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  1. View Forum Posts #21
    Burgherrin Melaine's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Sakkara spürte einen feinen Stich in der Mitte ihrer Stirn, dort, so die Alten behaupteten, wo sich einst das dritte, schon vor Jahrhunderten von den Urgöttern den Menschen entrissene Auge befunden hatte, und fasste instinktiv nach der Stelle. Die Fingerspitzen ihres Mittel- und Zeigefingers berührtes etwas kaltes, feuchtes, welches sich weit auf ihrer Stirn ausbreitete. Zumindest glaubte sie dies, wenn ihr Gefühl sie nicht täuschte. Doch da war noch mehr.
    Als ihr Blick auf ihre Fingerspitzen fiel und den schwarzen, weichen Saft betrachtete, der sie nun bedeckte, glaubte sie an Tinte, bis ein kalter Schauer ihren Rücken herabfuhr und ihr gesamtes Inneres mit einer Schicht tödlichen Eises überzog, als wäre sie direkt in Nordmars Schnee gesprungen.

    Doch der Augenblick verging. Und wo ihr dieser Stich zuvor als das Wichtigste, ja, Essentiellste der ganzen Welt erschienen war, hatte sie es bereits wieder vergessen, als ihr Blick auf ihre beiden Söhne Theben und Ptah fiel.
    Sie hatte sich einst eine Tochter gewünscht. Warum wusste sie nun nicht mehr. Sie liebte ihre Söhne, so wie jede Mutter die ihre Kinder liebte, ganz gleich, ob es Tochter oder Sohn waren. Doch einst hatte für sie die Stärke ihrer Mutter immer als Vorbild gedient und sie glaubte nicht daran, dass ein Junge die gleiche Kraft aufzubringen vermochte, wie ein Mädchen. Jungen suchten in ihren Vätern das Vorbild, die Kraft und die Stärke, nicht zuletzt die Weisung, wie sie die Welt angehen sollten. Mädchen taten dies bei ihrer Mutter. Doch die kindliche Bindung war anders. Die Jungen liebten ihre Mutter, als wäre sie die erste Frau in ihrem Leben und Mädchen ihren Vater. Sie wusste nicht, welche Bindung intensiver war. Doch die Zeit hatte ihr gelehrt, dass sie nehmen musste, was kam und wie es kam. Und nun, da der Tag des Rituals gekommen war, war sie glücklich und traurig zugleich, zwei Jungen großgezogen und die so schnell verflogene Zeit ihrer Kindheit mit ihnen verbracht zu haben.

    Sakkara hatte nichts zu bereuen. Nicht wirklich. Es widerte sie lediglich an, dass sie als einzige die Kraft besaß, zu tun, was notwendig war, während die Männer mit plumpen Metall einen Wert offerierten, der ihr ein und alles darstellen sollte. Sie mochten sich an diese Dinge gebunden haben. Eine Kette, ein Dolch, ein Armreif. Sie waren gut darin, ihre Bindungen zu ändern. So wie Männer waren, wenn sie sich nicht eingestehen wollten, was sie wirklich fühlten.

    Sakkara strich sich eine Strähne ihres schwarzen Haares zurück unter die Kapuze und fuhr dabei unbeobachtet mit dem kleinen Finger an dem Winkel ihres Auges entlang, um die Träne aufzufangen, die fallen zu lassen sich in dieser Gesellschaft nicht geziemte. Sie mochten gleich sein, doch das hieß nicht, dass sie einander die Schwächen, die sie von den anderen kannten, verziehen. Mehr noch hieß es, dass sie diese ausnutzen und ausbeuteten, bis jener, der die Schwäche gezeigt hatte, den anderen unterlegen war. Das bedeutete nicht den Tod. Aber für ein Mal eine Zeit tiefer Zerrissenheit und Qual. Ein Gebot, an seiner Schwäche zu arbeiten und daran zu wachsen, bis sie nicht mehr war.

    „Ptah.“, rief Sakkara, als ihr Blick auf die beiden Jungen fiel, die nun langsam tiefer in die große Halle hineintraten, und rang sich ein zartes Lächeln von ihren Lippen ab, „Komm her.“, forderte sie ihn auf und streckte ihm einladend die Hand entgegen, dass er sie ergreifen konnte. Es war nicht fair, dass sie den Sohn, den sie wahrhaftig liebte, opfern musste, während der, dem Finsternis anzuhaften schien, weiter ohne Makel sein Leben würde führen können. Vielleicht wäre es ihr bei Theben leichter gefallen. Doch dies war nur eine Lüge für ihr weinendes Herz.

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    Irritiert fuhr sich Baquìr mit den Fingerkuppen über die Stirn. Für einen Augenblick meinte er, etwas hätte ihn dort gestochen, aber als die sensible Spitzen die Haut abfühlten war da nichts außer einem kleinen Spritzer von schwarzem Blut, den er gedankenlos an seiner Kutte abstrich. Als er den Blick wieder aufrichtete, war ihm nichts mehr von der kurzen Ablenkung anzumerken, sondern ein Beispiel an Fokus. Kurz blickte er in die Runde, welche nunmehr endlich vollständig war, was er mit einem kaum merklichen Nicken bestätigte.

    "Wir haben uns heute hier versammelt,", schwoll seine sonore Stimme an, die in dem unterirdischen Gewölbe vielfachen Widerhall fand, wodurch ein beinahe grotesker Nachhall entstand, "um als Kurie Sitzung zu halten. Mir als Vorsteher gebührt dabei wie immer das Recht der ersten Wortmeldung. Rufen wir uns für einen Augenblick ins Gedächtnis, welche Veränderungen seit unserer letzten Zusammenkunft eingetroffen sind, die zu diesem Treffen geführt haben. Noch immer kämpft König Rhobar gegen die Bedrohung durch die Orkischen Invasoren an und die Entscheidung über den Ausgang dieses Krieges wird wohl mit der Zuverlässigkeit der Erzlieferungen von Khorinis fallen. Daneben greift Zuben nach der Vorherrschaft in Varant und scheint damit dadurch dass Rhobar sich nur einer Front widmen kann auch Erfolg zu haben. Wir befinden uns in einer Zeit, da die Bücher der Geschichte mit neuen Kapiteln gefüllt werden. Doch so ermutigend manche Entwicklung scheinen mag, wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren vergangener Tage ausruhen. Nein, im Gegenteil. Es gilt die Prozesse zu beschleunigen. Nun ist die Stunde gekommen zu handeln und den blinden Gehorsam dieser verknöcherten Strukturen ein für alle Mal aufzubrechen. Das vor uns liegende Ritual dient der Freisetzung einer Kraft, welche die Fundamente der Macht so sehr in wanken bringen wird, dass ein Erdbeben die Folge sein wird. Die Herrschaft von Torheit und widerspruchsloser Folgschaft wird durch das von uns entfesselte Chaos zerbersten."

    Gegen Ende seines Vortrags war die Stimme des Vorstehers heiser geworden, doch der Nachdruck seiner Botschaft hatte darunter nicht gelitten. Die Versammlung war damit offiziell eröffnet. Kurz fiel sein Blick auf das schwarzschöpfige Kind an Sakkaras Seite. Würde sein Opfer genügen, war der Tribut zusammen mit all den anderen Gaben genug, um das Chaos heraufzubeschwören? Baquìr vermochte es nicht endgültig zu entscheiden. Der Zufall war ein Faktor, den man nicht völlig ausschließen konnte.

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    Schwertmeister Jaryvil's Avatar
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    Für den einen Moment überkam Theben ein Anflug von Schwindel, als er einen leichten Stich auf seiner Stirn spürte. Er kniff kurz die Augen zusammen, ehe er sie wieder öffnete und er einen Moment später eine schwarze Perle von seiner Stirn tropfen sah, die ohne einen einzigen Klang auf seiner Handfläche auftrat. Er besah sie kurz, bevor er sich wieder den Versammelten widmete und ihrem Oberhaupt bei der Eröffnung der Sitzung lauschte. Und wiedereinmal erkannte er, dass Baquìr dem Größenwahn zugeneigt war.

    "Baquìr, welchen Dämon, welchen Diener des Chaos entfesseln wir mit diesem Ritual, dass es solch eine Auswirkung auf den ganzen Kontinent hat?" Etwas verwundert richteten sich die Blicke auf ihn. Natürlich, wie immer Sein Grinsen wich auch jetzt nicht, da er für einen Moment im Mittelpunkt stand. Ich bin genauso ein Mitglied wie sie alle und doch bin ich der Jüngste unter ihnen, ja gar ein Kind. Und deswegen erwarten sie weniger von mir, glaubten nicht, dass ich mich aktiv in diese Dinge einmischen würde In seinem Inneren konnte er schon sein eigenes Kichern hören, doch es frei zulassen, so sehr er sich auch danach sehnte, wäre in dieser Situation mehr als unpassend. Sollen sie weiterhin denken, ich bin der naive junge Bursche, Mitglied und doch vernachlässigbar. Diese Position verschaffte ihm viel mehr Möglichkeiten und Freiräume. "Ich finde es großartig, was du vorschlägst und was du planst, doch im Voraus möchte ich wissen, mit was wir alle es zu tun haben." Natürlich, Theben würde sich an diesem Chaos, dieser Zerstörung und Veränderung erfreuen, daran bestand kein Zweifel, doch vorher wollte er klären, ob es nicht zu viel der Freude und Vorstellung war, die er hatte. Zudem war es nicht immer ungefährlich. Er wollte das überleben, in der Position des freudigen Beobachters bleiben und nicht im Chaos untergehen, wie es sicherlich schon andere Mitglieder der Kurie waren.

    "Und zudem.." Sein Blick wanderte hinüber zu seinem kleinen Bruder der sich an die Hand seiner Mutter klammerte ".. möchten wir doch alle, dass unser kleiner Ptah nicht umsonst hierher gekommen ist, nicht war Sakkara, meine liebe Mutter?"

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    Burgherrin Melaine's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Sakkaras kalter Blick sprang förmlich von Baquìr zu ihrem eigenen Blut und gewann noch mehr an von Kälte, die ihr Herz tief in ihrem Inneren umfangen hielt. Sie hatte Vieles in ihrem Leben verpasst. Chancen, Möglichkeiten, aber vor allem die wahre Liebe zu einem Menschen, dem sie ihre ganze Leidenschaft, ihren Schmerz und ihre Ängste offenbaren konnte. All dies lag in ihr brach, ausgedorrt wie eine Rose im Wüstensand, lang nicht mehr genährt, verkommen und vergessen. Sie wusste nicht, ob sie noch Schmerz oder Liebe oder Angst oder Leidenschaft zu empfinden im Stande war. Und dies wurde ihr bei dem Anblick ihres älteren Sohnes in diesem Augenblick wieder bewusst.

    Sie verlor nicht nur ein Kind. Sie würde ihr einziges Kind verlieren, den Schatz, der all ihre Ängste, ihre Leidenschaft, ihren Schmerz und ihre Liebe trug. Theben war der Sohn ihres Vaters und mehr noch das Scheusal, zu dem dieser ihn erzogen hatte, auch, wenn sie wusste, dass sie daran nicht ganz unschuldig war. Vielleicht gab sie Theben noch immer die Schuld, dass ihr Mann gestorben war, und er zahlte es ihr mit gleicher Münze heim. Sein Tod hatte das Band zwischen Mutter und Sohn zerrissen und an seiner Statt war ein Neues getreten, welches nun Sakkara und Ptah nährte.

    Sakkara hob die Hand und ließ sie mit einem lauten Knall gegen die Wange Thebens knallen. „Hat irgendjemand dir erlaubt zu sprechen, Sohn?“, fragte die Mutter eisig und ignorierte den aufsteigenden Zorn und den Hass in den Augen des Jungen, „Wenn die Erwachsenen reden, wirst du schweigen, bis jemand deinen Namen ruft oder dir eine Frage stellt. Und nun tritt zurück und lass uns unsere Arbeit machen. Wir reden später weiter.“, befahl Sakkara mit scharfer Stimme und winkte Theben herrisch aus ihrem Blickfeld. „Los. Beweg dich!“

    Die Frau mit den schwarzen Haaren unterdrückte ein resignierendes Seufzen, als Theben noch einen Augenblick stehen blieb und schließlich mit zusammengebissenen Zähnen tat, was sie ihm befohlen hatte. Wenn sie wollte, könnte sie ihn umbringen. Ihr standen alle und noch so viel mehr Möglichkeiten dazu offen, doch sie hoffte noch immer, dass dies nicht nötig sein würde. Er gefährdete nicht nur ihre Stärke, sondern auch ihre Position innerhalb der Kurie und aus dem Blut, was einst das ihre war, ward Gift geworden. Und Hoffnungen waren die Lüge, die man sich über die Zukunft erzählte. Es gab keine Hoffnung.

    Sakkara schloss die Augen, ehe sie den Arm um die Schulter Ptahs legte und ihn vorsichtig einen Schritt nach vorne drängte. Dann drehte sie ihn um, nahm seine noch so zarten, kleinen Händen in die Ihre und rang sich ein schwaches Lächeln ab, welches ihre Augen nicht zu berühren vermochte.

    „Erinnerst du dich an die Geschichte des kleinen Noal, der seinen liebsten Hund erschlagen musste, als der Tag kam, da die Welt seiner bedurfte?“, fragte sie den schwarzhaarigen Jungen mit ruhiger Stimme, „Heute ist dieser Tag für dich gekommen. Nur, dass du niemanden töten wirst.“ Noch nicht., fügte sie in Gedanken an, „Hab keine Angst, vor dem, was geschehen wird. Du bist hier in Sicherheit. Alles wird gut.“

    Sie brachte diese Lügen über die Lippen mit der gleichen Ruhe, mit der sie ihm einst die Wahrheit gesagt hatte. In diesem Augenblick widerte sie sich selbst an, doch statt, dass ihr Lächeln gefror, wurde es breiter, als begänne sie, die falsche Hoffnung selbst als die wahre Zukunft zu begreifen. „Und nun geh in die Mitte und tu, was man dir sagt.“

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    Schwertmeister Jaryvil's Avatar
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    Jaryvil is offline
    Was bei der Macht des Chaos..? Wut stieg in dem heranwachsenden Mann auf, hatte es diese Frau, seine .. Mutter doch tatsächlich gewagt ihn der Versammlung zu verweisen. Sie hatte es jedoch als Mutter getan, nicht als Wortführerin und so war es sicherlich nicht bindend für ihn. Trotzdem hatte er die große Halle verlassen, sonst hätte sich der Zorn vielleicht noch einen Weg gebahnt und das war zu vermeiden. Zwar wusste er nicht viel, wenn denn überhaupt etwas über die Macht seiner Mutter. Und das Unbekannte sollte man lieber nicht herausfordern.. Die Worte seines Vaters bahnten sich wieder den Weg in seine Gedanken. Vor allem, da ich selbst nicht mehr als niedere Magie beherrsche..

    Die Schritte Thebens führten ihn durch den Gang, den er vorher gekommen war. Verdammt! Seine Seele schrie auf und leises Knistern war zu hören, doch es wuchs an und plötzlich krachte es. Eine Tonvase, die an der rechten Wand stand wurde durch unsichtbare Kraft einige Meter weit geschlagen und hatte sie in mehrere Teile zerbrochen, die schließlich beim Aufprall noch einmal brachen. Vater, warum musstest du mich zurücklassen? In so einem schwächlichen Zustand! Es war kein flehen oder bitten, es war Zorn, der diese Gedanken ans Tageslicht förderte. Und er brachte Theben dazu, auf dem Absatz kehrt zu machen und zurück zur Versammlung zu gehen. Sakkara konnte es sich nicht erlauben, sich nun von ihm ablenken zu lassen, falls der Ritus bereits angefangen hatte.

    Der Ritus. Ich weiß nun noch immer nicht, was mit Ptah geschehen wird Viele verschiedene Möglichkeiten kamen in Betracht und keine einzige konnte er ausschließen. Wird er zerrissen werden? Blut spuckend zu Boden gehen? Oder schließt er einfach seine Augen und sackt zusammen? Die Chance, dass er überlebt, schätzte Theben eher gering ein. Ihm war es egal, denn mit seinem Bruder hatte ihn nie viel verbunden. Er war das Kind seiner Mutter und die schien ihn im Fortschritt seiner Entwicklung immer mehr aufhalten zu wollen und das war eine Sache, die gefiel ihm eher weniger.

    Sakkara.. Zornig fiel sein Blick auf die Frau, die dort ihren Ptah ins Messer laufen ließ. Und Theben wollte zur Stelle sein um das Schauspiel zu beobachten.

  6. View Forum Posts #26
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    Kurz wanderte Na'ims Rechte zur Falte über seinem Hintern, um sich eines lästigen Juckreizes zu entledigen, dann hatte er für seinen Teil genug von diesem Mist angehört.

    "Können wir vielleicht mit dem lästigen Theater aufhören und endlich beginnen? Es ist ja nicht so, dass ich nicht Interesse an der Familie unserer sehr geschätzten Sakkara hätte, aber mich erwarten dringende Geschäfte in Mora Sul, die nur wenig Aufschub dulden. Also bitte ja - ein wenig mehr Konzentration auf den Anlass unserers Treffens.", meckerte der Dicke und seine Worte waren ertränkt von schweren, varantischem Akzent, doch überraschend höflich gewählt.

    Dieser Unsinn musste endlich ein Ende haben. Kindereien eines Jungspundes, der noch nie über die Dünenkämme seiner Oase geblickt hatte und dazu das Geschwafel dieser eingebildeten Ziege, wenn Baquìr dem kein Ende bereitete, dann musste eben er einschreiten. Warum fuhren sie eigentlich nicht mit dem Ritual fort?

  7. View Forum Posts #27
    Burgherrin Melaine's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Da standen sie nun. Die Vier, die verblieben waren, das Choas zu finden, hoffend, dass es sich über die Welt erhob und jene wie eine Decke unter sich verbarg, auf dass die Herzen der Menschen angesichts der hervortretenden Grausamkeit ihrer eigenen Art stumm und ohne Kunst der Panik anheimfielen und begannen, sich an sich selbst zu vergehen.
    Dies war das Ziel ihres Ordens, der Kurie der Schräge, der einzigen Institution dieser Welt, die einen klaren Blick auf die Kleinkriege der Menschen hatte und sich anmaßte, zu wissen, wie jene ein für alle Mal beendet werden konnten.

    Sie mochten nun keine Institution mehr sein. Ihre Mitglieder waren verstreut und das höchste Ziel war mit der Zeit wie Tinte im Licht der Sonne ausgebleicht. Nur noch diese Vier standen dem Antlitz der Wahrheit gegenüber und vermochten sie, so glaubten sie, zu beherrschen.

    Sakkara nahm war, dass Theben gegen ihre direkte Weisung in den Raum zurückgetreten war, doch vermochte es, ihren Zorn kühlend, dies zu ignorieren. Er war nur ein schwaches Glied in einer Kette, von der Magie nur wenig berührt und von dem Gott nicht einmal angeschaut. Ganz anders wie Ptah. In ihm ruhten nicht nur ihre Hoffnungen, in ihm ruhten die Hoffnungen der gesamten Menschheit. Die Macht, die ihm mit seiner Geburt anheimgefallen war, erschien angesichts der um sie herum wallenden Dunkelheit schier unermesslich zu sein. Es war bedauernswert, dass sie den Adiuros gebären musste, dass sie dazu auserwählt worden war, dass sie sich, anstatt ihn vollends vorzubereiten, in ihn verliebt hatte. Sie war zu sehr Mutter gewesen, als dass sie behaupten könnte, dieser Gemeinschaft ehrlich gedient zu haben. Doch es reichte noch immer aus, weil sie wusste, dass es reichen musste.

    „Eure Geschäfte sind so belanglos wie ihr.“, erwiderte Sakkara kalt an den fetten Händler gewandt. Sie wusste nicht mehr, wann sie jeweils begonnen hatte, die Personen neben ihr in diesem Raum zu hassen. Aber sie wusste, warum sie ihn hasste. Er hatte ihre Schwäche ausgenutzt und sie hatte zugelassen, dass er dies tat. Es war das widerlichste, was sie sich selbst in ihrem Leben angetan hatte. Sie verabscheute sich dafür, doch hassen tat sie allein ihn, indes sie die Frage verdrängte, warum sie ihn am Leben gelassen hatte. „Wenn uns gelingt, was wir zu tun bereit sind, ist alles, was uns einst ausgemacht hat, belanglos. Also faselt weniger von eurer verlogenen Eile, sondern beginnt die Größe dieses Abends zu begreifen.“

    Sie war nicht die Wortführerin, aber Baquìr selbst erschien ihr in diesem Augenblick zu schwach, um die Kontrolle zu erhalten. „Ptah. Tritt näher an das Feuer. Schau dir an, was die anderen hineingeworfen habe. Schau es dir genau an, als existiere nichts anderes auf dieser Welt. Es ist wichtig.“, forderte sie ihren Sohn auf und rang sich ein mütterliches Lächeln ab, als ihr kleiner Sohn sie mit ängstlicher Unsicherheit in den Augen fragend anblickte.

  8. View Forum Posts #28
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    Unbeholfen waren die Schritte des Jungen, welche ihn auf Geheiß seiner Mutter näher an das Feuer trugen, welches ihn schließlich verschlingen würde. Gleichsam so, als sträubte sich tief in seinem Inneren etwas gegen die Anordnung und doch übte er Gehorsam aus.

    Karnak war bisher auffallend still gewesen, war augenscheinlich teilnahmslos auf seiner Spitze des imaginären Fünfsterns gestanden und hatte das Geplänkel aufmerksam unter der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze verfolgt, Baquìrs Anmaßung ebenso wie Na'ims Überflüssigkeit, Sakkaras Schwäche, Thebens Unreife und die Unbedarftheit des Jungen und er verachtete all die Anwesenden mit so einer aufrichtigen Hingabe, dass es wohl die ehrlichste Regung in ihm war, die er Zeit seines Lebens zugelassen hatte. All diese Makel, all diese Fehler, alsob irgendeiner aus der Kurie auch nur ansatzweise die Ansprüche erfüllte, welche mit der Aufnahme an sie gestellt wurden. Kein einziger, kein einziger unter Ihnen taugte als Vorbild, als Agent des Chaos.

    Seine Lippen bebten bei dem Gedanken daran, welche unvorstellbare Kostbarkeit er für das Ritual geopfert hatte. Der Feuerschein tanzte auf dem grauen Silber des Amulettes und brachte so die feinen Linien auf dem Deckel zum Vorschein. Ein einzelnes, graziles "V" war darauf zu erkennen und der Gedanke, dass dieses Kleinod und mit ihm jeder Hinweis auf seine Suche in wenigen Stunden zunichte sein könnte, entfachte Vorstellungen in seinem Kopf, die ihm keiner der anderen Akolythen wohl zutrauen würde.

    Auch die Aufmerksamkeit des jungen Ptah schien von dem Schmuckstück gefesselt. Die großen, dunklen Augen schienen etwas in dem Muster ringsum das V zu erkennen, was Karnak entgangen war. Was sah dieser glücklose Bengel nur?

  9. View Forum Posts #29
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    "Lasst uns jetzt mit der Beschwörung beginnen.", wägte Baquìr die eisigen Worte, während er mit zunehmender Verstimmung die Spannungen verfolgte, "Der Ritus basiert auf alten Schriften, welche wir aufgrund der Mittel, die Na'im uns zur Verfügung gestellt hat, durch Karnaks Quellen aufspüren und in unseren Besitz bringen konnten. Sie waren vor dem Verfall der letzten Kurie lange Zeit Bestandteil der Gemeinschaft der Schräge und nun da ich sie nach langem Studium entschlüsseln konnte, halten wir in unseren Händen das Ritual von Ombos, einem Vorvater der Kurie. Meinen Übersetzungen zufolge werden wir damit eine Wesenheit des Chaos selbst freisetzen, die diesen Kontinent in seinen Grundfesten erschüttern wird."

    Na'im quittierte seine eröffnenden Sätze mit einem öligen Lächeln, während er an dem speckigen Goldring an seinem linken Zeigefinger spielte. Theben schien sich indes wieder beruhigt zu haben und hatte seine vorgesehene Position wieder eingenommen. Sakkaras Blick ruhte auf ihrem jüngsten Sohn, der die anderen Opfergaben inspizierte und Karnak war stumm wie eh und je.

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    Karnak war ein seltsam verstimmter Mann, der, wenn man ihn recht beobachtete, stets in eine saure Zitrone gebissen zu haben schien. Sie hätte Respekt für ihn empfinden sollen, war er doch derjenige, welcher die Kurie erst ihrer Aufgabe überantwortet hatte und dies, obschon Baquìr zum Wortführer ernannt worden war. Aber Bacquìrs einziger Vorteil lag darin, dass er im Gegensatz zu den anderen, ein größeres Verständnis längst verfallener Sprachen besaß.

    Sakkara neigte den Kopf, als an der Haltung ihres Sohnes zu erkennen war, dass sein Blick konzentrier war. Dies war der Augenblick, da die Magie in seinem Inneren sich seiner bedienen würde, ihn langsam und fortwährend seinem Geist entreißen würde, damit das Ritual beginnen konnte.

    Die Mutter fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und für einen Augenblick übermannte sie der Reflex, ihren Sohn aus diesem finsteren Werk wieder herauszuziehen. Ihr Herz begann schneller zu schlagen und ihre Hände wurden feucht, während Tränen in ihre Augen traten und ihre Knie weich wurden, ganz so, als wollte ihr Körper im nächsten Augenblick unter Krämpfen zusammenbrechen.

    Ihre Augen zuckten zu den anderen Mitgliedern der Kurie. Sie schienen es nicht wahrzunehmen, obschon ihr Blick auf ihr lag. Sie war nicht… schwach.

    Ihre Lider schlossen sich. Dann öffneten sie sich wieder. Melaine hob die Hand vor den Mund und unterdrückte ein leises Wimmern. All die Gefühle, die in ihr um die Herrschaft kämpften. Sakkaras Schmerz, all ihr Leid, ihr Hass und ihre innige Liebe zu ihrem Sohn. Und doch war sie bereit, ihn zu opfern… für… Chaos… allein ob der Hoffnung, dass die Menschen, dies es beschworen, als Erstes starben und die Welt daran zerbrach… Woher kam all dieser Hass? Konnte sie das Licht nicht sehen, dass in ihrem Sohn erstrahlte?

    Sakkaras Lächeln, zuvor noch mütterlich, gefror zu eisiger Kälte. Ihre Wangen waren feucht, als hätte sie geweint, doch sie ignorierte dies. Sie ignorierte alles. Sie war Eis. Sie war Zorn. Sie war Hass. Mehr bedurfte sie nun nicht mehr.
    Ihre Magie schwoll in ihrem Körper an und diese leise Stimme, die wohl ihr penetrantes Gewissen war, wurde von einer kalten Flut erfüllt, als die Macht der Finsternis jede Faser ihres Leibes durchdrang.

    Dann schnappte sie nach Atem. Erstaunt über die Macht, die durch ihre Adern floss.

    Nein. Sie war Eis. Es gab keine anderen Gefühle. Mit aller Kraft unterdrückte sie einen Fluch, der einer Frau nicht geziemte. „Etwas…“, wollte sie sagen. Doch im nächsten Augenblick hatte sie es vergessen. Die Magie hatte sie eingenommen und die leise Stimme war verstummt, als wäre sie nie dagewesen. Tatsächlich war sie nie dagewesen… damals…

  11. View Forum Posts #31
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    Es begann mit einem einzelnen, tiefen Ton, ein Summen kaum, welches des ganzen Körpers zur Resonanz bedurfte. Gespeist aus dem Pochen des Herzschlags, genährt aus Strömen der Magie, setzte es die Stimmbänder Baquìrs in Schwingung.

    "Esh qotah Ru gim darkasz", formten die dünnen Lippen die befremdlichen Laute, welche um Oktaven tiefer lagen, als die normale Stimme des Wortführers, und erweckten dabei der Miene Baquìrs zu urteilen nach den Anschein, als hinterließen sie schwarze Galle auf dessen Zunge, "Vren al sihk to'r yeraba Chuz'd fir kosh qotai ben narkasz Kòl dhur ge'r barbasa"

    Unter dem vielfachen Wiederhall der Worte durch die niedrige Gewölbedecke der Kammer wuchs eine seltsame Vibration heran, die befreit von den Ketten von Zeit und Raum bis zu dem Ort von Ptahs Geist durchdrang. Er erwachte aus einem Schlaf, der keiner war, in einem Körper, der nicht für ihn bestimmt war, an einem Ort, der schon lange nicht mehr war.

    Was geht hier vor sich?

    Wie durch Schleier von Nebel schien seine Fähigkeit Eindrücke aufzunehmen behindert.

    Wo bin ich?

  12. View Forum Posts #32
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Die Worte hallten durch den weiten Raum und erzeugten ein unheimliches Echo, welches einen kalten Schauer über den Rücken der schwarzhaarigen Mutter jagte. Ihren Augen waren zwei funkelnden, glatt polierten, schwarzen Steinen gleich auf das Feuer in der Mitte der fünf Kurienmitglieder gerichtet. Karnaks Opfergabe, die im Feuer lag, erstrahlte in einem dunklen Karmesinton, während sich auf den Armen der Magier schwarze Linien bildeten, die in wirrer Eile zum Schwingen der Sprache Baquìrs immer dem Auge fremdere Muster und Formen bildeten, bevor sie sich mit dumpfen Schweigen von den Leibern erhoben und im Raum zu tanzen begannen wie schwarze Schatten, die direkt dem Schlund der Dunkelheit entrissen worden waren.

    Im Singsang der Stimme rasten sie durch den Raum und schienen jedwedes Licht aufzusaugen und gleichzeitig aus sich selbst heraus zu strahlen, doch anders, als jede bekannte Form von Helligkeit, furchterregender, drohender, tödlicher, als alles, was der Menschheit bis anhin bekannt war.

    Sakkara stand mit kalter Gelassenheit in der Szenerie und nährte den magischen Funken in ihrem Inneren mit immer mehr ihrer Magie, dass die schwarzen Schatten, die sich um sie herum erhoben, an Kraft gewannen. Sie tat es ruhig und gleichmäßig, darauf achtend, dass sie sich nicht von dem Rhythmus der drei Männer und ihrem nutzlosen Sohn unterschied.

    In ihrem inneren hingegen saß eine rothaarige Frau auf einem schmalen Stuhl und beobachtete fassungslos, was vor ihr geschah. Bilder zuckten vor ihren Augen. Vereinzelt und unklar. Was zuvor nur Emotionen waren und eine tiefe Verwirrung gewesen war, gewann langsam an Klarheit, wenngleich die Bilder, die kamen, um direkt wieder zu vergehen, kaum mehr als einen traurigen und bitteren Geschmack hinterließen. Sie konnte weder fassen, noch verstehen, was dort geschah und war machtlos gegenüber der Narretei, die sich aus den Bildern ergab. Sie hatte das dringende Bedürfnis, dem allen Einhalt zu gebieten, doch sie war noch immer nicht mehr als stumme, leidende Beobachterin. Etwas hielt sie gefangen, doch egal, was sie versuchte, sie spürte nicht, was es war. Es war eine Ahnung, nichts ändern zu können, es doch versuchen zu wollen, hoffend, etwas zu erreichen, glaubend, dies tatsächlich tun zu können, und wissend, dass egal, was auch geschehen würde, die Zeit längst ihr Urteil geschrieben hatte. Sie erhob sich aus dem Stuhl… Das war der reinste Wahnsinn…

    AUFHÖREN!
    Last edited by Melaine; 06.01.2012 at 23:51.

  13. View Forum Posts #33
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    "Kharsz mud'hel al zu-", erstarb die Stimme in Baquìrs Mund und der Atem, welcher sie austieß, verließ seinen Körper, um sich Karnaks zu bemächtigen.

    "-cere na'r Rem quotah fis ghed Vhor gasz el khush.", drang nun der unmenschlich tiefe Hauch aus dem Munde Karnaks, "Barbasa chnum ereda'r Mhik qutoa lisz y'ed Tul'ei grosh riew khush"

    Während die dumpfe Lautstärke des Beschwörungsrituals in der Kammer weiter anschwoll, begann sich der schwarze Schatten über dem Feuer in einem grellen Fokuspunkt zu konzentrieren. Auch der Rauch schien darum zu verschwinden, ebenso wie alle verbliebenen Rest von Licht.


    Der kleine Ptah starrte mit offenem Mund auf das, was sich vor seinen Augen abspielte. Entsetzen im Angesicht der Zeichen uralter Magie, die dort zugange war, Schrecken über die Kulisse des Schauspiels, die Stimme, welche aus beiden Männern gleich erklang und bloßes Unverständnis darüber, was seine Mutter und sein Bruder nach hier unten trieb. Es schien nicht richtig. Das alles war nicht richtig. Er... ach er war bestimmt eingenickt. Oben am Brunnenschacht durch die Mittagshitze schläfrig eingedöst und nun träumte er komische Sachen. Aber wie sagte sein Bruder doch immer bei schlimmen Träumen?

    Man muss sich nur feste zwicken, dann wacht man auf.

    Hehe... auf Theben war eben Verlass. Voller Zuversicht bewegte sich die Rechte auf den linken Unterarm zu. Daumen und Zeigefinger spreizten sich ein wenig, nur um kurz darauf mit voller Kraft loszuschnellen und die weiche Haut zwischen den spitzen Fingernägeln einzuquetschen. Es brauchte keinen Atemzug, nicht mal einen Wimpernschlag bis der erlösende Schmerz eintrat. Scharf atmete Ptah ein, blinzelte kurz. Zwickte sich darauf nochmal und zur Sicherheit ein wenig fester. Nichts. Er wechselte die Hand, nutzte nun die Linke um den rechten Unterarm zu zwicken, kniff so fest zu, wie er nur konnte bis die Haut riss und Blut vorquoll. Er träumte nicht. Das alles geschah wirklich.

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    Burgherrin Melaine's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Die Worte verblassten auch im Munde Karnaks und sprangen wie ein wilder Funke vom Wind ergriffen auf die schwarzhaarige Frau über, die mit offenen Augen der Szenerie bis anhin schweigend beigewohnt hatte, während ihr Herz in tiefer Trauer gefangen, den kleinen Jungen beobachtete, der voller Verwirrung am Feuer stand und nicht wusste, was mit ihm geschah.
    Die Arme Sakkaras hoben sich in demütiger Ehrerbietung einem Wesen gegenüber, dessen Namen sie nicht kannte, dessen Art sie nur erahnte und dessen Wille jedwede Hoffnung noch vor ihrem keimen Zerstören konnte. Selbst, wenn er mit einer Saat in Verbindung gebracht werden konnte, so wusste niemand um die Pflanze, die aus jener entspringen konnte, und ahnte doch, dass es eine des Chaos sein musste, nun, da das Ritual soweit fortgeschritten sein Wesen offenbart hatte.

    „Shak an’kar Orn. Muhard en’ToRr zem Quirl de Znar Tyes burR lärn Uk! Khuros Khuros an Bartyl yierk Quartas!“, erscholl die Stimme der Mutter mit dämonischem Bass durch den Raum und erschien so fremd, als würde sie nicht von ihrem Resonanzkörper getragen, sondern von einem, der fern dieser Welt sich lediglich ihres Mundes bedient hatte, um seinen Zorn hinaus zu brüllen.

    Sakkara erbebte unter den Worten der Macht und unverhohlen rannen ihr Tränen schwarzen Blutes über die Wangen, rissen die Haut ihres einst makellosen Gesichtes auf und gruben sich harten Fingern gleich in ihr Fleisch, gierig, als wollten sie es von ihrem Skelett reißen und fressen.

    „Shak an’kar Gurl. Meh Meh I Ar Rufrn dar Gur’tun Zer kosh lurush Tar!“, brüllte die Frau hinaus und mit diesen Worten schien ihr gesamter Zorn, all ihr Hass und all ihre brennende Wut aus ihr hinausgezogen zu werden und in einem Schwall schwarzen Nichts in das Feuer zu stoßen, dass mit einer lodernden Stichflamme Antwort auf die willkommene Nahrung gab.

  15. View Forum Posts #35
    Lehrling Schemen's Avatar
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    Schemen is offline
    Lodernd schlugen die schwarzen Flammen zur Gewölbedecke hoch, wo sie sogleich von dem magischen Fokuspunkt in dichtem Rauch erstickt wurden.

    Indes hatte die Grabesstimme sich einen neuen Sprecher erwählt, die Adern traten auf Na'ims schweißnasser Stirn hervor, als die uralten Worte wie brennendes Pech aus seinem Mund traten:

    "Heresh ksai q'uL reghalak Yosh jerwen do'r merhatak." Beim Verklingen jeder Silbe schienen die dunklen Schweinsaugen des Sklavenhändlers mehr und mehr herauszutreten. "Gunedai wer dras'quitar Bhelen kar hish szanotar."


    Unterdessen hatte der Brodem über dem Feuer ein gewisses Eigenleben entwickelt. Durch die Beschwörung in einen sich langsam drehenden Strudel schlängelnd, begannen vereinzelte Schwaden des Rauches, den Tentakeln eines Kraken gleich, in Richtung der letzten Opfergabe zu züngeln. Dort wo die Magie des Rituals in Kontakt mit Ptahs Haut kamen, wurde diese aschfahl.

  16. View Forum Posts #36
    Burgherrin Melaine's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Die Worte des fetten Sklavenhändlers erhoben sich wie aus einer fremden Sphäre gesprochen über die Köpfe der anwesenden Menschen und hallten in ihnen wieder wie das Echo eines Glockenschlages. Seltsame Konturen bildeten sich im Feuer und Sakkara glaubte ihr eigenes Spiegelbild darin wiederzufinden, als würde das, was der Rauch sah, als Bild zurückgeworfen, obschon es keinen Grund dazu sah.

    Vielleicht aber hatte sie auch längst die Erschöpfung an einen Punkt getrieben, da ihr Hirn als Warnung die ersten Aussetzer gebar. Sie spürte selbst, wie ihr Denken allmählich langsamer wurde, wie alles um sie herum verschwamm und gar Ptah vom Rauch umschlungen langsam immer blasser zu werden schien, als saugten die Flammen alles Leben aus ihm heraus.

    Die Mutter schüttelte traurig den Kopf und das beklommene Gefühl verschwand nicht. Allein dem Verschwimmen ihrer Umgebung wurde so Einhalt geboten, während die Blässe ihres Sohnes noch hervorzutreten schien.

    „Du tötest dein eigenes Kind. Was für eine Mutter bist du?“, fragte Melaine und vermochte es nicht, den Ekel in ihrer Stimme zu verbergen, so sehr widerte sie an, was sie mit ansehen musste. Doch die Frau, die ihrem Geist in diesem Spiel als Wirt diente, reagierte nicht auf ihre Anschuldigung und Melaine wusste nicht einmal, ob sie je reagieren würde. Es war, als Stände sie direkt neben Sakkara, nur näher, und doch trennten die beiden Frauen Jahre. Jahre, die kein Alter symbolisierten, sondern eine Zeit, obschon der Raum ihnen gebot, direkt miteinander zu verschmelzen.

    Sie war nicht fähig, zu erahnen, was es für Ptah bedeutete, an diesem Ritual teilgenommen zu sein, aber sie war sich sicher, dass dieser kleine Junge und der Adept ein und dieselbe Person sein mussten. Er hatte nach seiner Vergangenheit gesucht und nun hatte er sie gefunden. Das Kind würde überleben, doch welche Schäden bedeutete das, was nun passierte?

  17. View Forum Posts #37
    Schwertmeister Jaryvil's Avatar
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    Jaryvil is offline
    Und auch Theben stand nun wieder am Feuer aus schwarzem Hass und chaotischer Magie.

    Er war fasziniert von diesem Ritual, den Worten der Sprecher und den Flammen, die wild nach Nahrung züngelten. Doch Zeit blieb ihm nicht, als Na'ims Stimme erlosch spürte er eine Flut an ungenauen, verworrenen Eindrücken und Bildern, die er nicht zu ordnen fähig war. Und ehe er sich versah, schien er bereits jegliche Kontrolle über seinen eigenen Körper verloren zu haben. Er spürte ihn noch, doch wie von selbst öffneten sich seine Lippen und brachten finsterste Worte über seine Zunge. "Ajkahz rak'krer cozrodr dijawjo Priz'tr" Je länger diese Stimme sich seiner bemächtigte, desto weiter trieb es den Geist des jungen Theben in die Schatten bis irgendwann nur noch der Hauch einer Erinnerung an seinen ehemaligen Körper, an sein Leben bestand. Es blieb ein einziger, finsterer Raum, wohl geschaffen durch den letzten Rest des Geistes, den er noch sein eigenen nennen konnte. Und er war nicht allein. Sein fleischloser Blick erkannte eine fremde Gestalt, verborgen in den Schatten, die Umrisse nur sehr undeutlich.

    "torzorak Inrkir toZ'dro krozor" Ein mächtiger Donner hallte durch die Welt seiner Gedanken und brachte sie zum Wanken, während Theben darunter zusammengebrochen schien. Ein kurzer Ausblick offenbarte sich in die Welt, doch er war gedämpft von Rauch und schwarzen Flammen, die sich jedoch langsam zurückzogen. Je länger er aber versuchte, den Blick zu halten, desto unklarer wurde er, bis er schließlich wieder im finsteren Konstrukt seiner Seele gelandet war.

    "Du verrätst ihn. Opferst ihn zu widerwärtigsten Zwecken. Deinen eigenen BRUDER!" Jaryvil war erfüllt von Zorn, seine Stimme donnerte durch die Stille. [I]"Und für was? Macht. Destruktive Kräfte. Sieh ihn dir an, deinen Bruder. Ein letztes Mal, bevor er elendig verreckt! Wegen dir!" Natürlich wusste er, dass dem nicht so war, doch es war so geplant gewesen. Wie auch immer Ptah es aus diesem Teufelsloch heraus geschafft hatte.

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    Ptah is offline
    Entgeistert folgte Ptah gezwungenermaßen dem Blick Baquìrs, sah auf das sprichwörtliche Unheil, was sich über dem Kopf seines jüngeren Ichs zusammenbraute und hätte sich wohl wegen der Genugtuung, mit der der Wortführer der Kurie die Geschehnisse verfolgte, übergeben, wäre er dazu noch in der Lage. In seiner akuten Verfassung empfand er Abscheu, vor allem aber Angst.

    Unterdessen waren die letzten Worte des Ritualzaubers abgeklungen, was Baquìr zum Anlass nahm vorzutreten und seine Stimme über die trügerische Stille des schwarzen Baldachin aus Rauch zu erheben. Erfüllt von dem erhabenen Gefühl, das alles genauso ablief, wie er es sich zuvor dutzende Male ausgemalt hatte, schritt er würdevoll an das schwarze Feuer heran. Wölfisch war dabei seine Miene und passte so gar nicht zu seinem eitlen Gestelze.

    "Die Beschwörungsformel ist verklungen. Ombos' Worte, durch unsere Körper neu erhallt, haben die Pforte bereitet.

    NEIN!, bäumte sich Ptahs Geist auf. Und mit der Wucht eines Sandkorns, das vom Wind mitgerissen wurde, und wieder auf den Wüstensand zurückfiel, kämpfte er gegen die Schleier an, welche ihn im Kopfe dieses Irren in Ketten gelegt hatten.

    Gemäß dem Ablauf, welchen ich entschlüsseln konnte, entrichten wir nun den Tribut, auf dass er die Zustimmung des Archon findet.", verkündete Baquìr den übrigen Mitgliedern der Kurie und ließ seinen Blick ein letztes Mal durch die Runde kreisen, "Euren abgewandten Gesichtern entnehme ich, dass keiner von Euch willens ist, die Opferung durchzuführen. Nun gut, damit fällt die Wahl wohl auf mich.

    Bei Adanos. Er kann doch nicht... AUFHÖREN!

    Ruhig ließ sich Baquìr neben dem verängstigten Jungen in die Hocke senken und legte ihm beinahe väterlich die Hand aufs Haupt.

    "Na, kleiner Ptah. Wie alt bist du denn?"

    "S...s-s-s-sieben.", stotterte das Kerlchen verängstigt. Flehentlich sah er abwechselnd zu seiner Mutter und dann wieder zu Theben und in seinem Blick lag dabei unmissverständlich eine Botschaft: Bitte. Hilf mir.

    "Sieben. Das ist doch ein kollossales Alter für einen Wüstenräuber wie dich. Hahahaha." Baquìrs Lachen erschallte hohl und unterkühlt. Während die Rechte dem Jungen nervös durch die Haare glitt.

    "Weißt du, Ptah? Du bist etwas ganz Besonderes, denn in deinem Blut liegt der Schlüssel zu all dem, was wir hier tun. Das Probelm ist nur, dass wir nicht wissen wieviel davon wir brauchen. Kann sein, dass der Spuk nach ein paar Tropfen schon vorbei ist - genauso gut," Und während die Antithese in der Luft hing, fuhr Baquìrs Hand an Ptahs Wange hinab und packte seinen Unterkiefer fest wie einen Schraubstock, "kann es aber auch sein, dass wir soviel Blut brauchen werden, dass dir nicht mehr genug zum Leben bleibt. Verstehst du, was ich dir sagen will, Junge?", fragte Baquìr mehr rhetorisch, als ernst bekundetes Interesse daran, ob Ptah noch folgen konnte, und löste dabei wieder den Griff.

    Als er plötzlich einen scharfen Schmerz in seiner Hand spürte. Der - der Mistzwerg hatte ihn die Hand gebissen. Alle Mäßigung in den Wind geschlagen, stieß Baquìr ihn reflexartig um.

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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Rauch erhob sich einer Wolke gleich immer höher in den Raum hinein und blähte sich, als atme sie tief ein. Ein eisiger Wind schien durch den Raum zu streifen und nach dem Nacken der Mutter zu greifen, die es nicht vermochte, ein Frösteln zu unterdrücken, als Baquìr sich ihrem Sohn näherte, sein Gesicht ergriff und seine schmierigen Worte dem mangelnden Verständnis des Kindes überantwortete.
    Zorn wallte neuerlich in ihr auf. Sie wusste, dass dieses Opfer notwendig war, aber es war nicht nötig, das Opfer noch zu verspotten, ehe man es seinem Dienst überantwortete.

    „Schau dich an. Schau, wie erbärmlich du bist. Du stehst hier, siehst zu und hasst dich selbst dafür. Der Schmerz in dir ist real. Du leidest. Dir würden Tränen über die Wangen strömen, wenn du jedwede Gefühle, die dir dies erlaubten, nicht schon vor Jahren getötet hättest.“, murmelte Melaine leise im Inneren der schwarzhaarigen Frau. Und zum ersten Mal wie eine Flocke kalten Schnees erstmalig vor dem Gesicht eines kleinen Kindes tanzte und ihn mit Entzücken reagieren ließ, erhob sich die Stimme Sakkaras innerlich zur Antwort und ließ die Wassermagierin zusammenzucken.

    „Du würdest das Gleiche tun. Ich spüre es. Du würdest das Gleiche tun, um die Welt zu retten. Uns unterscheidet einzig der Weg. Ich habe das Chaos erwählt, du das erbärmliche Gleichgewicht im Namen Adanos‘.“

    Melaine schüttelte bedauernd den Kopf, während sich ein tiefer Schmerz auf ihrem Gesicht abzeichnete. „Nein, würde ich nicht. Die Welt ist mir egal. Alles ist mir egal, wenn es mein Kind wäre. Was du spürst, ist eine Entschlossenheit, die solange Bestand hat, bis ich meine tiefe Liebe meinem eigenen Fleisch und Blut geben darf… bis ich ein Kind…“, die Wassermagierin brach ab. Sie würde vielleicht sich selbst opfern, wenn es die Welt rettete, ihr Kind hingegen würde sie beschützen.

    Dann zuckte die Rothaarige zusammen, als die Bilder Sakkaras neuerlich auf sie einströmten und ihre Sinne zu überwältigen drohten. Baquìr hatte die Hand gehoben und schlug damit in das Gesicht des Siebenjährigen, immer und immer wieder, bis ihm selbst dies nicht genug war und er die zweite Hand noch zur Hilfe nahm.

    Flammende Wut wallte in der Mutter auf. Ihre Hände verkrampften sich in ihrem Rock und ihre Zähne knirschten von ungebändigter Gewalt getrieben. Tu es!, schrie die Magierin des Wassers, Bevor es zu spät ist. Was nützt dir eine gerettete Welt, wenn du im Schmerz vergehen wirst, weil du das Einzige, was dir je etwas bedeutet hat, verloren hast?

    Die Mutter sprang vor und fing den nächsten Schlag Baquìrs ab. „Aufhören!“, donnerte ihre Stimme kalt dem Wortführer entgegen. „Es ist genug, was wir mit ihm machen. Deine sinnlose Gewalt, deine impulsive Art kannst du…“
    Die andere Hand des Mannes landete hart im Gesicht Sakkaras und für einen Augenblick wurde ihr schwarz vor den Augen. „Schweig, Hure!“, peitschte die Stimme des Mannes durch den Raum, als ihr Körper unsanft auf den Boden aufschlug.

    Sakkara schrie. Aus Hass, aus Zorn, aus Wut, aus Schmerz, auf allem, was zu empfinden sie noch im Stande war, und riss einen silbernen Dolch aus ihrer Scheide, während sie sich sprunghaft wieder erhob. Die Klinge drang tief in die Brust des Mannes ein, während der Stoß ihres Körpers ihn näher ans Feuer brachte. Ihre Hände rissen an seinen Haaren und drückten seinen schmierigen Schädel näher den Flammen entgegen, indes ihr Gesicht einer verzerrten, grausamen Maske der Verzweiflung glich.

  20. View Forum Posts #40
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    Beinahe teilnahmslos verfolgte Karnak wie Sakkara wohl in einem Anflug von Mutterliebe den vorbestimmten Henker ihres Kindes richtete. Leblos lag der Oberkörper des ehemaligen Wortführers jetzt in den Flammen, zum Schweigen verdammt - auf ewig.

    Etwas Tadelndes lag in seiner Stimme, als der Verhüllte behutsam auf die aufgebrachten, noch immer schwer atmende Mutter zuschritt. "Warum denn so impulsiv, meine Liebe? Musstet Ihr ihn denn gleich umbringen?"

    "Bist du verrückt?", brüllte hinter ihm Na'im, der auf Baquìrs Leichnam starrte, während aus dem leise knisternden Feuer sachte Funken schlugen, "Sie hat ihn kalt gemacht. Sie hat ohne mit der Wimper zu zucken den Wortführer umgebracht. Darauf steht der Tod."

    "Halt den Mund.", knurrte Karnak mit einer Autorität, die Na'im murrend auf seinen Platz im Fünfstern zurückwies. Einen Augenblick später lag wieder Verständnis in seiner Stimme, kullerten die Worte wie Perlen der Empathie zwischen den Lippen heraus, "Wir hatten doch darüber gesprochen, Sakkara. Es war alles beschlossene Sache. Ihr selbst gabt damals Eure Einwilligung und nun erlebt ihr plötzlich einen Sinneswandel? Im letztmöglichen Augenblick? Was ist denn bloß los mit Euch?"

    Bei seiner Runde um das Feuer hielt Karnak kurz inne und bückt sich kurz zu Boden um die silberne Halskette des Amulettes zu greifen. Wieder aufgerichtet, setzte er seinen Weg zu Sakkara fort, an seiner Seite baumelte das Silber.

    "Wir alle hatten uns auf einen persönlichen Tribut verständigt. Wir alle hatten einen Preis zu zahlen. Es ist ein Geschäft. Ein Handel und auf einmal kurz vor Abschluss des Vertrages, erteilt ihr dem Unterhändler unvermittelt eine endgültige Absage. Kein Wunder, dass Na'im - der Geschäftsmann, der er ist - aufgebracht ist. Hättet Ihr also die Güte Euer Handeln dem Rest der Kurie zu erklären?"

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