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Netzpolitik nach Snowden: Aktuelle Entwicklungen (aus PE)

  1. #181 Reply With Quote
    Deus Lina's Avatar
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    Quote Originally Posted by jabu View Post
    Ich halte es für schlauer, sich selbst seine Meinung zu bilden (bzw. überhaupt erst mal damit anzufangen!), als mich als "schlau" zu titulieren (schon wegen der Gefahr, damit wieder in die alte Falle zu tappen, was ich gerade anprangere).

    Aber wer will, kann gerne beides tun, werde ja sonst selten gestreichelt, passt schon, hehe...
    Aber die meisten Menschen bilden sich doch ihre Meinung. Meiner Meinung nach macht man es sich viel zu einfach wenn man sagt die Wähler wären wie Herdentiere. Sollte man nicht lieber auf sowas achten und die Signale ernst nehmen die von solchen Wahlen ausgehen. Wenn eine afd soviele Stimmen bekommt...sollte man dann nicht lieber versuchen zu verstehen warum sie das wählen anstatt sie direkt zu verurteilen?
    Lina is offline

  2. #182 Reply With Quote
    Haltet Abstand! besser>2m  jabu's Avatar
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    Quote Originally Posted by Lanie View Post
    Aber die meisten Menschen bilden sich doch ihre Meinung. Meiner Meinung nach macht man es sich viel zu einfach wenn man sagt die Wähler wären wie Herdentiere. Sollte man nicht lieber auf sowas achten und die Signale ernst nehmen die von solchen Wahlen ausgehen. Wenn eine afd soviele Stimmen bekommt...sollte man dann nicht lieber versuchen zu verstehen warum sie das wählen anstatt sie direkt zu verurteilen?
    Na klar. Allerdings haben die Themen der AfD, welche durchaus medienwirksam (und manchmal zu sehr) aufgegriffen werden (und zwar von allen Seiten), vor allem populistischen Dummschwatz als Inhalt - womit sie so gar nichts mit dem zu tun haben, was hinter den Kulissen so abgeht (was in diesem Thread angeprangert wird) und womit wir richtig verarscht werden.

    Mit den Ursachen der durch sie selbst angeprangerten Probleme haben die Kritiken der AfD-Anhänger zwar etwas zu tun, aber selten in den behaupteten Wirkzusammenhängen. Mitunter haben sie mal einen Punkt, wo die Kritiken sttimmen, aber selten funktionieren die vorgeschlagenen Rezepte. Wenn man diese geringe Teilkompetenz der Führungsriege der AfD mal gelten lässt, dann wird es bei der Mitläuferschaft noch gruseliger. Aber ja, der eine oder andere hat gute Gründe dafür, sich in Deutschland unwohl zu fühlen oder den Verlust gewisser Errungenschaften zu befürchten, das streite ich gar nicht ab, im Gegenteil. Deswegen setze ich mich auch immer dafür ein, die Menschen nicht zu diffamieren. Darin stimmen wir wohl überein. Allerdings sollten wir auch dabei aufpassen, wem wir unsere Empathie schenken bzw. für welche Anliegen, denn oftmals handelt es sich um Gemecker von bereits Privilegierten (oftmals aus dem ÖD), welches von überzogenem Anspruchsdenken (alles haben wollen, nichts lernen, nichst leisten) geprägt ist - und das teils in ganz absurdem Maße!

    Und die großen Parteien verstehen es vortrefflich, diese Gemengelage als Steilvorlage zu nutzen, indem sie sich als "die Vernünftigen" gerieren, welche jetzt gegen die Unvernunft angehen müssten, womit es noch leichter fällt, von den wahren Problemen im Land abzulenken und tiefergehende Diskussionen, bis hin zu den Ursachen, zu verunmöglichen. Darüber zu reden, hat niemand ein Interesse, denn damit ginge es in letzter Konsequenz an die Grundfeste der Macht, also um die eigenen Privilegien. Deswegen muss um den heißen Brei herumgeredet werden. Denn fast alle, wie sie da sitzen, sind Nutznießer eines perfiden Systems, welches von denjenigen getragen wird, welche sich tagtäglich für sie krummlegen.
    Das trifft auf Fernsehmoderatoren wie auf alle, die sich aus den öffentlichen Trögen bedienen, zu, weswegen punktgenaue Kritik "schadet". Deswegen zeigt man anstatt wirklich armer und benachteiligter Leute immer wieder diese Gewerkschaftsfunktionärinnen, die sich als vermeintlich arme Verkäuferinnen darstellen lassen.
    Damit ist für die zuschauende Rentnerin "Erna" nach der Sendung klar: Armut gibt es nicht, und die sollen sich gefälligst nicht so anstellen, weil die bei Schlecker, LIDL, ALDI etc. weit mehr verdienen (bzw. verdient haben) als man selbst früher verdient hat, als man noch im Arbeitsleben stand!
    Tante Ernas Fazit: Deutschland geht es gut, wenn das alle Probleme sein sollen.
    Die Redaktion hat ihren Job wieder mal astrein gemacht - wie auch der Kanzlerkandidat oder jeder andere, an dem sich so etwas aufhängen lässt oder der das alles gleich mitbringt, wie eben Schulz.
    Auf der einen Seite ist Erna zufrieden, weil es Deutschland anscheinend so gut geht, da es nur noch um Luxusprobleme geht. Auf der anderen Seite steht die SPD-Klientel, welche eben zu nicht geringen
    Teilen aus denjenigen besteht, die gerade versuchen, das Leistungsprinzip zu unterwandern, indem sie sich möglichst leistungslos alles einzuverleiben versuchen, um dabei noch ewig zu meckern, weshalb daran der Populismus von Schulz prima andockt. Über die echten Probleme wurde wieder einmal nicht geredet.

    Man könnte durchaus sagen: Je mehr von diesem populistischen Dummschwatz durch die Medienlandschaft getrieben wird, desto leichter lässt sich unter dem Radar durchregieren - ohne dass auch nur ein stilles Wörtchen darüber verloren würde, worum es derzeit wirklich geht - was Sinn der Sache ist.

    Wer meint, dass er mit dem Verfolgen dessen, was in den Medien als Sau durchs Dorf getrieben wird, gut informiert wäre, der ist dem Mechanismus voll auf den Leim gegangen, denn Politik funktioniert ganz anders, indem ein Zigfaches an Themen beackert wird und Gesetze hastig durch den Bundestag gewunken werden. Die jeweilige Fraktion empfiehlt den ihr angehörigen Abgeordneten, für oder gegen ein Gesetz abzustimmen, woraufhin dem in der Regel von fast allen Fraktionsangehörigen entsprochen wird (anstatt nach Wissen und Gewissen zu entscheiden, wie es die Verfassung vorsieht), denn die Experten müssen es ja wissen, und man will ja keinen Streit...

    Das ist der sog. Fraktionszwang, der vor allem auf Angst vor Machtverlust und Gier nach Machtoptionen sowie chronischer Überforderung fußt. Niemand kann all die tausende Seiten umfassenden Pamphlete durcharbeiten, die ihm von einer Regierung, die das ausnutzt, in hoher Frequenz und mit wenig Vorlauf zur Abstimmung vorgelegt werden. Also heult man mit den Wölfen, weil das der Weg des geringsten Widerstandes ist. Im Blindflug hofft man, dass schon alles gutgehen wird, weil die parteieigenen "Experten" das schon so richtig entscheiden...
    Dann passiert, was hier in diesem Thread angeprangert wird. Und draußen reden sie bei Maischberger über irgendeinen Quark, der gar nichts bis wenig mit den aktuellen und teils folgenschweren Entscheidungen zu tun hat. Oder die Diskussion wird absichtlich verunsachlicht, damit alles schön schwammig bleibt. Es könnte sich ja bei Kenntnis der Faktenlage Gegenwehr ergeben.

    Ich würde in der Situation eines Abgeordneten immer gegen irgendwelche Änderungen stimmen, wenn man mich erpresst, welche zu erwirken. Denn Verträge, die ich nicht verstehe, unterschreibe ich nicht und erst recht nicht, wenn ich die Verantwortung für millionen Bürger trage! Ich müsste persönlich davon überzeugt sein, dass die Änderung eine Verbesserung der Lage bewirkt. So ist es vorgesehen - bzw. wird es so behauptet. Und so ist das Bild in der Öffentlichkeit, doch die Wirklichkeit sieht eben durch den Fraktionszwang ganz anders aus.

    Warum hat es die Regierung auf einmal so eilig, dass nicht diskutiert werden kann/soll/darf? Was ist faul an der Sache? Dann doch lieber dagegen stimmen, bis die Sache richtig untersucht ist!, als dass man dem Volk wieder einmal Schaden zufügt! Im Zweifel kann man sich wenigstens enthalten. Aber es wird von ahnungslosen Abgeordneten einfach zugestimmt, weil die Alphatiere es so wollen. Das ist unverantwortlich, unethisch und nicht im Sinne unserer Verfassung. Gegen solche Politiker verwehre ich mich! Die sollte man einfach nicht mehr bestätigen, was dann wohl den ganz überwiegenden Teil derer betrifft, die da sitzen, insbesondere bei CDU und SPD.

    Ich sage nur: Der widerwärtige Kuhhandel um die Maut. Und wenn wir ohne Einwilligung der SPD (gegen das eigene Gewisssen) in die Maut den Mindestlohn in der heutigen Form nicht unter Duldung der CDU bekommen hätten, so wäre das sehr zu bedauern gewesen, aber man hätte dann einfach diese Koalition mit der CDU nicht machen dürfen.

    Edit:
    Ich glaube auch, dass wir ein wenig aneinander vorbei reden: Das von mir angeprangerte Problem ist doch nicht, dass die Leute sich Gedanken machen und dann leider die AfD wählen, sondern ihr geringer Wille, sich überhaupt Gedanken zu machen und dann trotzdem zu wählen und zwar immer entweder Pest oder Cholera und meistens die Art von Krankheit, welche in ihrer Familie schon immer grassierte. Die haben diffuse Verlustängste und wählen dann, was allem Erstanschein nach weniger wehtut, womit sie beliebig manipulierbar sind. Dabei geht es um die simplen großen Versprechen, Einkommen, Rente (siehe "Die Anstalt" von gestern, wo ich über die Reaktionen des Publikums wieder mal entsetzt war, denn das, worüber die staunen, müsste alles kalter Kaffee sein, also was man denen kleinkindgerecht beibringt) usw., ohne sich selbst in die Lage zu versetzen, etwas Urteilskraft zu erlangen. Für solche Themen wie dieses hier interessiert sich doch kaum jemand. Das sieht man auch immer wieder bei YT, wo solches die wenigste Aufmerksamkeit bekommt. Es ist den Leuten schlicht egal, was in ihrem Namen geschieht (solange das Essen vom Discounter kommt und was sonst noch so zum gewohnten Wohlstand gehört). Und nachher wollen sie es wieder mal nicht gewesen sein.
    jabu is offline Last edited by jabu; 05.04.2017 at 20:19.

  3. #183 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by jabu View Post
    Na klar. Allerdings haben die Themen der AfD, welche durchaus medienwirksam (und manchmal zu sehr) aufgegriffen werden (und zwar von allen Seiten), vor allem populistischen Dummschwatz als Inhalt - womit sie so gar nichts mit dem zu tun haben, was hinter den Kulissen so abgeht (was in diesem Thread angeprangert wird) und womit wir richtig verarscht werden.

    Mit den Ursachen der durch sie selbst angeprangerten Probleme haben die Kritiken der AfD-Anhänger zwar etwas zu tun, aber selten in den behaupteten Wirkzusammenhängen. Mitunter haben sie mal einen Punkt, wo die Kritiken sttimmen, aber selten funktionieren die vorgeschlagenen Rezepte. Wenn man diese geringe Teilkompetenz der Führungsriege der AfD mal gelten lässt, dann wird es bei der Mitläuferschaft noch gruseliger. Aber ja, der eine oder andere hat gute Gründe dafür, sich in Deutschland unwohl zu fühlen oder den Verlust gewisser Errungenschaften zu befürchten, das streite ich gar nicht ab, im Gegenteil. Deswegen setze ich mich auch immer dafür ein, die Menschen nicht zu diffamieren. Darin stimmen wir wohl überein. Allerdings sollten wir auch dabei aufpassen, wem wir unsere Empathie schenken bzw. für welche Anliegen, denn oftmals handelt es sich um Gemecker von bereits Privilegierten (oftmals aus dem ÖD), welches von überzogenem Anspruchsdenken (alles haben wollen, nichts lernen, nichst leisten) geprägt ist - und das teils in ganz absurdem Maße!

    Und die großen Parteien verstehen es vortrefflich, diese Gemengelage als Steilvorlage zu nutzen, indem sie sich als "die Vernünftigen" gerieren, welche jetzt gegen die Unvernunft angehen müssten, womit es noch leichter fällt, von den wahren Problemen im Land abzulenken und tiefergehende Diskussionen, bis hin zu den Ursachen, zu verunmöglichen. Darüber zu reden, hat niemand ein Interesse, denn damit ginge es in letzter Konsequenz an die Grundfeste der Macht, also um die eigenen Privilegien. Deswegen muss um den heißen Brei herumgeredet werden. Denn fast alle, wie sie da sitzen, sind Nutznießer eines perfiden Systems, welches von denjenigen getragen wird, welche sich tagtäglich für sie krummlegen.
    Das trifft auf Fernsehmoderatoren wie auf alle, die sich aus den öffentlichen Trögen bedienen, zu, weswegen punktgenaue Kritik "schadet". Deswegen zeigt man anstatt wirklich armer und benachteiligter Leute immer wieder diese Gewerkschaftsfunktionärinnen, die sich als vermeintlich arme Verkäuferinnen darstellen lassen.
    Damit ist für die zuschauende Rentnerin "Erna" nach der Sendung klar: Armut gibt es nicht, und die sollen sich gefälligst nicht so anstellen, weil die bei Schlecker, LIDL, ALDI etc. weit mehr verdienen (bzw. verdient haben) als man selbst früher verdient hat, als man noch im Arbeitsleben stand!
    Tante Ernas Fazit: Deutschland geht es gut, wenn das alle Probleme sein sollen.
    Die Redaktion hat ihren Job wieder mal astrein gemacht - wie auch der Kanzlerkandidat oder jeder andere, an dem sich so etwas aufhängen lässt oder der das alles gleich mitbringt, wie eben Schulz.
    Auf der einen Seite ist Erna zufrieden, weil es Deutschland anscheinend so gut geht, da es nur noch um Luxusprobleme geht. Auf der anderen Seite steht die SPD-Klientel, welche eben zu nicht geringen
    Teilen aus denjenigen besteht, die gerade versuchen, das Leistungsprinzip zu unterwandern, indem sie sich möglichst leistungslos alles einzuverleiben versuchen, um dabei noch ewig zu meckern, weshalb daran der Populismus von Schulz prima andockt. Über die echten Probleme wurde wieder einmal nicht geredet.

    Man könnte durchaus sagen: Je mehr von diesem populistischen Dummschwatz durch die Medienlandschaft getrieben wird, desto leichter lässt sich unter dem Radar durchregieren - ohne dass auch nur ein stilles Wörtchen darüber verloren würde, worum es derzeit wirklich geht - was Sinn der Sache ist.

    Wer meint, dass er mit dem Verfolgen dessen, was in den Medien als Sau durchs Dorf getrieben wird, gut informiert wäre, der ist dem Mechanismus voll auf den Leim gegangen, denn Politik funktioniert ganz anders, indem ein Zigfaches an Themen beackert wird und Gesetze hastig durch den Bundestag gewunken werden. Die jeweilige Fraktion empfiehlt den ihr angehörigen Abgeordneten, für oder gegen ein Gesetz abzustimmen, woraufhin dem in der Regel von fast allen Fraktionsangehörigen entsprochen wird (anstatt nach Wissen und Gewissen zu entscheiden, wie es die Verfassung vorsieht), denn die Experten müssen es ja wissen, und man will ja keinen Streit...

    Das ist der sog. Fraktionszwang, der vor allem auf Angst vor Machtverlust und Gier nach Machtoptionen sowie chronischer Überforderung fußt. Niemand kann all die tausende Seiten umfassenden Pamphlete durcharbeiten, die ihm von einer Regierung, die das ausnutzt, in hoher Frequenz und mit wenig Vorlauf zur Abstimmung vorgelegt werden. Also heult man mit den Wölfen, weil das der Weg des geringsten Widerstandes ist. Im Blindflug hofft man, dass schon alles gutgehen wird, weil die parteieigenen "Experten" das schon so richtig entscheiden...
    Dann passiert, was hier in diesem Thread angeprangert wird. Und draußen reden sie bei Maischberger über irgendeinen Quark, der gar nichts bis wenig mit den aktuellen und teils folgenschweren Entscheidungen zu tun hat. Oder die Diskussion wird absichtlich verunsachlicht, damit alles schön schwammig bleibt. Es könnte sich ja bei Kenntnis der Faktenlage Gegenwehr ergeben.

    Ich würde in der Situation eines Abgeordneten immer gegen irgendwelche Änderungen stimmen, wenn man mich erpresst, welche zu erwirken. Denn Verträge, die ich nicht verstehe, unterschreibe ich nicht und erst recht nicht, wenn ich die Verantwortung für millionen Bürger trage! Ich müsste persönlich davon überzeugt sein, dass die Änderung eine Verbesserung der Lage bewirkt. So ist es vorgesehen - bzw. wird es so behauptet. Und so ist das Bild in der Öffentlichkeit, doch die Wirklichkeit sieht eben durch den Fraktionszwang ganz anders aus.

    Warum hat es die Regierung auf einmal so eilig, dass nicht diskutiert werden kann/soll/darf? Was ist faul an der Sache? Dann doch lieber dagegen stimmen, bis die Sache richtig untersucht ist!, als dass man dem Volk wieder einmal Schaden zufügt! Im Zweifel kann man sich wenigstens enthalten. Aber es wird von ahnungslosen Abgeordneten einfach zugestimmt, weil die Alphatiere es so wollen. Das ist unverantwortlich, unethisch und nicht im Sinne unserer Verfassung. Gegen solche Politiker verwehre ich mich! Die sollte man einfach nicht mehr bestätigen, was dann wohl den ganz überwiegenden Teil derer betrifft, die da sitzen, insbesondere bei CDU und SPD.

    Ich sage nur: Der widerwärtige Kuhhandel um die Maut. Und wenn wir ohne Einwilligung der SPD (gegen das eigene Gewisssen) in die Maut den Mindestlohn in der heutigen Form nicht unter Duldung der CDU bekommen hätten, so wäre das sehr zu bedauern gewesen, aber man hätte dann einfach diese Koalition mit der CDU nicht machen dürfen.

    Edit:
    Ich glaube auch, dass wir ein wenig aneinander vorbei reden: Das von mir angeprangerte Problem ist doch nicht, dass die Leute sich Gedanken machen und dann leider die AfD wählen, sondern ihr geringer Wille, sich überhaupt Gedanken zu machen und dann trotzdem zu wählen und zwar immer entweder Pest oder Cholera und meistens die Art von Krankheit, welche in ihrer Familie schon immer grassierte. Die haben diffuse Verlustängste und wählen dann, was allem Erstanschein nach weniger wehtut, womit sie beliebig manipulierbar sind. Dabei geht es um die simplen großen Versprechen, Einkommen, Rente (siehe "Die Anstalt" von gestern, wo ich über die Reaktionen des Publikums wieder mal entsetzt war, denn das, worüber die staunen, müsste alles kalter Kaffee sein, also was man denen kleinkindgerecht beibringt) usw., ohne sich selbst in die Lage zu versetzen, etwas Urteilskraft zu erlangen. Für solche Themen wie dieses hier interessiert sich doch kaum jemand. Das sieht man auch immer wieder bei YT, wo solches die wenigste Aufmerksamkeit bekommt. Es ist den Leuten schlicht egal, was in ihrem Namen geschieht (solange das Essen vom Discounter kommt und was sonst noch so zum gewohnten Wohlstand gehört). Und nachher wollen sie es wieder mal nicht gewesen sein.
    Aha.
    Lina is offline

  4. #184 Reply With Quote
    Haltet Abstand! besser>2m  jabu's Avatar
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    Um nicht vom wichtigen Thema abzulenken (zu viel Rauschen durch unsere "Diskussion" bei diesen folgenschweren Gesetzesvorhaben), zitiere ich die letzten zwei Nachrichten:
    Quote Originally Posted by Matteo View Post
    Referentenentwurf des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes liegt vor.

    Da sträuben sich einem durchaus die Häärchen.

    Wer nicht das ganze Dokument lesen möchte, hier wird gut erklärt, was die Problematik an der Sache ist.

    Einen winzigen Trost gibt es allerdings (noch) in dem Gesetzentwurf:

    Das Forum dürfte alse von diesem Mist vorerst verschont bleiben.

    Außerdem habe ich irgendwie das Gefühl, dass die global-Player auf die dieses Gesetz eigentlich abzielt, da ziemlich drauf scheißen werden.
    Quote Originally Posted by Matteo View Post
    Rund um den Einsatz von "Bundestrojanern" ist es in letzter Zeit ja recht still geworden. Das dürfte der großen Koalition gerade recht sein, versucht sie doch gerade mehr oder weniger heimlich vor den Wahlen noch schnell den

    Einsatz von Bundestrojanern nicht nur zur Terrorabwehr sondern auch zur Bekämpfung von Alltagskriminialität

    zu legalisieren.
    jabu is offline

  5. #185 Reply With Quote
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    Rund um das Thema NSA ist es ja auch ziemlich ruhig geworden - was nicht heißt, dass die USA und Co. weiterhin alles daran setzen Zugriff auf alle erdenklichen Inhalte zu bekommen und mit allen Mitteln gegen die Verbreitung von sicherer Verschlüsslung ankämpfen.
    So auch bei einem Treffen der Innenminister der "Five-Eyes" in Australien: Five-Eyes Staaten drängen auf "freiwillige" Entschlüssungslösungen.
    "Freiwillig" heißt in diesem Zusammenhang in der Praxis natürlich alles andere als frewillig, denn:
    Sollten den Sicherheitsbehörden aber weiterhin Hürden beim Abhören in den Weg gelegt werden, behalte man sich vor, "technische, gesetzliche oder andere Maßnahmen" zur Rechtsdurchsetzung zu ergreifen.
    Also eine offene Drohung der mächtigsten Geheimdienste gegen die Kommunikationsbranche.
    Matteo is offline

  6. #186 Reply With Quote
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    Gesetzentwurf zur Verschärfung des NetzDG beschlossen.

    Demnach sind soziale Medien künftig dazu verpflichtet "Hasspostings" nicht nur zu löschen, sondern samt IP-Adresse des Erstellers an das BKA zu melden. Soziale Netzwerke, die ihre Meldepflicht vernachlässigen sollen mit einem Bußgeld bestraft werden.

    Was bedeutet das in der Praxis? Die Big Player der Branche werden sich nicht darum scheren, während die kleinen Anbieter aus Angst vor Bußgeldern entweder dichtmachen oder präventiv Upload-Filter einrichten müssen.

    [Bild: Troll_Chiller05.gif]
    Matteo is offline

  7. #187 Reply With Quote
    Kämpfer summit's Avatar
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    Quote Originally Posted by Matteo View Post
    Was bedeutet das in der Praxis? Die Big Player der Branche werden sich nicht darum scheren, während die kleinen Anbieter aus Angst vor Bußgeldern entweder dichtmachen oder präventiv Upload-Filter einrichten müssen.
    Darf ich kurz rückfragen, wie du zu diesem Schluss kommst? Das Gesetz gilt für große Anbieter genauso wie für kleine. Eher trifft noch das Gegenteil zu - das NetzDG nimmt Anbieter unter zwei Mio. Mitglieder sogar explizit aus:

    Quote Originally Posted by § 1 NetzDG
    https://www.gesetze-im-internet.de/netzdg/__1.html

    (2) Der Anbieter eines sozialen Netzwerks ist von den Pflichten nach den §§ 2 und 3 befreit, wenn das soziale Netzwerk im Inland weniger als zwei Millionen registrierte Nutzer hat.
    (Und noch ein Hinweis als Nachtrag: Der Einsatz von Inhaltserkennungstechnologien ist auch ohne das NetzDG sowie die vor kurzem beschlossene DSM-Richtlinie für bestimmte Anbieter unumgänglich. Und das war er übrigens auch schon lange vor beidem, zur Erfüllung anderer gesetzlicher Bestimmungen bzw. durch gerichtliche Verpflichtung.)
    summit is offline Last edited by summit; 27.12.2019 at 12:33.

  8. #188 Reply With Quote
    Forenkater Matteo's Avatar
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    Tja, es kam mittlerweile selbstverständlich so, wie ich befürchtet hatte:
    Mit einem "Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Hasskriminalität" wird die Pflicht zur IP- und Passwortherausgabe an das BKA von den Einschränkungen des NetzDG losgelöst werden:

    Das bedeutet:
    1. soll die Meldeverpflichtung dann auch für kleine Anbieter gelten:
    https://www.heise.de/newsticker/meld...e-4663947.html

    und 2. gehen die Forderungen mittlerweile noch deutlich weiter:
    https://www.heise.de/newsticker/meld...A-4716030.html

    Wenn diese Forderungen in dem Gesetz umgesetzt werden, wäre z.B. das Forum künftig verpflichtet jeden auch nur möglicherweise strafrechtlich relevanten Post samt IP-Adresse, Name und Adresse des Autors an das BKA zu melden!
    Matteo is offline

  9. #189 Reply With Quote
    Orbital Knight  Winyett Grayanus's Avatar
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    Jo, ein Hoch auf den Überwachungsstaat. Ich finde es ja irgendwie interessant, dass viele Leute 1989 meinten, der DDR endlich entkommen zu sein, aber überwachen können die modernen Staaten auch sehr prima.

    Die Frage ist nur, wie das technisch/organisatorisch umgesetzt werden soll; irgendwie klingen die Pläne doch arg lächerlich. Da kann man dem BKA ja nur wünschen, dass sie demnächst mit gemeldetem Schwachsinn zugeschüttet werden (und sie und Merkels Clowns sich dann mal wieder auf wichtige Dinge besinnen). Ich glaube nicht an ein "Ende der Anonymität im Internet", da sollen sie erstmal zeigen, wie sie es machen wollen.
    Wobei: Ne, lasst mal, Leute.
    "Jedes Metier hat so seine Vorlieben...gehst du zum Apotheker, verschreibt man dir eine Salbe. Gehst du mit dem gleichen Leiden zum Chirurgen, kommt man dir mit 'nem Skalpell."
    Winyett Grayanus is offline

  10. #190 Reply With Quote
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    Wir haben heute Rechenpower vom Feinsten und KIs, die ihre Arbeit "gut" machen. Es reicht doch schon aus, wenn die KI die gemeldeten Beiträge vorsortiert und z.B. nach einem KI-Punktesystem jene Leute mit den meisten Punkten an die Bearbeiter weiter gibt. Dann landen die mit den meisten Meldungen halt oben in der Liste und werden bearbeitet. Die Polizeilobby wird sich freuen und nach mehr Bedarf von Personal und sonstigen Dingen schreien, da sie sonst ihre Arbeit nicht mehr erfüllen können.

    Und das Schöne dabei: jeder andere Nutzer wird gleich mit abgespeichert, der einmal gemeldet wurde - egal ob zurecht oder zu unrecht und egal ob bearbeitet oder unbearbeitet. Dann kann man je nach gesetzlich aufgeweichter Speicherdauer auch nach so und so vielen Jahren drauf zugreifen und hat einen Wunden Punkt von fast jedem Bürger. Die Gesetze werden mit der Zeit weiter aufgeweicht und die Polizeibefugnisse erweitert (so wie wir das schon in den letzten 30 Jahren beobachten konnten) und schon sitzen wir mitten in einem Polizeistaat.

    Ja selbst wenn das nicht der Fall sein sollte. Alleine das immer stärker werdende Bestreben nach mehr Polizeimacht sollte uns zu denken geben, ob wir so eine Zukunft überhaupt riskieren wollen oder sagen "das wird eh nicht eintreffen" oder "mich nicht betreffen, weil ich nichts zu verbergen habe" und dann möglicherweise im Albtraum aufwachen. Die letzte Woche war wieder voll von Meldungen mit diesen Bestrebungen (siehe Netzpolitik.org).
    Fantasy ist ein Subsetting. Es ist immer ein Misch-Setting, egal ob mit SciFi oder mit Mittelalter. Fantasy kann nicht für sich alleine stehen.
    Die Egoperspektive hat ein höheres Immersionspotenzial, die feste Third-Person Ansicht hat jedoch meist eine höhere Immersion.


    Bei einem Spiel verkörpert das äußere Konzept die Gedanken, das innere Konzept das Herz und die Musik die Seele. Erst in völliger Harmonie dieser 3 Eigenschaften kann ein Spiel zum Meisterwerk aufsteigen.
    Xarthor is offline Last edited by Xarthor; 09.05.2020 at 11:55.

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