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  1. View Forum Posts #21 Reply With Quote
    Veteran Aaron's Avatar
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    Aaron is offline
    "Genau das." Gab er kurz und knapp zurück. "Zudem ist es möglich den Angriff des Gegners sofort zu seinem Nachteil zu gestalten, wenn man eine Schwachstelle findet oder ihn überrascht. Jedoch bedarf dies entweder gehobener Körperbewegungs- oder Schwertkunst. Für deinen Fall war die Antwort also die beste."

    Das bloße Zuschlagen oder parieren in einfacher Form hatte Aarons Waffenschülerin inzwischen zur Genüge geübt. Sie hatte ein Gefühl für ihr Schwert entwickelt und kam bei einem Angriff auch nicht aus der Balance. Es war Zeit für den nächsten Schritt. Noch heute wollte er dabei mit der praktischen Übung dessen beginnen, doch über die Zeit hatte die schwarzhaarige ihm mehr oder minder deutlich gemacht, dass sie zunächst verstehen wollte worum es ging, bevor sie es versuchte.

    "Bei der Parade geht es nicht nur darum den Schlag zu blocken. Schon während du ansetzt um deine Waffe der seinen in den Weg zu stellen beginnt ein kleiner Kampf im Kampf um den Vorteil im nächsten Schritt." Eine Weile suchte der Ordensbruder nach den richtigen Worten, doch wenngleich er sich bereits Mühe gab, in seinen Erklärungen umfassend das zu schildern was er meinte, so hatte er sich in seinem Leben zu wenig damit beschäftigt über Dinge zu reden, die er lieber einfach tat.

    "Ich werde es dir zeigen. Zieh dein Schwert und führe einen einfachen Schlag aus." Aaron hatte ebenso den Anderthalbhänder gezogen und wartete darauf, dass sie begann. Der Schlag kam und die schwarze Klinge begegnete der anderen. Der Stahl schliff aneinander ab, wobei Aaron Virayas Waffe nach oben abgleiten lies, was sie dazu zwang ihre Balance zu ändern und ihren gesamten Körper frei gab, der dem nächsten Schlag hilflos ausgeliefert war.
    "Das wäre eine Variante. Es gibt viele weitere. Prinzip einleuchtend?"

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    Viraya is offline
    "Sehr eindrücklich demonstriert. Ich möchte dich nicht als Gegner haben."

    Dann versuchte sie es selber. Erst liess Aaron es mit sich geschehen. Bis sie die Bewegung heraus hatte, dann reagierte er darauf und sie hatte wieder keine Chance.

    "Wenn du weisst, was ich mache, dann gibt es kein Durchkommen."


    Seufzte sie und lächelte gleichzeitig. Von Besseren konnte sie wenigstens viel lernen und sie war ehrgeizig in gewisser Hinsicht. Es war nicht nur purer Überlebensinstinkt. Ob sie Aaron eines Tages schlagen würde? Fragte sie sich und war gespannt. Wenn dann war bis dahin noch ein Weg, der Jahre dauern würde.

  3. View Forum Posts #23 Reply With Quote
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    Aaron is offline
    "Dein Ziel sollte zunächst wohl nicht sein mich schlagen zu können." erwiderte er sachlich und steckte dann die Waffe weg um sich umzusehen. Das Land wurde hier zunehmend trockener und Bäume waren nur selten zu sehen. Wenn dann waren es zuweilen ganze Plantagen auf denen Datteln oder Oliven angebaut wurden. Im Allgemeinen zierte trockenes Gras und bröckeliger Stein den Boden und Aaron achtete darauf an jeder Quelle die Wasserbestände wieder aufzufüllen, da diese seltener wurden und er nicht ganz ohne Flüssigkeit irgendwo in der Leere stehen wollte. Reisende hatten sie bisher nicht gesehen, nur alte Spuren im Sand, die zumeist von berittenen Trupps hinterlassen worden waren, was zu der Annahme führte, dass Viraya den richtigen Weg genommen hatte.

    Nach Städten hielt man jedoch umsonst Ausschau. Kleine befestigte Dörfer waren hier und da zu sehen und sie trugen ihre Holzwälle wohl zu recht, war die Flora doch zunehmend geprägt von menschenfeindlichen Wesen. Zunächst hatten sie den immer mal wieder leicht angepasst um größere Gruppen Warane zu umgehen, dann schon bald waren es Snapper und Schakale gewesen, von denen man sich fern gehalten hatte und schließlich hatten sie eine Spezies gesichtet, die Aaron an Minecrawler erinnerte, nur dass sie eben nicht in Höhlen zu leben schienen, gleichzeitig aber größer waren als die gewöhnlichen Feldräuber.

    Wo so viele Jäger überlebten gab es allerdings auch Tiere die den beiden nicht gefährlich werden würden - zumindest solange sie dies nicht provozierten. Wild, ähnlich Rehen und doch mit anders farbigen Fellen und Hörnern kreuzten ihren Weg und sprangen eilig davon, wenn sie die Menschen bemerkten und Herden von mehr als zwanzig Büffeln grasten gemächlich und beobachteten sie nur kritisch.

    Insgesamt war es ein Anblick der zumindest für Aaron völlig neu war. Überrascht über die Artenvielfalt in der recht trockenen Gegend musste er sich ermahnen dabei auch genügend Vorkehrungen für eventuelle Gefahren zu treffen. Da sie immer weiter in dieses Gebiet hinein wanderten sollten sie sich früh genug Gedanken über die nächste Nacht machen. Einfach irgendwo zu lagern war keine kluge Entscheidung, war man doch zu zweit nicht in der Lage sich gegen hungrige Biester zu verteidigen. Andererseits hatte Aaron wenig Lust auf Gesellschaft in den Dörfern. Vielleicht wusste Viraya ja, was die beste Entscheidung sein würde.

    "Was weißt du über die Menschen in diesem Teil Gorthars? Sind sie fromm oder besonders streng?"

  4. View Forum Posts #24 Reply With Quote
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    Viraya is offline
    Manchmal sollte ich nicht so laut denken oder einfach keine Hellseher unter meinen Gefährten suchen, dachte Viraya und lächelte wie immer. Sie mochte dieses Gebiet. Besonders wenn es nach Orangenblüten duftete. Hier waren aber eher pralle Granatäpfel, die schon bald gegessen werden durften. Sie hielten gerade wieder auf eine Siedlung zu und es erschien der Diebin etwas, wie in ihrem Traum.

    "Nicht ins Dorf."

    Murmelte sie etwas abwesend. Dann war es ruhig Aaron hakte nach.

    "Ach Menschen sind doch überall gleich. Egal, ob sie eine Religion vorschieben. Kommt man in kleine Orte gibt es meist eine führende Person. Ist diese "gut", dann haben wir Glück, ist sie es nicht, landen wir mit viel Pech auf dem Scheiterhaufen. Allerdings sind die meisten Menschen hier relativ umgänglich. Sie sind einfach sehr neugierig und haben einen tief verwurzelten Glauben."


    Sie gingen also weiter, bis sie am Wegrand einen Eseltreiber fanden.

    "Seid gegrüsst Fremde. Woher kommt ihr und was macht ihr hier?"

  5. View Forum Posts #25 Reply With Quote
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    Aaron is offline
    Aaron wollte sich zunächst im Hintergrund halten, wenig Lust auf ein weiteres Gespräch mit irgend einem Fremden habend, als jedoch Viraya durch bloßes Nichtstun ihn dazu zwang doch mal wieder das Wort zu übernehmen. Er wusste nicht ob dies daran lag, dass sie ebenso wenig Interesse an einer Unterhaltung hatte oder es für besser hielt wenn der Mann das Reden übernahm. Mancherorts waren selbstbewusste Frauen nicht gern gesehen.

    "Sei gegrüßt. Wir sind Reisende die dem Rufe dieses Landes, die besten Pferde zu züchten, folgen und versuchen ihm auf die Spur zu gehen." Fünf Esel hatte der Mann aneinander gebunden, wobei er selbst auf dem voran gehenden saß, sobald sie sich wieder in Bewegung setzen würden. Zudem standen noch zwei Männer am Rande die mit ihrer Bewaffnung - einer mit Bogen, einer mit Schwert - wohl für den Schutz des Zuges zuständig waren.

    "Solch Reisende sind selten geworden. Gab man Euch auch Namen? Der meine ist Paolo und ich verdiene mein täglich Brot durch den Austausch von Waren zwischen Dörfern und Städten."

    "Viraya, Aaron."
    "Sehr erfreut. Wohin genau verschlägt es euch denn?"

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    Ritter Jun's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Jun is offline

    Burg Quasar

    Tage der Ruhe waren eingekehrt, während die Sonne in aller Pracht über das geschäftige Quasar schien. An einen der wichtigsten Knotenpunkte und Umschlagsplätze im Lande Gorthar, kamen und gingen die Händler, Bauern und Karawanen. Schiffe ankerten und Fischerboote fuhren aus, um die Reusen zu prüfen oder Netze auszuwerfen.
    Die Glocke in der Kapelle läutete und überall wehten Flaggen. Artiman, der Vogt in Juns Gefolge, hatte beordert die Rückkehr des Fürsten zu feiern und so hingen selbst aus den Fenstern die Farben des Fürsten heraus.

    "Das so Fürsten immer ein Tam-Tam bekommen. Sei froh, dass Artiman auch ein paar Weinfässer beorderte.", meinte Giran, während er neben Jun vom höchsten Turm hinab blickte.
    "Sonst wärst du diesen 'Vergnüglichkeiten' ferngeblieben?", fragte Jun und beobachtete wie am Marktplatz die Stände noch einmal beäugt wurden, bevor die Menschen die sich schon sammelten den Feierlichkeiten auf Kosten des Fürsten beiwohnen durften.

    "Wohl nicht. Ich will ja sehen wie sich die Knappen mit den Dorflümmeln und Milizen prügeln.", meinte Giran. Jun nickte lediglich und prüfte dann noch einmal seine Kleidung. Kein fürstlich-edles Gewand, sondern ein eher schlichtes für seinen Stand, mit dezenten Verschönerungen - nicht besser oder schlechter als die Gewandungen seiner Ritter. Dazu der fürstliche Umhang, der Ring des Fürsten von Quasar und ein verzierter Waffengurt, an dem er seine heilige Klinge trug.

    Und so ging es dann hinab gen Quasar. Umjubelt von der Menge erschien Jun samt Ritterschaft und nahm Platz auf seinem 'Thron' auf der Tribüne.
    Mittig am Platz hatten sich einige tapfere Recken versammelt, die sich am heutigen Tage in Kampfe und der Tapferkeit beweisen durften.
    Unter ihnen war allerhand. Von den Knappen der Ritterschaft, über Abenteurern, Milizionären, Bauernsöhnen und vielen anderen jungen Männern. Zwischen ihnen waren auch Gauckler die wohl ihre Späße mit so manch sehr ernst drein blickenden Recken treiben würden. Doch dies gehörte durchweg dazu.

    "Ich grüße euch Volk von Quasar!", sprach Jun nachdem er sich erhoben hatte und Ruhe eingekehrt war. Applaus folgte.
    "Ich danke euch, dass ihr am heutigen Tage so zahlreich erschienen seid und die Rückkehr meiner Ritter und mir zu feiern gedenkt. Ich möchte Innos danken, dass er mein Volk in meiner Abwesenheit beschützt hat und uns heute mit solch prächtigen Wetter beglückt. Feiert und frohlocket, doch vergesst nicht Innos unseren Herrn dafür zu danken, dass Quasars Glück lodert wie die heilige Flamme. Mögen das Fest beginnen! - Für Innos!"
    "FÜR INNOS!", erklang es in Quasar und dann begann neben der Musik der Spielmänner, den Kunststücken der Gauckler und Artisten und den Ausschank des Bieres und Weines, das Buhurt.
    Hierbei bekam ein jeder Teilnehmer seine Farbe zugewiesen, sowie eine hölzerne Waffe, bevor sich zwei große Gruppen sammelten und durch Juns Zeichen und den Jubel der Massen, aufeinander losgelassen wurden. Ein guter Tag für Barbiere und die Menschen von Quasar.

    Jun lehnte sich zurück, blickte zur linken und rechten der Tribüne, wo alle Ritter und Paladine, Edelleute, angesehene Händler Quasars und eingeladene Gäste wie Gor Na Jan saßen und dann in das Gemenge, bevor er aus seinem Kelch gorthanischen Wein trank.
    Last edited by Jun; 07.07.2013 at 16:37.

  7. Visit Homepage View Forum Posts #27 Reply With Quote
    General Gor na Jan's Avatar
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    Gor na Jan is offline

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    Gelassen glitt der Templer in seinem Stuhl zurück, führte den Krug zu den Lippen, um wieder nur einen winzigen Schluck zu nehmen, und betrachtete das Spektakel vor sich. Dies war eine gänzlich neue Erfahrung für ihn. Zwar hatte er damals, zu einer Zeit, die kaum mehr wirklich wirkte, eine ähnliche Position inne gehabt wie Jun heute, doch zwischen dem Anführer der Templer und einem Fürsten der Paladine lagen, wie man zweifellos sehen konnte, Welten. In der Bruderschaft hielt man es einfach und gerade der Kodex der Templer schrieb ein schlichtes und zielgerichtetes Leben vor. Der Prunk und das Tam-tam mit dem sie begrüßt worden waren und nun ihr Triumph gefeiert wurde, reichte an jene Geschichten heran, die der Templer über das städtische Leben gehört hatte. Beim Schläfer, dieser Stuhl war vermutlich das weichste, auf dem er je gesessen hatte.

    Der Gor Na schaute zur Seite und musterte die Heimgekehrten für einen Augenblick. Giran, Medin, Jun und die anderen. Er sah etwas auf ihren Gesichtern, dass ein vertrautes doch fast vergessenes Gefühl in ihm weckte. Die Rückkehr in die Heimat. Für einen Augenblick hatte er das Gleiche gefühlt, als Quasar ihn wie einen von ihnen bei ihrem Einmarsch empfangen hatten. In solchen Momenten bemerkte der Templer, wie viel Zeit der vergangenen Jahre er doch mit dem Unterfangen verschwendet hatte, dieses Gefühl wiederzuerlangen. Erfolglos.

    Wie lange war es noch gleich... Jan schmunzelte, als er es bemerkte. Wie diese Gedanken doch fast auf den Tag genau jährlich zu ihm zurückkehrten. Nun gut, es verblieben noch 3 Tage, doch angesichts des Trubels vermutete er, in den nächsten Tagen keine Zeit dafür zu haben und so ließ er ihnen freien Lauf. Es lag nun mittlerweile 12 Jahre zurück, dass er das erste Mal seinen Fuß in das Lager im Sumpf gesetzt hatte. Dem ersten und bis heute einzigen Ort, den er wahrhaftig als Heimat anerkannt hatte. Viel Zeit war seitdem vergangen. Jan hatte sich seit dem Fall der Bruderschaft eingeredet, mit der Flucht aus Khorinis hätte er seine Heimat verloren. Doch wenn er ehrlich mit sich war, hatte es viel früher begonnen. Damals, mit dem Fall der Barriere, als die Orks das erste Lager im Sumpf und den Tempel im Berg überrannt hatten. Damals, als Y'Berion verstarb und der Erzdämon fiel, begann der Fall der Bruderschaft.

    Im Minental, in dem sich Altes Lager und Neues Lager die Köpfe einschlugen und das Sumpflager ein Gegengewicht und eine tatsächliche militärische Macht dargestellt hatte, dort hatte die Bruderschaft ihre Bestimmung. Mit dem Fall der Barriere fiel auch der Sinn ihrer Gemeinschaft. Sie hatten niemals wahrhaftig Fuß fassen können in einer Welt, in der nicht nur Orks und Menschen, sondern Götter ihren Krieg über die Welt bis an den Rand der Zerstörung fochten. Ihr Ideal hätte Bestand gehabt, doch nicht ihr Orden. Mit dem Niedergang Khorinis' und dem Pyramidental blieb nur noch ein Schatten. Ein gebrochener Heerführer, der versuchte, seine Schützlinge vor der Welt zu bewahren. Doch niemand war vor der Welt zu bewahren. Er hatte jene für schwach gehalten, die ihr Ideal verraten und sich der Waldbruderschaft angeschlossen hatten, doch sie waren es gewesen, die das Überleben der Gemeinschaft gesichert hatten. Nicht ein paar alte Männer mit einer alten Religion. Wie lange hätte sich eine Kaste aus einer handvoll elitärer Krieger in einem offenen Krieg gegen Hunderttausende wohl behaupten können? Jan hatte den Geist des Waldes gesucht und gefunden, doch letztendlich war er kein Teil des Waldes geworden, sondern hatte den Wald zu einem Teil von sich machen wollen. Er war untragbar für das Überleben der Gemeinschaft und so tat er, was er mehr als ein Jahr hinausgezögert hatte.

    Er ging, weil es das beste war. In den Norden. Es waren gute Jahre, das konnte er nicht leugnen. Aber Heimat? Nichts hätte weiter davon entfernt sein können. Die Nordmarer verstanden seine Ideale noch am besten, doch aus völlig anderen Gründen. Den Weg, den er zu den Ahnen gefunden hatte, war kein Weg zur Kultur der Nordmänner. Es war ein weiterer Weg zu sich selbst. Er verstand sich, er verstand seine Beweggründe, doch er verstand nicht den Weg des Nordens. Nichts anderes war das weitere Treffen auf die Bruderschaft des Waldes im Tooshoo. Naiv hatte er geglaubt, eine Gemeinschaft und ein Sumpf würden zumindest die Täuschung von Heimat wiederherstellen, doch ein weiteres Mal hatte er sich geirrt.

    So sehr er sich auch in den letzten Jahren entwickelt hatte, so klammerte er sich doch immer wieder an dieses eine, illusorische Ideal von Heimat. Und erst jetzt, wo sich langsam aber sicher die Fäden des Schicksals offenbarten und zu einem Ganzen zusammensponnen, erkannte er, wie sehr er sich geirrt hatte.

    Seine Heimat waren weder ein Ort, noch eine Gemeinschaft oder eine Religion. Seine Heimat war ein Punkt in der Zeit. Ein Punkt, der vergangen war und nie wieder zurückkehren würde. Seine Heimat existiert nur noch an einem einzigen Ort: In seiner Erinnerung. Die Welt war zu seiner Heimat geworden. Er war die Templer, er war die Bruderschaft des Schläfers, er war das Lager im Sumpf und sie waren dort, wo er war. Er war ein Wanderer, doch nicht mehr ziellos und verwirrt, wie ein Schiff im Nebel auf der verzweifelten Suche nach dem Weg zurück... er hatte seinen Weg gefunden. Und dieser Weg würde ihn nicht mehr zurückführen, sondern nur noch nach vorne.

    Ein letzter Gedanke schlich sich in sein Bewusstsein, der dem bisherigen Widersprach. Er würde zurückkehren. Eines Tages. Wenn die Aufgabe erfüllt war, die das Schicksal ihm zugedacht hatte und das Ende, von dem er jetzt wusste, dass es unvermeidlich war, kam, dann würde er an den Ort zurückkehren, an dem alles begonnen hatte. Dann würde er seine Waffen niederlegen, seine Rüstung abstreifen, ein letztes Mal die Augen schließen, um sein Leben vorüberziehen zu lassen und dann den letzten, den wahren Frieden finden.

    Doch dieser Tag lag noch in einiger Ferne. Zu weit, um sich damit heute zu befassen. Heute würde er trinken, heute würde er den Spielen zuschauen und diesem Ereignis beiwohnen. Der Wiedergeburt eines neuen Ordens. Quasar strahlte förmlich im Licht der aufgehenden Sonne, das Jun zurück in die Welt gebracht hatte. Und der alte Templer war nur zu neugierig, welchen Einfluss dies auf die Welt haben würde.

    Damit hob er seinen Krug und prostete dem Fürsten von Quasar mit einem zufriedenen Schmunzeln zu, bevor er trank und sich den Spielen hingab.

  8. View Forum Posts #28 Reply With Quote
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    Sie musterte den Mann. Sollte sie ihm die Wahrheit sagen? Innerlich schüttelte sie den Kopf. Joanina war ein kleiner Ort, der auf dem Weg nach Sufeli lag. Ihr Vater hatte schon seine Pferde dort eingekauft. Ja, oder die Person, die sich selber als solche bezeichnet hatte. Auf alle Fälle war es ein kleines Dorf und dies zu nennen hätte alles verraten. Darum hatte sie selbst Aaron nicht erzählt, dass sie dorthin zu gehen plante. Er würde es früh genug sehen.

    "Wir sind auf dem Weg nach Sufeli. Doch für heute bräuchten wir ein Dach über dem Kopf."

    Log sie.

    "Dann kommt mit uns. Ein entfernter Verwandter von mir wohnt in Achalsikia. Er hätte euch vielleicht auch ein paar Pferde. Sie sind gut und dann müsstet ihr diese lange Reise nicht auf euch nehmen."


    Meinte er mit einem gutmütigen Lächeln. Viraya blickte Aaron indessen alarmiert an, wagte es aber nicht den Kopf zu schütteln. Gastfreundschaft auszuschlagen war meist keine gute Idee. Zumal ihre Wasservorräte stark dezimiert waren.

  9. View Forum Posts #29 Reply With Quote
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    Aaron is offline
    Sufeli? Die Orte in dieser Gegend hatten wahrhaft merkwürdige Namen. Warum nannte man eine Stadt nicht gleich Suffheim oder Hickshausen?
    In Gedanken noch bei weiteren passenden Ortsnamen spürte Aaron plötzlich den stechenden Blick seiner Begleiterin, den zu deuten er nicht vermochte. Hieß das nun, dass das Angebot eine gute Sache war oder wollte sie ihn warnen?

    "Wir werden Euch solange begleiten, wie es für beide Parteien nützlich sein könnte." erwiderte der Ordensbruder schließlich und war selbst überrascht über die diplomatische Antwort aus seinem eigenen Munde. Wie lange diese Zusammenarbeit jedoch am Ende wirklich halten würde, hing wohl davon ab, wie sich Paolo verhielt. Irgendwie kam es Aaron merkwürdig vor, dass fünf Esel von nur drei Menschen geführt wurden, hier, wo die Tiere für jedes Raubtier eine anziehende Wirkung haben mussten, bewegten sie sich doch recht gemächlich und versprachen gute Nahrung.

    "Mit welchen Waren handelst du?"
    "Ach... mit diesem und jenem. Ein bisschen Bier, ein bisschen Trockenobst, auf Bestellung Rohstahl für die Dorfschmieden und... was die Leute hier so brauchen."
    "Aha..."
    Aaron betrachtete sich die Esel und deren Taschen, die nicht besonders stark gefüllt waren und etwas sagte ihm, dass es interessant wäre einen Blick dort hinein zu werfen. Ob Viraya vielleicht Talent in solcherlei Dinge hatte?

  10. View Forum Posts #30 Reply With Quote
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    Viraya is offline
    Sie kamen in das Dorf, erhielten ein Dach über dem Kopf und während sie auf das Essen warteten, hatten Aaron und Viraya ein paar Minuten, um sich auszutauschen. Sie taten das grösstenteils über Banalitäten, doch zwischendurch flüsterten sie sich ein paar Dinge zu, die sie beobachtet hatten. Aaron überraschte die Diebin mit seinen wachen Augen. Sie nickte anerkennend, während sie aufzählte, was sie in Sufeli alles kaufen musste.

    "Einen Hut. Die haben dort nicht nur gute Pferde, sondern auch die schönsten Hüte."

    Erzählte sie mit leuchtenden Augen, während sie ihre Lippen mit roter Farbe nachzog. Aaron schüttelte bloss amüsiert den Kopf. Er schien das noch nicht einmal spielen zu müssen. Dann kam das Essen: Eine Art Nudeln mit verschiedenem Gemüse, das wohl nur kurz angebraten wurde. Die Nudeln waren relativ dick und kurz. Es schmeckte herrlich. Viraya hätte zu gerne einen zweiten Teller genommen, doch ein solcher wurde ihr nicht angeboten. Stattdessen wurde Schnaps aufgetischt und es schien kein Entrinnen zu geben.

  11. View Forum Posts #31 Reply With Quote
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    Aaron is offline
    Es war wohl eine gute Idee gewesen den Schnaps zumeist weg zu kippen, ansonsten hätte der Marsch der nun am nächsten Tag folgte dem Streiter Innos nicht gerade gut getan. Entgegen dem mulmigen Gefühl der zwei Fremden war in der Nacht nichts bedrohliches geschehen und nun wanderte man mit Paolo und seinen beiden Bewachern durch die Landschaft. In Reichweite sollte demnächst eine Wasserstelle sein und dies wollte man für seine Zwecke nutzen... und Viraya wollte sie für ihre Zwecke nutzen. Irgendwie musste sie es schaffen die Taschen der Esel zu inspizieren, wenn die andern mit dem Wasser und sich selbst beschäftigt waren.

    Aaron blickte sich um und Spuren wiesen darauf hin, dass sie nicht die einzigen Besucher des kleinen Baches waren. Man würde hier auch Tieren begegnen können die man sonst lieber mied. Insofern konnte man nur hoffen, dass Paolo sich diesbezüglich genug auskannte um eventuelle Zeichen zu erkennen die auf die Anwesenheit von Gesellschaft hinweisen konnte.

    "Wir werden hier unseren genügsamen Tieren eine kleine Pause gönnen, meine Freunde. Labt euch an dem frischen Wasser. Es wird euch die Kraft geben die Entbehrungen der nächsten Tage leicht zu überstehen." Der Händler lächelte einladend und Aaron lief mit ihm gemeinsam zum Bach, nicht ohne Viraya vorher noch einen vielsagenden Blick zuzuwerfen.

  12. View Forum Posts #32 Reply With Quote
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    Sie war sich ein Tuch über die Schultern und folgte dem Flusslauf nach unten. Schliesslich würde sie sich nicht oberhalb der Gruppe waschen. Eine gute Gelegenheit auf alle Fälle sich umzuschauen, ob ihr jemand folgte. Sie taten es nur mit Blicken, bis sie verschwand. Allerdings schlug sie nicht den Weg zum Bach ein, schliesslich zog sie nass Spuren hinter sich her, sondern kehrte in einem Bogen zurück. Sie schlich sich zu den Eseln, die sie in den vergangenen Tagen immer wieder liebkost und an sich gewöhnt, allerdings nie gefüttert hatte, damit sie bei ihrem Anblick nicht lauthals zu betteln begannen. Eine Seitentasche war schnell geöffnet. Sie hob den Deckel und entdeckte zu ihrer grossen Überraschung Fesseln. Irritiert, doch weiterhin fokussiert, schloss sie die Satteltasche wieder und machte sich an der nächsten zu schaffen. Auch hier waren wieder Fesseln drin. Eine Dritte zeigte denselben Inhalt. Sie hatte genug gesehen und huschte schnell davon. Zurück zum Bach. Wo sie sich hastig wusch, inklusive Haare, damit auch jeder sah, was sie getan hatte. Dann kehrte sie ruhigen Schrittes zu den anderen zurück. Nichts zeugte davon, dass sie etwas anderes getan hatte, als sich zu waschen.

    "Ich fülle noch kurz meine Wasserflasche."

    Kam ihr dann in den Sinn und Aaron nickte. Doch gab sie ihm keine Gelegenheit sie zu begleiten. Wenn dies Halunken waren, würden sie sogleich erkennen, wenn sie plötzlich seine Nähe suchte. Stattdessen folgte sie dem Fluss etwas nach oben, füllte die Flasche und kehrte zurück. Dann setzte sie sich in den Schatten eines Baumes und wartete bis alle anderen ausgeruht und abreisebereit waren.

    Bei der nächstbesten Gelegenheit musste sie Aaron von ihrer Entdeckung erzählen. Allerdings konnte die Gelegenheit noch etwas auf sich warten lassen. So viel Geduld musste sein und sie hatte es gelernt Geduld zu haben.

  13. View Forum Posts #33 Reply With Quote
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    Aaron schwitzte aus allen Poren. Die Temperaturen hier waren nicht vergleichbar mit dem Meeresnahen Thorniara. Zwar ging auch hier immer Wind über die staubige Landschaft, doch brachte dieser nicht die ersehnte Frische sondern Sand und noch mehr Wärme. Besonders günstig gekleidet war der Ordensbruder auch nicht für diese Landschaft, aber Gedanken hatte er sich vor der Reise auch keine gemacht. Paolo und seine namenlosen Kumpanen hatten nicht viel zu erzählen. Still liefen und ritten sie vor sich hin - nur Paolo gab zuweilen Anweisungen, wenn sie ihre Route mal wieder etwas ändern mussten, weil Spuren die Gegend als nicht sicher genug darstellten. Diese Vorsicht war nicht ohne Grund. Der Bogenschütze hatte erst letzte Nacht fast sein Leben gelassen, weil er mit seiner Waffe gegen einer der kleinen Sandcrawler nicht viel auszurichten gewusst hatte, als dieser plötzlich neben dem Lager gestanden hatte. Sein Kollege war ihm noch rechtzeitig zur Hilfe geeilt.

    Viraya und Aaron hatten das Problem, dass sie gleich auf zwei Gefahren achten mussten. Zum einen, dass sie nicht zu Nahe an Raubtiere kamen, zum anderen, dass sie nicht in eine Falle liefen. Die Entdeckung der schwarzhaarigen hatte das schlechte Gefühl bestätigt. Die Frage war nur, wie sie möglichst ungeschoren davon kamen. Vielleicht wollte ihnen Paolo ja tatsächlich nichts böses, doch die Tatsache, dass er sie anlog und anscheinend nur Seile mit sich führte, sprachen nicht gerade für ihn. Vielleicht sollten sie den Spieß einfach umdrehen? Mit den dreien würden sie fertig werden. Andererseits war das Ziel Virayas Aussage nicht mehr weit und so konnte man sich auch einfach entfernen.

    Letztendlich kam er zu dem Schluss es auszuprobieren. Zuweilen lies er sich mit Viraya etwas zurückfallen und in diesem Augenblick informierte er sie über sein Vorhaben.
    "Du hast bewiesen, dass du Talent hast gut Augenblicke zu finden in denen du nicht bemerkt wirst. Meinst du, du könntest an den Bogen heran kommen um ihn so zu präparieren, dass er beim nächsten Mal, wenn er gebraucht wird, seinen Dienst versagt? Der wäre meine einzige Sorge, wenn wir uns auf der Reise selbstständig machen wollen, was wir sollten solange wir noch nicht in eine Falle tappen."

  14. View Forum Posts #34 Reply With Quote
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    Viraya zwinkerte Aaron zu.

    "Nichts einfacher als das. Allerdings sollte das noch so geschehen, dass er es nicht vorzeitig bemerkt."

    Analysierte sie und runzelte dann die Stirn.

    "Mir wird etwas einfallen. Bis sich allerdings dazu die Gelegenheit bietet, könnten wir noch etwas trainieren. Ich bin zwar nicht wehrlos, dennoch wüsste ich gerne, dass ich es mit einem dieser Eseltreiber alleine aufnehmen könnte, falls sie mich doch erwischen. Denn eines ist klar. Das sind keine normalen Eseltreiber. Dafür sind sie zu gut ausgebildet und zu empfänglich für Dinge, die Eseltreiber eigentlich gar nicht interessieren."

  15. View Forum Posts #35 Reply With Quote
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    Aaron is offline
    Er nickte nur. Die Blicke der anderen hatten sich so oder so schon das ein oder andere Mal an dem Schwert Virayas festgehangen und damit war es für sie keine Überraschung, wenn sie damit auch umzugehen vermochte. Außerdem war es nicht schlecht, wenn sie ein über ein paar Dinge vor allem nachdachte bevor es vielleicht einmal ernst wurde.

    "Bedeutet das Wort 'Ehre' etwas für dich und dein Verhalten?"

  16. View Forum Posts #36 Reply With Quote
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    Wie so oft, überlegte Viraya relativ lange, bevor sie antwortete und fragte sich, ob dies eine Fangfrage war. Seit dem Tod ihrer Eltern und ihres Bruders vermutete sie noch öfter schlechte Hintergedanken hinter einer Anfrage von anderen Menschen.

    "Ehre?"

    Fragte sie dann und Aaron nickte aufmunternd.

    "Nein, im Namen der Ehre wird so viel getan, was absolut unehrenhaft ist."
    Sprach sie dann entschieden. "Und du weisst ja, dass ich eine Diebin bin. Wenn mir etwas gefällt, dann nehme ich es. Ich würde dich auch anlügen, wenn es nötig ist."

    Endete sie dann überraschend ehrlich.

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    Aaron is offline
    "Wusste ich nicht..." erwiderte Aaron kühl und schaute seine Gefährtin einen Moment lang an. Es war merkwürdig, wie sich das Schicksal zuweilen verhielt und just in diesem Augenblick bröckelte einiges von dem Vertrauen, was man sich als gemeinsam Reisende inzwischen aufgebaut hatte. Sofort wurde der Ordensbruder an seine ehemalige 'Lehrmeisterin' erinnert und nun hatte er eine ähnliche Situation, nur dass er dieses Mal der war, der eine Pflicht als Lehrmeister angenommen hatte. Ohne weiter über irgendwelche Konsequenzen nachzudenken schob er die Gedanken beiseite. Es gab momentan wichtigeres.

    "Doch das ist ein anderes Thema. Ehre hat in einem Kampf, gerade gegen Tiere und Banditen, nichts zu suchen. Hast du eine Möglichkeit es deinem Gegner schwer zu machen, dann tust du das, es sei denn du kämpfst nur zu Übungszwecken. Was meinst du wie gut ein Schütze noch zu Zielen vermag, nachdem du ihm Sand in die Augen geworfen hast. Wenn Gegenstände herum stehen eignen die sich ebenfalls um den anderen damit abzulenken."

    In etwas größerer Entfernung sah Aaron, dass der Weg, den Paolo einschlug zwischen Felsen hindurch führte, die sich zu einem kleinen Labyrinth verfestigt haben könnten. Kein besonders guter Ort, wenn man Sackgassen aus dem Weg gehen wollte. Sie hatten keine Zeit mehr.
    "Als Frau wirst du außerdem häufig das Problem haben, dass deine Gegner mehr Kraft haben, also sie zu, dass du dich nicht packen lässt. Für Training bleibt jedoch jetzt keine Zeit. Wir sollten verschwinden."

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    Viraya nickte, dann machte sie sich aus dem Staub. Genauer genommen gesellte sie sich zum Wortführer und tauschte ein paar Nettigkeiten mit ihm aus. Sie wusste durchaus, was ein Augenaufschlag für eine Wirkung haben konnte. Besonders, wenn es kein lasziver, sondern eher ein gekonnt schüchterner war. Dabei lächelte sie sanft und verschwand wieder. Der Wortführer hatte erstmals anderes im Kopf, als ihr zu genau auf die Finger zu schauen, obwohl das natürlich trotzdem heikel war, denn sein Blick würde ihr eher folgen. Was für eine gute Lebensschule es doch gewesen war bei Darla im Bordell zu Hausen. Dachte sie und wurde mit einem Mal blass.

    Darla. Ihre Schwester, der einzige Mensch, der ihr noch geblieben war. Wussten die Dimosas von ihr? Wussten sie wie viel ihr Darla bedeutete? Dann war sie tot. Die Erkenntnis traf sie wie ein Schlag und liess ihr Herz ein paar Takte aussetzen. Warum hatte sie daran nicht gedacht? Sie hätte sich schlagen können. Dennoch, wer permanent um sein eigenes Leben fürchtete, dessen Leben begann sich auch um sich selber zu drehen.

    Dann unterhielt sie sich mit dem Bogenschützen. Hier aber auf eine vollkommen andere Art und Weise.

    "Einen schönen Bogen hast du hier."

    Er nickte zufrieden.

    "Aber kein Spielzeug für Mädchen."

    Fügte er hinzu und Viraya unterdrückte einen bissigen Kommentar. Mit einfältigen Menschen brauchte sie sich nicht streiten.

    "Darf ich ihn dennoch mal betrachten. Nur in der Hand halten."


    Bettele sie, doch er schüttelte den Kopf und verstaute den Bogen in der Satteltasche.

    "Du würdest dir nur weh tun."


    Meinte er fürsorglich, worauf hin die Diebin dankbar nickte. Sie stellte ihm noch ein paar Fragen, dann streifte sie am Esel vorbei weiter. Dabei blieb ungesehen, wie die Hand mit einer winzigen, aber scharfen Klinge in die Satteltasche schlüpfte und dort die Sehne an schnitt. Die Sabotage war gelungen. Allerdings nicht unauffällig. Sie mussten also verschwinden, bevor er den Schaden bemerkte. Schnell huschte sie zu Aaron zurück.

    "Los!"

    Forderte sie ihn auf.

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    "Paolo, wir zwei gehen unserer Wege." Aaron hatte sich entschieden zumindest das Verschwinden noch anzukündigen, denn wenn es sich bei Paolo hingegen aller Erwartungen doch um einen anständigen Kerl handelte, so würde es ihm merkwürdig vorkommen, wenn Viraya und Aaron plötzlich ohne Ankündigung losgingen und würde vermuten, dass sie etwas gestohlen hätten oder ähnliches.

    "Aber... wohin des Wegs so plötzlich? Ich dachte wir hätten ein gemeinsames Ziel?"
    "Unser Ziel hat sich spontan geändert."
    "So? Das meine aber nicht und ich dachte ich kann auf euren Schutz zählen, wenn wir die Felswege passieren."
    "Du wirst wohl darauf verzichten müssen."
    Das Gesicht des Eselreiters veränderte sich schlagartig und er sprang von seinem Reittier.

    "Zu schade. Ich dachte ihr lauft auch noch freiwillig in Höhlen in denen ihr für mich ein bisschen Schwefel abbauen könnt. Nehmt die Hände hoch, Jacobo, Alexander, ihr wisst was zu tun ist."
    Alle fünf zogen ihre Waffen und der Bogenschütze legte den Pfeil ein um die beiden zu bedrohen während, der andere sie fesselte, doch stattdessen fluchte er und Blut sickerte aus der kleinen Wunde, die die reißende Sehne an seiner Hand verursacht hatte.

    "Eine Frage hätte ich noch." Aaron hielt die schwarze Klinge bereit für einen Kampf in seiner Hand.
    "Achja?"
    "Hast du einen Wunsch, was wir mit deinen Eseln machen sollen?"

  20. View Forum Posts #40 Reply With Quote
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    Auch Viraya zog ihre Waffe. Jetzt war keine Zeit für Unsicherheit, sie musste darauf zählen, dass Aaron ihr das Richtige beigebracht hatte. Es war zu spät zum Denken. Hier war noch noch Handeln gefragt. Handeln und jeden hinterhältigen Trick anwenden den sie kannte. Das erste, was sie daher anzuzapfen versuchte, war die Magie. Diese blieb ihr allerdings vollkommen versagt. In ihr drin war eine tiefe, alles umfassende Leere.

    Um nicht in Panik auszubrechen, stürzte sie sich kurzer Hand auf den am nächsten stehenden Eseltreiber. Dieser wirkte sehr überrascht. Mit so raschem Widerstand hätte er besonders von ihr nicht gerechnet. Sie hob und senkte in entschlossenen, minimalistischen Hiebe das Schwert, welches olirie ihr geschenkt hatte. Sie musste ihn erledigen, bevor ihm jemand zu Hilfe kommen konnte. Das war ihr einziges Ziel, denn gegen zwei hatte sie keine Chance und Aaron war selber beschäftigt genug.

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