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  1. #21 Reply With Quote
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    Nov 2007
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    Was habe ich getan? So viele Menschen, die sterben mussten, so viele Tote. Und warum? Weil ich meinen Sohn schützen wollte…

    Dabei hatte alles schon gar nicht gut angefangen. Meine Ehe… falsche Voraussetzungen. Dennoch hatte sich eine Liebe entwickelt, womit wir Beide nicht gerechnet hätten. Bald gebar ich endlich einen Sohn, der langersehnte Stammhalter. Es war ein fröhliches Baby, immer vergnügt, am Glucksen und Lachen. Als er größer wurde, zeigte es sich jedoch, dass er magische Fähigkeiten besaß. Ich befand mich in einer Zwickmühle, grübelte lange, wie ich entscheiden sollte. Meinen einzigen Sohn tatsächlich in die Obhut des Zirkels geben? Damit er eingesperrt wurde? Natürlich, dort waren die Möglichkeiten besser, ihn in Magie zu unterrichten, damit er sie beherrschen lernte. Doch was, wenn sie beschlossen, einen Besänftigten aus ihm zu machen? Nein! Das war keine Alternative! Ich mußte mir etwas anderes einfallen lassen. Verzweifelt wandte ich mich an Teyrn Loghain Mac Tir. Er verstand meine Not und sandte mir einen jungen Magier, welcher meinen Sohn ausbilden sollte. Es sah alles gut aus, Connor machte gute Fortschritte, was mich freute. Schien es doch möglich, dass er bei mir bleiben konnte? Es war auch gar nicht so schwer, die Magie vor den Anderen zu verstecken. Doch dann erkrankte mein Gemahl und die Probleme fingen an.

    So viele Heiler kamen, die alles versuchten, damit mein Gemahl wieder gesund wurde. Aber egal, was sie taten, es wurde immer schlimmer. Bald schon lag er, dem Tode nahe, im Bett. Wir waren auf das Schlimmste gefasst, jedoch kam es ganz anders...

    Ich hatte es mir auf einem Stuhl, der neben dem Bett stand, so bequem wie nur möglich gemacht, denn ich weigerte mich, meinen Gemahl alleine zu lassen. Als ich die leisen Schritte hörte, schrak ich aus einem Dämmerschlaf und erblickte Connor, der zum Bette lief. Er schien mich nicht wahr zu nehmen. „Kannst du ihn retten?“ fragte er. Verwirrt blickte ich ihn an und sprach: „Wie soll ich das tun, mein Sohn? Alles habe ich schon versucht. Nur noch die Asche der heiligen Andraste kann ihn retten und das weißt du. Die Ritter tun doch schon alles, um diese zu finden…“ Ich verstummte, merkte ich rasch, dass Connor mich immer noch nicht beachtete. Es schien, als lausche er auf etwas, was nur er hören konnte. „Ja, das habe ich dir doch versprochen. Wenn du meinen Vater rettest, lasse ich dich hier. So wie Meister Jowan es erzählt hat.“ Vor Schreck sprang ich aus meinem Stuhl auf. Was hatte dieser Magier getan? Ich stürzte auf Connor, packte ihn an den Schultern und schüttelte ihn: „Connor, Connor! Was geschieht mit dir?“ Er blickte zu mir auf, doch sein Blick war leer. Eine Stimme, die nicht seine war, sprach zu mir: „Mutter, gräme dich nicht, es wird alles gut werden. Doch verrate mich nicht, denn sonst verlierst du nicht nur deinen Gemahl, sondern auch noch mich, deinen Sohn.“ Bei diesen Worten erbleichte ich und meine Gedanken rasten. Nein, ich musste alles daran setzen, beide zu schützen. Wenn es herauskam, dass mein Sohn einen Dämon in sich barg, würde man ihn töten. Dies war sicher. Connor verließ das Zimmer und ich blieb alleine zurück.
    Als der Morgen anbrach, ließ ich den Magier Jowan zu mir bringen und stellte ihn zur Rede. Er stritt ab, dass er etwas mit der Tat zu tun hatte und dennoch ließ ich ihn in den Kerker werfen. In der nächsten Nacht kamen zum ersten Mal die Untoten. Bestimmt hatte der Magier auch dies zu verantworten. Jedes Mal stritt er seine Untaten ab, selbst unter Folter beteuerte er seine Unschuld. Glauben konnte ich ihm nicht. So viele Menschen starben nicht nur im Schloss, auch im Dorf selbst. Hilflos musste ich dies alles anschauen und Connor oder der Dämon in ihm wurde immer mächtiger. Es gab nur noch wenige Momente, in denen ich meinen Sohn erkannte. Jeden Tag flehte ich darum, unser aller Leben zu verschonen, fand jedoch kein Gehör. Eines Tages gelang es mir, aus dem Schloss zu fliehen. Ich wagte nicht mir auszumalen, was geschehen würde, wenn der Dämon dies herausfand. Nur noch in Teagan, meinem Schwager, sah ich Hoffnung. Ich fand ihn vor der alten Mühle am Fuße des Schlosses. An seiner Seite sah ich Alistair, den Bastardsohn meines Gattens. Neben ihm stand eine Magierin. War sie aus dem Zirkel? Oder war sie eine Abtrünnige? Außerdem standen noch ein Hüne neben ihnen und eine Elfe mit Bogen. Ich schilderte Teagan, was im Schloss vor sich ging und flehte verzweifelt um Hilfe. Die Magierin beschuldigte mich, etwas zu verheimlichen. Ich konnte doch nichts sagen! Teagan sprach noch ein paar Worte mit der Magierin, dann folgte er mir ins Schloss. Connor war gar nicht begeistert, dass ich seinen Onkel ins Schloss geholt hatte. Wir versuchten alles, um ihn zu besänftigen, was uns auch schließlich gelang. Jedoch anders, als wir es uns gewünscht hätten. Hilflos musste ich mit ansehen, wie Teagan verzaubert wurde und zu Connors Belustigung herumhampelte. Wie lange das schon so ging, konnte ich gar nicht mehr sagen, als plötzlich Alistair mit seinen Begleitern das Schloss betrat. Die Magierin bei Alistair erkannte sofort, dass in Connor ein Dämon steckte. Connor floh aus der Haupthalle in sein Zimmer. Die Wachen und Teagan gingen auf die Fremden los, während ich gezwungen war, alles hilflos mitanzuschauen. Bald schon entschied sich der Kampf zu Gunsten Alistairs und seiner Gefährten. Teagan kam wieder zur Vernunft und wir konnten endlich überlegen, was wir tun sollten. Sie schlugen vor, Jowan, den Magier aus dem Kerker zu holen, doch ich war dagegen. Aber ich hatte keine Wahl und das wusste ich auch. Dieser Magier schlug vor, dieses Nichts zu betreten. Dort könne man versuchen, den Dämon dazu zu bewegen, Connor in Ruhe zu lassen. Die andere Möglichkeit wäre, Connor zu töten… Auf die Frage, wie man ins Nichts reisen könne, erwiderte Jowan, dass es mit Blutmagie möglich wäre, die er beherrsche. Ich war bereit dazu, mich für Connor zu opfern. Wenn es ihn doch tatsächlich retten würde. Alistair wollte nichts davon wissen, er beschloss, es wäre besser, zum Zirkel zu reisen und dort die Magier um Hilfe zu bitten. Der Vorschlag wurde angenommen und so machten sie sich auf den Weg.

    Es vergingen einige Tage, Alistair mit seinen Gefährten zurückkehrten. Einige Magier des Zirkels begleiteten sie. Es dauerte nicht lange und die Magierin betrat das Nichts. Ungeduldig wartete ich auf die Rückkehr. Teagan sprach beruhigend auf mich ein und versicherte mir immer wieder, dass dies das Beste sei und alles gut gehen würde. Connor ließ sich während der gesamten Zeit nicht blicken. Er ahnte wohl, dass der Dämon bald verschwinden würde. Als die Magierin zurückkam und berichtete, dass es vollbracht sei, trat ein älterer Herr auf mich zu. Er stellte sich als Erster Verzauberer Irving vor. „Ihr wisst, dass es nun an der Zeit wird, Euren Sohn unserer Obhut zu übergeben?“ fragte er mich. Ich nickte nur, die Tränen liefen mir über die Wangen. „Ich gewähre Euch noch die Zeit bis nach der Verderbnis. Wenn sie abgewendet wurde, werde ich wieder kommen und Connor mit mir nehmen. Ich werde es auch mit den anderen Lehrer besprechen, ob eine erneute Gefahr besteht, dass er sich auf einen Dämon einlässt und zu einem Abtrünnigen wird oder ober er dadurch so stark im Willen geworden ist, dass er die Prüfungen bestehen wird.“ Mit diesen Worten wandte er sich ab und verließ das Schloss. Zurück blieben wir Überlebende und meine Schuld.
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  2. #22 Reply With Quote
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    Es war ein Nachmittag wie jeder andere in dieser Woche. Ich streunte im Schloss umher und bemerkte genüsslich wie jede Dienstmagd, jeder Butler, jede nichtsnutzige Küchenelfe mit schreckgeweiteten Augen vor mir zurückwich. Ich musste nicht einmal eine Miene verziehen. Dieses unwürdige Pack hatte in seinem Leben noch keinen Nutzen erfüllt – abgesehen von der Küchengehilfin vielleicht – die konnte wirklich gut kochen. Ich spürte wie sich mein Grinsen verstärkte, als ich daran dachte, dass das Abendessen bald bevorstand.
    Aber bis dahin war noch Zeit – Zeit, die ich nicht verstreichen lassen wollte. Irgendeiner Eingebung, einer Stimme in mir folgend, stieg ich die Treppen in den Keller hinab, in dem es kalt, feucht und dunkel war. Ich hatte nicht an eine Fackel gedacht, aber es war auch nicht weiter wichtig. Neuerdings fühlte ich mich fast wie eine Katze, die im Dunkeln sehen kann. Ich fühlte mich wohl, wenn alles Licht aus meinem Raum gebannt war – ich wurde eins mit meinem Inneren. Die Schwärze in mir konnte sich anscheinend ungehindert ausbreiten und erfüllte mich, waberte durch mich hindurch und ich verschmolz scheinbar mit ihr.

    Ich ignorierte etwas, das in mir zu schreien begann und ging langsam auf dem feuchten Stein entlang, bis ich in den großen Vorraum kam, der weiter hinten zu den Kerkerzellen führte. Ich kicherte höhnisch. Dort hinten war dieser idiotische Magier, der gedacht hatte, er könne mich kontrollieren. Er – ein erwachsener Schwachkopf, der nichts, aber auch gar nichts davon verstand, seine Macht auszunutzen. Ganz im Gegensatz zu mir. Mitten in der Halle blieb ich stehen. Es roch nach Verwesung. Tief atmete ich ein und ging in die Knie. Es fühlte sich gut an. Es fühlte sich richtig an. Ich streckte eine Hand aus und berührte zielsicher eine der Leichen, die hier herumlagen.

    Sie war eiskalt und blutleer. Das Gefühl, ihren toten Arm zerbrechen zu können, stachelte mich unglaublich an. Ich spürte, wie eine kleine Flamme in mir in Brand gesetzt wurde. Gierig berührte ich die Leiche mit der zweiten Hand, strich an ihrem Arm herauf, bis ich zu dem zerfaserten Ärmel kam, ihn ignorierend meine Hand darunter verschwinden ließ.
    Mein Kopf wurde heiß, mein Hals brannte in einer Leidenschaft, die ich bisher nur die letzten Nächte erlebte hatte und ich strebte danach, ich gierte danach, mehr zu bekommen. MEHR! Ohne zu wissen was ich tat, zerriss ich mit einem Ruck das geknöpfte Hemd, das die Leiche trug. Aufgeregt erforschten meine Hände den Leib, über den ich mich mittlerweile gebeugt hatte. Ich fühlte mich, als wäre ich an einem Fieber erkrankt, das die Kälte des toten Körpers vor und unter mir verdrängen konnte. Genüsslich wanderten meine Finger über den mageren, mit rauen Flecken bedeckten Bauch und ertasteten den ausgemergelten Brustkorb. Mit einem Mal schoss Erregung durch mein Blut und meine Hände schlossen sich fest und besitzergreifend um die nackten Brüste der Frau.

    Ich weiß nicht, wie lange ich in dieser Position verharrte und dem Pochen in meinen Ohren zuhörte, die Hitze in meinem Körper genoss und meine Muskeln in den Handflächen anspannte, das zarte Fleisch umfassend.

    Irgendwann erhob ich mich, mit geschlossenen Augen schritt ich zielsicher die Kellertreppe hinauf, durch den Gang, in den ersten Stock, auf den Balkon.
    Die Nacht war gerade hereingebrochen. Ich stützte mich auf dem Holzgeländer ab und überblickte meine Stadt. Unten in diesem Tal standen Menschen auf dem Marktplatz, ich erkannte die Kirche und spürte wie sich meine Lippen in einem verächtlichen Lächeln verzogen. „Narren!“ flüsterte ich und hob die Arme.
    Mit einem Mal war die Hitze wieder da, sie und das Mana gleichermaßen rauschten durch meinen Körper, so unglaublich schwach und vergänglich und gleichzeitig so unendlich stark – mächtig!
    „Macht!“ krächzte ich, als sich die Magie erst langsam, dann immer schneller und heftiger entlud, aus mir heraus schoss und sich in einem dicklichen, grünen Nebel über Redcliffe legte.
    Grenzenlose Macht!“ hörte ich mich brüllen und wusste zeitgleich, dass jetzt alles tote Fleisch meinem Befehl unterstand. So wie jede Nacht. Die Erregung war wiedergekehrt, ich konnte die Hitze und die Flammen in mir förmlich spüren, als ich die erschreckten Aufschreie aus dem Dorf unten vernahm.
    Sie nahmen mir die Konzentration. Meine Sinne schwanden, das Holzgeländer entglitt meinem gerade noch so festen Griff. Ich krachte auf den Boden des Balkons, ein Splitter bohrte sich in meine Schulter und raubte mir den Atem. Alles wurde schwarz vor meinen Augen.

    „Connor!“ Ein Schrei ließ mich auffahren, doch der Schmerz gebot mir Einhalt und stöhnend sank ich zurück. Es stank nach Blut und Tod. Übelkeit wallte in mir auf. Ich drehte mich zur Seite und erbrach mich direkt vor das Holzgeländer, als meine Mutter schon an meiner Seite kniete und mich in die Arme nahm. Ihre schreckgeweiteten grünen Augen waren voller Angst und dennoch voller Liebe.
    Langsam gewann ich meine Fassung zurück – und mit einem Mal waren meine Erinnerungen wieder da. „Mutter“, schluchzte ich, unfähig die Tränen zurückzuhalten. Ich hatte gemordet! Ich hatte Blut vergossen, ich hatte Leichen … in vollem Bewusstsein!
    Neeeeeeeiiiiiiiiiin“, brach sich der Schrei über meine Lippen bahn, als ich den Dämon in mir erkannte. Was hatte ich getan?!
    Fawks is offline Last edited by Fawks; 13.02.2012 at 12:40.
  3. #23 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    »Frei! Endlich!« schoss es durch den Kopf des Stallburschen, als die Flammen nach seinem toten Körper zündelten, genährt vom Fett der zerberstenden Fässer schnell Besitz ergriffen. In dieser Sekunde des wirklichen Todes empfand er eine Freude nach Ruhe, nach den Seinen, die er nun nicht mehr jagen musste. Nein, er würde sie wiedersehen, so hoffte er, wenn er sie beim Erbauer treffen würde. Er hatte es gehasst, wie er durch die Burg Redcliffe jagen musste nach noch Lebenden. So wie er vorher gejagt wurde. Bis sie ihn endlich hatten, ihn den Pferdeknecht. Um ihn zu zwingen, zu rekrutieren für denn allnächtlichen Sturm in das Dorf nur mit einem Zweck. Noch mehr an Streitern in die Horde der Leichen zu gewinnen, für die Qual der noch Lebenden. Dann hatten sie ihn gefunden kurz vor Anbeginn dieser Nacht. Und so war noch ein Funken Menschlichkeit ihn ihm gewesen, als er auf die Barrikade aus Fässern zu rannte, die die Verteidiger des Dorfes aus Fässern errichtet hatten. Die folgende Explosion hatte ihn und viele andere mit Fett getränkt und so den Flammen ihren Weg bereitet.

    Die gewappneten Männer hinter der Barrikade schrieben es den Amuletten mit dem Segen Andrastes zu, dass sie den Ersten, den die Flammen zerrissen » Frei! Endlich!« schreien hörten. Und so wussten sie, es war eine gute Tat die sie hier bestritten und stärkte sie nicht nachzulassen. Denn sie würden die ihren wiedersehen, später zwar, aber geläutert.
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  4. #24 Reply With Quote
    Legende Annalena's Avatar
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    „Ich möchte unsere Beziehung beenden.“

    Diese Worte trafen sein Herz wie scharfe Klingen. Sie war sein Leben, seine erste Liebe. Ein Leben ohne sie kann er sich nicht vorstellen. Er hatte es heraus gezögert. Hatte gehofft, dass sich alles von selbst auflöst. Doch er hatte sich getäuscht. Als sie Redcliffe erreichten musste er die Wahrheit sagen. Alle blickten ihn entsetzt und ungläubig an, doch er hatte nur Augen für sie. Und sein Herz brach, als er in ihre Augen schaute. Ihre Augen, in denen der Verrat zu lesen war. Ein Verrat, den er begangen hatte.

    Oh wie sehr er sich wünschte, dass er einen anderen Vater hätte, das er ein normaler Mann wäre und kein möglicher Erbe. Doch wie sehr er es auch hoffte, die Realität sieht anders aus. Er war der verdammte Thronerbe. Die Chancen, dass er der nächste König von Ferelden wird, stehen leider sehr gut.Und er hasst es. Er hasst es aus tiefstem Herzen. Denn dies kostete ihm das Liebste in Thedas. Seine große Liebe.

    Er hatte gebettelt.

    Er hatte es bestritten.

    Er hatte sie mit Hundeaugen angeschaut.

    Doch sie blieb hart. Sie konnte sich eine Zukunft mit ihm nicht vorstellen, wenn er König wird. Ihr Argument klang dumm. Ihr Argument klang logisch. Würde Ferelden eine Magierin als Königin akzeptieren? Er lachte bitter. Natürlich nicht. Warum nicht? Sie war eine wunderschöne und kluge Frau. Sie war tapfer und sie tat alles, um Ferelden zum Sieg über die Verderbnis zu helfen. Doch sie war eine Magierin. Geächtet und gefürchtet. Doch er liebte sie und er war sich sicher, dass er sie immer lieben würde.

    Der Himmel verdunkelte sich langsam und es wurde Zeit Redcliffe zu befreien. Er hoffte, dass der Kampf seine Schmerzen betäuben würde. Er hoffte, dass er diesen Kampf nicht überleben würde. War er doch nur ein halber Mensch ohne sie. Doch nur eine Sekunde später schalt er sich selbst. Sie war nicht mehr in seinem Leben, doch er würde sie niemals im Stich lassen. Er würde sein Leben geben um ihres zu retten. Er nahm sein Schild und sein Schwert und machte sich bereit.

    Sein Blick wanderte zu ihr. Und er konnte nicht übersehen wie die untergehende Sonne ihr Gesicht in ein strahlend rotes Licht tauchte. Ihre Robe flatterte leicht in der abendlichen Brise. Sie strich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lachte leise. Sie war wunderschön. Er wunderte sich, warum sie lachte. Doch dann sah er Zevran neben ihr stehen. Er ballte seine Hände wütend zu Fäusten und wollte zu ihr gehen. Doch dann senkte er traurig seinen Kopf. Sie waren nicht mehr zusammen. Sie hatte es beendet und er hatte kein Recht eifersüchtig zu sein.

    Doch es schmerzte. Es schmerzte so sehr. Er hörte nicht die Worte der anderen, als sie sich zum Kampf bereit machten und letzte Strategien absprachen. Er schaltete sein Herz aus. Das Einzige, was zählte, war ihre Sicherheit. Und dann kamen sie. Er erhob sein Schert und sein Schild und stand in der vordersten Reihe. Er platzierte sich direkt vor ihr. Er würde nicht zulassen, dass sie ihr auch nur ein Haar krümmten. Sie griffen an und er reagierte automatisch.

    „Für die grauen Wächter.“

    Nur für den Moment würde er sein gebrochenes Herz vergessen.
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  5. #25 Reply With Quote
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    „Ich möchte unsere Beziehung beenden.“

    Es fiel ihr nicht leicht diese Worte zu sagen. Doch es war das Beste, was sie tun konnte. Es war eine logische Entscheidung. Es war eine dumme Entscheidung. Sie liebte ihn, wie sie noch keinen Mann geliebt hatte. Er war ihr Leben, ihre große Liebe.

    Als sie noch im Turm gefangen war, träumte sie von einem liebevollen Ehemann, von Kindern und einem Heim. Doch sie war eine Magierin. Sie war verflucht und geächtet. Sie würde nie die Erlaubnis haben einen Mann zu ehelichen, ihre Kinder aufzuziehen und ein eigenes Heim zu haben.

    Doch dann traf sie ihn. Anfangs war sie misstrauisch. Er war ein Templer. Ein Kerkermeister. Doch als sie ihn näher kennenlernte, änderte sich alles. Er wurde ein Kamerad, ein Freund und später der Mann, den sie liebte.

    Der Mann, der ihr Ehemann werden sollte.

    Der Mann, mit dem sie Kinder haben wollte.

    Der Mann, mit dem sie ein Heim haben würde.

    Doch als sie Redcliffe betraten zerplatzten all ihre Träume. Er war ein Prinz. Der zukünftige Herrscher von Ferelden. Er bestritt es. Er leugnete es. Doch sie wusste es besser. Politik war eines der Hauptfächer im Zirkel und sie war die Beste in diesem Fach. Die Adligen würden darauf drängen, dass ein Sohn von Marik auf den Thron sitzt. Und es war egal, dass er ein Bastardkind war. Sie fühlte sich von ihm betrogen und tief verletzt. Ihr Glück war zum Greifen nah und nur wenige Worte zerschmetterten es.

    Er hatte ihr Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft gegeben. Hatte sie im Glauben gelassen, dass sich ihre Träume erfüllen würden. Er hätte es besser wissen müssen. Ferelden würde nie eine Magierin als Königin akzeptieren. Hätte sie gewusst, wer er war, dann hätte sie sich nie in ihn verliebt. Oh wie dumm sie doch war. Wen machte sie eigentlich etwas vor. Sie hätte sich trotzdem in ihn verliebt, doch es wäre einfacher, hätte sie ihm nie ihre Gefühle gestanden.

    Sie warf ihm einen verstohlenen Blick zu. Er saß auf der Treppe der Kirche. Die untergehende Sonne unterstrich seine markanten Züge. Er sah unglaublich attraktiv aus. Sie senkte ihren Kopf und blinzelte die Tränen weg. Zevran war plötzlich neben ihr und machte einen seiner Scherze. Wie so oft schaffte er es ihr ein Lachen zu entlocken, obwohl ihr zum Weinen zumute war.

    Es wurde Zeit. Der Angriff begann bald. Sie machte sich bereit. Wie immer stand er vor ihr um sie zu beschützen. Es schien, dass die Trennung es nicht änderte. Sie liebte ihn und würde ihn immer lieben. Sie würde ihr Leben geben, um das seine zu schützen. Sie hoffte, dass sie das Ende der Verderbnis nicht überlebte. Der Gedanke, dass sie ihr restliches Leben ohne ihn verbringen muss, schmerzte zu sehr. Als König musste er einen Erben haben. Ein Kind mit einer Frau, die nicht sie war. Ihr Herz verkrampfte sich so sehr bei dem Gedanken, dass sie kaum atmen konnte. Nein, sie würde dafür sorgen, dass sie die Verderbnis nicht überlebt.

    Die Untoten kamen näher und waren schon bald in Sichtweite. Sie hob ihren Zauberstab und bereitete den ersten Zauber vor. Er stürmte nach vorne. Sein Schwert und Schild blitzen im fahlen Mondlicht.

    „Für die grauen Wächter.“

    Nur für den Moment würde sie ihr zerbrochenes Glück vergessen.
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  6. #26 Reply With Quote
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    Schon den ganzen Tag hatte Ciaran mit Exerzieren verbracht. Ausfall, Parade, Schritt rückwärts, Rimesse. Immer und immer wieder übten sie diese Begriffe, er konnte es schon fast im Schlaf. Seit die Grauen Wächter da waren und mit Owen, dem Schmied, gesprochen hatten, hatten sie endlich anständige Waffen und Rüstungen erhalten. Dies konnten sie auch gut gebrauchen, wenn er daran dachte, was sie in der Nacht erwarten würde. Ein Kampf gegen Untote. Wie hatte das geschehen können? Tote gehörten eigentlich verbrannt oder begraben, sie sollten nicht wieder herumlaufen, als wäre nichts geschehen. Und doch waren sie da. Jede Nacht waren sie aus dem Schloss gekommen und hatten ihr Unwesen getrieben. Wer des Nachts nach draußen musste, wurde von ihnen getötet, wenn er es nicht schaffte, sich ihrer zu erwehren. Jede Nacht hatte er gemeinsam mit seinen Kumpanen die Zugänge zum Dorf bewacht und gegen die Untoten angekämpft, doch wurden es immer mehr. Alle wussten, dass heute die große Schlacht stattfinden würde. Entweder, es gelang ihnen endlich, die Untoten zu vernichten, oder das Dorf würde untergehen. Vom Schloss selbst war kaum Hilfe zu erwarten, denn Arlessa Isolde hatte fast alle Ritter ausgeschickt, um die Urne der heiligen Andraste zu finden. Arl Eamon lag todkrank im Bett und sie setzte nun ihre ganze Hoffnung auf diese Asche. Ciaran hielt das alles für ein Ammenmärchen, aber ihn fragte ja keiner. Er war ja nur in der Miliz, hatte es nicht einmal geschafft, als Knappe aufgenommen zu werden. Und das nur, weil er ein Bastard war. Doch nun hatte er einen neuen Traum. Sobald diese Schlacht vorüber wäre, wollte er die Grauen Wächter fragen, ob er einer der Ihren werden könnte. Vielleicht könnten sie ja noch einen Krieger gebrauchen. Er hatte schon so vielen Geschichten über die Grauen Wächter gelauscht, sie alle hatten ihn fasziniert. Wie sie auf den Rücken der Griffons gegen die Verderbnis gekämpft und den Erzdämon besiegt hatten. Dies alles wollte auch Ciaran erleben, ein Teil davon sein. Ihm fiel wieder der Leitspruch ein:

    Siegreich im Krieg
    Wachsam in Friedenszeiten
    Opferbereit im Tode

    Ja, das war sein Ziel, welches er erreichen wollte. Ruhm und Ehre, die Verderbnis zurückzuschlagen, die Ferelden bedrohte. Schließlich waren die Grauen Wächter genau aus diesem Grunde hier. Sie wollten ein Bündnis mit Arl Eamon einfordern. So viel hatte er schon aus den Gesprächen heraus gehört.

    Endlich war es soweit, die Nacht brach herein. Die Grauen Wächter waren mit einigen der Miliz oben am Hang, wo sie Ölfässer aufgestellt hatten und Ciaran befand sich unten vor der Kirche. Er wollte sie unbedingt verteidigen und so warteten sie auf die erste Welle. Der Kampf war hart, es gab viele Verwundete, doch noch war keiner seiner Gefährten gefallen. Tapfer hielten sie sich auf den Beinen und verteidigten das Dorf. Aus dem Augenwinkel sah Ciaran, wie die Grauen Wächter den Hügel herunterstürmten, sie würden sie nun hier unten unterstützen. Das war gut, konnten sie doch jede Hilfe gebrauchen. Mit einem Kriegsschrei, der so mächtig war, dass der Boden unter den Füßen erzitterten, stürzte sich der Graue Wächter, der Alistair genannt wurde, in die Menge. Sein Schwert hoch über dem Haupte schwingend, den Schild fest in der anderen Hand, griff er sogleich die Untoten an, die sich bei dem Schrei fast alle zu ihm gewandt hatten. Ciaran schöpfte neuen Mut und fühlte sich gestärkt genug, weiter zu kämpfen. Er sah, wie einer der Untoten ausholte und die Magierin, die in seiner Nähe stand, von hinten erschlagen wollte. Ohne nachzudenken, hechtete er los, stieß sie zur Seite, dann fühlte er einen stechenden Schmerz im Hals. Er griff an die Stelle, spürte etwas Feuchtes, Warmes und blickte verwundert seine Hände an. Es war Blut, welches aus seiner Kehle sprudelte und Ciaran sank zu Boden. Er spürte noch, dass die Magierin neben ihm auf die Knie fiel. Sie schrie etwas, doch konnte er sie nicht verstehen, sah nur, wie sich ihr Mund bewegte. Sie legte seinen Kopf auf ihren Schoß, strich ihm durch die Haare, dann wurde alles schwarz um ihn herum. Mit einem Gefühl tiefster Zufriedenheit schloss er die Augen.
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  7. #27 Reply With Quote
    Drachentötertöter TomDeMy's Avatar
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    Wie immer wollte niemand mit Timmy spielen oder sich anderweitig beschäftigen. Und so ging er mal wieder einsam und allein ans Ufer und hockte sich auf seinen Stein, wie jeden Tag.
    "Geh doch raus Timmy", sagte Mutter wie jeden Tag," und spiel mit Deinen Freunden."
    Sie wollte es nicht glauben das er niemanden hatte und mit den Dorfkindern die Ihn immer nur ärgerten auch nicht zusammen sein wollte.
    Und so saß Timmy, wie jeden Tag im Sommer, obwohl die Jahreszeit war eigentlich egal, auf seinem Stein am Ufer und träumte von einer Welt in der er gemocht wurde und Freunde hatte zum spielen, in der Oleta, die Tochter des örtlichen Fischhändlers Rental Nonus, dessen Fisch bekannter maßen nicht stank, Ihn beachtete...oder sogar..... aber so etwas würde nie passieren.
    Einsam, allein saß Timmy auf seinem Stein und hörte und sah die anderen im Wasser sich amüsieren. Das einzig flüssige was Timmy kannte war der Schnaps den Mutter immer trank und die Tränen die er weinte.
    Wie jetzt, eine Träne quoll aus seinem Auge und rollte die Wange hinunter, noch eine und noch eine ...

    Unten zu Füßen des jungen Menschen warteten wie immer Ein Spatz mit Ihren frisch geschlüpften Jungen darauf, dass der edle junge Mensch wieder sein Geschenk des kostbaren Nasses machte.
    Zwar lebte diese Vogelfamilie am Ufer eines Sees, aber die Menschen hier machten es unmöglich tagsüber sich am und im kühlen Nass zu ergötzen.
    Entweder schlugen die Fisch jagenden Menschen mit Ihren Angeln nach Ihnen oder die jungen Menschen ersäuften die Nestlinge, das war viel zu gefährlich.
    Aber die Götter der Vogelwesen hatten ein Einsehen mit den Leiden einer Spatzenfamilie und schickten jenen jungen Menschen, der täglich zu diesem Stein kam und den Nestlingen, wenn auch wenig, köstliches, salziges Nass schenkte.
    Da, der erste Tropfen des salzigen Nasses kam, die Nestlinge tschilpten vor Freude und stießen sich gegenseitig aus dem Weg, die Spatzenmuter sorgte für Ordnung, wusste Sie doch, das in den nächsten Minuten genug Wasser von dem Menschenjungen kam um alle Nestlinge und auch Sie zu erfrischen...

    Nach 10 Minuten des Weinens die Timmy vorkamen wie Stunden, bemerkte Timmy das, wie jeden Tag wenn er hier saß, zu seinen Füßen wieder Vögel waren, die ihn freudig antschilpten, er musste lächeln, sonst hatte er ja nichts zu lachen in diesem Drecksdorf.
    Und wie jeden Tag stand er auf und ging weiter in Richtung Brücke und träumte davon das er wichtig war und im Schloß wohnte und das Oleta ...
    TomDeMy is offline
  8. #28 Reply With Quote
    Drachentötertöter TomDeMy's Avatar
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    Oleta, die Tochter des örtlichen Fischhändlers Rental Nonus, dessen Fisch bekanntermaßen nicht stank, lag wie fast jede Nacht in Ihrem Bett und grübelte.
    Grübelte über Ihre Zukunft, die sich für Sie wie ein stinkender Fisch abzeichnete.
    Ihr Vater wollte natürlich das sie sich von einem der Bediensteten aus dem Schloß den Hof machen lies, der dann auch seinen Laden übernehmen sollte.
    Aber welches vernünftige und wie Sie fand gut aussehende junge Mädchen, besser junge Frau, wollte schon die Frau eines Fischhändlers werden.
    Obwohl Ihr Vater das Gegenteil behauptete, Fisch stank und auch Sie roch etwas.....
    War das vielleicht der Grund das dieser süße, stille Tierfreund sie nicht beachtete?
    Jeden Tag dachte sie an den Sohn der örtlichen Alkoholikerin, den süßen Timmy, der immer wenn er am Ufer saß Vögel zu Füßen hüpften und ihn antschilpten. Das musste ein Zeichen der Liebesgötter sein. War Sie Oleta doch auch eine Natur- und Tierfreundin, wollte sogar in den Turm der Magi ziehen, um dort die Magie der Tiere zu lernen.
    Aber was war, Ihr Vater würde Sie nie dorthin lassen, nein, sie sollte stinken wie die Fischkadaver auf seinem Stand und irgendeinen Wichtigtuer aus dem Schloss beglücken, und der süße Timmy beachtete sie nicht, lief immer mit gesenktem Blick an Ihr vorbei und widmete sich seinen Vögeln, war Sie etwa unansehlich oder roch sie zu sehr nach Vaters verwesender Ware. Und dann immer diese blöden Sprüche von diesem Dementu, dem Angeber aus dem Schloß, "Hey Oli, bis Du wieder gut zu Vögeln," wie Sie diese dummen Sprüche hasste und genau diesen Blödmann wollte Ihr Vater für Sie, nur weil sein Vater im Schloß irgendein unwichtiger Büttel war.
    Das Leben war so gemein zu Ihr, Timmy sah Sie nie an, bestimmt wegen des Gestankes, und dieser Schnösel machte Sie mit dummen Sprüchen an und zwickte Sie in den Hintern, in letzter Zeit aber seltener, nachdem Sie Dementu letztens einen, wie alle Fische Ihres Vaters, angegammelten Fisch um die Ohren geschlagen hatte. Was bildete der sich auch ein.
    Ach wenn doch nur der Timmy... aber wer wollte schon eine nach Fisch stinkende.....

    Timmy lag in seinem Bett und träumte, träumte von einer besseren Zukunft. Für Ihn? Nie! Wahrscheinlich sollte er aufhören zu träumen und wie seine Mutter....

    Die Spatzenmutter und Ihre Nestlinge lagen im Nest und träumten von Ihrem Wasserspender.
    Mögen seine Spenden nie versiegen.

    Dementu lag auch im Bett, er träumte nicht, er holte sich einen runter, während er an Oleta dachte .... und an Agatha ... und an Samari ... und an Stefania ... und an Michaela ...

    Es war eine ganz normale Nacht im verschlafenen Redcliff.
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  9. #29 Reply With Quote
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    Und wieder einer dieser Anlässe.
    Mutter schon wieder völlig besoffen drängelte Timmy endlich zu kommen.
    Heute war wieder so ein Tag, wo Arl Eamon und einige seine Wichtigtuer wichtiges zu verkünden hatten und da musste das ganze Dorf antreten. Nichts gegen den alten Arl, aber vieles gegen seine Wichtigtuer, speziell diesem Dementu, ständig machte er an Oleta rum, begrabschte Sie und..... die Eifersucht packte Timmy und weinend ging er mit seiner betrunkenen Mutter zum Dorfplatz.

    Die, wie Sie meinte, stinkende Oleta und Ihr definitiv nach Fisch stinkender Vater, dessen Ware nach eigener Aussage nicht stank, bereiteten sich auf die Versammlung auf dem Dorfplatz vor. Der Arl wollte irgendwas wichtiges verkünden.
    Oh Gott, hoffentlich stand nicht wider dieser eklige Dementu neben Ihr und..... sie konnte ja keinen Fisch mitnehmen um sich zu wehren.
    Und hoffentlich sah der süße Timmy endlich mal in Ihre Richtung und nicht nur zu seinen Ihn immer umgebenden Vögeln.
    Bekannter maßen starb die Hoffnung ja zuletzt und vielleicht hatten die Götter der Liebe und der Vögel ja ein einsehen mit Ihr.

    Dementu stand in der Tür und wartete auf seinen Vater, den Müllentsorger des Arls. Konnte der sich nicht ein bischen beeilen, schliesslich wollte er unbedingt auf dem Dorfplatz neben der geilen Oneta und Ihrem nach Fisch stinkenden Vater stehen. Was war er doch für ein Glückspilz, die Väter waren sich einig, Oleta ne geile kleine Alte, auch wenn er Ihr den Schlag mit dem Fisch letztens etwas übel nahm, dabei hatte er doch nur Ihren geilen Arsch angefasst, schliesslich war er ein Mann und keine Heulsuse wie dieser Timmy, na ja und wenn alles klappte wurde er dann selbständiger Händler und nicht Müllschaufler wie sein Alter, und Fisch stank weniger arg als der Müll vom Schloß.

    Das ganze Dorf hatte sich versammelt, der Arl redete etwas von einer Bedrohung durch die dunkle Brut und einem drohenden Bürgerkrieg, aber das interessierte Oleta nicht, sie versuchte verzweifelt sich vor Dementus grabschenden Händen zu retten, warum tat Ihr Vater nichts gegen diese entwürdigende Behandlung, aber der stand nur da, stank nach Fisch und redete mit Dementus nach Müll riechendem Vater, sie wusste nicht was schlimmer stank, vergammelter Fisch oder die Scheiße der Adligen.
    Wenn doch nur....

    Timmy, wie immer weinend und umgeben von ihn antschilpenden Vögeln sah scheu in Oletas Richtung, sah Sie Ihn mal an, nein, wie immer, und dieser Dummkopf Dementu grabschte seine Oleta.... was sah er da, Oleta genoss diese Berührungen ja gar nicht, sie, sie wehrte sich unauffällig und wollte dem ausweichen, da sollte doch....
    Mit einem Schrei des Mutes stürzte er sich in Richtung Oletas und des Grabschers...

    Mit einem empörtem Tschilp nahmen die Spatzen zu Füßen Timmys zur Kenntnis, das Ihr Wasserspender weg wollte. Warum was hatten Sie getan um sein Missgefallen zu erregen.
    Aber was war dass, der Wasserspender ging auf einen anderen Menschen zu, einen der Nestlingsersäufer, das war eine Prüfung, Sie sollten zeigen das Sie den Spender unterstützten.
    Mit vielen wütenden Tschilps stürzten sich die Spatzen auf Dementu...

    Oleta und Timmy schauten sich tief in die Augen, "Ist Dir etwas passiert geliebte Oleta," fragte Timmy schüchtern, " Nein, wie hast Du mich genannt, die Götter haben mein Flehen erhört," schüchtern gab Sie Timmy ein Küsschen auf die Wange.
    Es sei noch erwähnt das die beiden lange so beieinander standen, umgeben von tschilpenden Spatzen, die auf Ihr salziges Naß warteten, aber weinen musste Timmy nicht mehr.
    TomDeMy is offline
  10. #30 Reply With Quote
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    Thema #4 • Brecilianwald ...

    Erklärender Text zu den Bildern: Dieser Wald, der Gegenstand der furchteinflössendsten lokalen Legenden ist, bedeckt einen Grossteil des Ostens von Ferelden. Die Bäume selbst jagen unvorsichtige Reisende und man sagt, dass sogar Werwölfe in seinen Tiefen lauern. Während der Besetzung des Landes durch das Tevinter Imperium benutzten einheimische fereldanische Teyrns den Wald als sicheren Hafen, von wo aus sie Angriffe auf das Tal starteten und die Magier des Imperiums verbrachten Jahrhunderte damit, diese Barbaren aus ihren versteckten Lagern zu treiben – ohne Erfolg. Schliesslich wurde das Imperium in einem großen Blutbad aus dem Wald vertrieben, allerdings nicht bevor der Schleier gezogen wurde und eine Flut von Geistern den Wald für immer veränderte. Von den Dalisch Elfen abgesehen, ist es noch niemals vorgekommen, dass jemand den Brecilianwald betreten hat. Von allen anderen, die es versuchen, wurde nie wieder etwas gehört.

    Aufgabe:
    • Schreibt wenn Ihr möchtet unter Beachtung der Regeln eine Kurzgeschichte zu einem der beiden Bilder. Benennt bitte in Eurem Post, zu welchem Bild Ihr schreibt.
    • Beginn ist der 18.02.2012 und die Möglichkeit zu diesem Thema Beiträge zu veröffentlichen endet am 26.02.2012 (einschließlich Sonntag).
    • ein Feedback bitte im Diskussionsbereich
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  11. #31 Reply With Quote
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    Sie spürte noch seine Hände sanft über ihre zarte Haut streicheln.

    Sie schmeckte noch die süßen Küsse, die er ihr unter den Bäumen des Brecilianwalds gab.

    Sie fühlte noch das weiche Gras unter sich, als sie sich im Mondschein liebten.

    Eine Träne rann über ihre Wange als die Erinnerungen sie überwältigten. Wie lang war es her seid sie ihren Liebsten in ihren Armen hielt? Tage? Wochen? Monate? Die Welt blieb nicht stehen, als er ihr genommen wurde. Schluchzend sank sie zu Boden und strich liebevoll über den aufgehäuften Erdhügel. Er war endlich begraben und bei den Schöpfern, so wie jeder andere Dahlish auch. Der Setzling, der das Grab schmückte, hatte nun endlich seinen wahren Zweck erfüllt. Er konnte nun endlich die Seele des jungen Elfen zu den Schöpfern geleiten und wachte nicht länger über ein leeres Grab.

    Tamlen.

    Nur der Gedanke an seinen Namen ließen neue Tränen fließen. Oh, wie sehr sie ihn liebte. Sie wuchsen zusammen auf. Sie erlegten ihr erstes Wild zusammen. Gemeinsam bestanden sie die Prüfung des Erwachsenwerdens. Schon früh waren sie einander versprochen und kurz bevor der Clan den Brecilianwald verlassen hätte, wären sie vermählt worden. Doch die dunkle Brut hatte diesen Traum zerstört und ihr Tamlen genommen. Sie hatte nicht einmal die Möglichkeit sich von ihm zu verabschieden. Doch die Schöpfer schienen auf sie herab zu lächeln.

    Kurz nachdem sie Denerim verließen, griff eine Gruppe der dunklen Brut das Lager an. Unter ihnen war Tamlen. Sie hätte ihn nicht erkannt, hätte er nicht ihren Namen gesagt. Sein Flehen ihn zu töten brach ihr fast das Herz. Wären die Anderen nicht gewesen, hätte sie es nicht fertig gebracht ihm etwas anzutun. Sie starrte auf ihre Hände. Hände, die ihren Liebsten getötet haben. Sie musste es selbst tun. Wie konnte sie jemand anderen ihre Bürde übernehmen lassen? Frische Tränen kullerten über ihre Wangen. Sie bestand darauf, das Tamlen in sein leeres Grab gelegt wurde. Die Anderen starteten zu protestieren, doch sie gab nicht nach. Es war Alistair, der ihr sofort zustimmte und das wärmte ihr Herz.

    Dieser Shem… nein, sie schüttelte innerlich ihren Kopf, er war kein Schemlen. Er war ein Waffenbruder, ein Freund, ein… Ihr Herz klopfe schneller bei den Gedanken an ihren Alistair und sie wunderte sich warum. Eine leichte Röte färbte ihre Wangen als sie ihre Gedanken registrierte. Seit wann dachte sie von dem anderen Wächter als den ihren? Warme Hände legten sich auf ihre Schultern und brachten sie aus ihren Erinnerungen. Sie blickte auf und sah in besorgte honigfarbene Augen. „Ich… ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich könnte fragen, ob alles in Ordnung ist. Aber das ist es nicht. Offensichtlich. Das wäre eine dumme Frage. Also stelle ich diese Frage nicht. Und… ich habe sie doch gestellt und ich plappere, stimmt‘s?“ Trotz der Trauer lächelte Lenya ein wenig über den stammelnden Mann. „Ich… mir geht es gut. Danke für Eure Fürsorge, Alistair. Tamlen ist nun bei den Schöpfern. Mein Herz kann nun Frieden finden.“

    Alistair strich sich nervös durch seine Haare. „Ihr standet euch nah? Nicht das es mich was angeht. Es ist nur… war das der Grund… nun ja, wegen der Rose und… Ihr wisst schon? Uh… entschuldigt. Das war eine dumme Frage. Ihr trauert und ich… ich sollte jetzt wirklich meinen Mund halten.“ Lenya erhob sich und gab Alistair einen Kuss auf die Wange. Alistair wurde rot und öffnete seinen Mund, doch er brachte kein Wort heraus. „Ich weiß nicht, was ich fühle, Alistair. Ich mag Euch. Doch ich bin nicht bereit und ich… ich weiß nicht, ob ich je wieder lieben kann. Ich sollte Euch keine Hoffnungen machen, die vielleicht nie erfüllt werden.“ Alistairs Blick wurde so traurig, dass sie ihn am liebsten in die Arme genommen hätte. Doch nur Sekunden später grinste er, doch sein Lächeln erreichte nicht seine Augen. „In Ordnung. Ich… ich gehe dann mal zurück zum Lager. Ich bin für Euch da, wenn Ihr mich braucht. Als Freund. Ähm… ja ich sollte gehen.“

    Lenya blickte dem jungen Mann nachdenklich hinterher. Sie öffnete die Rüstung ein wenig und griff hinein. Behutsam holte sie ein Tuch heraus und öffnete es. Die rote Rose, die sie bei ihrem Herzen trug, war noch immer wunderschön. Sie erinnerte sich an jedes Wort, dass Alistair sagte, als er Ihr dieses Geschenk machte. Ein sanftes Lächeln umspielte ihren Mund, bevor sie seufzte. Sie hatte die Rose entgegen genommen, doch sie war noch nicht bereit für eine neue Beziehung. Die gewaltsame Trennung von Tamlen war damals noch zu frisch. Doch nicht zum ersten Mal wunderte sie sich, warum sie Alistair Hoffnungen machte. Sollte sie doch mehr empfinden, als sie sich einzugestehen mag? Vielleicht würde Alistair einen Platz in ihrem Herzen finden. Oder hat er es schon?

    „Werde glücklich!“

    Ihre Augen weiteten sich als sie das leise Flüstern hörte. Ein sanfter Windstoß strich über ihre Wange. Es erinnerte sie an die sanften Hände ihres Liebsten. „Tamlen?“ Sie drehte sich um, doch da war nichts zu sehen. Mit zitternden Händen berührte sie ihre Wange. Sie war sich sicher, dass sie etwas gespürt hatte.

    „Werde glücklich!“

    Erneut hörte sie das leise Flüstern. Und dieses Mal war sie sich sicher, dass es Tamlens Stimme war. „Tamlen? Wo bist du? Zeige dich mir. Bitte.“ Kaum hatte sie ihren Wunsch ausgesprochen erschien eine blaue Silhouette. Lenya erkannte ihn sofort. Sie rannte zu ihm und warf ihre Arme um ihn. Doch sie griff durch ihn durch. „Ich bin nicht mehr am Leben, Liebste. Du musst mich loslassen, damit ich in Frieden zu den Schöpfern gehen kann. Bitte, Liebste.“ Tränen überströmt sank Lenya zu Boden. „Nein. Tamlen. Nein.“ Tamlen lächelte traurig. „Willst du mich auf ewig mit Reue an die Welt der Sterblichen fesseln? Es ist meine Schuld. Ich habe darauf bestanden in die Ruinen zu gehen. Ich wollte unbedingt den Spiegel berühren. Es ist meine Schuld, dass du gezwungen wurdest den Clan zu verlassen und ein Grauer Wächter zu werden.“ Lenya schüttelte ihren Kopf. „Es ist nicht deine Schuld. Niemals habe ich dir Vorwürfe gemacht.“

    Tamlen strich ihr sanft über den Kopf. „Du bist zu gut. Du warst schon immer zu gut für mich.“ Er hob seine Hand um ihre Widerworte zu stoppen. „Ich bereue es, Lenya. Ich bereue es so sehr.“ Lenya schniefte. „Ist das der Grund, dass du noch nicht zu den Schöpfern gegangen bist?“ Tamlen senkte seinen Kopf. „Ich kann nicht gehen, solange ich nicht weiß, dass du glücklich bist.“

    “Ich kann nicht. Wie kann ich ohne dich glücklich werden?“ Tamlen seufzte. „Wird es wirklich so schwer werden? Dein Herz wird eine neue Liebe finden. Es hat schon eine neue Liebe gefunden, nicht wahr?“ Lenya schüttelte energisch ihren Kopf. Tamlen lächelte traurig. „Lenya, du magst es dir nicht eingestehen. Doch es gibt jemanden in deinem Leben, der dich glücklich machen wird. Du musst es nur zulassen.“ Lenyas Blick fiel auf die rote Rose ihren Händen. Konnte sie es wirklich tun? „Er ist ein Mensch. Du hasst Schemlen.“ „Ich hasse Schemlen, aber ich liebe dich. Er ist ein guter Mann und kann dich glücklich machen.“ Lenya sah Tamlen mit Tränen überströmtem Gesicht an. „Ich… versuche es. Ich kann nichts versprechen, aber...“ Tamlen sah sie mit sanften Augen an und nickte nur. Seine blaue Silhouette verschwand langsam und sie starrte noch lange an die Stelle, an der sie zuletzt Tamlen gesehen hatte.

    „Lenya?“ Alistairs besorgte Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Sie blickte ihn an und warf sich in seine Arme. Sie spürte ihn zusammenzucken, doch dann entspannte er sich und schlang seine Arme um sie. Er drückte sie so fest an sich, dass sie sein Herzklopfen spüren konnte. „Ich bin für dich da, Lenya. Ich werde immer für dich da sein.“ Sie fühlte sich so sicher in seinen Armen. Sie fühlte sich geliebt. Lenya wusste nicht, was die Zukunft bringt. Doch sie war sich jetzt sicher, wenn sie je wieder lieben konnte, dann würde es der Mann sein, der sie so liebevoll in den Armen hielt. Doch bevor sie an ihr Glück denken konnte, musste sie erst die Verderbnis besiegen. Doch nur für diesen Moment wollte sie alles vergessen und die Sicherheit und Liebe von Alistair genießen.
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  12. #32 Reply With Quote
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    Aneirin saß nachdenklich an seinem kleinen Feuer. Das Wiedersehen mit Wynne war unerwartet und es brachte schmerzhafte Erinnerungen zurück. Erinnerungen, die er am liebsten vergessen hätte. Die alte Frau war in Begleitung von interessanten Individuen. Da waren zum einen ein junger blonder Mann und ein Mabari. Außerdem waren da noch ein Qunari und eine junge Elfe, eine Magierin. Wie er später erfuhr waren der blonde Mann und die Magierin die letzten beiden Wächter in Ferelden.

    Er grinste als er an das mit Horror erfüllte Gesicht der jungen Elfenmagierin dachte, die hinter Wynne stand, als diese ihm vorschlug in den Turm der Magier zurückzukehren. Es war offensichtlich, dass die junge Elfe keine Liebe für dieses Gefängnis empfand. Er hatte Wynne zwar gesagt, dass er darüber nachdenkt, aber er würde nie im Leben dorthin zurückkehren. Er zog sich zwar lieber von seinem Clan zurück und genoss die Einsamkeit, aber er war frei und nicht in einen Turm aus Stein eingesperrt.

    Ein leises knacken riss ihn aus seinen Gedanken. Er erhob sich abrupt und bereitete einen Zauber vor. Aneirin entspannte sich aber sofort, als er den Eindringling sah. Es war die junge Elfenmagierin, die fluchend über eine Baumwurzel stolperte. Er lächelte und sprach sie an. „Was macht ihr so spät in diesem Wald?“ Ein kleiner Schrei entfuhr ihr, dann blinzelte sie ihn an und legte ihre Hand auf ihr klopfendes Herz, „Ihr habt mich erschreckt. Macht das nicht noch einmal.“

    „Verzeiht. Ich wollte euch nicht erschrecken. Aber es ist gefährlich in diesem Wald, besonders nachts. Der Schleier hier ist dünn. Ich bin sicher, dass Ihr das wisst.“ Die junge Magierin legte ihre Hände an die Hüften und funkelte ihn wütend an. „Ich bin nicht hilflos, Aneirin. Ich bin eine sehr gute Magierin und außerdem bin ich eine graue Wächterin. Ich komme schon klar.“ Aneirin seufzte leise. „Ich wollte Eure Fähigkeiten nicht in Frage stellen. Vielleicht sollten wir jetzt zu dem Grund Eures unerwarteten Besuches kommen.“

    Die junge Elfe entspannte sich. „Ihr habt doch nicht wirklich vor zurück in dieses steinerne Gefängnis zu gehen. Wynne hat gut reden. Sie ist doch ständig unterwegs und kaum im Turm. Die anderen haben nicht so viel Glück und sind dort eingesperrt. Wir dürfen nicht einmal nach draußen. Bevor ich gerettet wurde, habe ich die Sonne nur vom Fenster aus gesehen. Und vergesst nicht die Templer, die jeden unserer Schritte überwachen. Die meisten warten doch nur darauf, dass wir einen Fehler machen und sie einen Grund haben uns zu töten…“ Aneirin hob seine Hände um ihren Wortschwall zu stoppen und lächelte. „Ich habe nicht vor zurückzugehen.“ Sie blinzelte ihn an. „Habt Ihr nicht?“

    Er schüttelte nur den Kopf. „Ich habe nur gesagt, dass ich darüber nachdenke, damit ich mir nicht die ewig langen Vorträge über das wunderbare Gefängnis der Templer anhören muss. Ich bin sicher Ihr wisst, das Wynne darin sehr gut ist.“ Die Elfe grinste ihn breit an. „Oh ja, sie kann lange Vorträge über die wunderbaren Templer halten und über Dinge, die sie nichts angehen.“ Aneirin wunderte sich, was Wynne zu der jungen Frau gesagt hat, dass sich ihr Gesicht so verfinsterte. „Sie möchte, dass auch ich zum Zirkel zurückkehre, wenn die Verderbnis vorbei ist. Ich bin eine graue Wächterin und das ist etwas, was man nicht so einfach aufgeben kann. Abgesehen davon, dass ich lieber eine graue Wächterin bin, als im Turm zu versauern. Und mein Liebesleben geht sie einen feuchten Dreck an.“

    Aneirin schüttelte amüsiert den Kopf. Das war wirklich etwas, das die alte Magierin sagen würde. Kein Wunder, dass die junge Elfe so aufgebracht ist. „Verzeiht meinen Ausbruch. Wynne hat ihre guten Seiten und ist eine wunderbare Heilerin, aber es gibt Dinge, die sie nichts angehen.“ „Schon gut. Ich denke, es ist besser, wenn Ihr jetzt zurückkehrt. Ich werde Euch begleiten, da ich den Wald besser kenne als Ihr.“ Die junge Elfe nickte. „Danke, Aneirin.“

    Die Beiden liefen schweigend zurück zum Lager der Dalish. Am Rand des Lagers blieb Aneirin stehen. „Da wären wir. Ich wünsche Euch viel Glück bei Eurer Aufgabe. Vielleicht sehen wir uns wieder. Und danke, dass Ihr zu mir gekommen seid.“ Die junge Elfe lächelte ihn kurz an. „Gern geschehen. Ich bin froh, dass wir uns getroffen haben.“ Dann drehte sie sich um und rannte ins Lager. Auf halben Weg kam ihr der junge blonde Mann entgegen und nahm sie in den Arm. Sie standen eine Weile eng umschlungen da, bevor sich die Magierin aus der Umarmung löste, sich auf die Zehenspitzen stellte und ihn küsste. Aneirin drehte sich weg und ging zurück zu seinem Lager im Wald. Erst einige Zeit später fiel ihm ein, dass er nie nach dem Namen der jungen Elfenmagierin gefragt hatte.
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  13. #33 Reply With Quote
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    Myriel war froh, dass es ihr gelungen war, das Lager ungesehen zu verlassen und einmal die Pflichten hinter sich zu lassen. Es war schwierig, die Erste der Hüterin zu sein und eine schwere Bürde für ein junges Mädchen. Doch sie würde es schaffen, da war sie sich sicher. Sie würde ihrem Volk Ehre bereiten und würdig in die Fußstapfen der Hüterin Nerayah treten. Wenigstens hatte sie bei ihrem Clan bleiben dürfen und wurde nicht bei einem Arlathvhen an einen fremden Clan übergeben, denn sie war die Erste seit langem aus ihrem Clan gewesen, die magiebegabt war. Auch wenn der Unterricht manchmal hart und auch langweilig war, so hielt sie dennoch durch. Am liebsten waren ihr die Stunden, wenn sie den alten Geschichten über ihr Volk lauschen konnte. Sie rief sich eine der Geschichten wieder in den Kopf:

    “Einst war unser Volk glorreich, gesegnet mit ewigem Leben und stets unverändert. Das war noch weit bevor die Zeitalter gezählt und benannt wurden. Wie die große Eiche waren sie konstant in ihrer Tradition und stark in ihren Wurzeln, den Himmel nie erreichend.
    Sie empfanden keine Eile, denn das Leben war endlos. Sie beteten monatelang zu ihren Göttern. Entscheidungen wurden erst nach jahrzehntelanger Diskussion getroffen und Einführungen konnten Jahre dauern. Von Zeit zu Zeit haben sich unsere Ahnen in jahrhundertelangen Schlaf begeben, aber dies war nicht der Tod, denn wir wussten, dass sie das Reich des Nichts in ihren Träumen betraten.“

    Ihre Gedanken wurden durch ein Geräusch unterbrochen. Was war das? War da Jemand? Myriel umklammerte ihren Stab fester und lauschte. Sie hörte das Knacken der Zweige, die auf dem Boden lag. Jemand kam den Weg entlang. Es war Malyan, der Zukünftige ihrer Schwester und ihr bester Freund seit Kindestagen. Die Beiden sollten heiraten, sobald Malyan ein Jäger und somit ein Mann wäre, erst dann wäre er in der Lage, eine Familie zu ernähren.

    Aneth ara Lethallan. Bist du hier, um deinen Kopf frei zu bekommen nach dem ganzen Unterricht?“, fragte Malyan.
    Aneth ara Lethallin“, erwiderte Myriel, dann verzog sie das Gesicht. „Ja, die Zauber zu wirken wird immer schwieriger. Doch ich bin guter Hoffnung, dass ich noch viel Zeit habe, alles zu erlernen, bevor Hüterin Nerayah ihre letzte Shiral antritt.“
    „Ach Myriel, das wird noch lange nicht soweit sein. Glaube mir. Hüterin Nerayah wird noch viele Jahre unter uns weilen.“
    Plötzlich legte Malyan seinen Zeigefinger an die Lippen: „Shhh, ich höre was!“, flüsterte er. Er zog Myriel hinter eine Baumgruppe. Sie hörten Schritte, die näher kamen und es schien nicht nur einer zu sein. Wer wagte es, ihren Wald zu betreten.

    Bald sahen sie eine Gruppe von Shemlen, die lärmend durch den Wald gingen. Sie lachten, machten Witze. Bruchstücke der Gespräche drangen an ihre Ohren: „…werden sie gefangen nehmen…“ Myriel erstarrte, dann lugte sie vorsichtig hinter dem Baum hervor. Die Shemlen waren an ihnen vorbei gezogen, ohne sie zu bemerken. Sie fluchte leise, als sie erkannte, dass sie auf dem Weg zum Lager ihres Clans waren. Vorsichtig eilte sie ihnen hinterher und überlegte fieberhaft, ob es eine Möglichkeit gab, vor den verdammten Shemlen ins Lager zu gelangen. Malyan folgte ihr dichtauf. Doch es gab keine, zu nahe waren sie am Lager. So machte sie sich gemeinsam mit Malyan bereit, den Shemlen in den Rücken zu fallen. Zuerst wirkte sie einen der neuen Zauber, die sie heute gelernt hatte. Es war für sie wohl einer der wichtigsten. Eins mit der Natur zu sein bedeutete, dass sie ein Schutzfeld um sich zog und jeder, der es wagte, den Kreis zu betreten, erlitt unweigerlich Naturschaden. Malyan zog seinen Bogen und legte mehrere Pfeile auf. Inzwischen hatten sie auch das Lager erreicht. Die Elvhen befanden sich schon in einem heftigen Kampf mit den Shemlen. Malyan und Myriel griffen sie von hinten an. Damit hatten diese nicht gerechnet und so gelang es ihnen, einige außer Gefecht zu setzen. Dann geschah das Unfassbare – einer dieser verdammten Shemlen stürzte auf Hüterin Nerayah zu, sein Schwert hoch erhoben wie zum Schlag bereit. Myriel schrie auf, Hüterin Nerayah drehte sich um und sah überrascht den Shemlen an, dessen Schwert nun niedersauste und sie auf der Stelle tötete. Myriel stürzte auf Hüterin Nerayah zu, doch es war zu spät, sie konnte sie nicht mehr zurückholen von den Toten. Dann blickte sie zu dem Shemlen, der lachend erneut das Schwert hob, um zuzuschlagen. Myriel rief: „Ma emma harel. Ar tu na'din.“ Dann tat sie etwas, wofür sie sich später hassen würde. Sie zog einen kleinen Dolch aus ihrer Scheide, schnitt sich in die Hand, sah, wie das Blut hervorquoll, auf den Boden tropfte und sich seinen Weg suchte. Myriel murmelte die Zauberworte und konnte zusehen, wie das Blut auf den Shemlen zufloss. Plötzlich stand er wie erstarrt da, sein ganzer Körper begann unkontrolliert zu zucken, schrille Schreie des Schmerzes entwichen seinen Lippen, die die Kämpfende innehalten ließen. Die Haut brach an verschiedenen Stellen auf und das Blut des Shemlen spritzte kochend heiß heraus. Dann sank er zu Boden. Er würde nie wieder aufstehen. Die überlebenden Shemlen, deren Zahl inzwischen um einiges geschrumpft waren, flohen panisch von der Kampfstätte. Einige der Elvhen verfolgten sie noch, um sicher zu gehen, dass sie auch wirklich den Wald verließen. Die restlichen Elvhen blickten ein wenig ängstlich zu Myriel. Hatte sie doch eben noch Blutmagie benutzt. Die verbotene Magie. Myriel saß neben Hüterin Nerayah, Tränen liefen ihr über das Gesicht. Hahren Ilayn trat neben sie und sprach sie an: „Lethallan, was hast du getan? Ist es das, was Hüterin Nerayah dich gelehrt hat?“ Myriel hob ihren Blick, doch vermochte sie nicht, Hahren Ilayn in die Augen zu blicken. „Ar Abelas, Hahren Ilayn“, erwiderte Myriel und erhob sich. „Das wollte ich nicht. Es war ein Fehler, den ich nicht wiederholen werde. Entscheidet nun, wer an meiner statt der Hüter unseres Volkes wird. Ich bin nicht würdig.“ „Ach Emm'asha, du hast einen Fehler begangen, doch hast du auch dafür gesorgt, dass Hüterin Nerayahs Tod gerächt wurde. Die Shemlen sind fort, doch wissen wir nicht, ob sie nicht mit Verstärkung zurückkommen werden. Nehme nun deine Pflichten in die Hände und führe dein Volk. Beim nächsten Arlathvhen werden wir es dem Rat vortragen und sehen, was geschieht.“ Mit diesen Worten wandte sich Hahren Ilayn ab. Myriel indes wies nun, ganz in ihrer Rolle als Hüterin, die Elvhen an, sich um die Toten zu kümmern, damit man gebührend Abschied nehmen konnte. Außerdem wies sie die Frauen an, das Lager abzubrechen, denn noch in der Abenddämmerung würden sie weiterziehen, auf der Suche nach dem nächsten Ort, an dem sie ihr Lager aufschlagen würden.
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  14. #34 Reply With Quote
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    Nach, wie es der Mutter erschien, einer endlosen Zeit ohne das köstliche, salzige Nass, welches Ihre Brut und Sie so nährte, nach einer Zeit der Verzweiflung, der Hilflosigkeit, denn warum entsagte der Spender Ihnen das Nass, nachdem Sie Ihm geholfen hatten, sich und die Kleinen in Gefahr brachten für Ihn, nach einer Zeit der Hilflosigkeit und der mütterlichen Pein, das Geschilpe Ihrer Kleinen brach Ihr schier das Herz, nach dieser Zeit, endlich, hörte Sie von einer vorbei fliegenden Aaskrähe von einer Gegend, die wie geschaffen schien für Sie und Ihre Kleinen, ein Wald im Osten, wo Blut und Tränen flossen, wo es, vielleicht neue Hoffnung gab, neue Hoffnung das salzige Nass zu empfangen und laut der Aaskrähe, Ihr Name war Auraticorni, seltsame Namen diese Krähen, aber was sollte man auch von Krähen anderes erwarten, gab es dort salziges Nass im Überfluss, in einem Maße, was alles sprengte was Sie und die Kleinen, langsam flügge werdenden Spatzen je brauchen konnten, alles was Sie und alle möglichen Enkel je brauchen würden, alles, wenn nicht wie hier in Redcliff ... , aber daran, an den Verlust Ihres Spenders des salzigen Nass wollte Sie jetzt nicht denken, und so beschloss Sie, zusammen mit Ihren Küken in Richtung diese Waldes zu fliegen, zu fliegen in der Hoffnung, das die Krähe Auraticorni die Wahrheit sagte, um dort einen neuen Spender des salzigen Nasses zu finden, aber nach den Erfahrungen hier im Dorf der Menschen, nie mehr dem oder, wie die Krähe meinte, den Spendern, zu helfen, sondern darin zu halten, was die Spender dazu brachte salziges, köstliches Lebenselixier zu spenden und so ermunterte Sie Ihre Kleinen und flog los, flog los Richtung des sagenhaften Paradieses des salzigen Nasses, des Paradieses wo es Spender im Überfluss gab, der Zukunft für sich und die kleinen Spatzen, flog wie Sie noch nie geflogen war, endlos, über Gegenden wo kein Spatz den Sie kannte je geflogen war und Sie kannte fürwahr Dutzende, ach was aberwitzige Massen von Spatzen, flog und flog, immer in Sorge das die Kleinen die Strapazen nicht aushielten, in Acht vor mögliche Gefahren wie Falken, Adlern und anderen tödlichen Gefahren der Lüfte und des Landes, denn immer wieder benötigten die Kleinen oder Sie eine Pause, eine Pause auf dem Weg ins Paradies, dem Paradies des salzigen Nasses für Sie und Ihre Familie und wer weiß auch andere Spatzen, oder wie sie von diesen albernen Lachmöwen genannt wurde, Salzspatzen, dieser Welt, flog und endlich, nach einer wie es Ihr schien endlosen, ewig währenden Zeit der Anstrengung, Gefahr und Sorge um die Kleinen, erschien am Horizont die Silhouette eines, des Waldes, des Waldes auf dem alle Ihre Hoffnungen ruhten, Ihre und die Zukunft der Kleinen gesichert schien, das Paradies des Salznass, das Paradies aller Salzspatzen dieser Welt, nur noch Spender mussten gefunden werden und so befahl sie den Kleinen sich in der Krone eines Baumes zu verstecken bis Sie zurückkam, zurückkam von der Suche nach den Spendern des Salznasses, nicht ohne Ihren ältesten Vetistiman zur Seite zu nehmen und Anweisungen zu geben was zu tun war wenn Sie, der Gott aller Spatzen und der Gott des Salznasses mögen es verhüten, nicht zurückkam, wies Ihn an höchstens drei Tage zu warten um, wenn das Schlimmste geschah, zurück zu fliegen Richtung Redcliff und zu hoffen das Ihr alter Spender doch wieder etwas salziges Nass daher gab, gab zum Wohle der Kleinen, die, wie Sie bemerkt hatte, es brauchten, brauchten um zur Ruhe zu kommen, denn ohne das Salznass zitterten alle so stark mit den Flügelchen, das niemand mehr fliegen konnte und das in einer Welt voller Falken, Katzen und sadistischer Zweibeiner, redete Ihrem Ältesten gut zu und machte sich auf die Suche, die zu Ihrer Freude nicht lange währte, denn, gelobt sei Auraticorni die weise Aaskrähe, kurz nach Ihrem Abflug vom Baum des Wartens fand Sie einen Ort potentieller Spender, eine Lichtung voller spitzohriger Zweibeiner, die wie Sie fanf wirkten wie gute Spender des Salznasses, aber nicht genug, überall in diesem Wald, weitere Wesen, zumeist Menschen, die, Sie traute Ihren Augen nicht, weinten und das köstliche Nass floss zuhauf, obwohl, an bei diesen Menschen zumeist ein Hauch von Gefahr zu erkennen war, denn diese Wesen fürchteten um Ihr Leben, nur was war das, das was diesen Menschen Angst machte und zum weinen brachte war selbst von einer tiefen, salziges Nass hervorrufenden Verzweiflung umgeben, ob es daran lag das diese zweibeinigen Wesen so behaart waren wusste Sie nicht aber es war Ihr egal, flugs machte Sich sich auf den Rückweg zu Ihren Kleinen, und groß war der Jubel bei den Kleinen und die Erleichterung bei Vetistiman ob Ihrer Rückkehr, jubilierte Ihren Triumph hinaus und zog mit Ihrer Familie fortan von Spender zu Spender, immer auf der Suche, nein, der Erlangung des köstlichen, das Fliegen ermöglichenden, salzigen Nasses, dem Paradies der Salzspatzen.
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  15. #35 Reply With Quote
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    Thema #5 • Morrigan ...


    [Bild: Morrigan_2k.jpg]
    ~ Bild 1 • Beginn einer Beziehung?~

    [Bild: Morrigan_1k.jpg]
    ~ Bild 2 • Das mögliche Ende? ~
    Erklärender Text zu den Bildern: Morrigan lebt mit ihrer Mutter Flemeth in der Korcari-Wildnis. Da sie sich damit nicht unter der Aufsicht der Kirche befindet, ist sie eine Abtrünnige und musste schon früh lernen Templer unschädlich zu machen. Sie ist pragmatisch und mag Menschen nicht. Des weiteren vermeidet sie auch Hautkontakt, sowie Händeschütteln. Sie träumt davon die Wildnis zu verlassen, bis zu jenem Zeitpunkt an dem sie den Wächter trifft ...

    Und sie pflegt einen eigenartigen Humor. So sagt sie zum Beispiel in dem Quest "Ein Paragon der anderen Art": »Seid ihr euch da sicher? Mit dem Amboss könntet ihr sogar den Erbauer konkurrieren. Denkt gut darüber nach.«

    Aufgabe:
    • Schreibt wenn Ihr möchtet unter Beachtung der Regeln eine Kurzgeschichte zu einem der beiden Bilder. Benennt bitte in Eurem Post, zu welchem Bild Ihr schreibt.
    • Beginn ist der 21.04.2012 und die Möglichkeit zu diesem Thema Beiträge zu veröffentlichen ist unbegrenzt.
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    Thema #4 • Brecilianwald • Ein Glücksbringer

    Lanaya und Anastasya waren schon eine Weile unterwegs. Zwischen den beiden Elfen war bisher kein Wort gefallen. Anastasya war zu Besuch bei den Dalish in deren Lager im Brecilianwald und hatte von einer alten Ruine erfahren. Lange vor all der Zeit sollte sie gebaut worden sein, da wo die Elben noch ein geeintes Volk waren. Und Lanaya war ihrer Bitte nachgekommen und so schritten beide durch den Wald. Mächtige alte Bäume, die mit ihren Kronen hoch im Himmel fast alles Licht der Sonne aufnahmen, säumten ihren Weg. Dieser wurde durch das, was noch von dem Tageslicht unten ankam, grünlich matt beleuchtet.

    »Die Farbe passt«, dachte sich Anastasya und staunte über die Ranken, die an den Bäumen nach oben strebten, um auch etwas von dem Licht zu ergattern. Ansonsten war nur noch ein Plätschern eines entfernt verlaufenden Bächleins zu hören. Das Glucksen des Wassers, wenn es über Steine auf den Bachgrund fiel, war nur für geübte Ohren wahrzunehmen. Doch sonst kein Tierlaut oder etwas die hastig gesprochenen Worte der Shemlen, nein, nichts störte. Denn Anastasya wollte, so wie es in jedem Dalish innewohnt, auch hier sehen, ob sie etwas über ihre Wurzeln, dem Clan der Dales, ergründen konnte. Zuviel wurde vergessen in all den Jahrhunderten, seit dem das Tevinter Imperium zerfallen war. Und nie waren die Elfen zuvor gealtert oder gestorben. »Ja«, sagte sie zu sich, »ich bin auch sterblich, doch ich möchte es sehen!«

    Sie hatte wohl laut gesprochen, denn ihre Führerin blieb stehen und fragte: »Was möchtest Du sehen?« Anastasya lächelte über ihre lautes Selbstgespräch und antwortete Lanaya: »Nun die alten Gebäude möchte ich sehen, zumindest das, was übrig ist.« Die junge, magiebegabte Lanaya schmunzelte und wies mit der Hand einen Bogen. Dabei erklärte sie: »Schau, sie liegen vor Dir.« Und nach einer kleinen Pause fragte sie noch dazu: »Sind sie nicht wunderschön?«

    Anastasya sah Arkaden, schlanke, kunstvoll behauene Säulen, die sich hoch in das grünliche, matte Licht, gleich den Ranken in die Höhe reckten. Auf Kapitellen in Kreuzform erhoben sich Bögen, die wiederum Gemäuer trugen. Die Eckpfeiler waren stufenförmig ausgebildet und in der Mehrheit noch unversehrt. Sie waren Teil des Bauwerkes und dienten diesem, in dem sie Halt gaben. »Was für eine Halle! Ja, wunderschön« staunte Anastasya auf die Frage und konnte ihren Blick nicht von den geometrischen Formen abwenden. Besonders die Vielzahl der Kanten an den Strebpfeilern verlockte sie mit dem linken Zeigefinger einmal um eine Säule zu fahren. Doch sie kam nicht ganz bis zum Ende. Bevor sie den Kreis schließen konnte, durchfuhr sie eine Naturgewalt. Ihr wurde zuerst weiß, dann schwarz vor den Augen und dann, später, merkte sie, dass sie gerufen wurde.

    »Anastasya? Anastasya!« Sie spürte ein paar kräftige Schläge mit dem Handrücken in ihrem Gesicht und langsam, aber sehr langsam kam Leben, kam Bewusstsein in ihren Körper zurück. Sie stöhnte etwas auf, so wie wenn man sehr tief Luft holt. Dann sah sie die besorgte Stellvertreterin von Zathrian. Besser sie sah einen aufgeregten Gesichtsausdruck und sie erkannte einen Magierstab, den Lanaya wohl noch auf dem Rücken trug. Anastasya versuchte sich aufzurichten, brauchte jedoch Hilfe der anderen Dalish. Diese nahm ihr auch den kunstvoll gefertigten Bogen und den Pfeilköcher ab und half, dass sie einigermaßen sitzen konnte.

    »Was war das?« fragte Lanaya und sagte weiter: »Es sah wie ein Blitz aus, ja, wie ein Blitz!« »So fühlt es sich auch an«, versuchte Anastasya mit schmerzverzerrtem Gesicht zu scherzen. »Komm trinke etwas davon und ruhe Dich aus, wir sehen später nach«, schlug ihre Begleiterin vor und reichte einen ledernen Beutel. Die Dalish tat wie ihr geheißen und trank etwas. Der Trunk war erfrischend und kräftigend zugleich. Trotzdem verging eine geraume Zeit, in der Anastasya nicht aus der Sitzhaltung kam. Und so fragte sie Lanaya, wie sie zurechtkomme in der Gruppe, die den Brecilianwald ihr Zuhause nennt. Diese war froh, dass die Lebensgeister zurückkehrten, antwortete aber etwas ausweichend.

    »Nun«, sagte Lanaya, »Du kennst ja meine Geschichte. Zathrian hat mich aufgenommen und sie sind gut zu mir. Obwohl wir Dalish sehr traditionsbefangen sind, trägt es mir wohl keiner nach, dass ich nicht hier geboren wurde. Doch auch ich suche nach Erinnerungen, nach Gedanken zu meinen Eltern. Aber vielleicht dazu ein anderes Mal mehr. Zumindest erhalte ich Aufgaben, die mich in Abwesenheit Zathrian in dessen Pflichten versetzen.« »Oh, das ist ja sehr gut«, lachte Anastasya zurück und spürte ihre Beine wieder. Sie unternahm den Versuch, sich zu erheben. Weil sie Hilfe von ihrer Begleiterin erhielt, schaffte sie es auch. »Danke, bin noch etwas wacklig auf den Beinen, doch lasse uns nachsehen!« fügte sie an. »Wenn Du möchtest, doch wir sollten vorsichtig sein«, entgegnete Lanaya und reichte Anastasya ihren rechten Arm. Und so schritten die beiden zu der Säule der alten Halle. Vorsichtig umrundeten sie den behauenen Stein. Und als sie schon fast herum waren und Lanaya sagte: »Hier ist nichts!« zeigte Anastasya auf eine Ranke, die in Richtung Licht nach oben wuchs. »Hier schimmert etwas!« sagte die Dalish und deutete auf das wenige Blattwerk über ihren Köpfen. »Tatsächlich«, staunte die andere. »Ja, es sieht wie eine Kette aus«, versuchte Anastasya ihre Eindrücke zusammenzufassen. Dann wanderten die Augen auf die Höhe, wo sie mit dem Finger um die steinernen Kanten gefahren war. »Ein Amulett! Sieh doch!« sagte Anastasya und wollte zugreifen. »Bist Du bei Sinnen!?« schimpfte Lanaya. »Stehst gerade auf den Beinen und willst Du schon wieder getroffen werden?«

    Anastasya überlegte einen kurzen Moment und sagte dann: »Ich glaube, es wird nichts mehr geschehen.« »Wie kannst Du Dir da so sicher sein?« entgegnete die andere. »Nun, es wird hier schon viele Jahre hängen. Schau doch, es sieht aus wie eine Mondsichel.« »Ja, ich sehe es auch und auch die ziselierten, blau schimmernden Linien«, ergänzte Lanaya. »Ach was, ich versuche es. Denn es ist entladen und wird nur durch meine ungestüme Weise seine Energie abgegeben haben. Vielleicht bringt es mir ja Glück, ein Talisman eben.« Und ehe noch etwas anderes gesagt werden konnte, griff Anastasya zu der Kette, mit Vorsicht, einen weiteren Schlag erwartend. Dann hielt sie das Schmuckstück in den Händen. Das Mondamulett pulste ein wenig in den Linien der alten Schmiedekunst, aber es geschah nichts weiter.

    »Das ist ja noch einmal gut gegangen«, seufzte zufrieden Lanaya. Sie hatte die gesamte Zeit ihren Arm als Stütze bei ihrer Nachbarin behalten. »Lasse uns das Amulett Zathrian zeigen, es scheint sehr alt zu sein!« Anastasya nickte. Sie ergriffen ihre Sachen und begaben sich zum Lager im Brecilianwald, um mit Zathrian den Fund zu untersuchen. Denn Anastasya wollte wissen, was für einen Glücksbringer sie da gefunden hatte.
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    Thema #6 • The Warden's Prison ...


    [Bild: Warden_Prison_1k.png]

    ~ Bild 1 • Das alte Gefängnis der Grauen Wächter ~

    [Bild: Vimmark_Gebirge_2k.png]

    ~ Bild 2 • Reste eines Ortes im Ödland der Berge von Vimmark ~
    Erklärender Text zu den Bildern: Das Gefängnis der Grauen Wächter [Bild 1] in den Vimmark-Bergen soll angeblich vor tausend Jahren erbaut worden sein. Die Berge von Vimmark [Bild 2] sind ein langer Gebirgszug in den Freien Marschen. Im Süden des Bergzuges liegt Kirkwall, im Osten Markham. Der lange Gebirgszug bildet eine Station auf dem Wege zum Gefängnis.

    The Warden's Prison oder das Gefängnis der Grauen Wächter liegt in einer riesigen Spalte in den Bergen, weit entfernt von jeglichen leicht bereisbaren Gebirgspässe. Darüber hinaus haben die Wächter selbst Gerüchte über Banditen und Bestien verbreitet, um Entdecker davon abzuhalten, sich diesem Ort zu nähern.

    Das eigentliche Gefängnis besteht aus einem zentralen Turm [Bild 1], der in die Spalte hinein gebaut wurde, sowie einzelnen Brücken, die auf magische Weise aufrecht erhalten werden, und Zugang zu den verschiedenen ebenen des Turmes gewähren.

    Aus dem DLC Legacy • Dragon Age II
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    Bild 1: Morrigan – Der Beginn einer Beziehung


    Das Blut rauschte durch seine Venen. In seinen Ohren hörte er seine Atmung, der Druckausgleich gelang ihm nicht, wenn er nervös war. Er hörte, im wahrsten Sinn des Wortes, durch sein Ohr hindurch sein Herz schlagen. Und es schlug schnell. Er kam sich jung, unerfahren und schwach vor, während vor ihm die wohl schönste Frau stand, die er je gesehen hatte. Schon damals, in der Korcari-Wildnis, als er ihr das erste Mal begegnet war, hatte er stundenlang an nichts anderes mehr denken können. Und sie las ihn wie ein offenes Buch, offensichtlich fand sie Gefallen daran, dass er so berechenbar war.

    Und doch – er hatte diese andere Seite in sich, die sie überraschte. Wie vor einigen Stunden, als er sie einfach in eine schraubstockgleiche Umarmung genommen hatte und ihr einen Kuss gegeben hatte, dass ihm selbst Hören und sehen verging. „Wir gehen aber ganz schön ran, hm?“ hatte sie noch gespottet, doch da hatte er sie schon nicht gerade sanft auf den Boden befördert und begonnen, an ihrem äußerst knappen Oberteil zu ziehen. „Irgendwann kann selbst ich nicht einfach mehr tatenlos dastehen und zugucken“, knurrte er dunkel. Und dann hatte er ihr gezeigt, wie gut er ihre Bedürfnisse kannte und stillen konnte...

    Morrigan. Diese Frau brachte ihn mit jedem Blick näher an die Grenze des Wahnsinns. Die abweisende, kalte Art, die aber durchsetzt war von kleinen Gesten, unscheinbaren Bemerkungen und winzigen Berührungen an genau den richtigen Stellen. Arcadio fürchtete ihre Abweisung so sehr und doch wollte er es darauf ankommen lassen. Er konnte sich nicht vorstellen, wie eine andere Frau jemals diesen Platz in seinem Leben einnehmen wollte oder konnte.
    Morrigan saß mit dem Rücken an einen Baumstamm gelehnt und beobachtete ihn im Schein des kleinen Feuers, das er entzündet hatte. Sie hatte seine Ausdauer gelobt und da nicht rot zu werden war eine groß Mühe gewesen. Jetzt saß er da, sein Blick wieselte hin und her und ihm fiel keine Erwiderung ein. Er wusste nur, dass er diese Frau wollte – in seinem Leben, an seiner Seite wollte.

    Und er sagte etwas. „Bleib bei mir.“ Leise, aber deutlich. Als er Morrigans flackernden Gesichtsausdruck sah, hätte er sich am Liebsten die Zunge abgebissen. Er hätte einfach den Mund halten soll! Das wäre besser gewesen! Jetzt hatte sie etwas gegen ihn in der Hand und Grund genug weder Gespräche noch Lager mit ihm zu teilen. Ihre wohlgeformten, sinnlichen Lippen öffneten sich und Arcadio fürchtete das Schlimmste.
    „Sieh lieber zu, dass du bei mir bleibst, sonst muss ich dir hinterherlaufen und wenn die anderen das bemerken, muss ich sie alle in Frösche verwandeln.“
    Die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Arcadio fühlte sich wie ins Gesicht geschlagen. „Was?“ brachte er mühsam hervor.
    Tatsächlich streckte die Hexe ihre Hand aus und strich kräftig durch sein halblanges, dunkelbraunes Haar, das ihrem so ähnlich sah. „Du hast mich gehört,“ erwiderte sie kühl. Ihre Hand fuhr von seinem Schopf zu seinem Hemd, das er sorgfältig verschnürt hatte, und gruben sich in den Kragenstoff. Bevor Arcadio es sich versah, hatte ihn die Hexe zu sich gezogen, unangenehm nah über dem Feuer und der junge Elf spürte die Hitze in sein Gesicht steigen. Sie war so nah, keine Handlänge entfernt fixierten ihre bernsteinfarbenen Augen seine braunen. „Vielleicht sollte ich auch dich verwandeln, dass du mir nicht wegläufst. Aber dann habe ich nichts mehr von deiner ruhigen, sanften, diplomatischen und völlig schwachen Art, die ich aus irgendeinem Grund anziehend finde. Vielleicht, weil ich weiß, dass du bei mir das genaue Gegenteil sein kannst. Ich sage dir eines, Arcadio,“ fuhr sie ihn schon fast an. „Wenn du die Verderbnis besiegen und überleben willst, dann sei so, wie du es bei mir bist. Kompromisslos und hart. Sonst ...“ sie ließ ihn los und gab ihm einen kleinen Stoß, sodass es ihn auf den Hintern setzte. „Sonst bist du schneller tot als es dir und mir lieb sein kann.“ Arcadio sah seine Chance und setzte mit einem Sprung über das Feuer hinweg und riss die Hexe im Schwung nieder, kam über ihr zum Liegen und legte einen dünnen Zeigefinger über ihre Lippen. „Hilf mir dabei, Hexe!“ befahl er. Es fühlte sich seltsam an, den Macker heraushängen zu lassen, aber sein sanftes Gemüt war ihm immer im Weg gestanden. Nun bot sich die Chance, etwas zu ändern. Und dieses Mal würde er sie annehmen!
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  19. #39 Reply With Quote
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    Bild 1 und 2

    Behutsam setzte Jacen einen Fuß vor den anderen. Vor ihm erstreckte sich ein sandig-steiniger Pfad nach oben zu einem robusten Turm gestützt und gesäumt von Holzbalken, die an den Felsen befestigt worden waren. Er drehte sich halb zu seinen Begleitern um – seine Schwester Beth und sein guter Freund Anders – und gestikulierte, dass sie Deckung suchen sollten. Anders runzelte die Brauen, drückte sich aber gehorsam mit dem Rücken an einen Stein.
    Beth dagegen warf ihm einen trotzigen Blick zu und schlich weiter vorwärts, an seine Seite. Seine kleine Schwester war noch immer die gute Seele in Person, und Jacen sorgte sich um sie. Seit sie Lothering gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder verlassen hatten, waren sie ständig in Gefahr gewesen, dazu waren sie beide Magier.

    „Beth, geh und versteck dich,“ zische Jacen ihr zu, „bitte!“ „Ich will mit dir kommen. Ich will wissen, was da oben vorgeht. Ich bin auch eine Maga!“
    Man hörte eine Tür schlagen und für einen Moment sah man am Rande des Blickfeldes, wie die Sonnenstrahlen des hellen Mittags von etwas reflektiert wurden. Jacen handelte instinktiv, warf sich gegen seine Schwester und drückte sie im toten Winkel zum Turm mit seinem Körper an einen Felsen. „Ich könnte mir nie verzeihen wenn dir dort oben was geschieht. Ich will nur nachsehen, und dann bin ich gleich wieder hier. Außerdem musst du mir mit Anders den Rücken decken falls irgendwelche Magier noch hinterherkommen.“
    Seine eindringlichen Worte hatten bei Bethany große Augen ausgelöst und Jacen sah, wie mitgenommen seine Schwester von all den Ereignissen war. Sanft legte er eine Hand auf ihre Wange. „Ich bin gleich wieder da.“

    Gewandt huschte er den sandigen Pfad hinauf, wich größeren Steinen aus und hielt sich dicht an der Felswand. Wer immer oben auf dem Turm erschienen war, war nicht mehr dort. Der junge Magier konnte schon den Eingang des Turmes erkennen. Schwer bewacht, dort standen mindestens drei Templer herum. Aber das war offensichtlich gewesen. Kurzerhand wechselte Jacen die Seite, tat einen kräftigen Sprung und klammerte sich an dem nächstbesten Felsen fest, den er zu fassen bekam. Unter einer kleinen Kraftanstrengung zog er sich über die Spitze der Felswand, die den Gang der Schlucht begrenzte.
    „Whoa!“ stieß er plötzlich aus, als er sich auf der Gegenseite niederlassen wollte – und unter ihm kein Boden zu sehen war – zumindest nicht auf einer Höhe, die er nach dem zehn Schritt tiefen Fall überleben würde. Schweiß brach ihm aus, als er merkte, wie sein Griff sich langsam löste. Er zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen und bewegte seine linke Hand weiter an der Felswand, den Gang entlang – nur auf der falschen Seite. So hangelte er sich langsam, sehr langsam, aber sicher bis auf wenige Meter an den Turm heran, der auf felsigen Grundfesten erbaut war. Seine Hände schmerzten, sie waren aufgerissen und er spürte seine Armmuskeln wie schon lange nicht mehr. Endlich konnte er die Steine loslassen und landete auf dem kleinen Plateau, direkt an der Hinterwand des Turmes. „Jetzt könnte ich Flemeths Drachenform gebrauchen,“ murmelte Jacen zu sich selbst, während er seinen Stab vom Rücken schnallte. Vorsichtig, sein Mana nur ganz langsam kanalisierend, vereiste Jacen eine dünne Spur am Turm entlang, schnurgerade nach oben. Dann zog er die Handschuhe mit eisernen Stacheln an, die er sich hatte anfertigen lassen und schnallte seinen Eisenstollen und die Schuhe. Nachdem er den Stab wieder auf dem Rücken befestigt hatte, machte er sich an den nächsten Kletterakt. Leise drückte er das Metall in die dicke, magische Eisschicht und zog sich Elle für Elle nach oben.
    Er dufte gar nicht darüber nachdenken, was passieren würde, wenn er herunterfiel. Er verdrängte jeden Gedanken daran und ersetzte sie durch Bethanys Gesicht, Anders Freude, wenn sie erfahren würden, dass die Magier, die in diesem Turm waren, vollkommen zu Unrecht festgehalten wurden. Sie mussten den Vorwurf der leichtfertigen Blutmagie über sich ergehen lassen und Jacen wie auch seine Freunde wussten, dass das quasi das Todesurteil für einen Magier war, sowohl für dessen Ruf als auch der Körperliche. Jacen, Beth und Anders hatte sich der Rettung unschuldiger Magier verschrieben – alle drei würden nicht zulassen, dass die Templer wahllos jeden wegsperren konnten, nicht solange Jacen noch atmen konnte. Endlich war er am ersten Turmfenster angekommen, klammerte sich an den Sims und lugte über den Rand.

    Auf Anhieb hatte er den richtigen Raum gefunden. Er wollte gar nicht daran denken, dass er den Turm im Zweifelsfall noch hätte umrunden müssen. Aber das da drinnen war eindeutig Karl, der Freund von Anders und zwei weitere Magierinnen, die Jacen in Kirkwall kennengelernt hatte. Die schienen sich aufgeregt zu besprechen, bis die Türe aufgestoßen wurde und eine sehr seltsame Gestalt in den Raum trat. Die Ärmel blutrot gefärbt, gehetzte Bewegungen und lebende Paranoia vereinten sich in diesem Mann. Karl wollte sich auf ihn stürzen, doch der Magier hob anklagend die Hand und deutete auf das Fenster. Jacen erstarrte zur Salzsäule. Langsam folgte Karl dem Blick des Blutmagiers, ebenso wie der der beiden Frauen.
    Plötzlich polterte es durch den Raum, so laut, dass Jacen es hören konnte: „Er hat euch verraten!“

    Der Blick von Karl wurde ungläubig, die beiden Frauen sahen ihn hasserfüllt an.
    Und zu allem Überfluss spürte Jacen, wie seine Eisschicht auf einmal verschwunden war und seine Fingernägel langsam über den steinernen Sims kratzten. Oh Scheiße...
    Fawks is offline Last edited by Fawks; 30.05.2012 at 00:13.
  20. #40 Reply With Quote
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    Thema #5 • Morrigan [Bild 1]

    Ich will nicht weinen!

    »Ich will nicht weinen«, sagte sich ein kleineres Mädchen. Doch all das Reden half nichts. Tränen rannen über Gesicht und Wangen. Auslöser waren letztendlich ihre blutigen Knie. Das Mädchen versuchte in dem Bett so zu liegen, dass sie die mit Stroh gefüllte Matratze ebenso nicht befleckte, wie die rauhaarige Wolldecke. Und weil es doch recht kalt war in dem Raum, sie konnte ihren Atem sehen, fiel es schwer die Beine nicht doch unter die Decke, anstatt auf dieses einfache Deckbett zu legen. Vielleicht wären die Tränen dann immer noch nicht geflossen, aber die Erlebnisse des Tages war für das Kind einfach zu schmählich verlaufen.

    Sie war in ihrer freien Stunde voller Lust und Tatendrang in den Wald gerannt. »Frei!« das dachte sie dabei, wenn sie so an den Bäumen entlang fegte, aus dem naher Bach soff, Vögel verschreckte oder einen Hasen hochjagte. Die Augen schräg angesetzt, die Ohren eher kurz, mit großem Kopf und breiter Stirn raste sie durch das, was die Natur in dem durch die Zeit bemessen Radius zu bieten hatte. Keiner gab ihr Anweisungen, Gefühle musste sie nicht verbergen oder erwidern. Sie war ihr eigener Herr. Sie fühlte sich als Wölfin wohl.

    Bei dieser Jagd erwischte sie drei gleichaltrige Mädchen beim Spielen am Bachlauf. Sie hatten eine Drehmühle gebastelt und in das Wasser gestellt. Kichernd schauten die Mädchen zu, wie das Wasser die kleine Spielerei drehte. Die Wölfin hatte sich unter dichte Bäume geschlichen, lauschte, prüfte, um zu erahnen, was die Drei da trieben. Sie kannte keine Kinderspiele und überhaupt nicht in einer Gruppe. Dafür hatte Mutter immer gesorgt. Bei dem Betrachten der Gruppe sah die Wölfin etwas, was oberhalb des Wassers in der Sonne funkelte. Eines der Mädchen hielt eine ovale Scheibe in hellfarbenen Rahmen in die Höhe. »Was das wohl für ein eigenartiges Ding sei«, fragte sich die Wölfin, noch geduckt hinter den dicht stehenden Bäumen. »Ich will auch mal den Spiegel haben!« rief eine der Mädchen und griff nach dem Glasgegenstand.

    »Ein Spiegel! Ein Spiegel!« schoss es der Wölfin durch den Kopf. Dann verlief alles sehr schnell. Die drei Mädchen schrien auf, so wie man nur schreien kann, wenn man überrascht wird und eine große Gefahr auf sich zu kommen sieht. Sie ließen alles fallen, auch den Spiegel und rannten, ohne sich umzudrehen zu ihren Eltern, schreiend, als wenn der Wolf hinter ihnen her wäre.

    Aber er war es nicht, der hinter ihnen her war. Es war überhaupt niemand hinter ihnen her. Das aber konnten die Mädchen nicht mehr erkennen. Denn sie drehten sich aus Angst vor dem Gesehenen nicht um. Aber ihr Spielzeug verlieb an der Bachstelle und das kleine Rad drehte sich munter weiter. Selbst der Spiegel, der beim Herunterfallen nicht beschädigt wurde, lag im Gras. Unberührt, glitzernd, schimmernd, kühl so nah und doch nicht erreichbar. Es gab die Wölfin nicht mehr.

    Hinter den dichten Bäumen, besser in den oberhalb eines Meters stark verzweigten Geästes, rappelte und zappelte eine große, grüne, mit unzähligen kurzen Haaren dicht bedeckte Spinne mit langen Beinen. Sie hatte sich in dem Ansprung auf die Kinder in den Zweigen so verfangen, dass es weder ein nach vorn noch ein zurück möglich war. In ihrer Rage vergaß sie die Auflösungsformel für den Zauber, den sie erst wenige Male probiert hatte. Und so musste das Mädchen warten bis ihre Magie, gewebt im Zorne, verflogen war. Und als die Sterne schon hell das Firmament erstrahlten, da brach der Zauber zusammen. Sie stürzte doch aus dieser Höhe ungebremst auf den Waldboden und zerschrammte sich Hände und Knie.

    Den Weg nach Hause sagte sie sich: » Ich will nicht weinen!« Und dieses immer und immer wieder half. Denn als sie an der Tür ihrer Hütte klopfte und ihr geöffnet wart weinte sie nicht. Es hätte auch keinen Zweck gehabt. Denn sie hörte nur: »Morrigan! Das Abendessen ist vorbei! Marsch ins Bett!«
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