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  1. #1 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    Dec 2010
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    Sich mal auf einen Tee zusammenzusetzen, ein wenig erzählen, was man so denkt zu einem Bild, zu einem Zitat oder einen begonnenem Text. Dafür soll hier ein Raum sein. Jeder kann mitmachen. Er liest sich die Regeln durch und schreibt eine Kurzgeschichte, wenn er möchte. Wer darüber diskutieren möchte, seine Meinung sagen, Loben oder maßvoll Hinweise geben kann das hier in dem Diskussionsthema. Und damit man den Überblick behält, fasst ein Inhaltsverzeichnis alles zusammen. Auch Vorschläge, was man zu einem Tee alles erzählen kann, werden in der Diskussion gern aufgegriffen.


    Inhalts- und Autorenverzeichnis:

    Ice ManBild 1 TomDeMy • Einhörner sind gut - Der Weg der Dienerin • Bild1 Leeyara • Lynn und Liz • Bild 1 TomDeMy • Wenn Wünsche wahr werden • Bild 2
    Annalena • Schuldgefühle • Bild1 Moku • Absurdus • Bild 1 VRanger • »Zu jung für was? Zum Sterben zu jung?« • Bild 1 Fawks • Wenn Wege sich kreuzen • Bild 1
    TomDeMy • Blut • Bild 1 Silva • Zusammenhalt• Bild 1 ~ • ~

    Moku • Requiescat in Pace • Bild 1 VRanger • Ein wunderbarer Fund • Bild 1 TomDeMy • Heimweg • Bild1 Kritiker2 • Eine Schlachtszene • Bild 2
    Fawks • Eine sonderbare Statue • Bild 2 VRanger • »Lohnt ein Sieg um jeden Preis?« • Bild 2
    Shepard Commander
    »Das Grauen im Stein« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Die Wächter« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Die Halle der Bewahrung« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Ein Abend mit den Wächtern« • Bild 1
    »Das Grauen im Stein | Der Aufbruch« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Charis« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Der Angriff« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Die Schlacht« • Bild 1
    »Das Grauen im Stein | Wehe den Besiegten« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Der Thaig Cadash´ar« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Düstere Vorzeichen« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Fürchtet nicht das Dunkle« • Bild 1
    »Das Grauen im Stein | Verbotene Türen, verdorbenes Wissen« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Die Verteidigung der Mauer« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Das Grauen« • Bild 1 »Das Grauen im Stein | Das bittere Ende« • Bild 1

    Thema #3
    Redcliffe ...
    Emerahl • Was habe ich getan? • Bild 2 Fawks • Böse Mächte • Bild 1 VRanger • »Frei!« • Bild 1 Annalena • »Gebrochenes Herz« • Bild 1
    Annalena • »Zerbrochenes Glück« • Bild 1 Emerahl • Träume • Bild 2 TomDeMy • Des einen Freud, des anderen Leid • Bild 1 TomDeMy • Ein Missverständnis oder Eine ganz normale Nacht in Redcliff • Bild 1
    TomDeMy • A forte amore • Bild 2

    Annalena • Erinnerungen • Bild1 Annalena • Gemeinsamkeiten • Bild2 Emerahl • Pflichten • Bild 1 TomDeMy • Paradies – ein unlesbares Wiedersehen in einem Satz • Bild 1
    VRanger • »Ein Glücksbringer« • Bild 2

    Thema #5
    Morrigan ...
    Fawks • Morrigan – Der Beginn einer Beziehung • Bild 1 VRanger • Ich will nicht weinen! • Bild 1 Xallan • Morrigan • Bild 1

    Fawks • ohne Titel • Bild 1 & 2 VRanger • Alte Füchse gehen schwer in die Falle? • Bild 2

    Fawks • Die dunkle Brut/Die Verteidiger • Bild 1 & 2

    Thema #8
    Mabari ...
    VRanger • Klecks • Bild 1 Fawks • Mabari ... • Text 1 VRanger • Klecks II • Bild 1

    Annalena • Besinnliches und traumversunken ... in den Fängen von Dämonen • Bild 1 Fawks • Ein ganz privater Moment der Liebe • Bild 2 VRanger »Ruhe nach einem schweren Tag« • Bild 1
    Shepard Commander
    »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 1« • Bild 1 »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 2« • Bild 1 »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 3« • Bild 1 »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 4« • Bild 1
    »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 5« • Bild 1 »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 6« • Bild 1 »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 7« • Bild 1 »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 8« • Bild 1
    »Kill ´em all / Der Turm des Zirkels ~ Teil 9« • Bild 1


    Thema #10
    Der Inquisitor ...
    Shepard Commander »Der Drache im Sand« • Bild 1 Annalena • Die Hut Saga (Part 1) • Bild 2 VRanger Chirotocae – Teil 1 • Bild 2
    VRanger is offline Last edited by VRanger; 23.08.2014 at 10:23. Reason: Teilnehmer aktualisiert
  2. #2 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    Regeln für die Geschichten auf einen Tee

    Hier geht es um das Schreiben von Kurzgeschichten um Ferelden oder um Episoden, die zumindest im Mittelalter angesiedelt sind. Es sollen Beiträge der freiwilligen Art sein. Aber, so wie es bei einem Glas Tee ist, ohne Eile und Hast. Deshalb keine Siegerplätze, Titel und Ränge. Aber ein faires Feedback zu den Beiträgen sollte es schon geben, ist aber freiwillig.

    Länge der Kurzgeschichte
    • Höchstens zwei Din A 4 Seiten oder
    • 1.000 bis 1.200 Wörter
    Inhalt und Gestaltung des Textes
    Die Texte sollten folgende Inhalte haben:
    • Titel im Post
    • Überschrift
    • Text
    • Sign bitte ausschalten
    Gestaltung:
    Die üblichen Formatierungen (fett, kursiv, normal) können verwendet werden. Die Kennzeichnung von wörtlicher Rede oder von Gedanken sollte sich aus dem Text erschließen und im Beitrag einheitlich sein. Bilder sind in den Texten nicht zugelassen und auch nicht erforderlich.
    Wer kann mitmachen?
    Jeder der sich traut und die Regeln einigermaßen einhalten möchte.
    Muss man immer mitmachen?
    Nein, so wie man Zeit und Interesse hat.
    Wo kann man mitmachen?
    1. Zum einen natürlich beim Schreiben der Kurzgeschichte.
    2. Aber auch beim Feedback zu den veröffentlichten Beiträgen.
    3. Schließlich werden auch immer Vorschläge für neue Themen gebraucht.

    Die Beiträge zu den Nummern 2 und 3 werden bitte in der Diskussion veröffentlicht.
    Kann man seine Beiträge ändern?
    Ja kann man. Bis zum Abgabetermin ist das sogar erwünscht. Denn es kann ja sein man sieht noch einen Tippfehler. Nach dem Abgabetermin eigentlich nur, wenn man die Hinweise zu Buchstabendrehern aus der Diskussion annimmt. Bitte den Grund der Änderung in den Post schreiben.
    Was wird es für Themen geben?
    Die Themen werden im Forum vorgeschlagen und es wird über das nächste Thema mehrheitlich abgestimmt.
    Es kann Themen geben, die sich auf ein oder zwei Bilder mit etwas Hintergrundtext, auf ein Zitat oder dem Beginn einer Geschichte beziehen.
    Es besteht kein Anspruch darauf, dass ein Themenvorschlag von den Schreibenden angenommen wird oder unverändert bleibt.
    Wann geht es los und wie lange hat man Zeit?
    Der Starttermin wird mit dem Thema in den »Geschichten auf einem Tee« bekanntgegeben. Dieser Termin wird vorher in der Diskussion abgestimmt. Die Frist bis zur Abgabe ist derzeit offen.
    Kann man auch zu älteren Beiträgen noch eine Geschichte schreiben?
    Ja, gern. Denn es kann ja durchaus sein, dass gerade jetzt Zeit dafür ist oder die zündende Idee aufkommt. Deshalb Bitte beim Beitrag immer das Thema angeben.
    Kann man seine Meinung zu den Kurzgeschichten schreiben?
    Ja, das ist erwünscht. Doch bitte ein wenig abwarten. Meist, bis das nächste Thema bereit steht. Für das Schreiben eines Feedback gibt es keine Abgabefrist. Es kann jederzeit geschrieben werden. Bitte in der Diskussion veröffentlichen mit einem Link zu dem rezensierten Beitrag. Bitte schreibt höflich und überlegt, ob man an der einen oder anderen Stelle einen Spoiler verwendet.
    Kann man mehrere Beiträge zu einem Thema schreiben?
    Ja, das ist gern gesehen. Es kann auch zu jedem Bild, Textzitat o. ä. etwas geschrieben werden.
    VRanger is offline Last edited by VRanger; 20.04.2012 at 14:25. Reason: ergänzt im April 2012
  3. #3 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    Thema #1 • Eines Tages in Lothering ...

    Erklärender Text zu den Bildern: Lothering liegt im Süden Fereldens und nördlich Ostagars. Das Klima ist mittelmäßig und das Dorf betreibt Feldanbau. In der Vergangenheit haben sich die Banns der umliegenden Gegenden oftmals um das kleine Dorf zerstritten, da es wegen seiner Position entscheidend für den Handel und damit verbundenem Reichtum ist. Lothering ist durch den »Imperialen Hochweg« an die Reiserouten angeknüpft und neben einer Kirche und einer kleinen Taverne gibt es in Lothering einige Händler und eine fortschrittliche Windmühle.

    Aufgabe:
    • Schreibt wenn Ihr möchtet unter Beachtung der Regeln eine Kurzgeschichte zu einem der beiden Bilder. Benennt bitte in Eurem Post, zu welchem Bild Ihr schreibt.
    • Beginn ist der 03.12.2011 und die Möglichkeit zu diesem Thema Beiträge zu veröffentlichen endet am 17.12.2011.
    • ein Feedback bitte im Diskussionsbereich
    VRanger is offline Last edited by VRanger; 04.01.2012 at 08:35. Reason: Datum korrigiert
  4. #4 Reply With Quote
    I´m BACK!!!
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    Eines Tages in Lothering, trafen sich die 4 Freunde Milten, der Feuermagier, Lee, der Herr der Söldner, Diego, der Milizenführer und Lester der Templer, um ihre Erlebnisse zu berichten und wichtige informationen auszutauschen.
    Es war allseits bekannt, dass sich die Miliz nicht mit den Söldnern versteht. Die Führer der beiden Parteien hatten aber Handelsabkommen mit den Templern geschlossen und wollten trotz des problematischen Verhältnisses verhindern, dass es zu Auseinandersetzungen unter ihren Truppen kommen werde.Außerdem hatten sie schon damals viele aufregende und vorallem gefährliche Abenteuer gemeinsam bestritten, so dass eine alte Freundschaft zwischen ihnen währte.

    So also saßen die vier Freude zsm am Feuer und unterhielten sich.
    Erst redeten sie über wichtige Sachen wie Warenhandlung, Passierwege und Abgaben der Bauern. Doch wie es nunmal so ist, schweiften sie ab und erzählten sich alte Geschichten.
    Was um sie herum passierte, bekamen sie dabei kaum mit. Jedenfalls geschah nichts, was beunruhigend gewesen wäre, da es sehr ruhig war und ab und an nur ein paar Leue mit guter Laune an den vier Freunden vorüber gingen.

    Doch plötzlich stürmte ein Bote, der für die Söldner arbeitete, in die Stadt und hielt anscheinend nach jemandem Ausschau. Lee erhob sich und signalisierte dem Boten und dass er herüber kommen sollte.
    Der Bote folgte seiner Aufforderung und begann zu berichten: " 4 Miliz Soldaten haben uns im Wald kurz nach Bangas Hof überfallen. Ich konnte soeben noch entwischen, aber wie es schien, wollten sie nur Lares." Hier unterbrach Lee ihn schon, denn Lares war Lees rechte Hand. "Zeig uns den Weg!" Lee drehte sich zu seinen Freunden um, die schon aufgestanden waren und ihm selbstverständlich zunickten. Diego warf aber noch ein: " Ich kann mir das echt nicht erklären Lee, meine Leute würden sowas nie machen, egal wie sehr unsere Lager auch verfeindet sind, das ist sicher nicht unsere Art.". Gespannt blickten alle zu Lee, um zu schauen was er dazu sagt. "Ich weiß, deshalb habe ich auch nichts dazu gesagt und möchte dich dabei haben. Ich habe hier eh ein merkwürdiges Gefühl.". So zogen die vier Freunde los. Der Bote ging voraus um ihnen den Weg zu zeigen. Nach gut 20 Minuten zeigte der Bote ihnen einen zweihundert Meter entfernten Felsvorsprung, hinter dem der Überfall statt gefunden hätte.

    Der Bote verabschiedete sich und brachte sich in Sicherheit.
    Milten bildete eine Lichtkugel, Diego und Lee zogen ihre Schwerter und Lester schlich sich zum Vorspung und spähte um die Ecke. Dort sah er eine kleine Höhle, dessen Eingang von einer Wache in Milizausrüstung beschützt wird. Dies signalisierte er den Anderen. Die Freunde überlegten, wie sie die Wache am Besten überwältigen könnten ohne sie zu töten. So schlich sich Lee durch die Büsche, Sträucher und Bäume, um auf die andere Seite der Höhle zu gelangen. Die Wache hatte davon nichts mitbekommen und blieb wachsam auf ihrem Posten.
    Lee gab nun Milten das zuvor vereinbarte Signal, woraufhin Milton seine Lichtkugel verschwinden ließ und einen Windstoßzauber über die Höhle aussprach, so dass ein paar kleine Steine runter fielen. Die Wache war völlig irritiert und abgelenkt. Lee eilte zum Eingang und schlug ihn mit einem gezielten Schlag zu Boden. Anschließend versteckten er und Lester die bewusstlose Wache in einem Gebüsch.
    Sie gingen in die Höhle, die von einer erneut aufgerufenen Lichtkugel Lees erhellt wurde. Dort entdeckten sie 3 weitere "Soldaten", doch bevor jemand reagieren konten, schoß Milten die Lichtkugel ab und blendete seine Feinde. Diego, Lester und Lee stürmten hinein und überwältigten und fesselten auch sie.

    In einer dunklen Eckeerblickten sie dann auch ihren Freund Lares und befreiten ihn von den ihm angelegten Fesseln.

    Bevor jemand Anderes das Wot ergriff, begann Lares schon zu sprechen: " Hör zu, es waren nicht deine Männer, schaut selbst ihre linken Handgelenke an, es ist das Zeichen von Raven"

    Allen stockte der Atem . Raven, der Banditenanführer - vor Jahren mit all seinen Männern festgenommen und getötet, so glaubten sie jedenfalls.
    Milten sah sich die Handgelenke der Banditen an und nickte nur ernst.

    Die vier Freunde und Lares gingen nun mit den Gefangenen in die Stadt zurück ließen sie einkerkern. Erneut setzten sie sich zsm ans Feuer. Es war zwar nun schon sehr spät am Abend aber was solls, man hatte nun erst recht viel Zeit nachzudenken und zu reden.
    Doch bald schliefen sie nach und nach ein, was nicht nur an dem erschöpfenden Tag, sondern vllt auch an dem Konsum des Schwarzbieres gelegen haben könnte.




    Ich hoffe mal das es so ok ist und die abscwehifung in den Wald ok war.
    Ice Man is offline
  5. #5 Reply With Quote
    Drachentötertöter TomDeMy's Avatar
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    Endlich, der junge Cousland und seine Freunde hatten sich fast bis zum Erzdämon durchgeschlagen.
    Da bemerkte Sander Brown aus Lothering etwas merkwürdiges, Chef, meinte Sander, sieh mal da ...
    auf den Rücken des Erzdämons
    , Thom Cousland schaute empor, der Erzdämon, diese Drachen artige Bestie, thronte auf den Resten eines Palastes in Denerim, umgeben von seinen Schergen und auf dem Rücken der Bestie sass lachend ein kleines Mädchen. Was ein Mensch...ein Mädchen aber wie kommt Sie zu der Bestie...
    wie kommt so ein unschuldiges Geschöpd dazu dieser Bestie zu dienen...
    warum guckt Ihr so betroffen Sander was ist, kennt Ihr dieses Mädchen?

    Verlegen schaute Sander zu Tom Cousland, dem er seit er Ihn bei Lothering traf als Weggefährte und Freund folgte zu Boden, äh das ist glaube ich eine peinliche Geschichte und keine die einer von uns glaubte.
    Dann erzähl Freund noch haben wir Zeit, Zhevran erkundet ja noch die Stadt.
    Wie Bilder die jeder in Lothering kannte, aber jeder verdrängte und nie glauben wollte eröffnet sich Sander erneut ein dusteres Kapitel in der Geschichte seiner Heimat.

    Wieder einmal sass Brinks zu lange im Wirtshaus und trank zuviel, alle Gäste schauten schon wieder böse in seine Richtung und murmelten vor sich hin, dämliche Bande, murmelte Brinks und stand auf um zu gehen.
    Was ist los bei Euch Brinks, riefen ihm Sander und Merlott die beiden neuen Hilfswachen zu, warum sieht man deine Tochter nicht mehr und aus Eurem Zelt kommen Schreie, was treibt Ihr da.
    Halts Maul Sander sonst setzts was, grummelte Briggs und ging zu seinem Zelt nach Hause im Flüchtlingslager vor der Stadt.

    Mama, es tut so weh, weinte die kleine Mariam und hielt sich den Unterleib wie so oft in den letzten Wochen.
    Die Mutter trank schnell einen Schluck Kräuterschnapps den Sie Ihrem Mann geklaut hatte und nuschelte , was soll das kleine, alles wird gut, Einhörner sind lieb und jetzt heul hier nicht rum, sondern danke Andraste das wir hier sind, in Sichenheit vor dieser Drachenbestie.

    Wie in jeder Nacht drohte Brinks seiner Frau ja das Maul zu halten, setzte die Maske mit dem komischen gehörnten Pferdekopf auf und ging zum Strohlager der kleinen Mariam.
    Das Einhorn is wieda da und will sein Horn an Dir reiben Du Auserwählte. Der Gestank von schalem Bier und schlechtem Essen wehte der Kleinen entgegen.

    Wie in jeder Nacht griff die Mutter zur Flasche und hielt sich die Ohren zu, lieber das aushalten und nicht wieder diese Schläge...

    Schluchzend lag Mariam auf Ihrem Lager und blutete. Ihre Hände ertasteten das Horn was Papa als Einhorn immer am Kopf hatte, es musste abgefallen sein.
    Mariam streichelte das Horn. In Ihrem Kopf hörte Sie eine Stimme. Einhörner sind gut und ich, die Drachenbestie bin schlecht, glaubst Du das noch Mariam. Komm zu mir......

    In dieser Nacht ergriff Mariam das Horn, ging zum Lager Ihrer Eltern und stiess zu, zweimal.
    EINHÖRNER SIND BÖSE und Ihr auch,Mama Du hast gelogen, der Drache ist mein Freund.
    Sie verlies still immer noch unten blutend das Zelt.

    Der Schrei war im ganzen Lager zu hören....Einhorn, böse,lüge war zu hören, schuldbewusst zuckten einige im Witshaus zusammen und murmelten etwas, niemand wollte nachsehen was los war.

    Nur einige der Wachen, Hilfsgardist Sander und zwei andere gingen zum Zelt wo Brinks mit seiner Famile wohnte.
    Alles was sie fanden waren die Leichen der Eltern, das blutbeschmierte Lager der Kleinen und kleine blutige Fussspuren die Richtung auswärts, in Richtung Denerim führten.

    In dieser Nacht schwor sich Sander nie mehr die Augen zu schliessen und den Schwachen zu helfen. Nur ein paar Tage später traf er Thom Cousland und seine kleine Gemeinschaft.

    Thom atmete tief aus, Leliana schaute betroffen und murmelte etwas von Andrastes Vergebung für die Schwachen, Morrigan schnaufte höhnisch.

    Thom, Herr Cousland könnt Ihr mir und den anderen verzeihen das wir weggeguckt haben.
    Thom schaute auf seinen Kameraden, wieder einmal war er erschüttert über das was Menschen tun konnten, wer waren die Bestien, die Genlocks, die Nachbarn... erneut erlebte er den Tot seiner Eltern.

    Nach einer Weile erhob er sich und sagte, Freunde, Kameraden, so lasst uns nun für unser geleibtes Ferelden in die Schlacht ziehen.
    Wir werden den Erzdämon und seine dunkle Brut vernichten. Aber lasst uns versuchen dieses kleine Mädchen was da auf der Bestie reitet zu retten.

    Fritzchen, der Kriegsmabari bellte bestätigend, Sten nickte und sagte was von Ehre.

    Es ist nicht überliefert ob den Rettern Fereldens das gelang, niemand redete darüber später.
    Aber es gibt ein Gerücht, das ein kleines Mädchen mit einer Strohpuppe, die aussah wie ein Drache, bei den Freunden gesehen wurde.
    Und später behauptete ein Besucher der Kapelle der heiligen Andraste das Leliana persönlich dort ein Mädchen hingebracht haben soll. Dieses Mädchen soll viel Aufregung gestiftet haben weil es immer laut sagte es wolle endlich ins Nichts, da gäbe es einen guten Drachen hätten Ihr die Retter Fereldens abends immer erzählt.


    Geschrieben zum ersten Bild...
    Inspiration war der Gedanke ...Flüchtlingslager...Elend....als ich die Bilder sah
    und vorher in der Diskusion als ich meinte ich mache evtl mit, wie ein Flashback der Titel einer Kurzgechichte die ich vor 2 Jahren mal hörte auf ner Lesung (Einhornherpes, von Boris Koch)
    Beim schreiben heute dann der Gedanke das mit meiner Lieblings DA-O Gruppe zu kombinieren und mich am Schluss oooch einzubringen als Tom
    TomDeMy is offline Last edited by TomDeMy; 05.12.2011 at 07:32.
  6. #6 Reply With Quote
    Gute Fee Leeyara's Avatar
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    Diese jämmerlichen Wesen! Hatten sie nichts besseres zu tun, als sich gerade hier niederzulassen? Sie sollten laufen, fliehen, Distanz zwischen sich und die Dunkle Horde bringen! Vielleicht sollten sie beten, den Erbauer anflehen, er möge ihnen mehr Zeit hier verschaffen. Ganz sicher nicht sollten sie ihre Zelte aufschlagen, rumflennen und darauf warten, bis die dunkle Brut es bis nach Lothering geschafft hatte.
    Lynn schaute sich mit zusammengekniffenen Augen dieses erbärmliche Spektakel an. Sie war gerade in Lothering angekommen, abgekämpft, völlig erschöpft, übermüdet. Sie hatte so lange kein Auge mehr zu bekommen – und wenn sie die Augen doch mal schloss, so sah sie immer wieder diese grausigen Bilder. Der Kampf, Ostagar. So viel Blut und Tod hatten selbst sie berührt. Dabei hatte sie sich immer ihrer harten Einstellung gerühmt. So viel hatte sie in ihrem Leben vor und während ihrer kriegerischen Dienstes sehen müssen. Sie hatte sich auf alles vorbereitet gefühlt und sie hatte sich so sehr getäuscht. Das Grauen der Brut wurde nur noch dadurch übertroffen, dass sie so viele gute Menschen hatte sterben sehen. Es machte sie fertig und dabei hatte sie den großen Worten des Königs noch nicht einmal glauben geschenkt. Den grauen Wächtern schon gar nicht, waren sie doch dem König und seinen Himmelstänzereien gefolgt.
    Erschöpft lehnte sie sich an einen alten Baumstumpf und beobachtete das Treiben in Lothering weiter. Diese Flüchtlinge und ihr Geheule rührten sie nicht, vielmehr schürte es die Wut in ihr. Warum wusste sie selbst nicht so genau. Es war einfach so. Sie konnte nicht verstehen, wie sie hier ausharren konnten, ihrem Schicksal so ergeben. Was erwarteten sie denn? Wer sollte sie hier retten? Oder dachten sie, die Horde würde einen Umweg nehmen? Lynn schüttelte entschlossen den Kopf, während sie ihre letzten Energien sammelte um sich weiter voran zu bewegen. Jeder Schritt schmerzte, alles tat ihr weh. Auch sie war nicht ohne ein paar Blessuren durch den Kampf gekommen.

    Sie würde jedenfalls nicht hier länger verweilen als nötig. Also ging sie möglichst aufrecht und versuchte durch stetiges Reiben ihrer Augen, diese schreckliche Müdigkeit zu vertreiben. Kaum hatte sie ein paar Schritte weiter hinein in das Dorf gesetzt, hörte sie es an jeder Ecke. „Wir werden alle sterben!!!“ Ihr vielleicht! Am lautesten hörte sie einen Chasind krakelen. Jedes zweite Wort war Untergang, Verdammung und verderben. „Ihr werdet es sehen! Ihr könnt nicht entkommen! Die dunkle Plage wird sich über eure Körper und Seelen legen, sich an ihnen laben, bis nichts mehr übrig ist!“ Lynns Schritte verlangsamten sich. Diese Bilder in ihrem Kopf. Wie sich die dunkle Brut aus dem Wald bei Ostagar ergossen hat. Unaufhaltsam. Wie sollte man dagegen ankommen? Sie schüttelte sich und versuchte diese schweren Gedanken zu vertreiben. Sie würde einfach weiter gehen... immer weiter.
    An der nächsten Ecke sah sie zwei ältere Männer, wie sich sich um ein Brot prügelten. Mit brutaler Härte schlugen sie aufeinander ein, bis ihr Gesicht rot in Blut getränkt war. „Du Gauner, du Hurensohn! Elender! Gib es her!“ Ein weiterer Gedanke formt sich in ihr. Etwas, was ihr Angst machte. Wofür lohnte es sich zu kämpfen? Warum sollte sie fliehen, wenn nun überall nur das Schlechteste im Menschen zu Tage treten würde? Sie blieb stehen. Nein! Mit sowas durfte sie gar nicht erst anfangen. Und dennoch, ein Blick in ihre mögliche Zukunft ließ es ihr sehr schwer fallen, der Müdigkeit, die wie schweres Metall auf ihr lag, zu vergessen und einfach weiter zu gehen.

    Erschöpft setzte sie sich hin. Sie würde nur einen Moment die Augen schließen, nur etwas verschnaufen und Kraft sammeln. Und schon war sie in tiefem Schwarz versunken. Sie würde einfach liegen bleiben. Es gab keine Hoffnung, sie konnte nicht mehr. Wozu auch. Lieber ein Ende mit Schrecken als dieses grausame Schauspiel ein Leben lang.
    Während Lynn nun in einer Ecke in Lothering tief eingeschlafen war, suchte eine kleines Mädchen Trost. Liz hatte gerade ihre Familie verloren, hatte Angst. So sehr sie auch tapfer sein wollte, so wenig gelang es. Immer wurde ihr gesagt, sie solle sich nicht sorgen. Die Schwester in der Kirche wiederholte es ständig. Aber wenn alles nicht so schlimm war, warum weinte sie dann immer? Heimlich hatte sich Liz hinaus gestohlen und trieb sich im Dorf umher. So musste sie sich wenigstens nicht immer den Gesang anhören. Der Bruder, der ihn sprach, konnte auch kaum seine Angst verbergen. Also floh Liz, sie wollte ein wenig vergessen können, etwas schönes sehen. Vielleicht einen Schmetterling. Also lief sie im Dorf umher. Wenn sie ganz schnell rannte, konnte sie auch gut vergessen. Aber der Schreck überkam sie plötzlich als sie über ein paar Füße stolperte.

    „Verdammt was soll das?!“ Lynn schreckte auf. „Tut mir Leid, ich wollte das nicht!“ Liz brach sofort in Tränen aus. Nachdem sich Lynn wieder gefangen hatte, sah sie dieses kleine heulende Mädchen da sitzen. Obwohl ihr nur allzu sehr danach war, war es nicht richtig jetzt barsch zu sein. „Wer bist du?“ „Liz.“ „Was machst du hier?“ „Rennen.“ „Wo sind deine Eltern?“ „Weg.“ „Aha.“ Lynn stand auf. „Naja, danke, dass du mich geweckt hast. Ich hab eh keine Zeit zu schlafen.“ „Wo willst du hin?“ Die Frage folgte auf dem Fuß. „Weg. Einfach nur weg.“ „Nimm mich mit!“ Lynn musste sich beherrschen nicht einfach loszuprusten. „Glaubst du ich hab nichts besseres zu tun, als auf ein kleines Kind aufzupassen?“ „Aber ich will hier weg!!! Alle sagen, ich soll tapfer sein, aber sie heulen, wenn sie glauben, ich sehe nicht hin. Ich will hier einfach weg!“ Liz kreischte bei den letzten Worten. Lynn atmete tief durch. „Hör mal zu, das geht einfach nicht. OK?“ „Warum?“ „Weil es so ist.“ Und schon wendete sich die Soldatin von dem kleinen Mädchen ab und ließ sie ein paar Schritte hinter sich, versuchte das leise Wimmern nicht zu hören. Aber beim leisen traurigen Schnüffen konnte sie nicht anders, als doch wieder stehen zu bleiben. Im selben Augenblick fiel ihr Blick auf eine einzelne Rose, die sich in all dem Chaos und der Hässlichkeit behauptet hatte. Als ob würde der Erbauer selbst diesen winzigen Fleck behüten.

    Spontan drehte sie sich um. „Hey, kleines Mädchen Liz. Hol deine Sachen, wenn du sie hast. Wir reisen weiter.“ So spontan und ungeplant kamen die Worte aus ihrem Mund, sie erkannte sich selbst nicht wieder. Schon lief die Kleine freudestrahlend Richtung Kirche, um wenig später mit einem kleinen Sack wiederzukommen. Gut, dann ist es jetzt wohl so. Warum auch immer. Und die beiden kehrten Lothering den Rücken zu, die dunkle Brut immer im Nacken.
    Leeyara is offline Last edited by Leeyara; 05.12.2011 at 21:48.
  7. #7 Reply With Quote
    Drachentötertöter TomDeMy's Avatar
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    Wie immer schob Hulk an der Brücke seinen Wachdienst, als ob diese Flüchtlingspenner irgendeine Gefahr wären.
    Statt ihn, den stärksten und mutigsten Kerl von ganz Lothering an die Furt zu stellen, wo es ständig Hurlocküberfälle gab ... nein ... er durfte mal wieder an der Brücke auf diese dämlichen Bauern da im Zeltlager aufpassen.
    Und das alles nur, weil er den Schneid hatte diesem arroganten Orlaisianerarsch mal die Meinung zu geigen, woher sollte er denn wissen das dieser Schnösel nen Schwippschwager dritten Grades von deren König war und sich durch eine Massenauspeitschung rächen würde, woher denn, feiges Pack alle, er rieb sich seine Peitschenwunden am HIntern und biß in einen Apfel, den er einen dieser dämlichen Flüchtlinge weggenommen hatte.
    Wie solle er, der Hulk, es jemals schaffen diesem kleinen geilen Luder im Gasthaus an, besser unter die Wäsche zu kommen, wenn er an der Brücke seine gefahrvolle Aufgabe versah, statt vorne an der Furt, wo immer mal Hurlocks auftauchten.
    Dieser blöde HUnd Percy durfte gestern nacht ja auch, naja er war ja auch an der Furt und konnte prahlen, das er einen Hurlock erschlagen hatte. Blöde Weiber alle, statt einen Kerl wie Ihn zu nehmen, nein, lieber diesen doofen Percy oder noch schlimmer, den Misthund Aliston, konnte keiner Fliege ein Bein ausreissen, aber stolperte im richtigen Moment mit seinem Dolch nach vorne und tataaaa .... die geile Moriata war sein, ungerechte Welt.

    "Hey Du, STOP. was willst du im Dorf und was führst Du mit Dir Penner", blaffte Hulk einen Bauern aus dem Lager an.
    "Äh, ich Herr, ich bin nur ein Flüchtling der..." " Das seh ich Abschaum, also rede was willst Du", unterbrach Hulk den Mann grob.
    *Ich Herr, bin Simon, Simon der Mann von ", "Mich interessiert Deine Familienchronik nicht, was ist das da."
    ""Das? Das ist bestes Hirschfleisch, hat mein Sohn heute morgen gejagt und ich wollte es dem Herrn Landvoigt als Gesch..."
    "Schnauze Bauer", fuhr Hulk mit einen Blick auf das frische Fleisch Simon an,"Kein Bauer wie Du wird zum Voigt vorgelassen.
    Kein Spion der dunklen Brut, der sich als Flüchtling tarnt wird dem hohen Herrn etwas zu essen geben. Gib das Zeug her und verpiss Dich",
    Hulk holte mit seinem Schwerrt aus, Simon erschrak und rannte zurück ins Lager.
    "Hehe was für ein Penner", murmelte Hulk und stopfte das Fleisch in einen Sack, der neben ihm lag, wie jeden Tag.

    Der Abend lief wie jeder seiner Abende.
    Nach Hause kommen, sich von der Frau ankeifen lassen, Fleisch raus holen, Frau etwas verrprügeln und ab ins Wirtshaus.
    Im Wirtshaus, wie immer mit seinen Heldentaten prahlen, saufen, Moriata auf den Hintern starren, saufen, auf den Busen schauen, saufen, gehn.

    Am nächsten Morgen an der Kaserne wurde Hulk von seinem Sergeanten zurück gepfiffen.
    "Hulk, Du prahlst doch jede Nacht von Deinen Heldentaten. Heute ist Deine Chance. Ungefähr 1000 m jenseits der Furt wurde ein grosser Trupp
    dunkler Brut gesichtet, Hurlocks, Genlocks, das ganze Gesocks halt. Ab, melde Dich bei Wachmann erster Klasse Manny an der Furt und seht nach was dran ist.
    Erfreut und in Gedanken bereits bei ... besser in Moriata rannte Hulk, der sein Glück nicht fassen konnte in Richtung Furt.

    Am nächsten Tag fand ein weiter Spähtrupp die Überreste von Wachmann Manny und seinem Trupp. Alle waren tot, bestialisch niedergemetzelt.
    Die Leiche von HUlk war die einzigste die von hinten erschlagen war, mit eingenässter Hose.
    An diesem Abend widmete die schöne Moriata sich einem Neuankömmling der sich Zevran der Schöne nannte.
    Aus Hulks Haus hörte man wie immer seine Frau keifen.
    TomDeMy is offline
  8. #8 Reply With Quote
    Legende Annalena's Avatar
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    Sie kam in das Lager der Flüchtlinge so wie jeden Tag. Der Geruch von Tod, Kot und Urin lag schwer in der Luft. Doch die junge Frau nahm es gar nicht mehr war. Sie wechselte die Verbände der alten Frau Dschirna und schiente das gebrochene Bein des kleinen Elfenmädchens Gina. In Rekordzeit hatte sie aus Kräutern neue Wundumschläge hergestellt. Doch es war nicht genug.Es war nie genug.

    Und wie jeden Tag begrüßte sie der kleine blonde Junge,Matthias. "Hallo, Tante." Sielächelte und grüßte freundlich zurück "Hallo, Matthias. Wie geht es dirheute?" Der Junge grinste sie an, seine Zahnlücke unbekümmert zur Schau stellend. "Mein Bauch tut weh, Tante. Kannst du es heil machen? Mami sagt,dass du es heil machen kann. Kannst du?" Sie blickte ihn sorgenvoll an.Die junge Frau untersuchte den kleinen Jungen und ihr Herz wurde schwer. Wenn sie ihre Magie benutzte, dann könnte sie ihn heilen. Doch sie war eine Abtrünnige. Seit die Truppen von Loghain abgezogen wurden, waren die Templer überall und nicht nur bei der Kirche.

    Sie wusste, was Abtrünnigen von den Templern angetan wurde... was Frauen angetan wurde. Und doch... Sollte sie nichts tun, dann wird der Junge sterben. Und sie hat nichts getan. Als Heilerin war sie angesehen im Dorf. Ihre Wundumschläge und Heiltinkturen waren sehr gefragt. Und doch konnte sie nichts für den Jungen tun... außer Heilmagie. Doch sie war zu feige dafür.

    Und nun war der kleine blonde Junge tot. Sie hätte helfen können, ihn heilen können. Doch sie war zu selbstsüchtig. Sie hatte zu viel Angst vor den Templern. Diese Schuldgefühle plagen sie und werden sie ihr ganzes Leben plagen. Sie ist eine Mörderin und wird sich das nie verzeihen.

    „Schwester!“ Die junge Frau drehte sich um. Als sie ihre große Schwester sah, traten Tränen in ihre Augen. Ihre große Schwester war auch Magierin. Doch sie war nicht so feige wie sie es war. Sie hätte Magie angewandt, auch wenn Templer in der Nähe wären. Ihre Schwester hätte den Jungen gerettet, ungeachtet der Konsequenzen.

    Die junge Frau blickte neben ihre Schwester und sah ihren Zwillingsbruder. Er war in Ostagar und als sie von der verheerenden Niederlage erfuhr, befürchtete sie das Schlimmste. Doch ihre große Schwester, das Familienoberhaupt, verlor keine Sekunde und machte sich auf nach Ostagar um nach ihren Bruder zu suchen.

    Die junge Frau rannte zu ihrem Zwilling und warf sich in seine Arme. Sie schluchzte und Tränen kullerten über ihre Wangen. „Wir müssen fliehen. Die dunkle Brut kommt.“ Sie konnte kaum glauben, wie sehr sie die gruffige Stimme ihres Bruders vermisst hat. Sie nickte nur stumm in seine Brust.

    Ihre Familie... ihre große Schwester, ihr Zwillingbruder und ihre Mutter. Die wichtigsten Menschen in ganz Thedas. Wenn ihnen was passieren würde, sie könnte es nicht verkraften. Sollten sie in Gefahr sein, dann würde sie Magie anwenden und es wäre ihr egal, wenn ein Templer es sehen könnte. Die junge Frau schwor, das sie alles tun würde um ihre Familie zu retten. Auch wenn es sie das Leben kostet.

    Nur wenige Tage später war ihre Familie in großer Gefahr. Sie brachte allen Mut auf und stürmte auf den riesigen Oger zu. Ihr war es egal, das ein Templer in der Nähe war. Sie reagierte und hatte nur eins im Sinn, ihre Familie zu retten. Sie hört die lauten Rufe ihrer großen Schwester, ihres Zwillingsbruders und ihrer Mutter. Doch sie scheute nicht zurück. Sie lächelte, als der Oger sie packte. Sie wusste, tief in ihrem Herzen, das sie ihre Familie retten konnte. Kein weiteres Mal sollte jemand sterben, nur weil sie zu feige war ihre Magie anzuwenden.

    Nie wieder würden sie Schuldgefühle plagen und mit ihrem letzten Atemzug bat sie um Vergebung.
    Annalena is offline Last edited by Annalena; 10.12.2011 at 21:04.
  9. #9 Reply With Quote
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    Es war sommerlich warm. Eine leise Brise ließ Bäume und Büsche flüstern. Der Himmel war strahlend blau bemalt und nur wenige watteweiße Wolken spendeten in kurzen Abständen Schatten.

    Eine Schar Vögel schreckte auf.

    Als sie Lothering das erste Mal kurz nach der verlorenen Schlacht bei Ostagar betraten, stank es nach Verzweiflung.

    Nun trug der Wind den bestialischen Gestank von verrotteten Leichen mit sich. Die Luft schmeckte metallen. Ihre Schritte hinterließen Spuren in der Asche, die wie grauer Schnee die verbrannte Erde bedeckte.


    Er war sich nicht sicher, was ihn nach Lothering zurück gebracht hatte. Ob es die Kundschaft über das Schicksal des kleinen Dorfes war – wurden doch so viele andere Dörfer vernichtet. Sie waren auf den Weg nach Ostagar. Sie hätten Lothering dennoch ohne Umweg umgehen können. Aber etwas zerrte ihn zurück an diesen Ort, dessen einziger Bewohner der Tod war.

    Denn hier - in Lothering - hatte er verstanden, was die Verderbnis bedeutete.


    Bevor er von Duncan zu den Grauen Wächterin rekrutiert wurde, war die Verderbnis kein Thema für ihn, die Dunkle Brut ein rudimentäres Ereignis von wenig Bedeutung. Überrannte Dörfer; Reisende, die nie nach Hause zurückkehrten; Zwerge, die in einer Legion der Toten stets gegen die Unheiligen kämpften – all dies kannte er nur aus Erzählungen, aus Büchern, aus einer ihm fremden Realität.


    In Ostagar hatte er sich durch Horden der Dunklen Brut gekämpft, die Armeen hatten viele Verlust hingenommen, die Grauen Wächter wurden in einer einzigen Schlacht vernichtet, Frauen und Männer starben bei dem Versuch, ihr Land zu verteidigen. Dennoch... alles wirkte so distanziert, so surreal....


    Erst hier in Lothering wurden ihm die Folgen der Verderbnis bewusst.

    Er realisiertes es.


    Die Verderbnis brachte Leid, Tod und Elend.

    Sie riss Familien auseinander; machte harmlose Bauern zu wilden Bestien, die um ihr Überleben kämpfen mussten und Kinder zu Waisen – Kinder, die wie er seine Kindheit mit Spielen und Streitereien zwischen Altersgenossen hätten verbringen sollen.

    Hier in Lothering begann es...


    Langsam näherte er sich der Brücke.

    Sie war mittlerweile zertrümmert und nur ein Steinhaufen führte nun über den schmalen Fluss. Noch immer konnte er den kleinen Jungen hören, der nach seiner Mutter rief.

    Er erinnerte sich an die Familie, die wie viele andere ausgeraubt wurde. An den opportunistischen Händler. An den verrückten Chasind, der mehr wusste und mehr sah, als die um ihn Herumstehenden erahnen konnten. An eine schüchterne unschuldige Frau, die mit zittriger Stimme nach Fallen fragte.

    Die Kirche, ehemals der höchste Punkt des Dorfes, lag nun in Schutt da.

    Er fragte sich, was aus den Templern geworden war, die als letzte Instanz das Dorf verteidigt hatten. Er fragte sich, warum er darüber nachdachte, ließ eine Plattenrüstung aus silber, die von der Sonne angestrahlt seine Augen blendete, doch erahnen, welches Schicksal den unbekannten und vergessenen Helden ereilt hatte.

    Zu seiner Rechten hatte damals ein Schmied seinen Hammer geschwungen, gleich daneben war Danes Taverne gewesen. Diese war nun bis auf ihre Grundmauern abgebrannt und gammelnde Leichenteile, aufgespießt an Holzsperren - Zierde der Dunklen Brut – verrieten, dass sich einst Menschen darin aufhielten.

    Viele Menschen.


    Sein Blick richtete sich gen Himmel und er seufzte still in sich hinein.

    Er hatte gehofft, wenigstens eine lebende Seele hier zu finden.


    „Alles in Ordnung?“, fragte Alistair atemlos, als er unsanft gegen seinen Freund stieß und dessen Gedanken rüde störte. „Ich frag nur, weil wir hier gerade schwer beschäftigt sind.“

    „Warum kämpfen wir eigentlich“ - Leliana unterbrach sich selbst um einem Genlock mit einem gezielten Schlag den Ellenbogen zwischen die Augen zu rammen, spannte dann ihren Bogen erneut - „gegen die Dunkle Brut, während der angeblich berühmte Graue Wächter mit einer ‚Rühr mich nicht an, ich sinniere’–Aura Löcher in die Luft starrt?“

    „Mehr Spaß für uns, eh?“ Ein spitzbübisches Lächeln umspielte die Lippen des blonden Meuchelmörder und in einer geschickten, seltsam eleganten Rotationsbewegung trennte er einem Hurlock den Kopf von den Schultern.

    Sie waren umringt.


    Die Verderbnis brachte viel Leid, Tod und Elend.


    Dunkle Brut, er konnte nicht zählen wie viele. Hurlocks, Genlocks. Sie hatten sich ein Nest eingerichtet, sie hatten die Leichen entweiht, sich an ihrem Fleisch gelabt, ihre grotesken Altare errichtet, ihre Tunnel gegraben – sie hatten Lothering zu ihrer Schwarzen Stadt gemacht.


    Sie riss Familien auseinander, machte harmlose Bauern zu wilden Bestien, die um ihr Überleben kämpfen mussten und Kinder zu Waisen.


    „Ich könnte ein wenig Hilfe gebrauchen!“ Wynne lähmte ihre Gegner, kämpfte mit Sten Rücken an Rücken. Er gab ihr Schutz, während sie ihre Zauber murmelte, Feuer entfachte und Wunden heilte. Sten der Beresaad, Krieger der Qunari, Beschützer der Magier.

    Morrigan, behütet von seinem Mabari, wirkte das Eis in ihren Adern, gefror einen Hurlock zu Eis. Ein Hurlock, der beinahe mit einem Stich sein Großschwert durch Alistairs Rüstung gestoßen hätte.

    Zwei Streithähne im Lager, eine Einheit im Kampf.

    Absurd.


    „Das gute an der Verderbnis ist ja, dass sie die Leute zusammenbringt.“

    Absurd.



    Er schloss seine Augen, spürte die sich nähernde Dunkle Brut. Aus seiner Tasche holte er zwei Flaschen und mit einer flinken Bewegung warf er sie in die Horde, zog seine Schwerter, als die Luft um ihn herum begann zu brennen.


    Die Verderbnis brachte viel Leid, Tod und Elend.


    Doch ihm brachte sie eine neue Familie; treue Freunde, die er in seinem Leben nicht mehr missen wollte.

    Sie führte zusammen, was nicht zusammen gehörte.


    Und hier – in Lothering – hatte es alles begonnen.


    Das Feuer erlosch.

    Er öffnete seine Augen.


    Doch hier würde es nicht enden.

    Moku is offline Last edited by Moku; 23.03.2013 at 16:37.
  10. #10 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    »Zu jung für was? Zum Sterben zu jung?«

    »Kommst Du, Anastasya?« fragte Alistair, »die anderen werden schon warten.« »Ja, ich komm,« antwortete die Dalish-Elfin und erhob sich von einem der Strohballen. Sie hatte dort eine Weile gesessen und für einen Betrachter das Treiben in dem Lager an den Toren der Stadt Lothering beobachtet. Als die beiden auf einer Höhe waren, stellte der Mann fest: »Anastasya, Dir fehlt eins von Deinen Schwertern.« Die Dalish nickte nur und machte keine Anstalten inne zu halten. Alistair hörte nur: »Hat der Bursche an der Trainingspuppe.« »Wer hat das Schwert?« bohrte er nach. »Na der Junge dort,« sagte sie und zeigte mit ihrem Arm in die Richtung der zwei Trainingspuppen, von denen eine nicht mehr zu gebrauchen war, und lief weiter.

    »Warte mal!« hörte die fast 20jährige Elfin Alistair sagen. Sie blieb mit den Worten »was ist denn nun schon wieder« stehen und drehte sich zu dem groß gewachsenen Mann um. »Was schon wieder ist?« nahm er ihre Worte auf. »Du hast einem Knaben mit etwas 15 Jahren eines Deiner Schwerter geschenkt? Bist Du bei Sinnen?« »Das Letzte wollte seine Mutter auch wissen. Doch beim Alter des Jungen gebe ich Dir recht,« antwortete Anastasya, ohne groß eine Regung zu zeigen. »Er ist doch noch viel zu jung, für solch eine Waffe,« zürnte der Mann. »Ha, ha!« lachte die Dalish mit einem spöttischen Unterton. »Zu jung für was? Zum Sterben zu jung?« Alistair verblüffte diese Art des Redens mit ihm. Jedes Mal, wenn er mit der Elfin zu tun hatte, beschlich ihn diese Unsicherheit. Ihre blauen Augen, die Augenlider mit langen Wimpern, ein kurz geschorenes rosenblondes Haar, ihre weiblichen Züge, der sichere Gang, einfach ihre Art. Doch da war auch die Härte ihrer Schläge, die Beweglichkeit mit den zwei Kurzschwertern, der zuletzt gesehene Ritt auf dem Oger im Turm von Ostagar. Aber auch die Art zu reden, dieses unbekümmerte Auftreten, ihre Freiheitsliebe und das Eintreten im Kampf für den anderen, erstaunten ihn sehr.

    Weil er nicht antwortete, sondern mit weit aufgerissen Augen Anastasya anblickte, sagte sie: »Ja, zum Sterben sind sie nicht zu jung. Er weiß jetzt, was auf ihn zu kommen wird.« »Ha, was will er schon wissen,« platze es aus Alistair heraus. »Viel, denke ich. Denn ich habe ihm von Ostagar erzählt.« »Verstehe, vor einem Kind mit seinen Heldentaten prahlen. Sind so die Dalish?« Alistair bereute den letzten Satz, so wie er ihn gesprochen hatte. Doch es war zu spät. Aber die junge Frau beachtete die Aussage nicht. Stattdessen bemerkte sie: »Er ist hier der Einzige, um den es sich lohnt. Er ist hier die Hoffnung.« »Wie kommst Du denn darauf?« fragte der Mann nach. Die Dalish zog in der Luft mit ihrer linken Hand einen Halbkreis über das Lager und sprach: »Sieh hin! Sieh Dir die Zelte an. Und die Shemlen dazwischen. Was siehst Du? Angst, nichts als pure Angst. Geschreie, Gejammer, irgendwer hat irgendetwas verloren, Dreck, Verbitterung, pure Verzweiflung eben. Sie sind gelähmt. Warten auf das Ende. Welche Schande!«

    Alistair musste schlucken, als er die Worte über seine Rasse hörte, sagte eine Weile nichts und nickte schließlich: »Du hast recht, sie haben Angst. Doch dem Jungen eines Deiner Schwerter zu geben ist auch nicht richtig.« »Es ist ein Kurzschwert, das solltest Du doch wissen,« lachte Anastasya den Krieger neben sich aus. »Ich habe mit 12 Jahren von meinem Vater die erste Waffe bekommen. Es war unglaublich. Ich, eine Dalish, frei geboren, durfte einen Langdolch tragen. Welch ein Tag in meinem Leben. Das werde ich nie vergessen. Auch nicht die Verantwortung, die man damit übernimmt,« sagte sie stolz zu Alistair und warf dabei ihren Kopf in den Nacken, sodass dabei ihre kurzen Haare durchgeschüttelt wurden.

    »Doch Du hast seine Mutter sicherlich verängstigt,« versuchte er zu erwidern. »Ich glaube, Du verstehst mich nicht!« entgegnete die Dalish. »Dann erkläre es mir,« sagte Alistair und versuchte so einzulenken.

    »Gut!« antwortete Anastasya und fuhr in ihrer Erklärung fort: »Ich wollte zuerst nur sehen, was das für ein Lager ist. Denn wir Dalish gegen den Shemlen aus dem Weg. Aber hier konnte ich es nicht. Also habe ich mich auf einen der Strohballen gesetzt, zugesehen und mir all das Gejammer angehört. Nur dieser Knabe dort, um den hat dieses Gespenst der Angst einen Bogen gezogen. Er hat mit einem Holzschwert untrainiert, aber mit erkennbarem Talent, auf eine dieser Trainingspuppen eingedroschen. Sich mit Rufen Mut zu gesprochen. Das hat mir gefallen. Und so bin ich hin zu ihm. Habe ihm gesagt, was er falsch anstellt. Wie die Beinposition ist, wie man einen Schlag führt und einen anderen pariert.«

    »Und wie hat er reagiert?« unterbrach Alistair die Dalish. »Etwas ungläubig, aber aufgeschlossen. Denn er hatte vorher noch keine freie Dalish gesehen. Das war neu für ihn. Und so habe ich ihm von dem Kampf in Ostagar erzählt und dass man die Dunkle Brut töten kann. Als er dann fragte: ‚Auch einen Oger?‘ habe ich ihm geantwortet: ‚Auch einen Oger!‘«

    »Und das hat er geglaubt?« unterbrach erneut Alistair die Dalish. Doch diese lächelte den Mann einfach an und sagte: »Natürlich hat er das nicht geglaubt.«

    »Und dann?« wollte Alistair wissen. Anastasya schmunzelte nun sehr deutlich über den Mann vor sich, aber blieb beim Antworten sachlich. »Ich habe meine Kurzschwerter gezogen und ihm einen Angriffswirbel gezeigt. Das hat ihn beeindruckt,« fügte die Dalish noch an.

    »Mich im Turm übrigens auch,« lobte Alistair die junge Frau. »Deswegen ist die zweite Übungspuppe auch nicht mehr zu gebrauchen,« dazu lachte er jetzt auch.

    »Bis auf den Jungen braucht die Strohpuppen auch keiner!« gab diesmal Anastasya knapp zurück. Doch dann besann sie sich auf die Frage ihres Gegenübers und erklärte noch: »Als er dann auf sein Holzschwert hinwies, da habe ich ihm Mut zugesprochen, einige Dinge gezeigt, mit ihm geübt und ihm zum Schluss eine meiner Waffen geschenkt. So wie es mein Vater mit mir getan hat. Er wird seinen Weg gehen. Davon bin ich überzeugt!«

    »Und wenn es der Weg in den Tod ist?« wollte Alistair wissen. »Wir alle stehen irgendwann vor unserem Schöpfer. Die Frage ist nur wie! Als ein Freier oder als einer, der von der Angst zerrissen wurde. Als ein Mutiger oder als einer, der gekniffen hat. Als ein Tapferer, der anderen noch geholfen hat, oder als Zauderer, der sich dahinten in dem hohen Steinhaus wie viele andere versteckt?« Nach diesen Worten holte Anastasya tief Luft, als wenn sie nach einer Freiheit suchen würde, schaute zu Alistair, lächelte ihn an und fragte ihn: »Kommst Du Alistair, wir sollten zu den anderen gehen, denn sie werden uns schon erwarten!«
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  11. #11 Reply With Quote
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    Lothering. Seine Heimat. Er war hier aufgewachsen, in einem kleinen fortschrittlichen Dorf, direkt am Imperialen Hochweg gelegen.
    Jacen lehnte sich an das Holzgeländer, das wie eine Art Veranda um das kleine Häuschen gezogen war, in dem er mit seiner Familie lebte, und atmete tief ein. Er hatte sich bereits an den Gestank gewöhnt, der seine Heimat tagtäglich und auch nachts nicht verschonte. Der Geruch von Blut, Unrat, Schweiß und Dreck war noch der angenehmere für Jacen. Viel schlimmer war es für ihn, die förmlich stinkende Angst, die Brutalität, die Ungerechtigkeit zu riechen und zu sehen, die die Verderbnis innerhalb kürzester Zeit über Lothering gebracht hatte.

    Bei dem Gedanken daran konnte Jacen sich ein Seufzen nicht verkneifen. Er erinnerte sich, dass er erst am Tag zuvor einen Händler verbal zusammengestaucht hatte, weil dieser keine Scheu davor gezeigt hatte, verarmte Menschen und Flüchtlinge auszubeuten, indem er die Preise für einfachste Lebensmittel in die Höhe schnellen ließ. Er runzelte die Stirn. Ihm waren schon vielerlei Ungerechtigkeiten widerfahren – als Magier musste er sich selbst jetzt hüten, wenn er keinen Ärger bekommen wollte – und hatte genug davon, mitanzusehen, wie jeder seiner Freunde, jeder Mitmensch in Lothering, in ganz Ferelden nun auch von der Verderbnis bedroht wurde.

    Er hatte nun endgültig genug. Mit einem Schnauben richtete er sich aus seiner lehnenden Position auf und tastete nach dem Magierstab auf seinem Rücken. Er konnte das alles hier verbessern. Die Templer würden ihn dafür umbringen, schlimmstenfalls. Er hatte die Macht, ganze Wellen der Verderbnis aufzuhalten. Wenn keiner etwas tat, waren bald alle in Lothering ihrem Schicksal ausgeliefert! Fast schon entschlossen wollte der junge Mann mit dem kurzen, hellbraunen Haar und einem rauen Drei-Tage-Bart die zwei Stufen herabsteigen und sich auf den Weg machen. Er würde andere Tapfere finden, die ihm helfen würde, und dann könnten sie die Brut aufhalten, während Lotherings Einwohner die Möglichkeit zur Flucht hätten. Er war sich bereits jetzt sicher, er würde nicht scheitern! Er hatte lange genug herumgesessen!

    „Jace!“ Eine ruhige, sanfte Stimme riss ihn aus seinen Gedanken, sodass er mit einem Ruck herumfuhr und seine Schwester entdeckte, die in einer blauen Robe vor ihm stand. Die braunen Haare fielen ihr weich auf den Rücken, einzelne Strähnen hingen in ihr Gesicht und verdeckte die hübschen Züge. „Ich will mitkommen.“
    Jacen wand sich innerlich. Um nichts in der Welt würde er seine Geschwister dieser Gefahr aussetzen. Aber woher wusste sie eigentlich, dass ...?
    „Mitkommen wohin?“ fragte er so unschuldig wie möglich, worauf hin sie ein verächtliches Schnauben hören ließ, und den Kopf, wie eine Stute zurückwarf, sodass die Strähnen nach hinten geweht wurden.
    „Sehr lustig, Jacen. Ich kenne dich. Du hast etwas vor. Und glaub mir, du machst es nicht ohne mich. Wo du auch hingehst, ich folge dir.“
    Nun machte sich in Jacen ein wahrhaft unangenehmes Gefühl breit. Konnte er das wirklich tun? Mit seiner jüngeren Schwester durchbrennen, und beten, dass seine Verwandten ihm nicht nachkommen mögen? Er erkannte den Fehler in seinem Denken. Er hatte ausgeblendet, dass er ein Teil der Familie war, ein Geliebter. Er würde weder seinen Bruder noch seine Schwester alleine davon ziehen lassen – und wenn sie es heimlich täten, würde er ihnen unerbittlich folgen.
    „Du kannst nicht alles alleine machen, Jace. Zusammen sind wir viel stärker. Komm jetzt, lass uns mit Mum und Carver sprechen.“
    Der junge Magier folgte einem Impuls, als er seine Schwester zu sich zog und innig umarmte. Er spürte die junge Frau zittern und schwitzen. Sie vergrub ihren Kopf an seiner Schulter und schlang die Arme um seinen Rücken. „In Ordnung. Gehen wir, Beth“, flüsterte er ihr beruhigend ins Ohr. Während er noch den Arm um die fragilen Schultern seiner Schwester legte, bemerkte er eine Gruppe Menschen, eine Frau, die etwas älter sein musste als Beth, mit zwei Dolchen an der Seite, neben ihr ein junger Mann, den er etwas älter schätzte als sich selbst und dahinter offensichtlich eine Maga, erkennbar an dem gewaltigen Holzstab, den sie in der Hand hielt. Gefolgt von einem Mabari-Kampfhund kamen sie durch seine Straße.
    Jacen warf nur einen Blick zurück, auf der Suche nach Tapferkeit und Mut innerhalb dieser Gruppe. Die dunkelbraunen Augen der jungen Frau bohrten sich in seine – und befriedigt wandte er den Blick ab, um mit seiner Schwester das Haus zu betreten.


    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Zu Bild 1
    Anmerkung: "Jace" ist die Kurzform von "Jacen" und beabsichtigt, daher kein Tippfehler
    Fawks is offline Last edited by Fawks; 22.12.2011 at 15:19.
  12. #12 Reply With Quote
    Drachentötertöter TomDeMy's Avatar
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    Danilo konnte nicht mehr, seit Stunden hieß es immer einen Schritt vor, zuhauen, Kontrollblick ob tot, einen Schritt vor……..

    Und überall nur Blut, Gedärme und Körperteile. Und diese Schreie immer , diese Schreie, sie gingen durch Mark und Bein, er konnte es nicht mehr ertragen.

    Wieder stapfte er durch ein Meer aus Blut und Teilen, hob seine Axt und…….
    Schreie, Geräusche und Blut, überall Blut.

    Mühsam schluckte er sein kärgliches Frühstück runter und stapfte durch das blutige Meer voller Körperteile und Gedärme. Tapfer versuchte er den bestialischen Gestank nach Tot, Angst und Scheiße zu verdrängen und seine Pflicht zu erfüllen.

    „Schneller Ihr weichgepuderten Bettler, schneller.“ Brüllte der Anführer von Danilos Gruppe in den Raum.
    Hacken, tot, Schritt, hacken……. Und überall Blut, das Blut unzähliger…… Danilo zuckte zusammen und stoppte seine monotone Routine von schreiten, hacken und kotzen.

    Von überall hörte Danilo die Schreie sterbender Wesen, er roch den Geruch von Panik und schmerzlichem Tot.

    Er schrie, er schrie wie noch nie zuvor seitdem er in Lothering war, gekommen als mittelloser Flüchtling , Feingeist und Barde zuvor und nun….Mörder der durch Meere von Blut und Tot stapfte.
    Er stand vor seinem Vorgesetzten der wieder mehr Einsatz auf der Mission des Todes forderte.
    Danilo schrie auf und rannte, rannte so schnell er konnte weg, nur weg hier aus diesem Bereich vor Lothering, wo er und andere Flüchtlinge seit Tagen die Herden schlachteten, um die Armee und die Flüchtlinge zu ernähren.
    TomDeMy is offline
  13. #13 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    Thema #2 • Der Cadash-Thaig ...

    Erklärender Text zu den Bildern: Der Cadash-Thaig, nicht unweit von Caridins Kreuzung, ist ein alter, mythischer, längst verlorener Thaig des Hauses Cadash. Er ist einer der »grünsten« Thaigs. Anders als in den übrigen Thaigs in den Tiefen Wegen, wird dieser von einer spirituellen Aura umgeben. Das kommt vermutlich daher, dass die Cadash Zwerge Elfen auf der Flucht vor Arlathan Schutz gewährten und beide Rassen friedlich für eine Zeit miteinander lebten. Was anhand vieler elfischer Artefakte und der Gegenwart der einstigen Beschützer der Elvhenan belegt werden kann. Einzigartig für diesen Thaig sind auch die grüne Vegetation und die unterirdischen Wasserquellen.

    Doch noch eine andere Geschichte bestimmt diesen Thaig. Ein riesige Statue aus Stein wurde auf dem höchsten Hügel für diejenigen errichtet, die sich im Kampf gegen die Dunkle Brut entschlossen ihr Leben gegen das eines Golems zu tauschen.

    Aufgabe:
    • Schreibt wenn Ihr möchtet unter Beachtung der Regeln Eure Kurzgeschichte zu dem Bild Eurer Wahl oder zu jedem. Benennt bitte in Eurem Post, zu welchem Bild Ihr schreibt.
    • Beginn ist der 07.01.2012 und die Möglichkeit zu diesem Thema Beiträge zu veröffentlichen endet am 22.01.2012.
    • ein Feedback bitte im Diskussionsbereich
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  14. #14 Reply With Quote
    Nicashisha Shenanigans  Moku's Avatar
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    Requiescat in Pace


    „Du bist weit gekommen, mein Freund.“

    Schweigen.
    Sein Blick wanderte über die bekannte, wenn auch durch die Jahre arg verwitterte steinerne Umgebung. Von Weitem hörte er das Plätschern von Wasser, stetige Tropfen auf ebenen Flächen, hohl wiederhallend.

    „Ich... hab die Markierungen gesehen. Bin ihnen gefolgt. Waren sie für mich oder... jemand anderes?“

    Seine Schritte knirschten im Sand und auf Stein als er sich langsam wieder in Bewegung setzte, um sich neben der ehemals vertrauten Form niederzulassen.

    „Ich komme mit einem Auftrag. Ich soll dich zurückbringen, er...
    Dein Sohn. Er ist jetzt zwölf. Ein halber Mann. Er sagt, er will ein Grauer Wächter werden, genau wie du... So wie ich dich kenne, wärst du vermutlich dagegen...
    Er ist gut. Mit dem Schild meine ich. Im Gegensatz zu dir. Du hast es ständig fallen gelassen oder zur Seite geworfen, weil es dich gestört hat. Du sagtest immer, du würdest lieber mit zwei Händen kämpfen. Du bräuchtest kein Schild zum Schutz. Du hättest schließlich mich...
    Er... hat bestimmte Merkmale gezeigt. Nur einmal, kurz nachdem du verschwunden bist. Es gab eine riesige Explosion. Wir haben allen erzählt, dass Zevrans Feuerbomben losgegangen sind. Mussten sogar noch einige zünden, damit es glaubhaft war. Es gab einen Auflauf in den Gassen... Zevran wurde sogar für einige Tage weggesperrt. Es hatte ihn nicht gestört. Es war ein kleiner Preis, den wir zahlen mussten, um deinen Sohn zu schützen, meinte er.
    Wir haben es geheim gehalten. Wynne hatte ihn unterrichtet. Bis sie eines Tages nicht mehr aufwachte. Du hattest dir immer viel Sorgen um sie gemacht. Wegen dieser Sache. Du hattest es mir mal erklärt, aber ich habe es nicht wirklich verstanden. Aber sie ist friedlich eingeschlafen.
    Wynne hat ihm viel beigebracht. Er lernte schnell... Du wärst sicherlich stolz auf ihn.
    ... Ich habe nach Anders suchen lassen. Du hattest oft gut von ihm gesprochen. Ich wollte, dass er deinen Sohn unterrichtet, aber ich konnte ihn nicht mehr auffinden. Dabei hatte ich ihn kurz vorher getroffen. Er reiste in interessanter Gesellschaft. Isabela war dabei. Erinnerst du dich an sie?
    Du wärst so wütend gewesen. Ich weiß noch, wie Zevran und du Tage lang kein Wort gewechselt habt. Oh, ich verstehe bis heute nicht, wie ihr beide überhaupt glücklich werden konntet. Ihr konntet nirgendwo hingehen, ohne euch zu streiten oder jemanden zu treffen, den Zevran ‚kannte’. Du warst so unglaublich eifersüchtig.
    Aber als ich die Piratin sah, musste ich an uns denken. Erinnerst du dich daran, wie wir am Lagerfeuer saßen, Oghren zwergische Trinklieder zum Besten gab und Leliana uns Geschichten erzählte?
    Leliana – sie hat oft Briefe geschickt. Jedes Mal nach dir gefragt. Ich habe es ignoriert. Irgendwann hörte sie auf nach dir zu fragen, erzählte manchmal davon, wie gern sie wieder mit uns allen reisen würde. Sie vermisse sogar Morrigan. Was ich nicht behaupten kann. Ich habe seit der letzten Schlacht nur gerüchteweise von ihr gehört und das war auch gut so.
    ...
    Nach Wynnes Tod ist Zevran mit deinem Sohn verschwunden. Es kamen oft Briefe, ohne Namen, ich habe sie bei mir. Ich dachte, du würdest sie vielleicht haben wollen. Es geht ihnen gut. Sie reisen viel, immer auf der Suche nach Lehrmeistern. Wir hätten ihn gern bei uns behalten, aber vermutlich war es besser so. Es wäre für ihn zu gefährlich an einem Ort zu bleiben.
    Da fällt mir ein, Oghren, er wartet auch dich! Er sagte, du würdest einen alten Trinkkumpanen nicht einfach hängen lassen. Dass du irgendwann auftauchst, als wären die Jahre nie vergangen. Er ist in dieser Taverne, in der ihr euch immer regelmäßig getroffen habt. Die mit diesem seltsamen Namen... ‚Zum Langen Schläfer’? Ich habe ihn manchmal gesehen. Sitzt an eurem Stammtisch. Und wartet. Trinkt allein ein Bier, ein zweites ihm gegenüber, das er nie anrührt. Manchmal geselle ich mich zu ihm. Er ist wieder mit Felsi zusammen. Ihr Sohn übt bereits mit einem Holzschwert. Oghren spricht davon, ihm bald ein richtiges fertigen zu lassen. Er ist so stolz.
    Ich erzählte ihm, dass ich aufbrechen müsste.
    Er meinte, er würde bald nachkommen.
    Meine Frau hat gewettert, als sie davon erfuhr. Dass ich dir folgen würde. Aber es war mir lieber als einfach ohne ein Wort zu verschwinden. Nicht wie du...
    Sie hofft, dass ich dich finde... Ich weiß, du konntest sie nicht an meiner Seite sehen, nicht nachdem—
    Ihr habt euch nie verstanden. Ihr hatte unterschiedliche Auffassungen und Meinungen, aber sie ist eine gute Frau. Sie hat mir eine Tochter geschenkt. Ihr Name ist Rosé. Ich wünschte, du hättest sie kennen gelernt. Sie hat diese großen runden Augen, von ihr Mutter vermutlich. Und ihr erstes Wort war Käse. Das hatte sie von mir.
    ...
    Du bist nicht wortlos verschwunden, ich weiß... Du hast Andeutungen gemacht. Ich habe sie nur nicht verstanden, bis Zevran vor mir stand. Du wärst plötzlich verschwunden, seine Stiefel wären weg... Genau wie mein Schwert... Und Oghrens Trinkbeutel. Und das hier, das ist Lelianas Laute... Und es kam eine Nachricht von Sten. Das erste und letzte Mal, dass ich von ihm gehört hatte. Du wärst plötzlich vor ihm aufgetaucht. Hattest ihm Kekse dagelassen. Ich soll dir ausrichten, dass sie grässlich geschmeckt haben. Du konntest nie kochen. Selbst im Lager wurdest du verschont, weil niemand dein Gebräu ertragen konnte.
    ...
    Wie lange vorher hattest du es schon gewusst?“

    Er horchte auf, als er in weiter Ferne das Kreischen eines Tiefenlaurers hörte, vermengt mit dem dumpfen Knurren von Dunkler Brut. Seine Augen wanderten über die bemoosten, massiven Steinwände. Dennoch - hier wirkte alles ruhig und friedlich, die verteilten Skelette vernichteter Genlocks und Hurlocks erzählten von schier endlosen Kämpfen.

    „Als hätte ein Beschützer deinen Schlaf bewacht.“

    Es war der Cadash Thaig, inmitten der Tiefen Wege.
    Er war nur einmal hier gewesen, doch er erinnerte sich. Ein seltsamer Ort, mit überraschend viel Vegetation, unterirdischen Quellen und Licht, das Regenbogen an die Wände zauberte.

    „Ich bin froh, dich gefunden zu haben. Wir können zusammen auf Oghren warten... Und ich hoffe, Shale bewacht meinen Schlaf gleichermaßen.“
    Moku is offline Last edited by Moku; 16.01.2012 at 01:31.
  15. #15 Reply With Quote
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    [Bild: VR_Ruhe_Leben.png] »Ein wunderbarer Fund«

    »Ringel, Ringel, Reihe,
    sind der Kinder dreie,
    machen alle husch, husch, husch.«


    Das sangen die Kinder schon eine Weile und Anastasya schaute ihnen beim Tanzen zu. Ihr kam es auch nicht merkwürdig vor an diesem Ort, dass es Zwergen- und Elbenkinder waren, die den Reigen führten. Die junge Dalish hatte es sich bequem gemacht. Angenehm so gut es in einem Thaig eben geht. Doch die grünen Ranken an dem glatt gehauenen Stein reichten bis an ihre Füße. Sie hatte einen Arm hinter ihrem Kopf verschränkt und sich sitzend an der Stein gelehnt, um den Kindern zu zusehen. Sie bemerkte es nicht, dass der Stein keine Kühle ausstrahlte. Sie genoss die unglaubliche Stimmung, die harmonischen Farben, die geschwungenen Formen der Steinmetzarbeiten, das eigenartige Licht. »Welch ein wunderbarer Ort«, dachte sie und sah die tanzenden Kinder. In der anderen Hand, die auf ihrem Bein ruhte, hielt sie einen goldenen Ring mit der Inschrift »Cuil a Îdh«.

    »Da rasier mir doch einer den Rücken und nenne mich Elf!« frohlockte Oghren, als er die Dalish endlich fand. Ein Rülpsen begleitete seinen Ausruf an die Gefährten, als er nach ihnen rief. Erstaunt sahen Leliana und Wynne eine Elfin, die mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht an einer mit grünen Ranken überwucherten Steinwand des Cadash-Thaig saß, die Beine von sich gestreckt, etwas in der Hand haltend. Leliana führte eine Geste mit der Hand über das Gesicht von Anastasya. Doch nichts geschah. »Scheinbar schläft sie!« sagte die Bardin mit Verwunderung. »Ja, sie schläft«, erklärte Wynne. »Doch wenn ich bedenke, wie wenig an Zeit seit unserm Kampf unweit Caridins Kreuzung mit dem Stoßtrupp der Dunklen Brut vergangen ist«, doch weiter kam die Geistheilerin nicht. »Papperlapapp« rumpelte Oghren. »Unsereiner schwitzt sich die Seele vor Sorge aus dem Leib und hier schläft man!« »Was Ihr schwitzt, ist das Bier, was Herr Zwerg fässerweise ins sich kippen muss«, antwortete Leliana und schob Oghren zur Seite. »Lasst mich mal schauen!« fügte sie noch an. »Was wollt Ihr schauen. Ein Furz und sie ist wach«, wehte mit einer Bierfahne der rothaarigen Bardin ins Gesicht. »Im Kampf mag das ja helfen, doch hier nicht«, versuchte Leliana locker zu bleiben. »Was mag sie nur haben? Sie schläft wirklich fest und tief«, stellte die Orlaisianerin fest. »Wollt Ihr mal schauen Wynne?« fragte sie die ältere Magierin, die sich bisher gestützt auf ihren Stab im Hintergrund gehalten hatte. Bei der Geistheilerin konnte man die Wirkungen des letzten Kampfes noch deutlich sehen. Ihre Heilzauber waren gebraucht worden gegen den Trupp der Hurlocks. Deren Anführer, reich mit Tätowierungen geschmückt, war schwer zu stellen gewesen. Wynne hatte vermutlich ihre gesamte Energie aufgewendet, um den Kampf erfolgreich zu gestalten. So schritt sie bedächtig zu Anastasya, um sie zu untersuchen.

    »Ringel, Ringel, Reihe,
    sind der Kinder dreie,
    machen alle husch, husch, husch.«


    Die Elfin versuchte mitzusingen. Es fiel ihr auch nicht schwer diesen einfachen Kindereim aufzunehmen. Doch sie wollte nicht die Kinder stören und sang das Lied ganz leise. Plötzlich verdunkelte sich für einen Moment der … »Nein!« sagte sie zu sich und lächelte. »Der Himmel verdunkelt sich hier nicht. Doch es war ein Schatten für einen Moment.« Dann sah sie wieder zu den singenden und tanzenden Kindern herüber.

    »Sagte sie etwas?« fragte die Bardin. »Nein, so richtig nicht«, antwortete Wynne. »Doch ihre Lippen formen Wörter. Doch ich kenne sie nicht. Aber sie lächelt dazu.« »Haut ihr doch links und rechts eine«, wusste Oghren beizufügen. »Hat Branka bei mir immer getan.« »Da ward Ihr vermutlich mal sturzbesoffen«, sagte Wynne ohne sich von der am Boden hockenden Elfin aufzurichten. »Doch wann ist er nicht sturzbesoffen?« witzelte Leliana. »Frauen! Unpraktisches Getue!« nörgelte der Zwerg zurück. »Hier ist Zwergenland! Was denn, da kann man auch mal seine Methoden verwenden«, rülpse er zurück. »Wenn Ihr ruhig sein könntet, würde ich sie besser untersuchen können«, entgegnete Wynne. Nach einigen geschickten Griffen der Magierin folgte ein erstaunter Ruf: »Seht Euch das an!« »Was?« fragten Oghren und Leliana gleichzeitig. »Na, hier die Narbe!« entgegnete Wynne. »Ne Narbe eben, gut verheilt«, langweilte sich der Zwerg aus dem Hause Kondrat. »Erstaunlich!« sagte hingegen die Bardin. »Sie hatte vorhin einem Schwertstreich nicht richtig ausweichen können, als sie auf den Anführer mit beiden Messern in der Hand losstürmte.« »Ja, beim Abrollen hat sie es erwischt. Zwar nicht bedrohlich, doch getroffen wurde sie schon. Und nun ist die Wunde verheilt, hat eine rosane Färbung, erstaunlich«, fügte Wynne hinzu. »Sollten wir etwas Wasser nehmen, um sie zu wecken?« fragte Leliana und hielt unaufgefordert Wynne ihren ledernen Trinkbeutel hin. »Brrr! Wasser! Hätte hier einen guten Schnaps!« gurgelte Oghren. Die Magierin schüttelte wortlos mit dem Kopf und griff nach dem Wasser. Der Zwerg aus der Kriegerkaste genehmigte sich mit den Worten »dann eben nicht« selbst einen tiefen Schluck, der kurze Zeit später von einem lauten Rülps begleitet wurde. Just in diesem Moment lies Wynne auch die ersten Tropfen aus ihrer Hand in das Gesicht der Schlafenden fallen.

    »Ringel, Ringel, Reihe,
    sind der Kinder dreie,
    machen alle husch, husch, husch.«


    Platsch! Anastasya schreckte aus ihrer Haltung hoch. »Regen?« fragte sie sich und schaute weg von den tanzenden und singenden Kindern hoch in die Luft. Dabei lachte sie auf. »Wo sollen hier Wolken herkommen?« Doch beim nächsten Platsch war sie hellwach, und weil sie zu dem ein Grummeln in der Luft hörte, wollte sie aufstehen. Sie nahm ihre Hand hinter dem Kopf hervor, richtete sich auf, verspürte Hände, die nach ihr griffen, und schaute Wynne ins Gesicht.

    »Oh, Wynne! Ihr kommt gerade noch rechtzeitig, bevor der Regen die Kinder vertreibt«, sagte die Dalish. »Kinder! Welche Kinder?« wollte Wynne wissen, die Anastasya noch immer mit beiden Händen festhielt. »Doch von Brankas Medizin?« drängelte sich Oghren nach vorn. »Uh! Ein Hauch von Bronto. Ach Oghren Ihr«, versuchte die Dalish zu lächeln. »Warum schaut Ihr so?« wollte sie noch wissen.

    Die Gefährten erzählten ihr vom Kampf mit dem Trupp der Hurlocks, der anschließenden Suche und der schlafenden Anastasya. Die Dalish fragte sie, ob sie den nichts von der Aura des Ortes mitbekommen hätten. Er wäre so unerwartet gewesen. So vollkommen, so grün, wie daheim habe sie sich gefühlt. Und sie habe einen Ring gefunden, als sie auf der Suche nach versprengter Dunkler Brut diesen Thaig betreten hatte. »Es ist der Cadash-Thaig«, erklärte Oghren. »Hier haben vor langer Zeit die Cadash Zwerge Elfen auf der Flucht vor Arlathan Schutz gewährt und alle lebten friedlich für eine Zeit miteinander«, ergänzte er noch. Als Wynne den Ring sehen wollte, streckte die Elfin ihn vor und sagte: »Cuil a Îdh«. Und weil sie in Gegenwart ihrer Begleiter selten elbisch sprach, fügte sie noch an: »Leben und Ruhe«. »Der Ring trägt diese Inschrift, hier Wynne.«

    Als die Magierin das Artefakt in der Hand hielt, musste sie nach der Wand greifen, um sich zu stützen. Die anderen wollten helfen, doch sie wehrte ab. »Oh, wie wunderbar!« sagte sie mit einem selten gesehenen Lächeln im Gesicht, welches von der Strenge der Gesichtszüge eher zu einer Lehrerin passen würde. »Es ist magisch und erneuert sehr schnell die Lebensgeister. Selbst mein Geist ist davon betroffen und findet neue Energie. Was für ein Fund! Aber gebraucht ihn sorgsam«, sagte sie noch und gab der Dalish den Ring zurück.

    Alle der Gruppe probierten die Wirkung des Ringes und nahmen seine Gaben an. Wobei Anastasya bewusst wurde, dass die Schramme, den der Schwertstreich des Hurlocks im Abrollen verursacht hatte, vollkommen ausgeheilt war. So in Harmonie und Ruhe versetzt, beschlossen sie sich diesen wundersamen Cadash-Thaig näher anzusehen. Dabei erzählte ihnen auch Anastasya von dem gehörten Kindereim und sag ihn einfach vor:

    »Ringel, Ringel, Reihe,
    sind der Kinder dreie,
    machen alle husch, husch, husch.«


    Anmerkung: Cuil a Îdh ist Inhalt des obigen Schriftzuges in Tengwar Eldamar
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  16. #16 Reply With Quote
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    Vorsichtig, ganz leise, da sind wieder diese krummbeinigen kleinen Monster ... und wo die sind, sind die Riesen mit den Keulen nicht weit.
    Ganz ruhig sein, nicht atmen, in den Schatten ducken.

    So schön das Leben mit seiner Liebsten und den Kleinen hier unten war, es war gefährlich Nahrung zu besorgen.
    Und es wurde immer schwerer, immer weiter musste er raus, rein in die unbekannten Wege, aber was macht man nicht
    alles für die Familie.

    Und diesmal hatte es sich gelohnt, eine komplette Zwergenpatrouille mit Proviant im Rucksack, einen zog er gerade hinter sich her.
    Wenn er nur nicht auf der Flucht vor diesen verfluchten Monster die die Gänge hier überschwemmten gefallen wäre und sich ein Bein verknackst hätte.
    Aber jammern hilft nicht, er musste weiter, nach Hause zu seiner Geliebten und den Kleinen.

    So, nichts zu sehn, nichts zu hören, schnell immer an der Wand weiter zum nächsten Versteck.
    War dieser Rucksack aber auch schwer, er konnte ihn kaum bewegen auf diesem Untergrund, aber sie brauchten das Essen darin.
    Diesser Rucksack, besser sein Inhalt könnte heissen das er drei bis vier Tage nicht hinaus musste ... und wenn er Glück hatte waren die anderen
    beiden auch noch bei den Leichen der Zwerge, wenn er Glück hatte und diese Monster sie nicht zerstörten. Das könnte heissen das er am besten
    doch schnell wieder in diese Ecke des Thags musste, aber erstmal siesen nach Hause bringen.

    Oh Nein, Zwerge und dann auch noch die in diesen glänzenden Rüstungen, die hauten doch ohne Anruf oder Fagen erst zu und plünderten die Leichen,
    alles schon zu oft erlebt.
    Typisch kamen genau auf Ihn zu. Leise, leise, ganz leise tiefer in den Schatten kriechen, hoffentlich macht dieser Rucksack nicht so laute ... verdammt....
    Nein Herr Oberwichtigerzwerg hier ist niemand, niemand hier ..... da müsst Ihr bestimmt nicht genauer gucken .... ufff, Glück gehabt, schnell weiter.

    Nur noch wenige Abzweigungen dann war er zuhause, also ruhig, nichts übereilen, denk an Deine Familie und... Stop ... schon wieder so ein Oger mit Begleitung.
    Oh nein, die gingen ja genau in Richtung .... Hey, alter schnell, lenk Sie ab, also den Rucksack verstecken und Spurt genau vor deren Nase da hinten in den Gang ...
    Jetzt.

    Ohoh schneller, schneller, ich spüre schon den stinkigen Atem des einen am Hintern,,,schneller. Und da durch das Loch in der Wand, hoffentlich wars das.
    Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, Familie gerettet, selber überlebt, zurück zum Proviantsack.

    Drei Stunden später erreicht er das heimelige Nest, das in den Ruinen eines Hauses verrborgen lag. Seine Kinder und die Geliebte fiepten ihn fröhlich an, er fiepte zurück.
    Trotz der Gefahren zog er das Leben hier unten, dem oben näher an der Zwergenstadt vor. Dort war das Finden von Essen zwar leichter,
    aber wie schnell endete ein Nug selbst als solches.
    TomDeMy is offline
  17. #17 Reply With Quote
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    Goldren stand gemeinsam mit etwa 30 anderen Zwergenkriegern auf der Anhöhe. Sie würde sich einfach verteidigen lassen. Obwohl er einen außergewöhnliche Gestalt war, fühlte er sie wie einer unter vielen. Auch er musste seinen Beitrag leisten.

    „Armbrustschützen bereit!“

    Fackelschein erhellte die beiden Zugängen zu der unterirdischen Grotte. Sie waren nah. Sie würden sie wohl überrennen. Es galt nur, ein bisschen Zeit für die Stadt zu gewinnen. Zeit, in der die Verteidiger ihre Posten beziehen und die Bürger in Sicherheit gebracht werden konnten.

    „Explosionsbolzen einlegen!....Zielt!....Feuer!“

    Der schmale Spalt über ihnen, der sich bis zur Oberfläche hinzog und ein schwaches Licht in die Höhle warf wurde von mehreren Explosionen erschüttert. Die ersten mit einem Sprengstoff gefüllten Bolzen trafen den Riss und erweiterten ihn auf brachiale Weise. Große Steinbrocken fielen herab, sie würden die Angreifer bei ihrem Ansturm behindern. Das war die eine Sache. Außerdem fiel durch den verbreiterten Spalt jetzt mehr Licht in die Höhle. Für die Zwerge war Sonnenlicht ungewohnt, aber die Angreifer hassten es.

    „Armbrustschüüüützen....“

    Das Licht der Fackeln wanderte näher. Die stampfenden Schritte hunderter war zu vernehmen. Das ungeduldige Schnauben der Oger stach auf besonders furchteinflößende Weise heraus.

    „Feuerpfeile!....Zielt!...Feuer!“

    Der Pechgraben rings um die Anhöhe entflammte. Zum Glück waren keine Steine auf ihm gelandet. Die Angreifer mochten kein Feuer, schon das tragen von Fackeln musste ihnen erzwungen werden. Die kalte Dunkelheit war ihr Zuhause. Goldren, genannt der Doppelhammer, befahl den Schützen, die normalen Bolzen einzulegen.

    „Verteidiger! Schildwall!“

    Rings um den mit Steinen umgebenen Hügel positionierten sich Zwerge mit Streitkolben und stachelbewehrten Schilden, die mindestens so groß wie sie selbst waren. Fest stießen sie die Rechtecke in den Boden und versuchten einen festen Stand zu finden. Probeweise stemmten sie sich dagegen. Gleich würden sie den ersten Ansturm aufhalten müssen, ohne ihre Position aufzugeben. Die Armbrustschützen hatten sich in die Mitte aufgestellt und visierten die Zugänge an. Nur jeweils zwei von ihnen hatten ihre Armbrüste auf die Sicherungsseile zweier Käfige am Boden der Anhöhe gerichtet. Es waren Goldrens beste Schützen, hoffentlich schafften sie es auf die Entfernung und in dieser angespannten Lage, die Seile zu durchtrennen, damit die beiden Brontos freie Bahn hatten. Goldren kniff die Augen zusammen. Sie kamen. Wie abgestimmt war plötzlich ein Brüllen zu vernehmen. Ohne Taktik stürmten sie wie immer die Höhle und rannten geradewegs auf die kleine Schar an Verteidigern zu. Die schiere Masse würde sie früher oder später überrollen. Immerhin war noch kein Oger zu sehen.

    „Die Brontos...JETZT!“

    Vier Bolzen zischten durch die Grotte. Drei trafen. Die Seile des einen Käfigs wurden durchtrennt, das schwere Metallgitter viel zu Boden. Und der durch den Lärm unruhig gewordenen Bronto stürmte aggressiv auf den Feind zu. Angesichts der Masse war die Schneise, die das Tier riss lächerlich. Der andere Bronto stemmte sich gegen das Gitter, welches noch immer von einem Seil gehalten wurde. Aber es gab langsam nach. In Gedanken fluchte Goldren schwer.

    „Armbrustschützen!...Zielt auf die Gesandten!...Feuer!“

    Die mit einfachen Holzstäben bewaffneten Kreaturen waren unter der graubraunen Masse nicht einfach auszumachen gewesen, aber Goldren hatte genug Kämpfe bestritten, um schnell einen Überblick zu bekommen. Er zeigte den Schützen grob das Ziel. Schon waberte magische Hitze vor den Gesandten in der Luft. Es musste schnell gehen. Alle 5 wurden niedergestreckt, bevor sie ihren Zauber beenden konnten. Aber es würde schnell Ersatz kommen.

    Während die Horde den Hügel erstürmte und der angreifende Bronto unter der Masse aus Angreifern begraben wurde, erschien ein Oger am linken Zugang. Er quetschte sich durch den breiten Spalt, und stampfte ungerührt über seine kleineren Kameraden hinweg.

    „Der andere Bronto!“

    Die Schützen schwenkten ihre Armbrüste herum und feuerten auf gut Glück in Richtung des Käfigs. Tatsächlich wurde das Seil durchtrennt. Der massige Bronto bahnte sich seinen Weg bis zum Oger und rammte ihm den Kopf ins Knie.

    „Beim Stein!“

    keuchte der Doppelhammer, als die Kreatur aufbrüllte und kurz einknickte. Doch dann stemmte er sich wieder hoch, griff das Tier mit beiden Händen wie ein Spielzeug und hob es über seinen Kopf.

    „Achtung! Der Oger!“

    Doch die Schildverteidiger hatten damit zu tun, den Schützen genug Luft für den Beschuss zu verschaffen. Wie hieß es so schön? Jede noch so ausgeklügelte Taktik und Formation geht im Kampfgetümmel verloren. Dann ist die Schlacht nur noch ein Gemetzel. Der schwere Körper des Tieres sauste an den Schützen vorbei und riss eine kleine Schneise in den Schildwall. Groß genug für die Dunkle Brut, die ihre Bemühungen an der Stelle sofort verdoppelten und den Zwergenkriegern keine Chance ließen, die Lücke wieder zu schließen. Es war für Goldren an der Zeit, seinem Beinamen gerecht zu werden. Er verließ die Kommandoposition bei dem Schützen und eilte mit erhobenem Hammer auf die Lücke zu. Obwohl die Waffe mit den zwei Köpfen doppelt so lang war wie er, beherrschte er sie perfekt. Er lies den Hammer kreisen und murmelte die magischen Worte. Entlang des Stiels leuchtete die Lyrium-Verzauberung zu beiden Seiten blau auf und erfasste die Hammerköpfe. Elektrizität knisterte, als er auf den toten Körper des Brontos hüpfte und dem Hurlock den Schädel einschlug. Die schützen gaben ihm Feuerunterstützung und die Schildträger richteten sich langsam neu aus. Bis jetzt war nur der gefallen, der unter dem Bronto begraben worden war, die anderen bissen tapfer die Zähne zusammen. Nun war die Schlacht im vollen Gange.

    Der Oger kämpfte sich auf allen Vieren die Anhöhe hoch. Nach der Mitte des Weges blieb er stehen und sah einen der großen Felsbrocken von der „Spalterweiterung“ unschlüssig an. Dann entschied er sich, den Nahkampf vorerst sein zu lassen. Er griff einen Felsbrocken und visierte die Schützen an, die sich im Zentrum des kleinen Schildwalls versammelt hatten.

    Drei Gesandte murmelten einen komplizierten Zauber. Die Schwerter, Äxte und Keulen der Angreifer überzog eine magische Frostschicht und hüllte die Masse in ein blaues Licht.

    Die Fackelträger hatten sich in Reichweite um den Schildwall versammelt und warfen auf einen stummen Befehl hin ihre brennenden Stäbe den Zwergen entgegen.

    Da stampfte ein weiterer Oger in die Grotte.

    Der Schildwall geriet ins Schwanken und musste sich immer weiter zurück ziehen.

    Verzweifelt erfasste Goldren die Situation. Es brannte an allen Seiten. Sie würden nicht lang genug Stand halten können. Er hob seinen Hammer und setzte zu einem Kriegsschrei an, um seine Krieger zu motivieren. Die Schützen ließen ihre Armbrüste achtlos fallen und griffen zu den Äxten. Goldren s Blick streifte den einiger seiner Krieger. Sie wussten, was jetzt passieren würde. Und sie akzeptierten es. Der Zwergen-Kommandant eilte wieder ins Zentrum, den Schützen entgegen. Der Stein des Ogers traf die Spitze der Anhöhe, allerdings keinen der Schützen. Den Doppelhammer fest in den Händen stieg Goldren auf den Stein und fokussierte den Spalt über sich. Als er weitere magische Worte murmelte glühte der Hammer grell auf, die Köpfe begannen zu schmelzen. Goldren holte aus. Wartete auf den Höhepunkt der Magieaktivität und schleuderte die Waffe dann mit aller Kraft in Richtung des Spalts. Von beiden Seiten löste sich der Hammer schnell auf. Als beide Lyriumadern sich in der Mitte trafen, explodierte der Hammer. Eine gewaltige Erschütterung riss Zwerge und dunkle Brut gleichermaßen von den Beinen. Dann brach ein Teil der Höhlendecke zusammen und bedeckte das gesamte Gebiet. Es war geschafft, die Dunkle Brut war geschlagen. Vorerst. Das musste reichen. Hoffentlich.
    Gleichgewicht is offline
  18. #18 Reply With Quote
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    Sie kam vom Weg ab. Ist ja auch nicht das erste Mal, dachte sie gereizt. Der Hauptweg in Richtung des Orthan-Thaigs erstreckte sich vor ihr, doch sie ignorierte ihn komplett und ging mit festem Schritt durch eine enge Gasse, die sich zwischen zwei in die Höhe reckenden Klippen darbot. Sie hörte das Rufen Ihrer Gefährten, die ihren Verlust bemerkt hatten. Sie ließ sich nicht beirren und ging weiter.
    Der Boden unter ihren Füßen wandelte sich von hartem, schwarzen kalten Stein in moosiges, dünnes Grün. Die dreckige, dunkle Farbe der den Wegrand säumenden Felsen verkehrte sich nach und nach in ein helles Schiefergrau, von irgendwo oben musste ein Loch in der Felsdecke sein, denn die Sonne warf ihr goldenes Licht in den sich ihr darbietenden Thaig.

    Die Kämpferin hielt inne, zog eine ihrer Klingen vom Rücken und blickte sich vorsichtig um. Oft genug hatte sie erlebt, während ihrer ersten Tage in den Tiefen Wegen, dass kleinere Tiere und größere Brutwesen hinter irgendwelchen Ecken lauerten. An ihr schoss ein brauner Blitz vorbei, der bellend auf den Hügel rannte.
    „He, Schätzchen, zu Branka geht’s dort lang!“ tönte es hinter ihr und kaum dass sie die Stimme zugeordnet hatte umfing der Alkoholgeruch sie wie eine Decke, in die man sich kuschelt.
    Sie konnte sich nicht helfen, der Moment als vor einigen Tagen ein Hurlok hinter seinem Felsen hervorgestürtzt war und sich auf diesen immerzu betrunken Zwerg gestürzt hatte, hatte sie ein wenig Schadenfreude verspüren lassen.
    „Macht nichts, Oghren, so wie du stinkst findet Branka den Weg auch blind hierher.“ Zevrans salbungsvolle Stimme erklang ebenfalls hinter ihr, und langsam drehte sich die Kriegerin um, mit eines leisen Schaben verstaute sie ihre stählerne Schwertklinge in der Halterung auf ihrem Rücken und blickte den ihr entgegenkommenden Gefährten entgegen.
    „Was ist das für ein Ort?“ ließ sich Leliana vernehmen. „Es ist so schön grün hier. Und das unter der Erde. Wir könnten ein Picknick machen!“ Freudig strahlte sie in die Runde – Oghren nickte eifrig und nuschelte etwas von Bier, Zevran verdrehte die Augen, Alistair starrte Leliana ungläubig an und sagte: „Vielleicht nicht die beste Idee, wenn wir bedenken, dass die Dunkle Brut dann ein Picknick mit uns macht.“

    Die junge Frau verbarg ihr Gesicht in beiden Händen, rieb es und strich sich hernach die ihr immer ins Augen hängenden dunklen Haarsträhnen aus dem Gesicht.
    „Was hast du?“ Zärtlich legte Alistair eine Hand auf ihre Schulter und sah in ihre smaragdfarbenen Augen.
    „Diese Tiefen Wege werden mal noch mein Tod sein“, murmelte Jaina und bemerkte Alistairs amüsiertes Grinsen. „In der Tat, irgendwann sicherlich.“
    Die Cousland versetzte ihrem Freund einen Ripenstoß und wandte sich von ihren Gefährten ab, hin zu dem grasgrünen Hügel, auf dem eine immense Statue stand, die beiden hochgereckten Arme stemmten einen doppelseitigen Hammer.
    „So eine Waffe hab ich auch!“ gröhlte Oghren. „Nur in kleiner.“
    „So ein Hohlblock seid Ihr auch, nur in kleiner“, bemerkte Jaina trocken. Zevran lachte laut auf und Leliana setzte schon zu einer Tirade an, die ihrem Blick nach zu urteilen auf die Harmonie in der Gruppe und dem Frieden innerhalb des Krieges hinzielen sollte, doch Alistair kam ihr zuvor. „Also gut, sehen wir uns diesen Riesengolem an und hoffen, dass er nicht plötzlich aufwacht. Ich fühle mich hier irgendwie... besser“, fügte er nachdenklich an.
    Jaina nickte, während sie neben ihm den Hügel erklomm. Die Tiefen Wege hatten es innerhalb kürzester Zeit geschafft, aus ihr eine reizbare, sarkastische und vor allem aggressive Wächterin zu machen. Sie hasste diesen Einfluss der Brut, die sich hier unten zu Haufen tummelte. Dieser grüne Ort gewährte ihr eine kleine Pause vor der ständigen lavaartigen Wut, die in ihr zu brodeln schien, und deren Gründe sie sich nicht erklären konnte. Vielleicht liegt es ja doch nur an Oghren, überlegte sie. Sie war sich sicher, bei der erstbesten Gelegenheit, den rothaarigen und -bärtigen Zwerg loszuwerden, würde sie diese nützen. Sie hegte keine richtige Abneigung gegen ihn, aber sein eintöniges Gerede von Brüsten, wilden Nächten und Alkohol, dazu der Geruch einer ganzen Brauerei der von ihm ausging und seine dementsprechend miserablen Kampfkünste reizten sie ungemein.

    Auf dem Hügel angekommen, legten die vier Gefährten den Kopf in den Nacken, während Jaina versuchte, ihren immer noch bellenden Mabari zu beruhigen, der vor der Statue hin und her sprang. „Was hat er nur?“ wunderte sich Jaina. „Was ist los mit dir, mein Kleiner?“ Sie kniete sich neben ihren Kampfhund und legte beide Arme um ihn, doch er schüttelte sie ab, unablässig die Statue anbellend.

    Langsam spürte Jaina wieder diese dunkle Welle der schlechten Laune in sich aufsteigen. „Los kommt, wir gehen. Ich will so schnell es geht wieder nach draußen.“
    Ihre Gefährten nickten und machten sich gemeinsam an den Abstieg. Das grüne Gras war rutschig und dennoch einladend weich. Der scharfen Kontraste ließen diese seltsame Landschaft schön und zugleich künstlich wirken. Jaina grummelte miesepetrig in ihren nicht vorhanden Bart. Sie wünschte inständig, die Tiefen Wege das letzte und einzige Mal in ihrem Leben besucht zu haben.

    Plötzlich wandelte sich das Bellen Jags in ein geiferndes Knurren. Alarmiert fuhr Jaina herum, und gewahrte die fünf Hurlocks, die von der Statue sprangen.
    „Vorsicht, da vorne!“ rief Alistair, der sich nicht umgedreht hatte. Jaina wirbelte zu ihm herum und entdeckte gute zwei Dutzend Brutwesen, die vom Eingang des Thaigs auf sie zugestürmt kamen. Sie riss ihre Waffen aus den Halterungen und atmete tief durch.
    Sie waren eingekreist.
    Fawks is offline Last edited by Fawks; 22.01.2012 at 18:36.
  19. #19 Reply With Quote
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    »Lohnt ein Sieg um jeden Preis?«

    Leliana, Wynne und Oghren waren im Cadash-Thaig am großen Denkmal für die Golems angekommen. »Sie scheint immer noch nachzudenken«, sagte Wynne und zeigte auf Anastasya. Die Dalish kniete auf dem rechten Bein, hatte den Kopf gesenkt, beide ihrer Kurzschwerter, von denen eins so grünlich schimmerte, waren blank gezogen und vor ihr gekreuzt worden. »Musstest Du ihr in allen Facetten die Geschichte dieses Monuments erklären?« wollte Leliana von Oghren wissen. »Aye, bei Branka und allen mir wichtigen Dingen, warum sollte ich es nicht tun!« schnarrte dieser zurück. Doch Wynne gab den beiden mit einem Handzeichen zu verstehen, dass sie ruhig bleiben sollten. »Geben wir ihr noch fünf Minuten«, sagte die Magierin und schaute zu der jungen Frau in dieser Pose des Trauerns.

    Anastasya bekam von dem Treiben um sie herum nichts mit. Sie war nach den Erklärungen, dass man Zwerge in Golems umgeschmiedet hatte völlig entsetzt gewesen. Sie stand also vor einem Grabstein, einem Stein, dessen Höhe sie nur erahnen konnte und nicht wissen wollte, ob er bis oben an mit Namen der Freiwilligen versehen war. Und aus Respekt vor den Freiwilligen hatte sie sich verneigt, um ihrer zu gedenken. Sie hatte ihre Kurzschwerter, von denen eins so grünlich schimmerte, gezogen und diese zur Anerkennung gekreuzt, sich verbeugt und war anschließend in die Hocke gesunken. Dabei kam ihr die Frage in den Sinn: »Lohnt ein Sieg um jeden Preis?«

    »Soll ich sie verurteilen? Nur weil sie das taten, was ihre Paragone für richtig erachteten. Weil sie, um ihre Kinder, Frauen, Brüder und Schwestern zu schützen, ihr Leben gaben? Wie kann man das beurteilen? Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass die Dalish, freiheitsliebend, Entbehrungen gewohnt, die letzten der Elvhenan, die versuchen das Wissen der Elfen zu bewahren und zurückzugewinnen, die für ihre Freiheit das Leben von Nomaden führen, so etwas tun können …«

    Und bei diesen Worten hatte die Elfin aufgehört mit den Fragen zu dem Denkmal. Ein Schluchzen war durch ihren Körper gelaufen, wie ein Zittern, vor dem man sich nicht schützen kann. Ein Mitgefühl, welches mit einer unglaublichen Genauigkeit die Fasern des Körpers durchdrang und alles in eine tiefe Traurigkeit mitriss. Ja, Anastasya hatte mit dieser Frage zu sich gefunden.

    »… was rede ich da über andere. Soll ich ein Richter sein? Ich habe ja selbst vom Blut der Verderbnis getrunken, ich ein Kind der Elvhenan, die das reinste Blut verehrten. Selbst geschändet habe ich mich. Um welchen Preis. Eines Sieges? Ein Sieg wofür? Freiheit um jeden Preis, egal wie hoch er ausfällt? Ob als Golem oder Grauer Wächter? Ja, der Kampf ändert auch den Sieger. Ob er es wahrhaben will oder nicht. Und ich werde nie ein normales Leben der Dalish führen können …«

    »… sie werden es gewusst haben als sie sich freiwillig entschieden ein Golem zu werden …«

    »… hast Du gewusst, was Duncan mit denen tut, die das Beitrittsritual ablehnen? Und hast Du gewusst, in welch tödlicher Gefahr Du bist, als der Kelch mit dem Blut der Dunklen Brut Deine Lippen netzte? Und kanntest Du auch die Träume, die Dich jetzt heimsuchen und Du wusstest auch, so wie Du die Dunkle Brut aufspüren kannst, werden sie Dich auch aufspüren …«

    »… sie werden welche gezwungen haben ein Golem zu werden. Denn gibt es erst mal einen Weg, dann sucht man auch nach Verstärkungen. So wie auch die Grauen Wächter Rekruten suchen und zu beschaffen wissen …«

    »… doch sie haben mutig für ihre Thaigs gekämpft und das Böse zumindest aufgehalten. Ja, sonst stände hier nicht ein großes Denkmal und könnte ich ihnen sonst davor Respekt zollen …«

    »Anastasya, komm wir müssen weiter«, sagte Wynne mit ruhiger Stimme und legte der jungen Dalish eine Hand auf die Schulter. Die Magier verspürte noch für kurze Momente das Herzklopfen, welches von dem Körper der Frau Besitz ergriffen hatte. Doch dann war es weg. Die Dalish stand auf, steckte die Kurzschwerter, von denen eins so grünlich schimmerte, gekonnt in die Schwertscheiden auf ihrem Rücken. »Sie haben viel für uns getan«, sagte ehrfurchtsvoll Leliana mit einem Blick auf das Denkmal. Anastasya schaute ihre Begleiter mit feuchten Augen an und sagte dabei ihr Gesicht zu Oghren wendend: »Du weißt es. Ich werde noch einmal hier vorbei kommen. Dann, wenn ich meinen letzten Weg gehen werde, so wie alle Grauen Wächter vor mir. Und ich werde bis dahin für die Freiheit eintreten, denn mein Preis soll nicht umsonst so hoch gewesen sein.« »Aye«, sagte Oghren zu einem Nicken, legte seine Axt über die Schulter und so schritten die vier von dem Hügel hinab auf dem ein Denkmal thronte.

    Ein Denkmal, das stummes Zeugnis ablegte mit Namen über Namen von denen die einen hohen Preis für die Freiheit anderer gezahlt hatten. Und eine Dalish hatte ihrer gedacht, denn sie würde eines Tages wieder zu ihnen kommen. Eines Tages, ja, da würde sie wieder kommen ...
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  20. #20 Reply With Quote
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    Thema #3 • Redcliffe ...

    Erklärender Text zu den Bildern: An dem westlichen Ufer des Sees Calenhad liegt das Dorf Redcliffe. Und die rötlichen Farbtöne der den Ort überragenden Klippen gaben den Namen. Ein Pfad führt von der Siedlung hinauf in die Berge und über eine Brücke zu einer Insel, wo die alte Burg Redcliffe drohnt. Arl Eamon und sein Geschlecht hat sie in der jüngeren Geschichte gut zu verteidigen gewusst.

    Redcliffe diente einst als strategischer Punkt zwischen Orzammar und Ferelden mit dem Zweck, eine von den Menschen von Ferelden befürchtet Invasion der Zwerge abzuhalten. Keine einfache Aufgaben, aber das einfache Volk von Redcliffe ist stolz über seine alte Rolle als Fereldens erste Instanz der Verteidigung. „Das Eisen ist in den Hügeln, wie im Volke“ sagen die hiesigen Bewohner und niemand wagt daran zu zweifeln.

    Aufgabe:
    • Schreibt wenn Ihr möchtet unter Beachtung der Regeln eine Kurzgeschichte zu einem der beiden Bilder. Benennt bitte in Eurem Post, zu welchem Bild Ihr schreibt.
    • Beginn ist der 28.01.2012 und die Möglichkeit zu diesem Thema Beiträge zu veröffentlichen endet am 12.02.2012 (einschließlich Sonntag).
    • ein Feedback bitte im Diskussionsbereich
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