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  1. View Forum Posts #41
    Ehrengarde Demron's Avatar
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    Oct 2009
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    Demron is offline
    Das Nichts war allgegenwärtig und es durchdrang ihn. Es schien, als schwebe Demron inmitten eines ruhigen Meeres, dessen Weiten endlos waren und welchem die Gezeiten nichts anhaben konnten.
    Jegliche Gefühle waren verschwunden, nur die endlose innerliche Leere war geblieben. Der Waffenknecht fasste plötzlich einen Gedanken und befand diese Situation für gut. Sollte er doch gefühllos sterben, denn wo es keine Schmerzen gab, gab es auch kein Leid.
    „Was ist das?“, fragte sich Demron plötzlich und jäh manifestierten sich zwei Schemen aus dem Nichts. Plötzlich war der Adlige einen kurzen Moment wieder besinnen und öffnete den Mund, voller erstaunen.
    „Buck und Rose?“, fragte sich Demron. Sie waren es tatsächlich, ebenjene Freunde die er der Rache wegen verloren hatte. Beide standen sie da, schauten ihn an, unendlich traurig. Plötzlich öffneten sie Ihre Münder und ein Lied erklang, welches Demron das letzte mal vor fünf Jahren gehört hatte, kurz vor dem Anfang des Endes. Das nichts erstrahlte in hellem Licht, die Gestalten verschwanden und mit einem mal war Demron war und schaute in de Augen von Callindor, während heiße Tränen ihn übermannten, in Erinnerung an das, was einmal gewesen war und niemals mehr sein würde.
    Last edited by Demron; 22.01.2013 at 20:43.

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    Neuling Selwyn Roth's Avatar
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    Jan 2013
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    Selwyn Roth is offline
    Der Vorschlag von diesem Nikolay war sehr gut gewesen. Dieser Mann wusste, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten musste und hatte diesem deshalb zugestimmt, den Gefangenen besuchen zu dürfen. In dieser Zeit würde der Adlige noch einmal Jamenses aufsuchen, um mit diesem noch einmal über die ausgestellte Belohnung zu sprechen.

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    Ehrengarde Callindor's Avatar
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    May 2007
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    Callindor is offline
    Nachdem Callindor sicher sein konnte, dass Jamesen und Roth außer Hörweite waren und auch der Rest der Bande murrend ob der barschen Ansage Roths abgezogen war, bahnte er sich den Weg zu Demrons Zelle, indem er kleinlaut dessen Namen rief, bis er so etwas wie eine Antwort zu hören verstand. Es war kaum mehr als ein Röcheln, ein Aufbegehren aus einem Fiebertraum und Callindor bereitete sich auf einen desaströsen Anblick vor.
    Und er sollte nicht enttäuscht werden.
    Demron war zerschunden und nicht mehr als ein Haufen Fleisch, dass reglos vor sich hin vegetierte und ihm schien jedwede Kraft verlassen zu haben.

    "Demron ...", rief er erneut und endlich reagierte der Gerufene, doch nicht so, wie sich das der Magier erhofft hatte.
    "Geh weg, Traumfreund. Du bist nicht real, du willst mich nur weiter foltern ..."

    Oje, Demron ging es schlechter als Callindor angenommen hatte. Mit aller Kraft beschwor er auf seiner Handfläche eine kleine Feuerkugel, ließ sie zucken und flackern und tauchte so das Szenaio in ein schummriges Licht.

    "Sieh mich an. Ich bin real. Berühr mich, fühle mich. Ich habe dich nicht verlassen, wie könnte ich ..."

    Demron war nicht vollends überzeugt, brabbelte weiter irgendwelchen Kauderwelsch, schleppte sich aber doch noch bis zu den Gittertüren und sah den Magier vor sich. Als sich ihre Hände berührten, schien in dem Milizer eine Art von Erkenntnis zu erwachsen und sogleich sah man in dessen Gesicht Reue und die Bitte um Vergebung für seine selbstsüchtigen Taten.

    "Ich bin jetzt da. Es wird alles wieder gut. Vertrau mir."

    Demron ließ sich an den Gitterstäben herabsinken und war wieder in seinem Fiebertraum gefangen, schien aber etwas zuversichtlicher zu wirken. Callindor selbst musste sich noch überzeugen, dass dies hier wirklich noch funktionieren konnte.

    "Ich muss jetzt gehen, aber ich komme wieder. Ich werde dich nicht verlassen."

    Demron schien zu weinen, jedenfalls hörte man Schluchzgeräusche und dem Magier wurde es ganz warm ums Herz. Doch er durfte sich davon nicht ablenken lassen. Sein Ziel war klar.
    Mit schnellen Schritten machte er sich auf den Weg zurück zur Oberfläche, denn als nächstes würde er dem Diener Roths einen Besuch abstatten.
    Zum Glück waren Jamesen und Roth noch in ihre Abwicklungen vertieft, sodass sich der Magier unbemerkt in die Küche schlavienern konnte, begrüßte den Diener freundlich und ließ seine Magie fließen, noch ehe er sich richtig hingesetzt hatte.

    "Du glaubst gar nicht, was ich gerade aus dem Arbeitszimmer gehört habe. Wie es aussieht, treffen dein Meister und der Chef der Bande da draußen eine Abmachung unter der Hand. Und die sieht so aus, dass seine Kameraden dort in der Kälte und mehr als mäßig bekleidet leer ausgehen und bei nächster Gelegenheit um die Ecke gebracht werden. Er macht sich darüber lustig, dass er das bisher mit jedem gemacht habe und er sie als die dümmsten unter ihnen allen titulierte, weil sie es noch nicht durchschaut haben. Je weniger Teiler vorhanden sind, desto mehr bleibt für ihn, eine ganz einfache Rechnung. Roth und er haben eine Absprache getroffen, die billiger ausfällt, wenn Jamesen alle Mitwisser ausshaltet. Was glaubst du, sollen wir ihnen davon erzählen? Bring ihnen doch etwas zu futtern und erwähne es beiläufig, es wird ihnen sicher nicht gefallen, das zu hören."

    Der Diener holte ein paar Brote und Wurst aus der Speisekammer, belud damit ein Tablett und stiefelte so beeinflusst nach draußen. Eine weitere Partei beschäftigt, jetzt musste er zurück zu Roth und Zeit schinden.
    Last edited by Callindor; 16.01.2013 at 20:39.

  4. View Forum Posts #44
    Ehrengarde Demron's Avatar
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    Demron is offline
    Callindor war wieder in den tiefen des Kerker verschwunden und hatte Demron alleine zurückgelassen. Entgegen aller Erwartungen war sein Freund zurückgekehrt und versuchte nun alles um ihn aus dieser Misere zu befreien, in welche Demron sie gestürzt hatte.
    Allein diese Tatsache reichte aus, dass der Selbsterhaltungstrieb des Adligen wieder eingesetzt hatte um weiter gegen den die Leere und den Wahnsinn zu kämpfen. Tagelang hatte Demron diesen Zustand ertragen müssen, war beinahe gestorben, doch damit war genug. Callindors Rückkehr war ein Zeichen und deshalb hatte der Waffenknecht vor für seinen Freund zu leben.
    „Klammere dich an deinen Intellekt, deine Gedanken und an jedes Quäntchen Logik. Wenn du es schaffst dich abzulenken, dann fällst du nicht mehr zurück in den Wahnsinn.“, flüsterte sich Demrom krächzend zu und versuchte sich mit allen möglichen Dingen vor der Leere zu bewahren.
    Der Adlige stellte sich selbst Rätsel, dachte Zurück an seine Ankunft auf Argaan oder seine Freunde bei der Stadtwache und alles was er bisher dort erreicht hatte. Während er Schmerz dadurch verging, wurde Demron langsam klar, das sein Russlandfeldzug im Grunde genommen nur auf der Vergangenheit beruhte, jener welche nur durch sein Zutun ihn so schlimm wieder eingeholt hatte.
    „Wieder einmal diese Feststellung, doch warum will der Hass nicht schwinden. Falls ich Roth gegenüberstehe kann ich nicht garantieren, was ich mit ihm oder Jamenses tun würde.“, dachte sich Demron traurig und versuchte wenige Sekunden später diese Selbstzweifel zu beseitigen da er spürte, wie die Leere mit ihnen langsam wieder zurückkehrte.
    „Kämpfe dagegen an. Du bist ein Soldat Myrtanas und mit Gaben gesegnet. Nutze sind und lasse diesen Wahnsinn einfach nicht mehr zu.“, forderte sich der Adlige auf, biss die Zähne zusammen und die Leere zog sich zurück.
    Plötzlich ertönte ein wütendes Gebrüll vor dem Kerker, weshalb sich Demron erschrak. Was war da nur los? Mühsam erhob sich der Waffenknecht, humpelte zur Zellentür und wich sofort ein paar Schritte zurück.
    Denn eine Sekunde später rollte ein Kopf vor seine Zellentür, mit grauen erfülltem Gesichtsausdruck auf den Gesichtszügen, derweil eine Meute „Tapferer Kameraden“ wütend an der Zelle vorbeistürmte.
    Demron hatte so eine Ahnung wer dafür verantwortlich war.

  5. View Forum Posts #45
    Neuling Jamenses's Avatar
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    Jamenses is offline
    Die Rückkehr von Roth hatte Jamenses schon überrascht, wenn man jemanden wie den Abtrünnigen für dessen Verhalten auch solch einen Charakterzug zuschreiben konnte. Jedenfalls fand der Magier die Rückkehr von Selwyn mehr als seltsam,denn so grinsend wie der Kerl daherkam, konnte etwas einfach nicht stimmen.
    „Was ist denn los Roth?“, begrüßte Jamenses seinen ehemaligen Auftraggeber relativ gelangweilt und hoffte, das sie dieses Anwesen endlich verlassen konnten.
    „Ich bin noch einmal wegen der Belohnung gekommen, welche ich Euch bereits ausgehändigt habe.“, erklärte Selwyn und grinste Jamenses breit an. Anspannung baute sich in dem Magier auf und er hoffte für Roth, dass dieser keinen dummen Fehler nun begehen würde.
    „Was ist damit?“, fragte der Magier und spürte, wie seine magischen Kräfte sich sammelten.
    „Ich glaube, dass ich Euch zu weniggegeben habe. Da ich an meinem Leben hänge, würde ich mich gerne bereit erklären das Geld erneut nachzuzählen.“, meinte Selwyn,derweil ihn der Abtrünnige mit offenem Mund anstarrte. Solche Worte von DIESEN Mann? Etwas stimmte hier wirklich nicht.
    „Sag Roth, was in dich gefahren?“, verlangte Jamenses zu wissen, derweil sein magischer Instinkt alarmierend an sprang und vor etwas warnen wollte.
    Bevor Roth etwas antworten konnte, war es bereits zu spät und lautes Gebrüll ertönte im Kerker, derweil bis an die Zähne bewaffnete Soldaten den Gang entlang stürmten und direkt auf die beiden Männer zu hielten.
    „DA IST DER SCHWEINEHUND! TÖTET IHN!“, schrie einer der „Tapferen Kameraden“ und etliche Pfeile schossen auf Jamenses zu.

  6. Visit Homepage View Forum Posts #46
    Ehrengarde Callindor's Avatar
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    Callindor is offline
    Der Plan ging auf. Der gefolgsame Diener becircte die tumben Kampfkollosse und Callindor konnte sich noch immer im Hintergrund halten.
    Dummerweise funktionierte es ein wenig zu gut, denn die Kameraden machten nun keinen Unterschied mehr zwischen Roth oder Jamenses und das war für den Fortgang der Geschichte nicht förderlich. Andererseits rechnete der Magier damit, dass sein Innoskollege zumindest eine kurze Zeit lang mit seinen ehemaligen Kameraden beschäftigt sein würde, um Roth von dem Kampfknäuel loszueisen und von Jamenses fortzubringen.

    Dafür schickte er den Diener mit einem Blick und einem Nicken vor, beobachtete angestrengt das sich ihm bietende Bild und wartete solange ab, bis sich eine günstige Gelegenheit bot. Tatsächlich riss einer an Roths Schlafittchen und schleuderte ihn in Richtung Callindors Versteck, sodass er nur noch zugreifen brauchte, denn der aggressive Schläger war indessen schon von einem Feuerzauber Jamenses abgelenkt worden, der inzwischen Zeter und Mordio brüllte und seine Felle mit einem Mal davon schwimmen sah. Ganz offensichtlich ahnte er, dass hier ein falsches Spiel mit ihm getrieben wurde, doch seinen Wortäußerungen zu Folge beschuldigte er Roth dieser Täuschung und er ihm deswegen den Tod an den Hals wünschte, jedoch im Kampfestumult gar nicht mitbekam, dass Roth in Gesellschaft des Dieners und Callindors schon das Gemeinschaftszimmer betreten hatten.

    "Freund, ich glaube, dein Meister möchte sich etwas ausruhen. Sicherlich hast du so etwas wie ein Schlaftonikum zugänglich, so ein wichtiger Mann hat sicher keinen leichten Schlaf. Geh und hole es und gönne Roth eine Entspannungspause. Er hat es sich redlich verdient. Derweil bereite ich eine Überraschung für unseren anderen Gast vor. Jmenses wird durstig sein nach den Anstrengungen dort unten im Keller."

    Callindor nickte dem Diener verschwörerisch zu, lächelte und beide verschwanden im Küchentrakt.
    Last edited by Callindor; 17.01.2013 at 18:42.

  7. View Forum Posts #47
    Ehrengarde Demron's Avatar
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    Demron is offline
    "Verdammt was ist denn da nur los?", rief Demron schwach aus seiner Zelle heraus, rüttelte an der Türe und versuche sich an dieser hochzuziehen. Sein Vorhaben scheiterte jedoch grandios, denn der Adlige schaffte es sich gerade mal fünf Sekunden auf den Beinen zu halten, bevor er wieder zu Boden stürzte. Verdammte Scheiße, das alles.
    "Irgendwie muss ich doch mitbekommen können, was da vorne los ist. Haben die "Tapferen Kameraden" sich etwa auf Callindor gestürzt und greifen ihn an?", murmelte der Waffenknecht und kroch besorgt auf die Zellentür zu. Wenn der Feuermagier seinetwegen sterben musste, so würde sich das Demron nie verzeihen können.
    "Aber Callindor kann gar nicht angegriffen werden, immerhin ist er in die falsche Richtung gelaufen. Das kann nur bedeuten, dass dort hinten jemand anders von diesen Spinnern angegriffen wird, doch wer?", fragte sich Demron abgrundtief verwirrt und rieb sich seine pochende Schläfe. Alles war so surreal und verrückt das ihm das Denken nur noch Schmerzen bereitete.
    Plötzlich hörte der Adlige ein schmerzerfülltes Kreischen und wenige Sekunden später rannte ein in Flammen gesetzter Körper an der Zellentür vorbei. Der Waffenknecht sah zu, wie der Mann vor seiner Zelle zusammenbrach und dann qualvoll und unter lauten Schreien zu Asche verbrannte.
    "Rückzug, wir müssen versuchen ihn anders zu erledigen.", brüllte eine Stimme und mehrere "Tapfere Kameraden" rannten panisch an der Zellentür vorbei. Welche Ironie in dieser Aktion doch steckte. Demron musste auflachen, doch seine Freude wehrte nicht lang, denn jemand war vor seinem Verließ stehen geblieben und sah ihn hasserfüllt an.
    "Soso. Dank dir scheint mein gesamter Ruf den Bach runter gegangen zu sein. Selwyn ist entkommen, meine Leute wenden sich gegen mich und mein Ruf wird dann ebenfalls dahin sein. Aber immerhin kann ich dich ja noch töten.", brüllte Jamenses, halb wahnsinnig und mit einem Fingerschnippen schmolz die Tür hinweg und der Abtrünnige trat auf Demron zu, welcher vor Furcht in eine Ecke zu kriechen versuchte.
    "Callindor! Wo bist du nur?"
    Doch plötzlich schien es sich Jamenses anders überlegt zu haben, denn er warf Demron einen letzten, hasserfüllten, Blick zu und verschwand in der Dunkelheit.
    Last edited by Demron; 17.01.2013 at 18:57.

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    Ehrengarde Callindor's Avatar
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    Callindor is offline
    "Roth du Schwein!", brüllte Jamenses und Callindor konnte ihn schon von außerhalb hören.

    Doch dieser reagierte überhaupt nicht auf die Beschimpfung und als der Feuermagier aufgebracht an dem Stuhl rüttelte, kippte Roth saft- und kraftlos zur Seite.
    "Was!?", fragte Jamenses verwundert, als die Türe zum Gang aufging und der Diener ordnungsgemäß mit einem Tablett eintrat.
    "Mein Meister braucht Ruhe! Wollt ihr auch einen Schluck? Zur Beruhigung. Ihr wirkt aufgebracht!"
    Jamenses schien es hier mit Idioten zu tun zu haben, so zumindest sah sein Gesichtsausdruck aus.
    Unbeeindruckt stellte er das Tablett ab und goss einen Kelch mit dem Wein voll.
    "Wollt ihr wirklich nichts. Es ist genug für alle da ..."
    "Alle sagst du, wer denn noch?"

    "Ich zum Beispiel."

    Callindor trat herein und Jamenses Augen wurden groß, denn offenbar verband er mit dem Namen Callindor van Dressel nur noch eine von ihm beseitigte Leiche, die irgendwo im Meer schwamm, abgesoffen war oder inzwischen Futter für die Fische geworden war.

    "Du solltest tot sein! Das lässt sich aber ganz leicht korrigieren."

    Callindor lächelte ihn an, was bei Jamenses nur noch mehr Rage empor trieb, doch in dem Moment, in dem er seinen ersten Zauber loslassen wollte, hatte ihm der Diener mit der Weinflasche schon eins über den Schädel gezogen. Stöhnend ging er zu Boden, doch reichte es für Callindor zeitlich nicht aus, denn der Magier war hart im Nehmen, hatte sich schon wieder gefangen und riss Callindor zur Seite, sodass dieser in den massiven Tisch krachte, vor Schmerzen aufschrie und danach einen stechenden Schmerz verspürte, der sogleich abgelöst wurde von den umgreifenden Griffeln seines Kontrahenten und dieser Griff war fest.
    Jamenses presste so fest zu, dass Callindor schon schwarz vor Augen wurde, doch eneut hatte der Angreifer eine für ihn zu vernachlässigende Komponente ignoriert. Der Diener stand über ihm und zog mit aller Wucht das schwere Metalltablett durch dessen Gesicht, als er sich nach dem Störenfried erkundigen wollte, der hier siene Tötungsarie unterbrach.
    Jamenses ging erneut zu Boden und diesmal trat der Diener noch einmal knackend nach, sodass er endlich reglos liegen blieb.

    Als sich die Hände endlich von seinem Hals gelöst hatten, schnappte Callindor gierend nach Luft, es kratzte ihm im Hals und er war dem Tod erneut von der Schippe gesprungen. Am Ende hatte Jamenses seine Arroganz eingeholt und unvorsichtig werden lassen. Vielleicht war er aber auch nur so stark und gefürchtet, wie es seine Freunde und er zusammen waren und er mit jedem sterbenden Kamerad Stück für Stück schwächer wurde.

    Callindor spürte noch immer den stechenden Schmerz, irgendwo hinter ihm, doch jetzt gab es wichtigeres. Es fiel ihm immer schwerer, den Diener mental zu beinflussen, doch für eine letzte Hilfestellung sollte es reichen. Mit geübten Fingern nahm der Diener Roth den Schlüssel zur Gefängniszelle ab, und half Callindor, Jamenses zu Demron zu schleppen. Wenn alles so ging, wie er es sich gedacht hatte, würde das Schlimmste rückgängig gemacht werden können.

    Sie erreichten die Zellen und er konnte Demron schon rufen hören. Zu dritt treten sie davor, begleitet von einem verblüfften Demron, der nicht fassen konnte, was sich ihm dort präsentierte. Der Diener schloss die Zelle auf und in dem Moment, als der Schlüssel *Klick* gemacht hatte, schien auch etwas in ihm umgelegt worden zu sein.

    "Was mache ich hier?", fragte der Diener und Callindor atmete schwer. Ebenso schmerzte das Schlucken, doch darauf konnte er jetzt keine Rücksicht nehmen.

    "Sieh nach deinem Herrn. Und verschwinde, los!"

    Callindor wollte es ihm entgegen brüllen, doch war es nicht lauter als ein Flüstern. Doch es reichte bei weitem aus , um den Diener in Panik zu versetzen, denn das erste, was er abseits wahr nahm, war ein abgetrennter Kopf, der dort in eine halbdunkle Nische gerollt war.

    Und zurück blieben Jamenses, Callindor und Demron.

    "Leg dich hin!", forderte Callindor, und musste seine Aufforderung wiederholen, denn Demron wollte ihn einfach umarmen und sich bedanken, doch dafür war auch später noch Zeit.
    Mit Schweiß in den Augen und mittlerweile im gesamten Gesicht hockte sich Callindor mit Jamenses vor ihm vor Demron und legte dessen Hände auf den frei gelegten Körper des verwundeten Mannes. Wenn Jamenses es nicht selbst tun wollte, musste er ihn eben mental dazu zwingen.
    Hier aber hatte ihn schlussendlich doch das Glück verlassen, denn obgleich das Vorhaben schon spekulativ gewesen war, sich die Heilkünste des Magiers leihen zu wollen, kam er gar nicht mehr dazu, denn in seinem Schmerz war es dem Magier entgangen, dass Jamenses schon seit geraumer Zeit nicht mehr war als eine körperliche Hülle. Allem Anschein nach hatte der Diener bei seinem letzten Angriff so stark zugetreten, dass dies den Tod des Magiers zur Folge gehabt hatte.
    Callindor erkannte dies nun, musste mit Bedauern sein Vorhaben scheitern sehen und brachte nur noch gehauchtes *Es tut mir Leid* über die Lippen, ehe er vor Demron zur Seite kippte.
    Last edited by Callindor; 19.01.2013 at 10:47.

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    Demron is offline
    Epilog


    Es herrschte dichtes Schneetreiben vor Selwyn Roths Anwesen. Der Schein der Laternen lies den Schnee auf dem Boden hell leuchten, während Demron und Callindor vor der Abfahrtbereiten Kutsche warteten. Zwischen den beiden Freunden herrschte angespanntes Schweigen, was aufgrund all der Ereignisse der letzten Zeit kein Wunder gewesen war. Wieder einmal hatten ein Waffenknecht und ein Priester Innos sich gemeinsam geschunden, nur um dann dem anderen das jeweilige Leben zu retten. War das die Quintessenz ihrer Beziehung? Demron konnte diese Frage noch Monate später nicht beantworten.
    Kurz bevor die Kutsche abfahren sollte, in welcher sich ein, mit einem magischen Bann belegter, Jamenses befand, lies Demron die letzten Ereignisse in seinem Kopf vorbeiziehen. Alles kam ihm wie ein Traum vor.
    Gemeinsam hatten sie nach Callindors Genesung, die verbliebenen "Tapferen Kameraden" gefällt, welche versucht hatten zu fliehen. Zwar war dies keine edle Tat gewesen, doch waren sich beide Parteien einig gewesen, dass man diese Männer nicht mehr auf die Welt loslassen konnte. Die Zahl derer Verbrechen war einfach zu groß und der Wahnsinn mit welchem sich über Jahre gefüttert worden waren war zu gefährlich.
    Was Selwyn Roth betraf, so war der Adlige aus dieser gesamten Situation sehr gut heraus gekommen. Der intrigante Mistkerl hatte es inmitten des Getümmels tatsächlich geschafft entkommen zu können und seine Spur verlor sich inmitten des heftigen Schneetreibens vor dem Anwesen. Diese Tatsache stieß besonders Demron sauer auf, hatte er doch gehofft seinem größten Gegner eine gerechte Strafe zukommen zu lassen. Doch irgendwie spürte der Waffenknecht, dass er Roth eines Tages wieder treffen würde und dann könnte ihn niemand davon abhalten diesen Mann der Justiz zu übergeben.
    Die Zeit in Gefangenschaft und das Wiederauftauchen Callindors hatten etwas in Demron bewegt. Er hatte seine grausame Seite näher kennenlernen dürfen und wusste, dass er diese niemals besiegen könnte. Doch hatte der Adlige damit gelernt mit ihr zu Leben und sich nicht vom Hass blenden zu lassen. Denn wozu man im Wahn fähig war, dass hatte Demron am Eigenen Leib erleben dürfen.
    Callindor wandte sich ab und bestieg die Stufen zum Kutscheninnenraum. Anscheinend hatte der Feuermagier es eilig, endlich verschwinden zu können. Überraschend drehte er sich noch einmal zu Demron herum und schien etwas sagen zu wollen.
    "Du brauchst es mir nicht zu erklären Callindor, ich verstehe schon.", kam ihm Demron zuvor, welcher betreten zu Boden blickte.
    Etwas steif nickte ihm sein Freund zu, stieg in die Kutsche und schloss die Tür schwungvoll hinter sich. Das Gefährt setzte sich in Bewegung und binnen weniger Herzschläge war es verschwunden. Demron war so, als ob die letzten Tage ein schlechter Traum gewesen waren. Mit einem flauen Gefühl im Magen wandte sich der Waffenknecht der Heimkehr zu, denn die Kommenden Tage würden viele unangenehme Seiten an sich haben.
    Last edited by Demron; 30.01.2013 at 19:19.

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