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View Full Version : [RPG] Schreibthread Team 4 (Nur für Teilnehmer!) #1



Dark_Cycle
20.04.2008, 20:34
Nun gut, um sich ungewöhnlich kurz zu fassen: Ab dem 21.04.2008 nimmt euer kompetitives Schreiben seinen Lauf und ist für einen Zeitraum von sechs Wochen vorgesehen. Was dementsprechend bedeutet, dass ihr euch mit möglichst beeindruckender Beständigkeit einem Vorhaben zuwendet, dessen Erfolgt nicht in der Kreativität der Einzelperson, sondern vielmehr der Gruppe liegt. Ihr gebt demnach eure unschätzbare Individualität auf und fügt euch in das große Ganze - mit möglichst zufriedenstellender Effizienz.

In diesem (diffusen) Sinne,
euer drakonischer Juror,
Dark_Cycle

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Das Regelwerk:

1. Es gelten sämtliche Forenregeln. Nichtbeachten kann eine disqualifikation eines Schreibers, eines Teams oder sogar eine Sperre bzw. einen Bann nach sich ziehen.
2. Abschreiben, Ideenklau und teamübergreiffende Absprachen jeglicher Art sind verboten und führen sofort zu einer disqualifikation des gesamten Teams.
3. Anweisungen von Administratoren, Moderatoren und Juroren ist unbedingt folge zu leisten.
4.Die Entscheidungen von Juroren oder Forenmitarbeitern sind zunächst unantastbar. Wenn sich jemand schlecht oder ungerecht behandelt fühlt, bitte eine PN an mich, vorher aber dennoch den Anweisungen folgen.
5. Jeder Posting muss mindestens 20 Zeilen haben.
6. Doppelpostings sind verboten.
7. Die Vorgeschichte ist unabänderlich. Sie beinhaltet die Grundlage um vernünftig bewerten zu können. lediglich Ergänzungen sind möglich.
8. Namen von gegebenen Personen und Orten müssen beibehalten werden.
9. Änderungen des Charakterprofils sind nach Beginn des Wettbewerbs unmöglich.
10. Die Befehle "<IN>" und "<OUT>" dürfen benutzt werden um Erläuterungen oder Anfangs auch Chrakteraussehen und Waffenaussehen (auch mit Bildern) zu erläutern, dabei gilt: <IN> - Alles fließt in die Bewertung mit ein und gilt als Storyfortsetzung.
<OUT> - Geschriebenes ist für die Bewertung belanglos und ist als eine Art Fußnote anzusehen.
11. Keine Signaturen im Schreibthread.
12. Jedes Teammitglied muss eingebunden werden und selber Abschnitte der Geschichte schreiben.

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Die Steckbriefe:

Andy:

Name: Thobor Steinfresser
Alter: 101
Geschlecht: Männlich
Rasse: Zwerg
Klasse bzw. Beruf: Magier mit Grundkenntnissen der Alchemie
Waffe: Verzierter Dolch
Magie: Wasser
Rüstung: Schwere Magierrobe
Stärken: loyal, ehrgeizig, witzig
Schwächen: neugierig, wird wütend wenn man ihn wegen seines Nachnamen aufzieht

Beschreibung: Thobor ist ungefähr 85cm klein. Hat rote Lange Haare die zu einem Zoff
zusammen gebunden sind. Außerdem hat er einen gepflegten roten voll Bart. Trotz das er
Magier ist hat er die Charakteristischen Züge eines Zwerges wie die Schwielen an den
Händen. Sein Alter ist wohl für Menschen immer etwas komisch aber in Zwergenjahren ist
das sehr wenig und deswegen ist Thobor auch noch sehr Jung.

Geschichtliches: Er ging in Skig auf die Schule der Zauberer und lernte dort schnell die
Magie. Er hatte sich auf das gebiet Wassermagie spezialisiert. Da er die ersten Jahre auf der Schule mit guten Noten bestanden hatte. Hieß es für ihn nun sich auf die Reise zu machen die jeder angehende Magier einmal machen musste. Er wollte die Welt bereisen um so mehr über die Magie zu lernen und einmal ein Meistermagier zu werden. Aber bis dahin würde es noch etwas dauern. Wie er selbst wusste. Er erreichte nach einigen Monaten der Reise das Land Adamant. Er hatte schon oft gehört wie schön es in der Stadt sein soll und das dort viele verschiedene Rassen leben. Aber selbst dort gewesen war er noch nicht. Ohne zu wissen das nun das größte Abendteuer seines Leben beginnen würde.

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Grimward:

Name: Etheniel
Alter: 31
Geschlecht: Männlich
Rasse: Mensch
Beruf: Ehemals königlicher Gardist von Killmar, gelernter Tischler
Waffe: Anderthalbhänder und mit Eisen beschlagener Rundschild aus Holz.
Rüstung: Etheniel trägt entweder die Rüstung der königlichen Gardisten von Killmar, welche aus einem Kettenpanzer und einem dazugehörigen, blau-weißen Wams gehört. Dazu schwere Stiefel und eine mit Knieschützern versehene Lederhose. Auf längeren Reisen sieht er davon ab, das schwere Kettenhemd zu tragen und ersetzt das Wams der Gardisten, durch ein einfaches Braunes. Zudem trägt er auf Reisen gerne Wildlederstiefel und einen dunklen Mantel.

Stärken(Charakter): Charismatisch, Versteht es Selbstbewusst aufzutreten, versucht immer das Richtige zu tun, mutig, recht intelligent
Stärken(Fertigkeiten): guter Schwertkämpfer, einiges an Kampferfahrung, athletisch,
ausdauernder Läufer, ganz guter Stratege, leichtfüßig und beweglich
Schwächen(Charakter): Eigenwillig, launisch, sarkastisch, nicht besonders freundlich,
grüblerisch, von tiefer Trauer geplagt, stark ausgeprägter Selbsthass, obwohl er das richtige zu tun versucht, gelingt ihm dies selten
Schwächen(Fertigkeiten): Kein Bogenschütze, Keinerlei Heilerkenntnisse, für einen
Schwertkämpfer nicht gerade muskulös, als Jäger nicht zu gebrauchen
Beschreibung: Etheniel ist groß, er überragt die meisten Artgenossen um eine Haupteslänge, dieser Eindruck wirkt durch seine sehr schlanke, fast hagere Statur noch bekräftigt. Er trägt seine schwarzen Haare für gewöhnlich kurz und ein wenig verstrubbelt, seine braunen Augen Blicken voll Trauer und Wut in die Welt.
Geschichte: Etheniel wurde im Königreich Killmar als Sohn zweier einfacher Handwerker
geboren und verbrachte dort den größten Teil seiner Kindheit. Er war ein aufgeweckter Junge, der seinen Eltern viel Freude bereitete und als er volljährig wurde, heiratete er die junge Frau in die er sich verliebt hatte und trat das Erbe seines Vaters, eines Tischlers an, als dieser zu alt wurde, um sich weiter als Tischler zu betätigen. Doch schon bald merkte seine Frau, dass mit Etheniel etwas nicht stimmte. Er war nicht der Mann, der er vorgab zu sein, viel finsterer, viel weniger lebensfroh, als seine Frau geglaubt hatte. Es war nicht so, dass Etheniel seine Frau nicht liebte, doch kaum als sie verheiratet waren, schien er nicht mehr fähig, es ihr zu zeigen. Nachdem er, außergewöhnlich jung in die königliche Garde des Herrschers, aufgenommen wurde, verschlimmerte sich ihre Beziehung. Etheniel erlebte Dinge, die seine Gedanken verfinsterten, seine Seele, sein Leben. Die Jahre vergingen, doch er schenkte seiner Frau kein Kind und schließlich ertappte er die verzweifelte Ehefrau dabei, wie sie sich mit einem anderen Mann einließ und erschlug diesen in seinem Zorn, seiner Frau wiederfuhr das gleiche Schicksal. Erschrocken von seiner eigenen Gräultat und entsetzt über die mögliche Folgen, floh er, mit seinem Hab und Gut, unter anderem auch der alten Rüstung der Garde, aus Killmar nach Andamat, da er sich vor der Bestrafung fürchtete. Dort fristete er einige Jahre
ein einsames Leben in einem besseren Bretterverschlag, am Rande des Falrar Gebirges und verbrachte die Tage damit, sich selbst zu hassen. Doch als schließlich der Angriff des jungen Thronerben Galliard auf das Dorf traf, indem er lebte, sah er sich gezwungen, sein Leib und Leben zu verteidigen. Das Unrecht, was ihm dort vor Augen geführt wurde und die grausamen Taten, die seine einsteigen Kameraden der königlichen Garde vollbracht hatten, ließen Etheniel keine andere Wahl. Als die Schlacht um sein Dorf verloren war, floh Etheniel nach in die Hauptstadt des Reiches um dem König von Andamat seine Dienste anzubieten, um seinem Leben einen Sinn zurückzugeben.

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Nayeli:

Name: Korona
Alter: 23
Geschlecht: weiblich
Rasse: Mensch
Klasse bzw. Beruf: Jägerin die ihre Beute mit sehr guter Fährtenlese aufspürt
Waffe: Bogen, verrostetes Kurzschwert, Pfeile und ein Köcher der ihr meistens locker um die Hüfte schwingt.

Rüstung: Korona trägt das ganze Jahr über eine gute, robuste Lederrüstung. Der
Lederharnisch schmiegt sich all ihren Bewegungen wie eine zweite Haut an. Die Stiefel sind schon ausgelatscht und lassen ab und zu Wasser durch. Sie hat steht’s einen schwarzen Umhang bei sich um sich vor dem Regen und Schnee draußen zu schützen.

Stärken: sie ist sehr geschickt mit dem Bogen, wenn sie eine Sache angefangen hat muss sie zu ende bringen, meistens gut gelaunt, kann schnell und lange laufen und sich leise auf bis zu 25 Metern an ein Tier anpirschen.

Schwächen: Korona tendiert meistens dazu die Anführerin zu spielen, sie ist viel zu
neugierig, was sie schon oft in Schwierigkeiten gebracht hat. Außerdem ist sie teilweise viel zu sarkastisch, vor allem was Magier angeht die sie nicht ausstehen kann.
Beschreibung: Korona ist eher kleiner, was sie jedoch nicht schwach macht. Ihre
Schulterlangen, braunen, glatten Haare schmiegen sich um ihre vor Wissensdurst leuchtend grünen Augen. Ihre Finger sind sehr schnell, wenn es um das Kämpfen mit dem Bogen geht.

Geschichtliches: Korona lebte seit ihrem zehnten Lebensjahr in der Wildnis. Sie lernte
schnell dort zu recht zu kommen. Ihre Eltern starben an der Pest in der Gosse. Sie selbst
kannte nichts anderes als Tot, Krankheit und Schmutz. Mitte ihres neunzehnten Lebensjahrs half sie dem König und seinen Gehelfen aus einer ungünstigen Situation in den Bergen. Sie stolperte über sie als sie gerade beim Jagen war. Sie fand den König und seine Gehilfen halb verhungert in der Schneeweisen Landschaft. Sie jagte, gab ihnen Fleisch und führte sie geschickt zurück zur Stadt, an die sie sich nicht einmal wirklich erinnerte, da sie nie in der näheder Stadt gejagt hatte. Der König bat sie ihm zur Seite zu stehen, er wusste dass sie eines ages noch von großem Wert sein könnte. Korona stimmte ein, seit dem hatte der König sie icht vergessen und würde ihre Hilfe benötigen, wenn es sich ergab.

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santana:

Name: Javier
Alter: 32
Geschlecht: männlich
Rasse: Mensch
Klasse bzw. Beruf: Söldner
Waffe: einen Stahl-Einhänder und eine Armbrust
Rüstung: Kettenhemd und einen kleinen, runden Eisenschild
Stärken: Heldentyp (harter Brocken), Ehrgeizig und Loyal
Schwächen: etwas Arrogant, Leichtsinnig, teilweise Selbstüberschätzung
Beschreibung: Javier ist ein typischer Kämpfertyp, der sich immer voll reinhängt und
Niederlagen schlecht verträgt. Er ist sehr geschult im Umgang mit Nahkampfwaffen, dafür
liegt ihm der Fernkampf nicht sonderlich. Er ist für sein Alter geistig noch ziemlich jung, trägt ber trotzdem stolz einen roten Bart.

Geschichtliches: Javier war schon als junger Mann ein sowohl interessierter, als auch
talentierter Schwertkämpfer. So wurde die Miliz auf ihn aufmerksam und zog ihn letztlich
schon als 16-jährigen Burschen ein. Er diente treu 10 Jahre in der Miliz, doch aufgrund eines atastrophalen Vorfalls, über den er im Übrigen nie spricht, quittierte er dort seinen Dienst nd wurde Söldner. Seitdem hat er als Einzelgänger, als auch im Team gute Erfahrungen mit em Söldnerdasein gemacht.

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coftysweet:

Name: Meredith
Alter: 24
Geschlecht: weiblich
Rasse: Mensch
Klasse bzw. Beruf: Assassine
Waffe: Gläserner Dolch, der seine Opfer vergiftet.
Rüstung: leichte Lederrüstung
Stärken: loyal, ehrgeizig, beherzt, motivierend
Schwächen: zickig, besserwisserisch, sturköpfig
Beschreibung: Ihre geschickten Finger öffnen jegliches Türschloss, ihre Kombinationsgabe
entschlüsselt jede Botschaft. Auf leisen Sohlen schleicht sie ungehört an Wachen vorbei, tarnt ich als Hofdame, Nonne oder Hure. Ihr unscheinbares Aussehen – das aschblondes Haar, asserblaue Augen und die sommersprossige Stupsnase – lässt jede Maskerade zu. Ihre Opfer eiden kaum, denn durch einen gezielten Stich sterben sie bevor der Schmerz eintritt. So lutig ihre Arbeit ist, ist ihr der offene Kampf doch zuwider. Ihre schmächtige Gestalt ist da uch eher im Nachteil. Für ihren König würde sie alles tun. Ebenso für ihre Kameraden. rotzdem ist sie nicht immer einfach zu handhaben wenn sie mit anderen zusammen arbeiten oll.

Geschichtliches: Schon als kleines Kind hat Meredith hin und wieder Brot oder Karotten
gestohlen, später wurden es Schmuckstücke und Kleider. Die Kunstfertigkeit ihrer Finger
erlaubten ihr ungesehen davon zu kommen. Einzig das Brot, dass sie mit ihren vier
Schwestern teilte, verriet ihr Diebeshandwerk. Doch der König bewies Gnade und Großmut, enn er erkannte ihre Talente. Er schenkte ihr die Freiheit unter dem Schwur absoluter oyalität und der Dienste ihrer Gaben für seine Zwecke. Denn Eid, den sie leistete, nimmt sie tets ernst. Sie weiß, dass sie dem König mehr verdankt, als ihr Leben. So begann sie für ihn okumente zu stehlen, Verräter zu enttarnen und Gerechtigkeit zukommen zu lassen.

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Grimward
21.04.2008, 14:43
Die Landen von Andamar (http://img136.imageshack.us/my.php?image=kartesm5.jpg)


Etheniel trat von einem Bein aufs andere und blickte sich nervös in dem kleinen Nebenzimmer um, in welches sie ihn verfrachtet hatten. Eine einsame Fackel flackerte, ein unbequem wirkender Schemel stand dort hinten rechts in der Ecke, ansonsten war der Raum völlig unmöbliert. "Warte hier", hatten die Gardisten des Königs befohlen und hatten sich wieder davon gemacht. Auf Befehl des Königs natürlich.
"Warte hier", wiederholte er halblaut und funkelte wütend die verschlossene Türe an. Was fiel diesem aufgeblasenen Wichtigtuer eigentlich ein. Wusste er denn nicht, was passiert war, hatte sich Etheniel nicht klar und deutlich ausgedrückt, waren die Späher des Königs alle erblindet oder im Urlaub? Der Tischler fand keine Antwort darauf, sondern ließ sich seufzend auf dem Schemel nieder, der mindestens so unbequem war, wie er auf den ersten Blick wirkte. Sie hatten wahrhaftig keine Zeit um auf irgendetwas zu warten. Etheniel stützte den Kopf auf die Hände und versuchte nicht an das Geschehene zu denken, versuchte überhaupt nicht zu denken. Doch natürlich sorgte gerade dieser Wunsch nach absoluter Einsamkeit und Stille in seinem Kopf, für heftige Bewegung in seinen inneren Windungen. Bilder flackerten auf, Bilder von den blau-weißen Uniformen der Soldaten Killmars, die aus dem Morgennebel ausgespien wurden, gleich gespenstischen Dämonen. Die gleiche Uniform die er nun selbst am Leibe trug, da er einst selbst zu ihnen gehört hatte. Jahre lang hatte er sie in einer Truhe unter Verschluss gehalten und nicht ein einziges Mal hervor geholt. Der ehemalige Soldat hatte versucht sich den Angreifern zu stellen, sie abzuwehren, gemeinsam mit den anderen Bürgern des Dorfes, doch vergebens, natürlich vergebens. Was konnten ein paar einfache Tischler, Bergmänner, Zimmermänner und Bauern schon gegen die, auf den Krieg gedrillte, kampfgestählte Truppe des Königs ausrichten. Grausame Bluttaten schossen ihm durch den Kopf, Dinge von denen er nicht mehr wusste, ob sie der Wirklichkeit oder seiner bloßen, völlig überforderten Fantasie entsprachen. Er hatte als Gardist schreckliche Dinge gesehen, schreckliche Dinge getan. Etheniel hatte seine Frau ermordet und ihren Liebhaber. Schon seit Jahren war er der überzeugung, dass jeder Spiegel sofort brechen müsste, wenn er sich darin ansah, doch die Bilder des brennenden Dorfes und die Gräultaten die dort geschehen waren, übertrafen alles was er jemals erlebt oder gar getan hatte. Und nun saß er hier, in einer fast gänzlich abgedunkelten Kammer in Escotan, gleich neben dem Thronsaal und wartete auf das Kommende. Natürlich hatte er den König benachrichtigen müssen, nachdem ihm die Flucht aus dem Dorf gelungen war. Die Garde von Killmar würde mehr tun als ein paar Dörfer am Rande des Falrar Gebirges zu überfallen, wahrscheinlich hatte Killmar längst seinen Anspruch auf das gesamte Gebirge bestätigt und Andamant damit seiner wichtigsten Einahmequelle entzogen. In Wahrheit interssierten ihn diese größeren politischen Zusammenhänge wenig. Er war gekommen, um weiteres Morden an unschuldigen und an der Politik völlig desinteressierten Dorfbewohnern zu verhindern. Nachdem was er in seinem Dorf erlebt hatte, war es einfach seine Pflicht gewesen, das Richtige zu tun. Oder das was er dafür hielt, Er wusste, dass dies nicht unbedingt das gleiche war. Doch diesmal war er so überzeugt, dass er sich einfach nicht irren konnte, diesen Menschen musste geholfen werden. Etheniel würde alles dafür tun, dass der König sich dieser Pflicht bewusst wurde.
Schließlich hörte er die Schritte einiger schwerer Stiefel, die sich seinem Aufenthaltsort näherten und offenbar auf die Tür zu hielten. Der Tischler erhob sich ein wenig schwerfällig und griff instinktiv nach seine Schwert, welches natürlich nicht an seiner Seite hing. Etheniel hatte zur Not immer eine kleine Waffe in der Brusttasche seines Wamses, welche den Wachen auch bei dieser Gelegenheit entgangen war. Er hoffte jedoch kein gebrauch davon machen zu müssen. In der Nähe des Königs war es den einfachen Leuten nicht gestattet Waffen zu tragen, ja selbst die meisten Gehstöcke waren verboten. Der König galt als ziemlich paranoid und sah hinter jedem Strauch einen Feind, den es zu bekämpfen galt, es gingen sogar Gerüchte um, dass er eigens um politische Gegner oder andere gefährliche Gestalten zu beseitigen, einen Auftragsmörder unterhielt. Er wusste nicht, was er von diesen Gerüchten halten sollte, denn auf der anderen Seite hatte der König, welcher Aditus hieß, kein stehendes Heer, sondern bloß ein paar persönliche Gardisten und Leibwächte. Hinzu kamen einige regionale Milizen, die sich im Großen und Ganzen aus dahergelaufenen Bauern zusammensetzten und keine ernste Bedrohung für trainierte Soldaten darstellten.

Die Schritte waren heran und das Schloss der Tür wurde geräuschvoll geöffnet, dann stieß jemand die Tür auf und helles Licht fiel in die bis dahin nur spärlich beleuchtete Kammer. Die Silhouetten zweier Gestalten standen im Türrahmen und Etheniel vernahm die Aufforderungen ihnen entgegenzukommen. Er tat wie ihm geheißen und betrat den großen Thronsaal. Er nickte den beiden Wachen, die traditionell in eine Kombination aus einem dunklen Grün und Blau gekleidet waren, welche für die fruchtbaren Äcker und die Weiten Meere stand, kurz zu. Sie maßen ihn mit ziemlich unfreundlichen, ja unhöflichen Blicken und Der ehemalige Gardist konnte sich denken, dass seine Rüstung eine üble Provokation darstellen musste, doch er ignorierte ihre bitterbösen Blicke und blickte sich stattdessen um. Den Saal selbst hatte er bereits gesehen, es war eine etwa fünfzig Schritt lange Halle, die von einigen massiven Stützpfeilern getragen wurde. Alle fünf Schritte war ein hohes, an den oberen Enden abgerundetes Fenster angebracht, sodass die Halle von Licht durchflutet wurde. Der heutige Tag war eher grau und trüb, doch trotzdem war es in der Halle deutlich heller als in der Seitenkammer. Er warf einen Blick an das Ende der Halle, wo sich der momentan verwaiste Thron des Herrschers von Andamant befand. Der König war noch nicht zugegen, doch einige andere Personen hatten sich um den Thron herum versammelt. Zwei konnte der Tischler auf den ersten Blick zuordnen, denn auch sie trugen die grün-blaue Kombination, die die königliche Garde von Andamant zu ihrem Erkennungzeichen gemacht hatte. Doch vier weitere Gestalten hatten sich um den Thron versammelt. Eine der Wachen stieß ihn grob an und deutete auf die Versammlung am Herrscherstuhl.

"Dorthin soll die Reise gehen", eröffnete er Etheniel, mit tiefer Stimme, der Tischler nickte knapp und die beiden Bewaffneten machten sich in die entgegengesetzte Richtung auf, um das Tor, welches aus zwei hölzernen Torflügeln bestand, zu bewachen. Im Hinterkopf vernahm Der Tischler noch das Klirren ihrer Waffen, während sie sich dorthin bewegten, während seine Blicke und seine Schritte sich dem Thron zu wanden.
Schließlich war er heran und die anderen, welche bis dahin ziemlich still und steif auf das Kommende gewartet hatten, wandten sich ihm zu. Etheniel nickte, wie es seine Art war, kurz und maß die vier Gestalten mit langen, prüfenden Blicken.
Es waren zwei Frauen, ein Mann und, wie der Tischler schon einige Augenblicke zuvor verwundert festgestellt hatte, ein Zwerg. Einer vom alten Volke, die Zwerge ließen sich nicht allzu oft unter den Menschen sehen. Etheniel hatte zwar schon einige erblickt, aber eine Rarität waren sie in jedem Falle.
"Mein Name ist Etheniel", erläuterte er knapp, ohne jede weitere Information.
"Javier", der Mann, welcher ihm direkt gegenüber stand, sah dem Tischler recht ähnlich, er war von großem wuchs und ein wenig kräftiger als Etheniel selbst. Sein Tonfall klang militärisch, knapp und präzise. Sein Händedruck war ungewöhnlich fest und Etheniel gefiel er auf anhieb ganz gut.
"Mein Name ist Thobor", sagte der rothaarige Zwerg nun, verzichtete jedoch darauf seine Hand zu schütteln, da er ziemlich klein war und diese Geste lächerlich gewirkt hätte.
"Man nennt mich Korona" sagte eine der beiden Frauen, die einen langen schwarzen Umhang trug und von ziemlich kleiner Gestalt war. Ihre braunen Haare fielen glatt auf ihre Schultern und Etheniel befand, dass sie recht hübsch aussah, wenn auch ungewöhnlich wehrhaft.
"Meredith", schloss die zweite Frau, ein schmächtiges, aschblondes Persönchen knapp und beendete damit die Vorstellung. Gerade noch rechtzeitig, denn just in diesem Moment ertönte das knarren der sich öffnenden Torflügel und der König betrat den Thronsaal.
"Der König von Andamant, verneigt euch vor dem König von Andamant!" rief eine der Torwache mit tragender Stimme.

Fehler unseres Teams. Die Hauptstadt wurde irrtümlicherweise von Minit in Escotan umbenannt, was im Laufe der Story jedoch weitergeführt wird. Ebenso die Namen der Städte Skigendor und Urandor. Uns unterlief der Fehler, die Acrobatreader Datei zu übersehen.

santana
21.04.2008, 16:19
Nun stand Javier nach so vielen Jahren und einer unangenehmen Reise endlich vor dem König, ohne zu wissen, was ihn erwartet wohlgemerkt. Vorgestellt hatte sich nun schon die scheinbar willkürlich zusammengewürfelte Fünfergruppe. Nur war für ihn unverständlich, wieso zu den zwei scheinbar schon kampferfahrenen Recken (ihm selbst und ein Mann namens Etheniel), ausgerechnet zwei Frauen und ein Zwerg kamen. Er schätzte Zwerge nicht besonders, da sie ihm immer als goldgierig erschienen.
Der König selbst wirkte ebenfalls nicht sonderlich gelassen. „ Ihr fragt euch sicher, warum ihr hier seid“, eröffnete der König das längst fällige Gespräch. Nein, natürlich nicht, dachte Javier, wir sind nur zum Tee hergekommen. Dieser König war so gar nicht nach seinem Geschmack. „ Unser bisher sehr geschätzter Nachbar Killmar scheint sich auf einen Krieg gegen uns vorzubereiten, der killmarische Prinz hat zudem schon das Gebirge eingenommen“, meinte der König mit einer etwas gehetzt wirkenden Mimik. Vereinzelt sah Javier schon erste Reaktionen zu diesen doch unerwarteten Neuigkeiten bei den übrigen Gesellen um sich herum. Einzig Etheniel wirkte noch sehr gefasst. „ Ihr müsst zur Insel Skig aufbrechen und versuchen die Magier auf unsere Seite zu ziehen, bevor Killmar dies tut. Der Prinz, Galliard, hat auch schon seine Spezialeinheit, die Puriks losgeschickt. Deswegen seid ihr hier.“, schloss der König. „Natürlich ist diese Mission von entscheidender Wichtigkeit und ihr werdet fürstlich dafür entlohnt werden“. Selbstverständlich werden wir das, dachte Javier, weil dann nach deiner Meinung nur noch die Hälfte von uns leben wird, du verdammter Sack.
Er selbst hielt nun wirklich nicht viel von diesem Herrscher, der seiner Meinung nach weder menschlich, noch politisch etwas taugte.
Eigentlich wollte er auch nichts mehr mit dem Militär und Killmar zu tun haben. Als die Soldaten vor einigen Tagen plötzlich vor seinem Haus auftauchten mit einem persönlich verfassten Befehl des Königs, ihn, Javier, zu sehen, dachte Javier, seine letzten Tage seien gezählt. Und dabei hatte er in den letzten zwei Jahren ein schönes, beschauliches Leben an der südöstlichen Küstenregion geführt, Abstand genommen vom ganzen Kriegsgeschehen.
Für ein paar winzige Momente hatte er den verrückten Wunsch zu fliehen, doch gerade er als Söldner wusste, dass man seinem eigenen Schicksal nicht entkommen konnte. Also folgte er den Soldaten des Königs bis in diesen Thronsaal. Hier lernte er neue Gesichter kennen, Wesen mit ganz eigenen Geschichten. Und ausnahmslos sie alle sollten sich, nach dem Willen des Königs, in die Höhle des Löwen begeben.
Javier blickte nun noch einmal in die Gesichter seiner Mitstreiter. Die beiden Frauen sahen einander an, der Zwerg wirkte unruhig und tappte abwechselnd mit beiden Füßen auf den Boden. Einzig der Mann tat nichts und sagte auch nichts, schaute nur geradewegs den König an. Schließlich begann der Zwerg, Thobor, zu sprechen. „Und wie sollen wir schneller sein als die Spezialeinheit des Königs und was macht sie glauben, dass wir diesewr Aufgabe gewachsen sind?“

Andy
21.04.2008, 17:15
Kaum hatte der kleine Zwerg die Stadt erreicht wurde er auch gleich von einigen Palastwachen in den Palast gezogen. Dort angekommen waren noch drei weitere Menschen mit ihm im Raum aber vom König war bisher keine Spur. Alle Drei machten den Anschein das sie erfahrene Kämpfer und Jäger machten was Thobor etwas stutzig machte. So gleich kam eine Frau auf ihn zu und beugte sich zu ihm runter. Dann streckte sie ihm den Arm hin und stellte sich als "Korona" vor. Thobor fand das hörte sich irgendwie an wie ein Zwergenbier, aber schließlich war sein Name auch nicht gerade der tollste zumindest für einen Zwerg. Schließlich hieß von den Meister der Schmiede und Bergbaukunst keiner Steinfresser. Schon kam ein Krieger auf ihn zu hinüber und stellte sich als "Javier" vor. Danach folgte die zweite Frau die sich im Raum befand. Sie stellte sich als "Meredith" vor und beugte sich ebenfalls zu Thobor hinunter was ihn sehr erfreute. Zum Schluss folgte ein Mann der erst später dazu gekommen war, er war groß und schlank, ähnlich wie Javier und stellte sich brüsk vor:
„Ich bin Etheniel“
Javier grüßte ihn zuerst, dann wollte sich der Zwergenmagier ebenfalls vorstellen, doch Etheniel besaß die Dreistigkeit, sich nicht zu ihm hinunter zu beugen, sodass der Zwerg keine Möglichkeit hatte, ihm die Hand zu geben. Thobor war entrüstet, ließ sich jedoch nichts anmerken.
Nach dem sich alle vorgestellt hatten schaute sich Thobor neugierig im Thronsaal um und erschrak als plötzlich die Türe auf ging und eine Stimme sagte "Der König von Andamant, verneigt euch vor dem König von Andamant!"

Sofort fielen die ganzen Menschen auf die Knie und nur Thobor stand im Thronsaal. Er hörte ein räuspern von Meredith. Dann sagte er zu ihr "Warum sollte ich auf die Knie gehen, erstens ist es nicht mein König und zweitens bin ich so endlich mal größer als ihr!"
Thobor gefiel es endlich nicht mehr der kleinste zu sein und sah mit entzücken das in den Augen von Meredith ein Blitzen zu sehen war. War dies ein Zeichen dafür dass sie auf ihn Los gehen würde? Aber darüber machte sich der Magier keine Gedanken schließlich beherrschte er ja das Element Wasser. Nach dem der König auf seinen mit Gold verzierten Thron Platz genommen hatte erhob er das Wort.

„ Ihr fragt euch sicher, warum ihr hier seid“, Unser bisher sehr geschätzter Nachbar Killmar scheint sich auf einen Krieg gegen uns vorzubereiten, der killmarische Prinz hat zudem schon das Gebirge eingenommen. Ihr müsst zur Insel Skig aufbrechen und versuchen die Magier auf unsere Seite zu ziehen, bevor Killmar dies tut. Der Prinz, Galliard, hat auch schon seine Spezialeinheit, die Puriks losgeschickt. Deswegen seid ihr hier. Natürlich ist diese Mission von entscheidender Wichtigkeit und ihr werdet fürstlich dafür entlohnt werden.

„Und wie sollen wir schneller sein als die Spezialeinheit des Königs und was macht sie glauben, dass wir dieser Aufgabe gewachsen sind?“ warf Thobor ein.

„Ihr alle habt die nötigen Fertigkeiten wir ich glaube, doch kommen wir zu den Magiern, seit vorischtig, zum einen traue ich ihnen nicht….

Der König konnte seinen Satz nicht beenden den Thobor war ihm schon ins Wort gefallen. Schließlich war er selbst Zauberer und hasste es wenn über seine Kaste schlecht geredet wurde. Hätte er eine Axt dabei gehabt hätte er sie nach dem König geworfen und ihm so den Schädel gespalten aber nein die Wachen mussten ihm ja sogar seinen Dolch abnehmen mit dem er normal Kräuter schnitt. Nun musste er sich verbal gegen den König wehren. "Was weißt du eigentlich von den Magiern..." Auch Thobor konnte seinen Satz nicht zu Ende sprechen dann plötzlich spürte er etwas kaltes Metallisches an seinem Hals. Als er zur Seite sah erblickte er Meredith diese sagte "Es war schon schlimm genug das du dem König nicht die Ehre entgegen gebracht hast die ihm gebührt nun fällst du ihm auch noch ins Wort. Dafür sollte ich dich auf der Stelle töten!" Plötzlich wurde es dunkel über Thobor denn der Mann der ihm vorher nicht einmal die Hand gereicht hatte stand über ihm und hatte seine Klinge an die Kehle der Königstreuen gelegt. Dann sagte er "Lass den kleinen Los oder du wirst sterben!" Es war ein lustiger Anblick ein Zwerg wurde von einen Frau festgehalten und diese von einem Mann. Thobor hätte einfach durch die Beine des Mannes entkommen könnt tat er aber nicht weil der König die drei anwies ihren Streit bei zulegen damit er mit seiner Erklärung fortfahren konnte.

Kylie
21.04.2008, 19:58
Korona hatte sich zurück gelehnt und die auseinandersetzung mit einem lächeln beobachtet. Der König wirkte verängstigt, wie er so auf seinem heiligen Thron saß, die AUgen weit aufgerissen. Vermutlich bereut er es uns ausgewählt zu haben, überlegte sich Korona und schmunzelte. Die Ganze Sache fing ja schon mal gut an. Magiern vertraute sie auch wenig. Sie konnten das was sie nicht konnte, und was sie niemals können würde. Es passte ihr nicht.
Dann auch noch ein Zwergen als Magier? Das war ihr neu, aber sie akzeptierte es. Überhaupt fand sie die Truppe ziemlich bunt zusammen gewürfelt. Es war ihr, seit sie alle kennengelernt hatte, klar geworden das komplikationen auftauchen würden.
Der Streit war beendet. Der König fuhr fort, nun mit einer zittrigen Stimme:
"Dieser Streit war unangepasst. Ich habe euch auserwählt, EUCH, denen ich vertraue. So etwas dulde ich nicht in diesen königlichen Hallen. Ihr solltet euch schämen dieses kindlcihe Niveau ist hier unangebracht. Egal, es war nur ein Streit, nur ein Streit. Ihr werdet es schaffen daran habe ich keine Zweifel."- Korona viel auf wie durchenander er war. Hatte er etwa Angst? -"Ich möchte das ihr schnellst möglich aufbrecht. Am besten noch heute oder morgen. Wir dürfen nicht zu lassen das Galliard alles zerstört. Wir können und wir dürfen nicht! Ich denke ihr seit die besten in eurem Gebiet. Jeder von euch hat es verdient hier zu sein. Ich habe euch ausgewählt. Nur euch. Seid vorsichtig und enttäuscht mich nicht."
Korona warf jedem der am Tisch saß einen Blick zu. In Etheniels Augen sah sie viel Erfahrung und Leid. Sie wusste nicht was er alles erlebt hatte, das würde sich später erzählen lassen, aber sie merkte das da etwas war. Ein tiefer Schmerz?
Javier wirkte lässig. Er empfand die Mission wohl als keine Herausforderung, während Meredith wütend, vermutlich immer noch über Thobors reaktion, drein schaute. Sie begegnete ihrem Blick. Korona versuchte zu lächeln, es misslang ihr. Der Zwerg schaute finster drein. Ihn musste der Kommentar des Königs ziemlich verärgert haben. Aber einen Grund muss der König ja gehabt haben um ihn hier her bringen zu lassen.
"Ihr dürft den Saal nun verlassen.", sagte der König, "Bereitet euch gut vor. Ich habe euch ein Haus für euch alle zur Verfügunggsestellt. Dort werdet ihr Nahrung, Wasser, Betten und Ausrüstung vorfinden. Eine Wache wird euch dorthin begleiten."
Die fünf standen langsam auf. Eine Wache verließ die linke Seite des Königs und kam auf sie zu. "Also gut, folgt mir einfach.", sagte sie lustlos und trabte vorran.
Die Wache führte sie aus dem Thronsaal hinaus. Dort erhielten sie ihre Waffen wieder zurück, die ihnen abgenommen wurden. Die Wache führte sie weiter die Straße entlang. Korona merkte sich nicht den Weg, sie würde ihn so oder so wieder finden. Stattdessen träumte sie vor sich hin, beobachtete die Leute auf den Straßen, den Himmel und die Vier anderen mit denen sie die nächste Zeit verbringen würde. "Da sind wir.", sagte die Wache mit unverändertem Ton. "Falls ihr irgendwelchen Nachschubu braucht solltet ihr den König darum bitten. Also dann" DIe Wache machte kehrt um zum Thronsaal zurück zu kehren.

coftysweet
21.04.2008, 21:24
Ein festes Blockhaus stand vor ihnen. Wie das ganze Land war es bäuerlich, aber fest und gesund. Keine wurmigen Balken, kein verfaultes Stroh auf dem Dach. Meredith liebte dieses Land. Mehr noch, seitdem ihr der König das wertvollste geschenkt hatte, dass sich ein Mensch denken kann: Das Licht der Sonne wiedersehen zu dürfen. Gleich neben ihren Göttern stand er, der Herrscher. Er war die Güte, die Großmut und die Intelligenz dieses Landes. Sie wusste, dass seine Angst begründet war. Sie hatte die Boten belauscht, die geheimen Schriften gelesen und nachts in den Spelunken die Intriganten gehört, die an der Allmacht des Königs zweifelten.

Als sie das kleine gesunde Haus betrat, zweifelte sie nicht. Mit dem richtigen Weg und dem Herzen voll Loyalität konnte der Plan nicht fehl schlagen. Auch wenn sie es bedauerte, nicht allein gehen zu dürfen. Im hellen Schein der Öllampen sah sie die Fehler ihrer Mitreisenden noch deutlicher. Eine verträumte Fährtenleserin, ein arroganter Söldner, ein selbst bemitleidender Verräter und ein Zwerg, der von sich behauptete Magier zu sein. Warum hatte sie nicht allein gehen können, sich hinter den Häschern vorbei schleichen und die Botschaften ihres Gebieters darlegen können. Sie beobachtete die vier von der Tür aus. Vielleicht sehe ich sie alle zu negativ. Vielleicht weil ich enttäuscht bin, dass mir der König diese Aufgabe nicht alleine gab. Ich bin seine rechte Hand. Wen er sterben sehen will, der hat keine Chance auf Leben. Was er wissen will, kann ich ihm beschaffen. Warum nur?

"Willst du an der Tür Wurzeln schlagen?" Javier blaffte sie von der Seite an. Ihm schien es genauso wenig zu gefallen, den Auftrag in der Gruppe aus zu führen. Ihre Augen wurden schmal und kalt. Während er weiter sprach, wandte er ihr den Rücken zu um sein Bett zu richten. „Du solltest dich besser auf's Ohr hauen. Wir haben einen langen Weg vor uns.“ Sie schnaubte durch die Nase. „Falls es genehm ist, der Herr, so entscheide ich selbst wann ich zu Bett gehe.“ Sie wandte ihren Blick ab und er fiel unweigerlich auf den Zwerg, der geschäftig seine Sachen ordnete, seine schwere Robe akkurat faltete und sein kleines Kräutermesser an sich drückte. Eiskalter Hass durchströmte sie. Dieser möchtegern Magier hatte mit Füßen getreten was ihr heilig war. Nur das Wort des Königs beschützte ihn. In diesem Moment schwor sie sich, dass das Ende des Auftrages auch das Ende dieser Kreatur sein würde. Etheniel hatte sich an den Kamin zurück gezogen. Allein, wie es seine Art war. Schon den ganzen Weg hatte er sich abseits gehalten. Nun wieder. Korona hingegen suchte mit Blicken nach Kontakt. Bereits bei der Audienz des Königs hatte Meredith das gemerkt. Noch war Korona für sie jedoch Konkurrenz, da sie genauso viel Vertrauen beim König genoss wie sie selbst. Als Koronas Blick zu ihr zurückkehrte, schritt sie hoch erhobenen Hauptes – auch wenn es sie nicht größer machte – zu dem einzigen freien Bett neben Javier. Sie warf ihr Bündel achtlos unter das Bett, legte aber ihren Glasdolch behutsam unter das Kopfkissen. Ein reicher Kaufmann hatte diese Wunderwaffe ihr vererbt. Unfreiwillig, versteht sich. Sie war eine der wenigen neben Korona, die ihre Waffe in der Nähe des Königs tragen durften. Denn diese Waffe würde dem Herrscher nie schaden. Schließlich streckte sie sich in Kleidern auf der Strohmatte aus. Ein letzter abschätzender Blick galt Javier. Er maß sie arrogant. „Höre der Herr,“ schmeichelte sie. „Wenn er gedenkt zu schnarchen, wird er diese Nacht an seinem Kissen ersticken.“ Mit diesen Worten schloss sie die Augen. Ob sie schlief konnte keiner der anderen sagen.

Grimward
21.04.2008, 22:32
Der Tischler entzündete das Feuer im Kamin, nachdem sich die anderen in ihre Betten gelegt hatten. Er selbst war noch nicht müde, verspürte nicht den Wunsch zu schlafen, sondern vielmehr den Wunsch, das heute gesehene zu verarbeiten. Um sich eine Lagerstatt zu sichern, hatte er ganz einfach sein Schwert und sein Schild auf eine der Pritschen geworfen, ebenso seinen grünlichen Reisemantel. Diese Geste hatte ausgereicht, um die anderen davon abzuhalten, irgendwelche Fragen zu stellen, oder ihm gar dumm zu kommen. Das Feuer begann langsam zu flackern und ein paar Holzscheite knackten unangenehm laut, sodass Etheniel befürchtete, er könnte die anderen wecken, doch ein flüchtiger Blick auf die Schlafenden, verriet ihm, dass niemand sich beschwerte. Leise fluchend redete er auf das Feuer ein, es möge sich doch ein wenig ruhiger verhalten, er wollte nicht, dass er die anderen weckte, denn das hätte wohl dazu geführt, dass er sich mit ihnen unterhalten müsste, was nicht in seinem Sinne lag. Er warf noch einige Holzscheite ins Feuer, wobei er wiederum darauf achtete, nicht allzu viel Lärm zu machen und ließ sich dann in den hölzernen Stuhl sinken, den er vor dem Kamin aufgestellt hatte. Einige Augenblicke suchte er nach einer bequemen Position, doch dann erkannte er, dass es auf dem harten Holzstuhl mit der ebenso harten Holzlehne, keine bequeme Position gab und so beugte er sich einfach vor um möglichst nah am Feuer zu sein. Es war zwar nicht wirklich kalt, im Gegenteil, trotz des eher grauen und diesigen Wetters, war dieser Frühling ein verhältnismäßig milder. Allerdings war es in dieser doch recht zugigen Bauernkate auch nicht wirklich warm und Etheniel genoss die Wärme des Feuers, die sich wie ein Mantel um seine Schultern legte und ihm Versprechungen von Geborgenheit und Sicherheit zuraunte. Sicherheit und Geborgenheit. Er schalt sich selbst einen Narren. Dies war so ziemlich der letzte Ort auf Erden, der ihm Sicherheit und ein ruhiges Leben versprach. Zusammen mit vier exzentrischen Personen, die sich alle ungefähr so gern hatten, wie der Hund die Katze. Vom König ausersehen, auf diese höllische Mission zu gehen, natürlich hatten sie sich nicht dagegen wehren können: Was gab es denn da schon zu sagen? Der König war der König, selbst wenn er ein schwacher, paranoider und politisch nicht fähiger Kerl war, wie Aditus. Man befolgte seine Befehle oder verließ das Land. Doch Etheniel hatte bereits all seine Trümpfe verspielt. Er konnte nirgendwohin, seine Vergangenheit lag in Scherben und der Weg vor ihm schien von Hämmern gespickt die nur darauf warteten, weitere Spiegel zu zerschlagen und Etheniel in einem Meer aus Scherben zu ertränken. Aber ihm blieb kein anderer Weg. Doch wenn er diese Reise überstehen wollte, dann musste er sich mit seinen Kameraden verstehen und momentan sah der ehemalige Gardist keine Möglichkeit, wie aus diesen Charakteren jemals eine Einheit werden sollte. Da waren Javier und der Zwergenmagier, die auf ihn einen einigermaßen vernünftigen Eindruck machten. Beide schienen sie nicht übermäßig begeistert über ihr los, doch beide fügten sie sich in ihr Schicksal und trugen es mit Würde. Der Zwergenmagier, Thobor, hatte einiges an Courage bewiesen, als er dem König die Stirn geboten hatte. Javier schien ein ruhiger Kerl zu sein, der das Leben nahm, wie es eben kam. Eine Haltung, die Etheniel beneidete. Hinzu kam Korona, die offenbar zu den Vertrauten des Königs gehörte, was er auf Anhieb bedenklich fand und Meredith die versucht hatte den Zwergenmagier zu erdolchen und Javier bedroht hatte, obwohl er ihr keinen rechten Grund dazu gegeben hatte. Sie schien den König bedingungslos zu vergöttern und der König schien ihr alles durchgehen zu lassen, denn ihren Angriff auf Thobor hatte er als Banalität abgetan. Ein Glück für ihn, so wusste Etheniel, denn anderenfalls hätte er wohl aufgrund des Tragens einer Waffe ordentlich Ärger bekommen. Er wusste nicht genau, welcher Entschluss ihn dazu gebracht hatte Thobor zu helfen, er hatte durchaus Respekt vor dem Volk der Zwerge, doch Zuneigung hatte er nie empfunden. Wahrscheinlich, so überlegte und bückte sich, um einen weiteren Holzscheit ins Feuer zu werfen, hatte ihn die überhebliche, unsachliche Art der königlichen Bediensteten so gereizt, dass er sich einfach blindlings auf die Seite ihrer Gegner geschlagen hatte.

Noch bevor er diesen Gedankengang wirklich zu Ende gebracht hatte, vernahm er das verhaltene Treten von gedämpften, barfüßigen Schritten und wandte sich um. Javier hatte sich aus seinem Gemach erhoben und schlich auf Zehenspitzen auf den Kamin zu. Etheniel zwang sich ein halbes Lächeln auf die Lippen, wandte sich um, sodass Javier es nicht sehe konnte und verdrehte die Augen. Nicht, dass er etwas gegen den Söldner hatte, dafür kannte er ihn zu wenig, auf Anhieb war er ihm sogar der sympathischste Charakter aus der Gruppe, was wohl daran lag, dass er Etheniel oberflächlich betrachtet, recht ähnlich war. Doch nichtsdestotrotz hatte er eigentlich keine Lust auf eine Unterhaltung, ganz gleich mit wem. Inzwischen hatte sich Javier einen Stuhl aus einer Ecke des Zimmers geschnappt und ihn zum Feuer herübergestellt. Der Söldner trug lediglich ein Stoffhemd und eine dazupassende Hose, keine Schuhe, er streckte die Füße dem Feuer entgegen und murmelte gedämpft:
"Frisch was?"
"Es geht", sagte Etheniel lapidar und starrte aus dem einzigen Fenster hinaus, welches einen winzigen Ausschnit des inzwischen völlig dunklen Nachthimmels preisgab. Einige Augenblicke herrschte Stille, die beiden Männer saßen lediglich konspirativ am Feuer und sagten nichts, der Tischler rechnete es Javier hoch an, dass er offenbar bemerkt hatte, dass Etheniel kein gesteigertes Interesse an einer nicht besonders zweckmäßigen Unterhaltung hatte. Doch schließlich kam doch wieder etwas vom Söldner, offenbar mehr zum Feuer und sich selbst, als tatsächlich zu Etheniel sprechend, murmelte er:
"Diese Frau ist doch völlig verrückt."
"Wer?" erkundigte sich Etheniel reflexartig, ohne sich Recht dazu entschlossen zu haben.
"Na, diese Meredith", erwiederte sein Nachbar offenbar verwundert darüber, überhaupt eine Nachfrage erhalten zu haben und machte eine nachlässige Handbewegung, welche wohl auf die Betten in ihrem Rücken gemünzt werden sollte.
"Ich denke sie ist des Königs Rückversicherung. Wir anderen sind ihm fremd, nur Korona scheint er wirklich zu kennen, Meredith ist seine Vertraute und sie betet ihn an, sie würde ihn niemals verraten, sondern alles tun um den Auftrag auszuführen. Deshalb ist sie dabei", sagte Etheniel, selbst überrascht von dieser wohl zutreffenden Aussage.
"Ja", meinte Javier vage, "Aber warum ist sie so verdammt schroff, sie hätte den kleinen Magier beinahe umgebracht."
Etheniel zuckte mit den Schultern. Die menschlichen Hintergründe dieser Meredith interessierten ihn weniger. Der Söldner hingegen, schien durch Etheniels ausführliche Antwort ein wenig Mut geschöpft zu haben und, als er sah, dass Etheniel auf seine erste Aussage nichts erwidern würde fragte er:
"Der König hat uns einander nicht vorgestellt, ich war jahrelang Söldner und wurde nun zu diesem Kommando eingezogen, da der König der Meinung ist, dass meine Erfahrung als Krieger der Truppe von Nutzen sein könnte. Eigentlich habe ich mich schon zur Ruhe gesetzt. Aber der König ist nunmal der König. Außerdem denk nur, was man mit dem vielen Gold anstellen könnte. Wie sieht es mit dir aus?"
Etheniel seufzte, dann antwortete er:
"Mein Dorf wurde überfallen, ich überlebte, daher reiste ich zum König um ihn daran zu erinnern, was für eine Pflicht er zu erfüllen hat. Also wälzte er seine Pflicht auf mich ab", die anspielung auf die Belohnung überging er einfach. Kein Gold konnte seine Verluste aufwiegen, kein Reichtum seine Schuld lindern.
Javier grinste ins Feuer und sie saßen noch einige Minuten schweigend beieinander, dann erhob sich der Tischler wortlos und ging zu Bett.

coftysweet
22.04.2008, 16:31
Der nächste Morgen war der Tag des Aufbruchs. So trüb wie der Abend war auch der Morgen. Meredith fröstelte, als sie mit dem leichten Umhang und ihrem Reiserucksack nach draußen trat. Sie hatte kaum etwas gegessen. Wie stets schlug ihr die Nervosität vor dem herannahenden Wagnis auf den Magen. Einzig eine Schale Ziegenmilch und etwas Brot waren ihre Wegzehrung. Im Gepäck hatten sie alle nichts bis auf eine Flasche Wasser, denn da der ganze Weg über heimatliches Gefilde gehen würde, erwartete man bei Einbruch der Dunkelheit in einem Gasthof unter zukommen. Und da sie den ganzen Weg zu Fuß zurück legen mussten, war weniger Gepäck besser für das Fortkommen. Meredith setzte ihre Hoffnung etwas auf die Jägerin Korona. Vielleicht würde ein unachtsamer Hase ja eine Zwischenmahlzeit abgeben. So stapften sie los, aus Escotan heraus und direkt in die Wildnis der Wälder und Wiesen Adamants. Korona vorweg, kaum ein Auge auf Schilder und Karten richtend, immer der Sonne oder der Nase nach. Direkt danach der Zwerg, dann Etheniel und Javier, ganz am Ende Meredith mit Augen für jede Bewegung und Ohren für jedes Geräusch. Kannte Korona instinktiv den Weg, so hätte sie später instinktiv sagen können, an wie vielen Tannen, Eschen oder Eichen sie vorbei gekommen waren. Der Plan war Orte so weit möglich zu umgehen und nur zur Rast einen aufzusuchen. Man wollte die Bewohner Adamants nicht unnötig durch die bewaffneten Recken verängstigen. Außerdem musste der Zwerg für jeden Bauern eine sonderbare Erscheinung bieten. Zwar hatte Meredith Mühe, dem steinigen, unwegsamen Gelände zu trotzen, doch blieb sie nicht zurück wie Thobor. Kaum eine Stunde nach Aufbruch war seine Position von der zweiten auf die letzte Stelle gerückt. Drei Stunden später hörte Meredith ihn stetig schnaufen. Sein Alchemiegeschirr klapperte beim spurten, denn er musste spurten um hinterher zu kommen. Die Ausdauer der Zwerge mochte zwar bekannt sein, doch auch die Kürze ihrer Beine. Gegen Mittag war es dann soweit, dass die Truppe auf ihn warten musste. Tatsächlich hielt Korona derzeit Ausschau nach etwas jagbarem, Etheniel legte sich auf ein Moosbett unter den Bäumen um zu ruhen und Javier rastete auf einem Baumstumpf. Da stieg Meredith ein wohlbekannter Geruch in die Nase. Es roch nach Pferd: Eine Mischung aus Tierschweiß und Pferdedung, dazu leises wiehern aus der Ferne. Doch hier im Wald durfte es eigentlich keine Pferde geben. Ihre Augen begannen zu lodern, ihre Finger zu jucken. „Sollten die kurzen Beine den Zwerg doch noch hierher führen bevor ich zurück bin, so wartet ebenfalls auf mich.“ Mit dieser kurzen Ansage verschwand sie schattengleich in den Bäumen. Noch während sie sich lautlos durch das Gehölz tastete, zog sie aus ihrem Beutel einen Schal und ein Brotmesser. Den Schal wickelte sie um ihr Haar und den unteren Teil des Gesichts. So konnte sie kein helles Leuchten der Strähnen verraten. Sie wurde eins mit den Bäumen. Das Küchenmesser hielt sie gezückt, aber versteckt. Schließlich war sie noch nicht ganz sicher, worauf sie stoßen würde.

Tatsächlich bestätigte sich ihr Vermutung. Auf einer kleinen Lichtung nahe der ihren rastete eine Reitergruppe. Die Wache war selbstsicher eingenickt und der Rest schien in einem nahe stehenden Zelt zu speisen. Diese Leute waren merkwürdig vertrauensvoll, kam es Meredith in den Sinn. Vorsichtig näherte sie sich der schlafenden Wache. Es blitze silbern unter dem Umhang. Dieser Reiter trug Kettenhemd und Langschwert bei sich. Es fehlte an einer nationalen Tracht. Doch diese zwei Tatsachen ließen ihr die Alarmglocken schrillen. Jedem anderen Reitertrupp hätte sie jetzt mindestens zwei Pferde gestohlen. Hier jedoch wagte sie es nicht. Die Reiter von Adamant trugen Tracht und Lederwams. Diese Reiter waren Fremde. Sie zu bestehlen könnte bedeuten, feindliche Späher zu alarmieren. Andererseits war das Risiko hoch, dass man auf ihre Spur stieß und zu Fuß hatten sie keinerlei Chance. Nachdenklich zog sie sich zurück in den Wald. Sechs Stunden Fußmarsch von Escotan feindliche Späher. Das hieß nichts Gutes. Behutsam ging sie zurück, verwischte jegliche Spuren. Man durfte auf keinen Fall bemerken, dass man beobachtet wurde. Sonst würden sie in Kürze von den stark bewaffneten Spähern gejagt werden. Vielleicht war es möglich, sie auszuschalten. Doch das schaffte sie in keinem Fall allein. Allein hätte sie sich im Dickicht aufgelöst und wäre vorbei geschlichen. Jetzt musste die Gruppe entscheiden, was zu tun sei. Als sie zurück auf die Lichtung kam, hörte sie Javier mit Korona über den Gebratenen Fasan scherzen und den Zwerg mit Mörser und Stößel poltern. Mit einem hohen Pfiff brachte zog sie die Aufmerksamkeit auf sich. Javier hob gerade an, sie zum Mittagessen zu rufen. Bei ihrem Gesichtsausdruck erstarb ihm das Wort auf den Lippen. Selbst Thobor hielt entgeistert in seiner Handlung inne.

Andy
22.04.2008, 17:36
Als Meredith wieder von ihrer Erkundungstour zurück kam sagte sie "Ich habe dort auf einer Lichtung im Wald einige Pferde gefunden." Thobor schritt los in Richtung Wald. Doch wurde er von dem Menschen Krieger aufgehalten. Thobor wollte sich gerade von ihm los reisen da erhob die Königstreue schon wieder ihre liebliche Stimme. "Es gibt da nur ein Problem.." Sie konnte wieder mal nicht ausreden da Thobor ihr schon wieder ins Wort fällt. "War ja klar das auf dieser Reise nicht alles nach Plan laufen kann. Erst werde ich von irgendwelchen Rosaröcken fest genommen. Um dann mit ein paar irren nach Skig zu gehen um dort die Magier zu Informieren. Und nun macht diese Königstreue einem Hoffnungen und dann doch wieder nicht. Ich sollte einfach gehen!!" Thobor wollte gerade in die andere Richtung gehen da spürte er eine Hand an seiner Robe die ihn mit wenig Kraft fest hielt. Als er sich umdrehte war es der Söldner Javier der ihn fest hielt.

Nach dem Meredith fortgefahren war und ihnen erklärt hatte was sie vor nun tun wollte. Machten sich alle auf den Weg um ihre Aufgabe zu erfüllen. Dem Magier gefiel es nicht mit den beiden Frauen die Pferde zu stehlen. Während die beiden anderen Männer sich um die Reiter kümmern sollte. Javier und Etheniel hatten sich auf den Boden gelegt und robbten auf dem Waldboden in Richtung Lichtung. Dort angekommen sollte sie für etwas Ablenkung sorgen damit die Reiter sich um diese Problem kümmern sollte und die anderen drei die Pferde stehlen konnte.
Die Pferdediebe machten sich nun auch auf den Weg zur Lichtung um dort in Stellung zu gehen. Sie waren noch nicht am Ziel als sie schon die Rufe von Etheniel und Javier hörten. Sie hörten sich an wie wilde Brüllaffen im Regenwald. Aber anscheinet ging der Plan von
Meredith auf. Denn die Reiter zogen ihre Waffen und machte sich auf den Weg in die Richtung von wo aus sie die Geräusch quellen vermuteten. Die Drei, im Dickicht des Waldes nutzen diese Gelegenheit und machte sich daran die Pferde der Ritter zu entwenden. Es waren genau fünf Stück. Das hieß dass es für jeden Gesandten des Königs ein Pferd reichte. Schnell waren die Zügel von den Bäumen gelöst und schon war Meredith mit zwei Pferden im Wald verschwunden. Auch Korona hatte bereits zwei Pferde los gemacht und hatte sich auf den Weg zurück gemacht. Nun stand nur noch Thobor alleine auf der Lichtung und versuchte ein Pferd los zu machen. Aber es gelang ihm nicht denn der Knoten saß zu weit oben und so konnte ihn Thobor ihn nicht erreichen. Thobor begann zu fluchen "Bei meinem Barte warum müssen Zwerge so klein sein!!!!" Kaum hatte er ausgesprochen schon kamen die Ritter wieder zurück und entdeckten den kleinen Zwerg. Dieser lies das Pferd am Baum und rannte zurück in den Wald. Er wusste dass er gegen die Männer keine Chance hatte und so konzentrierte er sich auf seine Magie. Er wollte die Männer mit seiner Magie ablenken um so im Dickicht das weite zu suchen. Schnell wurde der Sonnenklare Himmel von vielen dunklen Regenwolken eingenommen und einige Sekunden später. Ging ein Blitz genau hinter Thobor nieder. Dieser Riss ein Baum in zwei und versperrte so den Verfolgern den Weg. Nun begann es aus Kübeln zu regen und der Waldboden weichte schnell auf. Thobor rannte immer und schließlich erkannte er vor ihm die Lichtung an der sie Rast gemacht hatten. Kurz bevor er die Lichtung erreicht hatte rutschte der Zwergenmagier aus rutschte auf dem nassen Waldboden in Richtung Lichtung weiter.

Kylie
22.04.2008, 18:03
Korona und Merdith beeilten sich. Die Pferde waren allesamt schön. Als Korona sie näher betrachtete viel ihr auf das eines fast schwarz war. Ein anderes war in einem helleren braun, einen weißen Fleck auf der Stirn der das ganze Auge entlang lief. Das dritte war braun, weiß gescheckt. Ein einfacher Schimmel. Das letzte war weiß und prächtig. Sie folgten ihnen ohne sich auch nur einmal zu hemmen. Beide Frauen wussten dass es nun schnell gehen musste. Doch wo war der verdammte Zwerg?
"Wo ist der Zwerg?", fragte Korona.
"Wir haben ihn verloren.", seufzte Meredeith und sah sich um.
"Hättest du nicht aufpassen können?", fragte sie.
"Du hättest auch aufpassen können, aber gut, gehen wir einfach zur" -
"Bist du lebensmüde? Wir müssen uns an den Plan halten bevor es zu spät ist."
"Wenn der Zwerg nun aber in Bedrängnis steckt?"
Meredith antwortete nicht, sondern schwang sich auf das eine Pferd.
"Wir gehen wie geplant zu der Lichtung. Schnell jetzt" Korona bestieg ein Pferd ebenfalls, sie versuchten schnell vor ran zu kommen. Die Bäume und das Dickicht lichteten sich etwas. Sie stiegen wieder ab als sie auf der Lichtung waren. Es regnete und ein Blitz durch stieß die Luft.
"Es regnet.", sagte Korona.
"Ach wirklich?", entgegnete Meredith.
"Vorhin hat es nicht geregnet, es sah nicht einmal annähernd so aus."
"Ich glaube langsam das Du sie nicht ... egal. Da kommen Javier und Etheniel."
Die beiden Männer hechteten aus dem Wald.
"Wir haben sie abgehängt, ich glaube sie sind jetzt zurück zum Lager. Wo ist Thobor?", fragte Etheniel. Die Frauen zuckten mit den Achseln. "Hier bin ich!", rief die mehr oder weniger vertraute Stimme Thobors. Korona drehte sich um und sah einen Zipfel seines Bartes aus einem Gebüsch herausragen. Nun bekamen sie immer mehr vom Zwerg zu sehen. Korona und Javier halfen ihm schnell.
"Was sollte das?", fragte Etheniel mit scharfer Stimme. "Die Späher sind mir gefolgt wir haben keine Zeit mehr. Etheniel ich springe bei dir auf!", rief der Zwerg.
"Wo ist das andere Pferd?", fragte Meredith.
"Ich konnte es nicht mehr losbinden sie kamen zurück."
"Das Pferd wäre sowieso zu groß für dich gewesen.", sagte Etheniel. „Ach tatsächlich? Wenigstens renne ich nicht durch den Wald und schreie herum wie Brüllaffen.“
„Das war schließlich der Plan.“, sagte Javier. „Ich hätte es auch nicht unbedingt regnen lassen. Jetzt sieht man die Spuren von uns im Matsch.“, entgegnete Korona.
„Das war Notwehr, außerdem woher weißt du das ich es regnen lassen habe?“
Etheniel sprang auf das weiße Pferd. Javier sah ihn böse an. „Ich wollte das weiße Pferd.“ Etheniel verdrehte die Augen. „Ich hab es jetzt nimm ein anderes.“, entgegnete er. Korona stieg schnell auf das schwarze. Meredith schnappte sich das gescheckte, bevor Javier es sich holen konnte. Wut entbrannt nahm er das braune. Meredith beäugte Korona misstrauisch. Sie bemerkte ihren Blick. „Was ist?“, fragte Korona. „Du hast dir das beste gekrallt.“, entgegnete Meredith.
„Das weiße ist das beste.“, sagte Thobor. Etheniel half dem Zwergen auf das Pferd. Etheniel beäugte das kleine Geschöpf von Kopf bis Fuß. „Du bist voller Matsch.“ „Ich weiß.“
„Am Schluss habt ihr noch ein braunes Pferd.“, lachte Javier spöttisch. Es knackte hinter ihnen. „Wir haben zu lange gebraucht.“, sagte Meredith sauer.
Thobor wollte Javier noch etwas entgegnen aber dann ritten sie los.
Korona schmunzelte, mal wieder war sie von dieser bunten Truppe mehr oder weniger begeistert. Es war ihr ein Rätsel wie sie die Mission schaffen sollten. Würde sich diese Gruppe jemals richtig vertragen können`? Sie hoffte es insgeheim, andererseits wollte sie sich nicht mit der Gruppe vertragen. Wegen ihren kindlichen Streitereien wussten die Späher nun das sie auf dem Weg waren. Korona fröstelte etwas im Regen. Sie hatte sich die Kapuze des Umhangs über ihr Gesicht gezogen und ritt vor raus um zu versuchen den richtigen Weg zu nehmen. Ihr Blick war an die Bäume und den Himmel gerichtet. „Aber wisst ihr was?“, rief Thobor, „Ich muss meinen Kopf beim reiten nicht einziehen.“
Kaum hatten sie die Lichtung verlassen platzten die Späher aus dem Wald. Sie wussten dass der König jemanden entsandt hatte und als sie die Pferdespuren und Fußabdrücke im Matsch, der durch den Regen verursacht worden war sahen wussten sie dass es nicht nur ein Zwerg war. „Wir müssen Galliard auf schnellstem Wege bescheid sagen. Die werden keinen leichten weg mehr haben. Wir wissen ja wo sie hin wollen.“, sagte einer der Späher.

Grimward
22.04.2008, 22:50
Etheniel schwang sich vom Rücken des Pferdes und landete mit den Füßen auf dem weichen, graßbedeckten Erdboden. Ein wenig Schlamm spritzte auf und benetzte wohl seine Hose und die Stiefel, Etheniel war sich da nicht so sicher, denn schließlich konnte er überhaupt nichts sehen. Thobor versuchte es ihm gleich zu tun, was ziemlich ungeschickt wirkte und schlussendlich dazu führte, dass der Zwerg sich beinahe in eine Pfütze gelegt hatte. Denn in den letzten Stunden hatte es begonnen wie verrückt zu regnen. Im stillen hatten sie wohl zunächst alle den Magier im Verdacht gehabt, der eine Demonstration seiner Kräfte bieten wollte, da er sich auf das Gebiet der Wassermagie spezialisiert hatte. Doch der Regen hielt an und schon nach kurzer Zeit war klar, dass dies nichts mit Magie zu tun hatte, denn Thobor war für einen Teil der Strecke, vor Etheniel auf dem weisen Ross sitzend, eingeschlafen. Nun war die Dunkelheit hereingebrochen und es hatte keinerlei Sinn mehr, die Reise durch die Landen von Andamant fortzusetzten. Die letzten Stunden waren sie, weitesgehend schweigend, im ziemlich schnellen Tempo nach Südwesten gezogen, immer wieder einen Blick nach hinten werfend, denn ihre leichtsinniger Pferdediebstahl hatte dazu geführt, dass die Männer von König Galliard nun sicherlich auf ihrer Fährte waren. Doch nun, gut eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit, hatten sie alle, selbst Meredith, die sich am längsten gesträubt hatte, eingesehen, dass es keinen Sinn machte, weiterzureiten, wenn selbst Korona, die unter ihnen die schärfsten Augen hatte und sich in der Wildnis am besten zu Recht fand, keine Ahnung mehr hatte, in welche Richtung sie eigentlich ritten. Der Tischler hörte, dass es ihm seine Gefährten gleichtaten und ebenfalls von ihren Pferden stiegen. Thobor nestelte neben ihm an irgendetwas metallischen, denn das helle Klingen übertonte sogar das unablässige Geräusch, der Regentropfen. Etheniel griff in die Satteltasche, die sie gemeinsam mit den Pferden gestohlen hatten und kramte darin herum. Während ihres Rittes, hatte er festgestellt, dass sich allerlei nützliche Dinge darin befanden. Ein wenig Proviant, Messer, ein paar Fackeln und auch Feuersteine. Die Späher waren gut ausgerüstet gewesen. Etheniel kramte die Fackel und die Feuersteine hervor, doch wenige Meter links von ihm, vernahm er bereits das aufeinanderschlagen zweier Steine und mit einem vernehmlichen Zischen, entzündete Meredith eine Fackel. Auch die anderen hatten Zugriff auf die Fackeln und andere nützliche Dinge. Glücklicherweise ließ der Regen langsam nach und sie trugen ein wenig Holz zusammen, welches Javier und Korona in ihren Satteltaschen vorfanden und entzündeten ein Lagerfeuer. Thobor verkündete lautstark, dass dies für einen Feuermagier kein Problem sei, er jedoch verstünde sich bloß auf das Element des Wassers.

"Kannst du nicht machen, dass die verfluchte Nässe sich verzieht?" brummte Javier an Thobor gewandt, als sie sich alle am Feuer, welches nur zaghaft vor sich hin flämmte, niedergelassen hatten.
"Nein, ich könnte allerdings noch mehr Wasser heraufbeschwören, wenn dir das lieb ist", bekundete Thobor der direkt neben Javier, und damit in der Reichweite seiner Arme, saß. Dafür gab ihm Javier eine spielerische Kopfnuss. Was der Zwerg mit einem schnaubenden Grunzen quittierte. Etheniel seufzte vernehmlich, wandte den Blick von den Zwein ab und hielt sein Stück pampiges Brot über das Feuer, in der Hoffnung das es ein wenig von seiner gammligen Feuchtigkeit verlor. Meredith schien sich mit ähnlichen Gedanken zu beschäftigen, denn auch sie stierte auf ihr Brot, welches so nah an der kümmerlichen Flamme war, dass es an den Rändern eine leicht schwarze Färbung annahm, gleich der Farbe der Nacht. Natürlich half auch dies nicht, am Ende hatte Meredith wohl ein an den Rändern geschwärztes, noch immer nasses und nicht besonders schmackhaftes Brot.
"Der König hätte uns ruhig ein bisschen besser ausrüsten können", murrte Korona in die Runde und ihre Stimme klang ungewöhnlich tief und bedrohlich, "Wir sind doch keine dahergelaufene Reserve. Wir sind der Plan A, der erste und einzige. Aber was haben wir für Hilfeleistungen? Den Segen des Königs und ein paar Kanten Brot", fuhr sie fort und sprach damit aus, was Etheniel dachte. Sie saßen hier im Schlamm, der Regen pladerte zwar gerade nicht auf sie herab, aber dabei handelte sich nur um eine Momentaufnahme, hatten kaum etwas zu beißen und keinen genauen Plan, was zu tun war. Kurzum sie waren aufeinander angewiesen und das gefiel ihm ganz und gar nicht.
"Der König muss sparen und wir dürfen nicht so aufallen, sonst weiß bald jeder im Lande bescheid und so weise und gütig unser König auch ist, es gibt ein paar schwarze Schafe im Volk, die uns bereitwillig an Killmar verkaufen würden", bemerkte Meredith in ihrer unerbittlichen Königstreue, die Etheniel ziemlich verwirrte. Er hatte solche Loyalität niemals entwickeln können, nicht einmal sich selbst gegenüber. Er hatte keine Ahnung wie eine solch intelligente Person wie Meredith so blind dem Wort eines Mannes folgen konnte. Zumal Aditus ganz offensichtlich kein guter König war, er hatte sich von seinen Feinden überrumpeln lassen und seine Pläne zu Gegenmaßnahmen schienen reichlich unausgegoren.
"Den unaufälligen Teil haben wir ordentlich vermasselt", erinnerte sie Javier so würdevoll, wie es mit einigen Brocken Brot im Mund, gerade noch möglich war.
"Wie habt ihr es eigentlich geschafft, die Kerle von den Pferden wegzulocken", erkundigte sich Thobor, welcher mit einem kleinen Stock im Feuer herumstocherte, in der Hoffnung es ein wenig zu vergrößeren. Etheniel warf einen Blick zum Söldner herüber, der verstand sofort und begann zu erzählen...

santana
22.04.2008, 23:38
Javier nun an den Zwerg gewandt, der ernsthaft interessiert schien, begann zu erzählen. „Der Plan war im Grunde ziemlich einfach“, meinte Javier mit einem leichten Lächeln auf seinen Lippen, die von den Strapatzen ansonsten doch etwas mitgenommen wirkten, genauso wie sein übriges Gesicht.
„Etheniel und ich sollten die Soldaten von den Pferden weglocken, damit Meredith und Korona sie stehlen konnten.“
„Soweit kenn` ich die Story auch“, erwiderte der Zwergenmagier.
„Nun ja, jedenfalls dachten Etheniel und ich an die so ziemlich wirksamste Methode dies zu tun“
„Und die wäre?“, fragte Meredith.
„Wir haben einfach so viel Lärm gemacht, dass sie zwangsläufig auf uns aufmerksam werden mussten!“, sagte Javier mit überlegenem Mienenspiel.
„Das war ja ein ganz großer Plan, tolle Idee“, lobte Meredith sarkastisch.
„Würde dir in der Kürze der Zeit etwas besseres einfallen?“, fragte Javier gereizt. Sie hatte ja gut reden. Sie musste ja bloß die Pferde stehlen. Stattdessen war es ihm und Etheniel zugefallen, den Kampf mit den Soldaten zu suchen. Nicht, dass ihm das Angst gemacht hätte, aber er mochte diesen Ton einfach nicht und schon gar nicht von einer Frau.
„Die Soldaten jedenfalls tappten voll in die Falle und wir mussten sie ablenken“, meldete sich nun auch Etheniel zu Wort.
„Den ersten Soldaten, den wir sahen, haben wir schlichtweg umgesäbelt“, schilderte Etheniel das Vorgehen nun genauer.
„Dann wurden es etwas mehr Soldaten und wir haben uns kurzfristig entschieden schnell zu euch zu stoßen“
„Erschien uns jedenfalls gesünder“, schloss Javier diesen kurzen Vortrag ab. In Wirklichkeit war es viel weniger eine Flucht, als vielmehr ein taktischer Rückzug. Ein so früher, kämpferischer Vorstoß war am Beginn eines Auftrages selten sinnig. Das Risiko einer möglichen Verletzung war zu groß.
„Das scheint mir alles ins allem nicht so gut geplant gewesen zu sein“, merkte der Zwerg nüchtern an und schloss ein ebenso treffendes Fazit daraus, wie Javier selbst.
„Dann kannst du ja das nächste Mal bei einer so spontanen Aktion den Helden spielen“, sagte Javier gereizt. Langsam ging ihm diese Unterhaltung gehörig auf die Nerven. Eine Weile blieb es still am Lagerplatz. Schließlich ergriff Korona das Wort.
„Ich gehe schlafen, schließlich müssen wir morgen ausgeruht sein“
„Ich ebenfalls“, schloss sich Meredith mit an.
„Ich nicht, ich bin dafür das einer ab jetzt jede Nacht Wache schiebt, um die Anderen notfalls zu warnen, wenn die Soldaten oder Ähnliches hier vorbeikommt“, legte Etheniel seine Meinung dar. „Heute Nacht werde ich das übernehmen“

coftysweet
23.04.2008, 15:43
Die Spatzen zwitscherten leise. Bestimmt war ihr Gefieder noch nass von den Schauern der letzten Nacht. Auch am Morgen fielen noch vereinzelt Tropfen vom Himmel und eine graue Wolkendecke verwehrte jeden trocknenden Sonnenstrahl. Sie waren alle fünf sehr niedergeschlagen. Das Feuer war über die Nacht erloschen. Das Prasseln des Regens im Geäst machte es unmöglich, Feinde zu hören. Und zu allem Überfluss wussten sie nicht einmal genau, wo sie waren. Korona untersuchte das Moos der Baumrinde, um sich wieder orientieren zu können. Etheniel lauschte verbissen nach Menschenstimmen oder Hundegebell. Der Zwerg befragte eine Schale Wasser mit einem Zweig. Doch mehr als Norden von Süden zu unterscheiden gelang ihnen nicht. Übellaunig packte Meredith die Satteltaschen ihrer gescheckten Stute. Die großen, klaren Augen beobachteten sie dabei. Ein bisschen ärgerte sie sich noch darüber, dass Korona sich gleich das beste Pferd angeeignet hatte. Andererseits wusste sie auch, dass keines der Pferde wesentlich schlechter war als das andere. Alle waren sie kräftig, gut genährt und gesund. Eben wie ganz Adamant. Was wohl aus dem geliebten Land werden mochte, wenn sie versagten. Galliard riss raffgierig jede Erzader und jedes fruchtbare Land an sich, dass er bekommen konnte. Dies konnte nun reine Freude an Reichtum sein, aber Meredith vermutete andere, finsterere Hintergründe. Es gab nur zwei Momente, in denen ein König erheblich höhere Finanzen benötigte, als sonst: Im Krieg und wenn er voll und ganz seinen Lastern Frönen wollte. Und da der Krieg Geldbeschaffung zum Ziel hatte, musste Galliard ein Laster haben, dass schwer zu finanzieren und noch schwerer Abzulegen war. Der Schecke knabberte ihr am Ohr, während sie grübelte. Eine Geste, die ihr das erste Lächeln seit Jahren ins Gesicht zauberte. „Du bist ein närrisches Wesen“, sprach sie zu dem Tier. „Aber ich kann dich wohl kaum andauernd „Pferd“ rufen. So will ich dich demnächst Tilla rufen, weil du ein vollkommen verrücktes Pferd bist.“ So kam Tilla zu ihrem Namen. Zwar schnaubte sie darüber und bestimmt hatte ihr schon ein anderer Name gehört, doch sie fügte sich. Was blieb ihr auch anderes übrig. Meredith versuchte gerade ihre Wasserflasche in die kleine Satteltasche zu stopfen, doch es gelang ihr nicht. Irgendetwas steckte noch darin. Zuerst hielt sie es für einen alten Lederrest und fragte sich bereits, wieso man so etwas mit sich herum trug. Dann begriff sie, dass sie Pergament in den Händen hielt. Die dünne, trockene Ziegenhaut trug ein rotes Siegel mit der Prägung von Killmar. Teilweise war das Pergament fleckig, doch die Schrift immer noch gut lesbar.

„An den derzeit herrschenden König Aditus den IV. vom Reiche Adamant.
Ich, König Galliard der I., Herrscher über Killmar und all seine Provinzen, fordere Euch nun zum letzten Mal auf, der Krone abzudanken. Meine militärischen Einheiten haben bereits das Falar-Gebirge eingenommen. Auch die Insel Skig wird bald unter meinem Banner stehen. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis ganz Adamant killmarisches Eigentum sein wird. Seht endlich ein, dass eure Götter euch nicht mehr schützen können. Willigt ihr nicht ein, werden meine Puriks alles vernichten, was in Adamant laufen kann oder können wird.
Im Vertrauen auf eure Vernunft
König Galliard“

Meredith wurde beinahe schwarz vor Augen. Sie verstand nicht genau, was auf dem Pergament stand. Doch ganz klar war die Aufforderung zur Abdankung. Sie überlegte, ob es möglich war, dem König das Schreiben zukommen zu lassen. Ihr unüberlegter Pferdediebstahl wiegte ihn jetzt in Unwissenheit. Auf der Suche nach Antworten hielt sie Etheniel das Pergament unter die Nase. Seine Stirn zog sich zusammen, als käme ein Unwetter auf. „Was sollen wir tun, Etheniel? Ich kann den König nicht ohne Nachricht zurück lassen!“ Erschrocken sah er zu ihr auf. „Bist du vollkommen verrückt? Wenn wir umkehren, werden die Späher uns einholen, der Plan wird scheitern und wie wir an das schreiben kamen müssten wir auch erklären! Nein, sage ich. Offensichtlich wurde der König bereits schon einmal aufgefordert, abzudanken. Das ist dann auch der Grund für seine Unruhe. Und aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die Puriks ohnehin mehr Blut vergießen werden als nötig. Es bleibt nur die Frage, ob euer König auf einem Schafott stirbt oder im Kampf.“ Sie dachte über diese Worte nach. Einen Augenblick lang kam sie sich klein und dumm vor, dass sie nicht selbst daran gedacht hatte. Dabei drehte sie nervös ihr Amulett, ihren einzigen Schmuck, in den Händen. Mit diesem Schriftstück würde es gewiss leichter sein, die Magier auf Skig zu überzeugen. Doch war es nicht sicher ob sie dort ankämen. Und selbst wenn der Plan erfolgreich sein würde, wären sie früh genug zurück, um noch eine Heimat zu haben, für die man kämpfen konnte? Zorn und Verachtung über die Blutdurst Killmars machten sich in ihrem inneren breit. Inzwischen waren auch Javier und Thobor heran getreten. Etheniel hielt ihnen das Pergament hin. Meredith konnte genau sehen, wie sich ihre Blicke verdüsterten. „Dass er es wagt...“ Thobor versagte die Stimme vor Wut. Javier wechselte einen wissenden Blick mit Etheniel. Sie beide allein wussten, was „alles vernichten, was in Adamant laufen kann oder können wird“ bedeuten sollte. Ein langer Pfiff vom Wald ließ die vier hochblicken. Korona winkte aufgeregt. „Ich habe es gefunden! Das Dorf Harwes liegt nur ein kurzes Stück von hier, man kann es vom Waldrand aus sehen. Ein paar Bekannte von mir leben dort. Ich wusste, ich würde mich nie ganz verirren.“

Kylie
23.04.2008, 17:01
Endlich fühlte Korona sich einmal nütze. Sie warf einen erfreuten Blick den anderen Vieren zu. In ihren Gesichtern spiegelte sich Erleichterung. So wie man davon sprechen konnte da der Brief von Galliard sie alle beunruhigt hatte.
„Statten wir dem Dorf einen kleinen Besuch ab?“, fragte Korona. Sie brannte darauf. Hier lebten ihre Tante und ihr Onkel. Beide sehr nette Menschen die ihnen vielleicht helfen konnten. Die beiden besaßen ein kleines Haus am Rande des Dorfes.
„Lieber nicht.“, sagten Etheniel und Meredith gleich zeitig.
Natürlich nicht, wie hätte Korona auch nur daran denken können.
„Wir könnten unsere Proviante auffrischen.“, schlug Korona vor, immer noch in der Hoffnung ihre einzigen Verwandten besuchen zu können. Wieder schüttelten sie die Köpfe. „Durch die Pferde der Späher haben wir genug Proviant beisammen. Es würde nur Zeit kosten.“
„Es kostet aber auch Zeit wenn wir hier weiter rum stehen.“, sagte der Zwerg. Sie stimmten mit ein. „Darf ich wenigstens kurz zu meinen Verwandten?“, fragte Korona. Die Vier sahen sich an. „Denke doch einmal nach.“; sagte Javier. „Wir sollten uns nicht trennen.“
Korona nickte. „Na gut dann weiter.“, sagte sie tonlos. Langsam begann der Tau zu verschwinden. Die Sonne kam hinter den Wolken hervor. Es mischte die Stimmung etwas auf. Sie liefen am Dorf vorbei, doch Korona hatte das Gefühl das ihr etwas entginge. Sie musste ihre Verwandten sehen. „Ich bin gleich wieder da.“, sagte sie. Es glühte in ihr. Sie kannte dieses Gefühl, es kam immer wenn sie glaubte dass etwas nicht stimmte. Blitzschnell drehte sie sich um und rannte zum Dorf. „Warte, nein!“, hörte sie die Stimmen hinter sich.
„Sie ist so verdammt noch mal dumm.“, sagte Meredith und verzog ihr Gesicht. „Dann gehen wir eben auch zum Dorf. Auftrennen sollten wir uns nicht und dieser Dickschädel von Korona dürfen, auch wenn wir es so gerne wollten, nicht zurück lassen.“, sagte der Zwerg miss billigend. Es passte Ihnen nicht, das wusste Korona. Doch Thobor, Javier, Meredith und Etheniel wendeten und liefen Richtung Dorf. „Wir hätten im Grunde auch durch gehen können.“, sagte Etheniel.
„Ja das mag sein. Aber wer weiß ob Späher in diesem Dorf sind.“, sagte Meredith.
„Ich wette ganz Killmar weiß es so oder so schon.“, murrte Thobor.

Korona flitzte zu dem Haus der Verwandten. Die Tür war nicht verschlossen. Sie betrat das warme Haus. Es war nicht groß, eher sehr klein. Korona wusste nie von ihren Verwandten. Ihre Eltern sagten einmal etwas davon, doch Korona hatte es immer wieder vergessen. Bis sie sich erinnerte und auf die Suche danach ging. Die Verwandten kannten sie, sie hatten Korona als Namen vorgeschlagen. Korona, wie ihre Urgroßmutter.
„Korona?“, fragte ihr Onkel. Erleichterung durchströmte Korona. Sie hatte das schlimmste vermutet. „Giorgius. Ich war in der Nähe, kann aber nicht lange hier bleiben. Musste nur sehen wie es euch geht.“ Der alte Mann lachte. „Uns geht es hier wie immer gut. Aber etwas liegt in der Luft, findest du nicht auch? Es ist der Krieg. Ich spüre es. Vor kurzem waren hier fünf Killmarische Leute. Sie kauften Essen und neue Mäntel. Sehr unfreundliche Leute, ich dachte immer die Killmaner wären nette und glückliche Leute.“
„Sie waren hier?“; fragte Korona, mit jeder Sekunde wie sie hier länger bleiben würde, würden die Späher näher kommen und ihre Zeit verschwinden.
„Ja. Es gab Berichte vom Falar Gebirge. Schlimme Berichte. Mir wäre es lieber unsere Nichte wäre hier bei uns. Wir haben etwas für dich.“, sagte der Onkel.
Korona wurde neugierig. Das mit dem Falar Gebirge hatten sie schon gewusst durch den Brief den Meredith fand. Ihr Onkel war gegangen und kam nun zurück mit einem Kurzschwert in der Hand. „Hier, das war einmal meins. Wir wollten es dir schon früher geben aber du hast dich ja nicht blicken lassen. Irgendwas in mir sagt das du es noch brauchen könntest, bald.“ Korona lächelte und nahm das Schwert entgegen. Sie tauschte es durch ihr altes aus. „Ich muss los, sage Lyah noch einen lieben Gruß von mir.“, sagte sie. Der Onkel nickte. Bevor Korona aus der Tür kam rief der Onkel sie noch zurück. „Korona! Hätte ich fast vergessen. Es gab noch Berichte von eingenommenen Städten an der Grenze Adamants. Halte dich da lieber fern.“
„Danke.“, sagte sie und beeilte sich aus dem Haus zu kommen. Sie suchte die anderen und fand sie am Marktplatz. „Da ist sie.“, hörte sie Javier sagen. Korona lächelte. „Es tut mir leid. Ich habe erfahren das die Späher hier waren und das es viele Berichte gibt von Überfällen Killmars auf Adamants Dörfer an der Grenze.“ Etheniels Blick verfinsterte sich. „Gut, dann müssen wir noch mehr aufpassen.“ Korona nickte.
Das Dorf war nicht groß, es war klein und schön. Ob sie es je wieder sehen würde?

Grimward
23.04.2008, 20:26
Auf dem Marktplatz herrschte geschäftiges Treiben. Das Dorf war klein, aber zumindest am heutigen Tage von Leben erfüllt. Ein halbes dutzend Händler bot laut schreiend ihre Wafen feil und die leute unterhielten sich, an den Ständen stehend, über Nachbarins neue Kleider und die unflätigen Blagen der Bekannten, während sie die täglichen Einkäufe tätigten.
"Wo bleibt dieses närrische Weibsbild", murmelte Etheniel, der unruhig von einem Bein aufs andere trat und sich auf dem Marktplatz umsah.
"Na immerhin hat sie dies Dorf hier gefunden", wand Meredith zur Überaschung aller ein. Etheniel zuckte bloß mit den Achseln, sie blieb eine Närrin, der Tischler wollte dieses Dorf so schnell wie möglich verlassen. Hier lagen sie für neugierige Augen und schlimmstenfalls auch für vorwitzige Angreifer, völlig ungeschützt auf dem Silbertablett. Die Bewohner der Stadt selbst, boten heimlichen Angreifern Schutz und Deckung, während sie selbst nur irritiert werden würden. Etheniel war zwar zu dem Schluss gekommen, dass die Männer, welche sie der Pferde beraubt hatten, sie unmöglich verfolgen konnten, da sie zu Fuß einfach viel zu langsam waren, aber vielleicht, nein wahrscheinlich, hatte der Feind noch dutzende andere Späher. Und jeder noch so tumb dreinblickende Bauer konnte sich im nächsten Atemzug in einen todbringen Meuchelmörder verwandeln. Nicht, dass Etheniel sein Leben besonders genoss, doch er hatte trotzdem ein Interesse daran, weiterzuleben und sei es nur, um seine Leiden auf Erden noch ein wenig zu verlängern. Denn, dass stand für ihn fest, das Schicksal hatte noch nicht mit ihm abgeschlossen. Also blickte er sich immer wieder aufmerksam um und hielt auch seine Begleiter an, es ihm gleich zu tun. Auch wenn er wusste, dass zumindest Javier und Thobor seine übertriebene Vorsicht nicht teilten, sondern sich ziemlich sicher waren, dass der Feind ihnen hier nichts anhaben konnte. Er selbst, Meredith und Javier standen neben ihren Pferden, welche auf dem Platz eine Menge Aufmerksamkeit auf sich zogen, während Thobor auf dem Rücken von Etheniels Pferd thronte und ausschau hielt, da er trotz seiner kleinen Körpergröße nun alles überblicken können. Plötzlich rief er herab:
"Ich sehe sie, da kommt sie. Unschwer zu erkennen, denn sie ist die einzige Frau hier, welche Waffen trägt. Korona hatte sich gerade, unter recht unsanften Einsatz ihrer Ellebogen, zu ihnen durchgeschlagen und der Söldner reichte ihr die Zügel ihres Pferdes. Dann saßen sie alle auf, Etheniel selbst schwang sich hinter den Zwergenmagier, welcher es duldsam zur Kenntnis nahm, dass sein sonniges Plätzchen auf dem Rücken des Pferdes, schlagartig zu einem schattigen Plätzchen wurde.
"Los jetzt... weg hier", orderte Etheniel und deutete mit seinem Arm vage in Richtung süden, raus aus dem Dorf. Die anderen nickten oder brummten irgendetwas, dass sich andeutungsweise nach einer Zustimmung anhörte und Etheniel drückte seine Schenkel zusammen, sodass sein braunes Pferd sich langsam in Bewegung setzte. Er hatte Javier das weiße Pferd überlassen, da der Söldner ganz offensichtlich scharf darauf gewesen war und Etheniel ihn gut leiden konnte. Außerdem war ihm dieses Pferd symphatischer, es schien von melancholisch duldsamer Natur zu sein. Etheniel hatte die Stute Jasminda, in Gedenken an seine gleichnamige Frau, genannt. Makaber, dass ein Mörder sein Pferd nach seinem Opfer bennent, dachte Etheniel doch der Name blieb bestehen.

Die Menge teilte sich, als sich die außergewöhnliche Gruppierung wieder in Bewegung setzte, Korona ritt, wie um den durch sie erlittenen Zeitverlust wieder wett zu machen, vorweg, dicht hinter hier ritt Javier, dann kamen der Tischler und sein zwergischer Mitstreiter, den Schluss bildete wie fast immer Meredith, die Etheniel tag um tag neue Rätsel aufgab. Auf der einen Seite schien sie das Land und den König zu lieben, sie war Andamant viel loyaler, als alle anderen Mitglieder der Gruppe zusammen. Für ihre Mission war dies eine sehr positive Eigenschaft, auch wenn der ehemalige Gardist dies nicht verstand und der Meinung war, dass eine junge Frau mehr kennen sollte, als bloß die Liebe zu ihrem Land und ihrem König. In ihrer Liebe zum Land konnte sie manchmal geradezu kindlich wirken, da sie sich auch einfachen Dingen, wie einer soliden Holzhütte erfreuen konnte. Auf der anderen Seite war sie oft unnötig unfreundlich gegenüber ihren Kameraden, insbesondere mit Javier und dem Zwergenmagier verstand sich Meredith überhaupt nicht. Etheniel glaubte gar, dass sie für den zwergischen Thobor regelrechten Hass empfand. Was offenbar an dem Mangel an Respekt lag, welchen Thobor dem König entgegengebracht hatte. Insgeheim war der Tischler froh, dass er sich seine Respektlosigkeit nicht hatte anmerken lassen, obwohl er in diesem Punkt nicht so anders dachte, als Thobor. Der König mocht der König von Andamant sein, doch Etheniel verspürte ihm Gegenüber keine Pflichten. Er tat, was der König ihm geheißen hatte, hauptsächlich, damit er einer Strafe entging und natürlich auch, um den Menschen in Andamant in diesen schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen. Doch sicherlich nicht aus Liebe zu seinem König. Wenn es etwas zu beschützen galt, dann waren es Dörfer wie dieses hier, welches sie gerade verließen, auch wenn Etheniel sich am heutigen Tage in Harwes nicht wohl gefühlt hatte, konnte selbst er sich nicht gänzlich vor dem bäuerlichen Charme des Dorfes verschließen.
Bald schon jedoch, lag das Dorf schon ein wenig hinter ihnen, die Sonne stand bereits tief und würde bald untergehen, blendete sie jedoch nicht, da sie in ihrem Rücken lag. Etheniel hatte das alberne Gefühl, dass sie die Sonne ebenso wie das Dorf hinter sich ließen, ein Blick zurück offenbarte ihm das malerische Gelände, rund um Harwes, einige kleine Waldstücke säumten das Dorf. Ein einsamer Wegweiser stand mitten im wilden, feuchten Graß und durch die unregelmäßige Wolkendecke brachen die rotgoldenen Sonnenstrahlen, welche die Dächer der Häuser hell erstrahlen ließ. Ja, wenn es noch etwas gab, wofür es sich zu kämpfen lohnte, dann vielleicht solche Augenblicke und solche einfachen Dörfer. Einfache Dörfer in welchen einfache Menschen beheimatet waren. Unerwartet ließ sich Korona zurückfallen, bis sie neben Etheniel ritt.
"Was habt ihr getrieben, während ich bei meinen Verwandten war", fragte sie, ohne ihn anzusehen, sie richtete ihre Blicke nach vorn, obowhl vor ihnen nichts interessantes zu entdecken war.
"Proviant besorgt, ein paar Informationen eingezogen... wir sind immer noch auf dem richtigen Weg, du hast den Pfad nicht verloren", meinte Etheniel lobend.
"Ich weiß, dass ich den Pfad nicht verloren habe", erwiderte Korona schnippisch, "Meine Verwandten haben mir etwas von besetzten Städten in der Nähe des Falrar Gebirge erzählt. Der Krieg schreitet fort."
"Ja, die Händler berichteten davon und die Preise für Lebensmittel waren unverschämt hoch. Gut, dass Meredith sehr überzeugend sein kann...", erwiderte der Tischler, ohne auf Koronas spitze einzugehen.
"Na klar...ohne die Minen", sagte Korona eher zu sich selbst, so als wäre sie gerade zu dieser Erkenntnis gekommen.
"Ohne die Minen und ohne den Handel mit Killmar", führte Thobor fort, "Geht Andamant das Geld langsam aber sicher aus."
Etheniel und Korona warfen dem Zwergenmagier, der sich bisher völlig rausgehalten hatte, einen verwunderten Blick zu, dann schwiegen sie alle drei und Seit an Seit ritten sie gen Süden, um das drohende Schicksal abzuwenden.

Andy
24.04.2008, 16:51
Thobor rutschte ein bisschen vor und zurück, bis er schließlich eine etwas bequemere Position vor Etheniel gefunden hatte und seufzte. Reiten war gar nicht sein Fall. Überhaupt gar nicht sein Ding. Sie ritten noch immer nach Süden, auf die Südküste Andamants zu, in der Hoffnung dort eine Möglichkeit zu finden, nach Skig überzusetzen. Die Kluft zwischen der Insel und dem Festland war nicht sehr groß, doch ohne Boot ging es wiederum auch nicht. Seine Begleiter schienen zu befürchten, dass die Männer des König Galliard die Südküste Andamants schnell für sich einnahmen. Was bedeuten würde, dass sie keine Möglichkeit mehr hätten, so einfach überzusetzen. Ganz unbegründet war diese Befürchtung nicht, sagte sich Thobor. Denn immerhin schien dieser Menschenkönig kein richtiges Heer zu haben. Eine furchtbar leichtsinnige Entscheidung, wenn man genauer darüber nachdachte. Deshalb beeilten sie sich, nach Süden zu kommen. Seine Gefährten hatten keine großen Probleme mit der Reiterei, doch Thobor war es verhasst, bei Etheniel vorne im Sattel zu sitzen und nicht einmal sein eigenes Reittier zu haben. Warum war ihm dieser verdammte Gaul auch so hoch angebunden gewesen. Der Tag verlief entgegen seiner Erwartung recht ruhig. Sie waren früh aufgebrochen, denn Etheniel, der schon wieder die Nachtwache übernommen hatte, hatte sie alle früh geweckt. Eigentlich verwunderlich. Etheniel hatte die Nachtwache bis jetzt immer übernommen.
"Warum übernimmst du eigentlich immer die Nachtwache?" fragte Thobor grade heraus, wobei er sich halb zu Etheniel, der die Zügel fest im Griff hatte, umdrehte.
"Ich schlafe nicht besonders gut. Daher hat es keinen Sinn, es allzu oft zu versuchen." Etheniel hatte eine tiefe, klare Stimme, doch sie klang meist etwas niedergeschlagen und Thobor hatte das Gefühl, dass Etheniel kein besonders lebenslustiger Mensch war. Er wirkte immer so ernst und verkniffen. Dabei war das Leben der Menschen doch eigentlich viel zu kurz, um es mit Grübeleien zu verschenken. All seine Gefährten mochten zusammen in etwa so alt sein, wie Thobor selbst und das obwohl der Zwerg für seine Art noch ziemlich jung war. Doch keiner seiner Begleiter würde jemals das Alter von hundertundeinem Jahren erreichen. Eigentlich war dieser Etheniel ja ganz nett, aber musste er wirklich immer so vor sich hin trauern. Wie konnten die Menschen eine solch kurze Zeitspanne, die ihnen zu Leben vergönnt war, überhaupt mit traurig sein vertun. Thobor für seinen Teil hatte keine Lust, sich von Etheniel anstecken zu lassen, sondern drehte sich wieder nach vorn. Ausnahmsweise ritten sie am Ende des Zuges, was normalerweise immer Meredith übernahm, die jetzt knapp vor ihnen ritt. Doch das Pferd, welches sie zu zweit ritten, wurde langsam müde. Die Last von zwei Personen sorgte dafür, dass es sich ein wenig schwerer tat, als die anderen Tiere. Meredith blickte sich immer wieder nach ihnen um, sicherlich nicht aus Fürsorge, die sie gegenüber Thobor empfand. Diese Frau war in seinen Augen eine heimtückische Schlange und eine königstreue Närrin zugleich. Sie sann auf seinen Tod, dessen war er sich sicher und wenn er gedurft hätte, dann hätte er sie ihr ganzes Leben lang durch ein Unwetter nach dem nächsten reiten lassen. Doch das wäre bei den anderen sicher nicht so gut angekommen. Nur weil er ihrem verrückten Menschenkönig, der kein Heer befehligte nicht angemessen gegrüßt hatte, zürnte ihm diese Meredith und machte ihm das Leben schwer, wo sie nur konnte. Da war selbst der raue Söldner, der sein Volk im allgemeinen nicht zu schätzen schien, angenehmer. Thobor schüttelte fast unmerklich den Kopf, die Menschen, waren schon ein merkwürdiges Volk. Kein Wunder das sie nicht sonderlich viele Magier in Skig hatten wie Thobor wussten wenn alle Menschen mit ihren Gedanken immer wo anderes waren, und nicht bei den wichtigen Sachen im Leben. Sobald er in Skig angekommen war, und die Mission doch noch nicht zu Ende war was eigentlich relativ sicher war. Wollte Thobor sich ein eigenes Reittier suchen obwohl es ihm nicht gefiel so hoch oben zu sein.

Grimward
24.04.2008, 22:01
Sie hatten sich gegen ihn durchgesetzt. Zum ersten Mal hatten sie sich gemeinsam gegen ihn gestellt. Bis jetzt, so musste der Tischler rückblickend feststellen, waren eigentlich alle wichtigen Entscheidungen nach seiner Nase gegangen, doch diesmal hatte die Gruppe einfach das getan, was die Mehrheit der Mitglieder gewollt hatte. Etheniel stand mit verschränkten Armen vor der Tür des Wirtshauses, welches zum starken Schildarm hieß und ignorierte den prasselnden Regen. Javier, Korona und Thobor waren drinnen und genossen Speiß und Trank. Meredith zog Erkundigungen ein und befragte möglichst diskret irgendwelche Leute, die Etheniel gar nicht kennen lernen wollte. Warum hatten sie nicht auf ihn gehört? Als der Abend hereingedämmert war und der Regen wieder stärker wurde, ja als sich schließlich die himmlischen Schleuesen in gar brutaler Offenheit zeigten, da wurden die Gefährten unwillig, denn die Aussicht auf eine weitere Nacht im nassen Schlamm, erschien ihnen nicht gerade verlockend. Etheniel war durchaus klar, dass es gefährlich war, immer im freien zu übernachten, sie konnten erkranken und der ewige Regen war durchaus dazu angetan, sie körperlich zu Schwächen. Als dann das Dorf Jagtor in Sicht gekommen war und ein einladendes Schild in die Stadt wieß, da hatten sie nicht widerstehen konnte, der Drang nach ein wenig Wärme und gefühlter Geborgenheit, war einfach zu stark. Doch ein Dorf wie dieses hier, Etheniel warf einen ungnädigen Blick auf die paar Umrisse von Häusern, die er durch die dichten Regenschlieren erkennen konnte, war noch gefährlicher. Schon in Harwest war ihm unwohl gewesen, doch jetzt, wo sie von der Küste nicht mehr allzu weit entfernt waren, da wuchs seine Unruhe noch. Also hielt er Wache vor der Taverne und hoffte, dass auch diesmal alles gut gehen würde. Die anderen, sogar Meredith, waren eigentlich ziemlich optimistisch gewesen, denn der Pferdediebstahl lag nun immerhin eine ganze Weile zurück und es war durchaus möglich, dass die Verfolger ihre Spur verloren hatten und Javier hatte eingeworfen, dass ihre Vorstellungen, von einem völlig unterwanderten Andamant, ziemlich paranoid waren. Immerhin war der Krieg erst ein paar Wochen im Gange und spielte sich hauptsächlich in der Nähe des Falrar Gebirges ab.
Trotzdem, Etheniel schmeckte die ganze Sache nicht und so lehnte er sich mit dem Rücken an die Holzwand und zog seine Kapuze ein wenig tiefer ins Gesicht, sodass er wie ein ziemlich finsterer Türsteher wirken musste. Sein Mantel war ohnehin seine beste Tarnung, darunter trug er nämlich die Rüstung der Garde Killmars, was ihm in diesen Gefilden wohl ziemliche Schwierigkeiten bereitet hätte. Doch Etheniel hatte keine anderen Sachen. All seine Kleider waren mitsamt seinem Heimatdorf verbrannt worden. Während er noch so vor sich hingrübelte und erneut Bilder seiner temporären Heimat vor seinen Augena auftauchten, da erschien plötzlich eine zierliche, in einen Regenmantel gewandete gestalt in seinem Sichtkegel. Meredith, gleich einem bedrohlichen Schatten wurde sie von der Dunkelheit ausgespien und trat in die relative Helligkeit der einsamen Fackel, die den Eingang der Schenke und damit auch Etheniels Standpunkt beleuchtete.

Meredith schlug die Kapuze in den Nacken und ein paar Regentropfen fielen zu Boden.
"Was machst du hier?" fragte sie unwirsch und deutete auf die Taverne, "Solltest du nicht drin sein, mit den anderen? Die Anderen sind doch drin oder?"
"Ich bleibe lieber ungewöhnlich", erwiderte Etheniel mysteriös und fügte hinzu, "Die anderen sind drin."
"Du fürchtest dich", erkannte Meredith, offenbar ein wenig verwundert und scheinbar sogar ein wenig enttäuscht
"Ja verdammt, ich fürchte mich", antwortete der Tischler heftig, "Ich werde geradezu krank vor Furcht. Bei allen Göttern! Die anderen können sich vielleicht entspannen, aber ich weiß, dass hinter jeder Ecke ein Spitzel sitzen kann, in jedem Lächeln ein Dolch drohn kann. Solange sich daran nichts ändert, werde ich wachen."
"Die Lage hat sich geändert, gestern in Harwes, da war es noch wahrscheinlich, dass die Männer Galliards uns einholen, jetzt haben sie unsere Spur längst verloren", sagte Meredith ungwöhnlich zuversichtlich und klang doch ganz und gar nicht freudig.
"Wie kommst du darauf? Du bist so optimistisch. Was hast du herausbekommen?" wechselte Etheniel das Thema.
"Wir sind weiter Weg von der Küste, als wir dachten, noch zwei Tagesreisen zu Pferde. Hier sollten uns die Männer von Killmar noch nicht gefährlich werden. Erst morgen Abend kommen wir in die Zone, in der diese verdammten Verräter ihr Unwesen treiben", berichtete Meredith niedergeschlagen doch Etheniel merkte, dass ihm, beinahe ungewollt ein Stein vom Herzen fiel. Vielleicht konnte er doch noch eine Nacht in einer Taverne verbringen, vielleicht war das unvermeidliche doch noch einen Tag aufgeschoben. Sicher, er würde auch so die halbe Nacht wach liegen und sich Vorwürfe machen, Fragen stellen, sich selbst hinterfragen, so wie er es jede Nacht tat. Doch das war besser, als in der Angst leben zu müssen, jederzeit von hinten erdolcht werden zu können. Andererseits wusste er, dass diese Gedanken pflichtvergessen waren.
"Was lächelst du so. Freust du dich etwa?" meldete sich Meredith da zu Wort.
"Was? Nein... ich...", versuchte Etheniel sich zu erklären, doch die Königstreue hatte ihn durchschaut.
"Du pflichtvergessener Feigling", sagte sie bloß, drückte sich an ihm vorbei und stieß die Tür zur Taverne auf. Einen Augenblick drang der Lärm der Taverne nach draußen, dann fiel die Tür wieder ins Schloss. Etheniel wartete noch einige Augenblicke, warf einen letzten kritischen Blick ins Rund, doch als er nichts entdeckte, stieß er ebenfalls die Tavernentür auf und betrat die Schänke.

santana
24.04.2008, 22:34
Javier saß an einem relativ großen, runden Ebenholztisch und ließ sich ein ordentliches Bier schmecken, als Etheniel die Schenke betrat. Im Grunde hatte er nicht mehr damit gerechnet, den ehemaligen Tischler einmal an einem gemeinschaftlichen Abend zu sehen. Er wirkte sogar weniger angespannt als die Tage zuvor. Javier konnte es ihm nachfühlen, die Ungewissheit, noch verfolgt zu werden oder nicht hatte ihn genauso fertig gemacht, wie das eigene Erwarten killmarischer Truppen irgendwo auf ihrer Reiseroute.
Etheniel setzte sich zu ihnen und bestellte ebenfalls ein Bier. Der Zwerg, der an diesem Abend besonders gut gelaunt schien, hatte allerdings heute schon durch zu viele Biergläser gesehen. Dementsprechend unberechenbar reagierte er auch auf einen kleine Seitenhieb Koronas gegen sein Volk.
Viel gesprochen wurde an diesem Abend ebenfalls nicht, da man sich erstens nicht sicher war, ob in dieser Schenke nicht doch zumindest ein feindlicher Spitzel steckte und zweitens, da dieser Tag auch bis auf die in den letzten Tagen übliche Hetzjagd ereignislos verlief.
Ein Klopfen an der Tür. Fast jedes Gesicht in der Schenke drehte sich instinktiv Richtung Tür, um den Neuankömmling zu solch später Stunde zu sehen. Er war männlich und trug lange braune Haare und eine schwarze Kutte. Kein Bart. Als der Fremde die Tür schloss, erhaschte Javier einen unverhofften Blick auf einen silbrig glitzernden Dolch, der knapp unter der Kutte hing.
Der Fremde griff sich den letzten freien Stuhl, ausgerechnet an ihrem Tisch und ließ sich nieder.
„ In welchem Auftrag seid ihr unterwegs?“, fragte er dreist. „Ich bin im Auftrag des einzig wahren Herrn unterwegs“
„Welches Herrn?“, fragte Etheniel vorsichtig.
„Meines Gottes“, antwortete der Fremde schlicht.
„Welchen Gottes?“, fragte Thobor ungeduldig.
„Des einzig wahren Gottes, er hat mich zum einzig wahren Glauben bekehrt“, sagte der Fremde.
„Dieser neue Glaube aus Killmar?“, meinte Javier, „Ja, von den Spinnern hab ich schon gehört“
Der Fremde lief leicht rot an. „Du wagst es, Ungläubiger?“, spie der Fremde aus, „meine Brüder als Spinner hinzustellen und meinen Gott zu erzürnen?“
„Jahaa“, sagte Javier etwas lauter und stand langsam auf.
„Und wenn du keinen Ärger mehr möchtest, gehst du jetzt besser“ fügte Meredith hinzu.

coftysweet
25.04.2008, 14:47
Auch sie war erschöpft von der Reise. Doch kaum dass der Fremde den Raum betreten hatte, war sie schlagartig hellwach. Wie eine Katze mit Aussicht auf Beute spannten sich all ihre Muskeln an. Mit raschem Blick schätze sie jeden einzelnen der Gäste ab. In nur wenigen Sekunden hatte sie einen unwichtigen blinden Großvater, eine stark geschminkte Prostituierte, deren Opfer für den Abend einen wohlbeleibten, reichen Händler und fünf betrunkene Raufbolde am Stammtisch ausgemacht. Der verschwitzte Wirt zapfte Bier und die einzige, hagere Kellnerin bediente gerade die Raufbolde mit einer Mine, dass die Milch sauer wird. Die Absicht des Fremden war eindeutig. Er wollte sie herausfordern. Bestimmt nicht ohne Grund. Und bestimmt auch nicht allein. Javier stand bereits. Es war ungewöhnlich still in der Taverne geworden. Das ihre Drohung nicht viel bringen würde, hatte Meredith geahnt. Doch einen versuch war es Wert. Der Herausforderer schenkte ihr keine Beachtung sondern stierte lediglich Javier zornerfüllt an. Etheniel hatte sich etwas zurück gezogen und sah sich um. Er schien Javier den Rücken frei zu halten und nach weiteren Aufrührern Ausschau zu halten. Mittlerweile erhoben sich sogar die Raufbolde vom Stammtisch und steuerten die Auseinandersetzung an. Schnelles handeln war angesagt. Langsam und fast unmerklich verschob sie ihre Position hinter den Fremden. Dabei zückte sie ihren Glasdolch sodass nur seine Spitze etwas über ihre Fingerspitzen hinaus sah. „Mein Gott wird über euch kommen und euch Frevler alle richten noch ehe der Morgen graut!“ mit diesen Worten beugte sich der Fremde gefährlich über den Tisch. Seine rechte Hand lag jedoch kampfbereit auf seinem Dolch. Ein schwerer Fehler. Genau an dieser Stelle punktierte Meredith seinen Handrücken mit dem Dolch, in einer einzigen Bewegung mit der sie sich an ihm vorbei zur Theke hin schob. Pünktlich, als die Raufbolde am Tisch ankamen und Javier bereits zu seinem Schwert griff, brach der Fremde auf dem Tisch zusammen. Alle Gäste starrten erschüttert zu dem Unruhestifter. Meredith eilte sofort mit einem Krug Wasser herbei und tat, als wolle sie ihn wiederbeleben. Dabei fühlte sie seinen Puls, der wie erwartet nicht mehr vorhanden war, und durchsuchte ihn mit geübten Fingern nach Dokumenten, Wertgegenständen und Geld. Dann rief sie so laut, dass es auch wirklich jeder in der Gaststätte hören konnte: “Ach! Der arme alte Mann! Die Aufregung scheint er nicht verkraftet zu haben. Bestimmt hat sein tragischer, verirrter Geist ihn so mitgenommen, dass die kleinste Unruhe ihm das Leben kostete. Möge doch jeder seinem Gott so treu bis in den Tod folgen, wie er es getan hat.“ Man räusperte sich und schlug die Augen nieder. Selbst die Raufbolde verzogen sich wieder zurück an ihren Platz. Javier war noch immer hochrot im Gesicht, senkte aber auch seinen Blick. Korona sah etwas fassungslos aus über die Ereignisse. Thobor war über die vielen Biere hinweg bereits eingeschlafen. Einzig Etheniel blieb wachsam und beobachtete ungeduldig die Tür. Während der Wirt den Verstorbenen mit einen kräftigen Knecht hinaus trug, schob Meredith sich neben den Tischler. „Wir sollten so schnell wie möglich von hier verschwinden, aber besser nicht durch die Vordertür.“ Er sah sie dabei eindringlich an und sie nickte verstehend. Wie ein Schatten stahl sie sich zu der mürrischen Kellnerin. „Daphne, ich weiß es ist schon das zweite Mal, dass ich dich heute um etwas bitten muss. Dafür bist du mich aber danach für die nächste Zeit los“, flüsterte sie ihr zu. Daphnes Blick verfinsterte sich. „Die Kammer im zweiten Stock, ist sie frei?“ Daphne nickte. „Und man hat sie auch noch nicht repariert“, fügte die Kellnerin hinzu. „Gut. Hier ist das Geld für unsere Speisen, damit dein Wirt nicht denkt wir wollten die Zeche prellen. Und Betten benötigen wir keine mehr. Zu deiner Sicherheit solltest du jedem der fragt alles so erzählen, wie du es heute Abend erlebt hast. Aber wo wir geblieben sind und welches Zimmer uns der Wirt gegeben hat, davon weißt du nichts.“ Wieder nickte die Kellnerin verständig. Meredith ging zurück an den Tisch und widmete sich in aller Seelenruhe ihrer Ziegenmilch. Fragend blickten sie alle an, aber ein stummes Nicken war ihre einzige Antwort. Erst einige Stunden später verließen sie den Gastraum. Es sollte keiner denken, dass sie wegen dem toten Fremden die Flucht ergriffen hätten. Dann trugen Etheniel und Javier den tief schlafenden Zwerg hinter Meredith die Treppe hoch. Korona folgte am Ende und lauschte nach den anderen Gästen. Als sie an die zweite Treppe kamen schnaufte Javier aufgebracht: “Wieso musste es unbedingt der zweite Stock sein?! Der Kerl pennt so fest, dass er in einer Besenkammer schlafen könnte, ohne wach zu werden.“ Meredith drehte sich um und sah ihm durchdringend in die Augen: „Wisse, der Herr, dieses zimmer ist einfach wie geschaffen für Zwerge.“ Javier schüttelte bloß den Kopf und keuchte weiter mit dem für seine Größe doch beachtlich schweren Zwerg die Treppe hinauf. Als sie in der Kammer standen suchten Etheniel und Javier verzweifelt ein Bett, wo sie ihn ablegen konnten. Doch es gab keins. Schon wollte Javier sich wieder bei Meredith beschweren, als diese einige Bretter von der Wand löste, hinter welcher sich ein tiefer Schacht offenbarte. „Es ist nicht tief, man kann springen. Daphne hat mir vor Jahren davon erzählt, als sie in Escotan war.“ „Und was machen wir mit Thobor?“ „Tja, werfen würde ich sagen.“ Mit diesen kühlen Worten sprang sie selbst in die schwarze Finsternis. Nach ihr folgte Korona. Dann Etheniel, der sich bereit erklärte, Thobor aufzufangen. Tatsächlich gelang ihm dies so gut, dass Thobor davon nicht einmal wach wurde.

Von dem Schacht trat man hinaus in die Stallungen des Gasthofes. Daphne hatte offensichtlich den Stallknecht noch davon abhalten können, ihre Pferde abzusatteln. Wie, das wollte Meredith gar nicht wissen. Sie saßen alle flink auf. Javier reichte zuvor Etheniel den immer noch ratzenden Zwerg aufs Pferd, welcher ihn quer wie einen Sack Mehl vor sich drapierte. Korona übernahm wieder schnell die Spitze und schaffte ihnen einen ungesehenen Weg hinter dem Gasthaus entlang direkt ins Dickicht des Waldes. Sie kamen nur quälen langsam voran. Die Pferde mussten sich regelrecht vortasten. Es kam ihnen vor wie eine Ewigkeit bis sie endlich einen schmalen Pfad erreichten. Dem folgten sie noch eine gute Stunde, bis er sie hinaus ins freie Feld führte. Dort am Waldrand saßen sie ab um zu rasten. Schließlich hatte keiner von ihnen Schlaf bekommen – mit Ausnahme des Zwerges, der dafür auch die Nachtwache übernehmen durfte. Während Meredith Tilla den Sattelgurt lockerte, damit die Stute in Frieden grasen konnte, sagte Javier zu ihr im Vorbeigehen: „Du musst nicht denken, ich wüsste es nicht. Ich wäre auch ohne deine Hilfe mit dem gestörten Prediger zurecht gekommen. Das nächste Mal hältst du dich aus meinen Angelegenheiten heraus.“ Ohne eine Antwort abzuwarten schritt er weiter. Meredith stellten sich die Nackenhaare. Woher nur konnte er wissen, was sie getan hatte?

Andy
25.04.2008, 17:12
Thobor konnte es nicht fassen. Schließlich hatte er sich in einem gemütlichen Bett hingelegt und nun wurde er unsanft geweckt. Er öffnete in die Augen und dachte sein Traum würde Wirklichkeit schließlich hatte er just im Selben Moment geträumt das ihn eine wunderschöne Zwergin weckt und ihm zum Thron begleitet von welchem aus er sein Königreich regiert. Aber nein stattdessen blickte der Magier in das Gesicht des Söldners. Der lächelte ihn an und sagte "Du hast geschlafen wie ein kleines Baby!" Thobor stand hastig auf und schaute sich um. Schließlich wusste er nicht wie er plötzlich auf diese Lichtung gekommen war.

Er schaute sich um und erkannte das die anderen alle am schlafen waren anscheinet hatte der Söldner Nachtwache gehalten und nun war der Zwerg an der Reihe. Thobor schaute sich um und sagte "Ja wir Zwerge haben einen Extrem guten Schlaf und bringt normalerweise nichts so schnell Wach. Außer.." "Außer was?" warf Javier noch bevor Thobor seinen Satz hatte zu Ende sprechen können. "Hättest du mich zu Ende reden lassen, dann wüsstest du es jetzt und hättest nicht fragen müssen. Wir Zwerge sind es gewohnt lange und ausgiebig zu schlafen. Das liegt wahrscheinlich daran das die meisten Schmiede oder Bergarbeiter sind. Diese müssen hart arbeiten und deswegen ruhen sie sich nun mal gern aus. Aber das einzige was einen Zwerg innerhalb von einem Bruchteil einer Sekunde wach rüttelt sind Steine!" Javier kratzte sich am Kopf und sagte verwundert "Steine?" Thobor nickte und sprach "Richtig Steine. Wir Zwerge leben meist unter der Erde und dort sind ist die Größten Gefahren die Steinmaßen. Wenn einer unserer Tunnel einstürzten würde, würde alle unter einen Unmenge von Steinen begraben sein und das ist nicht sonderlich schön." Der Söldner sagte "Ahja das heißt dann also wenn ich einen kleinen Stein fallen lasse wachst du davon sofort auf. Aber wenn ich rumschreien oder irgendetwas anderes machen würde. Würdest du weiter schlafen?" Thobor nickte und sagte "Genau so ist es. Aber ich schwöre dir wenn du mich einmal ohne wirklichen Grund weckst spuck ich dir ins Gesicht. Du weist ja was über Zwergenspucke gesagt wird oder?"
Javier nickte und sagte "Ich geh mal schlafen, als nächster ist Etheniel!" Thobor nickte und ging zum Lagerfeuer um sich etwas zu wärmen. Er schaute sich die Umgebung an konnte aber außer ein paar Bäumen und Büschen nichts gefährliches Erkennen. Selbst die Pferde lagen Ruhig im Gras und ruhten sich aus, schließlich hatte sie einen langen Ritt hinter sich.

Kylie
25.04.2008, 18:03
Die Nacht war frisch, der Himmel wolkenlos. Korona zog sich ihre Beine fester an sich. Zwar hatte sie keine Nachtwache, konnte aber nicht schlafen. Sie dachte nach über das was heute geschehen war. Meredith hatte so schnell gehandelt, dass Korona sie nun mehr schätzte. Trotzdem war das ganze nicht frei über die Bühne gegangen. Korona war sich sicher dass einige den Vorfall bemerkt und erkannt hatten. Korona hörte das scharren der Hufe.
Die Späher.
Sie waren weit genug entfernt. Es würde nichts passieren. Doch was wenn diese Späher anderen bescheid gesagt hatten? Wenn sie in jeder Ecke im Dorf standen? Unmöglich könnten die Späher Killmar nicht von ihnen berichtet haben.
Auf einmal kam ihr alles so töricht vor. Der ganze Wirtschaftsbesuch, die ganze Gelassenheit. All das bereute sie auf einen Schlag. Sie war hellwach, an Schlaf nicht zu denken, so sehr sie es auch versuchte.

Am nächsten Morgen war es immer noch bewölkt. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis die Wolken zusammen brechen würden und die Gruppe mit Regen begießen würden. Korona hatte kaum geschlafen. Sie fühlte sich schlapp, müde und war missgelaunt. In der Nacht gab es keine Vorfälle, das musste jedoch nichts heißen.
„Wir kommen dem Süden immer näher.“; sagte Korona und streckte sich. Die anderen murrten nur herum.
„Brechen wir weiter auf.“, sagte Etheniel schlapp. Ohne ein Wort setzte Korona sich wieder auf ihr Pferd und klopfte ihm an den Hals. In ihm hatte sie ihr altes Pferd wieder gesehen. Ins geheim hatte sie es nach dem Alten benannt. Siliad. Es war ihr der treuste Gefährte gewesen. Sie hatte es einsam und verlassen im Wald gefunden und sich sofort angefreundet. Nur ein paar Monate später wurde es von Wölfen gerissen. Korona seufzte. „Wie geht es euch?“, fragte sie mit leiser Stimme in die Runde.
„Schlecht.“, sagte Javier. Meredith sah Korona aus müden Augen an. Sie hatten alle gehofft eine Nacht im trockenen und bequemen zu verbringen. Der Fremde hatte es ihnen verwehrt. Meredith hatte es ihnen verwehrt. Korona schüttelte den Gedanken beiseite. Die Nacht war Vergangenheit. Bis Skig würden sie nie mehr ruhig, warm und bequem schlafen können.
„Wie soll’s uns schon gehen etwa gut?“, murrte der Zwerg und stieg aufs Pferd. Korona wunderte sich das die zu vielen Biere der Zwerg gar nicht zu zeigen schien.
Sie brachen auf und trabten so leise wie möglich durch den Wald in den sie geflüchtet waren.

Der Regen der letzten Nacht hatte die Welt in eine bizarre glitzernde, nasse Welt verwandelt. Es tropfte von den Bäumen herab und verärgerte die Fünf immer wieder aufs Neue. Die Pferdehufe schmatzte im Matsch, die Wolken drückten auf sie herab. Korona bekam kopf schmerzen und bemerkte zu spät das sie die Gruppe in eine falsche Richtung führte. Sie hielt ihr Pferd an. „Was ist?“, fragte Etheniel. „Nichts.“, sagte Korona und führte sie in eine andere Richtung weiter. Nicht nur dass Korona glaubte sie hätte sie in eine falsche Richtung geführt, sie hatte etwas gehört. Vermutlich war es nur ein Luchs oder Eichhörnchen gewesen. Trotzdem kroch ihr die Angst das Rückenmark empor.
„Bist du dir dem Weg sicher?“, fragte Meredith plötzlich. Korona antwortete nicht sondern sah in den Himmel, auf die Erde, auf das Moos, auf die Bäume. Mit einem Mal sah sie auch das Leben des Waldes. Vögel nisteten über ihnen, Insekten tummelten sich am Boden, die Pferde atmeten, ein paar Eichhörnchen knabberten an Tannenzapfen, ein Reh stand etwas entfernt von ihnen und aß Beeren von einem kleinen Strauch, dessen Beeren für Menschen nicht zu essen waren. Auf einmal sah Korona wieder den Weg, ein Stein viel ihr vom Herzen. Wie das Moos auf den Bäumen wuchs wies sie darauf hin wo Süden war.
„Los, kommt.“, sagte Korona und spornte ihr Tier und ihre mitreisenden an.
Sie verließen den Wald und waren Feinden frei ausgeliefert. Korona liebte den Schutz des Waldes und kam sich auf einmal nackt vor. Es begann zu regnen. Korona zog sich ihre Kapuze schnell über den Kopf und fing an zu reden: „Schlechtes Wetter, aber es schütz uns etwas vor Sichtungen. Wir müssen ab jetzt aufpassen. Bald haben wir die bewachten Gebiete erreicht.“
„Doch der Regen schützt Verfolger auch vor Sichtungen.“, sagte Etheniel und sprach das aus was Korona dachte.
„Dann auf!“, rief Thobor. Korona ritt vor ran.
Schon bald hörte es auf zu regnen und der Himmel strahlte von neuem, frischem blau. Korona sah sich um und was sie sah lies sie stehen bleiben.
Verfolger.
Sie hielten Abstand, man konnte sie jedoch grade noch so ausmachen.

Grimward
25.04.2008, 22:20
"Nein, nein, nein, nein, nein! Verdammt!" fluchte Korona, gänzlich undamenhaft und riss die Zügel ihres Pferdes herum. Etheniel und Thobor wurden ein wenig nach vorne geschleudert, als der Tischler, welcher direkt hinter Korona geritten war, ebenfalls die Zügel anzog um nicht aufzuprallen. An dem wütenden Fluchen von Javier, erkannte der ehemalige Gardist, dass es seinen Begleitern ähnlich erging. Die Pferde schnaubten unwillig, begütigten tätschelte Thobor der Stute Jasminda auf dem Kopf herum, doch sie tänzelte noch einige Augenblicke unruhig seitwärts, bis Etheniel sie mit einem energischen Ruck an den Zügeln zur Vernunft brachte. Sein gutes Pferd sollte ihm bloß keine Zickerein machen, gerade wo die Stute ihm ans Herz zu wachsen begann. Nun kam auch Meredith zum stehen, denn Etheniel nahm ihre verärgerte Stimme. Dabei hatten sie keine Zeit zu vertrödeln, über die Weiten Ebenen Andamants folgten ihnen nun seit geraumer Zeit einige Reiter, vielleicht drei oder vier, sie hielten sich immer am Rande ihres Blickfeldes auf und machten keine Anstalten, zu ihnen aufzuschließen, doch sie ließen sich nicht abschütteln. Etheniel merkte, wie die Wut auf Korona in ihm hochstieg, mühsam beherrscht rief er:
"Was soll das?"
"Seht doch, da vorn", sagte Korona und ihre Stimme zitterte, ja sie klang beinahe weinerlich, was wirklich ungewöhnlich war, denn sie war eine selbstbewusste und vorallem selbstsichere Frau, gerade führ ihr junges Alter, bemerkenswert.
Etheniel verdrehte genervt die Augen und gab seinem Pferd die Sporen, ritt an Korona vorbei, die noch immer keine Anstalten machte sich zu bewegen. Einige Meter ritt er vorraus, dann schlug ihm etwas derartig hart in die Magengrube, dass ihm die Luft wegblieb. Reiter von vorne. Reiter am Rande seines Blickfeldes, doch auf der falschen Seite. Reiter von vorne. Reiter von vorne, immer wieder zuckte der Gedanke durch sein Gehirn. Reiter von vorn. Gehetzt warf er einen Blick über seine Schulter. Reiter von hinten, genau wie er erwartet hatte, natürlich waren die Verfolger nicht einfach verschwunden. Sie waren den Mistkerlen in die Falle gegangen. Oder vielleicht trafen sich auch einfach zwei Spähtrupps und sie waren ihnen rein zufällig ins Netz gegangen, es spielte keine Rolle. Die fünf Reiter, die von Süden aus direkt auf sie zu Ritten, konnten ihr Ende bedeuten.
"Verflucht", brummte Thobor in seinen Bart.
"Was ist denn da vorne Los? Seit ihr von Sinnen..." rief Meredith von hinten und Etheniel vernahm den Aufgalopp ihres Pferdes, offenbar wollte sie sich selbst einen überblick verschaffen, "...Die Kerle dahinten sollen uns doch wohl.... ach... du meine... bei allen Göttern."
Nun war auch Javier neben ihnen und die vier Pferde standen aufgereiht nebeinander.
"Das kann doch nicht wahr sein, wir Idioten. Das hätten wir kommen sehen müssen", sagte er.

"Hätte, Hätte", sagte Etheniel wütend und warf einen Blick nach Rechts, dann einen nach links, "Wir brauchen einen Ausweg und zwar schleunigstens, sie kommen näher... und sie haben uns entdeckt."
"Wir kämpfen", sagte Javier entschlossen und der Tischler nahm im Augenwinkel wahr, dass Javier nach seinem Schwert griff.
"Aber sonst geht’s dir gut, ja?" erkundigte sich Korona mit sich überschlagender Stimme,
"Das sind zusammen acht-neun Reiter, die machen uns fertig!"
"Ach Unsinn", behauptete Javier, doch er klang weit weniger sicher als beabsichtigt.
"Natürlich tun sie das", warf Thobor ein.
"Bei Erestra werden sie ni-", setzte Meredith an doch Etheniel brüllte los:
"RUHE JETZT! Seit ihr denn von Sinnen? Da links, ist ein Waldstück, ich für meinen Teil werde jetzt im gestreckten Galopp da hinein reiten und hoffen, dass wir sie abschütteln können."
Denn die Reiter waren nun schon verdammt nahe heran und hatten Sicht mittlerweile auch gegenseitig entdeckt, was natürlich die Kampfeslust des südlichen Trupps noch steigerte und den bisher passiven, nördlichen Trupp, dazu anhielt, nun ebenfalls aufs Ganze ging. Den ungefragten Thobor einfach mitnehmend, gab Etheniel seiner Jasminda die Sporen und das Pferd sprengte los. Der Wind bließ ihm mit Gewalt ins Gesicht er beugte sich etwas tiefer über die Stute und zwang Thobor dadurch, es ihm gleichzutun. Eine Weile ritt er, ohne sich umzublicken auf das Waldstück zu, pfiff darauf, was die anderen taten. Wenn die Gruppe jetzt zerbrach, dann würde er das Ereignis zumindest überleben, so sagte er sich. Doch als er das Waldstück erreicht hatte, nahm er doch ein wenig Tempo heraus und blickte sich um, Korona war direkt hinter ihm, keine drei Pferdelängen entfernt. Auch Meredith war dicht hinter ihm lediglich Javier hing zurück, doch auch er war auf dem Weg. Etheniel grinste, nicht unbedingt gewollt, doch das Gefühl, der Gruppe seine Entscheidung aufgezwungen zu haben, war auf eine unbestimmte Art angenehm. Der Tischler wandte seinen Blick wieder nach vorn, gerade noch rechtzeitig, der dichte Wald war jetzt so nah, dass Etheniel dass Tempo drosseln musste, um nicht blindlings gegen irgendetwas zu reiten. Noch immer recht zügig reitend, brach Jasminda durch das dichte Geäst der Büsche und Sträucher, die gerade begannen zu blühen. Es knackte und raschelte, und hinter ihm drangen auch die anderen ein paar Meter in den immer dichter werdenden Wald ein, bis der Weg für die Pferde langsam eng wurde. Etheniel zügelte sein Pferd und stieg ab, danach half er Thobor aus dem Sattel, die anderen taten es ihm gleich.

"Was jetzt, oh Held?" fragte Javier, der sich eigentlich gut mit Etheniel verstand, bissig.
"Sind sie uns gefolgt?" erkundigte sich der ehemalige Gardist mit gehetzter Stimme und deutete in die Richtung, aus der die Reiter bald kommen mussten.
"Ja, natürlich", erwiderte Meredith.
"Sicher?"
"Ich habe mich alle drei Meter umgeschaut, sie sind zunächst aufeinander zugeritten und haben dann die Verfolgung aufgenommen", versicherte ihm die Assassine und Etheniel stöhnte auf.
"War das etwa dein Plan, einfach hoffen, dass sie uns nicht folgen?" wollte Korona wissen.
Ja, war es, lag Etheniel auf der Zunge, denn es stimmte. Doch natürlich konnte er das so nicht, jetzt musste ihm auf die Schnelle etwas anderes einfallen. Also sagte er einfach gar nichts, sondern dachte nach.
"Was ist nun, sie müssen jeden Moment kommen, könntet ihr euch bitte mal etwas einfallen lassen, verdammt, ich habe keinen Bedarf zu sterben", sprach Thobor von unten zu ihnen herauf.
"Wir müssen kämpfen", schlug Javier erneut vor.
"Aber...", wollte Korona sagen.
"Keine Zeit für weitere Diskussionen, jetzt gibt es keinen Ausweg mehr. Korona, nimm die Pferde, führ sie tiefer in den Wald. Dann komm zurück und geh in irgendeinem Gebüsch in Deckung, vielleicht kannst du auf einen Baum klettern. Dann warte, sollte ein Kampf ausbrechen, was ziemlich wahrscheinlich ist, baue ich auf deinen Bogen. Meredith, mach dich unsichtbar und warte auf mein Zeichen. Du wirst wissen, was zu tun ist, wenn ich dir ein Zeichen gebe, zur Not brüll ich dir einfach etwas zu. Javier, hinter diesen Baumstamm da, Thobor du bleibst bei mir", orderte Etheniel, der sich in Windeseile einen Schlachtplan zusammenschusterte.
"Momentmal, wer hat eigentlich dich zum neuen Anführer erkoren", fragte Meredith unwirsch.
"Vertrau mir... bitte, ich... habe Erfahrung mit so etwas. Der Wald ist unser Verbündeter. Die Zeit nicht. Los jetzt!"
"Hört auf Etheniel", bekräftigte Javier, obwohl sie gerade noch im Argen gelegen hatten, "jetzt wo er zur Vernunft gekommen ist, da spricht er die Wahrheit!"

Alle taten was Etheniel ihnen aufgetragen hatte. Der Tischler selbst ging zusammen mit dem Zwergenmagier in Deckung, wie Javier hinter einem Baumstamm, der Söldner war nur wenige Meter von ihnen entfernt, sie hatten ständigen Blickkontakt. Meredith war nirgendwo zu entdecken, aber Etheniel war sicher, dass sie sich in der Nähe befand. Die Assassine war eine wahre Meisterin darin, sich unauffällig zu bewegen oder eben nicht zu rühren. Korona kehrte gerade noch rechtzeitig zurück. Schon drang das klappern von Hufen und das Gewirr von verschiedenen Männerstimmen zu ihnen durch. Die Bogenschützin duckte sich hinter ein Gebüsch. Ihre Tarnung war ebenfalls sehr gut, man merkte, dass sie sich im Wald heimisch fühlte und die Natur ihr besonderer Verbündeter war, kein Hindernis, sondern im Gegenteil eher eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich einen Vorteil zu verschaffen. Doch Etheniel machte sich nichts vor, lediglich die beiden Frauen hatten eine Chance, tatsächlich nicht bemerkt zu werden. Javier, Thobor und er würden geschnappt werden. Also mussten sie tatsächlich kämpfen. Allein der Gedanke an einen Kampf, ließ seinen Puls in die Höhe schnellen, seine Rüstung konnte von Vorteil sein, sie mochte die Gegner für den Bruchteil einer Sekunde zögern lassen und ihn daher dem Tod ausliefern, also warf er seinen Mantel ab, sodass man die Rüstung der Garde weithin sehen konnte. Dann band er sein Schild von seinem Rücken los und befestigte ihn an seinem linken Arm. Seine Rechte ruhte locker auf dem Griff seines Schwertes, ein Blick auf Javier verriet ihm, dass auch der Söldner kampfbereit war. Thobor welcher direkt neben ihm stand, hielt seine Axt in der Rechten und sah sehr grimmig und entschlossen drein.
"Wer mir den Kopf eines Feindes bringt, der bekommt eine Belohnung in barer Münze", wehte die raue Stimme eines Mannes zu ihnen herüber. Etheniels Nackenhaare richteten sich auf. Die anderen Männer antworteten mit johlendem Beifall. Einer brach durch ein Gebüsch und der Tischler wagte einen vorsichtigen Blick zu ihm herüber, als er sich gerade bückte. Der Mann trug nicht die Rüstung der Garde.
"Kommt raus ihr räudigen Strauchdiebe, ich Nathanel stolzes Mitglied der Puriks fordere euch auf, euch zu stellen, wie ganze Männer. Ich verspreche euch einen schnellen und leichten Tod wenn ihr euch stellt. Alles andere könnte deutlich unangenehmer werden.
„Soll ich ihn ein bisschen abkühlen“, fragte Thobor leise.
„Auf keinen Fall, warte!“
„Gott und König Galliard wollen den Sieg Killmars über Andamant. Schön, ihr habt die Männer der Garde bestohlen. Ganz toll. Eine Schande, dass ein dahergelaufenes Lumpenpack wie ihr tatsächlich das Beste ist, was der König Aditus, dieser Weichling, gegen uns aufbieten kann. Aber das er euch nicht einmal richtig ausstatten kann… Eine Schande.
„Fußspuren Männer, hier. Kommt her“, rief Nathanel plötzlich aus und hielt auf Javiers Versteck zu.
„Meredith“, schrie Etheniel und zog sein Schwert im selben Atemzug. Dann sprang er aus seiner Deckung hervor, Javier tat es ihm gleich und Seit an Seit standen sie da und sahen den überraschten Ausdruck auf Nathanels Gesicht. Seine Lippen formten sich zu einem lauten Ruf, doch ein Schatten kam plötzlich aus einem Gebüsch hervorgeschossen und bereitet seinem Leben ein abruptes Ende. Merdith bohrte ihm ihren Dolch von hinten durch die Brust und statt einem Schrei, qoull lediglich Blut aus dem Mund des Elitkriegers.
„Versteck dich wieder, die anderen Kerle tauchen jeden Augenblick hier auf“, rief Javier der Assassine zu, die sich blitzschnell verzog. Gerade noch rechtzeitig….

coftysweet
26.04.2008, 09:27
Ihre Schläfen pochten und ihr Herz raste. Eine Sekunde langsamer und man hätte sie entdeckt. Dann wäre es endgültig aus gewesen. Zwar mochte sie ein Meister der Tarnung und des schnellen Tötens sein, doch in einem offenen Kampf war sie verloren. Meredith drückte ihr Amulett an sich und sprach einen Dank an ihre Göttin. Der Anführer der Puriks hatte keine Zeit gehabt, sich auf den Tod vorzubereiten. Meredith tat es mit jedem Atemzug. Sie wusste, dass jeder Augenaufschlag in ihrem Beruf der letzte sein konnte. Ganz besonders jetzt, da sie erkennen musste, dass ihr Talent nachgelassen hatte. War sie im Gasthaus zu selbstsicher gewesen? Javier hatte sie durchschaut und es hatte ihr einen Schlag versetzt. Ganz nah an eine Tanne gedrückt verharrte sie und wartete auf Etheniels Zeichen. Die Puriks waren offensichtlich nicht allzu erschüttert über den Tod ihres Anführers. Im Handumdrehen war einer von ihnen zur Leiche gelaufen, hatte ihr das Horn abgenommen und scharte die anderen um sich. Die Traube, die sie jetzt bildeten, war für Meredith unerreichbar. Schließlich konnte sie mittels ihres Talents nur annähernd unsichtbar werden, aber nicht vollständig.

Korona schoss derzeit zielsicher Pfeile in die Traube. Für sie musste diese Traube die idealen Voraussetzungen bieten. Es würde allerdings nicht mehr lange dauern, bis Javier, Thobor und Etheniel entdeckt würden. Bis dahin konnte Korona unmöglich alle getötet haben. Meredith starrte ängstlich auf Etheniel. Sie hoffte regelrecht, er würde nicht von ihr verlangen, dass sie einen dieser Traube tötete. Doch dann erfüllte sich ihre Angst. Etheniel nickte ihr zu und richtete seinen Blick auf den neuen Anführer. War er von allen guten Geistern verlassen? „Göttliche Erestra, ich will dir ewig dienen und dein Reich mit mit neuen Seelen erfreuen. Verschone dafür bitte die meinige“, flüsterte sie. Dann wurde sie wieder eins mit dem Wald, schlich von Baum zu Baum.

Die Puriks konzentrierten sich zu ihrem Glück auf die Baumwipfel aus denen die Pfeile zu kommen schienen. „Feiges Pack! Kämpfte ehrenvoll und werft nicht wie die Eichhörnchen mit Nüssen!“ Der neue Anführer stapfte selbstsicher eine Pferdelänge vor seinen Mitstreitern. Meredith ließ sich auf den Boden fallen und glitt wie eine Schlange über den Waldboden. Sie kroch kurz hinter den Beinen des Schreihalses entlang und punktierte seinen ungeschützten Knöchel mit dem Dolch. Doch Abrupt drehte er sich um, stieß einen Kampfschrei aus und holte mit seinem Schwert zu einem tödlichen Hieb an. Meredith schloss die Augen in Erwartung des Todes – seines und ihren.

Andy
29.04.2008, 16:19
Wieder war es zu Kampfhandlungen gekommen und alle versuchten gemeinsam zu Kämpfen. Doch das gelang nicht zu so recht. Zum einen waren es zu Viele und zum anderen waren die Gefährten noch angeschlagen vom letzten Kampf. Selbst Thobor schaute sich um und versuchte ein ruhiges Plätzchen zu finden an dem er sich konzentrieren kann um so einen Zauber zu wirken. Schließlich entschied er sich die beiden Menschen zu verlassen die ihn beschützen wollen und schrie "Macht euch keine Sorge ich komme gleich wieder muss schnell ein kleines Feuerlöschen" Was bei Zwergen soviel heiß wie sie mussten auf die Toilette. Der Magier verschwand in dichtem Dickicht des Waldes und man hörte nur noch das Kampfgeschrei und das Geräusch von Metall das auf Metall krachte. Außerdem konnte man immer wieder leises wehklagen von den Verwundeten und Sterbenden Gegner vernehmen. Schließlich fand Thobor einen Stein im Dickicht auf den er sich stellen konnte um so die Kampfhandlungen im Auge zu behalten.

Er konzertierte sich und schloss die Augen. Dann formte er mit seinen Händen eine Kugel und führte sie langsam von links nach Rechts. Dann nach oben und unten. Dazu summte er einige Unverständliche Wörter. Er merkte wie langsam die Magie in ihm zu fließen begann. Nun stellte er sich denn Zauber vor den er wirken wollte. Es war ein Eissturm oder auch Blizzard genannt. Als er die Augen wieder öffnete spürte er schon die Kälte die auf einen Schlag in den Wald eingefallen war. Langsam verdunkelte sich der Himmel und man hörte schon den Wind heulen. Diese Vorzeichen machten die Gefährten von Thobor schon darauf aufmerksam dass der kleine Zwerg wieder einen seiner Zauber gewirkt hatte. plötzlich mischte sich zu dem Wind noch Schnee. Dieser war eisig Kälte und nach einigen Sekunden konnte man nicht einmal mehr die Hand vor Augen sehen. Denn der Schnee verdeckte nicht nur die Sonne sondern auch alles andere. Schon verstummten die Kampfgeräusche. Da Thobors Augen an schlimme Lichtverhältnisse gewöhnt waren machte dieser Schneesturm ihm nichts aus. Schließlich arbeiten seine Kameraden in den Schmieden auch im dichten Rauch und die Werkstücke oder Waffen würde auch immer etwas.

So bahnte sich Thobor langsam einen Weg wieder zurück durch das Dickicht zu seinen Freunden. Als er die beiden Menschen erreicht hatte zupfte er an ihren Hosen und sagte "geht auf die Knie und folgt mir wir holen die anderen und verduften hier." Die Beiden nickte ihm zu und folgten dem kleinen Zwerg auf knien, ihm gefiel das schließlich war er nun größer als sie. Er ging wieder in den Wald und piff Korona zu diese verstand sofort und folgte den Gefährten. Die Letzte die noch fehlte war die Assasinin. Thobor schaute sich um und sah sie nicht. Er drehte sich zu Korona um sagte „Weist du wo Meredith steckt?“ Diese Schüttelte den Kopf und drehte sich zu den anderen Beiden um diese wussten es aber auch nicht. Thobor fuhr an seinem Bart entlang und dachte nach dann sagte er „Wenn sie nicht bei uns ist muss sie noch irgendwo im Kampf sein. Wir müssen sie Finden!“ Alle nickten nur und Etheniel sagte „Nur wie sollen wir sie finden?“ Thobor stellte sich auf Zehspitzen und schaute sich um dann sagte er „Ganz einfach wir suchen sie zwischen den Gegner!“ Etheniel richtete sich auf und sagte „Bist du nun verrückt geworden oder was. Du weist schon das es mehr Gegner sind als wir?“ Thobor lächelte den Menschen an und sagte „Klar sind es mehr aber vergiss nicht ich bin ein Magier. Zwar kein Meistermagier aber dennoch ein Magier. Wir werden sie schon finden und wenn ich dafür etwas Magie einsetzen muss. Aber trotzdem brauche ich dafür eure Hilfe!“ Thobor blickte gespannt in die Runde und sah trotz des dichteten Schneesturm das nicken der Köpfe von seinen Gefährten. Dann standen auch die anderen vom feuchtem Boden auf und Etheniel sagte „Nun sag Zwerg was willst du machen. Es ist schwer sich auf den Beinen zu halten bei diesem Schneesturm. Und außerdem sehen wir Menschen nicht durch das dichte Schneetreiben so wie du. Was hast du also vor?“ Thobor schaute sich um und fand es war an der Zeit allen einmal zu zeigen dass er nicht nur ein kleiner schwächlicher Magier war wie alle von ihm dachten. Deswegen sagte er „Das weis ich aber ihr werdet mir anderes helfen müssen.“ „Und wie“ fragte so gleich Korona. Thobor räusperte sich und sagte „Fast euch an den Händen. Atmet tief durch und vertraut auf eure Kraft. Ich habe in der Magieschule gelernt dass jedes Wesen auf der Erde die Magie in sich trägt. Nur wenigen ist es erlaubt diese Magie zu nützen. Diese Ausnahmen sind die Magier. Doch den Zauber den ich vor habe schaffe ich nicht alleine. Deswegen brauche ich euere Hilfe. Wenn ich den Zauber alleine wirken würde könnte er mich töten oder er würde außer Kontrolle geraten und das wäre schlecht. Deswegen verwende ich euere Magiereserven die ihr ja nie verwendet auch. Also konzentriert euch nun auf euer innere Magie“ Thobor konzentrierte sich auch und lies aus dem Blizzard einen starken Regenschauer werden. Diesen Regen würde er für seinen Zauber benutzen. Er schloss die Augen fasste nach der Hand von Korona und begann mit seinem Zauber.

Der Zauber den Thobor wirken wollte hatte er zuvor nur in der Theorie ausprobiert deswegen war ihm etwas mulmig zu Mute. Aber es half alles nichts er musste über seinen Schatten springen und allen einmal zeigen zu was er fähig war, und mit diesen Zauber konnte er es beweisen wenn er gelingen würde. Langsam stellte er sich vor seinem inneren Auge einen riesigen Geist vor. Nur bestand dieser nicht aus Luft wie es üblich der Fall war. Sondern aus Wasser. Das Wasser für diesen Geist nahm er aus der durch nässten Erde des Waldes. Langsam formte sich vor Thobor diese riesige Wassergestalt. Und der Zwerg merkte wie er immer mehr Magie aufwenden musste um ihn nicht wieder in eine Pfütze zu verwandeln. Immer weiter wuchs die Gestalt in den Himmel und war schließlich größer als Etheniel. Thobor öffnete die Augen und sah den Wassergeist vor sich. Es war eine imposante Gestalt in der Schule wurde nie gesagt zu was diese so genannten Wasserelementar fähig war. Aber dies war Thonor nun egal. Er sagte zu seinen Freunden „Ihr könnte die Augen nun wieder öffnen. Aber seit vorsichtig es kann sein das euch der Schock der Verloren Magie etwas verwirrt.“ Der Zwerg lies die zarte Hand der Menschenfrau wieder los und drehte sich wieder zu dem Wasserelementar um. Dann zeigte er mit einer Hand auf die Gegner und das Elementar schwebte auf die Gegner zu. Diese sahen schnell was ihnen dort entgegen kam und rannten davon. Nur einer reckte sein Schwert mutig gen Himmel und wollte dem Wasserelementar Widerstand leisten. Doch sein Schwert ging einfach durch das Elementar durch ohne einen Schaden zu hinterlassen. Stattdessen holte der Wassergeist aus und verpasste dem Angreifer einen gewaltigen Schlag. Dieser flog durch die Luft und landete und weit entfernt auf dem Boden des Waldes. Das Wasserelementar wollte schon auf den noch Lebenden Mann zu gehen und ihm dem Gnadenstoss geben aber Thobor hinderte es daran. Denn sie hatten Meredith gefunden. Sie lag begraben unter einem der Gegner und rührte sich nicht mehr. Thobor und die anderen gingen sofort zu ihr. Das Wasserelementar verharrte in seiner Position und warte auf weitere Befehle. Korona fasste nach dem Arm den man noch erreichen konnte und fühlte den Puls der Bewusstlosen. Dann amtete sich erleichtert auf und sagte „Puh wir haben Glück sie lebt noch denn sie hat einen Puls, zwar einen leichten aber wenigstens einen!“

Nun Standen sie vor einem weiteren Problem, wie würde sie Meredith unter dem Toten Angreifer hervor bekommen und sicher in Sicherheit bringen. Schließlich sagte der Söldner „Warum heben wir diesen Bastard nicht einfach hoch und Korona zieht Meredith unter ihm hervor. Dann trägt Etheniel oder ich sie zu einem sichern Versteck. Dort werden wir sie versorgen. Was haltet ihr von diesem Vorschlag?“ Alle schauten sich kurz an und nickten dann schließlich hatten sie keine andere Wahl. Die drei Männer gingen in Stellung und hievten den leblosen Körper dann in die Höhe. Korona fasste Meredith unter die Schultern und hievte sie dann mit einem Ruck hervor. Dann lies die drei den leblosen Körper wieder in den Schlamm sinken und gingen zu ihren Bewusstlosen Gefährten. Korona legte ihren Kopf auf den Brustkorb der Königstreuen und wollte so feststellen ob ihr Herz noch schlägt. Was natürlich der Fall war. Dann schaute sie zu den Männer und sagte „Was sollen wir nun tun?“ Thobor sagte noch vor den anderen „warum bringen wir sie nicht einfach in eine Höhle? Dort kann sie und wir uns ausruhen und außerdem ist eine Höhle leichter zu verteidigen.“ Da keiner einen Einwand gegen den Vorschlag des Zwerges hatte machten sie die Gefährten nun auf die Suche nach einer geeigneten Höhle. Etheniel hob Meredith in Händen und versuchte vorsichtig zu gehen schließlich wussten sie nicht was mit ihr los war. Als sie eine Höhle erreicht hatten legten sie Meredith auf ein Bett aus Moos das sie in der Höhle gefunden hatten. In der Höhle war es feucht und modrig genau wie das zuhause eines Zwerges aussehen musste. Aber den Menschen war es zu kalt und so entschlossen sich Javier und Etheniel in den Wald zu gehen und dort etwas Brennholz zu sammeln, damit sie in der Höhle ein kleines Feuer entzünden konnte. Thobor hingegen ging vor die Höhle und lies das Wasserelementar wieder in seine Ursprüngliche Form zurückkehren. In einer großen Pfütze verschwand der mächtigste Zauber den Thobor je gewirkt hatte.

Nach dem das Wasser im Waldboden versickert war ging Thobor wieder zurück in die Höhle und schaute nach Korona und Meredith. Meredith war immer noch bewusstlos und Korona verband die Wunden die sie sah. Thobor ging zu ihr und sagte „Ah wie ich sehe kennst du dich etwas in der Kunst der Heilung aus. Ich selbst beherrsche auch einige Salben aber dafür benötige ich ein Labor was wir ja im Moment leider nicht hier haben. Deswegen kann ich dir nicht sonderlich viel helfen außer du benötigest meine Hilfe.“ Korona nickte und sagte „Ja schon okay du könntest mir schnell den kleinen Topf aus meinem Rucksack holen. Wenn die beiden anderen wieder hier sind setzt du etwas Wasser auf und ich koche einen Tee. Solange dieser zieht mache ich mich auf die Suche nach etwas zu Essen im Wald. Denn dann haben wir bitter nötig wie ich finde oder?“ Thobor nickte und ging zum Rucksack von Korona dort holte er den alten Kupfertopf hervor und stellte ihn schon einmal an die hergerichtete Feuerstelle. Nun musste er nur noch warten bis die Holzsammler wieder kamen. Und wie Thobor feststellen musste stimmte das alte Sprichwort doch, denn wenn man vom Teufel spricht kam er. Und so war es auch mit den Beiden. Sie kamen gerade in die Höhle als Thobor gerade hinausgehen wollte und sie suchen wollte. Nach dem das Holz zu einem schönen Haufen gestapelt war machte sich Javier an die Arbeit. Er versuchte mit einem Feuerstein das Feuer zu entfachen. Was nach einigen Versuchen auch gelang schließlich sprangen durch zusammen schlagen der beiden Steine viele Funken durch die Gegend. Nach dem Javier einige male in die Glut gepustet hatte, hatten sie ein schönes Feuer innerhalb der Höhle das Wärme spendete. Korona stellte den Topf voll Wasser und einiger Kräuter auf die Feuerstelle und ging dann aus der Höhle. Schließlich wollte sie etwas zu Essen organisieren. Die andern drei blieben in der Höhle und kümmerten sich um die Verwundete Meredith.

Grimward
30.04.2008, 15:45
Wenig später kehrte Korona zurück und brachte etwas essbares. Einen Hasen, welcher wohl vom plötzlichen, durch Thobor verursachten, Wintereinbruch überrascht worden war und hatte sich von der Jägerin übertölpeln lassen. Etheniel hockte in der Nähe des Eingangs und blickte wachsam nach draußen, Schwert und Schild lehnten griffbereit an der Höhlenwand, das Schneegestöber war schon lange abgeklungen und die Kälte wieder den üblichen Tempereturen gewichen, den Thobor saß erschöpft im hinteren Teil der Höhle, wärmte seine Hände und Knochen am Feuer und erholte sich nur langsam. Direkt neben ihm lag die bewusstlose Meredith, Javier hingegen trabte aufgeregt in der Höhle auf und ab und der Tischler beobachtete, dass seine Hand immer wieder zum Schwert glitt, wenn ein Holzscheit aus dem feuer laut knackte oder ein Funken in sein Blickfeld sprühte. Etheniel selbst war nur unwesentlich ruhiger, er wusste, die Gefahr war noch nicht vorbei. Merdith hatte zwar beide Anführer erschlagen, sowohl den ersten, als auch seinen Stellvertreter, aber obwohl die Puriks durch Koronas Beschuss möglicherweise noch einen Mann verloren hatten und durch Thobors Schneesturm aus dem Konzept gekommen und sein Wassergeist hatte Schaden angerichtet, doch nun hatte die Gruppe ihre Trümpfe verspielt. Korona hatte in dieser Höhle kaum eine Chance den Bogen zu benutzen, Thobor war am Ende seiner Kräfte und Meredith beinahe tot. Die Puriks mochten noch immer vier, fünf, kampfgestählte Krieger sein, die jetzt, wütend und kampfeslustig durch den tauende Schnee stapften und versuchten sie zu finden. Denn Thobors Wasserelementar hatte sie zwar vertrieben, aber Etheniel konnte nicht glauben, dass sie weit geflohen hatte. Diese Männer wurden ihr ganzes Leben lang zu harten, ausdauernden und beinahe gefühllosen Kampfmaschinen gedrillt, die in ihrer Loyalität für den König noch besessener waren, als Meredith. Sie würden zurückkommen. Und in Wahrheit blieben der Gruppe nur noch er selbst und Javier.
"Hallo", begrüßte er Korona knapp und winkte sie mit einer beiläufigen Geste durch. Dabei fielen seine Blicke auf die Fußspuren, die Korona in der matschigen vom geschmolzenen Schnee aufgeweichten Erde zurückgelassen hatte.
"Na wunderbar", murmelte er in seinen Bart und winkte Javier zu sich. Die Puriks MUSSTEN das einfach sehen. Sonst wären sie keine Spezialeinheit, sondern bloß eine zusammengewürfelte Truppe von Bauern und das wagte Etheniel nicht zu hoffen, denn der König von Killmar mochte grausam sein, aber er war kein verweichlichter Schwächling, wie Aditus.

"Was denn?" erkundigte sich Javier gereizt.
Etheniel deutete auf die Fußabdrücke der Jägerin, die zwar undeutlich werden würden, doch das half ihnen wohl auch nicht mehr.
"Sie führt die Puriks zun uns, wenn wir ein bisschen Pech haben", erläuterte Etheniel leise. Es klang wie ein Vorwurf an die Jägerin, auch wenn es eindeutig nicht ihre Schuld gewesen war, fliegen konnte sie nicht und zum verwischen der Spuren war keine Zeit geblieben.
"Sieht ganz danach aus", erwiderte Javier ebenso gedämpft, sie wollten die anderen nicht füher als nötig in Aufruhr versetzen.
"Wenn sie kommen, werden wir beide uns rechts und links vom Eingang der Höhle postieren, so dass sie uns nicht sehen können. Sei absolut still und bete das die Kerle siegessicher genug sind, einfach hinein zu stürmen. Auf mein Zeichen schlagen wir sie nieder. Wenn wir zwei sofort erwischen, haben wir eine Chance. Die anderen werden uns nicht wirklich helfen können, Meredith und Thobor sind völlig erschöpft, Koronas Bogen in diesen Gewölben eher für uns gefährlich."
"Ist gut", stimmte Javier zu und Etheniel nickte bekräftigend. Eine wirkliche geniale Idee hatten sie nicht gerade ausgetüftelt, aber seine Zeit bei der Garde von Killmar hatte ihm wohl doch eine nützliche Sache gelehrt. Neben all den Schrecken die er damals zu Gesicht bekommen hatte. Die einfachen Tricks, waren doch immer noch die besten, denn die Gefahr, dass dabei etwas schief ging, war wesentlich geringer.
"Korona", rief Etheniel halblaut und die Jägerin, welche gerade den Hasen ausgenommen hatte und nun zu braten begann, gab das Objekt der Begierde an den Zwerg weiter, der diesen über das Feuer hielt, während Korona zu ihm hinüber kam.
"Was gibt’s denn?"
"Wo sind die Pferde?" erkundigte sich der Söldner an Etheniels statt, denn auch Javier hatten verstanden, worauf der Tischler hinaus wollte.
"Nicht weit von hier, bei meiner Jagd habe ich nach ihn-", wollte Korona erläutern, doch mitten im Satz brach sie ab, ihre Augen vergößerten sich sprunghaft und sie schluckte schwer. Etheniel und Javier, die mit dem Rücken zum Höhleneingang gesessen hatten, fuhren herum. Was der Tischler sah, verschlug ihm einige Augenblicke ebenfalls den Atem. Ein Purik in weiß-blauer Tracht schlug sich gerade fluchend durch ein Gebüsch und musste sie jeden Moment entdecken.

Javier handelte sehr gedankenschnell, er zog Korona weg vom Höhleneingang, zu sich in Deckung und auch Etheniel begab sich aus dem Blickfeld des Puricks.
"Was machen wir denn jetzt", flüsterte Korona, was in Etheniels Ohren noch immer viel zu laut war.
"Bleib in Deckung, Etheniel und ich regeln das... hoffentlich", hörte Etheniel den Söldner knapp sagen und nickte Korona bekräftigend zu, wies dann noch auf Thobor.
"Sag dem Zwerg bescheid", formten seine Lippen, seine Stimme verweigerte ihm den Dienst. Korona verstand ihn auch so und lief geduckt zu Thobor und der bewustlosen Merdith hinüber. Einige Augenblicke vergingen in völliger Stille, nur das Rascheln einiger Blätter und das gelegentliche Fluchen des Puriks war zu vernehmen. Etheniel vernahm zudem das Schlagen seines eigenen Herzens, laut in seinen Ohren, unhörbar für die anderen, doch er war sicher, dass jeder seine Gefährten ähnlich fühlte. Vielleicht zum ersten Mal teilten sie alle den gleichen Gedanken, umso schlimmer, dass dieser Gedanke die Angst war.
"Männer, bei Gott, ich habe eine Spur", ertönte da plötzlich eine Stimme
"Bei allen Göttern, sie haben uns", wisperte Korona.
"Bleibt in Deckung", wiederholte Javier.
Andere Stimmen ertönten. Schritte raschelten durch das Unterholz, Etheniel wagte es nicht, um die Ecke in die Welt hinauszuspähen, in diesem Augenblick, bestand seine Welt aus diesen zehn Quadratmetern Höhle, seine vier Begleiter waren die einzigen Bewohner und eine Macht aus einer anderen Welt bedrohte dieses Idyll. Der ehemalige Gardist griff nach seinem Schild und band die Riemen an seinem Schildarm fest. Mit zwei erfahrenen Handgriffen zurrte er die Schnallen fest, dann griff er nach seinem Schwert, ein langen, gerade Klinge, die ihm schon seit Jahren treue Dienste leistete.
"Da, dort, die Höhle--", ertönte von draußen, dann brach das Stimmgewirr mit einem Schlag ab. Zu spät, wie Etheniel notierte, war den Puriks eingefallen, dass die Insassen der Höhle nicht taub waren und so hörten sie nun nur noch hin und wieder das Knacken eines Zweiges. Die Spannung war kaum erträglich, jede Faser von Etheniels Körper schrie, schrie vor Angst, Adrenalin pumpte in wilden Schüben durch seine Venen, die Stille drohte ihn zu erdrücken, plötzlich zerriss ein Schlachtruf die Stille, welche sich wie ein dunkles Tuch über diese Gegend gedrückt hatte.
"Für Galliard", ertönte es aus mehreren Kehlen, Etheniel und Javier, die bis jetzt hinter der Ecke gekauert hatten, sprangen auf und der Tischler fühlte den ledernen Griff seines Schwertes zwischen seinen Fingern, gleich einem letzten rettenden Griff an einen Felsvorsprung, welcher den Sturz ins Bodenlose verhindern vermochte. Er hob den Schild auf die Höhe seiner Nase und wartete.

Zwei blau-weiß gewandte Gestalten stürmten durch die Öffnung der Höhle und mit einem gellenden Schrei warf sich Etheniel, seinen Schild voran, mit seiner ganzen Körperkraft gegen den Rechten. Der Mann stürzte zu Boden, riss seinen Kameraden mit sich und schon waren Etheniel und Javier über ihnen, Der Söldner trieb einem der liegenden sein Schwert in die Brust, doch sie brauchten nichtsdetsotrotz zu lange, denn die drei verblieben Puriks drängten schon vorwärts, Etheniel fing einen gewaltigen Schlag mit den Schild auf, der ihn zurücktaumeln ließ, auch Javier musste ein, zwei Schritte des wertvollen Bodens preisgeben und der Purik, welcher nur zu Boden gestoßen worden war, erhob sich bereits wieder.
"Vorwärts", rief einer der Puriks.
Etheniel wich einem weiteren Schlag aus, indem er sich unter dem Schwert durchduckte und sprang vor, sein Schwert wie einen Speer haltend, durchbohrte er die Rüstung des Puriks, der ihn gerade beinahe enthauptet hatte. Diesem entfuhr ein gellender Schrei, Blut sprudelte, als Etheniel sein Schwert aus der Wunde riss und dies beinahe mit dem Leben bezahlte, denn einer seiner Kameraden fühlte sich berufen den gefallenen zu erretten und führte einen tückischen schlag von der Seite gegen ihn. Etheniel warf sich zur Seite, nach Rechts, doch es zwar zu spät, das Schwert des Puriks knallte gegen sein Kettenhemd, wenn auch mit verminderter Wucht, so doch noch immer heftig genug, um den Tischler aufschreien zu lassen. Aus dem Augenwinkel nahm er noch war, dass Javier einen Purik mit einem teuflischen Schlag beinahe in der Mitte teilte, dann verlor er das Gleichgewicht und stürzte. Mit einem Triumphschrei setzte der Purik nach, Etheniels schwere Rüstung hatte ihm zwar gerade den Arm gerettet doch war nun dazu angetan, ihn umzubringen, denn er schaffte es nur mit großer Mühe, sich wieder auf den Rücken zu Rollen. Sein Schwert lag neben ihm, er griff es und fing instinktiv, den Hieb des Feindes auf, der ihn umbringen sollte. Dann keilte er aus, auf das Schienbein des Puriks zielend und tatsächlich, es gelang ihm, den Feind zu Boden zu werfen. Doch Etheniel hatte keine Kraft mehr, um blitzschnell aufzustehen, stattdessen warf er sich einfach auf dem Purik, der mit dem Rücken nach unten auf dem Boden lag und ließ seine behandschuhte Faust in das Gesicht des Feindes krachen, einmal, zweimal, bis er sicher war, dass der Purik zumindest bewusstlos war. Völlig erschöpft, rollte er sich von dem Gegner hinunter und ging in die Hocke. Javier stach just in diesem Augenblick seinen Feind nieder und ging vor Erschöpfung noch mit ihm in die Knie, doch während der Purik starb, schien Javier ziemlich unversehrt, auch wenn er sicherlich reichlich Schrammen und Wunden hatte.
Sie hatten es geschafft...

coftysweet
30.04.2008, 22:59
Dass sie lebte, wagte sie kaum zu glauben. Lange war um sie herum Nacht gewesen. Noch nie hatte sie die Gegenwart Erestrens so nah gespürt. Als hätte die Göttin bereits nach ihrer Seele gegriffen und dann doch entschieden, sie zu verschonen. Das letzte, woran sie sich erinnern konnte, war der brennende Schwerthieb, der schwere, stinkende Körper, der über ihr zusammenbrach und die bittere Kälte. Wie sie auf das Mooslager gekommen war, wusste sie nicht. Feuchtigkeit zog in ihre Glieder, ihre Augen brannten und ihr ganzer linker Arm pulsierte vor Schmerz. Doch es zog ihr auch der Duft von Hasenbraten und wilden Kräutern in die Nase. Vorsichtig hob sie die Lider. Es war recht dunkel um sie herum. In einiger Entfernung knisterte ein kleines Feuer. Sie hörte Korona lachen und Thobor etwas vor sich hin brummen. Als sie versuchte den Kopf zu heben, begann dieser wie verrückt zu hämmern. Ihren linken Arm belastete sie aus Instinkt so wenig wie möglich. Ganz vorsichtig richtete sie sich auf. Ihr Magen begann zu rebellieren, doch sie konnte nicht sagen, ob aus Hunger oder aus Übelkeit. Kaum das sie saß, ging ihr erster Griff an den Hals, ob das Amulett noch an seinem Platz war, und ihr zweiter Griff an das Halfter, in dem der Glasdolch stecken sollte. Ein Klumpen bildete sich in ihrem Hals. Da war kein Dolch. Noch einmal tastete sie nach dem vertrauten geschwungenen Griff mit dem Löwenkopf an der Spitze. Nichts. Panik machte sich in ihr breit. „Hey, Meredith ist wieder wach!“ hörte sie Javier entfernt rufen. Korona war rasch bei ihr. Sie hielt eine Holzschale in der Hand. Doch als sie Meredith damit näher kam, schob diese sie mit der unverletzten Hand weg. „Mein Dolch“, flüsterte sie heiser. Korona zog die Stirne kraus. Dann schien sie zu begreifen, denn ihre Augen wurden groß. „Deine Waffe?“ Tränen füllten Meredith Augen. Das konnte nicht das Opfer für ihr Leben sein. Schließlich hatte sie dafür bereits gezahlt. „Waffe! Der einzige Besitz, den ich hatte.“ Ihre Stimmer war nun fast tonlos. Korona hielt ihr die Schale hin „Ich gehe ihn suchen, aber nur wenn du das trinkst.“ Meredith betrachtete die grünliche Flüssigkeit. „Er ist aus kristallklarem Glas. Fast unsichtbar. Pass auf die Spitze auf. Sie strömt bei jeder Berührung den Sekret der schwarzen Spinne aus. Das Gift kennt weder Freund noch Feind. Und mir ist kein Gegengift bekannt.“ Korona nickte, übergab ihr die Schale und griff nach ihrem Umhang. „Was willst du? Da hinaus?“ Javier war aufgebracht. Meredith konnte nur seine heftigen Widersprüche verstehen, nicht aber Koronas bestimmte Erklärung, doch zu gehen. Schließlich hörte Meredith nur noch, wie sie hinaus stapfte und Javier wütend vor sich hin schnaubte. Etheniel gab einen unverständlichen Kommentar dazu ab.

Meredith betrachtete die grüne Flüssigkeit noch etwas. Sie glaubte nicht daran, dass Korona den Dolch finden würde. Doch das zu trinken war sie ihr auf jeden Fall schuldig. Es schmeckte nach Wildkräutern, Beeren und Getreide. Sie unterdrückte den Würgereiz, den Nahrung allgemein akut bei ihr auslöste. Tatsächlich hatte die Suppe eine belebende Wirkung auf sie. Das Hämmern in ihrem Kopf ließ nach. Ebenso die Kälte in ihren Gliedern. Trotzdem musste sie immer noch grässlich aussehen. Verwirrt hielt sie inne. Es war das erste Mal seit sie denken konnte, dass sie sich fragte, welchen Eindruck ihre Erscheinung auf andere machte. Vorsichtig versuchte sie das zerzauste, leicht blutverklebte Haar zu entwirren. „Tja, mit einem Spiegel und einem Kamm kann ich nicht dienen, aber mit etwas Wasser. Soll auch helfen, hat mir meine Mutter einmal gesagt“, sagte Etheniel zu ihr, während er ihr einen alten Eimer mit Wasser und eine sauberes Tuch reichte. Sie blinzelte ihn dankbar an. Es war schwer sich in den beengten Verhältnissen zu waschen, noch dazu mit lädiertem Arm. Aber Meredith war froh ein klein wenig Mensch sein zu können. Dabei ging ihr Korona nicht aus dem Kopf. Hatte sie schließlich das Leben der tapferen Bogenschützin für einen Dolch riskiert? Das Wasser war kalt, doch genauso belebend wie Koronas Suppe. Ihr Beutel lag neben dem Mooslager auf den Steinen. Es war durchgeweicht und verdreckt. Saubere Kleider brauchte sie darin nicht zu suchen. Außer einem Hemd wäre da auch nichts gewesen. So zog sie das alte blutige Hemd wieder über. Es sah fürchterlich aus, war aber wenigstens trocken. Ihr Lederwams ließ sie liegen, wo es war. Ebenso Handschuhe und Stiefel. Sie fühlte sich nicht in der Lage, mehr als unbedingt nötig zu tragen.

Mit bloßen Füßen tapste sie leicht schwankend zu den anderen am Feuer. Javier warf ihr einen kritischen Blick zu, Thobor grinste mit einem Hasenbein zwischen seinen Zähnen und Etheniel bot ihr einen Sitzplatz neben sich an. „Hase?“ fragte Thobor beim Kauen. Sie schüttelte mit einem mulmigen Gefühl im Magen den Kopf. Koronas Suppe sollte so lange wie möglich drin bleiben. „Und, was machen wir nun?“ fragte Javier Etheniel. „Auf der anderen Seite des Waldes wartet Killmar. Und da wo wir herkommen gibt es wahrscheinlich noch mehr von den Blau-Weißen.“ Etheniel röstete etwas von dem weichen Brot über dem Feuer. Er dachte nach und sein Blick verfinsterte sich wieder. Meredith ahnte bereits, wie die Entscheidung aussehen würde. Killmar war unvermeidlich. Ihre einzige Chance war, dass der Gegner nicht mit ihnen rechnete. Doch ganz ohne Zweifel würden dort noch mehr Gefahren lauern, als auf dem Weg durch Adamant. Gedankenverloren drehte Meredith wieder an ihrem Amulett. „Was ich dich schon lange fragen wollte, was ist das für ein Symbol?“ Thobor wies auf das Amulett und riss sie damit aus den Gedanken. „Ach das. Das ist nur der Drache der Erestra.“ Sie sagte es leichthin, doch sie spürte wie der Söldner erstarrte. „Erestra? Die Göttin des Krieges? Das kann nicht dein Ernst sein!“ „Wieso?“ fragten Etheniel und Thobor zugleich. Thobor war ein Zwerg und Wesen der Erde. Bestimmt kannte er keinen anderen Gott als Rughino, den Schöpfer und Hüter der Erde und ihrer Geschöpfe. Und Etheniel schien jeden in seinem Glauben so zu akzeptieren wie er war. „Sie ist die Ausgeburt der Unterwelt. Jede im Krieg gefallene Seele wird ihr Eigentum. Meredith verehrt den Tod in seiner schlimmsten Form!“ Die Augen des Zwerges wurden weit. Von Etheniel kam ein bloßes Schulterzucken. „Wenn man Zeit seines Lebens nur den Tod vor Augen hat Javier, dann stellt man sich besser gut mit ihm.“ Sie hatte es leise, aber durchdringend gesagt. Sie würde nicht weiter über die Richtigkeit ihres Glaubens diskutieren. Der Söldner schüttelte verständnislos den Kopf. „Kein Wunder das wir von Pech verfolgt werden mit dem Todesengel an unserer Seite.“ „Hey Javier – wir werden uns nicht wegen solcher Dinge entzweien. Wenn wir tatsächlich durch Killmar hindurch müssen brauchen wir jeden. Auch wenn er den Tod vergöttert. Was davon abgesehen nicht schlimm sein muss, denn wir haben sie ja auf unserer Seite“, Etheniels Ansage war eindeutig. Javier wollte sich zwar nicht so einfach geschlagen geben, doch das Eintreten Koronas ließ ihn verstummen.

Sie sah sehr zerknirscht aus. „Ich – äh – habe ihn gefunden – aber -“ Meredith erlebte für einen kurzen Augenblick höchste Freude um dann direkt wieder einen Stich ins Herz zu bekommen. Was war geschehen? „Ich habe ihn gefunden, weil ich drauf getreten bin und da ist er -“ Nun war sie endlich da, die wohlige wärme der Freude. Erestra hatte sie nicht im Stich gelassen. Ein freudiges Strahle glitt über ihre blassen Züge. Korona war ein einziges Fragezeichen. Es dauerte einen Moment bis Meredith begriff, dass die Jägerin es nicht wissen konnte. „Wo ist er?“ Korona gab ihr zwei Hälften. Vorsichtig, denn sie hatte immer noch Angst vor dem Gift, was auch gut war. Meredith nahm sie entgegen, fügte sich mit einer Schnittkante eine geübte kleine Wunde zu und benetzte mit dem Blut die Bruchstelle. Korona war fassungslos. „Dieser Dolch, Korona, ist ein Lebewesen wie du und ich. Er trinkt das Blut seiner Gegner, in seinen Adern fließt Gift und er heilt wie jede fleischliche Wunde auch.“ Vor den Augen aller fügte sie die Hälften zusammen. Es brauchte nicht einmal mehr einen Herzschlag und ihr Dolch war wieder genesen. „du weißt gar nicht, wie dankbar ich dir bin.“ dabei sah sie Korona aufrichtig in die Augen. Es gab keinen Ehrgeiz mehr, der groß genug war, die neu gefundene Freundin zu ersetzen.

Andy
03.05.2008, 14:52
Thobor staunte nicht schlecht als er gesehen hatte wie Meredith den Dolch in ihren Händen nur mit einem Tropfen Blut wieder zusammen fügte. Und dann sagte sie noch das der Dolch ein Lebewesen sei genau wie sie selbst. Thobor verstand das ganze nicht so ganz aber das war ihm egal. Während die anderen immer noch fassungslos auf den Dolch starten machte sich Thobor über den restlichen Hasen her. Schließlich konnte man das gute Fleisch ja nicht verkommen lassen. Und außerdem hatte der Zwerg schon ewig nichts mehr gegessen, deswegen füllte er nun seinen Magen mal wieder.

Da sie sich noch etwas warten wollten bis es Meredith wieder fitter war. Ging Thobor zu den anderen dreien und fragte sie nach ihrem befinden. Schließlich hatte er aus ihrem Körper eine große Menge Magischer Energie entnommen. Da konnte es einem schon schlecht gehen. Als erstes war die Bogenschützin an der Reihe. "Wie geht es die denn Korona?" fragte Thobor die Frau schaute ihn verdutzt an und sagte "Äh warum fragst du wie es mir geht?" Thobor grinste und sagte "Ich frage weil ich wissen will wie es dir nach der Aktion mit dem Wasserelementar geht. Schließlich hast du da auf einen Schlag eine gewaltige Menge an magischer Energie verloren. Auch wenn du sie nicht aktiv nutzt merkt dein Körper das normalerweise sehr schnell. Deswegen frag ich nach nicht dass du dich auch noch ausruhen musst." Korona schüttelte den Kopf und sagte "Mir geht’s gut, ich spüre keinen Unterschied" Thobor nickte ihr zu und sagte "Gut das ist schön zu hören." Dann machte er sich auf den Weg zu Javier Auch ihn fragte er nach seinem Wohlbefinden und dieser sagte "Mir geht es nicht so gut. Mein Kopf brummt und mir ist so schwindlig hängt das damit zusammen?" Thobor wollte gerade etwas sagen da fiel ihm Etheniel ins Wort und sagte "Du hast einfach nur zu viel gesoffen das wird das sein. Und ich kann schon mal sagen mir geht es auch super. Und von mir aus können wir gleich weiter reisen." Thobor lächelte Etheniel an und sagte zu Javier "Dann lass dir mal von Korona was zu trinken geben. Ich denke sie hat einige Sachen mit dem sie dein Kopfweh verschwinden lassen kann." Javier nickte und ging zu Korona um sie zu fragen. Thobor setzte sich der weil wieder im Schneidersitz ans Feuer.

Kylie
03.05.2008, 20:46
Korona lächelte und reichte ihm etwas von ihrer selbst gemixten Suppe. Sie war nicht sonderlich gut. Korona kannte sich nicht perfekt damit aus. Wenn man jedoch jeden Tag in der Natur leben muss, wie sie es getan hatte, lernt man Wunden so zu heilen das sie schnell verschwinden.
„Hast Du irgendetwas draußen gesehen oder bemerkt? Mehr Puriks?“, fragte Etheniel. Korona schüttelte den Kopf. Sie war vorsichtig durch den Wald gegangen. Die Waffen stets bereit. Doch er war friedlich gewesen. Es gab keinerlei Vorfälle. „Nein, nichts. Der Wald war still und ruhig. Um ehrlich zu sein hätte ich den Dolch nicht gefunden wäre ich nicht drauf getreten. Ein Glück das er sich mit Blut zusammen schmiegt. Der Dolch ist dir wohl ziemlich was wert oder?“, fragte Korona Meredith. Sie war immer noch bleich und sah schwach aus. Doch langsam schien sie sich zu erholen. Morgen konnten sie glücklicherweise wieder weiter ziehen. „Ziemlich was Wert.“, wiederholte Meredith. „Ja das ist er allerdings. Wie schon gesagt er ist mein einzigster Besitz.“
Korona gab sich damit zufrieden. Die Höhle war modrig und sehr kühl. Die Nacht würde nicht angenehm werden, doch die Höhle gab ihnen auch Schutz. „Wer ist mit Nachtwache dran?“, fragte Javier. Etheniel meldete sich für die erste Schicht, Korona für die zweite.

Am nächsten morgen schien es Meredith deutlich besser zu gehen. Korona drückte ihr noch mehr Suppe in die Hand. In der Nacht war nichts passiert. Doch trotzdem rechnete Korona jeder Zeit mit einem Überraschungsangriff. Ausgeschlafen war sie nicht wirklich. Javier schaute immer noch so drein als plagten ihn Kopfschmerzen, Thobor und Etheniel jedoch sahen völlig ausgeruht aus. So weit man nach dem was alles passiert war überhaupt von ausgeruht sprechen konnte.
Die anderen schienen ewig zu brauchen bis sie wieder alles eingepackt hatten und bereit waren die Pferde zu suchen. Korona beschlich die Unruhe das die Pferde gar nicht mehr da waren und das sie zu lange brauchten. Es ging ihr zu langsam. Sie wurde ganz nervös, es schien ihr als würde sie etwas verpassen. „Kommt schon. Umso schneller um so besser.“, hetzte Korona die anderen auf.
„Schon gut. Schon gut.“, murmelte Thobor nur vor sich hin. Endlich warne die anderen auch so weit. Es dauerte gar nicht so lange, doch Korona bekam Panik und sie wusste nicht wieso.

Ruhe war wieder in den Wald eingekehrt. Korona führte die anderen zu der Stelle wo die Pferde waren. Sie drückte einen Busch zur Seite. Es war als hätte jemand ihnen kaltes Wasser ins Gesicht geschüttet. Auf einmal begann Koronas Herz zu rasen, sie hörte nicht mehr die Geräusche des Waldes, der Vögel, der Tiere, ihrer Gefährten. Sie starrte nur auf die leere Stelle wo die Pferde gestanden hatten.
„Mist so ein verdammter Mist!“, begann Korona zu fluchen, drehte sich im Kreis und stampfte mit dem Fuß auf den matschigen Boden. „Machst du das immer wenn du dich aufregst?“, fragte Javier schmunzelnd. Korona beachtete ihn nicht sondern blickte noch einmal auf die Stelle wo die Pferde waren.
„Die Puriks sind alle tot. Die Pferde müssen hier irgendwo sein.“, sagte Etheniel. „Schon.“, sagte Korona. „Aber es braucht Zeit bis wir sie haben. Zeit die wir nicht haben.“ „Wenn wir uns aufteilen?“. Schlug Thobor vor.
„Nicht gut.“, sagte Meredith nur. „Ich gehe sie suchen und bin gleich wieder da.“, murmelte Korona.
Sie schlug sich durch das Gebüsch und beugte sich über den Boden. Die Pferde mussten noch am morgen hier gewesen sein, einige Spuren waren noch relativ frisch. Korona ging den Spuren langsam nach. Die Pferde waren immer in der Gruppe geblieben. Da vielen ihr noch andere Spuren auf. Keine Hufe und auch nicht die eines Menschen. Es waren die Spuren eines Wolfes.
Korona seufzte. Von den gefährlichen Tieren des Waldes waren sie bis jetzt verschont geblieben. Der Wolf musste die Pferde gejagt haben. Wer weiß wie weit. Doch die Spuren waren noch frisch und relativ gut zu erkennen. Korona ging ihnen nach.
Innerlich kochte sie. Was die anderen wohl dachten? Immer suchte sie die Tiere, immer schien sie den ganzen Ärger zu verursachen. Erst führte sie die Gruppe in ein Dorf, dann führte die die Pruiks zur Höhle und nun hatte sie wieder einen anderen Weg.
Aber was blieb ihr übrig? Es war die Spur von nur einem Wolf. Es konnte unmöglich sein. Wölfe waren Rudeltiere, sie waren es schon immer gewesen. Gehasst von allen Menschen da sie nur Ärger machten.
Plötzlich waren es die Spuren von zwei Wölfen. Korona hielt an um es genauer zu betrachten. Ja. Es waren zwei. Sie rannte nun fast, die Spuren wurden immer frischer. Plötzlich wurden aus zwei drei. Wenn die Wölfe noch da waren hatte sie keine Chance. Das hieße vielleicht doch. Wenn aber eines der Pferde schon gerissen wurde?
Die Pferde blieben immer in einer Gruppe. Dann sah sie eines. Es war ihres, Siliad. Von Wölfen gerissen.
Es lag in einer Blutlache am Boden, die Wölfe waren weg, irgendetwas hatte sie verscheucht. Korona näherte sich dem Tier. Es war kurz vor dem Tode. Die Wölfe hatten es verletzt und dann einfach liegen lassen. Korona senkte den Blick. Das Pferd atmete nur noch schwer. Sie streichelte es am Hals und gab ihm dann den Gnadenstoß.
Es kam ihr kalt und herzlos vor, aber es musste sein. Sie konnte es nicht einfach auf dem Boden verrecken lassen. Übrig blieben nur noch drei Pferde. Korona musste bei jemandem mit reiten.
Sie folgte den Spuren, die Pferde hatten ihr Tempo zurück gezogen. Korona ging etwas weiter und da sah sie die drei noch überlebenden Pferde.
Sie stieg einfach auf eines und nahm die beiden anderen an den Zügeln. So schnell wie möglich ritt sie zurück. Traurig und wütend über den sinnlosen Tod ihres Pferdes, Siliad.

Andy
05.05.2008, 17:50
Als Korona wieder kam war Thobor klar das sie das Pferd gefunden hatte. Zum einen war ihr Dolch mit etwas Blut bedeckt zum anderen erkannte just in diesem Moment wie eine Träne ihre lieblichen Wangen hin unter lief. Und schließlich auf den Waldboden fiel. Thobor ging zu ihr und fragte "Hast du ein Pferd gefunden?" Korona wischte sich die Tränen aus den Augen und sagte mit einem seufzten "Ja das habe ich. Aber die Wölfe haben es verletzt und ich habe ihm nun den Gnadenstoß gegeben damit es nicht mehr so lange leiden musste." Thobor schaute die Bogenschützin entsetzt an und sagte dann "Haben sie es so schwer verletzt das du nichts mehr hast machen können?" Korona schluchzte wieder und hob mit einer Hand den Busch zur Seite aus dem sie gekommen war. Durch einen Spalt erkannte man eine riesige Blutlache und darin lag das Pferd. Der halbe Brustkorb war auf gerissen und die Därme hingen heraus. Thobor war es gewohnt tote Tiere zusehen. Und Korona normalerweise auch aber anscheint hatte die Bogenschützin schon eine emotionale Bindung zu ihrem Pferd entwickelt gehabt und deswegen gefiel ihr der Anblick nicht. Thobor sagte schnell "Komm wir gehen wieder zu den anderen und schauen nach den anderen Pferden!" Korona nickte und folgte Thobor zu den anderen.

Die anderen drei waren schnell erreicht und so machten sie sich gemeinsam weiter auf die Suche nach den anderen Pferden. Korona half ihnen dabei in dem sie die Fährten suchte die die Wölfe unweigerlich im Waldboden hinter lassen haben. Langsam schlugen sich die Botschafter durch das Dickicht des Waldes. Immer wieder machte es "zsch" und ein Ast mit grünen Blättern fiel auf den Boden. Plötzlich hörte man Gewieher und Hufe in den Weichen Waldboden treten. Schnell war allen bewusst das ein weiteres Pferd gerade von dem Wolfsrudel in die Enge getrieben worden war. Und den gefräßigen Kiefern zu Opfer fallen würde wenn sie sich nicht beeilen würden. Schnell hatte war Korona bewusst das dass Gewieher von Nordosten kam. Nun hieß es die Beine in die Hand nehmen und dem Pferd zu Hilfe eilen. Dies war leichter gesagt als getan für den kleinen Thobor. Schließlich war er ein Zwerg und musste sich mehr als die anderen durch das Unterholz des Waldes kämpfen. Aber schließlich hatte er die anderen eingeholt als diese stehen blieben. Thobor traute seinen Augen nicht. Vor ihnen stand das Pferd auf den Hinterbeinen und schlug mit den Vorläufen immer wieder nach den Wölfen aus. Diese umzingelten das Pferd langsam und hatten den Kreis schon fast geschlossen. Korona zog schnell ihren Bogen und zielte auf das vermeidliche Leittier des Rudels. Thobor stand hinter Korona und hörte wie der Pfeil die Sehne verlies. Er pfiff durch die Luft und traf sein Ziel. Der getroffene Wolf taumelte kurz fiel dann aber um. Korona sagte kaum vernehmbar "Das war für mein Pferd." Schnell hatte sie einen weiteren Pfeil auf die Sehne gelegt und war bereit anzugreifen. Aber dazu kam sie nicht denn Javier, Etheniel und auch Meredith hatten schon ihre Waffen gezogen und stürzten sich auf die nun angreifenden Wölfe. Korona schnappte Thobor und rannte mit ihm auf das Pferd zu. Dort angekommen hievte sie den Zwerg in die Höhe und setzte ihn in den Sattel. Dann gab sie ihm die Zügel und sagte "Pass auf das Pferd auf ich helfe den anderen!" Thobor wollte ihr gerade wieder sprechen aber da rannte sie schon wieder zu den anderen. Es war ein komisches Bild den Zwerg auf dem Ross zu sehen. Schließlich reichten seine kleinen Beinchen gerade einmal bis zur Mitte des Pferdeleibes. Und konnte nicht einmal über den riesigen Kopf des Pferds hinweg sehen. Dennoch versuchte er mit zu bekommen was die anderen machten. Schließlich konnte er auch vom Rücken des Pferdes einen Zauber wirken auch wenn es etwas schwieriger werden würde. Aber Thobor wollte seinen Bekannten helfen und nicht auf dem Gaul rum sitzen.

Grimward
05.05.2008, 22:05
Als Korona wieder kam war Thobor klar das sie das Pferd gefunden hatte. Zum einen war ihr Dolch mit etwas Blut bedeckt zum anderen erkannte just in diesem Moment wie eine Träne ihre lieblichen Wangen hin unter lief. Und schließlich auf den Waldboden fiel. Thobor ging zu ihr und fragte "Hast du ein Pferd gefunden?" Korona wischte sich die Tränen aus den Augen und sagte mit einem seufzten "Ja das habe ich. Aber die Wölfe haben es verletzt und ich habe ihm nun den Gnadenstoß gegeben damit es nicht mehr so lange leiden musste." Thobor schaute die Bogenschützin entsetzt an und sagte dann "Haben sie es so schwer verletzt das du nichts mehr hast machen können?" Korona schluchzte wieder und hob mit einer Hand den Busch zur Seite aus dem sie gekommen war. Durch einen Spalt erkannte man eine riesige Blutlache und darin lag das Pferd. Der halbe Brustkorb war auf gerissen und die Därme hingen heraus. Thobor war es gewohnt tote Tiere zusehen. Und Korona normalerweise auch aber anscheint hatte die Bogenschützin schon eine emotionale Bindung zu ihrem Pferd entwickelt gehabt und deswegen gefiel ihr der Anblick nicht. Thobor sagte schnell "Komm wir gehen wieder zu den anderen und schauen nach den anderen Pferden!" Korona nickte und folgte Thobor zu den anderen.

Die anderen drei waren schnell erreicht und so machten sie sich gemeinsam weiter auf die Suche nach den anderen Pferden. Korona half ihnen dabei in dem sie die Fährten suchte die die Wölfe unweigerlich im Waldboden hinter lassen haben. Langsam schlugen sich die Botschafter durch das Dickicht des Waldes. Immer wieder machte es "zsch" und ein Ast mit grünen Blättern fiel auf den Boden. Plötzlich hörte man Gewieher und Hufe in den Weichen Waldboden treten. Schnell war allen bewusst das ein weiteres Pferd gerade von dem Wolfsrudel in die Enge getrieben worden war. Und den gefräßigen Kiefern zu Opfer fallen würde wenn sie sich nicht beeilen würden. Schnell hatte war Korona bewusst das dass Gewieher von Nordosten kam. Nun hieß es die Beine in die Hand nehmen und dem Pferd zu Hilfe eilen. Dies war leichter gesagt als getan für den kleinen Thobor. Schließlich war er ein Zwerg und musste sich mehr als die anderen durch das Unterholz des Waldes kämpfen. Aber schließlich hatte er die anderen eingeholt als diese stehen blieben. Thobor traute seinen Augen nicht. Vor ihnen stand das Pferd auf den Hinterbeinen und schlug mit den Vorläufen immer wieder nach den Wölfen aus. Diese umzingelten das Pferd langsam und hatten den Kreis schon fast geschlossen. Korona zog schnell ihren Bogen und zielte auf das vermeidliche Leittier des Rudels. Thobor stand hinter Korona und hörte wie der Pfeil die Sehne verlies. Er pfiff durch die Luft und traf sein Ziel. Der getroffene Wolf taumelte kurz fiel dann aber um. Korona sagte kaum vernehmbar "Das war für mein Pferd." Schnell hatte sie einen weiteren Pfeil auf die Sehne gelegt und war bereit anzugreifen. Aber dazu kam sie nicht denn Javier, Etheniel und auch Meredith hatten schon ihre Waffen gezogen und stürzten sich auf die nun angreifenden Wölfe. Korona schnappte Thobor und rannte mit ihm auf das Pferd zu. Dort angekommen hievte sie den Zwerg in die Höhe und setzte ihn in den Sattel. Dann gab sie ihm die Zügel und sagte "Pass auf das Pferd auf ich helfe den anderen!" Thobor wollte ihr gerade wieder sprechen aber da rannte sie schon wieder zu den anderen. Es war ein komisches Bild den Zwerg auf dem Ross zu sehen. Schließlich reichten seine kleinen Beinchen gerade einmal bis zur Mitte des Pferdeleibes. Und konnte nicht einmal über den riesigen Kopf des Pferds hinweg sehen. Dennoch versuchte er mit zu bekommen was die anderen machten. Schließlich konnte er auch vom Rücken des Pferdes einen Zauber wirken auch wenn es etwas schwieriger werden würde. Aber Thobor wollte seinen Bekannten helfen und nicht auf dem Gaul rum sitzen.

Diesen Post bitte ignorieren.

Sie befanden sich auf einer kleinen Lichtung, er selbst, Meredith, Javier und auch der Zwerg, alle suchten sie nach Spuren der Pferde, doch im Grunde war Etheniel nicht richtig bei der Sache. Er wusste, wenn jemand die Pferde finden würde, dann Korona, sie hatte die Tiere schließlich in den Wald geführt und außerdem war sie hier die Waldläuferin und Jägerin, die jede noch so kleine Fährte aufspüren konnte. In Gedanken ließ er den Kampf gegen die Puriks noch einmal Revue passieren und hielt sich hin und wieder den leicht verletzten Arm, ingsegsamt, so erkannte er, waren sie unfassbar glimpflich davon gekommen. Denn es war eigentlich nicht zu erwarten gewesen, dass sie eine Gruppe von zehn Puriks überhaupt ausschalten konnten, geschweige denn, ohne dabei auch nur ein Mitlgied der Gruppe opfern zu müssen. Doch nun war ihr Planung unentdeckt zur Grenze zu gelangen, wohl endgültig fehlgeschlagen. Zwar hatten sie keine Zeugen hinterlassen, doch andererseits hatten sie auch weiter Zeit verloren und wahrscheinlich hätte es auch nichts gebracht, wenn sie ihren Zeitplan durchgezogen hätten. König Aditus hatte sich viel zu gründlich überrumpeln lassen, der Süden des Reiches war, laut den Berichten aus den Dörfern wohl schon weitesgehend eigenommen und die Küste unerreichbar, denn die Kontrollen waren natürlich scharf. Die Idee, über das Land des Feindes nach Skig zu gelangen war kühn und doch die einzige Möglichkeit, denn die Truppen Galliards konnten unmöglich den gesamten Küstenstreifen bewachen und es wahr sehr wahrscheinlich, dass sie im eigenen Land keine große Aufmerksamkeit walten ließen.
Etheniel wandte den Kopf. Da kehrte Korona zurück, am Zügel hatte sie drei Pferde, der Tischler erkannte auf Anhieb, dass seines darunter war und er spürte, fast wider Willen, ein erleichtertes Ziehen, irgendwo in der Magengrube. Er hatte schon eine Art Bindung zu diesem Pferd aufgebaut, obwohl er doch wusste, dass Bindungen nicht von Vorteil waren. Sie machten Mühe und sorgten für Verdruss, solange sie bestanden und wenn die Bänder rissen, war es meißt schmerzhaft und traurig für beide Seiten. Der ehemalige Gardist hatte in dieser Beziehung reichlich Erfahrung. Korona hingegen, schien diese Erfahrung gerade zum ersten Mal auf besonders heftige Weise zu machen.

In Tränen aufgelöst wisperte sie:
"Siliad ist tot."
"Dein Klepper ist tot?" echote Javier taktlos und seufzte, "Na herrlich, wie sollen wir mit drei Pferden hier wegkommen?"
Korona warf ihm einen bitterbösen Blick zu, sagte jedoch nichts. Meredith legte ihr einen Arm um die Schulter und tätschelte sie kurz. Durch den Fund des Glasdolch, hatte die Jägerin wohl eine Freundin gewonnen, denn auch Meredith beäugte Javier nun böse.
"Was denn?" wollte der Söldner wissen. Etheniel schüttelte nun ebenfalls den Kopf, schlug Javier jedoch begütigend auf die Schulter und wollte sein Pferd besteigen, da fiel ihm etwas ein.
"Wartet", rief er den anderen zu, die ebenfalls die Pferde erklimmen wollte, Korona hätte wohl Unterschlupf bei Meredith gefunden, doch vielleicht war dies ja gar nicht nötig.
"Die Puriks waren doch auch zu Pferde, also sollte es kein Problem sein, hier irgendwo in diesem gottverdammten Wald ein Pferd zu finden, schließlich müssn es an die zehn Pferde sein", schlug er vor. Die Anderen hielten in ihren Bewegungen inne und schließlich waren sie sich schnell einig, dass Etheniel Recht hatte. Alle machten sich auf, nach den Tieren der Puriks zu suchen. Nur der Tischler blieb bei den drei Tieren, die sie bereists besaßen, um sie notfalls verteidigen oder verstecken zu können.
Wenige Augenblicke später kehrte Korona mit einem schönen, schwarzen Pferd am Zügel zu ihnen zurück. Sie pfiff laut, sodass die anderen auf sie aufmerksam wurden und ebenfalls zur Lichtung zurückkehrten. Schließlich waren sie bereit zum Aufbruch und verließen den Wald, richtung südwesten, in der Hoffnung, von Killmar aus nach Skig reisen zu können.

coftysweet
06.05.2008, 20:48
Der Arm heilte dank Koronas Suppe recht schnell. Trotzdem war das Reiten für Meredith eine Qual. Tilla trottete zwar brav hinter den anderen Pferden her, doch allein das aufrechte Sitzen und das Halten der Zügel bereitete ihr größte Anstrengungen. Schon nach einer Stunde Ritt wurde ihr Gesicht kreideweiß. Rast gab es nicht so bald. Deshalb versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen. Doch von ihrer Umgebung bekam sie kaum etwas mit. Auch nicht, dass Knacken der Zweige, die einen folgenden Reiter verrieten. Der Tag ging schließlich zur Neige, als die Gruppe auf ein altes Bauernhaus traf. Der Flachdachbau war die typische Bauweise Killmars und verriet eindeutig, auf welcher Seite der Grenze sie waren. Die Ruhe auf den Feldern und das flackernde Licht im Haus sagten Meredith zudem, dass die Familie beim Abendbrot saß.
„Können wir es wagen?“ fragte Korona Etheniel. Er nickte und zog seinen Mantel aus, sodass die Tracht Killmars von weit her erkennbar war. Wenn wirklich nur Bauern in dem Gasthaus waren, würden sie dem Schwindel wohl Glauben schenken. Wie selbstverständlich banden sie ihre Pferde am Gatter des Hofes fest. Etheniel schritt voran, direkt auf die Haustür zu.
„Hast du keine Angst?“ kam nun Bedenken von Javier.
„Nein, verdammt nochmal! Ängstliche Krieger sind nicht von Killmar. Also hab du gefälligst auch keine.“ Etheniels Wutausbruch war nur mehr ein Zischen, aber Meredith verstand ihn deutlich. Genau wie bei ihren Maskeraden war Selbstbewusstsein die halbe Miete. Hatte man Zweifel an sich selbst, würde der Gegenüber das durchschauen.
Eine kleine hutzelige Frau öffnete die Tür. Ihre kleinen Augen sahen wohl nicht mehr so gut. Sie kam ganz dicht an Etheniel heran, schnüffelte etwas und rief beim erkennen der Tracht: „Garen! Welch eine Freude dass du wieder zu Hause bist mein Sohn!“
„Nein, gute Frau. Ich bin zwar Gardist aus Killmar aber mein Name ist Etheniel.“ gegenüber dieser alten Frau war Etheniel die Ruhe in Person.
„Ja, ja, ich weiß, dass du Gardist bist. Komm rein, dein Vater freut sich schon.“
„Ich heiße Etheniel und bin nicht ihr Sohn. Ich komme aus Adamant und suche Zuflucht für mich und meine Gruppe.“
„Ach, nach Adamant reist du! Da ist es aber gefährlich mein Sohn. Vater gibt dir bestimmt sein Schwert, damit du es leichter hast.“ Etheniel hob gerade an, sie wieder zu korrigieren, als sie an ihm vorbei zu dem Rest der Gruppe schielte. „Ah, eine Frau hast du jetzt auch! Hättest aber ruhig einen Boten schicken können! Du willst sie doch wohl nicht mit nach Adamant nehmen, oder?“ Meredith und Korona sahen sich an, Etheniel lief knallrot an und wurde nun doch etwas ungeduldig.
„Nein! Ich heiße Etheniel. E-THE-NI-EL.“
„Ach, dass ist aber ein sonderbarer Name. Aber hübsch ist sie. Komm nur rein mein Kind.“ Ohne Etheniels Wutausbruch zu beachten nahm die alte Frau Korona bei der Hand und zog sie hinter sich her in die Stube. Etwas hilflos warf sie Etheniel einen Blick zu. Javier und Thobor feixten sich eins. Ein böser Blick von Etheniel genügte jedoch, sie zum schweigen zu bringen. Der alte Mann im Haus schien etwas besser zu sehen, denn kaum hatte die Alte zu erzählen angesetzt, als ein heftiger Streit ausbrach. Der alte, bärige Hund der zwei trottete auf Korona zu, beschnupperte sie und schleckte sie ab. Er schien Tierfreunde sofort zu erkennen. Derzeit zeterten die beiden alten weiter, da die Frau behauptete, ihr Sohn habe geheiratet und der Mann bestritt, dass der Fremde sein Sohn sei, was die Frau als Sippenverstoß wegen einer Hochzeit interpretierte. Etwas ratlos stand die ganze Truppe nun in der Stube. Meredith hielt sich an einer Stuhllehne fest, um nicht umzukippen. Thobor roch bereits etwas zu essen und schielte in Richtung Küche. Javier ließ die Tür und damit den einzigen Fluchtweg nicht aus den Augen. Etheniel trat von einem Fuß auf den anderen während er den Zank verfolgte. Und Korona gab sich den Liebesbezeugnissen des Vierbeiners hin. Erst eine gute halbe Stunde später schien der Mann zu seiner Frau durchzudringen. Er entschuldigte sich bei Etheniel für die Missverständnisse, bot den Stall für die Männer und ein Zimmer für die Frauen zur Übernachtung an. Außerdem schickte er seine Frau tatsächlich in die Küche, etwas zu essen für die fünf zu machen. Die Alte giftete Etheniel noch etwas an, da sie der Meinung war, man hatte ihr übel mitgespielt. Etheniel ignorierte das jedoch. Beim Anblick Meredith blasser Erscheinung kamen ohnehin Muttergefühle auf, auf die Assassine gerne verzichtet hätte. Jegliche Diskussion scheiterte allerdings an der hartnäckigen Taubheit der Alten und so kam Meredith zu einer großen Schale heißer Ziegenmilch mit Rum. Alkohol hasste sie wie die Pest, aber die Alte ließ sie nicht einen Augenblick aus den Augen. Es war unmöglich die Milch dem Hund unterzujubeln. Auch nicht, sie Thobor zuzuspielen, der gerne mit ihr getauscht hätte. Zwar übertönte der ihr liebe Geschmack der Ziegenmilch den Alkohol etwas, dennoch spürte sie den für sie leicht bitteren Nachgeschmack und die immer schwerer werdenden Augenlider. Der Rest der Truppe wurde allerdings auch nicht vernachlässigt. Ein fassfrisches Bier war für jeden drin. Dazu Milchsuppe und kalter Schweinebraten. Als Beilage erzählte die Alte die ganze Zeit von ihrem Sohn und der Mann korrigierte die Erzählungen. Nachdem Etheniel klar gestellt hatte, dass sie einen Sonderauftrag in Adamant gehabt hatten und nun auf der Heimreise seien, erzählte der Mann ihnen auch gleich die neuesten politischen Ereignisse aus Killmar. Dass man Aditus schon lange nicht mehr ernst nahm, dass Adamant so gut wie eingenommen sei und Skig eigentlich keine andere Wahl habe, als sich anzuschließen. Meredith wurde schlecht von Alkohol in Kombination mit killmarischem Klatsch. Javier schien auch nicht gerade begeistert. Erst recht, als das Kapitel „vom Glauben verirrte Bevölkerung“ angeschnitten wurde. Meredith leerte ihre Schale und erhob sich. Die Alte war sofort an ihrer Seite und brachte sie mit einer Kerze zur Treppe. Den Rest des Weges würde sie schon allein finden. Meredith war ihr dankbar, denn so konnte sie ihre Hang nach Erkundung hemmungslos frönen. Javier wäre auch gerne gegangen, wurde mit einem zweiten Bier jedoch an den Tisch gefesselt. So schlich Meredith die Treppe hinauf. Vorbei an der Zimmertür zu dem einzigen Fenster im Flur. Draußen war es bereits stockfinster. Die Pferde waren allerdings ruhig, sodass Meredith sich besser fühlte. Es schien ihnen niemand gefolgt zu sein. Vorsichtig spähte sie hinter eine der anderen Türen.

Plötzlich verlief alles ganz schnell. Ihre Hand mit der Kerze voraus wurde in das Zimmer gezogen, ein fester Griff legte sich über ihren Mund und die Tür wurde hinter ihr geschlossen. Es dauerte keine ganze Sekunde bis ihre Stimmung von völliger Gelassenheit zu absoluter Panik anstieg. Mit einem reflexartigen Griff zog sie ihren Dolch hervor und wollte ihn dem Angreifer ins Bein rammen, als die Hand von ihrem Mund verschwand und sie selbst kaltes Metall an der Kehle spürte. Erschrocken verharrte sie. Da erklang ein heiseres Lachen neben ihrem Ohr.
„Patt, meine Kleine. Wir können beide leben oder beide sterben. Die Entscheidung liegt bei dir.“ Ihr wurde flau in der Magengrube. Von einem weiteren Sohn hatten die Bauern nichts erzählt. Also doch ein Verfolger.
„Sagt mir zumindest mit wem ich sterbe.“ Wieder ein Lachen als Antwort. Dann wurde die Stimme plötzlich ernst.
„Ich fürchte den Tod genauso wenig wie ihr, meine Kleine. Ihr könnt mich nicht einschüchtern. Ich biete euch eine einmalige Chance auf Leben. Dafür müsst ihr schweigen. Wir mögen aus zwei verschiedenen Welten kommen, doch das Schicksal wird euch eines Tages belohnen, wenn ich das Vergnügen habe, euch walten zu lassen.“ Ein Kloß saß ihr im Hals. Sie wusste was das bedeutete. Für einen Dieb wie Assassinen galt stets, dass man jedes Gesicht zweimal sehen würde. Nun sollte es so sein, dass sie nicht nur Aditus ihr Leben verdankte, den sie damit verraten würde.
„So geht.“ Ihre Stimme war ein bloßes Flüstern. Die Lockerung des Griffes bedeutete ihr jedoch, dass er sie verstanden hatte.
„Dann auf bald, meine Kleine. Und brecht morgen früh sehr zeitig auf. Killmars Puriks sind unterwegs.“ Mit diesen Worten verschwand der Schatten lautlos. An dem Windzug spürte sie, dass er durch ein Fenster geflüchtet war. Bedächtig verließ sie das Zimmer und schlich zurück zu dem Schlafgemach. Von unten hörte sie die Stimmen der vier anderen mit dem Bauern scherzen. Sie atmete tief durch und sprach ein Gebet zu Erestra bevor sie in das Zimmer ging. Nein, hier lauerte keine versteckte Gestalt. Müde machte sie sich bettfertig. Aus der zweiten Matte schloss sie, dass Korona ihr später Gesellschaft leisten würde. Wenn das die Reise so weiter ging, hatte Javier doch Recht. Sie brachte nur Unglück.

Kylie
07.05.2008, 11:51
Die Bauernfamilie imponierte Korona sehr. Sie waren nett und freundlich, auch wenn sie zu Killmar gehörten. Doch irgendwann wurde es auch Korona zu viel. Sie stand auf, wünschte allen eine gute Nacht und ging nach oben.
Meredith schlief bereits oder sie tat nur so. Korona war es im Moment egal. Sie war tot müde und schlief schnell ein.

Mit den ersten Sonnenstrahlen wachte Korona auf. Der Bauer machte sich bereits auf dem Feld direkt am Haus zu schaffen. Seufzend wandte sich Korona vom Fenster wieder um. Sie hatten es geschafft sie waren in Killmar.
Korona beugte sich zu Meredith und schüttelte sie leicht um sie zu wecken. Meredith öffnete die Augen und hob Korona den Dolch an den Bauch. Als sie Korona erkannte steckte sie ihn wieder weg. „Wie geht es deinem Arm?“, fragte Korona schnell. „Besser.“, murmelte Meredith und rappelte sich auf. Sie verließen das Zimmer. Die Frau des Bauers war auch schon auf den Beinen. Sie arbeitete etwas in der Küche. Sie schlichen sich an ihr vorbei und verließen das Haus. „Zu den Ställen. Mal sehen ob die anderen schon auf sind.“ „Nach dem was die gestern zu sich genommen haben glaube ich kaum dass sie schnell realisieren werden wo sie sind und wer wir sind.“ Korona lächelte.
Der Stall war groß und voller Heu. „Ein Wunder das sie es noch geschafft haben den Stall zu finden.“, sagte Korona. Da lagen sie. Allesamt schnarchend und tief schlummernd auf dem Heu. Korona weckte Etheniel und Meredith Javier. Die beiden Männer waren einigermaßen wach. Korona versuchte Thobor auf zu wecken doch er schlief immer noch wie ein Stein. Javier stieß sie an und zeigte ihr einen Stein in der seiner Hand. Er ließ ihn fallen und der Zwerg wachte sofort auf. „Was? Wo? Wie?“, rief er erschrocken. Javier klopfte ihm nur auf die Schulter. Die anderen lachten, bis auf Meredith. Sie lächelte gezwungen. Korona bemerkte es. Was war los mit ihr? Machte ihr der Arm immer noch starke schmerzen? „Wenn wir heute Abend wieder irgendwo rasten werde ich dir noch eine Suppe machen. Du siehst ganz schön bleich und verkrampft aus.“, sagte Korona. Meredith sah sie kurz an und nickte.
Nach einem kurzen Abschied des Bauers und der Bäuerin ritten sie weiter nach Killmar. „Wir sollten vorsichtig sein. Die Puriks streifen sicherlich auch hier umher.“, sagte Meredith. „Wir benutzen einfach nicht die Wege. Wie sollen wir nach Skig kommen? Illegal?“, fragte Korona während dem Ritt.

coftysweet
08.05.2008, 12:06
„Bestimmt findet sich der eine oder andere Fischer, der uns übersetzt. Aber wahrscheinlich müssen wir die Pferde zurück lassen.“ Etheniel sagte dies nachdenklich. Natürlich war es gewiss, dass man ihnen nachstellen würde, sollten die Pferde entdeckt werden. Meredith blickte sich nervös um, den ganzen Ritt über. Der geheimnisvolle Schatten ging ihr nicht aus dem Kopf. Am schlimmsten war jedoch das Versagen, den Verfolger nicht früher entdeckt zu haben. Von nun an würde sie wieder Augen und Ohren offen halten. So wie es eigentlich ihre Art war. Der Arm war immernoch recht kraftlos, doch sie duldete diese Schwäche einfach nicht. Ihretwegen war die Gruppe von einer Gefahr in die nächste gestolpert. Das würde ihr nicht wieder passieren. Das ließ ihr Ehrgeiz nicht zu. Tilla spürte den Aufruhr ihrer Reiterin, schnaubte und stellte die Ohren auf. In Meredith' Kopf gestaltete sich langsam ein Plan, zum Verstecken der Pferde. Es war ein gewagter Plan und es war nicht sicher, ob sie ihre Pferde wieder bekommen würden, doch sie wollte endlich wieder Erfolge sehen. Bei der nächsten Gelegenheit, einer kurzen Pause an einer Quelle zum Tränken der Tiere und Auffüllen der Wasserreserven, teilte sie Etheniel den Plan mit. Seine Stirn verfinsterte sich. Korona zweifelte ebenfalls. Meredith erkannte es an ihren schmalen, kritischen Augen. Javier und Thobor erhoben sogar energisch Einspruch. Tatsächlich erfuhr Meredith aber unerwartet Unterstützung von Etheniel.
„Es ist riskant, ich hoffe du weißt es. Morgen sind wir in der Hafenstadt Kalemp. Da kannst du es meinetwegen tun. Aber nicht, dass wir den ganzen Rückweg laufen müssen.“ Meredith' Augen blitzten zuversichtlich. Kalemp war bekannt als Handels- und Hafenstadt. Sie lag recht nah an der Grenze zu Adamant und wurde deswegen gut bewacht. Doch die vielen Reisenden, fahrenden Händler und Matrosen machten es schwer, Fremdlinge überhaupt zu erkennen. Meredith bekam vor lauter Nervosität nachts kein Auge mehr zu. Den ganzen ritt über drehte sie sich dauernd um. So irritierend war ihre Anspannung für die anderen, dass Javier immer gereizter wurde und Korona sich mittlerweile vor ihrem eigenen Schatten erschreckte. Es brauchte ein Machtwort von Etheniel, die Gruppe wieder zur Vernunft zu bringen. Einmal war er sogar nahe dran, Meredith den Plan zu untersagen. Worauf sie Besserung gelobte. Es am die Stunde, zu der sie Kalemp erreichten. Entgegen anderer Städte besaß Kalemp keine Stadtmauer. Es waren Bauernhöfe, die sich immer dichter aneinander drängten, bis sie zu Steinhäusern wurden, die sich in Reihen quetschten und die steinernen Pfade säumten. Die Gruppe teilte sich gleich zu Beginn an auf. Korona, Thobor und Etheniel bewegten sich in Richtung Hafen und Fischerhütten, um sich um die Überfahrt zu kümmern. Javier begleitete Meredith und die vier Pferde zum Marktplatz.
„Ich bin immer noch der Meinung, dass das total verrückt ist.“ Meredith ignorierte seine Stänkereien. Sie sog den Duft von warmen, großen Tieren ein, genoss das Hühnergegacker und vor allem das Wiehern der Pferde. Schon bald entdeckte sie das große Gatters eines Pferdehändlers und ging schnurgerade darauf zu, Tilla und Jasminda am zügel führend. Javier folgte mit dem neuen Siliad und seinem Schimmel. Sie hatten allen Tieren das Sattelzeug abgenommen, denn sonst hätte man sie zu leicht entlarvt. Nicht weit von dem Händler entfernt hatte sie bereits ein Gardist von Killmar ins Visier genommen. Seine blau-weiße Tracht schimmerte im Sonnenlicht, das kettenhemd war hart und undurchdringlich. Genauso wie das Gesicht des Gardisten. Javier ließ nur ein Zischen vernehmen. Meredith wusste, er sah seine Sorge bestätigt. Doch ging sie anstatt sich ängstlich zu ducken und auszuweichen selbstbewusst und strahlend auf den Gardisten zu.
„Einen guten Tag der Herr. Ihr seht aus als könntet ihr einer armen Trödlertochter weiter helfen. Mein Vater vererbte mir und meinem Bruder diese stolzen Pferdchen und ich möchte einen bestmöglichen Preis auf dem Markt erzielen. An welchen Händler soll ich mich am besten wenden?“ Sie hatte ihr charmantestes Sonntagslächeln aufgesetzt, ihren Augen mit einem Schlafzimmerblick versehen und reckte ihren kleinen, aber deswegen nicht weniger reizvollen Ausschnitt so weit vor, dass der Gardist genug sah um Apettit auf mehr zu bekommen. Von Javier kam ein eindeutiges Räuspern. Meredith wusste, wie das jetzt aussah. Aber als prüde Landpommeranze würde sie dem Gardisten nicht bei kommen.
„Nun ja“, begann der leicht irritierte Gardist gedehnt, um den Ausblick so lange wie möglich zu genießen. „Willard am Stadteingang macht sehr gute Preise. Aber erlaubt mir, den Handel für euch abzuschließen. Junge Damen zieht er gerne übers Ohr.“ das war Meredith nun wieder nicht so recht. Sie wollte nicht auf dem Präsentierteller auf einen Gardisten warten, der möglicherweise eines der Pferde erkennt und dann mit Verstärkung zurück kommt. Außerdem räusperte sich Javier schon wieder. Diesmal hob der Gardist seinen Blick zu ihm.
„Ach wisst ihr, auch mein Bruder ist der Meinung, Frauen würden auf dem Pferdemarkt keinen Erfolg haben. Ich hätte ihm so gern das Gegenteil bewiesen. Kann ich euch nicht begleiten?“ Gefolgt von einem herzzerreißenden Augenaufschlag.
„Tja“, wieder dehnte der Gardist die Antwort. Diesmal offensichtlich um während der Antwort nachdenken zu können. Sein irritierter Blick verriet, dass er Javier nicht ganz einzuschätzen vermochte. Für einen Trödlersohn trug er eindeutig zu viel Rüstung. „Gebt doch einfach die Pferde bei eurem Bruder in Pflege und wir beide gehen zu Willard.“ Mist. Allein mit dem Ekel ist noch schlimmer als auf ihn zu warten. Letzter Trumpf.
„Ja will Willard die Pferde denn nicht sehen?“ Die Schweißperlen auf der Stirn des Gardisten waren für Meredith Alarmsignale. Er will weg von hier, also muss er etwas vermuten.
„Die ganzen Pferde durch die schmale Gasse! Junge Dame, eines muss Willard genügen. Und wenn ich als Gardist mit ihm verhandle, wird es ihm genügen. Das sei versprochen.“ Die Mine versteinerte wieder. Letzter Trumpf verspielt. Mach' das beste daraus.
„Gut, ich vertraue eurem Wort. Lasst mich nur eben meinem Bruder Bescheid sagen.“ Gezielt fuhr sie dem Soldaten mit den Fingerspitzen über das Kinn, bevor sie ihm die Zügel von Tilla und Jasminda in die Hand drückte und ihn somit außerhalb der Hörweite zu ihrem Gespräch mit Javier hielt.
„Bring du den Handel mit den anderen drei Pferden unter Dach und Fach während ich weg bin. Schnell, bitte. Dann komme nach. Ich traue dem Burschen nicht. Er muss mich für selten dämlich halten, wenn er glaubt, ich kaufe ihm ab, dass ein Pferdehändler die zu kaufende Ware nicht begutachtet.“ Javiers Gesicht hatte den Ausdruck : „Hab ich dir doch gleich gesagt, dass das nicht funktioniert.“ Meredith verdrehte als Antwort nur die Augen und begab sich zurück zu dem Gardisten. Misstrauisch beäugte dieser Javier, während Meredith Jasminda an Siliad festband. Schließlich führte der Gardist Tilla davon und Meredith hängte sich schäkernd an seinen Arm ein. So leichtfertig sie sich gab, so konzentriert tastete sie den Gürtel des Gardisten nach möglichen versteckten Waffen ab. Ein Fauxpas wie bei Etheniel sollte ihr nicht nochmal passieren. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Javier bereits im Gespräch mit dem zuvor anvisierten Händler war. Tilla schnaubte unruhig. Der Mann, der ihren Zügel hielt, gefiel ihr gar nicht. Mir gefällt er auch nicht, dachte Meredith. Sie beobachtete genau den Weg, den er mit ihr ging. Wie erwartet steuerte er keineswegs einen Pferdehändler sondern eher die Wache an. Vor der großen Verfolgungsjagd schien er aber noch seinen Spaß haben zu wollen, denn seine Augen vielen fast in Meredith' Ausschnitt hinein, wären sie nicht festgewachsen. Auch hatte er es gar nicht eilig zur Wache zu kommen. Außer Sichtweite des Marktplatzes war es genug für Meredith' Geschmack. Erst recht als die feuchten Lippen unter dem ungepflegten Schnurrbart ihrem Gesicht immer näher kamen. Mit einer geschickten Drehung lehnte sie sich gegen Tilla, was der Gardist fälschlicherweise als Aufforderung interpretierte, sich seiner Eroberung nun ganz zuzuwenden. Während er Meredith zu umgreifen versuchte, zog diese sich am Widerrist Tillas hoch und platzierte ihren Stiefel mitten im Gesicht des verdutzten Gardisten. Sie ließ sich wieder etwas herunter und platzierte den zweiten Stiefel in dessen Weichteile. Dann noch ein Schlag mit dem Knie ins Gesicht und eine Punktierung mit dem Dolch am Hals. Noch während der Gardist keuchend nach Atem rang begann Meredith ihm alle Wertgegenstände abzunehmen, einschließlich eines Beutel Goldes und einem juwelenbesetzten Schwert. Dann führte sie Tilla rasch zurück zum Marktplatz. Javier erwartete sie schon, kam aber kaum zu Wort, denn Meredith streichelte ihr Pferd kurz zum Abschied und gab ihm dann einen Klapps. Als hätte Tilla verstanden galoppierte sie quer über den Marktplatz, ruinierte mindestens zwei Hühner- und ein Schweinegehege, brachte drei Pferde zum scheuen und rannte dann auf der anderen Seite des Marktplatzes in Richtung Händlerviertel, um dort noch mehr Verwüstung anzurichten. Doch all das sah Meredith schon nicht mehr. Sie zog Javier zielstrebig durch eine Gasse nach der anderen, an Hinterhöfen vorbei und über Scheunen bis hin zur Anlegestelle, wo auch schon Etheniel, Korona und Thobor ungeduldig warteten.

Grimward
09.05.2008, 21:38
"Da kommen Meredith und Javier", stieß Thobor aus und Etheniel vernahm deutlich die Erleichterung in seiner Stimme. Die Stimmung seiner Gefährten ließ zu wünschen übrig. Aditus hatte einmal mehr seine Unfähigkeit bewiesen, als er seine Gruppe, die das Land retten sollte, ausgewählt hatte. Korona war viel zu friedliebend und weich, dem Druck nicht gewachsen, welche diese Operation auf Dauer auf sie ausübte. Auch Thobor war tendenziell ein Wackelkandit, der Zwerg konnte nicht schnell genug rennen und seine physische Resistenz gegenüber Erschöpfung und langen Entbehrungen ließ zu Wünschen übrig. Etheniel konnte den beiden deshalb nicht böse sein, sie gaben beide alles für die Gruppe, was nicht selbstverständlich war und beide waren ihrem Fortkommen schon sehr dienlich gewesen. Doch vor allem Korona schien langsam aber sicher unter der ständigen Verfolgung einzugehen. Meredith und Javier waren härter, was auch der Grund war, warum Etheniel die beiden losgeschickt hatte, obwohl sie sich nicht ausstehen konnten. Meredith konnte im Grunde niemanden ausstehen, wenn man von Korona absah, welcher sie zu Dank verpflichtet war. Doch mittlerweile hatte sie Etheniel eine Art Führungsrolle in der Gruppe zugeschanzt, denn diese Position konnten nur Meredith und der Gardist übernehmen. Korona und Thobor waren zu weich, Javier zu leichtsinnig.
"Ja, ist gut", bemerkte Etheniel knapp und wedelte unruhig mit dem Arm und wandte sich wieder an den rauschbärtigen, grauhaarigen Alten, welcher unruhig von einem Bein aufs andere tapste.
"Was ist, bringt ihr uns nach Skig oder nicht? Wir zahlen gut, entscheidet euch."
"Also... ich weiß ja nicht, ihr kommt mir sagen wir...", wollte der Alte stottern, doch in diesem Moment ertönte ein lautes Geschrei und Bewegung, wie Etheniel mit einem flüchtigen Blick über die Schulter erfuhr, geriet in die bisher träge Masse auf dem Marktplatz.
"Bei allen Göttern, sie sind aufgeflogen, Etheniel, sie sind aufgeflogen!" keuchte Korona halblaut und schien sich sehnlichst zu wünschen, dass sie im Erdboden verschwinden konnte.

"Aufgeflogen... wer... ihr? Was ich meine..... Wach-", wollte der Fischer brüllen, doch dem Tischler war er nicht gewachsen. Etheniel zog sein Schwert und hielt es horizontal von sich, so dass die Spitze nur noch wenige Centimeter vom Gesicht des Rauschbarts entfernt war. Irgendwann hätte er vielleicht Gewissensbissen aufgrund seines rabiaten Vorgehens gegen einen Fischer, doch jetzt gab es keinen anderen Ausweg mehr.
"Entscheidet euch, Mann. Lebt mit uns, oder sterbt durch uns. Aber entscheidet euch jetzt!Bedenket, euer Boot bekommen wir so oder so", zischte Etheniel und machte noch einen Schritt vorwärts, sodass der Fischer den kalten Stahl auf seiner Haut spüren musste, welcher vom Regen kühl gehalten wurde.
"Ich..", der Fischer machte einen langen Hals, rührte sich jedoch nicht von der Stelle, "Also gut, an Bord."
"Sehr schön, du gehst jetzt ganz ruhig vor mir her, ins Boot und keine Dummheiten! Das Schiff lag nur wenige Schritt von ihnen entfernt im Wasser. Es war ein kleiner Einmaster, eher eine Schaluppe als ein richtiges Schiff, doch sie hatten keine Zeit mehr wählerisch zu sein, irgendwie würden sie sich schon über die stahlgraue Masse retten. Skig war nicht so weit vom Kontinent entfernt.
"Wie weit sind sie entfernt", fragte Etheniel Korona, ohne seinen Blick, oder sein Schwert von dem rauschbärtigen Fischer, der jetzt ein Bein in das hölzerne Boot setzte, welches einen momentlang bedenklich schwankte, setzte.
"Wer? Was... achso", Korona war etwas aufgelöst.
"Sie sind gleich da", antwortete Thobor an ihrer statt und tauchte in Etheniels Blickfeld, der Zwergenmagier sprang in das Boot, die Axt auf den Fischer gerichtet, sodass der Gardist sich umdrehen konnte, um sich einen Überblick zu verschaffen. Er packte Korona am Arm und drückte die paralysierte Frau mit sanfter Gewalt in Richtung Boot, bis sie aus ihrer Starre zu erwachen schien und die Bewegung alleine weiterführte.

"Mörder, Sie haben eine Wache getötet", ertönte es aus der Stadt, und die blau weißen Rüstungen der Gardisten von Killmar waren aufeinmal überall. Doch Javier und Meredith hatten ein gutes Stück zwischen sich und die Gardisten gebracht und waren somit wohl auch vom Ort des Geschehens schon entfernt. Wenn sie sich beeilten, schafften sie es. Tatsächlich beschleunigten die Beiden unfreiwilligen Gefährten noch einmal ihr Tempo, rannten jetzt, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass sie sich damit verdächtig machten. Nun waren sie in Rufweite, doch aus einer Gasse tauchten drei blau-weiß Gewandete auf.
"Stehen bleiben. Im Namen des allmächtigen Gottes und unseres Königs Galliard, haltet ein!"
Meredith schien plötzlich zu schrumpfen, als sie losspurtete wurde sie regelrecht zu einer Wildkatze, die vorwärts stürmte, um den Gardisten zu entgehen. Javier hatte, obgleich er austrainiert und konditionsstark war, Mühe mitzuhalten. Ja er musste reißen lassen, die Gardisten schlossen, beflügelt von ihrer Wut langsam aber sicher zu ihm auf. Etheniel hob seine Klinge und handelte instinktiv. Er rannte los, kreuzte schon nach wenigen Metern Meredith, die schnurstracks auf das Boot zuhielt, in welchem Korona und Thobor warteten.
"Schnappt ihn!" brüllte einer der Gardisten, der vornweg lief und fast in Schlagweite zu Javier war. Etheniel beschleunigte noch einmal, er hatte den Söldner nun fast erreicht, dessen Gesicht vor Anstrengung völlig verzerrt war. Einen winzigen Bruchteil waren sie auf gleicher Höhe, dann warf sich Etheniel mit blitzendem Stahl dem völlig auf Javier fixierten Anführer entgegen. Es war erstaunlich einfach, durch sein Tempo, welches sich auf seine Schlagkraft sehr positiv auswirkte und die entgegengesetzte Bewegung des Gardisten, zerschlug sein Langschwert den gepanzerten Brustkorb Mannes mit Leichtigkeit. Die Wucht des Schlages ließ Etheniels Arme erzittern und er prellte zurück, Schmerz wummerte durch seine Arme, und er verlor beinahe das Gleichgewicht, doch er war sicher, dass der Gardist nie wieder aufstehen würde. Nun waren noch seine Zwei Spießgesellen übrig, die sich schreiend auf den Angeschlagenen Etheniel stürzten.
"Javier", schrie der Tischler verzweifelt und fing einen teuflischen Aufwärtshieb des rechten Angreifers auf. Doch dafür traf ihn das Schwert des anderen mit der flachen Seite an der Brust, seine Rüstung war dort nicht unheimlich stabil und die Klinge schnitt tief ins Fleisch, Blut qoull hinaus. Lange konnte er nicht durchalten, er hatte seine Kraft verbraucht, um Javier zu helfen, er war schon immer ein Narr gewesen, doch so eine Dummheit hatte er selbst sich nicht zugetraut. Erneut fing er einen Schlag auf, doch diesmal drohte ihm das Schwert aus der Hand zu fallen. Der Rechte stürzte sich mit einem Triumphschrei auf ihn, doch das Funkeln in seinen Augen erlosch, als plötzlich ein Schatten heranschnellte und sich durch seine Brust bohrte. Die grünlichen Augen, nur eine halbe Armspanne von Grimward entfernt brachen. Ein Pfeil steckte in seiner Brust und hatte sich durch seine Rüstung gebohrt. Korona. Denn Göttern sei dank. Der letzte Gardist rief:
"Hier sind sie, kommt her! Schnappt sie euch. Sie haben unsre Kameraden ermordet!"
Doch er wagte keinen Angriff, sondern ging hinter ein paar Fässern in Deckung, um sich vor Koronas Pfeilen zu schützen. Etheniel sackte zu Boden. Er hatte keine Kraft mehr, seine Beine ließen sie ihn im Stich, ihm wurde schwindelig. Er glaubte schon, dass gefämpfte Stampfen neuer Gardisten zu hören, doch stattdessen spürte er, wie ihn zwei starke Arme unter den Schultern packte. Etheniels Kopf fiel ihm in den Nacken, sodass er nach oben blickte. Javiers schmerzverzerrtes Gesicht war das letzte, was er sah, bevor er ohnmächtig wurde.

coftysweet
09.05.2008, 23:45
Das Dröhnen ihrer Ohren war das einzige, das das Hämmern ihres Herzens übertönte. Ihr Brustkorb brannte von der heftig eingesogenen Luft. Dennoch beobachtete Meredith voll konzentriert den sich immer weiter entfernenden Kai von Kalemp. Immer mehr blau-weiße Uniformen kamen in Sicht. Soviel zur unbemerkten Überfahrt. Thobor hielt noch immer dem Fischer die Axt in den Rücken, der bereits ein Gebet nach dem anderen zu seinem Gott sprach.Korona visierte mit dem Bogen den Kai an. Auch wenn das schwankende Boot ihr einen ordentlichen Schuss unmöglich machte, so hatten Killmars Gardisten schon genug Männer verloren, um einen Glückstreffer zu riskieren. Javier schienen endlich die Vorwürfe ausgegangen zu sein. Er hielt Etheniel fest, um ihm möglichst viele Schmerzen in dem Fischerboot zu ersparen. Etwas bestürzt war Meredith schon über dieses Unglück. Hatte sie doch keine Ahnung wie lange sie auf See sein würden und wie lange der Tischler den starken Blutverlust überleben würde.
„Sag mal Korona, kannst du nicht -“ Koronas trauriger Blick war Antwort genug. Zwar besaß die die Überlebenskünstlerin vereinzelte Kenntnisse über das versorgen von Wunden, doch auf hoher See ohne ein Kraut weit und breit war auch sie machtlos.
„Ich kann etwas tun“, meldete sich Thobor zu Wort. Meredith zog erstaunt die Augenbrauen hoch. „Ich habe immer ein paar Tinkturen bei mir, Heiltränke und so. Zwar bin ich kein herausragender Alchimist, doch dass da müsste ich versorgen können.“ Der Fischer am Steuer bekam einen hoffnungsvollen Ausdruck im Gesicht, als sich die Axt aus seinem Rücken entfernte. Meredith nickte dem Zwerg zu. Sie tauschten die Plätze und der Fischer bekam nun ihren Glasdolch anstelle Thobors Axt in den Rücken. Neugierig beobachteten sie, Korona und Javier, wie der Zwerg verschiedene ampullen aus seiner Tasche sortierte, einen schlichten Lunpen mit einer rosafarbenen, klebrigen Flüssigkeit befeuchtete und auf Etheniels Wunde legte, dem bewusstlosen Tischler etwas von einer bläulichen Flüssigkeit einflößte und dann alles wieder zusammen packte.
„Und das hilft?“ fragte Javier skeptisch.
„Das werden wir sehen, wenn wir in Skig ankommen.“ Gereizt blickte der Zwerg den Söldner aus schmalen Augen an. Dann versuchte er Etheniel möglichst bequem in der Schaluppe zu positionieren und wachte mit Argusaugen über den Zustand seines Patienten.

Der Morgen graute mittlerweile wieder, als sie Skig erreichten. Der Fischer fand ein schnelles Ende durch Meredith' Dolch. Das Letzte was sie jetzt gebrauchen konnten, war noch mehr Aufruhr. Etheniel hatte sich erstaunlicherweise dank Thobors Behandlung wieder erholt. Zwar ließ ihn der starke Blutverlust noch etwas blass aussehen, doch war die klaffende Wunde gut verheilt und er konnte eigenständig an Land gehen. Einzig seine blau-weiße Rüstung war irreparabel beschädigt worden. Mit seinem Mantel versuchte er die Schäden zu verdecken. Der Eingang von Skig war besiedelt mit vielen kleinen Holzhütten, die mit Reisig gedeckt waren und teilweise mit Netzen verkleidet. Viele kleine Holzstege bildeten das Straßensystem. Vor fast jeder Haustür lag eine Schaluppe oder ein Boot. Erst als die Truppe weiter ins Innere vordrang wurden vereinzelte Lehmhütten sichtbar. Die Straßen gingen über zu feuchten Lehmwegen, die eigentlich nur aus Spurrillen bestanden. Tiere waren kaum welche sichtbar außer ein paar Hühnern oder hin und wieder einer Katze. Dafür hing schon an einer der ersten Lehmhütten das Schild „Medicus“. Keine zehn Schritte davon entfernt hatte eine Wahrsagerin ihr Heim. Sobald der Boden etwas weniger feucht und dir Hütten mehr aus Holz denn aus Lehm waren, prangte an jedem zweiten Haus eine Inschrift, die auf ein magisches Metier hinwies. Von einfachen Alchimisten über Beschwörer bis hin zu Elementarmagiern.
„Wenn wir jemanden Verantwortlichen finden wollen, müssen wir zum Magierrat. Das ist ein großes, zweistöckiges Wohnhaus direkt am großen Felsen.“ Thobor atmete Heimatluft. Vergnügt betrachtete der Zwerg die kleine Stadt. Meredith fühlte sich hingegen eher unwohl in dem Ort. Jedem, der noch ein sehendes Auge hatte, musste auffallen, dass mit ihnen etwas nicht stimmte. Zwei rRecken in voller Rüstung, eine Bogenschützin in Montur und eben sie. Der einzige, der nicht auffiel, war Thobor. Obwohl Zwerg gab ihm die Magierrobe alles, was er an Tarnung brauchte. Meredith spielte mit dem Gedanken, ihnen allen auch eine Robe zu besorgen. Andererseits waren so viele Hellseher unterwegs, dass das Unterfangen geradezu mörderisch war. Am meisten jedoch fürchtete sie sich vor den Gestaltwandlern. Seit sie ihre Füße auf das von Magiern verseuchte Gebiet gesetzt hatten, beobachtete sie jede harmlose Katze mit Argusaugen.

santana
15.05.2008, 21:56
Javier spürte die schon fast fassbare magische Sphäre, die diesem Ort so offensichtlich angehörte wie die Klinge dem Knauf. Doch trotzdem war ihm nicht unwohl bei diesem Gefühl. Durch diese Empfindungen spürte er jede seiner Bewegungen ganz genau und nahm auch seine Umwelt deutlicher und intensiver wahr. Vielleicht waren es aber auch bloß jene Instinkte, die er sich in seinem bis hierhin wahrhaftig nicht einfachen Leben antrainiert hatte.
Sie hatten also endlich Skig erreicht, ihr vom König ausgerufenes Ziel dieser Mission.
Jetzt blieb nur noch eins zu tun, nämlich die Magier dieser Insel auf ihre, oder vielmehr des Königs Seite, zu ziehen.
Die Insel wirkte auf Javier ein wenig unnatürlich, warum wusste er nicht genau. Thobor schien das Alles kein bisschen zu stören. Er marschierte munter in Richtung ihres Zieles, dem Magierrat von Skig.
Und trotzdem. Diese Häuserschluchten. Und dazu war noch niemand auf der Straße.
Mit einem Mal war Javier klar, das hier etwas nicht stimmte. Meredith schien es auch bemerkt zu haben.
„Thobor, bist du sicher, dass dies der richtige Weg ist?“, fragte Javier den Zwerg vorsichtig.
„Willst du mich beleidigen?“, erwiderte der Zwerg mit einem Anflug von Ärger in der Stimme.
„Nein, nein. Ich frage ja nur.“
„Ich fühle auch etwas“, meinte Meredith ein wenig nervöser als sonst.
„Ich auch“, meinte Etheniel.
„Entweder ist es deine Wunde oder du hast Hunger“, spöttelte Korona.
„Gesunder Mann braucht auch gutes Essen“, sagte Javier, „ich habe auch Hunger.“
So beschloss die Gruppe erst einmal zu rasten und zu essen. Javier setzte sich basichtlich neben Thobor, weil er eine dringende Frage an ihn hatte.
„Hast du schon jemanden auf dieser Insel bemerkt, Thobor?“
„Oh, ja“, antwortete Jener.
„Ich habe hier noch niemanden bemerkt.“
„Das liegt daran, dass nur Magier auf dieser Insel leben“, flüsterte Thobor.
„Wenn ein Magier von Skig nicht gesehen werden will, dann sieht ihn auch niemand, heißt es in den Kindergeschichten“, meinte Korona.
„Genug jetzt von irgendwelchen Märchen“, sage Etheniel schroff, „wir müssen weiter, sonst erreichen wir den Magierrat nie.“

Kylie
17.05.2008, 19:52
Korona fuhr sich mit den Fingern durch die Haare. Sie hatte es als überflüssig empfunden einen Rast bei einer Wirtschaft zumachen. Was wenn Killmars Leute hier ebenfalls schon waren? Wie auf Kommando sprangen alle auf als es hieß zu gehen. Javier wusste nicht was das Problem war, Korona ließ ihn in Ruhe. Hauptsache sie kamen hier heraus und zum Magierrat.
Die Straßen Skigs waren gut belaufen. Händler, Reisende, Zauberer, Krieger, Obdachlose, Bettelnde Kinder, Dreck, Schmutz alles war vertreten. Auch Menschen mit völlig anderen Gesichtszügen und anderen Hautfarben, die gar nicht in ihre Welt passten.
„Wo befindet sich das Haus?“, fragte Javier.
„Müsste eigentlich erkennbar sein.“, entgegnete Thobor.
Es war erkennbar. Eigentlich war es ein normales Haus, doch Flaggen waren an der Lehmmauer befestigt die auf Magier hinwiesen. Thobor erkannte das Zeichen des Magierrats sofort. Ein Auge und ein Blitz mitten hindurch. Schwarz auf weiß. Die Fahnen wehten im Wind und ließen das Haus bedrohlich wirken. „Hier befindet sich der Magierrat. Seit nun froh das ihr mich dabei habt.“, sagte Thobor mit einem verschmitztem lächeln auf dem Gesicht. Der Felsen neben dem Haus wuchs bedrohlich aus der Erde. „Skig… ist nicht mein Ding.“, murmelte Korona und blickte sich um.
Da sah sie ihn. Mit der Rüstung eines Puriks und vier Leuten hinter sich, ebenfalls auf der Killmarischen Seite. Auf dem Weg hier her.
Korona schob die Gruppe schnell Richtung Tür. „Wir fallen zu sehr auf, da kommen Puriks, wir müssen uns beeilen da rein zu kommen. Etheniel öffnete die Tür, seine Bewegungen waren immer noch langsam. Er wollte nicht auffallen. Korona betrat als letzte das Gemäuer und ihr Blick begegnete dem des Puriks. Sie sah wie er seine Augen aufriss und dem Purik neben sich auf die Schulter klopfte.
„Sie haben uns erkannt.“, sagte Korona und drehte sich zu der Gruppe an. Meredith holte Luft um etwas zu sagen doch Javier unterbrach sie in dem er einen einfachen Stuhl vor die Tür schob. „Was tust du da?“, zischte sie nun. „Ich verbarrikadiere das Haus.“, antwortete Javier. „Das wird uns wohl wenig nützen.“, murmelte Korona.
Schon wurde gegen die Tür geklopft. Ein wütendes klopfen. Mit einem Mal schreckten alle zusammen und gingen den Flur entlang. „Was tut ihr da?“, fragte jemand.
Die Stimme kam von der Treppe. Ein älterer Mann mit weißem, kurzem Haar und stechenden, eiskalten, blauen Augen sah auf sie herab. Er trug die Robe des Magierrates.

Andy
20.05.2008, 18:23
Thobor erkannte denn Mann der langsam von der Treppe hinüber gelaufen kam. Und nun Vor ihnen stand. Die prachtvolle Robe konnte nur einem Magier des Rates gehören das waren gewiss aber wer er genau war wusste nur Thobor. Schnell erkannte der Zwerg in dem Mann, Himild einer der obersten Räte im Rat der Magier hier auf Skig. Schnell sackte der sonst stolze Zwerg auf die Knie und wies die anderen an es ihm nach zu tun. Dies taten sie auch, nicht so wie damals Thobor beim König. Langsam hob Thobor wieder den Kopf und sagte "Ich bin Thobor Steinfresser." Javier begann lauthals zu lachen. Und Thobor wusste genau warum schließlich hatte keiner seiner Begleiter bis dato seinen vollständigen Namen gewusst. Aber das war Thobor nun egal er sprach ungeachtet des Lachens weiter. Er versuchte das Lachen von Javier zu übertönen in dem er einfach lauter redete. "Wie ich schon sagte ich von Thobor Steinfresser. Das hier sind Etheniel, Korona, Javier und Meredith. Wir sind Parlamentarier des Königs und wurden zum Rat der Magier hier nach Skig geschickt. Doch leider sind wir in einen Hinterhalt der Puriks kurz vor Skig, und sind nun immer noch auf der Flucht von ihnen."

Der Magier hob die Hand und sagte "Gut das reicht mir, ich spüre keinerlei böses in euren Seelen, und eine Lüge kann ich auch nicht erkenne. Folgt mir die Treppe nach oben." Thobor drehte sich um weil die die Tür plötzlich ein starkes knarrten von sich gab. Himild wirbelte kurz mit dem Finger hin und her und schon war die Tür massiver denn je. "Nun folgt mir nach oben zu den anderen Magiern. Wir werden dort anhören was ihr uns zu sagen habt." Der Magier ging die Stufen der Treppe langsam empor und man hörte das alte Holz unter ihm knarren. Thobor und die anderen folgten ihm mit etwas Abstand.

Nach dem sie Treppe überwunden hatte sah man schon die anderen Räte. Diese saßen um einen runden Tisch herum und grübelten über etwas. Thobor erkannte drei der fünf anderen Magier schnell. Das waren nämlich Noburos bei dem er die Kunst der Alchemie studiert hatte. Seoralstical die einzige Frau in dieser Runde. Und natürlich Phirithnucal den Leiter der Akademie der Magier hier in Skig. Die anderen beiden kannte Thobor nicht aber das war nun auch egal denn Himild sagte "Das ist Gesandte des Königs und sie wollen uns etwas berichten!" Die Magier schauten sich einen flüchtigen Moment an dann setzten sie alle wieder auf ihre Plätze und warteten gespannt auf eine Stellungnahme der Gesandten.

Grimward
20.05.2008, 21:52
Die Blicke seiner Gefährten ruhten plötzlich auf Etheniel. Der angeschlagene Krieger warf einen wütenden Blick zurück in die Runde. Sollte er jetzt etwa Bericht erstatten? Was war mit Thobor, dem einzigen Magier aus ihrer Runde, was war mit Meredith der wahren Angestellten des Königs. Warum ausgerechnet er? Seine Schulter schmerzte einen Moment lang noch schlimmer, als er merkte, dass keiner unter seinem einschüchternden Blick dahinschmolz, sondern sie alle erwartungsvoll schwiegen. Wenn er noch ein paar Momente zögerte, dann würden ihn die Magier womöglich für tumb oder begriffstuzig halten. Doch von diesem Gespräch hing möglicherweise so unendlich viel ab, für Andamant mit seinen friedlichen, mal schlauen mal endlos dummen und doch liebenswerten Bewohnern. Etheniel hatte sich nie besonders mit diesem Land verbunden gefühlt, immerhin stammte er ursprünglich aus Killmar und im Grunde war es ihm egal, was sich um ihn herum abspielte. Doch in den letzten Tagen, in welchen er gemeinsam mit den anderen Gesandten die Ebenen von Andamant durchuert hatte, war ihm bewusst geworden, wie viele Wunder dieses Land mit seinen einfachen und doch wichtigen Qualitäten in sich beherberge. Er war nicht hier um König Aditus den Hintern zu retten. Er tat es auch nicht mehr aus reinem Gehorsam gegenüber der Obrigkeit. Er tat es für Andamant und vielleicht auch für einige seiner Gefährten. Also räusperte er sich kurz, strich sich nervös eine Haarsträhne aus dem Auge und fuhr dann mit der Hand gedankenverloren zu seiner Schulter, die noch immer schmerzte. Seine Gefährten hatten sich größte Mühe gegeben, doch am Ende heilte nur die Zeit und sein eigener Körper solche Wunden. Auch wenn der Schwertkämpfer genau wusste, dass es Wunden gab, die nie wieder verheilten, so war er doch zuversichtlich, dass sein Körper zumindest diese Art der Verletzung heilen konnte.

"So höret nun, geschätze Magier von Skig", setzte er an, sich versprechend, dass er den anderen, diese unagenehme und ungerechte Aufgabenverteilung noch heimzahlen würde, "Wir, die Gesandten des hochwohlgeborenen Königs Aditus des II, rechtmäßiger Herrscher über Andamant und alle Länderein östlich des Falrar Gebirges, erbitten die Hilfe der Herren von Skig. Es herrscht Krieg auf den Kontinent, wie eure zahlreichen Beobachter euch sicherlich bereits zugetragen haben. König Galliard von Killmar, Herrscher über die Landen westlich des Falrar Gebirges, hat sich in seiner zweifelhaften Weisheit dazu entschieden, einen militärischen Angriff auf die friedlichen Landen von Andamant zu starten. Da König Aditus ein friedliches Volk verwaltete, welches in dem guten Glauben lebte, mit seinen Nachbarn in Eintracht und gegenseitiger Wertschätzung leben zu können, traf der unerwartete Schlag des Königs Galliard die Landen von Andamant ungewöhnlich hart. Viele Dörfer und Städte östlich des großen Gebirges wurden bereits von den Truppen Killmars besetzt und in den Augen des Königs ist es offensichtlich, dass Galliard die Herrschaft über den gesanteb Kontinent Andamar erstrebt um letzendlich die gesamte bekannte Welt zu unterwerfen", damit hatte Etheniel bereits die unausgesprochene Drohung in den Raum geworfen, dass die Gardisten Killmars auch eines Tages auf Skig einfallen mochten, "König Aditus entbietet euch seine Grüße und höchste Wertschätzung und erbittet den weisen Rat des hohen Rates der Magier, sowie die Unterstüzung bei weiterhin folgenden Kriegshandlungen mit der killmarschen Garde oder den Elitetrupps des Königs Galliard den Puriks", schloss Etheniel und er fand, dass er seine Recht gut gemacht hatte, wenn man bedachte, dass er am Anfang seiner Rede nicht den blasessten Schimmer gehabt hatte, wo er am Ende des Monologs landen würde. Er hatte alles erwähnt und hoffte inständig sich nicht in irgendeinerweise im Ton vergriffen zu haben. Die Gesichter seiner Gefährten ließen nichts der gleichen schließen, während die Gesichter der Magier überhaupt keine Rückschlüsse zuließen. Mit versteinerten Mienen hatten sie seinem Bericht gelauscht, schließlich erhob einer der Magier das Wort, ein, selbst sitzend, großer Mann, mit vollem grauen Haar und eisblauen Augen, die mit präziser Schärfe alles und jeden auf dieser Welt zu analyiseren schienen.
"Phirithnucal, oberster Magier des Rates und Sprecher der Fünf, nimmt die Grüße von König Aditus mit dank an und entsendet im Namen des Rates ebenfalls Grüße. Wir danken den Gesandten, die sicherlich ein entbehrungsvolle und lange Reise hinter sich brachten um die Nachrit des Königs zu übermitteln," der Magier hatte eine salbungsvolle sonore Stimme und Etheniel war der Mann durchaus symphatisch, obwohl er mehr als genügend Respekt vor diesen eisblauen Augen hatte, "Deshalb, geleiten euch einige Diener nun auch zu freien Gemächern, während der Rat über die eine Antwort in dieser Angelegenheit berät. Denn eine weise Entscheidung, junger Freund, bedarf immer einer genauen und guten Beratung. Ihr dürft euch nun entfernen, Johoel", rief er und ein junger Diener in einem schlichten braunen Gewand, wahrscheinlich einer Art Novizenrobe, betrat den Raum, wobei Ehrfurcht in jeder seiner Bewegungen lag, "Bring diese Gäste in die Unterkünfte in Flügel 3."
"Aber Meister die Gästezimmer sind doch..."
"Tu, was dir aufgetragen wird, Bengel", herrschte ihn einer der anderen Magier an und der Junge schreckte peinlich berührt zusammen und verneigte sich sofort.
"Ja Meister Noburus", erwiderte er nun artig und an die Gefährten gewandt, "Folgt mir."

coftysweet
25.05.2008, 18:27
Johoel hatte die Schultern hochgezogen, erschreckte bei jeder knallenden Tür und trat äußerst vorsichtig auf. Ähnlich einem Verschüchterten Jungen, der seinen schlafenden Großvater nicht wecken will, aus Angst vor einem erneuten Donnerwetter. Meredith beobachtete das mit Argwohn. Auch die Tatsache, dass sie scheinbar nicht in die gewöhnlichen Gästeräume geleitet wurden, missfiel ihr. Umsichtig betrachtete sie jeden Magier und Bediensteten auf den Fluren. Oft las sie Irritation im Blick höher gestellter Robenträger. In den Blicken der Wachen eher Bestürzung und gesteigerte Wachsamkeit. Ihr war, als habe man ihnen nicht alles gesagt. Man hatte sie auch zu schnell willkommen geheißen. Doch neben der Betrachtung von Mimiken, begutachtete Meredith auch wertvolle Rüstungen, Bilder verstorbener Magier, ausgestellte, verzauberte Waffen und viele, viele verschlossene Türen. Heute Nacht würde sie nicht schlafen -.

Das Skig lange nicht so ärmlich war, wie der erste Anschein einen glauben lassen mochte, zeigte spätestens die Unterbringung. Jeder bekam ein eigenes Zimmer zugewiesen, das mit schweren Gobelins, einem Himmelbett und einem Waschtisch ausgestattet war. Meredith musste grinsen, als sie den großen, mit Schnitzereien verzierten Schrank betrachtete. Was sie zum Anziehen bei sich hatte, würde nicht eine seiner Schubladen füllen. Johoel war schon lange wieder fort. Von Fern hörte sie Javier protestieren, weil man sie angewiesen hatte, ein Haferschleimsüppchen auf dem Zimmer einzunehmen. Etwas, was nicht annähernd den Essgewohnheiten des Söldners entsprach. Etheniel hatte sich auch nicht begeistert gezeigt, es aber akzeptiert. Thobor versuchte mit anwesenden Magiern in Kontakt zu treten, wurde aber eher gemieden. Und Korona hatte sich schnurstracks in das Zimmer verkrochen um die Ereignisse der letzten Tage zu verdauen. Meredith dachte nicht im Traum daran, zu bleiben wo sie war. Sie nutze Javiers Auseinandersetzung mit einem Bediensteten, um ihr Zimmer so schnell wieder zu verlassen, wie sie es betreten hatte. Statt dessen verfolgte sie die Schritte eines dunkelhaarigen Magiers mir wachsendem Interesse. Er war ihr bereits auf dem Weg hierher aufgefallen, weil er eine weinrote Robe trug und eindeutiges Erschrecken auf seinen Zügen zu sehen war, als sie an ihm vorüber gegangen waren. Mit lautlosen Schritten verfolgte sie seinen eilenden Gang in Richtung Norden. Mit größter Konzentration merkte sie sich den Weg, den sie ging. Zudem brachte sie ihn in das Verhältnis zu dem Weg vom Magierrat zu den Gemächern, um sich Orientierung in dem Haus zu verschaffen. Hin und wieder warf der Magier einen nervösen Blick nach hinten, doch Meredith verstand es, stets unsichtbar zu werden, noch bevor sich umwandte. Dabei kämpfte sie immer wieder gegen das verlangen, die ein oder andere verzauberte Waffen an sich zu nehmen, die ihr begegneten. Doch sie konnte sich denken, dass sie alle durch Zauber geschützt wurden. Ansonsten hätte man sie wohl kaum so unbewacht gelassen. Die Novizenrobe aus der Tasche einer kränklichen, blasshäutigen Magierin sah jedoch keiner in ihre Tasche wandern. Eine Mauerecke weiter wurde Meredith zur ängstlichen, verstörten Magierschülerin, immer noch auf den Fersen ihres Opfers. Der Weg führte sie offensichtlich immer tiefer in das Gebäude hinein, Treppe um Treppe abwärts. Erst vor einer schweren Holztür blieb der Magier stehen, sah sich suchend um, um dann hinter der Tür zu verschwinden. Höchst unwohl war es Meredith dabei, als sie ihm hinter die Tür folgte.

Es dauerte eine Weile, bis ihre Augen sich an die Dunkelheit gewöhnten. Sie stand in einem Kellergewölbe, das mit Weinfässern und Regalen ausgestattet war. In der Mitte des Raumes saßen unter ein paar wenigen Kerzenleuchtern zwei Magier und vier Puriks. Sie hatten eine Art Karte vor sich ausgebreitet und diskutierten heftig über die darauf befindlichen Gebiete.
„Wir können euch Schutz bieten. Besser als dieser Schwächling Aditus es je können wird. Davon abgesehen werdet ihr dann endlich Festland unter den Füßen haben, wenn das südliche Drittel euch gehört.“
„Aber ich sehe nicht ein, dafür an den Einen glauben zu müssen. Wir Magier von Skig haben noch nie irgendwelche Kulte verehrt und werden es auch weiterhin nicht tun.“
„Genau, wir Zauber sorgen selbst für unsere unsterblichen Seelen. Abgesehen von ein paar fremdländischen Ausnahmen. Ah, Merons! Wir haben schon auf dich gewartet. Hat dich jemand gesehen?“ Für einen Augenblick setzte Meredith' Herz aus.
„Nein, ich glaube nicht. Was hat Himild nur dazu getrieben, diese adamantinischen Ratten einzuladen?“
„Du kennst ihn doch. Immer alle Optionen offen halten.“ Ein überaus behäbiger und rund geformter Zauberer machte Merons mühevoll Platz. Der offensichtliche Anführer der anwesenden Puriks sprang wütend auf.
„Wie könnt ihr es wagen, ihnen Schutz zu gewähren! Sie haben Kundschafter Killmars getötet!“
„Beruhigt euch. Tut nicht so, als hättet ihr so etwas nie getan.“ Ein hämisches Lachen kam vom dritten Magier. Er trug einen schwarzen Hut tief ins Gesicht gezogen und man sah nur zwei rote Augen darunter hervor glitzern. „Die vielen Leichen auf meinen Wegen möchtet ihr gar nicht erst sehen.“
„Davon abgesehen wissen wir noch nicht, ob euer Angebot so verlockend ist, wenn der killmarische Glaube eine Pflicht werden soll. Wenn wir diesen Punkt jedoch ausklammern könnten -“
„Nein!“ fiel der aufgesprungene Purik dem beleibten Magier ins Wort. „Gaillard will den ganzen Kontinent unter dem Einen geeint sehen. Nur deshalb zieht er überhaupt gegen Adamant in den Krieg und lässt Aditus nicht einfach durch seinen Agenten ermorden. Adamant muss die Macht des Einen sehen um die falschen Götter abzulegen, sagt er.“
„Mhpf. Wir können euch nicht versprechen, an einen Einen zu glauben. Aber wir können zusagen, dass wir ihn nicht ablehnen werden“, schlug Meron einen Kompromiss vor. Der Purik wurde nachdenklich.
„Nun gut. Fürs erste können wir das akzeptieren.“ Er setzte sich wieder. „Was wird aus den Spitzeln von Aditus?“
„Lasst das nur meine Sorge sein. Himild konnte mir noch nie etwas abschlagen. Wir werden ihnen vorneherum zusagen und sie auf der Heimreise grillen.“ Der rotäugige Magier kicherte vergnügt und rieb sich die Hände. Schaudern zogen zwei Puriks die Schultern hoch.

Meredith wusste, dass sie in großer Gefahr schwebte. Ihr Wissen war tödlich. Vor allem für sie selbst. Sie betrachtete die Runde, die sich nach getaner Arbeit nun einen Krug Wein gönnte. Ob es ihr gelang, noch einmal ungesehen die Tür zu öffnen. Vorsichtig tastete sie nach der Klinke und schob die Tür auf.
„He! Du kleiner Schleimer, was willst du hier!“ Meridith zuckte völlig verschreckt zusammen. In Gedanken ein Stoßgebet an Erestra senden dreht sie sich zu den Anwesenden um. „Hat Himild dich wieder schnüffeln geschickt? Du hast hier nichts verloren. Mach, dass du sofort wieder raus kommst!“ Es dauerte einen Moment, bis sie begriff, dass der rotäugige Magier glaubte, sie sei eben erst herein gekommen. Stumm nickte sie zur Antwort und schlich zur Tür hinaus. Draußen angekommen schloss sie vorsichtig die Tür und atmete tief durch. Wie oft wollte sie noch ihr Leben riskieren? Doch so oft sie sich diese Frage schon gestellt hatte, so oft hatte sie sie auch ganz klar beantwortet: So lange ich eben lebe. Rasch eilte sie zu den anderen, um ihr Wissen schnellstmöglich zu teilen.

Grimward
28.05.2008, 18:47
"Das kann ich nicht glauben", meinte Thobor entrüstet und stemmte die Hände in die Hüften, sein roter Bart wackelte lustig hin und her, als er wie wild den Kopf schüttelte um seinen Unglauben noch zu unterstreichen. Etheniel strich sich durch seinen mittlerweile ein bisschen zu vollen Bart. Er war weit weniger skeptisch als der zwergische Magier, im Gegenteil, er glaubte jedes Wort, welches Meredith in den letzten zehn Minuten gesprochen hatte.
"Dann geh doch hin und erkundige dich. Oder noch besser, du gehst einfach schonmal vor und lässt dich "grillen", wenn du gestorben bist, wissen wir, dass ich nicht lüge", erwiderte Meredith, die auch in den Novizenrobe einer Magierin, die sie wohl gestohlen hatte, nicht weniger bedrohlich klang oder aussah, scharf. Thobor schien eine Antwort nur mit Mühe herunterzuschlucken, doch der Gedanke daran, im ewigen Feuer aufzugehen gehen, nur weil er seiner Magiergilde blind vertraute, schien auch ihm nicht zu behagen.
"Also noch mal, für mich. Du hast ganz sicher belauscht, dass diese Magier, sich mit killmarschen Pack getroffen haben und versuchen werden, den Rat davon zu überzeugen, die Hilfe der Magier an Killmar zu vergeben und uns, wenn sie schon dabei sind, auch zu grillen?" vergewisserte sich Javier und Meredith nickte.
"Wir sind erledigt", seuftze Korona und strich sich nachdenklich eine Strähne ihres Haares aus dem Auge, mit welchem sie gerade einen Schrank fixierte. Die Gefährten hatten sich in Etheniels Zimmer versammelt, da Meredith zunächst zum Tischler gekommen war und die anderen dann gerufen hatte.
"War ein Magier des Rates unter den Verschwörern?" fragte Etheniel, dem gerade ein Gedanke gekommen war, unvermittelt. Die Assassine musste einen Moment überlegen, offenbar überrumpelt von Etheniels Frage, doch dann schüttelte sie langsam den Kopf. "Nein, keiner der Fünf, die uns in Empfang genommen haben, war dabei. Wenn das der ganze Rat war, dann war kein Ratler unter ihnen."
"Der Rat von Skig besteht immer aus fünf Ehrwürdigen", bemerkte Thobor in altklugem Tonfall.
"Na da bin ich aber erleichtert", griente Meredith trocken.
"Schluss jetzt alle beide", meckerte Javier, der Etheniels Gedankengang aufnahm, noch bevor der ehemalige Gardist ihn richtig vollendet hatte, "Wir müssen den Rat von uns überzeugen, bevor dieser Mistkerl es tut. Vielleicht haben wir dann eine Chance, die Magier noch auf unsere Seite zu ziehen."
"Viel zu gefährlich. Meredith hat gesagt, der Plan der Verschwörer besteht darin, uns erst zuzustimmen und dann fertig zu machen. Außerdem, was können wir Skig schon bieten? Killmar hat alle Vorteile auf ihrer seite. Bis jetzt haben wir ja gehofft, wir wären vielleicht die ersten, die ankommen. Oder aber die Magier von Skig wären voller Symphatie für unser Volk. Anscheinend harren sie jedoch nur auf ihren eigenen Vorteil", meinte Korona resigniert.
"Wir warten nicht bloß auf---", wollte Thobor entrüstet ansetzten, doch der Tischler schnitt ihm das Wort ab.
"Wir müssen mehr über die Pläne des Feindes erfahren. Ich bin dafür, dass sich jemand meldet, der bereit ist, die killmarschen Gardisten abzuhören. Vielleicht finden wir irgendetwas heraus, was uns in unserer Verhandlungen von nutzen sein kann. Vielleicht kriegen wir die Magier noch rum. Vielleicht hört ihr irgendetwas über Mord und Totschlag in Killmar, irgendetwas schlimmes über König Galliard. Ich bin dafür, dass Meredith und ein weiterer das übernehmen."
"Da sind mir zu viele Sätze die mit vielleicht anfangen in deinem Vorschlag", meinte Thobor, doch da er keinen besseren vorbringen konnte, wurde er nicht weiter angehört. Etheniel blickte fragend in die Runde, denn nachdem Meredith zugestimmt hatte, fehlte nun noch eine Begleitperson, die der Botschafterin des Königs half.

coftysweet
28.05.2008, 22:35
„Ja, und wenn nicht, dann werden wir andere Schritte ergreifen müssen...“ Meredith sah sich in der Runde um. Javier war das letzte Mal einfach zu nervös gewesen. Etheniel war angeschlagen. Korona hatte schon in Kalemp Panik bekommen. Blieb nur noch: „Thobor. Er fällt am wenigsten auf.“ Der Zwerg rollte ungläubig die Augen. Ihm schien der Vorschlag Etheniels ohnehin nicht zu gefallen. Genau genommen hatte er Recht. Es waren einfach zuviele ungelöster Variablen dabei. Doch Meredith hatte einen Plan, sollten alle Stricke reißen. Aditus hatte sich nur schwer davon überzeugen lassen. Außerdem war sich Meredith auch über die Konsequenzen einer Umsetzung bewusst. Doch das war ihr Joker, wenn Skig sie verraten würde. Nachdenklich drehte sie wieder ihr Amulett in den Händen, währen sie Thobor anstarrte.
„Was ist!? Natürlich komme ich mit. Auch wenn es mir nicht behagt. Bedenke bitte nur, ich kann nicht so schnell rennen wie Javier, solltest du mal wieder eine ganze Stadt in Aufruhr versetzen!“ Meredith machte sich nicht die Mühe, darauf einzugehen. Ihre einzige Reaktion war eine angehobene Augenbraue. Ob Zwerge giftresistent sind? Sie würde es am Ende der Reise herausfinden. Thobors Benehmen vor Aditus war ihr noch immer im Gedächtnis. Doch momentan war Thobor in Skig eine gute Deckung.
„Du wirst dir jeden vornehmen, den du kennst. Sprich sie nicht auf unsere Entdeckung an. So loyal du hier auch sein magst, aber wir müssen jedem misstrauen, wenn wir diese Insel lebend verlassen wollen. Frag' sie, was sie über Killmar denken. Frag' sie, was hier in letzter Zeit so passiert ist. Wir treffen uns dann um Mitternacht vor dem Ratsgebäude.“
„Und was wirst du tun?“ blaffte der Zwerg. Befehle mochte er offensichtlich nicht. Sein Gesicht wurde bereits immer dunkler.
„Ich werde mich als Novizin bei Merons bewerben. Er scheint mir keine große Leuchte zu sein und bringt mich am nähesten an die Verräter heran.“ Thobor schluckte. Langsam nahm seine Gesichtsfarbe ab. „Oder möchtest du mich begleiten?“ hauchte Meredith süffisant mit dem Kalemp-Augendeckelklimpern. Der Zwerg schüttelte langsam den Kopf und folgte ihr zur Tür hinaus. Vor der Tür verabschiedeten sie sich mit einem kurzen Nicken. Thobor eilte in Richtung Ratssaal. Die anderen drei würden sich, wie Etheniel zuvor angedeutet hatte, ebenfalls Wege zur Informationsbeschaffung suchen und wenigstens Himild auf ihre Seite ziehen.

Sie musste nicht lange suchen, um Merons zu finden. Er schlich nervös auf den Gängen herum und schien auf jemanden zu warten. Rasch fuhr sich Meredith durch das Haar, so dass es wild um ihren Kopf fiel. Die Augen groß und ehrführchtig aufgerissen eilte sie auf Merons zu. Doch erst als sie ihn ansprach, bemerkte er sie, den er zuckte unsicher zusammen.
„Großer Meister Merons, könnt ihr einer armen Novizin helfen? Ich möchte so gerne Magie studieren, doch fehlt mir offensichtlich jegliches Talent. Meine Mutter hat mich davon gejagt und wenn ich ohne Ausbildung zurückkehre, dann sagt sie, wandere ich in den Kochtopf.“ Sie hatte gehetzt und schnell gesprochen, als raube ihr die Furcht den Atem. Erst blieben Merons Gesichtszüge ausdruckslos und sein Blick huschte unberührt weiter, auf der Suche nach seiner Kontaktperson. Doch nach ein bis zwei Minuten schienen die Worte auf fruchtbaren Boden zu fallen und sein gesicht zeigte sich erst bestürzt und dann angeekelt.
„Kinder kochen? So etwas haben wir doch schon seit einem Jahrhundert abgeschafft! Magielos sagst du. Da gibt es nicht viel, was ich dich lehren kann. Mein Element ist die Geisterbeschwörung. Dies zu lernen müsstest du schon hoch talentiert sein.“ er machte eine Pause und sah sie nachdenklich an. Meredith gab sich die größte Mühe traurig und hoffnungslos dazustehen. „Vielleicht – na Meister Derbal hat vor kurzen erzählt, dass er aus jedem einen Magier machen kann. Wenn du magst, dann kannst du mit mir auf ihn warten.“ Meredith nickte zwar ehrfürchtig, ihr schwante jedoch nichts Gutes.

Tatsächlich stellte sich Derbal als eben der bewusste, rotäugige Magier heraus, der gedroht hatte, sie zu grillen. Als er Meredith bei Merons stehen sah stutze er kurz, kam dann aber interessiert näher.
„Merons! Wollten wir uns nicht unter vier Augen treffen? Und sind dies nicht eindeutig zwei zuviel?“ Er warf Meredith einen blitzenden Blick zu. Unwillkürlich richtete sie sich selbstbewusst auf und trotze dem Blick. Bereute es aber sofort, als sie den neugierig gewordenen, schief gelegten Kopf des Magiers sah. Sie sollte eine verängstigte Novizin sein, die vor ihrer barbarischen Mutter geflohen ist. Jedenfalls erzählte das gerade Merons. Rasch senkte sie den Blick.
„Soso. Magielos.“ Meredith kam sich vor, als sei sie als Aussätzige gebrandmarkt. „Natürlich kann ich ihr etwas beibringen. Doch ist jetzt ein denkbar schlechter Zeitpunkt.“ Seine Finger fassten gebieterisch ihr Kinn, bis sie ihm in die Augen sehen musste. Kleine, rotglühende Kohlen schienen ihr ins Gehirn zu dringen, nach Gefühlen wie Angst, Unsicherheit und Trauer zu suchen. Panik erfasste Meredith. Langsam schnürte sich ihre Kehle zu. Was, wenn er ihre Gedanken lesen konnte? Doch die roten Augen wandten sich wieder Merons zu. „Na sie scheint mir verängstigt genug, uns nicht zu verraten.“ Abrupt ließ er sie los und ging voraus. Merons folgte ihm, Meredith tat es ihm nach.

„Weißt du, Merons, meine Mutter hat noch nach den alten Sitten gelebt. Drei meiner Geschwister landeten ebenfalls im Kochtopf, kaum dass sie ihre Magielosigkeit gespürt hat. Und das war gut so. Wir hatten ohnehin zu wenig zu essen.“ Meredith drehte sich der Magen um. Sie schritten einige Gänge entlang, bis sie bei den Stallungen ins Freie traten. Dort warteten einige Puriks an einem Eselkarren. „Merons, was immer diese Kerle tun, lass sie nicht aus den Augen. Sie mögen besser bewaffnet sein als Adamant und auch bessere wirtschaftliche Beziehungen haben, doch vergiss nie ihren Fanatismus. Es kommt der Tag, an dem Adamant aufhört zu existieren und diese Landratten machen Jagd auf uns.“ Seine Augen funkelten wütend, doch kaum drehte ein Purik sich zu ihnen um, waren die Augen so undurchdringlich wie zuvor. Zu Meredith' Erleichterung war kein bekanntes Gesicht unter den Puriks. Sie wurde als Novizin akzeptiert und ebenso ignoriert. Die Puriks sprachen offen über den Vertrag. Der Anführer klopfte Derbal freundschaftlich auf die Schulter, was dieser mit einem kalten Grinsen quittierte. Erst als ein Purik Meredith näher betrachtete und offensichtlich für Freiwild hielt, hatte der Magier genug von der Obszönität der Killmarer.
„Du brauchst das junge Ding gar nicht näher zu betrachten. Meine neue Schülerin ist keineswegs für deinesgleichen.“ Meredith war überrascht über diesen Eingriff. Der Purik blähte überheblich die Brust, verzog sich aber unter den funkelnden Augen. „Sei so gut Novizin Theherana und kümmere dich um den Karren der Leute. Ich möchte sie so bald wie möglich abgereist sehen.“ Meredith staunte verdutzt, denn sie hatte mit keinem Wort einen Namen erwähnt. Die eindringlichen Blicke des Magiers ließen sie jedoch unverzüglich zum Karren gehen. Langsam dämmerte ihr, dass Dergal etwas wissen musste. Der Karren der Puriks, allein und unbeobachtet: Erwartete er von ihr regelrecht, dass sie nach Informationen suchte? Mit geübten Fingern untersuchte sie jede Tasche, die sie auflud. Doch es war zum größten Teil nur das Übliche: Nahrungsmittel, Kleider und Wertsachen. Es kostete Meredith viel Überwindung, nicht alles mitgehen zu lassen. Ein paar Schmuckstücke fanden dennoch den Weg in ihre Taschen. Schließlich wagte sie sich sogar an die Kiste unter der Sitzbank. Darin waren neben Rüstung und Schwertern eine große Karte versteckt. Vorsichtig rollte sie sie etwas Auf. Darauf waren Kreuze rund um Skig verteilt. Pfeile für die Truppen gegen Adamant und kreuze rund um Skig. Lautlos ließ Meredith die Karte in ihrer Robe verschwinden und kletterte dann aus dem Wagen. Gerade noch rechtzeitig, als die Puriks sich zum Aufbruch in den Wagen schwangen. Merons winkte den Puriks noch zum Abschied zu, was Dergal mit missbilligenden Blicken strafte.
„Was soll das!? Sei froh, dass sie weg sind. Lasst uns in meine Kammer gehen.“ Mit großen Schritten ginge er auf einen nahe stehenden Turm zu.

Dergals Kammer hatte etwas Unheimliches. Auf den Regalbrettern lagen menschliche Schädel. In einer Vitrine standen bunte Flaschen, teilweise mit blubberndem Inhalt. Ein großer, wurmzerfressener Schreibtisch war übersät mit Schriftrollen und Pulverrückständen. Lediglich ein paar rot brennende Kerzen erhellten den Raum, ein Fenster gab es nicht. Merons trat von einem Fuß auf den anderen. Auch er fühlte sich nicht wohl. Einige alte, in dickem Leder gebundene Bücher erregten Meredith' Aufmerksamkeit. „Magie der Zwischenwelt“, „Feuergeister“ und „Vom Mensch zum Tier“ waren einige der Titel. Unwillkürlich fröstelte Meredith. Dergal interessierte sich nicht für die Belange seiner Besucher. Er machte es sich auf seinem alten, ebenso wurmzerfressenen Stuhl bequem und zog ein Buch - „Magie als Wissenschaft“ - aus dem Regal neben ihm. Dann wandte er seine funkelnden Augen zu Meredith.
„So, meine teure Spionin aus Adamant: Hast du die Karte gefunden?“

Andy
31.05.2008, 15:33
Thobor gefiel der Plan nicht. Aber was sollte er anders machen. Die anderen waren einfach zu Feige sich auf den Weg zu machen und eine Meinungsumfrage zu machen. Aber da er nicht einfach so die Leute ansprechen konnte und sie fragen konnte was sie von Killmar hielten und ob es irgendwelche besonderen Vorkommnisse zurzeit auf der Insel gab. Hatte er eine Idee. Er ging in einen Laden holte sich dort einen Kohlestift und einen Pergament Zettel.
Dann ging er durch die Straßen von Skig und sagte "Hallo ich bin Skig-Kurier und wir machen gerade eine Meinungsumfrage zum Thema Was halten sie von Killmar? Würde sie so freundlich sein und bei dieser Umfrage mitmachen?" Die beiden Frauen schauten den kleinen Rot haarigen Zwerg an und grinsten ihn nur an. Dann sagte eine "Ja machen wir. Ich kann dir auch sagen was ich von denen halte. 1. Spielen sie schlecht bei allen Sportarten die wir hier haben. 2. Sind sie schlechte Köche und das allerwichtigste ist immer noch. Sie können keine Magie wirken. Was ein klares Ich mag die Killmarn nicht!" Thobor war erfreut dies zu hören und notierte sich eine kleine Eins damit er wusste wie viele auf der Seite der Leute aus Killmar sind und wie viele Dagegen. "Danke für ihre Meinung" sagte der Magier zu den Frauen und ging zu den nächsten Leuten.

Er musste schnell feststellen dass die Leute in Skig nicht alle so freundlich waren wie die beiden Frauen am Anfang. Und deswegen bekam der kleine Zwerg öfters Schimpfworte an den Kopf geworfen. Aber das war ihm egal er machte seine Aufgabe weiter und hoffte nur dass er nicht den Verräter finden würde. Schließlich wusste er nicht wie derjenige Reagieren würde auf die fragen die er stellte. Die Sonne brannte auf sein rotes Haar und er beschloss sich etwas aus zuruhen und ein berühmtes Skigeis zu essen. Es besteht soviel er weis aus Milch die aufgeschlagen wurde und gefroren wurde. Genaueres konnte er nicht sagen und eigentlich war es ihm auch egal. Schließlich schmeckte es gut und das war das wichtigste für ihn.

santana
02.06.2008, 21:51
Javier gefiel der Plan nicht. Selbstverständlich ließ die Situation nicht allzu viele Möglichkeiten zum Handeln offen, aber einfach irgendwo herumsitzen und zu wissen, dass jemand anders den gefährlichen Teil übernimmt stimmte nicht mit seinem Ego überein. Er wollte selbst handeln, doch er wusste genau, dass es in dieser Situation zwecklos war mit den Anderen zu diskutieren. Das letzte Mal hatte er versagt. Nun sollten die Anderen es halt probieren. Meredith übernahm freiwillig, und da sowohl er und Korona schon einmal nicht so gut ausgesehen hatten und Etheniel noch geschwächt war, kam nur noch Thobor in Frage.
„Und was sollen wir dann die ganze Zeit machen?“, fragte Javier leicht frustriert. „Den Service ärgern und uns alle 5 Minuten etwas zu essen herbringen lassen?“
„Ja, so was in der Art“, kam die sarkastische Antwort von Meredith.
„Also ich finde die Idee gut“, meinte Etheniel. „Mal wieder etwas richtig Feines zu beißen kann nicht verkehrt sein und ich habe gehört, dass es hier auf Skig durchaus eine akzeptable Küche gibt“
Na toll. Damit wäre der Plan ja wohl aufgestellt.
Kurze Zeit danach verschwanden Meredith und Thobor um sich ihren Aufgaben zu widmen und Javier und Etheniel verständigten den Küchendienst. Javier musste gestehen, dass seine Idee am Ende gar nicht so schlecht war. Die Last hatten die Anderen zu tragen, während sie sich gemütlich der Qual der Wahl zur Bestimmung des Essens auslieferten.
„Was meinst du Javier, lieber ein ordentliches Lamm in Himbeersoße oder ein legendäres Skighühnchen am Spieß?“, fragte Etheniel herüber, während er die Speisekarte durchforstete.
„Beides ist gut“, antwortete Javier neutral.
Er war immer noch nicht ganz darüber hinweg, dass jemand anders sich an der Gefahr erfreuen durfte.
„Nun komm schon“
„Okay, okay. Das Hühnchen ist besser“, gab Javier nach.
„Hab ichs mir doch gedacht“, schmunzelte Etheniel. „Für dich auch eins, Korona?“
„Na klar“
„Für mich bitte auch“, fügte Javier hinzu.
„Na gut, also insgesamt 3 mal das Skighühnchen am Spieß“, bestellt Etheniel bei einem Diener, der sofort in die Küche flitzte, um die Bestellung weiterzugeben.

coftysweet
05.06.2008, 10:48
Von einer Sekunde zur anderen blieb Meredith das Herz stehen. Er hatte es gewusst. Er hatte alles gewusst. Und er hatte mit Sicherheit auch Ihre Gedanken gelesen. Anders konnte er das nicht erfahren habe. Sie atmete tief durch und zog die besagte Karte hervor. Die glühenden Kohlen funkelten gefährlich als er die Karte entgegen nahm. Als er sie aufrollte, trat auch Merons näher heran.
„Was sind das für Kreuze?“, fragte Merons. Meredith sah, dass die beiden Magier wussten, das die Karte wichtige Informationen enthielt, sie aber nicht lesen konnten.
„Schiffe. Es sind Schiffe.“ Ungeduldig trat Meredith an die Karte heran. „Killmar bezieht hier, hier und hier Position um Skig herum. Möglicherweise für den Fall dass Skig das Bündnis ablehnt. Sicherer jedoch, nachdem ihr Aufgebot so stark ist und Militär sehr teuer ist, für jeden Fall. Da Adamant keine richtige Armee hat, wird es einfach überrannt und schneiden euch mögliche Unterstützung ab. Ihr wähnt euch in Sicherheit und Killmar wird mit einem Angriff warten, bis eine Front geklärt ist. Sie können es sich leisten, denn sie haben eine gute Armee.“ Sie verschränkte die Arme. Ihr war momentan egal was der Zauberer dachte, solange er endlich einsah, dass Killmar nie eine Duldung seiner Gottheit durchgehen lassen würde. Dergal betrachtete die Kreuze.
„Ich habe es gewusst“, flüsterte er vor sich hin. „Nun werden diese Barbaren ihr blaues Wunder erleben.“
„Ach, wollt ihr uns nun nicht mehr grillen?“ Meredith trotzte ihm zornig. Meister Meron wich erschrocken zurück.
„Dann wisst ihr also von der Besprechung? Ich bin sicher, dass wir uns einig werden können und ihr Himild nichts davon sagt.“ Nichts klang unglaubwürdiger mit dieser dunklen Stimme, als ein Angebot. Doch Meredith beschloss, das zu ihrem Vorteil zu nutzen.
„Wir fünf sind anwesend, wenn ihr Himild und den Rest des Rates die neuen Ergebnisse präsentiert. Außerdem verlange ich – nachdem die Sache hier geklärt ist – einen Begleittrupp ihrer Elitemagier, um Adamant zu unterstützen. Wir brauchen nicht viele, den Killmar ist sich seiner Sache so sicher, dass sie mit einer Konter nicht rechnen werden. Meine Wenigkeit wird allein nach Urandor gehen und einem uns bekannten jungen König das Licht auslöschen. Bevor sein Spitzel das mit unserem tut.“ Merons' Augen hatten ich bei ihrer Rede geweitet. Mit Sicherheit hatte noch niemand mit Dergal in einem solchen Ton geredet. Alle anderen wären froh gewesen, lebend aus dem Turm zu kommen. Doch Meredith wusste, dass ein toter Gaillard auch im Sinne Dergals war.
„Ich möchte keinesfalls eine solche Tat verhindern. Aber unsere Magier werden wir selbst brauchen, wenn Killmar uns angreift.“
„Wenn Adamant fällt, werden euch die Magier wenig nützen. Denn im Gegensatz zu Adamant erwartet Gaillard in Skig heftigen Widerstand.“ Dergals Augen funkelten wütend. Er ließ sich nicht gerne befehlen. Meredith wusste das. Doch würden die vier schutzlos zurück reisen, würde Escotan nicht mehr sein, bevor sie dort waren.
„Merons, rufe Himild und den Rat zusammen. Wir sollten uns sputen. Aber eine Bitte hätte ich noch, meine teure Spionin: Ich will den Kopf dieses Bastards.“ Merons verzog angewidert das Gesicht.
„Ich werde sehen, was sich machen lässt. Es wird jedoch einige Zeit dauern, bis der Bote von Urandor nach Skig gereist ist.“
„Ich will den Kopf von Gaillard. Und es ist mir egal, was aus dem Boten wird. Nur eines ist sicher: Wenn in einem Monat Gaillards Schädel noch nicht meine Wand ziert, nehme ich als Ersatz den euren. Und nun geht, bevor ich mich vergesse.“ Meredith ging aufgerichtet und gelassen hinaus. Vor der Tür wurde ihr jedoch beinahe übel. Wenn Skig dafür ein Bündnis mit Adamant schloss, dann war es die Sache auch wert. Und wenn sie Gaillard nicht tötete, konnte Dergal ohnehin ihren Kopf bei den killmarischen Wachen abholen.

Salieri
01.07.2008, 21:44
Ab hier beginnt die eventuelle Fortsetzung der Story, die nicht mit in die Wertung mit eingeflossen ist!!!