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König Rhobar II
03.08.2004, 23:51
Gothic IV:

Kapitel 1: Das Wiedersehen


Der Held hatte einen seltsamen Traum. Er wurde von Orks in die Nordlande verschleppt, und in einem Karren auf der Gefangeneninsel in ein Lager gebracht.
Dann kamen Templer und retteten ihn. Gardisten, Magier und Söldner waren auch da. Und noch welche. Welche die er kannte...

„Ist er tot?“
„Nein, er atmet noch.“
„Seht, er kommt zu sich.“
Er wachte auf. Er lag in einem Zelt. Die Luft war schlecht, und der Himmel draußen war dunkel. Über ihm sah er vier bekannte Gesichter.
„Diego?“, sagte er, „Milten? Gorn? Lester? Seid ihr das? Wo bin ich?“
„Du bist auf Grachlak Gashok, der Sklaven Insel der Orks.“
„Was, dann war das kein Traum? Wo sind die Orks? Woher kamen die Templer? Und die Gardisten?“
„Hier sind keine Orks. Es gab einen Aufstand. Dieses Lager wird nur von Menschen bewohnt. Wir haben auch Sklaven aus anderen Lagern befreit. Die Orks lassen uns in Ruhe, da wir ein paar Waffen geklaut haben. Hier bist du sicher.“, sagte Diego.
Der namenlose stand auf.
„Was ist hier los? Ich meine, woher kamen denn jetzt die Templer?“
„Lass mich das erklären.“, sagte Milten.
Um uns verteidigen zu können, haben wir uns in Gruppen unterteilt. Die einen kämpfen, die anderen suchen einen Weg hier weg zu kommen.
Ich hab dir auf Irdorath doch gesagt, ich wolle ein eigenes Kloster gründen. Nun das hab ich gemacht. Ich habe ein paar mitgefangene zu Magiern gemacht. Ich selbst bin hoher Feuermagier. Diego hat in den Waffenkammern ein paar alte Gardistenrüstungen und Schattenkluften gefunden, die die Orks aus dem Minental mitgebracht haben. Er hat sozusagen das alte Lager wiederbelebt. Na ja, Gorn, Lee und die anderen Söldner haben sich von Bennet Rüstungen machen lassen und haben sich ein paar neue Söldner zusammen gesucht.“
„Und Lester?“
„Der hatte die wohl verrückteste Idee. Er und Angar haben einen Teil des Lagers unter Wasser gesetzt und das Sumpflager neu errichtet.“
„Wie, du betest schon wieder den Schläfer an?“
„Nein, wir beten zu Innos. Nur eben auf unsere Art. Mann hab ich das Sumpfkraut vermisst.“
„Du weißt, dass das Kraut mit Schuld war, dass seine Freunde zu Suchenden wurden?“
„Na ja, ohne Dämon kann da nichts passieren.“
„Was hast du da für eine Robe an? Bist du jetzt Baal Lester?“
„Nein, Cor Lester. Ich bin mit Cor Angar zusammen die höchste Person im Sumpflager.“
„Du bist nicht Y’Lester?“
„Nein, wir wollten niemanden, der alleine herrscht. Darum haben wir nur noch die Cors, den höchsten Guru, und den höchsten Templer.“
„Und Pedro? Ist er noch Novize?“
„Nein ich habe ihn zum Magier ernannt.“, sagte Milten.
„Und jetzt?“
„Schließ dich erst mal einer Gruppe an. Wir überlegen die ganze Zeit, wie wir hier wegkommen.“
Der Held ging aus dem Zelt. Die Luft war hier nicht anders. Der Himmel war dunkelgrau, und aus der Ferne hörte er ein stetiges grollen, wie von einem Vulkan.
Ein übler Geruch lag in der Luft, und es war recht dunkel, denn die dicken Wolken ließen, obwohl es Mittag sein musste, kaum Licht durch. Er stieg auf die Palisade, um das Land sehen zu können. Alles war grau und schwarz. Außer ein paar vertrockneten Sträuchern und knorrigen, kahlen Bäumen wuchs hier nichts. Das Land sah aus wie nach einem Vulkanausbruch. Hier und da streiften ein paar Snapper durch das Land, auf der Suche nach Beute. Er sah in der ferne einige andere Gefangenenlager. Orks patrouillierten zwischen den Lagern, machten aber einen Bogen um dieses. Er beschloss wieder zu den Magiern zu gehen. Milten gab ihm eine Robe.
„Das ist ja meine! Wo hast du die her?“
„Die hattest du bei dir.“
„Aber... wo ist eigentlich meine Rüstung?“
„Welche Rüstung? Du hattest keine, als wir den Konvoi angriffen, der dich zu einem der Lager bringen sollte.“
“Nein? Aber ich hatte eine Rüstung aus Mythril.“
“Mythril? Was soll denn das sein?“
„Nicht so wichtig. Wo ist Uriziel?“
„Uriziel? Das Schwert was wir damals bei den Wassermagiern aufgeladen haben? Vermutlich im Tempel des Schläfers.“
„Nein, ich hatte es.“
Er erzählte Milten, was in der Zwischenzeit alles passiert ist.
„Du hattest ein Schwert mit Innos Blut drin? Damit könnten wir hier kinderleicht rausspazieren. Aber du hattest keine Waffen. In dem Wagen lagst nur du und ein paar Sachen von dir. Deine Robe, das Auge Innos, ein paar hier völlig nutzlose Teleportrunen, dein Gold und das Seelenruf Amulett. Ich denke mal die Orks haben deine Rüstung und das Schwert. Aber das ist nicht schlimm. Die Rüstung passt ihnen nicht, und wenn Uriziel so wie das Schwarze Schwert ist, werden sie auf ewig dem Guten verfallen, wenn sie es anlegen.“
„Wahrscheinlich haben sie es inzwischen schon wieder in einem Tempel vergraben. Das machen die doch mit allem, womit sie nichts anfangen können.“
„Und du bist tatsächlich der Höchste Feuermagier? Dann muss ich dich ja Meister nennen.“
„Nein musst du nicht. Was soll ich jetzt machen?“
„Sieh dich erst mal hier um. Du hast Lee, Lares, Wolf und Bennet noch gar nicht begrüßt. Angar, oh Verzeihung, COR Angar, Pedro und Girion auch nicht.“
„Girion? Was macht der denn? Ist er Söldner oder Schatten?“
„Weder noch. Er hat nur für sich eine Paladin Kaserne gebaut. Er weigert sich andere aufzunehmen, oder sich anderen anzuschließen.“
„Hätte ich mir denken können. Wo kriege ich Waffen her?“
„Geh zu Bennet. Er hat eine alte orkische Schmiede gefunden.“
Er ging durch das Lager. Es war kein sehr großes Lager. In der Mitte war ein provisorischer Feuermagiertempel, daneben waren die alten Waffenkammern der Orks, das einzige orkische Gebäude, außer den Palisaden, was noch stand. In dem Gebäude mit den Waffenkammern, was einer Burg ähnelte, haben sich die Schatten und Gardisten eingenistet. Davor, direkt in einer Ecke der Palisaden, stand das Zelt, in dem er aufgewacht ist. Das hintere drittel des Lager stand unter Wasser. Milten hatte mit einem Zauber die Pflanzen schneller wachsen lassen, sodass es schon wie im alten Sumpflager aussah. Rechts vom Tor des Lagers und rechts vom Kloster, hatten die Söldner ihr Lager aufgeschlagen. Gegenüber davon, genau in der nächsten Ecke der Palisaden, auch gegenüber vom Zelt, stand so etwas wie eine kleine, aus losen Steinen zusammengebaute Kaserne. Das Tor lag genau zwischen dem Zelt und der Kaserne.
Er ging in das Gebäude der Söldner. Er fand Lee gleich vor dem Eingang.
„Du? Ich dachte du bist ertrunken.“
„Nein, so schnell werdet ihr mich nicht los.“
Jetzt kam auch Gorn, der Wolf, Bennet und Lares geholt hatte.
„Da bist du ja wieder.“
„Schön dich zu sehen.“
„Wo warst du?“
„Einer nach dem anderen. Ich erzähl ja schon.“
Er erzählte ihnen die Geschichte, wie zuvor Milten.
„Und das hast du überlebt?“, fragte Lee.
„Ja, ich hatte ne ziemlich gute Rüstung. Ihr könnt froh sein, dass sie den orks nicht passt.“
„Hast du schon eine neue Waffe?“, fragte Bennet. „Wenn nicht mach ich dir eine.“
„Welche Waffen kannst du hier schmieden? Hast du Erz?“
„Ein bisschen. Lass mich nur machen.“
„Was machst du jetzt?“, fragte Gorn.
„Ich schau mal, was Lester und Angar so gemacht haben.“
Er ging am Söldnerhaus vorbei bis er zu einer niedrigen Mauer kam, zu der eine Treppe heraufführte. Die Mauer war so eine Art Staudamm, denn dahinter stand alles unter Wasser. Er sah hohe Bäume und kleine Inseln und auch die bekannten Stege über dem Wasser und auf den Bäumen. Selbst die Hütten sahen genauso aus, wie im alten Sumpflager. Er traf Angar auf einer Plattform, wo er sich mit Lester unterhielt. Einige Templer trainierten dort.
„Ah, da bist du ja. Cor Lester hat mich bereits informiert.
Was ist passiert, als du Weg warst? Ich habe etwas gehört von wegen Orkkrieg und Uriziel.“
Und zum dritten mal erzählte er die ganze Geschichte.
Dann kam Bennet. Er gab ihm eine Erzklinge.
„Sie ist zwar nicht magisch, aber besser als nichts.“
Er sah sich im Sumpflager um. Es war etwa halb so groß wie das alte Sumpflager. Überall rauchten die Novizen Sumpfkraut. Er traf auf Fortuno, der inzwischen wieder Sumpfkraut verkaufte.
„Gut das du kommst. Mir geht allmählich das Kraut aus. Ich brauche dringend Feldknöterich, um mehr Grüner Novize herzustellen.“
„Feldknöterich wächst hier sicher nicht häufig. Wo soll ich den hernehmen?“
„Wenn du aus dem Lager gehst, siehst du einen Felsen. Hinter dem Felsen ist ein kleiner Teich. Da wächst das Zeug normalerweise tonnenweise. Aber als ich gestern da war, war keine einzige Pflanze mehr da. Die Orks haben sie sich geschnappt. Ich will gar nicht wissen, was sie damit vorhaben, aber ich brauche dringend Feldknöterich. Milten und die Magier auch, für ihre Tränke. Du musst zusehen, dass du irgendwo Feldknöterich findest. Ich habe gehört, dass in der nähe eines entfernten Orklagers auch einige Pflanzen wachsen. Die sollst du mir holen.“
„Wo genau ist das?“
„Nimm diese Karte, da habe ich einige Fundorte eingezeichnet. Und jetzt beeil dich.“
Er verließ das Lager und schlich sich zwischen Felsen und toten Bäumen langsam durch das Orkland. Wohin er auch sah, nichts als Orks und Einöde. Hier und da waren ein paar Stellen, an denen Pflanzen wuchsen. Er sammelte soviel Feldknöterich wie er konnte, was allerdings nicht sehr viel war. An den meisten Orten auf der Karte war keine einzige Pflanze, nur Fußabdrücke von Orks. Was wollten Orks mit Feldknöterich? Das heißt sicher nichts gutes.
Als er wieder im Lager war, berichtete er den anderen davon. Diego war beunruhigt, weil so was einfach nicht zu den Orks passte. Sicher konnten sie auch Tränke brauen, aber auf einmal brauchen sie allen Feldknöterich?
„Hör zu. Ich möchte dass du die Orks im Auge behältst. Schleich dich bei ihnen ein und berichte mir alles, was sie tun.“
„Bei den Orks einschleichen? Das ist kein Problem, nur das berichten wird hinterher schwer.“
„Ich und Fortuno haben einen Trank entwickelt.“, sagte Milten. „Erinnerst du dich noch an diese Pflanze, die im Minental wuchs? Orkblatt? Nun, die Orks hatten sich davon einen kleinen Vorrat angelegt. Offenbar mögen sie den Geruch. Darum heißt es auch Orkblatt. Ich kann dir daraus einen Trank brauen, der bewirkt, das die Orks dich in Ruhe lassen, also eine Art trinkbares Ulu-Mulu. Ich habe noch eine Flasche übrig, aber das wird nicht reichen. Es fehlt noch eine Zutat: Kronstöckel. Nicht der normale, sondern orkischer Kronstöckel. Eine Unterart, die wesentlich stärkere Wirkungen hat, als das normale. Dummerweise wächst der genau hinter dem Hauptlager der Orks. Du hast nur 20 Minuten Zeit zum Lager zu gehen, den Kronstöckel zu finden, ausreichend Kronstöckel zu sammeln und wieder zu verschwinden. Du wirst dich beeilen müssen.“
„Dann immer her mit dem Zeug.“
Milten gab ihm den Trank und er machte sich auf den Weg zum Hauptlager. Als es in Sichtweite kam, trank er den Orkblattextrakt und ging näher ran. Die Orks zogen gleich ihre Waffen. Gerade wollte der Held es auch tun, als die Orks plötzlich stoppten. Sie schnupperten eine Weile. Dann steckten sie ihre Waffen weg und gingen zurück an ihre Plätze. Der Held umrundete das Lager und fand eine Stelle, an der orkischer Kronstöckel wuchs. Er pflückte alles was da war, doch dann merkte er, das etwas nicht stimmte. Die Orks wurden unruhig. Sie schnüffelten aufgeregt und dann, ganz ohne Vorwarnung zogen sie die Schwerter und gingen auf ihn los. Der Trank wirkte nicht mehr. Der namenlose rannte so schnell er konnte. Er fand einen Geschwindigkeitstrank in seiner Tasche, den ihm Milten vorsichtshalber eingesteckt hatte. Nach kurzer Zeit hatte er die Orks abgehängt. Etwas beunruhigte ihn. Als der Trank wirkte, kam es ihm vor, als ob er die Orks verstehen würde. Er dachte erst es sei Einbildung, doch jetzt, wo er’s darüber nachdachte, war er sich sicher. Sie sagen etwas von wegen das ,sie’ die Waffen verstecken werden, weil sie damit nicht anfangen können. Außerdem hätten ,sie’ Angst vor ihnen, den ,er’ habe sie angelegt und wurde so seltsam. Was hatte das zu bedeuten?
Er ging zurück ins Lager und erzählte es Diego.
„Sie meinten sicher deine Waffen. Sie verstecken doch alles, was sie nicht verstehen oder was ihnen Angst macht. Wenn Milten den Trank fertig hat, musst du heraus finden in welchem Lager sie die Waffen aufbewahren oder zumindest wo sie sie verstecken.“
Es dämmerte. Er war müde und ging zurück zu seinem Zelt.

König Rhobar II
03.08.2004, 23:53
Kapitel 2: Orks und große Insekten

Als er am nächsten Tag aufwachte, kam Milten mit mindestens zehn Flaschen im Arm auf ihn zugerannt.
„Hier, der Trank ist fertig. Ich habe die ganze Nacht daran gebraut. Wenn du mehr brauchst, sag bescheid, ich hab noch ein paar und kann auch noch was nachbrauen.“
„Danke, ich denke das reicht erst mal.“
Er ging zu Diego um den Plan noch mal zu besprechen.
„Du gehst ins Hauptlager der Orks. Es trifft sich gut, dass du unter dem Einfluss des Trankes die Orks verstehst. Frag sie, wo dieses Lager ist, in dem sich Uriziel befindet.“
Kurz darauf machte der Held sich auf dem Weg ins Hauptlager. Er hatte einen Trank getrunken, als er das Lager verließ, sodass ihn die Orks in Ruhe ließen. Manche von ihnen begrüßten ihn sogar und einer bot ihm ein Stück Fleisch an. Als er das Hauptlager erreichte, ließ die Wirkung nach. Er nahm sofort einen zweiten Trank, der auch wirkte, doch die Orks trauten ihm nicht mehr. Er betrat das Lager und wurde gleich von einem Ork angesprochen.
„Was willst du hier?“
Der Trank ist ja unglaublich. „Ich wollte mich nur mal umsehen.“
„Woher kannst du unsere Sprache?“
„Ähm... ein befreundeter Ork hat sie mir beigebracht.“
„Du hast einen Trank aus der heiligen Pflanze getrunken! Das erklärt alles. Wir respektieren die Pflanze, den Trank und auch die, die ihn trinken, auch wenn es jämmerliche Wichte sind, wie du. Aber ich warne dich. Wenn der Trank nachlässt, bist du schneller Hackfleisch als du dein Schwert ziehen kannst.“
„Ich werds mir merken. Aber wo wir gerade bei Schwertern sind: Weißt du wo ich hier ein großes rotes Schwert finde?“
„Du bist das! Das ist dein Schwert! Na warte, jetzt ist mir sogar der Trank egal! Was besitzt du die Frechheit zu glauben, ich würde dir sagen wo deine Waffen sind, nachdem du und deine Freunde ein paar Kumpels von mir getötet haben? Nur Uluk ist entkommen! Ein einziger! Er hat deine Waffen, aber ich sage dir bestimmt nicht, wo du sie findest! Stirb!!“
Der Ork zog sein Schwert und griff an. Die anderen Orks schienen entsetzt, als sie sahen, das er jemanden Angriff, der den heiligen Trank getrunken hatte. Sie halfen dem Helden und töteten den Ork, doch sie hatten gehört, was er gesagt hatte. So schnell würde ihm hier keiner sagen, wo das Schwert war.
Er ging durch das Lager und stellte fest, das die Orks fast genauso lebten, wie die Menschen. Er redete mit fast jedem Ork den er traf, doch er machte sich nur unbeliebter. Nach einer Weile, als nur noch ein Trank übrig war, beschloss er, dass es keinen Zweck hatte weiter zu machen. Er verließ das Lager und ging zurück zu Diego. Unterwegs traf er den Ork, der ihm Fleisch angeboten hatte. Der Ork schien irgendwie betrunken zu sein, jedenfalls torkelte er ein wenig. Dann kippte er um, und der Held sah, dass ihm ein Pfeil im Rücken steckte. Etwas weiter hinten stand Diego mit seinem Bogen.
„Da bist du ja wieder. Wie ist es gelaufen?“
„Schlecht. Die Orks haben mich durchschaut. Keiner wollte was sagen und einer hat mich sogar trotz des Trankes angegriffen.“
„Das ist nicht gut. Aber ich habe eine Idee. Milten entwickelt da gerade was. Dazu braucht er Orkhaare, die ich ihm gerade besorge. Das könnte jetzt genau das richtige sein.“
Sie gingen zurück ins Lager, wo Milten gerade an einem neuen Zauber arbeitete.
„Das ist ein neuer Verwandlungszauber.“, sagte er. „Damit kannst du dich in einen Ork verwandeln. Du solltest jetzt keine Probleme mehr haben, an die nötigen Informationen ranzukommen.“
„Das ist ja toll. Danke“
Am nächsten Tag rannte er weit weg vom Lager, damit nicht irgendein Söldner den Helden erschießt, weil er ihn für einen Ork hielt.
Als niemand zu sehen war, sprach er den Zauber.
Helles Licht drang aus ihm heraus, seine Arme wurden länger, seine Finger kurz und dick, sein Körper zog sich in die breite und grünes Fell kroch an ihm herauf.
Sein Hals schrumpfte und sein Kopf verformte sich. Dann war es vorbei.
Er sah in eine Pfütze am Boden und ein grimmig aussehender Ork sah zurück.
Es war ein komisches Gefühl. Doch nun wurde dem namenlosen bewusst, dass die Orks ihn durchschauen würden, wenn er mit einer Menschenwaffe auftaucht, und kein Wort orkisch sprach. Er hatte nur noch einen Trank übrig. Ihm blieb nur wenig Zeit Uriziel und die Rüstung zu finden.
Am Orklager angekommen, schluckte er den Trank und sprach mit der Wache.
„Hey, du.“
„Wer bist du?“
Der Held überlegte kurz. „Tarrok.“
„Tarrok? Du kamst mir aber mal größer vor. Die Menschen haben dir ja ganz schön zugesetzt. Was machst du hier?“
„Es wurde doch vor kurzem ein neuer Gefangener gebracht.“
„Ja, du warst doch auch in dem Konvoi, oder? Ich dachte nur einer hätte überlebt.“
„Nein, ich auch. Wo ist Uluk?“
„Ach du suchst Uluk. Der ist in Ur-Shak’s Lager. Es ist ein kleines Lager, südlich von hier.“
„Ok, Danke. Ich muss jetzt los.“
Dass nenne ich Glück, dachte er. Gleich der erste Ork den ich treffe, plaudert alles aus.
Schade dass Tarrok in dem Konvoi war. Er hat mir schließlich damals das Ulu-Mulu gebaut.
Fast hätte er vergessen sich wieder zurück zu verwandeln. Als er im Lager ankam war er geschockt. Alles war verwüstet, niemand war zusehen. Er ging durch das Lager, auf der Suche nach Überlebenden, als er plötzlich jemanden hörte.
„Schnell, versteck dich!“
Es war Gorn.
„Was ist passiert?“
„Orkfresser! Sie haben das Lager überfallen. Wir haben uns im Keller der Ork Waffenkammern versteckt. Ich versuche gerade sie der Reihe nach auszuschalten, aber es sind zu viele für mich allein. Ich brauche deine Hilfe.“
„Orkfresser? Was sind Orkfresser?“
Das sind riesige Viecher. Sie ähneln den Feldräubern, aber sie können einen Ork mit einem Bissen fressen. Das machen sie normalerweise auch, aber auf einmal griffen sie das Lager an. Milten vermutet, der Geruch des Orkblatttrankes habe sie angelockt.“
„Wo sind sie jetzt?“
„Es sind noch fünf von ihnen im Lager, aber noch viel mehr in ihrem Nest. Wir müssen die Biester erlegen und sicherstellen, dass nicht noch mehr kommen. Sie verstecken sich im Sumpflager.“
„Dann lass uns den Viechern in den Hintern treten.“
„Das wollte ich von dir hören. Auf geht’s.“
Sie schlichen sich zum Sumpflager. Vier von den Biestern krabbelten an den Stegen herum, aber eins fehlte.
„Bist du sicher, dass es fünf waren?“
„Ja, vollkommen sicher. Wir sollten umkehren, damit es uns nicht in den Rücken fällt und...“
Ein fürchterliches Gekreische, wie von 200 Feldräubern ertönte hinter ihnen.
Der fünfte Orkfresser griff sie an. Es wäre kein Problem gewesen, hätte der Schrei nicht bewirkt, dass auch die anderen Orkfresser kamen und angriffen. Als das eine Biest tot war, umzingelten die übrigen vier Gorn und den Helden und versuchten sie zu töten.
Schon stürzte sich der erste von ihnen auf sie, bedrohlich mit den Zangen klickend.
Noch wenige Sekunden und es wäre vorbei.
Doch dann hörten sie Schmerzensschreie. Sie sahen, dass zwei gegenüberstehende Orkfresser gleichzeitig versucht haben sie zu fressen und sich mit ihren Zangen in einander verkeilt hatten. Die anderen beiden waren dadurch abgelenkt, sodass Gorn sie schnell getötet hatte. Die in einander verkeilten Biester hatte der Held mit wenigen Schlägen von ihrem Leiden erlöst.
Die anderen kamen wieder aus ihrem Versteck.
Diego ging auf ihn zu.
„Uriziel muss warten. Du und Gorn müsst das Nest der Orkfresser finden und vernichten. Wir werden in der Zeit die toten Viecher raus schaffen und das Lager wieder aufbauen.“
Sie gingen vom Tor des Lagers nach Westen, an einer Bergkette entlang.
Nach einiger Zeit sahen sie das Nest. Eine ziemlich große Höhle, in der es von Orkfressern nur so wimmelte.
„Das schafft keiner.“, sagte Gorn. „Selbst wir nicht.“
„Wir müssen etwas unternehmen.“
Der Held dachte nach.
Sein Blick schweifte über das Land, das Nest, den Berg herauf und blieb an einem Haufen losem Gesteins hängen.
„Eine Lawine! Wir lösen einen Bergrutsch aus, der das Nest begräbt!“
„Aber wie sollte wir das machen?“
„Wir müssen da oben soviel Gestein wie möglich lösen. Einfach etwas graben und hacken.“
„Das wird sehr gefährlich. Ich bin dabei.“
Sie kletterten vorsichtig den Berg hinauf. Oben angekommen traten die Gestein und Erde lose, und warfen Steine auf lose Brocken etwas weiter unten. Langsam kam der Bergrutsch ins Rollen. Als Gorn schließlich einen großen Brocken mitten rein warf, rutschte der halbe Berg auf das Nest zu.
Sie konnten gerade noch in Sicherheit springen, sonst wären sie zusammen mit den Orkfressern lebendig begraben gewesen.
Sie stiegen wieder hinunter und sahen, dass das Nest komplett verschüttet war.
Sie machten sich auf den Weg ins Lager. Neben dem Lager lag ein großer Haufen toter Orkfresser.
Der Held ging zu Diego und berichtete ihm, was er erfahren hatte.
„Gut. Am Besten brichst du gleich auf. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.“
Der namenlose machte sich auf den Weg in das weit entferne Orklager.

König Rhobar II
03.08.2004, 23:54
Kapitel 3: Die Warnung des Dämonenbeschwörers


Unterwegs kam er an einer Höhle vorbei. Irgendetwas zog ihn zu dieser Höhle hin. Er konnte einfach nicht vorbei gehen, deshalb beschloss er, die Höhle zu erkunden.
Bereits nach wenigen Metern war der Tunnel verschüttet. Er wollte gerade umkehren, als er plötzlich etwas bemerkte. Ein Stück Soff klemmte zwischen den Steinen. Er zog es heraus, und stellte fest, dass es zu einer ihm bekannten Robe gehörte. Entweder waren hier Schwarzmagier, oder ein alter Freund. Er quetschte sich seitlich am Geröll vorbei und kam in eine Höhle, die anscheinend mal ein orkischer Ritualplatz war. In der Mitte der Höhle lag jemand, den er kannte.
„Xardas!“
Er lief hin und drehte ihn um. Er schien sehr schwach. Seine Robe war zerrissen, und er selbst hatte einige Kratzer abbekommen.
Er kam zu sich.
„Was machst du hier? Was ist passiert?“
„Ich bin gekommen um dich zu warnen. Doch als ich hier in der Höhle ankam, griffen mich Ork Schamanen an. Ich konnte sie töten, aber der Zauber, den ich verwendete, war zu stark. Die Höhle stürzte ein. Ich konnte mich gerade noch hier rein retten.“
„Warum teleportierst du dich nicht hier raus?“
„Die Macht des Drachen war zuviel für mich. Sie hat mich zerbrochen, wie die Macht Uriziel einst das Schwarze Schwert.“
„Du darfst nicht sterben.“
„Sterben werde ich dadurch nicht. Allerdings bin ich im Moment etwa so magisch, wie eine Fleischwanze.“
„Wovor wolltest du mich warnen?“
„Ich habe herausgefunden, warum die Orks böse geworden sind. Vor langer Zeit lebten Orks und Menschen in Frieden. Doch dann kam Beliar auf die Erde und ergriff Besitz vom hohen Rat der Orkschamanen. Seit dem ist der Höchste Schamane, der Anführer der Orks besessen. Er gibt den Willen Beliars an alle anderen Orks weiter. Der Grund, warum alle Orks böse sind, ist weil sie besessen sind.“
„Aber Ur-Shak war doch damals in der Barriere davon überzeugt, dass wir Menschen nicht böse sind.“
„Das stimmt auch. Aber hast du ihn nach dem Fall der Barriere noch mal gesehen?“
„Ja, aber dann war auch er böse. Meinst du die Barriere hielt Beliars Einfluss zurück?“
„Dafür wurde sie ja errichtet. Hör zu. Du musst von hier weg kommen, und aufs Festland, ins Land der Orks. Es ist sehr gefährlich dort für einen Menschen. Du musst in die Hauptstadt der Orks, und in den Tempel des Rates der Schamanen. Töte sie wenn es nicht anders geht, aber du musst eigentlich nur eins tun. Du musst den Höchsten Schamanen finden und töten. Das wird nicht leicht, denn er lebt gut versteckt, und versteht sich darauf große und gefährliche Wesen heraufzubeschwören. Wenn du das getan hast, wird der Einfluss Beliars auf die Orks schwinden, und der Krieg ist vorbei. Ich habe bereits den König informiert, dass er seine Truppen zurück ziehen soll, wenn die Orks zu sich kommen.“
„Wie soll ich hier weg kommen?“
„Hole erst mal Uriziel und deine Rüstung. Dann wird es leicht alle Gefangenen zu befreien. Nehmt eine Galeere der Orks und fahrt zum Festland. Hast du alles erledigt, segelt zurück zur Hauptstadt.“
„Und was machst du solange?“
„Ich werde mich hier, wo ich sicher bin etwas ausruhen, und mich dann zurück in die Hauptstadt teleportieren. Vielleicht errichte ich mir auch erst mal einen Turm, sobald ich dafür stark genug bin. Das kostet entschieden weniger Kraft. Wir werden sehn. Du machst jetzt mit deiner Aufgabe weiter. Die Zeit drängt.
Wir sehen uns wieder.“
„Ich soll dich hier liegen lassen?“
„Mach dir um mich keine Sorgen, ich komme hier schon noch weg. Jetzt geh.“
Der Held ging aus der Höhle heraus. Er dachte lange darüber nach, was Xardas gesagt hatte. Nur dieser Schamane soll am ganzen Orkkrieg schuld sein? Irgendwie wollte er das nicht so recht glauben, denn auch Xardas konnte sich irren. In Wahrheit befürchtete er, dass Ur-Shak möglicherweise im Rat der Schamanen war. Wenn er so leicht Hosh-Pak’s Position übernehmen konnte... Vielleicht war Hosh-Pak sogar ein Mitglied im hohen Rat der Schamanen. Er wollte es einfach nicht wahr haben, vielleicht einen alten Freund töten zu müssen.
So in Gedanken versunken, achtete er nicht darauf, wo er hinlief. Er sah erst auf, als er das bekannte „Mu-cha-cha-cha“ hinter ihm hörte. Er stand hundert Meter von dem Orklager entfernt, in dem Uriziel seien sollte. Von hinten stürmte eine Hand voll Orks auf ihn zu. Es gelang ihm sie zu töten, aber sie hatten ihn recht schwer verletzt. Er konnte noch laufen und kämpfen, aber ohne einen Heiltrank, würde er früher oder später tot im Staub liegen. Als er die Orks durchsuchte, fand er zwei schwache Heiltränke. Die Heiltränke heilten ihn nicht ganz, reichten aber aus, dass er in sein Lager konnte, um sich komplett zu heilen, da er nicht wusste, wie viele Orks in Ur-Shaks Lager waren. Wenn ihn sechs Orks schon so verletzten konnten, was würden dann sechzig mit ihm machen?
Es dauerte fast eine ganze Woche, bis er sich wieder komplett erholt hatte, denn kurz vorm Lager wurde er von einem Rudel Snapper überfallen, die ihn in seinem geschwächten Zustand fast getötet hatten.
Als er am nächsten Tag zum Orklager ging, wurde er gleich wieder von zwei Orks begrüßt. Einer von ihnen, ein Orkelite, hatte einen Schlüssel bei sich. Er machte sich auf einen harten Kampf im Lager gefasst, doch als er eintrat stellte er fest, dass es leer war. Er durchsuchte es komplett, fand aber nichts. Weder Uriziel, noch die Rüstung noch einen Ork oder was anderes, außer einem Buch. Es war in orkisch geschrieben, sodass er kein Wort verstand. Dabei lag auch ein orkischer Zauber und ein Zettel. Der Zettel machte ihn stutzig. Er war nicht in der Orksprache geschrieben. Er las ihn.

„An Freund Mensch

Ur-Shak haben gemerkt, dass böse Gott ihn beherrscht. Ur-Shak hat sich entziehen können von böse Gott, aber nicht lange. Ur-Shak tut leid, was er gesagt zu Freund Mensch. War Einfluss von böse Gott. In Buch stehen Sachen, die Freund Mensch muss wissen. Zauber übersetzten. Ich hoffe du finden dein rote Schwert. Brüder haben gebracht in Tempel, um verstecken. Sie nicht verstehen Schwert. Darum sie verstecken. Tempel sein verschlossen. Schlüssel bei Brüder. Ur-Shak gleich wieder böse, darum muss sagen noch ganz wichtig, dass nicht oberer Sohn von Geist böse sondern...“

Der oberste Schamane ist nicht der Besessene? Wer dann? Zu dumm das Beliar genau in diesem Moment wieder die Oberhand gewonnen hat.
Er nahm das Buch, sprach den Zauber und öffnete es. Jetzt konnte er alles lesen.

„Wir haben heute einen neuen Gefangenen gebracht. Leider wurden wir von den Aufständischen überfallen. Ich bin der einzige Überlebende des Trupps. Wir haben die Waffen des Menschen sicher verwahrt.

Ur-Shak, der Leiter dieses Lagers, hat das Schwert des Gefangenen angelegt. Er verhielt sich plötzlich so komisch und schrieb irgend etwas auf einen Zettel, aber ich konnte es nicht lesen. Es war eine andere Sprache.

Wir haben die Sachen versteckt. Das Schwert schien allen Angst zu machen und keiner wollte se berühren, darum habe ich es in den Osttempel gebracht. Ich habe ihn verschlossen und den Schlüssel bei mir. Der Eingang liegt in der verlassenen Opferhöhle, die nun teilweise verschüttet ist.

Ich glaub ich spinne. Neben der Höhle steht plötzlich genau der Turm, den ich schon im Minental der Menschen gesehen habe.

Wir geben das Lager auf. Der Turm ist uns zu unheimlich. Nachts hören wir schaurige Geräusche und niemand, der dort hingeht kommt in einem Stück zurück.
Ur-Shak wird langsam wieder normal. Er wollte das Tagebuch verstecken, falls eine Nachhut kommt. Die soll dann ja wissen wo wir jetzt sind. Wir sind nun im Hauptlager.
Ich werde ab und zu um dieses Lager Wache gehen, damit keine aufständischen Menschen hier rum schnüffeln.“

Dann ist Uriziel also bei Xardas! Vielleicht hat er es schon geborgen. Aber wieso wurde Ur-Shak nach einer Weile wieder böse? Eigentlich hätte für immer gut werden müssen. Vielleicht wirkt das nur bei Menschen so.
Er macht sich auf den Weg zurück zu der Höhle, in der Xardas lag. Neben der Höhle stand ein Turm. Als er rein wollte kam ein Dämon raus geschwebt.
„Verschwinde Sterblicher!“
„Ich muss zu Xardas.“
„Warum suchst du ihn dann hier?“
„Ähh... Weil er hier wohnt?“
„Aber... Gut. Geh rein.“
Irgendwie seltsam, dachte er. Weiß er etwa nicht, wie sein Meister heißt?
Er ging in die Spitze des Turms, wo er Xardas fand. Er wusste nicht wieso, aber er kam ihm verändert vor.
„Sag mal, was ist denn mit deinem Wachen draußen los? Er schien nicht zu wissen, das du Xardas bist.“
„Was? Oh ja kann sein. Ich bin immer noch nicht ganz erholt, da kann ich froh sein, dass er mir nicht den Turm auseinander nimmt.“
Merkwürdig
Er sah einen großen Haufen Pflanzen in der Ecke.
„Du hast den ganzen Feldknöterich? Ich dachte die Orks hatten den?“
„Natürlich! Ich meine,... ich hatte einen Trupp Orks gesehen und ihnen meinen Diener auf den Hals gehetzt. Das hatten sie bei sich.“
„Dann brauchst du den nicht? Kann ich den mitnehmen?
„NEIN! Äh nein, den brauche ich noch. Lass ihn liegen. Was willst du hier?“
„Ich habe ein Buch gefunden, in dem steht, dass die Orks das Schwert und die Rüstung im Tempel versteckt haben, der in der Höhle nebenan ist.“
„Äh, ja, richtig. Ich sah, wie sie es versteckten, doch ich war noch zu schwach um es zu bergen.“
Hier ist doch was faul, dachte der Held.
„Geh jetzt und... äh... geh.“
Was ist nur mit Xardas los? Hat er bei Lester zuviel Sumpfkraut geraucht?
Er ging in die Höhle, und suchte nach einem Schloss, fand aber nur einen Spalt in der Wand. Der Schlüssel passte, und als er aufgeschlossen hatte sah er, dass der Tempel recht klein war. Ein paar Skelette und Dämonen, und schon war er bei der Rüstung. Er zog sie an, legte Uriziel an und ging zurück ins Lager. Die Dämonen machten ihn stutzig. Es waren die gleichen, wie bei Xardas. Doch jetzt fiel ihm auf, dass Xardas sonst immer etwas kleinere Dämonen beschwört. Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht. In der Höhle lag Xardas, so wie er ihn kannte, aber seit er den Turm gebaut hatte, ist er anders. Er hatte den anderen noch nichts von Xardas erzählt, wollte das aber sofort nachholen. Als er alles erzählt hatte, machten Diego, Gorn und Lee einen Plan, wie sie hier alle wegkommen würden. Der Held hingegen ging mit Lester ins Sumpflager, um sich zur Beruhigung etwas Sumpfkraut zu genehmigen.

König Rhobar II
03.08.2004, 23:55
Kapitel 4: Ausbruch

Am nächsten Tag rüsteten sie sich zum Kampf. Alle Waffen waren geschliffen, alle Rüstungen poliert, und alles übrige auf Karren verladen. Es waren insgesamt Hundert bis an die Zähne bewaffnete Männer, aber der einzige Grund, warum sie einen Angriff wagten war der Held, der in Der Rüstung aus Mitryl und mit dem Feuerrot leuchtendem Uriziel unbesiegbar aussah. Als alles geräumt war, zogen sie los. Die, die nicht kämpfen konnten, zogen die Karren. Der namenlose ging mit Gorn, Diego, Milten, Lester, Lee und Angar voran, hinter ihnen die Gardisten, Söldner, Templer und Magier. Dann kamen die Karren und zum Schluss die Nachhut, die aus Girion und ein paar anderen gefangenen Paladinen bestand.
Sie hatten vor die Gefangenen zu befreien, die noch in ein paar der Lager saßen, und wollten sich dann bis zur Küste durchschlagen und eine orkische Sklavengaleere entern.
Es gab noch drei Lager, in denen noch Gefangene waren; Das hauptlager, ein kleineres Lager im Westen, und die orkische Hafenstadt. Als erstes sollte das Hauptlager dran glauben. Sie beschlossen, dass der Held sich in einen Ork verwandelt und in das Lager geht. Dort soll er die Wachen provozieren bis sie angreifen und sie töten.
Um Mitternacht dann sollte er das Tor öffnen und die anderen rein lassen.
Er benutzte die Rune gegen Abend. Im Lager angekommen, wartete er bis es dunkel wurde. Als fast alle Orks schliefen, ging er zu den Tor Wachen.
„Mann, siehst du heute behämmert aus.“, sagte er.
„WAS? Du willst wohl ein paar auf Maul!“
„Erraten.“
„Das kannst du haben! Heh, Karuk! Komm mal her. Dieses Würstchen will eine Abreibung!“
Die beiden Wachen zogen ihre Waffen. Der Held verwandelte sich zurück und zog Uriziel. Bevor die Orks merkten was los war, waren sie tot.
Der namenlose öffnete das Tor und ließ die anderen herein.
Gardisten, Söldner, Templer und Magier stürmten das Lager. Die Orks schauten neugierig aus ihren Zelten, um zu sehen, wer diesen Krach machte.
Die meisten waren dank Uriziel tot, als sie nur den Kopf aus den Zelten steckten.
Der Held schwang Uriziel umher, und 40 Orks auf einmal flogen 3 Meter nach hinten und waren tot. Es waren viel mehr Orks, als sie vorher annahmen. Überall sah man Orks und Menschen Kämpfen und in der Mitte stand der namenlose mit Uriziel, welches Blitze im Umkreis von 20 in die Orkhorden schleuderte.
Dann war es vorbei. Der letzte Ork war tot, die Templer befreiten die Gefangenen und die Magier versorgten die verletzten.
Die Nacht verbrachten sie im Lager. Alles, was sie brauchen konnten, verluden sie auf die Karren. Unter den Gefangenen waren viele gute Kämpfer, auch ein paar Paladine.
Der Held war froh, dass Ur-Shak nicht mehr im Lager war, jedenfalls konnte er seine Leiche nicht finden.
Im Morgengrauen brachen sie auf. Das zweite Lager war kleiner, darum wollten sie es offen angreifen. Als sie das Lager gegen Mittag erreichten, reichte es aus, Söldner und Templer zu schicken, denn es war recht klein. Aber kurz nachdem sie im Lager verschwunden waren, rannten sie schreiend raus. Dann sahen sie es alle. Drachen. Hunderte von Drachen erwarteten sie.
Und nicht nur dass:
Überall waren Echsenmenschen und Killer Feuercrawler.
Es waren auch ein paar Felscrawler Warrior und Minecrawler Berserker dabei(dass sind die Viecher, die in der Verlassenen Miene im kleinen Erztal waren).
In der Mitte des Lagers hockte eine dicke Feuercrawlerqueen in Mitten einem Haufen Feuerroter Eier, die offenbar Feuercrawlereier waren, aber auch Dracheneier. Der namenlose packte Uriziel und rannte in das Lager. Viele folgten ihm, von denen aber nur wenige zurück kamen.
Mit Uriziel konnte er mit nur wenigen Schlägen alle Echsenmenschen und ein paar Killer Feuercrawler töten, aber für ihn alleine waren es immer noch zuviele.
Wenn doch nur Xardas hier wäre, dachte der Held, der könnte mit einem Zauber das Lager dem Erdboden gleich machen.
In all dem Lärm bildete er sich ein, dass eine leise, böse aber bekannte Stimme flüsterte: Da wär ich mir nicht so sicher.
Aber er war sich sicher, dass er sich dass nur eingebildet hatte. Er befahl den anderen zu fliehen, denn es waren schon einige Söldner, Templer, Gardisten, Paladine und auch Magier gefallen.
Dank der Rüstung, konnte der Held noch eine ganze Weile aushalten, ohne ernsthaft in Lebensgefahr zu kommen, aber das würde nie reichen, denn trotz der Macht Uriziels, waren die Drachen hier eine harte Nuss, kein Vergleich zu denen im Mienental. Gegen die Drachen hatten die anderen keine Chance, darum wollte der Held sich diese als erstes Vornehmen, damit er bei allen anderen Viechern nicht alleine dasteht. Nach einer Stunde waren noch drei Drachen übrig. Es waren Feuerdrachen, umringt von Feuercrawlern.
Es war nicht gerade hilfreich, dass andauernd neue Feuercrawler Larven aus den Eiern schlüpften. Die waren zwar nicht stärker als Fleischwanzen, aber zu hunderten etwas lästig.
Schließlich waren die Drachen tot, und mit Hilfe der anderen war das Lager schnell aufgeräumt.
Sie hatten viele gute Männer verloren, aber immer noch doppelt so viele übrig.
Von Orks oder Gefangenen fehlte jede Spur.
Doch dann fand der Held in einer Ecke eine Notiz.

"Freund Mensch muss aufpassen! Wir verlassen Lager und gehen zu Hafen. Tarrok auch da. Fahren mit Schiff. Sklaven bleiben in Hafen, für Schiffe. Brüder setzen Gach Lug in Lager um zu töten Menschen.
Bringen Echsen mit roten Eier in Lager, dann kommen Drachen aus Eiern
Ich legen weitere Zettel im Lager.
Ur-Shak"

Wie, der Zettel sollte draußen liegen? Ur-Shak war wohl wieder nur kurzzeitig normal. Mehr Zettel werd ich sicher nicht mehr finden.
Nachdem sie ein paar Tage grastet und die verletzten versorgt haben, brachen sie auf zum Hafen.
Dort angekommen stellten sie fest, dass es ein Fehler war von den Orks, die Sklaven aus mehreren Lagern hier zu lassen. Es gab auch hier einen Aufstand.
Sie rüsteten die anderen Gefangenen, die noch keine Waffen und Rüstungen hatten aus, und nahmen sich die letzten beiden Galeeren der Orks.
So fuhren sie ans Festland.
Sie hatten nun viermal so viele Männer wie vorher, alle bis an die Zähne bewaffnet.
Es würde eine ganze Ecke leichter werden, zum Tempel der Orkschamanen vorzudringen, auch wenn wieder ein Paar Drachen auf sie warten.
Aber der Held wusste nicht, das im Tempel des Hohen Rates der Orkschamanen noch ganz andere Überraschungen auf ihn warteten.

König Rhobar II
03.08.2004, 23:57
Kapitel 5: Das Land der Orks

Es war eine lange Fahrt. Die Nordlande waren von Grachlak Gashok etwa so weit entfernt, wie Khorinis vom Festland Myrtanas. Während der Fahrt breitete Diego eine Karte des orkischen Kontinents auf dem Tisch aus.
„Hier werden wir vor Anker gehen.“, sagte er, und zeigte auf einen Küstenstreifen.
„Die Hauptstadt der Orks ist da. Von unserem Landeplatz aus kommen wir an diese Mine vorbei. Dort sind die restlichen Gefangenen, die nicht auf den Sklavengaleeren Schuften. Wir könnten unsere Truppen dort wahrscheinlich noch verdoppeln.“
„Bist du sicher, dass da so viele Gefangene sind? Dann müssen dort ja mindestens doppelt so viele Orks sein wie wir.“
„Nein, da sind nur ein paar Orks.“
„Du machst Witze. Wie sollen ein paar Orks ein paar Hundert Menschen festhalten?“
„Wir sprechen hier nicht von den dummen Kampftrupps aus dem Minental. Das sind die Orks der Hauptstadt. Ihre Schamanen sind weitaus mächtiger, als die im Minental.
In der Mine ist ein Schamane, der die Sklaven mit einer Art Hypnosezauber daran hindert sich ihnen zu widersetzen.“
„Dann müssen wir also nur den Schamanen und seine Wachen ausschalten und fertig.“
„Ungefähr so. Ich schlage vor, dass wir uns um die Miene kümmern und du mit ein paar anderen Richtung Hauptstadt ziehst.“
„Wie, ihr wollt den ganzen Spaß ohne mich haben? Es sind nur ungefähr Fünf Orks, das geht doch schnell. Und schließlich muss doch jemand die Orks ablenken, wenn ich in den Tempel will.“
„Da hast du recht. Aber könntest doch einfach die Rune benutzen und dich einschleichen.“
„Ähh, das wird vielleicht doch nicht so leicht. Ich muss die Rune bei dem Kampf in dem Lager mit den Drachen verloren haben.“
„Das ist schlecht. Wenn das stimmt, was Xardas sagt, wär es sowieso dumm die Orks zu töten. Wenn sie erfahren, dass wir die halbe Stadt entvölkert haben, obwohl wir wussten, dass sie nichts dafür können, werden sie wahrscheinlich auch ohne besessenen Anführer Krieg führen. Wir müssen sie weglocken.“
„Aber wie?“
„Einen Augenblick... Ja das könnte klappen.“
„Was denn?“ zwischen der Miene und der Stadt, haben die Orks eine Orkblatt Plantage.
Dort bauen sie auch orkischen Kronstöckel an. Wir können das ganze klauen, daraus Tränke brauen und die Orks weglocken. Wenn wir sie mit dem Trank angreifen, werden sie nicht zurückschlagen, aber uns vertreiben. So können wir sie eine ganze Weile ablenken.“
„Und warum kann ich dann nicht einfach einen Trank nehmen?“
„Du hast doch erlebt, dass ein Ork, wenn er sehr wütend ist, sogar jemanden angreift, der den Trank getrunken hat. Wenn sie merken, was du vorhast, greifen sie an.“
„Dann eben etwas umständlicher. Aber wo sollen wir den Trank brauen?“
„Auf der Plantage. Dort haben sie eine Art Alchemielabor, in dem ein paar Schamanen die Pflanzen zum ‚Heiligen Trank’ verarbeiten.“
„Na gut.“
Nach zwei weiteren Tagen aus See, legten sie an. Es sah schlimmer aus als im Minental, sogar noch schlimmer als auf der Insel. Nachdem sie alles wieder auf die Karren verladen hatten brachen sie auf.
Die, die nicht kämpfen konnten, blieben mit ein paar Templern und den Paladinen auf den Schiffen. Der Rest hatte Rüstungen und Waffen für die anderen Gefangenen dabei. Sie kämpften sich mehrere Tage bei zunehmender Kälte Richtung Norden durch das Orkland. An jeder Ecke lauerten Späh- und Wachtrupps der Orks.
Nach einer Woche erreichten sie die Mine, die genau an der Schneegrenze lag.
Selbst der Schnee war hier grau, was wahrscheinlich von den Vulkanen im Norden kam.
„Wie halten die Orks es hier nur aus?“
„Sie sind es halt gewohnt.“ , sagte Milten.
„Es sieht nicht überall so aus wie hier. Im Süden gibt es Wälder und Pflanzen, und weiter in Norden liegt die Hauptstadt. Dort gibt es zugeschneite Wälder und Wiesen, nur dass der Schnee ziemlich dunkel ist, wegen den Vulkanen. Der Norden der Hauptstadt ist wiederum sehr warm, den die Vulkane sind ganz in der nähe.
Der Boden dort ist sehr fruchtbar, und an den Füßen des Feuergebirges liegt sogar ein tropischer Wald.“
„Und dass so weit im Norden? Na gut, dann verstehe ich wieso die Orks es hier aushalten“
Sie stürmten in die Mine, und schlugen die Wachen nieder. Es ging sehr schnell, aber von dem Schamanen war keine Spur zu entdecken.
Die Gefangenen arbeiteten weiter, bis auf einen, der anscheinend freiwillig geschürft hat.
„Grimes?“ ,fragte der Held
„Du schürfst immer noch?“
„Das siehst du doch. Hätte nicht gedacht, dich noch mal zu sehen.“
„Und du arbeitest freiwillig?“
„Mir macht das Erz schürfen Spaß, auch wenn ich jetzt für die Konkurrenz arbeite.
Es ist sicherlich besser freiwillig zu arbeiten, als von den Orks so kontrolliert zu werden. Schau sie dir doch mal an, wie sie so gezwungen arbeiten, obwohl sie keine Kraft mehr haben.“
Der Held sah sich um. Jedes Gesicht war von Schmerzen verzerrt, und jeder hatte diesen qualvollen Gesichtsaudruck. Manche schienen zu schlafen, während sie durch den Kontrollzauber arbeiteten.
„Nicht selten kippt einer einfach um. Sie wollen einfach nicht mehr leben, hören auf zu essen, zu trinken, zu atmen. Dann werden sie dazu gezwungen, aber anscheinend reicht allein der Wille aus um zu sterben. Die Orks lassen sie einfach liegen. Wenn ich Essenspause habe versorge ich die schweren Fälle so gut es geht. Manchmal schleiche ich mich Nachts raus um Heilkräuter von ihrer Plantage zu stehlen.“
„Das ist ja furchtbar. Ich kann verstehen, warum du nicht einfach abgehauen bist.“
„Sie hätten sie alle getötet.“
„Wir müssen so schnell es geht diesen Schamanen finden und töten.“
Sie durchsuchen die ganze Mine, und fanden ihn schließlich in einer kleinen Höhle.
Dieser lächelte nur böse als sie rein kamen.
Er sprach einen orkischen Zauber und die Templer gingen plötzlich auf den Helden los. Er konnte unmöglich seine eigenen Leute bekämpfen, also zögerte er keine Sekunde und warf Uriziel auf den Schamanen.
Damit hatte dieser nicht gerechnet.
Er war sofort tot, als Uriziel mit einem blitzen und krachen auf ihn traf.
Die Templer hörten schlagartig auf und baten um Vergebung.
„Schon gut, war ja nicht eure Schuld.“
Sie gingen zu den Gefangenen und brachten sie in den breiten Hauptstollen. Dort lagen sie erschöpft am Boden und konnten sich kaum bewegen. Milten und die anderen Magier verbrauchten ihre gesamte magische Energie, alle Heiltränke und den halben Vorrat an Manatränken, mit denen sie ihre magische Energie regenerierten, um weitere Leute heilen zu können, um die Gefangenen zu Heilen.
Sie rasteten ein paar Tage, bis alle wieder Fit waren. Sie wurden ausgerüstet, und mit Orkblatttränken ausgestattet, die ein paar Söldner heimlich von der Plantage geklaut hatten.
Dann brachen sie auf. Die Plantage stand im Moment leer, also war es leicht sie auszuräumen und Tränke zu brauen. Jeder nahm schnell einen Trank, falls die Orks zurückkamen.
Am nächsten Morgen zogen sie weiter. Keiner sagte etwas, denn alle wussten, dass es einem Selbstmord gleich kommt, als Mensch in der Hauptstadt der Orks Unruhe zu stiften. Alle, die neu dazugekommen waren, und nicht bei der Entwicklung und Erprobung des Trankes dabei waren, hatten kein wirkliches vertrauen in ihn.
Dann kamen sie an. Die hohen, schwarzen Stadtmauern sahen sie schon von weitem.
Die Stadt schien nicht weniger groß, als die Hauptstadt Myrtanas.
„Also dann...“ ,sagte der Held.
Alle nahmen ihren Trank.
Viele beteten noch schnell zu Innos und zu Adanos, auf dass ihr Vorhaben gelinge, und der Krieg ein Ende fände.
Sie gingen los.
Langsam und mit wachsender Angst näherten sie sich der Stadt.
Die Orkwachen auf der Mauer zogen ihre Waffen, aber steckten sie sogleich wieder weg.
„Verschwindet, dreckiges Pack! Ihr kommt hier nicht rein.“
Der Held trat vor.
„Ich befehle euch im Namen Innos uns hereinzulassen. Ich bin der Erwählte Innos, gekommen um den Krieg zu beenden.“
„Du kleiner Wicht? Du willst unserem Meister gegenübertreten? Das ich nicht lache.“
Die Wache war aber der einzige, der sich nicht unwohl fühlte. Die anderen Wächter tuschelten und deuteten auf Uriziel und die Mythrilrüstung.
Selbst einige der anderen Menschen schienen überrascht von der Nachricht, das der Held Innos Erwählter sei. Das gab ihnen neue Hoffnung, die letzte Schlacht des Krieges zu überleben.
Inzwischen waren sich alle sicher, das die Orks sie trotz des Trankes irgendwann angreifen würden Jeder hatte einen Vorrat für drei Stunden, soviel zeit hatte der namenlose, Beliars Erwählten zu töten. Die Tore öffneten sich und die Orks kamen, um die Menschen zu vertreiben.
Die halbe Stadt schien auf den Beinen, nur um die Eindringlinge zu entfernen, sogar die Zivilisten. Der Held kämpfte sich an den Orks, die auf ihn losstürmten vorbei in die Stadt, die anderen wollten die Orks möglichst weit weglocken.
Er schlich sich quer durch die Stadt, bis er zum Tempel kam. Die Wächter tötete er und ging herein.
Dann traf er auf einen Suchenden, der eine Tür bewachte.
„Bleib stehen! Du bist weit gekommen, aber nun endet dein Weg.“
Der Held lächelte ihn an, und tötete ihn mit einem Schwung Uriziels.
Hinter dieser Tür ist der Erwählte.
Hinter dieser Tür ist der Feind, der alle Orks gegen uns aufhetzt.
Jetzt wird sich entscheiden, ob wir den Krieg gewonnen haben.

König Rhobar II
03.08.2004, 23:58
Kapitel 6: Der Erwählte Beliars


Der Held öffnete die Tür und betrat den Raum. Dort stand der Besessene. Doch er kannte ihn.
„Xardas! Du bist der Besessene? Du bist der Feind?“
„Xardas?“, antwortete er böse lächelnd. „Xardas ist fort. Seit dem Treffen in der Höhle hast du ihn nicht mehr gesehen.“
„Aber wer bist du? Wenn du das im Turm warst, wie konntest du hierher kommen, wenn Xardas doch die Macht des untoten Drachen besitzt?“
„Xardas hat diese Macht nie besessen.“
„Aber ich habe gesehen wie er sie in sich aufgenommen hat.“
„Hast du Xardas gesehen... oder mich?“
Wer immer diese Person war, sie sah Xardas zum Verwechseln ähnlich.
„Aber... wie konnte Xardas noch Khorinis kommen um die Aufzeichnungen zu holen?“
„Du denkst das war Xardas? Mein Zwillingsbruder Xardas? Nein das war ich. Übrigens, danke für die Aufzeichnungen. Ohne die hätte wir die Rune, die du nur dank deiner Rüstung überlebt hast, nie bauen können.“
„Aber wieso hast du mich gewarnt? Wieso hast du mir gesagt, ich solle den Schamanen töten?“
„Das war ich nicht ich. Das war Xardas.“
„Wie konnte er hierher kommen? Wieso erzählte er mir, dass er die Macht des Untoten Drachen besitzt?“
„Weil er aufgrund eines kleinen Zwischenfalls vorübergehend die Macht mit mir geteilt hat. Er war im Glauben er habe alles getan, was ich getan habe. Aber ich konnte sein gedächtnis so verändern, dass er glaubte, dass ein Schamane hinter all dem steckt. Er kam um dich zu warnen, in dem Glauben er habe damals die Macht des Drachen aufgenommen und dass ein Orkschamane alle Orks besessen macht.“
„Wo ist Xardas jetzt?“
„Im Turm eingesperrt, wo er hingehört.“
„Wer bist du überhaupt?“
„Xardas kleiner Bruder. Ich bin ein direkter Nachfahre der Khorinis Zwillinge. Genau wie Xardas. Und wie du.“
„Was soll das heißen?“
„Warum hat Xardas dich wohl immer so beschützt, und dich aus dem Tempel gerettet, als dieser über dir zusammengebrochen war?“
„Weil ich Innos’ Erwählter bin.“
„Ach hör doch auf. Am Anfang war er doch ein unfreundlicher Typ, der alles gegrillt hat, was ihm zu nahe kam. Aber nach dem Fall der Barriere war er um einiges netter zu dir, richtig? Innos ließ ihn erkennen, wer du bist.“
„Und wer bin ich deiner Meinung nach?“, sagte der Held, der allmählich wütend wurde.
„Hast es immer noch nicht kapiert, oder? Sieh mich an. Sieh dich an. Sieh Xardas an. Du weißt wer ich bin.“
„Dann... Nein.“
„Doch! Ich bin dein Vater!“
„NEIN!! Nein das kann nicht sein. Das ist nicht wahr!“
„Du weißt das es wahr ist! Das kannst du nicht leugnen. Wie’s aussieht musst du dich entscheiden ob du das Königreich retten, oder mich töten willst.“
Er lachte bösartig.
„Mein Vorfahr, der Wassermagier, der Bruder des Erwählten Innos’ war sehr traurig als sein Bruder tot war. Beliar sprach zu ihm. Langsam glaubte er, was Beliar ihm sagte. Er wurde der Erwählte Beliars, und nach ihm sein Sohn und immer so weiter. Nun ist es so:
Nach ihm wurden immer Zwillinge geboren. Der ältere wurde von Innos erfüllt und wurde gut. Der wurde meistens ausgesetzt oder ertränkt. Xardas wurde von Feuermagiern groß gezogen. Und was sie mit dir gemacht haben weiß ich nicht. Ist mir auch egal. Der jüngere allerdings wurde der Nachfolger seines Vaters, und war die Ursache für zum Beispiel die Orkkriege. Ich bin mir sicher, dein Bruder wird mir ein würdiger Nachfolger.“
„Bruder? Ich habe einen Zwillingsbruder?“
„Ja, er ist nun ein Erwählter Beliars. Mein Nachfolger. Du siehst ich bin gar nicht mehr „besessen“ wie du es nennst. Ich habe aus freien Stücken so gehandelt. Und dein Bruder wird es genauso machen.
Zum Bruder des Helden gewandt
Komm mal her! Wir haben Besuch.“
Hinter einem Vorhang trat jemand hervor, der dem Helden wie aus dem Gesicht geschnitten war.
„Hallo Brüderchen.“, sagte er bösartig. „Nett, dass du uns besuchen kommst. Schade, dass du deshalb sterben wirst.“
„Das erinnert mich an den Kampf der Brüder Innos und Beliar.“, sagte Xardas’ Bruder böse grinsend.
„Nur das hier einer der beiden siegen wird. Nämlich Beliar“
„Das glaube ich nicht. Das Spiel ist aus!“
Xardas, gefolgt von den Feuer- und Wassermagiern betrat den Raum.
„Xardas! Was willst du hier? Sterben? Das kannst du haben!“
„Nicht so eilig. Ich habe eine exakte Kopie des Edelsteins aus Uriziel. Damit konnte ich die Rote Rune bauen. Das Gegenstück zu deiner.“, sagte er, und zog eine blutrote Rune aus der Tasche.
„Hoppla, das Blatt hat sich schon wieder gewendet. Ich habe ebenfalls eine exakte Kopie des Edelsteins für die Rune verwendet. Rate mal wo der echte ist.“
Er begann bösartig zu lachen, als der Bruder des Helden eine schwarze Klinge hervorzog. Doch das konnte nicht sein. Es war das Schwarze Schwert.
„Wie du siehst ist es mir gelungen die Reste des Schwertes aus dem Kloster zu entwenden. Und Beliars Blut wird seit der Erschaffung des Schwertes für solche Fälle in unserer Familie weitergegeben. Es war ein leichtes für mich, das Schwert wieder zu reparieren. Damit sind unsere Chancen gleich. Allein Mythriziel und die Mythriziel Rune können den Kampf entscheiden. Aber dazu braucht ihr erst mal Adanos’ Blut. Wir werden allerdings trotzdem siegen. Denn wir haben etwas, was ihr nicht habt.“
„Was soll das sein?“, sagte der Held.
Xardas’ Bruder begann zu Grinsen.
„Beliar gab uns die Unsterblichkeit. Den ganzen Feldknöterich brauchte ich nur, um das Elixier der Unsterblichkeit zu brauen. Der Turm war mein Geheimlabor. Ich habe jeden getötet, der mir zu nahe kam, egal ob Mensch oder Ork. Du hattest mich ziemlich überrascht. Ich hätte dich töten können, doch das hatte ich deinen Bruder versprochen. Jetzt ist es soweit. Nichts kann uns aufhalten, außer der Macht von Uriziel und dem voll aufgeladenem Mythriziel.“
Einige Schwarzmagier betraten den Raum.
„Nun lasst es uns beenden.“
Der Kampf begann. Xardas und sein Bruder bekämpften sich mit den Runen, Der Held und sein Bruder mit den Schwertern, und die Feuermagier kämpften mit jeweils einem Schwarzmagier. Nur die Wassermagier kämpften nicht. Dabei waren sie es, die den Kampf entscheiden könnten. Der Kampf dauerte schon Stunden. Niemand starb oder wurde verletzt, da die Gegner genauso stark waren. Würden der Held und seine Laute nachlassen, würden sie sterben. Würden die Schwarzmagier nachlassen, würde nichts geschehen. Je länger der Kampf dauerte, desto niedriger waren die Chancen auf Sieg, sollte es sie überhaupt gegeben haben. Die Wassermagier berieten sich. Es waren genauso viele Wassermagier wie Feuermagier da, sodass sie die Kämpfe zwischen Feuer- und Schwarzmagiern hätten entscheiden können, aber sie taten es nicht. Fast alle Wassermagier waren da, einer fehlte allerdings: Vatras. Holte er Hilfe? Holte er Mythriziel, was aber ohne Adanos Blut nutzlos war?
Dann kam ein weiterer Wassermagier. Er konnte seinen Augen nicht trauen, als er sah, dass das Stone war. Er hatte eine Flasche dabei, die er, wie dem Helden jetzt auffiel, schon damals im Alten Lager besessen hat. Dann kam Vatras. Er hatte einige seltsame dinge dabei. Xardas Bruder wollte eingreifen, aber er konnte es nicht, denn der Kampf ließ es nicht zu. Vatas zog ein Schwert aus dem Umhang. Er legte es in eines der Feuer, die den Raum erhellten. Als es glühte schüttete Stone den Inhalt der Flasche darüber. Es leuchtete blendend hell, dann färbte sich die Klinge strahlend blau. Es war Mythriziel. Vatras baute die seltsamen Geräte auf. Es waren eine Art tragbarer Runentisch, ein Runenstein und etwas anderes. Mit dem andern Gerät holte er den Stein aus Mythriziel heraus und Sprach einen Zauber darüber Der Stein verdoppelte sich in seiner Hand. Vatras setzte ihn wieder ein und baute mit dem anderen eine Rune.
Xardas’ Bruder beobachtete das alles mit vor Angst weit aufgerissenen Augen. Vatras nahm die Rune, gab Stone das Schwert und den anderen ein Zeichen. Die Wassermagier halfen den Feuermagiern und konnten zusammen alle Schwarzmagier töten. Stone griff den Bruder des Helden an. Zusammen töteten sie ihn. Xardas’ Bruder sprang, bevor Vatras und Xardas ihn töten konnten, zum Schwarzen Schwert, was noch intakt war, sprach einen Zauber und verschmolz die Rune mit dem Schwert. Er verschwand.
Der Kampf war vorbei.
„Was ist hier los?“, fragte der Held.
„Das erklären wir euch später.“, sagte Vatras.
„Seit wann ist Stone Wassermagier?“
„Stone ist mein Neffe. Er ist in die Barriere geworfen worden, als er am Festland versehentlich einen Magier tötete, als er einen Zauber bei seiner Magierprüfung wirkte. Die Zeit in der Barriere hat ihn abgehärtet. Ich hätte ihn beinahe nicht wieder erkannt, als er vor einigen Wochen bei uns im Kloster ankam. Wir beide sind nachfahren der Wassermagiers der Khorinis Zwillinge.“
„Ich denke der war böse?“
„Das glaubt man. In Wahrheit gab es zu dieser zeit noch einen Magier. Er war ein einige Jahre jünger, und sehr interessiert an den dunklen Künsten. Er gründete das Schwarzmagier Kloster.
Als der Feuermagier tot war, tötete er den Wassermagier, und gab sich für ihn aus. Er...“
„Freund Mensch, Freund Mensch!“
Ur-Shak kam in den Raum.
„Ur-Shak glücklich zu sehen Freund Mensch mit der sanften Stimme. Ur-Shak wollte schreiben, dass Böser Mensch ist besessen, aber Macht von rote Schwert ließ nach. Jetzt Ur-Shak wieder gut. Ur-Shak tut Leid was sein Volk hat gemacht.“
„Jetzt ist es doch vorbei. Ich bin froh, dass du nicht mehr böse bist. Ich hatte schon Angst, du wärest der oberste Schamane.“
„Wir sollten jetzt zurück zum Schiff.“, sagte Vatras. Deine Freunde warten.
Ur-Shak blieb in der Stadt, während die anderen sich mit von Xardas gebauten Runen zum Schiff teleportierten. Dort standen sie nun alle. Xardas, die Feuermagier, die Wassermagier, die Gefangenen der Orkinsel und der Held mit seinen Freunden.
Sie erzählten sich alles, was passiert war, denn einige wussten immer noch nicht so recht, ob sie sich freuen, sollten, oder weiter beten.
Plötzlich kündigte ein blaues Licht jemanden an, die sich hierher teleportierten. Es war Ur-Shak.
Der Held erzählte zuende, was sich im Tempel zugetragen hatte, auch wenn er die Hälfte davon selbst nicht verstand.
Sie merkten nicht, wie ein alter Mann mit Kapuze auf sie zu schlich.
Milten wurde auf ihn aufmerksam.
„Wer...“, begann er, doch plötzlich warf Xardas’ Bruder den Kapuzenmantel ab und hob das Schwarze Schwert, dessen Edelstein nun blau leuchtete, und schwang es laut und hallend lachend durch die Luft. Ein Gewitter aus schwarzen Blitzen und der Held sah wie alle seine Freunde tot umfielen, nachdem sie von den Blitzen getroffen wurden. Er hob Uriziel, aber schon wurde auch er getroffen. Alles schien in Zeitlupe abzulaufen, während er, von unfassbarem Schmerz gequält langsam zu Boden ging. Er sah gerade noch wie Xardas Rune aus seiner Hand flog und auf Uriziel landete bevor dieser tot am Boden lag.
Vatras sprach noch während er fiel unter großen Schmerzen einen Zauber, woraufhin Uriziel und die Rune zu leuchten begannen und verschmolzen. Vatras machte das gleiche mit Mythriziel, welches er, als es leuchtete mit letzter Kraft auf Uriziel warf. Nun starb auch er. Der Held sah, wie Mythriziel auf Uriziel aufschlug, bevor es um ihn herum schwarz wurde, und auch er starb.
Alle waren tot. Xardas Bruder stand da und lachte. Er sah nicht das Uriziel und Mythriziel zu leuchten begannen. Zu spät bemerkte er. Was da vor sich ging.
„NEIIIIIN!“
Ein Blitz, und die ganze Welt schien in Sekundenschnelle in die Schwerter hinein gesaugt zu werden; Und sofort danach kam sie wieder heraus.
Der Held stand da und sah sich verwundert um. Ein Mann mit Kapuze tauchte auf. Die anderen wollten ihn gerade Fragen wer er ist. Der Held sah, dass er nun Mythriziel und Uriziel besaß; die Edelsteine der beiden leuchtend blau. Er zögerte keine Sekunde. Bevor Xardas’ Bruder das Schwert heben konnte, schlug er beide Schwerter zusammen. Ein greller violetter Strahl schoss aus den Spitzen der Schwerter auf Xardas’ Bruder zu und tötete ihn. Das Schwarze Schwert explodierte.
„Was hast du getan?“, fragte Milten. „Wieso hast du den Mann getötet?“
„Das war Xardas’ Bruder.“, sagte der Held, während sich die anderen über die Leiche des alten Mannes beugten, und langsam verstanden.
Er erzählte was vorgefallen war.
„Jetzt ist es an der Zeit euch alles zu erklären.“, sagte Vatras.
„Adanos hat eingesehen, dass Beliar zu weit gegangen war. Er hat sich mit Innos gegen ihn verbündet, und ihn in seine dämonische Welt verbannt. Als er sah, was Beliar getan hat, haben er und Innos die Zeit zurückgedreht, mit Hilfe der Schwerter. Jedes Schwert symbolisiert auf eine Weise einen Gott. Beliar ist nicht tot, nur verbannt. Das Böse kann zurück kommen, und das wird es auch, aber dass wird nicht mehr unsere Sorge sein. Sobald sich das Schwarze Schwert regeneriert, kommt er zurück. Aber das kann dauern.“
„Dann haben wir das Böse besiegt.“, sagte der Held.
„Ja. Aber nun schlage ich vor, dass wir wieder nach Hause fahren.“
„Aber was hatte es mit den Runen auf sich?“, fragte der Held.
„Nun, die Runen hatten die Macht des jeweiligen Schwertes, und damit auch des zugehörigen Gottes inne. Durch die Verschmelzung der Runen mit den Schwertern, wurde ihre macht komplett. Die Schwerter ließen sich sozusagen Phasenweise aufladen. Als du Uriziel fandest, war es vollkommen kraftlos. Als du mit Hilfe des Erzes Uriziel seine alte Macht wieder gegeben hattest, schimmerte der Edelstein bläulich. Als du dann noch Innos’ Blut einschmiedetest, begann er richtig zu leuchten. Du hattest Uriziel weiter verbessert. Und nun, da die Macht der roten Rune in dem Schwert schlummert, hast du die finale Phase erreicht und das Schwert voll aufgeladen. Du siehst, der Edelstein leuchtet kraftvoll in einem strahlendem blau.“
„So ist das also. Aber wie war das nun mit den Zwillingen?“
„Also. Zur Zeit der Khoriniszwillinge lebte, wie ich dir bereits sagte, Ein Schwarzmagier. Ich und Stone sind nachfahren des Wassermagiers. Du und Xardas, aber auch eure Brüder seid Nachfahren des Schwarzmagiers.
Doch wie es auch damals mit den Khoriniszwillingen war, war nach ihnen immer der Erstgeborene Nachfahre des Schwarzmagiers Innos geweiht. Alle seine Erwählten stammten aus dieser Familie.“
„Aber warum? Das verstehe ich nicht, warum nahm Innos seine Erwählten nicht aus den Nachkommen des Feuermagiers?“
„Das tat er. Der Schwarzmagier, war der Sohn des Feuermagiers.“
Der Held war immer noch etwas durcheinander, aber es war nun an der Zeit zu gehen.
Sie fuhren zurück in die Hauptstadt, wo sie alle als Helden gefeiert wurden. Der König nahm Lee, nachdem er sich bei diesem tausendmal für seinen Fehler entschuldigt hatte, wieder als General auf, und der Held und seine Freunde, samt Xardas wurden geadelt
(Die alten Adeligen, die die Frau des Königs ermordet hatten wurden hingerichtet.).
Ihnen allen wurde ein Denkmal gesetzt.
Einen Tag später trafen sich der neue Anführer der Orks und der König und verhandelten über einen Friedensvertrag.

„Doch was niemand ahnt: Das Böse ist nicht tot. Es formiert sich neu. Es formiert sich, um den Menschen den letzten Todesstoß zu versetzen.
Und niemand kann es aufhalten.
Niemand?“
Im Land der Orks, nicht weit von der Küste, lag ein Stück schwarzen Metalls, was langsam zu wachsen schien. Etwas stand darauf geschrieben:
Beliar