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  1. #1
    Eala Frya Fresena  Jhonson's Avatar
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    Nov 2009
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    [Bild: Zwischenablage161.jpg]

    Der alte Mann saß auf dem Boden und nahm einen tiefen Zug aus seiner Pfeife. Vor ihm saß eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen die ihn erwartungsvoll ansahen.

    "Eine Geschichte, eine Geschichte" riefen sie und warteten gespannt.

    "Was wollt ihr denn hören? Etwas über eine schöne Königin? Caron und der Diebstahl? Oder ..."

    Wenig Interesse schlug ihm entgegen, kein Wunder da er diese schon sehr oft vorgetragen hatte. "Was neues, finsteres, unheimliches wollt ihr! Aber kein Wort zu euren Eltern" sagte er und sah seine Zuhörer finster an, diese schluckten und sahen sich verstohlen um.

    Schon besser, dachte er, nahm noch einen Zug und begann zu erzählen ...

    "Vor vielen Jahren, zur Zeit von König Cailan und der letzten Verderbnis begab es sich das ein entlegenes Dorf namens Lothering von der dunklen Brut zerstört wurde. Es war schrecklich, soviele Tote, soviel Leid und Grausamkeit.

    Nur wenige, sehr wenige konnten dem Angriff entkommen und waren hoffnungslos in der Wildnis verloren ...

    Darsteller:

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    Templerkommandant:
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    Kommandant Vitus

    [Bild: OF1jVitus.png]Rasse: Mensch
    Klasse: Krieger
    Spezialisierung: Templer, raue Gewalt
    Talente: Zweihandschwert, raue Gewalt

    Aufgewachsen als mittleres Kind mit vier Schwester, einer passionierten Schneiderin als Mutter und einem nichtsnutzigen hauptberuflichen Schürzenjäger als Vater, mit Nebenberuf erfolgloser Händler. Seine Mutter brachte ihm früh den Respekt vor Frauen bei, nicht zuletzt um der Vorbildfunktion ihres Mannes entgegenzuwirken. Seine Schwestern unterstützten sie mit Freude dabei.

    Wortkarg, stoisch, introvertiert, phlegmatisch ohne erbauergegebene Talente. Wurde eine Weile als zurückgeblieben eingestuft, da er nicht reden wollte. Ortsansässige zwergische Händler verbreiteten das Gerücht er gehöre einer ominösen Gruppe namens "Stumme Schwestern" an. Kinder umarmten die Andeutung er wäre eine Mädchen und spöttelten mit Spitznamen. Vitus beendete die Drangsale nach einer gewonnen Prügelei mit den Worten "Scheint als könne sogar ein Mädchen wie ich euch besiegen." Der Schock über die ersten öffentlich gesprochenen Worte war größer als die Tatsache, dass jemand jüngeres sie besiegte. Danach machte Vitus hauptsächlich mit Kämpfen unter anderen Dorfkindern auf sich aufmerksam. Er gewann. Jeden einzelnen.

    Seine älteste Schwester, Alina, ließ sich zur Templerin ausbilden, um die Familie finanziell zu unterstützen. Die ältere Schwester, Beth, übernahm das Schneiderhandwerk seiner Mutter. Sobald er alt genug war, zog Alina ihn an den Ohren mit den Worten „Wenn du so gerne kämpfst, dann mach es gefälligst richtig“ zur Kirche in die Obhut der Templer. Die beiden jüngsten, Mura und Thea, spielten Fange und Verstecken und lernten Nähen und Häkeln. Er den Umgang mit einem Zweihandschwert und Lesen und Schreiben. Die Jüngsten lernten andere Jungs kennen. Er den Geschmack von Verlieren, kalten Steinfußböden und den Schmerz von Eisenstiefeln.

    Er überstand die Templerausbildung stets im Schatten seiner ehrgeizigen und abnormal fähigen älteren Schwester. Sie starb kämpfend bei einem Aufstand in Aoenar. Er dagegen reformierte sich danach von einem mittelmäßigen, rebellischen Taugenichts zu einem fähigen, gehorsamen, rücksichtslosen Krieger und kämpfte sich über Jahre die Laufbahn der Templer hoch, bis er letztendlich einer der eingesetzten Kommandanten von Aoenar wurde, nachdem er einen Blutmagierunterschlupf in Amaranthine zerschlagen hatte.

    Als Kommandant agierte er mit Strenge und Härte. Rekruten fürchteten ihn. Templer respektierten ihn.

    Treuer Begleiter auf seinem steinigen Weg war einzig ein blutgetrockneter Dolch. Auf dem Griff war ein Name eingraviert.


    Templer:

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    Merdicus Tagrel

    [Bild: alistairconcept.jpg]
    Mein Weg war als Kind zweier Templer von Anfang an vorher bestimmt. Ich hatte nie wirklich eine Chance, mich zu entscheiden. Keine Möglichkeit, mir ein eigenes Bild von den Magiern zu machen. Denn wenn ich eines in der strengen Erziehung seiner Eltern gelernt hatte, dann dass Magier allesamt eine Gefahr für die Welt sind. Ich wuchs im Zirkel von Ferelden mitten unter den verhassten Magiern auf. Eigentlich kein Ort, an dem ein kleines Kind leben sollte. Hautnah bekahm ich das harte Leben mit. Dass Magier weggesperrt und kontrolliert wurden, war für mich eine Selbstverständlichkeit. Die Geschichten meiner Mutter, von Abtrünnigen und Blutmagiern, hielt ich bis zu seinem zwöften Lebensjahr für Schauergeschichten. Denn wie konnte es sein, dass der Erbauer solche Ketzerei zuließ? Kurz nach meinem zwöften Geburtstag jedoch, nahm man mich das erste mal mit auf „die Jagt“. Es ging in ein Waldgebiet südlich des Calenhad-Sees, wo sich einige gefährliche Abtrünnige aufhielten. Mehr wollte man mir nicht erzählen, auch wenn ich mehrmals interessiert nachgefragt hatte. Es seien böse Blutmagier, die vernichtet werden mussten, so meine Eltern. Sie entpuppten sich jedoch als verängstigter Haufen, vor Furcht kaum in der Lage, einen Feuerball zu zaubern. Als sie sich gewahr wurden, dass wir sie eingekreist hatten, legten sie umgehend die Waffen nieder und ergaben sich. Meine Eltern und die vier anderen Templer richteten sie trotzdem hin und. Vor dem Kommandanten berichteten sie, die Magier hätten Dämonen beschworen und angegriffen. Ich hatte geschwiegen. Aber ab diesem Moment regten sich die kleinen Zweifel. Waren die Magier wirklich so böse? Warum hatten seine Eltern sie so gnadenlos getötet, obwohl sie sich ergeben hatten? Es sollten fünf Jahre vergehen, bis diese Gedanken auf erschreckende Weise ausgeräuchert wurden.

    Mit siebzehn war ich endlich ein volles Mitglied des Ordens. Meine Zweifel lies ich mir in all der Zeit nie anmerken. Ich sah den Turm aus einem anderen Licht, aber meine Eltern würden das nie akzeptieren. Sie redeten mit mir nie darüber, warum sie die Magier als so eine große Gefahr sahen. Es war ein schwüler Sommer, als man mich wieder einmal mit auf die Jagt nach Abtrünnigen nahm, dieses mal als erfahrener Kämpfer und nicht als Beobachter. Inzwischen wusste ich, dass es durchaus auch echte Dämonenbeschwörer gab, diese aber eher die Seltenheit waren. Eine lange Reise brachte uns in die unerforschte Wildnis von Ferelden, in eine Gegend namens Korcari Wildnis. Von diesem Teil der Welt hatte ich noch nie etwas gesehen. Entsprechend fasziniert war ich von dem unberührten Gebiet. Wie immer hatten mir meine Eltern Geschichten erzählt, um mich vorzubereiten. Von einer Hexe der Wildnis, die unser Trupp jagen sollte. Sie habe schon viele Templer getötet. Ich hielt das für neue Übertreibungen und Lügen, damit ich wehrlose Magier als Bedrohung wahrnahm. Dieses mal sollten meine Eltern recht behalten. Wir wurden von einer jungen Frau in begrüßt, die sich uns als Morrigan vorstellte. Morrgian eröffnete uns, dass unser Weg hier am Ende sei. Die Templer zögerten nicht lange, und gingen gezückten Schwertes auf sie zu. Da erwachten die Bäume um uns herum zum Leben und griffen uns an. Es war mein Glück, dass ich über eine belebte Wurzel stolperte und in ein kleines Erdloch fiel. Ich spührte noch einen stechenden Schmerz am Kopf, dann wurde ich bewusstlos. Als ich Stunden später erwachte, fehlte von meinen Eltern und den anderen Templern jede Spur. Die Bäume standen wieder still an ihrem Platz, als wäre nichts gewesen. Und auch die Hexe war verschwunden. So suchte ich, bis ich endlich doch noch eine Spur aus Blutflecken fand. Ich wusste nicht, ob ich in die Wildnis hinein oder hinaus ging, es war mir auch egal. Ich wollte nur meine Eltern finden. Trotz allem liebte ich sie natürlich. Und ich fand sie, nachdem ich stundenlang, bis in tiefe Nacht hinein, dem Blut gefolgt war. Grotesk an den Ästen der hohen Bäume aufgespießt, wohl als Warnung. Verbrennungen und seltsame Bisspuren, wie von großen Beißzangen, überall an ihren Körpern gaben mir den Beweis, dass diese Morrigan eine Abtrünnige gewesen sein musste. Ich brach weinend zusammen, bis ich mich aufraffte, die Körper von den Bäumen zu holen und würdevoll zu bestatten, damit sie sicher ihren Weg zum Erbauer fanden. Doch diese Aufgabe stellte sich als unmöglich heraus, die Bäume waren nicht zu erklettern.

    Was dann geschah, habe ich verdrängt oder vergessen. Als einziger Überlebender kam ich zum Zirkel zurück und berichtete dem Kommandanten. Er sah die Dinge wie meine Eltern und schürte meinen Hass auf die Magier. Durch dieses Erlebnis gezeichnet, waren meine Zweifel verflogen. Mochten nur wenige Magier im Moment eine reale Bedrohung darstellen, so bestand doch bei allen das Potential zur Blutmagie. Der Kommandant lehrte mich, dass ein jeder noch so frommer Magier mit dem richtigen Anstoß ein Blutmagier werden konnte. Ich verstand und half mit ganzem Herzen bei der Verfolgung von Abtrünnigen. Bis die Verderbnis kam. Da man annahm, dass ich die Wildnis gut kennen müsse, wurde ich nach Ostagar geschickt. Und tatsächlich kamen mir das Gebiet seltsam vertraut vor. Doch auch die verdrängten Bilder in meinem Kopf wurden wieder lebendig. Nachts hatte ich Alpträume, tagsüber musste ich wider Willen die Magier hüten, die uns jeden Moment in den Rücken fallen konnten. Der Rest ist bekannt. Die Grauen Wächter verrieten uns, Loghain musste zum Rückzug blasen. Ich konnte als einer der wenigen nach Lothering fliehen. Dieses mal waren es keine Magier gewesen, sondern dunkle Brut. Doch wer sagte, dass nicht Blutmagier hinter all dem steckten? Ich floh also nach Lothering und fand einige Mitstreiter, um die verbliebenen Magier zu jagen, welche die Schlacht überlebt hatten. Sie büßten für die Taten der dunklen Brut, die beständig vor rückte und eines Nachts die kleine Stadt überrannte. Wieder musste ich um mein Leben rennen. Wieder war ich allein, als ich nach einem harten Kampf die kleine Lichtung erreichte.


    Magierin des Zirkels:

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    [Bild: Payne1.png]

    Name: Payne
    Rasse: Mensch
    Klasse: Magierin
    Spezialisierung: Geistheiler
    Talente: Kräuterkunde und Überleben

    Über ihre Kindheit verlor Payne nie ein Wort, denn noch heute dachte sie nur mit Grauen daran zurück, als die Templer sie ihrer Familie entrissen hatte und zum Zirkel gebracht hatte. Keiner kam ihr zur Hilfe, ihre eigene Mutter wandte sich von ihr ab.
    Im Zirkel wurde sie der Obhut von Wynne übergeben, die neben ihr noch einen weiteren Schüler, einen Elf namens Aneirin. Bald schon verband Payne und Aneirin eine tiefe Freundschaft. Immer wieder träumte er davon, dass er die Dalish suchen wollte. Egal, was Payne auch versuchte, sie konnte ihn nicht überzeugen, den Lehrern zu gehorchen. So oft geriet er mit Wynne, ihrer gemeinsamen Mentorin, aneinander und jedes Mal war es Payne, die vermittelte. Trotzdem plante er seine Flucht aus dem Zirkel. Am liebsten hätte er Payne mitgenommen, doch war ihm klar, dass sie als Mensch nicht bei den Dalish willkommen sein würde und so ließ er sie schweren Herzens zurück. Natürlich war seine Flucht nicht unbemerkt geblieben, die Templer machten Jagd auf ihn. Bis zum Brecilian Wald verfolgten sie Aneirin. Einem jungen Templer gelang es, einen Pfeil auf ihn zu schießen, der ihn in der Brust traf. In der Annahme, ihn getötet zu haben, kehrten sie zurück zum Zirkel, die Leiche ließen sie liegen. Sollten sich doch die wilden Tiere daran laben. Als Payne davon erfuhr, brach sie weinend zusammen. Dies war ein weiterer Beweis dafür, den Templern nicht zu trauen. Nach ihrer Läuterung wurde ihr gestattet, gelegentlich mit einem Templer in das naheliegende Dorf zu kehren, um sich als Heilerin um die Kranken zu kümmern. Gewissenhaft verrichtete sie ihre Arbeit und verfeinerte ihre Kenntnisse immer weiter.

    Es vergingen einige Jahre, als sich plötzlich alles änderte. Payne hatte beobachtet, dass ein Schüler namens Jowan einige der verbotenen Bücher entwendet hatte. Bücher, in denen es um Blutmagie ging. Natürlich sah sie es als ihre Pflicht an, dies dem Ersten Verzauberer Irving zu melden. Dieser zog Kommandant Greagoir hinzu und gemeinsam beschloss man, Jowan der Besänftigung zu unterziehen. Man versicherte ihr, dass es das Beste für ihn sei und sie das Richtige getan hatte. Doch das schlechte Gewissen blieb. Kurz darauf kam ein Grauer Wächter namens Duncan in den Zirkel. Er war auf der Suche nach starken Magiern, die den Grauen Wächtern beitreten sollten um gegen die Verderbnis zu kämpfen, die das Land bedrohte. Kommandant Greagoir hielt nichts davon, dass einer der Magier den Zirkel verließ, denn ohne den Schutz der Templer waren die Magier der Versuchung der Dämonen zu stark ausgesetzt. Inmitten der Diskussionen gelang es Jowan, mit Hilfe von Lily, einer jungen Anwärterin der Kirche, sein Phylakterion zu vernichten. Als man ihn stellen wollte, setzte er Blutmagie ein und ihm gelang die Flucht. Und wieder einmal wurde Payne bewusst, dass die Templer wichtig waren. Schützten sie sie doch vor den Versuchungen.
    Kurz darauf verließ auch der Graue Wächter den Zirkel, er hatte seinen Willen durchsetzen können und einen jungen Magier mitgenommen. Derweil machten sich ein paar der Magier, darunter auch Wynne, bereit, gemeinsam mit einigen Templern nach Ostagar aufzubrechen. Sie sollten dort das Heer unterstützen. Als die Meldung des Verrates eintraf, wurde Payne nach Lothering geschickt, um den verletzten Flüchtlingen zu helfen. Zu ihrem Schutze wurde Lucas, ein Templer, mitgesandt. Sie war froh, dass es Lucas war, denn in den letzten zwei Jahren hatte er ihr Vertrauen erlangt und zarte Gefühle hatten sich bei beiden eingestellt.

    Eine Woche war Payne nun in Lothering, als es plötzlich nur so von Dunkler Brut wimmelte. Woher sie gekommen waren, konnte keiner sagen. Der Kampf gegen sie war aussichtslos, denn der Bann von Lothering war mit seinem Gefolge Teyrn Loghain Mac Tir nach Denerim gefolgt. Nur wenige Templer der Kirche waren noch hier. Payne hatte nicht mehr genügend Manatränke bei sich, doch befand sich jede Menge Lyrium in ihrem Besitz. Dies hatte sie aus der Kirche retten können, bevor sie zerstört wurde. Lucas verteidigte sie so gut er konnte und gemeinsam versuchten sie, aus Lothering zu fliehen. Nach Denerim wollte er sie bringen, um von dort aus eine Passage nach Kirkwall zu ergattern. Im dortigen Zirkel wäre Payne gewiss sicher und Lucas wollte dort eine Anstellung erlangen. Doch es kam alles anders. Lucas war schwer verletzt, am Waldesrand hielten sie an. Seine Haut begann sich zu verändern, er litt Schmerzen. Payne versuchte, ihn zu heilen, die Tränen liefen ihr über das Gesicht. Doch sie merkte, dass es sinnlos war. Zu sehr war das verderbte Blut in ihn eingedrungen. Er bat sie, sein Leiden zu beenden und unter Tränen stimmte sie ihm zu. Er reichte ihr seinen Dolch, welchen sie ihm schweren Herzens in die Brust stieß. Noch lange saß sie neben ihm und beweinte ihr Schicksal. Dann stand sie auf, packte das Bündel mit ihren Kräutern und dem Lyrium und machte sich auf den Weg Richtung Denerim. Als sie eine Lichtung in der Ferne sah, beschloss sie dort zu rasten.


    Händler:

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    Kabron*, Händler:

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    Rasse: Mensch
    Klasse: Händler
    Spezialisierung: -
    Talente: Profitorientiert im höchsten Maße, Umgang mit dem Stilett, kann gut handeln.

    Der älteste Sohn einer reichen Familie aus Honnleath. Die dunkle Brut überrannte das mäßige Dorf und tötete die Eltern – es war weniger seinem Können als dem Zufall zu verdanken, dass Kabron selbst nicht Opfer des Massakers wurde, da er in diesem Moment Geschäfte mit Kunden seines Vaters machte. Kabron fand Honnleath voller Leichen vor, mit Müh und Not gelangte er in sein Heim, wo sein kleiner Bruder ihn sehnlichst erwartete und mit ihm fliehen wollte.
    Doch Kabron plünderte den Keller seines Vaters – als rechtschaffener Erbe das Wichtigste zuerst – nahm alles von Wert mit sich und arbeitete mit seinem Bruder den Plan aus, die Brut abzulenken und zu fliehen. Vom Plan Kabrons getäuscht, stürzte sich der Jüngere auf eine Gruppe dunkler Brut, während Kabron sich eiligst davonmachte und seinen Bruder im Stich ließ.

    Er erreichte Lothering über verschlungene Pfade, natürlich nicht ohne Verletzte oder Leichen auszunehmen, und trotz allem unverwundet. Seine Tasche bewacht er mit seinem Leben, wenn er sie nicht mit sich schleppt, schläft er darauf und manche Diebe wüssten – wären sie noch am Leben – die Geschichte eines winzigen Stiletts zu erzählen, das sich tief in die Eingeweide der Plünderer bohrte.

    Zu seiner eigenen Sicherheit, und der seiner Schätze, hat Kabron zwei Geschwister angeheuert, die ihn beschützen. Grobe, vierschrötige Genossen sind die beiden, einander vom Aussehen wie ich vom Wesen her ähnlich. Wäre Kabron nicht ein solcher Egoist, müsste er sich mit den geldgierigen und immer auf Vorteil bedachten Wächtern wunderbar verstehen.

    *
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    Abgeleitet vom spansichen cabrón (dt.: Arschloch) – wenn das nicht gewünscht oder zu heftig ist, ändere ich den Namen.


    Nebendarsteller

    Die zwei Brüder

    Arbeiten als Wächter für den Händler. Sind sich nur gegenseitig und dem Geld treu.

    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)




    Mutter und Sohn

    Zwei Flüchtlinge aus Lothering die sich der Gruppe angeschlossen haben. Der Sohn hat durch den Schock der Flucht seine Stimme verloren und seine Mutter ist sehr besorgt und voller Angst.

    Jhonson is offline Last edited by Jhonson; 15.05.2014 at 17:42.
  2. #2
    Eala Frya Fresena  Jhonson's Avatar
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    Die Waldlichtung ...

    [Bild: DA_brecilian.jpg]

    "... Im Wald in der Nähe von Lothering gab es eine kleine Lichtung, einen beliebten Rastplatz von Reisenden auf dem langen Weg nach Denerim. Hier war es auch wo sich nach der Zerstörung von Lothering einige Flüchtlinge aufeinandertrafen. Ein alter Priester kam zusammen mit der jungen Mutter und ihrem Sohn als erstes an. Der finstere Alte murmelte die ganze Zeit nur was von Dämonen und war im Moment nicht weiter ansprechbar.

    Ängstlich beobachtete die Mutter den Waldrand und zuckte bei jedem Geräusch ängstlich zusammen ...
    Jhonson is offline Last edited by Jhonson; 29.04.2012 at 15:18.
  3. #3
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    [Bild: OF1jVitus.png] Das erste Mal war er zu dem Gestank von Blut und Innereien, von zerstörten Träumen und hinterbliebenen Tränen erwacht. Seine Augen erfassten nur Dunkelheit. Seine Ohren hörten nur Schmatzen. Grollen von Dunkler Brut. Wankend kämpfte er sich durch Schemen, bis seine Beine unter seinem Gewicht nachgaben und er erneut zu Boden fiel. Etwas griff nach seinem Stiefel. Er trat danach.

    Das zweite Mal erwachte er zu weißem Licht. Stille. Herzschlag pulsierte in seinem Kopf. Vereinzelt ein Rascheln. Er griff nach seinem Schwert. Es war nicht da.

    Er driftete zwischen Dösen und Wachen hin und her. Vereinzelte Worte kamen ihm in den Sinn, Träume rüttelten an seinem Gedächtnis. Aoenar. Ostagar. König Cailan fiel im Kampf. Die Hoffnung starb in seinen Männern.

    Es hatte länger gedauert sich wieder aufzurappeln, als ihm lieb war. Verschlungene Pfade führten ihn durch das Dickicht der Kocari Wildnis. Ein Tagesmarsch von Ostagar lag ein Dorf. Sie hatten es auf dem Hinweg durchquert.

    Als er ankam, lag es in Asche vor ihm.

    Aus den grotesken Altären der Dunklen Brut zog er sich ein solides Zweihänder, durchforstete das niedergebrannte Dorf nach Überlebenden, mehr nach Wundumschlägen und nützliche Utensilien, doch bis auf einige abgeknabberte Knochen und unwichtigen Schutt fand er nichts.

    Jemand hatte das Dorf bereits geplündert.

    Redcliff wäre sein nächstes Ziel.

    Der Hochweg führte direkt in einen Wald. Hier könnte er campieren, Wild jagen, seine Kräfte neu sammeln, unberührtes Wasser suchen. Nach kurzer Zeit eröffnete sich eine Lichtung vor ihm. Der Wind trug Stimmen an sein Ohr. Er griff nach seinem Zweihänder. Entdeckte einen alten Mann mit Frau und Kind. Sein Griff lockerte sich.

    Dann spürte er es in seinen Adern.

    Magie.

    Und Lyrium.

    Hinter ihm.
    Moku is offline Last edited by Moku; 30.04.2012 at 01:07.
  4. #4
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    Kabron
    [Bild: Zwischenablage164.jpg]

    „Na fantastisch!“ schnaubte Kabron mehr zu sich selbst als zu jemand anderem. Sein Blick glitt über Häuserruinen, die teilweise noch rauchten, über Leichen, die auf den Straßen und Plätzen verstreut lagen und über eine gewaltige Rauchsäule, die irgendwo aus der Mitte des Dorfes Lothering aufstieg. Der Geruch von Blut und Tod lag in der Luft, der Gestank des kalten Rauches verriet, dass hier keine Gefechte mehr stattfanden.
    Zum Glück! Das hätte ihm gerade noch gefehlt – Kämpfe mit irgendwelcher Brut. Seine beiden Wächter hätten das für ihn ausmachen müssen – und dann würde sie noch mehr Geld verlangen. Nein, es war wahrhaft gut, dass dieses Dorf keine Gefahr mehr darstellte.

    Kunden würde er hier sicher auch nicht mehr finden. Nachdenklich kratzte Kabron sich an der überdimensionalen Nase. Er musste ins nächste Dorf, am besten nach Redcliffe. Oder nach Denerim. Dort kannte er einige Leute, die ihm seine Schätze zu einem für sie sehr schlechten, für ihn aber sehr guten Preis abkaufen würden.

    Also wandte er sich um, drehte den Ausläufern Lotherings den Rücken zu und marschierte auf den nahegelegenen Wald zu. „He – was solln das! Wir wollten doch nach Lothering?“ rief einer der beiden Wächter, der ohne Bart. Kabron hatte die gar nicht erst nach ihren Namen gefragt, es interessierte ihn nicht und was ihn nicht interessierte, merkte er sich nicht.
    „Wir gehen in den Wald. Hier ist nichts zu holen. Ich muss weiter, zum nächsten Dorf. Also, los!“ knurrte Kabron ungehalten. „Aber da gibt’s keine Verpflegung!“ mischte sich der Bruder des Wächters ein.
    „Ich werde so gnädig sein und euch meine Waren zu einem großzügigen Preis kaufen lassen. Also los, bewegt euch endlich!“ Mit einem selbstzufriedenen Grinsen sah Kabron zu, wie der bartlose Wächter den großen Handkarren packte und in Richtung des Waldes zog. Es hatte schon sein Gutes, wenn man nicht alles selbst machen musste! Er hielt sich hinter den beiden Wächtern und beäugte misstrauisch jeden einzelnen Baum, hinter dem sich jemand verstecken konnte. Nicht, dass er etwas gegen einen Angriff hätte tun können – dazu hatte er schließlich die zwei Trottel angeheuert. Das Wirksamste bei einem Angriff war seiner Meinung nach immer die Flucht.
    Kabron näherte sich einer kleinen Lichtung, das Sonnenlicht fiel hell durch die grünen Wipfel – und dann vernahm er Stimmen. Sofort war er hinter einem Baum in Deckung gegangen, seine Tasche mit Wertgegenständen eng an sich gedrückt.
    Die beiden Wächter warfen ihm einen Blick zu, es hätte nicht deutlicher sein können, wenn sie ihm „Feigling!“ zugebrüllt hätten und marschierten unbeeindruckt weiter.
    Als Kampfeslärm oder Schreie ausblieben, beeilte sich Kabron, wieder aufzuschließen. Auf der Lichtung standen ein alter Mann, anscheinend ein Priester, und ein Weib mit ihrem Blag. Leider sahen sie alle nicht sehr wohlhabend aus. Gang im Gegensatz zu diesem Templer, der auf der anderen Seite der Lichtung stand und dessen Rüstung ordentlich was wert war!
    Fawks is offline Last edited by Fawks; 30.04.2012 at 19:43.
  5. #5
    Deus Gleichgewicht's Avatar
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    [Bild: hcglt3p5.png]

    Merdicus stolperte und wäre fast gefallen. Gehetzt blickte er hinter sich und meinte noch die Flammen des brennenden Lothering zu sehen, den beißenden Rauch zu riechen. Das Dorf war gefallen. Der Templer hatte gekämpft, so gut es ging. Sein Bihänder hatte heute viele der dunklen Brut enthauptet oder aufgespießt. Wie schon in Ostagar. Und wieder hatte er fliehen müssen.

    Nicht wissend, ob einem seiner Templerfreunde ebenfalls die Flucht gelungen war, stolperte er mit letzter Kraft durch den Wald. Ziellos, wie damals in der Korcari Wildnis. Nun kamen die Bilder wieder hoch. War das sein Leben? Eine Folge von Niederlagen und Rückschlägen? Seine Eltern, Ostagar und jetzt Lothering. Vielleicht hätte er standhaft bleiben sollen. So viele wie möglich von ihnen erschlagen, um dann ein ehrenhaftes Ende zu finden.

    So in Gedanken versunken bemerkte Medicus erst gar nicht, dass er eine Lichtung erreicht hatte. Ob südlich oder nördlich des Dorfes, er wusste es nicht. Vielleicht war er der Hauptstreitkraft der Brut die ganze Zeit entgegen gerannt. Merdicus blieb außer Atem stehen und stützte sich am Rande der Lichtung schnaufend an einem Baumstamm ab. Verschwommen nahm er die Gestalten war. War er ihnen in die Arme gelaufen? Da der Templer das große Schwert nicht mehr hoch bekam, zog er mit zittrigen Händen seinen Dolch und stampfte schwankenden Schrittes auf sie zu. Er sah furchterregend aus. Eher wie ein Tier denn ein Mensch. Mit Blut und Dreck besudelt, der Umhang zerrissen und eine Spur Wahnsinn in den Augen. Aber für jeden war ersichtlich, dass er kaum mehr Kraft zum Gehen hatte.

    „Heyda....ihr...“

    keuchte er, als ihn ein erneuter Schwindel packte und der Dolch aus seinen Fingern glitt. Keine zehn Schritte hatte er geschafft. Was für eine Lachvorstellung. Jeder Bauer konnte ihm nun einen Knüppel über den Kopf ziehen und ausrauben. Sich seines lächerlichen Anblicks bewusst, bückte er sich langsam und hob den Dolch auf. Noch hatten sie ihn nicht angegriffen. Vielleicht hatte er Glück.

    „Wasser...“

    sagte er mit einiger Kraftanstrengung laut genug, um gehört zu werden. Sein Blick hatte sich noch immer nicht geklärt. Er musste sich ausruhen, aber zuerst eine Entscheidung treffen. Sie fiel ihm nicht schwer, Merdicus steckte den Dolch weg und hoffte, dass die Leute friedlich waren. Dunkle Brut waren sie sicher nicht. Langsam schritt er weiter auf die Mitte der Lichtung zu und lies sich dann einfach zu Boden fallen. Das wichtigste war, dass er einige Minuten Pause bekahm. Dann würde sein Kreislauf sich schon wieder stabilisieren.
    Gleichgewicht is offline
  6. #6
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    [Bild: payne.png] Paynes Körper wurde immer noch von Schluchzern geschüttelt. Innerhalb kürzester Zeit wurde ihr Leben erneut komplett auf den Kopf gestellt.
    Immer wieder kamen die Erinnerungen hoch, immer schneller stürzten die Bilder auf sie ein. Sie versuchte es wieder zu verdrängen, denn sie wußte nicht, ob sie schon weit genug von Lothering weg war.
    Auch war sie alleine und ungeschützt. Wie sollte sie sich wehren, wenn Nachzügler der Dunklen Brut auftauchten?

    Doch immer wieder sah sie die sterbenden Menschen vor sich, hörte ihre Angst- und Todesschreie. Immer lauter wurde es. Und immer wieder schob sich ein anderes Bild dazwischen.

    Wie sie auf dem Boden kniete. Lucas in den Armen haltend. Der Dolch, der sich plötzlich in ihren Händen befand. Und wie sie es ihm in die Brust stach. Ihre Hände, die bisher nur Heilung gebracht hatten.
    Natürlich, sie beherrschte auch noch ein paar Elementarzauber. Doch seit der Läuterung hatte sie diese nur noch gelegentlich gegen Übungspuppen eingesetzt. Meistens gelang es ihr jedoch, sich davor zu drücken.

    Inzwischen war sie irgendwie der Lichtung näher gekommen, sie konnte sich jedoch nicht daran erinnern. Bevor sie aber ganz auf die Lichtung treten konnte, wurden die Erinnerungen schlimmer, die Schreie lauter und mit einem Aufschrei sank Payne zu Boden.
    Das Weinen wurde jetzt stärker, ihr zarter Körper bebte. Sie hatte das Gefühl, den Verstand zu verlieren.

    Weder sah noch hörte sie in ihrer Trauer die Stimmen auf der Lichtung vor sich. Doch von der Lichtung her wäre sie voll zu sehen.
    Emerahl is offline Last edited by Emerahl; 29.04.2012 at 21:37.
  7. #7
    Eala Frya Fresena  Jhonson's Avatar
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    Slums von Athkatla
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    [Bild: Zwischenablage163.jpg]

    Dämonen über all Dämonen! Panisch sah der alte Priester sich auf der Lichtung um.

    Dann sah er sie, eine Hexe, eine Dämonin, die sich heranschlich um sie alle zu töten.

    "Eine Hexe! In Andrastes Namen, helft uns ..." bittend sah er den Templer, einen Mann des Erbauers an ...
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  8. #8
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    [Bild: OF1jVitus.png] Es gab vieles, was Vitus nicht leiden konnte.

    Menschenansammlungen gehörten dazu.

    Noch bevor er sich umdrehen konnte, erspähte er zwei Männer mit einem Karren, doch er wandte ihnen den Rücken zu, um seine Aufmerksamkeit auf die magische Präsenz zurichten, nur um aus dem Augenwinkel zu bemerken, dass sich ein weiterer Mann nach Wasser bettelnd näherte. Er stürzte, stöhnte, blieb liegen.

    Keine Gefahr, sortierte Vitus unverzüglich ein, ignorierte ihn von daher vorläufig.

    Von den zwei – er stutzte, korrigierte – drei Männern, konnte er die Schritte im Laub des Waldes hören, aber sie waren weder verstohlen noch energisch. Vorerst keine Gefahr.

    Seine Augen suchten den Pfad ab, den er selbst gekommen war. Alles, was er sehen konnte war verschwommenes Weiß. In seinem Kopf verfluchte er den Namen des Erbauers.

    Wurde er verfolgt? Wenn ja, wie lange schon? Hätte er es früher bemerken müssen? War es Zufall? Gefahr? Keine Gefahr?

    Er fluchte erneut.

    Weiß. Weiß, weiß, weiß!

    Warum war das Licht so grell?

    „Eine Hexe!“, schrie der Mann hinter ihm plötzlich und er versuchte seinen Blick zu fokussieren, zu sehen, was er bereits ahnte, aber nur der alte Mann im Moment erblickte. „In Andrastes Namen, helft uns!“, krähte er weiter, warf sich ihm plötzlich zu Füßen und zerrte an seinem Arm. „Dämonen, Hexen! Ihr müsst sie vernichten! Tötet sie! Tötet sie!“

    Ein Fanatiker.

    Fantastisch.

    „Alle! Vernichtet sie alle! Die Frau mit ihrem Dämonenkind auch. Wir können niemanden vertrauen! Alles Dämonen, unheilige, die den Namen Andrastes mit Blut besudeln.“ Mit einer wirschen Armbewegung stieß er den Mann von sich, rammte das Schwert in den Raum zwischen seinen Beinen.

    „Ruhe“, knurrte er und der Mann starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Die Frau hinter ihm begann zu schluchzen und er verdrehte genervt die Augen. „Keine Sorge. Ich werde euch beschützen,“ versuchte er sie dennoch zu beruhigen. Nur weil er ein Templer war, metzelte er nicht gleich alles ab, was keine Priesterrobe trug.

    Er konzentrierte sich wieder auf den Pfad, mittlerweile konnte er selbst die verschwommene Silhouette einer Person sehen. Zu groß für ein Elf. Mensch. Zierlich, feminine Rundungen. Eine Frau. Sie kam näher. Ihr Kopf war gesenkt. Bündel auf dem Rücken. Sie kam noch näher. Er konnte ihr Gesicht ausmachen.

    Vitus zog das Schwert aus dem Boden, lagerte die Klinge breit auf seiner Schulter, überbrückte selbst die noch kurze Distanz zu der Frau. Sie hatte ihn nicht bemerkt, saß apathisch auf den Boden. Weinte.

    Er runzelte die Stirn und brachte seine Stiefel in ihr Blickfeld. Sie stockte, sah langsam auf, schreckte dann zurück als sie seine Rüstung mit den Wappen bemerkte.

    Er musterte sie einen weiteren Moment, kalkulierte die Angst in ihren Augen, die zitternden Hände, das Blut auf ihrer Robe. Langsam senkte er sein Schwert, positionierte es auf seinem Rücken.

    Noch keine Gefahr.

    „Auf dem Weg zum Zirkel?“

    Sie nickte zögerlich.

    Er fixierte ihre Augen, streckte dann eine Hand nach ihr aus.
    Moku is offline Last edited by Moku; 30.04.2012 at 01:06.
  9. #9
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    [Bild: payne.png] Payne stockte das Herz, als sie plötzlich zwei schwere Stiefel aus Silberit in ihr Blickfeld traten. Als sie aufblickte, sah sie einen Mann in einer Rüstung vor sich. Sie war ziemlich verbeult und verschrammt. Ein Handschuh fehlte ihm, ebenso sein Helm. Noch konnte sie sogar Blutspritzer erkennen. Ein Schwert hing auf seinem Rücken an einem Gurt. Bis zum Gesicht kam sie gar nicht, da ihr Blick auf dem Wappen auf seiner Brust hängen blieb. Sie erkannte es sofort. Ein Templer. Angst durchströmte sie. Würde er sie für eine Abtrünnige halten? Würde er sie töten? Sie seufzte leise und ergab sich ihrem Schicksal. Hoffentlich würde es nicht wehtun.

    Doch seine Frage überraschte sie.

    „Auf dem Weg zum Zirkel?“

    Sie nickte zögerlich.

    Er fixierte ihre Augen, streckte dann eine Hand nach ihr aus.

    Ratlos blickte sie auf seine Hand. Sollte sie es wagen, ihm zu vertrauen? Payne blickte sich um, denn erst jetzt wurde sie langsam dem Stimmengewirr auf der Lichtung gewahr. Es befanden sich noch weitere Menschen auf der Lichtung. Dann blickte sie erneut auf den Templer. Er würde sie wohl kaum vor den ganzen Zuschauern töten. Oder doch? Doch sie warf erst einmal ihre Bedenken über Bord und ergriff die ihr angebotene Hand und ließ sich aufhelfen. Vielleicht konnte sie ja auch den Templer dazu bewegen, sie nach Kirkwall zu geleiten. Auf jeden Fall würde sie erst mal in Sicherheit sein. Dessen war sie sich sicher.

    Sie schniefte fürchterlich. „Mein... Name… ist Payne“, stotterte sie, dann fing sie sich wieder. „Ich wurde vom Zirkel nach Lothering gesandt, um den Flüchtlingen zu helfen. Doch dann kam die Dunkle Brut…“ Ihre Stimme brach und die Bilder stürmten wieder auf sie ein.
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  10. #10
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    Kabron:
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    Es dauerte kurz, bis Kabron die Situation erfasst hatte. Den Templer hatte er bereits gesehen, ein hochgewachsenes, stattliches Mannsbild. Dann kroch ein anderer Templer in sein Blickfeld. Kabron schaubte abfällig. Erbärmlich! Und die wollen uns vor Magiern retten...
    Als ob das nicht genug wäre, fing der Kerl auch noch an, nach Wasser zu jammern. Was Kabron daran erinnerte, dass er ja selbst schon einige Zeit nichts mehr getrunken hatte. Langsam hakte er die kleine Feldflasche vom Gürtel, und ohne den Blick von diesem Templerversuch am Boden zu wenden, trank er genüßlich zwei, drei Schlucke.
    Ein Schreien und Schluchzen ertönte, gelangweilt sah Kabron in die Richtung aus der es kam. Oh wie wunderbar... jetzt auch noch ein Weibsbild, das über eine Wurzel gestolpert ist. Ob sie wenigstens was von Wert dabei hat?
    Doch bevor er auf das Ende der Lichtung, den Kommandanten und hinter ihm der Frau zuging, näherte er sich zuerst dem am Boden liegenden Templer, der alle Mühe hatte sich aufzusetzen.
    Die Rüstung sah einigermaßen mitgenommen aus, aber das Schwert … mit etwas Polieröl und einem Schleifstein würde man dafür einen guten Preis erzielen können.
    Kabron ging neben dem Templer in die Hocke und legte, wie um seine Nachdenklichkeit zu demonstrieren, den Kopf schief. „Habt Ihr Durst?“ fragte er überflüssigerweise, alle Gefühle aus seinem Gesicht verbannt. „Ich habe Wasser bei mir – im Gegenzug für 2 Sovereings könnt ihr den Rest hiervon haben.“ Damit hakte er seine Feldflasche abermals vom Gürtel und erwartete fast, Trotz in den Augen des Templers zu sehen. Lässig warf Kabron das Fläschchen in die Luft und fing es wieder auf. „Ihr solltet wissen, dass ein Mensch zum Überleben mindestens sechs solcher Fläschchen am Tag braucht. Nach körperlichen Anstrengungen wie Kampfgefechte sogar das Doppelte. Ihr seht mitgenommen aus!“ Nach jahrelanger Übung gelang es Kabron spielend leicht, einen mitfühlenden Ton in der Stimme mitschwingen zu lassen – er wusste genau, dass das die Herzen und folglich die Geldbeutel einfacher öffnete. Er wartete noch einige Sekunden, in denen der Templer trocken hustete. Also wirklich! Was für ein Weichei. Da sind meine Wächter ja in besserer Verfassung!
    „Aber wenn Ihr nicht wollt ...“ Demonstrativ zucke Kabron mit den Schultern und war schon zwei Schritt in Richtung des weiblichen Aufschreis gegangen. Wer nicht will, der hat schon!
    Fawks is offline Last edited by Fawks; 30.04.2012 at 19:43.
  11. #11
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    In den folgenden Minuten prasselten die Eindrücke nur so auf Merdicus herein. Er lag geschwächt auf dem Boden, Körper und Geist lechzten nach frischem Wasser. Das Wort „Hexe“ drang dennoch in sein Unterbewusstsein. Dieser Impuls klärte seinen Geist ein wenig. Nun erkannte er auch, dass er nicht der einzige Templer hier war. Der andere musste Kommandant sein, wie er an seiner Rüstung erkannte. Sein Kommandant hatte eine ähnlich verzierte getragen. Der andere hatte die Lage im Griff, beschloss Merdicus für sich und entspannte sich wieder. Ein Kommandant würde sicher die nötige Kraft haben, eine Hexe zu töten. Es sei denn...

    „Scheiße!“

    stieß der Templer aus und raffte sich mühsam auf. Was, wenn das die mächtige Hexe der Wildnis war? Diese Morrigan, die seine Eltern getötet hatte. Das war gar nicht so weit entfernt von hier geschehen. Vielleicht steckte sie hinter der dunklen Brut, die aus Richtung der Korcari Wildnis gekommen war. Plötzlich ergab für ihn alles einen Sinn. Diese Morrigan musste die dunkle Brut gen Ostagar geführt und die Sinne der Wächter vernebelt haben. Nun war sie hier, nahe Lothering.

    Merdicus wollte den Kommandanten aufhalten, doch da trat bereits eine andere Gestalt an ihn heran und weckte erneut seinen Drang nach Wasser. Der Kommandant würde sich allein gegen die Hexe zur Wehr setzen müssen. Aber was, wenn sie ihn auch verzauberte und auf ihre Seite zog? Merdicus schüttelte den beunruhigenden Gedanken ab.

    „Wartet!“

    Geld hatte er mehr als genug. Welch Glück, dass der Kerl nichts anderes von ihm wollte. Seine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an der Schlacht und das Hüten der Magier war angemessen gewesen. Und die Summe, die er den aufgegriffenen Magiern in Lothering abgeknöpft hatte, konnte sich auch sehen lassen. Aber das musste sein Gegenüber nicht wissen. In seinem Zustand hatte der Templer kein Problem, seinen kleinen Reichtum zu verschleiern. Als er ihm die zwei Goldstücke hinhielt, sah er erbärmlich aus. Als könne er sie kaum entbehren.

    „Wie frisch?“

    In seiner Feldflasche musste sich noch ein Bodensatz befinden, da war er sich sicher. Alt und abgestanden, nicht das, was er wollte. Merdicus warf noch einen knappen Blick zu dem Kommandanten, der offensichtlich so dumm war, der Hexe nicht sofort sein Schwert in den Bauch zu stoßen. Hatte sie ihn bereits in ihrem Bann? Er musste die anderen warnen. Erst nachdem er getrunken hatte, selbstverständlich. Zum Glück war es nicht diese Morrigan, immerhin etwas.
    Gleichgewicht is offline Last edited by Gleichgewicht; 01.05.2012 at 13:33.
  12. #12
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    [Bild: OF1jVitus.png]Der nächste Zirkel lag am Calenhadsee. Sie würden an Redcliff vorbeikommen, hätten vorrübergehend ein Lager. Die Magierin - Payne - schniefte und weinte neben ihm, wischte sich die Tränen mit dem Ärmel ihrer Robe aus dem Gesicht. Vermutlich gehörte sie zu den Magiern, die nach Ostagar geschickt wurden, um gegen die Dunkle Brut zukämpfen. Sie hatte bis hierher überlegt. Er fragte sich wie. Seine Frage war allerdings nur ein Test gewesen. Er wollte sehen, wie sie reagieren würde. Sie schien nicht fliehen zu wollen, dennoch müsste er sie im Auge behalten. Es war seine Aufgabe sie zum nächsten Zirkel zu bringen, wo sie dem dortigen Kommandanten unterstand. Wenn er sich recht erinnerte, wäre das Kommdant Gregoir.

    „Aus welchen Zirkel stammt Ihr?“

    „N...nahe Calenhad.”

    “Wer ist der dortige Kommandant?“

    „Kom...mandant Gregoir.”

    Vitus zog leicht an ihrer Hand, deutete mit dem Kinn auf die Lichtung. Sie nickte zögerlich, setzte sich dann in Bewegung. Er ging einige Schritte hinter ihr, als sie sich auf die anderen Personen zu bewegten und er verschaffte sich langsam einen Überblick. Ein Händler, der dem gestürzten Mann – Templer, rangniedriger – etwas zu trinken reichte. Daneben die beiden Männer mit dem Karren. Vermutlich Söldner, angeheuert ihn und seine Waren zu schützen. Die Frau, die ihren Jungen schirmend im Arm hielt. Der alte Priester, der sich wimmernd schützend die Hände über den Kopf haltend hinter einen Baum versteckt hatte.

    Dann der Templer.

    Vitus hob eine Augenbraue, als er bemerkte, wie dieser dem Händler die Hand reichte, und im Austausch für funkelndes Metall die Flasche Wasser bekam. Wasser gegen Bezahlung.

    Vor dem Händler, so dachte er, müsste er sich in Acht nehmen. Mit einer Magierin im Schlepptau hatte er auch ein Auge auf den Priester und den anderen Templer zu werfen. Noch konnte er nichts genaues sagen, aber in all den Jahren als Kommandant von Aoenar hatte er alles gesehen. Templer, die sich in Magier verliebten, Templer, die mit sadistischer Lust Folter anwendeten, Templer, die unter suspekten Vorwänden ein Gemetzel anrichteten - in seinem Gefängnis hatte er sich mit allem möglichen Templerabschaum und dem gefährlichsten Magierpack auseinandersetzen müssen. Er vertraute weder seinen eigenen Leuten, noch seinen Feinden.

    „Ihr da, Templer.“

    Der Mann sah mit wirren Augen auf, trank allerdings weiter aus der Flasche.

    Ein sarkastisches Lächeln huschte über Vitus' Gesichtszüge.

    Fantastisch.

    "Was-" begann der Jüngling, doch Vitus wandte sich bereits ab, an die Wachen des Händlers.

    "Wieviel verlangt er für euren Schutz?"
    Moku is offline Last edited by Moku; 01.05.2012 at 20:35.
  13. #13
    Eala Frya Fresena  Jhonson's Avatar
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    [Bild: KrL7rb9YRiW9phu1A8oZwischenablage162.jpg] Elora hatte Angst, große Angst, aber wenn sie zu Josh sah war ihr klar das sie stark sein musste. Mit knapper Not waren sie der Brut hierher entkommen, alle aus ihrer Familie waren dahin, aber dafür war jetzt keine Zeit mehr. Sie musst ihren Sohn schützen, koste es was es wolle.

    Instinkt, Intuition oder Wahnsinn, sie brauchte Hilfe. Einen Beschützer.

    Elora erhob sich und ging zu dem erschöpften Krieger der am Boden lag. Ein Kämpfer, dachte sie bei sich und sah ihm in die Augen.

    "Sir, hört mir zu, ich brauche euch" sie nahm ihm die Wasserflasche aus seiner zitternden Hand und half ihm beim trinken. Sie sah den Wahnsinn in seinen Augen, aber auch Stärke und Tapferkeit.

    "Helft meinem Sohn und mir aus diesem Wahnsinn zu entkommen. Ich bitte euch, bei Andrastes Gnade"
    Jhonson is offline Last edited by Jhonson; 01.05.2012 at 22:20.
  14. #14
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    Kabron:
    [Bild: Zwischenablage164.jpg]

    „Wartet!“ vernahm Kabron die beinahe brechende Stimme des Templers hinter sich. Er drehte sich um und sah sich zwei Goldmünzen auf einem dreckigen Handteller gegenüber. Der Gesichtsausdruck des Templers war erbärmlich. Meine Güte, da hab ich wohl zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt. Wenn ich nicht aufpasse, fängt der auch noch das Heulen an … dachte Kabron bei sich. Ungerührt nahm er die Münzen und ließ sie leise klimpernd in seiner Gürteltasche verschwinden, reichte dafür dem Templer die Feldflasche. Sie war noch mehr als zur Hälfte gefüllt, doch nun war es zu spät, er über das kreischende Weibsbild ganz vergessen, sie leer zu trinken.

    „Wie frisch?“ fragte der Templer abgehackt. Kabron lächelte ein Lächeln, so ehrlich wie Falschgeld. „Frisch geschöpft in Lothering, an der Quelle der Jugend,“ beschied er den Templer knapp und drehte sich auf dem Absatz um.

    Der andere Templer – erst jetzt erkannte Kabron an der Rüstung, dass es ein Kommandant sein müsste – stand vor ihm und sprach den Templerversuch an, der allerdings zu beschäftigt mit Trinken war. Unterdessen hatte Kabron Zeit, die Frau im Schlepptau des Kommandanten zu muster. Viel eher am Rockzipfel des Kommandanten. Zweifelsfrei eine Maga, weiße Robe, Stab in der Hand – fehlten nur noch die Narben auf den Armen. Kalt musterte Kabron die Frau, weniger ihre Tränenspuren als ihren Gürtel betrachtend, an dem er nur einen winzigen Geldbeutel ausmachen konnte.
    Ganz im Gegensatz zum Geldbeutel des Kommandanten – der gerade jemanden ansprach. „Wie viel verlangt er für euren Schutz?“ Kabron fuhr herum und baute sich zwischen seinen Wächterbrüdern, die herangekommen waren und dem Kommandanten auf. „Mehr als ihr zur Verfügung habt. Im Übrigen sind sie nicht käuflich. Sie sind zu meinem Schutz und dem meiner wertvollen Waren angestellt und dieser Pflicht müssen sie nachkommen. Aber wo wir schon dabei sind – ihr sehr aus, als müsstet ihr euch eindecken – ihr alle!“ wandte sich Kabron an Templer, Kommandant, Maga, Priester und der Frau , die heran gekommen war und leise mit dem durstigen Templer sprach. „Und es scheint fast so, als wäre ich der einzige hier, mit dem ein Handel zustande kommt.“ Zufrieden lächelnd legte Kabron die linke Hand auf seinen Karren, in der rechten hielt er weiter seine Tasche umklammert. „Fangen wir mit dem Grundlegenden an … Wasser.“
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  15. #15
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    Gierig nahm Merdicus die Feldflasche an sich und trank hastig. Zu hastig wohl, denn nach dem ersten Schluck überkam ihn ein kleiner Hustanfall. Gerade setzte er erneut die Flasche an seine Lippen, als die Frau zu ihm kam. Wie Kabron über ihn dachte, so dachte er über die Frau. Sie sah erbärmlich aus, musste eine einfache Bäuerin oder Dienerin sein. Und sie half ihm, die Flasche zu halten. Eine gute Seele, ein reines Kind des Erbauers, so nahm er an. In ihrem Blick konnte er nichts falsches entdecken. Erst als sie ihren Sohn erwähnte, nahm er richtig Kenntnis von dem Jungen und dem Priester. Was hatte er gleich noch gesagt? Hatte er nicht eben von einer Dämonin gesprochen? Genau als die fremde Hexe erschienen war. Oder sollte Merdicus sich da verhört haben? Vielleicht konnte der Priester die böse Präsenz spüren. Damit würde er die dunkle Ahnung des Templers nur unterstützen.

    Nach einigen wenigen Schlucken spürte er bereits, wie es ihm besser ging. Es war viel mehr Erschöpfung gewesen als richtiger Durst, die ihn so nach Wasser lechzen lassen hatten. Auch wenn Merdicus bezweifelte, dass dieses Wasser wirklich so frisch war, wie der Händler meinte. Und von einer Quelle der Jugend schon gar nicht. Auch vor ihm musste er sich in Acht nehmen, als gerissenen Burschen schätzte er den Mann ein. Aber wenigstens keine böse Hexe. Seinen Geschäftssinn verübelte der Templer ihm grundsätzlich nicht. Nur in dieser Notlage war er fehl am Platz.

    Merdicus hörte die Worte der Frau. Er nickte ihr zu, einen ermutigenden Blick auf seinen Augen. Da er sich nun wieder halbwegs wie ein ordentlicher Templer fühlte, reichte er ihr die Feldflasche, gut über die Hälfte noch mit Wasser gefüllt.

    „Trinkt. Ihr und Euer Sohn. Auch der Priester, wenn es noch reicht.“

    Als er ihr die Flasche gab, trat er unauffällig näher, um zu flüstern. Nur sie hörte die Worte.

    „Aber nehmt Euch vor der Zauberin in Acht. Ich spüre nichts gutes bei ihr. Und vor dem anderen Templer bei ihr ebenso. Vielleicht hat sie ihn verzaubert.“

    Die anderen konnte er gerade nicht warnen. Aber die Frau und ihr Sohn genügten vorerst. Der Händler wurde gut beschützt und der Priester stand unter dem Schutz des Erbauers, sie würden sich notfalls zu helfen wissen. Solange er sich nicht wirklich sicher war, musste er keine Panik verbreiten. Das sagte er der Frau noch schnell.

    „Ich weiß es nicht sicher. Nur ein Gefühl, vielleicht irre ich auch. Verhaltet euch unauffällig, wenn möglich. Sollte ich Recht behalten, wird die Hexe euch in Frieden lassen, solange ihr keine Gefahr für ihren Plan darstellt. Ich beschütze euch schon, gute Frau. Im Moment seid Ihr und Euer Kind hier am sichersten, denke ich.“

    Er wartete ab, ob sie noch etwas zu sagen hatte. Für ihn war erst einmal alles gesagt. Merdicus drehte sich halb zu der Hexe um und musterte sie aus den Augenwinkeln. Was sie wohl wollte?
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  16. #16
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    [Bild: 6M0U3payne.png] "Aus welchen Zirkel stammt Ihr?“ hatte der Templerkommandant Payne gefragt.

    „N...nahe Calenhad.”

    “Wer ist der dortige Kommandant?“

    „Kom...mandant Greagoir.”

    Der Kommandant schien zufrieden mit ihrer Antwort und so folgte sie ihm auf die Lichtung. Sie kramte in ihrem Beutel und zog ein kleines Taschentuch aus Leinen heraus. Viel besaß sie nicht, denn das Meiste war im Zirkel geblieben. Außerdem hatte sie noch nie viel für irgendwelchen Tand übrig gehabt. Ihr Geld, welches sie sich durch die Behandlungen verdiente – das Meiste kam dem Zirkel zugute, nur ein geringer Teil blieb für sie – gab sie für Bücher aus. Natürlich gab es mehr als genug im Zirkel, die sie jederzeit studieren konnte, doch das reichte ihr nicht. Schmuck besaß sie ebenfalls nicht viel. Ein Medaillon, welches sie von Aneirin erhalten hatte. Es verbesserte ihre Heilzauber und heilte auch sie, sollte sie sich verletzen. Er hatte es mit einem Schutzzauber versehen, der das Medaillon nur bei Payne funktionieren ließ, ansonsten verlor es seine Wirkung.

    Auf der Lichtung angekommen, blickte Payne sich neugierig um. Eine Frau, nur wenig älter als sie selbst, die gerade einem weiteren Templer beim Trinken aus einer Flasche half. Ein kleiner Junge stand verschüchtert hinter ihr. Die Frau kam ihr vage bekannt vor. Bestimmt hatte sie diese in Lothering vor dem Unglück gesehen. Der Templer bedankte sich bei der Frau, dann flüsterte er ihr etwas ins Ohr. Als sein Blick in ihre Richtung fiel, stockte Payne der Atem und ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken. In den Augen stand purer Hass geschrieben und sie hatte das Gefühl, er wolle sie erdolchen. Schnell schlug sie die Augen nieder. Besser, sie würde sich von ihm fern halten. Ihr Blick wanderte nun weiter zu einem Priester. Er kreischte ständig: „Hexe! Dämonen!“ und Payne beschloss, sich auch von ihm fern zu halten.

    Der Kommandant hatte sich an einen Händler gewandt, der von zwei grob aussehenden Männern begleitet wurde. Vermutlich Söldner, die ihn beschützen sollten. Sie hatte nicht das ganze Gespräch mitbekommen, nur noch den Schluss und das ließ sie aufhorchen: „…Aber wo wir schon dabei sind – ihr sehr aus, als müsstet ihr euch eindecken – ihr alle! Fangen wir mit dem Grundlegenden an … Wasser.“

    „Ihr verlangt doch nicht tatsächlich Geld für Wasser?“ fragte Payne entrüstet.
    Emerahl is offline Last edited by Jhonson; 02.05.2012 at 17:57.
  17. #17
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    [Bild: hZwischenablage165.jpg]
    Doc sah gelangweilt dem Treiben auf der Lichtung zu. Was für ein unorganisierter Haufen, dachter er bei sich und warf seinem Bruder Mordred einen wissenden Blick zu.

    In dem Moment sah er sie zwischen den Bäumen. Genlocks. Zwei.

    "Brut" rief er nur und zog sein Schwert.

    Mordred war der Einzige außer ihm der schnell reagierte, seinen Bogen nahm und mit einem perfekten Schuss einen der Genlocks erledigte, der andere verschwand aber so schnell zwischen den Bäumen das jede Verfolgung sinnos wäre.

    Es war klar das sie in Kürze mit Verstärkung zurückkommen würden.
    Jhonson is offline Last edited by Jhonson; 02.05.2012 at 17:57.
  18. #18
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    [Bild: OF1jVitus.png]Ein offensichtlicher, rücksichtsloser Opportunist.

    Man sollte ihn bewundern.

    „Ihr verlangt doch nicht tatsächlich Geld für Wasser?“ fragte die Magierin verwerflich, doch der Händler antwortete lediglich mit einem kaufmännischen Lächeln.

    „Tatsächlich. Geld gegen Wasser“, bestätigte Vitus, zuckte gelangweilt mit den Achseln. Nur jemand aufrichtig Verzweifeltes oder komplett Dummes würde in einem Wald Wasser kaufen. Auch wenn es auf der Lichtung keines offenbar gäbe, so wuchsen meterhohe Bäume nicht nur aus Erde und Laub. In Lothering hatte es eine Wassermündung gegeben, der Fluss müsste durch den Wald führen, vermutlich entlang der Händlerwege.

    Es würde ihn nicht verwundern, wenn der Händler keine 100 Schritte vor der Lichtung selbst auf Wasser gestoßen war und seine Flaschen damit gefüllt hätte.

    „Brut!“, rief plötzlich einer der gelangweilt dreinblickenden Wächter, und der andere jagte einem stinkenden Genlock einen Pfeil durchs Herz.

    Und Vitus hatte gehofft, in Ostagar genug von den sabbernden Viechern gesehen zu haben.

    Allerdings, er musterte die Bewacher eindringlich. Durchaus fähig. Alle beide. Der Händler hatte eine gute Wahl getroffen. Dennoch war das jetzt kein Moment, um potentielle Trainingspartner zu bewundern oder ein Plauderchen über Kampftechniken zu halten.

    „Mein Name ist Vitus. Ich bin leitender Kommandant der Templerbrigade des Südflügels von Aoenar“, erklärte er monoton, und wie er lange brav vor Amtsantritt unter Aufsicht hatte üben dürfen. „Diese Frau ist eine Magierin. Ihr Name ist Payne. Ich werde sie zum Zirkel am Calenhadsee bringen." Kurze, simple Fakten, wie die Oberschwester immer wieder betonte. "Auf unserer Reise werden wir an Redcliff und Flüssen vorbei kommen.“ Ein bedeutender Blick auf den Händler. „Ich werde niemanden zwingen diese Frau und mich zu begleiten. Die Reise mit einem Magier birgt viele Gefahren. Solltet ihr euch dennoch entscheiden uns zu folgen, so steht ihr unter meinem persönlichen Schutz und ich versichere jeden mit meinem Leben zu verteidigen – ob Kind, ob Frau, ob verletzt oder alt, oder ob skrupelloser Händler.“ Letzteres stand zwar nicht in seinem Buch für hübsche Floskeln, aber er fand es angebracht. „Jeden.“ Akzentuierter Blicke erst zum Priester, dann zum Templer, der anscheinend zur Kategorie ‚Töte jede Magie, die sich bewegt’ gehörte.

    Die Personen auf der Lichtung sahen ihn abwartend an. Vitus hatte eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen und das offizielle Gestammel überließ er generell sowieso bevorzugt seinem Oberleutnant.

    „Dunkle Brut hat sich der Lichtung genähert. Sie sind im Moment verschwunden, aber sie werden wiederkommen. Ob ihr mir folgt oder nicht, ich empfehle euch diesen Ort zu verlassen.“ Mit diesen Worten griff er nach dem Oberarm der Magierin und zog sie in die Richtung, die er von Beginn angestrebt hatte.

    Sollte jeder auf der Lichtung seine Begleiter selber entscheiden.

    Er war nicht gewillt, eine Gruppe zusammen zu halten, die nicht zusammen gehören wollte.
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  19. #19
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    Kabron:
    [Bild: Zwischenablage164.jpg]
    „Ihr verlangt doch nicht tatsächlich Geld für Wasser?“ drang es an Kabrons Ohr und er bemerkte so etwas wie Entrüstung auf dem Gesicht der Maga.
    „Tatsächlich. Geld gegen Wasser“, brummte der Kommandant, der sich Vitus genannt hatte. Innerlich lachte er schallend auf – fast sogar äußerlich, aber er begnügte sich mit einem Lächeln, von dem er hoffte, dass es nicht so schmierig war, wie es ihm vorkam. Ihm war nicht entgangen, dass der Templer die Flasche an die andere Frau weitergereicht hatte. Selber schuld, so wird er schneller zugrunde gehen als er „Piep“ sagen kann.

    Plötzlich drehte sich einer seiner beiden Wächter um und rief „Brut!“, der zweite hatte schon den Bogen gezogen und einen Pfeil auf das erste Wesen abgeschossen und es sauber in der Mitte getroffen, so dass es sofort tot auf den Boden fiel. Das zweite verschwand daraufhin schnell im Wald.
    Kabron hatte schnell hinter seinem Karren Deckung gesucht, aber kaum war ersichtlich, dass sie vorerst wieder alleine waren, kam er lässig hervorgeschlendert und hörte dem Kommandanten zu, der zum Sprechen angesetzt hatte.

    „Diese Frau ist eine Magierin. Ihr Name ist Payne. Ich werde sie zum Zirkel am Calenhadsee bringen. Auf unserer Reise werden wir an Redcliff und Flüssen vorbei kommen.“ Warf Vitus da einen durchdringenden Blick in seine Richtung? Ja, sicherlich. Dass die Leute sich auch immer wegen Kleinigkeiten aufregen müssen! Brüsk verschränkte Kabron seine Arme vor der Brust und erwiderte den Blick ungerührt. Vitus führte weiter aus, wie er jeden und alles schützen würde, das sich ihm anschloss.

    Wieder musste Kabron sich ein Grinsen verkneifen. Seine beiden Wächtermuskelprotze waren ihr Geld wirklich wert, aber wenn er zusätzlich kostenlose Bewachung bekam und gleichzeitig die Möglichkeit erhielt, seine Waren zu einem – nach oben korrigiert – angemessenen Preis zu verkaufen! Der Tag wurde ja immer besser!
    Der Kommandant nahm die Maga am Arm wie eine Gefangene und marschierte in eine Richtung voran. Kabron musste nicht großartig überlegen. Schnell schloss er zu der Maga auf, in der er schon sein nächstes Opfer vermutete. „Gute Frau, eine Maga wie Ihr weiß sicherlich, dass Wasser ein Hauptbestandteil eurer heiß begehrten Lyriumtränke ist – und wie wertvoll diese sind muss ich Euch nicht sagen! Ihr seht also, meine Preise sind keineswegs unangebracht, immerhin sind wir alle auf der Flucht! Selbstverständlich könnt ihr auch kostenlos am Fluss trinken, aber da macht Ihr euch am Ende noch eure blütenweise Robe schmutzig!“ Wieder wallte die Freundlichkeit aus seinen Worten nur so heraus. „Und Ihr könnt versichert sein, dass ich auch ganz andere Gegenstände habe, die für euch von Interesse sind, als nur Wasser!“ Vertraulich zwinkerte Kabron der Frau zu, die stumm neben ihm herging, immer noch den Arm im Griff von Vitus. Bevor sie irgendetwas sagen konnte, setzte Kabron wieder an: „Oh, verzeiht, welch schlechte Manieren ich habe!“ rief Kabron aus. Tatsächlich verbeugte er sich während des Gehens, und das nicht mal ungelenk. „Mein Name ist Kabron, weitgereister und erfolgreicher Händler von – allem!“ Sein schiefes Grinsen ließ die Narbe zwischen seinen Augen und auf seiner Nase spannen, als er Payne so herzlich anstrahlte.
    Fawks is offline
  20. #20
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    In der Wildnis des Erzgebirges (und Tiefwasser)
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    Da Merdicus sich mittlerweile erholt hatte und ihn nur noch kleinere Zipperlein plagten, reagierte er entsprechend schnell. Er zog sein Schwert und stellte sich schützend vor die Zivilisten. Aber es war nur einer, der sofort mit einem Pfeil nieder gestreckt wurde. Dennoch blieb der Templer auf der Hut und behielt vor allem die Hexe genau im Blick. Ebenso schnell, wie er die Waffe gezogen hatte, steckte er sie wieder weg und sah zu den verängstigten Leuten.

    „Keine Angst. Das war nur...“

    wollte er sie beruhigen, als der Kommandant die Furcht schürte. Er hatte Recht, das musste Merdicus zugeben. Aber warum so gerade heraus?
    Dann jedoch lief plötzlich alles besser als erwartet. Der Kommandant wollte mit seiner Hexe verschwinden. Sehr schön, sollte er doch. Ein Problem weniger.

    „Redcliff....“ murmelte Merdicus und blickte dann wieder seine Lämmchen an. „Habt ihr Verwandte dort?“

    An den Priester gewandt sagte er.

    „Einen Diener des Erbauers nimmt man dort sicher gern an.“

    Vielleicht war Redcliff als Ziel gar keine so schlechte Idee. Natürlich würde er den beiden Ketzern einen Vorsprung geben und darauf sehen, dass sie ihm keine Falle stellten. Es konnte gut sein, dass die Hexe dem Kommandanten genau diese Worte eingetrichtert hatte , damit sie ihnen im Wald auflauern konnte. Er traute dieser Zauberin alles zu.

    Und der Händler, der rannte den beiden hinterher wie ein höriger Dackel. Hatte sie ihn auch schon bezaubert? Er konnte dem Gespräch nicht folgen. Immerhin beachtete Kabron im Augenblick seine Wächter nicht. Diese Gelegenheit nutzte Merdicus. Er trat an sie heran und fragte im gemütlichen Plauderton.

    „Was haltet ihr von der Hexe? Ungewöhnlich, dass ein Templer sich so schnell auf ihre Seite stellt. Ich bin mir sicher, sie hat gefährliche Kräfte. Nehmt euch vor ihr in Acht, sage ich. Blickt ihr nicht direkt in die Augen. Und wenn euch euer Auftraggeber da vorn wichtig ist, achtet auch auf ihn. Er scheint mir etwas zu selbstsicher zu sein. Ein leichtes Ziel für die Magie dieser Zauberin. Vielleicht ist er schon in ihrem Bann. Sagt, wollt ihr einem Verfluchten folgen, nur weil er euch Geld gegeben hat?“

    Er hatte nicht vor, die beiden Kerle von dem Händler loszureißen. Noch nicht und das sagte ihnen seine Sprache und Körperhaltung auch, wenn sie aufmerksam waren.

    „Nur eine Warnung von einem Diener des Erbauers. Achtet auf die Hexe und achtet auf den Händler, ob er sich in seinem Verhalten verändert.“

    Er klopfte ihnen locker auf die Schulter und ging dann zu seiner Gruppe zurück. Wie würde der Händler sich entscheiden? Sollte er allein mit seinen Bewachern Richtung Redcliff aufbrechen wollen, er würde ihn gern begleiten und seine Vorräte abkaufen. Das heißt, sollten die drei armen Sellen damit einverstanden sein und sollte er frei von dem Fluch der Hexe bleiben.
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