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    Above the Weeping World
    Don-Esteban's Avatar
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    Apr 2001
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    Dystopia
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Don-Esteban is offline
    »Warum alles Tooshoo ist, aber Tooshoo nicht alles ist ...«, wiederholte er die Worte Nicoleis, die alles in einem Satz zusammenfassten.
    »Welch kluge Zusammenfassung der Dinge«, meinte er dann. »In der Tat ist das Sumpfkraut auf dieser Insel im Besonderen mit Tooshoo verbunden. Vor vielen Jahren konnte ich dem Genuss dieses Krautes nichts abgewinnen. Vielleicht hatten mich meine Erfahrungen aus der Barriere beeinflusst: Eine Sekte, die sich unter den schlimmen Bedingungen der Kuppel bildete, nutzte die Fähigkeiten des Sumpfkrautes, um neue Anhänger zu rekrutieren und sie gleichzeitig zu manipulieren. wie es so oft mit absoluten Glaubensdogmen ist ... Es gab viele verzweifelte Seelen im Minental und sicher wollten auch viele dem Terrorregime der Erzbarone im alten Lager entkommen. was wäre da verlockender als die Aussicht auf ein Leben ohne Schmerz und gleichzeitig mit einem besonderen Sinn, der versprochen wurde. Das Sumpfkraut war da Mittel zum Zweck. Ein machtgieriger Mensch, der die Fäden in dieser Sekte spann, er nannte sich Cor Kalom, wollte mit Hilfe besonderer Magie den uralten Erzdämon, genannt Der Schläfer, beeinflussen und die Macht, die er sich von ihm versprach, für eigene Zwecke benutzen. dies ist die Gefahr bei Rauschmitteln: Der Verlust des eigenen Willens und die Möglichkeit der Manipulation. Wobei mir die Gemeinschaft in Tooshoo in dieser Hinsicht als nicht gefährdet erscheint. Es sind vielmehr Glücksritter, Halsabschneider, unabhängige, Leute, die genug haben vom Krieg, die weder den Versprechungen Rhobars noch denen Ethorns trauen. Sumpfkraut hat dort nicht die religiöse Bedeutung, wie ich sie vor vielen Jahren kennenlernte.«
    Hohl klang das Brückenpflaster unter ihren Füßen, bis sie den steinernen Bogen überquert und die andere Seite der Schlucht erreicht hatten. Hier durchschritten sie noch ein Tor und begannen dann, den abschüssigen Serpentinenweg, der hinunter in den Sumpf von Tooshoo führte, zu beschreiten.
    »Darüber hinaus habe ich erkannt«, setzte Esteban seine Erzählung fort, »daß das Sumpfkraut tatsächlich besondere Eigenschaften aufweist. So kann es, wenn es genug konzentriert ist, die Fähigkeiten eines Magiers für gewisse Zeit steigern. Und dies geschieht auf eine Weise, die sich nicht ohne weiteres aus den Komponenten des Krautes erklären läßt. Vielmehr muß eine besondere, übernatürliche Eigenschaft dieser Pflanze innewohnen. Man muß nur vorsichtig sein, wenn man es in dieser Form zu sich nimmt.«
    Mehr sagte er dazu nicht. Stattdessen nahm er das andere Thema auf, das Nicolei angeschnitten hatte.
    »Ja, der Baum ... auch ich würde gerne meine Hand an die Rinde legen, die Plattformen besuchen, die in verschiedenen Höhen des Stammes zu sehen sind und am Ende ganz oben dort stehen, wo vermutlich die Druiden ihren Ritualen nachgehen. Doch ob man fremde Magier dort hinauf läßt? Ich kann es mir kaum vorstellen, ist doch der Baum eine Art Heiligtum der Druiden. Doch vielleicht treffen wir einen dieser Druiden und können ihn danach fragen.«
    Mittlerweile waren sie von der Gebirgsflanke, die hier von den südlichen Ausläufern des Weißaugengebirges geformt wurde, soweit herabgestiegen, das lichter Buchenwald sie umfing, der sicher bald in einen sumpfigen Eschenwald umschlagen würde, sobald sie am Grund des flachen Tales angelangt waren. Dann war die Siedlung Schwarzwasser -- oder Tooshoo, wie sie meist nach der Gegend und dem großen Baum genannt wurde -- bald erreicht.

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    Held Nicolei's Avatar
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    Nov 2003
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    Am Tresen einer Bar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Nicolei is offline
    Sie würden bald Tooshoo erreichen. Jede Form von Tooshoo. So gesehen. Und ebenso war so gesehen, auch Tooshoo die beste Wahl für einen Ausflug. Man war schnell dort und – vorallem – musste man sich nicht durch die Schwarzen Schluchten und den Dschungel (hier im wahrsten Sinne des Wortes) schlagen. Es war eine einfache, angenehme Reise, ohne das viel gefordert wurde. Eine kleine Wanderung hat schon stets Geist und Seele erfreut und beruhigt. Manch hitziges Gemüt konnte man durch ein paar Schritte lindern, manch traurigen Gedanken konnte man mit sich, dem Wald, den Vögeln und dem Wind teilen und er würde, darauf gebe ich Euch mein Wort, nicht mehr so schwer erscheinen. Lag darin nicht der wahre Zauber der Welt? Kamen wir mit unserem blanken Schwert und all der Magie wirklich weiter, als die sorglose Schwalbe die auf einem Ast saß und nichts von der Welt wusste? Welch ein Segen lag in dem einfachen Wesen dieser Welt.

    Nachdenklich schüttelte er den Kopf und lauschte weiter Estebans Worten. Das Minental schien damals ein wildes Pflaster gewesen zu sein. Er kannte es nur abgebrannt, tot, gefährlich und alles in allem nicht besonders schön. Dennoch lebte er dort lange als Einsiedler. Er hatte selbst jetzt, nach all den Jahren, noch immer ein genaues Bild von seinem Lager. Ein kleines Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Er würde das Minental gerne erneut besuchen. Doch das war keine Wanderung, das war eine wahrliche Reise durch die Welt. So wie Esteban davon erzählte bekam er den Eindruck dass der Priester diese Zeit miterlebt haben musste. Anders als der Magier. Er schien fast so, als wäre er selbst unter dieser Kuppel gewesen. Doch Yunarik besaß aber den Anstand und fragte nicht danach. Er lies es so im Raum stehen. Oder im Wald. Oder, auf dem Weg. Alles eine Frage der Ansicht, welche man auch immer präferierte.

    „Meine Beziehungen zu dem Volk ist... einfacher Natur. Ich war Gast, Kunde, Durchreisender. Weniger Jemand dem daran lag Beziehungen zu erreichen, oder sie zu knüpfen. Vielmehr Jemand der still seine Mahlzeit isst, über die Stege wandert und über den Markt schlendert. Zwar kenne ich in etwa die Hierarchie dieser Leute.“ Er legte den Kopf etwas schief und dachte einen Moment lang nach. „Die Druiden stehen natürlich oben. Doch wie es mit den Kämpfern aussieht, bin ich nicht wirklich erhellt. Dieses Volk wirft wahrlich stets neue Fragen auf. Auch werde ich das Gefühl nicht los, das hinter all diesem Einfachen, etwas Tiefes steckt. Etwas, dass nicht von den Besuchern erkannt und gesehen wird. Vielleicht liegt die Antwort ja dort oben, in jener Krone.“
    Last edited by Nicolei; 28.08.2014 at 22:39.

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    Schwertmeister Avik's Avatar
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    Avik is offline

    Vor Stewark

    "So meine Herrn, wir befinden uns nun in der Baroine Stewark. Wir werden bis zur Burg marschieren und dann werden wir durch das Tor der Burg Stewark in die hiesige Kaserne gelangen. Dort werdet ihr im Eiltempo eure Sachen nach Befehl deponieren und euch dann auf dem Innenhof der Kaserne einfinden. So viel vorne weg: Die Baronie befindet sich im Ausnahmezustand. Die Burg selbst ist unter Verschluss und die Stadtwache unter Arrest. Es gibt dort einen Untergrundring aus extremistischen Beliarkultisten, den unser Orden aufgedeckt hat. Die Stadtwache ist in die Geschehnisse involviert und zurzeit werden Befragungen und Durchsuchen durchgeführt. Ich habe meine Trainingseinheit hinzugezogen, damit ihr etwas praktische Erfahrung als Ordensbrüder sammelt, was jedoch nicht heißt, dass wir unser Schwertkampftraining vernachlässigen werden. Gut. Genug der Worte! Kolonne! IM Schritt! Marsch!".

    Sir Vincent marschierte an der Seite der Ordensbrüder und behielt sie dabei stets wachsam im Auge. Zwei weitere Ritter waren bei ihm und unterstützen ihn bei seiner Aufgabe die fünfzehn Ordensbrüder zu drillen und nach Stewark zu führen.

    Das Bluttal hatten sie kurz nach Mitternacht durchquert und waren dann über die Brücke in die benachbarte Baronie gelangt. Hierbei hatten sie Vorsicht walten lassen, denn nicht weit entfernt lag die Burg Silbersee, die in Feindeshand lag. Stewark jedoch war Rhobar treu und hier sollten sie keine Überraschungen ereilen. Sie ließen weitere Bauernhöfe und viele Felder hinter sich, ehe die Sonne aufging und der Morgen einsetzte. Avik hatte Hunger und freute sich auf die Ankunft. Der nächtliche Marsch in seiner Rüstung hatte an seinen Kräften gezehrt und er ertappte sich des Öfteren dabei, dass seine Augen zufielen und er beinahe den Gleichschritt verlor.

    Nichts desto trotz war er aufgeregt und freute sich auf die kommenden Tage. Vielleicht hatte er ja die Chance sich zu beweisen...

  4. Visit Homepage View Forum Posts #24
    Ritter Jun's Avatar
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    Jul 2007
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Jun is offline

    Stewark - Kaserne

    Ein großer Tisch und an diesem saßen jene die über Stewark aktuell zu bestimmen hatten. Hagens Paladine machten ihre Arbeit gut und hielten die Ordnung aufrecht. Juns Ordensbrüder hingegen hatten sich wie er anderen Arbeiten gewidmet. Aufstöbern der Kultisten und derer die ihnen geholfen hatten. Oric beendete seinen abendlichen Bericht über die Verstärkung und Ablösung der Truppen, bevor die Blicke erwartungsvoll zu Jun gingen. Die letzten Tage hatten er und seine Leute die Informationen kurz gehalten. Heute aber hatte der einstige Fürst alle Paladine zu einem Treffen herbei gebeten.

    "Zunächst zu unseren Ergebnissen. Wir haben den Keller und das Haus des Kaufmanns durchsucht und einige Dokumente gefunden, die uns halfen Mitglieder und Helfer der Kultisten zu bestimmen. Von da an haben wir direkt Verhaftungen ausgeführt. Hier auf dieser Liste habe ich 27 von 28 Personen aufgeführt die direkt Kultisten waren oder ihnen halfen.", erklärte Jun und ließ die Liste herum gehen.

    "Die Tochter des Wirtes. - Drei weitere Kaufmänner dieser Stadt. - Der Hauptmann der Wache und...sieben weitere Wachen. - Zwei Dirnen. - ....bei Innos so viele noch. Sie hatten in der ganzen Stadt ihre Leute.", meinte Marcos und legte die Liste auf den Tisch ab.
    "Sind das alle?", fragte Albrecht.
    "Wir nehmen an es sind die meisten. Noch haben wir nicht das Geschäft des Alchemisten komplett durchsucht und seine vielen Schriften geprüft. Er war der Meister und ich vermute, dass seine Schriften uns noch mehr verraten werden.", klärte Taron von Eirrin auf.
    "Womöglich sind es noch mehr, Brüder im Glauben. Es sind viele Schriftstücke die der Alchemist aufbewahrte und wenn es ein ganzes Netz davon in Argaan gibt, dann steht uns so manches bevor. Doch halten wir fürs erste Stewark als Quelle dieses bösartigen Kultes. Ich wollte euch aber nicht nur wegen dieser Liste und unseres Fortschrittes unterrichten. Die 28. Person auf der Liste ist mehr als ein angesehener Bürger dieser Stadt.", sagte Jun und holte die Beweise hervor, die die 28. Person verrieten. Die Gesichter der Paladine sprachen Bände.

    "Innos möge uns die Weisheit geben, am heutigen Tage wahrhaftig zu entscheiden.", sprach Tengron und ließ sich auch weitere Beweisstücke herüber reichen.
    "Alle Dokumente offenbaren, dass der Baron von Stewark ein Gönner und Verschworener dieses Kultistenzirkels war!", sprach der einstige Fürst offen aus.
    "Doch ist nirgends sein Siegel, Lord Jun. Und selbst wenn...", versuchte Albrecht zu erklären, bevor Jun ihn unterbrach.
    "Was ist mit selbst wenn, Lord Albrecht!? Ein jeder soll gleich vor Innos' Gerechtigkeit sein! Es ist gleich, ob Bauer, Baron oder König. Dient er Beliar oder unterstützt seine Diener, kennt das Gesetz nur ein Urteil!", entgegenete der Paladin.
    "Jun! Du willst auch die Helfer hinrichten? Und den Baron!?", fragte Tengron verwundert.
    "Wir müssen ein Zeichen setzen, Tengron! Die Helfer müssen so bestraft werden, wie die Kultisten. Von denen können wir keinen schonen, so er schuldig ist. Aber wir können nicht den Baron so einfach hinrichten.", beschwichtigte Albrecht.
    "Das mit dem Zeichen setzen ist wichtig und dem pflichte ich bei. Aber bei Innos! Wir müssen bedenken, was es für Konsequenzen hat, wenn wir einen argaanischen Baron hinrichten. Das spielt Ethorn in die Karten. Auf den anderen südlichen Inseln, wird er leichter Zuspruch gewinnen und unsere Diplomaten dort zu hören bekommen, das wir argaanischen Vasallen stürzen und hinrichten. Wir müssen...", sprach Oric strategisch denkend, bevor Giran unterbrach.
    "Wir müssen im Sinne Innos' handeln! Was wären wir für Paladine, wenn wir auch nur einen schonen, der Unrecht an so vielen verrichtete, die da sterben mussten. Habt ihr gesehen was sie mit den Menschen machten? Habt ihr es zumindest in Juns Autopsie gelesen? Kam in euch nicht der Zorn auf!? Bei Innos! Dieser Baron ließ es zu und hat damit sein Recht zu herrschen und sein Leben verwirkt.", sprach Giran und schlug dann mit der Faust auf den Tisch.
    "Euer Orden mag direkt zu richten und zu handeln. Der Orden der aufgehenden Sonne hat gute Arbeit geleistet und wie wir merken, brennt er regelrecht dafür Innos' Gerechtigkeit und Wort zu verbreiten. - Doch Stewark obliegt der Gerichtsbarkeit des Myrtanische Ordens! Ihr werdet den Baron auch nicht hinrichten! Nicht bis wir mit Hagen und der Obersten Feuermagierin darüber beraten haben und eine weise Entscheidung für das Reich beschlossen haben! - Der Baron ist nach bisherigen Aufzeichnungen kein Kultist selbst gewesen und auch sonst reichen Dokumente allein nicht als Beweise für einen Baron. Der Feind würde sie als gefälscht bezeichnen. Der Baron mag eine Schuld tragen, die nur Innos vergeben mag, aber Oric sprach auch wahr. - Der Baron und sein Gefolge sollen entwaffnet und unter Arrest gestellt werden, bis höhere Instanzen entschieden haben. Das heißt nicht, das wir ihn schonen werden. Es heißt, dass wir ihn gegebenenfalls später hinrichten, wenn wir genug belastende Beweise haben. Akzeptieren dies die Brüder des Ordens der aufgehenden Sonne?", fragte Albrecht bestimmenden Ton. Olric mochte weit voraus denken, doch nach Juns Aufassung musste man als Paladin auch gewisse Konsequenzen tragen, um das heilige Recht des Innos umzusetzen. Wieder einmal merkte Jun die Unterschiede und den Grund wieso er den Orden aus eigenen Beweggründen verlassen musste. Doch hier hatte auch Albrecht Recht, obwohl beide Seiten das Kommando gleichermaßen trugen. Jun war nicht der Herrscher von Stewark und dem Myrtanischen Orden musste letztlich entscheiden, wenn es das gesamte Reich betraf. Hier begann die Politik und Innos' Gerechtigkeit bekam Fesseln angelegt.
    Nach kurzer Stille nickte Jun der Sache zu.
    "So soll es sein. Das Zeichen an das Myrtanische Reich werden wir bald umsetzen und dabei sind wir uns alle einig. Über den Baron sollen höhere Instanzen entscheiden und er mitsamt Gefolge unter Arrest gestellt werden. Stellt die besten Männer für heute ab. Morgen werden wir den Baron informieren und Boten nach Thorniara entsenden.", sprach Jun und bekam diesen Beschluss durch die Runde bestätigt. Danach gingen sie noch einmal die Liste an, um die Schuld der zu Verurteilenden zu prüfen, indem vorhandene Dokumente oder Aussagen geprüft und durch die Runde bestätigt wurden.
    Last edited by Jun; 01.09.2014 at 00:09.

  5. View Forum Posts #25
    Provinzheldin Ojami's Avatar
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    Ojami is offline
    Etliche Monde waren vergangen, seid die Orks Ojami aussetzten wie eine nicht mehr gewollte Hündin.
    Seid dem Tag lebte die Wilde für sich allein, kämpfte für sich um das Überleben, doch sie schätzte sich glücklich. Sie nannte den Orkwald ihre neue Heimat, lebte wie einst im Einklang mit der Natur und dankte ihr Tag für Tag für das, was sie ihr gab.

    Der Tag war gekommen, an dem es nicht darum ging, sich aus den Terrains der Orks fern zu halten, sondern um den Lebensraum zu fürchten und das, was er beherbergte. Tag um Tag sang sie ihre Gebete um Schutz und Tag für Tag hörte ihr Gott sie scheinbar nicht.
    Tag um Tag wich sie der finsteren Gefahr und Tag um Tag wurde sie mehr zu einer Gejagten in ihrem nicht mehr vorhandenem Reich.

    Doch Ojami verweilte nicht mehr alleine in ihrem Schicksal. Sie trug zudem die Verantwortung für einen weiteren Menschen, der ohne ihre Fürsorge vielleicht zum Sterben verurteilt war. Sie sah es als eine weitere Prüfung und tat all ihr Mögliches, um den gebrochenen Knöchel des Mannes zu heilen.

    Sie verstand, obwohl sie unterschiedliche Sprachen sprachen den Wunsch des Mannes, gemeinsam weiter zu ziehen und sie wußte um das verfluchte Gold, welches sich in dem Beutel des Mannes befand.
    Und obwohl das Metall ihrer Erfahrung nach Schlechtes hervor brachte und Schlechtes heimsuchte, gab sie dem Kerl ihre helfende Hand, die ihn nicht nur stützte, sondern im auch Tag für Tag einen neuen Verband anlegte.
    Sie wandelte mit ihm, weil es ihr alleine, an dem bisherigen Ort nicht mehr möglich war zu leben. Weil die Echsenmenschen nicht nur gefährlich waren, sondern ihr auch die Nahrung nahmen.
    Sie folgte dem Mann, spürend, von Stunde zu Stunde mehr spürend, das sie sich reinsten Leben näherte und je ehrfürchtiger sie wurde, umso mehr stieg in ihr auch der Zwang, sich ihrem Herrn hinzugeben.
    Sie spürte ihre Zeit gekommen, in der sie die Stufe in ein neues Daseins erklomm und sie nahm wahr, wie ihr Leib sich veränderte.
    Tooshoo konnte nicht mehr in weiter Ferne sein.

  6. Visit Homepage View Forum Posts #26
    Ritter Jun's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Jun is offline

    Stewark - Renwicks Thronsaal

    "DAS....DAS IST UNGEHEUERLICH! WIE KÖNNT IHR ES WAGEN!", polterte der Bruder des Barons, nachdem Lord Albrecht die Anklage des Ordens verlesen hatte.
    Der Baron selbst schien gefasst. Als hätte er damit schon gerechnet.
    "Wir können es, denn wir setzen Innos' Recht um.", sprach Jun im ernsten Ton und in voller Montur.
    "Innos' Recht!? Ihr habt Stewark eingenommen und wollt meinen Bruder und unsere Familie absetzen! Dazu seid ihr hier!", fluchte der Bruder des Barons.
    "Die Gnade des Myrtanischen Ordens ist groß genug, um euch allesamt unter Arrest zu stellen, statt wie die anderen Involvierten hinzurichten. Die Beweise sind aber da! Euer Bruder hat den Kultistenzirkel in Stewark von Anfang an unterstützt und ließ es zu, das treue Untertanen von ihnen auf grausame Weise geopfert wurden. Die gesicherten Dokumente sprechen keine andere Sprache. Die Aussage von Lord Jun und Ordensbruder Aaron über die Worte des Kultistenmeisters und sein Teilgeständnis in der gestrigen Nacht belasten Renwick enorm. Ob ihr und der Rest eurer Sippe es auch waren, werden wir noch prüfen! Akzeptiert die Wahrheit, Hertan.", entgegnete Albrecht in besonnenem Ton. Das Teilgeständnis des Kultistenmeisters in der letzten Nacht, hatte auch die myrtanischen Paladine überzeugt und dem Kulttistenmeister einen schnelleren, gnädigeren Tod gewährt als das Rädern.
    "Wahrheit!? Ich werde euch...", wollte Hertan wieder lospoltern, doch wurde er unterbrochen, als sich Renwick erhob.
    "Hertan! Schweig endlich... - ...die Wahrheit ist, das wir unter Arrest stehen und man mich anklagt diese Kultisten gefördert und geduldet zu haben. Helf ihnen nicht noch unser Geschlecht auszulöschen, indem du das Schwert ziehst. - Mir bleibt keine Wahl, als auf das Urteil eurer Instanzen zu warten.", sprach Renwick dann selbst und übergab Albrecht sein Schwert. Jun wusste nicht was im Baron vorging, seine Augen waren nicht einfach zu lesen. Hatte er Furcht, sah er seinen Tod kommen oder spielte er nur etwas vor?
    Auf die Aufforderung des Barons hin, übergab auch seine Leibgarde und Hertan ihre Waffen.

    "Damit steht ihr nun offiziell unter Arrest, Baron. Euch und den euren wird eine angemessen Behandlung gewährt, bis ein Urteil gefällt wird. Der Myrtanische Orden übernimmt fortan bis zum Urteil die Führung über Stewark. Möge Innos bei euch sein.", sprach Albrecht aus, bevor eingeteilte Truppen den Baron und seine Familie in ihre Gemächer führten und der Thronsaal, sowie das restliche Anwesen des Barons, entsprechend von myrtanischen Truppen übernommen wurde.

    "Er wirkte gefasst und schuldig.", meinte Oric.
    "Trotzdem eines Barons unwürdig. Was ist das für ein Mann, der es duldet, dass seine Untertanen abgeschlachtet werden? Wenn jene die dazu geboren und bestimmt sind in Innos' heiliger Ordnung anzuführen, so tief fallen - dann ist Beliar mehr denn je präsent und bringt Chaos in unsere Welt. Bringen wir Stewark die Ordnung zurück die es verdient.", entgegnete Jun.

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    Schwertmeister Redlef's Avatar
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    Mar 2013
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Redlef is offline
    Und wieder drehte Redlef sich um, hob die Arme und ließ sich begutachten wie ein Stück Schlachtfleisch.
    „Diese Narben da auf dem Rücken, sind aber nicht in der Urkunde eingezeichnet, Herr Cast“, sprach der junge Paladin in leierndem Ton. Der Mann hielt seine Reichsbürgerurkunde in den Händen und versuchte herauszufinden, ob Redlef ein ganz gewiefter Kultistenanhänger war oder einfach nur der Kerkermeister, so wie es dort stand. Neben ihm befand sich ein Schreiber und auch ein Wachmann, der ohne Zweifel handgreiflich werden würde, wenn Redlef etwas Dummes versuchen wollte.
    „Natürlich stehen diese Narben da auf meinem Rücken noch nicht in der Urkunde, die sind ja auch frisch!“, erwiderte Redlef. Diese Prozedur war mehr als erniedrigend. Seit einer Stunde fragen sie ihn nun schon aus. Nur knapp war er der peinlichen Befragung entgangen, als endlich jemand seine Urkunde vorbei gebracht hatte. Dafür testeten diese Männer sie nun auf Herz und Nieren. Redlef versuchte so kooperativ wie möglich zu sein, denn andernfalls würde er sich recht schnell auf einen massiven Holzstuhl gebunden wiederfinden. Darauf hatte er wenig Lust, nicht noch einmal.
    Der Wächter berührte die Narben und untersuchte sie unsanft. „Er hat recht, diese Schnittes sind frisch“, war sein Urteil. Redlef verzog das Gesicht. Die Verletzungen, die Noxus ihm zugefügt hatte, brannten. Wahrscheinlich hatten sie sich entzündet.
    „Und woher stammen sie?“, der Paladin klang gelangweilt.
    „Ich wurde überwältigt, und mein Peiniger hat sie mir zugefügt…“, Redlefs Stimme war leise geworden. Ein bitterer Geschmack lag in seinem Mund. Der Geschmack der Niederlage. Was für eine Schande, dass er Noxus dazu die Möglichkeit gegeben hatte.
    „Da steht… No… Noxus!? Ist Euch bewusst, dass dieser Mann wegen vielerlei Vergehen gesucht wird? Unter anderem weil er ein Schwarzmagier ist?“
    „WAS?“ Schon nach der ersten Frage war Redlef herumgewirbelt. Verzweifelt versuchte er auf seinen Rücken zu blicken, doch es gelang ihm nicht. Nach dem Schock kam die Verzweiflung. Sein Kinn sank auf die Brust hinab und er schloss die Augen. Es hatte keinen Sinn mehr. Auch wenn er sich fast schon wünschte vielleicht sattdessen doch lieber auf dem Stuhl zu landen, so sollte dieser Paladin die Wahrheit erfahren. Redlefs gebrochener Stolz war dabei wohl sehr egal.
    „Ja, ich weiß, dass dieser Verbrecher gesucht wird. Ich kenne auch alle seine Vergehen. Immerhin habe ich sie als sein Kerkermeister selbst niedergeschrieben. Ihm werden diverse Morde vorgeworfen, unter anderem das Vergehen, an einer Novizin des Tempels in den heiligen Hallen, dazu den grausamen Tod des alten Fischers Peer und das heimtückische Ausbluten lassen eines Mithäftlings…“ Nun schwieg er, es war besser so.
    Doch der Paladin ließ nicht locker. „Dieser Mord im Kerker, der ist unter Eurer Aufsicht geschehen?“
    Redlef sank noch ein wenig in sich zusammen, trotz der Wut die in ihm aufflammte, als er daran dachte, dass ihm seine Hochehrwürden Lopadas verboten hatte, bei diesem Gefangenen hart durchzugreifen. „Ja, das ist richtig. Ich hatte Befehl diesen Mann nicht in die Sicherheitsverwahrung zu nehmen.“
    „Und weiter?“
    „Er verschwand mit dem Tempelvorsteher Lopadas und entkam. Auf dem Rückweg zur Hauptstadt lief er mir dann mit einer weiblichen Geisel, wie ich dachte, über den Weg. Meine Männer und ich konnten ihn überwältigen und festnehmen. Die Geisel befreiten wir. Doch bei einem Überfall durch Echsenwesen stellte sich heraus, dass auch das Mädchen eine Schwarzmagierin war. Da meine Männer und ichvöllig eingebunden durch die Angreifer waren, schaffte sie es mich zu überwältigen und mit dem Karren und dem Gefangenen darin zu fliehen. Daraufhin war ich der Gefangene des verfluchten Schwarzmagiers und so kamen dann auch diese Narben zustande. Er hat seinen Namen in meinen Rücken geritzt…“ Mochte ihn doch endlich Innos‘ flammender Blitz treffen. Diese Geschichte immer und immer wieder wiederholen zu müssen, war weit mehr Folter, als tatsächlich die Hand auf das Nietenbrett gedrückt zu bekommen.
    „Das heißt, Ihr habt ihn wieder entkommen lassen?“ Im Hintergrund konnte Redelf das Kratzen der Feder hören. Es war ein scheußliches Geräusch bedachte man, was dort gerade niedergeschrieben wurde. „Er überwältigte mich mit Hilfe des Mädchens. Sie wollten mich dafür benutzen, ungesehen nach Thorniara hinein zu kommen. Wahrscheinlich sind sie dort schon. Doch ich floh…“
    „…um dann hier in Stewark zu landen, ausgerechnet dann, wenn gerade ein schwarzmagischer Kultistenorden dabei ist, die Macht an sich zu reißen? Eigenartig, findet Ihr nicht auch?“ Der Ton des Paladins gefiel Red überhaupt nicht und ließ böses vermuten.
    „Ich wollt mich mit diesen Schwarzmagiern in Verbindung bringen? Niemals! Ich bin Innos‘ Mann. Stets bestrebt in seinem Sinne zu handeln! Ihr könnt mir einen Zusammenhang zu diesen Kultisten nicht anhängen!“ Entsetzt sah Redlef seinen Gegenüber an. Diese Befragung lief auf einen bestimmten Punkt zu, und nun, da es soweit war, wünschte ihn sich Redlef nicht mehr so sehnlich herbei. „Ich sage die Wahrheit! Bei Innos, ich schwöre es!“
    „Nur Lippenbekenntnisse. Ich könnt Euch ja gar nicht vorstellen, was ich mir hier die letzten Tage schon alles anhören durfte. Ich denke, dass diese Befragung heute zu nichts mehr führt. Wir müssen sichergehen ob Ihr wirklich die Wahrheit sagt. Das mögt ihr vielleicht sogar glauben, doch Niemand weiß, welchen Fluch oder Zauber oder gar Dämon Euch dieser Schwarzmagier Noxus eingepflanzt haben könnte. Wer weiß mit welchen Auftrag Ihr wirklich hier seid, vor allem, wo Eure Geschichte auch an so vielen Stellen sehr fadenscheinig wirkt.“
    „Herr ich…“ Doch weiter kam Redlef nicht.
    Der Paladin wandte sich an die Wache. „Bringt ihn zurück in die Zelle. Ich bin hier fertig für heute.“

    Alle weitern Proteste vergingen ungehört. Redlef hatte gerade noch genug Zeit sich wieder sein Hemd überzuziehen, dann wurde er auch schon in die Zelle zurückgebracht. Fieberhaft überlegte er auf dem Weg durch den durch Fackeln erleuchteten Kerkergang, wen er noch kannte, der sich für ihn verbürgen würde. Die einzige Person aus dem Orden die er namentlich zu benennen wusste, war Aaron, sein Schwertkampflehrer. Doch Aaron war nicht unbedingt der Typ, der für einen die Hand ins Feuer legte. Und selbst wenn… Auch Aaron konnte nicht beweisen, dass er nicht vor irgendetwas besessen war. Doch bei Innos: Einen Versuch war es wert.
    „Aaron, Ihr kennt doch sicherlich Aaron… vom Orden!“, rief Red während sie ihn schon durch die Tür der Zelle schoben. „Er kennt mich und kann alles erklären!“ Der Wachmann scherte sich ein bisschen darum, was Red im mitzuteilen versuchte. Krachend fiel hinter ihm die Tür ins Schloss und es war dunkel.

  8. View Forum Posts #28
    Veteran Aaron's Avatar
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    Aaron is offline
    Immer wieder lies er seine linke Hand auf und zu gehen. Gedanken versunken starrte er auf seine Gliedmaße. Es fühlte sich merkwürdig an. Der Schmerz der Wunde war nicht anders als bei anderen und sie war versorgt worden, doch das Gefühl das rund herum entstand war merkwürdig anders. Es schien so, als würde der Arm sehr langsam taub. Erst war es nur die direkte Umgebung der Wunde gewesen, nun erreichte es die Hand und zog sich langsam den Arm Richtung Schulter nach oben.

    "... ihr habt doch selbst zugegeben, dass Ihr ihn kanntet."
    Die Verhöre zogen sich hin. Aaron führte sie nicht. Natürlich tat er das nicht. Man hätte Reden müssen und schlimmer noch: immer die selben dreckigen Fragen. Wie sie ihn schon vom zuhören langweilten. Dieses Spiel aus Frage und Antwort, diese verwobenen Spielregeln der Gewandtheit. Jedes Zucken, jede Stimmveränderung konnte was bedeuten - oder eben nicht. Aaron ließ lieber das Schwert sprechen. Machte man einen Fehler, merkte man das recht deutlich und machte man alles richtig, tja, dann fiel der Gegner eben um. Das beste daran war, dass der danach dann nicht mehr quatschen konnte - im günstigsten Fall.
    "Natürlich kannte ich ihn. Jeder hier kannte ihn. Das heißt doch aber noch nicht, dass ich etwas von seinen Machenschaften ahnte. Ich versichere euch..."

    Bla, bla, bla... Ich bin unschuldig! Beim Grab meiner Mutter, Oma, deren Mutter und der Unschuld meines totgeborenen Kindes! Mit sowas Grausamen hab ich nichts zu schaffen! Von nichts hab ich nie gar nichts niemals gewusst! Ich dachte immer die Blutspuren wären Kinderstreiche! Was sie nicht schon alles zu hören bekommen hatten.
    "Ihr seid der Wirt. Wenn jemand etwas weiß, dann doch Ihr. Jedes verdammte Gerücht landet beim Wirt."
    Da musste Aaron seinem Kollegen in Gedanken sogar einmal zustimmen. Diese Erfahrung hatte er in seinem früheren Leben auch gemacht.
    "Sicher erfahre ich viel, aber doch nur, weil die Leute im Suff gerne reden und von denen, die Ihr genannt habt hat nie einer viel getrunken, wenn sie hier waren."
    "So? Was haben sie denn sonst gemacht, wenn sie hier..."

    Blub, bla, brabbel...
    Aaron schloss seine Hand wieder. Wo er doch nun schon eine Weile dabei war das Taubheitsgefühl zu beobachten, hatte er noch gar nicht bemerkt, dass unter seinen Fingernägeln noch Dreck und sogar Blutreste hartnäckig zurück geblieben waren aus dem Kampf an der Seite Juns. Der Ordensritter zog aus einer Schnalle an seiner Rüstung ein Messer und begann damit den Schmutz mit der Spitze zu entfernen. Aus den Augenwinkeln bemerkte er, dass die Tochter des Wirts angeekelt zu ihm herüber sah. Als Aaron den Blick hob widmete sie sich wieder ihrem Abwasch.
    "Sir Aaron, was denkt Ihr? Soll'n wir ihn mitnehmen?"
    Als er seinen Namen hörte blickte er auf. An dieses 'Sir' davor wollte er sich aber nicht so recht gewöhnen. Sein Kollege war verzweifelt. Das sah Aaron nicht an seinem Gesicht, nein, das war das Gesicht eines Bürokraten wie eh und je. Der Punkt an dem Aaron bemerkte, dass sein Gegenüber nicht weiter wusste war der, dass er ihn nach seiner Meinung fragte. Das war in den ganzen Verhören erst ein paar mal vorgekommen - vor allem zu Beginn. Wurde dann immer seltener. Der Grund für die Verlegenheit war klar. Es gab keinen echten Grund den Wirt als verdächtig einzustufen aber der Soldat wollte wohl nicht hinnehmen, dass der Wirt keine Ahnung gehabt hatte. Vermutlich zerstörte das sonst sein Weltbild.
    Aaron reagierte so, wie schon alle vorherigen Male. Er zuckte mit den Schultern und gab ein nichtssagendes "Mh!" von sich. Es war kein überlegendes 'Mh'... auch kein zustimmendes oder ablehnendes. Es war nur das Zeichen einer Reaktion ohne echten Inhalt.

    Der Wirt schaute hin und her zwischen den beiden ungebetenen Gästen. Der verhörende Soldat entschied sich für eine andere Taktik.
    "Vielleicht weiß Eure Tochter mehr."
    "Meine Tochter? Ach hört auf, meine Tochter ist..."

    Das war der Punkt an dem seine Fingernägel für Aaron wieder interessanter wurden als das Gespräch.
    Nebenbei plätscherte das Verhör nun mit der Tochter vor sich hin. Sie schien recht ruhig zu sein und wirkte auch nicht wie ein dummes Gör. Was sie genau sagte interessierte Aaron genauso wenig wie bei allen anderen. Worte waren hohle Hülsen. Doch während sie sprach horchte der Ordensstreiter auf. Die Art wie sie redete war merkwürdig. Es war nicht ihre Stimme, die bewegte sich völlig normal, aber irgendetwas daran stimmte nicht.
    Der Soldat war in seiner üblichen Reihenfolge gerade bei der Frage des Aufenthalts in besagter Nacht angekommen. Die Antwort kam schnell und klar.
    "Im Bett."
    Wieder waren es nicht die Worte die Aaron stutzig machten sondern es wirkte so gespielt, so gelernt. Sie sagte es, als hätte sie die Frage erwartet und sich schon lange überlegt, was sie sagen wollte.

    "Wo ist dein Bett?"
    Überrascht drehte sich der Soldat um als Aaron das Wort ergriff.
    "Oben... in einer kleinen Stube."
    Diesmal dauerte es einen Augenblick länger, dass sie antwortete und ihre Stimme klang nicht so fest.
    Aaron nickte und nahm das übergeschlagene Bein runter um sich aus seiner halb auf einem Tisch sitzenden Position aufzurichten. Ohne weiter zu fragen lief er in Richtung der gedeuteten Treppe.
    "Er... wird sich das Zimmer nur mal ansehen." Die Irritation war seinem Kollegen deutlich anzumerken.
    "Aber... warum?"
    "Reine Routine."

    Aaron stapfte die Treppe nach oben. Als er die Tür öffnete schlug ihm der Geruch von feuchtem Stein entgegen, aber es schwang auch etwas anderes mit. Das Bett war ordentlich gemacht, auf dem Nachttisch lag ein geschlossenes Buch mit den Zeichen der drei Götter darauf. Der Ritter ging zum einzigen Schrank und machte ihn auf. Ordentlich aufgereiht hingen da die Kleider die sich für den Ausschank gut eigneten neben Festkleidern und Jacken. Darunter auch ein dunkler Mantel. Nichts besonderes. Aaron nahm ihn heraus. Selbst in einem Raum mit tausenden blühenden Blumen hätte er diesen Geruch erkannt. Sie war in dem Gruft gewesen. Kein Zweifel.

    Mit dem Mantel in der Hand stapfte er wieder die Treppe runter.
    "Nimm sie mit... und hier. Das Beweismaterial."
    "Aber... nungut. Ihr seid verhaftet..."
    Es folgte wieder das ganz normale Alltagsgeschäft. Der Wirt erhob Einspruch aber wagte nicht dagegen vorzugehen. Seine Tochter nahm es offensichtlich schockiert aber stumm hin.

    Draußen auf der Straße blickte der Soldat immer wieder zu Aaron hinüber. Er kannte das Spiel schon. Das machte der immer dann, wenn ihm irgendwas auf den Lippen lag. Aaron hätte ihn erlösen können, aber er wartete bis die Frage von selbst kam.
    "Woher? Ich meine..."
    Zur Antwort tippte sich Aaron auf die Nase.
    "Wurde von Wölfen aufgezogen."
    Das verschlug seinem Gegenüber nun vollständig die Sprache und Aaron war mit einem Mal wieder sämtliche dämliche Fragen los.

    Sehr zu seinem Missfallen hielt dies nicht lange an. Es fand sich bald ein anderer, der es versuchte. Mit ihrer Gefangenen waren sie im derzeit ziemlich überfüllten Kerker angekommen. Einer der Wächter sah ihn an und schien zu überlegen.
    "Seid Ihr Sir Aaron?"
    Schon wieder diese merkwürdige Titel.
    "Der, der mit Lord Jun den Zirkel ent..."
    Aaron nickte ehe der Wächter die ganze Geschichte aufrollte.
    "Ein Gefangener, der auf Verdacht zur Beihilfe einsitzt nannte Euren Namen. Er meinte er kennt Euch."
    Der schweigsame zog die buschigen Augenbrauen zusammen. Er konnte nur für den anderen hoffen, dass es nicht irgend ein 'Alter Freund' aus vergangenen Zeiten in den Gassen Thorniaras war.
    "Wenn Ihr wollt, führe ich Euch zu ihm."

    Die Gänge waren erfüllt von dem Gemurmel und Seufzen der vielen Insassen. Die meisten starrten ihnen nach. Andere schliefen oder schauten einfach auf den Boden.
    "Das ist er."
    Aaron starrte auf den Mann hinunter, der hinter den Gittern im Dreck lag. Er erkannte ihn gleich, obwohl er übel zerschunden war. Dreckig, zerzaust, ausgemergelt und... gebrochen. Redlef schlief und der Ordensritter hatte nicht vor ihn zu wecken.
    "Kennt Ihr ihn nun?"
    Der Wächter wurde ungeduldig. Vermutlich hatte er eigentlich Dienstschluss.
    "Ja. Wenn er aufwacht, lasst ihn frei. Und lasst ihn ein Bad nehmen. Nicht, dass er gleich wieder eingesperrt wird, weil er aussieht wie ein Tagedieb."
    Es war kein Mitleid, dass Aaron hatte. Er war sich nur sicher, dass Redlef nichts mit den Schwarzmagiern zu schaffen hatte. Dazu war er zu stolz auf seine Vergangenheit. Hinter Aaron hämmerte wieder einer gegen seine Gitter und der Kerkermeister regte sich, schlief aber weiter. Der Ordensstreiter wandte sich wieder dem Ausgang zu. Es wurde Zeit zu schlafen. Zu viele Verhöre für diesen Tag.

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    Sir Vincent hatte nicht übertrieben, in Stewark herrschte tatsächlich ein Ausnahmezustand. Sie waren durch das Tor marschiert und waren angeführt durch ihre Vorgesetzten in die Kaserne eingezogen. Die Menschen auf den Straßen hatten sie meist grimmig, aber auch viele tief besorgt gemustert. Einige waren bei dem Geräusch, dass die Tore beim Öffnen verursachten, aus ihren Häusern gerannt um zu schauen, was dort vor sich ging, doch dann waren sie enttäuscht wieder abgezogen. Noch mehr königliche Soldaten, hatten sie sich wohl gedacht.

    Avik nahm all diese Stimmung auf und es stimmte ihn nachdenklich. Was war hier wohl geschehen? Was taten sie hier? War der Lord Baron von Stewark nicht ihr Alliierter, oder gar eingegliedert in das Myrtansche Imperium?

    "Die Befragungen führen unsere verehrten Herr Paladine und Ritter durch, ihr seid hier um die Stadtwache unter Arrest zu halten und die Befehle der Obrigkeit auch durchzusetzen. Bis auf weiteres ist es jedem Stadtwächter verboten eine Waffe zu tragen und auch seinen Arrest in Frage zu stellen ist untersagt. Sie stehen unter unsrer Bewachung, also lasst euch nicht auf der Nase herumtanzen und seid gewarnt, die Stadtwache ist in einige Dinge, die hier vor sich gegangen sind involviert und wurde augenscheinlich untergraben. Vertraut niemanden, außer euren Ordensbrüdern", so in etwa hatte die Einweisung des Ritters Sir Vincent ausgesehen, der für sie zuständig war und seit dem führten sie seine Befehle aus um die Burg zu sichern. In der Mitte der Kaserne waren die Stadtwächter im Innenhof zusammen getrieben wurden und nur ab und an wurde einer zur Befragung mitgenommen, sonst hatten sie sich still zu verhalten und nicht aufmüpfig zu werden. Aviks Kameraden schoben Wache, teilten Essensrationen aus, marschierten durch die Burg und übten sich in ihrer Freizeit weiter im Schwertkampf. Da der Innenhof versperrt war, beließ es Sir Vincent bei Einzelausbildungen und nach und nach führte er mit ihnen allen intensive Gespräche und zeigte ihnen einige interessante Tricks an der Waffe. Avik war Feuer und Flamme und freute sich auf das Gespräch mit seinem Vorgesetzten.

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    Schwertmeister Redlef's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Und stand er da also, seine wenigen Habe in ein dreckiges Tuch gewickelt, vor den Toren der Kaserne zu Stewark. Man hatte ihn einfach vor die Tür gesetzt ohne eine weitere Erklärung. So ganz verstand Redlef das Vorgehen dieser Leute nicht, doch er wollte sich hüten, sie noch einmal darauf anzusprechen oder nachzuhaken. Wer wusste denn schon ob es sich hierbei nicht vielleicht einfach nur um einen Fehler handelte. Bevor es sich irgendein Obrist anders überlegen konnte, marschierte der Kerkermeister auch schon auf die Hauptstraße der kleinen Stadt zu. Sie würde ihn direkt zu den Stadttoren bringen, die sich dann hoffentlich bald hinter ihn schießen würden.
    Während er so über die Straße spazierte betrachtete er das Schreiben, dass sie ihm mit seiner erweiterten Urkunde ausgehändigt hatten. In knappen Worten stand dort, dass er die Stadt verlassen durfte. Ein Ordenssiegel verlieh dem ganzen Gewicht. Was das alles nur Glück, oder hatte Innos seine innigen Gebete erhört?

    Redlefs Gedanken kreisten noch um die Großartigkeit Innos‘, als ihm plötzlich eine bekannte Stimme auffiel. Sie war weiblich und schimpfte. Doch ihr fehlte die sonst so gewohnte Schärfe und Anklange. Vielmehr klang sie müde. Es war Melissa, die gerade mit dem Wirt stritt.
    „Bei Innos! Ihr lebt?“, platzte Redlef in das Gespräch. Er wollte seinen Augen gar nicht glauben. Zwar war die junge Frau übersäht mit Kratzern, Schrammen und altem Blut, sah abgekämpft und müde aus, doch ansonsten völlig lebendig. So fassungslos, wie er sie anstarrte, so fassungslos starrte auch sie ihn an. „Weibel? Ich dachte, die Echsen… der Karren? Wir hielten Euch für tot.“
    „Und Euch lasse ich auch nicht mehr rein!“, brüllte der Wirt dazwischen! „Ihr seid doch einer von denen! Diese verfluchten Paladine sind wiedergekommen und haben meine Tochter mitgenommen! Was habt ihr ihnen erzählt?“, heulte der Mann auf und stürzte sich auf Redlef. Dem gelang es kaum den Angriff abzuwehren und nur mit Melissas Hilfe schafften sie es ihn an die Wand seines eigenen Gasthauses zu pressen. Dort tobte und schrie er weiter, bis Melissa ihm ihre behandschuhte Hand vor den Mund hielt. Während sie noch mit dem aufgebrachten Vater rang sah sie zur Redlef hinüber. „Ich freue mich tatsächlich Euch wiederzusehen. Doch dafür ist jetzt keine Zeit. Nachdem diese Drachlinge Hinnerk erschlagen hatten, nahmen sie uns in die Mangel. Wir konnten uns verteidigen, doch Rupert hat einen tiefen Schlag abbekommen. Er fiebert stark und ihm geht es sehr schlecht. Ich habe versucht hier Medizin zu bekommen, doch irgendwie ist der Laden des ortsansässigen Alchemisten Geschlossen worden und somit unsere Hoffnung auf schnelle Hilfe dahin. Ich denke Rupert bleibt nicht mehr lange. Ich denke auch, dass er eine Reise nach Thorniara nicht mehr schaffen würde…“
    Redlef verstand und nickte. „Hier kann ich ihm auch nicht helfen. Doch draußen im Wald und auf den Wiesen lässt sich vielleicht etwas finden, was ihn bis zu Hauptstadt durchhalten lässt. Alles was wir noch brauchen ist eine Schubkarre. Im Hinterhof habe ich eine gesehen…“ Redlef wandte sich an den Gastwirt. „Die nehmen wir mit, dafür vergesse ich, dass Ihr ein Mitglied der Stadtwache angegriffen habt! Verstanden?“ Von ihm kam nur ein unterdrückter Laut aus dem Handschuh zurück.
    „Gut und jetzt verschwindet“, befahl Redlef harsch. Melissa ließ den Wirt frei, der mit einem giftsprühenden Blick im Haus verschwand.

    Der Rest war schnell organisiert. Reldef holte die Karre und Melissa führte ihn zu Rupert, der so gut es ging von Josh gepflegt wurde. Dem alten Mann ging es wirklich schlecht. Redlef war sich nicht sicher, ob nicht schon jede Hilfe zu spät kam. Vorsichtig verluden sie den Verletzten auf die gerade Ladefläche der Schubkarre. Nur seine Füße passten nicht mehr mit drauf und baumelten bei jeder Bewegung hin und her.
    Während sie zusammen die Stadt verließen, lies sich Redlef aufklären, wie es den Dreien ergangen war. Innos schien wahrlich seine schützende Hand über sie gehalten zu haben. Hochgradig verwundert war Redlef darüber, dass nicht einmal die Orks sie angegriffen hatten. Nur für diese Echsen hatten sie sich interessiert und diese dann auch zerlegt und mitgenommen. Sollten Orks und Menschen tatsächlich so etwas wie einen gemeinsamen Feind haben?
    Energisch schüttelte Redlef den Kopf. Die Menschen hatten nun lediglich einen zusätzlichen Feind bekommen!

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    "Avik, richtig?".

    "Ja, Herr, Ordenbruder Avik, zu ihren Diensten", antwortete der braunhaarige Ordensbruder und lächelte höflich. Sein Leben war eine Berg und Talfahrt gewesen, schon immer. Er hatte seinen Vater bei den Kämpfen des Orkkrieges verloren und musste mit seinem Bruder aus Kap Dun fliehen, als Rhobar seine Offensive gestartet hatte. Er hatte seinen Bruder in Varant verloren und hatte als Gefangener im Norden geschuftet, ehe er sich befreien hatte können. Wieder war er nach Varant gezogen um seinen Bruder wiederzufinden. Leider vergebens. Er hatte sich den Clankriegern angeschlossen, die in Al Shedim die Verteidigung übernommen hatte und hatte das Kämpfen gelernt, war nach Argaan gekommen und dort hatte es ihn nun schließlich auf die andere Seite gezogen. Er war dem Sumpfkraut verfallen und hatte einen Selbsthass auf sich entwickelt, den er nur mit Mühe und Not hatte wieder entfliehen können. Er hatte sich Innos zugewandt und hatte im Glauben Trost gefunden und schließlich als Stadtwächer von Thorniara endlich seinen Frieden mit sich geschlossen. Er hatte Freunde gefunden und hatte für seine Sache gekämpft, war nach Myrtana kommandiert worden und hatte sogar geheiratet. Die Beförderung zum Ordensbruder erfüllte ihn seither mit Stolz. Er vermisste seinen Sohn und seine Frau, die er in der Ordenshochburg Gotha zurückgelassen hatte. Er vermisste sie und hatte sogar kurze Zeit daran gezweifelt, ob seine Familie nicht wichtiger war, als seine Berufung zum Ordensstreiter. Mittlerweile hatte er sich jedoch daran gewöhnt und hatte gelernt den Schmerz zu verdauen. Er war nun in der Lehre von Sir Vincent um den Schwertkampf zu erlernen. Er würde in den kommenden Wochen zu einem wahrlichen Streiter Innos` ausgebildet werden und er war Feuer und Flamme. Angst hatte er nur vor dem nächsten Tief, welches sein Leben vermutlich erschüttern würde...

    "Gut so, Avik, nun gut, du hast bestimmt mitbekommen, dass ich versuche mit euch allen ein Privatgespräch zu führen?", wollte der Ritter wissen.

    "Ja, Herr", bejahte der eifrige Ordensbruder.

    "Gut. Du bist mir bisher nie negativ aufgefallen, wo hast du das Kämpfen gelernt? Sicher hier bei der Stadtwache, richtig?"

    "Nein, Herr, ich habe es einst von einem Söldner in Varant erlernt, lange her, noch bevor unser König die Wüste für sich beansprucht hat", begann Avik, wurde aber just unterbrochen.

    "Unser verehrter König hat Varant je her als sein rechtmäßigen Besitz angesehen. Varant hat keine legitime Eigenständigkeit, das hatte sie noch nie".

    "Ja, Herr, ich wollte nicht den Anspruch des Königs untergraben".

    "Gewiss, fahre fort".

    "Ich lernte den Kampf mit dem einhändigen Schwert wie gesagt in Varant außerhalb der myrtanischen Armee. Ich kam hier in Thorniara zu Stadtwache und während der Kämpfe um die Silberseeburg habe ich von Sir Ulrich, Paladin des Königs, weitere Einweisungen bekommen, ehe ich als Ordensbruder in Gotha intensiv mit dem Schwertkampf als Einhandwaffe zu tun bekam", beendete Avik seine Erzählung.

    "Schaut an, Sir Ulrich, allerhand. Nun gut, Avik, und warum glaubst du, dass du würdig bist den Schwertkampf zu erlernen?"

    "Ich bin Ordensbruder. Ich fühle mich befähigt meinen Vorgesetzten zu gehorchen und ihre Befehle auszuführen, ich fühle mich im Stande den Kampf zu meinem Feind zu tragen und nach dem Willen Innos und des Ordens meiner Aufgabe gerecht zu werden", erläuterte der Braunhaarige.

    "Gut gesprochen", lobte Sir Vincent und Avik gönnte sich ein weiteres höfliches Lächeln, während er innerlich spürte, wie seine Anspannung langsam von ihm abfiel.

    "Und glaubst du, dass du bereit bist in einen Kampf zu gehen mit deiner neuen Waffe", hakte Vincent weiter nach.

    "Ähm... ich denke schon. Wir haben bereits viel gelernt, aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass im Kampf um Leben und Tod alles anders ist, als in der Übungsstunde in der Kaserne. Es wird sich zeigen, wie viel ich bereits verinnerlicht habe".

    "Soso", wurde knapp geantwortet und dann kurz geschwiegen.

    "Glaubst du an Innos, Avik?"

    "Sicher. Innos half mir aus einer schwierigen Phase meines Lebens zu kommen und hilft mir über die Trennung von meiner Familie hinweg zu sehen"

    "Und was gibst du ihm im Gegenzug?"

    "Mein Leben"

    "Und dem Orden?"

    "Der Orden ist meine Heimat, mein Rückhalt, ihm gebührt meine Loyalität und mein Eifer es weit zu bringen und viel zu leisten"

    "Und dem König?"

    "Ich freue mich darauf eines Tages den Eid an den König zu leisten und ihm so meine unmissverständliche und unbegrenzte Treue und meinen Gehorsam darzubieten".

    "Nun gut Avik, du hast mich überzeugt, dass wir in dir einen wahren Streiter Innos haben, der mit Tat und Kraft anpacken wird in den nächsten Wochen der Ausbildung. Wo leistest du deine Ordensaufgaben?"

    "In der Verwaltung, Herr".

    "Passt du denn dahin?"

    "Ich bin ein sehr ehrgeiziger Perfektionist, also ich denke schon..."

    "Nun gut. Abtreten".

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    Schwertmeisterin Freiya's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
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    Stewark

    "Ich glaube", sagte Freiya sehr langsam und vor sich hin starrend, "ich glaube, ich kenne diesen Jun."
    Im grauen Abendlicht sah sie, wie Sibylla sich zu ihr drehte. Auch Saltim fixierte sie mit seinen Augen.
    "Woher?", fragte der Spielmann.
    Freiya zuckte mit den Schultern.
    "Irgendwie aus meiner Vergangenheit. Wenn ich an sein Gesicht denke, dann sehe ich einige Bilder vor mir. Einmal, da war überall um uns herum Schnee. Ich saß auf einem dunklen Pferd, hinter mir saß noch jemand. Da war dieser Jun auch. Und dann einmal ganz woanders, ich weiß nicht genau, wo."
    Nachdenklich legte Freiya die Fingerspitzen an die Lippen.
    Sie saßen an einem Feuer in einem Hinterhof an der Stadtmauer. Die Mauern schützten sie vor dem Wind, der vom Meer her hineinwehte. Doch waren kleine Löcher zwischen den Steinen und sie konnten die graue, aufgepeitsche See sehen.
    Frerel und Jurmell saßen zwischen Sibylla und Saltim, also Freiya gegenüber. Sie waren seit Wochen schon in Stewark und verdienten sich ihre Brötchen mit Tanzeinlagen, Geschichten erzählen oder Gesangsstücken. Was Freiya dabei nicht wusste, war, dass ein nicht geringer Anteil der Einnahmen der Spielleute unfreiwillig von den Bürgern gemacht wurde. Während die Rothaarige, Saltim und Sibylla etwas vorführten, erleichterten die Zwillinge nicht selten die Zuschauer um ihre kostbar erarbeiteten Münzen.

    Freiya selbst hatte sich einige Lieder angeeignet und gemeinsam mit Saltim einen Schwerttrick ausgedacht, bei dem es aussah, als würde sie ihm einen Finger abhacken. Auch das Tanzen klappe inzwischen gut, wenngleich ihre Fähigkeiten nie an die von Sibylla ranreichen würden.
    Die junge Frau bewunderte Sibylla dafür, wie sie es schaffte, dass die Blicke immer an ihr hängen blieben. Jeder wurde von ihrem Tanz in den Bann gezogen, selbst Saltim stand oft selbstgefällig daneben und schaute zu, wenn Sibylla tanzte. Aber auch er vermochte es, das Publikum mit seinen Tricks und Geschichten, mit seiner Stimme und seinem Gesang zu fesseln, dass sie die Welt um sich herum vergaßen. Freiya fiel auf, dass Saltim anders war, wenn er Zuschauer hatte. Seine Stimme wurde weicher und sie hatte das Gefühl, dass sein Blick sich öffnete. Sie fragte sich oft, wer der echte Saltim war: der hinter oder der auf der Bühne.
    Hinter der Bühne war er eher streng, manchmal aber auch fröhlich und ausgelassen. Wenn es aber darum ging, dass sie endlich nach Thorniara ziehen sollten, das schon lange wieder von der Pest befreit war, stellte er sich vollkommen taub. Er wollte nicht darüber reden und wieß sämtliche Versuche, darüber zu reden, ab. Freiya hatte fast das Gefühl, dass er nicht wollte, dass sie mehr über ihre Vergangenheit herausfand. Ob einzig und allein, dass sie eine gute Einnahmequelle für ihn war, daran Schuld trug, wagte sie zu bezweifeln. Es ging ihr nicht wirklich schlecht bei den Spielleuten. Aber ihre Erinnerungen kehrten davon auch nicht zurück.

    Seit dieser Jun jedoch aufgetaucht war, hatten sie sich etwas zurückgezogen. Bei all dem Gerede um ihn und seine Taten hier in der Stadt, hatten sie kein Glück, zu ihren Aufführungen viel Publikum heranzuholen. Außerdem hielt Saltim es für klüger, sich bei diesen Innoskriegern etwas zurückzuhalten und eher unauffällig zu bleiben.
    "Vielleicht solltest du mal zu ihm hingehen und mit ihm reden", schlug einer der Zwillinge vor.
    Freiya sah, wie Saltim sich sofort versteifte.
    "Das halte ich für keine gute Idee", schnappte er. "Wir sollten uns weiterhin im Hintergrund halten. Spielleute sind gerne mal das Ziel von aufgeblasenen Wichtigtuern. Wir könnten uns nicht wehren und das beste, was uns geschehen könnte, ist, dass man uns zus Stadt hinaus jagt."
    "Du malst wie immer gleich Beliar persönlich an die Wand", warf Sibylla ein. "jaja, ich weiß, du hast schon vieles erlebt udn darunter auch schlimme Sachen. Dennoch versteh ich nicht, warum Freiya es nicht mal versuchen sollte."
    Doch es war nun Freiya, die den Kopf schüttelte:
    "Nein, er hat Recht. Ich erinnere mich an diesen Jun. Es ist eine sehr unangenehme Erinnerung. Ich glaube nicht, dass er mir weiterhelfen kann."
    Freiya lehnte sich gegen die Wand und schloss die Augen. Das Pfeifen des Windes und das Knistern des Feuerholzes waren das einzige, was sie vernahm.

  13. View Forum Posts #33
    Schwertmeister Avik's Avatar
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    "Eure Waffen, eure Schwerter sind keine einfachen Werkzeuge, sie sind nicht wie Sägen, oder Hämmer, ihr erfüllt damit kein Handwerk, keinen Beruf, das habt ihr vielleicht als Stadtwächter einmal, doch als Ordensbruder führt ihr Innos Wille in euren Händen, ihr formt seine Macht und führt sein Wort, das Wort der Feuermagier und des Königs, in euren Händen führt euer Schwert die Ordnung des Feuers aus und schließt somit den Kreis. Ihr sägt kein Holz, oder hütet keine Schafe, wie ein Hirte mit seinem Stock, nein, ihr erfüllt den Willen Innos`, unseren höchsten Gottes! Euer Schwert ist nicht weniger, als die Erfüllung unser aller Schicksal und eure Hände nicht weniger als der Wegweiser in unsere Zukunft", Sir Vincent hatte bisher wenig über den Glauben, oder Innos verlauten lassen und war bisher eher der pragmatische Lehrmeister gewesen, der Ausdauer trainierte und Zweck und Sinn in seine Übungen und Lehrmethoden steckte, um so mehr erstaunte es die Lehrlinge nun, wie ihr Ritter über diese Lehre eigentlich dachte. Es war viel mehr, als nur ein weiteres Training, es war ein weiterer Schritt ein wirklicher Streiter Innos` zu werden. Es ging hier also wirklich um den Kampf gegen das Böse um das Fechten gegen Beliar.

    Plötzlich fühlte sich Avik mächtig wichtig und seine Brust schwellte sich vor Stolz, unverhohlen.

    "Also Männer, führt eure Aufgaben gewissenhaft aus, seit in Gedanken bei dem Hier und Jetzt, aber vergesst niemals euer Training, sollte etwas passieren, verhaltet euch wie Männer des Königs, wie wahre Ordensbrüder", es war spät und die Ordensbrüder waren eiligst zusammengetrieben worden um sich diese Rede ihres Befehlshaber anzuhören und diese klärte sie weniger auf, als dass sie sie noch verwirrter machte. Warum ermahnte Sir Vincent sie nun, gerade heute Abend? Gab es Ärger? Würden sie bald weitere Befehle erhalten? Der braunhaarige Ordensbruder wusste es nicht und auch Estepho und die anderen Ordensbrüder schauten fragend drein. Vincent jedoch schien es nicht zu kümmern. Er nickte zum Abschied in die Runde und gab dem Befehl zum Abtreten und zur Nachtruhe.

    "Irgendwie habe ich das dumpfe Gefühl, dass morgen Früh irgendetwas passiert", murmelte ein rothaariger Kamerad und zustimmend brummte Estepho.

    Avik schwieg, nachdenklich und schaute dem Ritter, wie er in voller Montur aus der Kaserne in Stewark schritt, hinterher.

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    Ritter Jun's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Jun is offline

    Stewark - Marktplatz

    Grauer Himmel lag über Stewark. Der Wind wehte stark vom Meer aus kommend und ließ die vielen Fahnen und Banner in Gänze erscheinen. Es war ein Tag, an dem etwas geschehen würde was Stewark und Argaan so schnell nicht vergessen würden. Am Marktplatz war schon alles aufgebaut und Menschenmengen aus der Stadt, als auch dem umland hatten sich eingefunden um den anstehenden Spektakel beizuwohnen. Sie wollten Zeugen der Gerechtigkeit Innos' sein. Sie wollten sehen, wie jene die ihre Freunde, Brüder, Schwestern und Mitbürger verschleppten und Beliar opferten, ihre gerechte Strafe bekämen.
    Jun blickte in diese Menge mit grimmigen Blick und verschränkten Armen. Seine beiden Ordensbrüder Giran und Taron von Eirrin, sowie er würden im Namen Innos richten. So wie es Paladinen bestimmt war Innos' Recht durchzusetzen.
    Die Paladine des myrtanischen Ordens hingegen wohnten der Sache nur bei und flankierten den unter Arrest stehenden Baron. Er sollte zusehen, was womöglich auch sein Schicksal werden würde und wenn nicht, dann sollte er keine Ruhe finden. Die vier Paladine des myrtanischen Ordens würden Stewark verwalten und führen, bis Hagen entschieden hätte und selbst bei gutem Ende für den Baron, würden wohl Paladine fortan präsent in Stewark bleiben.

    Eine Fanfare erklang vom höchsten Turm Stewarks. Das Zeichen das es nun begann. Von der Kaserne aus wurden die fast zwei Dutzend Beliaranbeter und Konspirateure dann zum Marktplatz geführt. Flankiert von einem großen Aufgebot Milizionäre und Ordensleuten hielten sie die Menge auf Abstand. Als dann das hölzerne Schaffott erreicht war und die Menge immer lauter wurde, bewegte sich Jun und hob beide Arme.
    Imposant wirkte er in voller Rüstung und seinem Umhang. Aber das taten auch Giran und Taron von Eirrin in gleicher Rüstung des ordens der aufgehenden Sonne.
    Die Menge wurde ruhiger und verstummte allmählich.

    "Bürger von Stewark! Heute ist der Tag gekommen, da euch Gerechtigkeit widerfährt!"
    - Die Menge jubelte und tobte.

    "Innos Gesetze machen keine Unterschiede zwischen Tätern und jenen die sie unterstützten. Heute sollen die im Namen Innos gerichtet werden, die da das Böse in eure Stadt brachten und sich an euren Brüdern, Schwestern und Mitbürgern in schändlicher, Beliar dienender Art vergingen. - Dunkel sind die Tage über Stewark gewesen, doch heute kehrt Innos' Feuer zu euch zurück! Heute endet dieses dunkle Kapitel und ein neuer Morgen wird beginnen. Rechtschaffenheit und Ordnung werden in das stolze Stewark einkehren, wenn die vielen Opfer der Kultisten gesühnt sind." - Abermals jubelte die Menge und wollte die Hinrichtungen jetzt haben.

    "Und ihr, die da gefallen seid und dem dunklen Gott dient... - möge Innos eurer Seelen gnädig sein, denn wir können es nicht mehr."

    Dann wurden die ersten Drei hinauf geführt und an den Richtblock geführt. Eine Trommel erklang und verstummte, als Jun das Zeichen gab.

    "Und Innos sprach: Lasset die Gerechten und Guten an mein Feuer kommen. Richtet jene, die da die Schatten anbeten!"

    Im nächsten Moment wurden den Verurteilten die Köpfe abgeschlagen und die Menge ließ en eindrücken und Emotionen freien Lauf.
    Blut floss das Schaffott hinab, während die Nächsten hinauf geführt wurden. Sie hatten verbundene Augen und waren gefesselt, doch ihre Körperhaltung verriet vieles über sie. Angst war dominant. Sie fürchteten sich, sie flehten um Gnade und schoren Beliar ab. Als die trommel verstummte und Jun einen weiteren Vers aufsagte, waren sie gerichtet. So wie es dann auch dem weiteren Dutzend wiederfuhr.
    Sie waren nicht alle Kultisten, die meisten waren viel mehr Menschen die sie unterstützt hatten. Bürger dieser Stadt aus allen Schichten. Es glich einer Reinigung mit vrgossenen Blut, das über Stewark einkehrte. Dann wurde der Anführer all dieses Urteils hinauf geführt. Die Menge tobte und verfluchte ihn. Der Alchemist hingegen blieb besonnen, erwartete wohl dass sein Herr ihn dankend zu sich nimmt.
    Dann wurde er auf die Knie gedrückt. Er begann dunkle Worte zu sprechen und zu lachen. Die Menge wurde etwas irritiert.
    Doch sein Ende war nah, als Jun hervortrat und sein Blick sehr viel darüber aussagte, was der Paladin nun tun würde.

    "Innos sprach: Ich bin dein Licht! Und siehst du nicht das Licht, so lerne das Feuer kennen!", übertönte er alle mit magieverzerrter Stimme und stieß seine Hand gegen den schwarzmagier. Innos' Macht durchflutete den Leib des dunklen Dieners und sein Lachen wurde zum Schreien. All das Böse in ihm wurde ausgetrieben und durch Innos' Macht im blauen Schein verbrannt, bevor der Schwarzmagier selbst im Schein loderte und dann leblos zu Boden sackte.
    Nach kurzer Stille wurde auch das Ende des letzten Kultisten in Stewark gefeiert, während sein Leib zum Karren mit den anderen Gerichteten gebracht wurde.

    "Es wird dauern, bis Stewark wieder seinen ganzen Alltag bekommt.", meinte Giran.
    "Aber den bekommt es und mit Innos' wärmenden Feuer, werden die Menschen ihren Frieden bekommen.", entgegnete Jun und blie an Ort und Stelle, während sich die Menge langsam auflöste. Obwohl alle Gerichteten schuldig waren, war dem Paladin nicht zum feiern zumute. Er betrauerte viel mehr, dass diese Konspiration nicht eher entdeckt wurde und leid verhindert werden konnte.
    Auch sagte Innos, dass man die Gerichteten mit Würde behandeln sollte, denn ihre Starfe hatten sie schon bekommen.
    So betrauerte er sie in gewisser Hinsicht auch und so war einer von Juns Befehlen an die Stadtwache, jeden ordentlich zu begraben oder dessen Familie zu übergeben - so wie es das alte Recht forderte.
    Last edited by Jun; 13.09.2014 at 18:35.

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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Freiya is offline

    Stewark

    Sie waren fast die letzten Gäste in der Schankstube, Freiya und Sibylla. Saltim war vor einigen Stunden in die Nacht hinaus gegangen, um die Meinungen anderer zu hören, wie er sagte. Meinungen über die Hinrichtungen, die an diesem Tag stattgefunden hatten. Die Zwillinge waren schon schlafen gegangen.
    Freiya starrte auf die Kerze, die vor den beiden Frauen stand. In der Schänke hatte eine merkwürdige Stimmung geherrscht an diesem Abend. Einige hatten lauthals die Hinrichtungen der Menschen gefeiert, die Beliar oder seinen Dienern gedient hatten. Andere hatten grübelnd und mit finsterer Miene in den Ecken gesessen und fragten sich, wo der Weg dieser Diener Innos' noch hingehen sollte.

    Freiya sah die Hinrichtung ebenfalls mit gemischten Gefühlen. Dass diese Menschen Unrecht getan hatten, verstand sie. Auch, dass sie im Namen Innos bestraft werden mussten. Merkwürdigerweise empfand sie sogar tiefstes Unverständnis, wie man Innos derart den Zukehren konnte. Die junge Frau fragte sich, wie das kam. Immer mehr schien es ihr, dass auch sie vor dem Verlust ihrer Erinnerungen überzeugt auf der Seite der Innosler gekämpft hatte. Dennoch hatte das Vorgehen der Paladine sie sehr erschreckt. Eine Menge Blut war geflossen und jene, die um Gnade gebeten hatten und sich dem Bösen hatten abwenden wollen, waren nicht in den Reihen von Innos willkommen gehießen, sondern direkt in Beliars Hölle geschickt worden. Freiya fragte sich, ob das in Innos' Sinn stehen konnte, da doch damit nur noch mehr Seelen an Beliar verloren gegangen waren. Aber sicher verstanden diese Paladine mehr vom Willen Innos als sie. Oder? Waren es am Ende nur machtgierige Egoisten, deren Mittel Innos' Zwecke heiligten? Oder war es am Ende gar nicht so schwarz und weiß?
    Freiya massierte sich die Schläfen. Wie gern würde sie mit jemanden reden, der etwas von Innos' Lehre verstand. Leider zählten die Spielleute nicht dazu. Aber gerade jetzt tauchte vor ihr wieder das Bild des unbekannten Schwarzhaarigen auf, der immer wieder durch ihre nebulösen Erinnerungen geisterte. Sie sah diese Augen vor sich mit dem intensiven Blick, der es ihr ermöglichte, in seine Seele zu blicken. Und wie immer, wenn sie an diesen Mann dachte, schien ihr Körper zu reagieren. Ihr Herz schlug schneller und ihre Haut kribbelte. Ein angenehmes Gefühl breitete sich in ihr aus.

    "Woran denkst du?", fragte Sibylla plötzlich. Sie hatten eine ganze Weile geschwiegen.
    Freiya schüttelte den Kopf: "Nichts besonderes."
    Sibylla hob die Augenbrauen, schwieg aber und beobachtete die Rothaarige an ihrer rechten Seite weiterhin.
    Freiya starrte wieder auf die Kerze auf ihrem Tisch.
    "Diesen Blick kenne ich", sagte Sibylla schließlich. "Du denkst an einen Mann."
    Freiyas Wangen begannen zu glühen und Sibylla grinste siegesbewusst.
    "Lass das nicht Saltim hören. Er mag dich", sagte die Tänzerin.
    Freiya blickte sie überrascht an:
    "Woher willst du das denn wissen? Er hat sich mir gegenüber nicht merkwürdig verhalten."
    Sibylla beugte sich nach vorn:
    "Ich kenne Saltim schon lange. Du bist nicht die erste junge und zudem hübsche Frau, die uns begleitet. Saltim fackelt in solchen Fällen nicht lange. Bisher hat er jede Frau, die er wollte, zu sich ins Bett geholt. Du weißt, dass er seinen Charme und seine manipulative Art sehr gut einsetzen kann."
    Freiya nickte.
    "Und, hat er schonmal versucht, sich dir zu nähern?", fragte Sibylla.
    Freiya schüttelte den Kopf.
    "Siehst du, und das macht mich stutzig. Ich denke, er ist in dich verliebt."
    "Ach, nein, das glaub ich nicht."
    Genau in diesem Moment ging die Tür auf und Saltim trat ein. Sibylla zuckte mit den Schultern.
    "Du kannst ja mal drauf achten..."
    Natürlich würde Freiya das. Das war das gemeine an solchen Dingen: Wenn der Gedanke erst einmal in den Kopf und das Herz gepflanzt war, würde er sich seinen Weg weiter hinein suchen.
    Die beiden Frauen standen auf. Der Tag war lang und die Nacht schon bald wieder vorbei.

  16. View Forum Posts #36
    Schwertmeister Avik's Avatar
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    Avik is offline
    Mit festen Schritten und einem gleichmäßigen monotonen Trampeln, nährte sich die Gruppe Ordensbrüder dem Tor von Stewark. Dieses Mal jedoch von der anderen Seite. Gefolgt von einer kleinen Einheit Milizen und einer weiteren Truppe Ritter und Ordensbrüder, insgesamt wohl gut und gerne zwei dutzend Mann, verließen sie zuerst die Burg der Baronie Stewark und dann die Baronie selbst, während sie die Brücke zum Bluttal überquerten und schließlich der Straße nach Thorniara folgten.

    Ihre Mission in Stewark war erledigt und nur ein Trupp Milizen und Ordensbrüder war geblieben um die Situation zu überwachen und weiterhin für Ordnung und Sicherheit zu Sorgen.

    In Gedanken jedoch war der braunhaarige Schwertkämpfer noch immer bei der Hinrichtung, welche sich gestern ereignet hatte. Es war eine Massenhinrichtung gewesen, anders konnte man es doch gar nicht nennen und Avik und seine Brüder hatten sich um den Mob gekümmert, um die Zuschauer und den tosenden Pöbel. Dies hatte sie zwar davor bewahrt jedes Detail der Hinrichtung zu bestaunen, jedoch hatten sie dennoch die Angstschreie einzelner Gefangener vernommen und auch das Spektakel, welches Paladin Jun angerichtet hatte, als er eine Art magische Reinigung vollzogen hatte.

    Nun war alles vorbei, in den Ländereien der Baronie war es still, die Welt würde erst noch erwachen. Tau reflektierte auf den Gräsern und Nacktschnecken schlürften noch im Schutz der Morgendämmerung über die Straße zum noch grünerem Ufer.

    Die Ordensbrüder schwiegen, in Formation wurde nicht gesprochen, und so verfielen sie alle dem abwesendem Grübeln und selbst Sir Vincent marschierte mit zerfurchter Stirn und gedankenverlorenem Blick.

    Was würde wohl mit Stewark passieren und warum waren sie als Übungseinheit dort gewesen? Sir Vincent hatte sie zwar bei ihrem abendlichen Treffen auf die Hinrichtung vorbereitet, jedoch hatten die Passanten nur vereinzelt Ärger gemacht, doch konnte man diese Baronie so einfach nehmen? Avik wusste es nicht, so vieles nicht.

    Plötzlich eilte ein Milize von Hinten heran und flüsterte dem Ritter etwas zu, der neben seinen Männern marschierte. Dieser erwachte Augenblicklich aus seinem Tagtraum und eilte nach hinten zu den Befehlshabern der anderen Kolonnen. Zu gerne hätte sich Avik, neugierig wie er war, umgedreht...

  17. View Forum Posts #37
    Schwertmeister
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    Luke Drake is offline

    Zwischen Orkwald und Gespaltener Jungfrau

    "Ja, dieser schwarze Ork sah aus als würde er uns am liebsten die Köpfe abreißen, aber vielleicht irre ich mich auch und er sieht immer so aus. Kenn mich mit Orks nicht so gut aus", meinte Luke während sie weiter gingen. Bald hätten sie den Orkwald durchquert und dann war es nicht mehr ganz so weit bis zur Taverne, doch trotzdem hatten sie noch einiges an Weg vor sich.

    Der Dieb hob eine Hand zum Gruß, als Dennik ihn erneut vorstellte.
    "Japp. Einpaar Kämpfe haben wir schon zusammen gekämpft. Wenn Bardasch keine Lust hat, kann ich gerne einspringen. Dann komm ich auch nicht ganz aus der Übung", schlug der Druidenlehrling vor und klopfte gegen seine Axt.

    Als sie den Orkwald dann verlassen hatten, schaute Luke ebenfalls in den Himmel. Es war eine fast Sternen klare Nacht und nur einpaar wenige Wolken verdunkelten ab und an den Mond.
    "Ich glaub, dass wir es heute nicht mehr zur Taverne schaffen. Haben ja schließlich einpaar Verletzte dabei und ich glaub, die sind über jede Pause glücklich.
    Aber wir könnten im Grunde ja vorgehen. Hier scheint es nicht so viele Echsen zu geben und außerdem sind immer noch genug Jäger und Wächter hier die die Gruppe verteidigen könnten. Aber ich habe auch nichts dagegen, mal wieder ne Nacht im Freien zu verbringen, hab ich schon lange nicht mehr und irgendwie gefällt mir das", meinte der Druidenlehrling, wobei letzteres nicht ganz stimmte, da er die Nächte vor dem Echsenangriff oft auf der Baumkrone verbrach hatte und das meistens auch bis in den nächsten Tag hinein, um mit seiner Magie zu üben. Doch das musste Chala nicht unbedingt wissen.

  18. View Forum Posts #38
    Krieger Chala Vered's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Chala Vered is offline
    Ein wenig verwirrt schaute Chala Luke an, nachdem sie erneut miteinander bekannt gemacht worden waren. Was hatte der Bursche gerade über einen Kampf gesagt? Mit ihr? Zur Übung? Sie war sich kaum sicher, ob sie der Grundhaltung mächtig war und schon sollte sie an einem Übungskampf teilnehmen? Ihr war das Ganze nicht geheuer und doch versuchte sie ihre wirren Gedanken zu verbergen.
    "Die Jungfrau ist also eine Taverne?", fragte die Aranisaani sie gerade, als der ältere Mann, den sie zuletzt mit heruntergelassener Hose auf einem Tisch in der Sumpflilie hatte liegen sehen, zu ihnen aufschloss.
    Er äußerte Bedenken bezüglich der Zimmerverteilung und wenn die Dunkelhäutige ehrlich war, konnte sie heute Nacht darauf verzichten mit jemandem ein Bett zu teilen. Ihr war mehr danach allein zu sein, denn noch immer brauchte sie Ruhe.
    "Ich hab übrigens letzte Nacht, als die Orks wieder fort waren, einige Stunden geschlafen", fiel ihr Denniks Frage von vorhin wieder ein.
    Es schien, als wären viele zu abgelenkt von den haarigen Hünen gewesen, als dass sie ein Auge hätten zu tun können, doch auch wenn die Präsenz dieser Rasse durchaus etwas Bedrohliches hatte, war der Handel in ihren Augen doch sicher genug gewesen, um ruhigen Gewissens die Umarmung des Schlafes empfangen zu können.
    "Wie weit ist es denn noch bis zur...", setzte Vered an, doch wurden ihre nächsten Worte von einem ohrenbetäubenden Kreischen verschlungen.
    Sie presste sich die Hände auf beide Ohren und blickte sich suchend um. Erst, als ihr Blick in den Himmel ging, entdeckte sie, was ihre kühnsten Vorstellungen bei weitem übertraf. Mächtige Flügel mit der Spannweite eines großen Segelschiffes trugen den riesenhaften, schuppigen Körper einer Bestie durch die Lüfte, deren Existenz Chala erst in diesem Moment als Wirklichkeit akzeptieren konnte.

  19. View Forum Posts #39
    Schwertmeister
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    Luke Drake is offline
    Eigentlich hatte Luke vor, Chala zu antworten, doch wurde er von einem markerschütterndem Schrei unterbrochen. Als er nach oben blickte, sah er ihn. Der Drache flog in einiger Entfernung von ihnen. Erst nur über das große Gebirge, dann machte er sich auf den Weg Richtung Tooshoo. Zumindest kam es dem Dieb so vor.
    Doch was wollte er da? Wollte er gucken ob seinen Dienern, wenn sie denn welche waren, der Angriff auf Schwarzwasser gelungen war oder wollte er ihren Tod rächen?
    Vielleicht täuschte sich Luke auch und der Drache hatte etwas ganz anderes vor.
    Viel wichtiger war im Moment aber eh, dass dieses Monster sie nicht finden würde.
    Der Söldner griff Instinktiv zu seiner Axt, doch dann wurde ihm klar, dass er damit nichts gegen den Drachen ausrichten könnten. Selbst mit seiner Magie würde er nichts anrichten und langsam begriff er, wie hilflos er eigentlich war.

    Nachdem der Drache nicht mehr zu sehen war, stand die Gruppe immer noch regungslos da. Irgendwann begannen einige in Panik auszubrechen und wieder andere versuchten diese zu beruhigen, doch man merkte allen die Angst an.
    Als dann endlich mehr oder weniger ruhe eingekehrt war, machte sich die Gruppe langsam weiter auf den Weg in Richtung "Gespaltene Jungfrau", nur waren sie alle dieses Mal noch vorsichtiger und wachsamer als vorher.
    Wenn der Drache sich schon zeigte, warum sollten dann nicht einpaar Echsenmenschen aus dem nächsten Gebüsch springen?

  20. View Forum Posts #40
    Waschweiber-Verführer Ornlu's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Ornlu is offline

    Lager des Waldvolkes

    Manch Feuer brannten, während drum herum Nachtlager aufgestellt waren. Während manch Jagdkommandos rund herum unterwegs waren, um alle zu schützen, sollte der Rest ausruhen und Schlaf finden, wenn dies denn möglich war.
    Sie alle hatten es gehört, ja gar gespürt, dass über ihrer Heimat der Drache geflogen war und dann wieder gen Berge aufstieg. in diesem moment hatten sie alle gebannt gen süden geblickt. Sie hielten nicht Ausschau nach dem Drachen, sondern waren besorgt ob da im süden nun ein Lichtkegel durch lodernde Flammen die Nacht erhellt. Doch dem war nicht so.

    "Von hier aus solltet ihr eine Weile ohne mich klar kommen. Die Orks waren zufrieden. Wie ich euch sagte, werde ich den Baum hüten, die Echsenwesen beobachten und sollten Leute von uns dort sich irgendwo herum treiben oder zurück kehren, sie entsprechend warnen. Schickt nach mir in der Not. Ich bin dann schneller da, als ihr glaubt. Bewahret!", wünschte der Druide und erhob sich vom Feuer an dem der Kriegsrat saß. Sie wussten, dass Ornlu in so manchen Dingen vorausdachte und in anderen seinen druidischen Instinkten folgen musste.
    so manch Blicke verfolgten den Druiden, als er sich vom Feuer entfernte. Dann schlug er zwei Mal mit dem Druidenstab auf den Boden, kurz flackerten seine Augen auf und dann rannte er los. So schnell wie der Wind mochte man meinen und kaum sah man ihn loslaufen, war er in der Nacht verschwunden.

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