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  1. #1
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    Gaius war nicht sonderlich über die Reaktion seiner temperamentvollen Frau überrascht. Sie trug wenn nicht vor der Kamera ihr Herz auf ihrer Zunge. Nichtsdestotrotz konnte er nur mit Mühe ein genervtes Seufzten unterdrücken. Seitdem Luceija in ihr Leben getreten war, war ihr Leben eine reine Achterbahnfahrt geworden. Nicht nur wegen des Aliens, auch weil ihre Existenz kaum noch Platz in seinem ordentlichen Leben fand. Im Gegensatz zu Hayden natürlich, die in Reue versank und vermutlich nichts lieber täte als sie den gesamten Tag zu bemuttern.

    "Ich glaube daran", erwiderte er ohne mit der Wimper zu zucken. Denn egal, welches Ende es nahm, es war alles besser als dieses Chaos, diese Hoch- und Tieffahrten, das Bangen, ob sie überleben würde oder nicht, wann der Alien wieder austicken würde, welche dumme Tat Gil als nächstes für seine Schwester begehen würde.

    Es zerrte an seinen Nerven. Und nicht nur da.

    "Es verwundert mich, dass du das nicht tust."

    Die Fahrstuhltüren öffneten sich mit einem kurzen Warnton. Er warf einen Blick auf seine Frau, hielt ihr dann seine Hand hin.

    Stand up! It gets better.
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    Quote Originally Posted by Moku View Post
    Gaius war nicht sonderlich über die Reaktion seiner temperamentvollen Frau überrascht. Sie trug wenn nicht vor der Kamera ihr Herz auf ihrer Zunge. Nichtsdestotrotz konnte er nur mit Mühe ein genervtes Seufzten unterdrücken. Seitdem Luceija in ihr Leben getreten war, war ihr Leben eine reine Achterbahnfahrt geworden. Nicht nur wegen des Aliens, auch weil ihre Existenz kaum noch Platz in seinem ordentlichen Leben fand. Im Gegensatz zu Hayden natürlich, die in Reue versank und vermutlich nichts lieber täte als sie den gesamten Tag zu bemuttern.

    "Ich glaube daran", erwiderte er ohne mit der Wimper zu zucken. Denn egal, welches Ende es nahm, es war alles besser als dieses Chaos, diese Hoch- und Tieffahrten, das Bangen, ob sie überleben würde oder nicht, wann der Alien wieder austicken würde, welche dumme Tat Gil als nächstes für seine Schwester begehen würde.

    Es zerrte an seinen Nerven. Und nicht nur da.

    "Es verwundert mich, dass du das nicht tust."

    Die Fahrstuhltüren öffneten sich mit einem kurzen Warnton. Er warf einen Blick auf seine Frau, hielt ihr dann seine Hand hin.


    "Achja?", ihre Worte klangen hohl, die Frage war eine rein rethorische "Und belastet es dich? Dass alles glatt gelaufen ist und du dich nun weiterhin mit dem Alien arrangieren musste? Mit ihr?"
    Ein unverblümter, direkter Angriff auf ihren Ehemann. Dabei war es selbst für Hayden ungewöhnlich, die eiserne Makse auch nur irgendwo in der Öffentlichkeit abzunehmen und sich gewissermaßen gegen ihren eigenen Mann zu stellen. Doch die Tatsache dass er nicht einmal herausgekommen war, als Zora ihnen im Anwesen hatte Bericht erstatten wollen, stellte ihn nicht gerade ins beste Licht.
    Ohne die Hand anzunehmen, verschränkte sie die Arme vor der Brust und sah ihn durchdringend an.
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  3. #3
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    Schlaf und tiefes Wasser waren gewiss nicht die beste Kombination. Trotzdem hatte Zora es versucht. Müde starrte sie vor sich hin, beobachtete und lauschte dem knisternden, sich regelrecht türmendem Schaum der über ihr in der Wanne lag und neben dem viel zu heißen Wasser eigentlich entspannend wirken sollte, jedoch lediglich dazu beitrug dass ihre Haut einen gereizten, roten Ton aufsetzte. Sie war müde, dennoch war der Schlaf den sie brauchte nicht drin. Viel zu sehr dominierten die Bilder der letzten Stunden ihre Gedanken. Dabei malte sie sich gar nicht dass Naheliegendste aus. Eben, was hätte passieren können wenn Beyo nicht kleinbei gegeben hätte. Ihr Verstand versuchte eine Antwort auf die Frage zu finden, die der Turianer ihr auf Reisen nie hatte beantworten wollen: Was zum Teufel trieb ihn zu solch' einem Hass gegenüber Luceija's Bruder? Einem, der ihn (wie er anschaulich demonstiert hatte) über Leichen gehen ließ.
    Gut-...Da war diese Turianersache. Es war unschwer zu erkennen dass selbst Vallan - ohne negative Vorgeschichte - nicht der war, mit dem Vigilio ausgelassene Abende in einer Bar verbringen würde. Und dann Cerberus. Diese Organisation, die sie schon seit Wochen an den Rand ihres Bewusstseins verbannte, sich jetzt jedoch in Erinnerung rief.
    Etwas eingeschüchtert vom bloßen Gedanken daran was sie alles nicht wusste, sank ihr Körper tiefer in das heiße Nass. Ihr flacher Atem, erdrückt von der Hitze die im Raum herrschte, schlug winzige Welle an der Wasseroberfläche.
    Sie waren so klein, leicht und unbedeutend wie sie sich in diesem Moment fühlte, während sich unter ihrem blonden Schopf ein erstes Mal der ernsthafte Gedanke daran ergab, was sie hier tat-...Nein. Ob sie das richtige tat.
    In einem Haus voller, womöglich, Fanatischer und das auch noch schwanger. Sie wusste in den letzten Wochen ja nicht einmal wo genau ihr Platz war. Wo wäre der dieser noch winzig kleinen Blase, die sich zu einem Kind entwickeln sollte also? In knapp drei Jahrzehnten auf einem OP Tisch vielleicht. Einem Versuchslabor. Es würgte sie fast, wenn sie nur darüber nachdachte.
    Plötzlich war Zora erstaunlich erleichtert, dass sie weder wusste wo Gil oder der Rest der Familie waren. Vielleicht irgendwo verteilt im endlosen Anwesen der Familie oder auf Turianerjagd. Wieder eine Sache die sie nicht verstand und unter vielen anderen in ihrem Kopf begrub, während der langsam ins Wasser glitt und einfach nur Ruhe suchte.
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    "Achja?", ihre Worte klangen hohl, die Frage war eine rein rethorische "Und belastet es dich? Dass alles glatt gelaufen ist und du dich nun weiterhin mit dem Alien arrangieren musste? Mit ihr?"
    Ein unverblümter, direkter Angriff auf ihren Ehemann. Dabei war es selbst für Hayden ungewöhnlich, die eiserne Makse auch nur irgendwo in der Öffentlichkeit abzunehmen und sich gewissermaßen gegen ihren eigenen Mann zu stellen. Doch die Tatsache dass er nicht einmal herausgekommen war, als Zora ihnen im Anwesen hatte Bericht erstatten wollen, stellte ihn nicht gerade ins beste Licht.
    Ohne die Hand anzunehmen, verschränkte sie die Arme vor der Brust und sah ihn durchdringend an.
    Gaius positionierte die Hand wieder an seiner Seite, drehte sich dann um und verließ den Fahrstuhl, blieb dann davor stehen. Es fehlte ihm noch, dass sie jetzt wieder runterfuhren, nachdem sie oben waren. Außerdem war es mehr als sinnlos mit Hayden zu diskutieren, wenn sie ihre emotional übertriebenen Launen hatte. Aus Erfahrung wusste er, dass er sagen konnte was er wollte und sie würde es ihm direkt zurück ins Gesicht schleudern zuzüglich verdrehte und verzerrter Worte.

    "Es gibt für alles eine Lösung. Besonders für Ungezieferprobleme", antwortete er mit hochgezogener Augenbraue, hielt dann die Türen auf, als diese drohten sich zu schließen. "Kommst du? Oder möchtest du das Treffen mit deiner Tochter noch länger theatralisch hinauszögern?"

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    Persönliches Tagebuch von Clain
    Tag Konstante x + Unbekannte Variable y

    Liebes Tagebuch,

    hab' das Schiff erkundet. Es ist winzig im Vergleich zu Omega, aber ich hab' noch nie besser gelebt. Der Kotzturi scheint verletzt zu sein. Hab es mir mal angesehen, als er geschlafen hat - übrigens hat der wirklich den Schlaf eines Kroganers: tief, fest und laut - is ne Schusswunde. Hat das Projektil drin gelassen - Depp. Das wird sich super unter der Haut entzünden. Ich könnt’s rausholen, hab schließlich Erfahrung mit Kugeln, bevor der noch an so ner Kleinigkeit verreckt und der Gagaturi auf die Idee kommt ihn bei mir abzuladen. Wüsste nur nicht wie ohne aufzufallen. Muss das Teil eben drin bleiben.

    Gagaturi hat aufgehört Utensilien anzusingen. Verbringt die meiste Zeit eh im Cockpit. Seh’ nicht viel von dem, aber was ich sehe ist ... seltsam. Da bevorzuge ich doch wirklich den Kotzturi. Gagaturi spielt oft mit seinen Waffen. Manchmal denk ich, dass der nicht schwul, sondern waffenphil ist oder so. Letztens hab ich ihn erwischt als er mit ner M-3 Predator rumgeknutscht hat, während er ne Mantis mehr als angeturnt gestreichelt hatte. Müsste ich mich für einen von beiden entscheiden, wer mich umbringen soll, ich würd den Kotzturi bevorzugen. Bei dem wüsste ich wenigstens, dass ihm beim Anfassen der Waffe keiner abgeht. Wie gut, dass die Rüstungen der Turi so robust sind. Die Schwänze von denen sind echt lang und das letzte was ich sehe, soll kein steifer Turischwanz sein. Wobei...



    Der dunkelhaarige Junge hielt in seiner Sprachaufnahme inne, seufzte dann einmal bevor er sein Omni-Tool ausschaltete und sich zurück auf die Decken fallen ließ. Er war nicht der Tagebuchtyp, aber ihm war echt langweilig. Zumal er nicht wirklich größere Aktionen mit seinem Omni-Tool ausführen durfte ohne Gefahr zu laufen, dass ihn das Teil durch eine dramatisch laute Sirene verriet.

    Er warf einen argwöhnischen Blick auf das Armband, zuckte dann mit den Schultern.

    So langsam wurde sein Hunger unerträglich und er hatte nur noch einen Blaubeerlollie übrig. Es war Zeit die Küche zu stürmen. Aber sowas von.

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    Gaius positionierte die Hand wieder an seiner Seite, drehte sich dann um und verließ den Fahrstuhl, blieb dann davor stehen. Es fehlte ihm noch, dass sie jetzt wieder runterfuhren, nachdem sie oben waren. Außerdem war es mehr als sinnlos mit Hayden zu diskutieren, wenn sie ihre emotional übertriebenen Launen hatte. Aus Erfahrung wusste er, dass er sagen konnte was er wollte und sie würde es ihm direkt zurück ins Gesicht schleudern zuzüglich verdrehte und verzerrter Worte.

    "Es gibt für alles eine Lösung. Besonders für Ungezieferprobleme", antwortete er mit hochgezogener Augenbraue, hielt dann die Türen auf, als diese drohten sich zu schließen. "Kommst du? Oder möchtest du das Treffen mit deiner Tochter noch länger theatralisch hinauszögern?"


    Es war nicht das erste Mal, dass die eisige Fassade ihres Mannes sie übel stimmte. Doch nie, wirklich nie hatte Gaius sie so zur Weißglut getrieben. Hayden war weit über die Enttäuschung hinaus. Alles was sie noch empfand war blanke Wut. Ihre Stimme war nicht mehr ruhig, nicht so anmaßend wie zuvor, sie brüllte.
    "Es ist verdammt noch einmal UNSERE TOCHTER!"
    Gott sei Dank reckten sich im selben Moment keine Köpfe aus den Zimmern. Alles war ruhig. Bis auf sie.
    "Und es gibt für NICHTS was wir getan haben eine gottverdammte Lösung, hörst du?! Nicht dafür dass wir unsere eigenen Kinder an diese Organisation verkauft haben und auch nicht für das was DU Ungeziefer nennst!"
    Es wäre wohl zu spät ihrem Gatten die Tasche ungalant vor die Füße zu werfen. Stattdessen stieß die Britin einen noch weniger gefassten Schrei aus und stampfte auf den Boden wie ein bockiges Kind. Erst nach Sekunden, in denen Gaius unbeeindruckt vor ihr stand, brachte sie sich wieder genug unter Kontrolle um den Finger drohend auf ihn zu richten.
    "Du-...Du wirst nichts gegen diesen Turianer tun, solange Luceija seine Anwesenheit wünscht. Hast du mich verstanden?"
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  7. #7
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    Es war nicht das erste Mal, dass die eisige Fassade ihres Mannes sie übel stimmte. Doch nie, wirklich nie hatte Gaius sie so zur Weißglut getrieben. Hayden war weit über die Enttäuschung hinaus. Alles was sie noch empfand war blanke Wut. Ihre Stimme war nicht mehr ruhig, nicht so anmaßend wie zuvor, sie brüllte.
    "Es ist verdammt noch einmal UNSERE TOCHTER!"
    Gott sei Dank reckten sich im selben Moment keine Köpfe aus den Zimmern. Alles war ruhig. Bis auf sie.
    "Und es gibt für NICHTS was wir getan haben eine gottverdammte Lösung, hörst du?! Nicht dafür dass wir unsere eigenen Kinder an diese Organisation verkauft haben und auch nicht für das was DU Ungeziefer nennst!"
    Es wäre wohl zu spät ihrem Gatten die Tasche ungalant vor die Füße zu werfen. Stattdessen stieß die Britin einen noch weniger gefassten Schrei aus und stampfte auf den Boden wie ein bockiges Kind. Erst nach Sekunden, in denen Gaius unbeeindruckt vor ihr stand, brachte sie sich wieder genug unter Kontrolle um den Finger drohend auf ihn zu richten.
    "Du-...Du wirst nichts gegen diesen Turianer tun, solange Luceija seine Anwesenheit wünscht. Hast du mich verstanden?"
    "Kommst du?" wiederholte er seine Frage ruhig, entfernte die Hand von den Fahrstuhltüren. Er ließ sich nicht auf diese Diskussion ein. Nicht hier. Nicht jetzt. Und vor allem nicht mit Hayden in diesem Zustand. Persönlich war er der Meinung, dass man Geschehenes einfach nicht ungeschehen machen konnte, dass man mit den Entscheidungen, die man getroffen hatte und deren Konsequenzen leben musste. Doch er war sich durchaus bewusst, dass Hayden nicht einmal annähernd die Dinge so betrachtete, wie er selbst. Sie musste darüber sprechen, sie musste ihren Frust los werden. Gaius würde ihr die Chance geben. Aber nicht so.

    "Wir können diese Diskussion gern später fortsetzen, aber jetzt braucht" - er stockte einen Moment, entschied sich dann für die diplomatische Lösung - "unsere Tochter deinen Beistand." Denn sein Beistand war sicherlich das letzte, was Luceija wollte.

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    Unter allen anderen Vorraussetzungen wäre er vermutlich an die Decke gesprungen. So jedoch, verließ er mit zwei Sätzen den Raum, hetzte regelrecht in das gegenüberliegende Büro und stellte innert Sekunden fest, dass es viel zu lange dauern würde ein Medikament aufzuziehen und zu verabreichen. So schnappte er sich kurzentschlossen eines der kleinen Plastiktütchen die in aller Regel für den Tablettenabwurf bereitlagen und raste zurück.
    Diese Kleine sollte sich beim besten Willen nicht einfallen lassen jetzt an einem Herzinfarkt oder sonst etwas zu sterben. Nicht nur dass er hätte schwören können dass ihr Bruder es irgendwie schaffte ein Neues zu besorgen, nein...ER höchstpersönlich würde es tun wenn es denn nicht anders ginge. Leif hatte diese Tortur nicht mitgemacht damit sie ihm jetzt an einem lächerlichen Hüsterchen abkratzte.
    Fast schon grob packte er sie im Nacken, faste damit ungewollt ein Teil des Schopfes und zog sie so nach oben, dass man es als halbwegs sitzend bezeichnen konnte.
    Den medizinischen Fortschritt übergehend, reichte er-...zwang er ihr die Tüte auf und ließ sie atmen.
    Einatmen, ausatmen-...Es dauerte keine Minute und der Anfall der sie eben noch regelrecht geschüttelt hatte, war nahezu vorbei.
    Vorsichtig setzte der Arzt sich neben sie, ließ sie jedoch nicht los, da sie jeden Moment vor Benommenheit nach vorn oder hinten zu kippen drohte und zog sie stattdessen an die eigene Schulter.
    Er sprach ruhig und ohne den Hauch von Verärgerung oder Enttäuschung darüber, dass sie es nicht einmal für notwendig hielt sich ein "Danke" abzuringen.
    Schön, er hatte ein Versprechen gebrochen. Doch dabei ging es um ein Leben. Um eines, für das er sich wieder und wieder den Allerwertesten aufgerissen hatte.
    Nein, so würde sie ihm nicht sterben. So nicht.
    "Lass uns darüber streiten wenn du etwas weniger gelb im Gesicht und etwas klarer in deinem sturen Schädel bist."
    Das war zwar ein sanfter, jedoch ebenso ernst gemeinter Tadel. Bis es soweit war, würde er ihr mehr zur Beruhigung geben.



    Angestrengt atmete sie die letzten Minuten ihres Anfalles aus. Ihren eigenen Atem ein, den sie bei den Überresten ihrer Krankheit schon beinahe zurecht anwidernd fand. Doch die Panik, die sich wie ein Turm aus Sand in ihr aufgeschüttet hatte, krachte irgendwann zusammen, lies sie stattdessen also voller Tränen, einer Art kaltem Schweiss und einem leichten Beben an der Seite des Arztes zurück. Nach alledem, nach der Anstrengung nicht zu heulen, diese plötzliche aus dem Nichts kommende Trennung und ihre OP zu verkraften, zehrte so sehr an ihr, dass sie kraftlos an ihm gelehnt blieb. Nichtmal mehr die Kraft zum heulen war da, nachdem sie schon darum gebettelt hatte es endlich zu beenden. Alles hatte keinen Sinn mehr. Sie war zurück in diese Welt gezerrt worden, verdammt dazu zu bleiben, bis es tatsächlich zu Ende ging. Da gab es also nur eines, was sie tatsächlich tun konnte um sich zu schützen: Diese Schwäche nicht länger zeigen, die sie gerade dem Arzt offenbarte. Sie reckte den Kopf und sah nach oben zu Leif, wobei dieser beinahe zärtlich ihren Arm griff um wieder irgendetwas zu injizieren, über dass sie nicht nachdenken wollte.
    Immer wieder blieb am Ende nur das 'Warum'. Aber eine Antwort würde sie darauf nicht bekommen.
    Minuten später...erschlaffte sie in Leifs Armen.
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  9. #9
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    "Kommst du?" wiederholte er seine Frage ruhig, entfernte die Hand von den Fahrstuhltüren. Er ließ sich nicht auf diese Diskussion ein. Nicht hier. Nicht jetzt. Und vor allem nicht mit Hayden in diesem Zustand. Persönlich war er der Meinung, dass man Geschehenes einfach nicht ungeschehen machen konnte, dass man mit den Entscheidungen, die man getroffen hatte und deren Konsequenzen leben musste. Doch er war sich durchaus bewusst, dass Hayden nicht einmal annähernd die Dinge so betrachtete, wie er selbst. Sie musste darüber sprechen, sie musste ihren Frust los werden. Gaius würde ihr die Chance geben. Aber nicht so.

    "Wir können diese Diskussion gern später fortsetzen, aber jetzt braucht" - er stockte einen Moment, entschied sich dann für die diplomatische Lösung - "unsere Tochter deinen Beistand." Denn sein Beistand war sicherlich das letzte, was Luceija wollte.


    Ihr war bewusst dass die plötzliche Duselei ihres Gatten nur Scharade war. Er war Wutausbrüche ähnlicher Art gewohnt und immer nur darauf aus sie einfach schnell wieder zu beenden. So auch dieses Mal. Wäre da jedoch das "Luceija-Argument" nicht, hätte er nicht erneut gewonnen. Ganz gewiss nicht. So aber, stöckelte die Britin - wenngleich mit gespielter Gleichgültigkeit und ohne seine Hand zu greifen - an ihm vorbei und in Richtung der einzelnen Zimmertüren, von welchen sie nicht einmal recht wusste, hinter welche ihre Tochter lag.
    Doch schon wieder etwas hilfesuchend sah sie sich um und erwischte dabei nicht zuletzt Gaius' Blick.
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  10. #10
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    Ihr war bewusst dass die plötzliche Duselei ihres Gatten nur Scharade war. Er war Wutausbrüche ähnlicher Art gewohnt und immer nur darauf aus sie einfach schnell wieder zu beenden. So auch dieses Mal. Wäre da jedoch das "Luceija-Argument" nicht, hätte er nicht erneut gewonnen. Ganz gewiss nicht. So aber, stöckelte die Britin - wenngleich mit gespielter Gleichgültigkeit und ohne seine Hand zu greifen - an ihm vorbei und in Richtung der einzelnen Zimmertüren, von welchen sie nicht einmal recht wusste, hinter welche ihre Tochter lag.
    Doch schon wieder etwas hilfesuchend sah sie sich um und erwischte dabei nicht zuletzt Gaius' Blick.
    Gaius folgte seiner Frau mit Abstand, bemerkte dann ihren suchenden Blick. Nicht dass Gaius wusste hinter welcher Tür sich Luceija befand, allerdings war hier auch niemanden zu finden, der einem weiterhelfen konnte und er war sich sicher, dass auf den Zimmertafeln nicht ihr Name zu finden sein würde.

    Kurzerhand öffnete also die erste Tür zu seiner Linken und arbeitete sich stetig vor, bis er letztendlich - die vierte Tür - unverkennbar lange schwarze Haare und ein blasses Gesicht erkannte. Er öffnete die Tür soweit, dass er eintreten konnte, nickte kurz seiner Frau zu, bevor er im Zimmer verschwand und die schlafende Gestalt seiner Tochter nun direkt vor sich sah, Gesicht im Schlaf verzerrt als hätte sie gerade einen Alptraum.

    "Sieht aus, als würde sie schlafen," stellte er nüchtern fest, warf dann Hayden einen kurzen nichtssagenden Blick zu.

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    Abenteurer Chip Allison's Avatar
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    Das Gespräch war kurz aber informativ gewesen. Immerhin hatte er ein paar Informationen mehr als noch zuvor. Gut er mag vielleicht noch immer anderer Meinung sein aber immerhin hatte er für diese Truppe zugesagt. Sie wollten aufklären was hier geschehen ist und nach der Wahrheit suchen. Chip glaubte nicht an einen Angriff der Geth. Ihm waren Datenfragmente in die Hände gefallen, die so nicht zu den Geth passten. Leider konnte er aber auch nicht das gegenteil beweisen, da auf diesen Fragmenten so gut wie gar nichts zu erkennen war. Es war einfach nur ein Bauchgefühl, was ihm mitteilte, dass dies nicht die Geth waren.

    Er hatte war zugesagt, trotzdem fehlten noch ein paar Gruppenmitglieder. Es würde wohl noch etwas dauern, bis die Truppe vollzählig war. In der Zwischenzeit wollte er einfach den eingetroffenen Allianzsoldaten aus dem Weg gehen. Er stand zwar nach wie vor auf der Seite der Allianz aber konnte er die neugierigen Fragen nicht beantworten. Die hier im einsatzbefindlichen Truppen achteten nun einmal auf Ungewöhnlichkeiten und gerade er gehörte dazu.

    Er verließ das Kommunikationszentrum, gleich nach dem Gespräch. Er hatte der netten Allianz-Dame natürlich mitgeteilt, wo er zu finden sein würde. Er wollte noch einmal nach dem Shuttle sehen, wo man ihn gefunden hatte. Sie hatten bestimmt noch keine Zeit gehabt dieses Shuttle zu reparieren und ordentlich in den Hangar zu stellen. Hier hatte man eindeutig genug zutun und konnte sich nicht um derartige Kleinigkeiten kümmern.
    Auf dem Weg zum Raumhafen begegnete er nicht gerade vielen Personen. Er konnte sie an einer Hand abzählen, zwei Salarianer und drei Allianzsoldaten. Ansonsten waren die Wege leer und ihm kam kaum jemand entgegen. Erst in der Nähe des Raumhafens wurde es voller aber es handelte sich lediglich um gebrachtes Allianzpersonal. Nach dem Vorfall schien man die Mannschaften hier zu erhöhen, nichts ungewöhnliches nach einem Angriff.

    Dann kam ihm eher etwas unerfreuliches entgegen, die vier Soldaten, welche den Eingang zum Raumhafen überwachten. Wenn er zum Shuttle wollte, musste er an ihnen vorbei. Leider hatte er keine Lust auf unangenehme Fragen und eine Genehmigung hatte er auch nicht. Als wäre er nur spazieren gegangen, bog Chip rechts ab und folgte einem anderen Weg. Er dachte, wenn er dem Pfad neben dem Raumhafen folgte, würde er schon einen anderen Weg hinein finden. Mit den Wachen wollte er sich jedenfalls nicht abgeben und auch wenn man die Sicherheitsposten erhöht hatte, man konnte nicht alles überwachen. Und so war es auch. Ein Serviceeingang weckte sein Interesse. Dieser sah zwar aus wie eine Wand aber an den dickeren Rändern konnte man die die Tür erkennen. Sie war von Innen verriegelt aber für eingeweihte nicht wirklich ein Hindernis.

    Er blickte sich um, dass ihn auch niemand sah. Anschließend aktivierte er sein Omni-Tool und versuchte das elektronische Schloss auf der Innenseite der Tür zu knacken. Er brauchte einen Moment aber für einen Techniker wie ihm, war dies recht einfach. Mit einem leisen zischen öffnete sich die Servicetür und nachdem er sich nocheinmal umgesehen hatte, trat er schnell ein. Als die Tür hinter ihm zufiel, stand er in einer recht unangenehmen Dunkelheit. Ein feuchter und absolut finsterer Gang verlief ins Innere des Raumhafens. Chip aktivierte über sein Omni-Tool eine Lampe und folgte dem Gang, auch wenn er nicht wusste, wohin dieser ihn führen würde. Sicherlich ging es ins Innere des Raumhafens aber wohin genau, konnte er nur raten. Wenn er das Shuttle, mit dem er unfreiwillig hier her gekommen war, erreichen würde, gäbe es vielleicht im Computer weitere Hinweise. Immerhin flog es über die Stadt, als der Geth-Angriff stattfand. Vielleicht gab es ja Aufnahmen oder Sensordaten...
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  12. #12
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    Gaius folgte seiner Frau mit Abstand, bemerkte dann ihren suchenden Blick. Nicht dass Gaius wusste hinter welcher Tür sich Luceija befand, allerdings war hier auch niemanden zu finden, der einem weiterhelfen konnte und er war sich sicher, dass auf den Zimmertafeln nicht ihr Name zu finden sein würde.

    Kurzerhand öffnete also die erste Tür zu seiner Linken und arbeitete sich stetig vor, bis er letztendlich - die vierte Tür - unverkennbar lange schwarze Haare und ein blasses Gesicht erkannte. Er öffnete die Tür soweit, dass er eintreten konnte, nickte kurz seiner Frau zu, bevor er im Zimmer verschwand und die schlafende Gestalt seiner Tochter nun direkt vor sich sah, Gesicht im Schlaf verzerrt als hätte sie gerade einen Alptraum.

    "Sieht aus, als würde sie schlafen," stellte er nüchtern fest, warf dann Hayden einen kurzen nichtssagenden Blick zu.


    "Sieht ganz danach aus.", entgegnete sie tonlos und stand - plötzlich leichenblass - gerade so im Zimmer, welches gespickt mit kompliziert wirkenden Geräten vor ihr lag.
    Dabei ließ die Britin selbst die beunruhigende Tatsache außer Acht, dass nicht ihr Sohn sondern jemand anderes - von dem sie nicht wahrnahm dass es Donal war - im Bett neben der Schwarzhaarigen lag, der sie sich nun keinen Schritt näher wagte. Irgendwie-...Irgendwie konnte sie die Tatsache dass das Leid der Achtundzwanzigjährigen nun Geschichte war, nicht wirklich beruhigen.
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  13. #13
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    Der leichte Nieselregen, der für einige Zeit fast angenehm ihr Gesicht benetzt und abgekühlt hatte, war zu einem ausgewachsenen Unwetter geworden. Die sanfte Brise war zu einem so schneidenen Wind verkommen, dem auch ihr fast knielanger Mantel nicht viel entgegenzusetzen hatte. Etwas tiefer ins Gesicht zog Zora Schal und Mütze, wobei die noch feuchten Haare unter der schwarzen Kopfbedeckung sich gewiss noch in einer Erkältung rächen würden. Doch das war ihr gleichgültig. Ebenso die Art und Weise wie die Blonde hergekommen war. Es konnte kaum Donal gewesen sein, der sie im bequemen Wagen herkutschiert hatte. Genauso wenig wie sie selbst einen aus der Garage des Anwesens bewegt hatte, bevor sie tatsächlich den Bus genommen hatte.
    Ja-...Es war wie eine Fahrt in das alte, unbescholtene Leben das sie in den letzten Wochen vermissen gelernt hat. Die Freiheit unerkannt in abgetragenen Jeans und mit ungekämmten Haaren auf die Straße zu gehen und Shoppingtouren oder Spaziergänge zu genießen.
    Genau das war es, was ihr so unsagbar sehr fehlte, wie sie jetzt so die Nase in die Luft streckte und tief einatmete. Es roch feucht, nach Regen und die Stille wurde vom wieder abfahrenden Doppeldecker in ihrem Rücken überschattet.
    Da war Gelassenheit und Angst, die sich um ihr Innerstes zankten. Noch war unklar welches von beiden Gefühlen siegen würde, wenn sie das Gebäude in ihrem Blickfeld betreten würde.
    Die Aufschrift "Newgate" wurde vermutlich nur noch von Kennern entziffert, so erblasst war sie unter den Bedingungen am Rande der britischen Hauptstadt, zu welcher sie buchstäblich gereist war, so lange hatte sie gebraucht. Busse nutzten nur noch die Wenigstens. Wenn überhaupt waren es meist Touristen, Ökos oder besonders traditionsbewusste Londoner, die jedoch kein Fern zu sehen schienen. Glück für die Blonde und ihr Outfit, das gewiss nicht nur den ein oder anderen Blogger empört hätte, heiratete sie jetzt doch in ein namenhaftes Haus ein. Doch Möglichkeiten und Tatsachen waren der Britin im selben Moment vollkommen gleichgültig, wie sie den ersten Schritt auf den alten Bau und damit das schwere Eisentor zumachte. Wie lang war es wohl her-...? Sie schüttelte innerlich unwissend den Kopf. Monate waren es mindestens. Eine Tatsache, die ihr noch mehr Angst einjagte.
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  14. #14
    Mal vas Idenna
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    Newgate... dieser Name stand für eines der sichersten Gefängnisse des vereinigten Königreiches und der Europäischen Union.
    Ende des 21. Jahrhunderts errichtet, war es wie sein namentlicher Vorgänger in der britischen Unterwelt gefürchtet. Schließlich hatte in der mittlerweile hundertjährigen Geschichte dieser Anstalt noch niemand die Flucht geschafft.

    Eine 15 Meter hohe und mehrere Meter dicke Mauer umgab den Gefängniskomplex, welche wiederum mit einem mit Natodraht versehenen Zaun umzäunt war. Die Mauer selbst war ebenfalls mit mehreren Rollen Natodraht abgesichert. Kameras und Wachtürme ermöglichten eine lückenlose Überwachung der Eingrenzung. Innerhalb dieser Mauer standen mehrere große Gebäude, die die Gefängnisverwaltung, Werkstätten und die Häftlingsunterkünfte beherbergten. Jeder Quadratmillimeter des Geländes war Videoüberwacht, zusätzlich noch von Scannern und verschiedensten Sensoren abgetastet. Als ob dies noch nicht ausreichen würde, verfügte diese Anstalt über die höchste Anzahl an Wärtern je Insasse im ganzen vereinigten Königreich. Unter den Gefangenen ging auch der Mythos um, dass die Hunde, die die Wärter begleiteten, die schärfsten im ganzen britischen Strafvollzug seien. Ein Mythos, den William Terrence nicht glaube, wusste er doch, dass alle Polizei- und Justizhunde äußerst scharf waren und nur auf ihre Herrchen hörten.
    Doch hatte er sowieso nicht vor, herauszufinden, wie es war, von einem Wachhund in die Wade gebissen zu werden oder einen Schuss aus einer nicht-tödlichen Waffe zu provozieren. Dies war dem Commissoner a. D. die letzten Monate auch gut gelungen. Dafür hatte er sich einige Anfeindungen der übrigen Insassen gefallen lassen müssen. War er doch als ehemaliger Chef der Londoner Polizei bei seinen Mitinsassen nicht gerade beliebt. Doch nach einigen "intensiven" Unterhaltungen mit besonders vorlauten Häftlingen hatte sich die Situation deutlich beruhigt und er konnte die letzten Tage für sich verbringen. Was jedoch bei gerade mal einer Stunde Freigang am Tag auch nicht besonders schwer war.
    Bis auf die anfänglichen Besuche seines Anwalts hatte William noch keinen Besuch erhalten. Zwar hatte er bei seiner Einlieferung auch Zora als Angehörige angegeben, doch wurde ihm nie mitgeteilt, ob sie für Besuche zugelassen war. Mittlerweile hatte er sich jedoch damit abgefunden, dass der für ihn Bestimmte Besuch nur aus seinem Anwalt bestehen würde.

    William lag auf dem Bett seiner Zelle und las einen Roman (ganz klassisch auf Papier, da Pads jeglicher Art für Gefangene verboten waren), "Tom Sawyer". Zwar hatte er diesen schon hunderte Mal gelesen, doch war der Gefängnisbibliothek sonst nichts besseres zu entlocken. Plötzlich durchbrach ein Knacken in den Lautsprechern seiner Zelle die Stille, gefolgt von einer monotonen Durchsage: "Gefangener WT-2124-05, aufstehen und das Gesicht zur Wand."
    William tat wie befohlen, legte das Buch zur Seite, stand auf und stellte sich vor die, der Tür abgewandten Seite seiner Zelle mit dem Gesicht zur Wand.
    "Die Hände an die Wand und vom Körper weg strecken. Keine hastigen Bewegungen!"
    Dann öffnete sich die dicke Metalltür und zwei Wärter - in Vollschutzanzügen- betraten die Zelle. Die Schritte ihrer schweren Schnürstiefel hallten auf dem Betonboden wider. William spürte, wie seine beiden Handgelenke unsanft gepackt und die Arme auf seinen Rücken gedrückt wurden. Dann klickten die Handfesseln. Danach wurde er umgedreht und von den beiden Männern aus seiner Zelle den Gang hinunter geführt. Links und Rechts waren Türen wie die zu seiner Zelle in die weiße Wand eingelassen. Der ehemalige Commissioner viel mit seiner orangen Sträflingskleidung in dem komplett in weiß gehaltenen Gebäude und zwischen den dunkelblau eingekleideten Wärtern sofort auf.

    Das Trio durchquerte mehrere Sicherheitsschleusen, in denen die Insassen von verschiedensten Scannern auf die verschiedensten Substanzen und Gegenstände untersucht wurden und betrat schließlich einen länglichen Raum, der längsseits in der Mitte durch eine Glaswand in zwei Hälften unterteilt wurde. Diesseits und jenseits dieser Wand waren Sitzgelegenheiten angebracht und voneinander durch simple Kunststoffwände getrennt. Dies war der Besprechungsraum mit der niedrigsten Sicherheitsstufe. Er war heutzutage nur noch für Insassen in der Untersuchungshaft gedacht. Alle anderen Gefangenen konnten nur über Videodienste mit ihren Angehörigen kommunizieren.
    Die beiden Wärter brachten William zur vorletzten Sitzgelegenheit, nahmen ihm die Handfesseln ab und wuchteten ihn unsanft auf den Stuhl, wo sie sein rechtes Handgelenk mit einer Handfessel an die Wand ketteten. Die Scheibe vor ihm war verspiegelt, so dass er nicht sehen konnte, wer ihn da besucht hatte. Stattdessen wurden die Verhaltensregeln für Gefangenen während einer Unterhaltung mit Besuchern vor ihm projiziert:
    1. Gefangene dürfen nicht über gefängnisinterne Angelegenheiten sprechen.
    2. Gefangene dürfen über ihre Unterbringung nur im Allgemeinen sprechen.
    3. Gefangene dürfen keine Drohungen aussprechen.
    4. Gefangene dürfen über keine politischen Themen sprechen.
    5. Gefangene sollen sich auf private und persönliche Inhalte beschränken.
    6. Gefangene dürfen nicht zu Straftaten auffordern.
    7. Bei Zuwiderhandlung wird dem Gefangenen das Besuchsrecht entzogen.

    Das Gespräch wird elektronisch überwacht und aufgezeichnet. Beim geringsten Verstoß wird der Audiokontakt sofort unterbrochen.
    Das Gespräch wird 10 Jahre gespeichert.


    Neugierig, wer ihn da besucht hatte, lehnte sich William in seinem Stuhl zurück und wartete, bis sein Besucher die Verspiegelung deaktivierte.
    Last edited by Mal vas Idenna; 23.05.2013 at 23:53.

  15. #15
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    Quote Originally Posted by Moku View Post
    Gaius folgte seiner Frau mit Abstand, bemerkte dann ihren suchenden Blick. Nicht dass Gaius wusste hinter welcher Tür sich Luceija befand, allerdings war hier auch niemanden zu finden, der einem weiterhelfen konnte und er war sich sicher, dass auf den Zimmertafeln nicht ihr Name zu finden sein würde.

    Kurzerhand öffnete also die erste Tür zu seiner Linken und arbeitete sich stetig vor, bis er letztendlich - die vierte Tür - unverkennbar lange schwarze Haare und ein blasses Gesicht erkannte. Er öffnete die Tür soweit, dass er eintreten konnte, nickte kurz seiner Frau zu, bevor er im Zimmer verschwand und die schlafende Gestalt seiner Tochter nun direkt vor sich sah, Gesicht im Schlaf verzerrt als hätte sie gerade einen Alptraum.

    "Sieht aus, als würde sie schlafen," stellte er nüchtern fest, warf dann Hayden einen kurzen nichtssagenden Blick zu.


    Ja, das tat sie. Tief, wenn auch nicht wirklich gut oder so ausgeglichen, wie sie hatte die letzten Wochen vor London schlafen können. Diese Zeiten waren jetzt vorbei. Geister suchten sie heim, raubten ihr die Ruhe, die sie eigentlich gebrauchen konnte, als Leif sie ins Land der Träume zurückgeschickt hatte und sie unwissentlich Besuch bekam. Besuch, der sie beobachtete. Vielleicht wenige Sekunden...vielleicht viele, lange Minuten? Sie wandte ihren Kopf zu mehreren Seiten, als im Inneren dessen alles mögliche vor sich ging. Meistens waren es ein paar Dämonen, die ziemlich stark an den Alien erinnerten, der vor kurzem noch in ein Krankenzimmer eingebrochen war. Dieser Typ konnte wohl kein Pardon, jetzt auch noch nach einem herausgerissenen Herzen weiter in ihrem Geist zu spuken. Dummerweise dauerte es noch viel zu lange, bis sie den Hass zurückentwickeln konnte, den sie damals empfand, als sie ihn kennen gelernt hatte.. .

    "Sieht aus, als würde sie schlafen", sprach Gaius aus. Just in diesem Moment war es Gil, der mit nun verbundener Schulter seinen Platz im Türrahmen fand und die beiden Neuankömmlinge beobachtete. Irgendwie wirkte gerade sein Vater fehl am Platz. Mit seinem übertrieben teuren Anzug, die ergrauten Haare aalglatt zurückgelegt und mit diesem eisernen Blick, der selbst in einer solchen Situation nichts von Sanftheit oder Mitgefühl verriet. Hingegen war seine Mutter wie immer. Emotional für beide. Nichts desto trotz verwunderte ihn die plötzliche Anwesenheit der beiden. Vigilio schlug gerade den Saum seines Sakkos um, dass er über die verbundene Verletzung trug um sie zu schützen und vor fremden Blicken zu verbergen, als er mit einer Mischung aus Erleichterung und Enttäuschung trocken von sich gab: "Grazie, stiamo bene...*"
    Die Tür sprach aber andere Sprachen..so zertrümmert wie sie noch hier lag.

    *Danke, uns geht es gut.
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  16. #16
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    Newgate... dieser Name stand für eines der sichersten Gefängnisse des vereinigten Königreiches und der Europäischen Union.
    Ende des 21. Jahrhunderts errichtet, war es wie sein namentlicher Vorgänger in der britischen Unterwelt gefürchtet. Schließlich hatte in der mittlerweile hundertjährigen Geschichte dieser Anstalt noch niemand die Flucht geschafft.

    Eine 15 Meter hohe und mehrere Meter dicke Mauer umgab den Gefängniskomplex, welche wiederum mit einem mit Natodraht versehenen Zaun umzäunt war. Die Mauer selbst war ebenfalls mit mehreren Rollen Natodraht abgesichert. Kameras und Wachtürme ermöglichten eine lückenlose Überwachung der Eingrenzung. Innerhalb dieser Mauer standen mehrere große Gebäude, die die Gefängnisverwaltung, Werkstätten und die Häftlingsunterkünfte beherbergten. Jeder Quadratmillimeter des Geländes war Videoüberwacht, zusätzlich noch von Scannern und verschiedensten Sensoren abgetastet. Als ob dies noch nicht ausreichen würde, verfügte diese Anstalt über die höchste Anzahl an Wärtern je Insasse im ganzen vereinigten Königreich. Unter den Gefangenen ging auch der Mythos um, dass die Hunde, die die Wärter begleiteten, die schärfsten im ganzen britischen Strafvollzug seien. Ein Mythos, den William Terrence nicht glaube, wusste er doch, dass alle Polizei- und Justizhunde äußerst scharf waren und nur auf ihre Herrchen hörten.
    Doch hatte er sowieso nicht vor, herauszufinden, wie es war, von einem Wachhund in die Wade gebissen zu werden oder einen Schuss aus einer nicht-tödlichen Waffe zu provozieren. Dies war dem Commissoner a. D. die letzten Monate auch gut gelungen. Dafür hatte er sich einige Anfeindungen der übrigen Insassen gefallen lassen müssen. War er doch als ehemaliger Chef der Londoner Polizei bei seinen Mitinsassen nicht gerade beliebt. Doch nach einigen "intensiven" Unterhaltungen mit besonders vorlauten Häftlingen hatte sich die Situation deutlich beruhigt und er konnte die letzten Tage für sich verbringen. Was jedoch bei gerade mal einer Stunde Freigang am Tag auch nicht besonders schwer war.
    Bis auf die anfänglichen Besuche seines Anwalts hatte William noch keinen Besuch erhalten. Zwar hatte er bei seiner Einlieferung auch Zora als Angehörige angegeben, doch wurde ihm nie mitgeteilt, ob sie für Besuche zugelassen war. Mittlerweile hatte er sich jedoch damit abgefunden, dass der für ihn Bestimmte Besuch nur aus seinem Anwalt bestehen würde.

    William lag auf dem Bett seiner Zelle und las einen Roman (ganz klassisch auf Papier, da Pads jeglicher Art für Gefangene verboten waren), "Tom Sawyer". Zwar hatte er diesen schon hunderte Mal gelesen, doch war der Gefängnisbibliothek sonst nichts besseres zu entlocken. Plötzlich durchbrach ein Knacken in den Lautsprechern seiner Zelle die Stille, gefolgt von einer monotonen Durchsage: "Gefangener WT-2124-05, aufstehen und das Gesicht zur Wand."
    William tat wie befohlen, legte das Buch zur Seite, stand auf und stellte sich vor die, der Tür abgewandten Seite seiner Zelle mit dem Gesicht zur Wand.
    "Die Hände an die Wand und vom Körper weg strecken. Keine hastigen Bewegungen!"
    Dann öffnete sich die dicke Metalltür und zwei Wärter - in Vollschutzanzügen- betraten die Zelle. Die Schritte ihrer schweren Schnürstiefel hallten auf dem Betonboden wider. William spürte, wie seine beiden Handgelenke unsanft gepackt und die Arme auf seinen Rücken gedrückt wurden. Dann klickten die Handfesseln. Danach wurde er umgedreht und von den beiden Männern aus seiner Zelle den Gang hinunter geführt. Links und Rechts waren Türen wie die zu seiner Zelle in die weiße Wand eingelassen. Der ehemalige Commissioner viel mit seiner orangen Sträflingskleidung in dem komplett in weiß gehaltenen Gebäude und zwischen den dunkelblau eingekleideten Wärtern sofort auf.

    Das Trio durchquerte mehrere Sicherheitsschleusen, in denen die Insassen von verschiedensten Scannern auf die verschiedensten Substanzen und Gegenstände untersucht wurden und betrat schließlich einen länglichen Raum, der längsseits in der Mitte durch eine Glaswand in zwei Hälften unterteilt wurde. Diesseits und jenseits dieser Wand waren Sitzgelegenheiten angebracht und voneinander durch simple Kunststoffwände getrennt. Dies war der Besprechungsraum mit der niedrigsten Sicherheitsstufe. Er war heutzutage nur noch für Insassen in der Untersuchungshaft gedacht. Alle anderen Gefangenen konnten nur über Videodienste mit ihren Angehörigen kommunizieren.
    Die beiden Wärter brachten William zur vorletzten Sitzgelegenheit, nahmen ihm die Handfesseln ab und wuchteten ihn unsanft auf den Stuhl, wo sie sein rechtes Handgelenk mit einer Handfessel an die Wand ketteten. Die Scheibe vor ihm war verspiegelt, so dass er nicht sehen konnte, wer ihn da besucht hatte. Stattdessen wurden die Verhaltensregeln für Gefangenen während einer Unterhaltung mit Besuchern vor ihm projiziert:
    1. Gefangene dürfen nicht über gefängnisinterne Angelegenheiten sprechen.
    2. Gefangene dürfen über ihre Unterbringung nur im Allgemeinen sprechen.
    3. Gefangene dürfen keine Drohungen aussprechen.
    4. Gefangene dürfen über keine politischen Themen sprechen.
    5. Gefangene sollen sich auf private und persönliche Inhalte beschränken.
    6. Gefangene dürfen nicht zu Straftaten auffordern.
    7. Bei Zuwiderhandlung wird dem Gefangenen das Besuchsrecht entzogen.

    Das Gespräch wird elektronisch überwacht und aufgezeichnet. Beim geringsten Verstoß wird der Audiokontakt sofort unterbrochen.
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    Neugierig, wer ihn da besucht hatte, lehnte sich William in seinem Stuhl zurück und wartete, bis sein Besucher die Verspiegelung deaktivierte.


    Unruhig saß sie auf ihrem Stuhl. Je nach Bewegung schwingend und mit einer Sitzfläche aus Hartplastik, konnte man ihn nicht wirklich als bequem bezeichnen.
    Doch annehmlich hatte die Blonde sich diesen Besuch ohnehin nie vorgestellt, war sie ihm so lange aus dem Weg gegangen. Erst hinter der Scheibe aus festem Kunststoff empfand sie ein erstes Mal so etwas wie Schuld. Wieso auch immer, hatte sie die Worte so vieler - und nicht zuletzt Gaius - im Kopf. Dieser Mann spukte ohnehin zu oft in ihren Gedanken.
    Ihr Vater saß hier wegen ihr. Es war ihre Schuld und die des grünen Turianers den er mit ihr hatte retten wollen. Mit lediglich genügend Gegenwehr und Überzeugungskraft hätte sie ihn davon überzeugen kann ihr nicht zu helfen und damit seine Freiheit und seinen Job aufzugeben. Wer weiß schon ob sich nicht auch so alles geklärt hätte? Nebenbei hatte es ohnehin nichts gebracht sie aus dem Knast zu holen. Zarras hatte sie trotzdem in die schuppigen Pranken bekommen.

    Ihr wurde unwohl. Es war genug Zeit vergangen. Genug Zeit, in der ihr Vater Zeit gehabt hatte, darüber nachzudenken und die Dinge so zu sehen, wie Zora sie jetzt sah. Im selben Moment war sie sich sicher seine Vorwürfe nicht aushalten zu können. Dennoch war klar dass sie das hier tun musste. Mit dem Zeigefinger auf den grün leuchtenden Knopf zu ihrer Rechten zu drücken, in ihr so ähnliche und nunmehr überraschte Augen zu sehen und nicht unerwartet fast einen Herzinfarkt zu bekommen.
    Tränen schossen mit einer Geschwindigkeit in ihre Augen, die sie weder absehen noch aufhalten konnte. Sie hielt den Atem an und sagte was sie immer sagte, wenn ihr eigentlich die Worte fehlten.
    "Hey-..."
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  17. #17
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    Sie schluckte. Kein Wort, lediglich ein flüchtiger Blick wanderte zu ihrem Sohn, der in ihrem Rücken stand und irgendetwas von sich gab, das sie nicht verstand. Ohnehin verstand sie überhaupt nichts mehr. Verstand nicht, wieso sie hier war, sich mit ihrem Mann darüber stritt wer in diesem Desaster die Verantwortung trug und sich versuchte aus der Affäre zu ziehen. Sie war keine Mutter. Das wurde ihr wieder klar. Und hier, am Bett der Tochter die sie ohnehin nicht so abgöttisch liebte wie ihre Mutter es tat, konnte sie nicht das geringste tun. Nicht einmal guten Gewissens einen Stuhl an das Bett ziehen und ihre Hand halten, bis sie wach wurde. Dann zuversichtlich in grellgrüne Augen strahlen und versichern das alles gut würde. Das würde es nicht. Nicht so und schon gar nicht einfach. Sekundenlang erstarrt, regte die Britin sich ein erstes Mal wieder, als sie einen Rückschritt machte, dabei eine Scherbe erwischte die unter der Last ihres Fußes knirschte.
    "Entschuldigt mich..", flüsterte sie nur noch, verschloss die Augen vor dem was sie sah und verschwand an ihrem Jungen vorbei aus der Tür.
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    Es war Trident. Knalliger Sonnenschein, ein frischer Geruch in der Luft der irgendwo weites Meer versprach und dennoch-...Etwas war beunruhigend. Die Nachrichten von Wochen zurückliegenden Anschlägen in der Hauptstadt hatten weitreichende Wellen geschlagen. Nicht ganz bis zu ihm, doch sie hatten ihn erreicht, während er nach etwas anderem suchte.
    Bedächtig setzte er den ersten Fuß aus dem winzigen Shuttle. Zarras war nicht sonderlich großzügig mit ihm gewesen, aber es war besser als nichts. Ohnehin setzte der Italiener auf Bescheidenheit. Mit seinem ungezähmten Haar, vom seichten Wind noch mehr in Unordnung gebracht und den Jeans auf rot-kariertes Holzfällerhemd...Unentdeckt bleiben hatte oberste Priorität. Denn so Idyllisch der Sand und die Umgebung durch die er am Strand auf das Haus zuging auch wirkte: Er hatte als einige der wenigen Male keine Ahnung, wer ihn beobachtete. Durch sein Bitten auf Unterstützung hatte Zarras ihn in der Hand. Gestand ihm Güter womöglich nur zu, um ihm jeden Moment seine Männer auf den Hals zu hetzen. Rache war alles, um was es auf dieser Reise eines jeden ging. Auch im Falle des Mannes, den er nach einer mehrtätigen Reise nun erreicht hatte.
    Der erste Schritt auf die Veranda des Hauses wurde mit einem Knarren des Holzes begrüßt. Er stutzte nicht oder wartete auf einen möglicherweise übervorsichtigen Hausherren, sondern ging weiter, blieb vor der Tür stehen und tat, wie jeder es tun würde. Er klopfte. Langsam, doch laut genug um sich sicher zu sein das er gehört würde.
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  19. #19
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    Quote Originally Posted by AeiaCarol View Post
    Sie schluckte. Kein Wort, lediglich ein flüchtiger Blick wanderte zu ihrem Sohn, der in ihrem Rücken stand und irgendetwas von sich gab, das sie nicht verstand. Ohnehin verstand sie überhaupt nichts mehr. Verstand nicht, wieso sie hier war, sich mit ihrem Mann darüber stritt wer in diesem Desaster die Verantwortung trug und sich versuchte aus der Affäre zu ziehen. Sie war keine Mutter. Das wurde ihr wieder klar. Und hier, am Bett der Tochter die sie ohnehin nicht so abgöttisch liebte wie ihre Mutter es tat, konnte sie nicht das geringste tun. Nicht einmal guten Gewissens einen Stuhl an das Bett ziehen und ihre Hand halten, bis sie wach wurde. Dann zuversichtlich in grellgrüne Augen strahlen und versichern das alles gut würde. Das würde es nicht. Nicht so und schon gar nicht einfach. Sekundenlang erstarrt, regte die Britin sich ein erstes Mal wieder, als sie einen Rückschritt machte, dabei eine Scherbe erwischte die unter der Last ihres Fußes knirschte.
    "Entschuldigt mich..", flüsterte sie nur noch, verschloss die Augen vor dem was sie sah und verschwand an ihrem Jungen vorbei aus der Tür.


    "Hayden..?", stellte Gil die irritierte Frage, als sie an ihm vorbeirauschte, offenbar dabei zu heulen wie ein Schlosshund. "Mom?!" Wenn auch etwas angestrengt folgte er ihr den Weg den Gang entlang und um die Ecke, in Richtung Ausgang zu dem sie versuchte zu verschwinden. Möglichst weit weg von allem. Noch immer war Vigilio etwas schummrig, aber zumindest konnte er stehen. Musste nur darauf achten, sich nicht zu sehr zu belasten um der Wunde keine Chance zu geben, die Heilung zu unterbrechen.

    Derweil blieb Gaius im Zimmer zurück. Ein paar weitere Minuten vergingen und es zeigte sich vom Bett der schmalen Halbitalienerin eine minimale Regung durch die betäubenden Mittel hindurch. Sie kämpfte mit sich selbst um die Augen ein wenig aufzuschlagen und nur zu realisieren, dass sie noch immer im Krankenzimmer lag. Noch immer in London war und noch immer von Beyo hier zurückgelassen wurde. Die innere Taubheit kehrte sofort zurück und lies sie starr und eisern werden. Als sie Gaius erkannte - was selbst schon genug Anstrengung kostete - musste sich sich unweigerlich fragen: Hatte er die ganze Zeit Recht gehabt? Ja. Ja, das hatte er wohl.
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  20. #20
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    Quote Originally Posted by Luceija View Post

    "Hayden..?", stellte Gil die irritierte Frage, als sie an ihm vorbeirauschte, offenbar dabei zu heulen wie ein Schlosshund. "Mom?!" Wenn auch etwas angestrengt folgte er ihr den Weg den Gang entlang und um die Ecke, in Richtung Ausgang zu dem sie versuchte zu verschwinden. Möglichst weit weg von allem. Noch immer war Vigilio etwas schummrig, aber zumindest konnte er stehen. Musste nur darauf achten, sich nicht zu sehr zu belasten um der Wunde keine Chance zu geben, die Heilung zu unterbrechen.

    Derweil blieb Gaius im Zimmer zurück. Ein paar weitere Minuten vergingen und es zeigte sich vom Bett der schmalen Halbitalienerin eine minimale Regung durch die betäubenden Mittel hindurch. Sie kämpfte mit sich selbst um die Augen ein wenig aufzuschlagen und nur zu realisieren, dass sie noch immer im Krankenzimmer lag. Noch immer in London war und noch immer von Beyo hier zurückgelassen wurde. Die innere Taubheit kehrte sofort zurück und lies sie starr und eisern werden. Als sie Gaius erkannte - was selbst schon genug Anstrengung kostete - musste sich sich unweigerlich fragen: Hatte er die ganze Zeit Recht gehabt? Ja. Ja, das hatte er wohl.


    Ihr Blick war milchig, von Tränen überschwemmt und ihr Gehör ignorierte den ersten Ruf ihres Sohnes.
    "Mom?!"
    Mit einem Wink nach hinten deutete sie an, dass er in diesem Moment nichts tun konnte.
    "Nicht!", krächzte sie und hatte endlich den langen Gang hinter sich gebracht, wobei sie die Tür undamenhaft mit der Schulter auf. Frische Luft, endlich. Dennoch wirkte ihre Lunge wie zugeschnürt, der Kloß im ihrem Hals drohte sie zu ersticken und ihre Knie gaben langsam aber sicher nach.
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