwas erzählen, was mit unseren Traditionen zu tun hat. Willst Du es hören?«

    Aril traute ihren Ohren kaum. Von dem was ihr Opa erzählt hatte, waren Elfen die stolzesten und geheimnistuerischten Wesen, die auf dieser Welt wandelten - und jetzt wollte Glandis ihr von den Traditionen erzählen, die jahrhundertelang gehütet wurden wie ein rohes Ei?
    Aril verscheuchte das aufkommende Misstrauen - das hatte sie auch empfunden, wenn plötzlich Leute freundlich zu ihr waren, die ihr nichts bedeuteten. Die kleineren Intrigen am Hof hatten zumindest dafür gesorgt, dass die Adlige schnell misstrauisch wurde - aber eshalb konnte sie noch nicht diese Intrigen durchschauen und den Plan ihres Gegenübers verstehen.
    Die junge Frau begriff langsam, dass die Welt anders funktionierte als nach dem Muster, dass ihr ihre Eltern und Großeltern einzureden versucht hatten.
    Allein ihr Opa hatte endweder willentlich Lügen über die Elfen erzählt oder er war als Lehrmeister tatsächlich nicht geeignet.

    Aril beschloss, sich ihr eigenes Bild zu machen. Sie mochte diese sonderbare Elfin und nun, wo sie anscheinend ein wenig Vertrauen gefasst hatte, wollte Aril alles tun, dass Glandis spürte, wie viel es ihr bedeutete.

    "Ich bitte dich darum, mir mehr zu erzählen. Deshalb habe ich auch dich die Fragen stellen lassen wollen. Es fühlt sich so an, als wollte ich nur alles über dich wissen, und dabei nicht von mir oder meinem Leben erzählen. Da ich aber in deinen Augen sowieso viel rede - nein, bestreite es nicht, ich weiß es! - kann ich nicht abschätzen, ob ich dich nicht langweile. Um also dir das zu erzählen, was dich interessiert gibt es diese einfache Möglichkeit: Du stellst die Fragen.
    Soviel zu meiner Absicht..."
    Aril lachte kurz und setzte dann wieder zum Sprechen an:
    "Bevor du mir von den Traditionen erzählst, will ich dir sagen, wie Recht du hast. Ich hätte nicht so unbedacht losreiten sollen. Wir haben Glück gehabt, dass nichts geschehen ist. Aber ich kenne die Gefahren hier draußen nicht - das ist nicht meine Welt. Bei Gelegenheit kannst du mir einmal erklären, welche Gefahren hier lauern und wie man sich schützt."
    Arilgoss sich noch ein wenig von dem Melissenwasser ein. "Es schmeckt sehr gut! Und nun, erzähl. Ich bin ganz Ohr!"
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  8. #48
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    Glandis | Am Flussbaum • Ein Erbe droht zu entschwinden

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Aril war auf das Angebot von Glandis eingegangen. Das freute Glandis zum einen. Auf der anderen Seite wurde ihr etwas angst und bange vor der Sache. Sie begann etwas im Sitzen hin und her zu rutschen und ihre schlanken Gliedmaßen zappelten ein wenig, was man sonst von der Dalish nicht gewohnt war. Es war neu für sie, außerhalb ihrer Gruppe über solche Dinge zu reden. Aber es war zugleich auch schön. Die Dinge, die Aril sonst noch gesagt hatte, überging Glandis ist der gewohnten Weise. Wenn sie jetzt darauf eingehen würde, gäbe es mit großer Sicherheit ein neues Thema. Das wollte sie nicht.

    »Aril, ich erzähle dir diese kleine Episode nicht, um irgendetwas damit zu bezwecken. Nein,« sagte Glandis und öffnete ihre Hände mit den Handflächen nach oben, unbewusst. »... nein, ich erzähle es zuerst …« wieder stockte sie, holte Luft: »ich erzähle es zuerst für mich. Du musst wissen, wir von dem reisenden Volk, kennen die Schriftsprache nur noch in Stücken und Teilen. Viele Dinge sind verloren gegangen in all den Äonen an Zeitepochen. So berichten wir unseren Nächsten über das eine oder das andere. Was es wert ist, wird weiter erzählt. Das Wissen der Dalish wird an die Kinder und deren Kindeskinder weiter gegeben. Diese erzählen es weiter. Sicher auch immer mit etwas Gutem dabei, wenn derjenige ein Held war. Aber auch mit Schlechtem dabei, wenn derjenige einen Verrat begangen hat. Ich habe ein wenig Sorge, dass ich die Dinge, die mir wichtig sind, die mich betreffen, ja bestimmen, die auch zu mir im Widerspruch stehen, vergessen könnte.«

    Dann schweig sie. Schaute Aril an, prüfte deren Reaktion auf diese Einleitung. Glandis konnte nichts erkennen, was sie gehindert hätte fortzufahren. Eine gewisse Neugierde, aber auch gepaart mit einem Blick aus dem Wissen, was Aril aus ihrer Welt zu den Elfen kannte, das sah die Dalish. Doch das sollte kein Hinderungsgrund sein, nicht weiter zu erzählen.

    »Aril, deine Aussagen über deine Familie, über deine Erziehung, über deine Art damit umzugehen, hat mich schließlich dazu geführt, mal über meine Erfahrungen zu sprechen. Ich tue es auch deshalb, weil ich glaube, du wirst es verstehen. Denn Du bist so wie ich, eine Ausreißerin. Wir zwei haben derzeit die Lebenslinien verlassen, die die Sitte des jeweiligen Volkes ist.« Dabei lachte Glandis und fügte hinzu: »Ja, wir zwei sind Ausreißerinnen! Das ist schon lustig, finde ich.«

    Sie wartete, ob Aril es auch amüsant finden würde, das mit den Ausreißerinnen. Doch sie wollte noch nicht direkt anfangen, sondern Aril noch einmal hören. Deshalb sagte sie gestenreich: „Aril. Es ist also nichts Geheimes, sondern etwas, wo du mir einen Gefallen erweisen kannst, in dem du mir zu hörst, aber auch, wenn es dir passt, eine Frage stellst. Wenn diese zu meiner kleinen Geschichte passt, flechte ich diese mit ein. Du merkst es schon. Es kann auch sein, wir werden heute morgen nicht fertig, aber der Anfang ist dann getan. Deshalb schaue mit auf den Stand der Sonne. Denn das Lager des Sturmtrupps sollten wir schon vor dem Mittag gesehen haben.“

    Dann schwieg die Dalish und erwartete eine Antwort von Aril. Doch sie war sich nicht sicher, ob sie ihr Anliegen gut erklärt hatte. Denn sie hatte noch nie so vor einem Menschen gesprochen. In ihrem Clan waren viele Dinge selbstverständlich, doch heute war sie nicht mehr in ihrem Clan.

    nächster Post: Ein Erbe wird erzählt
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  9. #49
    Mahou Shoujo  Önee-sama's Avatar
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    Quote Originally Posted by Neclord View Post

    [Bild: ivy_2.png]

    Die Piratin spürte wie die Fingerspitzen von Emanuelle durch ihre Haare fuhren und dabei sanft die Kopfhaut stimulierten. Nach einem derart anstrengenden Tag war das eine äußerst willkommene Entspannungsmaßnahme. Anschließend nahm die junge Dame eine Bürste als Hilfsmittel, um die Löwenmähne in eine geschmeidigere Form zu bringen. Hin und wieder bemerkte Ivy, wie die seidigen Handflächen der Prinzessin ihre Wangen berührten. Hmm, ob das auch zur Haarpflege gehört? Dann schob Emanuelle ihren Körper näher an ihren heran und präsentierte ihr Stolz das Ergebnis der Arbeit in einem Handspiegel, den sie so in der Hand hielt, das sich beide problemlos betrachten können. Ivy hatte gefallen gefunden an dem Anblick. Ihre mystische Haarpracht hatte in der Tat eine feinere Note durch das Geschick der Kleinen gewonnen. "Es gefällt mir, Emanuelle!"

    Die blondhaarige Maid hatte allem Anschein nach ihre Haarknoten gelöst und es wirkte nun fast ebenso lang wie die Mähne der Seeräuberin. Doch dann geschah etwas sehr sonderbares. Der Atemhauch der Prinzessin, welchen sie an ihrem Ohr spürte, formte einige Worte, die es sich zum Ziel machten, eine sinnlichere Atmosphäre zu schaffen. Emanuelle bot der Magierin nicht nur an, sich an ihren Haaren zu versuchen, sie hatte es anscheinend auch auf etwas anderes abgesehen und begann damit, das Ohr der pinkhaarigen Frau liebevoll mit den Zähnen zu bearbeiten.

    Ivy fingerte nach ihrer Münze in der Hosentasche, denn sie konnte doch nicht einfach so eine Entscheidung treffen. Aber als sie das kleine, goldene Stück zwischen ihren Fingern aus der Hose zog, fiel ihr die Münze direkt aus der Hand auf den Fußboden. Die Liebkosung der Kleinen hatte sie so sehr abgelenkt, sodass sie das glänzende Ding einfach nicht festhalten konnte. Argh...

    Die Magierin löste sich für einen Moment von den Vorgaben ihres Meisters und drehte ihren Kopf zu Emanuelle. Das schwächer werdende Kerzenlicht hatte die Haarfarbe der Prinzessin wieder auf den Normalzustand zurückgesetzt. Der Goldschatz, war nicht mehr vorhanden. Die Schatzkarte hatte sich geirrt. Doch Ivy wollte das Mädchen auch nicht enttäuschen, wahrscheinlich war dies ihre erste Nacht mit einer anderen Person und sie hatte sich sehr viel Mühe gegeben, das war mehr als offensichtlich. Sie war nett und liebevoll. Die selbsternannte Freibeuterin wollte ihre Gefühle nicht verletzen und gleichzeitig auch ihre Dankbarkeit für die Haarpflege zeigen.

    Ivy fixierte also mit ihrer Hand das Kinn der blonden Dame und zog es näher an sich heran. Ihre Lippen berührten die von Emanuelle für einen langen, sinnlichen Kuss ohne dabei die Zunge zum Einsatz kommen zu lassen. Anschließend ging sie mit ihrem Kopf wieder etwas zurück, blieb aber dicht vor ihrem Antlitz und streichelte sanft mit ihrer freien Hand über die engelsgleiche Wange der blondhaarigen Maid. "Du bist ein liebes Mädchen, aber wir sollten nichts überstürzen, meinst du nicht auch?"


    [Bild: Emanuelle___ava.jpg]

    Emanuelle war sich sicher, Alles richtig bisher eingeschätzt und angegangen zu sein.
    "Es gefällt mir, Emanuelle!"
    Ivy reagierte sehr positiv auf das sichtbare Ergebnis im Spiegel. Und auch der Attacke auf ihr Ohr durch ihn schien sie nicht abgeneigt zu sein.
    Oh warte nur ab, meine Teuerste! Der gute Emanuelle wird dir noch ganz andere Dinge zeigen! Dinge, bei denen du dich mehr als nur wohl fühlen wirst! Ich werde dir eine ganz neue Bedeutung des Satzes 'die Nacht durchmachen' beibringen... Und wenn die Vögel uns dann den neuen Morgen ankündigen... nun, dann können wir uns ja etwas Ruhe gönnen!
    Sein Verstand war schon dabei, sein gesamtes Repertoire an Stellungen durch zu gehen, dabei auch seine gute akrobatische Gelenkigkeit einbeziehend. Derweil drehte Ivy ihren Kopf zu Emanuelle und betrachtete ihn im Kerzenschein.
    Perfekt! Sie hat angebissen! Jetzt kann doch noch etwas so wunderbar Schönem hier in der Pampa gefröhnt werden...
    Dann zog Ivy seinen Kopf zu sich und gab ihm einen ersten langen Kuss. Auch ohne Zunge, konnte man eine gewisse Sinnlichkeit dahinter erkennen und Emanuelle wähnte sich am Ziel.
    Treffer! Versenkt!
    Anschließend nahm Ivy ihr Gesicht etwas zurück, blieb jedoch dicht am Kopf von Emanuelle, streichelte zärtlich über seine Wange und...
    "Du bist ein liebes Mädchen, aber wir sollten nichts überstürzen, meinst du nicht auch?"
    Plötzlich schien die Welt wie erstarrt! Zusätzlich war Alles in unterschiedlich hellen und dunklen Grautönen gehalten. Zumindest aus seiner Sicht.
    W-was? Wie? W-warum!? Nach all dem, was ich hier an Arbeit geleistet habe, macht sie... kann sie... serviert sie mich ab!? Mit einem Kuss und einem Lächeln!? Ist sie etwa genauso raffiniert, wie ich???
    3 oder mehr Sekunden waren bestimmt schon verstrichen, in denen Emanuelle wahrscheinlich so gequält wirkte, wie ein Schwein auf der Schlachtbank! Bis der Profi in ihm einschritt.
    Hey! Vergiss das stumpfe Messer mal für einen Augenblick, das sie dir gerade in deine Kronjuwelen gerammt hat! Wenn du weiter hier so starr rumsitzt, dann wird sie noch Verdacht schöpfen...
    Das musste ihm sein Verstand nicht zweimal sagen! Etwas die Bestürzte spielend, nahm er eine Hand vor seine Brust und die andere hielt er vor seinen Mund. Dabei formte sein Gesicht einen Ausdruck des Erschreckens.
    "V-verzeiht mir! B-bitte, ja? Ich wollte... nicht... es war nur..."
    Jetzt die gesamte Dosis an Entschuldigung!

    Schnell schoss er nach vorne, umarmte Ivy einmal gefühlvoll, nahm dabei ihren Duft, die Wärme ihres Körpers und den Druck ihrer Rundungen in sich auf, ehe er sich wieder von ihr löste und sich kurz verneigte.
    "Bitte verzeiht. Ich habe mich von der Atmosphäre tragen lassen... Als Entschuldigung lasse ich euch den Vortritt mit dem Waschkrug vor dem zu Bette gehen. Zusätzlich biete ich euch an, morgen nach Aufstehen euch die Frisur richtig im Tageslicht herzurichten und, wenn ihr mögt, auch an meiner Frisur euch zu probieren! Natürlich völlig ohne Hintergedanken!"
    Dabei lächelte er sie an. In Gedanken war er aber schon bei weiteren Plänen.
    So, du möchtest es also nicht überstürzen... Keine Sorge! Heute Nacht wird es keine weitere Annäherung geben! ABER... Du wirst mit einer sehr schwachen Emanuelle auskommen müssen, die ein wenig Beistand benötigen wird! Dadurch sollst du Mitleid bekommen und dann... oh, die nächsten Tage könnten sehr interessant werden... Denn noch habe ich dich nicht abgeschrieben! Der gute Emanuelle kennt noch ganz andere Tricks der Verführung!
    Zudem machte er sich kurz Gedanken zu dem nächsten Morgen.
    Außerdem bekommt man in deiner Umgebung alles umsonst! Und das ist auch eine nette Eigenschaft... nur muss ich dem Wirt morgen irgendwie zu verstehen geben, dass Angeline hier uns alle noch umbringen wird mit ihrer Kochkunst... oder der nicht vorhandenen derselbigen! Wenn sie doch nur so gutes Essen zubereiten könnte, wie sie gleichzeitig sich als Katze geben kann...
    Önee-sama is offline
  10. #50
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    Was bisher geschah: Erik und Faren

    [Bild: TiadenPic2.png]Mit einem leisen Seufzer öffnete die Elfe langsam ihre Augen, schien sie doch von einer nicht fremden Stimme angesprochen zu werden. Ebenso wie geschüttelt. Unsanft geschüttelt, was jedoch keinen großen Unterschied für sie machte.
    Fragend suchten ihre rotbraunen Augen nach dem kleinen, bärtigen Mann, welcher unweit von ihr saß, hocke oder stand - was in der Dunkelheit und dank seiner Größe nur schwer auszumachen war. Das Licht der Kerze erleuchtete das grinsendes Gesicht des Zwerges und ließ seinen von Essensresten geschmückten Bart glänzen.
    Es dauerte eine Weilte, bis Tiaden verstand, was ihr kurzer Begleiter damit hatte sagen wollen. Erst der Denkanstoß in Form eines Zerrens half ihr zu erkennen, dass sie nicht allein in dem Zelt waren.
    Eigentlich hätte es ja der Gestank sein sollen, der ihr dies mitteilte. Oder das Röcheln, welches aus Faren’s Richtung kam. Doch gerade für die Besänftigte war nur schwerlich ein Unterschied zwischen dem Geruch des Zwerges und dem der unerwarteten Gäste festzustellen. Ein Röcheln war gewiss auch nichts, was sie überrascht hätte, wenn das überhaupt möglich gewesen wär.
    „Würdet ihr bitte mein Bein loslassen?“
    Erst einen Moment später widmete sich die Blonde dem Zerren, welches sie verspürte und die Bewegung ihres Beines erschwerte. Ruhig drehte sie sich zu der Person herum, die sie am Unterschenkel festhielt und diesen herunterdrückte.
    Keine Reaktion.
    Nur ein erneutes Röcheln, dieses Mal jedoch deutlich aus ihrer Richtung. Besser gesagt aus der Richtung, aus der auch die Hand kam, die sie festhielt. Tiaden stützte sich auf dem Boden ab, richtete ihren Oberkörper auf und versuchte zu erkennen, ob es vielleicht der Menschenmann war, der sich ihr da genähert hatte. Doch leider hatte sie keine wirkliche Ähnlichkeit erkennen können.
    Ob das an dem flackernden Licht der Kerze lag, welche das Zelt nur dürftig erhellte? Oder waren es doch eher die weißen Augäpfel, welche aus den tiefen Augenhöhlen hervorquollen? Vielleicht aber auch die Haut, welche sich dunkel an einigen Stellen im Gesicht abschälte und madenbesetztes Fleisch offenbarte.
    Auf jeden Fall hatte es sich nicht um den Menschenmann gehandelt, weshalb Tiaden ohne erneute Bitte nach dem Dolch griff, den sie an diesem Tag zuvor einer toten Frau abgenommen hatte. Wahrscheinlich hätte sie es auch getan wenn es der Mann gewesen wär, doch war diese Überlegung in diesem Augenblick wohl überflüssig.
    Mit einer schnellen Bewegung bohrte sich die Klinge in das weiche, faulige Fleisch und direkt durch die Mundhöhle. Mit einem lauten Knacken fand der Dolch sein Ziel zwischen den Kieferknochen und brach diese auseinander, so dass der Unterkiefer der Person leicht nach unten klappte und eine tiefrote Flüssigkeit hervorquoll, durchsetzt von hell schimmernden Eiter. Es war nur schwer zu erkennen, doch die Tatsache das es nicht viel Blut war, schien zu bedeuten, dass der Röchelnde bereits seit geraumer Zeit hatte tot sein müssen. Oder einfach kein Blut besaß.
    „Ser Faren. Wer ist das?“
    Noch während die Frau mit dem freien Bein nach dem Kopf der Person trat, um ihren Dolch zu befreien, der trotz ihrer kräftigen Hin- und Her-Bewegung fest verkeilt zu sein schien, drehte sie sich leicht zu dem Zwerg herum.
    Die Tatsache, dass genau diese Person nach ihr zu beißen versuchte, störte sie jedoch kaum, da es ohne passendes Gegenstück zum Oberkiefer ohnehin nicht möglich war.

    Was bisher geschah: Vitus und Lothar

    [Bild: JosefinaPic2.png]Jo nahm einen kräftigen Schluck aus ihrem Wasserschlauch, welchen sie zuvor dankend von dem Söldner entgegengenommen hatte - natürlich, immerhin hatte auch sie so etwas wie Anstand. Wär sie nicht schon eine Weile mit ihm unterwegs gewesen, hätte sie gewiss nicht ohne vorherige Kontrolle einfach so von dem Wasser getrunken. Doch inzwischen musste sie sich wohl keine Sorgen darüber machen, dass der Kerl ihr wer weiß was für Flüssigkeiten überreichte.
    Während sie sich den Mund mit dem Ärmel ihrer Tunika abwischte, beugte sie sich leicht nach vorn, dem Feuer entgegen. Ferelden hatte ein wahrlich garstiges Klima, vor allen des Nachts, wo man sich in den meisten Fällen seiner Rüstung entledigt hatte. Schnaufend zog die Schwarzhaarige ihren schweren, gefiederten Umhang weiter über ihre Schultern und verdeckte den ohnehin mehr als unfraulichen Körper.
    Nur für einen Moment stellte sie den Blickkontakt zu dem Ritter her, der deutlich machte, dass ihm der Sinn nach einem Gespräch stand. Jo nickte, deutete an das sie bereit war etwas zu erzählen, lies sich damit jedoch redlich Zeit. Ihre blauen Augen sanken wieder herab und fanden ihr Ziel in den Flammen.
    Nur für einen Moment erinnerte sie sich zurück, an die Zeit im Zirkel. Die Fackeln, die in der Dunkelheit der Nacht die Gänge zu den Unterkünften der Magiestudenten erhellten. Die Gänge, durch die die mit der Elfe schlich, zu einem Ort, an dem sie offen hatten zeigen können, was sie füreinander empfanden. Ohne die strengen Blicke des Kommandanten und des ersten Verzauberers. Das warme Licht des Feuers, welches das blonde Haart so wunderbar schimmern ließ. Der helle Schein, der die Gänge erhellte, aber dennoch ein Gefühl hinterließ, dass alles um sie herum nicht mehr existierte und nur noch sie zählten. Die Flammen, welche wild flackerten, als würden sie auf das Kichern der Elfe reagieren.
    „Das wache Meer ...“
    Ruhig wiederholte die Frau die Worte des Ritters, sprach dabei jedoch eher zu sich selbst, als wirklich eine Antwort zu geben. Mit einem melancholischen Grinsen im Gesicht lehnte sich die Templerin wieder ein kleines Stück zurück und blies sich das fettige Haar aus dem Gesicht.
    „Bei Andraste’s vergilbtem Unterrock, ich weiß noch nicht einmal, ob dies wirklich das Ende meiner Suche ist. Das wache Meer ist der einzige Anhaltspunkt, den ich noch habe. Meine einzige Hoffnung.“
    Wenn der Erbauer ihr nach all dem noch wohlgesonnen war, dann würde er ihr beistehen. Doch konnte sie darauf noch hoffen?
    „Ihr sagtet, das Anwesen eurer Familie liegt dort in der Nähe?“
    Jo hatte vielleicht keinen Orientierungssinn, doch zumindest zuhören konnte sie. Und sich sogar ab und an ein paar Einzelheiten merken.
    „Ihr solltet uns den ganzen Weg begleiten und sie besuchen ...“
    Um sich zu verabschieden? Um sich umstimmen zu lassen? Vielleicht etwas in der Art. Doch war es niemals gut der Familie zu lang fernzubleiben. Sie wusste, wovon sie sprach.

    Was bisher geschah: Juri und Nekka

    [Bild: QuintusPic4.png]Ein Schrei.
    Ein Schrei, der ihm durch Mark und Bein ging. Ein Schrei, der sich mit seinem verband und sich in einer wütenden Grimasse manifestierte. Ein Schrei, der jegliche Magie von diesem Ort weichen lies.
    Die Flammenden Hände vor sich haltend, starrte der Magier ungläubig zu dem schönen Wesen, welches hinter dem Schleier der sengenden Luft leblos zu Boden ging. Flammen leckten an seinen Fingern, formten sich zu einem Angriff, der für die beiden grässlichen Mörderinnen gedacht war.
    Doch er hielt inne.
    Sein Schrei verstummte und jegliche Kraft verließ ihn, als er noch immer im Wasser stehend auf die Knie sank. Es mochte seicht an dieser Stelle gewesen sein, doch tief genug um seine flammenden Hände vom kühlen Nass umschließen zu lassen. Zischend offenbarte sich der Dampf, welcher seinen Körper heraufwanderte und gänzlich über ihm verblasste. Mit starren Augen Blickte er zu der leblosen Schönheit.
    „Was ... habt ihr ... getan? Was ... habt ihr getan? Was habt ihr getan?!“
    Sie wurde von ihm gerissen, geschändet und gemordet. Dies wunderbare Wesen, welches ihn so sehr verzaubert hatte. Ihn in seinen Bann gezogen hatte und zeigte, was vollkommene Glückseligkeit bedeutete.
    Er blinzelte. Einmal. Zweimal.
    Es dauerte einen Moment, bis er sich dem bewusst wurde, was geschehen war. Dem, was diese wunderbare Schönheit tun wollte. Dem, was er getan hatte
    „Was ... habe ich getan?“
    Emotionen klangen in seiner Stimme mit, welchen er nur selten freien Lauf ließ. Doch wie hätte er diese in solch einen Moment verbergen können, in dem ihm bewusst wurde, dass es sein Werk war, dass eine schöne Frau verletzt wurde?
    Mit einem lauten Plätschern erhob er sich und stolperte nach vorn. Die Kraft, die er noch beim Aufstehen zeigte, verlosch im Angesicht dessen, was sich ihm mit jedem Schritt immer deutlicher offenbarte.
    BlackShial is offline Last edited by BlackShial; 13.09.2014 at 12:59.
  11. #51
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    [Bild: Aril_Ava.png]
    »Aril, ich erzähle dir diese kleine Episode nicht, um irgendetwas damit zu bezwecken... nein, ich erzähle es zuerst …ich erzähle es zuerst für mich. Du musst wissen, wir von dem reisenden Volk, kennen die Schriftsprache nur noch in Stücken und Teilen. Viele Dinge sind verloren gegangen in all den Äonen an Zeitepochen. So berichten wir unseren Nächsten über das eine oder das andere. Was es wert ist, wird weiter erzählt. Das Wissen der Dalish wird an die Kinder und deren Kindeskinder weiter gegeben. Diese erzählen es weiter. Sicher auch immer mit etwas Gutem dabei, wenn derjenige ein Held war. Aber auch mit Schlechtem dabei, wenn derjenige einen Verrat begangen hat. Ich habe ein wenig Sorge, dass ich die Dinge, die mir wichtig sind, die mich betreffen, ja bestimmen, die auch zu mir im Widerspruch stehen, vergessen könnte.«

    Aril sah ungläubig drein. Sie wollte etwas sagen und als hätte sie es gemerkt, hielt Glandis inne. Aril schluckte und sagte: "Sprich weiter, ich stelle die Frage am Schluss. Bis dahin werden sie sich vermerht haben, glaube ich."


    »Aril, deine Aussagen über deine Familie, über deine Erziehung, über deine Art damit umzugehen, hat mich schließlich dazu geführt, mal über meine Erfahrungen zu sprechen. Ich tue es auch deshalb, weil ich glaube, du wirst es verstehen. Denn Du bist so wie ich, eine Ausreißerin. Wir zwei haben derzeit die Lebenslinien verlassen, die die Sitte des jeweiligen Volkes ist. Ja, wir zwei sind Ausreißerinnen! Das ist schon lustig, finde ich.«
    Die Elfe lachte. Aril stimmte ein. Ein Elfe, die nicht einmal den Menchen gedient hatte, war verstoßen worden. Aber wieso verstoßen? Aril grübelte nach, was Glandis ihr gesagt hatte, weshalb sie hier war, da war nichts mit Verstoßen erzählt worden. Oder doch?

    „Aril. Es ist also nichts Geheimes, sondern etwas, wo du mir einen Gefallen erweisen kannst, in dem du mir zu hörst, aber auch, wenn es dir passt, eine Frage stellst. Wenn diese zu meiner kleinen Geschichte passt, flechte ich diese mit ein. Du merkst es schon. Es kann auch sein, wir werden heute morgen nicht fertig, aber der Anfang ist dann getan. Deshalb schaue mit auf den Stand der Sonne. Denn das Lager des Sturmtrupps sollten wir schon vor dem Mittag gesehen haben.“

    "ein guter Plan!"
    lobte Aril. "Also, bis jetzt habe ich zwei Fragen: Erstens: Wenn man alles nur mündlich weitergibt, wie soll man sich das denn merken? Wir können geschichtliches Wissen immer in unseren Bibliotheken, die voller bücher stehen, nachschlagen. Ich verstehe, warum ihr das nicht habt, aber trotzdem - wie merkt man sich das alles?" Aril war wirklich baff ob der Gedächtnisleistungen der Elfen.
    "Und zweitens: Wieso wurdest du verstoßen? Kamst du nicht zum Spähen hierher? Entschuldige, wenn ich schon wieder frage, aber die Ereignisse überstürzen sich so sehr, dass ich manchmal den Faden verliere..."
    Fawks is offline
  12. #52
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    [Bild: Arian_klein.jpg]

    [Bild: Abyss_klein.jpg]

    Das Erste, was Abyss spürte war das knarrende Geräusch des Holzes, wenn sich jemand auf den Wagen stützte, auf dessen Ladefläche sie wie von Arian angeordnet, saß. Die Arme um die Beine geschlungen und das Kinn aufs Knie gelegt wartete sie auf seine Rückkehr. Das Lager behagte ihr nicht. Es war düster und unfreundlich. Noch viel unfreundlicher als es der dunkle Wald gewesen war. Dennoch war sie froh darüber hier drinnen und nicht bei den Monstern im Gehölz zu sein zu müssen. Vermutlich wäre sie dann schon tot.
    Als Abyss nun das Geräusch vernahm, erwartete sie Arian gleich wiederzusehen. Doch noch während sie Anstalten machte sich zu erheben, hörte die fremde Stimme einer Frau bedrohlich sprechen. Zu Abyss Überraschung antwortete eine ebenso fremde Stimme, die eines Mannes, ganz in ihrer Nähe.

    "I-ich habe nur... mich etwas abgestützt...", stammelte der Mann.
    Die Frau muss ihm wirklich Angst einjagen“, dachte Abyss ein wenig neugierig. Arian hatte jedoch gesagt, dass sie sich wenn möglich aus Streitigkeiten heraushalten solle. Somit beschloss Abyss weiterhin auf dem Karren sitzen zu bleiben und so zu tun, als würde sie nichts mitbekommen.

    Die fremde Frau empfahl dem Mann den Abzug, welchen dieser auch dankend annahm. Dann wurde es still. Nur das Geräusch einer in eine Scheide fahrenden Klinge durchschnitt die Dunkelheit. Nervös und sich fragend, ob die Frau noch dort war, wandte sich Abyss auf dem Karren um, konnte wegen der hohen Stellwände jedoch nur eine schemenhafte Gestalt, ganz in der Nähe des Wagens erkennen. Sie war beinahe so groß wie Arian und hatte langes, fließendes Haar, was ihre Schattengestalt merkwürdig verzerrte.

    Abyss schien bei ihrer Beobachtung ein wenig zu laut gewesen zu sein, denn plötzlich sprach die Frau erneut, ohne dass sich jemand anderes dem Karren genährt hätte.

    Wenn ihr zu Arian gehört, könnt ihr euch zeigen... Ich tue ehemaligen Waffengefährten und deren Begleitern nichts... wenn ihr jedoch etwas vom Karren stehlen wolltet... dann solltet ihr euch das vielleicht nochmals überlegen!

    Abyss zögerte. Hatte die Frau wirklich sie gemeint? Doch sie hatte Arian erwähnt. Abyss Herz schlug höher. Kannte die Frau ihn, oder wollte sie nur überprüfen, ob der Karren unbewacht sei. Abyss stand auf und warf dabei Arians dunklen Mantel ab, den sie schon vor ihrem Eintreffen angelegt hatte. Ein wenig schwankend stand sie auf, stellte sich aufrecht und stemmte die Hände in die Hüfte. Sie fixierte die Schattenfrau, die nun da Abyss auf dem Karren stand ein wenig kleiner war, als sie selbst.
    Woher kennt ihr Arian?, fragte sie und fuhr dann ohne Luft zu holen fort: „Ihr dürft nichts von dem Karren nehmen. Das gehört nicht euch!

    Alleine bei dem Gedanken, dass man sie und Arian vielleicht bestehlen wollte, mischte sich Empörung in ihre dadurch zittrig wirkende Stimme. Dennoch bemühte sie sich, so protestierend und bestimmend zu klingen, wie möglich. Abyss sah, dass die Frau vor ihr eine riesige Klinge auf dem Rücken trug. Eine Klinge, mit der sie die kleine Elfe mit einem Hieb in zwei Hälften spalten könnte. Trotzdem versuchte sie, wie Arian, keine Angst zu haben.

    Abyss!“ erklang es da plötzlich vom Hofe her. Es war Arian, der nun eilig angestapft kam.
    Arian!“, rief sie erleichtert. Arian erreichte den Wagen nach ein paar großen Schritten und begann, auf die Frau einzureden.

    Verzeiht mir, Mylady. Wie ich sehe habt ihr Abyss bereits kennengelernt. Oder?
    Er dämpfte die Stimme ein wenig: „Sie… sie war hoffentlich nicht ungezogen?
    Heeey!“
    , intervenierte Abyss. Arian lächelte ihr entschuldigend zu.
    Abyss, das hier ist Claudette Vance, eine Soldatin der königlichen Armee und Überlebende von Ostagar! Lady Vance, das hier ist Abyss. Verzeiht mir die doppelte Vorstellung, solltet ihr einander schon bekannt gemacht haben. Bitte, kommt näher und setzt euch auf die Pritsche!

    Dann ging er zum Ende des Karren und stellte sich vor Abyss. Er hob seine großen Hände, in die Abyss darauf die ihren legte. Dann begann er, eindringlich zu ihr zu flüstern.

    Abyss, Kleines, ich möchte jetzt mir Lady Vance alleine sprechen. Angelegenheiten, die nicht für deine Ohren bestimmt sind. Nimm Lord Paris und Lady Helena und spiel ein wenig mit ihnen. Aber: bleib in der Nähe des Wagens! Und sprich mit niemandem!

    Abyss nickte und kramte zwei sehr unterschiedliche Puppen aus einem Reisesack hervor. Dann sprang sie vom Karren und ging an der Kriegerin namens Claudette vorbei. Sie blieb kurz vor ihr stehen und sagte schüchtern: „Tut mir Leid! Ich wollte nicht unhöflich sein

    Arian durchsuchte den Proviantsack und holte etwas relativ frisches Brot und einen Trinkschlauch Wein hervor, dazu drei Stücken Pökelfleisch. Einladend verwies er auf die freie Fläche auf dem Karren, wo Abyss bereits ein paar weiche Stoffe und ein Kissen zum Inventar des Wagens hinzugefügt hatte und dort für gewöhnlich während der Reisen saß. Eine bequemere Sitzgelegenheit konnte Arian der Amazone nicht anbieten.

    Bitte setzt euch! Setzt euch und erzählt mir bitte alles. Unser edler König ist also wirklich gefallen? Was hat es mit der Geheimniskrämerei auf sich? Was geht vor im Lande?
    Arian überlegte kurz, ob er es wirklich sagen wollte, doch dann entschied er sich, es der wohl ehrbaren Waffengefährtin zu sagen: „Ich soll euch zudem… ach, erzählt ihr zuerst, dann werde ich euch berichten!


    [Bild: Queens_Blade___Claudette_2_ava.jpg]

    Auf ihre Frage hin hörte sie Bewegungen von der Person auf dem Karren. Claudette drehte sich etwas, damit sie aus dem Augenwinkel zumindest auf den Karren blicken konnte, dabei die Hand immer noch an ihrem Schwertgriff. Dann erkannte sie, dass es sich um ein Mädchen handelte und entspannte sich wieder ein wenig.
    Ein Elfenmädchen. Obwohl viele das in dieser Dunkelheit wohl nicht erkennen würden. Was wahrscheinlich auch besser so ist, wenn man diesen Ort bedenkt...
    Woher kennt ihr Arian? Ihr dürft nichts von dem Karren nehmen. Das gehört nicht euch!
    Unwillkürlich musste Claudette ein wenig lächeln bei diesen Worten und sie nahm ihre Hand wieder vom Schwertgriff.
    Beim Erbauer! Die Kleine ist wie meine Schwestern damals! Vor allem mit ihrer Haarfarbe erinnert sie stark an Leina und Elina...
    Claudette beschied für sich, dass das Mädchen keine Diebin war. Sie war vielleicht leicht verdreckt, was aber eventuell dem Umstand der Reise zu verdanken war. Mit keinem Augenblick glaubte sie daran, dass es Arians Schuld sei, dass dem Mädchen vielleicht keine bessere Kleidung zur Verfügung stand. Dafür hielt sie nach dieser kurzen Zeit von dem Krieger einfach zu viel, vor allem an diesem Ort.
    Trotz ihres Erscheinungsbildes stammt sie unmöglich von hier! Wäre sie von hier, gäbe es nur einen Ort, an dem sie ihr Leben verbringen müsste... ob ihr das nun gefallen würde oder nicht...
    Bevor sie weiter in Gedanken diesen Ort mit Abneigung belegen konnte, vernahm sie Arians Stimme. Dabei bekam sie den Namen des Mädchens mit.
    Abyss... ein guter Name. Mit einem guten Klang... ob eine besondere Bedeutung dahinter steckt?
    Derweil fragte Arian, ob Abyss nicht etwa ungezogen war, was Claudette einfach mit einem sanften Lächeln und einem kleinen Schütteln des Kopfes ihrerseits verneinte. Anschließend stellte Arian die Beiden noch einander vor, ehe er Claudette bat ihm zur Pritsche des Wagens zu folgen. Dort angekommen half er dem Elfenmädchen beim absteigen, dann redete er kurz auf sie ein. Mit zwei Puppen in den Händen ging Abyss an Claudette vorbei, blieb kurz stehen, um eine Entschuldigung vorzutragen und lief dann etwas weiter.
    Wahrhaftig! Wie meine Schwestern damals: Trotz und auch etwas Verspieltheit eventuell. Dabei aber genügsam, nicht aufmüpfig und scheint eine gute Erziehung genossen zu haben...
    Sie lächelte Abyss kurz hinterher, dann wandte sie sich wieder Arian und dessen Karren zu. Der Krieger hatte derweil etwas Nahrung und einen Weinschlauch hervor gekramt.
    Bitte setzt euch! Setzt euch und erzählt mir bitte alles. Unser edler König ist also wirklich gefallen? Was hat es mit der Geheimniskrämerei auf sich? Was geht vor im Lande?
    Nach einer kurzen Unterbrechung fuhr ihr Gegenüber fort.
    Ich soll euch zudem… ach, erzählt ihr zuerst, dann werde ich euch berichten!
    Claudette stellte ihren kleinen Rucksack auf den Karren, zog ihren Mantel zurecht und setzte sich. Dankbar nahm sie ein wenig Brot und etwas von dem Fleisch entgegen.
    Alleine die Nahrungsmittel machen den Karren innerhalb dieses Zaunes, der sich Befestigung nennt, zu einem wahren Schatz... denn etwas Besseres zum Speisen wird man hier wohl kaum vorfinden!
    Nachdem sie zwei Bissen zu sich genommen hatte, entschied sie, es sei an der Zeit, Arian alles zu erklären - soweit sie es eben selbst wusste.
    "Hört mir zu, Arian. Eure Fragen lassen sich zusammen beantworten, zumindest, so weit ich das beurteilen kann. Zuerst: Ja, es ist wahr. Unser glorreicher Anführer ist in der Schlacht gefallen..."
    In ihren nächsten Worten steckten Verachtung.
    "Damit hat einer den Preis direkt für Ostagar bezahlt!"
    Kurz ballte sie eine Hand zur Faust. Danach sprach sie besonnen weiter, auch weil sie wollte, dass Arian es direkt verstehen würde, was sie ihm sagte.
    "Ich habe es durch Templer in einer Ortschaft südwestlich von hier erfahren... Lothering. Desweiteren erfuhr ich dort, dass jetzt Loghain im Namen von Königin Anora in Denerim regiert. Also wurde einer der Schuldigen für Ostagar auch noch befördert..."
    Eine weitere geballte Faust, ehe sie die Finger wieder öffnete und erneut das Wort ergriff.
    "Und das führt mich zu der Bitte, es geheim zu halten, dass wir Überlebende aus Ostagar sind: Loghain scheint eine neue Armee zu formieren. Jedoch weit im Norden bei der Hauptstadt Denerim. Und er benutzt Rekrutierer dazu... eine unfreundliche Truppe von dreien dieser Gestalten hat es auch bei mir versucht... Nach der kurzen Bekanntschaft mit dem Knauf meines Schwertes ließen sie mich weiterziehen..."
    Claudette rüttelte einmal an ihrem Schwertgriff, um ihre Worte zu untermalen.
    "Das wirft für mich folgende Fragen auf: Sieht man Überlebende als Veteranen oder als Deserteure an? Die drei Gestalten hatten da nicht die Zeit zu, mir etwas in der Hinsicht vorzuwerfen... Doch, warum wird die Armee im Norden gesammelt? Wenn schon alle möglichen Kandidaten in die Armee regelrecht gepresst werden, wieso wird dann nur die Hauptstadt geschützt? Das werden viele Lords in den ländlicheren Gegenden kaum hinnehmen... besonders im Süden, sobald die ersten der dunklen Brut auf ihren Ländereien auftauchen! Für mich seiht es so aus, als wolle da jemand seine Position in der Hauptstadt festigen. Zumal gleich westlich das Bannorn liegt... und wie ich meine Heimat einschätze, werden die Leute dort eine Selbsternennung zu was auch immer nicht so einfach hinnehmen..."
    Sie nahm einen kleinen Schluck aus dem Weinschlauch.
    "Das ist zusammengefasst die Lage, wie ich sie kenne und meine bescheidene Meinung dazu. Ich gehe davon aus, dass ihr nach der Schlacht eben einfach bei eurer Flucht aus Ostagar eine andere Route wie ich genommen habt und dort nicht von den Rekrutierern belästigt worden seid. Auch würde ich tippen, dass man Überlebende mittlerweile als Deserteure abstempelt. Zum einen, weil wir uns noch nicht wieder zurück gemeldet haben und zum Anderen, weil es auch gute Exempel abgibt, um weitere Rekruten einzuziehen, wenn man ihnen mit toten Deserteuren drohen kann..."
    Sie sah Arian jetzt direkt an.
    "Ich würde gerne eure Meinung dazu hören. Danach können wir uns anderen Dingen zuwenden: Ich hätte wohl eine Möglichkeit, wo wir einigermaßen ungestört nächtigen können, wenn wir nicht abwechselnd Wache halten wollen, während einer auf dem Karren schläft. Außerdem können wir über Ostagar reden..."
    Jetzt sah sie ihn ernst an.
    "Wenn ihr dies überhaupt wünscht..."
    Dann erhellte sich ihr Gesichtsausdruck merklich.
    "Zudem würde ich gerne die Geschichte zu eurer Begleiterin hören... wenn ihr mir die Neugierde verzeiht, aber sie erinnert mich einfach an... Verwandte..."
    Sie wollte nicht gleich ihre Familie erwähnen. Dann fiel ihr wieder ein, das Arian ihr auch noch etwas zu ihr hatte sagen wollen.
    "Ach ja, was wolltet ihr mir denn vorhin mitteilen?"
    Önee-sama is offline
  13. #53
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    Auf ihre Frage hin hörte sie Bewegungen von der Person auf dem Karren. Claudette drehte sich etwas, damit sie aus dem Augenwinkel zumindest auf den Karren blicken konnte, dabei die Hand immer noch an ihrem Schwertgriff. Dann erkannte sie, dass es sich um ein Mädchen handelte und entspannte sich wieder ein wenig.
    Ein Elfenmädchen. Obwohl viele das in dieser Dunkelheit wohl nicht erkennen würden. Was wahrscheinlich auch besser so ist, wenn man diesen Ort bedenkt...
    „Woher kennt ihr Arian? Ihr dürft nichts von dem Karren nehmen. Das gehört nicht euch!“
    Unwillkürlich musste Claudette ein wenig lächeln bei diesen Worten und sie nahm ihre Hand wieder vom Schwertgriff.
    Beim Erbauer! Die Kleine ist wie meine Schwestern damals! Vor allem mit ihrer Haarfarbe erinnert sie stark an Leina und Elina...
    Claudette beschied für sich, dass das Mädchen keine Diebin war. Sie war vielleicht leicht verdreckt, was aber eventuell dem Umstand der Reise zu verdanken war. Mit keinem Augenblick glaubte sie daran, dass es Arians Schuld sei, dass dem Mädchen vielleicht keine bessere Kleidung zur Verfügung stand. Dafür hielt sie nach dieser kurzen Zeit von dem Krieger einfach zu viel, vor allem an diesem Ort.
    Trotz ihres Erscheinungsbildes stammt sie unmöglich von hier! Wäre sie von hier, gäbe es nur einen Ort, an dem sie ihr Leben verbringen müsste... ob ihr das nun gefallen würde oder nicht...
    Bevor sie weiter in Gedanken diesen Ort mit Abneigung belegen konnte, vernahm sie Arians Stimme. Dabei bekam sie den Namen des Mädchens mit.
    Abyss... ein guter Name. Mit einem guten Klang... ob eine besondere Bedeutung dahinter steckt?
    Derweil fragte Arian, ob Abyss nicht etwa ungezogen war, was Claudette einfach mit einem sanften Lächeln und einem kleinen Schütteln des Kopfes ihrerseits verneinte. Anschließend stellte Arian die Beiden noch einander vor, ehe er Claudette bat ihm zur Pritsche des Wagens zu folgen. Dort angekommen half er dem Elfenmädchen beim absteigen, dann redete er kurz auf sie ein. Mit zwei Puppen in den Händen ging Abyss an Claudette vorbei, blieb kurz stehen, um eine Entschuldigung vorzutragen und lief dann etwas weiter.
    Wahrhaftig! Wie meine Schwestern damals: Trotz und auch etwas Verspieltheit eventuell. Dabei aber genügsam, nicht aufmüpfig und scheint eine gute Erziehung genossen zu haben...
    Sie lächelte Abyss kurz hinterher, dann wandte sie sich wieder Arian und dessen Karren zu. Der Krieger hatte derweil etwas Nahrung und einen Weinschlauch hervor gekramt.
    „Bitte setzt euch! Setzt euch und erzählt mir bitte alles. Unser edler König ist also wirklich gefallen? Was hat es mit der Geheimniskrämerei auf sich? Was geht vor im Lande?“
    Nach einer kurzen Unterbrechung fuhr ihr Gegenüber fort.
    „Ich soll euch zudem… ach, erzählt ihr zuerst, dann werde ich euch berichten!“
    Claudette stellte ihren kleinen Rucksack auf den Karren, zog ihren Mantel zurecht und setzte sich. Dankbar nahm sie ein wenig Brot und etwas von dem Fleisch entgegen.
    Alleine die Nahrungsmittel machen den Karren innerhalb dieses Zaunes, der sich Befestigung nennt, zu einem wahren Schatz... denn etwas Besseres zum Speisen wird man hier wohl kaum vorfinden!
    Nachdem sie zwei Bissen zu sich genommen hatte, entschied sie, es sei an der Zeit, Arian alles zu erklären - soweit sie es eben selbst wusste.
    "Hört mir zu, Arian. Eure Fragen lassen sich zusammen beantworten, zumindest, so weit ich das beurteilen kann. Zuerst: Ja, es ist wahr. Unser glorreicher Anführer ist in der Schlacht gefallen..."
    In ihren nächsten Worten steckten Verachtung.
    "Damit hat einer den Preis direkt für Ostagar bezahlt!"
    Kurz ballte sie eine Hand zur Faust. Danach sprach sie besonnen weiter, auch weil sie wollte, dass Arian es direkt verstehen würde, was sie ihm sagte.
    "Ich habe es durch Templer in einer Ortschaft südwestlich von hier erfahren... Lothering. Desweiteren erfuhr ich dort, dass jetzt Loghain im Namen von Königin Anora in Denerim regiert. Also wurde einer der Schuldigen für Ostagar auch noch befördert..."
    Eine weitere geballte Faust, ehe sie die Finger wieder öffnete und erneut das Wort ergriff.
    "Und das führt mich zu der Bitte, es geheim zu halten, dass wir Überlebende aus Ostagar sind: Loghain scheint eine neue Armee zu formieren. Jedoch weit im Norden bei der Hauptstadt Denerim. Und er benutzt Rekrutierer dazu... eine unfreundliche Truppe von dreien dieser Gestalten hat es auch bei mir versucht... Nach der kurzen Bekanntschaft mit dem Knauf meines Schwertes ließen sie mich weiterziehen..."
    Claudette rüttelte einmal an ihrem Schwertgriff, um ihre Worte zu untermalen.
    "Das wirft für mich folgende Fragen auf: Sieht man Überlebende als Veteranen oder als Deserteure an? Die drei Gestalten hatten da nicht die Zeit zu, mir etwas in der Hinsicht vorzuwerfen... Doch, warum wird die Armee im Norden gesammelt? Wenn schon alle möglichen Kandidaten in die Armee regelrecht gepresst werden, wieso wird dann nur die Hauptstadt geschützt? Das werden viele Lords in den ländlicheren Gegenden kaum hinnehmen... besonders im Süden, sobald die ersten der dunklen Brut auf ihren Ländereien auftauchen! Für mich seiht es so aus, als wolle da jemand seine Position in der Hauptstadt festigen. Zumal gleich westlich das Bannorn liegt... und wie ich meine Heimat einschätze, werden die Leute dort eine Selbsternennung zu was auch immer nicht so einfach hinnehmen..."
    Sie nahm einen kleinen Schluck aus dem Weinschlauch.
    "Das ist zusammengefasst die Lage, wie ich sie kenne und meine bescheidene Meinung dazu. Ich gehe davon aus, dass ihr nach der Schlacht eben einfach bei eurer Flucht aus Ostagar eine andere Route wie ich genommen habt und dort nicht von den Rekrutierern belästigt worden seid. Auch würde ich tippen, dass man Überlebende mittlerweile als Deserteure abstempelt. Zum einen, weil wir uns noch nicht wieder zurück gemeldet haben und zum Anderen, weil es auch gute Exempel abgibt, um weitere Rekruten einzuziehen, wenn man ihnen mit toten Deserteuren drohen kann..."
    Sie sah Arian jetzt direkt an.
    "Ich würde gerne eure Meinung dazu hören. Danach können wir uns anderen Dingen zuwenden: Ich hätte wohl eine Möglichkeit, wo wir einigermaßen ungestört nächtigen können, wenn wir nicht abwechselnd Wache halten wollen, während einer auf dem Karren schläft. Außerdem können wir über Ostagar reden..."
    Jetzt sah sie ihn ernst an.
    "Wenn ihr dies überhaupt wünscht..."
    Dann erhellte sich ihr Gesichtsausdruck merklich.
    "Zudem würde ich gerne die Geschichte zu eurer Begleiterin hören... wenn ihr mir die Neugierde verzeiht, aber sie erinnert mich einfach an... Verwandte..."
    Sie wollte nicht gleich ihre Familie erwähnen. Dann fiel ihr wieder ein, das Arian ihr auch noch etwas zu ihr hatte sagen wollen.
    "Ach ja, was wolltet ihr mir denn vorhin mitteilen?"


    [Bild: Arian_klein.jpg]

    Die Nachricht traf Arian wie ein Hammerschlag. König Cailan war tatsächlich tot, seine Truppen zerschlagen und die dunkle Brut weiter vorgerückt. Die Kriegerin, die dankend das Brot kaute, schien dies jedoch nicht zu stören. Viel eher schien es ihr eine Befriedigung zu sein. Seine Vermutung wurde durch einen unangebrachten Kommentar bestätigt.

    Damit hat einer den Preis direkt für Ostagar bezahlt!

    Die Kriegerin war im eigentlich sehr sympathisch. Sie hatte uneigennützig auf seinen Karren, und damit auf Abyss, aufgepasst und war ihm freundlicher und offener begegnet, als der Rest des Lagers bisher. Daher verkniff er sich für den Moment, Claudette für ihre lästerlichen Worte zu rügen. Arian selbst hatte König Cailan geliebt, ebenso wie seinen Vater vor ihm. Edle Menschen von königlichem Blut und würdige Anführer Fereldens.

    Auch von Loghain, dem Vater der Königin und legendärem General, schien Claudette eine nahezu unterirdische Meinung zu haben, wie der Unterton ihrer Stimme offenbarte.

    Zum Glück lebt Teirin Loghain noch! Dann hat das Land doch noch eine Chance!, dachte Arian. Claudette jedoch erzählte von unbequemen Gesellen, die im Namen Loghains eine Armee im Norden formierten. Auch Arian machte dieses Handeln stutzig, war die Bedrohung durch die dunkle Brut doch keinesfalls beendet. Claudettes Schilderungen nach ließen sich diese Gestalten zwar mit einem Knaufhieb vertreiben, doch legten sie einem abgesehen von dieser Alternative nur zwei Möglichkeiten vor: ein Eintritt in die Armee Loghains im Norden, oder den Ruf und das Los eines Deserteurs.

    Das wirft für mich folgende Fragen auf: Sieht man Überlebende als Veteranen oder als Deserteure an? Die drei Gestalten hatten da nicht die Zeit zu, mir etwas in der Hinsicht vorzuwerfen... Doch, warum wird die Armee im Norden gesammelt? Wenn schon alle möglichen Kandidaten in die Armee regelrecht gepresst werden, wieso wird dann nur die Hauptstadt geschützt? Das werden viele Lords in den ländlicheren Gegenden kaum hinnehmen... besonders im Süden, sobald die ersten der dunklen Brut auf ihren Ländereien auftauchen! Für mich seiht es so aus, als wolle da jemand seine Position in der Hauptstadt festigen. Zumal gleich westlich das Bannorn liegt... und wie ich meine Heimat einschätze, werden die Leute dort eine Selbsternennung zu was auch immer nicht so einfach hinnehmen...

    Als Arian nochmals klar wurde, dass Cailan tot und seine Frau Anora, in der kein Tropfen königlichen Blutes floss, die alleinige Herrscherin Fereldens war, seufzte er gebrochen auf und fuhr sich mit den Händen durch das Gesicht. Dann schüttelte er, kaum merklich, ungläubig den Kopf. Claudette endete mit ihrem traurigen Vortrag und fragte nach Arians Meinung, während sie ihn mit ihrem Blick festhielt. Nachträglich schlug sie eine Möglichkeit vor, wie die Drei, Abyss, Claudette und Arian, sicher in diesem Lager übernachten konnten. Alleine die Notwendigkeit einer Wache ließ Arian wütend auf Lager und Kommandanten werden. Solch ein Lager sollte bestehen, um Reisenden Schutz zu bieten. Die Krone sollte ihre Bürger schützen und nicht die Bürger sich selbst VOR der Krone. Arians starrte auf einen Punkt am Boden, während die Eindrücke dieser kaputten Welt auf ihn einprasselten.

    Claudettes Stimme erhellte sich und der ernste Unterton verschwand, als sie nach Abyss fragte. Auch Arian musste kurz schmunzeln. Abyss hatte diese Wirkung auf so Manchen. Sie weckte freudige Neugierde und ihre Lieblichkeit berührte die Herzen selbst harter Krieger wie Claudette oder ihn selbst. Ihre Geschichte jedoch war so traurig, wie sie selbst hübsch war. Arian fragte sich, ob die Geschichte angebracht sei, doch Vertrauen und Ehrlichkeit schien dieser Tage spärlich gesät.

    Ach ja, was wolltet ihr mir denn vorhin mitteilen?“, endete Claudette.

    Arian hob beschwichtigend die Hände und sagte:
    Der Kommandant der Befestigung machte mir ein Angebot euch bezüglich, wie Abyss und ich für eine Woche hier bleiben könnte. Ich plane jedoch schon morgen früh weiterzuziehen. Untaugliche Wachen, Diebesgesindel und ein dreckiger Hauptmann, eingepfercht in schwache, marode Palisaden. Ein Freudenhaus und Erpressung. Das ist kein Ort für Abyss, das kann ich nicht zulassen! Daher sind die Worte des Hauptmanns nur Schall und Rauch.

    Arian wandte sich zu der Stelle um, wo er Abyss in der Dunkelheit vermutete. Nach all den schlechten Eindrücken sorgte er sich jeden Augenblich, in dem er sie nicht sah. Er beruhigte sich, als er sah wie sie zwar nicht mit ihren Puppen spielte, sondern mit verschränkten Armen die Palisaden betrachtete, jedoch nahe beim Karren stand.

    Ihr fragtet nach meiner Meinung, Mylady. Nun, ich bedauere den Tod König Cailans sehr, er zerreißt mein Herz ebenso wie der Tod so vieler tapferer Männer und Frauen bei Ostagar. Auch denke ich, dass Teirin Loghain unsere beste Chance ist, aus dieser Tragödie herauszukommen. Wie ihr sicher wisst, war der Teirin der beste Freund König Marics und Volksheld Fereldens. Ich weiß nicht, wieso Loghain seine Truppen im Norden formiert. Eigentlich sollte er der zumindest geschwächten Armee der dunklen Brut die Stirn bieten und ich gebe euch Recht: die Lords des Südens werden Loghains Vorgehen scharf verurteilen. Ihr befürchtet einen Bürgerkrieg mit dem Bannorn? Dies würde das Land ins totale Chaos stürzen….
    Unfassbar schüttelte er den Kopf. Wie konnte es dazu kommen? Im Süden die dunkle Horde, im Norden politisches Handgemenge und nun sogar die Gefahr eines Bürgerkriegs? Letztlich waren diese Dinge nichtig, denn jetzt ging es um das Hier und Jetzt! Arian ordnete seine Gedanken. Er musste einen Plan schmieden, denn morgen früh würde er weiterziehen!

    Verzeiht, Mylady. Diese Nachrichten schlagen mir auf den Magen. Ihr wart sehr freundlich und ich möchte euch anbieten, heute Nacht bei bzw. in meinem Karren zu schlafen. Ich habe einige Decken und die Ladefläche ist breit genug für Zwei. Ich selbst werde Wache halten. Doch auch ich würde mich sicherer fühlen, wenn ich euch bei Abyss wüsste“.

    Abyss. Sollte er Claudette wirklich ihre Geschichte erzählen? Vorsichtig begann er:
    Ihr… ihr fragtet nach Abyss. Sie ist… es ist nicht so einfach. Bevor ich euch ihre Geschichte erzähle, beschwöre ich euch, nichts über meine Identität zu sagen, ebenso wie ich nicht über unsere als Überlebende Ostagars rede.

    Er holte tief Luft.

    Mein Name ist Ser Arian vom weißen Turm. Ich bin… ich war Ritter und Gefolgsmann des Banns von Nord-Gwaren. Ich nannte ein Anwesen nahe dem Brecilienwald mein Eigen. In meiner Dienerschaft waren auch zwei Elfen, ein junger Mann und seine Frau. Die einzigen Elfen in meinen Diensten. Abyss war ihre Tochter, ich kenne sie schon seit Klein auf. Als König Cailan zu den Waffen rief, folgte ich seinem Befehl. Erhalten hatte ich ihn von dem Sohn meines Banns. Ich war töricht und dumm, als ich ihn darum bat, mein Gut und mein Gefolge zu beschützen, während ich im Felde war. Wir beide wissen besser als jeder andere, was in Ostagar passierte. Wie durch Andrastes Hand selbst überlebte ich die Schlacht und kehrte auf mein Anwesen zurück. Was ich dort vorfand, was von ebenso traurigem Anblick. Die Hälfte meiner Diener hatte das Gut verlassen. Zuerst vermutete ich eine Flucht vor der Horde. Doch es war schlimmer. Der Sohn des Banns hatte mein Gefolge drangsaliert und gequält und mit seinen Wachen unter Druck gesetzt, sodass mir keiner berichtete. In der Nacht nach meiner Ankunft hörte ich Lärm von den Dienstbotengemächern. Es waren der Sohn des Banns und seine Wachen. Im Nachhinein wurde mir klar, dass sie versuchten alle Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen. Als ich dort eintraf, war es schon zu spät. Abyss Eltern…, Arian stockte traurig und sah zu der kleinen Elfe hinüber.

    Ihre Eltern waren von den Wachen ermordet worden. Sie selbst hatte sich im Schrank versteckt, als die Männer das Zimmer stürmten. Zweifellos hätten sie auch Abyss getötet. Als sie mich sah, flüchtete sie zu mir, versteckte sich hinter mir und weinte so herzzerreißend. Der Sohn des Banns forderte ihre Herausgabe. Er wollte auch sie töten, das wusste ich. Er hasste Elfen, sah sie als minderwertige Kreaturen an und ließ sie gerne seine Macht spüren. Er hätte keine Sekunde gezögert Abyss den Hals umzudrehen, das sah ich in seinen Augen. Also verweigerte ich sie ihm. Sie zogen ihre Schwerter… ich zog das meine

    Arian schaute Claudette in die Augen. Er hoffte, es war kein Fehler gewesen, ihr die Wahrheit zu erzählen. Der Bann hatte ja eventuell ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, auch wenn er seinen jüngsten Spross noch nie leiden konnte.

    Wie lautete eigentlich euer Vorschlag bezüglich der Nacht? Es ist schon sehr dunkel und Abyss sollte schlafen. Wie gesagt, ihr könntet ebenfalls auf dem Karren schlafen. Oder hattet ihr eine andere Idee?
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  14. #54
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    [Bild: 5Py1YpLlAnyla.png]
    Die Elfe stand langsam auf. Nervös blickte sie zwischen der Tür und dem Tisch hin und her. Sollte sie es riskieren sich die trockenen Sachen anzuziehen? Das Leder rieb etwas auf ihrer Haut als sie sich bewegte. Noch einmal blickte sie zur Tür und zog langsam ihre Stiefel aus. Danach folgte die Rüstung, was ihr durch die Nässe etwas Mühe bereitete. Vorsichtig tastete sie ihr Unterhöschen und ihre Brustbandagen ab. Beides war noch trocken und Anlya atmete erleichtert auf.

    Sie überlegte ob sie die Bandagen abnehmen sollte, denn sie rieben etwas. Sie nahm das Hemd hoch und hielt es an. Es war ziemlich groß und vielleicht kaschierte es ihre Oberweite auch wenn sie keine Brustbandagen trug. Anlya entfernte schnell die Bandagen. Sie wollte sich beeilen und so schnell wie möglich zu Valgarius zurückkehren. Es war einfach sicherer, wenn sie beide zusammen blieben.

    Nachdem sie die Bandagen entfernt hatte, zog sie als erstes die Hosen an. Auch sie waren etwas zu groß, doch in den Gürtelschlaufen war eine Art Seil. Damit zog sie die Hosen zu und sie rutschten nicht. Es sah allerdings nicht sehr gut aus. Doch die Hauptsache war, dass es trocken war.

    Nun zog sie das Hemd über den Kopf. Wie sie es schon vermutet hatte war es etwas zu groß. Sie schnürte die Bänder am Halsbereich und stellte sich gerade hin. Vorsichtig blickte sie nach unten und seufzte laut. Trotz der Weite des Hemdes war zu sehen, dass sie eine Frau war. Für einen Elf hatte sie eine üppige Oberweite und das sah man. Sie drehte sich mit dem Rücken zur Tür und schaute nach ob sie etwas finden könnte was sie benutzen kann. Doch sie sah nichts.

    Sie fasste das Hemd mit beiden Händen an und zog es nach oben um es wieder auszuziehen. Anlya hatte es gerade zur Hälfte nach oben gezogen, als die Tür sie öffnete. Die junge Elfe erstarrte und drehte vorsichtig den Kopf nach hinten. Dort stand der Chasind, der sie in diesen Raum gebracht hatte. Statt eines Handtuchs trug er eine einfache ledernen Hose und ein einfaches Hemd ohne Ärmel. Ungeniert musterte er Anlya von oben nach unten. Als sich ihre Blicke da trafen grinste er sie an. „Mir gefällt was ich sehe. Ich wollte Euch nur noch ein paar Stiefel bringen.“ Er stellte die Stiefel neben die Tür und ließ noch einmal seine Blicke über sie gleiten. „Wir sehen uns später.“ Nach diesen Worten verließ er wieder den Raum und schloss die Tür hinter sich. Anlya atmete erleichtert auf.

    So schnell wie möglich zog sie das Hemd aus und wickelte die Bandagen, wenn auch ungern, wieder um ihre Brust. Sie schlüpfte in die Stiefel, die zwar auch etwas zu groß waren, aber sie nicht zu sehr beim Laufen behinderten. Anlya schnappte sich das Hemd und während sie zur Tür schritt zog sie es über den Kopf. Vor der Tür blieb sie stehen und betrachtete sich kritisch. Es war nicht zu sehen, dass sie eine Frau war. Zufrieden mit ihrer Erscheinung öffnete sie die Tür und schaute vorsichtig nach draußen. Der große Raum war leer. Anlya lächelte und begab sich zu dem Frauenbad. Sie hoffte Valgarius war noch dort.


    [Bild: 4azi8U8EDKfDd7K1VladimirSquare.png]

    Welch unangenehme Situation für den Magier. Er verharrte für eine Weile in dieser Position, in der Hoffnung, dass der Chasind einfach weitergehen würde. Doch sein Blick blieb an der Robe von Valgarius kleben, wie der Honig an der Nase eines Bären. Langsam näherte sich der Mann und neigte dabei seinen Kopf zur Seite. Darauf bedacht das emporragende Gesäß besser in Augenschein nehmen zu können. Der Blutmagier vernahm die näher kommenden Schritte und dachte angestrengt nach. Verdammter Mist! Lass dir etwas einfallen...

    Langsam richtete er sich wieder auf, dreht sich dabei aber nicht um. Der Chasind kam immer näher und richtete erneut sein Wort an den jungen Mann. Dem Klang seiner Stimme nach zu urteilen hatte er es auf etwas bestimmtes abgesehen. "Wir könnten ein wenig Spass miteinander haben, bevor wir euch zur Schamanin schicken!"

    Valgarius schluckte die Anspannung herunter und trat näher an die Holzwand heran. Noch immer wagte er es nicht sich umzudrehen. Immerhin konnten nicht alle Chasind so blöd sein, ihn für eine Frau zu halten. Ich kann hier keine Magie verwenden... wenn doch nur die Ratte noch da wäre....
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  15. #55
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    [Bild: Arian_klein.jpg]

    Die Nachricht traf Arian wie ein Hammerschlag. König Cailan war tatsächlich tot, seine Truppen zerschlagen und die dunkle Brut weiter vorgerückt. Die Kriegerin, die dankend das Brot kaute, schien dies jedoch nicht zu stören. Viel eher schien es ihr eine Befriedigung zu sein. Seine Vermutung wurde durch einen unangebrachten Kommentar bestätigt.

    Damit hat einer den Preis direkt für Ostagar bezahlt!

    Die Kriegerin war im eigentlich sehr sympathisch. Sie hatte uneigennützig auf seinen Karren, und damit auf Abyss, aufgepasst und war ihm freundlicher und offener begegnet, als der Rest des Lagers bisher. Daher verkniff er sich für den Moment, Claudette für ihre lästerlichen Worte zu rügen. Arian selbst hatte König Cailan geliebt, ebenso wie seinen Vater vor ihm. Edle Menschen von königlichem Blut und würdige Anführer Fereldens.

    Auch von Loghain, dem Vater der Königin und legendärem General, schien Claudette eine nahezu unterirdische Meinung zu haben, wie der Unterton ihrer Stimme offenbarte.

    Zum Glück lebt Teirin Loghain noch! Dann hat das Land doch noch eine Chance!, dachte Arian. Claudette jedoch erzählte von unbequemen Gesellen, die im Namen Loghains eine Armee im Norden formierten. Auch Arian machte dieses Handeln stutzig, war die Bedrohung durch die dunkle Brut doch keinesfalls beendet. Claudettes Schilderungen nach ließen sich diese Gestalten zwar mit einem Knaufhieb vertreiben, doch legten sie einem abgesehen von dieser Alternative nur zwei Möglichkeiten vor: ein Eintritt in die Armee Loghains im Norden, oder den Ruf und das Los eines Deserteurs.

    Das wirft für mich folgende Fragen auf: Sieht man Überlebende als Veteranen oder als Deserteure an? Die drei Gestalten hatten da nicht die Zeit zu, mir etwas in der Hinsicht vorzuwerfen... Doch, warum wird die Armee im Norden gesammelt? Wenn schon alle möglichen Kandidaten in die Armee regelrecht gepresst werden, wieso wird dann nur die Hauptstadt geschützt? Das werden viele Lords in den ländlicheren Gegenden kaum hinnehmen... besonders im Süden, sobald die ersten der dunklen Brut auf ihren Ländereien auftauchen! Für mich seiht es so aus, als wolle da jemand seine Position in der Hauptstadt festigen. Zumal gleich westlich das Bannorn liegt... und wie ich meine Heimat einschätze, werden die Leute dort eine Selbsternennung zu was auch immer nicht so einfach hinnehmen...

    Als Arian nochmals klar wurde, dass Cailan tot und seine Frau Anora, in der kein Tropfen königlichen Blutes floss, die alleinige Herrscherin Fereldens war, seufzte er gebrochen auf und fuhr sich mit den Händen durch das Gesicht. Dann schüttelte er, kaum merklich, ungläubig den Kopf. Claudette endete mit ihrem traurigen Vortrag und fragte nach Arians Meinung, während sie ihn mit ihrem Blick festhielt. Nachträglich schlug sie eine Möglichkeit vor, wie die Drei, Abyss, Claudette und Arian, sicher in diesem Lager übernachten konnten. Alleine die Notwendigkeit einer Wache ließ Arian wütend auf Lager und Kommandanten werden. Solch ein Lager sollte bestehen, um Reisenden Schutz zu bieten. Die Krone sollte ihre Bürger schützen und nicht die Bürger sich selbst VOR der Krone. Arians starrte auf einen Punkt am Boden, während die Eindrücke dieser kaputten Welt auf ihn einprasselten.

    Claudettes Stimme erhellte sich und der ernste Unterton verschwand, als sie nach Abyss fragte. Auch Arian musste kurz schmunzeln. Abyss hatte diese Wirkung auf so Manchen. Sie weckte freudige Neugierde und ihre Lieblichkeit berührte die Herzen selbst harter Krieger wie Claudette oder ihn selbst. Ihre Geschichte jedoch war so traurig, wie sie selbst hübsch war. Arian fragte sich, ob die Geschichte angebracht sei, doch Vertrauen und Ehrlichkeit schien dieser Tage spärlich gesät.

    Ach ja, was wolltet ihr mir denn vorhin mitteilen?“, endete Claudette.

    Arian hob beschwichtigend die Hände und sagte:
    Der Kommandant der Befestigung machte mir ein Angebot euch bezüglich, wie Abyss und ich für eine Woche hier bleiben könnte. Ich plane jedoch schon morgen früh weiterzuziehen. Untaugliche Wachen, Diebesgesindel und ein dreckiger Hauptmann, eingepfercht in schwache, marode Palisaden. Ein Freudenhaus und Erpressung. Das ist kein Ort für Abyss, das kann ich nicht zulassen! Daher sind die Worte des Hauptmanns nur Schall und Rauch.

    Arian wandte sich zu der Stelle um, wo er Abyss in der Dunkelheit vermutete. Nach all den schlechten Eindrücken sorgte er sich jeden Augenblich, in dem er sie nicht sah. Er beruhigte sich, als er sah wie sie zwar nicht mit ihren Puppen spielte, sondern mit verschränkten Armen die Palisaden betrachtete, jedoch nahe beim Karren stand.

    Ihr fragtet nach meiner Meinung, Mylady. Nun, ich bedauere den Tod König Cailans sehr, er zerreißt mein Herz ebenso wie der Tod so vieler tapferer Männer und Frauen bei Ostagar. Auch denke ich, dass Teirin Loghain unsere beste Chance ist, aus dieser Tragödie herauszukommen. Wie ihr sicher wisst, war der Teirin der beste Freund König Marics und Volksheld Fereldens. Ich weiß nicht, wieso Loghain seine Truppen im Norden formiert. Eigentlich sollte er der zumindest geschwächten Armee der dunklen Brut die Stirn bieten und ich gebe euch Recht: die Lords des Südens werden Loghains Vorgehen scharf verurteilen. Ihr befürchtet einen Bürgerkrieg mit dem Bannorn? Dies würde das Land ins totale Chaos stürzen….
    Unfassbar schüttelte er den Kopf. Wie konnte es dazu kommen? Im Süden die dunkle Horde, im Norden politisches Handgemenge und nun sogar die Gefahr eines Bürgerkriegs? Letztlich waren diese Dinge nichtig, denn jetzt ging es um das Hier und Jetzt! Arian ordnete seine Gedanken. Er musste einen Plan schmieden, denn morgen früh würde er weiterziehen!

    Verzeiht, Mylady. Diese Nachrichten schlagen mir auf den Magen. Ihr wart sehr freundlich und ich möchte euch anbieten, heute Nacht bei bzw. in meinem Karren zu schlafen. Ich habe einige Decken und die Ladefläche ist breit genug für Zwei. Ich selbst werde Wache halten. Doch auch ich würde mich sicherer fühlen, wenn ich euch bei Abyss wüsste“.

    Abyss. Sollte er Claudette wirklich ihre Geschichte erzählen? Vorsichtig begann er:
    Ihr… ihr fragtet nach Abyss. Sie ist… es ist nicht so einfach. Bevor ich euch ihre Geschichte erzähle, beschwöre ich euch, nichts über meine Identität zu sagen, ebenso wie ich nicht über unsere als Überlebende Ostagars rede.

    Er holte tief Luft.

    Mein Name ist Ser Arian vom weißen Turm. Ich bin… ich war Ritter und Gefolgsmann des Banns von Nord-Gwaren. Ich nannte ein Anwesen nahe dem Brecilienwald mein Eigen. In meiner Dienerschaft waren auch zwei Elfen, ein junger Mann und seine Frau. Die einzigen Elfen in meinen Diensten. Abyss war ihre Tochter, ich kenne sie schon seit Klein auf. Als König Cailan zu den Waffen rief, folgte ich seinem Befehl. Erhalten hatte ich ihn von dem Sohn meines Banns. Ich war töricht und dumm, als ich ihn darum bat, mein Gut und mein Gefolge zu beschützen, während ich im Felde war. Wir beide wissen besser als jeder andere, was in Ostagar passierte. Wie durch Andrastes Hand selbst überlebte ich die Schlacht und kehrte auf mein Anwesen zurück. Was ich dort vorfand, was von ebenso traurigem Anblick. Die Hälfte meiner Diener hatte das Gut verlassen. Zuerst vermutete ich eine Flucht vor der Horde. Doch es war schlimmer. Der Sohn des Banns hatte mein Gefolge drangsaliert und gequält und mit seinen Wachen unter Druck gesetzt, sodass mir keiner berichtete. In der Nacht nach meiner Ankunft hörte ich Lärm von den Dienstbotengemächern. Es waren der Sohn des Banns und seine Wachen. Im Nachhinein wurde mir klar, dass sie versuchten alle Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen. Als ich dort eintraf, war es schon zu spät. Abyss Eltern…, Arian stockte traurig und sah zu der kleinen Elfe hinüber.

    Ihre Eltern waren von den Wachen ermordet worden. Sie selbst hatte sich im Schrank versteckt, als die Männer das Zimmer stürmten. Zweifellos hätten sie auch Abyss getötet. Als sie mich sah, flüchtete sie zu mir, versteckte sich hinter mir und weinte so herzzerreißend. Der Sohn des Banns forderte ihre Herausgabe. Er wollte auch sie töten, das wusste ich. Er hasste Elfen, sah sie als minderwertige Kreaturen an und ließ sie gerne seine Macht spüren. Er hätte keine Sekunde gezögert Abyss den Hals umzudrehen, das sah ich in seinen Augen. Also verweigerte ich sie ihm. Sie zogen ihre Schwerter… ich zog das meine

    Arian schaute Claudette in die Augen. Er hoffte, es war kein Fehler gewesen, ihr die Wahrheit zu erzählen. Der Bann hatte ja eventuell ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, auch wenn er seinen jüngsten Spross noch nie leiden konnte.

    Wie lautete eigentlich euer Vorschlag bezüglich der Nacht? Es ist schon sehr dunkel und Abyss sollte schlafen. Wie gesagt, ihr könntet ebenfalls auf dem Karren schlafen. Oder hattet ihr eine andere Idee?


    [Bild: Queens_Blade___Claudette_2_ava.jpg]

    Ihre letzte Frage ließ Arian beschwichtigend die Hände heben und eine schnelle Erklärung abgeben.
    Hätte ich mir ja denken können, dass der Hauptmann dieses Rattenlochs auch nur ein mieses Schwein ist... Bei meinem Erscheinungsbild, ist mir klar, worum er Arian gebeten hat...
    In Gedanken schob sie den Hauptmann zu dem Rest des Lagers, also in die Kategorie 'sein Tod würde keinen Verlust bedeuten'.
    Außerdem hat er Recht, dies ist kein Ort für die gute Abyss!
    Wieder kamen ihr die Gesichter ihrer beiden Halbschwestern ins Gedächtnis.
    Leina und Elina wurden ebenso wie ich auch im Kampf ausgebildet, was bei Abyss wohl eher nicht der Fall sein dürfte... dennoch würde ich auch meine Schwestern nicht an einem solchen Ort haben wollen, schon gar nicht in dem Alter, in dem sich Abyss befindet: Zu jung, um schon wirksam kämpfen zu können, aber gleichzeitig zu alt, um von den Ratten hier ignoriert zu werden!
    Verächtlich verfluchte sie diesen Ort.
    Die Werwölfe dort draußen wären vermutlich gnädiger zu ihr, als das Gesindel hier drinnen!
    Als nächstes vernahm sie Arians Meinung zu Cailans Tod und die politischen Auswirkungen, die dieser nach sich zog.
    Er hält wohl mehr vom Adel als ich... nein, er könnte aber auch einfach nur eine bessere Erziehung in der hinsicht erhalten haben oder einfach bessere Erfahrungen gemacht haben...
    Gedanklich schüttelte sie ihren Kopf.
    Nicht jeder muss so eine ablehnende Haltung wie ich haben... und sei es, weil die entsprechenden Erfahrungen fehlen... Aber die politische Lage scheint auch er richtig einzuschätzen. Die dunkle Brut in großer Zahl und dann ein Bürgerkrieg! Den Preis dafür zahlen die Soldaten und einfachen Leute... in Blut!
    Dann bot ihr Arian an, bei ihm verbleiben zu können, um die Nacht auf dem Karren zu verbringen, zudem würde er die zusätzliche Sicherheit für Abyss begrüßen.
    Darauf werdet ihr euch verlassen können! Als wenn ich jemals wieder vor meine Schwestern treten könnte, wenn ich hier die Bitte um Hilfe für dieses Mädchen ausschlagen würde...
    Da Claudette jetzt kurz in Familienerinnerungen schwelgte, verpasste sie fast, wie Arian die Geschichte zu erzählen anfing, warum er mit Abyss auf Reisen war. Sie bemerkte die Traurigkeit in Arians Stimme und als sie immer mehr Stücke der Geschichte vernahm, formten sich zwei Gedanken bei ihr: So lange sie bei Arian und Abyss verweilte, würde man nur über ihre Leiche Hand an das Mädchen legen! So viel war sie sich ihren eigenen Prinzipien schuldig. Und dazu stellte sie sich aber auch die Frage, ob das Verhalten dieses Schweins von einem adligen Sohn nicht doch an Arians Weltbild vom Adel rütteln würde...
    Zum Abschluss fragte er sie über ihre Pläne für die Nacht.
    Wie lautete eigentlich euer Vorschlag bezüglich der Nacht? Es ist schon sehr dunkel und Abyss sollte schlafen. Wie gesagt, ihr könntet ebenfalls auf dem Karren schlafen. Oder hattet ihr eine andere Idee?
    Claudette antwortete nicht sofort, sondern stand erstmal von dem Karren wieder auf. Dann ordnete sie kurz ihre Gedanken nach der Geschichte um Abyss. Schließlich entschied sie sich, erstmal ihre Meinung bezüglich der Nacht kund zu tun.
    "Arian, was die Nacht betrifft... Bevor ihr hier angekommen seid, hatte ich diesbezüglich zumindest mit einem Stallburschen die Möglichkeit der Bestechung aushandeln können, mich dort im trockenen Stroh übernachten zu lassen. Ich bin mir sicher, das könnte man gegen einen entsprechenden Obolus auch auf drei... viel mehr 2 1/2 Personen ausweiten. Dennoch stellen uns euer Karren, die Gier des Hauptmanns, das Gesindel hier... einfach dieser gesamte Ort stellt uns vor ein Problem: Ob wir nur den Karren wählen oder doch den Stall als Schlafplatz. Wache werden wir trotzdem halten müssen! Zum einen ist euer Proviant hier..."
    Zur Demonstration schüttelte sie kurz den Weinschlauch.
    "Ein Schatz unermesslichen Ausmaßes schon fast für all diejenigen, die innerhalb dieses Zaunes sind. Und zum Anderen, keiner von uns Beiden würde wohl ruhig schlafen können, ohne eine Wache in der Nacht für Abyss!"
    Claudette trat jetzt an Arian heran und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
    "Ich verstehe eure Geschichte und warum ihr Abyss mit euch genommen habt. Daher könnt ihr, was das Mädchen angeht, auf mich zählen! Denn ich habe zwei... Schwestern... und Abyss ist ihnen alleine schon so ähnlich, dass ich nicht anders kann, als euch zu helfen, sollte ich jemals wieder unter die Augen meiner Schwestern treten. Deswegen wird man nur Hand an Abyss über meine Leiche hinweg legen können!"
    Sie nahm ihre Hand wieder von der schulter des Kriegers. Dann begann sie ihm zu schildern, was ihr ihr Verstand riet.
    "Mein Plan für die Nacht wäre folgender: Wir bestechen den Stallburschen, damit Abyss im Trockenen Schlafen kann. Es ist eine klare Nacht, aber Ferelden ist ja für seinen Regen berühmt..."
    Das brachte sie kurz zum Schmunzeln, obwohl ihre Situation nicht gerade rosig war.
    "Dazu sollten wir zumindest abwechselnd Wache halten. So bekommt jeder von uns zumindest so viel Schlaf wie bei einem Feldzug drin wäre, was aber besser als gar kein Schlaf ist... denn ich stimme euch zu, dieses Loch sollten wir schleunigst wieder verlassen! Am besten, sobald die Sonne aufgeht, vielleicht noch etwas eher, damit die meisten dieses Packs noch ihren Rausch ausschlafen oder den verpassten Schlaf aus dem Freudenhaus nachholen!"
    Dann setzte sie sich wieder und sah Arian erwartungsvoll an, während sie noch ein paar Gedanken wälzte.
    Beim Erbauer! Ohne Abyss, die wir damit gefährden würden, hätte ich mich glaube direkt zu Gravka aufgemacht und ihm mit meinem guten Thunderclap meine Meinung zu diesem Rattenloch ins Gesicht geschrieben! Wollen wir hoffen, dass die Nacht ruhig bleibt... Denn eine Flucht mit Abyss wird schon schwierig genug... sollten wir hier raus kommen und dabei dann Verfolger UND Werwölfe auf den Fersen haben...
    Dieses Szenario wollte sie sich dann doch erstmal nicht ausmalen.
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  16. #56
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    [Bild: Emanuelle___ava.jpg]

    Emanuelle war sich sicher, Alles richtig bisher eingeschätzt und angegangen zu sein.
    "Es gefällt mir, Emanuelle!"
    Ivy reagierte sehr positiv auf das sichtbare Ergebnis im Spiegel. Und auch der Attacke auf ihr Ohr durch ihn schien sie nicht abgeneigt zu sein.
    Oh warte nur ab, meine Teuerste! Der gute Emanuelle wird dir noch ganz andere Dinge zeigen! Dinge, bei denen du dich mehr als nur wohl fühlen wirst! Ich werde dir eine ganz neue Bedeutung des Satzes 'die Nacht durchmachen' beibringen... Und wenn die Vögel uns dann den neuen Morgen ankündigen... nun, dann können wir uns ja etwas Ruhe gönnen!
    Sein Verstand war schon dabei, sein gesamtes Repertoire an Stellungen durch zu gehen, dabei auch seine gute akrobatische Gelenkigkeit einbeziehend. Derweil drehte Ivy ihren Kopf zu Emanuelle und betrachtete ihn im Kerzenschein.
    Perfekt! Sie hat angebissen! Jetzt kann doch noch etwas so wunderbar Schönem hier in der Pampa gefröhnt werden...
    Dann zog Ivy seinen Kopf zu sich und gab ihm einen ersten langen Kuss. Auch ohne Zunge, konnte man eine gewisse Sinnlichkeit dahinter erkennen und Emanuelle wähnte sich am Ziel.
    Treffer! Versenkt!
    Anschließend nahm Ivy ihr Gesicht etwas zurück, blieb jedoch dicht am Kopf von Emanuelle, streichelte zärtlich über seine Wange und...
    "Du bist ein liebes Mädchen, aber wir sollten nichts überstürzen, meinst du nicht auch?"
    Plötzlich schien die Welt wie erstarrt! Zusätzlich war Alles in unterschiedlich hellen und dunklen Grautönen gehalten. Zumindest aus seiner Sicht.
    W-was? Wie? W-warum!? Nach all dem, was ich hier an Arbeit geleistet habe, macht sie... kann sie... serviert sie mich ab!? Mit einem Kuss und einem Lächeln!? Ist sie etwa genauso raffiniert, wie ich???
    3 oder mehr Sekunden waren bestimmt schon verstrichen, in denen Emanuelle wahrscheinlich so gequält wirkte, wie ein Schwein auf der Schlachtbank! Bis der Profi in ihm einschritt.
    Hey! Vergiss das stumpfe Messer mal für einen Augenblick, das sie dir gerade in deine Kronjuwelen gerammt hat! Wenn du weiter hier so starr rumsitzt, dann wird sie noch Verdacht schöpfen...
    Das musste ihm sein Verstand nicht zweimal sagen! Etwas die Bestürzte spielend, nahm er eine Hand vor seine Brust und die andere hielt er vor seinen Mund. Dabei formte sein Gesicht einen Ausdruck des Erschreckens.
    "V-verzeiht mir! B-bitte, ja? Ich wollte... nicht... es war nur..."
    Jetzt die gesamte Dosis an Entschuldigung!

    Schnell schoss er nach vorne, umarmte Ivy einmal gefühlvoll, nahm dabei ihren Duft, die Wärme ihres Körpers und den Druck ihrer Rundungen in sich auf, ehe er sich wieder von ihr löste und sich kurz verneigte.
    "Bitte verzeiht. Ich habe mich von der Atmosphäre tragen lassen... Als Entschuldigung lasse ich euch den Vortritt mit dem Waschkrug vor dem zu Bette gehen. Zusätzlich biete ich euch an, morgen nach Aufstehen euch die Frisur richtig im Tageslicht herzurichten und, wenn ihr mögt, auch an meiner Frisur euch zu probieren! Natürlich völlig ohne Hintergedanken!"
    Dabei lächelte er sie an. In Gedanken war er aber schon bei weiteren Plänen.
    So, du möchtest es also nicht überstürzen... Keine Sorge! Heute Nacht wird es keine weitere Annäherung geben! ABER... Du wirst mit einer sehr schwachen Emanuelle auskommen müssen, die ein wenig Beistand benötigen wird! Dadurch sollst du Mitleid bekommen und dann... oh, die nächsten Tage könnten sehr interessant werden... Denn noch habe ich dich nicht abgeschrieben! Der gute Emanuelle kennt noch ganz andere Tricks der Verführung!
    Zudem machte er sich kurz Gedanken zu dem nächsten Morgen.
    Außerdem bekommt man in deiner Umgebung alles umsonst! Und das ist auch eine nette Eigenschaft... nur muss ich dem Wirt morgen irgendwie zu verstehen geben, dass Angeline hier uns alle noch umbringen wird mit ihrer Kochkunst... oder der nicht vorhandenen derselbigen! Wenn sie doch nur so gutes Essen zubereiten könnte, wie sie gleichzeitig sich als Katze geben kann...


    [Bild: ivy_2.png]

    Die Dame zögerte ein wenig nach den Worten der Magierin. Wahrscheinlich war sie durch den Kuss ein wenig aufgelöst und konnte ihre Gefühle nicht richtig ordnen. Immerhin war sie oder zumindest wirkte die Kleine noch sehr jung. Dann hielt sie eine Hand vor die Brust, während die andere ihren erschrockenen Gesichtsausdruck halbwegs verdeckte. Geplagt von Unsicherheit, brachte sie stotternd einige Worte hervor, die ihre aufrichtige Entschuldigung zum Ausdruck brachten.
    Anschließend umschlang sie Ivy und drückte ihre beiden Körper liebevoll aneinander. In der Hoffnung, die selbsternannte Seeräuberin milde zu stimmen. Ah, jetzt fühlt sie sich auch noch schuldig. Armes Ding.

    Von allerlei Schuldgefühlen heimgesucht fühlte sich Emanuelle verpflichtet, Ivy den Vortritt beim Waschen zu lassen und bot ihr an, das pinkfarbene Haar nach dem Erwachen erneut zu pflegen. Die Magierin schüttelte sogleich den Kopf, nicht um ihren Vorschlag abzulehnen, sondern um ihr zu zeigen, dass die Schuldgefühle unangebracht sind. "Grämt euch nicht kleine Prinzessin. Euch trifft keine Schuld." Dann streichelte sie mit ihrer Hand den Arm von Emanuelle, als würde sie versuchen ihre Unsicherheit zu nehmen. "Ich mag euch. Wirklich. Doch ich gehe davon aus dass dies eine neuartige Erfahrung für euch zu sein scheint und genau deshalb wollte ich euch nicht mit der Situation überfordern."

    Ivy warf einen Blick zum Wassereimer, doch dann trafen ihre blauen Augen wieder auf die von Emanuelle und sie wusste, dass es jetzt in diesem Moment etwas wichtigeres gab. Die Magierin legte sich auf das Bett, mit der Hand zog sie die blondhaarige Maid zu sich und drückte ihren Kopf an ihre Brust. Die Handfläche der Piratin liebkoste sanft die Wange der Prinzessin, als sie mit beruhigenden Worten auf sie einging. "Es ist alles gut meine Kleine. Es ist alles gut..."
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    Ihre letzte Frage ließ Arian beschwichtigend die Hände heben und eine schnelle Erklärung abgeben.
    Hätte ich mir ja denken können, dass der Hauptmann dieses Rattenlochs auch nur ein mieses Schwein ist... Bei meinem Erscheinungsbild, ist mir klar, worum er Arian gebeten hat...
    In Gedanken schob sie den Hauptmann zu dem Rest des Lagers, also in die Kategorie 'sein Tod würde keinen Verlust bedeuten'.
    Außerdem hat er Recht, dies ist kein Ort für die gute Abyss!
    Wieder kamen ihr die Gesichter ihrer beiden Halbschwestern ins Gedächtnis.
    Leina und Elina wurden ebenso wie ich auch im Kampf ausgebildet, was bei Abyss wohl eher nicht der Fall sein dürfte... dennoch würde ich auch meine Schwestern nicht an einem solchen Ort haben wollen, schon gar nicht in dem Alter, in dem sich Abyss befindet: Zu jung, um schon wirksam kämpfen zu können, aber gleichzeitig zu alt, um von den Ratten hier ignoriert zu werden!
    Verächtlich verfluchte sie diesen Ort.
    Die Werwölfe dort draußen wären vermutlich gnädiger zu ihr, als das Gesindel hier drinnen!
    Als nächstes vernahm sie Arians Meinung zu Cailans Tod und die politischen Auswirkungen, die dieser nach sich zog.
    Er hält wohl mehr vom Adel als ich... nein, er könnte aber auch einfach nur eine bessere Erziehung in der hinsicht erhalten haben oder einfach bessere Erfahrungen gemacht haben...
    Gedanklich schüttelte sie ihren Kopf.
    Nicht jeder muss so eine ablehnende Haltung wie ich haben... und sei es, weil die entsprechenden Erfahrungen fehlen... Aber die politische Lage scheint auch er richtig einzuschätzen. Die dunkle Brut in großer Zahl und dann ein Bürgerkrieg! Den Preis dafür zahlen die Soldaten und einfachen Leute... in Blut!
    Dann bot ihr Arian an, bei ihm verbleiben zu können, um die Nacht auf dem Karren zu verbringen, zudem würde er die zusätzliche Sicherheit für Abyss begrüßen.
    Darauf werdet ihr euch verlassen können! Als wenn ich jemals wieder vor meine Schwestern treten könnte, wenn ich hier die Bitte um Hilfe für dieses Mädchen ausschlagen würde...
    Da Claudette jetzt kurz in Familienerinnerungen schwelgte, verpasste sie fast, wie Arian die Geschichte zu erzählen anfing, warum er mit Abyss auf Reisen war. Sie bemerkte die Traurigkeit in Arians Stimme und als sie immer mehr Stücke der Geschichte vernahm, formten sich zwei Gedanken bei ihr: So lange sie bei Arian und Abyss verweilte, würde man nur über ihre Leiche Hand an das Mädchen legen! So viel war sie sich ihren eigenen Prinzipien schuldig. Und dazu stellte sie sich aber auch die Frage, ob das Verhalten dieses Schweins von einem adligen Sohn nicht doch an Arians Weltbild vom Adel rütteln würde...
    Zum Abschluss fragte er sie über ihre Pläne für die Nacht.
    „Wie lautete eigentlich euer Vorschlag bezüglich der Nacht? Es ist schon sehr dunkel und Abyss sollte schlafen. Wie gesagt, ihr könntet ebenfalls auf dem Karren schlafen. Oder hattet ihr eine andere Idee?“
    Claudette antwortete nicht sofort, sondern stand erstmal von dem Karren wieder auf. Dann ordnete sie kurz ihre Gedanken nach der Geschichte um Abyss. Schließlich entschied sie sich, erstmal ihre Meinung bezüglich der Nacht kund zu tun.
    "Arian, was die Nacht betrifft... Bevor ihr hier angekommen seid, hatte ich diesbezüglich zumindest mit einem Stallburschen die Möglichkeit der Bestechung aushandeln können, mich dort im trockenen Stroh übernachten zu lassen. Ich bin mir sicher, das könnte man gegen einen entsprechenden Obolus auch auf drei... viel mehr 2 1/2 Personen ausweiten. Dennoch stellen uns euer Karren, die Gier des Hauptmanns, das Gesindel hier... einfach dieser gesamte Ort stellt uns vor ein Problem: Ob wir nur den Karren wählen oder doch den Stall als Schlafplatz. Wache werden wir trotzdem halten müssen! Zum einen ist euer Proviant hier..."
    Zur Demonstration schüttelte sie kurz den Weinschlauch.
    "Ein Schatz unermesslichen Ausmaßes schon fast für all diejenigen, die innerhalb dieses Zaunes sind. Und zum Anderen, keiner von uns Beiden würde wohl ruhig schlafen können, ohne eine Wache in der Nacht für Abyss!"
    Claudette trat jetzt an Arian heran und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
    "Ich verstehe eure Geschichte und warum ihr Abyss mit euch genommen habt. Daher könnt ihr, was das Mädchen angeht, auf mich zählen! Denn ich habe zwei... Schwestern... und Abyss ist ihnen alleine schon so ähnlich, dass ich nicht anders kann, als euch zu helfen, sollte ich jemals wieder unter die Augen meiner Schwestern treten. Deswegen wird man nur Hand an Abyss über meine Leiche hinweg legen können!"
    Sie nahm ihre Hand wieder von der schulter des Kriegers. Dann begann sie ihm zu schildern, was ihr ihr Verstand riet.
    "Mein Plan für die Nacht wäre folgender: Wir bestechen den Stallburschen, damit Abyss im Trockenen Schlafen kann. Es ist eine klare Nacht, aber Ferelden ist ja für seinen Regen berühmt..."
    Das brachte sie kurz zum Schmunzeln, obwohl ihre Situation nicht gerade rosig war.
    "Dazu sollten wir zumindest abwechselnd Wache halten. So bekommt jeder von uns zumindest so viel Schlaf wie bei einem Feldzug drin wäre, was aber besser als gar kein Schlaf ist... denn ich stimme euch zu, dieses Loch sollten wir schleunigst wieder verlassen! Am besten, sobald die Sonne aufgeht, vielleicht noch etwas eher, damit die meisten dieses Packs noch ihren Rausch ausschlafen oder den verpassten Schlaf aus dem Freudenhaus nachholen!"
    Dann setzte sie sich wieder und sah Arian erwartungsvoll an, während sie noch ein paar Gedanken wälzte.
    Beim Erbauer! Ohne Abyss, die wir damit gefährden würden, hätte ich mich glaube direkt zu Gravka aufgemacht und ihm mit meinem guten Thunderclap meine Meinung zu diesem Rattenloch ins Gesicht geschrieben! Wollen wir hoffen, dass die Nacht ruhig bleibt... Denn eine Flucht mit Abyss wird schon schwierig genug... sollten wir hier raus kommen und dabei dann Verfolger UND Werwölfe auf den Fersen haben...
    Dieses Szenario wollte sie sich dann doch erstmal nicht ausmalen.


    [Bild: Arian_klein.jpg]

    [Bild: Abyss_klein.jpg]


    Claudettes Vorschlag klang gut und ihre Sorge um Abyss ehrlich. Arian merkte, dass Claudettes Stimme eine zuvor unbekannte Weiche in sich trug, als sie von ihren Schwestern sprach. Vermutlich war Abyss nun geschützter, als je zuvor. Doch erwähnte sie auch einen gemeinsamen Aufbruch.

    Verstehe ich euch richtig, Lady Vance, ihr wollt uns morgen früh begleiten? Wollt ihr denn nicht wissen, was unser Ziel ist, oder unser Plan?

    Offensichtlich verabscheute Claudette dieses Loch und wollte ihrer jetzigen Situation möglichst verlassen. Arian begrüßte diese Idee, schien Claudette sowohl fähig, als auch ehrlich und hilfsbereit zu sein. Und sollten nochmals Werwölfe oder andere Kreaturen sie angreifen… sollte er fallen…

    Verzeiht mir, ich möchte Abyss von dem hier beschlossenen erzählen. Vielleicht können wir den Karren ebenfalls im Stall unterbringen?, schlug er vor, um Claudette etwas zum nachdenken zu geben, während er zu Abyss ging, die gedankenversunken in die Sterne blickte.

    Abyss, ich…, begann Arian.
    Ich weiß. Ich hab es gehört, die Frau will mit uns kommen, morgen früh. Ich find´s gut, sagte sie zu Arians Erleichterung.
    Aber Arian!, setzte sie mit viel zu ernstem Gesichtsausdruck für ihr Alter an: „Ich möchte nicht, dass du dir Sorgen um mich machst. Und du sollst nicht immer alles für mich gut machen, auch wenn es dir dabei schlecht geht!
    Arian lächelte gerührt und ging in die Hocke.
    Aber das mach ich doch gar nicht. Mir geht es sehr gut. Trotzdem bin ich für dich und deine Sicherheit verantwortlich. Doch ich täte nichts lieber, meine Kleine“.
    In Abyss Augen sammelten sich glänzende Tränen. Plötzlich fiel sie Arian um den Hals und drückte ihn. Dabei sagte sie leise: „Danke!“
    Arian war etwas überrascht. Zwar war Abyss bisher immer dankbar gewesen, doch hatte sie ihn noch nie umarmt. Etwas perplex schloss er seine Arme um die zerbrechliche Elfe und erwiderte die Umarmung.
    Abyss dachte an ihre Eltern, die sie sehr vermisste. Trotzdem war sie sehr froh, Arian bei sich zu haben. Nachdem sie sich heimlich die Tränen aus den Augen gewischt hatte, löste sie sich aus der Umarmung und lächelte Arian an.

    Etwas später hatte Arian den Karren mitsamt Abyss und Zugpferd zum Stall gebracht, wo Claudette ebenfalls wartete. Abyss saß auf dem Karren und war putzmunter, obwohl es mittlerweile späteste Nacht war. Arian trat an die große Frau heran. Er räusperte sich.

    „Lady Vance, Abyss und ich wollen euch das Angebot unterbreiten, ab dem morgigen Tag mit uns gemeinsam zu reisen. Wir wollen nach Denerim. Abyss´ Eltern und sie selbst stammen aus dem dortigen Gesindeviertel, obwohl sie noch sehr, sehr jung war, als sie es verließ. Doch vielleicht hat sie dort noch Familie

    Arians Stimme wurde etwas dünner bei dem Gedanken tatsächlich Onkel oder Tante von Abyss vorzufinden und sie dort zu lassen.

    Ich selbst werde mich, nachdem für Abyss Sicherheit gesorgt ist, erneut der königlichen Armee anschließen, um der Bedrohung durch die dunkle Brut erneut zu begegnen. So der Erbauer will, werden wir sie in einer weiteren Schlacht besiegen. Denn ansonsten sind wir verloren, fürchte ich“.

    Er sah sich um. Abyss saß auf dem Karren und summte eine schöne Melodie, welche den müden Krieger noch schläfriger werden ließ. Doch jetzt sollte sie schlafen und er wachen. Er ging zu Abyss und sagte ihr, sie solle sich hinlegen und schlafen. Beim ersten Strahl der Sonne würden sie aufstehen und das Lager verlassen. Abyss nickte, wickelte sich in eine Decke ein und legte sich in eine für sie bequeme Position, auf die Seite gerollt und mit angezogenen Beinen. Arian deckte sie zusätzlich mit seinem Mantel zu, dann ging er erneut zu Claudette.

    Auch ihr solltet jetzt etwas schlafen, Mylady. Den Stallburschen habe ich übrigens noch nicht gesehen. Hoffentlich ist er nicht zu überrascht, wenn er uns alle hier vorfindet. Ich übernehme die erste Wache!

    Die Nacht war nun beinahe halb rum und Arian beobachtete die wenigen Personen, die sich zu dieser zweifelhaften Zeit noch im Hof herumtrieben. Ein paar wankten sturzbesoffen, einer kroch sogar auf allen Vieren, begleitet von dem klatschenden Geräusch Erbrochenen, das auf dem Boden aufschlug. Der Stall lag in völliger Finsternis. Sein Karren mit den beiden schlafenden Damen stand rechts im Stall, welche eher ein paar in den Boden gestampfte Holzpfähle mit einem Dach, das sich bis zur Palisade zog war. Zum Glück regnete es nicht, doch selbst wenn, wäre Abyss geschützt.

    Arian zog den Ring, den er am rechten Zeigefinger trug ab, begutachtete seine glänzenden Runen und steckte ihn dann auf den Linken. Dort drehte er den Ring im Kreis, was den Finger stark erwärmte und ein wohliges Gefühl ausstrahlte, als würde er die Hände nahe an ein Kaminfeuer halten. Dabei achtete er wachsam auf die Gestalten im Hof. Die betrunkenen Männer, vermutlich allesamt Soldaten, waren verschwunden, doch nun sammelte sich inmitten des Hofes eine kleine Gruppe Männer. Arian konnte erkennen, dass sie bewaffnet waren, denn von ihren plumpen Körper streckten sich lange Lanzen, Knüppel und Äxte in die Dunkelheit. Zu ihnen stieß ein Mann von ähnlicher Größe wie Arian, der die Bewaffneten allesamt überragte. Er war so dürr und schlaksig, dass er sich hinter einem dünnen Baum hätte mühelos verstecken können. Er lief zu der Gruppe und flüsterte ihnen etwas zu. Zu Arians Unmut wandte sich die Gruppe Richtung Stall und kam bedrohlich näher.

    Aus der Ferne wirkte die Gesellschaft wie eine unförmige, waffenstarrende Masse. Beim Näherkommen erkannte Arian jedoch den Kommandanten des Forts, Hauptmann Gravka. Er watschelte mit seltsam weit gespreizten Beinen voran, hinter ihm seine Gruppe. Scheinbar waren nicht alle die ihm folgten auch wirklich Soldaten. Einige von ihnen sahen wie typische Halsabschneider aus, mit zotteligen Umhängen, gammeligen gelben Zähen und in dem Mondschein glänzenden Dolchen. Arian, der vorher gegen einen Balken gelehnt hatte, richtete sich zu voller Größe auf und trat ihnen entgegen.

    Aaah, ihr seid ja noch wach!“, schnurrte Gravka bedrohlich.
    Offensichtlich bin ich das. Was tut ihr hier? Ein Rundgang?
    „Ja, ein Rundgang. Wie ihr wisst, obliegt mir die Sicherheit des Lagers. Wer weiß schon, was für Schurken ich hier in meinem Großmut manchmal hinein lasse. Ist das euer Karren?“

    Arian nickte, stellte sich jedoch breitbeinig vor die Männer, die beiden Hände auf dem Schwertknauf gefaltet.

    Ich dachte, ich mache mal eine Bestandsaufnahme. In diesen Zeiten muss ich an das Wohl aller denken! Und unser Stallbursche hier…“, er deutete auf den hageren, langen Mann: „…berichtete von einem reich gefüllten Karren und dass ihr in Gesellschaft eines kleines Fräuleins und dieser langen Schlampe reist“
    Eine Bestandsaufnahme mitten in der Nacht? Macht euch nicht lächerlich, Hauptmann!
    , entgegnete Arian barsch. Das bösartige Grinsen Gravkas verflog und Wut zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Eine dicke Ader pochte nun auf seiner Stirn.

    Passt auf, was ihr sagt, Reisender! Sonst lasse ich euch auspeitschen und draußen anketten, sodass die Wölfe euch fressen!“

    Arian sagte nichts, stand nur stumm da und verwehrte den nun sauer dreinblickenden Wachen und Halunken den Weg zum Karren. Plötzlich hörte er ein Geräusch hinter sich.

    Abyss! Geh zurück!, rief er der Elfe zu, die nun plötzlich mitten im Stall stand und die Szenerie beobachtete.

    Abyss? Mir sagtet ihr, sie heißt Keira! Und ihr sagtet, sie sei hässlich und kein so leckeres Früchtchen…“, sagte Gravka und leckte sich die Lippen.
    Komm doch mal her, Kleines!“, sagte er an Abyss gewandt und krümmte anlockend den Zeigefinger.
    Arian zog langsam sein Schwert. Das unverkennbare Geräusch einer Klinge, die aus ihrer Scheide gezogen wird, durchschnitt die Nacht. Arian hielt schützend die linke Hand vor Abyss Anblick, sodass die Augen des Hauptmanns sie nicht auszogen. Dieser war sowieso zu sehr damit beschäftigt, das meisterhaft geschmiedete Schwert anzustarren. Langsam kam ihm der Gedanke, dass Arian ihn nicht nur in Bezug auf seine Begleitung angelogen hatte.

    Ich mache euch einen Vorschlag, Reisender! Ihr habt mir die riesige Braut nicht gebracht und diese hat den Stallburschen für nur eine Nacht bezahlt. Ihr wolltet euch doch wohl ohne meinen Preis davonstehlen, ist es nicht so? Nun, ihr habt die Krone im Hinblick auf dieses Täubchen belogen. Doch ich könnte euch vergeben. Gebt sie mir, für eine Nacht und ihr erhaltet freien Abzug nach einer vollen Woche, mit frisch gefühlten Vorratssäcken und… mal sehen… 50 Silberlingen in eurer Tasche. Wie klingt das?“, feilschte der Hauptmann.

    Ich mache euch einen Gegenvorschlag. Nehmt eure Männer und verzieht euch in das Dirnenhaus, oder legt euch schlafen. Lasst uns morgen früh abziehen und es muss zu keinem Kampf kommen“.

    Der Hauptmann spuckte aus.
    Ihr seid einer, wir sind neun. Wie wollt ihr sterben? Vor oder nach eurer kleinen Huren dort? Vielleicht spieße ich ihren Kopf sogar neben Eurem auf!“

    Abyss! Lauf zurück zum Wagen und wecke Lady Vance!, rief Arian. Sofort wandte sich Abyss um und flitze zu Claudettes Schlafplatz. Arian bereitete sich indes vor. Jedoch anders, als die sich im langsam und mit den Waffen im Anschlag nährenden Männer erwarteten. Mit dem Ring am Zeigefinger berührte er die Klinge seines Schwertes. Mystisch glühten die Runen, von hellem Schein. Dann zog Arian seine Hand über die Oberfläche des Schwertes, als würde er es aus einer imaginären Scheide ziehen. Und dort, wo seine Hand vorbeiwanderte, begannen rote Flammen auf dem Stahl zu schlagen. Das Feuer erleuchtete die Nacht und die erstaunten Gesichter seiner Gegner.

    Hohe Stellung. Beide Hände an den Griff, das Schwert über den Kopf, die Klinge leicht nach Hinten. Rechter Fuß Vorne, Linker etwa weiter hinten. Stand suchen!, dachte er. Der Kampf begann.

    Indes ließ Abyss zu der auf dem Karren liegenden Kriegerin und rüttelte fest an ihr.
    Lady Vance! Lady Vance! Arian braucht Hilfe!, schrie sie aufgelöst.
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  18. #58
    Mythos Neclord's Avatar
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    Quote Originally Posted by Khardim View Post
    [Bild: Nekka_Avatar.jpg]Juri hörte ihren Ruf, wirbelte in einer fließenden Bewegung herum und griff nach dem Schwert, das Nekka ihr zugeworfen hatte. Plötzlich weiteten sich ihre Augen und ohne eine weitere Sekunde vergehen zu lassen wandte sie sich mit einem blitzschnellen Rückhandschlag von der Nymphe ab und stürzte auf das Mädchen zu.
    Auf einmal schien die Zeit still zu stehen und der Schrei der Nymphe, die durch Juris letzte Angriff einen Arm verloren hatte, durchfuhr die Unendlichkeit des Augenblicks. Nekka sah einen mächtigen Blutschwall aus ihrer Schulter hervorbrechen und die abgetrennte Gliedmaße nutzlos zu Boden fallen, als Juri aus vollem Sprung gegen sie stieß und sie von den Füßen riss. Sie spürte noch eine unglaubliche Hitze über sich hinwegfegen, dann lag sie mit dem Gesicht nach unten im Gras. Das Geschrei der Nymphe riss nicht ab.
    Nekka drehte sich wieselflink auf den Rücken und sah sich um. Die verletzte Nymphe kam wutentbrannt auf sie zu, um sie herum roch es nach verkohltem Gras und verbranntem Fleisch.

    Ohne zu zögern sprang Nekka wieder auf die Beine. Sie wusste nicht, was mit Juri oder Quintus war und das war auch nicht mehr wichtig. Sie sah nur noch die teuflische Kreatur vor sich, die schreiend und blutend auf sie zu raste.
    Das Mädchen griff entschlossen nach ihrer Armbrust und legte an. Sie hielt sich nicht damit auf, zu zielen. Die Nymphe musste sterben.
    Krachend löste sich der Schuss in dem Augenblick, in dem sie Nekka erreichte. Der Bolzen durchschlug die Kreatur und hinterließ ein grässliches Loch in ihrem Oberbauch.
    Die Nymphe, vollständig erfüllt von ihrem Blutrausch, schaffte es noch das Mädchen mit einem gewaltigen Schlag ins Gesicht niederzustrecken, bevor sie selbst auf die Knie sank und ungläubig das Blut betrachtete, das ungehemmt aus ihrem makellosen Leib hervorquoll. Sie nahm überhaupt nicht mehr wahr, wie Nekka wieder aufstand und auf sie zukam. Als das Mädchen den Kolben ihrer Armbrust auf das Gesicht der Nymphe niedergehen lies, waren deren Augen schon blind und leer geworden.

    Ein unartikulierter Schrei des Entsetzens zerriss die verwunschene Luft der Quelle. Nekka wandte sich sofort um.
    Quintus.


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    Quote Originally Posted by BlackShial View Post
    [Bild: QuintusPic4.png]Ein Schrei.
    Ein Schrei, der ihm durch Mark und Bein ging. Ein Schrei, der sich mit seinem verband und sich in einer wütenden Grimasse manifestierte. Ein Schrei, der jegliche Magie von diesem Ort weichen lies.
    Die Flammenden Hände vor sich haltend, starrte der Magier ungläubig zu dem schönen Wesen, welches hinter dem Schleier der sengenden Luft leblos zu Boden ging. Flammen leckten an seinen Fingern, formten sich zu einem Angriff, der für die beiden grässlichen Mörderinnen gedacht war.
    Doch er hielt inne.
    Sein Schrei verstummte und jegliche Kraft verließ ihn, als er noch immer im Wasser stehend auf die Knie sank. Es mochte seicht an dieser Stelle gewesen sein, doch tief genug um seine flammenden Hände vom kühlen Nass umschließen zu lassen. Zischend offenbarte sich der Dampf, welcher seinen Körper heraufwanderte und gänzlich über ihm verblasste. Mit starren Augen Blickte er zu der leblosen Schönheit.
    „Was ... habt ihr ... getan? Was ... habt ihr getan? Was habt ihr getan?!“
    Sie wurde von ihm gerissen, geschändet und gemordet. Dies wunderbare Wesen, welches ihn so sehr verzaubert hatte. Ihn in seinen Bann gezogen hatte und zeigte, was vollkommene Glückseligkeit bedeutete.
    Er blinzelte. Einmal. Zweimal.
    Es dauerte einen Moment, bis er sich dem bewusst wurde, was geschehen war. Dem, was diese wunderbare Schönheit tun wollte. Dem, was er getan hatte
    „Was ... habe ich getan?“
    Emotionen klangen in seiner Stimme mit, welchen er nur selten freien Lauf ließ. Doch wie hätte er diese in solch einen Moment verbergen können, in dem ihm bewusst wurde, dass es sein Werk war, dass eine schöne Frau verletzt wurde?
    Mit einem lauten Plätschern erhob er sich und stolperte nach vorn. Die Kraft, die er noch beim Aufstehen zeigte, verlosch im Angesicht dessen, was sich ihm mit jedem Schritt immer deutlicher offenbarte.


    [Bild: juri_6.png]

    Ein Zustand der Schwerelosigkeit umgab sie mit einer unheimlichen Eiseskälte, die sie in ihrem ganzen Körper spüren konnte. Alles um ihr herum wurde dunkel. Die allumfassende Macht des Nichts verschlang ihren Körper, wie eine gierige Bestie aus purer, schwarzer Energie.
    Die Zeit verlangsamte sich und eine imaginäre Welt entstand in ihrem Geiste. Schwarz und weiß waren die vorherrschenden Farben und sie beschloss kurzerhand einfach loszulassen. Es war ganz leicht, warum weiterkämpfen? Es war an der Zeit zu gehen, so sei es.

    Doch nicht hier, nicht heute. Ein Schrei, der durch Mark und Bein ging, ließ ihren Körper erzittern. Und wie eine große Decke aus schwarzer Materie, zog sich der Schleier zurück und gab die Kriegerin frei.
    Plötzlich öffnete sie ihre Augen, erneut. Im dichten Gras liegend, analysierten ihre müden Augen die Umgebung. Sie wurde noch Zeuge, wie der Körper der Nymphe sich zusammenkrümmte und sein Ende fand. Die Barriere über dieser unheiligen Quelle zog sich zurück und setzte alles in dieser Umgebung in seinen ursprünglichen Zustand zurück. Der Zauber war gebrochen. Juri richtete sich auf und hielt sich eine Hand mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Stirn. Ihr Kopf fühlte sich an, als hätte sie mehrere Zwerge hintereinander in einem Trinkduell besiegt.

    Es war das kleine Mädchen, dass dem Wesen ein Ende bereitet hat. Juri war schwer beeindruckt, dieses Mal ist die Kleine nicht davongelaufen und hatte Schneid bewiesen. Doch der Zauber den Juri abbekommen hatte, machte ihr noch immer zu schaffen. So ließ ihr Körper sie nicht einfach weitermachen, auch wenn sie gerne frei von der Schwäche des menschlichen Körpers wäre, sie musste sich der Verletzung beugen und sank auf die Knie.

    Dann erst erblickte sie Quintus direkt vor sich mit fassungslosem Gesichtsausdruck. Für Juri gab es im Moment keinen klaren Gedanken mehr. Wieder versuchte sie gegen die Schwäche anzukämpfen, aber sie sank frontal zu Boden und landete auf dem Bauch. Sie kroch noch ein kleines Stück, ehe sie sich ausruhen musste. Voller Hass, klammerte sich ihre ausgestreckte Hand wie die Klaue eines Tieres in den Erdboden, ehe sie erneut in die Traumwelt eintauchte.
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  19. #59
    Mahou Shoujo  Önee-sama's Avatar
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    Quote Originally Posted by Neclord View Post

    [Bild: ivy_2.png]

    Die Dame zögerte ein wenig nach den Worten der Magierin. Wahrscheinlich war sie durch den Kuss ein wenig aufgelöst und konnte ihre Gefühle nicht richtig ordnen. Immerhin war sie oder zumindest wirkte die Kleine noch sehr jung. Dann hielt sie eine Hand vor die Brust, während die andere ihren erschrockenen Gesichtsausdruck halbwegs verdeckte. Geplagt von Unsicherheit, brachte sie stotternd einige Worte hervor, die ihre aufrichtige Entschuldigung zum Ausdruck brachten.
    Anschließend umschlang sie Ivy und drückte ihre beiden Körper liebevoll aneinander. In der Hoffnung, die selbsternannte Seeräuberin milde zu stimmen. Ah, jetzt fühlt sie sich auch noch schuldig. Armes Ding.

    Von allerlei Schuldgefühlen heimgesucht fühlte sich Emanuelle verpflichtet, Ivy den Vortritt beim Waschen zu lassen und bot ihr an, das pinkfarbene Haar nach dem Erwachen erneut zu pflegen. Die Magierin schüttelte sogleich den Kopf, nicht um ihren Vorschlag abzulehnen, sondern um ihr zu zeigen, dass die Schuldgefühle unangebracht sind. "Grämt euch nicht kleine Prinzessin. Euch trifft keine Schuld." Dann streichelte sie mit ihrer Hand den Arm von Emanuelle, als würde sie versuchen ihre Unsicherheit zu nehmen. "Ich mag euch. Wirklich. Doch ich gehe davon aus dass dies eine neuartige Erfahrung für euch zu sein scheint und genau deshalb wollte ich euch nicht mit der Situation überfordern."

    Ivy warf einen Blick zum Wassereimer, doch dann trafen ihre blauen Augen wieder auf die von Emanuelle und sie wusste, dass es jetzt in diesem Moment etwas wichtigeres gab. Die Magierin legte sich auf das Bett, mit der Hand zog sie die blondhaarige Maid zu sich und drückte ihren Kopf an ihre Brust. Die Handfläche der Piratin liebkoste sanft die Wange der Prinzessin, als sie mit beruhigenden Worten auf sie einging. "Es ist alles gut meine Kleine. Es ist alles gut..."


    [Bild: Emanuelle___ava.jpg]

    Emanuelle merkte es Ivy an, wie sie darum rang, um auf seine Entschuldigung eingehen zu können. Dann schüttelte die Schönheit ihren Kopf und sagte etwas.
    "Grämt euch nicht kleine Prinzessin. Euch trifft keine Schuld."
    So... sie sieht schon eine Prinzessin in mir? Vielleicht sollte ich eine Situation herbei führen, in der sie mich retten kann? Denn viele träumen doch insgeheim davon, eine Prinzessin aus der Not retten zu können... selbst Frauen!
    Dann bemerkte er, wie Ivy seinen Arm streichelte.
    Na, möchte da doch noch jemand mit der Prinzessin im Bette landen...
    Doch Ivy's nächster Satz zerstörten alle Hoffnungen auf eine leidenschaftliche Nacht mit ihr.
    "Ich mag euch. Wirklich. Doch ich gehe davon aus dass dies eine neuartige Erfahrung für euch zu sein scheint und genau deshalb wollte ich euch nicht mit der Situation überfordern."
    Emanuelle musste wirklich an sich halten, nicht laut zu lachen und seine Fassade damit zu zerstören.
    Kindchen... mit der Situation überfordert? Ich!? Ohh, wenn du wüsstest, dass die Nacht deines Lebens genau neben dir sitzt... du hättest dir schon längst alle Kleider vom Leibe gerissen und wir wären dabei, das gesamte Dorf zu wecken! Aber gräme dich nicht... du hast definitiv Emanuelle's Interesse geweckt! Was nur die schönsten Frauen in Ferelden von sich behaupten können...
    Gebannt sah er zu, wie Ivy einen kurzen Blick auf den Wassereimer warf, um dann wieder mit ihren blauen Augen in die von Emanuelle zu blicken.
    Was hast du vor, meine Schönheit...
    Plötzlich legte sich Ivy aufs Bett, dann nahm sie Emanuelle und zog ihn zu ihr runter. Sein Kopf wurde dabei auf den Rundungen der exotischen Schönheit platziert und er genoss es in Gedanken ihre wohligen Kurven zu spüren. Gleichzeitig streichelte eine Hand von ihr über seine Wange und...
    "Es ist alles gut meine Kleine. Es ist alles gut..."
    Verdammt! So nah und doch so fern...
    Kurz hatte er gehofft, dass die junge Frau doch noch einen Versuch in Richtung leidenschaftlicher Nacht unternehmen würde. Doch wusste er nur zu gut, was jetzt gerade ablief.
    Sie denkt, sie müsse mich trösten... Haahhhhhh... Von hier an ist es für heute unmöglich, nochmals eine Attacke auf sie zu wagen... Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als für heute mitzuspielen und morgen dann... ja, morgen dann auf eine weitere Gelegenheit zu warten! Aber erstmal...
    Eine kleine Weile blieb er so liegen, genoss einerseits die Liebkosung seiner Wange und auf der anderen Seite nahm er jede erdenkliche Faser von Ivy's Körper mit seinem Kopf auf... was vornehmlich den Bereich betraf, wo sein Kopf zur Zeit ruhte.
    Schließlich beschied er, dass es Zeit zum Schlafen wäre. Doch vorher galt es, der guten Ivy eine Gegenleistung abzuknöpfen für das Abblitzen lassen! Als erhob er seinen Kopf, drehte sich zu Ivy's Gesicht, stützte einen seiner beiden Arme aufs Bett und legte den anderen wie rein zufällig leicht auf Ivy's Oberkörper. Dann begann er wie eine Frau zu sprechen, der gerade eine schwere Last von den Schultern genommen wurde.
    "Ich danke euch sehr, meine Teuerste... ich werde mich nun waschen und dann würde ich mich schlafen legen wollen."
    Als er geendet hatte, stand er würdevoll auf, fischte aus seinem Rucksack ein feines Tuch zum Waschen und machte sich auf den Weg zum Eimer. Auf halber Strecke blieb er aber stehen, so, als wäre ihm gerade erst etwas eingefallen.
    "Verzeiht, wenn ich euch noch etwas fragen... oder eher um etwas bitten möchte. Könntet ihr vielleicht... Würdet ihr so nett sein... heute Nacht... meine Hand zu halten? Natürlich nur, bis wir eingeschlafen sind! Aber nach den ganzen Geschehnissen... nun, ich fühle immer noch eine gewisse Schwäche... aber wenn ohr meine Hand halten würdet.... und mir dadurch Trost und Kraft spenden könntet... Es würde mir sehr helfen, heute Nacht Ruhe zu finden!"
    Sprach seine Bitte aus, ging dann zum Wascheimer und begann damit, eine kleine Waschroutine auszuführen.
    "Würdet ihr meine Bitte in Betracht ziehen?"
    Während er also auf eine Antwort von Ivy wartete, haderte er in Gedanken wieder mit den Umständen, die er hier vor fand.
    Haahhhh... Wer bei allen Geistern kann denn mit diesem einfachen Wasser schon etwas für seinen Körper tun!? Das sind doch Verhältnisse wie bei den Barbaren in der Wildnis...
    Önee-sama is offline
  20. #60
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    Quote Originally Posted by Neclord View Post

    [Bild: 4azi8U8EDKfDd7K1VladimirSquare.png]

    Welch unangenehme Situation für den Magier. Er verharrte für eine Weile in dieser Position, in der Hoffnung, dass der Chasind einfach weitergehen würde. Doch sein Blick blieb an der Robe von Valgarius kleben, wie der Honig an der Nase eines Bären. Langsam näherte sich der Mann und neigte dabei seinen Kopf zur Seite. Darauf bedacht das emporragende Gesäß besser in Augenschein nehmen zu können. Der Blutmagier vernahm die näher kommenden Schritte und dachte angestrengt nach. Verdammter Mist! Lass dir etwas einfallen...

    Langsam richtete er sich wieder auf, dreht sich dabei aber nicht um. Der Chasind kam immer näher und richtete erneut sein Wort an den jungen Mann. Dem Klang seiner Stimme nach zu urteilen hatte er es auf etwas bestimmtes abgesehen. "Wir könnten ein wenig Spass miteinander haben, bevor wir euch zur Schamanin schicken!"

    Valgarius schluckte die Anspannung herunter und trat näher an die Holzwand heran. Noch immer wagte er es nicht sich umzudrehen. Immerhin konnten nicht alle Chasind so blöd sein, ihn für eine Frau zu halten. Ich kann hier keine Magie verwenden... wenn doch nur die Ratte noch da wäre....

    [Bild: 5Py1YpLlAnyla.png]
    Als Anlya das Frauenbad betrat blieb sie ruckartig stehen. Valgarius war nicht allein. Einer der Chasind stand hinter ihm und schien nichts Gutes im Sinn zu haben. Sie bekam die letzten Worte mit, welche dieser Mann zu dem Magier sprach. Das war nicht gut. Sie musste ihm helfen. Doch was sollte sie tun? Sie griff nach Ihrem Dolch, doch da war nichts. Als sie ihre Rüstung auszog hatte sie auch ihre Waffe abgelegt. Anlya hatte vergessen die Waffe wieder mitzunehmen. Natürlich hätte ihr das nicht viel geholfen, denn sie war sich sicher, dass sie gegen den Hünen keine Chance hatte.

    Valgarius schien sich nicht wehren, denn er setzte keine Magie ein. Anlya war etwas verwundert darüber. „Entschuldigt Schwester Anlya.“ Ihre Worte ließen den Chasind sich umdrehen. „Was wollt Ihr hier? Ich bin beschäftigt. Kommt später wieder.“ Anlya hatte alle Mühe ihr Zittern zu unterdrücken. „Verzeiht. Ich kam nicht umhin Eure Worte zu hören. Ihr könnt Schwester Anlya auf diese Weise nicht entweihen. Sie hat einen Eid der Enthaltsamkeit gegenüber dem Erbauer und Andraste geleistet. Es wäre ein Sakrileg gegen unseren Gott, dem Erbauer, diesen Eid zu brechen.“

    Der Chasind musterte sie kritisch. „Die Kleine trägt keine Robe Eurer Kirche. Also verzieht Euch Junge.“ Anlya atmete tief durch. Dieser Mann war wirklich stur. Was tun? Hastig überlegte sie. „Wir wurden von Ungläubigen, dieser dunklen Brut, überfallen. Sie zerstörten die Roben von Schwester Anlya und töteten alle Templer, die uns begleiteten. Diese hässliche alte Robe, die Schwester Anlya trägt, war das einzige Kleidungsstück was wir retten konnten. Sie hatte keine Wahl als diese vorübergehend anzuziehen. Auf unserer Flucht vor diesen dunklen Monstern haben wir uns in diesem Wald verirrt und nun sind wir hier.“

    Anlya schickte ein Gebet zum Erbauer und zur Sicherheit noch an die Schöpfer. Würde er ihr glauben? Oder durchblickte er ihre Lügen.
    Annalena is offline
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