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    Legende Annalena's Avatar
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    Oct 2011
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    Oberlausitz (Sachsen)
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    [Bild: Sophia_1.png]Sophia Leroy, die Tochter des reichen Kaufmannes Albain Leroy aus Orlais, weigert sich beharrlich zu heiraten. Ihr Vater hat genug davon und zwingt sie zur Hochzeit mit einem Comte. Da sie und ihr Vater ihr gesamtes Hab und Gut an den Comte verlieren würden, wenn sie den Comte Bardan de Justique nicht heiratet, stimmt sie wiederwillig zu.

    Doch sie hat ihrem Vater wenigstens das Versprechen abgenommen, zu überprüfen, ob der Comte gut genug für sie ist. Sollte der Comte ihre Prüfungen nicht bestehen, dann wird ihr Vater nie wieder von Heirat sprechen. Außerdem würden sie ihre Besitztümer nicht an ihn verlieren. Zu ihrer Überraschung stimmte auch der Comte zu. Und so stellt sie dem Comte Bardan de Justique einige Aufgaben, die er zu erfüllen hat, bevor sie sich mit ihm vermählt.

    Doch die Aufgaben könnten gefährlicher ausfallen, als dem Comte vielleicht lieb ist. Sophia hat nicht vor zu heiraten und setzt alles daran, dass er die Prüfungen nicht besteht. Sie würde sogar seinen Tod in Kauf nehmen.

    [Bild: Albain_1.png]
    Es waren nur noch wenige Tage bis zum Beginn von Nubulis. Die Dienerschaft im Anwesen des Händlers Leroy putzte und wienerte das Haus von oben bis unten. Schon bald würden der Comte Bardan de Justique und seine beiden Begleiter eintreffen um die erste Prüfung von Lady Sophia Leroy entgegenzunehmen.

    Während die Dienerschaft sich auf den hohen Besuch vorbereitete, packten der Comte Bardan de Justique, sein Leibwächter Armand de Verchiel und sein Hofmagier Moza Mebican ihre Sachen für ihre Reise zu dem Anwesen von Albain Leroy und seiner Tochter Sophia.

    Unweit des Anwesens der Leroys erkundigte sich die junge Schurkin Nehlynn Devhea unauffällig über die Gerüchte, die sie gehört hatte. Eine Kontaktperson, die ihr schon einige Jobs verschafft hatte, bestätigte diese Gerüchte. Doch er wusste nichts genaueres, außer das Lady Sophia persönlich mit einem Schurken sprechen wollte. Ihr Schlafgemach befindet sich im oberen Geschoß und sie befindet sich dort nur morgens, abends und nachts. Tagsüber ist sie meistens im Garten, der das große Anwesen umgab, anzutreffen. Der Garten war durch eine hohe Mauer von außen nicht einsehbar und es patrollierten regelmäßig Wachen. Auch das Zugangstor war bewacht. Doch für eine Schurkin wie Nehlynn Devhea sollte es ein leichtes sein sich unauffällig Zugang zu verschaffen um mit Sophia zu sprechen.

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    Armand de Verchiel (geschrieben von Jhonson)
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    Name: Armand de Verchiel
    Rolle: Leibwächter
    Klasse: Krieger
    Talente: Meisterlicher Umgang mit dem Zweihänder
    Spezialisierung: Chevalier
    Rüstung: Schwere Plattenrüstung
    Waffen: Zweihänder namens Winter und eine durchschnittliche Armbrust

    Ruhig und stoisch ging Armand die Übungen des Schwertkampfes durch. Der Wilde Eber, gefolgt vomEleganten Kranich und weiteren Übungen die ihm sein ehemaliger Lehrmeister vor langer Zeit in Val Royeaux beibrachte. Was waren das für Zeiten gewesen, als er mit seinen besten Freunden Charles, Henri und Isaac die Feste und die Schlafzimmer der Damenwelt unsicher machte.

    Selbst am Hof der Kaiserin, lang möge sie leben, war er gewesen und dann war da natürlich noch Marie gewesen, meistens nur Mylady genannt. Marie de Montfort, berühmt – berüchtigt – wunderschön – hassenswert – durchtrieben -gefährlich und doch war er noch immer verrückt nach ihr.

    Vor 17 Jahren wurden er und seine Freunde in eine der vielen Intrigen von Mylady verwickelt. Verwicklungen die für einige Unruhe, Empörung und nicht wenige Tote in Orlais führten. Nur dem alten Grafen war es zu verdanken, dass er heute hier stand. Dieser musste einiges an Einfluss spielen lassen und nur der alten Verbundenheit ihrer beiden Häuser war es zu verdanken das er sich die Mühe dazu gab. Der Preis für Armand war der Lehenseid und zwar nicht gegenüber dem alten Grafen sondern seinem Sohn. Bei der Kaiserin, ehre ihrem Namen, er hatte ihn voller Stolz geleistet und keinen Tag seitdem bedauert.

    Der Vater des Jungen Grafen hatte nicht nur sein Leben gerettet, sondern auch das seines Sohnes Raoul. Seine Mutter war Marie, wer auch sonst. Ihre Beziehung blieb bis zum heutigen Tag stürmisch, unstet und verrückt wie eine Katze im Mabarizwinger. Sie war im Exil, aber was bedeutet das schon in einem Land wie Orlais. Natürlich sahen sie sich ab und zu, wie man an den neuesten Narben auf dem Rücken sehen konnte.

    Mit der Schreitenden Katze beendete Armand sein frühmorgendliches Training, dachte nochmal kurz an die doch recht ruhigen Tage der letzten Jahre und verspürte Unruhe und ein leichtes frösteln. Er schaute zum Himmel und sah einen einsamen Raben fliegen und tief in sich wusste er, dass die Tage des Schwertes zurück waren. Er prüfte noch kurz die Schärfe von Winter, seinem Zweihänder, und harrte der Dinge die da kommen.


    Comte Bardan de Justique (geschrieben von Fawks)
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    Graf (Mensch): Comte Bardan de Justique

    Geschlecht: männlich
    Rüstung: Schwere Kettenrüstung
    Waffe: Langschwert, Schild

    Klasse: Krieger
    Spezialisierung: Champion
    Talente: Perfekter Schlag

    Biografie:

    In einer flüssigen Bewegung schob Bardan sein Schwert in die links an seinem Waffengürtel befestigte Scheide, setzte den Fuß auf einen Feld neben ihm und stützte sich mit dem Ellenbogen auf dem Knie ab. So stand er da und sah hinab in das Tal vor ihm. Er ließ zu, dass Sophia in seine Gedanken drang, diese wunderbare Frau, die er nur einige Male gesehen und gesprochen hatte, und für die er alles menschenmögliche und -unmögliche tun würde. Er hoffte, sie würde ihm eine Chance geben, es ihr zu beweisen. Wenn nur nicht diese ganze Hofpolitik wäre.
    Er war mit seinen 28 Jahren erfahren genug und dabei alles andere als alt – zwar konnte man das Leben an seinem Gesicht ablesen, aber das Kichern der Mägde sagte ihm immer noch, dass er nicht übel aussah. Er strich sich ruhig die zwei, drei losen Strähnen aus dem Gesicht, die sich aus der zurückgekämmten Menge gelöst hatten, wischte sich die Schweißperlen aus dem stoppeligen, aber gepflegten kurzen Bart und machte langsam kehrt, zurück zu seinem Wohnbereich.

    Sein Vater war ein Meister der Politik gewesen. Das hatte er mehrfach unter Beweis gestellt, unter anderem als er Bardans jetzigen Leibwächter aus einer misslichen Intrige befreit hatte, deren Ausmaß Bardan bis heute nicht verstand. Er war nicht schwer von Begriff, keinesfalls, aber diese Intrige hatte zwei gesamte Adelshäuser umfasst. Armand kannte sich mit Intrigen wesentlich besser aus – Bardan war aufrichtig und ehrlich, höflich und charmant, und hielt sich von allem was nach Intrige roch, soweit wie möglich fern. Er schätzte und mochte seinen Leibwächter, der ihm aufgrund seiner Zweihändertaktik vieles hatte beibringen können über die Bewegungen und Angriffstaktiken der Zweihandkämpfer, sodass der Comte mit sämtlichen Zweihandgegnern, die so gefährlich waren, mühelos fertig werden konnte

    In seinem Zimmer angekommen löste er die Gürtelschnalle, verräumte sorgsam die Waffe und das Schild, entledigte sich seiner Stiefel die er neben das andere Paar stellte, wusch sich gründlich das Gesicht und wanderte tief in Gedanken versunken im Raum auf und ab. Er musste zu Sofia, er musste sie wiedersehen.


    Moza Mebican (geschrieben von Moku)

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    Name: Moza Mebican
    Rolle: Heiler
    Klasse: Magier
    Talent: Hervorrufung
    Spezialisierung: Geistheiler
    Rüstung: Magierrobe; ein teures Geschenk des Grafens zu seiner Einstellung
    Waffe: Magierstab aus Knochenwurzeln

    Meine werten Damen, darf ich mich vorstellen, Moza Mebican, persönlicher Heiler des Comte Bardan de Justique. Sicherlich seid ihr ganz gespannt darauf von meinem Leben zu hören - holde Frau, reichen sie mir bitte die Früchte dort drüben?

    Nun ich wuchs in einer Kleinstadt namens Gucano auf, Sohn eines meisterhaften Händlers und einer begabten Psalteriumspielerin. Meine Mutter liebte die Musik, mein Vater die Frauen. Wie Sie sicherlich sehen können, hab ich beides von meinen Eltern gelernt, nein, bleib ruhig sitzen meine Liebe. Der Abend ist noch jung und der Wein noch nicht zu genüge getrunken.

    Früh entdeckte man meine außerordentliche Magiebegabung auch wenn meine Eltern lange versucht hatten es geheim zu halten. Privatlehrer unterrichteten mich und ich durfte das Grundstück nicht ohne Begleitung verlassen, allerdings musste es kommen, wie es kommen musste. Ein süßes unschuldiges Ding war an mir vorbeigelaufen, doch alles was ich aus dem Augenwinkel noch sehen konnte waren Strähnen ihres langen blonden Haares. Ihr müsst wissen Gucano ist eine Stadt am Meer mit tiefen Klippen. Ihr Sturz war tief, doch sie hatte überlebt.

    Was soll ich sagen, ich konnte Mädchen noch nie weinen sehen. Nun schauen Sie nicht so betrübt, die Kleine hätte vermutlich nicht überlebt, wenn ich ihr nicht geholfen hätte. Meine heilenden Hände waren schließlich alles was an mir magiebegabt war. Zeigen Sie mir ihr bezauberndes Lächeln, genauso, Liebes. Dieser Abend soll nicht in einer Tragödie enden.

    Das Leben im Turm war gar nicht einmal so schlimm, es gab genug einsame, verzweifelte und hübsche junge Damen, die bereit waren sich hin und wieder meinen ... Heilkräften hinzugeben und ich versprechen Ihnen, meine Hände werden auch bei Ihnen Wunder bewirken.

    Wie bereits erwähnt bin ich nicht sonderlich begabt in den meisten magischen Disziplinen, doch als Heiler ungeschlagen, weshalb man mich auch der Familie Justique als persönlichen Magier vorschlug. Somit endete ich im Dienste des Comte Bardan - ein ehrenhafter, junger Mann ohne gleichen, wenn auch etwas verblendet in seiner Zuneigung zu einer Sophia.


    Dilynrae (geschrieben von Emerahl)
    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)

    Name: Dilynrae
    Rolle: Schurke
    Klasse: Schurke
    Spezialisierung: Bardin, Assassine
    Talente: Giftmischerin, Fallenstellerin und Bombenexpertin
    Rüstung: einfache Lederrüstung bestehend aus einem kurzen, knappen Oberteil mit Schulterpanzer, einem knappen Lederrock, der an der Seite geschlitzt ist für mehr Beinfreiheit und kniehohe Lederstiefel. Um die Oberschenkel sind Ledergurte gebunden, in dem sich ein Dolch befindet. Lederhandschuhe bis zum Ellenbogen.
    Waffe: 2 Kurzschwerter, Bogen, 1 Dolch

    Hintergrundstory:

    Spoiler:„Ich verlange, dass Ihr ihn tötet. Wie Ihr das tut, ist Euch überlassen. Hier in diesem Beutel befinden sich 50 Sovereigns, die bei Erfolg Euch gehören werden.“
    Dilynraes Gedanken überschlugen sich fast. Noch ein wenig und sie konnte sich endlich das Gebäude kaufen, welches ihr Interesse geweckt hatte und die Bardenschule eröffnen, von der sie schon so lange träumte.
    „Seid Euch gewiss, Baron Arlange, dass ich Euren Auftrag umgehend ausführen werde.“
    Sie hielt seinem Blick stand, senkte nicht ihr Haupt, wie es wohl von ihr erwartet wurde. Cahir, die Leibwache des Barons, griff nach seinem Schwert, doch der Baron winkte nur ab und drehte sich von Dilynrae fort. Damit war sie entlassen.

    Dilynrae machte sich sofort auf in ihr sicheres Haus, wo sie alles in die Wege leitete, ihren Auftrag auszuführen. Ihr Opfer musste beschattet werden, seine Gepflogenheiten und Eigenarten herausgefunden werden. Sie war schließlich keine Dilettantin. Wenn die Bezahlung stimmte, tat sie alles dafür, selbst einen Auftragsmord, wie dieser hier. Dabei hasste sie es, jemanden einfach von hinten zu erstechen. Wenn sie tötete, dann wollte sie es genießen, zelebrieren und ihr Opfer sollte in seinem Tode ihr Gesicht sehen.

    Die Planung verlief schneller als gedacht und schon bald war sie auf dem Weg zur Villa ihres Opfers. Er gab ein Fest für einige seiner Freunde. Ausnehmend männliche Freunde. In der Villa angekommen, wurde sie gleich vom Seneschall des Hauses in Empfang genommen und in einen kleinen Salon geführt, in dem schon weitere Damen, die teilweise nur leicht bekleidet waren, warteten. Dilynrae blickte sie abschätzend an. Auf den ersten Blick mochten ja einige hübsche Damen mit dabei sein, doch bei näherem Betrachten sah man, dass auch diese verbraucht aussahen. Konnten sie sich nicht einfach besser pflegen? Doch sie kam nicht mehr dazu, dem Gedanken weiter nachzugehen, denn schon öffnete sich die Tür und sie wurden von einem Diener zum Privatbereich des Opfers. Dilynrae ließ ihren Blick durch den Raum schweifen und nahm gleich jede Einzelheit in sich auf. Die Männer waren schon gut am Trinken und Karten spielen. Als diese die Mädchen erblickten, johlten sie auf.

    Sie zogen die Mädchen auf ihre Schöße, betatschten sie, küssten sie ungeniert und noch einiges mehr. Doch Dilynrae hielt sich bisher zurück. Wenn sie die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres Opfers wollte, sollte sie sich rar machen. Den Gästen die kalte Schulter zeigen. Es gelang. Ihr Opfer bemerkte dies rasch und kam auf sie zu.
    „Hallo Schönheit. Dich habe ich noch nie auf einem meiner Feste gesehen. Du bist gewiss neu dabei. Hast du dir noch keinen Freier ausgesucht?“

    Dilynrae schaute ihr Opfer schüchtern unter ihren langen Haaren hervor an, fuhr sich mit der Zungenspitze leicht über die Lippen, wohl wissend, was für eine Wirkung diese unschuldig wirkende Geste ausübte und hauchte:

    „Ich habe auf Euch gewartet, Herr. Man hat mir aufgetragen, meine Unschuld nur dem Gastgeber zu schenken.“

    Die Pupillen ihres Opfers weiteten sich bei diesen Worten, er atmete schwer und griff nach Dilynraes Hand.

    „Kommt mit in mein Schlafgemach. Dort sind wir ungestört und ich kann dir die Freuden der Lust zeigen.“

    Er zog sie mit sich und führte sie in ein großes Schlafzimmer, in dem ein mächtiges Himmelbett stand. Dilynrae lächelte. Es lief ja einfacher als gedacht. Als er ihr Lächeln sah, nahm er fälschlicherweise an, es gelte ihm. So zog er sie an sich und küsste sie, erst sanft, dann immer leidenschaftlicher. Dilynrae riss sich los und blickte ihn mit großen Augen an, ihre Lippen von dem Kuss gerötet. Sie atmete hastig.

    „Hab keine Angst meine schöne Elfe. Ich werde dir nicht weh tun. Wie wäre es, wenn du uns erst einmal einen Wein einschenkst?“
    Er zeigte auf das zierliche Tischchen, dass unter dem Fenster stand. Dort stand ein Krug Rotwein und zwei goldene Pokale. Dilynrae nickte schüchtern.
    „Ja, Herr“, flüsterte sie.
    Sie begab sich an das Tischchen und stellte sich so, dass er nur ihren Rücken sah. Doch diese Vorsichtsmaßnahme war unnötig, denn das Opfer wandte sich selbst zum Bett und zog sich hastig aus. Unterdessen drehte Dilynrae den Stein ihres Ringes, den sie am Finger trug und es öffnete sich ein Geheimfach. Schnell leerte sie die Flüssigkeit, welche sich darin befand, in das Glas. Dann nahm sie beide in die Hand und schlenderte mit einem lasziven Hüftschwung zum Bett, wo ihr Opfer schon bereit lag. Er nahm ihr das Glas ab, dann hob er es ihr entgegen und sprach:
    „Auf dass du heute eine wunderschöne und unvergessliche Nacht erlebst!“
    Dilynrae ergänzte den Trinkspruch:
    „Auf Euch, mein Herr, auf dass Ihr bald das Paradies finden möget.“
    Dass sie das nicht nur so daher gesagt hatte, würde er bald herausfinden. Das Opfer leerte das Glas mit einem Zug und warf den Pokal achtlos davon. Er zog Dilynrae zu sich aufs Bett, doch bevor er dazu kam, weiter zu gehen, fing er an zu keuchen, seine Augen wurden ganz groß und er stieß hervor:
    „Was hast du getan, du Miststück?“
    Dilynrae lächelte ihn kalt an:
    „Einen schönen Gruß von Baron Arlange. Ihr habt Euch mit dem Falschen angelegt. Er mag es nicht, betrogen zu werden.“
    Ungläubig starrte ihr Opfer sie an, sprechen konnte er nun nicht mehr. Seine Brust war wie zugeschnürt, sein Herz raste und Dilynrae schaute ihm genüsslich zu. So war es also, an einem Herzinfarkt zu sterben. Interessant. Das Gift hatte sie ebenfalls gut gewählt, denn es war weder im Glas noch im Pokal nachzuweisen. Es roch auch nicht und schmeckte nach nichts. Nun folgte der nächste Schritt, denn schließlich musste alles stimmen, damit es wie ein natürlicher Tod aussah und nicht mit ihr in Verbindung gebracht werden konnte. Sie zog sich das Kleid herunter, legte ihre Brüste frei, dann verwuschelte sie ihre Haare, legte sich auf das Bett und ihr Opfer auf sich. Dann begann sie hysterisch zu schreien. Kurze Zeit später wurde die Tür aufgerissen und ein Freund des Opfers stürzte in das Zimmer.
    „Was ist geschehen, Elfe?“, herrschte er sie an.
    Dilynrae schrie weiter, war nicht zu beruhigen. Doch eine Ohrfeige brachte sie gleich zur Ruhe. Sie stammelte:
    „Er… er… ist tot! Er… wir…“ Sie brach ab, Tränen liefen über ihr Gesicht. Der Mann trat ans Bett, fasste das Opfer an der Schulter und drehte es herum. Er presste die Lippen zusammen, dann wandte er sich an die Elfe:
    „Geh! Pack deine Sachen und verschwinde! Und wehe, du erzählst, was hier vorgefallen ist, dann bringe ich dich persönlich um!“
    Er warf ihr noch einen Beutel mit Münzen in den Schoß. Dilynrae hatte nur auf dieses Stichwort gewartet und sprang hastig vom Bett. Sie zog ihr Kleid zurecht, glättete die Haare und verließ das Zimmer. Auf dem Weg nach unten begegneten ihr noch weitere Gäste. Sie beachtete sie kaum, doch plötzlich blieb sie wie angewurzelt stehen. Der Baron. Hier. Er lächelte sie wölfisch an, dann zog er einen Beutel aus seiner Tasche und steckte ihn ihr unauffällig zu.
    „Hier, für Eure Mühe!“
    Dann wandte er sich ab und stieg weiter die Treppen hinauf. Dilynraes Gedanken überschlugen sich. Wenn er schon hier war, warum hatte er ihn dann nicht selbst getötet? Er war doch sonst nicht so zimperlich.
    „Damit hat er dich in der Hand, Elfe.“

    Sie schrak bei diesen Worten zusammen. Hatte sie das eben laut gedacht? Sie blickte auf und vor ihr stand Cahir, ein hinterlistiges Lächeln auf dem Gesicht. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, stürmte Dilynrae davon und verließ hastig die Villa. Sie atmete erst durch, als sie etliche Meilen zwischen sich und die Villa gebracht hatte. Das Beste wäre, sie verließe die Stadt und käme in der nächsten Zeit nicht mehr zurück.


    Nebendarsteller

    Sophia Leroy (geschrieben von mir)
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    Die 23 jährige Sophia ist das einzige Kind des orlaisianischen Händlers Albain Leroy. Vor einigen Jahren verliebte sie sich Hals über Kopf in einen jungen Mann aus Val Royeaux. Sophia war sich sicher, dass sie den Rest ihres Lebens mit ihm verbringen würde. Doch kurz bevor sie ihn ihrem Vater vorstellte erwischte sie ihn mit einer anderen Frau im Bett. Sie erfuhr außerdem, dass er es nur auf das Geld ihres Vaters abgesehen hatte und keinerlei Gefühle für sie besaß. Beschämt so hinters Licht geführt worden zu sein erzählte sie niemanden von diesem Mann.

    Sophia wollte nie wieder so betrogen werden und beschloss, zum Leidwesen ihres Vaters, nie zu heiraten. Umso erzürnter war sie, als ihr Vater eine Vereinbarung zur Vermählung mit dem Comte Bardan de Justique abschloss. Sollte die Vermählung nicht stattfinden, dann würde der Comte den gesamten Besitz ihres Vaters bekommen. Sophia wollte zwar nicht heiraten, doch sie wollte auch nicht in völliger Armut leben. So stimmte sie widerwillig zu.

    Doch noch gibt es einen Hoffnungsschimmer die Hochzeit zu verhindern ohne ihren Lebensstandard zu verlieren. Ihr Vater stimmte zu, dass sie den Comte prüfen konnte. Sollte er die Prüfungen nicht bestehen, dann würde es keine Vermählung geben und sie würde auch nicht alles verlieren. Sophia dachte, dass dies den Comte abschrecken würde und er freiwillig auf sie verzichten würde. Zu ihrer Überraschung und ihrem Unmut willigte der Comte aber ein.

    Nun musste Sophia nur noch dafür sorgen, dass er die Prüfungen nicht besteht. Sie würde nicht wollen, dass dem Comte irgendein Schaden befällt. Doch wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann würde sie auch seinen Tod in Kauf nehmen.


    Albain Leroy (geschrieben von mir)
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    Albain ist ein sehr erfolgreicher Händler aus Orlais. Schon früh verlor er seine geliebte Frau und zog sein einziges Kind, Sophia, alleine groß. Er wird bald 60 Jahre alt und möchte seine Geschäfte gerne an Sophia und ihren Ehegatten übergeben. Dann könnte er seinen Lebensabend im Kreise seiner Tochter, ihres Mannes und seiner Enkel verbringen. Doch zu seinem Kummer weigert sich Sophia beharrlich zu heiraten und er hat keine Ahnung warum. Inzwischen ist sie 23 Jahre und schon lange aus dem heiratsfähigen Alter heraus. Für Frauen, die so alt wie seine Tochter sind, ist es fast unmöglich noch einen Ehemann zu finden.

    Doch das Glück war ihm hold als er den Comte Bardan de Justique kennenlernte. Der junge Mann war höflich und charmant und es wunderte Albain, dass er noch nicht verheiratet war. Es dauerte nicht lang, bis er den Comte dazu brachte seine Tochter zu ehelichen. Doch Albain wusste auch, dass sich seine Tochter sträuben würde. Und so schloss er schweren Herzens einen Vertrag mit dem Comte de Justique. Sollte Sophia ihn nicht ehelichen, dann würden sein ganzes Hab und Gut an den Comte übergehen.

    Wie erwartet weigerte sich Sophia den Comte zu heiraten, doch als sie von dem Vertrag erfuhr stimmte sie widerwillig zu. Doch nicht bevor sie ihrem Vater ein Versprechen abnahm. Der Comte sollte drei Prüfungen ablegen, bevor sie ihn heiratet. Sollte er die Prüfungen nicht bestehen, dann gibt es keine Hochzeit und auch das Vermögen würde der Comte nicht bekommen.

    Albain befürchtete, dass der Comte ablehnen würde. Doch zu seiner Freude stimmte dieser zu. Der Comte Bardan de Justique war ein guter Mann und Albain war sich sicher, dass seine Tochter mit ihm glücklich werden konnte. Nun wird Albain alles tun um dem Comte zu helfen.




    Philippe (geschrieben von mir)
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    Dieser Mann will die Hochzeit zwischen Sophia und Bardan um jeden Preis verhindern. Dafür schreckt er auch vor Mord nicht zurück. Er hatte Dilynrae angeheuert um den Comte zu verführen. Doch dies ist nicht das Einzige, was er tun wird. Warum er die Hochzeit verhindern möchte, ist unbekannt.


    Blonde Frau mit blauen Augen (geschrieben von mir)
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    Die junge blonde Frau möchte die Hochzeit zwischen Sophia und Bardan verhindern, da sie den Comte selbst ehelichen möchte. Ihre Verbindung zu ihm und seinem Vater sind unklar. Sie benutzt ihre Schönheit und ihren Charme um Leute für ihre Zwecke zu manipulieren.


    Annabell (geschrieben von mir)
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    Annabell ist schon seit einigen Jahren die Zofe von Sophia. Sophia vertraut ihr sehr und nur sie weiß, was genau damals zwischen Sophia und ihrer großen Liebe vorgefallen ist. Doch Annabell ist nicht so vertrauensvoll wie es scheint, denn sie hat eine intime Beziehung mit dem in schwarz gekleideten Mann.


    Annalena is offline Last edited by Annalena; 16.05.2014 at 07:09. Reason: Titel geändert
  2. #2 Reply With Quote
    Burgherrin Yvaine Lacroix's Avatar
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    [Bild: Schurkin2_zps65c61aab.jpg]

    Nehlynn kauerte regungslos auf dem Ast einer großen Buche, welche ihre ausladenden Zweige über die hohe Mauer des Anwesens der Leroys streckte. Gut versteckt inmitten des Grüns der Blätter, ihre langen blonden Haare verborgen unter der Kapuze ihres Capes, konnte sie die Frau in dem weitläufigen Garten beobachten ohne selbst gesehen zu werden.
    Bei der rothaarigen Schönheit konnte es sich nur um Sophia Leroy persönlich handeln. Sie schien allein zu sein, doch Nehlynn wusste von ihrer Kontaktperson, dass der Schein trog. In regelmäßigen Abständen patrouillierten zwei Wachen über die mit feinem Kies ausgelegten Wege, die gesäumt wurden von kunstvoll zurecht gestutzten Hecken und säuberlich angelegten Beeten, in denen die unterschiedlichsten Blumen in voller Blüte standen.
    Auch wenn es Nehlynn drängte hinunter zu springen und die junge Frau anzusprechen, um zu erfahren was für eine Sache sie erledigt haben wollte, hielt sie sich zurück. Sie war noch nie unbesonnen gewesen und würde nun gewiss nicht damit anfangen.
    Also harrte sie geduldig auf dem Baum aus, nahm hin und wieder einen Schluck aus ihrem kleinen Wasserschlauch, welchen sie stets bei sich trug, und wartete auf die Abenddämmerung.

    Als die Sonne schließlich untergegangen war und die Schatten immer länger wurden, schwang Nehlynn sich lautlos auf die Mauer und huschte im Schutze der einbrechenden Dunkelheit Richtung Anwesen. Es war riskant, doch zu ihrem Glück ging unten im Garten gerade niemand vorbei, der sie hätte erspähen können.
    Leichtfüßig wie eine Katze sprang sie schließlich auf den breiten Ast einer Eiche, welche sich unterhalb des Fensters im oberen Stock befand, hinter dem sich laut ihres Kontaktes Sophias Gemach befand.
    Vorsichtig und möglichst leise kletterte sie nach oben in den Wipfel des Baumes. Doch noch immer war der Fenstersims viel zu hoch über ihr.
    Sie ließ ihren Blick schweifen und entdeckte schließlich ein an der Hauswand angebrachtes Gitter, an dem sich Efeu entlang rankte und welches passenderweise direkt neben Sophias Fenster endete. Sie lächelte verschmitzt. Was für ein Zufall! Das Gitter schien sehr stabil und sollte ihre zierliche Gestalt tragen können.
    Behutsam kroch sie also so nahe wie möglich in Richtung des Gerüsts und setzte dann zum Sprung an.
    Mit einem leisen „Uff!“ gelang es ihr sich ans Gitter zu krallen, welches zwar leicht knackte, aber ihrem Gewicht stand hielt. Behände kletterte sie hinauf und griff dann nach dem Sims des Fensters.
    Sie zog sich hoch und schwang sich schließlich anmutig in Sophias Gemach.
    Diese saß gerade an ihrem Frisiertisch und erschrak als sie die Elfe in ihrem Spiegel erblickte.
    Nehlynn verneigte sich höflich. „Seid gegrüßt! Ich bin gekommen, weil ich hörte Ihr benötigt Hilfe in einer dringenden Angelegenheit. Ich möchte Euch hiermit in aller Bescheidenheit meine Dienste anbieten. Seid versichert, dass ich bei der richtigen Bezahlung alles unternehmen werde, um Euch zu helfen.“
    Abwartend blickte Nehlynn die Rothaarige an, gespannt wie sie auf ihre Erscheinung und ihr Angebot reagieren würde.
    Yvaine Lacroix is offline Last edited by Yvaine Lacroix; 19.03.2013 at 08:54.
  3. #3 Reply With Quote
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    [Bild: Sophia_1.png]
    Nachdem sie ihren Schreck überwunden hatte erhob Sophia sich langsam und drehte sich zu der Elfe um.

    „Ihr müsst Nehlynn Devhea sein. Ich habe Euch schon erwartet.“ Sie lächelte leicht. „Schaut nicht so überrascht. Ihr wurdet mir empfohlen, doch ich wollte Euch einem kleinen Test unterziehen. Es ist beeindruckend, dass Ihr es geschafft habt unbemerkt hier einzudringen.“

    Sie schritt langsam zu einer kleinen Kommode und öffnete das oberste Schubfach. Daraus entnahm sie einen kleinen Lederbeutel, der mit Münzen klimperte. Sophia ging auf die Elfe zu und drückte ihr den Lederbeutel in die Hand.

    „Das sind 10 Sovereign und sie sind für Euer Schweigen über unser Treffen. Ihr könnt dieses Geld behalten, egal ob Ihr den Auftrag annehmt oder nicht. Solltet Ihr den Auftrag annehmen und Erfolg haben, dann bekommt Ihr weitere 50 Sovereign.“

    Es war viel Geld, doch Sophia und ihr Vater waren sehr wohlhabend und der Verlust des Goldes würde sie nicht wirklich schmerzen. Langsam schritt sie zum Fenster und schaute hinaus.

    „In wenigen Tagen kommt mein zukünftiger Gemahl und zwei Begleiter in unser Anwesen. Ich möchte den Comte aber nicht heiraten und deswegen stelle ich ihm drei Prüfungen. Sollte er diese nicht bestehen, dann wird es keine Hochzeit geben.“

    Sophia drehte sich um und sah die Elfe an.

    „Am einfachsten wäre es sicherlich einen Meuchelmörder anzuheuern. Doch ich wünsche dem Comte nicht unbedingt den Tod. Außerdem würde der Verdacht sofort auf mich fallen, falls ihm etwas zustößt. Und so kommt Ihr ins Spiel. Ihr sollt verhindern, dass er die Prüfungen besteht. Wie Ihr das tut, ist Euch überlassen. Ich halte es jedoch für das Beste, wenn Ihr Euch dem Comte anschließen könntet. So seid Ihr in seiner Nähe und könnt besser dafür sorgen, dass er die Prüfungen nicht besteht.“

    Sophia strich sich nachdenklich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

    „Wie ich sagte, wünsche ich dem Comte nicht wirklich den Tod. Doch solltet Ihr keine andere Wahl haben, dann ist es eben sein Schicksal. Doch es sollte wie ein Unfall aussehen, so das sein Tod nicht mir angelastet wird.“

    Sophia ging zu einem kleinen Tisch und nahm eine Karte, die darauf lag. Sie rollte die Karte auf und zeigte sie der Elfe.

    „Hier habe ich den Weg eingezeichnet, den der Comte von seinem Anwesen zu unserem Anwesen reisen wird. Versucht Euch sich ihm anzuschließen bevor er unser Anwesen erreicht. Wie Ihr das tut ist Euch überlassen.“

    Sie gab der Elfe die Karte und lächelte leicht als sie fortfuhr.

    „Sollte Euch nichts einfallen, dann kommt zu mir zurück. Ich kann Euch helfen. Aber sollten Eure Fähigkeiten wirklich so gut sein, wie man sagt, dann wird das sicherlich nicht nötig sein. Falls Ihr keine weiteren Fragen habt könnt Ihr gehen.“
    Annalena is offline
  4. #4 Reply With Quote
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    [Bild: Comte_2.png]
    Bardan schob die Schublade zu. Er wandte sich um, sortierte die zwei Hemden in seinen Rucksack, die zweite Hose legte er darauf. Er packte zwei gefüllte Lederfläschchen obenauf. Er zog seine Rüstung an, die in silberner Farbe erstrahlte und schnallte den schwarzen Waffengürtel um seine Hüfte. Das Schwert baumelte daran, auf seinen Rücken schnallte er den Schild und darüber warf er einen feinen blauen Umhang, den er um den Hals befestigte, auf seinem Rücken prangte nun das Wappen der Grafschaft de Justique. Der Umhang verdeckte den kleinen Dolch am hinteren Teil der Hüfte perfekt. Prüfend sah er sich im Spiegel an. Das Barthaar war säuberlichst gestutzt und kurz getrimmt, die Haut glatt, die grauen Augen leuchteten so wie die Rüstung. Sorgfältig kämmte er sich die Haare mit etwas Wasser zurück und rückte sein Schwert an den richtigen Platz. Er wollte auf Sophia den bestmöglichen Eindruck machen, und zufrieden nickte er seinem Spiegelbild zu.

    Er wandte sich erneut seinem Rucksack zu, der in der Seitentasche einige dünne Fächer hatte, die die Phiolen mit Gegengift beherbergen sollten. Außerdem einige Heilkräuter – das alles würde sein treuer Heiler Moza Mebican organisieren. Er war sehr pflichtbewusst und in seinem Fach zweifelsohne der beste. Manchmal war der Comte dankbar, dass er keine Frau war, so wie Moza sich zuweilen um diese „kümmerte“. Bardan hatte sich auf diese eine Frau, Sophia, festgelegt, und er konnte nicht verstehen, wie man so vielen Frauen Liebe oder liebesähnliche Gefühle entgegenbringen konnte. Er würde alles für Sophia tun, alles was sie verlangte, und alles was nötig war, damit sie begann, ihn zu lieben.
    Und reine, gefühllose Triebauslebung kam für ihn nicht in Frage, weder seines Charakters wegen noch seiner Position wegen. Aber er schätzte den Magier sehr und sie hatten sich gegenseitig schon das Leben gerettet.

    Aufmerksam sah er sich in seinem Gemach um, ob er nicht etwas vergessen hatte. Er ging zum Regal, in dem eine Menge Bücher standen, zog ein dickes Buch heraus, klappte es auf und entnahm das mit einer weißen Schleife gefasste Bündel Pergament. Vorsichtig verstaute er es in der Innentasche seines blauen Umhangs, das war sein Geschenk an Sophia. Natürlich noch kein Verlobungsgeschenk, der Ring war bereits im Rucksack verstaut, ebenso ein feingliedrige Kette.

    Gedanklich hakte er seine Liste ab – er wollte Moza bitten, ihm die Gegengifte und Wundumschläge zu geben, und wollte mit Armand und Moza besprechen, wieviel Gepäck sie hatten und ob sie zu Pferd unterwegs sein würden.
    Er nahm die dicke Decke, packte sie in den restlichen Freiraum des Rucksack und verschloss ihn, dann nahm er die beiden Träger in die Hand und verließ, nach einem weiteren Blick hinter sich, den Raum.
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    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    [Bild: mozaklein.png]"Ladies," der Magier rekelte sich kurz auf der großen Couch, rückte den Kopf einer dösenden Elfin mit kurzen roten Haaren leicht von seiner Schulter. "Ich denke es wird Zeit, dass ich mich auf unseren Aufbruch vorbereite." Er ließ seinen Blick kurz zu der hübschen Blondine wandern, die zu seiner linken gesessen hatte und ihm nun ein süffisantes Grinsen zuwarf. Er zwinkerte ihr zu, wandte sich dann um und verließ den Saal.

    Oh ja, die Gesellschaft dieser Frauen war es wert sich ständig den malträtierenden Untersuchungen der Kirche auszusetzen. Und hoffentlich würde sein Comte endlich auch in den Genuss dieser sinnlichen Wesen kommen. Wobei es so aussah als würde er seine Zeit in der Gesellschaft einer frigiden Fregatte namens Sophia verbringen. Eine unmögliche Frau in seinen Augen - seinen ehrbaren Comte so auf die Probe zustellen - als hätte er sich nicht oft genug bewiesen.

    Mit schnellen Schritten und wehendem Mantel bewegte er sich durch das Schloss, Stiefel fest auf dem Boden hallte jeder seiner Schritte in den Steingängen wieder. Mit breitem Lächeln nickte er den Dienerinnen auf seinem Weg zu seinem persönlichen Gemach zu, würdigte den Diener dagegen nicht einen Blick. Es war ihm durchaus bewusst, was die Angestellten hinter seinem Rücken flüsterten, doch dem Comte selbst schien das nicht zustören, hatte er zumindest noch nie ein schlechtes Wort aus dessen Lippen gehört.

    Moza kannte seinen Herren seit vielen Jahren, hatte schon mehr als nur ein Abenteuer mit ihm erlebt und sie hatten sich öfter als sie zählen konnten gegenseitig das Leben gerettet.

    In seinem Gemach angekommen suchte er nach seiner Umschnalltasche aus teurem Leder - eines von vielen Geschenken des Comte - verstaute Manatränke, Gifttränke und Stoffrollen zu gleichen Teilen. Sein Blick fiel auf die kleinen Glasfläschchen. Er griff danach, rieb sie nachdenklich in seinen Händen, bevor er sie zurück neben die Destille stellte und stattdessen nach einem kleinen Sack mit diversen Kräutern griff und diesen noch in die Tasche warf. Ein kleines Messer und ein Wasserbeutel fanden noch ihren Weg in das dunkle Leder. Er war es gewohnt mit dem Wenigstens zurecht zu kommen und in den unmöglichsten Momenten zu improvisieren. Er hatte, was er brauchte, um seinen Comte am Leben zu erhalten.

    Zuletzt tauschte er seine Edelrobe gegen die leichte Magierrobe aus feinster Seide bestickt mit teuren Stickereien, das Emblem der Justique Familie an den Enden der Ärmel versehen. Seine Hand fand den dunklen Magierstab aus Knochenwurzeln.

    Sorgsam knöpfte er den Mantel am Hals zu, betrachtete sich selbst kurz im Spiegel bevor er sich selbst zustimmend zuzwinkerte.

    Kein Wunder, dass die Frauen ihn liebten.

    Er war ein Geschenk des Erbauers.
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  6. #6 Reply With Quote
    Eala Frya Fresena  Jhonson's Avatar
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    Beschütze ihn … das waren die letzten Worte des Comte am gestrigen Abend. In ruhiger Eintracht hatten sie zu zweit einen guten Wein aus dem scheinbar unerschöpflichen Vorrat des Anwesens geleert und über alte Zeiten geredet. Auf alte Freunde und Feinde getrunken und an die Jahre die vergangen waren gedacht. Wie immer wenn er seinen jungen Lehensherren auf eine längere Reise begleitet überreichte er dem Comte einen Abschiedsbrief an Marie. Auch den Siegelring seines Hauses, um ihn im Fall der Fälle an seinen Sohn weiterzureichen, überließ er dem Comte.

    Es ist eine Schlangengrube … etwas das sowohl Armand wie auch der Comte wussten, auch Bardan war das wohl klar, aber nur aus Erzählungen. Bardans Vater hatte ihn von den Intrigen am Hof der Kaiserin, ehre sei ihrem Namen, fern gehalten, vielleicht zu fern. Das war wenigstens Armands Meinung, aber es stand ihm nicht zu sich in diesem Punkt einzumischen und so konnte er nur versuchen den jungen Comte bei seiner Mission so gut es geht zu beschützen. Von daher wählte er sorgfältig sein Gepäck aus:

    Für die besonderen und verzweifelten Situationen wählte er zweimal die Hurtigkeitssalbe aus um eine deutliche Erhöhung seiner Bewegungs- und Angriffsgeschwindigkeit zu erreichen. Passend dazu jeweils eine Portion Stiller Tod und Konzentrierter Untergang des Magiers. Und auch zwei Säurebomben und drei Feuerbomben wurden neben zwei Wundumschlägen verstaut.

    Ohne zu zögern verließ er anschließend seine Kammer und begab sich in den Hof des Anwesens um sich dort mit Moza und Bardan zu treffen.
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  7. #7 Reply With Quote
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    Bardan durchquerte die Korridore seines Zuhauses, er hätte den Weg zum Stall blind gefunden. Als er um die zweite Ecke bog, sah er noch eine Frau mit rauschendem Rock, ein Kichern auf den Lippen und als sie ihn erblickte, errötete sie etwas und verbeugte sich vor ihm – den sicherlich beabsichtigt maßgefertigten Ausschnitt konnte Bardan nicht übersehen, doch Edelmann der er war, nickte er der Frau freundlich zu und setzte seinen Weg fort. Wenigstens weiß ich jetzt, dass Moza nicht mehr bei den Frauen ist. Denn vor ihm weglaufen würden sie nie. Er ließ zu, dass sich ein kleines Lächeln in seine Mundwinkel schlich. Ich hoffe, sie laufen ihm nicht so sehr hinterher, dass sie mitkommen wollen.

    In Gedanken ging er seinen Rucksack noch einmal durch, das Wichtigste, seine Geschenke an Sophia und seine 5 Wundumschläge, waren optimal verstaut. Und doch wollte er unter keinen Umständen einen vermeidbaren Fehler machen, es stand zu viel auf dem Spiel.
    Das große Eingangsportal wurde für ihn geöffnet und mit festem Schritt überquerte er den Hof, hin zum Stall, wo er den Stallknecht Steigbügel reparieren sah. „Bringt mir bitte das Packpferd, ich werde heute nicht reiten,“ wies er diesen an, der sofort im Stall verschwand und nach einigen Minuten mit einem großen, braunen Hengst zurückkam. Bardan war mit den Tieren vertraut auch wenn er meist nur seinen eigenen Hengst ritt. So legte er dem Tier, das kleine Atemwölkchen in die Morgenluft ausstieß, eine Hand an den Hals und streichelte es.
    „Ich danke Euch,“ wandte er sich danach an den Stallknecht, der gerade eine Satteldecke, an der Haken und Schlaufen befestigt waren, um das Gepäck aufzuladen, auf dem Pferderücken befestigte.
    „Habt Ihr irgendwo Moza oder Armand gesehen? Sie sollten jeden Moment hier sein.“ Der Stallknecht schüttelte den Kopf und machte sich daran, dem Pferd Zaumzeug anzulegen.

    Der junge Comte schnallte indessen seine Decke und seinen Rucksack auf dem Pferd fest, einen Wundumschlag entnahm er dem Rucksack und befestigte ihn hinten am Gürtel. Er unterdrückte ein Seufzen. Er würde sich, bevor er Sophia treffen konnte, noch einmal zurückziehen müssen, sonst würde sie ihn bei seinem voll behängtem Gürtel für einen ganzen Waffenschrank halten und es hatte seine Gründe, dass Frauen keine Sodaltinnen waren. Er wollte Sophia nicht erschrecken, er wollte er beweisen, dass er ihrer würdig war und dass sie auf der anderen Seite auch mit ihm zufrieden sein konnte, der er war ein guter Mann. Das hatten ihm schon viele bestätigt, Moza rief es ihm immer mal wieder in Erinnerung, wenn er ihm anbot, doch mit ihm und den anderen Frauen ein Abendessen zu nehmen. Bardan hatte es einmal getan und die Art und Weise wie diese Frauen ihn umsäuselt hatten und seine dezenten Abwehrversuche überhaupt nicht wahrnahmen, hatte ihn alle Selbstbeherrschung gekostet – während Moza schlemmend und mit geradezu wohlgeformtem Ausblick ihm gegenübersaß und alle Damen nacheinander mit Blicken auszog. Bardan hate sich selten so unbeholfen gefühlt und flüchtete sofort, als er es geschafft hat, sich für einen Moment auf das stille Örtchen zu entschuldigen.

    Nein, es gab nur eine einzige Frau die er wollte, und er hatte die Chance um sie zu kämpfen. Er würde sie nutzen und er würde nicht versagen.
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  8. #8 Reply With Quote
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    [Bild: mozaklein.png]Bevor er das Zimmer verließ, warf er noch einmal einen prüfenden Blick durch den Raum um sich zu vergewissern, dass er auch nichts vergessen hatte. Dann schloss er die Tür hinter sich und machte sich auf den Weg zu den Ställen.

    Als Moza ankam, sah er bereits den Comte, der sich an einem der Pferde zuschaffen machte, schnürte und zerrte an Lederschnallen, bevor er plötzlich in nachdenkliches Schweigen verfiel. Oh, der Magier konnte sich schon denken, woran der liebestrunkene Tölpel dachte, war sein schweifender, ferner Blick auch nur irgendein Hinweis.

    "Werter Herr," begrüßte der Mann den Comte mit einer knappen, aber tiefen Verbeugung, die seinem Rücken eventuell nicht so gut getan hatte. Nicht, dass er alt wurde, auf keinen Fall. Er musste sich bei den Frauen auf dem Sofa etwas verrenkt haben.

    "Ich wünsche Euch einen wunderschönen guten Tag." Und der Schreckschraube Sophia, dass sie diesen nicht miterlebt, ergänzte er innerlich den Gruß. Oh, er würde sich nie in Gegenwart des Comtes über das Weib auslassen, wenngleich er sich sicher war, dass sein Herr wusste, was er von der Frau hielt. Sofern man sie überhaupt als Frau und nicht als zimperliches, verwöhntes Gör bezeichnen konnte. Allein bei dem Gedanken diese Peson nun endlich persönlich kennen zulernen kräuselten sich ihm die Zehnägel. Er war ja bei weitem kein Mann, der irgendeiner Frau vor dem Kopf stieß, aber diese... dieses Wesen...

    Aus dem Augenwinkel nahm er eine Bewegung wahr, die ihn von seinen schrecklichen Gedanken ablenkte. Ein Lächeln stahl sich auf die Lippen des Magiers, als er die Hände locker vor der Brust verschränkte und sich dem Neuankömling zuwandte. "Und hier kommt auch schon der einzige Mann, der durch seine griesgrämige Anwesenheit als einziger einen Schatten auf diesen sonnigen Tag werfen kann."
    Moku is offline Last edited by Moku; 28.04.2013 at 11:12.
  9. #9 Reply With Quote
    Eala Frya Fresena  Jhonson's Avatar
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    „Moza, wollt ihr der zukünftigen Braut Konkurrenz machen?“ Mit einer fließenden Bewegung warf er einem der Wächter des Anwesenes einen kleinen Geldbeutel zu „du hattest Recht!“ und ging zu dem schon weitgehend bepackten Pferd. Routiniert verstaute er sein Gepäck, lockerte noch kurz seine Muskeln und wendete sich den anderen zu.

    Bardan bekam davon nicht viel mit, er schien mit den Gedanken schon ganz woanders zu sein. Auch war er die kleinen Sticheleien von Moza und Armand gewöhnt und ignorierte sie wie gewöhnlich immer.

    „Bardan seit ihr bereit?“ Auf ein Nicken des jungen Comte hin gab Armand das Zeichen zum Aufbruch und setzte sich an die Spitze der kleinen Gruppe.
    Jhonson is offline Last edited by Jhonson; 12.04.2013 at 14:19.
  10. #10 Reply With Quote
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    [Bild: Comte_2.png]Moza und Armand waren mittlerweile angekommen, hatten ihre Sachen verstaut und ihre Sticheleien wieder aufgenommen.
    Bardan ignorierte sie meistens – heute bekam er sie nicht einmal mit. In Gedanken war er schon bei Sophia. Geistesgegenwärtig nickte er dennoch auf Armands Frage hin, ob er bereit sei. Armand hatte die Zügel des Pferdes gefasst und setzte sich in Bewegung, durch das Tor, den Hügel hinunter, durch die Stadt, hin zum Hafen.
    Sie würden eine kleine Schiffsreise vornehmen müssen – die Waking Sea zu umlaufen würde viel zu lange dauern.

    Bardan hatte sich – nicht absichtlich – etwas zurückfallen lassen und musste seine Unachtsamkeit büßen. Er übersah eine in den gepflasterten Boden eingelassene Rinne, blieb mit dem Fuß hängen und stolperte. Er konnte sich nur vor einem Sturz bewahren, indem er das Pferd als Stütze verwendete, das mit einem fast erstaunten Schnauben den Kopf drehte und anhielt, sodass Bardan an den großen Pfeerdeleib stieß und zum Stillstand kam. Ebenso – wenngleich etwas ruckartig, kam Armand zum Stillstand, als das Pferd plötzlich stehen blieb.

    Bardan konnte nicht verhindern, dass ihm die Röte ins Gesicht kroch. „Ähem... hoppla...Entschuldigung, ich bin gestolpert... Armand, alles in Ordnung?“

    Er wollte den Blick von Moza nicht sehen – nein, er wollte es nicht, und doch drehte er den Kopf hin zu seinem Heilmagier. Er konnte dem Blick keine drei Augenblicke standhalten und sein Gesicht fühlte sich mittlerweile so heiß an wie ein Lagerfeuer.

    Bardan riss sich zusammen, räusperte sich, ordnete den Umhang und tätschelte das Pferd.
    „Wenn Ihr dann fertig geschaut habt, können wir weiter?“ fragte er mit einem schelmischen Lächeln.
    Mit einem großen Schritt überquerte er die nächste Rinne. Seine Gedanken waren endlich in der Gegenwart angekommen und er ließ sich zu Moza zurückfallen. Es war immer ein Erlebnis mit dem Magier zu sprechen und möglicherweise... nein, daran sollte er bessser nicht denken.
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  11. #11 Reply With Quote
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    „Ihr wurdet mir empfohlen, Dilynrae.“ Die dunkle Stimme verriet, dass ein Mann zu ihr sprach. Doch sein Gesicht war nicht zu erkennen, denn die Kapuze seines Umhanges verdeckte es. Er war von normaler Statur. Unter seinem Umhang war eine schwarze Lederrüstung zu erkennen. Doch er trug keine Waffen. Zumindest konnte man sie nicht sehen.

    Langsam zog er einen kleinen Lederbeutel aus seiner Rüstung und warf ihn der Elfe vor die Füße. Der Sack klirrte mit Münzen, als er auf dem Boden aufschlug. „Zwanzig Sovereign als Anzahlung für Eure Dienste. Ihr bekommt weitere 40 Sovereign, wenn Ihr erfolgreich wart.“ Langsam ging er zur Tür doch er ließ die Elfe nicht aus den Augen. Er lehnte sich mit dem Rücken an die Tür bevor er wieder sprach.

    „Sophia Leroy ist die Tochter eines reichen Händlers und soll bald vermählt werden. Ihr Verlobter ist Comte Bardan de Justique. Die Heirat zwischen den Beiden soll nicht stattfinden und Ihr werdet dafür sorgen, Dilynrae. Nutzt Eure Fähigkeiten und verführt den Comte. Sorgt dafür, dass Sophia von der Untreue ihres Verlobten erfährt. Sie wird die Verlobung dann platzen lassen. Der Comte und seine beiden Begleiter kommen in acht Tagen im Hafen von Halamshir an. Sie kommen mit dem Boot von Val Chevin. Von dort reisen sie weiter zum Anwesen der Leroys in Lydes. Der Comte ist ein junger Mann Ende zwanzig. Er wird von einem Leibwächter begleitet, der Mitte vierzig ist, und einem alten Mann, der Magier ist. Ich denke, Ihr dürftet keine Schwierigkeiten haben sie zu finden. Nehmt Ihr den Auftrag an?“
    Annalena is offline Last edited by Annalena; 25.04.2013 at 10:02.
  12. #12 Reply With Quote
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    [Bild: mozaklein.png]Das Wache Meer. Dieses verfluchte Wache Meer. Moza fühlte sich nicht wohl auf dem Wasser, auf irgendeinem knarrendem Schiff, das drohte auseinander zufallen oder von irgendeinem Seemonster aufgefressen zu werden oder von Piraten gekapert zu werden oder oder oder... Und die einzige Verteidigung, auf die er hoffen konnte waren die Kanonen an Board und eine behelfsmäßig für den Kampf trainierte Crew.

    Moza hasste das Wasser. Und Schiffe. Und noch mehr, dass er dies für dieses verzogene Monster in Kauf nehmen musste. Der Magier schüttelte einmal kurz den Kopf. Nicht für diese Xanthippe, sondern für seinen Herren. Zuversichtlich nickte er sich zu. Alles für seinen Herren.

    Flüchtig richtete er seinen Blick auf den Mann, der ein gutes Stück vor ihm ging, den Kopf wie sooft in irgendeiner Traumwelt... vermutlich mit ihr. Gerade noch überlegte er, ob er sich zu seinem Herren gesellen sollte, bevor er noch unachtsam über irgendeine Klippe fiel, da stolperte er bereits über irgendetwas - vermutlich seine eigenen Füße.

    Amüsiert beobachtete Moza, wie Bardan gegen das Pferd stieß und von diesem nahezu verächtlich gemustert wurde und ein breites Lächeln stahl sich über die Lippen des Magiers, allerdings verkniff er sich einen Kommentar. Der Mann war zum ersten Mal in seinem Leben verliebt - unabhängig davon was das Objekt seines Pathos war, so konnte er dennoch sehr wohl nachvollziehen, wie er sich fühlte.

    Mit rotem Kopf und schelmischen Grinsen forderte der Comte zum Weitermarschieren auf, stieg betont über eine Rinne im Boden – nicht die Füße dann – ließ sich dann zu Moza zurückfallen,

    "Werter Herr", begann er, beugte sich leicht verschwörerisch zu dem dunkelhaarigen Mann vor. "Ich bin mir sicher Armand kann Sie darin unterrichten, wie man Rinnen meidet. Nicht wahr Armand? Mehr hab Ihr schließlich in Eurer Ausbildung auch nicht gelernt.“
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  13. #13 Reply With Quote
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    [Bild: N52gh4FrDilynrae.png]

    „Ihr wurdet mir empfohlen, Dilynrae.“ Der Mann, der diese Worte sprach, hatte eine dunkle Stimme. Sein Aussehen ließ nicht viel erkennen, trug er doch schwarze Kleidung und sein Gesicht war von einer Kapuze mit Gesichtsschutz fast verhüllt. Warum er wohl nicht wollte, dass sie sein Gesicht sah? Vermutlich wollte er nicht, dass sie ihn identifizieren könnte, sollte etwas schief gehen. Solch ein Vorgehen war nicht ungewöhnlich in ihrem Metier. Es war eine Art ungeschriebenes Gesetz, dass sie möglichst nicht ihre Auftraggeber kennen sollte, wie auch dass ihre Auftraggeber jegliche Bekanntschaft leugnen würden.

    Der Beutel, den er ihr vor die Füße warf, war nicht zu verachten, wenn denn der Preis stimmte, so wie er es behauptete. Und dafür sollte sie nichts anderes tun, als eine Hochzeit verhindern, in dem sie diesen Comte verführte? Das war ja noch mehr wie für den Auftragsmord. Warum wollte dieser Fremde so dringend, dass sie diese Hochzeit verhinderte? Doch Dilynrae fragte nicht nach. Das ging sie nichts an und eigentlich wollte sie es auch gar nicht wissen. Merkwürdigerweise widerstrebte es ihr, einen Menschen zu verführen und eine Hochzeit zu verhindern. Mehr noch, als einem Menschen das Leben zu nehmen. Das Warum konnte sie aber nicht erklären, war sie doch noch nie verliebt gewesen und hatte sich geschworen, nie im Leben solch einen Schwachsinn zuzulassen. Denn nichts anderes war die Liebe.

    Der Fremde erläuterte Dilynrae noch, dass der Comte in Begleitung eines alternden Leibwächters und eines noch älteren Magiers in Halamshiral eintreffen würde. Es sollte tatsächlich ein Leichtes sein, diese Truppe zu finden und die alten Säcke zu übertölpeln.

    "Nehmt Ihr den Auftrag an?“, schloss der Verhüllte seine Erklärungen.

    Ohne mit der Wimper zu zucken und ihren Gegenüber aus den Augen zu lassen, bückte sie sich nach dem Beutel, hob ihn auf und wog ihn in der Hand.
    "Ihr könnt Euch versichert sein, dass der Auftrag so gut wie erledigt ist.

    Bis Halamshiral war es nicht so weit, etwa 2-3 Tagesreisen. Das war gut zu schaffen und sie hatte noch genügend Zeit, einen Plan auszuhecken.
    Emerahl is offline
  14. #14 Reply With Quote
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    Sophia legte ihr Gedichtband, das sie gelesen hatte, zur Seite und stand aus ihrem bequemen Sessel auf. Sie liebte Poesie und konnte nicht genug von den Dichtungen bekannter und unbekannter Poeten bekommen. Sie hatte sich selbst schon daran versucht und ist kläglich gescheitert. Sophia lächelte leicht. Sie bewunderte Leute, die sich so gewandt und poetisch ausdrücken konnten.

    Langsam ging sie zum Fenster und sah in den Garten. Der letzte Winter war sehr mild und es war schon sehr zeitig warm. Es war nicht überraschend, dass die Frühblüher schon in all ihrer Pracht strahlten. Nicht viele wussten es, aber sie hat den größten Teil des Gartens selbst bepflanzt. Sie fand es entspannend ihre Zeit mit den Blumen und Pflanzen zu verbringen. Sie war sich bewusst, dass viele der edlen Damen die Nase rümpfen würden, wenn sie wüssten, dass Sophia sich gerne die Hände schmutzig machte. Doch das war ihr egal. Sie fand es öde sich stundenlang über Schuhe und den letzten Modeschrei aus Val Royeaux zu unterhalten. Das bedeutete allerdings nicht, dass sie schöne Kleider und Schuhe nicht mochte. Doch im Gegensatz zu anderen orlaisianischen Frauen musste sie nicht stundenlang darüber reden.

    Sophia konnte es kaum erwarten bis die Tage wieder so warm waren, dass sie stundenlang in der Sonne sitzen konnte um zu lesen. Doch das würde noch einige Wochen dauern. Die Frühlingssonne war gerade untergegangen und der wolkenlose sternenklare Nachthimmel deutete eine weitere kühle Nacht an. Ihre Zofe, Annabell, legte gerade Holzscheite in den Kamin. „Ich habe das Feuer noch einmal geschürt, Herrin. Benötigt Ihr sonst noch etwas?“ Sophia drehte sich nicht um und winkte nur grazil mit ihrer Hand. „Danke, das war alles für heute, Annabell.“ Annabell verneigte sich kurz und begab sich zur Nachtruhe.

    Sophia seufzte leise. Der Comte war sicher schon unterwegs zur ihrem Anwesen. War er schon auf der Wachenden See? Wütend ballte sie ihre Fäuste. Hatte sich dieser Mann schon wieder in ihre Gedanken geschlichen. Sie verstand es nicht. Wieso musste sie ständig an ihn denken? Doch dann beruhigte sie sich wieder. Schon bald würde er seine erste Prüfung bekommen und verlieren. Er würde aus ihrem Leben verschwinden und sie würde keinen Gedanken mehr an ihn verschwenden.

    Sie wollte noch ein wenig am Kaminfeuer lesen, doch nachdem sie schon wieder an diesen verdammten Mann gedacht hatte, ist ihr die Lust vergangen. Sie machte sich bettfertig und legte sich hin. Bevor sie einschlief schickte sie ein Gebet an den Erbauer, dass sie nicht von dem Comte träumte. Sie hatte schon genug davon tagsüber an ihn zu denken, sie wollte nicht auch noch von ihm träumen.

    [Bild: Thief-300x2501.jpg]

    Er war nicht überrascht, dass die Elfe ohne weitere Fragen den Auftrag übernommen hatte. Leute wie sie machen für Geld alles und genau das ist es, was er braucht. „Ich finde Euch, wenn Ihr den Auftrag erledigt habt und gebe Euch den Rest des Lohns.“ Danach verließ er den Raum und verschwand in die Nacht. Er hatte noch etwas zu erledigen.

    Seine Augen waren auf ein Fenster des Anwesens der Leroys fixiert. Hinter diesem Fenster befand sich das Gemach von Sophia Leroy. Es war schon dunkel und sie schlief ganz sicher. Mit Leichtigkeit überwand er die Mauer. Den Wachen auszuweichen war kein Problem, denn deren Routen hatte er von seinem Kontakt, welcher bei den Leroys arbeitete, erhalten. Über einen Baum und einem Gitter machte er seinen Weg zu Sophias Fenster und spähte hinein. Sie lag tatsächlich in ihrem Bett und schlief. Im blassen Mondschein sah er sie leicht lächeln. Träumte sie etwas Schönes? Er musterte sie eindringlich und ein kaltes Lächeln stahl sich auf sein Gesicht.
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  15. #15 Reply With Quote
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    Endlich ging es los und auf die Schiffsreise freute Armand sich am meisten. Wellengang, die endlose Weite und diese herrliche Ruhe. Zeit um ein gutes Buch zu lesen und …

    „Ähem... hoppla...Entschuldigung, ich bin gestolpert... Armand, alles in Ordnung?“

    … hörte er Bardan sagen. Der Junge war mit seinen Gedanken wohl schon am Ziel seiner Träume und nicht auf den Weg konzentriert. Er ließ sich schon immer schnell ablenken. Die Zeit auf dem Schiff würde auch notwendig sein um ihn mit einigen Schwertübungen wieder in Form zu bekommen.

    „Natürlich ist alles in Ordnung, lasst uns weiter gehen“ sagte er zu seinen Begleitern, aber der Magier konnte mal wieder keine Ruhe geben …

    " Nicht wahr Armand? Mehr hab Ihr schließlich in Eurer Ausbildung auch nicht gelernt.“

    „Interessante Moza, aber danke das ihr mich darin erinnert das wir unsere Übungen wieder aufnehmen müssen. Auf dem Schiff werden wir Zeit finden zu dritt ein paar Kampf- und Bewegungsübungen durchzuführen. Nicht das ihr im Ernstfall unseren Schwertern im Weg seid.“
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  16. #16 Reply With Quote
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    "Werter Herr, ich bin mir sicher Armand kann Sie darin unterrichten, wie man Rinnen meidet. Nicht wahr Armand? Mehr hab Ihr schließlich in Eurer Ausbildung auch nicht gelernt.“

    Bardan wusste nicht, ob er seufzen oder lachen sollte – genau das war der Magier, den er kannte. Vorlaut, frech, schlagfertig aber dennoch treuer ihm, dem Grafen treuer, als irgendeiner Frau – nun, das war kein Kunststück. Aber dennoch, Mozas Loyalität war nie eine Frage für den Grafen gewesen.

    „Interessant, Moza, aber danke das ihr mich darin erinnert das wir unsere Übungen wieder aufnehmen müssen. Auf dem Schiff werden wir Zeit finden zu dritt ein paar Kampf- und Bewegungsübungen durchzuführen. Nicht das ihr im Ernstfall unseren Schwertern im Weg seid,“ warf Armand ein, der das Pferd um die Häuser herum führte – der direkteste Weg zum Hafen ging quer durch die Stadt über den Marktplatz, doch es war so früh am Morgen, dass noch nicht viel Betrieb war.

    Bardan erkannte weiter hinten schon den Hafen, als ihm wieder einfiel, dass Moza ja zur Seekrankheit neigte.
    „Armand, dann sei bitte so gut und koordiniere das sorgfältig, nicht, dass Moza uns schon zu Beginn der Reise die Fische füttert.“ Er zwinkerte seinem Magier zu. „Ich lerne stolperfrei zu laufen, du lernst die Seekrankheit loszuwerden. Und das alles dank Armand. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, euch zwei an meiner Seite zu haben.“ Er lächelte fast versonnen. „Wenn jetzt nur noch...“ begann er den Satz, aber nach einem Seitenblick zu den begleitenden Männern verstummte er.
    „Armand,“ wandte er sich schnell an den Vorderen, „mit welchem Kapitän haben wir eigentlich das Vergnügen? Ich hoffe doch, es ist dieser lustige, kleine Dicke. Oder zumindest keiner, der eine Pferdehaarallergie hat. Wo wir schon bei Überraktionen sind – Moza, hast du an meine Gegengifte gedacht? Ich glaube zwar immer noch nicht, dass Sophia so etwas tun würde, aber ich wäre leichtsinnig, es nicht zumindest in Erwägung zu ziehen...“
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  17. #17 Reply With Quote
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    [Bild: mozaklein.png]"Ich bin schockiert", brüskierte sich der bereits ergraute Magier, Hand gespielt theatralisch auf sein Herz gelegt. "Werter Comte Bardan de Justique, unterstellt Ihr mir etwa, ich würde meine Arbeit vernachlässigen? Natürlich habe ich alles dabei, was Ihr braucht. Wirklich alles." Er wackelte suggestiv mit den Augenbrauen, wandte sich dann aber seinem Beutel zu, öffnete ihn und drehte ihn so, dass sein Herr hineinschauen konnte. "Gegengifte in Hülle und Fülle." Und ein paar Gifte für das Gör, sollte es sich der Comte doch anders entscheiden und Moza die Möglichkeit geben das Biest in einen ewigen Schlummer zu verbannen. Nachdem sie sich grausam gegen den Tod gewährt hätte, natürlich. Natürlich.

    "Und ein paar Mittelchen gegen die Seekrankheit. Nicht dass ich hier irgendjemanden kennen würde, der dazu neigte. Aber man weiß ja nie." Er zog die Schnüre wieder durch die Öffnungen, um den Beutel zu verschließen, drehte sich dann Armand zu. "Und für meinen werten Freund natürlich auch ein paar Heil- und Ausdauertränke. Wir wissen alle, Ihr seid nicht mehr der Jüngste und eure Ausdauer scheidet langsam dahin - nicht nur im Kampf. Also sollten wir das Kampftraining vielleicht unterlassen, nicht dass Ihr schon nicht mehr zu gebrauchen seid, noch bevor wir die geschätzte baldige Braut unseres Comtes kennen lernen durften."

    Bevorzugt an ihrem Sterbebett.

    Doch Spaß beiseite, als seine Augen ebenfalls den Hafen erblickten stöhnte er innerlich auf. Er hasste Schiffe. Hoffentlich hatte er genug Schlafpulver dabei um wenigstens die Nächte ohne ständiges Erbrechen zu überstehen. Das letzte mal hatte er kein Auge zubekommen.

    Und soweit war es leider auch nicht mehr zum Hafen hin, um jetzt noch die Flucht zu ergreifen. Nicht, dass er seinen Herren jemals in Stich lassen würde.
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  18. #18 Reply With Quote
    Eala Frya Fresena  Jhonson's Avatar
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    „Armand mit welchem Kapitän haben wir eigentlich das Vergnügen?“

    „Darum hat sich euer Vater gekümmert, ich bin auch schon gespannt mit wem wir segeln werden!“ Er freute sich wirklich sehr auf die Fahrt und wenn es der Kaiserin gefällt, ehre ihrem Namen, wollte er mit Marie unbedingt noch mal eine Seereise nach Rivain unternehmen.

    "… sollten wir das Kampftraining vielleicht unterlassen, nicht dass Ihr schon nicht mehr zu gebrauchen seid, noch bevor wir die geschätzte baldige Braut unseres Comtes kennen lernen durften."

    „Sehr gut Moza, im Kampf nutze ich jeden Vorteil der sich mir bietet. Ich habe euch in letzter Zeit auf dem Übungsplatz vermisst. Ihr wisst doch, dass der Graf darauf Wert legt das alle seine Männer, egal ob Koch oder Soldat, sich verteidigen können! Und im Kampf kann ich mich nicht auch noch um einen hilflosen Magier kümmern der sein Mana verschleudert hat. Wir werden die freie Zeit auf dem Schiff nutzen. Der Käpitän und die Mannschaft werden für ein wenig Unterhaltung sicher auch dankbar sein.“ Gerade wenn du über der Reling hängst, aber das sprach er nicht aus.

    Alt und langsam! Als ob das Alter eine Rolle spielen würde. Als Zweiwaffenkämpfer mit Dolchen kam es wohl auf Schnelligkeit an, aber bei einem Zweihänder spielte das kaum eine Rolle. Gerade mit dem Alter kam ja die Erfahrung und er war ein Schwertmeister der sich seinen Namen verdient hatte. Aber davon verstanden weder Moza noch Bardan besonders viel. Er machte sich wirklich Sorgen das der Magier im Kampf eher zu einer Last werden würde. Armand sah es schon vor sich wie Moza keine Magie mehr wirken konnte und Bardan seinem „Freund“ zur Hilfe eilt und vergisst seinen eigenen Rücken zu decken.

    In der Ferne sah Armand den Hafen, das ganze treiben an Orten wie diesen hatte ihn schon immer fasziniert. „Bardan, Moza wir sind da!“ Bardan schien ebenfalls froh zu sein, nur Moza sah ein wenig bleich aus. Er klopfte dem Magier freundschaftlich auf den Rücken „keine Sorge, wenn wir an Bord sind geht es euch gleich besser. Vielleicht erlaubt der Kapitän ja, dass ihr mit auf den Ausguck kommt. So eine tolle Aussicht bekommt man nur selten!“
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  19. #19 Reply With Quote
    Legende Annalena's Avatar
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    Bardan und seine beiden Begleiter, Moza und Armand, kamen am Hafen an. Sie blickten sich um, um ihr Schiff, die „Eiserne Jungfrau“, zu finden. Sie lag am Ende des Kais und die drei Männer liefen zielsicher dorthin. Bevor sie nach dem Kapitän suchen konnten, kam ein älterer Mann mit wettergegerbter Haut und leicht grauen Bart auf sie zu. Er verneigte sich vor Bardan. „Seid gegrüßt Comte de Justique. Ich bin Barbossa, Kapitän der „Eisernen Jungfrau“. Euer Vater hat für Euch und Eure Begleiter drei Kabinen reserviert.“ Der Kapitän richtete sich wieder auf und schaute den Comte verlegen an. „Verzeiht, Comte, aber ich habe nur zwei Kabinen. Eine für Euch und eine müssten sich Eure Begleiter teilen. Beide Kabinen liegen selbstverständlich neben einander.“

    Barbossa seufzte nun leise. „Heute Morgen kam Mutter Eugene zu mir und verlangte eine Kabine auf meinem Schiff für sich. Sie sagte, dass sie in einer wichtigen Angelegenheit für die Kirche unterwegs sei und dringend nach Halamshir muss.“

    Leises Kichern lenkte die Aufmerksamkeit der vier Männer auf eine Gruppe junger Frauen, die an ihnen vorbei liefen und das Schiff betraten. Der Kapitän seufzte erneut leise. „Ein reicher Händler aus Halamshir gibt einen großen Ball auf dem er eine Ehefrau sucht. Viele Männer mit heiratsfähigen Töchtern begeben sich nun dorthin. Die meisten Kabinen sind an sie vergeben. Normalerweise haben wir immer ein paar leere Kabinen, doch bei dieser Überfahrt sind wir voll. Deswegen konnte ich Mutter Eugene nur eine der Euren Kabinen geben. Selbstverständlich bekommt Ihr das Gold für die dritte Kabine zurück.“ Der Kapitän überreichte Bardan einen kleinen Beutel mit zehn Sovereign.

    „Lucas wird sich um Eurer Pferd kümmern, Comte.“ Der Kapitän rief einen Elfen zu sich. „Lucas, Ihr seid für das Pferd verantwortlich. Kümmert Euch gut darum. Nachdem Ihr das Pferd versorgt habt, bringt Ihr dem Comte sein Gepäck auf seine Kabine.“ Lucas nickte nur und machte sich sofort an die Arbeit. Der Kapitän wandte sich wieder Bardan zu. „Ihr seid die letzten Passagiere. Ich werde Euch und Eure Begleiter selbst zu Euren Kabinen begleiten.“

    Doch bevor die vier Männer losgehen konnten unterbrach sie eine kratzige Frauenstimme. „Kapitän, wann geht es endlich los? Ich habe es eilig.“ Der Kapitän drehte sich zur fragenden Frau um. „Die letzten Passagiere sind gerade angekommen, Ehrwürdige Mutter. Sobald ich ihnen ihre Kabinen gezeigt habe laufen wir aus.“ Mutter Eugene war in Begleitung von zwei Templern. Sie musterte Moza kritisch. „Ein Magier? Ich hoffe Ihr habt eine Genehmigung euch außerhalb des Turmes aufzuhalten, Magier.“ Einer der beiden Templer antwortete bevor Moza den Mund öffnen konnte. „Ich kenne diesen Magier, Ehrwürdige Mutter. Er ist ein Heiler und erst vor ein paar Tagen war seine Überprüfung. Die Überprüfung ergab keinerlei dämonische Besessenheit und seine Genehmigung, den Comte de Justique zu dienen, ist verlängert worden. Außerdem hat er eine zusätzliche Genehmigung erhalten den Comte auf seinen Reisen zu begleiten, solange er Orlais nicht verlässt.“ Die Ehrwürdige Mutter wandte sich nun dem Templer zu. „Und woher wisst Ihr das Ser Eric?“

    „Ich war bei seiner letzten Überprüfung dabei“, antwortete der Templer. Die Ehrwürdige Mutter wandte sich nun wieder dem Magier zu. „Ich werde ein Auge auf Euch haben, Magier. Ser Eric, Ihr sorgt dafür, dass Tag und Nacht ein Templer vor meiner Kabinentür Wache steht. Magie soll dem Menschen dienen und ihn niemals beherrschen. Finster und verrucht sind diejenigen, die Seine Gabe genommen und sie gegen Seine Kinder gewandt haben. Sie sollen heißen Maleficar, die Verfluchten, und weder in dieser noch in der nächsten Welt Ruhe finden.“ Mit einem letzten abwertenden Blick auf Moza drehte sich die Ehrwürdige Mutter um und ging, zusammen mit den beiden Templern, zurück auf das Schiff.

    Verlegen und mit einem etwas ängstlichen Blick auf Moza sprach der Kapitän die Männer an. „Folgt mir bitte.“ Die Männer taten wie geheißen und folgten dem Kapitän. Auf ihrem Weg zu ihren Kabinen kamen sie an einer vorbei vor der ein Templer Wache stand. Dies musste die Kabine der Ehrwürdigen Mutter sein. Zwei Türen von ihrer Kabine entfernt blieb der Kapitän stehen und öffnete die Tür. „Dies ist Eure Kabine, Comte.“ Dann öffnete der Kapitän die Tür zu der Kabine, die zwischen der von der Ehrwürdigen Mutter und dem Comte lag. „Dies ist die Kabine für Eure Begleiter.“ Er verneigte sich noch einmal vor dem Comte. „Ich wünsche Euch eine angenehme Überfahrt.“
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  20. #20 Reply With Quote
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    [Bild: mozaklein.png]Moza war begeistert. Um nicht zu sagen entzückt: Eine komplette Schiffladung heiratsfähiger, potentiell verzweifelter, teilweise vermutlich sogar jungfräulicher Frauen. Welchem Gott er diese hinreißende Fügung auch immer zu verdanken hatte, er würde ihm einen Altar bauen und für den Rest seines Lebens huldigen.

    Die Robe zurechtrückend, zwinkerte er der Ehrwürdigen Mutter zu, die an ihm vorbeistolzierte, hatte nach den Worten „Viele Männer mit heiratsfähigen Töchtern“ eh nichts mehr von den folgenden Gesprächen mitbekommen und somit auch nichts von ihrer mutmaßlichen Hasstirade gegen Magie. Sich mit einem süffisanten Grinsen umschauend, folgte der Magier dem Kapitän und dem Comte zu ihrem Zimmer, begrüßte die Wache vor ihrem Nachbarzimmer mit wackelnden Augenbrauen und einem verschmitzten Grinsen.

    „Sehr geehrter Templer“, säuselte er. Der Templer ignorierte ihn, doch Moza wusste, dass er dessen Aufmerksamkeit hatte – so wie jeder Magiebegabte. „Wir sind direkt im Zimmer neben Euch. Wenn Ihr also Interesse an einem nächtlichen Besuch haben solltet, scheut Euch nicht an unserer Tür zu klopfen.“ Flüchtig berührte er die Rüstung des Mannes, der für einen kurzen Moment seine stoische Maske gegen einen perplexen Blick eingetauscht hatte.

    Moza schmunzelte, ob der Reaktion des Templers. Zwar war der Magier selbst keinesfalls an den harten Körpern ohne jegliche wohlgeformten Rundungen interessiert, allerdings genoss er es gerade Templern ihre niederen Gelüste vorzuführen. Nicht, dass er sich jemals tatsächlich auf den Akt einlassen würde. Allein bei dem Gedanken grauste es ihm.

    Eklig.

    Während der Kapitän noch mit dem Comte redete, wandte Moza sich nun Armand zu. „Mein Freund, glaubt mir, wir beide werden hier sehr viel Spaß haben. Und auch ohne Euer lästiges, geschätztes Training werden wir genug Gelegenheiten bekommen unsere ... Ausdauer ... zu verbessern.“ Mit dem Kinn deutete er auf eine der Frauen, die den dunkelhaarigen Mann gemustert hatte, sich dann aber errötend abwandte.

    „Und wenn ich ein Wort an meinen Herren richten darf, werter Comte, so sollten sie diese Überreise nutzen, um sich ein wenig umzuschauen und vielleicht finden Sie ja sogar ein neues Objekt für Eure entflammte Leidenschaft. Ich versichere Ihnen, keine Frau hier würde ein Angebot von Euch ablehnen angesichts Eures Standes, Eures äußert lieblichen Aussehens, Eures ehrenvollen Charakter und allem voran Eures Reichtums.“
    Moku is offline Last edited by Moku; 17.05.2013 at 10:17.
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