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  1. #161 Zitieren
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    Zitat Zitat von Nagual-Adynata Beitrag anzeigen
    Ich glaube, daß der Hintergrund der Nord sogar ziemlich umfangreich ist (ich habe mir die letzten beiden Tage von verschiedenen Portalen immerhin über 70 Seiten Lorespezifisches allein zu den Nord ausgedruckt, um eine stimmige Story um meinen neuen Char schreiben zu können).
    Ich denke, dass die Kultur der Nords, im Vergleich zu den ausführlichen Informationen in TES III zur Kultur der Dunmer, in TES V ziemlich vernachlässigt wurde.

    Wenn du in TES III alle Informationen gesammelt hast, entsteht der Eindruck, dass es sich hier um eine tatsächlich existierende Kultur handeln könnte. Und ein größeres Kompliment kann man einen Autoren nicht geben.
    Bei TES V ist das nicht der Fall. Hier setzt Bethesda hauptsächlich auf das Allgemeinwissen der Spieler, was Wikinger-Klischees betrifft, und unterlässt es die Kultur der Nords ausführlich durch Dialoge oder 'Bücher' den Spieler selber zu beschreiben. Was durchaus auch der gewechselten Zielgruppe geschuldet sein kann. Denn die Zielgruppe von TES III und die Zielgruppe von TES V ist eindeutig eine andere.

    Zudem schreibst du ja selber, dass du deine Hauptinformationen, betreffend der Kultur der Nords, aus diversen Portalseiten hast, und nicht aus TES V selber.
    maekk03 ist offline
  2. #162 Zitieren
    Adventurer Avatar von Nagual-Adynata
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    Zitat Zitat von maekk03 Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass die Kultur der Nords, im Vergleich zu den ausführlichen Informationen in TES III zur Kultur der Dunmer, in TES V ziemlich vernachlässigt wurde.

    Wenn du in TES III alle Informationen gesammelt hast, entsteht der Eindruck, dass es sich hier um eine tatsächlich existierende Kultur handeln könnte. Und ein größeres Kompliment kann man einen Autoren nicht geben.
    Bei TES V ist das nicht der Fall. Hier setzt Bethesda hauptsächlich auf das Allgemeinwissen der Spieler, was Wikinger-Klischees betrifft, und unterlässt es die Kultur der Nords ausführlich durch Dialoge oder 'Bücher' den Spieler selber zu beschreiben. Was durchaus auch der gewechselten Zielgruppe geschuldet sein kann. Denn die Zielgruppe von TES III und die Zielgruppe von TES V ist eindeutig eine andere.

    Zudem schreibst du ja selber, dass du deine Hauptinformationen, betreffend der Kultur der Nords, aus diversen Portalseiten hast, und nicht aus TES V selber.
    Auch wenn ich TES III ewig nicht gespielt habe, erinnere ich mich an die Tiefe im Bezug auf die Kultur der Dunmer, von daher hast Du recht, was Deinen Vergleich zu Skyrim anbelangt. Vielleicht ist die Ingame-"Vernachlässigung" der Nord auch von Bethesda geplanten "kompletten Neuausrichtung" der Spielwelt geschuldet, da sie hier ja viele Bücher zu den politschen Entwicklungen reinpacken mussten. Vor allem zum Großen Krieg und der Situation des Reichs hatte wohl nicht nur ich allein jede Menge Fragen...
    (Ich hätte mir hier echt eine Art Lore-Bibliothek gewünscht, vielleicht in der Akademie von Winterfeste, die man dann von Bethesda notfalls hätte herunterladen können oder ähnlichem, um auf eine vollständige Informationssammlung zu TES zugreifen zu können).
    Daß sie bei den Quests dabei aber vieles aus den historischen Vorlagen (Wälsungensage/Prosa-Edda) aufgreifen, liegt doch nahe. Es drängen sich diese Art von Heldensagen im Bezug auf die Nord ja geradezu auf. Deshalb finde ich Deine "Klischeeformulierung" vielleicht etwas harsch...

    Was Du im Bezug auf die Zielgruppe angeführt hast, möchte ich mal aufgreifen, indem ich mich selbst mal als Beispiel anführe.
    Zu TES III kam ich durch reinen Zufall. Ein Kumpel hatte das Spiel und war so begeistert, daß wir nach einer Warhammer-Schlacht bei der bestellten Pizza mal reingeschaut haben. Ich fand die Exotik toll und die Atmosphäre. Wir trafen uns dann häufiger, um das ganze dann zu zweit zu spielen (Ich hatte zu der Zeit keinen eigenen PC). Irgendwann verlief sich das wieder durch andere Spielprojekte (Magic/LARPG/Chuthulu/WH40K etc) und ich war dann wieder draußen.
    Erst durch die XBox360 Variante von Oblivion wurde ich wieder mit TES konfrontiert und stieg damit richtig in diese Welt ein. Damit gehöre ich selbst letztlich zu genau jener Spielergruppe, die Bethesda mit ihrer Massenmarktausrichtung erreichen konnte. Das Bethesda dabei Mühe hat, die Balance zwischen Spielerorientierung und reiner Profitorientierung zu finden, sieht man ja an ESO, denke ich. (Ich nahm eine Quest an, wurde zum Eingang eines Verließes geführt und konnte diese dann gar nicht betreten, da ich dafür erst das "Stadt der Uhrwerke" Ding kaufen mußte (Schönen Dank, ihr Ferengis!)...
    Nagual-Adynata ist offline
  3. #163 Zitieren
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    Zitat Zitat von Nagual-Adynata Beitrag anzeigen
    Was Du im Bezug auf die Zielgruppe angeführt hast, möchte ich mal aufgreifen, indem ich mich selbst mal als Beispiel anführe.
    Die Zielgruppe IST schon eine andere.

    Wenn man den Werdegang von Bethesdas Open World Titel vergleicht, bieten diese InGame immer weniger Hintergrundinformationen, und setzten immer mehr auf gängige, sich selbst erklärende, da jeden geläufige, Szenarium.

    Der Mainstream, welcher mittlerweile die Hauptzielgruppe nahezu jeden großen Herstellers ist, hat nämlich weder Lust noch Geduld sich in ein Szenarium erst einarbeiten zu müssen, um es zu verstehen.

    Es würde dich vielleicht überraschen, wie viele Spieler seinerzeit mit TES III völlig überfordert waren, da sie nicht wussten, worum es in diesen Spiel ging. Zu fremd waren Szenarium und zu nichtssagend der Einstieg. Und statt die Geduld aufzubringen, sich in diese Welt einzuarbeiten, haben sie TES III schlicht wieder deinstalliert.

    Bethesda hat selber in einen Interview, meine ich, bestätigt, dass der Hauptgrund für den extremen Retcon, welche bei TES IV mit Cyrodiil vollzogen worden war, darin lag, dass viele Spieler TES III schlicht abgelehnt hatten, weil das Szenarium anders, nicht bekannten Klischees entsprach, und somit nicht selbst erklärend, war.

    Seitdem wird der Hintergrund der Welt, sei es Fallout oder TES, immer weiter vernachlässigt. Warum auch noch Ressourcen für umfassende Hintergrundinformationen innerhalb der Spiele investieren, wenn die Spieler in den Welten sowieso nur längst, aus den Medien Vertrautes, wiederfinden. Sei es 'Games of Thrones', 'Peter Jacksons Tolkien Filmreihen', 'Underwold' oder 'The last of us' etc.
    Was dazu führt, dass der Spieler sich innerhalb der Spiele nicht einmal mehr umfassend, über die Hintergründe der Welt, informieren könnte, wenn er es wollte.
    Es wird zwar viel angedeutet, aber nie wirklich darauf eingegangen.
    Schlicht weil Bethesda nur noch, aus den Medien bekanntes, liefert und die Welten somit selbst erklärend geworden sind.
    Und das, was nicht anderen Medien entliehen wurde, und somit individuell für TES oder FO steht, geht darin völlig unter.

    Das ist nicht nur bei Bethesa Titeln so. Dieser Vorwurf trifft allgemein die Spieleindustrie im CRPG-Genre. In der Gamestar gab es vor längerer Zeit diesbezüglich einen sehr interessanten Artikel, dessen zusammengefasste Grundaussage ist: 'Heutige CRPGs müssen wie Actionspiele inszeniert sein, damit sie die Zielgruppe noch fassen. Ein rasanter Einstieg und eine Welt, die keinerlei Erklärung benötigt.' Als negativen Aspekt nannte Gamestar aber, dass diese Spiele durch ihre leichte Zugänglichkeit am Ende niemals den selben bleibenden Eindruck hinterlassen werden, wie es seinerzeit z.B. TES III oder 'Planescape Torment' gelang.
    Was aber auch nicht im Interesse der heutigen Spieleindustrie ist. Der Kunde soll ein Produkt kaufen, es kurz spielen, dann zu Seite legen, und umgehend das nächste Produkt kaufen. Ein Spiel, welches einen Konsumenten über Monate, wenn nicht sogar Jahre beschäftigt, und somit davon abhält sich einen weiteren Spiel zuzuwenden, ist der Alptraum jedes Spieleherstellers.

    Der Nachteil dieser selbst erklärenden Welten ist natürlich, dass Elemente, welche dann plötzlich doch mehr Wissen betreffend der Lore erfordern, von den Spielern völlig missverstanden werden. Egal ob es, in Bethesda Fall, der Sturmäntel vs. Kaiserreich vs. Thalmor Konflikt in TES V ist, oder der Bruderschaft vs. Institut vs. Railroad Konflikt in FO 4. Hier schieben die betroffenen Spieler dann vorschnell besagte Parteien in irgendwelche einseitigen Klischee-Schubladen, weil die restliche Welt ja ebenso selbst erklärend ist. Was dann zu massiven Missverständnissen, völligen Fehldeutungen, und besagten hitzigen bis unsachlichen Diskussionen unter Spielern führt.

    Verstehe mich nicht falsch. Ich BIN dafür, dass Bethesda komplexere Fraktionen innerhalb ihrer Welten anbietet. Nicht ist langweiliger als ein derart einfältiges engelsgleich Gut vs. *Muhahaha' Böse, wie es uns TES IV aufgeboten hat.

    Aber dann muss Bethesda den Spieler auch die Möglichkeit geben sich, innerhalb der Spielwelt, umfassend über besagte Fraktionen zu informieren. Und das ist bei ihren aktuelleren Titeln nicht mehr möglich. Bethesdas Welten sind Vergnügungsparks geworden, eine Aneinanderreihung verschiedener Attraktionen mit bekannten Themenbereichen, und ebenso oberflächlich und ohne Substanz.

    Frage dich selber, wie viel du über die Hintergründe von TES V, oder (ich weiß jetzt nicht mehr ob du dieses auch gespielt hast) FO 4, wüsstest, ohne Internet, ohne die Vorgänger gespielt zu haben.

    TES III hingegen benötigte noch kein Internet, oder Wissen aus den Vorgängern, um dich umfassend über alle Aspekte dort zu informieren.
    maekk03 ist offline Geändert von maekk03 (09.02.2018 um 13:57 Uhr)
  4. #164 Zitieren
    Adventurer Avatar von Nagual-Adynata
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    Zitat Zitat von maekk03 Beitrag anzeigen
    Frage dich selber, wie viel du über die Hintergründe von TES V, oder (ich weiß jetzt nicht mehr ob du dieses auch gespielt hast) FO 4, wüsstest, ohne Internet, ohne die Vorgänger gespielt zu haben.

    TES III hingegen benötigte noch kein Internet, oder Wissen aus den Vorgängern, um dich umfassend über alle Aspekte dort zu informieren.
    Deine Analyse ist schlüssig und nachvollziehbar und leider hast Du Recht, ohne viel wenn und aber. (Auch wenn Du durch Deine allzu deutlichen Formulierungen etwas zu "schwarzsehrerisch" rüberkommst, wobei Du ja nur verdeutlichen wolltest).

    Auch hast Du recht, daß ich ohne Internet ungleich weniger Infos zu den Nord (oder sonstwem) hätte. Wäre ich schon vorher auf die Portale gestoßen (wie gesagt, ich bin noch relativ unerfahren im Umgang mit dem Netz), hätte ich das Thalmor-Thema gar nicht aufmachen müssen.
    Was ich damit bekräftigen will, ist das Skyrim an Hintergrundinformationen zu den Völkern, Fraktionen und politischen Besonderheiten tatsächlich ziemlich "leer" oder gar substanzlos ist (zumindest in Teilen). Mißverständnisse bei den Spielern sind die logische Konsequenz.

    Bei Fallout 3, New Vegas und dem 4.Teil habe ich ehrlich gesagt die Diskussionen nie wirklich nachvollziehen können. Die BoS empfinde ich nicht als "Nazis", ebensowenig das Institut oder die Railroad. Alle diese Fraktionen haben ihre Motivationen und unterschiedlichen Ziele wie jede andere Art von politischer Organisation auch. Die wirklichen Probleme machten vornehmlich die Raider, Ghule oder Super-Muties. Aber auch hier hast Du recht, ohne die beiden Vorgänger hätte ich keine Ahnung, was ich bei FO4 mit einer Gruppe wie der Bruderschaft anfangen sollte. (Die Enklave im dritten Teil empfand ich eher als Satire auf die "typisch amerikanische" Neigung, alle Probleme mit dem Militär "lösen" zu wollen).

    Nein, ich denke, Du hast die wohl beste Analyse zu der umsatzorientierten Videospielindustrie gegeben, die ich seit langem gelesen habe (Das ist nun mal ein Milliardengeschäft). Leider ist die "leichte Konsumierbarkeit" aller Medien (was Filme und Bücher mit einschließt, frag da mal meine Frau) ein allgemeiner Trend in allen Gesellschaftsteilen. Will man Substanz, greift man auf ältere Veröffentlichungen zurück (Wir gucken uns gerade durch die alten "Straßenfeger"-Packages....) Denken scheint aus der Mode zu sein.

    Ich habe ja in Skyrim gerade einen neuen Nord angefangen. Jetzt, durch das angelesene Lorewissen, fühlt sich nicht nur der Umgang mit ihm, sondern tatsächlich die gesamte Spielwelt für mich spürbar anders an. (Sowohl ihn selbst als auch die Welt erlebe ich jetzt lebendiger, substantieller, was ich interessant finde). Ohne das angesprochene Zusammensuchen aller Informationen wäre das so nicht möglich. Und es hat über sechs Jahre gedauert, um mich an diesen Punkt zu bringen. Hierbei wird mir erst mal deutlich, wieviel Potential hier verschleudert wurde.... und Dir auch hierbei vollkommen recht gibt!

    Nagual-Adynata ist offline
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