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  1. #1
    #17  Forenperser's Avatar
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    Sep 2008
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    Irgendwo da draußen.....
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    Beyo Vhan, Februar 2186, Citadel, Botschaftsgelände der Turianer-Clans


    "Guten Morgen Vater."
    Mit einem Lächeln auf dem Gesicht betrat Beyo durch die automatischen Türen das Büro an dessen Schreibtisch sein Vater Decius wie jeden Morgen um diese Uhrzeit saß und ihm seine heutigen Pflichten auftrug.
    "Guten Morgen Sohn." erwiderte dieser nur in seinem üblichen, hochgestochenem Ton ohne dabei von der Arbeit aufzusehen. Scheinbar gab es gerade etwas wichtiges zu regeln, denn er tippte emsig und mit ernstem Gesichtsausdruck auf seinen Monitor.
    "Sind die Verhandlungen mit dem Harrayus-Clan vorangeschritten?"
    "Shhh. Stör mich nicht, ich bin gerade diesbezüglich in einer höchst dringlichen Phase. Lass dir von Denaya Arbeit geben, ich hab grade nichts für dich."
    Mit einer Mischung Nicken und Verbeugen verabschiedete er sich wortlos und ging dann ohne weiter Zeit zu verschwenden wieder aus dem Raum.
    Wie angewiesen ging er zurück in den Vorraum des Botschafts-Büro zur Assistentin seines Vaters und teilte sich den heutigen Stapel Schreibkram mit ihr.
    Die letzten Wochen waren außerordentlich gut verlaufen. Die Handels-Beziehungen seines Clans hatten sich nach den letzten Verhandlungen auf weitere Gebiete bis an den Rand der Terminus-Systeme erweitert und wenn der Deal mit dem Harrayus-Vertreter nicht platzen würde war das erst der Anfang.
    Unwillkürlich sah der Turianer auf die Datumsanzeige seines Pads und musste schmunzeln. Sehr seltsam, wie schnell die letzten Monate doch verflogen waren. 2 Jahre nun schon seit er wieder auf der Citadel wohnte, und es kam ihm vor wie gestern. Vor seinem geistigen Auge ließ er mal wieder Revue passieren. Die *Urkatastrophe*, wie er die Begegnung mit dem Quarianer (dessen Namen er schon fast vergessen hatte) für sich mittlerweile schon scherzhaft nannte. Damit hatte alles angefangen, dieser Stein hatte die Lawine ins Rollen gebracht welche sein Leben beinahe in tausend Atome zerrissen hätte. Malkizan, Vourn, Terissa, Cerberus, Dalan...... Alte Wunden, neue Ereignisse, alles hatte zueinander gefunden und sich nahtlos wie die kranke Fantasie eines Schreiberlings zu einem Muster der Wahnhaftigkeit zusammengefügt. Wäre er an diesem einen Dienstnachmittag einfach nur an einem anderen Ort gewesen, wäre es zu nichts von alledem gekommen.
    "Luceija....."
    Wie ein gespenstischer Hall ertönte der Name in seinem Kopf. Und ebenso gespenstisch war die Kälte die er im Inneren spürte. Waren es denn alles Lügen gewesen? Die Versprechungen, die sie einander gemacht hatten? Die Zärtlichkeiten, die Liebesbekundungen?
    Doch wie sehr er es für diesen kurzen Bruchteil eines Augenblickes auch versuchte, er konnte nicht darauf zurückgreifen. Der Geschmack in seinem Mund wenn ihre Münder aufeinander trafen, das Gefühl von menschlicher auf turianscher Haut, sowie das leichte Kribbeln wenn ihre Worte aus nächster Entfernung in sein Ohr gedrungen waren.....er hatte jegliches tiefer erinnernde Gefühl daran verloren.
    Wohl aber erinnerte er sich noch an seinen Rausch des Blutes, in jener Nacht kurz vor dem menschlichen Neujahreswechsel vor 2 Jahren auf der Erde. Und immer noch flammte der Hass den er damals verspürte hatte in ihm auf. Jedoch nicht für lange. Dieses Kapitel war für ihn beendet.
    Auch Enrico hatte sich seit vielen Monaten nicht mehr gemeldet. Er hatte nach dem Zwischenfall auf Trident zwar noch einige Zeit von seinen geradezu utopisch-lachhaften Racheplänen geschwärmt, doch spätestens nach der Aufgabe des Hauses und des Umzugs zurück auf die Citadel hatte Beyo allmählich begonnen der Sache überdrüssig zu werden.
    Und auch seitens der anderen hatte es nach diesem einen Anschlag auf ihn keinerlei Lebenszeichen mehr gegeben. Durch das rätselhafte Verschwinden diverser menschlicher Kolonien hatten sie wahrscheinlich jetzt noch sowie genug anderes zu tun.
    Das alles war nun nicht mehr von Belang. Seit er vor der Tür seiner Eltern aufgekreuzt war und seinem Vater gestanden in allem Unrecht gehabt zu haben sowie ihm geschworen hatte niemals wieder die Ehre seines Clans in irgendeiner Weise zu beschmutzen hatte dieser ihn, obschon noch immer nicht ganz frei von Skepsis, wieder zurück in die Familie aufgenommen. Vor allem seine Mutter, die über den Verlustschmerz kaum hinweggekommen war, war dies eine Freude ohne Gleichen gewesen. Die Arbeit in der Botschaft seines Clanc bereitete Beyo Freude. Sie war zwar nicht zu vergleichen mit der Arbeit in der C-Sec, aber von Nervenkitzel und unangenehmen Überraschungen hatte der mittlerweile 46-jährige Turianer so oder so für den Rest seines Lebens genug gehabt.
    Beep, Beep
    Das Klingeln seines Kommunikators riss ihn aus dem bloß Sekunden angedauertem Gedankengang.
    "Beyo Vhan?"
    "Deinen Namen weiß ich schon, vielen Dank." ertönte die spaßhaft lachende Stimme seiner Mutter am anderen Ende der Verbindung.
    "Da bin ich aber beruhigt Mutter. Was kann ich für dich tun?"
    "Unsere Verabredung zum Essen heute Abend nicht vergessen. Ich wollte nur sichergehen, nicht dass du mich wieder für so ein junges Ding sitzen lässt."
    Beyo musste lachen.
    "Bitte Mutter, fang nicht wieder damit an ja?"
    "Zu spät mein Junge, das wird dich dein Leben lang verfolgen."
    Sie scherzten noch eine kurze Weile miteinander bevor er ihr noch einmal nachdrücklich versprach sie auch wirklich zu treffen und dann die Verbindung beendete.
    Bis zum Abend war noch lange Zeit und eine noch längere Liste an Arbeit zu vollenden.
    So war das also. So fühlte es sich an einen dunklen Lebensabschnitt endgültig hinter sich zurückzulassen und voller Hoffnung und Möglichkeiten in einen neuen, sonnigen Tag zu starten.
    Forenperser is offline Last edited by Luceija; 15.01.2014 at 00:41.

  2. #2
    Ehrengarde Oculus's Avatar
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    Seamus O'Connell, Omega, das wiederaufgebaute Flamming Soul

    Die Musik dröhnte laut, der Rauch stand dicht in der Luft, es roch nach Alkohol. Zwielichtige Typen hingen mehr an der Bar als dass sie dort standen. Ab und an Schlagabtäusche zwischen zwischen versoffenen Kerlen, die damit ihre Härte beweisen wollten. Fast könnte man glauben dass es sich um eine versiffte Kneipe des 20 Jahrhunderts auf der Erde handelte, wenn die Musik nicht wäre gar für einen Saloon zu der Zeit, die man „der wilde Westen“ nannte.
    Dieser Eindruck war nicht ungewollt, denn dies wäre vermutlich die Zeit gewesen, in der der Wirt hier am besten gepasst hätte.
    Doch es war nicht die Erde, es war auch nicht das 20 Jahrhundert, als die Menschheit noch glaubte unter sich zu sein. Es war Omega, von vielen als das Fangbecken für den Abschaum des Universums bezeichnet. Turianer, Vorcha, Asari und auch einige Kroganer gehörten hier zu den Nachbarn. Hier drinnen selbst gab es allerdings selten Aliens, denn diese Bar hatte noch von ihrem Vorbesitzer einen bestimmten Ruf, und obgleich der neue Wirt, Seamus O'Connell, nicht mehr der Alienhasser war der er zu Zeiten des 'alten Flamming Souls' war, so hatte auch er noch immer einen bestimmten Ruf, und es war ihm auch ganz recht so, unter Menschen fühlte er sich eben noch immer am wohlsten.
    Unter den Besuchern der Bar war er fast eine Legende, älter, erfahrener und ruhiger als die meisten, und er hatte in seinem bisherigen Leben genug erlebt um die wildesten, versoffensten Lügenmärchen der Jungen hier mit der bloßen Realität in den Schatten zu stellen.
    Früher war sein Platz etwas abseits des größten Getümmels, an einem Tisch in der finstersten Ecke der Bar, an dem er in den Jahren in denen der Wirt hier Tom McMahom war so gut wie täglich seine Abende verbrachte, mal allein, mal mit ein paar Bekannten, jedoch immer unauffällig. Und damals meist immer ungestört. Doch heute war es anders:


    Nachdem er Omega verlassen hatte indem er seine alte Wohnung in eine Flammenhölle verwandelt hatte, nachdem er in den Dienst der Allianz getreten war und auf die Lachesis, ein Frachtschiff in der Hand von biotischen L2-Terroristen, geschickt wurde, nachdem er auf Eden Prime gegen die Geth gekämpft hatte und schwer verwundet wurde, nachdem seine Tochter ums Leben kam, seine Ehe zerbrach, er vom Tod seines besten Freundes, Tom McMahom, dem ehemaligen Wirten hier, seines Zeichens Doppelagent bei Cerberus und dem Allianznachrichtendienst, erfahren hatte, und nach... Vorkommnissen auf Invictus von denen er niemals spricht, nicht nach gutem Zureden, nicht nach endlosen Runden Whiskey die ihm seine Gäste zahlten ... Nun, nach alledem war er wieder nach Omega zurückgekehrt, dorthin wo vor Jahren jene Kette bemerkenswerter Vorfälle ihren Anfang nahm.

    Nach seinem Fortgang, und nachdem auch Tom verschwand brach auch der Einfluss des 'Flamming Soul', die Söldner, Schläger, Kopfgeldjäger die damals durch ihre Gegenwart und die Angst der Kleinkriminellen vor ihnen dafür sorgten dass die Gegend verhältnismäsig sicher war gingen wo anders hin, und der Abschaum kam. Die betrunkenen Gäste die durch Vorcha-Wettschießen unter sich ausmachten wer die nächste Runde zahlte waren auch weg, und niemand machte sich mehr die Mühe die Anzahl der Vorcha hier unter Kontrolle zu halten, und dabei waren die Vorcha hier in dieser Gegend sogar noch mit ihren anderswo ansäßigen Artgenossen hirnlos, wie laufende, besonders dumme Nacktratten. Nicht zuletzt war natürlich Seamus weg, der Hauptgrund dass die batarianische Gang, die diese Ebene von Omega zu ihrem Revier auserkoren hatte, sich zumindest von diesem Viertel ein gutes Stück fernhielt.
    Kurz gesagt: der Fortgang von Seamus und Tom, und das Ende des Flamming Soul hatte diese Gegend zu noch etwas schlimmeren verkommen lassen, als sie vorher schon war.

    Doch war er wieder zurückgekehrt, und mit ihm kamen auch Gerüchte darüber was er während seiner Abwesenheit getan hatte (die reichten noch eher glaubhaften Annahmen dass er von jemanden ein besonders gutes Angebot für den Kopf eines Mannes bekommen hatte, über die Geschichte wie er von den Einwohnern von Eden Prime gebeten wurde einen Schmugglerring zu zerschlagen und dabei mehr zufällig den Angriff der Geth zurückgeschlagen hatte über das Gerücht die Allianz hätte ihn gebraucht um Shepard zu trainieren, weil ihre anderen Ausbildner zu weich waren bis hin zu gänzlich unglaubhaften Hirngespinsten wie dass er Omega verlassen hatte um einen Alkohol, Zigarren, und Gewaltentzug zu machen), mit den Gerüchten kamen Neugierige, darunter Söldner und Kopfgeldjäger die zum Teil wissen wollten was an den Geschichten dran ist, zum Teil nach Ratschlägen fragen wollten um selbst einmal solche Abenteuer zu erleben wie er (meist naive, junge Anfänger) und ihn zum Teil töten wollten, um sich dadurch Ruhm zu verdienen. Letzteren erging es jedoch nicht besonders gut.
    Und wo die Fremden schon da waren, und das alte Flamming Soul, von Tom an Seamus vererbt, nun in seiner Hand war lag nichts näher als im Gedenken an Tom die alte Bar wieder aufzumachen, und den alten Status Quo wiederherzustellen, mit einigen Änderungen und Verbesserungen.
    Dem ersten Schwung Söldnern die ihn töten wollten nahm er genug Credits ab um einige derer dafür zu bezahlen die Bar zu bewachen, die ersten Schlägern der batarianischen Gang nahm er auseinander dass man glauben mochte der 'alte irre Ire' wie ihn manche hier noch aus den weniger schmeichelhaften, dafür aber umso blutigeren Geschichten kannten wieder da war, und ein wenig stimmte es ja auch.
    Doch er war zwar Ire, aber nicht irre, und was er tat folgte einem Plan. Naja, zumindest dem was Seamus einen Plan nannte: Rückkehr nach Omega, Rückeroberung seines Lebensraumes zufrieden das Leben leben das am besten zu ihm passte.
    Nach den ersten Kämpfen sah sich die Gang veranlasst Seamus und seinen 'Haufen Frischlinge' wieder von Omega zu werfen und das Viertel wieder zu überrennen. Ihr Pech dass sie dabei nicht auf die Idee kamen dass ihr Machtanspruch durch diesen Versuch endgültig über das hinaus anstieg was Aria T'Loak zu akzeptieren bereit war, und so zerschlug die Herrin von Omega die Gang, während Seamus und die Leute die sich seinem Kampf gegen die Batarianer angeschlossen hatten mit der Erinnerung dass hier nur Aria über etwas oder jemanden herrschte davonkamen.

    Seither bekriegen sich Seamus, die Bewohner des Viertels und die Überreste der Gang untereinander wo sie sich begegnen, gehen einander jedoch meist aus dem Weg. Fast so wie früher, als Tom das Flamming Soul hatte. Genauso wie früher, wenn man davon absah dass Nichtmenschen nun nicht mehr um ihr Leben fürchten mussten wenn sie der Bar oder dem Viertel zu nahe kamen, lediglich misstrauische Blicke und finstere Warnungen was passieren könnte wenn sie Ärger machen würden waren ihnen gewiss. Und natürlich abgesehen davon dass Tom tot, und Seamus abwechselnd hinter und vor der Bar oder aber auch auf Streifzug durch 'das Viertel' war, und nicht mehr Tag für Tag an seinem Tisch saß und sich betrank, diesen Ehrenplatz nahm er nur selten ein, und wenn er es nicht tat dann tat es kein anderer. Nun, zumindest fast keiner.

    Im Augenblick jedenfalls nahm Seamus diesen Platz ein, und gönnte sich eine schöne Pfanne Reis und dicke Bohnen mit schön viel Zwiebel, dazu ein schönes Glas Whiskey und eine gute Zigarre. "Das Leben könnte so schön sein" schmatzte er zwischen zwei Löffeln "Wär nur Tom hier und hätt ich wieder was weibliches"

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    Oculus is offline Last edited by Oculus; 27.01.2014 at 23:19.

  3. #3
    Pinata  Tjordas's Avatar
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    Dr. Julian Ward - Omega, eine ehemalige Großküche in den Slums

    Feinste Blutspritzer verteilten sich auf Julians Acrylvisier, als das widerliche Geräusch der elektrischen Knochensäge unter ihm den Raum erfüllte. Das war immer der schmutzigste Teil der Amputation und Julian war auch nicht sehr zufrieden mit diesen barbarischen Umständen: Die Knochensäge war nicht viel mehr als eine sterile Miniatur-Metallkreissäge und entsprach nicht im geringsten den modernen medizinischen Standards – Er hätte ebenso gut den Arm mit Messer und Gabel amputieren können. Keine automatische Kauterisation, keine Ultraschalltrennung und nur ein sehr begrenzter Vorrat an illegal beschafften Narkotika und an Medigel. Julian blickte dem armen Kerl ins Gesicht, der gerade seinen Arm ersetzt bekam: Seine Augen waren bereits leicht geöffnet, wenn auch die Pupillen noch hinter die Lider gerollt blieben – er würde bald aufwachen und mehr Narkotika brauchen, die es schlicht nicht gab. Julian seufzte und legte die Säge wortlos seinem Assistenten in die Hand, der mit einem Nicken den Job übernahm. Er setzte sein Acrylvisier ab und entfernte sich für einen Moment aus dem mittelmäßig sterilen Operationsraum – eine ehemalige Kneipenküche, aber immerhin komplett gefliest – setzte sich einen Moment und hielt die behandschuhten Finger an die Schläfen, ohne dabei zu bemerken, dass er damit fremdes Blut in seinem Gesicht verteilte.



    Der erste Patient dieser Art war nun schon eine ganze Weile her: kurz nach dem Geth-Angriff auf der Citadel – Da war Julian noch kaum zwei Tage aus der Forschungsstation Noveria befreit worden. Er hatte kaum Erinnerungen an den Kampf, doch man fand ihn nicht weit von einem irgendwie bekannt wirkenden, beleibten Verletzten, der wohl zuvor mit einer Granate einige Geth sowie die nähere Umgebung zerlegt hatte. Ein paar der anderen befreiten Noveria-Insassen des Prometheus-Projekts nahmen sich sofort dem reglosen und geschundenen Körper des Mannes an, dem Julian und die anderen offenbar die Befreiung zu verdanken hatten. Niemand wollte ihn verbluten lassen, doch es war auch kein ausgebildeter Mediziner anwesend, also erklärte sich Julian freiwillig, obwohl er nur Neurologe war und kein Neurochirurg. Die Materialien, die ihm die Noveria-Insassen jedoch für die Operation beschafft hatten, waren erstklassiges Cerberus-Equipment, da konnte auch ein Laie nicht zu viel falsch machen. Und nach einer rund 30-stündigen Operation blickte Julian auf seine erste selbstgemachte und angebrachte kybernetische Prothese. Selten war er so stolz gewesen. Es war ein Meistwerwerk, besser als der echte Arm, den sie ersetzte.



    Hier auf Omega jedoch konnte man von solch paradiesischen Zuständen nicht sprechen. Die teuren Prothesen wollte sich hier meistens niemand leisten, obwohl man sowieso in einem Viertel der Fälle um seine Bezahlung betrogen wurde. Julian war hier nach seiner damaligen erfolgreichen Operation ins Implantat- und Prothesengeschäft eingestiegen, denn sein Ruf verbreitete sich rasend. Dummerweise war er jedoch nach wie vor kein zugelassener Chirurg und so war eine alte Küche auf Omega und ein paar verwundete zwielichtige Banditen als Kunden wohl vorerst das beste, um den ersten illegalen Geschäften nachzugehen. Doch er war es leid, diese Handarbeit zu verrichten. Sein Gehirn war für mehr ausgelegt als die reinen Fingerübungen eines Chirurgen- spätestens seit er sich selbst auf Noveria das Hirnimplantat einsetzen ließ und seitdem oft seine eigenen Erwartungen übertraf. Künstliche Intelligenz, das war immernoch sein Fachgebiet und seit er damals einen Geth mit eigenen Augen gesehen hatte, wollte er nur umso flammender darin weiterarbeiten.



    Doch für den Moment brauchte er dafür noch etwas finanziellen Anlauf. Er ließ die behandschuhten Finger knacken, setzte das Acrylvisier auf und betrat wieder den Operationssaal, wo sein stümperhafter Assistent den bereits vor Schmerzen krampfenden und zappelnden Körper des Patienten weiter bearbeitete. „Verdammt, Sid, gib ihm wenigstens ein Schmerzmittel, wenn er schon aufwacht!“, schrie er gegen den Sägenlärm an. Das war keine Medizin, das war Metzgerhandwerk.
    Tjordas is offline Last edited by Tjordas; 15.01.2014 at 18:57.

  4. #4
    Auserwählte AeiaCarol's Avatar
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    Kurze, kaum spürbare Brisen wiegten ihre Strähnen auf und ab, während sie sich so vehement zu konzentrieren versuchte.
    Doch war es nicht der laue Wind, der seichte Wellen in das Wasser am Laguna Beach zeichnete, der Zora hätte von ihrer Arbeit abhalten können, die sie ohnehin viel zu spät angefangen hatte.
    Seit fünf Wochen versuchte sie sich darin, die Arbeit als Assistentin ihrer Mutter zu übernehmen und versagte kläglich. Im Grunde war lediglich die Planung ihrer Termine und zweite Durchsicht von Artikeln Zoras Aufgabe. Doch die nunmehr Sechsundzwangzigjährige fühlte sich nicht einmal mehr dieser Herausforderung gewachsen, wenngleich sie sie sogar von Zuhause aus erledigen konnte.
    Sitzend auf einem urgemütlichen Sessel auf dem ellenlangen Balkon des Hauses am Skyline Drive, richtete sich die grünen Augen der eigentlichen Britin betont streng ein letztes Mal auf das Datenpad.
    Gerade im selben Moment, knisterte es unwirtlich neben ihr, was allein ausreichte um den Lesestoff in sämtliche Richtungen fliegen zu lassen und regelrecht ins Haus zurück, durch den Flur, geradewegs ins nächste angrenzende Zimmer zu hetzen.
    Wenigstens war es diesmal nicht nur ein Staubkörnchen, welches das überempfindliche Babyphone hatte anschlagen lassen. Stattdessen wurde Zora gerade noch Zeugin dessen, wie der kleine Knäuel beim Versuch zu sitzen rücklings zurück in die Kissen purzelte. Natürlich unfreiwillig, begleitet von einem angestrengten Seufzer des winzigen Etwas unweit von ihr im Gitterbettchen.
    Gewohnt belustigt schlenderte sie jetzt, in unvergleichlicher Seelenruhe auf den Schlafplatz ihrer kleinen Tochter zu und streckte die Arme aus, die das kleine Geschöpf wie ein Rettungsring aus der unwirtlichen Bauchlage heraus nach oben aus dem Bett fischten.
    „Wenn dein Daddy von den Abenteuern hier wüsste-…“, rümpfte sie halbernst die Nase und drückte dem Mädchen die geschürzten Lippen auf die Stirn.
    Tatsächlich war „Emma“, mit ihren rabenschwarzen Löckchen nicht umsonst das Sorgenkind. Nach einer Geburt im heimischen London, die Zora noch immer, allein beim Gedanken daran, fast das Leben kostete, war die Kleine viel zu früh zur Welt gekommen. Vigilio hetzte damals, wie heute auch, über ein paar Wochen von Termin zu Termin. Diesmal jedoch mit dem feinen Unterschied, dass Zora sich sicher war dass er pünktlich zurück sein würde. Pünktlich-… Zur lang geplanten Hochzeit, die wegen Geburt, Umzug und all dem was einen eben so aufhalten konnte, kommende Woche sein sollte.
    Die Kulisse war seit einem knappen Jahr gebucht, das Kleid am Vormittag zum letzten Mal anprobiert worden (was Zora ab jetzt eine Woche zum Verzicht auf alles wirklich Essbare verdonnerte) und selbst Emma, die ihr zweifelsfrei die Show vor ihrem Vater stehlen würde, hatte schon das passende Outfit.
    Selbst James, dem sie jetzt beim hinübergehen in die offene Küche regelrecht in die Arme lief, hatten Gaius und Hayden bereitwillig „ausgeliehen“ und nach Kalifornien geschickt, damit Zora Unterstützung hatte und alles nach Plan lief. So hoffte man jedenfalls, wenn der gealterte Butler vor Ort war.
    Eigentlich gewohnt reserviert und steif, strahlte selbst James beim Anblick der Kleinen ein jedes Mal. So auch jetzt.
    „Das Abendessen für Sie und Emma steht schon auf dem Tisch.“, erfüllte er dennoch immer seine Pflicht und griff vorsichtig das Händchen des kleinen Mädchens, das ihren alten Freund mit rudernden Händchen unmissverständlich bei sich haben wollte.
    „Danke James. Wenn Sie möchten können Sie für heute Schluss machen. Den Abwasch krieg‘ ich hin.“
    „Oh..“, rieb er sich den Schnurrbart kurz und schien zu überlegen „Wenn es Ihnen nichts ausmacht würde ich hier mit Ihnen auf Mister Ascaiaths Rückkehr warten.“
    Die Blonde nickte über die Schulter hinweg und lächelte. Sie bezweifelte nicht, dass James mehr als nur loyal, sondern längst Teil dieser Familie war. So wie sie es bald offiziell sein würde.
    So you can drag me through hell
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  5. #5
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    Mühelos sprang er die wenigen, letzten Stufen hinauf. Die olle, gläserne Tür wäre ebenso im Nu aufgewesen, müsste Leif nicht wie ein jedes Mal gefühlte Stunden in seinem Rucksack nach dem Schlüssel suchen.
    Ja, Schlüssel. Tatsächlich bewohnte er eine - von außen - so alte Baracke dass er ihre Türen noch von Hand aufschließen musste. Genervt wie nicht selten dabei, strich er sich eine grau-silbrige Strähne aus dem Gesicht seiner schon wieder viel zu langen und mit ihm alternden Haare. Obwohl kaum 34, waren die vergangenen beiden Jahre turbulent genug gewesen, um ihn sich fühlen zu lassen als kratze er schon am Rentenalter. Müde sich jedoch weiter Gedanken um sein Gebrechen zu machen, hellte sich das Gesicht des Schweden schlagartig auf, als er seinen Schlüsselbund ertastete und wie einen Fisch an der Angel aus seinem Gepäck zog.
    Während seine Rechte bereits locker die Tür öffnete, langte die Linke in das hölzerne "Briefrohr" auf selbiger Seite zur Tür. Bereits auf den ersten Blick erkannte der Arzt ein Werbeschreiben, hakte es gedanklich ab und schmunzelte bei einer Aussichtskarte von Luceija, die er schon viel zu lang nicht mehr gesehen hatte. Was das wohl war? Omega? Kaum zu fassen dass sich in diesem Rattenloch etwas derartiges verkaufen ließ.
    Doch auch das schob er für's Erste beiseite und fühlte den feinen, eierschalenfarbenen Umschlag eines Briefes. Die kunstvollen Buchstaben darauf verrieten nicht nur dass er an ihn adressiert war, sondern auch, dass er offensichtlich die Einladung für die lang geplante Hochzeit seiner neuen Bekanntschaft war. Leif seufzte. Vor wenigen Wochen hatte er noch das zweifelhafte Vergnügen gehabt mit diesem Ascaiathschen Speichellecker zu telefonieren. Er hatte etwas über eine von Luceijas immer weniger werdenen Nachuntersuchungen wissen wollen und angesprochen, dass er Leif nur "zu gern" dabei haben würde. Dass es sich dabei nur um das reinwaschen schmutziger Westen handelte, wusste der Schwede bestens. So hatte er das Gespräch eigentlich auch abgewürgt und seine "neue" Adresse gar nicht erst preisgeben müssen. Doch Leute wie diese fanden einen wohl überall.

    Die Wohnungstür fiel schwer ins Schloss und nach diesem Tag war es eine Wohltat die Schuhe abzustreifen.
    Nur auf Socken schlich Leif durch den langen Flur ins riesige Wohnzimmer. Das Penthouse, früher eine Hafenlagerhalle, in Mörbylånga war dabei tatsächlich so gut umgebaut und jetzt beheizt das es keinerlei Hausschuhe zum Trotz der Kälte brauchte.
    Doch noch viel beeindruckender als die schmeichelnde Fußbodenheizung war der Ausblick auf das Wasser, geradewegs durch das Panoramafenster des Wohnraumes, in dem sein Mitbewohner in einem lauschigen Sessel saß.
    Entgegen üblicher Verhaltensweisen sah der nicht nach draußen, sondern verfolgte mehr oder minder gespannt die Nachrichten des ANN.
    Auf seinem Schoß Platz genommen hatte Kyra. Eine Hündin die vor zwei Jahren zur Therapieunterstützung bei Odinn "angesetzt" wurde. Später hatte niemand es übers Herz gebracht das flauschige Etwas ziehen zu lassen. So ließ sie es sich in vorzeitigem Ruhestand jeden Tag die Sonne auf den Pelz scheinen oder machte Hafenspaziergänge mit Leif und dem ehemaligen Staff Commander, der die Leine locker aus dem Rollstuhl heraus führte.
    "Hier.", warf Leif ihm den Umschlag beiläufig zu und schlurfte weiter in die offene Küche, wo er einen ernüchternden Blick in den Kühlschrank warf.
    "Willst du sie verbrennen oder doch lieber hingehen und ihr das Kleid vollkotzen?"
    Das war in der Tat wenig scherzhaft gemeint. Zuletzt hatte Odinn die schriftlichen Anteilnahmen und Entschuldigungen der blonden Reporterin entweder eiskalt ignoriert oder aber war - wie ein einziges Mal bei einem Blumenstrauß - vollends ausgeflippt. Alles im Rahmen seiner Möglichkeiten, wobei dennoch eine Spritze zur Beruhigung nötig gewesen war.
    Doch wie so oft sagte der Rothaarige einfach nichts, sondern musterte die Einladung desinteressiert und wischte sie mit einem Wink von sich und Kyra.
    Mit ihr und auf seinem bequemen Drehsessel mit Fußteil sah er für einen wahnwitzigen Moment aus wie Dr. Evil. Bevor Leif jedoch schmunzeln konnte, klatschte er mit gespieltem Tatendrang in die Hände.
    "Kyra braucht ihre abendliche Runde noch. Soll ich dich umsetzen und wir gehen zusammen?"
    Die blauen Augen seines Gegenübers reagierten prompt und blinzelten etwas unwirsch. Auch betonte er seine Stimme gewohnt lässig klingen zu lassen, doch Leif hörte heraus, dass ihr Demut beiwohnte, als er sagte "Die haben wir schon hinter uns."
    Das Haus allein, schlimmstenfalls ohne seinen Rollstuhl zu verlassen, hatte Odinn schon einmal einen herben Rückschlag ein- und beinahe umgebracht.
    Demnach konnte Leif, der innert Sekunden vor Wut kochte, den irischen Dickkopf in dieser Sache schon lange nicht mehr einfach so davon kommen lassen.
    "Du warst-.. Alleine draußen? Verstehen wir uns richtig?"
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  6. #6
    Mal vas Idenna
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    Quote Originally Posted by AeiaCarol View Post
    Mühelos sprang er die wenigen, letzten Stufen hinauf. Die olle, gläserne Tür wäre ebenso im Nu aufgewesen, müsste Leif nicht wie ein jedes Mal gefühlte Stunden in seinem Rucksack nach dem Schlüssel suchen.
    Ja, Schlüssel. Tatsächlich bewohnte er eine - von außen - so alte Baracke dass er ihre Türen noch von Hand aufschließen musste. Genervt wie nicht selten dabei, strich er sich eine grau-silbrige Strähne aus dem Gesicht seiner schon wieder viel zu langen und mit ihm alternden Haare. Obwohl kaum 34, waren die vergangenen beiden Jahre turbulent genug gewesen, um ihn sich fühlen zu lassen als kratze er schon am Rentenalter. Müde sich jedoch weiter Gedanken um sein Gebrechen zu machen, hellte sich das Gesicht des Schweden schlagartig auf, als er seinen Schlüsselbund ertastete und wie einen Fisch an der Angel aus seinem Gepäck zog.
    Während seine Rechte bereits locker die Tür öffnete, langte die Linke in das hölzerne "Briefrohr" auf selbiger Seite zur Tür. Bereits auf den ersten Blick erkannte der Arzt ein Werbeschreiben, hakte es gedanklich ab und schmunzelte bei einer Aussichtskarte von Luceija, die er schon viel zu lang nicht mehr gesehen hatte. Was das wohl war? Omega? Kaum zu fassen dass sich in diesem Rattenloch etwas derartiges verkaufen ließ.
    Doch auch das schob er für's Erste beiseite und fühlte den feinen, eierschalenfarbenen Umschlag eines Briefes. Die kunstvollen Buchstaben darauf verrieten nicht nur dass er an ihn adressiert war, sondern auch, dass er offensichtlich die Einladung für die lang geplante Hochzeit seiner neuen Bekanntschaft war. Leif seufzte. Vor wenigen Wochen hatte er noch das zweifelhafte Vergnügen gehabt mit diesem Ascaiathschen Speichellecker zu telefonieren. Er hatte etwas über eine von Luceijas immer weniger werdenen Nachuntersuchungen wissen wollen und angesprochen, dass er Leif nur "zu gern" dabei haben würde. Dass es sich dabei nur um das reinwaschen schmutziger Westen handelte, wusste der Schwede bestens. So hatte er das Gespräch eigentlich auch abgewürgt und seine "neue" Adresse gar nicht erst preisgeben müssen. Doch Leute wie diese fanden einen wohl überall.

    Die Wohnungstür fiel schwer ins Schloss und nach diesem Tag war es eine Wohltat die Schuhe abzustreifen.
    Nur auf Socken schlich Leif durch den langen Flur ins riesige Wohnzimmer. Das Penthouse, früher eine Hafenlagerhalle, in Mörbylånga war dabei tatsächlich so gut umgebaut und jetzt beheizt das es keinerlei Hausschuhe zum Trotz der Kälte brauchte.
    Doch noch viel beeindruckender als die schmeichelnde Fußbodenheizung war der Ausblick auf das Wasser, geradewegs durch das Panoramafenster des Wohnraumes, in dem sein Mitbewohner in einem lauschigen Sessel saß.
    Entgegen üblicher Verhaltensweisen sah der nicht nach draußen, sondern verfolgte mehr oder minder gespannt die Nachrichten des ANN.
    Auf seinem Schoß Platz genommen hatte Kyra. Eine Hündin die vor zwei Jahren zur Therapieunterstützung bei Odinn "angesetzt" wurde. Später hatte niemand es übers Herz gebracht das flauschige Etwas ziehen zu lassen. So ließ sie es sich in vorzeitigem Ruhestand jeden Tag die Sonne auf den Pelz scheinen oder machte Hafenspaziergänge mit Leif und dem ehemaligen Staff Commander, der die Leine locker aus dem Rollstuhl heraus führte.
    "Hier.", warf Leif ihm den Umschlag beiläufig zu und schlurfte weiter in die offene Küche, wo er einen ernüchternden Blick in den Kühlschrank warf.
    "Willst du sie verbrennen oder doch lieber hingehen und ihr das Kleid vollkotzen?"
    Das war in der Tat wenig scherzhaft gemeint. Zuletzt hatte Odinn die schriftlichen Anteilnahmen und Entschuldigungen der blonden Reporterin entweder eiskalt ignoriert oder aber war - wie ein einziges Mal bei einem Blumenstrauß - vollends ausgeflippt. Alles im Rahmen seiner Möglichkeiten, wobei dennoch eine Spritze zur Beruhigung nötig gewesen war.
    Doch wie so oft sagte der Rothaarige einfach nichts, sondern musterte die Einladung desinteressiert und wischte sie mit einem Wink von sich und Kyra.
    Mit ihr und auf seinem bequemen Drehsessel mit Fußteil sah er für einen wahnwitzigen Moment aus wie Dr. Evil. Bevor Leif jedoch schmunzeln konnte, klatschte er mit gespieltem Tatendrang in die Hände.
    "Kyra braucht ihre abendliche Runde noch. Soll ich dich umsetzen und wir gehen zusammen?"
    Die blauen Augen seines Gegenübers reagierten prompt und blinzelten etwas unwirsch. Auch betonte er seine Stimme gewohnt lässig klingen zu lassen, doch Leif hörte heraus, dass ihr Demut beiwohnte, als er sagte "Die haben wir schon hinter uns."
    Das Haus allein, schlimmstenfalls ohne seinen Rollstuhl zu verlassen, hatte Odinn schon einmal einen herben Rückschlag ein- und beinahe umgebracht.
    Demnach konnte Leif, der innert Sekunden vor Wut kochte, den irischen Dickkopf in dieser Sache schon lange nicht mehr einfach so davon kommen lassen.
    "Du warst-.. Alleine draußen? Verstehen wir uns richtig?"


    Die Nachmittagssonne stand schon tief über den Horizont und strahlte schwach durch die große Panoramascheibe in die schicke Altbauwohnung. Ein fast noch schönere Anblick war, wie sich das Spiegelbild der Sonne auf den vielen Wellen im Meer, das direkt durch das Fenster zu sehen war, brach und faszinierende Lichtspiele warf.
    Obwohl Odinn diesem Anblick sonst stundenlang zusehen konnte, war heute seine Aufmerksamkeit dem Nachrichtenprogramm von ANN gewidmet, das gerade eine Sondersendung über die Gerüchte um Commander Shepard sendete.
    "Die haben doch alle keine Ahnung. Und die, die sie haben, werden den Teufel tun und etwas sagen", brummte Odinn, während er Kyra den Kopf kraulte.

    Er hörte Leif schon, ehe dieser überhaupt den Schlüssel ins Schloss gesteckt hatte. Das Klimpern der Schlüssel in seinem Rucksack und die Trittgeräusche, die der Arzt machte, wenn er die Treppe im Lauf erklomm, waren unverkennbar. Leider führten auch genau diese Worte Odinn immer wieder vor Augen, welche Dummheit er an jenem verhängnisvollen Tag vor mehr als Zwei Jahren begangen hatte. Eben diese Dummheit war nun auch dafür verantwortlich, dass sich der Staff Commander a. D. im Moment ziemlich kaputt fühlte. Der eigenständige "Spaziergang" mit der Hündin Kyra war deutlich anstrengender und beinahe auch katastrophaler geworden, als er befürchtet hatte. Dennoch war es ein Erfolg gewesen. Er hatte es schließlich alleine geschafft, die Wohnung zu verlassen und ein paar Schritte zu gehen. Allerdings war die Parkpank, die eigentlich nur ein paar Meter entfernt stand, für Odinn wie der Planet nach einer Jahrelangen Reise im Raumschiff vorgekommen und als er sie schließlich erreicht hatte, ließ er Kyra an der langen Leine laufen und ihr Geschäft verrichten, während er selber die Kraft sammelte, um wieder zurück in die Wohnung zu kommen. Natürlich mit dem Aufzug.
    "Du warst-.. Alleine draußen? Verstehen wir uns richtig?"
    Odinn, der immer noch schweißgebadet war, blickte dem Schweden direkt in die Augen: "Ich und Kyra waren außerhalb der Wohnung und Spazieren. Daher würde ich schon sagen: Ja, ich war draußen. Aber zu meiner Verteidigung muss ich noch vortragen, dass Kyra dringend musste."
    Natürlich wusste der rothaarige Ire was nun kommen würde und bereitete sich innerlich auf eine lange und intensive Standpauke seines Arztes und Freundes vor.
    Last edited by Mal vas Idenna; 19.01.2014 at 19:43.

  7. #7
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    Rückblick - Jahr 2185

    Zügige Schritte hallten durch den schwarzgefließten, engen Gang, der links und rechts von sicherlich drei Meter hohen, metallenen und mit Plastikanstrich überzogenen Wänden zu einer regelrechten Schlucht verkam. Ein Klacken folgte dem nächsten, einmal so schnell hintereinander, dass man das Stolpern jener Person kaum noch vermuten musste. In diesen Schuhen kein großes Wunder: Fünfzehn Zentimeter hohe Pfennigabsätze eines Paars rabenschwarzer Lackpeeptoes balancierten den drahtigen Körper der adrett gekleideten Frau. Noch dazu balancierte sie selbst sowohl drei abgegriffene Pads zwischen den Fingern ihrer rechten Hand, also auch einen Stapel in Schrittgeschwindigkeit wehende Papiere - in Eile in verschiedenste Umschläge gedrückt - unter dem linken Arm. Ihre blonden, kinnlangen, feinen Härchen schlossen sich dem wilden Takt an und hüpften beinahe freudig an ihren Rouge-bedeckten Wangen. So rosig sah sie dabei aber garnicht aus. Eher gestresst schnaubte die Dame mittleren Alters ihre über alle Maßen glattgestreckten Spitzen, die ihr gelegentlich die Sicht zu behindern versuchten, aus dem Gesicht. Zwar war sie mit markanten Gesichtszügen gesegnet, aber erkannte man das langsam heranschleichende Alter trotz allem - kein Makeup konnte kaschieren, was die Chirurgie nicht schon das letzte Jahrhundert gelernt hatte. Mit einem Mal stockte die Dame, deren Vorteile eher im Körper steckten als im Gesicht, machte einen scharfen Schritt nach links und spielte irgendwie mit linker Hand die ID-Card, die um ihren Hals hing, in den Schlitz neben der Türe, wobei sie beinahe eines der Hefter unter ihrem Arm verlor.
    Keine Sekunde später sprang die Tür zu beiden Seiten auf und verschwand wie gewohnt für einen kurzen Moment komplett in der Wand. Sie gab den Weg in ein spärlich beleuchtetes und verrauchtes Zimmer frei, in dem unzählige Monitore in unzählige Richtungen zeigten und je nach Bewegung der vor ihnen sitzenden Person mitschwenkte. Ansonsten war der Raum nicht gerade von Technik geschmückt - es sah eher aus wie ein übertrieben prunkvolles Hotelzimmer aus den 1920ern - und roch entsprechend nach Alkohol, teurem Herrenparfum und dem Rauch, den man aber ebenso sehen wie riechen konnte. Die Anzugdame wedelte dabei garnichterst großspurig in der Luft herum sondern ertrug den Geruch professionell und kam dann auf den Herren zu.
    "Hier sind die Unterlagen, die Sie einsehen wollten, Mister Dell'Aquila.", sprach die Blondine mit leicht russischem Akzent aus, den sie jedoch gekonnt zu unterdrücken versuchte, und platzierte die Dokumente in fein-säuberlicher Reihenfolge auf dem Schreibtisch. Oben auf legte sie beide Pads - der Wichtigkeit sortiert nebeneinander - und schaltete das dritte nach einer kurzen Fingerübung an. "Wie Sie sehen, haben wir exakte Werte messen können. Woher dieser Anstieg", sie deutete auf eine hohe, lilafarbene Kurve innerhalb des bunten Diagrammes, "jedoch kommt, wissen wir nicht. Es entstanden einige Verbindungsabbrüche."
    Sie übergab das Pad bedächtig und kassierte ein strenges Nicken.
    Der "Alte" widmet sich nun höchstselbst diesem Dokument. Sein moderates Alter legte sich mittlerweile in tiefen Furchen in das gefasste Gesicht. Als säße es innerhalb eines Bürokomplexes, trug er sowohl einen perfekt geschneiderten Designeranzug als auch polierte, schwarze Schuhe. Er überflog die Statistiken im Schnelldurchlauf.
    "Esattamente quando è stato raggiunto il picco."*', fragte er angespannt und dazu ohne es wirklich wie eine Frage klingen zu lassen. Er wartete nicht mal ab, stand stattdessen langsam auf und schritt bedächtig durch den Raum, während die Blondine die Antwort präsentierte wie Google auf eine Suchanfrage. "2183, etwa im Oktober." "E dove?""Auf dem Planeten Utha, Sir. Allem Anschein nach ist die Behandlung erfolgreich gewesen."

    Eine Handbewegung seitens Dell'Aquila folgte und das Bild der 1920er-Wohnung schwand und gab den sich dahinter befindlichen, tatsächlichen Raum preis - ein relativ kühler, mit blau-weißem Licht ausgeleuchteten Raum der stark an ein Staatsgebäude aus der Citadel erinnerte. Ein paar Sitzgelegenheiten in der Ecke - eine Pflanze einsam in der Ecke, die das eintönige Bild tatsächlich aufzuhellen wusste. Ein viel klinischerer Schreibtisch verbarg sich unter dem scheinbar uralten Holzmodell, auf ihm stapelten sich bereits weitere Dokumente die alle mit unterschiedlichen Symbolen und Worten beschrieben waren, die so ohne Zusammenhang keinen Sinn ergeben wollten.

    Scheinbar zufrieden schmunzelte der Italiener nun - diese ersten Peaks waren wie ein Sechser im Lotto und nachdem er sich sicher sein konnte, dass das entlaufene Küken wieder eingefangen wurde, stand nichts mehr im Weg um die lang gesäte Frucht auch endlich zu ernten.

    "Non contare troppo su Utha", bemerkte er, als er weiterscrollte und diverse kleinere, aber ebenso wichtige Peaks innerhalb seiner Statistik beäugte wie ein Adler. Seine dunklen Augen blitzten für den Moment hell auf. " Il rash è impressionante, ma non particolarmente rappresentativo." Auf die Worte hin schaltete er das Pad aus, warf es sanft auf den Schreibtisch zurück und warf einen drängenden Blick auf die blonde Assistentin. "Che cosa siete ancora qui? Si Revive Progetto obbedienza!"

    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)

    *' = Wann genau wurde der Peak erreicht.
    *² = Und wo?
    *³ = Verlassen Sie sich nicht zu sehr auf Utha. Der Ausschlag ist beeindruckend, aber nicht besonders repräsentativ. Was stehen Sie hier noch rum? Reanimieren Sie Project Obedience!
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  8. #8
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    Heute, Vormittag des 16. Februar 2186. Omega.

    Man könnte meinen es war ein schlechter Scherz, so still wie es hier in diesem Rattenloch von Wohnung auf Omega im Augenblick war. Komplett isoliert von dem lauten und anstrengenden Treiben außerhalb - der lauten Clubmusik und den wummernden Bässen, die direkt in Mark und Bein gehen; die grellen Neonlichter, die sowohl verschiedene Must-See Places mit ausreichend auffallender Werbung markieren, als auch Straßenlampen aus dem 20.-Jahrhundert ersetzen und den gesamten Asteroiden in ein permanentes, dämmriges Licht hüllen - war es ausschließlich das Rascheln eines Lakens und ruhige Atemzüge, die die Ruhe durchbrachen. Tatsächlich aber war es so - die beiden Fensterscheiben oft genug gedämmt um den Lärm auch außerhalb zu lassen, konnte die junge Frau die Ruhe wenigstens so lange genießen, bis nach einem kurzen Öffnen der schläfrigen Augen und dem gezielten, einzelnen Blick in Richtung der Zeitanzeige auf der anderen Seite des muffigen Raumes ein leises "Scheiße" an ihren Lippen vorbeikam.
    Nicht mehr lange, dann würde der Wecker klingeln und wenn sie sich eines vorgenommen hatte, dann, dass sie vor jenem Weckerklingeln bereits meilenweit von hier entfernt war. Das gehörte zu ihren Standards.
    Rasch setzte sie sich auf, schlang das dünne Laken um ihren in Einklang gebrachten, zierlichen Körper und griff mit einer Hand so schnell es ihr möglich war nach den ganzen Klamotten, die rund um das Bett verteilt lagen und ein Bild ergaben, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Ein Murren verriet ihr, dass sie offenbar etwas zu laut gewesen war. Der Schulterblick versicherte der Halbitalienerin allerdings schnell, dass der Unbekleidete am anderen Ende des Bettes noch immer mit dem Rücken zu ihr lag und nach einer kurzen Neupositionierung ruhig weiteratmete und -schlief. Luci seufzte erleichtert, setzte ihren Weg voran und schlich um das Bett, an dessen anderen Ende die Hose des jungen Mannes lag und sich an Hosentaschenstelle seltsam ausbeulte. Ohne weitere Zeit zu verschwenden griff sie in genau diese Hosentasche und zog einen fünf Zentimeter dicken Stapel Creditchips heraus. Sie musste schmunzeln, als sie das Plastik zwischen ihren Fingern spürte. Wie-auch-immer-er-gleich-hieß würde die garantiert nicht mehr vermissen - und wenn, konnte er das mit ihr und ihrer Predator gerne im Detail besprechen. Entsprechend selbstgefällig schlich sie dementsprechend weiter, verlies den Raum und lies dann endlich das Laken fallen um in Rekordzeit zurück in ihre Kleidung zu schlüpfen.
    Ein weiteres, eher gedecktes Seufzten konnte sich die heute Neunundzwanzigjährige dabei nicht verkneifen. Unfreiwillig passierte sie jedes Mal - beim Aus- und Ankleiden, beim Duschen, beim bloßen Blick in den Spiegel - diese vielen, gefühlt abertausend Stellen ihres mittlerweile auf ein annäherndes Normalgewicht angestiegenen Körpers, die mit unterschiedlichsten Blessuren gesprenkelt waren. Und jedes Mal wieder erfüllte sie der alleinige Gedanke an die Herkunft mancher mit purer Kälte und unbarmherziger Verachtung. Nein, Gefühle würde sie nicht mehr zeigen. Nicht nur, dass sie im Alltag ungebräuchlich waren, sie standen im Einklang mit dem unweigerlichen Verderb der eigenen Seele. Man pellte sich aus der eigenen Haut, lag vor anderen oder einem anderen brach, der sich rücksichtslos an den eigenen Schwächen bedienen, einen beeinflussen und zum eigenen Vorteil ausnutzen konnte, bis er den Spaß daran verlor und mit Tritten für Abstand sorgte. Nie wieder. Nichts desto trotz hatte sie all die Narben ebenso behalten wie die Tätowierung an ihrem rechten Unterarm - denn keine Beweise dafür, sich nicht wieder ein weiteres Mal zu öffnen und damit zu psychisch zu brechen, waren besser als diese. Sie musste sie vor Augen haben. Musste vor Augen behalten, welche unumstößlichen Fehler sie gemacht hatte und somit sicherstellen, dass sie selbst im Traum niemals wieder so eine Schwäche zeigte. Und niemals wieder in Frage stellte, was ihre Familie - was Cerberus - für sie bedeutete. Es war die einzige Liebesgeschichte, die sie brauchte.

    Zurück in ihren Klamotten war sie schneller zurück auf den Straßen Omegas, als der Kerl sie hatte 'Flittchen' rufen können. Ein Glück für ihn, dass sie nichts davon gehört hatte.

    Rückblick

    Omega hatte sich nicht verändert. Diese düstere Stimmung, der Geruch von Metall und Chemie, die Isolation als ein Krimineller unter tausenden war das, worauf Luceija Natalicia Ascaiath niemals hätte verzichten sollen. Es war der einzige Ort neben den sandigen Stränden von Palermo, an denen sie sich wirklich zu Hause fühlte. Und Strände waren in den nächsten Jahren keine Option mehr. Nein, Omega hatte sie angesteuert, da waren ihre Operationswunden, die jetzt nur noch in zusätzlichen Narben auf ihrem ohnehin schon zu einem Flickwerk verkommenen Körper zu erkennen waren, noch gar nicht verheilt. Jeder ihrer Sinne steuerte diese Gegend an. Hier hatte alles angefangen, hier war alles noch in Ordnung bevor sie so dumm und naiv war, sich anderes hatte einreden zu lassen. Hier war die Leere, die sie in ihrem Inneren empfand am besten erträglich. Und nicht zuletzt war es der Ort, an dem sie gebraucht wurde. Und wann immer die Familie sie brauchte, würde sie da sein. Und ihren Verrat verbüßen.

    Ihre Wohnung wäre beinahe die selbe geblieben, wenn man von einigen Aktionen seitens Cerberus absah, die dafür gesorgt hatten, dass man die Bleibe nicht länger mit einer ihrer Agenten in Verbindung bringen konnte. Nein, ansonsten war hier alles genau so, wie sie es verlassen hatte. Noch immer lag der modrige Geruch in der Luft. Noch immer dieser unmissverständliche Drang, jetzt zur Spritze zu greifen und aus diesem Ort die schönste Wohnung überhaupt werden zu lassen. Doch statt dieser Illusion hatte sie nur die harte Realität vor Augen. Ihr weniges Hab und Gut in einer Tasche auf dem vollgestaubten Tisch abstellend, riskierte sie erste, genauere Blicke auf der Interieur. Klar war, dass die Staubschicht sich durch die komplette Bleibe zog und sich die Sauberkeit nicht hatte verbessern können. Klar war auch, dass es gespenstisch war, wie viel hier noch so intakt war, wie auch schon zu ihrer Abreise. Und wie wenig sich Cerberus um die Matratze scherte, die nach wie vor vollgesogen mit zweierlei unterschiedlicher Blutsorten unterdessen einen so heftigen Geruch absonderte, dass man sich nicht weiter umsehen musste um zu verstehen, dass es DAS war, was sie so gut an ein totes Tier erinnerte. Der Geruch war aber nicht das, was sie störte. Sie störte die Tatsache, dass die Matratze noch da war. Das sie unberührt gewesen war, seitdem Beyo auf ihr geschlafen und sich von seinen Verletzungen erholt hatte. Dass sie daneben gesessen hatte und ihn dabei beobachtet hatte wie er schlief. Seine Atemzüge verfolgte. Wusste, dass sich da etwas angebahnt hatte und es einfach nicht in Worte oder definitive Emotionen einkategorisieren konnte...und wie sehr sie ihn dafür hasste. Wie sehr sie sich selbst dafür hasste.

    Nichts konnte das wieder gutmachen. Diesen verdammten Schmerz, diese Wut, die sich in ihr angesammelt hatte. Hätte sie es doch gewusst. Hätte Luceija nur von Anfang an gewusst, auf was sie sich einlies. Ein schlechtes Gefühl hatte sie ja, aber warum brachte sie das nicht ab? War nicht genug, dass er ein Turianer war und ihr allein deshalb schon hätte klar werden müssen, dass es so endet? Noch mehr als sie sich aber darüber aufregte, noch mehr als sie sich verletzt fühlte, schämte sie sich und fühlte sich nach allen Regeln der Kunst gedemütigt. Da war sie schon so blind, da gab sie schon alles für diesen beschissenen Alien hin und was tat er? Spielte sich auf wie ihr Lebensretter. Als wäre ihm wichtig was mit ihr, was mit ihnen beiden war. Nahm sie emotional und körperlich aus - klaute ihr jede Erinnerung, jedes bisschen Ehrgefühl und Selbstachtung mit seiner perfekten Fassade der ach-so-perfekten Liebe - nur um sie eiskalt mit nichts zurück zu lassen.
    So oft hatte sie über das Szenario nachgedacht und kam letztlich zu dem Schluss, dass all das nichts anderes war als ausgeklügelte Taktik. Wie hatte sie das auch unterschätzen können. Von wegen war er nur Malkizans Mitläufer, oh nein. Er war kein Mitläufer, er war sein Schüler. War ihm ebenbürtig. Ebenso verworren, ebenso verdorben, ebenso falsch, ebenso kaltherzig und brutal, ebenso notgeil, ebenso dreckig, ebenso berechnend. Er wusste, was er ihr damit antut. Es war sein Plan, sie von Cerberus loszureißen und dann ihrem Schicksal zu überlassen. Ihr dabei noch jeden Boden unter den Füßen wegzureißen, den er finden konnte.

    Nichts von dem was hier stand konnte mehr hier bleiben. Nichts. Jede Erinnerung musste vernichtet werden, also vernichtete sie jede Erinnerung. Jede noch so kleine. Alles, was sich noch in den Schränken befand, alles was noch irgendwo herumstand zerstörte sie in voller Rage. Teller klirrten, als sie an der Wand zersprangen, die Milliarden unterschiedlicher Fläschchen, die auf der Küchentheke standen wurden mit einem Wisch ihres Arms abgeräumt, alles um sie herum zersplitterte und ging zu Bruch. Minutenlang konnte man bis auf die Straße hinaus den Krach hören, der sich in der kleinen Einzimmerwohnung abspielte. Die Stühle packte sie an den Beinen und zerschlug die Küchenschränke zu Sperrholz - und nicht zuletzt war es die Matratze, die sie erbarmungslos vom Bettgestell hinunter und nach draußen zog und mithilfe eines Hand-Bunsenbrenners, den man normalerweise zum Zerschmelzen von Metallen nutzte, in Brand setzte.

    Was auf dieses absolut heillose Chaos folgte, war ein absehbarer Nervenzusammenbruch. Der erste Moment, in dem sie seit langem komplett alleine war. Der erste Moment, in dem sie nicht beobachtet wurde und das erste Mal dass sie tatsächlich zu verarbeiten wusste, wie übel man ihr mitgespielt hatte. Sie lag inmitten dieses gesamten Chaos auf dem ohnehin schon siffigen Boden auf ihrer linken Seite und weinte das erste Mal seit etwas über anderthalb Jahren.
    Nicht um Beyo.
    Sondern um sich selbst.

    Und dann war es kein einziger Gedanke mehr, der an ihn verschwendet wurde.
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    Der schönste Moment im Leben eines Menschen. Hätte er das vor zwei, drei Jahren noch jemandem genau so gesagt - hätte es genau so ausgesprochen und dabei diesen stolzen Ausdruck im Gesicht getragen, der an diesem Tag in seinem Gesicht gelegen hatte - hätte man ihn für unzurechnungsfähig gehalten und alles andere aber nicht sich selbst. Vielleicht war er auch nicht sich selbst, denn soetwas hatte er tatsächlich noch nie erlebt. Es war nicht so, dass Vigilio ein großer Kinderfreund gewesen war. Ganz besonders diese kleinen Blagen, die er manchmal auf der Citadel hatte halten müssen um für Terra Firma einen guten Schnappschuss abzugeben, gingen ihm gehörig auf den Keks. Aber ein wirklicher Feind war er auch nicht - das Familiending lag ihm einfach im Blut. Kinder bekommen - möglichst früh - zu ausgezeichneter Schul- und Ausbildung und Studium zu verhelfen und unter allen Umständen das beste Bild innerhalb der Gesellschaft zu geben war schlussendlich genau das, was man ihm in seiner Kindheit eingetrichtert hatte und nicht zuletzt das, was in eines Ascaiaths Uritalienischem Blut verankert gewesen war. Und dann kam tatsächlich viel eher als erwartet oder geplant dieses kleine, so unheimlich winzig kleine und im Grunde kaum lebensfähiges Etwas viel zu früh auf die Welt - lag so zerbrechlich wie eh und je in tausenden Laken eingewickelt wie ein locker geschnürtes Paket in seinen Armen und konnte noch nicht mal die winzig-kleinen Augen öffnen.. . Als er das sah - als er sie das erste Mal sah, Emma Alessia Ascaiath, seine kleine, wunderschöne Tochter von dieser bildhübschen, perfekten Frau - war er der glücklichste Mensch der Welt.

    Noch heute - schon beinahe ein Jahr vergangen - musste er lächeln, als er an die Geburt seines Kindes dachte, die er beinahe - um ein Haar - verpasst hatte. Zu oft und zu intensiv hatte er gearbeitet, als Cerberus Zeichen auf massivstem Alarm standen. Aber oft genug konnte er auch einfach nicht anders, musste abschalten und kam absichtlich ein, zwei Stunden später nach Hause als er sollte, weil er dank unsäglicher Kopfschmerzen nichtmehr geradeaus sehen konnte.
    Es war noch etwas ganz anderes, als er für sich alleine war. Zwar hatte er schon damals in Enricos Auftrag auf seine heutige Fast-Frau aufgepasst, aber dennoch hatte er sich noch so etwas wie Selbstständigkeit bewahrt, die ihn im Falle des Falles nicht in Panik versetzen musste. Jetzt aber hatte er etwas zu verlieren, was über seinen Reichtum und die beiden Eltern hinaus ging: er hatte nun selbst eine Familie und musste jede verdammte Minute dazu nutzen, sie irgendwie zu schützen. Sich auf seine Aufgabe konzentrieren, die so existenziell war, dass man sie nicht nach hinten anschieben konnte.
    Die Celestial-Cell gab es nicht mehr, da hatte Vigilio kaum geschafft das Buch zu beenden. Cerberus neuer Input wurde klar und deutlich kommuniziert, lange Diskussionen abgeschnitten und die Celestial-Cell kurz und knapp zum Project Celestial abgeschwächt und in eine andere Zelle integriert, somit also auch er. Zu seinem Glück fanden auch seine Vertrauenspersonen Donal und Cypher den Weg weiter in das Projekt. Manch andere aber, die er anfangs mühselig rekrutiert hatte, waren einfach in der Versenkung verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Gil musste da nicht lange nachfragen - sie waren entbehrlich und wurden auch genau so behandelt. Sie waren alle zu größerem bestimmt. Sie hatten alle wichtigere Aufgaben, als sich mit Illoyalen Bastarden aufzuhalten. Eine weitaus größere Gefahr stand unmittelbar vor ihrer Tür - die Gerüchte, die an jedermanns Haustüre klopfen waren harte Realität. Und Cerberus allein war auf dem Weg zu einer Lösung.


    Das Klingeln seines Comms weckte Vigilio Gaius Ascaiath aus den Gedanken. Schon wieder hatte er eine Stunde an seinem Schreibtisch in einer Raumstation nahe des Planeten Elysium gesessen, das Celestial-Buch mit zitternden Fingern durchgeblättert und dabei übervorsichtig die hauchdünnen Seiten von einer Buchseite auf die andere gelegt. Wieder hatte er Kopfschmerzen, aber aufhören zu lesen stand nicht zur Debatte. Es war, als würde das Buch ihn fesseln. Als würde er Zeile für Zeile regelrecht verschlingen und kam dennoch nicht wirklich voran - nein, immer noch irgendwo kurz vor der Mitte las er. Das Designerhemd, dass auf seiner mit kleinwagenteurem Herrenparfum bestäubten Haut lag, zeigte bereits erste Anzeigen zu eng zu werden und er öffnete den ersten Knopf. Ein prüfender Blick seiner stechend-grünen Augen stillte die beißende Vermutung, jemand hätte das Thermostat auf Anschlag gedreht. Wahrscheinlich - so vermutete er - wurde er einfach nur krank.
    Das Comm-Piepsen donnerte weiter in sein Ohr, bis er irgendwann, nach gereiztem Schnauben, auf es drückte und den Anruf entgegennahm. Interne Nummer.
    "Mister Ascaiath - Sir!", schien jemand gespielt am anderen Ende zu salutieren. Da brauchte es nicht lange und Vigilio wusste, wer dran war. Donal. Natürlich. "Perché, Don?"*, fragt er nur, zu gestresst um gerade den Spaß mit seinem alten Kumpel teilen zu können. "I still got Emmas present here pal, come over before you leave, kay?". Wieder ein Nicken, obwohl er es nicht sah. Vigilio war höchst froh darüber, endlich für ein paar Tage nach Hause zu können. Zurück in sein brandneues Zuhause in Laguna Beach, Californien... .


    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    *Warum, Don..?
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    Seamus O'Connell, Omega, das wiederaufgebaute Flamming Soul

    Gerade als er dabei war seine Mahlzeit mit einem Glas Whiskey hinunterzuspühlen (beziehungsweise damit das Glas Whiskey hinunterzuspühlen, den er trank um den Whiskey herunterzuspühlen mit dem er die Bohnen runtergespühlt hatte) trat ein fülliger Herr in den besten Jahren, ein Hut auf den mit Gel zurückgekämmten Haaren, der bullige Körper in einem feinen Nadelstreifanzug, der jedoch sehr zerknittert aussah, durch die Tür des Flamming soul.
    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)

    Unwirsch stieß er zwei junge Männer die gerade in ihrem Rausch miteinander rauften (noch immer herrschten hier raue Sitten) und in in seinen Weg von der Tür zur Schank kamen zu Boden, nickte lächelnd zum Dank als einer der gerade an der Theke saß aufsprang und ihm seinen Barhocker anbot und wuchtete sich auf den Hocker der ein leises, im Lärm der Bar untergehendes Knarren von sich gab.
    Seine tiefe, angenehm anzuhörende Stimme, die jedoch immer ein wenig bedrohlich wirkte formten gerade die Worte: "Buonasera signorina, un caffé corretto per favore!" als einer der beiden Streithähne sich aufrappelte und mit den Worten "Na warte, gleich zahle ichs dir heim!" auf ihn zurannte. Nun, vermutlich wollte er das rufen, doch der Mann im Anzug drehte sich um als er gerade bei 'zahle' war, und als wäre er gegen eine Wand gelaufen blieb er stehen, senkte sowohl Stimme als auch Fäuste und sagte stattdessen "zahle... ich ihnen einen... Drink. Tut mir leid dass ich ihnen im Weg stand, Signore Pescecane. Ich wäre ihnen gleich aus dem Weg... hab sie nicht kommen sehen, bitte um Verzeihung."
    Signore Pescecane lächelte. Er lächelte auf seine Weise, die Lachfalten die nun gut zu erkennen waren gaben seinem Gesicht einen sehr freundlichen Ausdruck, die Weise wie er beim Lächeln seine Zähne bleckte stach jedoch mehr hervor. Es gab Leute denen sagte man nach dass sie jemanden mit einem Lächeln im Gesicht umbringen würden, Signore Pescecane brauchte diese Gerüchte nicht, jeder der ihn lächeln sah wusste sofort dass er einer jener Männer war oder zumindest so schien.
    "Non ci sono problemi bambino! Jeder war doch mal jung, ich erinnere mich noch dran wie ich mich selbst in Bars geschlagen habe. Natürlich ging das bei mir immer so schnell dass es nie jemanden störte, außer den Kerl der die Blutspritzer wegputzen musste. Üben sie lieber in einem Boxstudio bis sie es draufhaben, capire?"
    "Ja... Ja Signore... Ja, verzeihung" und er war schneller weg als sein Kontrahent überhaupt aufstehen konnte. Auch er entschied sich das Lokal zu verlassen anstatt Signore Pescecane zur Rede zu stellen.
    Dem stellte Seamus nun höchstpersönlich seinen Café Corretto hin, dazu noch zwei Gläser mit einer Bernsteinfarbenen Flüssigkeit. "Abend Pete. Alles in Ordnung? "Ma sì! Ma sì! Alles in bester Ordnung. Meine 'Mitarbeiter' haben das mit den 'Importgütern' von der Erde geregelt." Pete Pescecane grinste,
    Seamus grinste ebenfalls. Müsste man dieses Bild in einer Karikatur festhalten, der Titel lautete 'Ein Hai und ein Wolf beim Kaffeetrinken'.
    Petes Worte bedeuteten dass eine ansehnliche Lieferung Waffen, Panzerungen und medizinische Ausrüstung es von der Erde nach Omega geschafft hatte.
    "Das ist schön. Besprechen wir näheres im Hinterzimmer?" "Non necessario." gab Pete zurück und schrie... nun, die Lautstärke war die in der ein anderer geschrien hätte, doch für ihn war es nur ein 'Erheben seiner Stimme': "Hei! Gente! Ora di chiusura! Sperrstunde, der letzte Drink aufs Haus, und dann raus hier!"
    Tatsächlich leerte sich das Lokal ohne ein einziges Widerwort, lediglich die Kellnerin fragte ob sie noch aufräumen sollte, woraufhin Pete ein charmantes "No, bella signorina, sie haben früher frei. Hier, für die freundliche Bedienung. Buonanotte!" hören ließ und der Kellnerin einen Creditchip zuschnippte, die sie fing, freundlich lächelte und sich verabschiedete.
    Als sie das Lokal verließ hielt ihm ein Mann im Anzug die Tür auf.
    "Da kommt er ja." sagte Pescecane schlicht als der Mann auf sie zukam. Der Hut wirkte unpassend, die kreisrunden Sonnenbrillen wirkten wie aus einem vergangenem Jahrhundert, über seinem Anzug trug er einen offenen Trenchcoat in Schwarz, darunter kam ein weißer Schal zum Vorschein. Sein Haar war rötlich blond, sein Oberlippen und Kinbart war etwas zu lang um gepflegt zu wirken, ansonsten sah sein Gesicht so aus als hätte er sich eine halbe Woche nicht rasiert, und als hätte er schon weitaus länger nicht geschlafen. In seinem Mundwinkel steckte eine zur Hälfte abgebrannte Zigarette und auf seiner Wange sah man eine leichte Rötung die verdächtig nach schlampig abgewischtem Abdrücken von Lippenstift aussah. Näher betrachtet wirkte seine gesamte Kleidung so als wäre sie einst fein gewesen, wurde aber schon seit Jahren getragen... oder seit Jahrzehnten, zwar war kein einziger Riss oder Fleck zu sehen, doch die Farbe wirkte etwas ausgebleicht, die Knöpfe hingen eine Spur zu weit herunter.
    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)

    "Wo er reinkommt geht man raus... Langsam fällt mir das echt auf, entweder du gehst rein wenn alles leer wurde, oder alles wird leer nachdem du hereinkommst, richtig geschäftsschädigend bist du"
    Mit rauchiger Stimme antwortete der angesprochene: "Pete, Seamus... Auch immer wieder ein Vergnügen. Und was kann ich dafür dass ich immer zur Richtigen Zeit komme?"
    "Von Schuld spricht keiner, Kurt, aber es fällt langsam auf, nicht wahr Pete?" "Si, si" "Kurt, nicht Sissi. Ein Bier, Lager, Pils oder Helles, wenn du mir Ale, Stout oder Porter andrehen willst..." "Ja, ist mir klar, 'ob Bier, Frauen oder Hund, der Deutsche der mags blond', ist in irgendeiner grauen Zelle hängen geblieben." "Guter Junge. Und, warum hat unser Caporegime das Lokal räumen lassen?"
    Seamus zapfte Kurt ein Helles und stellte es ihm mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck hin. Während Kurt mit einem Zug den Krug austrank fasste Seamus die neureren Vorkommnisse zusammen: "Also, der Signore und seine Familie haben es geschafft uns die benötigte Ausrüstung zu beschaffen, meine Wenigkeit hat eine alte Lagerhalle gleich um die Ecke für deine Jungs erworben und auch gleich genug Matratzen für alle. Ein wenig altes Baumaterial konnte ich auch noch auf die schnelle auftreiben, genug Platz zum Schlafen ist also da, und mit etwas Fleiß und können sollten sie es sich in ein paar Wochen ganz annehmbar einrichten können."
    "Wie viele meiner Jungs haben Platz?" "gut 30-40, wenn sie den Boden der dritten Ebene neu einziehen sind 60 gar kein Problem. Aja, 3 Duschen und 8 Klos sind drinnen und funktionieren, auch wenn aus zwei Duschen nur kaltes Wasser kommt. N paar zusätzliche könnt ihr locker noch anschließen. Im Erdgeschoß gibts eine alte Küche die die Arbeiter dort hatten, einen alten Herd kann ich euch noch schenken. Klingt das gut?" "Klingt brauchbar, fürs erste. Dürfte den Jungs gefallen."
    Um zu verstehen warum diese Unterkunft den Jungs gefallen dürfte muss man wissen dass es sich bei Kurts Jungs um Obdachlose handelte, hier auf Omega keine Seltenheit, und dass Kurt eine Art Anführer der Obdachlosen der näheren Umgebung war, einst selbst obdachlos schaffte er es mit 'diesem und jenem', wie er wage sagte, irgendwann einen Platz für sich und ein paar seiner Freunde zu finden. Nach einer Weile kamen immer mehr zu ihm, für viele konnte er ebenfalls einen Platz finden. Es dauerte nicht lange bis er eine Geschäftsbeziehung mit zwielichtigen Typen aufbaute, einen kleinen Aufstand anzettelte als diese ihn und seine Schützlinge betrogen und sich so die Überreste dieser Gang einverleibte, und sich den Respekt derer Feinde holte. Ihm entgingen Seamus Anstrengungen dieses Viertel wieder zumindest in eine etwas bessere Verfassung zu bringen nicht, und so schlossen sie vor Wochen einen Deal: Seamus besorgte Wohnräume und Nahrung, Pete Pescecane besorgte Waffen und Ausrüstung, und von Kurt bekamen sie die Männer.
    Mehr musste man wohl nicht erklären um die Absichten dieses Trios zu erkennen, sie wollten von hier ausgehend alle Gangs die den Bezirk bisher terrorisierten vertreiben, und selbst die Kontrolle übernehmen - um sie den Bewohnern wiederzugeben.
    "Magnificamente, mein Wort gilt noch immer, zusammen fegen wir das Ungeziefer - die Gangs meine ich - von hier weg. Und dann... ihre Jungs halten die Grenzen, meine Familie sorgt weiter für Waffen, Essen und den ganzen Rest, und Seamus..." "Muss ich alles noch mal ausführen? Zwingt mich dazu und ich werde euch was einführen, ihr wisst was ich beisteuern kann, und ihr wisst dass die Nachbarschaft hinter mir steht. Reicht das nicht?"
    "... und sie Seamus bringen und jetzt bitte eine Runde vom besten Tropfen damit wir damit auf unsere Pläne anstoßen können. Ich zahle."

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    Heute, Vormittag des 2. Februar 2186. Omega.

    Man könnte meinen es war ein schlechter Scherz, so still wie es hier in diesem Rattenloch von Wohnung auf Omega im Augenblick war. Komplett isoliert von dem lauten und anstrengenden Treiben außerhalb - der lauten Clubmusik und den wummernden Bässen, die direkt in Mark und Bein gehen; die grellen Neonlichter, die sowohl verschiedene Must-See Places mit ausreichend auffallender Werbung markieren, als auch Straßenlampen aus dem 20.-Jahrhundert ersetzen und den gesamten Asteroiden in ein permanentes, dämmriges Licht hüllen - war es ausschließlich das Rascheln eines Lakens und ruhige Atemzüge, die die Ruhe durchbrachen. Tatsächlich aber war es so - die beiden Fensterscheiben oft genug gedämmt um den Lärm auch außerhalb zu lassen, konnte die junge Frau die Ruhe wenigstens so lange genießen, bis nach einem kurzen Öffnen der schläfrigen Augen und dem gezielten, einzelnen Blick in Richtung der Zeitanzeige auf der anderen Seite des muffigen Raumes ein leises "Scheiße" an ihren Lippen vorbeikam.
    Nicht mehr lange, dann würde der Wecker klingeln und wenn sie sich eines vorgenommen hatte, dann, dass sie vor jenem Weckerklingeln bereits meilenweit von hier entfernt war. Das gehörte zu ihren Standards.
    Rasch setzte sie sich auf, schlang das dünne Laken um ihren in Einklang gebrachten, zierlichen Körper und griff mit einer Hand so schnell es ihr möglich war nach den ganzen Klamotten, die rund um das Bett verteilt lagen und ein Bild ergaben, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Ein Murren verriet ihr, dass sie offenbar etwas zu laut gewesen war. Der Schulterblick versicherte der Halbitalienerin allerdings schnell, dass der Unbekleidete am anderen Ende des Bettes noch immer mit dem Rücken zu ihr lag und nach einer kurzen Neupositionierung ruhig weiteratmete und -schlief. Luci seufzte erleichtert, setzte ihren Weg voran und schlich um das Bett, an dessen anderen Ende die Hose des jungen Mannes lag und sich an Hosentaschenstelle seltsam ausbeulte. Ohne weitere Zeit zu verschwenden griff sie in genau diese Hosentasche und zog einen fünf Zentimeter dicken Stapel Creditchips heraus. Sie musste schmunzeln, als sie das Plastik zwischen ihren Fingern spürte. Wie-auch-immer-er-gleich-hieß würde die garantiert nicht mehr vermissen - und wenn, konnte er das mit ihr und ihrer Predator gerne im Detail besprechen. Entsprechend selbstgefällig schlich sie dementsprechend weiter, verlies den Raum und lies dann endlich das Laken fallen um in Rekordzeit zurück in ihre Kleidung zu schlüpfen.
    Ein weiteres, eher gedecktes Seufzten konnte sich die heute Neunundzwanzigjährige dabei nicht verkneifen. Unfreiwillig passierte sie jedes Mal - beim Aus- und Ankleiden, beim Duschen, beim bloßen Blick in den Spiegel - diese vielen, gefühlt abertausend Stellen ihres mittlerweile auf ein annäherndes Normalgewicht angestiegenen Körpers, die mit unterschiedlichsten Blessuren gesprenkelt waren. Und jedes Mal wieder erfüllte sie der alleinige Gedanke an die Herkunft mancher mit purer Kälte und unbarmherziger Verachtung. Nein, Gefühle würde sie nicht mehr zeigen. Nicht nur, dass sie im Alltag ungebräuchlich waren, sie standen im Einklang mit dem unweigerlichen Verderb der eigenen Seele. Man pellte sich aus der eigenen Haut, lag vor anderen oder einem anderen brach, der sich rücksichtslos an den eigenen Schwächen bedienen, einen beeinflussen und zum eigenen Vorteil ausnutzen konnte, bis er den Spaß daran verlor und mit Tritten für Abstand sorgte. Nie wieder. Nichts desto trotz hatte sie all die Narben ebenso behalten wie die Tätowierung an ihrem rechten Unterarm - denn keine Beweise dafür, sich nicht wieder ein weiteres Mal zu öffnen und damit zu psychisch zu brechen, waren besser als diese. Sie musste sie vor Augen haben. Musste vor Augen behalten, welche unumstößlichen Fehler sie gemacht hatte und somit sicherstellen, dass sie selbst im Traum niemals wieder so eine Schwäche zeigte. Und niemals wieder in Frage stellte, was ihre Familie - was Cerberus - für sie bedeutete. Es war die einzige Liebesgeschichte, die sie brauchte.

    Zurück in ihren Klamotten war sie schneller zurück auf den Straßen Omegas, als der Kerl sie hatte 'Flittchen' rufen können. Ein Glück für ihn, dass sie nichts davon gehört hatte.


    Sie stolzierte schon beinahe über Omegas Straßen - wie preisgekrönt bahnte sie sich mit in viel zu schnell geschlüpften Klamotten, dessen Oberteil noch halb von ihrer Schulter hing, ihren Weg durch die verworrenen Straßen und ignorierte dabei die gierigen Blicke als sie unverblühmt die Creditchips auf Augenhöhe vor sich hielt und pinibel nachzählte. Sie schmunzelte verwegen, als ihr klar wurde, dass sie den fast schon bemitleidenswerten Typen, der ein Mitbringsel von ihrem Ausflug ins HiTension! - ein kleiner, unterbesetzter Club am regelrechten Hintern von Omega - gewesen war, um seinen gesamten Monatslohnt gebracht haben müsse. Selbst schuld, so dachte sie sich. Man war auch reichlich dumm wenn man glaubte, auf Omega würden einem die Frauen freiwillig in den Schoß springen. Besonders aber junge Söldner gab es hier zu Hauf, denen man allein schon des Reizes und Spaßes wegen die Creditchips nur so aus der Tasche ziehen konnte. Entsprechend triumphal erschien Luci auch ihre eigene Ausbeute, die sie nach ausgiebiger Betrachtung und der Vergewisserung, sich echte Chips erschlichen zu haben, mangels Hosentasche unter den Bund ihrer Hose klemmte.
    Tief atmete sie den industriellen Staub des Asteroiden ein und wirkte dabei schon fast, als würde sie genießen was sie tat. Die Schultern hingen etwas lockerer, sie schien nicht mehr so verkrampft wie auf Trident und inzwischen heraufbeschworener Familienproblematiken, die weder in ihre Planung noch ihr Alter gepasst hatten. Geschweige denn zu ihrer Abstammung und das massive Ego, dass sich dahinter schlafen gelegt hatte.

    Nach weiteren drei Minuten und Siebenundzwanzig Sekunden, kam sie endlich in ihrem zu Hause an und wenn man es sich jetzt besah, kam man sich vor als befände man sich an einem ganz anderen Ort. Nachdem sie vor etwas über einem Jahr bei ihrer Rückkehr nach Omega einen kleinen Ausbruch hatte und sich so manche Ausgangslagen in ihrem Leben geändert hatten, rieselten ein paar kleinere Investitionen in ihre heruntergekommenen vier Wände und ersetzten alles, was jemals auch nur mit einem Turianer-dessen-Name-nicht-mehr-genannt-werden-durfte in Verbindung stand oder nur daran erinnerte komplett. Das beinhaltete im Grunde alles. Der einzige Punkt war: Luceija war scheiß egal, welche Einrichtung sie hatte und letztlich gleichte die Wohnung schnell wieder einem absoluten Chaos.
    Durch dieses Chaos bahnte sie sich jetzt ihren Weg, stolperte dabei über mindestens eine ausgetrunkene Flasche, die so streng roch, dass man nur auswählen musste, aus welchem Jahr der Fusel stammte und schmiss ein paar Einkäufe auf das erneuerte Bett, in das man nicht länger direkt fiel, wenn man eintrat sondern nun an der Wand unter ihrem einzigen Fenster stand - eine Entscheidung, mit der sie nicht sonderlich zufrieden war. Aus der glänzend-grauen Tüte rollten ein paar seltsame Gegenstände die weder nach Waffe, noch Drogen oder einem anderen Mittel aussahen, mit dem man sich selbst oder andere in unmittelbare Gefahr brachte. Tatsächlich waren es ein paar Äpfel (unterdessen lange nicht mehr von der Erde sondern aus diversen Kolonien, die noch Felder mit Apfelbäumen versahen), die sie in ihrem 'Zustand' mehr als dringend gebrauchen konnte. Essen allgemein - dessen Ermangelung wie Leif nun nachträglich herausfand, ebenfalls maßgeblich an ihrer Erkrankung und dem damaligen Koma gelegen hatten. Sozusagen eine Art Push in die Scheiße, wenn sie ohnehin schon bis zum Kinn stand.

    Unwillkürlich griff sich die heute Neunundzwanzigjährige in den Nacken, zog einen Moment die Luft scharf ein und schlenderte dann ins Badezimmer, dessen Beleuchtung automatisch bei ihrer Ankunft ansprang. Nach einem Blinzeln warf sie Blicke in ihr unwirkliches Selbst: Wirklich maßgeblich zugenommen hatte sie nicht, aber die durch OP und magerem Krankenhausfutter eingefallenen Wangen waren endlich weg und man konnte sie wieder Menschlich nennen. Sogar etwas Farbe war zurückgekehrt. Der Körper glänzte noch immer in zierlichem Untergewicht, aber aus der drastischen Zone war Luceija nun endlich raus - so oder so wäre es bei ihrer hochgradigen Ernährungsumstellung früher oder später dazu gekommen. Über ihrer zierlichen Schulter, dessen Vielzahl von Narben sie gelernt hatte weitestgehend zu ignorieren und auch einige davon zu akzeptieren, lagen ihre verdammt langen, aalglatten Haare, die mittlerweile allerdings nicht länger in sattem Schwarz sondern in einem perfekt übergangslosen Türkis glänzten. Der Grund dafür war nicht weit von ihr entfernt und lag wackelnd auf dem Spülkasten der Toilette: Ein schmales Etui dutzend kleiner, absolut identisch aussehender Kapseln, die ausschließlich über eine winzige, eingepresste Nummern und eine im Deckel des Etuis eingelassene Beschreibung zu identifizieren waren. Typische, beinahe handelsübliche (aber entsprechend teure) Kapseln, die je nach Gusto und innerhalb kürzester Zeit dem Haar eine andere Farbe verleihen konnten ohne das Naturhaar zu schädigen, oder auch den Teint beeinflussen konnten. Die Packung aus ursprünglich zehn Kapseln war nun bereits bei einer mickrigen Anzahl an 4 Kapseln angelangt, ein kleines Glas in unmittelbarer Nähe mit viel kleineren Kapseln wäre für den Fall, die ganzen Modifikationen frühzeitig abzubrechen.
    Hundert prozentig zufrieden war sie bei ihrem Anblick nicht, aber vermied sie so bei den meisten Gelegenheiten unangenehme Begegnungen. Die grell-grünen Augen, die mittels gefärbter Kontaktlinsen zu einem unauffälligen Hellblau modifiziert wurden, fanden nun zu ihrer alten Blüte zurück, als sie sich über das Waschbecken beugte und vorsichtig mit einem Finger die Linsen von ihren Augäpfeln hob. Darauf folgten Augentropfen, die die knallroten Äderchen zurück in die Unauffälligkeit verschwinden ließen. Jeden Tag das selbe Prozedere. Jeden Tag legte sie verschiedenfarbige Linsen ein, aber nochmal würde sie das alles nicht riskieren wollen. Vorsicht war bekanntlich die Mutter der Porzellankiste.

    Nach weiteren fünfzehn Minuten und der Einnahme einer Gegenkapsel, die das Türkis von ihren Haaren spülte wie Terpentin von einer Farbwand, stiess sie wieder einmal auf diese Schere, die auf dem Rand des Waschbeckens neben einigen, anderen Utensilien lag. Und immer wieder kam ihr der selbe Gedanke, wenn sie sich in "natürlicher" Form, mit den unausstehlichen, schwarzen Haaren und den grauenvollen, grünen Augen sah. Sich mit den Elementen sah, die ihr mehr Leid als Freude verursacht hatten. Und angelte ihre feingliedrige Hand nach der Schere, packte in einem Schwall von Veränderungswut ihren Schopf und setzte das Schneidwerkzeug knapp oberhalb ihres Kinns an.. . Dabei tauschte sie entschlossene Blicke mit ihrem Spiegelbild. Tauschte letzte Emotionen aus. Stellte sich eine stumme Frage und rutschte beim ständigen Wiederholen dieser mit der Schere langsam immer tiefer. So lange, bis sie sie schließlich zurück ins Waschbecken warf und sich stattdessen lieber abwandte um sich zu duschen - den Schweiß dieses Typen abzuwaschen - und dann etwas anderes anzuziehen.

    Es war Zeit zu gehen. Jemand schuldete ihr noch einen Drink. Und kein Tag war besser als der heutige.

    Nach der geplanten Dusche schlüpfte sie in eine Art schwarzer Lederjacke, ehe sie das Haus verlies, die in Kombination mit einer schwarzen Synthetikhose, ihren üblichen Magnetsohlenstiefeln und einem längeren, hellgrau-weißen Oberteil wieder ziemlich nach der Luci aussah, die man von damals gewohnt war. Natürlich verzichtete die Halbitalienerin nicht auf Bewaffnung und Comm-Geräte, als sie sich zurück auf die Straßen Omegas aufmachte und ihre Lunge mit harmlosem Zigarettenrauch flutete, während sie ein paar Straßen weiter die Kneipe aufsuchte, die erst vor kurzer Zeit den Betrieb wieder aufgenommen hatte. Das Flamming Soul. Einst Brutstätte von Tom McMahom, der ihr nicht nur in einer Weise das Leben gerettet hatte. Jetzt aber hatte sie immer nur den Namen seines Freundes, den sie sicherlich schon 3 oder 4 Jahre nicht mehr gesehen hatte, Seamus O'Connell hier kursieren gehört. Und die Gerüchte, die sich im Einklang mit ihm bildeten und sich auch mehr als deutlich zeigten, seit sie die Überwachung auf Omega übernommen hatte, waren - sofern wahr - genau der richtige Anfang der Umsetzung ihrer Aufgabe.

    An diesem Abend war Omega wieder ganz sie selbst: Unruhig, von Bass, Schüssen und konstantem Aufruhr geprägt und wunderschön mit Neonlichtern und Rauch durchzogen. Ihre Schritte zogen sie beinahe automatisch in die Richtung des beinahe schon schnuckeligen Eckpubs, der schon VOR der Türe eine beachtliche Kundschaft zählte. Die Kundschaft, die sie am meisten schätzte: Menschen. Ausschließlich Menschen. Das letzte Mal, als sich hier ein Alien rumgetrieben hatte (mal abgesehen von den Zeiten, als sich die Vorcha hier eingenistet hatten) schaute er direkt in den doppelten Lauf einer Schrotflinte. Sie wäre auch sicherlich schon früher hier gewesen, wenn es ihr kein Anliegen gewesen wäre den Kopf bis dato tief zu halten und so unauffällig wie möglich zu bleiben. Nachdem sie die meisten ohnehin für Tot hielten war das auch nicht all zu schwer. So war es für sie auch ein Leichtes, ins Innere des Schuppens zu kommen - auch wenn sie als Frau hier sicherlich etwas mehr auffiel als wenn sie ein Mann gewesen wäre - und sich beinahe schon demonstrativ dreist auf den Platz zu setzen, an dem sie vor etwa 3-4 Jahren auch Seamus gegenüber gesessen hatte. Sein damaliger Stammplatz. Die eher seichte "Drohung" war ihr bis heute bekannt.
    Luci beachtete das Leben im Inneren des Flamming nur über Umwege - die Scheibe, an der sie direkt saß und sich in unscheinbaren Blicken nach draußen versuchte, spiegelte genug wider und lies sie beobachten... .
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    Sie stolzierte schon beinahe über Omegas Straßen - wie preisgekrönt bahnte sie sich mit in viel zu schnell geschlüpften Klamotten, dessen Oberteil noch halb von ihrer Schulter hing, ihren Weg durch die verworrenen Straßen und ignorierte dabei die gierigen Blicke als sie unverblühmt die Creditchips auf Augenhöhe vor sich hielt und pinibel nachzählte. Sie schmunzelte verwegen, als ihr klar wurde, dass sie den fast schon bemitleidenswerten Typen, der ein Mitbringsel von ihrem Ausflug ins HiTension! - ein kleiner, unterbesetzter Club am regelrechten Hintern von Omega - gewesen war, um seinen gesamten Monatslohnt gebracht haben müsse. Selbst schuld, so dachte sie sich. Man war auch reichlich dumm wenn man glaubte, auf Omega würden einem die Frauen freiwillig in den Schoß springen. Besonders aber junge Söldner gab es hier zu Hauf, denen man allein schon des Reizes und Spaßes wegen die Creditchips nur so aus der Tasche ziehen konnte. Entsprechend triumphal erschien Luci auch ihre eigene Ausbeute, die sie nach ausgiebiger Betrachtung und der Vergewisserung, sich echte Chips erschlichen zu haben, mangels Hosentasche unter den Bund ihrer Hose klemmte.
    Tief atmete sie den industriellen Staub des Asteroiden ein und wirkte dabei schon fast, als würde sie genießen was sie tat. Die Schultern hingen etwas lockerer, sie schien nicht mehr so verkrampft wie auf Trident und inzwischen heraufbeschworener Familienproblematiken, die weder in ihre Planung noch ihr Alter gepasst hatten. Geschweige denn zu ihrer Abstammung und das massive Ego, dass sich dahinter schlafen gelegt hatte.

    Nach weiteren drei Minuten und Siebenundzwanzig Sekunden, kam sie endlich in ihrem zu Hause an und wenn man es sich jetzt besah, kam man sich vor als befände man sich an einem ganz anderen Ort. Nachdem sie vor etwas über einem Jahr bei ihrer Rückkehr nach Omega einen kleinen Ausbruch hatte und sich so manche Ausgangslagen in ihrem Leben geändert hatten, rieselten ein paar kleinere Investitionen in ihre heruntergekommenen vier Wände und ersetzten alles, was jemals auch nur mit einem Turianer-dessen-Name-nicht-mehr-genannt-werden-durfte in Verbindung stand oder nur daran erinnerte komplett. Das beinhaltete im Grunde alles. Der einzige Punkt war: Luceija war scheiß egal, welche Einrichtung sie hatte und letztlich gleichte die Wohnung schnell wieder einem absoluten Chaos.
    Durch dieses Chaos bahnte sie sich jetzt ihren Weg, stolperte dabei über mindestens eine ausgetrunkene Flasche, die so streng roch, dass man nur auswählen musste, aus welchem Jahr der Fusel stammte und schmiss ein paar Einkäufe auf das erneuerte Bett, in das man nicht länger direkt fiel, wenn man eintrat sondern nun an der Wand unter ihrem einzigen Fenster stand - eine Entscheidung, mit der sie nicht sonderlich zufrieden war. Aus der glänzend-grauen Tüte rollten ein paar seltsame Gegenstände die weder nach Waffe, noch Drogen oder einem anderen Mittel aussahen, mit dem man sich selbst oder andere in unmittelbare Gefahr brachte. Tatsächlich waren es ein paar Äpfel (unterdessen lange nicht mehr von der Erde sondern aus diversen Kolonien, die noch Felder mit Apfelbäumen versahen), die sie in ihrem 'Zustand' mehr als dringend gebrauchen konnte. Essen allgemein - dessen Ermangelung wie Leif nun nachträglich herausfand, ebenfalls maßgeblich an ihrer Erkrankung und dem damaligen Koma gelegen hatten. Sozusagen eine Art Push in die Scheiße, wenn sie ohnehin schon bis zum Kinn stand.

    Unwillkürlich griff sich die heute Neunundzwanzigjährige in den Nacken, zog einen Moment die Luft scharf ein und schlenderte dann ins Badezimmer, dessen Beleuchtung automatisch bei ihrer Ankunft ansprang. Nach einem Blinzeln warf sie Blicke in ihr unwirkliches Selbst: Wirklich maßgeblich zugenommen hatte sie nicht, aber die durch OP und magerem Krankenhausfutter eingefallenen Wangen waren endlich weg und man konnte sie wieder Menschlich nennen. Sogar etwas Farbe war zurückgekehrt. Der Körper glänzte noch immer in zierlichem Untergewicht, aber aus der drastischen Zone war Luceija nun endlich raus - so oder so wäre es bei ihrer hochgradigen Ernährungsumstellung früher oder später dazu gekommen. Über ihrer zierlichen Schulter, dessen Vielzahl von Narben sie gelernt hatte weitestgehend zu ignorieren und auch einige davon zu akzeptieren, lagen ihre verdammt langen, aalglatten Haare, die mittlerweile allerdings nicht länger in sattem Schwarz sondern in einem perfekt übergangslosen Türkis glänzten. Der Grund dafür war nicht weit von ihr entfernt und lag wackelnd auf dem Spülkasten der Toilette: Ein schmales Etui dutzend kleiner, absolut identisch aussehender Kapseln, die ausschließlich über eine winzige, eingepresste Nummern und eine im Deckel des Etuis eingelassene Beschreibung zu identifizieren waren. Typische, beinahe handelsübliche (aber entsprechend teure) Kapseln, die je nach Gusto und innerhalb kürzester Zeit dem Haar eine andere Farbe verleihen konnten ohne das Naturhaar zu schädigen, oder auch den Teint beeinflussen konnten. Die Packung aus ursprünglich zehn Kapseln war nun bereits bei einer mickrigen Anzahl an 4 Kapseln angelangt, ein kleines Glas in unmittelbarer Nähe mit viel kleineren Kapseln wäre für den Fall, die ganzen Modifikationen frühzeitig abzubrechen.
    Hundert prozentig zufrieden war sie bei ihrem Anblick nicht, aber vermied sie so bei den meisten Gelegenheiten unangenehme Begegnungen. Die grell-grünen Augen, die mittels gefärbter Kontaktlinsen zu einem unauffälligen Hellblau modifiziert wurden, fanden nun zu ihrer alten Blüte zurück, als sie sich über das Waschbecken beugte und vorsichtig mit einem Finger die Linsen von ihren Augäpfeln hob. Darauf folgten Augentropfen, die die knallroten Äderchen zurück in die Unauffälligkeit verschwinden ließen. Jeden Tag das selbe Prozedere. Jeden Tag legte sie verschiedenfarbige Linsen ein, aber nochmal würde sie das alles nicht riskieren wollen. Vorsicht war bekanntlich die Mutter der Porzellankiste.

    Nach weiteren fünfzehn Minuten und der Einnahme einer Gegenkapsel, die das Türkis von ihren Haaren spülte wie Terpentin von einer Farbwand, stiess sie wieder einmal auf diese Schere, die auf dem Rand des Waschbeckens neben einigen, anderen Utensilien lag. Und immer wieder kam ihr der selbe Gedanke, wenn sie sich in "natürlicher" Form, mit den unausstehlichen, schwarzen Haaren und den grauenvollen, grünen Augen sah. Sich mit den Elementen sah, die ihr mehr Leid als Freude verursacht hatten. Und angelte ihre feingliedrige Hand nach der Schere, packte in einem Schwall von Veränderungswut ihren Schopf und setzte das Schneidwerkzeug knapp oberhalb ihres Kinns an.. . Dabei tauschte sie entschlossene Blicke mit ihrem Spiegelbild. Tauschte letzte Emotionen aus. Stellte sich eine stumme Frage und rutschte beim ständigen Wiederholen dieser mit der Schere langsam immer tiefer. So lange, bis sie sie schließlich zurück ins Waschbecken warf und sich stattdessen lieber abwandte um sich zu duschen - den Schweiß dieses Typen abzuwaschen - und dann etwas anderes anzuziehen.

    Es war Zeit zu gehen. Jemand schuldete ihr noch einen Drink. Und kein Tag war besser als der heutige.

    Nach der geplanten Dusche schlüpfte sie in eine Art schwarzer Lederjacke, ehe sie das Haus verlies, die in Kombination mit einer schwarzen Synthetikhose, ihren üblichen Magnetsohlenstiefeln und einem längeren, hellgrau-weißen Oberteil wieder ziemlich nach der Luci aussah, die man von damals gewohnt war. Natürlich verzichtete die Halbitalienerin nicht auf Bewaffnung und Comm-Geräte, als sie sich zurück auf die Straßen Omegas aufmachte und ihre Lunge mit harmlosem Zigarettenrauch flutete, während sie ein paar Straßen weiter die Kneipe aufsuchte, die erst vor kurzer Zeit den Betrieb wieder aufgenommen hatte. Das Flamming Soul. Einst Brutstätte von Tom McMahom, der ihr nicht nur in einer Weise das Leben gerettet hatte. Jetzt aber hatte sie immer nur den Namen seines Freundes, den sie sicherlich schon 3 oder 4 Jahre nicht mehr gesehen hatte, Seamus O'Connell hier kursieren gehört. Und die Gerüchte, die sich im Einklang mit ihm bildeten und sich auch mehr als deutlich zeigten, seit sie die Überwachung auf Omega übernommen hatte, waren - sofern wahr - genau der richtige Anfang der Umsetzung ihrer Aufgabe.

    An diesem Abend war Omega wieder ganz sie selbst: Unruhig, von Bass, Schüssen und konstantem Aufruhr geprägt und wunderschön mit Neonlichtern und Rauch durchzogen. Ihre Schritte zogen sie beinahe automatisch in die Richtung des beinahe schon schnuckeligen Eckpubs, der schon VOR der Türe eine beachtliche Kundschaft zählte. Die Kundschaft, die sie am meisten schätzte: Menschen. Ausschließlich Menschen. Das letzte Mal, als sich hier ein Alien rumgetrieben hatte (mal abgesehen von den Zeiten, als sich die Vorcha hier eingenistet hatten) schaute er direkt in den doppelten Lauf einer Schrotflinte. Sie wäre auch sicherlich schon früher hier gewesen, wenn es ihr kein Anliegen gewesen wäre den Kopf bis dato tief zu halten und so unauffällig wie möglich zu bleiben. Nachdem sie die meisten ohnehin für Tot hielten war das auch nicht all zu schwer. So war es für sie auch ein Leichtes, ins Innere des Schuppens zu kommen - auch wenn sie als Frau hier sicherlich etwas mehr auffiel als wenn sie ein Mann gewesen wäre - und sich beinahe schon demonstrativ dreist auf den Platz zu setzen, an dem sie vor etwa 3-4 Jahren auch Seamus gegenüber gesessen hatte. Sein damaliger Stammplatz. Die eher seichte "Drohung" war ihr bis heute bekannt.
    Luci beachtete das Leben im Inneren des Flamming nur über Umwege - die Scheibe, an der sie direkt saß und sich in unscheinbaren Blicken nach draußen versuchte, spiegelte genug wider und lies sie beobachten... .



    Seamus O'Connell, Omega, das wiederaufgebaute Flamming Soul
    Lange saß die schwarzhaarige nicht auf dem Stammtisch, da betrat die Herrenrunde von gestern das Lokal, Seamus die Schrotflinte geschultert, Pescecane eine schwarz lackierte Pistole vom Typ Suppressor und Kurt trug, nicht leicht erkennbar, zwei Executioner Pistolen unter dem Trenchcoat. Während Seamus erst in die Küche marschierte und Kurt, wie er es ausdrückte 'Auf'n Topf' ging, steckte Pescecane seine Pistole unter dem Sakko hinter den Gürtel, ging direkt auf den Tisch zu und sprach sie mit sonorer Stimme an. "Buongiorno Madama, sitzen sie bequem? Sie sehen es mir doch nach wenn ich mich auf meinen Stammplatz setze?" Ohne die Antwort abzuwarten, ihm musste keiner die Erlaubnis geben, setzte er sich hin und tat so als würde er seinen Anzug richten, zog aber heimlich wieder seine Suppressor und richtete es unter dem Tisch auf die schwarzhaarige.

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    Seamus O'Connell, Omega, das wiederaufgebaute Flamming Soul
    Lange saß die schwarzhaarige nicht auf dem Stammtisch, da betrat die Herrenrunde von gestern das Lokal, Seamus die Schrotflinte geschultert, Pescecane eine schwarz lackierte Pistole vom Typ Suppressor und Kurt trug, nicht leicht erkennbar, zwei Executioner Pistolen unter dem Trenchcoat. Während Seamus erst in die Küche marschierte und Kurt, wie er es ausdrückte 'Auf'n Topf' ging, steckte Pescecane seine Pistole unter dem Sakko hinter den Gürtel, ging direkt auf den Tisch zu und sprach sie mit sonorer Stimme an. "Buongiorno Madama, sitzen sie bequem? Sie sehen es mir doch nach wenn ich mich auf meinen Stammplatz setze?" Ohne die Antwort abzuwarten, ihm musste keiner die Erlaubnis geben, setzte er sich hin und tat so als würde er seinen Anzug richten, zog aber heimlich wieder seine Suppressor und richtete es unter dem Tisch auf die schwarzhaarige.


    Das Luceija plötzlich Zuwachs an ihrem Tisch erwartete, bemerkte sie tatsächlich erst richtig, als sie das Knarzen des Stuhles zu ihrer Rechten aus einem kurzen Gedankengang weckte. Die Ansprache klang ihr dabei überaus vertraut in ihr Ohr und schon bald war der Halbitalienerin auch klar weshalb: Sie vernahm einen sizilianischen Dialekt in seinem Englisch. Davon traf sie hier auf Omega noch weniger als auf der Citadel - richtige Unterschiede in der Sprache waren nur noch selten. Ein einzelner Einheitbreit aus grotesk verzogenem amerikanischen Englisch war an der Tagesordnung (wobei sie sich aus Prinzip weigerte sich das britische Englisch abzugewöhnen) um sich auch ja möglichst klar durch den Communicator hindurch mit all diesen überflüssigen Aliens auseinandersetzen zu können.
    Nach einer gewissen Zeit, als sie die Waffe zwar weder hörte noch sah, aber so eine Art Gefühl hatte, blickte sie in aller Geschmeidigkeit dezent über ihre rechte Schulter und funkelte den übergewichtigen Italiener mit ihren grell-grünen Augen an. Wenn auch mit grösserer Angriffslust, als man das im ersten Moment vermutet hätte. "Sei sicuro che vuoi questo? Situato nel Flamming Anima evocare una ripresa e piegare una delle poche persone che sanno apprezzare in questo buco di merda questa lingua ancora? E, quindi, può ancora infastidire l'ospite?"*
    Nach einer kurzen Pause hängte sie in gleichbleibender, perfekt sizilianischer Sprache hinten an: "Devo Seamus ancora un whisky. E dal momento che ti sembra di conoscerlo, si dovrebbe sapere che non si deve venire tra un irlandese e il suo alcol."**


    *Bist du dir sicher, dass du das willst? Mitten im Flamming Soul eine Schießerei heraufbeschwören und eine der wenigen Personen umlegen, die in diesem Drecksloch diese Sprache noch zu schätzen wissen? Und damit womöglich noch den Wirt verärgern?
    **Ich schulde Seamus noch einen Whiskey. Und da du ihn zu kennen scheinst solltest du wissen, dass man sich nicht zwischen einen Iren und seinen Alkohol stellen sollte.
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    Das Luceija plötzlich Zuwachs an ihrem Tisch erwartete, bemerkte sie tatsächlich erst richtig, als sie das Knarzen des Stuhles zu ihrer Rechten aus einem kurzen Gedankengang weckte. Die Ansprache klang ihr dabei überaus vertraut in ihr Ohr und schon bald war der Halbitalienerin auch klar weshalb: Sie vernahm einen sizilianischen Dialekt in seinem Englisch. Davon traf sie hier auf Omega noch weniger als auf der Citadel - richtige Unterschiede in der Sprache waren nur noch selten. Ein einzelner Einheitbreit aus grotesk verzogenem amerikanischen Englisch war an der Tagesordnung (wobei sie sich aus Prinzip weigerte sich das britische Englisch abzugewöhnen) um sich auch ja möglichst klar durch den Communicator hindurch mit all diesen überflüssigen Aliens auseinandersetzen zu können.
    Nach einer gewissen Zeit, als sie die Waffe zwar weder hörte noch sah, aber so eine Art Gefühl hatte, blickte sie in aller Geschmeidigkeit dezent über ihre rechte Schulter und funkelte den übergewichtigen Italiener mit ihren grell-grünen Augen an. Wenn auch mit grösserer Angriffslust, als man das im ersten Moment vermutet hätte. "Sei sicuro che vuoi questo? Situato nel Flamming Anima evocare una ripresa e piegare una delle poche persone che sanno apprezzare in questo buco di merda questa lingua ancora? E, quindi, può ancora infastidire l'ospite?"*
    Nach einer kurzen Pause hängte sie in gleichbleibender, perfekt sizilianischer Sprache hinten an: "Devo Seamus ancora un whisky. E dal momento che ti sembra di conoscerlo, si dovrebbe sapere che non si deve venire tra un irlandese e il suo alcol."**


    *Bist du dir sicher, dass du das willst? Mitten im Flamming Soul eine Schießerei heraufbeschwören und eine der wenigen Personen umlegen, die in diesem Drecksloch diese Sprache noch zu schätzen wissen? Und damit womöglich noch den Wirt verärgern?
    **Ich schulde Seamus noch einen Whiskey. Und da du ihn zu kennen scheinst solltest du wissen, dass man sich nicht zwischen einen Iren und seinen Alkohol stellen sollte.


    Mit einem charmant-bedrohlichem Lächeln antwortete er:

    "Guardate! Da quando ho incontrato una volta una bella signorina la lingua italiana e, inoltre, è così intelligente da riconoscere quando una pistola su di essi è gerichetet e sarò così scortese e ... Ora, impostare una pistola su di loro. Beh, almeno avremmo almeno la parte altrimenti non uscire."
    Sieh an! Da treffe ich einmal ein hübsches Fräulein das Italienisch spricht und noch dazu so klug ist zu erkennen wann eine Pistole auf sie gerichetet ist und ich bin gleich so unhöflich und... nun, richte eine Pistole auf sie. Na immerhin hätten wir zumindest den Teil anders nicht herausbekommen.

    Seine Pistole zeite unterdessen weiterhin auf die Fremde, bevor er nicht wusste wer sie ist und was sie hier wollte, noch dazu auf jenem Tisch, bei dem jedem anderem Gast klar war dass es mit Verletzungen oder schlimmeren Enden konnte wenn man ihn ohne Seamus Einverständnis einnahm.
    Eine kurze Sekunde dachte er dass es sich bei der Frau um Alessandra, handeln könnte, der Nichte eines Freundes und... Familienmitgliedes, die hierher kommen sollte um ihn bei logistischen Planungen zu unterstützen. Der Akzent passte, das Aussehen kannte er nur von Photos, aber da sahen ihre Augen anders aus. Und ihre Manieren waren besser, das wusste er von Telephongesprächen.
    "Anche io non vorrei fare del male a nessuno, al massimo se non può essere evitato in autodifesa. Il pensiero di qualcuno per uccidere ... e poi qui a molestare questa povera gente con la visione, anche se essi non vollero ascoltare il dolce suono di una pistola silenziata bene, e probabilmente non sarebbe un problema per loro nella loro corsa, solo un pensiero terribile.
    Ma questo è l'accettazione inutile se sono davvero amico di Seamus ... Beh, io non voglio essere scortese con lui. E contro di loro, anche se non deve essere."
    Ich würde hier auch nur ungerne jemanden verletzen, höchstens wenn es sich in Notwehr nicht vermeiden lässt. Der Gedanke jemanden zu töten... und dann diese armen Menschen hier mit dem Anblick zu belästigen, auch wenn sie das leise Geräusch einer schallgedämpften Pistole wohl gar nicht hören würden, und es ihnen in ihrem Rausch vermutlich egal wäre, einfach ein schrecklicher Gedanke.
    Aber das ist ja eine unnötige Annahme wenn sie wirklich eine Freundin von Seamus sind... Nun, ich will ihm gegenüber nicht unhöflich sein. Und ihnen gegenüber auch nicht, wenn es nicht sein muss.

    Langsam und bedächtig schob er die Waffe wieder zurück unter seinen Mantel und legte beide Hänge vor sich auf den Tisch, immer noch freundlich lächeln.
    "Aber damit uns die anderen nicht ansehen als wären wir Aliens deren Sprache sie nicht verstehen sehen sie es mir sicher nach wenn ich mich in Englisch mit ihnen unterhalte.
    Ich vergaß übrigens mich vorzustellen, Pete Pescecane, und ihr Name ist...?"
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    Mit einem charmant-bedrohlichem Lächeln antwortete er:

    "Guardate! Da quando ho incontrato una volta una bella signorina la lingua italiana e, inoltre, è così intelligente da riconoscere quando una pistola su di essi è gerichetet e sarò così scortese e ... Ora, impostare una pistola su di loro. Beh, almeno avremmo almeno la parte altrimenti non uscire."
    Sieh an! Da treffe ich einmal ein hübsches Fräulein das Italienisch spricht und noch dazu so klug ist zu erkennen wann eine Pistole auf sie gerichetet ist und ich bin gleich so unhöflich und... nun, richte eine Pistole auf sie. Na immerhin hätten wir zumindest den Teil anders nicht herausbekommen.

    Seine Pistole zeite unterdessen weiterhin auf die Fremde, bevor er nicht wusste wer sie ist und was sie hier wollte, noch dazu auf jenem Tisch, bei dem jedem anderem Gast klar war dass es mit Verletzungen oder schlimmeren Enden konnte wenn man ihn ohne Seamus Einverständnis einnahm.
    Eine kurze Sekunde dachte er dass es sich bei der Frau um Alessandra, handeln könnte, der Nichte eines Freundes und... Familienmitgliedes, die hierher kommen sollte um ihn bei logistischen Planungen zu unterstützen. Der Akzent passte, das Aussehen kannte er nur von Photos, aber da sahen ihre Augen anders aus. Und ihre Manieren waren besser, das wusste er von Telephongesprächen.
    "Anche io non vorrei fare del male a nessuno, al massimo se non può essere evitato in autodifesa. Il pensiero di qualcuno per uccidere ... e poi qui a molestare questa povera gente con la visione, anche se essi non vollero ascoltare il dolce suono di una pistola silenziata bene, e probabilmente non sarebbe un problema per loro nella loro corsa, solo un pensiero terribile.
    Ma questo è l'accettazione inutile se sono davvero amico di Seamus ... Beh, io non voglio essere scortese con lui. E contro di loro, anche se non deve essere."
    Ich würde hier auch nur ungerne jemanden verletzen, höchstens wenn es sich in Notwehr nicht vermeiden lässt. Der Gedanke jemanden zu töten... und dann diese armen Menschen hier mit dem Anblick zu belästigen, auch wenn sie das leise Geräusch einer schallgedämpften Pistole wohl gar nicht hören würden, und es ihnen in ihrem Rausch vermutlich egal wäre, einfach ein schrecklicher Gedanke.
    Aber das ist ja eine unnötige Annahme wenn sie wirklich eine Freundin von Seamus sind... Nun, ich will ihm gegenüber nicht unhöflich sein. Und ihnen gegenüber auch nicht, wenn es nicht sein muss.

    Langsam und bedächtig schob er die Waffe wieder zurück unter seinen Mantel und legte beide Hänge vor sich auf den Tisch, immer noch freundlich lächeln.
    "Aber damit uns die anderen nicht ansehen als wären wir Aliens deren Sprache sie nicht verstehen sehen sie es mir sicher nach wenn ich mich in Englisch mit ihnen unterhalte.
    Ich vergaß übrigens mich vorzustellen, Pete Pescecane, und ihr Name ist...?"


    Erst ab jenem Moment, an dem sie sich sicher war, dass das ungute Gefühl mitsamt der auf sie gerichteten Waffe verschwunden war (oder zumindest so weit von ihr entfernt war, dass sie nicht draufgehen würde, wenn der Dicke neben ihr einen unruhigen Finger hatte), richtete sie ebenso bedächtig den Blick wieder von ihm ab und fokussierte ihn auf das Treiben im inneren des Pubs. Ein paar weiter hinten begannen eine eher harmlose Schlägerei zweier Trunkenbolde, die eine Weile ziemlich interessant anzusehen war.
    "Luceija Natalicia Ascaiath.", bemerkte sie im Verlauf ihrer stummen Beobachtung mit nur wenig Nachdruck. "Ci sono stati momenti in cui hanno ucciso altre persone a causa delle loro diverse lingue. Non credo che essi appartengono ad una tale nostalgia e ignorare i veri nemici là fuori?"
    "Es gab Zeiten, da tötete man andere Menschen auf Grund ihrer unterschiedlichen Sprachen. Ich nehme nicht an, dass sie zu solchen Nostalgikern gehören und die wahren Feinde dort draussen ignorieren?"
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    Erst ab jenem Moment, an dem sie sich sicher war, dass das ungute Gefühl mitsamt der auf sie gerichteten Waffe verschwunden war (oder zumindest so weit von ihr entfernt war, dass sie nicht draufgehen würde, wenn der Dicke neben ihr einen unruhigen Finger hatte), richtete sie ebenso bedächtig den Blick wieder von ihm ab und fokussierte ihn auf das Treiben im inneren des Pubs. Ein paar weiter hinten begannen eine eher harmlose Schlägerei zweier Trunkenbolde, die eine Weile ziemlich interessant anzusehen war.
    "Luceija Natalicia Ascaiath.", bemerkte sie im Verlauf ihrer stummen Beobachtung mit nur wenig Nachdruck. "Ci sono stati momenti in cui hanno ucciso altre persone a causa delle loro diverse lingue. Non credo che essi appartengono ad una tale nostalgia e ignorare i veri nemici là fuori?"
    "Es gab Zeiten, da tötete man andere Menschen auf Grund ihrer unterschiedlichen Sprachen. Ich nehme nicht an, dass sie zu solchen Nostalgikern gehören und die wahren Feinde dort draussen ignorieren?"

    "No no, io non sono stupido. Nostalgie gut und schön, aber die heutige Bedrohung ist mir bedrohlicher als mein gestriger Feind, wenn Sie verstehen." Für ihn bedeutete das, dass es für ihn nun wichtig war herauszufinden was sie hier wollte, bis es so weit war achtete er auf jedes Zeichen ob sie nicht ihrerseits eine Waffe ziehen und auf ihn richten würde, und er plante alle seine Bewegungen durch die er brauchte um schnell seine Waffe zu ziehen um schneller zu sein als sie - wenn es denn nötig wäre.
    Erst als Seamus sich mit einem Tablett mit drei Tellern, einer Flasche Whiskey und drei Gläsern auf den Tisch zubewegte hörte Pete auf die Italienerin anzustarren als wäre sie das einzige das eine Augen sehen konnten. Die Rauferei beachtete er lange gar nicht, und erst als Seamus die Gläser absetzte und Luceija eine Weile anstarrt
    "Seamus, warum hast du mir nicht gesagt dass du hier eine reizende junge Italienerin vor mir versteckt hältst? Hattest du Angst ich könnte sie dir abwerben?" Nun brauchte er weniger aufmerksam sein, würde Seamus sie nicht kennen würde er schon wissen wie er dafür sorgte dass sie keinen Schaden anrichtete. Dem jedoch ging langsam ein Licht auf und er setzte sich nieder.
    "Ja, ja, natürlich, ich erinnere mich. Tut mir Leid, Pete, ich wusste bis jetzt nicht dass sie hier ist, das letzte Mal habe ich sie vor Jahren gesehen. Brachte damals eine Kette von Ereignissen in Gang. Lu.. Lucia?" Zumindest klang der Name so ähnlich, gewiss würde er sie und Pete beleidigen wenn er einen italienischen Namen nicht aussprechen konnte, aber so oft er vom Franzosen im letzten Jahr "Schemüsch" genannt wurde, da hatte er noch einen gut.
    "Ich wusste gar nicht dass du auf Omega bist. Nicht mal dass du noch lebst, das letzte das ich von dir gehört habe war dass du auf... war was von Tom."
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    "No no, io non sono stupido. Nostalgie gut und schön, aber die heutige Bedrohung ist mir bedrohlicher als mein gestriger Feind, wenn Sie verstehen." Für ihn bedeutete das, dass es für ihn nun wichtig war herauszufinden was sie hier wollte, bis es so weit war achtete er auf jedes Zeichen ob sie nicht ihrerseits eine Waffe ziehen und auf ihn richten würde, und er plante alle seine Bewegungen durch die er brauchte um schnell seine Waffe zu ziehen um schneller zu sein als sie - wenn es denn nötig wäre.
    Erst als Seamus sich mit einem Tablett mit drei Tellern, einer Flasche Whiskey und drei Gläsern auf den Tisch zubewegte hörte Pete auf die Italienerin anzustarren als wäre sie das einzige das eine Augen sehen konnten. Die Rauferei beachtete er lange gar nicht, und erst als Seamus die Gläser absetzte und Luceija eine Weile anstarrt
    "Seamus, warum hast du mir nicht gesagt dass du hier eine reizende junge Italienerin vor mir versteckt hältst? Hattest du Angst ich könnte sie dir abwerben?" Nun brauchte er weniger aufmerksam sein, würde Seamus sie nicht kennen würde er schon wissen wie er dafür sorgte dass sie keinen Schaden anrichtete. Dem jedoch ging langsam ein Licht auf und er setzte sich nieder.
    "Ja, ja, natürlich, ich erinnere mich. Tut mir Leid, Pete, ich wusste bis jetzt nicht dass sie hier ist, das letzte Mal habe ich sie vor Jahren gesehen. Brachte damals eine Kette von Ereignissen in Gang. Lu.. Lucia?" Zumindest klang der Name so ähnlich, gewiss würde er sie und Pete beleidigen wenn er einen italienischen Namen nicht aussprechen konnte, aber so oft er vom Franzosen im letzten Jahr "Schemüsch" genannt wurde, da hatte er noch einen gut.
    "Ich wusste gar nicht dass du auf Omega bist. Nicht mal dass du noch lebst, das letzte das ich von dir gehört habe war dass du auf... war was von Tom."


    "Ja...", musste sie leicht seufzen und hatte sowas wie ein - ironischerweise - nostalgisches Lächeln auf den Lippen, dass man nicht wirklich mit Freude verbinden würde. Kurzzeitig beobachtete sie noch die angehende Schlägerei, dann wandte sie den Kopf auf ihren eigentlich geplanten Gesprächspartner und widmete ihm einen erschöpfen, aber gelassenen Blick. "Luceija, Seamus." Das buchstabieren sparte sie sich. Da gab es mal so einen Fall, bei dem sie sich beinahe fünfzehn unsinnige Minuten mit so einem Spezialisten auseinandersetzen musste und ihm die korrekte Aussprache ihres Vornamens anzudichten versuchte. "Ich bin um ehrlich zu sein selbst erstaunt, dass ich noch lebe. Aber du weisst ja wie das ist - Ungeziefer kriegt man nicht so leicht tot." Kurzzeitig legte sie wieder das seichte, durchtriebene Lächeln auf und fixierte nun die Augen seines Gegenübers.
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    "Ja...", musste sie leicht seufzen und hatte sowas wie ein - ironischerweise - nostalgisches Lächeln auf den Lippen, dass man nicht wirklich mit Freude verbinden würde. Kurzzeitig beobachtete sie noch die angehende Schlägerei, dann wandte sie den Kopf auf ihren eigentlich geplanten Gesprächspartner und widmete ihm einen erschöpfen, aber gelassenen Blick. "Luceija, Seamus." Das buchstabieren sparte sie sich. Da gab es mal so einen Fall, bei dem sie sich beinahe fünfzehn unsinnige Minuten mit so einem Spezialisten auseinandersetzen musste und ihm die korrekte Aussprache ihres Vornamens anzudichten versuchte. "Ich bin um ehrlich zu sein selbst erstaunt, dass ich noch lebe. Aber du weisst ja wie das ist - Ungeziefer kriegt man nicht so leicht tot." Kurzzeitig legte sie wieder das seichte, durchtriebene Lächeln auf und fixierte nun die Augen seines Gegenübers.

    "Ein ganzer Haufen dieser Vorcha zwei Blocks weiter verkündet dass es für diese Regel Ausnahmen gibt. Aber dafür dürfte die Tatsache dass Omega kein unbelebter Asteroid ist ein Beweis für ihre These sein."
    Seamus öffnete die Flasche und schenkte drei Gläser ein, der Kellnerin winkte er damit sie noch ein viertes Glas brachte, dann stellte er Luceija und Pete jeweils eines der Gläser hin, da wo Kurt normal saß das dritte. "Wenn Kurt kommt sitzen drei Beweise dafür hier am Tisch, dafür brauche ich Omega nicht. Wo bleibt er übrigen... Ah! Hier kommt der Kurt ja schon." In der Tat kam Kurt, er sah, und zwar dass ein Glas zu wenig war, ging dann wieder, und zwar zur Schank um sich ein weiteres Glas zu holen, und schließlich kam er, sah und setzte sich. "Ah, weibliche Gesellschaft, auch mal was feines. Kurt der Name, und du?"
    "Ihr Name ist Luceija, Kurt, und verrenn dich nicht in der Annahme sie wär ein leichtes Mädchen dass wir für dich aufgetrieben haben. Sie ist eine alte Bekannte. Und ich erinnere dich vorsorglich an den Tipp von gestern: Wenn du keinen Kochlöffel auf die Finger bekommen willst dann lass den Hintern meiner Schankkraft in Ruhe."
    Mehr als ein kurzes "Erfreut" gab Kurt dann für eine ganze Weile nicht von sich, irgendwie dürfte ihm Seamus seine Anmache versaut haben, und nun grübelte er etwas neues aus.
    "Tja, jetzt wo du meine Freunde hier kennst sag, was führt dich zu mir?"
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  19. #19
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    "Ein ganzer Haufen dieser Vorcha zwei Blocks weiter verkündet dass es für diese Regel Ausnahmen gibt. Aber dafür dürfte die Tatsache dass Omega kein unbelebter Asteroid ist ein Beweis für ihre These sein."
    Seamus öffnete die Flasche und schenkte drei Gläser ein, der Kellnerin winkte er damit sie noch ein viertes Glas brachte, dann stellte er Luceija und Pete jeweils eines der Gläser hin, da wo Kurt normal saß das dritte. "Wenn Kurt kommt sitzen drei Beweise dafür hier am Tisch, dafür brauche ich Omega nicht. Wo bleibt er übrigen... Ah! Hier kommt der Kurt ja schon." In der Tat kam Kurt, er sah, und zwar dass ein Glas zu wenig war, ging dann wieder, und zwar zur Schank um sich ein weiteres Glas zu holen, und schließlich kam er, sah und setzte sich. "Ah, weibliche Gesellschaft, auch mal was feines. Kurt der Name, und du?"
    "Ihr Name ist Luceija, Kurt, und verrenn dich nicht in der Annahme sie wär ein leichtes Mädchen dass wir für dich aufgetrieben haben. Sie ist eine alte Bekannte. Und ich erinnere dich vorsorglich an den Tipp von gestern: Wenn du keinen Kochlöffel auf die Finger bekommen willst dann lass den Hintern meiner Schankkraft in Ruhe."
    Mehr als ein kurzes "Erfreut" gab Kurt dann für eine ganze Weile nicht von sich, irgendwie dürfte ihm Seamus seine Anmache versaut haben, und nun grübelte er etwas neues aus.
    "Tja, jetzt wo du meine Freunde hier kennst sag, was führt dich zu mir?"


    Gewohnt kritisch musterte sie den abgefuckten Neuankömmling und missachtete seine billige Anmache so sehr wie den strengen Körpergeruch, der von woher auch immer auf sie zuströmte. Vielleicht hatte sie mittlerweile aber auch einfach nur eine zu empfindliche Nase. Sie schnaubte kurz, blickte kurz aus beiden Augenwinkeln zu den Umsitzenden, ehe sie bedächtig ruhig das Glas annahm, dass Seamus ihr zugeschoben hatte und es bedeutend anhob. "Deshalb", sagte sie knapp, prostete den Männern per Luft zu und nahm drei verdächtig große Schlücke, die das Glas fast in einem Mal zu leeren wussten. Sich die Schmach gebend den guten Whiskey runter zu stürzen wie billigen Schnaps, leckte sie sich die Lippen, säuberte ihren Mundwinkel mithilfe des rechten Ringfingers von einem überschüssigen Rinnsal nur um auch diesen zu trinken und das Glas dann wieder mit einem nahezu zeremoniellen Klang zurück auf den Holztisch zu stellen. "Vielleicht erinnerst du dich. Ich vergesse meine Versprechen nicht."
    Da sie allerdings bereits vermutet hatte, dass ihn diese Antwort nur bedingt zufriedenstellen würde, setzte sie mit weiteren Worten nach: "Vielleicht aber auch das eine oder andere Gerücht."
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    Gewohnt kritisch musterte sie den abgefuckten Neuankömmling und missachtete seine billige Anmache so sehr wie den strengen Körpergeruch, der von woher auch immer auf sie zuströmte. Vielleicht hatte sie mittlerweile aber auch einfach nur eine zu empfindliche Nase. Sie schnaubte kurz, blickte kurz aus beiden Augenwinkeln zu den Umsitzenden, ehe sie bedächtig ruhig das Glas annahm, dass Seamus ihr zugeschoben hatte und es bedeutend anhob. "Deshalb", sagte sie knapp, prostete den Männern per Luft zu und nahm drei verdächtig große Schlücke, die das Glas fast in einem Mal zu leeren wussten. Sich die Schmach gebend den guten Whiskey runter zu stürzen wie billigen Schnaps, leckte sie sich die Lippen, säuberte ihren Mundwinkel mithilfe des rechten Ringfingers von einem überschüssigen Rinnsal nur um auch diesen zu trinken und das Glas dann wieder mit einem nahezu zeremoniellen Klang zurück auf den Holztisch zu stellen. "Vielleicht erinnerst du dich. Ich vergesse meine Versprechen nicht."
    Da sie allerdings bereits vermutet hatte, dass ihn diese Antwort nur bedingt zufriedenstellen würde, setzte sie mit weiteren Worten nach: "Vielleicht aber auch das eine oder andere Gerücht."


    "Vielleicht erinnere ich mich nicht auf Anhieb an alle meine Versprechen, aber gehalten hab ich sie noch immer. Naja, fast. Slainte!" Feierlich erhob er sein Glas, schwenkte den Whiskey ein wenig, Pescecane tat es ihm gleich, sagte "Cin cin" und führte das Glas langsam an der Nase um den Geruch des Whiskey zu genießen bevor er ihn schließlich zum Mund führte und langsam trank. Kurt hingegen war gerade dabei sich ein zweites Glas einzuschenken, nachdem er das erste ausgetrunken hatte, sogar noch bevor Luceija den ersten Schluck nahm. Als Seamus fertig war schenkte er Luceija und Pete sowie auch sich selbst nach. "Was die Gerüchte angeht... Ich hab da so eine Ahnung was du meinst. Aber setz mich doch darüber ins Bild was du gehört hast."
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