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  1. #61 Reply With Quote
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    Das Buch

    Schon Jahre lag es dort,
    vergessen und verstaubt.
    An jenem geheimen Ort,
    seiner Bestimmung beraubt.

    Bis der Zufall es so wollte,
    dass ich es finden sollte.
    Ein Buch wie offensichtlich viele,
    fiel vom Schrank auf die Diele.

    Meine zitternde Hand tastete danach,
    ich nahm es hoch und strich darüber.
    Spürte, wie mein Herz wieder brach
    und wusste, es war noch nicht vorüber.

    Tränen nahmen mir die Sicht,
    vor mir sah ich ein Gesicht.
    Vertraut und doch so fern,
    wie ein leuchtender Stern.

    „Ich war stolz auf Dich,
    als Du es nicht sein konntest.
    Ich war da für Dich,
    als Du sterben wolltest.“

    Erst jetzt verstand ich,
    erst jetzt empfand ich,
    erst jetzt wurde mir klar,
    wie kostbar dieses Leben war.
    Dawnbreaker is offline Last edited by Dawnbreaker; 09.07.2015 at 06:28. Reason: Rechtschreibung ...
  2. #62 Reply With Quote
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    Der letzte Weg …

    Schneeflocken fallen herab,
    bilden ein weißes Grab.
    Ich verlasse diese Welt,
    in der mich nichts mehr hält.

    Mein Weg war weit,
    so qualvoll die Zeit.
    Meine Spuren verweht der Wind,
    das Licht macht mich fast blind.

    Ich folgte ihm so lange Zeit,
    fühle mich von Last befreit.
    Hier kann ich endlich sein,
    vorbei ist meine Pein.

    Drachenblut nennen mich die einen,
    Verräter schimpfen mich die meinen.
    Mein wahres Ich verbarg ich gut,
    den Schmerz, die Trauer und die Wut.

    Erschöpft lasse ich mich nieder,
    die Kälte fährt mir in die Glieder.
    Ich schließe die Augen und lächle dabei,
    bald finde ich Frieden, ist es vorbei.

    Dieser Kampf war nie meiner gewesen
    und die Welt wird niemals genesen.
    So viele dachten, ich brächte den Sieg,
    vernichte den Feind im großen Krieg.

    Ich gehe, damit ich frei sein kann,
    auf dass endet, was vor Jahren begann.
    Ich lege mich hin, mir wird ganz warm,
    der Tod nimmt mich liebevoll in den Arm.
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  3. #63 Reply With Quote
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    Raise your sword high
    into the endless sky.
    Believe in your power
    even in the darkest hour.

    The wind wispers in your ear:
    „Follow me and have no fear.“
    Trust yourself, your guarding light,
    It will guide you through the night.

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  4. #64 Reply With Quote
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    Langsam fällt der Schnee
    herab und wird zu Eis.
    Wolken spiegeln sich im See,
    die Landschaft blendet weiß.

    Ein einsamer Jäger bleibt stehen,
    schützt die Augen mit der Hand.
    Es ist schwer, den Weg zu sehen
    durch die undurchdringlich weiße Wand.

    Was gestern noch vorhanden war,
    existiert heute nicht mehr.
    Und so wird ihm klar,
    dass vom Wege abkam er.

    Hier draußen hört ihn keiner,
    weder den Schrei noch das Gebet.
    Dabei war er immer einer,
    der stets zu seinem Worte steht.

    Das Dorf hungert seit Wochen schon,
    der Winter kam zu früh.
    So verließ er Frau und Sohn
    und nahm auf sich die Müh‘.

    Aufgeben darf er nicht
    und er stapft grimmig voran.
    Der Schnee nimmt ihm die Sicht
    und er kommt niemals an.
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  5. #65 Reply With Quote
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    Abschied, jedes Wort von Dir.
    Lächeln, so weit weg von hier.
    Erinnerung, die schmerzt und heilt.
    Gedanke, der bei Dir verweilt.

    Der Wind weht ihn hinfort
    an einen unbekannten Ort.
    Vielleicht hörst Du nie
    seine leise Melodie?

    Werden wir uns wiedersehen?
    Wirst Du mich dann verstehen?
    Entfernung, die nun immer bleibt,
    so viele Worte man auch schreibt.

    Fügen sich die Scherben,
    um erneut zu sterben?
    Oder bleiben sie für immer
    des Herzens heller Schimmer?

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  6. #66 Reply With Quote
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    Freundschaft

    Freundschaft ist ein großes Wort,
    doch bleibt sie nie an einem Ort.
    An ihr festzuhalten ist vergebens,
    sie gehört zum Lauf des Lebens.

    Man geht ein Stück den Fluss entlang,
    zusammen, gänzlich ohne Zwang.
    Dann trennen sich die Wege wieder
    und Trauer drückt die Seele nieder.

    Doch das Herz ist bald bereit,
    hat vom Dunkeln sich befreit.
    Man lässt neue Menschen ein,
    kann zusammen glücklich sein.

    Sie bereichern Herz und Leben,
    gute Freunde tun das eben.
    Selbstverständlich sind sie nicht
    und in der Nacht stets das Licht.

    Jeder Freund lässt etwas da,
    ob nun Monate oder Jahr'.
    Am Himmel bleibt ein Stern,
    ist er auch noch so fern.


    für Vicky
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  7. #67 Reply With Quote
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    An einem finstren Tage
    erfüllte sich die Sage
    und das Dorf versank in der Zeit,
    von der Last des Todes befreit.

    Niemand konnte nun mehr sterben,
    doch die Welt lag längst in Scherben,
    als das kleine Dorf erwachte,
    an das kein Mensch mehr dachte.

    Es tauchte aus dem Nebel auf,
    entsetzt von der Geschichte Lauf
    sahen die Menschen aufs tote Land,
    wo sich einstmals Wald befand.

    Dort standen Häuser groß wie Berge
    und sie fühlten sich wie Zwerge.
    Breite Straßen durchschnitten das Land,
    einst erschaffen von Menschenhand.

    Doch nun war alles zerfallen,
    zerfurcht von riesigen Krallen.
    Die Menschen waren schon lange fort
    und Stille regierte diesen Ort.

    Die Erkenntnis traf die Dörfler hart:
    Sie waren die Letzten ihrer Art.
    Sie flehten die Götter verzweifelt an
    zu lösen diesen schlimmen Bann.

    Der Mensch ward schnell vergessen,
    Rehe ästen nun stattdessen
    wo der Mensch einst residierte,
    mit Hass und Gier die Welt regierte.

    (19.05.2018)
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  8. #68 Reply With Quote
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    Der hohe Magier Einerlei
    brach dereinst den Stab entzwei
    mit dem er Fussel verschwinden ließ,
    so die Katz' seiner Ehefrau hieß.

    Zwei Tage durchkämmten sie Zimmer und Flur,
    aber von Fussel fehlte jedwede Spur.
    Das blöde Vieh war schon oft abgehauen,
    kam immer wieder, darauf konnte man bauen.

    Nur diesmal war die Lage sehr fatal,
    denn Fussel verschwand mit nem großen Knall,
    war vom Schrank gesprungen in des Magiers Gesicht,
    welcher fast fiel von des Katers Gewicht.

    Sie taumelten beide quer durchs Labor,
    sodass Einerlei die Fassung verlor.
    Das blöde Vieh ließ endlich von ihm ab
    und schaufelte sich damit das eigene Grab.

    Dem Magier platzte nun endgültig der Kragen,
    zu lange hatte er das Tier schon ertragen.
    Zerkratzte Haut, durchnässte Schuh‘,
    einige Zeit genoss er die Ruh‘.

    Dann, spät in der Nacht, nahm er ein Fauchen wahr.
    Der Kater lebte und schlich sich unsichtbar
    ins Bett des Magiers und seiner Frau
    und biss Einerleis Hintern ganz blau.

    Seine Frau jauchzte vor Freude,
    dem Vieh wünschte er die Räude,
    war es doch nun nicht mehr zu fassen,
    in der Küche zerschlug es die Tassen.

    Fussel demolierte das halbe Haus
    und lebte mehr denn je in Saus und Braus.
    Verwöhnt von des Frauchens liebender Hand,
    was Einerlei als Scheidungsgrund empfand.

    Er hockte nun in der Gartenhütte.
    Mit einem Feuer in der Mitte
    und einem Schlafsack gleich daneben
    begann er sich schnell einzuleben.

    Auf eheliche Pflichten bestand seine Frau
    und so reparierte Einerlei ganz schlau
    den Stab und machte sich unsichtbar.
    Was das Leben nicht wunderbar?
    Dawnbreaker is offline
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