View Full Version : Onars Hof #61
hummelchen
23.06.2023, 14:54
Hummelchen verließ die Frauen und überließ sie der liebevollen Anleitung von Schmok. Sie selbst musst unbedingt das Einlagern und Dreschen des Getreides überwachen und dafür sorgen, dass die Katzen sich um die Mäuse kümmerten. Die hatten sich wie aus der Luft hergepustet plötzlich eingefunden und laurten schon auf die Ernte.
Die kräftigsten Männer hatten sich für einen kleinen Extra-Obulus bereit gefunden, zu dreschen. Dreschflegel hatten sie zusammengesucht, die meisten neuen Familien hatten einen bei ihren Habseligkeiten
Ach herrje. Schmoks dreckige kleine Höhle, in der er für sich allein ein paar Tage herumkramen und -fluchen wollte verwandelte sich soeben in eine ausgewachsene Operation. Er konnte sich gerade noch die Hose wieder hoch ziehen, die ihm beim auf dem Boden herumkriechen in schwarzmagische Tiefen rutschte, als Hummelchen mit den Mägden herein kam. Eine nach Lavendel riechende schnelle Umarmung später war sie schon wieder draußen und wirbelte zur nächsten Aufgabe.
Angespannte Stille zwischen Schmok und den Damen.
Nach zwölf Sekunden, vierzig gezählten Bodendielen und anderthalb Räuspern ergriff er das Wort: ”Hey.”. Er glaubte, ein leises Ja zu hören und wunderte sich kurz, was das für eine Begrüßung sein sollte. ”Also das hier ist, nee, war mal der Schankraum. Ähm. Da hinten, neben dem halben Scavenger Skelett, müsste noch ein Eimer sein. Ich glaub, das war mal ein Spuckeimer, aber in den kann man sicher auch Wasser rein tun.”. Die Mägde schauten irritiert in die von Schmok gezeigte Richtung. Tatsächlich schien sich hier vor einiger Zeit eine trächtige Scavenger Dame ihr Nest gemacht zu haben. Aber viel mehr als ihre Knochen waren nicht mehr übrig, die jetzt der ein oder anderen Spinne als besonders makabres Grundgerüst für deren Netz diente. Die Natur war manchmal so schön…
”Ich glaube, beim Brunnen stehen noch ein paar Eimer in verschiedenen Größen!” rief eine der Frauen, freudig erregt darüber, einen Grund zu haben, nicht in die Nähe des Skeletts gehen zu müssen und rannte in Richtung der Banditenburg.
Schmok selbst wandte sich mit einem eigenen Geistesblitz an die verbliebenen Helferinnen: ”Oben war meine Bude. Sobald ich die Treppe gefunden habe, mach ich da selbst klar Schiff. Und in den Keller zu gehen würde ich euch auch erstmal nicht raten.” Da unten lebte vielleicht noch das ein oder andere wilde Tier oder die Dämpfe der eventuell verbliebenen Getränkereste würden die Frauen in den Tod reißen. Oder ein weiteres Skelett?
”Dann jehts ja quasi ooch nur ummen Schankraum, näch?”, erwiderte die etwas beleibtere und älteste der Mägde. Schmok zuckte mit den Schultern und grunzte irgendetwas, als er sich wieder auf alle viere begab und dann bullig und schnaufend in den Raum kroch, der mal die Küche war.
hummelchen
24.06.2023, 11:59
Die erste Ernte war eingebracht und das Korn wurde zum Trocknen in den einzigen Speicher geschüttet, über den der Hof bislang verfügte. Es war nur eine doch etwas kleine Menge. Damit würde man die Menschen nicht über den Winter bringen. Es musste also dringend noch zugekauft werden. Und das bedeutete, dass es weniger Geld für alle zur Ausschüttung gab.
Wenn die Rübenernte gut ausfiel, dann wäre das Geldproblem etwas leichter zu bewältigen, aber die Lage war doch angespannt. Am meisten beunruhigte Hummelchen, dass die Frauen protestierten, als sie ankündigte, einen Teil der Ernte zu Bier zu verarbeiten. Und wir hungern dann? war ein vielgeäußerter Vorwurf.
Das Ganze mit dem Hof und der Burg zu organisieren wurde zunehmend schwieriger. Hummelchen hatte alle Einwohner zu einer Versammlung gerufen, die in der letzen Nacht die Wellen hochschlagen ließ. Niemand hatte schlafen können. so heftig waren die Auseinandersetzungen. In der Folge wurden einige Beschlüsse gefasst. Im Winter, nach Abschluss aller Erntearbeiten sollte das Land unter den Bauern als ständiger Besitz aufgeteilt werden. Jeder sollte den gleichen Anteil bekommen, allerdings die ersten Siedler 10 % zusätzlich. Auch dem Schnakwirt, dem Schmied und Hummelchen standen dann ihre Prozente zu. Der Bürgermeister hatte sich nicht damit durchsetzen können, dass auch die Bewohner von Khorinis Land bekommen sollten, es wurde aber vereinbart, dass mit Beginn der neuen Erntesaison regelmäßig Steuern an die Stadt zu zahlen wären.
Wenn Bloody wieder hier wäre, dann könnte er das Land in Flurstücke aufteilen und im Winter konnten die dann verlost werden. Nur eine Option war schon festglegt, der Boden rund um die Burg würde Hummelchen als Besitz zuerkannt sein. Damit waren der Gemüsegarten und die neue kleine Baumschule gesichert. Das hatte man ihr als Initiatorin des Wiederaufbaus zugestanden. Auch Matti hatte ein kleines Stück bekommen, dass noch oben auf dem Plateau lag. Dieses Stück land sollte für immer an den Helden erinnern, der sie vor den Attacken des Dämons beschützt hatte. Die Nutzung wurde zunächst an Bloody vergeben, der die Organisation des Wiederaufbaus geleitet hatte.
Hummelchen war es zufrieden. Sie kochte noch immer jeden Abend eine kostenlose Mahlzeit für die Neusiedler und alle halfen dabei, sie mit Zutaten zu beliefern. die Kinder hatten sich auf Pilze spezialisiert, die Bauern brachten hin und wider erlegtes Wild und die Frauen steuerten Eier bei. Insgesamt war die Stimmung sehr friedlich und noch halfen sich alle gegenseitig.
Hummelchen war zufrieden mit ihrer Neugründung und machte sich nach der Vorbereitung auf die abendliche Mahlzeit auf dem Weg zur Schänke. Mal sehen, wie weit dort alles gegangen war.
Das Aufräumen der Taverne zog sich deutlich zähflüssiger als gedacht. Was nicht nur an der stupiden schieren Masse des Drecks und Mülls lag, sondern auch daran, dass vieles davon wortwörtlich zähflüssig war. Ob alte Fettreste in den Giebeln oder Tierexkremente in den Ecken, nur ein Meister der Würgereizbeherrschung (ein haarballiges Teilgebiet der Ausbildung zur Körperbeherrschung) konnte hier seinen wahren Wert beweisen. Aber auch die Tagelöhnerinnen bewiesen ihren Wert durch Fleiß und Disziplin. Dass sie am nächsten Tag wiederkehren würde, da war sich Schmok nicht sicher. Aber als sie bereits hart am Schuften waren, als der Augebeklappte morgens in die Tavernenruine trat, wurde er eines Besseren belehrt.
Mittlerweile waren die Wände des Schankraums größtenteils freigeräumt von Unrat, zerfallenen Möbeln und Spinnennetzen. Ein kleiner Haufen Sperrmüll sammelte sich bereits draußen vor der Tür. Damit kann Bloody dann spielen, wenn er wiederkommt, lächelte Schmok und machte sich daran, seine Axt wegzuräumen, die er gestern an der westlichen Wand geparkt hatte. Kaum hatte er seine Hand am Griff, hörte er plötzlich ein zischendes ”Steck die Waffe weg…” von hinten.
Schmok drehte sich langsam um und erstarrte dann. Alle vier Helferinnen waren zu ihm umgedreht, ihre Kochlöffel und Staubwedel fest umschlossen und in kampfbereiter Haltung. Sein Blick wanderte vorsichtig von einer Dame zur nächsten und er steckte ganz langsam seine Axt in die frisch geklaute Lederhaltung auf seinem Rücken. Wie aus einem Guss verstauten auch die Tagelöhnerinnen einhändig wieder ihre Utensilien in ihren Seitentaschen und machten sich wieder an die Arbeit, als wäre nichts gewesen. Nur eine stand noch da und drohte ”Dein Glück. Aber ich hätte dir auch gern die Fresse poliert.”, bevor auch sie wieder an die Arbeit ging.
Was war denn hier los, dachte Schmok mit der Mimik eines alten Roggenbrots. Aber die Frauen waren schon wieder konzentriert bei der Arbeit und vertrieben sich die Zeit mit ein wenig Klönschnack. Schnell verschwand er wieder in der ehemaligen Küche. Die Tür quietschte laut beim Eintreten und Schmok klappte seine Augenklappe nach oben, um sich ein bessere Bild zu machen. Viel hatte er gestern nicht mehr geschafft. Was aber auch wirklich nicht seine Schuld war. Er hatte kriechend auf dem Boden angefangen weil sein Körper sich so generell wohler fühlte und wurde erst am späten Nachmittag von Hummelchen auf einen entscheidenden Fehler hingewiesen: ”Es ist besser, wenn du von oben nach unten sauber machst. Jetzt machst du doch den Boden zweimal!”.
Ja, Recht hatte sie irgendwie schon. Deswegen würde Schmok heute bei den Schränken und Regalen anfangen. Im ersten der wackeligen Holzbauten war ein leeres Vogelnest, im zweiten nur das Auge Innos’ und aus dem dritten krabbelte ihmplötzlich eine Fleischwanze entgegen. Mit einem sehr männlichen Schrei sprang er zurück, ging aber schnell wieder zum Angriff über. Ein saftiges Geräusch später verlor das Insekt sein Leben unter dem Fuß des Hünen, der jetzt wieder an die Arbeit ging. Nur durch die Tür zum Schrankraum erklang noch ein dumpfes ”Ein Mistvieh weniger!”
hummelchen
27.06.2023, 10:28
Der nächste Tag hatte aber noch ganz andere Herausforderungen für den Wirt auf Lager. Am frühen Morgen hatten Tagelöhner bei der Arbeit am Rande des Feldes ein kräftiges Summen vernommen. Neugierig geworden, folgten sie dem Klang und entdeckte ein verstecktes Bienennest hoch oben in einem alten Baum.
Sofort eilten sie zurück zum Hof und riefen die anderen Leute herbei. Natürlich hatte auch Hummelchen etwas mitbekommen und war den Bauern zu dem alten Baum gefolgt, in dessen sehr sehr hohem und hohlem Baumstamm sich offenbar eine veritable Schatzkammer befand. Eine Schatzkammer mit köstlichen Süßigkeiten und wertvollem Wachs für Kerzen und andere großartige Möglichkeiten. Vor allem die Kinder quirlten zwischen den Menschen herum und manch eines versuchte sich am Erklettern dieses Monstums von einem Baum.
Aber da waren zunächst mal die Bienen, die ein- und ausflogen, um Nektar und Pollen zu sammeln. Die goldenen Streifen auf ihren Körpern glänzen im warmen Sonnenlicht, während sie angesichts der gaffenden Menge bedrohlich brummten.
Einige Bauern schlugen vor, den Baum abzusägen, damit man an den Honig kam, was Hummelchen und einige der vernünftigeren Landarbeiter zu verhindern wussten. So ein kräftiger Schwarm war auch für die Bestäubung auf dem Hof und den Feldern Gold wert. Außerdem würde man ihn mit etwas Bedachtsamkeit beim Ernten immer wieder aufsuchen können.
Es sollte also geklettert werden, aber angesichts der verteidigungsbereiten Bienen war das eine schwere Herausforderung. Einige der Bauern versuchten mit übereinandergestapelten Werkzeugen und Kisten zumindest die unteren Äste zu erreichen, aber das waren alles vergebliche Versuche.
Hummelchen dachte einen Moment an ihren Mann, der sicher eine Lösung gefunden hätte, dann an Bloody, aber dann fiel ihr Schmok ein. Schmok war furchtlos und stark. Er würde das Problem lösen. Sofort schickte sie nach ihm und wirklich, nach einer Weile kam der Schankwirt mit unerwartet entschlossenem Schritt angestapft.
Endlich raus aus der staubigen Tavernenruine und den ganzen Tagelöhnern und Feldarbeitern mal zeigen, wo der Frosch die Locken hat! Unerwartet entschlossen stapfte Schmok auf die Ansammlung an Menschen hinzu, die sich hier am Waldesrand versammelt hatte. Die meisten von ihnen überragte er um mindestens einen Kopf, was ihm schon einmal einen kleinen aber überragenden Vorteil beim Erklettern des Baumes gab.
Kurz überlegte Schmok, ob man noch einmal den Trick mit den Brandbomben versuchen könnte, das hätte ja auch bei dem Dämonendings gut funktioniert und würde sicher großartig aussehen. Aber Hummelchen erklärte ihm, dass das nicht nur die Bienen und den Baum, vielleicht nebenstehende Bäume, weitere Bäume, Hofgebäude, Menschen, die frisch aufgeräumte Tavernenruine und überhaupt den Honig verbrennen könnte. Schmoks Abwinken wurde erst bei den letzten beiden Argumenten schwächer. Immerhin.
Also legte er seine prankigen und dreckigen Hände an den Baum und gestützt vom Gesicht eines Helfers hiefte er sich hinauf an den ersten Ast. Und hing dann erstmal da mit der Grazie eines Karpfens. Er wusste, dass er sowas schon mal konnte. Es war lang her und er hatte viel vergessen. Aber seine Muskeln würden sicher noch wissen, was zu tun war. Generell waren seine Körperteile autonom am effektivsten. Was nicht nur daran lag, dass Schmoks Gehirn das schwächste Glied der Kette war. Oder die Beziehung zwischen ihm und seinem Körper eher an das Stockholm Syndrom erinnerte.
Das Tuscheln der Arbeiter wurde langsam etwas unruhiger, als der Hüne nach 2 Minuten immer noch bewegungslos da hing wie eine vollgepisste Wassermagierrobe. “Macht der noch was?” - “Keine Ahnung, vielleicht sammelt er erstmal Kraft?” - “Er hat die Augen zu; das Einzige, was der sammelt, sind Schäfchen.” - “Quatsch. Dann würde er doch schon längst runterfallen.” - “Ich hab gehört, der lässt sein Getränk nie los. Und der Ast hat genau den Umfang eines Bierkrugs…”
Nagut, es wurde Zeit, dachte Schmok. Auch weil ihm nie wieder eine bessere Metapher dafür einfallen würde, wie würdelos er hier hing. Mit geschlossenen Augen würde er seine Körperbeherrschung kanalisieren. Die Chakren in Reihe schalten. Das Chi in den Gehorsam peitschen. Die Darmflora revitalisieren.
Es war der Geruch von Sumpfwasser, der ihm zuerst in die Nase stieg. Vermeintlich. Weit und breit war kein Sumpf, aber der Geruch war da, ganz eindeutig. Auch das Surren fleischiger Fliegen in der Luft. Das dumpfe, weit entfernte Dröhnen von Sumpfhaien. Der salzige Schweißgeruch von Mehrzwecknovizen©… “Watcha da riddim, Schmoksta!”
Ja! Schmoks Beine fingen wie von allein an im Rhythmus zu schwingen. Weiter, höher, bis er mit einer Rundumbewegung über den Zenit des Astes schwang, los ließ und sicher auf selbigem landete. Also, nicht mit den Füßen, aber mit der vierten Rippe. Aber er war oben. Nach ein wenig unwürdigem Hingerutsche und dem Raunen der Zuschauer war Schmok da, wo er hin wollte. Auf dem ersten von ungefähr 23 Ästen.
Schmok schickte einen Kuss gen Himmel. “Das war für dich, Scatty!” Keine Ahnung, ob der Sumpflager-Lehrmeister inzwischen tot war, aber er glaubte von ganz weit weg ein “Funk you!” zu hören.
Jetzt galt es, das Neuwiedergelernte weiter anzuwenden und tapfer weiter zu klettern. Mit jedem Schwung wurde das Summen der Bienen lauter, die Äste dicker, das Raunen der Zuschauer lauter und Schmok durstiger. Auf halber Höhe hielt er kurz inne und rief unter nervösen Bienensummen hinunter: “Hat einer von euch was zu saufen dabei?”.
hummelchen
29.06.2023, 19:56
"wer sollte dir das denn bringen? Natürlich haben wir was da, aber du müsstest erst mal wieder runterkommen und dann wieder rauf. Bring es doch einfach hinter dich. So wie ich dich einschätze, werden die Bienen einen großen Bogen um dich machen, weil du so nach Taverne stinkst. Das ist dir doch in die Haut eingedrungen wie beim Gerben von Leder! Ich habs gerochen, als ich dich besucht habe.
Was hältst du eigentlich von der Herstellung von Met? Du bist dicht dran an der wichtigsten Zutat. Ich werde da sicher ein gut zahlender Kunde.
Also hab keine Angst mein Kleiner, du schaffst das schon. Und immer dran denken, den Bienen nicht alles rauben. Bei so einem großen Volk kann man sicher mehr Met machen, als hier getrunken wird. Wenn du also in den hohlen Baum reinfasst, bleib tapfer. Denk einfach an den Met und den Ruhm!"
Kugelchen
04.07.2023, 20:31
Kugelchen saß mit den anderen Frauen am Abend wie immer in den letzten Tagen unter dem Baum, den sie Galgenbaum genannt hatten, obwohl er eigentlich Honigzauber heißen sollte. Aber seit einigen Tagen hing dort ein Mann. Und zwar mehr oder minder kopfüber. Hatten am Anfang die Leute ihn noch angefeuert, jetzt endlich den Honig zu holen, hatte sich die Gier nach Honig etwas gelegt und war zu dem Happening geworden, dass nun jeden Abend alle Leute vom Hof hier versammelte. Sogar den großen Tisch zum Essen hatten die Männer hierher geholt und so konnte man hier gemeinsam das Essen teilen und die Neuigkeiten rund um den Schankwirt.
Erst war er eingeschlafen und alle befürchteten, dass er demnächst abstürzen würde. Dann hatten die Kinder entdeckt, dass man an dem Wirt wunderbar hochklettern konnte, weil er sich irgendwie unlösbar mit dem Baum verkettelt hatte. Ab und an erwachte er und rief nach Bier und das brachten ihm die Kinder gern. Der Wirt hatte eine erstaunliche Fähigkeit entwickelt, auch kopfüber zu trinken. Die gelegentlichen Erleichterungen wurden vom ganzen Hof mit Beifall gebührend gefeiert.
Hummelchen gefiel das gar nicht und es folgte täglich eine Schimpftirade am Morgen und eine am Abend. Schließlich hatte sich Kugelchens Ehemann erboten, den Wirt vom Baum zu holen, aber dieses Unterfangen war bislang gescheitert.
Jetzt aber begannen die Männer ein Gerüst zu bauen und die Arbeit ging erstaunlich schnell vonstatten.
Schmok war nach seinem letzten kleinen Power-Nap mittlerweile wieder schwer am Schwitzen. Dass das hier in richtige Arbeit ausarten würde, darauf hätte er spätestens kommen können, als Hummelchen nach ihm rief. Keine Ahnung, was Gorr dabei geritten hat, diese Frau lebenslang bei sich haben zu wollen. Klar, sie war nett und schien das Herz am rechten Fleck zu haben. Kochen konnte sie auch. Aber Schmok hatte wegen ihr in den letzten sieben Tagen mehr arbeiten müssen als in den letzten 18 Jahren zusammen!
Apropos Tage. Wie lange war er überhaupt schon hier oben? Stunden? Tage? Jahre? Es war halt auch ein richtig großer Baum. Mit richtig vielen Ästen. Und jedes Mal, wenn Schmok sich umsah, watschte ihm irgend ein blödes Blattwerk in die Fresse! Und überhaupt die Bienen - die waren nur noch wenige Meter entfernt und waren schon mit einer durchaus aggressiven Neugier immer mal wieder an Schmok vorbei gesummt. Außerdem war es furchtbar hoch. Und heiß. Und ja, der ehemalige Söldner war auch einfach echt faul. Hummelchens Schimpftiraden sorgten nicht gerade für Motivation. Und Pipi musste er auch mal. Aber da unten standen inzwischen ganze Gerüste, Bierbänke und Zelte. Er glaubte zwischendurch auch mal einen umherziehenden Barden gehört zu haben. Er konnte doch nicht einfach auf das Honigfest pinkeln!
Innerlich besiegt sackte Schmok auf den Ast, auf dem er gerade stand. Das waren doch langsam genug Argumente, damit man Mitleid mit ihm haben musste. Und eine echte moralische Zwickmühle kam auch noch dazu: Er hatte weder Lust noch Kraft, weiter zu klettern - noch die Größe, sich geschlagen zu geben. Und überhaupt gibt es wenig Unwürdiges als mit dem Hinterteil voran wieder nach unten zu klettern, vor der ganzen Menge. Wenn er doch nur etwas von diesem Mett hier hätte, von dem Hummelchen da unten immer redete, um sich zu stärken (und etwas extra Zeit zu schinden). Darauf etwas Honig von den Bienen, das wäre was Feines!
Dann fiel es ihm plötzlich wie Schuppen aus den Ohren! Met! Nicht Mett! Hummelchen redete von Met! Das machte auch viel mehr Sinn. Woher sollte Schmok wissen, wie man aus Bienen Mett machte. Aber Honigmet! Das konnte er mal! Und das Zeug war teuflisch lecker! Der ein oder andere Krug von dem Honigwein hatte Schmok und die Söldner damals lauter an der Todespforte klopfen lassen wie so manches Dämonenmonsterding…
Sein Blick zuckte nach oben wie der eines Raubtiers. Elegant richtete er sich wieder auf, sein Ziel nicht aus den Augen lassend. Seine Finger umklammerten die Äste wie Klauen. Er würde heute abend so hart Met machen!
Und dann, wenn der Honigwein endlich gegoren war, würde er sich endlich mal wieder achtarmig einen in die Rüstung orgeln! Sich so richtig den Helm lackieren. Amtliche ein paar Kanonen in sein Esszimmer schießen! Ne geisteskranke Getränke-Karambolage!! “Ohhh ja!!!”, schrie er.
Ein paar Vögel flogen erschrocken davon, ein Eichhörnchen versteckte sich ob das Brüllens von Schmok.
Unten zeigten ein paar Finger in den Baum, lautes Getuschel unter den Besuchern des kleines Honigfests: “Er bewegt sich wieder! Du schuldest mir 20 Schleifen.” - “Quatsch!” - “Ist das eine Raubkatze?” - “Mama, der fette Mann ist wieder da!” - “Wie ist er denn so schnell da hoch gekommen?”
hummelchen
05.07.2023, 20:41
"Wie lange brauchst du denn noch? willst du warten bis die Bienen schwärmen? die hängen sich dann sicher an deine Nase oder sonstige Teile von dir. Immer dahin, wo es am wärmsten ist!"
Hummelchen brüllte und mischte ihren Zorn mit einer Portion Humor. Obwohl sie die Situation langsam gar nicht mehr lustig fand. Der Kerl hing seit Tagen im Baum, ließ sich von den Leuten auf dem Hof füttern und tränken und bepinkelte sie auch manchmal. Was die ganze Belegschaft meist mit Gröhlen und Johlen quittierte.
Die Mütter hatten sich die ganze Zeit bemüht, die Kinder von dem Spektakel abzuhalten, aber sie waren gar nicht zu halten. Die Mütter schoben die Kinder vorn in die Hütten und die flüchteten hintenrum wieder raus. Das war leicht, denn die wenigsten Hütten waren fertig gebaut.
Einige Frauen waren aber von der Aussicht auf Met angetan und flehten den Wirt an, sich endlich um den Honig zu kümmern. Sie hätten auch alles schon vorbereitet. Das Getränk der Götter wäre auch ihnen willkommen. Und es würde als Opfergabe den Segen der Götter über ihre Gemeinschaft ausgießen.
"Nun komm schon. Du hast jetzt genug Theater veranstaltet. Wir können auch gern jedes Jahr ein Fest auf deinen Sieg über die Bienen veranstalten. Dir zu Ehren!"
Nur noch wenige Meter trennten Schmok von dem süßen Honig. Aber genauso viele Meter trennten ihn auch nur noch von einem Angriff der Bienen. Und noch viele Meter mehr trennten ihn vom harten Boden unter dem Baum. Mit dem Unterarm wischte er sich den Schweiß von der Stirn. Es gab kein Zurück mehr. Heute würden Sieger gemacht werden! Und Honigmet!!
Der nächste Ast ächzte gefährlich unter dem wohlgenährten Hünen als er langsam um den Stamm herum kam und jetzt freies Sichtfeld auf das Bienennest hatte. Aufgeregt und neugierig schwirrten bereits ein paar der Insekten um ihn summherum. Was sie wohl dachten? War er in deren Augen eher ein nackter Bär oder ein besonders hässlicher Vogel? Beschreibungen, die ihm normalerweise eher in den Bordellen des Landes an den Kopf geworfen wurden. Er schüttelte den Kopf. Konzentration! Er konnte sich nicht schon wieder in alten Geschichten verlieren, um noch weiter hinauszuzögern, dass er jetzt in die Offensive gehen musste.
Eine der Bienen schwirrte einen Schritt weit entfernt direkt vor ihm. Sie sah misstrauisch aus, fand Schmok. Wie die Gesichtsbremsen damals im Alten Lag– Konzentration!
Ohne einem weiteren Gedanken Gelegenheit zu geben, setzten sich Schmoks Beine in Bewegung. Mühelos landeten sie auf dem nächsten Ast und in derselben Bewegung verpasste Schmok der misstrauischen Biene eine Faust in Gesicht, bevor sie Alarm schlagen konnte!
Hopp, hopp, hopp, landete er direkt vor dem Bienennest. Die rechte Gehirnzelle rief noch laut “Und jetzt!?”, während die linke Gehirnzelle bereits einen von Schmoks Armen kraftvoll in dem Nest versenkt hatte.
Schmok selbst riss nur noch panisch die Augen auf.
Die Bienen verfielen augenblicklich in ein röhrendes Brummen.
Seine Hand griff zu.
Das ging ihm alles viel zu schnell!
Was auch immer da drin war, es war jetzt seins!
Unzählige Stacheln stachen gleichzeitig auf ihn ein.
Eine Mischung aus Schleim und Krabbeln in der versenkten Hand.
Die andere schlug panisch nach die Bienen.
Schmerzen von allen Seiten.
Einige Bienen krabbelten in seine Nasenlöcher!
Panisch wankte der Räuber nach hinten, riss mehr als die Hälfte des Nestes mit sich, bevor sein Fuß ins Leere trat und er fiel. Lautes Raunen von unten begleitete den Sturzflug von oben. Es dauerte nur wenige Meter, bevor sein Körper einen dicken Ast traf, an dem er sich versuchte, fest zu halten. Doch seine rechte Hand stecke noch immer in einem halben, aufgebrachten Bienennest während seine linke Hand zerstochen und mit 16 Kamikaze-Bienen bestückt den Dienst verweigerte. So war alles, was er zu tun vermochte, seinen Sturz zu verlangsamen, nicht ohne sich vorher durch den Schwung zu drehen und wieder mit dem Kopf voran zu fallen. Ha! Seine Starkstelle! So konnte ihm kaum etwas passieren.
Durch die zugeschwollenen Augenlider sah er den Boden des Gehöfts blitzschnell auf sich zukommen. Einige der Besucher des Honigfests rannten panisch davon. Eine wahnsinnig lachende/schreiende Drei-Zentner Bombe aus altem Bier und Senfgas-Atem würde mit einem Nachbeben aus wütenden Bienen jeden Moment in den Boden einschlagen und einen Krater reißen, der kommenden Generationen noch viele Geschichten bescheren würde.
Doch es kam anders. Der flatternde Glatzkopf landete auf einem der aufgestellten Zelte, riss ob seines massiven Gewichts und der hohen Geschwindigkeit ein Loch in selbiges und landete mit einem unverhältnismäßigen Krachen auf dem Tisch darunter, der für sich ebenfalls noch einmal nachgab und Schmok so sanft auf dem Rasen ablegte, wie es nur ein explodierter Biertisch konnte.
Schmoks Stöhnen, das Raunen des Gäste, das Lachen der Kinder und das Schimpfen Hummelchens steigerten sich in eine einzige Kakophonie. “Schmok! Bei Innos! Was machst du denn!? Geht es dir gut?” - “Nein…” - “Was tut dir weh?” - “Mein Schluckmuskel juckt!”
Schmok streckte den Helfern seinen rechten Arm und das halbe (mittlerweile etwas lädierte) Bienennest darum entgegen. Das war hoffentlich genug Honig für eine große Ladung Met!
hummelchen
07.07.2023, 17:35
Himmel, wenn sie gewusst hätte, wie das Ganze ausgeht, hätte sie doch auf Stäbchen gehört und ein Gerüst gebaut, an dem man sich empor hangeln könnte.
Das musste irgendwann nachgeholt werden, wenn die Bienen nicht das Weite suchen würden nach dem brutalen Eingriff in ihren Bau.
"Du Armer, du siehst ja wirklich schrecklich aus. Überall Stiche und vermutlich auch mehrere Knochen gebrochen oder so. Lass mich mal sehen!"
Hummelchen hatte jetzt ein schlechtes Gewissen. Es hatte alles so logisch gewirkt. Schmok war stark und furchtlos. Was lag näher als ihn mit dieser Aufgabe zu betrauen. Und er war sicherlich der, der Bienenstiche am besten wegstecken könnte. Aber das war ja nun wirklich ein Fiasko.
Sie rief nach Verbandszeug und nach ihrer speziellen Heilsalbe, die den starken Juckreiz stillen konnte. Den Rest der Honigwaben übernahmen die Frauen und machten sich ans Verarbeiten. Die Bienen hatten sich inzwischen verzogen und flogen sehr zornig um ihr lädiertes ZuHause.
Für Hummelchen war aber am wichtigsten, dass sie den Helden der Honigaktion verarzten würde. Schade dass dieser Magier mit den Heilkenntnissen nicht anwesend war. Aber wenn man schon mal einen Magier braucht ....
Schmok wollte Hummelchens Zuwendung erst abwehren, aber dann bemerkte er wohl doch, dass einiges ziemlich weh tat. Nicht nur die vielen Stiche sondern auch eine heftige Wunde am Kopf. Wieder mal am Kopf.
"Du hast das erstaunlich gut überstanden. Armer Kerl. War wohl doch nicht so eine gute Idee von mir, dich dazu zu bitten. Verzeih mir bitte."
Bloodflowers
14.07.2023, 19:48
Die Gruppe ging etwas langsamer wegen der Hitze und erreichte schließlich den Vorposten und dann Onars Hof. Gorr war noch verletzt und lief dementsprechend mit Krücken und auch etwas langsamer als gewöhnlich.
„Na, wirst wohl langsam alt, was?“ lästerte der Bandit und grinste Gorr an. Wer weiß was in der langen, langen Zeit auf dem Hof passiert war? Noch mehr Felder bestellt? Junge Olivenbäume die gepflanzt wurden und mittlerweile Früchte trugen? Neu errichtete Gebäude?
Vor der Taverne blieben sie stehen.
„Wir sind wieder da und der Dämon ist endgültig besiegt.“ kündigte Bloody einem Herold gleich den Ausgang der Schlacht und die Rückkehr der hohen Herren an.
Der Bandit nahm den Bierschlauch und musste feststellen das dieser noch immer leer war.
„Mein persönliches Ziel habe ich noch nicht erreicht.“ sprach Bloody Richtung Gorr. „Aber vielleicht hat dein Bruder ja inzwischen Bier oder sowas herstellen können?“
meditate
14.07.2023, 23:03
sie hatten den dämonenwald durchquert und es schien fast, als würden die bäume, büsche, schlinggewächse sich zur seite biegen, damit die seltsame schar mühelos den wald durchqueren konnte, von dem meditate natürlich nicht wusste, dass die gruppe, die sie erlöst hatte, dem wald diesen namen gegeben hatte. der wald hatte auch gar nichts dämonisches mehr. es war ein wald, dicht verwachsen und dunkel, voller geheimnisse ganz sicher, die alle auf ihre entdeckung warteten.
bald hatten sie das hochland erreicht und onars hof war zu sehen. die pferde zögerten und die drei begleiter von wuschel, begannen deutlich langsamer zu laufen. sie wollten offensichtlich nicht in die nähe der menschen.
meditates herz aber klopfte schneller. sie kannte die silhouette der gebäude. sie war hier schon gewesen. sie wusste zwar im moment nicht genau, wo sie war, aber sie fühlte, dass sie hier auf freunde treffen würde. sie hatte hier mal freunde. als sie näher kam, erkannte sie auch den turm der banditenburg und gleich kam dieser schmerz wieder. blutfeuer war hier lange zu hause gewesen. es war onars hof und die dazugehörige banditenburg, deren burgherrin einstmals blutfeuer war.
auch wuschel schien die gegend zu kennen und das pferd lief wieder schneller, als würde es hoffen, seine reiterin hier wieder zu finden. mühelos galoppierte es den berg hinauf und hielt vor dem hof an. die menschen, die hier arbeiteten und lebten liefen herbei, denn ein pferd hatten sie lange nicht oder noch nie gesehen. und jetzt kam eines freiwillig mit einem fremden reiter.
hummelchen
14.07.2023, 23:07
"oh Adanos, oh all ihr guten Götter, wen sehe ich denn da?"
Hummelchen war aus der Burg gestürmt und lief auf das Pferd zu. "Blutfeuer, ach nein, wer bist du denn? Das ist doch Blutfeuers Pferd!" Schnell griff sie zu einem ihrer scharfen Küchenmesser. "Wer bist du und wie bist du an Wuschel gekommen? Bedrohlich näherte sich sich der Frau, die gerade vom Pferd abgesprungen war.
meditate
14.07.2023, 23:15
"ich, ich ... nein, ich habe das pferd nicht gestohlen. erkennst du mich nicht? ich bin meditate." jetzt stürzten ihr die tränen aus den augen und all der schmerz schien auf einmal über ihr zusammen zu brechen.
sie lief auf hummelchen zu, die das messer fallen ließ und sie auffing, bevor sie selbst zu boden fallen konnte. lange hielten sich die beiden frauen in den armen.
"ich bin es, ich habe wuschel gefunden und das pferd hat mich hergebracht. es wusste, wo ich jemanden finden kann, den ich jetzt brauche." meditate wischte sich die tränen aus den augen und betrachtete hummelchen, die wirtsfrau mit dem goldenen resoluten herzen.
"ich war gefangen und blutfeuer hat es nicht überlebt. mich haben leute befreit, die ich kannte, don-esteban, hirni, bloody und auch dein mann war dabei. sie müssen auch bald kommen, denn sie sprachen von onars hof.
wie es scheint hatte ein magieräuber uns gefangen und uns in einen tiefen schlaf versetzt, den blutfeuer nicht überlebt hat. wenn die männer nicht gewesen wären, dann wäre ich vermutlich auch bald tot. aber ich habe überlebt. ich bin hier in sicherheit und ich habe einen riesenhunger."
hummelchen
14.07.2023, 23:22
Das war das Stichwort für Hummelchen. Sie packte die Magierin und zog sie in die Küche. Die anderen neugierigen Hofbewohner schon sie heraus und schloss die Tür.
"Ihr könnt morgen über sie herfallen. Versorgt bitte das Pferd und lasst uns allein. Ihr seht doch, dass die Frau nur noch Haut und Knochen ist. Außerdem müssen wir reden."
Während Hummelchen das Essen bereitete, erzählte sie alles von ihrem Aufbruch im Kastell und von Matti. Von ihrer Wanderung und der Vereinnahmung des Hofes und von dem unglaublichen Mut des Jungen, der den Hof und seine Besohner gerettet hatte und dabei sein Leben gelassen hatte.
Sie erzählte auch von der Gruppe, die sich auf den Weg gemacht hatte, dem Dämon endlich für immer den Garaus zu machen und dass matti noch im Sterben eine Spurr gelegt hatte.
Und dann erzählte Meditate ihre Geschichte und wie die Gruppe das Unheil endlich besiegt hatte und sie gefunden und wieder erweckt hatten.
Es wurde eine lange Nacht.
Als Gorr versuchte, seine Frau in die Arme zu schließen fand er nur eins verschlossen vor: die Küchentür.
Das Gescherr, das sich gerade daran machte, das Pferd zu versorgen und abzustriegeln, verriet ihm, dass die Frauen sich eingeschlossen hatten um in Ruhe zu ratschen und sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen.
Dies solle ihre Nacht sein, beschloss der Schmied, und wagte es nicht einmal zu klopfen.
Stattdessen humpelte er wieder den Felsenaufgang hinab zu Schmoks Taverne, die schon schlechtere Zeiten gesehen hatte. Hier war tüchtig aufgeräumt worden. Schmok selbst konnte es also nicht gewesen sein.
Seinen Bruder fand er am Tresen, mit völlig verquollenem Gesicht, das optisch auf's Doppelte angeschwollen war - und der Mann hatte sonst schon keine zierliche Birne. Dazu war er mit roten Pusteln übersäht, die wie Stiche aussahen.
"Na? Hast wohl mit nem Stachelschwein gekuschelt?", begrüßte Gorr seinen Bruder schadenfreudig.
Bloodflowers
15.07.2023, 01:19
Bloody gesellte sich zu Schmok und Gorr in die Taverne.
„So Jungs, würde ja gerne auf den glorreichen Sieg mit euch anstoßen. Aber so wie es aussieht sitzen wir immer noch ziemlich auf dem Trockenen. Aber gut, dass muss uns jetzt nicht weiter stören.“ noch ehe Gorr und Schmok protestieren konnten, fuhr Bloody schon fort:
„Es geht um Ragnar und noch immer um die Beschaffung von Bier. Keine Panik das vergessen wir nicht… aber wir werden gute Ideen brauchen.“
Der Bandit verschränkte die Arme vor der Brust und schaute die beiden Brüder herausfordernd an.
Kugelchen
15.07.2023, 12:35
"Hier ihr Helden, ich habe euch etwas mitgebracht". Kugelchen stellte einen Krug auf den Tisch, der verführerisch, süß und aromatisch nach Honig duftete.
Es war der allererste Met, noch unfertig und halb gegoren, aber wer wäre besser geeignet dafür, ihn zu kosten, als die Helden der Dämonenmission. Und natürlich der arme Schmok, dem das Ganze zu verdanken war.
Sie hatte auch kleine Tontöpfchen mitgebracht, in die sie das kostbare Getränk jetzt einfüllte, winzige Schlöckchen! und jeder griff zu
Stäbchen
15.07.2023, 12:48
inzwischen hatten die Bauern begonnen, Trittleisten an den Stamm des riesigen Baumes anzubringen, damit man die nächste Honigernte ohne Lebensgefahr einbringen konnte. Nebenbei konnte man so auch den Bienen zu Hilfe kommen, wenn wieder ein Honigräuber es auf die süße Ernte abgesehen hatte. Und derer gab es viele. Dass sie selbst zu diesen Honigräubern gehörten, ließen sie dabei außen vor.
Heute aber musste Stäbchen nach der Einteilung der Arbeiten sich um ein Pferd kümmern. Ein Pferd! Keiner der Bauern, Landarbeiter und Tagelöhner hatte auch nur eines mal aus der Nähe gesehen. Ja das waren Tiere für ganz reiche Leute und da zogen Pferde elegante Kutschen oder die Generäle ritten auf ihnen, um ihre Macht und Herrschaft zu betonen.
Aber jetzt war eines hier. Jeder wollte es betrachten und auch mal anfassen. Ganz vorsichtig und nur kurz. Stäbchen musste es irgendwann in Sicherheit bringen. Mit dem großen Ochsen schien es sich gut zu verstehen und auch mit den zwei Eseln, die inzwischen ihrem Hof gehörten, hatte das Tier keine Probleme. Allerdings ließ es nicht zu, dass in der Nacht das Scheunentor verschlossen wurde. Offenbar konnte es nur schlafen, wenn es die Sterne sehen konnte. Stäbchen sollte es recht sein.
Er hatte das Pferd sorgfältig untersucht und festgestellt, dass es gesund und kräftig war und lediglich die Hufe einer Behandlung bedurften. Er musste mal mit Gorr reden, ob er schon in der Lage war, Hufeisen herzustellen und anzupassen. Und natürlich mit der neu angekommenen Frau. Offensichtlich gehörte ihr das Tier ja und man sollte sie fragen, ob man es ihr abkaufen könne. ein Pferd auf dem Hof wäre sicher eine große Hilfe
Bloodflowers
15.07.2023, 13:12
Und wie die drei ehemaligen Söldner gerade so überlegten, so gut es eben ohne Bier ging, kam plötzlich Hummelchen in die Taverne und brachte etwas Met vorbei. Wenn Bloody Schmoks und Hummelchens Erzählungen korrekt verstand, war der Met nur dank Schmoks Einsatz überhaupt möglich gewesen. Bloody nahm eines der Töpfchen und prostete dann Hummelchen dankend zu. Doch dabei wurde er stutzig.
"Moment mal... du bist ja gar nicht Hummelchen. Wer bist du denn wenn ich fragen darf? Dich habe ich hier noch nie gesehen und überhaupt, wo kommen die ganzen Leute her? Das waren doch früher nicht so viele? Sag mal Gorr, wie lange waren wir eigentlich weg?"
Kugelchen
15.07.2023, 13:34
"Ihr könnt mich Kugelchen nennen, machen alle hier so. Ich bin schon einer Weile auf dem Hof, ich habe dich damals auch gesehen, als ihr dem Dämon den Garaus gemacht habt. Ich bin dir aber sicher nicht aufgefallen, weil ich die ganze Zeit damit beschäftigt war, das Haus wieder aufzubauen und nebenbei auf die vielen Kinder aufzupassen. du kennst aber meinen Mann schon. Stäbchen genannt, weil er neben mir so dünn aussieht. Er hat die Einteilung der Arbeiter von dir übernommen und ist zum Vorarbeiter gewählt worden. Er bestellt übrigens dein Stück Land mit, das Land von Matti, welches dir zur Bewirtschaftung zugesprochen wurde. Alles voller Kartoffeln und die Hühner machen ihren Job. Es gibt kaum Kartoffelkäfer."
Kugelchen schüttelte Bloody herzlich die Hand.
"Ja, es ist schon einige Zeit vergangen, seit ihr losgezogen seid. Wir sind inzwischen schon viel mehr Leute. Wir konnten zwei Esel kaufen und die Neuankömmlinge brachten Ziegen mit, so dass wir jetzt Ziegenmilch haben und Käse machen können. Schafsmilch machen wir auch schon. Hummelchen versorgt noch immer alle am Abend mit einem gemeinsamen Essen. Achja, und wir haben das Land verlost unter den Bauern. Völlig gerecht und die Erstsiedler haben 10 % mehr bekommen. Widerspruch gab es keinen, obwohl einige rummeckern, weil ihr Land nicht so gut wie das von anderen ist. Aber wir können noch mehr urbar machen, noch gibt es keine Grenzen."
Kugelchen hatte völlig übersehen, dass die Leute sich erst mal dem Met widmen wollten und die Erörterungen zum Hof auch noch ein bisschen Zeit hatten.
Bloodflowers
15.07.2023, 13:55
Die Frau hatte sich als "Kugelchen" vorgestellt, also würde der Bandit sie und ihren Mann "Stäbchen" dann eben so nennen.
Er nahm einen Schluck und auch die beiden Brüder tranken etwas.
"Hm, ganz gut, obwohl es auf die Dauer sehr süß ist. Wir werden nicht umhin kommen Bier oder Schnaps herzustellen. Leider funktioniert mein Bierschlauch nicht, obwohl der Dämon besiegt wurde und ich habe jetzt auch keine Idee mehr wie man den wieder hinbekommt. Vielleicht muss ich Esteban bitten sich den mal im Kastell genauer anzusehen." Gorr lachte kurz, aber der Bandit ließ sich nicht aus der Ruhe bringen:
"Also habt ihr hier schon fleißig weiter gemacht und sogar das Land verteilt? Aber ich würde vorschlagen es wird trotzdem alles gemeinsam bewirtschaftet. Es macht keinen Sinn wenn jeder sein kleines Stückchen von den großen Feldern alleine bewirtschaftet. Man sollte besser alles gemeinsam machen, alles pflügen, sähen und gemeinsam Ernten und am Ende die Erträge nach den Anteilen verteilen oder die Verkaufserlöse aus den Erträgen."
"Weiß jemand wo Meditate ist? Ich werde sie noch mal fragen ob sie eine Idee wegen dem Bierschlauch hat."
Kugelchen
15.07.2023, 14:07
"Vielleicht ist es die Frau, die gestern auf einem Pferd angekommen ist? die ist bei Hummelchen oben in der Burg.
Ja und klar, jetzt ist der Met süß aber er verliert die Süße, je länger sich der Zucker in Alkohol wandelt. Wir können sogar Met herstellen, der gar nicht mehr süß ist, obwohl das eigentlich nicht im Sinne des Erfinders ist. Das mit dem Land musst du mit den Leuten besprechen. Zusammen zu arbeiten haben sie schon lange begonnen. Allein geht es ja nicht. Dafür sind die Felder viel zu klein. Ich denke, deine Idee könnte auf Zustimmung treffen. Das Problem sind dann aber eher die Neuankömmlinge. Es hat sich herumgesprochen, dass hier ein aktives Dorf entsteht. Fast jeden Tag kommen neue. Inzwischen sind auch alle alten Häuser belegt und es müssen neue gebaut werden.
Deshalb hat Hummelchen auch schon angekündigt, ihre abendliche Fütterung einzustellen. Es sind langsam viel zu viele Leute. Obwohl wir auch tolle Gewinne dabei haben. Inzwischen gibt es sogar einen Tischler."
Bloodflowers
15.07.2023, 14:16
"Also ist Meditate oben bei Hummelchen? Gut dann entschuldigt mich bitte kurz. Gorr... Schmok... ich muss kurz hoch zur Burg. Ihr wisst, das Bier duldet keinen Aufschub und ich muss nach jedem Strohhalm greifen. Ich trinke zwar Bier nicht aus Strohhalmen... aber... ach ihr wisst was ich meine!" sprach der Bandit, trank sein Metkrüglein leer und verließ dann die Taverne. Den Bierschlauch trug er auf den Armen wie ein krankes Rehkitz oder etwas ähnliches.
"Vielleicht wird bald alles wieder gut. Wirst sehen, bald wirst du deinem Schicksal, deiner Bestimmung wieder gerecht werden." Bloody sprach die beruhigenden Worte zwar zum Bierschlauch, aber natürlich waren die Worte eher an sich selbst gerichtet. Er sprach sich selber Mut zu.
Der Bandit erreichte die Brücke betrat das Burgplateau. Hier war in der Zwischenzeit auch einiges passiert. Wie lange waren sie denn wirklich weg gewesen? Das mussten ja Monate sein, mindestens. Aber das Stückchen Land das Matti gewidmet war, war gut bestellt und auch sonst waren die meisten Hütten in Schuss gebracht, Stallungen und Beete angelegt. Auch ein Tor und eine kleine Schutzmauer bei der Brücke nahm langsam Form an. Bloody lief zu Hummelchens Küche und klopfte an die Tür:
"Hummelchen, ich bin es, Bloody. Bist du zuhause?"
hummelchen
15.07.2023, 14:23
"Natürlich bin ich hier, wo auch sonst. Komm rein, wir haben einen sehr lieben Gast"
Bloody betrat die Küche.
"Meditate ist wieder da und so wie es aussieht hat sie ihre Befreiung euch zu verdanken und natürlich Matti, das sollten wir nie vergessen. Sieh sie dir doch mal an, ganz abgemagert ist sie, kaum ein Strich in der Landschaft und was vernünftiges hat sie auch nicht anzuziehen. solche einfache Kleidung gehört sich einfach nicht für eine Hohepriesterin. Ihre Klamotten habt ihr nicht zufällig mitgebracht?
Aber lass dich erst mal umarmen. Ihr wart so lange fort und ihr habt offenbar wirklich diesen schrecklichen Dämon besiegt, der auch Matti auf dem Gewissen hatte. Ich bin unglaublich stolz auf euch und hoffe doch sehr, dass ihr auch meinen Mann wieder mitgebracht habt"
meditate
15.07.2023, 14:29
"Ja ich bin hier und ich bin darüber auch sehr froh, dass ich gleich willkommen war. obwohl es vermutlich gar nicht so einfach war, mich zu erkennen. hummelchen hat mir erzählt, was ihr hier aufgebaut habt und wie alles abgelaufen war. du bist wirklich ein held. dass esteban und hirni dem dämon folgten war zu erwarten, aber so viele, die gar keiner magie mächtig sind? ich kann euch gar nicht genug danken.
jetzt ist es vorbei mit dem magieräuber und wohl auch mit dem spurlosen verschwinden so vieler magier allein in der zeit, in der ich zum kastell gehöre. so viele, die mir auch vertraut waren. der magieräuber war wie eine spinne, die ihre netze überall ausgebreitet hatte. jetzt im nachhinein sehe ich viele anzeichen, die wir auch schön früher entdecken konnten, wenn wir denn genauer hingesehen hätten.
aber jetzt zu euch. seid ihr alle gesund? Geht es euch gut?
Bloodflowers
15.07.2023, 14:37
Bloody war eingetreten und hatte sogleich Meditate und Hummelchen bemerkt. Sie saßen am Tisch und hatten anscheinend ein reichhaltiges Mahl, zumindest wohl Meditate.
"Ja, Gorr ist wieder hier. Er hat eine Verletzung davon getragen. Aber mit einem Heiltrank konnte das schlimmste erstmal behandelt werden. Aber Met trinken geht schon wieder ganz gut, also lebensbedrohlich wird es nicht sein." er zwinkerte Hummelchen zu und sprach dann zur Hüterin.
"Danke und freut mich das du hierher gefunden hast. Du warst plötzlich weg. Aber wie ich sehe hat Hummelchen schon begonnen dich aufzupäppeln. Uns geht es soweit gut. Hirni ist etwas verletzt und Gorr auch. Aber Hirni ist selber Heiler und Gorr wird auch schon wieder."
Der Bandit schaute dann hinunter auf den Bierschlauch auf seinen Armen:
"Aber es gibt ein großes Problem mit dem Bierschlauch hier. Den hast Du mir ja mal gegeben, aber durch den magiesaugenden Dämon hat auch der Bierschlauch keine Magie mehr. Ich dachte ja er erholt sich, aber vielleicht können das nur lebendige Wesen... also ich meine ihre Magie wieder regenerieren und zurück gewinnen. Aber für solche magischen Theorien ist sowieso Esteban der Experte. Nunja, was ich fragen wollte ist, ob Du eine Idee hast was man machen kann?"
meditate
15.07.2023, 14:45
"den hab ich dir doch mal mit meiner magie verzaubert. das sollten wir schnell wieder hinbekommen". meditate lächelte, das sollte eine leichte übung sein und ihre retter hatten es ja auch verdient. und natürlich konnte sie auch heilen und sie würde sich gern den mann von hummelchen ansehen.
sie legte ihre hand auf den schlaffen bierschlauch und wollte ihn wieder füllen. aber es regte sich nichts oder fast nichts. es war keine magie in ihr. sie hatte das schon im haus bemerkt, weil sie sich mit etwas magie besser erholt hätte aber da war gar nichts. sie hatte das zunächst auf das haus und seinen magiesaugenden besitzer geschoben und hier bei hummelchen hatte sie gar nicht mehr an magie gedacht.
das konnte ja wohl wirklich nicht sein. keine magie? Sie konzentrierte sich und suchte in ihrem gedächtnis nach formeln und rezepte. da war nichts oder kaum. ein kleiner funke glomm irgendwo weit weg. aber den konnte sie doch sicher anzapfen und die magie in den bierschlauch leiten? ganz langsam regte sich etwas im bierschlauch aber schnell fiel er wieder zusammen. aber irgendwas war drinnen.
"versuchs mal, vielleicht muss man ja erst mal das kleine bisschen trinken, damit er sich wieder füllen kann!"
Bloodflowers
15.07.2023, 14:58
Bloody nahm den Bierschlauch und zog skeptisch die Augenbrauen hoch. Es fühlte sich von außen noch nicht so an wie früher. Er öffnete den Verschluss und roch erstmal am Inhalt.
"Hm, also es riecht irgendwie nicht nach Bier. Ich kann aber nicht genau sagen was es ist." Die beiden Damen schauten den Banditen an und lächelten.
"Nein, also trinken werde ich das nicht." wer weiß nachher hätte er schlimmen Durchfall nach dem Genuß des Inhalts. Bloody nahm einen Krug aus dem Regal und füllte den Inhalt hinein. Er schnupperte wieder und meinte das es auf keinen Fall Bier war. Er nahm einen kleinen Schluck aus dem Krug, verzog das Gesicht und spuckte kurzerhand aus dem Fenster hinaus.
"Das schmeckt wie das ähem... Bier von Hummelchen... nur das es draußen ein paar Monate in der Sonne gestanden hat."
Er übergab den Bierschlauch erneut an Meditate.
meditate
15.07.2023, 15:04
"ach echt?" meditate fühlte langsam verzweiflung in sich aufsteigen. das konnte doch nicht sein, dass ihre magie fort war. die magie war doch ein innerer bestandteil, der nicht einfach verschwinden konnte. sie kostete selbst von dem gebräu und verzog das gesicht.
"lass es mich noch einmal probieren." sie sah das klare bier ganz deutlich vor sich, aber dann schob sich kurzzeitig wasser in ihren gedanken, war aber dann gleich wieder verschwunden.
"bier soll es sein". meditate schlug mit den Händen auf den tisch. das war doch nun wirklich eine simple magie, die jeder lehrling hinbekäme. (was natürlich nicht stimmte, das war schon eine besondere magie, die nur hohepriester beherrschten).
"los trink jetzt. du musst den schlauch auch ein bisschen zwingen, dir etwas zu spendieren."
Bloodflowers
15.07.2023, 15:22
"Ja, ich probiere es." meinte Bloody. Er nahm einen Schluck, behielt diesen im Mund und schluckte dann den Inhalt hinunter.
"Wasser, sehr frisch und angenehm kühl... man schmeckt sogar ein winziges bisschen etwas salziges heraus. Das ist wie..." Bloody überlegte kurz "... in der Nähe von Venguard, wo die reichen Myrthaner immer Erholungsurlaub machen. Die sitzen da den ganzen Tag und schlürfen so ein Wasser. Soll wohl gesund sein." Bloody zuckte mit den Schultern, vielleicht war da ja etwas dran.
"Ist zwar kein Bier aber auch nicht schlecht. Stellt euch vor, wir füllen das Zeug ab und verkaufen das für viel Geld an die reichen Städter. Dann können wir die Kassen des Hofes etwas füllen. Wir nennen es "Hummelchens Heilendes Wasser" oder so ähnlich. Gibts nur hier, weil wir hier plötzlich auf der Banditenburg eine Quelle solchen Heilwassers entdeckt haben. Wir können auch richtige Heilaufenthalte machen. Der Brunnendämon erzählt etwas über das Wasser und die Besucher hören zu. Das wirkt dann auch gleich authentisch..."
Meditate unterbrach den Redeschwall des Banditen indem sie die Hand nach dem Bierschlauch ausstreckte.
"Nagut, dann nicht. Bier wäre mir sowieso lieber." brummte der Bandit und reichte der Magierin den Bierschlauch zurück.
meditate
15.07.2023, 15:47
das mit dem wasser war gar nicht schlecht, aber so funktionierte doch magie nicht? das etwas ganz anderes herauskam als man wollte. und der bierschlauch funktionierte eigentlich auch nicht so, dass man das bier einfach daraus fließen lassen könnte. das wäre dann ja wie das märchen vom süßen brei. der bierschlauch funktionierte ja nur, wenn man ihn an den mund hielt und daraus trank. ansonsten wäre bloody längst der reichste wirt des universums. nein, man konnte nur aus dem schlauch trinken. und so sollte es ja auch wieder sein. irgendwie musste sie ihre magie zwingen.
"reine konzentrationssache!" meditate legte wieder ihre hand auf den schlauch und konzentrierte sich. das war doch mal so leicht gewesen. magie war wie atmen. funktioniert ohne dass man daran denken musste. aber jetzt? vielleicht musste sie erneut trainieren und alles wieder lernen?
aber jetzt war erst mal der bierschlauch dran. aber wieder wurde die konzentration wie durch einen winzigen nadelstich gestört. meditate musste pinkeln. aber erst mal das bier.
der schlauch blähte sich auf. fast zu alter größe.
"jetzt sollte es stimmen"
Bloodflowers
15.07.2023, 16:16
Der Bandit war immer noch skeptisch, bei all den bisherigen Versuchen war noch kein Bier darin gewesen. Mal schauen ob es diesmal funktioniert hatte. Bloody öffnete den Verschluss und meinte dann:
"Hier Hummelchen, probiere du mal."
hummelchen
15.07.2023, 16:31
Hummelchen nahm den Schlauch, roch dran und reichte ihn wieder an meditate weiter, nicht ohne ihn vorher aus dem fenster zu entleeren.
"Das war ja wohl nix. Dann gibts eben keinen Bierschlauch. Immerhin kann man auch Wasser trinken, das gibts überall umsonst. Und Bloody wird das auch überleben. Ging ja in letzter Zeit auch. Wer weiß, ob er so viel hier auf dem Hof erreicht hätte, wenn er ständig an seinem Schlauch gesüffelt hätte"
Hummelchen wollte den Bierschlauch gerade in ihre Truhe werfen aber meditate schnappte sich das Ding doch schneller
meditate
15.07.2023, 16:36
"nix da, gib her. es muss doch klappen. wenn ich diverse flüssigkeiten in den schlauch zaubern kann muss es auch mit bier gehen. es liegt sicher daran, dass ich kein biertrinker bin und den geschmack des zeugs nicht so präsent habe. ich versuche es noch mal." sie nahm den bierschlauch fest in die arme, fast wie es bloody gemacht hatte und dachte dann an die schänke von schmok, an das vermutlich erste frische bier, dass sie hier vor langer langer zeit mal bekommen hatte. Schmok-Bier. das war es. und jetzt füllte sich der schlauch wieder und blähte sich dieses mal zu alter größe auf.
meditate legte ihn in bloodys arme. "ich hoffe, es hat jetzt geklappt. ich gehe mal fest davon aus."
Bloodflowers
15.07.2023, 16:54
Der Bandit nahm den Bierschlauch, roch an der Öffnung und erkannte sofort den Geruch. Das war es... so roch es all die Jahre wenn er den Verschluss öffnete, die Öffnung an den Mund führte und einen Schluck wunderbaren, süffigen, leicht gekühltem Bier trank. Der Bandit hatte eine Träne in den Augen, streichelte den Bierschlauch der in seinen Armen lag und konnte gar nichts sagen. Er hob den Schlauch hoch, setzte an und trank. Dann noch einen Schluck und noch einen Großen. Bloody setzte ab, grinste Hummelchen und Meditate an, konnte sich einen Rülpser nicht verkneifen und zeigte einen Daumen nach oben. Dann trank er wieder einen Schluck Bier.
"Es ist so herrlich... puuh ich muss noch mal aufstoßen... es ist wirklich wie früher. Vielen, vielen Dank Meditate! Das rettet uns hier erst mal das Leben. Zumindest mir. Wunderbares Bier wie aus der Taverne frisch gezapft."
Er umarmte Meditate zum Dank und füllte die Krüge der Beiden.
"Probiert mal!"
hummelchen
15.07.2023, 17:01
Hummelchen roch erst vorsichtig und gönnte sich dann einen kräftigen Schluck ... und schluckte.
"Das ist schal und abgestanden, das kanns nicht gewesen sein. Das mag ja Bier sein, aber des schmeckt wie ausgeschlafene Füße."
Bloody guckte entsetzt. und reichte ihr den Schlauch. "Hier es ist wie früher!" Hummelchen hatte kein Problem damit, den Schlauch anzusetzen und noch einmal zu probieren. Und dann erhellte ein Sonnenstrahllächeln ihr Gesicht. "Genau so muss es schmecken. die Magie hat funktioniert. Meditate, du hast deine Magie wieder und Bloody seinen heißgeliebten Bierschlauch. Das muss gefeiert werden und ohnehin sind wie schon viel zu lange heir drin. Wir sollten raus gehen und nach den anderen sehen."
"Wir müssen unbedingt noch Namen für die Äxte finden, Alter.", stellte Gorr seinem Bruder gegenüber halbtrunken fest. Kugelchen, die seiner Frau irgendwie verblüffend ähnelte - oder vielleicht machte das nur der Met - schenkte nochmal nach. Diese Tonkrüglein waren aber auch winzig!
So winzig wie Bloodys Bierschlauch zur Zeit, ti hi. Wurde wirklich allerhöchste Zeit, dass der Don sich den mal unter der Lupe ansah, um herauszufinden warum er in letzter Zeit Ladehemmung hatte. Vielleicht musste man ihn ja nur mal lieb streicheln und gut zureden. 'Mach dir keinen Stress, kleiner Schlauch! Sowas passiert den Besten!' Ti hi. Hicks.
"Eis und Feuer. Asche und Staub. Zeter und Mordeo. Siegfried und Roy... Irgendwas muss uns doch einfallen!"
hummelchen
15.07.2023, 19:25
Hummelchen lief zusammen mit bloody und meditate den Hang hinunter zur Schänke. Dort sollte sich Gorr ja wohl mit allen Heimkehrern aufhaltenm und seine Wunden pflegen.
Wie immer hatte sie ein Körbchen mit vernünftiger Nahrung dabei und sie war schon sehr aufgeregt. Nach so langer Zeit endlich ihren Mann wieder zu sehen fühlte sich an, als würde endlich das normale Leben zurück kehren.
In dem Moment, in dem sie die Tür geöffnet hatten, hatte sich Schmok den ganzen Metkrug mit dem Rest des süßen Gesöffs geschnappt und es sich hinter die Binde gekippt. Das würde sicher ein böses Ende nehmen, denn die Wirkung des Alkohols war doch schon erheblich. Der Wirt stammelte nur, dass diese winzigen Pöttchen ja nur ein Witz seien und dann rutschte er langsam an der Wand herab und landete laut schnarchend auf dem Boden.
Hummelchen ließ den Korb auf dem Tisch stehen und fiel Gorr um den Hals. Dabei wäre auch der fast in die Knie gegangen, die Wunden waren ja auch grad erst notdürftig verheilt. hier waren jetzt noch der Barde, Gorr, Ferum von der Befreiungsaktion und natürlich Bloody, der sich neben Schmok hingekauert hatte und ihm erzählen wollte, dass der Bierschlauch wieder gesund war.
Hummelchen bat Meditate, sich doch ihren Mann mal anzusehen. "Das ist doch nix, was eine Magierin nicht heilen kann? oder?"
meditate
15.07.2023, 19:35
"lass mal sehen." meditate hatte sich neben gorr gesetzt und begutachtete seine wunden. "das ist ja alles schon am heilen, aber ich werde sehen, was ich machen kann." sie legte ihre hände auf eines der verletzten beine und versuchte magie zu fokussieren. da war aber nichts. sogar der winzige funken für den bierschlauch schien erloschen.
"es tut mir leid, ich habe keine magie zur verfügung. seitdem ich aus dem stillen haus zurück bin, habe ich meine magie nicht wieder gefunden. sie ist mir geraubt worden und ich weiß gar nicht, wie ich sie wieder bekommen kann. und offenbar ist es hirni und esteban nicht anders ergangen. die haben sich allerdings verdrückt ohne bescheid zu geben. vielleicht hätten wir uns ja gegenseitig helfen können. aber ich verstehe das natürlich auch. bei ihnen war die panik ob der verlorenen magie sicher stärker als bei mir. ich war ja erst mal froh, wieder zu leben.
aber hummelchen kann doch auch sehr gut helfen. ich kann mich erinnern, dass sie beim bereiten von salben und tinkturen einiges an ganz normaler bodenständiger magie entwickelt hatte."
zum ersten mal zeigte sich ein lächeln auf dem gesicht der priesterin des beliar. sie war auch zuversichtlich. beliar würde ihr helfen. immerhin war sie seine treueste verbündete.
"zunächst müsst ihr mal aufhören zu trinken. ausschlafen, vernünftig essen. und natürlich erzählen und euch freuen, dass ihr das abenteuer überhaupt überlebt habt."
hummelchen
15.07.2023, 19:38
"wir haben inzwischen auch eine echte kräuterfrau auf dem Hof, die inzwischen viele Blessuren behandelt hat. Wo gebaut, gehämmert, gesägt und gearbeitet wird, gibt es für so eine Frau immer genug zu tun. Ich werd nach ihr schicken."
Aber Kugelchen hatte sich schon selbst auf den Weg gemacht. So konnte Hummelchen bei ihrem Gorr bleiben und ihn erst mal unentwegt strahlend angucken und immer wieder streicheln
Die Streicheleinheiten genoß Gorr sehr. Das war genau das, was er nach all den Strapazen brauchte. Keine Magierin. Keine Kräuterhexe. Nur sein Hummelchen, das sich liebevoll um ihn sorgte und kümmerte.
Ihre Köpfe fanden einander und so lehnten die beiden Schulter an Schulter und genossen die traute Zweisamkeit mit Schmoks Schnarchen im Hintergrund.
Gorr fasste Hummelchens Kinn zärtlich mit zwei Fingern und gab ihr einen liebevollen Kuss.
Das hier war es, wofür es sich jeden Tag aufzustehen lohnte. Dies war das wahre Leben.
Bloodflowers
16.07.2023, 13:34
Bloody stand neben Schmok der durch den Met ein Nickerchen hielt.
"Schmok... ich habe hier feinstes Bier aus dem Bierschlauch! Willst Du denn gar nicht probieren?" aber der Wirt schlief tief und fest.
"Nagut, dann werde ich mich wohl opfern müssen und trinken." so ein Pech aber auch. Bloody nahm einen großen Schluck und setzte sich an den Tisch zu Hummelchen, Meditate und Gorr. Er legte den Bierschlauch auf den Tisch und bot selbstverständlich allen an, davon soviel zu trinken wie sie mochten.
"Was machen wir jetzt als Nächstes? Ragnar? Was ist mit Schmoks Koma-Bier, was hindert ihn es zu brauen? Gibt es seltene Zutaten die wir erst noch suchen müssen ? Keine Ahnung, Dracheneier oder so... oder weiß er nicht mehr wie es gebraut wird? Was ist mit Dir Medi, willst Du zurück ins Kastell? Ich habe es zuletzt in Varant gesehen, aber das ist lange, sehr lange her. Bestimmt steht es dort schon längst nicht mehr. Vielleicht müssen wir ins ferne Argaan und dort wird sich alles finden. Es müssen Abenteuer her... oder?" verlegen schaute der Bandit in die Runde.
"Abenteuer?..." Gorr lächelte schief. "Davon hatte ich wahrlich genug." Er nippte an dem Met. "Erstmal müssen noch meine Wunden vom letzten ... Abenteuer ... heilen. Und dann... dann bau ich meine Schmiede wieder auf. Stein für Stein. Ich hab gehört, es soll jetzt Bedarf an Pferdeschuhen geben...", damit zwinkerte er Meditate zu.
"Aber du hast Recht. Meinen Sohn...", er schaute Hummelchen tief in die Augen und drückte ihre Hand ganz fest. "...Unseren Sohn. Den muss ich noch finden. Damit wir wieder eine glückliche Familie sein können." Er schaute die geputzte und aufgeräumte Taverne an. "Aber so wie's hier jetzt summt und brummt, wird mein Hummelchen wohl im.Bienenstock bleiben müssen und den Arbeitern zeigen, was ne Harke ist. Nicht wahr?" Er lächelte sanft und verständnisvoll.
Er wusste, wie wichtig ihr dieser Hof geworden war. Auch er war jetzt Teil der Familie.
"Und ich... Wenn ich Ragnar gefunden habe... Dann schmiede ich nur noch. Trinke Met. Esse Pasteten. Bis dass der Tod uns scheidet..."
Bloodflowers
16.07.2023, 16:50
„Ja ich verstehe. Du möchtest dich aufs Altenteil zurück ziehen. Es sei Dir ja gegönnt, aber man soll niemals nie sagen und irgendwas ist ja immer los.“ sprach Bloody und trank etwas Bier.
„Aber wir wissen ja noch nicht mal wo sich euer Sohn aufhält. Vielleicht steht Dir noch eine große Reise bevor? Vielleicht spaziert Ragnar morgen hier durch diese Tür und du kannst dich ganz deiner Familie und Schmiede widmen. Wer weiß!“
Der Bandit schaute Schmok und Meditate an:
„Was ist mit Meditate und Schmok? Werden sie auch ein Rentnerdasein vorziehen? Nunja wir werden sehen, habt ihr eigentlich immer noch keine Namen für eure Äxte? Wahrscheinlich seid ihr wirklich schon reif für den Ruhestand.“ Bloody lachte und trank wieder Bier.
„Was ist eigentlich wenn die Abenteuer zu euch auf den Hof kommen?“
"Dann werde ich den Abenteuern zeigen, wie scharf meine namenlose Axt aus der Nähe ist, ganz einfach", sprach er und nahm noch einen Schluck Met.
"Das Zeug ist übrigens viel besser als Bier. Vor allem dieser süße Tages-Met."
Gorr stellte den Becher ab und widmete sich wieder den wichtigen Dingen.
"Was Ragnar angeht, so wird es wohl das Sinnvollste sein, meine Suche in Nordmar zu beginnen..."
meditate
16.07.2023, 20:36
"Ich werde eine Weile hier bleiben und wieder zu kräften kommen. und natürlich sehen, was mit meiner magie ist. die kann ja wohl nicht ewig verschwunden sein. und dann werde ich das kastell eben suchen. ich kenne das ja schon, dass es immer mal seinen standort wechselt.
sag mal gorr, kannst du dir mal wuschel ansehen? es hatte mal hufeisen, aber das ist lange her. vielleicht braucht es auch keine mehr, aber du könntest dir das mal ansehen."
ich werde jetzt zur burg hochgehen, hummelchen hat mir ein zimmer angeboten, das ich nutzen kann. das will ich mir mal ansehen und außerdem ein wenig herumlaufen. hier ist so viel geschehen und ich kenne den hof ja nur noch aus sehr alten zeiten und da war er ziemlich zerstört, wenn ich mich recht erinnere.
bloody, vielleicht kannst du mich ja mal rumführen und mir alles zeigen, was hier so passiert ist."
hummelchen
16.07.2023, 22:06
"Eigentlich war das mein Zimmer. Aber das war zu einer Zeit, in der ich mich nicht an mein früheres Leben erinnern konnte. Die gemeinen Dämonen im Kastell hatten mein Gedächtnis aufgeräumt und so hatte ich meinen Gorr vergessen und sogar meinen Sohn. Jetzt ist mein Gorrchen wieder da und natürlich wohne ich jetzt nicht mehr in der Biurg. Wir werden uns ein schönes Zuhause einrichten in der Schmiede, also natürlich im Haus nebenan oder oben drüber. Ich weiß noch nicht, wass Gorr sich genau vorstellt. Mein Zimmer kannst du gern haben. Du kannst bleiben, so lange du willst. Und mach dir keine Sorgen, wir schicken dich nicht aufs Feld zum Rüben ziehen. Oder jedenfalls im MOment noch nicht" ergänzte sie lachend.
"Werd erst einmal wieder die Alte. Es muss wieder Farbe in dein Gesicht und Fröhlichkeit. Immerhin bist du einem verdammt dreckigen, mie4sen, verdammten Dämon entkommen. Und überleg mal, wie das kommen konnte. Du warst eine Hohepriesterin des Beliar. Und der ist ja wohl der Herr über Leben und Tod und nicht so ein schmieriger ...."
Hummelchen konnte sich kaum bremsen. Immer wenn sie an den Dämon dachte, wollte ihr Herz fast vor Wut zerspringen. Und dass Blutfeuer nicht mehr lebte tat ein Übriges.
"Ich lass dich jetzt mal allein. Aber guck morgen gleich mal nach dem Pferd. Ich habe den Eindruck, die Bauern wollen es haben und zur Feldarbeit einspannen."
Bloodflowers
16.07.2023, 22:11
Gorr wollte also zuerst nach Nordmar, also gut dann würden sie wohl oder übel in den kalten Norden müssen. Aber wer einen prallen Bierschlauch als Begleiter hatte, der brauchte sich vor nichts fürchten. Wären die Zeiten auch schwierig und gefährlich, das Ziel der Reise in weiter Ferne, und der Weg dahin gepflastert mit fiesen Fallen und tödlichen Gegnern, ein Schluck aus dem Bierschlauch und die Lage hatte sich zwar nicht gebessert, aber sie sah wenigstens besser aus.
Bloody träumte einen Tagtraum von Abenteuern als er von Meditate aus seinen Träumen gerissen wurde.
„Äh, wie bitte? Entschuldige Medi, hast du was gesagt? Achso, ja natürlich kann ich dich herum führen.“
Zum Glück war die Hüterin wieder soweit genesen das ein Spaziergang kein Problem darstellte. Die beiden verließen die Taverne und der Bandit zeigte der Hüterin die Umgebung.
„Die Felder sind da wo sie früher schon waren. Aber sie sind jetzt wieder urbar gemacht. Dort neben dem alten Haupthaus war früher der Trainingsplatz und dort stehen noch immer meine Obstbäume… also die gehören natürlich allen. Jeder kann sich dort Obst holen. Naja die Hütten von früher stehen immer noch und wurden renoviert und repariert. Hier links geht es zur kleinen Kapelle und dort in der Nähe steht auch die Mühle. Die muss bis zur Ernte unbedingt hergerichtet werden, aber vielleicht ist das schon geschehen. Wollen wir hoch zur Burg?“
meditate
16.07.2023, 22:29
"ich werd mich hinlegen. hummelchen hat mir ihr zimmer gegeben. ich werde also erst mal eine weile bleiben. wenn du gorr begleitest, dann pass ein bisschen auf ihn auf und halte ihn vom bierschlauch fern. ich weiß, dass er gern viel zu viel trinkt. ich werde erst mal herausfinden, wo meine magie geblieben ist und dann sehe ich weiter.
aber es ist sehr schön, was ihr hier geschaffen habt. eine richtiges kleines paradies. ich hoffe nur, dass alles friedlich bleibt und ihr auch den bestien stand haltet. die gibts ja hier auch noch. ich habe von weitem scavenger gesehen, sonst eigentlich noch nichts. was ein großes glück ist. wenn ich nicht irre, hatte hummelchen sogar mal eine scavenger-zucht und die konnten sogar wagen ziehen. ich muss sie mal darauf ansprechen. wenn sie das nicht auch vergessen hat, könnte das doch auch ein gewinn für die gemeinschaft werden.
aber erst mal werde ich mich zur ruhe begeben. hummelchen ist auch schon gegangen. vergiss nicht, dich zu verabschieden bevor du verschwindest. dein gesicht war das erste, was ich bei meinem erwachen gesehen habe. du bist mir jetzt teuer und wir sind irgendwie verbunden. du hast mich ins leben zurück geholt.
gute nacht bloody, wir sehen uns."
Bloodflowers
16.07.2023, 23:27
„Achso, früher war ich dir etwa nicht teuer?“
Der Bandit lachte herzhaft und wünschte Meditate eine geruhsame Nacht.
Dann spazierte er noch etwas über das Burggelände. Er wollte sich ansehen in welchem Zustand alles war und was in der Zwischenzeit alles neu geschaffen wurde. Sicher war die Dunkelheit dafür nicht unbedingt geeignet und sowieso ist‘s nachts auch kälter als draußen, jedoch hatte diese späte Stunde den Vorteil das man sich in Ruhe umsehen konnte. Zugegeben, man könnte jetzt noch einwenden, das man sich mitten in der Nacht beim herumspionieren auch sehr verdächtig machte, aber dazu musste man überhaupt erstmal gesehen werden. Mit entsprechend guten Schleichkenntnissen und Diebesfertigkeiten würde man eins werden mit den Schatten und der Umgebung an sich. Klar, wenn man dann in den Schatten lauernd doch erwischt oder gesehen werden würde, dann war aber der Troll los…
Durch den Flügelschlag einiger Fledermäuse, die um die Burgtürme flatterten, wurde Bloody aus seinem Gedankenkreisel gerissen.
„Nagut, dann werde ich mich mal umschauen.“ und danach dann oben auf dem Burgturm im Mondschein noch etwas Sumpfkraut, so konnte man den Abend ausklingen lassen.
Am frühen Morgen hatte Gorr sich aufgemacht um nach dem Pferd zu sehen, das Meditate auf den Hof gebracht hatte. Es wurde offensichtlich 'Wuschel' genannt.
Gorr war kein spezialisierter Hufschmied. Noch war er Tierexperte. Aber hier und da hatte er sich doch das Eine oder Andere abschauen können. Hufpflege hatte er zumindest an Rindern beobachten können. Das war schon was anderes, aber er hatte eine grobe Idee, wie ein Pferdehuf idealerweise aussehen sollte und die handwerklichen Fähigkeiten, das zu bewerkstelligen.
Er näherte sich dem Tier mit Vorsicht - und von vorn. Ließ sich beschnuppern und baute ein wenig Vertrauen auf, indem er es fütterte und striegelte. Pferde waren überaus scheue und furchtsame Tiere, die auf jede Veränderung in ihrer Umgebung sensibel reagierten. Er wusste, dass er das Pferd in einen Zustand der Entspannung bringen musste, bevor er die Hufe in Angriff nehmen konnte, und so brauchte er den gesamten Vormittag, um seine Arbeiten vorzubereiten.
Aus der Schmiede holte er verschiedene Feilen und sein Lederwerkzeug, sowie ein paar gute Messer, manche mit gekrümmter Klinge. All dies würde er brauchen, um die Hufe zu säubern und in Form zu bringen. Verschiedene Zangen hing er sich ebenso an seinen Werkzeuggürtel.
Er stellte sich seitlich neben das Tier, beruhigte es mit ein paar Klopfern auf den kräftigen Rumpf und bog dann vorsichtig die Läufe herauf und klemmte sich das Bein dann zwischen die Knie, sodass er auf die Unterseite des Hufs schaute und mit beiden Händen gut daran arbeiten konnte.
Wuschel wurde derweil mit einem Korb frischen Heus kauend abgelenkt.
Es waren keine Hufeisen mehr an den Läufen. Sie mussten sich aber lockergelaufen haben und abgefallen sein, denn die Nägel steckten teilweise noch in den Hufen.
Darum kümmerte Gorr sich als Erstes, indem er die umgebogenen Nägel mit seinen Zangen erst geradebog und dann herauszog. Sie hinterließen teilweise orange und braune Striemen, die Löcher waren fast schwarz umrandet, vom Rost.
Das Pferd schien eine ganze Weile wenig Auslauf gehabt zu haben, denn das Horn war übergeschossen und verwachsen, wo es durch mangelnde Bewegung nicht abgetragen worden war. Bei den Untergründen in Khorinis würde es nicht zwingend Hufeisen brauchen, aber die natürliche Form des Hufs musste Gorr mit seinem Werkzeug doch wiederherstellen und das überschüssige Horn entfernen.
Den Dreck, der sich in der Hufmitte gesammelt hatte, holte er mit der spitzen Seite eines Hammers vorsichtig heraus und putzte den Rest mit einer festen Bürste.
Den Inneren, V-förmigen Teil des Hufs legte er so frei und schnitt ihn mit einem der Messer in Form, trug den oberen Teil des Horns ab und schnitzte es mehr oder weniger in die Form einer Pfeilspitze, die beim Laufen nach Vorn zeigen würde.
Er wusste aus der Beobachtung anderer bei dieser Arbeit, dass man hier besonders behutsam sein musste und nicht zuviel wegnehmen oder zu tief schneiden durfte, denn dies war der empfindlichste und verletzlichste Teil.
Mit einer Kneifzange entfernte er das übergeschossene Horn am vorderen, U-förmigen Teil des Hufs und brach es Stück für Stück weg. Dann nahm er eine flache Feile und feilte die Unterseite schön glatt, ehe er mit einer schmaleren Seite die Vorderkante des Hufs versäuberte.
Am Schluss bürstete er alles noch einmal gründlich ab und so - oder so ähnlich - verfuhr er mit allen vier Beinen des Tiers.
Bis er schließlich pünktlich zu Hummelchens Mittagsmahl-Ruf fertig wurde, die Werkzeuge verräumte und das Pferd mit ein paar kräftigen Klopfern auf den Hals für seine ruhige Mithilfe bei dieser anstrengenden Arbeit dankte.
Mit einem Lappen wischte er sich den Schweiß von der Stirn, ehe er sich an die große Tafel setzte und von Hummelchen eine Schüssel mit köstlich duftendem Eintopf hingestellt bekam. Natürlich nicht, ohne sich dabei auch noch ein Küsschen abzuholen.
Er riss sich ein Stück Graubrot ab, tunkte es ein und machte sich genüsslich über den deftigen Eintopf her.
Stäbchen
17.07.2023, 14:59
"Aber Frau Meditate. Das ist ein Pferd. Ein Pferd kann Kutschen ziehn, sicher auch einen Pflug. Es kann schneller als die Esel die Sachen in die Stadt befördern. Es könnte uns wirklich nützlich sein."
Stäbchen stand vor der Magierin, die dem Pferd einen Strick abnahm, der offensichtlich der Demütigung von Wuschel dienen sollte. Das Pferd schien trotzdem nicht beunruhigt zu wirken, hatte es doch das alles schon zusammen mit Blutfeuer erlebt. Es war ruhig und stubste die Magierin immer wieder mit seiner Nase an. Ganz offensichtlich war das Pferd der Meinung, dass nach der tollen Arbeit von Gorr es Zeit war, sich zu verabschieden. Immerhin hatte Wuschel eine Familie und würde sich ganz sicher nie wieder für irgendetwas einspannen lassen. Meditate wusste, dass Wuschel auch durchaus energisch werden konnte.
meditate
17.07.2023, 15:10
"Es ist gut mein freund, geh zu deiner familie. ich komme zurecht."
meditate löste die fessel und führte das tier den hang hinunter. viele Leute. vor allem kinder folgten ihr. einige bettelten darum, das Pferd zu behalten, aber meditate lächelte nur.
"ihr habt hier in der gemeinschaft eure freiheit gefunden, nun ist es an der zeit wuschel lebewohl zu sagen. niemand hat die freiheit mehr verdient als mein freund hier. er hat mich hier hiergebracht und wir werden noch sehen, warum das richtig war und was die zukunft bringen mag. vielleicht kann ich euch allen ja auch noch nützlich sein, auch wenn ich grad noch nichts kann. aber ich spüre schon, dass ich wieder zu kräften komme."
damit drehte sich die magierin um und begleitete das pferd, das noch eine weile im schritt neben ihr ging, aus der siedlung heraus.
"leb wohl, mein freund. ich wünsche dir viele schöne jahre im kreis deiner familie. lasst euch von niemandem einfangen und bleibt gesund."
wuschel, der jetzt wieder vortrefflich laufen konnte, berührte ihr gesicht noch einmal vorsichtig, schnaubte und dann galoppierte er los. Wie der wind. der lange schweif und die üppige mähne gaben dem tier etwas mystisches. vielleicht war es ja auch mehr als nur ein gewöhnliches tier.
Don-Esteban
18.07.2023, 18:21
Die Gruppe war mit meditate vor einigen Tagen wieder am ehemaligen Hof des Großbauern angekommen, den nun Hummelchen in Beschlag genommen hatte. Aber warum auch nicht. Ehe hier noch mehr verfiel und die Wildnis sich alles zurück holte, war es gut, dem Boden Ernten abzuringen. Wie Esteban durch seine Reise erfahren hatte, stand es in der Stadt nicht zum Besten. Sicher könnte die frischgebackene Hofbäuerin ein paar vorteilhafte Verträge mit Khorinis abschließen.
Aber der Handel war nicht Estebans Profession. Er erinnerte sich vielmehr daran, dass der Waldläufer, der sich ihnen bei ihrer merkwürdigen Aufgabe angeschlossen hatte, vor einiger Zeit darum gebeten hatte, die Heilung der Magier und auch die Alchimie zu erlernen. Nachdem nun der Magiejäger besiegt worden war, hatte der Schwarzmagier gespürt, wie die Kräfte in ihm von Tag zu Tag stärker wurden. er hatte damit experimentiert, erst einfache Zauber wieder aufzurufen. Hier einen trockenen Zweig entzündet, nur um ihn gleich wieder auszupusten, dort das Skelett einer Haselmaus beschworen und es durch das trockene Juligras huschen zu lassen. Und so hatte er sich weiter voran gearbeitet, bis er der Meinung war, dass es genug war - und er auch die Menschen auf dem Hof nicht beunruhigen wollte.
So suchte er Ferum auf und sprach ihn an.
»Du hattest den Wunsch, Heilung zu erlernen, so wie es die Art von Magiern ist? Und die Künste der Alchimie? Da nun die Gefahr, die von dem Dämon ausging, ein für alle Mal gebannt wurde, ist meine Magie zurückgekehrt. Und nicht nur das. Wenn du bereit bist, können wir mit deiner Ausbildung beginnen. Doch zuerst muss ich wissen, wie es um deine magischen Fähigkeiten bestellt ist. Nein keine Angst«, er hob beruhigend die Hände, »es geht nur um dein Potential, nicht um dein derzeitiges Können. Du musst wissen, nur Menschen, die Magie in sich spüren und den Weg eines Magiers gehen können, sind auch in der Lage, magisch zu heilen. Darum wüsste ich gerne, ob du vielleicht schon in dir gespürt hast, dass du eine besondere Gabe besitzt, die über das hinaus geht, was andere Menschen können?«
Hirni hatte sich in den letzten gut zwei wochen erholt von den strapazen des abenteuers rund um meditates rettung.
Wer hätte gedacht, das seine innere unruhe daher rührte, dass sie zu retten gewesen war.
Ein zeichen? Ihr zu helfen, wo sie ihm früher oft zur hilfe gekommen war?
Oder inneres bauchgefühl?
Oder doch einfach nur Schicksal?
An Wunder oder Zufall glaubte der Priester noch nie.
"Wie dem auch sei. Die magischen kräfte waren nun wieder regeneriert. Dennoch, seine wunden hatte er auf herkömmliche art versorgt.
Ein verband um den lädierten arm, einen gips um den knöchel und etwas salbe auf die kaputte rippe.
Bewegen war schwer, aber mit krücke möglich.
Langsam aber stetig ging es ihm wieder besser.
Lediglich der knöchel war das größte hindernis, aber auch das würde wieder verheilen.
Und so nutzte er die zeit zu überlegen, was er als nächstes machen sollte.
Die letzten Tage verbracht Ferum damit sich zu Erholen und seinen erschreckend niedrigen Bestand an Sumpfkraut wieder aufzustocken. Nach den ganzen Ereignissen mit dem Dämon fühlte er sich einfach nur Ausgelaugt doch schien es langsam wieder besser zu werden. Der Hof schien inzwischen ziemlich lebendig geworden zu sein jetzt wo keine offensichtliche Gefahr mehr in der Nähe lauerte. Überall wurde gearbeitet und es schien auch so als kamen die Leute um zu bleiben. Doch würde auch der Sumpfkrautmischer hier bleiben? Als er so mal wieder in Gedanken versunken durch die Gegend lief kam ihm Esteban entgegen.
"Hmm ja die Alchemie scheint mir eine gute Möglichkeit meine bereits vorhandenen Kenntnisse weiter auszubauen, immerhin habe ich ja doch schon ein wenig Grundwissen mit der Verarbeitung von Pflanzen... und Magie hmm..."
Ferum ging in sich und dachte nochmals über die Vergangen Wochen nach, so war all das vergangen immerhin sein bisher nähster Kontakt zur Magie. Doch ob er die Begabung dafür hatte?
"Ganz ehrlich keine Ahnung, ich habe nie Gedacht das ich irgendwas Besonderes bin und ich bin auch sicher kein Erwählter der Götter aber... die letzten Tage vor allem in dieser Traumwelt. Da war diese Spruchrolle eines Orkschamanen die ich irgendwie verwenden konnte ich spürte wie Energie aus meinem Körper herausgesaugt wurde bis sich ein Portal auftat. Könnte das Magie gewesen sein? Oder zumindest die Vorstellung davon? Etwas später hatte ich nochmal ein ähnliches Erlebnis und dann war noch diese merkwürdige Stimme die meinte ich sollte Wege finden meinen Geist zu erweitern..."
Kurz pausierte er irgendwie klang das ganze schon ein wenig Verrückt aber vermutlich hatte der Magier schon merkwürdigerer Dinge gesehen und erlebt.
"Ich weiß nicht was das alles zu bedeuten hat aber falls ich wirklich etwas Magie in mir hatte oder so dann hat es wohl auch der Dämon gefressen den ich war jetzt Tagelang einfach nur Kraftlos wobei es inzwischen wieder geht. Keine Ahnung ob das deine Frage beantwortet aber ich bin aufjedenfall bereit zu lernen so das ich das ganze besser verstehen kann."
meditate
19.07.2023, 12:27
meditate hatte sich neben das kartoffelfeld gehockt und versuchte, das bisschen magie, was sie beim wiederherstellen des schlauches entdeckt hatte auf den schutz des feldes zu lenken, das von kartoffelkäfern heimgesucht wurde. die hühner hatten die käfer ganz offensichtlich über, die vergnügten sich jetzt im grad neben dem feld. sie konnte den funken erkennen, wenn sie die augen schloss und ihre hand auf eine kartoffelpflanze legte. es müsste also klappen.
sie spürte dieses kribbeln auch, was sie immer spürte, wenn sie magie gewoben hatte, aber als sie die augen wieder öffnete war da das, was von der kartoffelpflanze noch übrig war. ein haufen brauner zerkrumpelter blätter. natürlich keine kartoffelkäfer mehr aber auch keine kartoffelpflanze.
trotzdem wertete meditate das als gewinn, immerhin hatte sie magie gewirkt, wenn auch nicht die, die es sein sollte. aber das würde schon noch werden. sie musste nur schön vorsichtig sein, damit sie mit mangelhafter magie keine größeren schäden anrichtete als diese verkohlte kartoffelpflanze.
vorsichtig griff sie in die erde. mal sehen, ob die kartoffeln auch vernichtet waren. waren sie aber nicht. meditate holte gut zwei handvoll schönste und größeste kartoffeln aus dem boden.
schnell lief sie zu hummelchen: "ihr könnt ernten, die kartoffeln sind wirklich schön und groß."
damit legte sie der köchin diese prachtbatzen auf den küchentisch und freue sich auf die antwort
hummelchen
21.07.2023, 13:42
"bei beliar und allen Verdammten, wo hast du denn diese großen Kartoffeln her? Ich wollte eigentlich noch warten mit der Ernte, aber wenn die schon so groß sind, sollten wir sie retten. Immerhin gibts hier Mäuse und auch sonst allerlei Getier, das Kartoffeln nicht verschmähen würde.
ich will aber erst mal sehen, ob das nicht nur ein Glücksfall war. Lass uns nachsehen, wie die anderen Kartoffeln aussehen."
Damit schnappte sich Hummelchen einen Korb und lief zum Kartoffelacker hoch.
"Vielleicht sind die ja auch so groß, weil es Mattis Feld ist. Wolln doch mal sehen!"
Hummelchen ging auf die Knie und zog das doch noch recht grüne Kraut heraus. Dann griff sie in die Erde. Sie machte sich nicht erst die Mühe, nach einer Erntegabel zu suchen. Leider war das Ergebnis eher überschaubar. Es waren zwar recht viele Knollen, aber die konnten ruhig noch eine Weile in der Erde bleiben.
"Dachte ich es mir doch, das war Zufall. Die Kartofflen sind noch nicht so weit."
Kugelchen
21.07.2023, 20:09
"Die Kartoffeln sind großartig und der Quark dazu, schon lange nicht mehr so gut gegessen. Und es ist erstaunlich, was dein Gemüsegarten so an Kräutern hergibt!"
Alle hier am Abendtisch waren voll des Lobes. Hummelchen hatte davon schon ganz rote Ohren bekommen.
"Können wir jetzt die anderen Kartoffeln auch ernten? Besser können sie ja wohl kaum werden."
Hummelchen musste beschwichtigen und deutete auf die Kleineren. "Die brauchen noch, seht ihr doch!"
Dass die Großen mit dem ganz besonderen Geschmack am Feldrand gewachsen waren, war ja sicher kein Zufall. Vielleicht hatten da ja irgendwelche Kräuter oder Bedingungen zu der besondern Größe geführt.
Stäbchen
21.07.2023, 20:12
"Oder es war die Magie! Hat diese Kartoffeln nicht Frau Meditate aus der Erde geholt?"
Alle hatten aufgehört zu essen und schauten Stäbchen an.
"Na klar, kann doch immerhin sein? oder?" Stäbchen schaute die Magierin neugierig an. "Vielleicht war sie es ja, der wir diese tollen Knollen zu verdanken hätten."
hummelchen
21.07.2023, 20:15
Auf diese Idee war sie noch gar nicht gekommen. Und auch Meditate guckte etwas verblüfft. Sie sollte an der Größe der Kartoffeln einen Anteil haben?
"Das wäre doch einen Versuch wert oder? Wir gehen einfach nach dem Essen noch einmal zum Feld und du versuchst noch einmal, ob du die Größe der Kartoffeln gezaubert hast! Eine gute Idee und danke, dass du uns darauf gebracht hast, stäbchen. Wir werden das nachher gleich mal probieren."
meditate
21.07.2023, 20:41
wieder hatte sich hummelchen den korb geschnappt und diesmal zog eine ganz karawane den berg hinauf zum kartoffelfeld. allen voran stäbchen, der von seinem einfall total begeistert war.
was hatte sie denn besonderes getan? gut sie hatte genau hier probiert, ob sie ihre magie noch spüren könnte und vielleicht?"
es durchfuhr sie wie ein gänseschauer. ja, sie hatte die pflanze berührt und an die magie gedacht, die in einem winzigen funken in ihr ruhte. vielleicht war es ja möglich.
als die gruppe am feld ankam, hockte sich meditate hin und berührte wieder eine der pflanzen. und ganz plötzlich sah sie einen seltsamen knaben vor sich, der ihr zunickte. und dann war das bild vorbei. die kartoffelpflanze, auf die sie ihre hand gelegt hatte war verdorrt, wie verbrannt sah sie aus. meditate hob die vertrockneten reste der pflanze aus dem boden und gleich fuhr stäbchen mit beiden händen in den boden und holte ... wirklich große, ja riesige kartoffeln aus der erde.
"Ich habs ja gesagt", rief stäbchen strahlend und hielt die riesigen früchte so in die luft, dass alle sie sehen konnten.
"so bin ich jetzt also eine kartoffelhexe?" meditate grinste schief.
"das waren doch erst mal zwei pflanzen. wer weiß, ob das auch weiter funktioniert?" trotzdem kitzelte es sie, das noch einmal zu probieren. diesmal legte sie beide hände auf zwei pflanzen und versuchte sich zu konzentrieren. das war übrigens gar nicht so leicht, die truppe, die jetzt hier am feld stand redete aufgeregt ducheinander. das wort kartoffelhexe war schon von ihnen importiert worden.
Wieder erschien ihr das bild des knaben und als sie aufsah, waren nicht nur die beiden pflanzen vertrocknet sondern ein ganzer kreis von pflanzen. alle stürzten sich auf die kartoffeln und gruben jede menge prachtvoller beute aus der erde.
meditate blickte hummelchen fragend an
"was mache ich denn da? so eine magie kannte ich gar nicht und immer erscheint mir ein knabe, der mir aufmunternd zunickt. was soll das alles bedeuten?"
Hirni griff zur Krücke. Er benötigte sie aktuell noch für seinen Knöchel, sein lädierter arm war wieder vollends verheilt, weshalb er nun auf schmerzlindernde medizin komplett verzichtete. Dem knöchel konnte er auch mit einer krücke ruhe verschaffen, und all zu stark waren die beschwerden eh nicht mehr.
Seine magischen kräfte waren auch wiedererstarkt. Im waldstück in der nähe hatte er einige beschwörungen durchgeführt, sich damit vergewissert sich wieder einen vollwertigen schwarzmagier nennen zu dürfen.
Auf dem wege kam ihm die idee, seinen magischen horizont zu erweitern, und so suchte er esteban auf, um ihn um eine weiteren lehreinheit zu bitten.
Der priester fand seinen zirkelbruder und aktuell scheinbar einzigen lehrmeister im gespräch mit ferum. Er eilte dank der Krücke schnell zu ihnen herüber und lauschte ihrer unterhaltung, während er die krücke als stütze nutzte um seinen kaputten knöchel nicht belasten zu müssen.
Sie unterhielten sich gerade um eine mögliche alchimie und heillehre, sowie ferums magisches potenzial. Hirni wollte nur ungerne stören, so wartete er bis ferum mit seinen ausführungen fertig war und schaltete sich etwas unbedarft ins gespräch ein:
"Esteban ist ein großartiger lehrmeister, da wirst du viel lernen. Ich vermute, das du dann nicht noch zeit für mich hast, esteban? Ich wollte unter anderem meine magischen beschwörungen verbessern..."
In der Schmiede räumte Gorr Sachen von A nach B und vertrieb sich die Zeit. Heute lag Regen in der Luft und es gab nicht viel Besseres zu tun, als mit einem Dach über dem Kopf für Ordnung zu sorgen.
Bloody hatte ihm mit einem kleinen seiner Reichtümer aus dem verwunschenen 'Traumhaus' ein wenig Materialien zum Schmieden gekauft, die mit der letzten Lieferung aus Khorinis gekommen waren.
Gorr heizte nun die Esse an und machte sich daran, das verlorengegangene (also gestohlene) Werkzeug in seiner ehemaligen Schmiede durch selbstgefertigtes neues zu ersetzen...
hummelchen
23.07.2023, 11:30
Hummelchen schaute ihrem Mann entspannt zu. Sie hatten lange gefrühstückt und Pläne geschmiedet, wo sie ihren Sohn wohl suchen sollten.
"Kannst du nicht auch ein paar Werkzeuge für die Feldarbeiter schmieden? Wir könnten auf jeden Fall einen neuen Pflug gebrauchen und ein Werkzeug für das Ausbuddeln der Kartoffeln. Im Moment machen die Leute das mit ihren Händen, obwohl ich glaube, dass sie Spaß daran haben. Einige haben dem Wirt gestern eine Karre voller Kartoffeln gebracht. Er soll daraus wohl Schnaps brennen. Wir haben also irgendwann eine echte Vielfalt an Alkohol im Angebot: Schnaps aus Kartoffeln, Met aus Honig und aus dem Getreide ein bisschen Bier. Die Frauen haben protestiert, dass er aus dem Getreide Bier herstellen will. Sie fürchten um eine Knappheit für ihre Brote im Winter.
Auf jeden Fall habe ich in einer gesicherten Kammer im Turm das Getreide für die Aussaat im Frühjahr gesichert. Den Standort muss keiner wissen. Ich bin nämlich noch gar nicht sicher, ob wir mit allem über den Winter kommen. Wir züchten ja deshalb jede Menge Hühner und hoffen, in Kürze eine Kuh kaufen zu können. Unser Ochse, der ja wohl doch ein Stier ist, könnte durchaus für Nachkommen sorgen. Einige Frauen haben auch angefangen zu spinnen. die Wollernte bei den Schafen war doch recht ertragreich. Und da Meditate sich jetzt auf Kartoffelhexe spezialisiert hat, könnte sie ja vielleicht auch die Wolle auf den Schafen schneller wachsen lassen.
Der Räucherofen ist aber auch bald fertig, dann geht es los mit der Fleischbevorratung für den Winter."
Hummelchen umarmte ihren Gorr: "Und ich werde wohl wieder eine Weile auf dich verzichten müssen. Wenn du unseren Sohn nicht findest, dann versuche wenigstens heraus zu bekommen, was mit ihm geschehen ist."
Don-Esteban
23.07.2023, 17:37
Esteban hatte sich die Erklärung Ferums angehört.
»Ich verstehe«, nickte er dann, »aber wir werden herausfinden, was in dir steckt. Wenn du in der Traumwelt des Dämons magische Kräfte hattest, dann ist das nach meiner Überzeugung ein Hinweis darauf, dass es da wirklich etwas gibt ... schließlich spiegeln Träume unser Selbst wider, sie sind ein Ausdruck dessen, was uns ausmacht, worüber wir nachdenken.«
Der Magier überlegte.
»Zuerst müssen wir dich an die Grundlagen heranführen. Das Heilen auf magische Art steht jenseits dessen, was Kräuterkundige mit Hilfe aus der Natur zu tun vermögen. wir brauen also keine Tinkturen mit Pflanzenextrakten. Zumindest nicht mit denen normaler Pflanzen. Letztendlich geht es um Magie, Magie, die uns von den Göttern geschenkt wurde.«
Er machte eine kurze Pause.
»Nun, vielleicht wurde sie auch nicht geschenkt, sondern errungen. Die Aufzeichnungen über die Vorzeit sind da sehr lückenhaft und so voller kaum glaubhafter Legenden, dass man von jeder möglichen Variante ausgehen kann, wie die Magie unter die Menschen gekommen ist.«
er wischte mit einer kurzen Geste der Hand diese Gedanken beiseite.
»wie auch immer. Zuerst müssen wir deine Empfängnis für die Kräfte des Lebens stärken. Du musst in der Lage sein, die Magie im Leben zu spüren. Das, was durch alles Belebte fließt und den Unterschied zur unbelebten Welt ausmacht. die Magie, ich nennen sie in Ermangelung anderer begriffe das Gewebe, ist überall vorhanden, daraus ziehen wir Magier unsere Kraft und wir haben gelernt, sie zu spüren, um ihre Kraft für uns zu nutzen. Diese Kraft aber ist in Lebendigem vielfach stärker als in Unbelebtem. Anhänger Beliars wie ich können - sofern sie es gelernt haben - das Leben aus einem Wesen nehmen und es in etwas anderes verwandeln. Doch in der Heilung gehen wir den umgekehrten Weg. Wir nutzen diese Magie, wie sie uns überall umgibt, um sie einem Wesen hinzuzufügen und müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass mit dieser Kraft, die nur wir lenken können, Wunden, Verletzungen, Falsches so verändert wird, dass sich an ihrer Stelle etwas richtiges, Natürliches bildet, bis der Körper geheilt ist.
Suchen wir uns zuerst eines der Tiere auf dem Hof, um herauszufinden, ob du das Leben in ihm so spürst, dass du die Magie dahinter erfassen kannst.«
Gerade, als er seine länglichen Erklärungen beendet hatte, kam sein Zirkelbruder Janos auf ihn zu und erwähnte beiläufig ein weiteres Magiestudium.
Doch Esteban bemerkte, wie der andere Schwarzmagier auf seiner Krücke daher humpelte und schob eine Antwort daher noch auf.
»Lass mich deinen Knöchel ansehen«, schlug er deshalb vor.
»Das ist gleich ein guter Anschauungsunterricht für Ferum«, fand er.
»Also pass auf«, wandte er sich dann wieder an diesen.
»Heilung besteht daraus, die Struktur der betroffenen Körperpartie zu erkennen, und sie in den Zustand zu versetzen, den sie nach der Natur haben sollte. Dazu muss man alles so ordnen, wie es ursprünglich war. Knochen, Blutgefäße, Knorpel, Muskeln, Fettgewebe, Haut, Sehnen. Das und noch mehr muss so hin gerückt werden, wie es einst war.«
Er berührte den Knöcheln Hirnis, der sich mittlerweile niedergelassen hatte, die Krücke an einen Baum gelehnt und ließ sich über die Erinnerung im Gewebe der Magie anzeigen, wie die Dinge sein sollten. Dann begann er, in der Vorstellung die einzelnen Teil wie der so anzuordnen, wie sie gewachsen waren.
»Du hast eine Prellung. Blut ist ausgetreten und hat an der Stelle, an der die Knochen überbelastet wurden, zu einer Schwellung geführt. Haarrisse in den Knochen kann ich nun schließen. Das Blut sich verlaufen lassen, die Schwellung des Gewebes abklingen lassen«
Und so wie er es sagte, geschah es auch.
»Und nun solltest du wieder ohne Hilfe gehen können«, sprach er zum Abschluss.
»Und was das Studium der Magie angeht ... sehr gerne. Ferum und ich werden jedoch in einigen Tagen zur Ruine des alten Innosklosters aufbrechen. In den Kellern habe ich vor einiger Zeit noch ein unversehrtes Labor entdeckt. Dort lassen sich Heiltränke und andere alchimistische Tinkturen erstellen, sofern man die Zutaten dazu findet. Es wäre also ein guter Platz zum Üben.
Du kannst dir auf dem Weg dahin überlegen, welche Sprüche des vierten Kreises diejenigen sind, die du für deine Zwecke als am geeignetsten ansiehst.«
Ferum hörte den Worten des Magiers aufmerksam zu und beobachte auch genau was er da mit Hirnis Verletzung machte. Noch konnte er sich nur schwer Vorstellen das er tatsächlich in der Lage wäre zu erlernen die Magie so zu leiten um einen Körper Wiederherzustellen. Die Möglichkeiten die sich ihm bieten würden wären wohl unendlich. Doch dafür müsste er sich nun voll und ganz auf das hier und jetzt konzentrieren und durfte nicht mal wieder in Gedanken abschweifen.
"Hmm ja macht soweit Sinn den Körper wieder so herzustellen wie es sein sollte aber woher weiß ich wie gewisse Körperteile den sein sollten? Für äußere Wunden scheint mir das noch recht einfach aber was ist mit Wunden und Krankheiten im Inneren?"
Von Anatomie hatte der Sumpfkrautmischer keine Ahnung und er wäre bisher auch noch sicher nie auf die Idee gekommen das innere einer Leiche zu begutachten, aber womöglich wäre das wohl von Nöten um ein guter Heiler zu werden.
Hirni wartete ferums ausführung ab und wollte ihn nicht unterbrechen.
Ebenfalls unterliess er es, sich in das gespräch einzumischen. Schliesslich war ferum estebans lehrling, nicht hirnis. Das war eine sache des respekts, empfand er.
Er Erfreute sich daran, dass Esteban sich sowohl die zeit nahm ihn neben ferum ebenfalls zu unterrichten, als auch seinen verstauchten knöchel zu heilen, störte es ihn überhaupt nicht, das alte Kloster aufzusuchen.
"Vielen dank für die möglichkeit und das annehmen einer erneuten lehre.
Das klingt doch hervorragend.
Ich frage mich, was aus den alten Mauern innos geworden ist. Lange ist es her, das ich dort als adept und novize unter parlan kammer um kammer mit dem besen putzen musste.
Danke euch auch für das heilen des knöchels. Ich muss ehrlich zugeben, auch wenn ich selbst der heilkunst mâchtig bin, mich selbst zu heilen habe ich noch nie versucht.
Zu groß erschien mir das risiko, mich an anderer stelle im körper zu schädigen oder das die magie mich anderweitig dafür straft.
Es war immer eine hemmschwelle für mich, dies selbst zu versuchen, wenn ihr versteht?
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man sich selbst ohne risse in sphäre oder eigenen magischen bausteine heilen kann.
Denn das würde bedeuten, man wäre selbst unbesiegbar oder unsterblich.
Sicherlich ein traum eines jeden menschen, doch auch ein paradoxon in zeit und raum, vermute ich."
Hirni holte tief luft. Lief einige schritte auf und ab, überlegte kurz ob ihm die sprüche des nächsten kreises einfallen würden.
"Hm... Lange her, dass ich über die sprüche des vierten kreises gelesen hatte.
Damals interessierten mich vor allem "beliars hauch" und der "weltenriss"... Jedoch entfällt mir gerade der dritte spruch, den ich dafür benötige..."
Janos überlegte lang, kam aber nicht darauf.
"Irgendetwas mit kontrolle. Es muss ja schließlich kontrolliert werden, was aus dem riss entspringt.
Kreaturen beliars kontrollieren, ist das der dritte spruch?"
Erneut schaute Gorr seinem Hummelchen tief in die Augen und antwortete entschlossen: "Ich WERDE ihn finden. Darauf kannst du dich verlassen." Sie umarmten sich noch einmal fest.
"Für die Kartoffeln fällt mir sicher was ein. So eine Art Kralle könnte da vielleicht helfen. Mit drei festen Zinken", sagte er dann beruhigend. "Die sind auch schnell gemacht. Selbst wenn es ein Dutzend braucht." Er machte eine nachdenkliche Pause.
"Der Pflug wäre aber ein größeres Projekt. Dafür bräuchte ich eigentlich einen Lehrling... wie unseren Sohn, zum Beispiel."
Hah! Esteron sah sich langsam um, nun da das von der anderen Person gestecktes Ziel erreicht hatte,... da der Hof. Omnar, Hofnarr, oder wie auch immer er sich schimpfte. Er war da und nun musste er nur noch hoffen auch die abscheulichen Personen zu finden, die ihm genau das eingebrockt hatten, was ihm wie seit Jahrzehnten wie ein elendiger Pelz verhornt schwarzer Schuppen gepaart mit dem ekelhaftesten Pilz auf der Seele lag! Eingewachsen wie die bitterlichste Pest, verwoben mit seiner Seele.
Er war schon lange nicht mehr er, der er mal war …. ja wer war er eigentlich nochmal?
„Halts Maul und hör auf zu Jammern du Jungspund“, sprach es in seinem Schädel. „Los bring uns dahin, ja genau da hin, du Tölpel....“ Esteron fasste sich an den Kopf, er wollte schreien....doch konnte nicht, wahnsinnig er war wahnsinnig. „Ja der Wahnsinn hat mich und ich hab ihn. Frag mich nicht wen ich habe, ihn den Verrückten alten Mann in mir!“
Ob es an seinem Ich lag? „Hey ich lass mich nicht treiben, wir finden sie, verlass dich darauf und dann werde ich dich endlich los.“ Esteron war wütend, traurig und voll des Hasses auf sein zweites, drittes, viertes gar fünftes Ich.
Moment mal, sollte jemand von seiner dissoziativen Identitätsstörung Wind bekommen, sie würden es nicht glauben, sie würden weitere Experimente an ihm ausprobieren wollen, ihn vielleicht wieder im Wanderzirkus ausstellen.... Er der einst so „Schöne Esteron“, war doch so lange normal gewesen, bis sie ihn in einen Hinterhalt gelockt, getötet und geschändet hatten. „Sie haben mich getötet, Wahhhh, nein du Wicht da haben wir nicht“
Sie hatten ihm dann dieses andere ich, die Vielzahl Vieler eingebrockt. „Wahhhh – lass mich raus“ … „Wieso raus? Ich bin doch drin“ ..“ Ja, da bleibst du auch! Weil ich jetzt dran bin, also haltet euch Beide zurück“
Welche Persönlichkeit gerade die Oberhand hatte konnte man nur noch erahnen. Meist, aber auch nicht. Oder doch?
Hier da, da dort. Da war sie schon wieder. „Wir beruhigen uns mal“, sagte er nun milde lächelnd zu sich selbst. ...- „Es wird schon noch werden. Wir setzen uns jetzt erst mal auf den Stein da und beobachten das bunte Treiben hier auf diesem Hof. Wir müssen die Lage erst richtig sondieren“ …-
Müde am Stock gebückt wollte der Körper auf den Stein herabgleiten.- „Was? Nein ich will mich jetzt nicht setzen, ich will sie finden, die Mörder und Übeltäter, wir haben keine Zeit zu warten, nur weil du altes Gerippe in mir warten willst, wann verstehst du das denn endlich mal?“
Und da, ehe Esteron saß, stand er schon wieder auf.
„Setz dich hin und schweig, sie holen dich sonst.“ - „Nein, ich setz mich nicht.“ - „Wenn ich es dir doch sage, ich habe keine Gewalt es dir zu befehlen. Und wehe dir!"..- "Wehe mir?" ...- "Nein Dir, sagte ich doch."
Noretse? Ja Noretse stand nun da breitbeinig mit sich selbst kämpfend, mit dem Stock fuchtelnd in der Luft. „Hihi“ „Haha“ „Hoho“ drangen unterschiedliche Stimmen aus seinem feuchten Mund. Jetzt fühlte sich Esteron, nein Noretse, die dritte Unbekannte wieder frei, von sich selbst losgelöst. Da war er wieder, der eine Moment, so kurz wie ein Blitzschlag... Der Moment, der Zustand, den die Quacksalber als manifestierte Depersonalisation bezeichneten.
„Hört ihr?“ schrie er. „Ich bin es der alte Gegegge!“ ..- „Ja merkt ihr es denn nicht?“
Esteron, Noretse oder wer auch immer er gerade war, konnte jederzeit und plötzlich Dinge denken, fühlen und sagen, die er nicht kontrollieren konnte und die nicht zu ihm gehören schienen. Seine Haltung, seine Meinung und seine Vorlieben (mit jedem Bezug auf all die normalen Dinge, wie der Geschmack auf Essen, der Kleidung oder seiner Interessen) konnten sich plötzlich ändern und dann wieder zurück ändern, ohne Vorankündigung.
„Hört nicht auf ihn, ich bin es Esteron, Hört ihr Esteron, der von den ZuX's Geschändete!“ Mit diesen Worten kippte die Gestalt nach vorn über auf den harten und trockenen Boden und stieß sich dabei den Kopf an einem spitzen Stein auf. „Wollen wir doch mal sehen“, lächelte er und ehe er die Augen schloss und nichts mehr wusste.
hummelchen
25.07.2023, 19:03
die leute riefen schon von weitem, dass da einer auf dem weg lag und offenbar besinnungslos. vermutlich von dem sturz auf den steinigen weg.
"nehmt die trage, die wir für gorr gebastelt hatten und holt den menschen. ist es ein mann?"
hummelchen eilte zu ihrem notköfferchen während die anderen sich auf den weg machten.
"und holt mir diesen hirni wenn ihr ihn finden könnt. vielleicht brauchen wir ja fachmännischen rat von einem heiler, der ein bisschen mehr kann als ich."
Don-Esteban
26.07.2023, 23:33
»Man muss einfach Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben. Dann gelingt manchmal sogar mehr, als man sich vorher ausmalen konnte«, versuchte der Schwarzmagier seinem Kollegen Mut bei eigenen Heilungsversuchen zuzusprechen.
Wenn die Lehre dieser Fähigkeit einst gut durchgeführt worden war, bestand keine Gefahr, dass etwas schief gehen könnte. Natürlich benötigte man dann und wann etwas praktische Übung.
»Aber unsterblich wird man nicht. Das Altern lässt sich nicht aufhalten. Selbst wenn man sich selbst heilt, wird man doch immer wieder nur den Zustand erreichen, der dem eigenen Alter entspricht«, erklärte Esteban weiter. Das Gespräch war sicher zum Nutzen für Ferum, der daran allerhand lernen konnte.
»An der Verjüngung haben schon viele Magier gearbeitet, doch nachhaltige Ergebnisse sind mir nicht bekannt - ich habe die Bibliothek im Kastell danach durchsucht und nicht viel gefunden, was auf Erfolge hindeutet. Nur Theorien über Theorien über Amputationen, Organ- und Extremitätenverpfanzungen, Persönlichkeitsübertragungen, Transzendenz auf eine andere Ebene des Universums und dergleichen. Aber diese machen meiner Meinung nach einen Großteil der Bibliothek aus - egal zu welchem Thema. Es scheint, als sei der Geist des Menschen vor allem dazu in der Lage, sich Dinge auszudenken, egal, ob sie der Wirklichkeit entsprechen oder weit von ihr entfernt sind, es gibt nichts, das abwegig genug ist, um nicht mit einer eigenen Theorie - oder gar mehreren - bedacht zu werden, die natürlich aufgeschrieben werden müssen, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben.«
Es schien fast so, als sei ein Quentchen Sarkasmus in der Stimme des Hohepriesters erkennbar gewesen. Aber nur für einen winzigen Moment.
»Wie auch immer«, nahm er den Faden wieder auf, »ewiges Leben wird wohl ein Wunschtraum bleiben. ein langes Leben hingegen wird von den Umständen bestimmt: Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, das Fernhalten aus Kriegsgebieten, gefährlichen Gassen und aus Seuchenzonen. Das Übliche eben. Und für Magier die Vermeidung gefährlicher Experimente.
Und was die Magie angeht ... Weltenriss also. Ein gefährlicher Zauber. Vor allem deswegen, weil wir am ende nicht kontrollieren können, was durch den riss erscheinen wird. Er ist immer für Überraschungen gut. Da ist es eine weise Entscheidung, ihn mit Böses kontrollieren zu kombinieren. Das zeugt von lobenswertem Sicherheitdenken. Und Beliars Hauch also. Gut, dann haben wir drei beisammen. Ich werde dir mehr darüber in den nächsten Tagen erzählen, doch nun erst einmal die nächste Lektion für Ferum.«
Und damit wandte er sich seinem anderen Schüler zu.
»Du stellst berechtigte Fragen, das gefällt mir. Um die Heilung auf magischem Wege gelingen zu lassen, ist Wissen über die anatomie des zu heilenden Wesens enorm wichtig. Und zwar möglichst genaue Vorstellungen davon. Im Kastell hätten wir dafür Bücher in jeder Größe und jedem Detailgrad. Hier werden wir es in der Praxis erforschen, da die Bibliothek des alten Innosklosters nicht mehr verfügbar ist. Ich nehme an, sie wurde damals bei der Evakuierung zum größten Teil mitgenommen.
Aber«, Esteban hob den Zeigefinger, »es gibt noch andere Möglichkeiten abseits des anatomischen Wissens. Natürlich ist dieses unabdingbar. Aber jedes Wesen ist anders, auch jeder Mensch ist einzigartig. Schon das allein sollte Ansporn sein, jeden Menschen zu erhalten, wenn er verletzt ist, denn jeder Mensch, der stirbt, ist ein Verlust. Einzigartig ist auch der Aufbau jedes Wesens. Blutbahnen nehmen einen anderen Lauf, Muskelgewebe ist spezifisch verteilt, Knochen haben unterschiedliche dicke. Es reicht also nicht, nur zu wissen, wie ein Mensch (oder ein Tier) im Prinzip aufgebaut ist. Wenn eine zerstörte Vene wieder erschaffen werden soll, muss deren Verlauf bekannt sein. Das lässt sich jedoch mit Magie bewerkstelligen, denn es gibt fast nichts, was Magie nicht vermag. Vermutlich vermag sie sogar alles, nur wir sind im Gegensatz zu den Göttern nicht in der Lage, sie alles tun zu lassen.
Es ist dem erfahrenen Heiler nämlich möglich, durch Magie, den Sitz jedes Teils des Körpers zu entschlüsseln, Wo eine Sehne an den Kbochen wächst, wo eine Arterie entlang verläuft und wie stark ein spezieller Muskel zu sein hat. All das ist durch das Fühlen der Magie erfahrbar. Und noch mehr ist möglich - mit genug Können ist der Heiler in der Lage, die Magie ihre eigene Heilung durchführen zu lassen, ohne dass alles bis ins kleinste Detail selbst durchdacht werden muss. Doch dies ist eine Erfahrung, die erst mit dem Meistern der Heilung möglich wird. Die herbeigerufene Magie wird sozusagen mit den gesammelten Erfahrungen des heilkundigen Magiers angefüllt und kann daraus die richtigen Ergebnisse ableiten und die vorgefundene Wunde so heilen, dass nichts von der Verletzung mehr übrig bleibt. Und für das Heilen von Krankheiten des Geistes ist dies grundsätzlich von Nöten. Doch beschränken wir uns am Anfang auf körperliche Wunden.«
Da weder Hirni noch Ferum nach diesem ebenso langem wie langweiligen Vortrag voller Wiederholungen eingeschlafen waren, blieb Esteban nichts weiter übrig, als anzukündigen, dass sie morgen in Richtung der Klosterruine aufbrechen würden.
»Auf dem Weg dahin können wir uns auch über Kräuter unterhalten, die für die Tränke, die ein Magier braut, vonnöten sind. Kronstöckel und andere. Vielleicht kennst du einige davon schon aus deinen Versuchen mit Sumpfkraut?«, hoffte Esteban.
Und damit ließ er es für heute bewenden.
Gerade als er seine wenigen Habseligkeiten gepackt hatten, riefen sie ihn.
Jemand sei gestürzt, hummelchen benötige die Hilfe des Schwarzmagiers.
Die Augenbraue hochziehend legte Hirni sein bündel bei seite und machte sich auf den weg.
Bei dem verwundeten handelte es sich scheinbar um einen nordländer, mittleren alters mit schulterlangen blonden haaren.
Jedoch war das gesicht so verdreckt und zerschlissen, das er nur wage vermutungen stellen konnte.
Auf die nachfrage, was geschehen sei, bekam er keine klaren antworten.
Der mann sei aufgetaucht, redete wirres zeug und war dann entkräftet der länge nach hingeschlagen.
"Nun denn," gab der priester von sich und untersuchte den Wanderer.
Einige äussere blessuren, aber knochenbrüche oder quetschungen konnte er keine erkennen.
Sein Geist jedoch war offensichtlich verwirrt. Erst gestern hatte esteban in seinem langen vortrag darüber gesprochen.
"Ihr habt mich noch rechtzeitig abgefangen. Ich werde heute weiter ziehen, mit esteban und ferum Richtung des alten kloster der feuermagier.
Bis auf kratzer und offensichtliche blessuren kann ich nicht viel erkennen, was an seiner körperlichen struktur zu richten wäre. Aber sein geist... Nun. Er ist sehr verwirrt im kopf. So als hätte er dort mehrere kobolde, die ordentlich herum wüten und ihm alle was anderes einreden.
Ich kann versuchen, es wieder zu richten. Das er nicht mehr diese multiplen persönlichkeiten hat, die ihm auf verschiedenste art und weise eintrichtern, was richtig oder falsch zu sein scheint. Ob ich erfolg haben werde, kann ich nicht beurteilen. Das ist sehr schwer und nicht immer von erfolg gekrönt."
Der priester konzentrierte sich, legte seine hand auf die stirn des mannes und schloß die augen.
Viele gedankenstränge waren komplett durcheinander. Diverse wahnvorstellungen versuchte er zu entfernen, sozusagen das gehirn oder besser den geist wieder richtig zu ordnen.
Nach einer gefühlten ewigkeit schien er fertig.
"So. Ich habe nun versucht, seinen geist wieder zu ordnen. Habe sozusagen türen geöffnet um ihm zu helfen und türen geschlossen um die fiesen stimmen einzusperren. Mehr konnte ich nicht entdecken. Ob es hilft? Vermag ich leider nicht zu sagen."
Er begutachtete noch einmal den Rest des Körpers.
Für die offensichtlichen Blessuren sehe ich ehrlich gesagt keinen magischen bedarf. Das geht auch mit Salben, kräutern oder einfach die zeit, die die solche wunden heilt."
Der zirkelmagier kratzte sich an seinem bart, setzte sich kurz hin. Der eingriff in den geist des mannes hatte kraft gekostet.
"Nun hilft erstmal der schlaf. Wie gesagt, ich bin nicht mehr lang hier. Werde bald mit esteban weiterziehen um neue Zaubersprüche zu lernen. Ich bin aber nicht weit entfernt von hier im Kloster. Zur Not schickt nach mir, solang ich dort bin."
Ferum begann seine Sachen für die nächste Reise zu packen, viel hatte er zwar sowieso nicht aber das wenige das er hatte nahm er mit sich. Außerdem packte er noch ein schönes Päckchen mit frisch gerollten Sumpfkrautstängel voll und machte sich auf die Suche nach Bloody. Nach einer Weile konnte er ihn auch finden zwischen all den neuen Arbeitern.
"Hey Bloody ich werd mich jetzt mit den Magiern auf die Reise begeben, zu einem alten Kloster hier irgendwo. Keine Ahnung wie lange ich Unterwegs sein werde aber ich hab dir hier noch ein wenig Sumpfkraut vorbereitet.
Der Sumpfkrautmischer übergab es dem Banditen mit einem Grinser.
"Damit solltest du zumindest eine Weile auskommen wenn du es nicht übertreibst..., na dann man sieht sich"
Ohne große weitere Worte machte er sich dann auf den Weg zu dem Treffpunkt wo Esteban und Hirni bereits warteten.
"Ich hoffe ich bin nicht zu spät hab noch schnell was erledigen müssen, aber jetzt bin ich bereit für den Aufbruch."
Ferum freute sich schon darauf wieder einen neuen Ort zu erkunden, die letzten Monate haben in gewisser weise seine Abenteuerlust in ihm geweckt auch wenn er hoffte das es diesmal nicht zum Kampf mit irgendwelchen Dämonen kommt, sondern das er die Zeit relativ friedlich mit erkunden und lernen verbringen konnte.
"Achja Esteban ich hab nochmal über die Pflanzen Nachgedacht mit denen ich schon Experimentiert habe. Benutzt hab ich hauptsächlich Heilkräuter und Blauflieder, aber auch Feuernesseln hab ich probiert. Es waren auf jedenfall unterschiedliche Wirkungen bei den Krautmischungen festzustellen. Die Anteile der jeweiligen Pflanzen machen auch große unterschiede, zum Beispiel ein größerer Anteil an Heilkräuter erhöht die Schmerzlindernde Wirkung, macht aber leider den Geschmack zu bitter. Mir war es immer wichtig das man das Rauchen der Stängel auch genießen kann immerhin ist es ja ein Genussmittel, die positiven Effekte sind nur ein Bonus. Legst du auch Wert darauf das die Tränke die du braust leicht genießbar sind oder versuchst du nur die Maximale Wirkung zu erzeugen auch wenn man die Brühe kaum Untenhalten kann?
Kurz schnaufte er durch und setzte dann noch einmal an.
"Ach Kronstöckel ja davon hab ich gehört... eh oder vielleicht auch wo gelesen? Bin mir nicht mehr ganz sicher aber so viel ich weiß sind die relativ selten oder? Kann nicht sagen das ich welchen gefunden hätte.
meditate
28.07.2023, 15:44
derzeit auf dem kartoffelacker:
"jetzt reicht es aber langsam. ich packe es einfach nicht, das gesamte feld zu verzaubern. und ständig diese kartoffelkreise zu erzeugen macht keinen spaß"
die landleute ringsum schauten die magierin hoffnungsvoll an
"so viel ist es doch nicht mehr. noch ein paar stündchen" beknieten sie meditate, die jetzt schon seit stunden immer neue kartoffelkreise mit dicken kartoffeln herbeizauberte. und es waren immer nur die kartoffeln, die sich in so einem kreis befanden. selbst kartoffelpflanzen, die ihre kinder nach allen seiten ausstreckten, wurden manchmal mitten entzwei gezaubert.
"ich muss mich auch mal mit anderer magie beschäftigen,. kann ja nicht sein, dass ich meine zukunft hier auf den feldern vergeude. ich war mal eine hohepriesterin um xardas. eigentlich müsste ich das immer noch sein, aber ich finde noch keinen rechten zugang zu meiner magie. ich war sogar mal lehrmeisterin für heilung. also sollte das doch irgendwann wieder funktionieren? aber langsam bin ich am verzweifeln. ich muss auf jeden fall wieder weg von dem feld und andere möglichkeiten versuchen."
aber immer wenn meditate aufstand und gehen wollte beknieten sie die umstehenden, doch noch eine weile weiter durchzuhalten.
Kugelchen
29.07.2023, 16:49
"Wir haben es doch fast geschafft. Das ist eine tolle Kartoiffelernte, die uns über den Winter bringen wird, wenn die Katzen und Bloodys Riesenmonster die Ratten und sonstiges gefräßiges Ungeheuer fernhalten. Die Burg hat einen wundervollen trockenen, kühlen Keller. Man könnte meinen, das ist schon gebaut um einmel Kartoffeln und Rüben zu lagern.
Auf jeden Fall hat Hummelchen ein goldenes Händchen oder lebendige Erinnerungen an diesen Hof mit seiner Burg gehabt. Wir haben hier alles, was wir zum Leben brauchen. Es fehlen nur noch jede Menge ganz große Kartoffeln"
Kartoffeln. Kartoffeln. Überall hörte er die Leute nur noch über die dicksten Kartoffeln reden. Und welche Bauern die ernten, das wissen wir ja.
Aber er war unfair. Natürlich waren die Leute begeistert, dass Meditate ihnen mit ihrer Magie die fantastischste Ernte einbrachte, die man sich nur wünschen konnte - und er selbst hatte mit einem guten Dutzend Erntekrallen dazu beigetragen, dass sie sie auch schnell aus dem Boden holen konnten. Aber nun war's auch mal gut. Die arme Magierin wurde ja vollkommen ausgenutzt - und arbeitete hier weit unter ihren eigentlichen Fähigkeiten, mutmaßte der Schmied.
Dann gab es noch die Aufregung um einen Verwirrten, der einfach plötzlich vornüber gefallen war und seinen Sturz mit seinem Gesicht auf einem Stein abgefangen hatte. Da wurde quasi die nächste Sau durch's Dorf getrieben, wie man so sagt.
Gorr schmiedete indes weiter an den Werkzeugen, die er noch brauchen würde, wenn er den Betrieb hier in der Schmiede wieder richtig aufnehmen wollte.
Aber Ragnar ging ihm nicht aus dem Kopf. Es war Zeit ihn zu suchen. Doch das letzte Mal, als er fast allein losgezogen war, schien wohl nicht so gut verlaufen zu sein. Auf eine erneute, jahrelange Versteinerung war er jedenfalls nicht scharf. Er brauchte Gefährten. Bloody hatte sich schon bereit erklärt. Sein Bruder war in letzter Zeit sehr lethargisch, hatte keinen Antrieb und war so maulfaul wie er es noch nie erlebt hatte. Auf den konnte er also nicht zählen.
Und dann war da doch noch Redsonja gewesen, diese rothaarige Amazone, wo war die eigentlich abgetaucht?
Stäbchen
29.07.2023, 18:44
"Vielleicht könntet Ihr ja jetzt, wo Ihr fast fertig bist, unser Rübenfeld ansehen. Die sehen zwar schon ganz gut aus, aber mit Ihren Fähigkeiten, Frau Meditate, wäre da sicher noch mehr herauszuholen."
Stäbchen musste lachen, hatte er doch schon mitbekommen, dass diese Magierin jetzt nur noch sehr unwillig die letzten Reste des Kartoffelackers mit Magie düngte.
Bevor sie ihn mit einem Blitz erschlagen konnte, lief er schnell zurück zur Burg, um sich den seltsamen Knaben mal näher anzusehen, den Hummelchen in einem Verschlag in der Scheune untergebracht hatte. Sie hatte gemeint, dass sie den Kerl nicht in die Burg lassen würde, bevor sie nicht Genaueres über ihn wüsste. Seitdem versorgte Stäbchen den seltsamen Mann. Er konnte trinken und essen und brabblet oftmals sinnlos vor sich hin, benahm sich aber ansonsten eher friedlich. Manchmal stand er auf und predigte den Schafen und Rindern, wenn sie nachts im Stall eingeschlossen waren. Die Schafe guckten ihn dabei an, wie eben Schafe gucken. Dem Ochsen und seiner Gefährtin fielen bei seinen Monologen eher die Augen zu.
Gerade als Hirnibsich zu Ferum und esteban aufmachen wollte, entdeckte er in der ferne eine person im acker kien. Sie kam ihm auf merksame art und weise vertraut vor. Um sie herum sammelte sich eine traube menschen, und immer wieder versuchte sie von ihnen weg zu kommen.
Er richtete sich an esteban und ferum:
"Geht sonst schon mal vor, ich kenne den weg ja zum kloster. Ich muss kurz noch was klären..."
Der priester ging neugierig zu der ansammlung von menschen und stellte fest, das er sich nicht irrte.
Es war meditate...
Er bahnt sich einen weg durch die bauern, kniete sich neben sie und scherzte:
"Das letzte mal, als ich dich sah bist du schmutzig auf ein pferd gestiegen und davon geritten.
Nun kniest du im acker und spielst verdreckt mit kartoffelernten. Ich glaube, du nimmst das wort "schwarz"magier gerade etwas zu ernst..."
meditate
29.07.2023, 19:36
"ja, das wird es wohl sein. und so ein bengel wollte mich sogar noch in die rüben schicken. es tut mir leid, dass dich diesen ort, an dem ich so lange gefangen war, so plötzlich verlassen habe. ich fühlte mich aber ... so hohl ... so als wäre ich nicht wirklich zurück. ich musste aus diesem haus des schreckens so schnell es ging weg. und wuschel hat mich hier her gebracht. und das war dann wieder doch so eine art magie. das pferd war ja genauso lange allein wie ich. obwohl es nicht allein war, es hat inzwischen eine familie. vielleicht wollte wuschel auch, dass ich erst mal wieder eine familie haben muss.
und irgendso etwas ist es ja auch schon. hummelchen war eine gute freundin von blutfeuer und ich musste ihr die nachricht überbringen. wir haben dann beide geweint und abschied genommen, auch wenn wir sie noch nicht begraben konnten. aber vielleicht findet sich ja noch eine gelegenheit.
das schlimmste ist aber, dass ich jetzt weiß, was mich nicht wirklich wieder lebendig werden lässt. ich habe keine magie. wenn mir nicht der knabe geholfen hätte, dann wäre auch das nicht möglich gewesen. ich bin auch sicher, dass er mir den funken verliehen hat, dass der bierschlauch sich wieder füllt. ich sehe den knaben immer wenn ich an magie denke. hummelchen hat mir ja einiges erklärt, aber sie weiß auch nichts von seiner magie und warum ich sie immer wieder sehe."
da das feld jetzt völlig abgeerntet war, sammelten die frauen die kartoffelforken ein, die gorr geschmiedet hatte und gingen singend und lachend wieder ins dorf zurück. sie winkten den beiden magiern zu und forderten sie auf, mit zum abendlichen essen zu hummelchen zu kommen. immerhin konnten sie eine sehr erfolgreiche ernte feiern.
meditate erhob sich. "ich verstehe auch nicht, warum mein don sich nicht um mich gekümmert hat. ob er mich nicht erkannt hat?"
" ich kann deine flucht durchaus verstehen. So lang an einem ort gefesselt zu sein, aus welchen grunden auch immer. Da braucht es zeit und ruhe, es irgendwie zu greifen und begreifen.
zeit für sich ist wichtig und richtig. Man bekommt sie viel zu selten.
Andere wiederum bekommen sie zu oft.
Umso wichtiger, das man seine trauer mit anderen teilen kann. Es alleine verkraften zu müssen, das verfolgt einen."
Er dachte an seine familie zurück. Wie er selbst in den träumen des hauses an sie erinnert wurde. Oder im untergrund des kastells. Wirklich mit jemandem darüber geredet hatte er noch nie. Die gedanken bei seite schiebend, wie so oft, wechselte er das thema.
Er schaute in die ferne, gen Sonnenuntergang und sprach:
"Ich nehme an, esteban war selber mit der situation überfordert, dich dort aufeinmal so zu sehen.
Die einstige starke hüterin, mächtigste magierin des zirkels... Ihrer kraft beraubt und total gebrechlich.
Das kann einen hart treffen. Auch ich war ziemlich platt, und funktionierte irgendwie nur aus dem instinkt heraus, dich wieder aufzupäppeln."
Sie gingen gemeinsam richtung der bauern, folgten ihnen zum essen vorbereiten.
"Und deine magie. Vielleicht kann dir das kastell dabei helfen? Dieser magische ort hilft doch jedem seiner bewohner. Dort werden dich vabun, das küchenmonster, die frechen skelette am eingangstor und die dämonen sowieso sicherlich freudig empfangen..."
meditate
29.07.2023, 20:35
"ja, vielleicht. aber erst etwas später. so ganz ohne magie werden die dämonen mich kaum erkennen und sich auch sicher nicht freuen. ich kann mir schon vorstellen, mit welchem hohn der schattendämon mir aufwarten wird. vermutlich wird er mich zum tellerabwaschen einteilen.
nein, ich muss erst heruasfinden, wie ich meine magie wieder finden kann, zumindest muss ich durchschauen, warum sie noch nicht wieder da ist. du hast sie ja wieder, bei dir war sie ja auch weg und ist wieder gekommen, warum und wie auch immer. aber bei mir eben nicht. vielleicht hat beliar ja beschlossen, dass ich seiner magie nicht würdig bin oder was auch immer.
aber hab dank für deine sorge. ich werde wieder kommen, wenn der richtige zeitpunkt gekommen ist."
damit setzen sich die beiden an den reich gedeckten tisch von hummelchen. alle standen auf und klatschten der kartoffelzauberin zu. die bauern auf dem hof waren zumindest mit ihr völlig zufrieden.
Hirni lächelte. Er konnte ihre Beweggruünde durchaus verstehen.
"Das ist dein gutes Recht. Ich denke, du wirst deine magischen fähigkeiten wieder erlangen, wie auch ich sie einst wieder erlangt habe.
Mir hat das kastell dabei geholfen. Und ich bin mir sicher, auch du wirst einen weg finden.
Ich für meinen teil ziehe bald weiter mit esteban, er wird mir noch einige zauber beibringen.
Ich denke, danach zieht es mich wieder in die dunklen hallen.
Und wenn wir uns dort wiedersehen, schmeißen wir ein fest, das die wände wackeln."
Er nahm einen becher bier, das wunderbar süffig war und prostete ihr zu.
"Ich freue mich sehr, das du wieder da bist. Wirklich.
Auf dich!"
"Du mürrischer, alter Mann", schimpfte Gorr mit seinem jüngeren Bruder, der wie so oft in letzter Zeit nicht antwortete. Er klatschte ihm mit brüderlicher Liebe die flache Hand auf die fleischige Glatze.
"Ich weiß gar nicht, was mit dir los ist. Warum du in letzter Zeit soviel Trübsal bläst..." Schmok blieb weiter stumm. "Oder warum du plötzlich auf den Mund gefallen bist. War es der Sturz vom Honigbaum? Schämst du dich dafür so sehr?"
Gorr setzte sich am Tresen neben ihn.
"Jetzt da die Kartoffelernte erledigt ist, könntest du aus den Kartoffeln ein nettes Feuerwasser destillieren. Ich helf dir auch gern, hier ne vernünftige Destille einzubauen, die uns nicht himmelhoch um die Ohren fliegt." Keine Reaktion. Der Seebär blieb stumm und starrte geradeaus ins Nichts.
"Ich könnte allerdings auch deine Hilfe brauchen... Ich will Ragnar finden - und die Familie endlich wieder zusammenführen."
hummelchen
30.07.2023, 11:24
Hummelchen hatte beiden Männern ein deftiges Frühstück gebracht.
"Ich würde euch ja gern begleiten, aber ich fürchte, dass der Hof dann wieder ns Chaos versinkt. Nicht dass ich mich für unersetzbar halte, aber der Hof wäre sicher ein anderer wenn ich dann mal wieder käme. Ich bleibe also. Aber ich habe euch sehr praktische Rucksäcke genäht. Die könnte ihr über beide Schultern streifen und nicht wie bisher nur über eine Schulter. Ich bin auch dabei, Schinken zu räuchern und da das Wetter optimal ist, wird auch das mit dem Trockenfleisch gelingen. Auch Käse wird gerade geräuchert, der kann auch mit auf die Reise gehen. Wie ihr seht, habe ich ordentlich vorgesorgt. Und das beste kommt jetzt!"
Hummelchen holte halbfertige Gürtel hervor. "Die müssen jetzt angepasst werden. Darim könnt ihr eure Äxte und sonstige Waffen transportieren, so dass ihr die Hände frei habt. Das läuft sich doch einfach besser."
Hummelchen umfasste ihren Mann liebevoll, um den Bauchumfang festzustellen. "Ich seh schon, mein Essen zeigt Wirkung. Du bist schon wieder leidlich hergestellt."
Auch Bloody und Schmok bekamen ihren Bauchumfang ausgemessen.
"Jetzt fehlt nur noch redsonja. Die ist schon wieder mal irgendwo im Wald unterwegs. Aber vorbereitet sind Gürtel und Rucksack schon. Ihr könnt also bald losziehen. Wenn ihr denn mal Schmok aus seiner Lethargie rausreißen könnt"
Neue Rucksäcke. Ein passender Gürtel. Eine nicht-explodierende Distille. Und eine Glatzenklatsche! Schmok starrte an das Astloch in der Holzverkleidung hinter dem Tresen und rührte mit dem Finger lustlos in seinem Frühstück. All diese schönen Dinge bedeuten nur eins: Arbeit. Mal wieder. Sein Adoniskörper wollte viel lieber von morgens bis abends im Schatten liegen, keine Armlänge von der nächsten Alkoholquelle entfernt und immer eine flotte Beleidigung auf den Lippen für den nächsten Tagelöhner, der vorbeigeschuftet kam. Vor allem musste er die Verletzungen der Honigbonanza auskurieren. In der Regel bedeutete dies, dass Schmoks Körper auf Raumtemperatur runter fuhr, sämtliche unnötige Bewegungen einstellte und sich für ein paar Tage an den Tresen setzte. Und es zeigte Wirkung: Sein Gesicht erinnerte nicht mehr sofort an eine eingetretene Kellertür.
Jenes Gesicht drehte sich nun quietschend zu seinem Bruder: “B̷̘̫̘̉̌͊̾̚e̸͉͆͑̽̀i̶̪͂̈́͗̈ ̸̻̫̾̇͗̓̑D̸̻͍͉̰̜̂̐͑̊̕i̶͕̿̓̍̃̐̚ͅs̵͕͖̜̑̓̀t̶̢̧͚̤̰̝̋̆i̴͔̭̻̔́͌͝ͅl̴͓͍̝̪͌͊́̐͜ͅl̶̋̚̕͝ ͓̣͎– Er räusperte sich kurz; seine Stimme war in den letzten Tagen etwas eingerostet. “Bei Destille hattest du mich fast. Aber Punktabzug für das Nicht-um-die-Ohren-fliegen.” Gorr zuckte mit den Schultern, während Hummelchen das Maßband um den Bauch ihres Buttergolems legte. “Auch wenn so eine Explosion vielleicht aufregend ist für dich. Es bedeutet auch, dass die Taverne und ihr Alkohol für lange Zeit wieder außer Gefecht gesetzt sein werden.”
Okay, da mochte er Recht haben, sinnierte Schmok als, sich auch der Rest seines Körpers in Richtung der Anderen quietschte. “Wo ist dieser Raggner denn? Muss ich Schlüppis einpacken oder sind wir heute Abend wieder da?”. Gorr antwortete leicht genervt: “Glaubst du, Hummelchen gibt uns Rucksäcke und Verpflegung mit, weil wir einmal um den Kuchen laufen?”. Schmok schnalzte mit der Zunge und zwinkerte, weil er dachte, das würde so wirken, als hätte er das schon gewusst. War aber eher Modell Schlaganfall.
“Ja, dann los. Hatte mich eigentlich auf ne Prügelei eingestellt, heute. Ich glaub, den einen Tagelöhner hab ich ein wenig zu oft beleidigt in den letzten Tagen. Der sieht aber auch echt aus, als hättet ihr ihn mit einem alten Brot aus dem Wald gelockt…”
"Du bist mir einer. Sitzt hier tagelang wie angewurzelt und plötzlich springst du im Dreieck... Erstmal müssen wir noch in Ruhe mit Bloody reden. Er hat sich bereit erklärt mitzukommen, aber wir sollten mal kurz besprechen, wie wir überhaupt vorgehen. Und dann wollte ich Redsonja überhaupt erstmal fragen, ob sie sich uns anschließt. Von uns ist sie die Letzte, die ihn gesehen hat."
Gorr schaute vorsichtig, ob Hummelchen schon verschwunden war. War sie.
"Aber du kennst ja Hummelchen. Ich sag' ihr, dass ich Redsonja gern dabei hätte und sie näht gleich noch nen zusätzlichen Rucksack..."
Er goss sich einen Met ein.
"Aber erstmal, mein Lieber, sollten wir das Wichtigste nicbt vergessen. Wir müssen den Äxten noch Namen geben, bevor wir losziehen. Ist dir da schon ein Gedanke durch's polierte Oberstübchen gewedelt?"
Schmok setzte sich wieder hin, diesmal auf einen der wackeligen Stühle im Schankraum. Aber auch so, dass er ein Auge auf die Tür hatte, falls der hässliche Arbeiter rein kam. Er nahm seine Axt vom Gürtel und legte sie auf den Tisch vor sich, starrte sie an und wartete auf eine Eingebung.
“Höllenbringer?” - “Zu kantig.”
“Tothacker?” - “Zu plump.”
“Schädelspalter?” - “Zu sehr auf den Kopf.”
“Eisentöter?” - “Falsches Material.”
“Seelenschatten?” - “Zu ZuX.”
“Holzhackers Lieblinge?” - “Falsche Profession.”
“Trennungsängste?” - “Zu… zweideutig."
“Gorns Rache?” - “Zu geklaut.”
“Schmok, wir brauchen zwei passende Namen! Es sind Zwillingsäxte!”
“Hieb und Stich?” - “Falsche Waffe”
“Sturm und Drang?” - “Zu poetisch.”
“Schalk und Scharfrichter?” - “Klingt wie ein Lied im Alten Lager.”
“Grimm und Groll?” - “Hm.”
“Krach und Krawall?” - “Hmmm.”
“Splitter und Spalter” - “Hmmmmm.”
Schmok lehnte sich zurück und streckte sich. “Ihr wart doch auf Waldspaziergang! Ich hab hier rumgesessen und höchstens gegen meine Morgentoilette gekämpft. Hat sich da nichts ergeben? So ein Name kommt doch im Gefecht zu einem; im Blut der Feinde geboren!”
Gorr dachte darüber nach.
"Im Blut der Feinde?" - Blut und Ehre. Irgendwas in ihm wehrte sich dagegen mit aller Gewalt. Er wusste nicht, was genau, aber er brachte es nicht einmal über die Lippen.
"Nee. Blut ist überhaupt nicht geflossen. Höchstens mein eigenes. Wir haben doch wieder gegen den Dämon gekämpft. Diesmal im Traum. Also waren wir im Grunde genauso aktiv wie du hier in der Taverne. Beliar! Ich möchte wetten, deine Darmbewegungen waren aktiver als wir!"
Er durchmaß den Raum mit nachdenklichen Schritten.
"Irgendwie ist es das alles nicht. - Obwohl ich Splitter und Spalter gar nicht so schlecht finde! Vor allem in Anbetracht der Geschichte des Holzes, aus dem ich die Schäfte geschnitzt hab."
Er stürzte noch einen Becher Met herunter.
"Was ist eigentlich mit dir? Bleibst du auf dem Trockenen?" fragte er den kahlköpfigen Bruder. Aber ohne eine Antwort abzuwarten stürzte er sich auch wieder in seine Zickzackroute durch den Schankraum.
Redsonja
30.07.2023, 16:29
Ja, wo war Redsonja denn abgetaucht?
Was sich im Kampfrausch nicht bemerkbar gemacht hatte, holte sie schon bald danach ein. Als sie mit Adson trainieren wollte, spürte sie den Schmerz und ihre Stirn begann zu glühen. Sie zog sich unter fadenscheinigen Gründen zurück. Schliesslich sollte niemand sehen, wie die stolze Kriegerin ihre eigenen Wunden leckte und einfach nur wimmernd im Bett lag. Sie mochte nicht essen, nicht trinken, nicht denken, niemanden sehen. Sie wollte einfach nur, dass es schnell vorbei war. Natürlich hätte sie sich in ihrem leiden einem der Magier anvertrauen könne. Aber in ihrer Abneigung gegen Magier war sie wenigstens konsequent. Da musste sie noch schlimmer dran sein, um vor denen zuzugeben, dass sie ihre Hilfe braucht. Lieber ein paar Tage leiden.
Aber inzwischen hatte sie zu Ende gelitten und streifte wieder durch den Wald. Sie sog den Duft von Moos ein und kehrte dann beschwingt zu den anderen zurück.
Stäbchen
30.07.2023, 20:40
"macht doch nicht so ein theater. dank der Magie von Frau Meditate haben wir doch jetzt eine Superernte und können dem Wirt doch etwas abgeben. Das Saatgetreide haben wir gesichert und das andere sollten wir jetzt verteilen. Und ich finde völlig legitim wenn Schmok davon 10 Prozent erhält. Immerhin hat er für euch Weibsbilder super süffigen Met hergestellt. Für uns wird das aus den Kartoffeln irgendwas härteres für die besonderen Tage aber gegen ein Bier am Abend ist doch nun wirklich nichts einzuwenden. Hopfen haben wir und Hefe ist auch schon angesetzt. Wir haben die ja extra aus Khorinis geholt, damit wir damit Bier brauen können. Das mit dem Brot ist ja ne uralte Kiste, aber diese Bierhefe ist schon etwas ganz besonderes.
Wein wird es in diesem Jahr ja noch nicht geben, die Weinstöcke sind einfach noch viel zu klein. Die brauchen erst mal all ihre Kraft zum Wachsen.
Seid ihr nun endlich einverstanden?"
Don-Esteban
30.07.2023, 23:22
Der Schwarzmagier hatte angekündigt, dass sie bald zur Ruine des alten Innosklosters aufbrechen würden. Bis dahin sollte sich jeder bevorraten, denn sowohl die Taverne, die sie auf dem Weg dahin passieren würden und deren einzige erinnerungswürdige Kuriosität der alte Tresen war, den der ehemalige Wirt Sador viele Jahre lang hingebungsvoll mit seinem geheimnisvollen Lappen geputzt hatte, dessen selbst vom einst experimentierfreudigen und neugierigen Hohepriester nie gelöstes Rätsel vor allem in einer Emulsion unbekannter Zusammensetzung bestand, mit der er durchfeuchtet war (was letztendlich darin resultierte, dass das Holz des Tavernenmöbels eine steinharte und den Stürmen der Zeit trotzende Gestalt angenommen hatte und somit noch wie ein Monument der gepflegten Trunksucht in der Landschaft stehen würde, wenn die ihn einst umgebende Taverne längst zerfallen und vermodert wäre - die Schiffbauer Rhobars hätten das Rezept sicher für viel Gold erworben, wenn sie denn davon gewusst hätten, um die Flotte des Reiches unangreifbar für Bohrmuscheln und sonstige Feinde zu machen), als auch das Kloster selbst, zu dem er sich jetzt weitere Einzelheiten verkniff, entbehrten jeder Möglichkeit einer Versorgung.
Nach dieser selbst für Estebans Verhältnisse hirnverknotenden Gedankenkette voller Einschübe und Nebensätze, bei der selbst er sich am Ende nicht mehr sicher war, ob alle Satzteile Sinn ergaben, war ihm ein wenig schwindelig geworden. Doch dann besann er sich wieder und folgte seinem schwarzmagischen Kollegen zur Tafel, an der die Hofbesatzung gemeinsam Platz genommen hatte. Hier fiel ihm wieder die Frau auf, die wie meditate aussah, die Magierin aus der Frühzeit des Kastells. Sehr lange war es her. Zuerst - bei dem seltsamen Haus des Magiediebes - hatte er sie für eine Truggestalt aus seinen Träumen gehalten. Ein Überbleibsel, einem Echo gleich aus dem verdrehten Universum des Dämons, dass wie eine nachhallende Erinnerung oder eine auslaufende magische Schockwelle ihn noch eine Weile begleiten würde, bis sie endgültig verblasste. Aber bis auf eine gewisse vornehme Blässe war nichts an ihr verblasst. Also entweder würde dieser Vorgang doch deutlich länger in Anspruch nehmen, als es jedes ihm bekannte Werk aus der Kastellbibliothek - oftmals mit genauer magietheoretischer Berechnung samt Formelherleitung vorhersagte - oder aber, ja oder aber es war gar kein Trugbild. Doch wenn die zweite Möglichkeit eine Wahrscheinlichkeit größer Null aufwiese ...
Mit professionell unterdrückter gedanklicher Erregung suchte er die Linse aus Drachenglas, die zu den Messgeräten der Teleportfeldstärke gehörte, und die noch anderen Zwecken dienen konnte, hervor und klemmte sie sich vor das Auge, die buschige Augenbraue nach unten ziehend. Doch auch durch diese Linse bemerkte er keine erhöhte arkane Dichte. Die Gestalt sah genauso unauffällig aus wie all die anderen. Das bedeutete ... sie war ganz und gar echt.
Der Schwarzmagier trat heran, alles auf eine Karte setzend und dabei ignorierend, dass alle gerade aßen und sprach: »Meditate? Warst etwa all die vielen, endlosen Jahre einfach nur auf Khorinis?«
Er würde ja sehen, was für eine Antwort er auf diese wie immer sehr klug gestellte, investigative Frage erhalten würde.
Die Erkenntnis, dass dies irgendetwas mit dem Dämon zu tun haben könnte, reifte erst noch in ihm. Aber voreilige Schlüsse waren seine Art nicht.
meditate
31.07.2023, 15:06
"ah, endlich mein don. ich habe mich nicht getraut dich anzusprechen, weil du so völlig mit dir beschäftigt warst und ich mir gar nicht sicher war, ob du mich erkannt hast. zumal ich am anfang selbst nicht wusste, wer ich bin. du warst doch auch in dem haus, in dem ich gefangen war. also warst du beteiligt an meiner erweckung. oder warst du da auch gefangen?
ich konnte mich zunächst ja nicht erinnern. ich wusste nicht mal, wer ich bin. ich kannte auch keinen namen. ich bin dann erst mal fort. als ich realisiert hatte, was mit mir geschehen war und noch schlimmer, was blutfeuer geschehen ist, musste ich erst mal weg. Blutfeuers pferd hat mich hierher gebracht. ein wunder, dass es nach so langer zeit überhaupt noch wusste, wer ich bin. und zeit? Ich wusste nicht, wie lange ich schon dort gefangen war und vor allem - wo ist meine magie?
wenn es stimmt, dass ich meditate die hüterin des kastells war, dann muss doch meine magie auch wieder da sein. einen funken hab ich noch gespürt, er hat mich bloodys herzenswunsch erfüllen lassen und ich habe kartoffeln verzaubert. obwohl ich gar nicht sicher bin, dass das meine magie ist. immer wenn ich mich konzentriert habe, dann erschien vor meinen geistigen augen ein knabe. ich glaube fast, er hat die magie gewirkt durch mich oder so."
hummelchen
31.07.2023, 15:13
"Nun ja, wir haben ein bisschen eins und eins zusammengezählt und sind auf etwa 20 Jahre gekommen, in denen die Frau verhext war."
mischte sich Hummelchen in das Gespräch ein.
"jeder hat etwas zu den Erinnerungen beigetragen und ein paar Schauerleute aus dem Hafen haben von den beiden Frauen erzählt, die vor 20 Jahren mit einem Pferd ins Oberviertel gelaufen sind. Aber die Leute haben natürlich mit dem Oberviertel nichts zu tun, deshalb haben sie das nicht weiter verfolgt und irgendwann auch vergessen."
Hummelchen reichte den beiden noch etwas von dem warmen, frisch gebackenen Brot.
"Und auf jeden Fall ist das Meditate. Ich kenne sie schon lange und habe sie trotz ihres bedauernswerten Zustandes wieder erkannt. Auch Bloody hat sie erkannt. Ihr Magier seid einfach seltsam. Hirni konnte sich erinnern, aber ihr wart vermutlich immerzu in Gedanken ganz woanders. Und wenn ihr nicht helfen könnt, dass sie ihre Magie wieder bekommt, dann lasst sie einfach bei uns. Die Zeit und gutes Essen werden es richten"
Don-Esteban
01.08.2023, 22:35
»Na wenn sich die Fähigkeit, Magie zu wirken, proportional zur Menge an Essen verhalten würde, wären viele Magier viel korpulenter, als sie es sind. Ich denke daher, dass Nahrungsaufnahme nicht viel dazu beitragen kann, die Magie wiederzufinden«, erwiderte Esteban nachdenklich auf die Worte Hummelchens.
»Nach meinen Berechnungen waren es glücklicherweise nur um die vierzehn Jahre. Vermutlich wären die Effekte noch schlimmer, wären es tatsächlich ganze zwei Jahrzehnte der Abwesenheit in dieser Traumwelt gewesen. Nur ein starker Geist kann so lange überlebt haben«, sponn er seine Theorie.
»Und ja, wir waren in dem Haus, denn es war die Emanation eines Dämons in unserer Dimension. Ein Dämon, der die Menschen aussaugte, sich von ihren Gedanken ernährte und darüber immer mehr Macht in unserer Welt gewann. Er bedrohte den Hof, die Insel und letztendlich noch viel mehr. Vor allem ernährte er sich von Magiern und ihren besonderen Fähigkeiten. Doch er ist besiegt. Dass du dort gefunden würdest, konnte keiner ahnen, doch ist es gut und bemerkenswert, jemanden gerettet zu haben.«
Er strich sich nachdenklich über das Kinn.
»Um deine Magie erneut zu spüren und sie kontrollieren zu lernen, wird das Kastell der sinnvollste Ort für dich sein, denke ich. Du findest es auf der Insel Argaan, einer der Südlichen Inseln. Von Khorinis ist dies eine Überfahrt in den Hafen Thorniara und dann eine Reise an die Südspitze von Argaan. In guter Tradition hat sich das Kastell wie immer den abgelegensten Ort gesucht, um sich zu manifestieren.
Ich hingegen werde zuerst auf Khorinis noch Einiges zu erledigen haben und danach in anderen Gegenden des Myrtanischen Reiches. Du wirst sicher erfahren wollen, was in den letzten Jahren an bemerkenswerten Ereignissen vonstatten gegangen ist. Ich kann, um es kurz zusammenzufassen, nur soviel sagen: Die Orks wurden besiegt und Myrtana wurde als Reich wieder aufgerichtet.«
meditate
02.08.2023, 17:40
"wie sieht es denn heute im kastell aus? gibt es noch unsere bibliothek und vor allem, meine große orgel?"
jetzt, wo sie neben don-esteban saß begann sie sich zu erinnern.
"ist mein kabinett noch so, wie ich es verlassen habe? ich hatte doch auch einen spiegel, mit dem ich direkt in die unterwelt schreiten konnte und einfach wiedr zurück kommen konnte? wie gehts meiner freundin, dem brunnendämon und besucht euch die kore auch noch regelmäßig? steht der steinerne vabun noch in der eingangshalle und wie sieht es aus mit den knöchernen wächtern am eingang? werden wir schwarzmagier immer noch gejagt oder nimmt die menschheit heute hin, dass es sowohl die mächte des lebens als auch die des todes gibt? ich kann mich erinnern. wie geht es den amazonen und wie den magiern des adanos?
wie ich deinen worten entnehme, hat die welt sich doch ein ganzes stück gewandelt. gibt es noch die burg der wassermagier und sind die orks endgültig besiegt?"
so viele fragen und so viele ungeklärte sachen. und alles wartete darauf, dass sie sich umsehen konnte. aber sie würde es noch nciht wagen.
"wie soll ich mich in dieser mir unbekannten welt bewegen, wenn ich als magie nur kartoffeln groß zaubern kann? ich war nie gut in irgendeiner waffenfähigkeit, ich wäre also schutzlos. ich muss noch warten. ich muss wieder zugang zu meiner magie finden. und selbst dann waren die wanderungen durch unsere heimat nie wirklich gefahrlos.
ja, ich werde ins kastell kommen - bald schon. aber erst muss ich wenigstens ein bisschen, einen hauch von schutzmagie wieder finden oder ich brauche starke begleiter.
geh du nur deiner wege und leiste, was du leisten magst. wir werden uns eines tages im kastell wieder sehen. ich bin sicher"
Don-Esteban
02.08.2023, 21:00
Esteban setzte sich, um geduldig die Fragen Meditates zu beantworten. Das mit der Abreise würde sich wohl noch etwas verzögern. Hirni und Ferum mussten leider so lange warten.
»Das Kastell ist so, wie es immer war. Dort ändert sich nichts. Selbst, wenn man nachprüfen will, ob die Zeit vergangen ist, muss man außerhalb nach dem Stand der Sonne schauen. Die Bibliothek wird sicher noch gewachsen sein, die Esche rauscht wie eh und je, der Brunnendämon lässt sich nur blicken, wenn sie in Laune dazu ist - also so gut wie nie. Im Refektorium wird weiterhin noch jeder satt, deinen Raum hat keiner betreten, denn es ist dein Refugium, die Katakomben wollen weiterhin erforscht werden und verändern sich dazu jedes mal aufs Neue, damit es nie langweilig wird. Vabun erheischt weiterhin Spenden von den raren Besuchern, die an den Skeletten, die sich unablässig zanken, vorbeigekommen sind. In der Welt außerhalb des Kastells solltest du nicht zu laut sagen, welchem Gott deine Aufmerksamkeit gilt. Zumindest nicht dort, wo Myrtana herrscht.
Von einer Burg der Wassermagier weiß ich nichts. Aber du findest viele von ihnen ebenfalls auf der Insel Argaan, in einer Stadt namens Stewark, im Westen der Insel direkt am Meer. Sie unterstützen den Herrscher über die Südlichen Inseln, einen Mann namens Ethorn. Myrtana führt Krieg gegen sein Reich, in dem Adanos der höchste Gott ist, aber seit vielen Jahren wird nicht mehr gekämpft, sondern die Gegner belauern sich nur.
Amazonen gibt es keine mehr, der einzige, der sie noch unablässig sucht, ist unser Barde hier, Dumak.«
Im Moment war der aber samt seinem Hund wie vom Erdboden verschluckt. Nach der Rückkehr aus dem verwunschenen Haus des Magiediebs war der große schwarze Hund dem Sänger schon lange vor dem Hof entgegen gesprungen und hatte ihn fast umgeworfen vor lauter Freude, seinen zweibeinigen Gefährten wiedergefunden zu haben.
»Aber außer Liedern hat er auch nichts über die zu berichten.«
Der Magier zuckte mit den Schultern.
»Sie sind vergangen und auch aus dem Gedächtnis vieler gelöscht.
Die Orks ... sie sind wieder in die Nordlande, aus denen sie gekommen sind, vertrieben worden. Noch nördlicher als Nordmar, irgendwo in der Eiswüste. Nur hier auf Khorinis können sie frei umherstreifen, weil sich ihnen bislang keiner entgegengestellt hat.«
Er machte eine Pause.
»Möchtest du noch etwas wissen?«, fragte er dann.
meditate
02.08.2023, 21:11
"ok, das mit adanos war wohl ein kloster oder so was seltsames. ich weiß das auch nicht mehr so genau. aber eigentlich interessieren mich die anderen magieschulen auch weniger. das mit den amazonen ist traurig. mit blutfeuer scheint dann ja die letzte gegangen zu sein.
ich wollte eigentlich auch nur mal wissen, wie es insgesamt um die magie bestellt ist. da meine ja weg oder nahezu weg ist, könnte es ja sein, dass die magie ohnehin einen schaden bekommen hat. ihr hatte eure magie ja auch kurzzeitig verloren, wenn ihr sie auch seltsamerweise wieder gefunden habt, oder fast oder so.
ich allerdings war ja dem dämon, der das haus besetzte, über viele jahre ausgesetzt. und so wie ich das jetzt verstehe, sind magier, die im haus gefangen waren immer gestorben. nur ich nicht, vermutlich hat beliar das nicht zugelassen. das ist die einzige erklärung. vielleicht muss ich ja noch einmal hin und mir das ganze genauer besehen. vielleicht finde ich dann ja die wurzel meines magieverlustes.
hab vielen dank für deine erklärung. ich werde ins kastell kommen, wenn ich so weit bin."
Kugelchen
07.08.2023, 14:20
"heute Nacht ist es wieder passiert. Und wieder fehlt eine Gans.Wenn ich rauskriege, wer das ist!"
Kugelchen schäumte vor Wut. Die anderen Bauern die dabei standen hatten auch keine sc hlüssige Erklärung. Ein Fuchs konnte es nicht sein, da hätten die anderen Gänse Alarm geschlagen und auch der Monsterhund von Bloody hatte keinen Ton von sich gegeben. Gut, die Katzen würden sich eher verziehen, aber irgendwas musste es ja sein, das auf Jagd ausging.
"Ein Fuchs in unserem Stall, da wäre wohl kaum eine Gans verschont geblieben und die Wände des Stalls sind alle dicht. Der Dieb muss also durchs Tor gekommen sein, hat es geöffnet und danach wieder sorgsam verschlossen.
Ich werde mich auf die Lauer legen. Und Bloody könnte sich ein paar Fallen einfallen lassen. Achtung, das war ein Wortspiel. Aber Spaß beiseite. Ich bin unheimlich wütend und werde uns sicher keine weitere Gans stehlen lassen. Die armen Tiere. Die sind bestimmt in einem Kochtopf oder über einem Lagerfeuer geendet."
Die Bauern nickten zustimmend und gingen dann auch fort, um sich ihrer Arbeit zu widmen. Kugelchen aber begann mit einer detaillierten Spurensuche.
Stäbchen
12.08.2023, 14:13
"wieder nichts? wie lange willst du denn noch nachts hier in der Scheune schlafen? Vermutlich hat sich der Fuchs längst andere Beute gesucht." Stäbchen hatte ganz offensichtlich die Nase voll davon, jede Nacht allein im Bett zu liegen, während sein Weib irgendwelchen Phantomen nachjagte. Er hatte auch wirklich keine Lust, sich ebenfalls in die Scheune zu legen.
"Lass doch jemand anderen diese Wache übernehmen."
Kugelchen
12.08.2023, 14:18
Kugelchen wehrte ihn aber entschlossen ab. "Die müssen doch den ganzen Tag schuften und sind abends totmüde. die werden einschlafen." Auf den Einwand von Stäbchen, dass sie doch auch den ganzen Tag schuften würde entgegnete sie:
"Ich habe aber durch die Kinder einen viel leichteren Schlaf. Mich würde niemand, auch wenn er noch so leise schleicht, überraschen können. Hab bitte noch ein paar Nächte Geduld. Wenn dir meine Umarmungen fehlen, dann kann ich gern auch mal mit dir am Nachmittag nach Khorinis gehen auf den Markt. Da werdn wir unterwegs auch Gelegenheit für Zärtlichkeiten haben. Alles gut mien Schatz?"
Kugelchen umarmte ihren Mann stürmisch und leidenschaftlich. Und was blieb ihm da schon übrig als einzuwilligen.
Warm war es. Nicht nur in Gorrs Schmiede. Der ganze Talkessel fühlte sich an als stünde man in einer Bratpfanne über dem Feuer. Und feucht war es. Die Kleider klebten einem am Leib. Es war unerträglich.
Gorr wischte sich die rußigen Hände an der Schürze ab. Wenn es hier gerade so erstickend heiß war, musste das die richtige Zeit sein, um nach Nordmar zu ziehen. Er gab Schmok bescheid, der unverständlich grunzte unter seiner schweißtriefenden Fleischmütze.
Dann begab er sich herauf zum Banditenturm und sagte Bloody, dass er zeitnah abreisen wollte.
Und schließlich suchte er Redsonja, die sich irgendwo im Schatten verkrochen hatte, um ihre sommerbesprosste blasse Haut zu retten.
Er fragte sie, ob sie ihn in's kalte Nordmar begleiten würde um seinen Sohn zu finden.
Wer zu dieser Zeit solch ein Angebot ausschlug musste ein Narr sein.
"Wenn du mit uns kommst, brauchst du dir um deine Ausrüstung nie wieder sorgen machen müssen. Ich würde dir alles, was du zu mir bringst kostenfrei in Stand halten, reparieren, umarbeiten. Was auch immer du möchtest. Du wirst mich immer hier bei meinem Hummelchen finden, wenn du etwas brauchst. Solange ich lebe."
Er wischte sich die Schweißperlen von der Stirn, machte eine dramatische Pause, um seiner Worte Bedeutung nachhallen zu lassen.
"Was sagst du?"
Redsonja
12.08.2023, 22:29
Redsonja bewegte sich provokativ langsam. Dann lächelte sie Gorr spitzbübisch an. Genau wie Ragnar das auch so schön konnte.
"Nicht sicher ob der Zusatz - so lange ich leben - den Wert des Deal von meiner Seite aus nicht deutlich reduziert..."
Nochmals eine kurze Pause, um zumindest ein bisschen Dramaturgie reinzubringen.
"... aber natürlich komme ich mit wenns um Ragnar geht. Ich habe ja sozusagen keine Wahl."
Meinte sie Schicksalsergeben.
"Zudem kommt auch Bloody mit."
Dass sie ihre Sachen schon gepackt hatte, fügte sie dennoch nicht hinzu. Er sollte ja wohl nicht denken, dass sie nur darauf gewartet hatte, dass er sie endlich fragen würde. Hatte sie natürlich nicht. Nur ein kleines Bisschen.
"Also wann gehts los?"
Gorr lachte schallend.
"Ich wäre ja wohl ein rechter Tor, wenn ich dir irgendwas über mein Ableben hinweg versprechen würde - oder?", sagte er spitzfindig und zwinkerte.
"Außerdem kannst du ja nun selbst sicherstellen, dass mein Ableben noch etwas auf sich warten lässt." Er räusperte sich, zur Sache kommend.
"Wenn es nach mir geht, wären wir schon gestern aufgebrochen. Gib mir den Abend, um mich gescheit von meiner Frau zu verabschieden - und dann brechen wir morgen in der Früh auf. Pack dir am besten warme Kleider ein. Wir ziehen nach Nordmar. Wenn der Junge ein bisschen Verstand hat, ist er dorthin zurückgekehrt."
Redsonja
12.08.2023, 23:04
"Verstand, Ragnar?"
Nun war es an Redsonja zu lachen.
"Also als ich ihn das letzte Mal gesehen hatte, da besass er viele Sachen, aber nicht unbedingt Verstand."
"Vorsicht, meine Gute, du sprichst immerhin mit seinem Vater...", entgegnete er und versuchte dabei möglichst scherzhaft zu klingen. Aber dass jemand das über seinen Sohn sagte, machte ihn doch wütend. Er schluckte es herunter.
"Vergiss nicht wie jung der Knabe war, als ihr euch begegnet seid. Und wenn ich ihm von meiner Seite nicht viel Verstand vermacht haben sollte, dann wird Hummelchen schon ihr Schärflein dazu beigetragen haben, dass aus ihm ein vernünftiger Mann herangewachsen ist."
Er wurde traurig, als er darüber nachdachte, wie lange sie sich alle schon nicht mehr gesehen hatten und verfiel in nachdenkliche, besorgte Stille.
Redsonja
12.08.2023, 23:23
Redsonja trat näher und klopfte ihm auf die Schulter.
"Ich vermisse ihn auch und mache mir Sorgen, aber darüber zu lachen schüttelt die Angst ab. Ragnar war damals in einem schwierigen Alter und ganz auf sich alleine gestellt. Natürlich war das nicht einfach. Ich hoffe einfach er hat keine Dummheit gemacht. Als er davon ging, alleine, das war nicht gut. Er wollte erwachsen sein, aber es war einfach noch etwas zu früh. Aber er hatte seinen eigenen Kopf. Es war ausserhalb meiner Möglichkeiten ihn davon abzuhalten. Dennoch, er hat deine und Hummelchens Gene er muss also zäh sein. Hoffen wir also das beste."
Versuchte sie die Lage wieder etwas zu beruhigen. Hummelchen und Gorr hatten echt beide Temperament. Nur auf verschiedene Art und Weise. Dennoch, machte sie sich nach den Worten noch mehr Sorgen. Sie hatte schon zu viele Menschen verloren. Nicht auch noch Ragnar.
Nun sah Redsonja plötzlich auch besorgt aus. Gut so. Das bedeutete, ihr lag etwas an dem Jungen. Diese Art Unterstützung war genau das, was er auf dieser Queste brauchte.
"Ja. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nicht wahr?" Er lächelte schief. "Der Junge IST zäh. Da bin ich mir sicher." Er reichte der Kriegerin die Hand.
"Lass uns für heute Lebewohl sagen. Morgen brechen wir auf, sobald die Hähne krähen. Ich wünsche eine gute Nacht."
Dann verkrümelte sich der Schmied und schlich sich in die gemeinsame Unterkunft, wo Hummelchen schon schlief. Es war spät geworden. Er kuschelte sich als großes Löffelchen an sie und legte seinen Arm um sie, ehe er ihr einen langen, zärtlichen Gutenachtkuss auf die Wange gab.
Sie hatte schon ein paar Tage gehabt, sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass er sie erneut verließ. Sie sollte sich keine allzu großen Sorgen machen.
Dieses Mal würde er nicht mit leeren Händen zurückkommen.
Nachdem der Mann Noretse seine Hand auf die Stirn gelegt hatte, fochte er nahezu 14 Monde einen inneren Kampf mit sich und seinem Inneren aus. << Nein! So schnell werde ich mich nicht geschlagen geben >> Da war es er wieder den Generals Funken "Trotz".
<< Hör zu Esteron, bring mich, nein.... bring uns schnellstmöglich zu den Schwarzmagiern, diesen da, diesen ZuX's, die die es auch wirklich drauf haben. Hörst du? Nur die können uns befreien. >>
Noretse schüttelte mit dem Kopf, Esteron der General, er wollte sie Beide wieder loswerden. Moment, ging das wieder los? Er war doch Esteron, nicht Noretse, Noretse war die dritte Seele die ihm Inne war. < Hört mir zu ihr Beiden > Nun war es Esteron der laut vor sich hinbrabbelte. < Ihr gehört Beide nicht zu mir! Wir haben mehrere Möglichkeiten. Entweder wir heften uns an jede X Beliebige Person hier, oder aber wir suchen gezielt, oder wir lassen uns suchen. Wir sollten eine Nachricht an irgendeine Tür heften >
<< Eine Nachricht? Und was soll da stehen? >> Noretse unterbrach den General, <<< Na WAS wohl? >>>
<< Ja was? >> fragte der General in Ihnen. < Ruhe! Ich sag's Euch! > schimpfte Esteron jetzt laut. So laut das er dachte jemand würde es hören. < Passt nur auf! > murmelte er jetzt leise vor sich hin, dann zog er los und suchte ein Stück Pergament, Feder und Tinte und wurde glücklicherweise auch sofort fündig in einer Hütte.
"Hört, wir ..." schnell strich er das Wort wir durch... "Hört, ich suche Menschen vom Fach die sich mit dem Seelenheil auskennen, bevorzugt Schwarzmagisch, Kastellisch! Hohe Belohnung wird gezahlt! Egal wer ob Freiläufisch oder Gebunden. Helft!"
Dann tackerte Esteron der in sich Noretse und den General trug die Nachricht mit einem Dolch an die nächstbeste Holztür und setzte sich abseits dessen und wartete... Irgendjemand würde sich schon finden... << Und das nennst du schlau? >> <<< Ach halt den Rand >>> < Ich sagte Ruhe ihr Beiden! > Esteron fluchte ... Man war das anstrengend ...
Redsonja
13.08.2023, 00:42
Redsonja trottete davon. Sie hatte niemanden, dem sie auf wiedersehen sagen konnte. Ausser dem kurzen Intermezzo mit Raad, hatte sie nie eine Liebschaft gehabt. Dafür viele Freunde getroffen, von denen mindestens die Hälfte verstorben war.
Das Lachen, das kommen wollte, blieb ihr im Hals stecken.
Was war das Leben wert, wenn sie auf der ganzen Linie versagte, kaum einen ihrer Freunde hatte retten können. Manchmal konnte sie ihnen die Hand halten, wenn sie davon schlummerten, aber so oft waren sie einfach verschwunden oder vor ihren Augen erschlagen worden.
Sie fasste sich an die Wange. Auch diese war trocken. Selbst die Tränen versagten ihr den Dienst. Sie schloss lange die Augen. Auch das half nichts. Nur ihre beiden dunklen Klingen mochten die Leere etwas füllen. Das leichte Pulsieren. Ihre Hände verkrampften sich darum.
Ein Geräusch zu ihrer Rechten im Busch. Normaler Weise wäre sie erschrocken, doch selbst wenn jetzt ein Troll über sie hergefallen wäre, wäre ihr das egal gewesen. Sie zuckte mit den Schultern, als wollte sie den Gedanken abschütteln, der ihr als nächstes kam. Es gelang ihr nicht.
So beschloss sie Bloodflowers zu suchen. Zumindest ein Freund, der noch lebte. Noch. Dachte sie traurig und lächelte trotzdem oder zum Trotz.
Esteron blickt über den Hof, prüfend und abschätzend zogen seine Augen über das Gelände. Irgendjemand musste doch im Stande sein, ihm zu helfen, am besten sogar für Lau.
Und dann blieben seine Augen haften, an einer Hübschen Gestalt, agil im Tritt. <<< Eh Esteron, die kenne ich >>> sprang der General in seinen Gedanken hin und her. << Ne, die kennen wir nicht >> tönte es von Noretse.
<<< Und ob, das ist sie! Rednatascha, so wahr ich der alte General bin >>>, lachte sich der General in Esteron einen ab.
Esteron schüttelte mit dem Kopf und herrschte seine Beiden Kumpanen zur Ruhe an. < Wartet! >
„Heda Ihr, Euch habe ich gesucht! Endlich habe ich Euch gefunden! Ihr seid doch die berühmte Rednatascha. Fürwahr nicht mehr so jung wie vor 3650 Monden, aber immer noch wunderschön!“
<<< Oh man, wie plump >>> schimpfte nun der General in Esteron's Gedanken. Noretse hingegen lachte sich einen ab.
Redsonja
13.08.2023, 01:24
Und nun sah sie schon Geister. Die rothaarige Kriegerin wurde bleich. Das hatte ihr gerade noch gefehlt und der Geist hatte die Gestalt von Esteron. Wenn er es denn war. Sie schüttelte den Kopf.
"Rednatascha, fast. Redsonja nanntest du mich früher mal."
Entgegnete sie und musterte ihr Gegenüber.
"Aber alter General passt irgendwie nicht zu deinem Erscheinungsbild. Da schwebt mir eher ein bärtiger, grauhaariger Mann vor. Doch seis drum. Was um alles in der Welt verschlägt dich hierher?"
Redsonja? Esteron schaute nun dreimal hin, das konnte doch nicht mit Rechten Dingen zu gehen. Und wenn doch, dann war sie genau die richtige, denn sie sollte den alten Sack, der in ihm wohnte seit GlutMaximus ihn getötet hatte, und dieser Don ihm den General eingepflanzt hatte, diesen der nach seinem Tod auf ewig in einem Kristall um Medi's Hals hing. Nein! Moment wie sollte er Natascha das nun erklären. <<< Sonja! >>> Nun hatte der alte General die Kraft und seine Seele trat stärker zum Vorschein.
„Redsonja, erkennst du mich denn nicht? Ich bin es der alte General! Du weißt schon, wer ich bin, Und du kennst sicher auch Meditate meine Tochter“
Da stand er nun Esteron der junge Mann, der sprach wie ein alter Sack. "Fürwahr ich bin es!" Hoffentlich hielt sich Noretse nun zurück....
Redsonja
13.08.2023, 01:37
"Natürlich kenne ich Meditate."
Antwortete Redsonja.
"Aber zum Rest. Willst du dich über mich lustig machen oder mir vielleicht erklären was genau passiert ist?"
Wie jetzt? Esteron zögerte und auch Noretse und der alte General hielten inne.
"Es ist so! Ich bin nicht der, den du siehst. Wobei doch der bin ich schon! Aber ich bin auch der und der. In mir sozusagen, an allem sind die Schwarzmagier schuld. Gibt es die eigentlich noch? Diesen Don und diese Meditate? Ich will doch nur das es wieder normal wird und die beiden in mir gehen... verschwinden ..."
Esteron brach in Tränen aus....
Redsonja
13.08.2023, 02:27
Schon mit Gorr im Zusammenhang hatte Redsonja bewiesen, dass sie besser darin war mit dem Schwert auf etwas einzuhacken, als emotionale Unterstützung zu leisten. Bitte nicht weinen. Dachte sie, während ihre Hände hilflos zu den Schwerkäufen wanderten.
"Ja, Meditate und Don - Esteban - leben beide noch und ich habe sie sogar kürzlich hier gesehen. Es war hier ziemlich viel los die Vergangenen Wochen. Und auch da könnte man sagen, dass vielleicht die Schwarzmagier Schuld waren."
Sie überlegte.
"Würde es dir helfen wenn ich dich dorthin bringen würde wo ich sie das letzte Mal gesehen habe?"
Sie würde sowieso keinen Schlaf finden, also konnte sie zumindest versuchen Esteron zu helfen.
Der General wollte die Frage schnell bejahen. Zu gerne würde er seine Tochter und den ollen Don wiedersehen. Esteron hingegen, war sich unschlüssig, Und Noretse, dem war es wurscht, aber er fand gefallen an Sonja.
"Hmm. Als der alte in mir sagt ja! Ich hingegen bin mir etwas unschlüssig und dem anderen in mir ist es egal" druckste Ersteron nun herum.
<<< Hey, was war der Plan?>>> schimpfte der General, <<< los jetzt! >>> << Ach lass...>>, lachte Noretse.
"Ja bitte! Wenn es geht?" Äußerte Esteron schnell und so schloss sich der Mann mit den drei Seelen Sonja an. Wollten doch mal sehen ob es nun klappen würde.
hummelchen
13.08.2023, 13:01
es war eine lange Nacht mit vielen Gesprächen und vielen Tränen gewesen.
"Wir haben uns grad erst wieder gefunden und eine neue Trennung zerreißt mir jetzt schon das Herz. Ich will dich halten und nie mehr loslassen aber wir haben einen Sohn, und da schmerzt eine tiefe Sehnsucht in mir. Beide Schmerzen lassen sich wohl kaum stillen und ich kann auch nichts aufrechnen. Bring unseren Sohn zurück und wir werden wieder wirklich ganz sein. Eine Familie, ein ganzes Glück."
Hummelchen heulte wie ein Schlosshund. Aber alles war gepackt. Für jeden lag ein gut gefüllter Rucksack, eine wirklich warme gerollte Decke und ein Waffengehänge bereit. Sie würde es aushalten - wieder einmal. Nichts konnte jetzt noch den Lauf der Geschichte aufhalten. Sie würde zurechtkommen müssen, hier auf dem Hof und weiter an ihrer Zukunft bauen müssen. Es würde nicht leicht werden ohne Bloody, der ihr immer wieder geholfen hatte. Aber mittlerweile hatten sich auch andere Helfer herauskristallisiert. Stäbchen war ein guter und gewissenhafter Vorarbeiter und notfalls war er auch ein strenger Aufseher. Trotzdem hoffte sie, dass alle bis zum Winter wieder hier wären. Und damit ihre komplette Familie.
Bloodflowers
14.08.2023, 18:46
Der Bandit befand sich oben auf der Banditenburg und packte seine Sachen in den von Hummelchen gefertigten Rucksack. Die letzten Tage nach dem der magiesaugende Dämon besiegt war, hatte der Bandit ausgiebig getestet ob der Bierschlauch auch wirklich, wirklich seine alte Fähigkeit wieder erlangt hatte. Soll heißen, das er die meiste Zeit angeheitert am See beim früheren Vorposten lag. Die Arbeit hatten mittlerweile andere übernommen. Hummelchen hatte mit Stäbchen und Kugelchen ein paar brauchbare Vorarbeiter und Verwalter gefunden. Auch die Anzahl der Tagelöhner oder gar niedergelassene Arbeiter hatte sich erhöht. Ein wenig wirkte der Hof so wie früher, als einst General Lee und die Söldner im Dienste Onars standen.
Nachdem nun der Bierschlauch ausgiebig getestet worden war, war Bloody bereit aufzubrechen. Nicht auszudenken wenn der Bierschlauch nämlich irgendwann wieder seinen Geist aufgeben würde... schröcklich... vor allem das Genöle von Schmok, das dann folgen würde.
Bloody überlegte, ob er noch mal meditate fragen sollte, der Bierschlauch müsste vielleicht noch ein Prüfsiegel bekommen, so eine Art Garantie das das Bier immer fließen würde ("ZuX geprüft"). Wer weiß, vielleicht würde sich Schmok sonst weigern mitzukommen?
"Ach was, der soll sich nicht so haben!" entschied der Bandit und nachdem alles verpackt war, schulterte er den Rucksack, den Bogen sowie den Bierschlauch. Den Streitkolben verstaute er in den neuen von Hummelchen bereit gestellten Gürtel.
Bloody trat aus seiner Hütte oben auf der Burg und erblickte Redsonja die mit einem Fremden zu tun hatte. Bloody stutzte kurz und grübelte ob er den Fremden von irgendwoher kannte. Aber so wirklich konnte er sich nicht erinnern und er wollte auch nicht stören. Er winkte den beiden nur kurz zu und begab sich dann hinab zur Taverne. Dort angekommen riß er schwungvoll die Tür auf und stolzierte hinein:
"So Leute! Ich bin da, wer noch?" ...
Redsonja
14.08.2023, 23:19
Redsonja hatte Esteron noch in die Nähe der Magier gebracht und sich dann unter einem fadenscheinigen Grund verabschiedet. Sie ging Magiern lieber aus dem Weg. Stattdessen kehrte sie zu Gorr zurück. Dort fand sie auch Bloodflowers uns sah Hummelchen mit ganz verweinten Augen im Hintergrund. Die Arme. Kaum hatte sie ihren Geliebten Gorr wieder gefunden, sagte er auch schon wieder lebewohl.
"Nun ich bin auch da."
Entgegnete Redsonja für all jene, die es noch nicht bemerkt hatten auf Bloodys Frage hin.
Bloodflowers
14.08.2023, 23:37
Bloody philosophierte gerade mit Gorr und Schmok ein wenig:
„Wenn ich es euch doch sage, gerade habe ich einen Hahn krähen hören. Wir müssen endlich aufbrechen.“ - „Bloody es ist nachts, das kann nicht sein.“ - „Achso ja, das kann nicht sein, ja? Na wenn ihr meint… und? Schon Namen für eure Äxte gefunden? Oder lasst sie doch einfach namenlos. Nennt sie A1 und A2 oder so.“
Der Bandit verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust, als Redsonja eintrat.
„Seht ihr… endlich jemand der meine Anwesenheit zu schätzen weiß.“
„Schön das du da bist, die Hähne krähten soeben zum Aufbruch.“ begrüßte er die rothaarige Kriegerin.
Redsonja
14.08.2023, 23:43
Es kam sehr selten vor, dass sich Redsonja und Gorr einer Meinung waren, doch nun kreuzten sich die Blicke der beiden. Hähne? Redsonja zuckte die Schulter und beschloss Bloodflowers Enthusiasmus nicht zu dämpfen, zumal ein noch längerer Abschied bloss noch brutaler für Hummelchen sein musste.
"Also ich bin bereit. Und bis die anderen es auch sind. Darf ich vielleicht mal diesen Schlauch hier ein wenig ausleihen? Nur zum Testen natürlich"
Fragte sie ganz unschuldig.
Bloodflowers
15.08.2023, 00:05
„Natürlich darfst du!“ sprach der Bandit und nahm den Bierschlauch. Er hatte mit einem Stückchen Holzkohle „ZuX geprüft“ rauf geschrieben. Bloody hielt der Kriegerin den Bierschlauch vor die Nase und tippte mit dem Finger ein paar Mal auf das „Prüfsiegel“.
„Ich habe umfangreiche Langzeittests durchgeführt und glaube mir, du kannst soviel trinken wie rein geht und noch mehr… aber das geht nicht mehr in dich rein beziehungsweise kommt sehr schnell wieder raus.“ der Bandit lachte und gab der Kriegerin den Bierschlauch.
„Sag, geht es dir gut?“
Redsonja
15.08.2023, 00:11
"Ich bin mir da also nicht so sicher, ob einen Person zum Prüfen ausreicht." Gab sie zu bedenken und nahm einen kräftigen Schluck. Dann machte sie ein gespielt fachfrauisches Gesicht und meinte. "Muss ganz klar noch weiter geprüft werden."
Sie nahm noch einen kräftigen Schluck und noch einen, sodass ihre Gurgel kaum mit Schlucken nach kam. Dann wagte sie erst die Antwort.
"Nein."
Entgegnete sie sie. Dann atmete sie tief durch und schob gleich hinterher, damit niemand auf die Idee kam die Ursachen zu diskutieren.
"Aber daran lässt sich nichts ändern."
Bloodflowers
15.08.2023, 00:27
Bloody schaute erstaunt, konnte es Probleme geben die man mit Bier nicht wegspülen kann? Klar, die khorinische Einkommensteuer samt Soli, obwohl man den Steuereintreiber vielleicht bestechen konnte? Aber sonst?
Da Redsonja auch anscheinend nicht weiter darüber reden wollte, bohrte Bloody auch nicht weiter nach. Sie wechselten sich daher ab und tranken mehr oder weniger still aus dem Bierschlauch. So viel wie rein gehen würde und vielleicht noch etwas mehr.
"Jetzt ist aber mal gut", ging Gorr nach einer ganzen Weile dazwischen und nahm den beiden entschieden den Bierschlauch aus den Händen.
"Sonst kann ich euch ja noch als Kollateralschaden abschreiben, bevor wir überhaupt einen Fuß vor die Tür gesetzt haben. Ich wusste doch, dass es ein Fehler war, die Taverne als Treffpunkt zu wählen."
Die Hähne krähten.
"Hörst du das Bloody?", fragte Gorr rhetorisch und deutete mit dem Zeigefinger auf sein linkes Ohr. "SO klingt es wenn die Hähne krähen. Nicht zu verwechseln mit den nächtlichen Brunftschreien läufiger Scavenger..." Er lachte spöttisch.
Hummelchen hatte sich zwischenzeitlich wieder in ihre gemeinsamen Gemächer zurückgezogen. Abschiede lagen ihnen beiden nicht so sehr.
Schmok saß seit Stunden regungslos am Tresen. Die Arme auf die Theke gestützt, der Rücken gerade und den Blick geradeaus. Der Unendlichkeit zugewandt. Er schlief. Tief und fest. Mit offenen Augen. Das musste er jahrelang perfektioniert haben. Zu welchem Zweck auch immer. Eine Fliege landete auf seinem glänzenden Augapfel und kroch darüber, putzte sich die Vorderbeinchen aneinander.
Gorr musste sich vom dem Anblick abwenden, sonst wäre ihm das Frühstück aus dem Gesicht gefallen.
"Gut, dass wenigstens einer von uns Schlaf gefunden hat." Sagte er, an die anderen gewandt, dabei tätschelte er zärtlich die Glatze seines Bruders, der weiterhin im Tiefschlaf verblieb und ganz ruhig und flach atmete.
"Lasst uns aufbrechen. Auf nach Nordmar."
Bloodflowers
15.08.2023, 13:39
Bloody hörte die Worte des Aufbruchs und rieb sich daraufhin die Hände.
"Gut, also dann los. Auf nach Nordmar, wir werden Ragnar finden."
Im Grunde müsste jetzt eine Motivationsrede folgen. Vorsichtig prüfte der Bandit die Lage. Waren alle aufnahmefähig und willig (außer Redsonya, die war entschuldigt)? Nicht das es Kopfnüsse hageln würde. Man müsste jetzt die Reise lobpreisen. Den Mut der Abenteurer sich auf diese beschwerliche Reise zu begeben, voller Gefahren und Entbehrungen. Die Welt war schließlich ein Ort voller Wunder der entdeckt werden wollte. Die Weltmeere wollten bezwungen werden, Schätze geborgen und Berge die majestätisch in den Himmel ragten erklommen werden. Bloody würde die endlosen Küstenlinien des Festlands hervorheben, die sich über die Weite des Horizonts erstrecken würden. Und wie erst die ganzen pulsierenden Städte die mit ihren Marktplätzen, Tavernen und dem Gewirr fremder Sprachen locken würden. Oft war es nicht einfach, den ersten Schritt zu wagen und das Bekannte hinter sich zu lassen, aber das Leben war auch zu kurz und zu kostbar, um es immer in der gewohnten Art zu verbringen. Es war an der Zeit gewohntes hinter sich zu lassen und in das Unbekannte einzutauchen. Es galt keine Zeit mehr zu verschwenden, mit endlosen Gedankengängen zum Beispiel. Jeder Augenblick zählte um das Fernweh zu stillen, das war klar wie Kloßbrühe.
Enthusiastisch rief Bloody:
"Die Welt wartet auf uns, mit offenen Armen und atemberaubenden Abenteuern. Lasst uns auf diese wunderbare Reise begeben..."
Der Knall der zufallenden Tavernentür weckte den Banditen aus seinen Tagträumen. Gorr, Schmok und Redsonya hatten die Taverne verlassen. Bloody hörte nur noch ein liebliches "Zieh'n Finger Bloody!" und dann verließ auch er die Taverne.
"Wartet doch!" der Bandit rannte den anderen hinterher und hatte sie schnell eingeholt. Es ging Richtung Khorinis.
meditate
12.09.2023, 09:32
es hatte bislang nichts geholfen. die magie kam einfach nicht zurück. manchmal war ein fernes glimmen zu spüren, immer dann, wenn sie sich dem matti-acker näherte. und manchmal, wenn sie schlief. dann erschien ihr manchmal ein junge mit seltsamen augen, der ihr zeigte, dass er mit magie einfach um sich werfen konnte. wohin er auch zeigte, dort erschienen blumen, quellen, bäume, auch spielende hasenkinder oder kleine goldtöpfchen.
tröstend waren diese träume nicht, zumal sich meditate nach dem aufwachen so deutlich daran erinnerte, dass sie versucht war, selbst einfach so mal kleine zauber in die gegend zu werfen. es geschah natürlich nichts.
also hatte sie sich in die arbeitsabläufe der gemeinschaft eingefügt. sie half bei der ernte vor allem bei der kräuterfrau, denn kräuterauszüge herzustellen hatte sie nicht verlernt. vielleicht sollte sie als kräuterfrau in der zukunft hier auf dem hof weiter leben. oder vielleicht doch irgendwann noch mal ins kastell zurück kehren.
allerdings fürchtete sie sich auch davor. beliar würde ihr nicht so schnell verzeihen, dass sie sich von einem dämon so einfach hatte einfangen lassen
Kugelchen
15.10.2023, 14:44
Kugelchen hatte die Jagd nach dem Gänsedieb längst aufgegeben, aber sie hatte unbemerkt Hilfe bekommen. Eine der Katzen des Hofes, die pechschwarze Gruftie hatte sich immer neben sie gesetzt und hatte das einfach beibehalten als Kugelchen die lange Warterei längst aufgegeben hatte.
Gruftie fand sich jede Nacht zuverlässig ein und wenn sie nicht gerade Mäuse fing, von denen es hier auch genug gab, wartete sie und wartete und wartete...
Sie lag auf der Lauer, ihr dichtes Fell verschmolz förmlich mit dem Schatten der alten Eiche. Die Mondlichtstrahlen spielen auf ihrem schwarzen Fell, als sie ihre grünen Augen auf den Hof richtete. Ein Gefühl sagte ihr, dass heute Nacht etwas nicht stimmte.
Da – ein Rascheln vor dem Hühnerstall. Gruftie spannte ihre Muskeln an und bewegte sich lautlos durch das hohe Gras. Sie wussten, dass dieser Eindringling nicht entkommen würde. Ihr Schwanz zuckerte vor Aufregung. Als sie den Stall erreichten, erblickte sie eine schattenhafte Gestalt, die gerade versuchte, durch ein loses Brett in den Stall zu gelangen. Schnell erkannte sie die groteske Statur eines Goblins, kaum höher als sie selbst, mit zerzausten Haaren und einer Tasche und einem Messer. Das Ding war ganz klar auf Gänsebraten aus. Mit einem kätzischen Grinsen und einem sanften Sprung landete Gruftie direkt vor dem Goblin. Der kleine Dieb erstarrte und starrte die Katze mit großen, glasigen Augen an. „Na, was haben wir denn hier?“, schnurrte Gruftie spöttisch. „Du dachtest wohl, du könntest dich unbemerkt an unserem Federvieh vergreifen, was?“
Der Goblin stammelte etwas Unverständliches und versuchte, sich aus dem Staub zu machen, aber Gruftie war schneller. Mit geschickten Sprüngen und geschickten Manövern hielt sie den Dieb im Schach. Immer wenn er glaubte, entkommen zu können, landete Gruftie mit einem sanften Sprung vor ihm. „Du hast nicht mit der Hüterin der Gänse gerechnet, was?“, spottete Gruftie, als der Goblin schließlich aufgab und sich zu Boden hockte. Gruftie sah sich den kleinen Kerl an und überlegte, was sie tun sollte. Schmecken würde das dreckige Ding sicher nicht, er roch gar nicht lecker. Schließlich miaute sie: „Gut, du kleiner Schelm, lass deine Diebstähle ab jetzt, entschuldige dich bei den Gänsen und sorge dafür, dass das nicht wieder vorkommt. Oder du wirst die schlimmste Katzenverfolgung deines Lebens erleben, ist das klar?“
Der Goblin nickte wild, als er verstanden hatte, und beeilte sich, das Mördermesser auf den Boden zu legen. Gruftie verfolgte ihn noch eine Weile, um sicherzustellen, dass er seine Lektion gelernt hatte, bevor sie sich zufrieden im Mondlicht putzte. Eine weitere Nacht als Hüterin der Hühner, Gänse und Kaninchen erfolgreich gemeistert.
meditate
28.12.2023, 12:55
Viele Tage schon war der erbarmungslose Frost da. Kaum jemand war aus den Hütten gekommen, alle versuchten die Wärme in den noch notdürftig aufgebauten Hütten zu halten. Im Schankraum waren einige Leute eingezogen, deren Häuser der erbarmungslosen Kälte noch nicht standhielten. Auch in die Scheune waren Familien eingezogen, denn das Vieh half auch etwas gegen die Kälte.
Schmale Pfade führten von Hütte zu Hütte und hinauf zur Burg. die Leute blieben in Kontakt, obwohl es nicht leicht war. Man half sich einfach.
In diesen frühen Morgenstunden hatte der Winter einen zarten Schleier aus Reif über die Wiesen gelegt. Sein eiskalter Hauch hatte die Gräser und Blätter in ein funkelndes Gewand gekleidet, in eine ganz eigene frostige Symphonie aus Silber und Weiß. Die Wiese war unter dieser magischen Berührung völlig erstarrt. Jeder Halm trug nun eine hauchdünne Schicht aus kristallklarem Reif. Das Morgenlicht brach sich in den gefrorenen Tröpfchen, und die ganze Welt glänzte wie mit unzähligen Diamanten übersät. Es war ein Lied der Kälte. Ein hastiges Lied, denn die Sonne würde in wenigen Minuten diese Symphonie auslöschen. Aber noch war sie kaum über den Horizont, aber Meditate war vor die Tür getreten.
Sie sah nach dem Rechten. Jeden Tag machte sie die Runde um zu sehen, ob irgendwo Not herrschte. Heute war die Luft war wie ein scharfes Messer, das beim Einatmen die Lungen zu zerschneiden schien. Trotzdem war das Land in eine magische Welt verwandelt worden. Sonnenstrahlen fingen sich im glitzernden Reif auf den Ästen. Die Schritte über das gefrorene Gras waren das zarte Wispern von tausend winzigen Kristallen, die unter den Schritten zerbarsten, als würden sie ein geheimes Lied singen, das nur in den verschneiten Winternächten erklingt. Jeder Schritt war von einem sanften, aber bestimmten Geräusch begleitet, als würde das gefrorene Gras leise ein Sterbelied für das Land singen. Die Welt war ansonsten still geworden, eingefroren.
Und doch konnte Meditate das leise Zwitschern der Vögel vernehmen, die sich nicht in wärmere Gefilde zurückgezogen hatten. Sie hatte den Bauern ein paar Handvoll Getreidekörner abgerungen um den tapfersten der Winterbegleiter ein wenig Nahrung und damit Hoffnung zu geben. Wenn es dunkel und noch kälter wurde, saßen die kleinen Überlebenskünstler auf den Balken dicht unter dem Dach der Scheune, eng aneinandergedrückt und hofften auf ein bisschen Wärme aus den Wänden der Scheune.
Meditate hatte versucht, die Vögel auch in der Scheune für den Winter einzuquartieren, aber es hatte nicht funktioniert, die Vögel wollten trotz der klirrenden Kälte fliegen und wohl auch einige Knospen naschen. Außerdem waren die einquartieren Frauen keine Freunde von Vogelscheiße auf ihrem Bettzeug.
So warf Meditate einige Körner und getrocknete Beeren auf die Erde und freue sich daran, dass die kleinen Federknäuel sich dankbar einfanden.
trotzdem war es Zeit, dass dieser klirrende Frost ein Ende fände
hummelchen
29.12.2023, 12:28
Die wenigen Kinder mit dicken Sachen und Schuhen waren schon früh unterwegs um Schnee zu sammeln, Teich und Brunnen waren mittlerweile ja tief gefroren. Unberührten Schnee gab es mittlerweile aber nur noch näher am Wald. Dort hatten sie ein totes Reh mitgebracht, dass sie hinter sich her schleiften.
"Was soll das denn? So was lässt man doch liegen für Füchse und Wölfe."
Aber es ist noch ganz frisch, meinten die Kleinen. Das könne man doch noch essen! Die Männer untersuchten das Tier und befanden, dass man es sehr wohl essen könnte. Das würde den kargen Speiseplan doch etwas aufwerten. Immerhin verteidigte Hummelchen die Tiere im Stall nicht nur mit Worten, sondern auch mit Forke und Beil.
"Ihr werdet euch nicht an den Tieren vergreifen. Wir werden schon überleben, dann eben ohne Braten und Hühnersuppe. die Tiere werden nicht angerührt. Und nein, auch die Katzen nicht. Fangt euch Mäuse, wenn ihr unbedingt Wildbret wollt."
Und in der Tat hatten schon Ratten und Mäuse einen Weg in die Suppentöpfe gefunden.
"Im neuen Jahr müssen wir noch stärker auf die Vorratshaltung Wert legen. Wir müssen Schweine halten, damit wir Schinken und Würst für den Winter einlagern können."
meditate
29.12.2023, 12:30
"Und wir könnten Fische züchten und einlegen oder auch trocknen" meinte Meditate. "Aber die Leute verhungern ja nicht. Wir haben viele Kartoffeln eingelagert und Rüben und Kohl. Das mit der Sehnsucht nach Fleisch ist echt ein Luxusproblem"
hummelchen
29.12.2023, 12:32
"du könntes aber auch mal wieder ein bisschen zaubern. Mach, dass der Schnee taut, dann können wir Brunnenkresse ernten und die roten Rüben, an die wir im Frost nicht rankommen. Ich weiß echt nicht, was mit dir los ist. Warum zauberst du nicht? Du warst mal die mächtigste Magierin, die es im Land und im Erdenrund gab. Dass da noch was da ist, hat ja die Magie mit den großen Kartoffeln gezeigt."
meditate
29.12.2023, 12:36
"Ich hab dir schon mal gesagt, dass es nicht klappt mit der Magie." Meditate schaute ein bissschen verzweifelt auf ihre Hände. "Es lag an dem Jungen. Ich konnte ihn sehen und er hat mir die Kraft gesandt, die die Magie möglich gemacht haben. Ich hab ihn aber nie wieder gesehen. Vermutlich ist er fort. Das war sicher nur ein Nachhall der seltsamen magischen Dinge, die zu meiner Befreiung geführt haben und zur Vernichtung dieses Magieräubers.
Ich weiß leider nicht mehr, wie das ging mit der Magie. Es tut mir leid."
hummelchen
29.12.2023, 12:39
Hummelchen seufzte und ging zurück in die Scheune. die Tiere mussten versorgt werden.
"Sicher strengt sie sich nur nicht richtig an. Wenn es wärmer wird, müssen wir nach einem Magier suchen. Ganz egal, wie viel er kann. Sicher kann er dieser zerstörten Zauberin Meditate ein paar Tricks beibringen, so dass ihr wieder einfällt, wie das mit dem Zaubern ging. Leider sind ja die anderen Magier alle schneller verschwunden als man einen guten Tag wünschen konnte"
Kugelchen
02.01.2024, 13:56
Der Winter hatte die kleine Siedlung in seinem eisigen Griff. Zu allem nahmen auch noch die Brennvorräte schneller ab, als es vorgesehen war. Die Kinder waren es, die in den Wald wollten um Holz von den Bäumen zu brechen. "Ihr bleibt aber in Sichtweite", ermahnte Kugelchen die kleinen Abenteurer.
Die Kinder, in dicke Winterkleidung gehüllt,machten sich begeistert auf die Holzjagd. Unter der strahlenden Wintersonne, die sich durch die kahlen Äste kämpfte, begannen sie ihre Suche. Lachen und fröhliche Rufe hallten durch die frostige Luft, als sie sich zwischen den schneebedeckten Bäumen verteilten. Aber als sie mit vollem Schlitten zurück kamen, fehlte ein Mädchen.
Sofort schien der eisige Wind zuzulegen und trug die Namen der Leute, die nach Lena riefen. Alle eilten besorgt zum Waldrand, doch von dem kleinen Mädchen fehlte jede Spur.
Die Dorfgemeinschaft bildete schnell Suchgruppen. Mit Fackeln, Hunden und lauten Rufen machten sich die Erwachsenen auf den Weg in den Wald. Es war erst Nachmittag aber der trübe Himmel senkte sich über den Wald und die Suche wurde zu einem verzweifelten Ringen gegen die Kälte. Im Licht der Fackeln suchten die Dorfbewohner nach Spuren im Schnee, riefen den Namen des Mädchens und hofften, dass sie ihren Weg zurück zu ihnen finden würde.
Schließlich, hörten die Suchenden ein leises Schnurren. Sie folgten dem Klang und fanden Lena auf einer kleinen Lichtung. Aber sie war nicht allein. Dicht zusammengerollt lag sie inmitten der Katzen des Hofes, die sich zu einem kuschligen Häufchen zusammengerollt hatten. Diese kleinen schlauen Tiere hatte sofort die Sorgen der Menschen gespürt und waren schnell der Spur der Kinder gefolgt und hatten das Mädchen natürlich auch schnell gefunden. Lockend wollten sie sie zum Hof zurück führen, aber Lena konnte vor Erschöpfung oder auch vor Angst nicht mehr weiter laufen. Mit tröstlichem sanften Schnurren und warmen Körpern umgaben sie also das kleine Mädchen, wie ein Mantel. Die weichen Felle schützten Lena vor der beißenden Kälte, während die Katzen leise miteinander kommunizierten, als würden sie Lena beruhigen.
Inmitten dieser flauschigen Wärme fand Lena Trost und Geborgenheit.
Als die Suchgruppe schließlich auf Lena stieß, fanden sie sie tief eingeschlafen, umringt von den fürsorglichen Katzen. Die kleinen Jäger hatten das verirrte Mädchen gefunden und beschützt, als wäre sie eines ihrer eigenen.
"Ab jetzt bekommen die Katzen von unseren Vorräten ihren Anteil. Sie gehören jetzt zur Familie." Kugelchen öffnete ihre warme Hütte für die Katzen, die die Einladung gern annahmen.
meditate
08.01.2024, 12:51
Die Kälte hielt die kleine Siedlung fest im Griff. Es wäre so schön gewesen, wenn Meditate noch ein bisschen Magie hätte, dann könnte es für alle leichter sein. Mit ein wenig Wärme und Feuer wäre das Wasserproblem schon gelöst und niemand hätte mehr riesige Schneeberge einsammeln müssen, damit man sich wenigstens ernähren könnte.
Das Waschen war schon längst auf später verschoben worden und in den Hütten, ja sogar in der Burg, konnte man es riechen. Seit einigen Tagen war sogar die Notdurft abzusetzen ein Akt der Anstrengung geworden, den man sich vorher nicht vorstellen konnte. Wenn es wieder tauen würde, dann wäre es sicher ein Problem, die Nottoiletten direkt an den Wänden der Hütten zu ertragen.
Meditate ging jeden Tag einmal hinter von der Burg, um sich in den Hütten umzusehen, ob Hilfe benötigt wurde und die Suppe auszuteilen, die Hummelchen immer noch täglich für alle kochte. Denn auf die Burg in die Küche kamen immer weniger Leute. Der Weg zur Burg hoch war anstrengend und bei der enormen Kälte auch nicht für alle möglich. Dazu gab es viel zu wenig warme Kleidung. Die Leute mussten sich abwechseln und so reichte eine Ausstattung pro Hütte wirklich nur für das Wesentlichste. Und das war immer noch, seine Notdurft nicht in der Hütte selbst abzusetzen - obwohl es auch das schon gab.
Immer wieder hauchte Meditate in ihre Hände und kanalisierte all ihre Kraft in den Wunsch, wenigstens ein bisschen Magie zu finden.
meditate
21.02.2024, 11:22
der frühling war da. und damit war auch für meditate der zeitpunkt gekommen, sich auf den weg zu machen. auf dem hof hatte eine zeit der heftigen frühjahrsarbeit begonnen. die leute hatte für andere sachen jetzt keine zeit und es fehlte ihnen auch das verständnis für eine magierin, die keine magie mehr konnte. vielleicht würde man sie ja wieder hinzuziehen, wenn es an die kartoffelernte ging. da war sie ja ganz hilfreich gewesen. vielleicht konnte sie auch bei rüben und mais ihre sehr nützlichen talente einsetzen. aber im moment war nichts zu tun.
so hatte sie hummelchen mitgeteilt, dass sie sich auf den weg machen würde, um ihre magie zu suchen. hummelchen war völlig einverstanden und packte ihr einen prallen rucksack mit allem voll, was man so auf reisen brauchen könnte. und sie wünschte ihr glück und dass sie bald mit guter nachricht, sprich wiedergewonnen fähigkeiten, zurückkehren würde. hier währe ihr immer ein herzliches willkommen sicher.
und so ging meditate am morgen noch einmal zum acker des seltsamen jungen und stand dort lange und versuchte kontakt zu finden. aber alles blieb ruhig.
als sie sich gerade umdrehen wollte erblickte sie plötzlich ein leichtes leuchten. sie ging dem nach und dort lag ein kleiner ring mit einem stahlenden blauen stein. dieser kleine kristall strahlte von innen heraus, was eigentlich nicht möglich sein sollte.
meditate begriff: das war ein zeichen. sie steckte den ring an ihren finger und machte sich auf den weg
Gor na Jan
12.01.2025, 17:21
Der Gor Na lauschte den Worten Dumaks andächtig, während dieser sein Lied zum Besten gab. Unverzüglich zog es ihn in die Vergangenheit und es stand außer Frage, dass dieser Mann zu den wenigen noch Lebenden gehörte, die das Lager der Bruderschaft entweder mit eigenen Augen erlebt oder die Eindrücke ausgezeichnet aufgefangen hatten, als es noch davon zu berichten gab. Ein wenig zog es sich in dem Templerführer zusammen, als der Barde mitten im Lied abrupt stoppte und den Ausgang offen ließ, als die Felder in Reichweite rückten. Doch was vor ihnen lag, forderte ihre Aufmerksamkeit ein.
Jan konnte sich kaum daran erinnern, wann er das letzte Mal hier gewesen war, deswegen konnte sein Gedächtnis ihn täuschen, doch mochte es sein, dass sich die Felder noch weiter über das Land erstreckten als damals? Die Gebäude schienen repariert, die Felder bestellt und die Wachposten erneuert worden. Alles in allem war von dem desolaten Zustand, in dem sich die Höfe nach dem Krieg befunden haben sollen, nichts mehr zu erkennen. Nicht, dass der Gor Na in besagter Zeit hier gewesen wäre.
Doch bereits aus der Ferne wurde ersichtlich, dass sich der Hof die Unabhängigkeit, die er sich hart von der Natur zurückerkämpft hatte, auch nicht ohne Weiteres wieder nehmen lassen würde. Die Söldner hatten die Gruppe bereits gleichermaßen ins Auge gefasst, wie die Expedition sie, und sie beäugten sich skeptisch, während sich die Fremden näherten. Zugegeben, eine sechs Mann starke Gruppe war mit schlechten Absichten schon ernstzunehmen. Und die Tatsache, dass drei von ihnen ihrer Erscheinung nach offensichtlich irgendeinem Kriegerkult angehörten, machte es wohl nicht besser. Nicht dass heutzutage noch irgendwas wusste, was ein Templer war.
hummelchen
12.01.2025, 18:46
"ach gottchen, da kommen fremde, die ich hier noch nie gesehen habe. obwohl, den einen kerl könnte ich kennen, der war damals dabei, als sie das schlafende medilein erweckt haben. vielleicht war er das ja mit dem kuss, aber nein, das war wohl eine andere geschichte."
hummelchen rief stäbchen zu sich und wies ihn an, sich um die fremden zu kümmern.
"frag sie genau was sie wollen und mach ihnen klar, dass wir hier keine fremden mehr aufnehmen. Ich zieh mich zurück. und passt mir ja auf, dass sie nichts stehlen. das hat es in letzter zeit viel zu oft gegeben. in die burg kommen sie heute auch nicht mehr. sieh zu, dass du sie irgendwie unterbringt. jetzt zur nacht sollten sie denn doch nicht in den wäldern sein. da gibt es noch viel zu viele ungeklärte erscheinungen, die oft tödlich enden, wenn man ihnen begegnet."
Don-Esteban
13.01.2025, 22:12
Esteban dachte über die letzten Worte nach, die die Hofbesitzerin gesagt hatte. Ungeklärte Erscheinungen, die oft tödlich enden? Er würde morgen danach fragen, um mehr zu erfahren. Das klang nach einem Problem, bei dem in irgendeiner Form Magie im Spiel sein konnte.
Doch noch ehe er sich in Gedanken weiter damit beschäftigen konnte, kam der Verwalter schon auf sie zu, zählte sie durch und überlegte, wo er diese Gruppe unterbringen konnte.
»Halt auf jeden Fall deinen Hund von den Schafen fern. Der sieht ja aus wie ein Wolf«, meinte er.
Dumak widersprach und erzählte etwas von einem niedlichen Schoßhund, der keinem etwas zuleide tun konnte. Ob er das selbst glaubte? Bei ihm wusste man nie, inwieweit er bereit war, seine eigenen Geschichten als Wirklichkeit zu akzeptieren. Die Grenzen zwischen dem, was er sah und dem, was er daraus machte, waren oft fließend.
»Wir benötigen nur ein einfaches Lager«, sprach Esteban.
»Platz im Gesindehaus ist, denke ich, für diese Nacht akzeptabel. Auf dieser Insel muss man ja mittlerweile seine Ansprüche etwas senken.«
Er dachte daran, dass er wochenlang im Ruinenlager mitten im Dschungel Jharkendars gelebt hatte, wo nichts außer halb zerfallenen Häusern und vermoderten Resten von Bettgestellen auf sie alle gewartet hatte und sie sich selbst um ihr fortkommen kümmern mussten. Ein Lager in einem richtigen Haus wäre hier schon eine starke Verbesserung. Und wer wusste schon, wann er wieder Gelegenheit dazu bekam? Im Minental, dem nächsten Ziel, jedenfalls nicht.
»Und wir würden morgen gerne Proviant kaufen, falls ihr etwas veräußern könnt.«
Er wandte sich an Gor na Jan, den er als Führer der drei Templer ansah.
»Ich denke, eine Nacht sollte hier ausreichen. Hummelchen sprach eben von merkwürdigen, gefährlichen Erscheinungen, ich werde versuchen, morgen mehr darüber zu erfahren. Ich kann mir noch keinen Reim darauf machen, aber eins weiß ich. Nicht nur das Minental ist gefährlicher geworden. Auch die restliche Insel wimmelt mittlerweile nur so vor wilden Tieren, Bestien und merkwürdigen Kreaturen. Vielleicht hängt das damit zusammen, falls da etwas dran ist.«
Stäbchen, der Verwalter, führte sie nun allesamt zu dem Haus, das in alten Zeiten als lokale Taverne der Bauern und des Gesindes dieses Hofes und auch der drüben von Sekob gedient hatte. Heute war es zum Teil Lager und zum Teil eine Art Gemeinschaftsraum der Landarbeiter und Mägde. Grob gezimmerte Tische und Bänke füllten einen Teil aus und hier saßen einige und nutzten den Abend, um zu trinken und zu fabulieren, Gerüchte auszutauschen und was man sonst noch so tat zwischen dem Tagwerk und der Nacht.
»Hier könnt ihr euch ausruhen. Im Haus gegenüber könnt ihr dann euer Lager aufschlagen. Eine Ecke mit Strohsäcken ist dort frei.
Über die Verpflegung reden wir morgen.«
Er nickte und verabschiedete sich.
Die Anwesenden rückten etwas zusammen und jeder der sechs Gäste suchte sich einen Platz. Gomez verkroch sich unter die Bank zu Füßen des Barden.
»Hey, wir können uns hier einen lustigen Abend machen«, schlug der Sänger sogleich vor.
Auf jeden Fall war es hier gemütlicher als noch vor ein paar Tagen im Sumpf von Jharkendar. Und auch wenn der Eintopf von heute Mittag in den Ruinen der Toten Harpyie großartig war, so war doch das leicht verfallene Gasthaus eine stete Mahnung daran gewesen, dass sich das Rad der Zeit auf der Insel weiter gedreht hatte. Hier hingegen war noch Leben. Leute, die hier wohnten und ihrer täglichen Arbeit nachgingen. Der Anschein von einer geordneten Welt hob Dumaks Laune tatsächlich. Als fahrender Sänger brauchte er außerdem Publikum, das nicht aus Vögeln, Füchsen und Eidechsen bestand.
»Wie wärs mit einem passenden Lied?«, schlug er vor und hatte fast im selben Moment auch schon seine wunderbare Laute in der Hand und begann, eine lustige Melodie zu zupfen.
»Ein Lied auf die vollen Becher«, rief er und stellte es dann vor:
»Der Grund des Trinkens: Wir alle tun es nur aus Mitleid. Ihr glaubt mir nicht? Dann hört zu!«
Und er begann mit seienr volltönenden Stimme zur Melodie zu singen.
»Es wartet seit langem das Bier nun im Faß,
vor Trauer ist es schon von Tränen ganz naß.
Will keiner der Gäste es denn heut noch trinken?
Auf all ihr Humpenkipper, ihr sonst so flinken,
ihr immer so durstigen Kneipenstammzecher,
bestellt euch beim Wirte sofort einen Becher.
Trink Brüderlein,
trink Brüderlein,
trink Brüderlein,
trink.
Der Wein steht tief unten im dunkelsten Keller,
wollt zahlen dafür etwa ihr keinen Heller?
Er wird essigsauer vor Kummer und Gram,
drum ran an die Theke und das nicht zu lahm!
Gießt hinter den süßen, gekelterten Wein
es wird euer Schade (und der des Wirtes) nicht sein.
Trink Brüderlein,
trink Brüderlein,
trink Brüderlein,
trink.
Der Cidré, der schäumt schon gar mächtig vor Wut
Ist er denn für euch etwa nicht gut genug?
Bestellt euch ganz schnell einen ganz großen Trunk,
sonst gibt es in dieser Taverne noch Stunk.
Kühlt mit dem Trank euch die Zung’ und den Gaumen
leckt ab euch die Finger danach (auch die Daumen).
Trink Brüderlein,
trink Brüderlein,
trink Brüderlein,
trink.
Und wer jetzt noch steht und auch nun noch nicht lallt,
dem sag ich bestimmt nicht in strengem Ton: Halt!
Ich lad’ ihn ein auf seine eigenen Kosten
Es gibt da noch etwas, das läßt Schwerter rosten.
Die Hornhaut im Hals wir mit Feuerlikör testen,
doch was macht der Wirt dann mit unseren Resten?
Schwank Brüderlein,
schwank Brüderlein,
schwank Brüderlein,
fall.«
Und tatsächlich hob sich die Stimmung und irgendwann sangen fast alle den Refrain mit und es wurde ein gelöster Abend.
Gor na Jan
14.01.2025, 09:34
Manch einer mochte behaupten, einen Feuersturm herbeizurufen, Stein zum Leben zu erwecken oder die Natur zu beherrschen sei die einzige Magie in unserer Welt, doch was Dumak an jenem Abend allein mit Worten und Klängen in der Taverne veranstaltet hatte, war nichts Geringeres. Auch wenn die Templer zu ihrer Zeit nicht unbedingt für ihre ausgelassene Feierlaune bekannt waren, konnten selbst Rhan, Thal und Jan sich der Stimmung nicht erwehren. In der Stadt war es doch recht trostlos geworden, gerade in den letzten Jahren, so dass dies wohl das erste Gefühl von Gemeinschaft war, dass sie seit dem Fall der Bruderschaft erfahren durften. Dafür schuldete der Gor Na dem Spielmann dank. Und dafür, dass es die Stimmung gegenüber der fremden Truppe auf dem Hof wohl etwas milder gestimmt haben dürfte.
An diesem Morgen war der Templerführer früh auf den Beinen, denn gerade die Nostalgie des letzten Abends zog ihn zu einem besonderen Ort. Während er seine Schritte zu jenem kleinen Wiesenstück am Rande des Waldes lenkte, dachte er noch an die letzten Worte gegenüber Esteban am Vorabend zurück. "Wenn unsere Hilfe benötigt wird, wir stehen bereit. Wenn es blutet, können wir es töten." Die Sorge des Templers war, dass genau das schon das Problem sein könnte. Wie viele Dinge in der Welt lauerten, denen ein Schwert nicht gewachsen war...
Hier war es. Da war er sich sicher. Man konnte nichts mehr von den Holzpfählen erkennen, die sie hier einmal in den Boden gesteckt hatten, doch dies war der Ort, an dem er die zwei Söldner im Zweihandkampf unterrichtet hatte. Taeris und Gorr, so erinnerte er sich. Zwei der großen namhaften Streiter Lees. Er erinnerte sich auch an wenig rühmliche Trainingsmethoden, die er damals hatte. Vielleicht würde er sich eines Tages für den einen oder anderen Ausrutscher noch entschuldigen, sofern er einem der beiden noch mal begegnen würde.
Viel mehr erinnerte sich der Templer jedoch an das Kernstück der Templerform. Surrend ließ der Gor Na den Roten Wind vom Rücken gleiten. Er liebte dieses Geräusch. Wie eine Melodie trug es den Klang noch weit in die Welt hinaus. Dann umfasste er den Anderthalbhänder mit beiden Händen und ging in Ausgangsposition. Als seine linke Hand das Heft umklammerte, spürte er den stechenden Schmerz in seiner Schulter. Eine konstante Erinnerung, auch an eine Rechnung, die noch nicht beglichen war. Eine Waffe wie das Druidenschwert seines einstigen Mentors würde er wohl nie wieder so führen können, doch für das agile Langschwert reichte es noch aus.
Dann begann Jan den Tanz. Sein Körper wurde nicht jünger, seine Muskeln vielleicht nicht mehr so kräftig wie in seiner Jugend, doch wo vorher rohe Kraft die Geschwindigkeit befeuerte, war es nun Leichtigkeit. Die Leichtigkeit eines Lebens, dass irgendwann jeden unnötigen Widerstand abgeschliffen und nur die Essenz zurückgelassen hatte. Sein Fuß fand jeden Platz, jeden Fleck, an dem einst die Pfähle gestanden hatten. Ob er dies noch in schwindelerregender Höhe hätte vollbringen können wie damals? Eine offene Frage, die wie alle anderen Gedanken sanft davongetragen wurde, während er seine Bewegungen fließen ließ.
Im Laufe der Zeit erwachte auch Dante, schälte sich noch müde aus ihrer Unterkunft und setzte sich neben den nicht mehr vorhandenen Trainingsplatz, während der Templer seine Routine vollführte. Wie jeden Morgen. Nur nicht an einem so besonderen Ort. Jede Bewegung brachte Erinnerungen zurück. Flonos... Ein junger Novize. Genau hier. Irgendwie erinnerte er ihn an seinen Mentor. Jede Bewegung hatte Tradition. Es war mehr als nur eine Schwertform. Es war ein Gebet. Ein Ritual. Für den Schläfer, für die Templer, für den Geist der Bruderschaft.
Nach einigen Durchläufen legte Jan die Klinge auf der rechten Schulter ab, kramte einen grünen Novizen aus seinem Krautbeutel und entzündete ihn an einer Fackel. Während er zu einer einhändigen Schwertform überging, wobei er den Anderthalbhänder aus der Rotation seines Körper immer wieder in den nötigen Schwung versetzte, stellte er fest, dass Einhandkampf auch seine Vorteile hatte: Man konnte dabei mit der anderen Hand rauchen.
Don-Esteban
15.01.2025, 20:03
Esteban hingegen machte sich am nächsten Morgen auf, um Hummelchen zu suchen. Er wollte mehr erfahren über die nebulösen Worte, die sie bei der Begrüßung fallen gelassen hatte.
Zuerst schaute er dort nach, wo sie gestern abend gesessen und getrunken hatten. Es hatte sogar einen einfachen Landwein gegeben, der nach den Wochen des leeren Weinschlauchs eine willkommne Verbesserung gewesen war. Doch in dem Haus war niemand mehr. Aber das hatte er sich fast schon gedacht, schließlich war Tag und alle Knechte und Mägde an ihrer Arbeit.
Als nächstes schaute er auf der Schafweide nach, dort wo früher unter Onar der Hirte Pepe inmitten seiner Schafherde stand und darauf achtete, das keines von ihnen zu weit in den Wald rannte. Heute war dort ein Gatter aufgebaut, so dass die Schafe nicht den ganzen Tag einen eigenen Hirten brauchten, wenn sie im Sommerhalbjahr auf der Weide standen. Hummelchen führte den Hof eben ganz praktisch, sah Esteban ein. Doch hier war sie auch nicht. Vielleicht ja im Stall.
Hier war das Licht dämmrig, denn es gab nur kleine Fenster. Der Ochse, mit dem sie damals auf den Hof gekommen war, stand noch immer hier und daneben ein paar wohlgenährte Milchkühe. Und in einer abgetrennten Box eine kleine Herde Schafe. Ein Stallknecht brachte gerade Heu von irgendwo her hinein. Aber keine Hummelchen.
Da machte Esteban wieder kehrt und versuchte es im alten Herrenhaus, in dem damals Onar herumgesessen hatte und sich Lee jahrelang den Kopf darüber zerbrochen hatte, wie um Adanos Willen er es bloß schaffen sollte, zum Festland zu segeln, um sich am König zu rächen. Aber das war jetzt alles schon lange Geschichte. Das Haus war aufgeräumt und sauber. Und leer.
Nun konnte er noch in der Scheune nachschauen. Er verließ das Bauernhaus und stiefelte über den Hof. Hühner liefen gackernd beiseite und beschwerten sich darüber, nicht mehr in Ruhe weiter picken zu können.
Der Magier achtete nicht darauf. Er hatte etwas anderes entdeckt. Weit draußen, vor dem Hof auf einem der Felder lief eine Frau entlang, er konnte es genau sehen. Als letztes beschloss Esteban daher, über die Felder zu gehen. Und als er nach einer ganzen Weile nahe genug herangekommen war, konnte er auch Hummelchen erkennen. Na also!
»Na, immer unterwegs, um zu schauen, dass alles richtig gemacht wird?«, begrüßte er die rundliche Frau.
»Du hast gestern von ungeklärten Erscheinungen gesprochen. Das interessiert mich. Was meintest du denn damit?«, fragte er.
hummelchen
16.01.2025, 18:33
"Huch, ach ihr seid es. Ich hatte schon befürchtet...."
Hummelchen drehte sich um und betrachtete den Magier nicht gerade freundlich. "Was macht ihr hier? Ich hatte wirklich gehofft, ihr hättet einer Freundin auch weiter geholfen. Sie hatte keine Magie mehr und ich hatte irgendwie die Hoffnung, dass ihr euch auch nach der Befreiung von Meditate um sie kümmert. So war sie dann noch eine ganze Weile mein Gast und niemand konnte ihr helfen. Sie ist dann fortgegangen, immer noch ohne magische Fähigkeit, wenn man mal davon absieht, dass sie die Kartoffeln kräftiger wachsen ließ. Aber das konnte auch an der Magie des Jungen liegen."
Don-Esteban versuchte sie zu unterbrechen und seinem Anliegen Gehör zu verschaffen, aber Hummelchen ließ sich nicht bremsen.
"Der seltsamsten Magie aller Zeiten habt ihr nicht mal richtig nachgespürt, immerhin hat sie euch allen eure Kräfte genommen. Und warum habt ihr sie wieder, aber meine Freundin nicht? Es war herzlos, dass ihr einfach weiter gezogen seid. So weit ich weiß, standet ihr euch ja auch mal ziemlich nahe. Und um auf deine Frage zurück zu kommen: ja, ich hab sie gehört, der Wald ist noch immer unheimlich. Er lässt uns nicht rein, er wirft immer neue Brombeerranken die man kaum zerschnitten bekommt und dann sind sie am nächsten Tag wieder da und dicker als vorher. Irgendwas passiert in den Nächten, keiner verlässt abends mehr den Hof und niemand wagt sich im Dunklen auf die umliegenden Felder. hier auf dem Hof und inmitten der kleinen Gemeinde scheint alles geschützt, aber so richtig frei sind wir immer noch nicht. Vor allem die jungen Leute wollen auch mal einen Mondaufgang genießen und allein am Waldrand entlang gehen. Aber das geht immer noch nicht. Am Anfang haben es einige versucht und die fanden wir dann morgens schreiend und blutend in den Brombeerhecken und keiner konnte sich erinnern, wie das passiert war. Ja, das macht Angst und es sind auch einige wegen solcher Vorfälle wieder in die Stadt zurück gezogen, obwohl es da auch nicht angenehm ist. Aber da hat der Schrecken wenigstens ein Gesicht."
Ach wenn doch der Junge noch da wäre, murmelte sie noch leise vor sich hin und ihr wurden die Augen etwas feucht.
Don-Esteban
16.01.2025, 19:15
»Aber ...«
»Also ...«
»Das ist ...«, versuchte Esteban mehrmals, zu antworten, aber Hummelchen war mächtig in Fahrt. Die Augenbraue des Schwarzmagiers rutschte abwechselnd nach ganz oben und dann wieder nach unten. Und überhaupt. Er hatte sich doch nur eine Gebirgskette weiter in einem der nächsten Täler aufgehalten. Zugegeben, eine ziemlich lange Zeit. Aber trotzdem war er noch auf dieser Insel geblieben.
Langsam bekam der Magier eine leise Ahnung davon, dass das Leben im Kastell wohl irgendwie einfacher war. Da hielt einem jedenfalls keiner so einen langen, emotionalen Vortrag. Die Dämonen sowieso nicht. Manchmal sehnte er sich regelrecht nach dem wohlbekannten Kopfschmerz, den sie so meisterhaft zu verursachen verstanden. Jetzt war wieder einer dieser Momente.
»Nunja ...«, versuchte er es erneut, als Hummelchen ihrer Empörung genug freien Lauf gelassen hatte.
»Jetzt bin ich ja wieder da. Hast du eine Ahnung, wo ich Meditate finden könnte? Hat sie gesagt, wo sie hingehen wollte, in welche Richtung zu gehen sie plante?«
Er fasste sich nachdenklich ans Kinn und bemerkte einen Augenblick später, was er tat und ließ die Hand wieder sinken. Diese leicht altväterliche Geste hatte er sich doch schon vor vielen Jahren abgewöhnt. Hummelchen brachte ihn noch ganz durcheinander.
»Und was dein Wald- und Brombeerproblem angeht ...«, fuhr er fort, »ist vielleicht ein Druide ein guter Helfer. Immerhin kennen die sich mit der Magie der Natur und diesen ganzen Waldgeistern – oder was auch immer es da geben mag – am besten aus.«
Esteban fand, das klang doch ganz vernünftig. Jetzt musste man nur noch einen Druiden auf Khorinis finden. Aber er konnte sich ja nicht um alles kümmern, oder?
»Ich spürte heute auf meinen Wegen über und rund um den Hof keine Veränderung meiner Magie«, befand er.
»Aber vielleicht war ich auch nicht weit genug im Wald.«
Dann erinnerte er sich daran, dass Hummelchen ja auch von den Nächten gesprochen hatte und nicht von den Tagen.
Mhm, dann war vielleicht auch Beliar, der Gott von Dunkelheit und Nacht, involviert? Beinahe hätte er sich schon wieder am Kinn gekratzt.
»Vielleicht ist es ja doch einen Blick mehr wert«, gab er dann zu.
»Aber eins nach dem anderen. Zuerst Meditate finden, dann sehen wir weiter. Sicher kann sie mehr dazu sagen, wenn sie sich hier auf dem Hof noch eine Weile aufgehalten hat.«
Gor na Jan
17.01.2025, 21:39
"Sie sieht wütend aus", proklamierte Dante das Offensichtliche.
Der Milizionär saß neben dem Templerführer auf einer Bank und knabberte an einem Käsebrot. Gor Na Jan beobachtete die Interaktion zwischen dem Schwarzmagier und der Hofbesitzerin fern auf den Feldern. Viel war nicht zu erkennen, außer der der offensichtlichen Beobachtung Dantes. Es behagte ihm nicht, ungebetener Teil einer wohl privaten Begegnung zu sein, aber es behagte ihm auch nicht, im Unklaren zu sein. Da musste ein Teil seiner Persönlichkeit zwangsläufig den Kürzeren ziehen.
"Was machst du daraus?", hakte Dante weiter nach.
"Erstmal gar nichts. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, das hier wird wohl etwas mehr als nur Vorräte aufstocken."
Mit diesen Worten erhob sich der Templer.
"Und was tun wir jetzt?"
Der einstige Zweihandmeister zuckte mit den Schultern, als bedürfte die Frage keines großen Nachdenkens.
"Was wir am besten können, bis wir gebraucht werden", sprach er ruhig, ließ den Anderthalbhänder vom Rücken gleiten und schlenderte zurück zu seinem Trainingsplatz am Waldrand. Waren diese Brombeerranken gestern auch schon so dicht?
hummelchen
18.01.2025, 12:24
"Ihr könnt das halten wie ihr wollt. Die Bedrohung hier ist sehr real und ich muss mich um meine Leute kümmern und dafür sorgen, dass sie ein sicheres Zuhause haben und es immer genung zu essen gibt. Die Hecken rücken ständig weiter auf unser Gut vor und ich fürchte, dass nimmt irgendwann ein ungutes Ende.
Wir haben sogar scxhon daran gedacht, den ganzen Wald abzufackeln, damit das ein Ende hat. Aber sieh doch nur, selbst im kalten Winter wohnen dort Vögel, auch wenn wir nur noch die Vögel sehen. Aber nachts hören wir es, der Wald ist bewohnt. Neben den undeutbaren und unheimlichen Tönen hören wir Wirlschweine und im Herbst hörten wir auch Hirsche. Bis jetzt habe ich also darauf geachtet, dass die kleinen Feuer, die ängstliche Bauern hin und wieder legten, noch gelöscht wurden. Aber lange wird das nicht mehr so weitergehen. Und wenn du auf Druiden verweist, da waren schon welche hier und haben sich für nicht zuständig erklärt. Dieses bedrohliche Wachstum der undurchdringlichen Hecken hätte nichts natürliches und da müssten andere ran.
Nun verrate mir mal, was ich tun soll."
Don-Esteban
19.01.2025, 16:33
Die Hofbesitzerin machte weiterhin einen eher abweisenden Eindruck. Esteban hatte den Eindruck, dass Gäste hier eher als Belastung angesehen und nicht als willkommene Abwechslung betrachtet wurden. Aber sei's drum, das Leben hier auf sich allein gestellt war sicher hart, das färbte ab und da konnte man auch zusätzliche Esser, die nichts beitrugen, nicht gebrauchen. So gesehen verständlich.
Esteban antwortete freundlich: »Ich danke dir für deine Informationen, Hummelchen. Wir werden sehen. Ich rede mit meinen Gefährten und wir werden entscheiden, was wir tun. Ob wir überhaupt etwas tun können, um dir zu helfen.«
Er entfernte sich, um Gor na Jan zu suchen, den er bald darauf hinter dem Hof traf, wo er auf einem improvisierten Trainingsplatz einige Schwertübungen vollführte.
Er setzte ihn und seine Begleiter über die Entwicklungen in Kenntnis.
»Ich würde gerne helfen, habe jedoch noch keine Anhaltspunkte, um was es sich hier handelt. Wenn ihr jedoch ohne weitere Verzögerung lieber weiterziehen wollt, dann verstehe ich das.
Ich weiß nur so viel: Vor einem Jahr etwa haben wir hier in der Gegend eine üble Kreatur, eine Art Magiedieb besiegt. Ein Wesen wider alle Götter: Es stiehlt die Magie aus allem und von jedem und ernährt sich davon, während alles andere vergeht und stirbt oder widernatürlich beeinflusst wird. mit Magie war ihm nicht beizukommen, da dies ja nur seinen Appetit befriedigte. Eine ganz hinterhältige Gestalt. Ob die Beobachtungen, die mir Hummelchen erzählt hat, irgendwie damit in Zusammenhang stehen - vielleicht als eine Art Nachwehen - weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch etwas ganz anderes. Aber natürlich scheint es nicht zu sein, was hier zu passieren scheint.
Nach irgendwelchen Vorräten habe ich besser gar nicht erst gefragt. Schien mir nicht so, als hätte sie viel an Fremde abzugeben. Ist wohl schwieriger als gedacht, hier draußen einen Hof zu führen, umgeben von Wildnis.«
hummelchen
19.01.2025, 18:06
hummelchen wühlte in ihrer schürzentasche, irgendwas hatte ihr doch meditate gegeben. vielleicht wäre das ja von nutzen bei der suche nach ihrer freundin. ah, da war es. es war so ein unförmiger ring, den sie ihr gegeben hatte, weil sie ihn nicht mehr tragen wollte. es wäre ein zux-gildenring oder so was. dieser don-esteban könnte ihn vielleicht gebrauchen oder auch nicht.
sie lief zu den gästen, die alle am alten übungsplatz standen.
"he, esteban, ich hab da was. hat mir medi gegeben, bevor sie weiter gezogen ist. und mir ist noch was eingefallen. medi konnte doch oben auf dem feld des jungen die kartoffeln größer machen. das war auf jeden fall auch ein bisschen magie. könnte es sein, dass da so ein fitzelchen magie den wald gestreift hat und diese unnatürlichen ranken beflügelt hat? das wäre dann aber wirklich schrecklich.
weißt du, im vorigen jahr hat einer der jungen männer mit einem sehr scharfen schwert auf die ranken eingehauen. er kam auch ein stück vorwärts, aber dann schloss sich die hecke hinter ihm und wir hörten ihn nur noch schreien. wir haben versucht, ihn rauszuholen, aber er war tot. aufgespießt von tausenden dornen. die familie ist dann weggezogen und nie wieder gekommen. seither hat keiner mehr versucht, die hecke zu durchschreiten."
Gor na Jan
20.01.2025, 19:22
Der Templerführer verschränkte die Arme und nickte der Hofbesitzerin tief zu als Zeichen zugleich des Grußes und des würdevollen Respekts. Er wartete den Wortwechsel zwischen der Großbäuerin und dem Schwarzmagier ab, ehe er sich an Don Esteban wandte, wobei er seine Antwort ebenso an hummelchen richtete.
"In allen Belangen der Magie sind wir Templer leider, abgesehen davon, dass wir dank der Baale ein gewisses Maß an magischer Manipulation des Geistes erlebt haben, vergleichsweise machtlos. Doch klingt es danach, als ob etwas weltliche Unterstützung hier gar nicht so verkehrt wäre. Gerade wenn der Wurzel des Übels wie du vermutest mit Magie nicht beizukommen ist. Wir bleiben, bis die Aufgabe hier erledigt ist. Und ich für meinen Teil werde dich begleiten, wenn du mein Schwert brauchst. Ich frage die anderen, doch gehe ich nicht davon aus, dass sich einer von ihnen verwehren wird."
Dann blickte Gor Na Jan zu hummelchen und ließ sich ihre Worte und das unangenehme Bild durch den Kopf gehen, was diese zeichneten.
"Vielleicht sollten wir uns aber vorher angucken, was es mit diesen Ranken auf sich hat, bevor wir in ihrer Mitte feststellen, dass auch drei Templer diesem Gestrüpp nicht gewachsen sind? Hast du eine Idee, wo wir anfangen?"
hummelchen
22.01.2025, 18:37
"man kann auch versuchen, den wald auch überrunden, auf drei seiten geht das. die vierte ist nackter fels. wie ich medi verstanden habe, war da irgendwo das stille haus, es muss also einen pfad am felsen entlang existieren. medi war ja in khorinis, als sie das haus entdekt haben. und gerettet wurde sie irgendwie über den felspfad, den wir aber nicht gefunden haben- wir haben es ja versucht."
hummelchen sah jetzt ein bisschen verzeifelt aus.
"unsere jungs waren ja schon auf die idee gekommen, damit man in den wald eindringen kann. vielleicht gibts die lösung unseres problems ja inmitten des waldes. wir waren auch schon in khorinis und haben nach dem haus gesucht, aber wir haben es nicht gefunden. da war medi noch hier und auch die wusste keinen rat. habt ihr schon gesehen, wie die hecke sich gereckt hat, seit ihr hier seid? man kann es gut am schnee sehen, wo sich neue ranken voran gearbeitet haben"
Stäbchen
26.01.2025, 18:26
"hab ich richtig gehört? ihr wollt den widerlichen stachligen hecken an den kragen? ich wäre auf jeden fall dabei. meister esteban, wie seid ihr denn damals aus diesem ominösen stillen haus entkommen? ihr müsst doch irgendwie durch oder um den wald herum gekommen sein. in meiner erinnerung seid ihr stramm aus dem wald gekommen und da gab es keine unverwüstlichen, würde sagen, magische brombeerhecken. in meiner erinnerung wuchsen sie erst nachdem ihr weiter gezogen seid. im frühling waren die sogar noch sehr schön. da wuchsen auch noch wilde rosen dazwischen und da sah die hecke auch schon magisch aus, aber auf andere weise. "
"Wie ein Brautkleid" fügte er leise hinzu.
Don-Esteban
26.01.2025, 22:44
»Nun, wir haben das Haus damals so verlassen, wie wir hineingegangen sind: Über einen Zugang in einer merkwürdig unscheinbaren, schmalen Gasse im Oberviertel von Khorinis«, antwortete Esteban Stäbchen.
»Soweit ich weiß, ist Meditate hingegen über einen Garten und eine Wiese durch einen Wald, der ihr einen Pfad geöffnet hat, hierher gelangt.
Wenn der Wald ihr damals einen Weg geöffnet hat, dann hat er sich entweder seitdem verändert oder es war nur ihr bestimmt, hindurch zu gelangen.«
Der Schwarzmagier konnte sich darauf gerade keinen Reim machen.
hummelchen
27.01.2025, 09:34
"hab ich es nicht gesagt? der wald war schon immer komisch und es wird zeit, dass da mal so sachkundige magier wie ihr nach dem Rechten sehen. Kann ja sein, dass wir den Durchgang nur einfach nicht gefunden haben, da könnte man ja noch mal nachsehen. Aber wenn der Wald eine Gasse gebildet hat, dann ist das ja wohl acuch schon mal nix normales."
Damit beendete Hummelchen das Gespräch und ging wieder den Berg zur Burg hinauf. Weiter unten bereiteten sich die Bauern offenbar schon auf das neue Jahr vor. Überall wurde gewerkelt und Feldgerät instand gesetzt. Die Bauern begingen auch die Felder um zu prüfen, ob genug Feuchtigkeit im Boden war und wie es dem Winterweizen bisher ergangen war. Sie holten die letzten Kartoffeln, Rüben und Kohlköpfe aus den Mieten und brachten die Stroh- und Erdreste der Mieten auf die Gemüsefelder, also die, die für Gemüseanbeu und Kartoffeln vorgesehen waren.
Don-Esteban
27.01.2025, 22:06
Der Magier sah Hummelchen nachdenklich hinterher, ehe er sich an Gor na Jan wandte.
»Scheint irgendwas mit Magie zu tun zu haben«, orakelte er unbestimmt, um nicht gar zu unwissend auszusehen.
»Vielleicht sollten wir uns das einfach mal aus der Nähe ansehen?«, schlug er dann vor.
»Vielleicht spürt ja einer was?«
Und er lief in irgendeine Richtung los, nach den Erzählungen der Hofbewohner war dieser seltsame Wald mit den Brombeerrankententakeln ja nicht zu verfehlen. Dumak würde sich sicher über ein solches Wortungetüm freuen, konnte er doch sicher ein Lied drumherum drechseln.
hummelchen
28.01.2025, 14:41
"bevor ihr jetzt in den sonnenaufgang stiefelt, kommt doch noch mal hoch zur burg, ihr geht überhaupt am besten da los. immerhin gibts da für den anfang einen kleinen pfad. ich werde euch ein proviantpäckchen schnüren. immerhin wisst ihr nicht, wie lange ihr wegbleibt und so weit ich weiß, gibts in der richtig nichts mehr, wo man einkehren und sich stärken könnte. ich würde es toll finden, wenn ihr unser waldproblem lösen könntet. irgendwie muss den brombeerhecken doch beizukommen sein. vermutlich ja nur durch magie. ich weiß es nicht."
hummelchen schüttelte den kopf. "vielleicht könnt ihr noch den hinweis gebrauchen, dass diese misthecken erst wachsen, seitdem meditate hier weiter gezogen ist. kann natürlich auch schon vorher gewesen sein und wir haben es erst später bemerkt. ich selbst war schon immer der meinung, dass es mit diesem ominösen haus zu tun hat. seid ihr sicher, dass ihr dem magiedieb wirklich ein ende gesetzt habt, dass er absolut vernichtet ist? oder könnte meditates magieverlust damit zu tun haben? vielleicht ist ihre magie in diesen wald abgeflossen. ich kenn mich ja mit diesem magierzeugs nicht aus. ich hoffe, ihr findet für beides eine lösung, für mediate und diese verfluchten ranken."
Dumak hingegen war das alles einerlei. Er hatte sich füh am Morgen ein Seil aus einer Scheune geborgt und es zwischen zwei starken Bäumen mit dicken Stämmen so fest gezurrt, wie es nur ging. Etwa in Brusthöhe.
»Und jetzt suchen wir uns noch einen Stecken für das Gleichgewicht«, erklärte er Gomez, der mit hängenden Ohren daneben saß und zuschaute, was der Zweibeiner da so trieb.
Gesagt, getan. Ein langer, gerader Ast war schnell gefunden und mit ein paar Hieben des Kurzschwertes war er nicht nur vom Baum abgehackt, sondern auch von kleinen Zweigen befreit.
Jertzt kam der schwierige Teil. Dumak musste auf das Seil klettern, auf dem er balancieren wollte. Das war gar nicht so einfach und zum Glück schaute niemand zu bei seinen Versuchen, irgendwie auf dem Seil zu sitzen und sich dort dann auch noch zu erheben, ohne schon gleich am Anfang herunter zu fallen. Aber irgendwann war es tatsächlich geschafft und er stand auf wackeligen Beinen auf dem hin und her schwingenden Seil, den langen Ast als Balancierstange nutzend.
»Na also, geht doch gar nicht so schlecht«, befand er.
Und dann die ersten Schritte. Das Seil hatte sich durch das Gewischt des Sängers stark durchgebogen. Zum Glück hatten wenigstens die Baumstämme nicht nachgegeben - dazu waren sie einfach zu dick. Es war ganz komisch, dass er mit jedem Schritt bergauf gehen musste, aber sobald er das Gewicht verlageete, dann doch wieder auf der gleichen Höhe wie vorher war, da sich das Seil ja immer wieder anpasste. Aber nach einiger Zeit hatte er sich fast schon dran gewöhnt.
»Und jetzt umdrehen und in die andere Richtung«, sagte Dumak zu sich selbst und probierte dies auch gleich aus.
Das wäre ja gelacht, wenn er die eigene Geschicklichkeit nicht wieder an sein früheres Können heranführen könnte.
»Na also, geht doch!«, triumphierte er und dann war es ganz schnell geschehen:
Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit hatte genügt und schon sah er sich, mit den Armen rudernd und die Stange verlierend dem welken Wintergras rasend schnell nähern.
»Autsch!«, befand er, als er sich wieder aufgerappelt hatte und bemerkte, dass ihm nichts Schlimmes geschehen war. Nur sein Stolz war verletzt worden. Gomez jaulte ein bisschen traurig.
»Achwas, kein Grund zur Traurigkeit, ich versuche es einfach noch einmal!«
Don-Esteban
29.01.2025, 18:22
Esteban hatte den Hof hinter sich gelassen und bald die Wiesen, die ihn umgaben und wo im Frühjahr sicher wieder die Schafe weiden würden, erreicht. Am gegenseitigen Rand der Wiesen begann dann der Wald, der Hummelchen und den ganzen Leuten auf dem Hof so große Sorgen machte. Der Magier schaute mit zusammengekniffenen Augen hierhin und dorthin.
Sah nach einem typischen Wald im Winter aus. Kahle Äste, die von den vielen Bäumen in alle erdenklichen Richtungen davon strebten, im Unterholz wild wucherndes Gesträuch, durchsetzt mit vertrockneten, verfilzten Halmen hoher Gräser aus dem letzten Jahr. Es wirkte auf ihn ein bisschen trostlos. So wie es eben aussah, wenn alles tot wirkte.
Dann sah er sich genauer um, ging ein paar Schritte am Waldrand entlang. Und plötzlich, er entdeckte es in einem Augenblick, formten die Äste verschiedener Bäume die Silouette eines Gesichts mit zum Schrei geöffneten Mund. Doch als er nur einen Schritt weiter lief, war es wieder weg. Doch nun ergaben andere Äste die Gestalt eines fliehenden Tieres. Er ging wieder einen Schritt zurück, aber er fand das Gesicht nicht mehr.
»Sehr merkwürdig«, murmelte Esteban zu sich selbst.
Er sah sich weiter um, betrachtete die Schicht an Sträuchern und Gestrüpp. Und nun entdeckte er auch Ranken, die mit Dornen besetzt waren. Entweder, das waren Hagebutten, Feuerdorn oder Brombeeren. Vertrocknete Blätter deuteten auf letzteres.
»Ach, hier haben wir es ja!«
Der Magier griff danach.
Und zog die Hand schnell wieder zurück. Er hatte sich den Finger an einem Dorn aufgerissen. War er etwa so unaufmerksam gewesen? Eigentlich nicht.
Die buschigen Augenbrauen skeptisch zusammengezogen betrachtete er die Wunde am Zeigefinder der rechten Hand. Sie war viel tiefer, als es ein einfacher Dornenriss hätte sein können und blutete kräftig.
Esteban murmelte einige der geheimen Sprüche, die für diesen Fall in den Lehrbüchern standen und die er vor vielen, vielen Jahren von Meditate erlernt hatte und die Wunde begann, sich zu schließen. Doch irgendwie schien sie nicht daran interessiert zu sein, zu verheilen, so als ob sie eigene Interessen entwickelt hätte. Er musste mehr magische Kraft aufwenden und sich stärker konzentrieren, als er es aus ähnlichen Vorfällen gewohnt war. Fast so, als müsste er einen fremden Willen brechen, ehe die Haut an seinem langen, schmalen Finger wieder zusammengeschsen war. Und dann blieb eine hässliche Narbe übrig, wie sonst nie. Nur so, um ihn an dieses Vorkommnis zu erinnern.
»Hier ist wirklich etwas ganz und gar ungewöhnliches am Werke«, konstatierte er dann und wollte weiter am Ealdrand entlang laufen, um vielleicht noch mehr zu entdecken, weitere Hinweise oder neue Details.
Aber sein Fuß wurde schon beim ersten Schritt aufgehalten und so fiel er vorneüber in das trockne Gras, sich gerade noch so mit den Händen abfedernd.
»Was bei Beliar!«
War er jetzt wirklich völlig ungeschickt geworden? Er drehte sich auf die Seite und schaute an seiner Reisekutte entlang zu den von den Stulpenstiefeln umhüllten Füßen. Da war doch tatsächlich eine dieser Brombeerranken um den Fuß gewachsen und hatte ihn damit zu Fall gebracht. Esteban zog den Dolch aus seinem Gürtel und versuchte, die Ranke zu durchtrennen. Doch es war, als würde er dicken Draht durchschneiden wollen. Schließlich gelang es ihm, die Ranke so weit zu entwirren, dass er den Fuß samt Stiefel heraus ziehen konnte. Schnell rappelte er sich auf und lief einige Schritte, um Abstand von diesem Gewächs zu gewinnen.
Er dachte laut nach: »Triebe wie Draht, Dornen wie Eisen«
»Lassen tropfen rotes Blut.
Müssen wir vielleicht beweisen,
Das uns antreibt großer Mut?«, setzte Dumak aus dem Stegreif die Worte Estebans als Vers fort und stellte ein paar Töne aus der Laute, die er in den Händen hielt, daneben.
Er war, aus reiner Neugier, herangekommen, zu schauen, was der Magier dort am Waldrand trieb.
Esteban klärte ihn auf, was er gesehen und erlebt hatte.
Der Sänger spielte ein wenig weiter, einfach so vor sich hin.
»Oh schau mal, die Ranke hat sich aufgestellt«, rief er dann und ließ die Laute verstummen.
Und tatsächlich war die seltsame Brombeer-Tentakel, die sich eben noch auf dem alten Gras ringelte, nachdem der Schwarzmagier sie abgestreift hatte, nun plötzlich kniehoch in die Höhe gewachsen, genau auf den Barden zu.
»Schau mal, sie mag mich. Aber ich will nicht von Dornen umarmt werden«, entschied Dumak und trat schnell einige Schritte zurück. Esteban folgte ihm.
Er hatte keine Ahnung, ob irgend etwas an seinen Worten dran war.
Stäbchen
30.01.2025, 10:15
"genau das haben wir auch beobachtet. die ranken liegen oft ganz unschuldig da oder kräuseln sich umeinander. aber sobald jemand in die nähe kommt scheinen sie witterung aufzunehmen und versuchen, einen anzugreifen. dieses aufrichten habe ich selbst auch schon beobachtet. und danach haben sie wieder einen halben meter erobert, weil dann alle anderen nachrücken."
stäbchen hatte die augen weit aufgerissen, war ihm doch gerade so eine flüchtige erscheinung von gierigen händen aus dem wald nicht entgangen. aber das wird wohl nur so eine nebelerscheinung gewesen sein, denn der wald schwieg nach wie vor ruhig vor sich hin. und heute hörte man keinen vogel und kein sonstiges geräusch aus dem dunklen wald.
Gor na Jan
30.01.2025, 19:31
Der Templer hob eine Augenbraue als Esteban dem aus dem Nichts herankriechenden Rankenstrick erlag. Für einen Moment überlegte er, ihm aufzuhelfen oder die Ranke zu durchtrennen, aber generell überlegte er zweimal, bevor er in die Autonomie eines Schwarzmagiers eingriff. Der Gor Na hatte in seiner Zeit unter den Baalen doch ganz besonders unter den Druiden Tooshoos Pflanzen so allerhand komische Dinge tun sehen, doch vermochte er immer noch zu unterscheiden, ob sich eine so verhielt, wie sie sollte. Und diese Ranken taten es definitiv nicht.
Jan zog die Sumpfschneide und näherte sich dem Waldrand selbst. Die Reaktion des Waldes war noch offensiver als sie es bei Esteban gewesen war. Als ob sie allein das Ziehen der Waffe als Bedrohung empfinden würden, formten die Ranken etwas das, wenn er es nicht besser gewusst hätte, die eindeutige Signatur einer Drohgebärde hatte. Vorsichtig trat er einen Schritt zurück und steckte das Schwert in die Scheide. Prompt schienen sich auch die Ranken zu entspannen, verblieben jedoch in lauernder Skepsis.
"Irgendwas sagt mir, dass Gewalt hier nicht unser Freund sein wird." Der einstige Zweihandmeister verschränkte die Arme und hielt den nicht vorhandenen Blick des Waldes. "Das beunruhigt mich."
Don-Esteban
31.01.2025, 17:18
»Da hast du wahrscheinlich recht«, pflichtete Esteban ihm bei.
»Wir müssen uns etwas anderes ausdenken.«
Er fuhr sich mit der Hand über das Kinn, in Gedanken versonnen.
»Sag mal, Dumak«, fragte er den Sänger, »die Ranke, die sich eben aufgerichtet hat ... kannst du noch einmal etwas spielen? Ich habe da eine Vermutung.«
Der Barde tat, wie ihm geheißen. Und wieder richtete sich die Ranke auf und andere, die in der Nähe waren, ebenso.
»Ha! Erinnerst du dich noch an das Abenteuer unter dem Weißaugengebirge auf Argaan, wo wir Nienor fanden und sie von dem Fluch des Untoten-Königs befreiten?
Spiel einfach ein Lied!«
»Du meinst, als sich die Laute plötzlich von selbst spielte und ihr Zauberton den Skelett-Fürsten besiegte (https://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1355671-Wei%C3%9Faugengebirge-6?p=24604891&viewfull=1#post24604891)?«
Nun, in Wirklichkeit war es noch etwas komplizierter gewesen, aber das war jetzt ja egal.
»Ein Lied? Kein Problem.«
Schon hatte er sein Instrument in der Hand, die goldenen Verzierungen glänzten im Licht, als er die ersten Töne anschlug.
»Edelmut
Was ich dir sag, das höre gut:
Manch Kämpfer ist schon ausgezogen,
sah sich als Held, dank Waffen Kraft
und hat sich damit selbst belogen.
Ein wahrer Held ist nicht nur stark
und kann mit Waffen um sich stechen,
er sollte auch verzeihen könn’n,
darauf verzichten, sich zu rächen. (https://suno.com/song/6dc5aef6-75db-4b0e-a46b-8c6989e46b17)«
Plötzlich drangen aus dem Instrument Töne, für die es gar nicht gemacht war. Fiedel, Gitarre und anderes und die Melodie wurde voller.
Doch Dumak sang unbeirrt weiter. Er war zwar erstaunt, aber freute sich auch über die unverhoffte Begleitung und seine Stimme wurde kraftvoller.
»Dies nenn ich wahren Edelmut,
der jedem guten Manne stünde.
Herr über niedren Wunsch zu sein,
das war noch niemals eine Sünde.
Denn was bringt Rache außer Leid,
aus dem nur Zorn und Hass erwachen?
Sie wird in einem endlos Kreis,
die Kämpfe immer neu entfachen.«
Die Ranken bewegten sich wieder. Sie schwankten hin und her und versuchten, in die Richtung des Barden zu gelangen. Und dabei öffnete sich plötzlich und unverhofft eine Art Weg, ein Pfad, der frei war von den wuchernden Tentakeln.
»Darum beweise deinen Mut,
nicht länger laß vom Zorn dich leiten.
Leg fort das Schwert aus deiner Hand,
denn besser ist’s für alle Seiten.
Die größten Recken, die man kennt,
war’n edel auch in ihrem Denken,
drum bitt ich dich und mein es ernst,
laß dich von ihrem Vorbild lenken.«
Alle liefen los, um dem Weg zu folgen, der sie in den Wald führen würde.
»Vielleicht nach großen Taten einst
auch über dich die Barden dichten
und wenn es denn so kommen mag
eins soll beherrschen die Geschichten.
Wenn nämlich Lieder überall
einst werden über dich gesungen,
dann wird dein Ruhm der höchste sein,
wenn er durch Edelmut errungen.«
Das Lied war aus, doch noch war der Weg offen. Sie strebten weiter, immer weiter.
Gor na Jan
01.02.2025, 13:15
Selbst als das Lied der Barden verklungen war, schienen die Ranken den Weg, den sie offenbart hatten, nicht wieder zu verschließen. Noch nicht... Der Gor Na war nicht der einzige, der nur sehr behutsam einen Schritt auf den trügerischen Pfad setzte. Auch Thal, Rhan und Dante wirkten äußert misstrauisch. Estebans Ausdruck war schwer zu lesen, doch würde es den Templer wundern, wenn die Wunde an dessen Finger nicht auch ihm eine gewisse Skepsis bezüglich des Gestrüpps vermittelt hätte.
Jan musste sich stark gegen den Impuls wehren, im Angesicht der tödlichen Ranken sein Schwert zu ziehen. Das Lied hatte sie besänftigt, doch jede Form von Aggression könnte die Ruhe wieder stören. Hoffentlich vernahmen sie seine Gedanken nicht, doch noch tat sich nichts. So drangen sie weiter vor in einen Wald, von dem der Templer nicht einmal gewusste hatte, dass er existierte. In seiner Vorstellung war die Insel östlich des Hofes einfach... zu Ende.
Eines war jedoch gewiss: Er würde gut auf Dumak aufpassen. Denn wenn sie auf dem Rückweg wieder ein Lied singen mussten, waren sie ohne den Barden verloren. Templer waren nicht für ihre Singstimmen bekannt. Und er hatte gewisse Zweifel, dass es da bei Schwarzmagiern anders aussah.
Stäbchen
01.02.2025, 14:48
hätte er mal geschwiegen. jetzt wo die ranken wieder eine menschliche stimme, die nicht sang, gehört hatten, schlugen sie jeden pfad wieder zu. die ranken zischten wir schlangen und man konnte sehen, dass sie auf den hof wieder mindestens einen meter zugelgt hatten.
aber zum glück waren alle durch und jetzt hörten sie wieder die normalen geräusche, die man von einem wald erwarten konnte. es sangen vögel und es knisterte im unterholz. womöglich waren da mäuschen am werken oder amseln gruben das laub um auf der suche nach würmern. der wald schien auf den ersten blick völlig unberührt. die bäume sahen kräftig aus, auch wenn sie eher untypisch eng miteinander versclungen waren. aber zumindes sah es so aus, dass man mit einiger mühe durchkommen könnte.
ein bisschen taten ihm die leute leid, die rüstungen trugen. die hatten schon gewicht zu stemmen und dann auch noch klettern und kriechen und sich verbiegen um durch engstellen zu kommen. aber eigentlich waren die selber schuld. konnten ihr rüstungen ja ablegen. aber vermutlich waren die schon in ihnen festgewachsen.
Gor na Jan
03.02.2025, 20:51
Mit einem letzten Kraftakt hievte sich der Templer über das Wurzelgeflecht. Der Wald wurde immer dichter und herausfordernder, je tiefer sie eindrangen. Er klopfte sich die Rinde von der Kleidung und dankte dem Schläfer innerlich, dass die Rüstungen der Templer schon aufgrund ihrer Angepasstheit an das Leben im Sumpf immer ein bisschen praktischer ausgerichtet waren. Ein Paladin in Vollplatte wollte er jetzt gerade nicht sein. Wobei er Stäbchen, Dumak und Esteban schon ein bisschen beneidete.
Weiter bahnte sich die Gruppe ihren Weg nach Osten. Die Ranken schienen hauptsächlich den Rand des Waldes zu bewachen und hielten sich in der Dunkelheit bedeckt. Dennoch wurde der Gor Na das Gefühl nicht los, dass irgendwas nicht stimmte. Und zwar ganz und gar nicht. Was ihn noch mehr beunruhigte, war, dass ihm diese Gefühle so seltsam vertraut vorkamen. Ein Teil davon erinnerte ihn an Malar, an Myxir, an jenes Ritual, mit dem sie den Dämon aus seinem einstigen Mentor verbannt hatten. Die Signatur der Zeremonie hatte irgendwas mit der Atmosphäre dieses Waldes gemeinsam. Wieder andere Gefühle verbanden ihn mit seiner Begegnung mit dem Geist des Waldes. Jan schaute auf seinen Arm, wo die schuppenartigen Entstellungen immer noch von der Verderbnis des Waldes zeugten. Doch viel mehr noch beunruhigte ihn die Ähnlichkeit mit einem anderen Ort ... Dem Tempel des falschen Schläfers, tief unter der Orkstadt. Es war nur eine Ahnung, doch eine, die der Gor Na nicht loswurde.
Jan blieb stehen. Warf einen Blick in die Dunkelheit. Er schaute zurück zu Gor Na Rhan, der eine ähnliche Stelle fixierte. Hatte er das Gleiche gesehen? Unmöglich. Kalom... Was ging an diesem Ort vor sich? Dann schaute er zu Rhan zurück und erschrak für einen Moment. Er versuchte sich nichts anmerken zu lassen, doch er hatte es schon bemerkt.
"Ist alles in Ordnung?", fragte der Hohe Templer.
Gor Na Jan nickte. "Nur ein Trugbild. Irgendwas scheint mit meinen Sinnen zu spielen."
Damit wandte der einstige Templerführer sich ab und sprach nichts von den Dingen, die er gesehen hatte. Die Gesichter, die an die Stelle Rhan’s getreten waren. Alle von ihnen. So lange her.
In einem Versuch sich abzulenken, fiel sein Blick auf Dumak. Irgendwas hatte sich auch in ihm verändert. Lag es an ihm selbst? Oder lag es an dem Barden? Er wirkte nicht mehr so charismatisch wie zuvor. Er wirkte... unrein? Tausend Impulsgedanken drangen in den Geist des Templers. Furchtbare Gedanken. Und Gor Na Jan erkannte ihre Natur, auch wenn es gänzlich unmöglich war. Etwas tief in ihm verlangte nach Reinigung. Stimmen wie jene, die nach dem Fall der Barriere so viele der Bruderschaft in den Wahnsinn getrieben hatten.
Der einstige Zweihandmeister fuhr herum und blickte zu Rhan und Thal. Dante schien sich zumindest noch nichts anmerken zu lassen, trug jedoch gefühlt seinen eigenen geistigen Kampf aus.
"Stählt euren Geist", befahl er seinen beiden Brüdern. "Irgendwas stimmt hier nicht und es will in unseren Verstand. Besinnt euch auf euer Training."
Die beiden nickten und versanken in jener Übung, die zur Ausbildung eines jeden Templers gehört hatte. Keine Magie, reine Konzentration. Willenskraft. Er wusste nicht, ob dies reichen würde, doch war es ihr einziges Mittel, der Präsenz an diesem Ort irgendetwas entgegenzusetzen. Er hoffte, Esteban wusste, was er tat.
Stäbchen
04.02.2025, 12:23
das war wirklich ein undurchdringlicher wald im wahren sinne des wortes. man musste sich biegen, schlängeln, klettern und kriechen um vorwärts zu kommen. hoffentlich machte das alles irgendeinen sinn und sie konnten die wurzel des übels finden und dem ungebremsten wachstum der dornenhecken einhalt gebieten.
eine andere frage ist, warum ist der wald so verschlungen und nahezu undurchdringlich? es fühlte sich an, als wolle der wald nicht, dass man vorwärts kam. würde auch sinn machen im zusammenhang mit den dornen. wie eine burg. erst die tödliche dornenhecke, dann der verknäulte wald. das war quasi die gurgmauer. es fehlte eigenlich nur der buggraben und dahinte ein schloss, in dem eine eingeschlafene schöne zu entdecken war. aber halt: das war in diesem fall ja schon geschehen. der kleine trupp damals hatte ja die schlafende meditate erweckt, obwohl die jetzt wieder fort war und keiner hatte sie seitdem gesehen. sie hatte beim abschied gesagt, dass sie ihre magie wieder finden wollte. naja, ziemlicher blödsinn, man lebte ganz ohne magie sicherer und stressfreier. sie hatte ja erlebt, wie tödlich magie wirken konnte. aber das war eine andere frage auf die es noch keine antwort gab.
rätsel über rätsel
Dumak schaute betrübt. Ihm war in den letzten Stunden immer schwerer ums Herz geworden. Die Ranken waren längst vergessen, doch nun kämpften sie sich schon seit einer Weile durch den immer dichter werdenden Wald. Kreuz und quer wuchsen die Äste der Bäume, dicht ineinander verhakt. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Der Barde hatte sich ein paar Schritte von den anderen abgesondert, ihm ar plötzlich, als würde er ihre Gesellschaft meiden müssen, als würde ihn etwas abstoßen oder zumindest auf diese bestimmte Art irritieren, die dafür sorgte, nicht allzu eng mit anderen Menschen umzugehen, weil etwas Unbestimmtes, ein Gefühl, eine Ahnung, einen davon abhielt.
Neben ihm jaulte dann und wann sein Hund leise auf und lenkte den Sänger für einen kurzen Moment aus trüben Gedanken. Verbissen arbeitete er sich durch den weglosen, dichten Wald. Wären die Zweige der Bäume nicht kahl, so wie es nun einmal den Winter über der Fall war, so hätten sie nie einen Weg hindurch gefunden.
»Was tun wir überhaupt hier?«, fragte er. Mehr sich selbst als die anderen.
»Wohin führt uns der Wunsch, diesen Wald zu durchqueren?« Musste das denn unbedingt sein?
Doch weiter schoben sich alle aus der Gruppe zwischen den Stämmen entlang, duckten sich unter Ästen hindurch, fluchten leise, wenn ihre Kleidung oder Rüstung wieder einmal an irgendeinem knorrigen Vorsprung, der ganz bestimmt eben noch nicht dort gewesen war, hängen blieb und fast zerriss.
»Seid vorsichtig«, rief Dumak, als es ihm selbst zu bunt wurde. Er hatte seine ganze Willenskraft zusammengenommen und kämpfte sich weiter nach vorne, schob Zweige beiseite, die hinter ihm auf die in ihrem Lederfutteral steckende und an seinem Rücken baumelnde Laute klatschten. Nach einem Lied war ihm, der sonst nie um einen schnell dahingesagten Spruch verlegen war, eine ironische Entgegnung oder eine positive Prognose, was die unmittelbare Zukunft anging, nun nicht mebr zumute. Zu stark war seine Stimmung gedrückt.
Auf der einen Seite neben ihm stapfte schweigend Esteban durchs Unterholz, in dessen widerspenstigen Zweigen sich immer wieder seine Reisekutte verfing und daneben lief der dünne Stäbchen, der sich mehr oder weniger erfolglos versuchte, durch das Dickicht hindurchzuschlängeln.
Die Templer auf seiner anderen Seite konnten dies nicht. Ihre Rüstungen machten sie noch breiter und führten dazu, dass sie noch mehr arbeiten mussten, um vorwärts zu kommen.
Waren sie überhaupt schon vorwärts gekommen? Es schien Dumak, als ob sie auf der Stelle traten. Er schaute sich um. Irgendwo da hinten musste der Wald begonnen haben, das konnte noch nicht weit entfernt sein. Ob sie nicht vielleicht lieber umkehren sollten?
Aber nein, dort warteten die seltsamen Ranken. Weiter ging es, auch wenn er sich mutlos fragte, welchen Nutzen all dies haben sollte.
»Ey! Dieser Ast da hat eben nach mir gegriffen!«, rief er, als ihn etwas am Kragen gepackt hatte.
Doch als er sich umdrehte, war dort kein Ast und auch sonst nichts.
»Ach, nichts«, murmelte er dann, während die anderen wieder das Interesse an ihm verloren und sich weiter darauf konzentrieren, einen Weg durch dieses Dickicht zu finden.
Don-Esteban
04.02.2025, 20:52
Der Schwarzmagier war aufgeschreckt, als Dumaks Aufschrei durch den Wald tönte. Doch die Bäume verschluckten den Schall alsbald. Und Dumak selbst war schon wieder still. Esteban spürte förmlich, wie etwas an ihm zog, sich festzukrallen schien, irgendetwas wollte. Eine Macht aus magischem Ursprung. Doch konnte er es nicht weiter eingrenzen, weder die Herkunft, noch was ihr Ziel war, nur dass es fremd war. Er kniete sich nieder und legte die Handfläche auf den Boden, doch erhielt er keine Signale. Er wischte die trockenen Blätter des Vorjahres beiseite und nahm etwas Erde auf, ließ sie durch die Finger rieseln.
»Hier herrscht eine große Spannung im Kräftegefüge«, und er meinte die Magie, die er spürte und die sich für gewöhnlich überall in der Welt ausbreitete.
Ja manche glaubten, dass es diese Magie sei, die die Welt überhaupt zusammen hielt und dass Magier nur gelernt hatten, einen winzigen Teil von ihr anzuzapfen, um ihre Magie damit auszuführen.
»Ich denke, wenn wir in diesen Richtung immer weiter gehen, müssen wir irgendwann mehr darüber erfahren, was die Ursache dieser Anomalie ist.«
Das Wort Anomalie klang seltsam verzerrt in seinen Ohren, als er es aussprach. Gedehnt ein Klumpen Baumharz, den man auseinander zieht.
Er bemerkte, dass ihn schon eine Weile etwas beschäftigte: Er hatte zunehmend Mühe, die anderen um sich herum zu ertragen. Etwas fühlte sich falsch an. Es war nur ein winziger Gedanke, eine fast unbestimmte Empfindung, doch sie bohrte unablässig.
Esteban ließ die restliche Erde wieder auf den Boden fallen, indem er die Handfläche öffnete und drehte. Dann stand er auf und intonierte die alten Worte, um das Skelett eines Goblins zu beschwören. Die Litanei in einer alten, zu Recht von allen anderen längst vergessenen Sprache war gerade beendet, da schälte sich aus der Erde ein Skelett. Doch es war seltsam deformiert. Was ein Goblin hatte werden sollen, war nur ein seltsam aussehendes Gefüge, dass sich immer im Kreis fortbewegte, da die Beine gar nicht richtig ausgebildet waren. Es ruderte mit den Armen und die abgehackten Bewegungen halfen ihm nicht, vorwärts zu gelangen.
Esteban kappte die Magie, die er zur Aufrechterhaltung der Beschwörung fließen ließ und die Knochen fielen augenblicklich in sich zusammen und wurden zu Staub, der sich auf dem Waldboden ausbreitete.
Etwas störte den normalen Fluss der Magie und für einen weiteren Versuch würde er sich maximal konzentrieren müssen, um einen besseren Erfolg zu erzielen. Doch beließ er es vorerst dabei.
Don-Esteban
08.02.2025, 00:23
Sie waren weiter voran geschritten, denn dies war das einzige Ziel, dass sie verfolgen konnten: immer vorwärts, ins Zentrum dieser merkwürdigen Anomalie. Der Weg zurück war versperrt. Esteban war der Gedanke gekommen, dass seine plötzlich aufwallende Abneigung gegen jeden und alles ebenfalls auf unnatürlichem Wege entstanden sein könnte, doch es fiel ihm schwer, diesen Gedanken festzuhalten und ernsthaft zu verfolgen. Denn auch dagegen hatte er eine Abneigung entwickelt. Er konzentrierte sich stattdessen darauf, dass er weiter gehen musste.
Der Wald, der zuerst so dicht und mit ineinander verwobenen Ästen völlig abweisend gewesen war, lichtete sich ein wenig, so dass er nun eher einem ganz normalen Wald glich. Vielleicht hatten sie alle nun den zweiten Abwehrring durchschritten. Doch wer wollte Besucher abwehren? Oder was? Der Wald blieb rätselhaft. Fast wollte der Schwarzmagier schon aufatmen, doch wie sich herausstellte, wäre diese Freude verfrüht gewesen. Wie aus dem Nichts tauchte eine Rotte Keiler auf. Sie rannten unter den Zweigen der Bäume entlang aus einer Richtung, aus der man sie nicht kommen sah und beinahe hätten sie die Gruppe völlig überrascht. Erst, als sie in unmittelbarer Nähe waren, gaben sie ihre typischen Geräusche von sich. Esteban konnte die blutunterlaufenen Augen der Tiere sehen, ehe er schnell beiseite sprang und sich so für einige Augenblicke in Sicherheit brachte. Doch dies währte nicht lange, denn sie kamen nach wenigen Augenblicken zurück. Doch nun war er ebenso vorbereitet, wie alle anderen.
Stäbchen
08.02.2025, 11:11
endlich war es vorbei mit diesem hässlichen undurchdringlichen wald. war stäbchen zuletzt sogar das atmen schwer gefallen, konnte er jetzt wieder sogar die arme ausbreiten und schnell ein paar übungen zur lockerung der durchgekneteten gliedmaßen machen. irgendwie bereute er es mächtig, sich der truppe angeschlossen zu haben. irgendwie stöhnten sie viel zu oft, hatten zu oft geflucht und waren irgendwie alle ein bisschen unsympathisch.
"aber holla" stäbchen konnte gerade noch hastig beiseite springen: endlich mal was normales. wildschweine, die durch den lichter gewordenen wald preschten, als würde sie der teufel jagen oder wölfe oder sonstwas. oder wollten sie sogar angreifen? Stäbchen sah sich schnell nach einem baum um, auf den er sich im notfall retten konnte
Gor na Jan
08.02.2025, 22:41
Nur um Haaresbreite warf sich Gor Na Jan beiseite und entging den Hauern eines Heranstürmenden Keilers. Unsanft landete er auf dem Waldboden. Er hatte das Biest nicht kommen hören, er hatte es nicht kommen sehen, sein gesamter Fokus hatte darauf gelegen, seinen Geist zu schützen. Auch Dumak hatte sich immer weiter von der Gruppe entfernt und auch Stäbchen schien wenig Sympathie für die Gruppe übrig zu haben, doch es waren die Templer und Esteban, die aus irgendeinem Grund besonders unter dem Einfluss des Waldes zu kämpfen hatten. Es schien sogar Estebans Magie zu behindern, wie das groteske Schauspiel des Goblinskeletts vermuten ließ. Als hätte die Macht, die hinter den Kulissen wirkte, irgendwas in ihnen gefunden, das besonders resonierte... Doch was konnte es sein, dass die Krieger der Bruderschaft mit einem Schwarzmagier verband?
In dem Moment, als der Templer den Roten Wind zog und sich zum Kampf bereitmachte, trieben ihn die Stimmen in seinem Kopf fast auf die Knie. Es brauchte nur diesen einen Augenblick, seine Konzentration nicht auf der Abschottung seines Geistes zu halten, um den Mächten dieses Waldes das Tor zu öffnen. Aus der starken Abneigung gegen seine Gruppe wurde tiefe Verachtung. Der Barde, der das Leben viel zu leicht nahm und nicht wusste, was es hieß, für ein Ideal zu leben. Der Bauer, der hier gar nichts verloren hatte und sie eh nur zurückhalten würde. Der Schwarzmagier, der seine Seele dem Bösen selbst verschrieben hatte für Gier nach Macht. Doch es stoppte nicht dabei. Dante... was beim Schläfer hatte er sich dabei gedacht? Einen Ungläubigen in ihre Kreise zu lassen... wie weit war er gefallen? Und Rhan und Thal... wo waren sie die letzten Jahre gewesen? Wo waren Sie, als er allein in Silden zurückgeblieben war? Oder in Tooshoo? Und jetzt kamen sie wieder zurück, wo sie keinen Platz sonst wo in der Welt gefunden hatte? Er war der einzige Templer, der noch existierte. Der einzige, der es wert war, das Zeichen zu tragen.
Den nächsten Angriff sah er kommen, der Hass gab ihm eher noch mehr Kraft und schärfte seine Sinne. Doch gleichzeitig fiel es ihm schwer, sich auf die Kreaturen zu konzentrieren, wenn er doch von Feinden umgeben war. Im nächsten Ansturm sah er die Augen des Keilers. Plötzliche Realisation traf ihn. Er kannte diesen Blick. Er kannte diese Verderbnis. Wie damals im Hain, als all die Kreaturen wahnsinnig geworden waren. Etwas hatte von ihnen Besitz ergriffen. Das gleiche, was kurz davor war, auch von ihm besitz zu ergreifen.
Gor Na Jan bleckte die Zähne als wolle er dem Tier als Tier entgegentreten und stürmte ihm entgegen. Kurz bevor die beiden jedoch aufeinandertrafen, schien sein Fuß einzusinken. Hilflos der Kreatur ausgeliefert, geschah dieser jedoch das gleiche. Sie sackten nicht ein, die Erde gab nach. Als hätte jemand nur Gras über ein Astgeflecht gelegt, brach der Waldboden unter ihnen ein und sie stürzten in die Tiefe. Jans Sinne verloren sich im Fall. Zuerst nur von Schrecken und Hass geblendet, umfing ihn bald die Dunkelheit des Erdreiches. Er fiel langsam. Wurzel über Wurzeln durchzogen die Tiefen, durch die die Erde rann und zwischen ihnen der Keiler und der Templer. Ob es die anderen auch erwischt hatte, konnte er nicht vernehmen. Immer wieder stieß er mit der Bestie zusammen, während sie beiden nur versuchten, sich irgendwie in dem Geflecht zu verheddern, um den Fall zu stoppen, doch es ging immer weiter hinab.
Endlich schlug der einstige Zweihandmeister unsanft auf einem anderen Boden auf. Einem tieferen. Eine Mischung aus Glück und Training sorgte dafür, dass sein erster Gedanke bei seinem Feind war. Das Schwert immer noch fest umklammert stürzte er sich auf den Keiler, dessen Nähe er nur durch dessen wütendes Schnauben erahnen konnte und trieb den Roten Wind mit einem Wutschrei tief in seinen Körper, bevor sich das Tier aufrichten konnte. Mit dem gesamten Gewicht seines Körpers in Rüstung hielt er die Bestie am Boden und drehte die Klinge. Erst als auch der letzte Atemzug aus ihm gewichen war, ließ Gor Na Jan ab.
Schwer schnaubend setzte der Templer sich auf. Die Stimmen pochten noch immer in seinem Kopf, doch mit der Gefahr vorerst gebannt, drängte er diese mit aller Kraft wieder zurück, um Klarheit zu gewinnen. Doch diese brachte nur eine andere Verwirrung. Wo war er...? Er holte den magischen Brocken der Erzfackel hervor und strich über diesen, um das bekannte blaue Licht auszusenden. Der Schatten der Unterwelt fraß dieses sofort. Nur ein paar Meter weit konnte er gucken. Doch das genügte, um ein groteskes Bild zu zeichnen. Der schwache Schein der Oberwelt, soweit man es ausmachen konnte, war weit entfernt und kaum sichtbar über ihm. Die ungewöhnlich dichten Wurzeln jedoch schienen keine gewesen zu sein... oder zumindest nicht nur. Sie gingen über in... die Kronen von Bäumen. Bäume, die unter der Erde wuchsen. Wohin der Templer schaute, befand er sich in einem Wald unter dem Wald. Das Schattengegenstück dessen, was sich auf der Oberfläche erstreckte. Noch nie hatte der Gor Na so etwas gesehen und ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken.
Trocken schluckte er und räusperte sich, um seiner Stimme Festigkeit zu geben: "Kann mich jemand hören?"
Er hatte keine Ahnung wie groß der Einbruch gewesen war. Waren die anderen auch gestürzt oder befand er sich alleine hier unten?
Don-Esteban
10.02.2025, 22:24
Der Templer war plötzlich eingesunken und im Boden verschwunden, riss die Tiere mit sich, die gerade in einem Kampf mit ihm befanden. Fast freute sich Esteban, ihn nicht mehr sehen zu müssen, aber noch ehe ihm dieser Gedanke bewusst wurde, hatte die Neugier gesiegt und er wollte viel eher wissen, was dort passiert war. Doch erfuhr er es viel schneller, als er gedacht hatte, denn der Trichter der sich unter Gor na Jan geöffnet hatte, vergrößerte sich rapide und riss so auch bald ihm den Boden unter den Füßen weg. Und sicher würden auch die anderen bald nach unten gezogen werden, sobald der wegbrechende Boden sie erreichen würde.
Esteban blieb nichts anderes übrig, als sich an den Wurzeln, denen er entgegen fiel, festzuhalten. Doch blieb es immer nur beim Versuch, denn entweder war keine davon stark genug, ihm Halt zu gewähren, oder sie waren zu glatt und rutschten ihm durch die Finger. Die Schöße der Reisekutte flatterten wild umher und nahmen ihm fast die Sicht, so dass es noch unmöglicher wurde, irgendwo zu stoppen. Wild wurde er im Fall hin und her gestoßen, wenn er wieder auf irgendeine Wurzel fiel und abprallte. Und dann hörte es irgendwann auf und er blieb auf etwas liegen, das hoffentlich fester Boden war. Stöhnend erhob er sich und fand seine Hoffnung bestätigt. Der Magier sah jedoch weiterhin Bäume, so als wäre der tiefe und schmerzhafte Fall eben nur ein Traum gewesen und er befände soch noch im Wald.
»Äußerst merkwürdig«, murmelte er zu sich selbst.
Von dem Templer, der vor ihm hinabgefallen war, fand sich keine Spur. Das war ja noch seltsamer.
Er schaute sich um. In welche Richtung? Wohin sollten ihn nun seine Schritte führen?
Der Schwarzmagier überlegte. Es war unmöglich, herauszufinden, in welcher Richtung sie dort oben, über ihm, unterwegs gewesen waren, zu chaotisch war der Sturz verlaufen. Er schaute nach oben und sah, wie sich die Bäume in einem undefinierbaren Grau verloren.
Grau war auch die vorherrschende Farbe von allem, was hier wuchs. Grashalme in verschiedenen Grauabstufungen, Rinde von dunkelgrau über silbrig grau zu hellgrau und allem dazwischen. Er scharrte mit dem Stiefel etwas graues Laub weg und auch die Erde darunter war von einem blassen Schwarz.
Ein Wald wie aus Asche.
Und zwischen den Bäumen schlängelte sich ein Weg entlang. Da ihm nichts anderes übrig blieb, beschloss er, ihm zu folgen. Er klopfte sich den Dreck von der Robe, strich sich die weißen Strähnen aus dem Gesicht, schlug den Kragen, der wirr abstand, wieder ordentlich um und schritt den gewählten Weg ihn entlang. Nach kurzer Zeit machten die Bäume und all das dicht gewachsene Unterholz linkerhand eine Lücke auf und der Weg verzweigte sich. Esteban zögerte.
»Ach, sowviel Zeit muss sein«, sagte er sich selbst und wählte den Abzweig, um zu schauen, ob er dort etwas finden würde, dass ihm auf seinem Weg den anderen Pfad entlang, helfen könnte.
Merkwürdigerweise wurde ihm plötzlich ganz leicht ums Herz, frohgemut schritt er den Weg entlang, der sich in einem Bogen immer weiter in die entgegengesetzte Richtung, aus der er eben gekommen war, fortsetzte. Bestimmt würde er auch gleich die anderen wieder treffen und allein dieser Gedanke steigerte seine Freude noch weiter. Die ernsthaften Templer, der frohgemute Barde und der Bauer, der ihnen so mutig Gesellschaft geleistet hatte ... Freudig folgte er weiter dem Weg und wurde plötzlich inmitten all der Freude gewahr, dass er seinen Tornister verloren hatte.
»Der muss noch am Ort des Aufpralls liegen!«, schoss es ihm durch den Kopf und so kehrte er um.
Doch plötzlich war die Leichtigkeit verflogen. Wieder schien es ihm, als hätte alles keinen Sinn und würde nicht lohnenswert sein. Und auf die anderen hatte er auch gar keine Lust mehr. Waren sie nicht sowieso nur Ballast? Esteban musste sich fast schon dazu zwingen, an seine Tasche zu denken und dass er sich wirklich dringend brauchte. Schon allein wegen den ... ja, weswegen genau eigentlich?
»Achja, die Messgeräte. Unersetzlich hier auf dieser Insel weitab jeder Zivilisation«, erinnerte er sich laut. Die Teleportpunkte ... was wollte er damit machen? Irgendwas vermessen ... aber wozu noch einmal? Das war alles so weit weg ...
Die Gedanken an eigene Wünsche und Pläne waren zäh wie Kaugummi und wollten kaum in sein Bewusstsein dringen.
Er begann, nur so zur Ablenkung von dem ihn anstrengenden Gedanken an die Tasche, ihren Inhalt und den Sinn seines Besuchs auf dieser Insel darüber nachzudenken, weshalb er sich eben noch so gut gefühlt hatte und jetzt wieder so schlecht.
Das war ja auch gänzlich ... unerwartet? ... nein, was anderes ... seltsam. Ja, genau, seltsam. Was auch immer das bedeuten sollte.
Stäbchen
11.02.2025, 16:32
"hiiilfe" so ein quatsch, wer sollte denn hier helfen? diese unfreundlichen begleiter seines weges in diese hölle?
stäbchen war mit dem teil des waldbodens, auf dem er grad noch ein bisschen schadenfroh in die tiefe geguckt hatte, (diese nichtsnutzigen magier oder templer oder was auch immer) als er selbst plötzlich selbst ins rutschen kam. und mit ihm ein alter verknoteter baum, an dem er sich festklammerte in der hoffnung, diesen sturz ins bodenlose zu überleben.
"leb wohl kugelchen, ich wäre jetzt gern bei dir, aber wie das immer so ist, ohne dich gibts nur ärger in meinem leben und diesmal wirklich gewaltig."
mit einem krachen stoppte diese abwärtsrutscherei plötzlch. er war am boden angelangt. einem boden von was auch immer, vielleicht ein alter vulkan oder ein altes tunnelsystem von goblins, dass jetzt eingestürzt war.
Gor na Jan
16.02.2025, 11:32
Der Gor Na hatte jegliches Gefühl für Zeit verloren. Keine Ahnung, wie lange er nun schon durch diese Dunkelheit irrte. Immer wieder versuchte er sich einen Reim auf diesen Ort zu machen, doch jeder Versuch scheiterte. Nicht nur, dass diese Schatten von Bäumen in diesem Wald der Unterwelt wucherten, nein, das hätte er sich noch erklären können. Ein Wald, vor Jahrhunderten verschüttet und nur noch in Resten. Nein, an diesen wuchsen Blätter. Unter der Erde. Silberne, fahlgraue Blätter. Und nicht nur das, Gras. Leblose doch dennoch lebendige Halme fernab jedes Sonnenlichts. Vielleicht alles nur ein Trugbild? Eine Illussion? Vielleicht hatte er den Sturz gar nicht überlebt. War vielleicht nicht mal gestürzt. Einfach nur tödlich verwundet, auf dem Weg ins Reich dahinter.
Doch schon bald konnte der Templer auch diese Gedanken nicht mehr denken. Es kostete seine ganze Kraft, die Stimmen aus seinem Kopf fernzuhalten. Der Druck wurde unerträglich. Jeder Schritt wurde immer schwerer. Nicht, weil er nicht mehr konnte, er wollte nicht mehr. Welchen Sinn hatte all dies noch? Er wollte ins Minental, in seinen Sumpf, seine Ruhe haben. Stattdessen steckte er hier fest, weil er Menschen helfen wollte, die er überhaupt nicht kannte. Und was hatte ihm seine Ehrenhaftigkeit, seine Hilfsbereitschaft jemals gebracht? Das Blut von Hunderten an seinen Händen. Nicht nur Feinde, was auch immer ein Feind noch sein mochte. Wie viele Menschen waren ihm gefolgt, in den Tod? Freunde? Und dabei war er nicht mal vorangegangen. Sie waren in den Tod gegangen, für ihn. Menschen, die sich auf ihn verlassen hatten. Er war der Templerführer gewesen, der Kommandant der Beschützer der Bruderschaft. Und was war nun davon noch übrig? Wenn er es wirklich schaffte, seine Brüder zurück in den Sumpf zu führen, wie viele waren es dann noch? 10? 8? Wer würde ihm noch folgen, nach allem was geschehen war? Er hatte versagt.
Nein, sie hatten versagt. Sie alle. Er war schließlich noch am leben. Er brauchte sie nicht. Er war der einzige wirklich treue Diener des Schläfers. Und er war niemandem etwas schuldig! Niemandem zu etwas verpflichtet!
Der Gor Na stoppte auf dem Weg, der sich immer tiefer in die Dunkelheit schlängelte. Nein, sie verdienten seine Loyalität nicht. Und erstrecht nicht der Schwarzmagier und die Bauern, die sich wie Aasgeier über den Hof Onars hergemacht hatten. Jan schaute noch einmal in die Finsternis und machte kehrt. Für Stunden wanderte er den Weg zurück, sein Geist durchsetzt von Gedanken an Versagen und Schuld, doch viel mehr an Enttäuschung, Empörung, Zorn und Rache. Plötzlich jedoch, blieb er stehen. Etwas war anders. Es dauerte einen Moment, bis er merkte, was. Die Gedanken waren ganz seine eigenen. Schon seit einer Ewigkeit kam der Hass nicht mehr aus dem Flüstern des Waldes, sondern nur noch aus ihm. Die Dunkelheit hatte es angestoßen und er war selbst hineingetaumelt. Doch selbst als er den letzten Rest der Verteidigung fallen ließ, waren die Stimmen zwar noch da, doch nicht mehr so stark.
Der Templer versuchte sich zu beruhigen, sich selbst aus der Gedankenspirale zu bringen, und atmete tief durch. Was tat er hier? Dann ließ er auch diesen Gedanken los. Die Stimmen würden ihn keine Antwort finden lassen. Er musste auf sein Bauchgefühl vertrauen. Jan drehte sich wieder um und tat einen Schritt in die andere Richtung. Sofort fühlte er den Zweifel in sich wieder aufkommen und den Frust, den Hass ihn übermannen. Konnte es sein...? Es gab nur einen Weg, dies herauszufinden. Ohne wirklich zu wissen, was er tat, stählte der Templer erneut seinen Geist und schritt den ursprünglichen Weg. Gegen die Zweifel. Gegen den Hass.
Ächzend erhob sich der Sänger. Der Boden hatte sich plötzlich unter ihm aufgetan und ihn verschlungen. Er war gefallen und immer wieder auf Wurzeln oder Äste gefallen, was genau, konnte er in dem wilden Durcheinander gar nicht genau ausmachen. Am Ende war er auf weichem Waldboden gelandet.
Nun wunderte er sich erfreut, dass ihm nichts geschehen war. Alles war noch dran und heile.
»He, wo seid ihr denn?« rief er dann, als er sich umsah und niemandem im Wald entdeckte.
»Mir ist eben etwas ganz Komisches passiert. Ich bin im Kreis gefallen und am Ende wieder im gleichen Wald gelandet. Völlig verrückt.«
Aber es antwortete niemand. Nicht einmal ein einsames Vogelgezwitscher von irgendwoher war zu vernehmen. Es war ganz still. Kein Wind rauschte, keine Stämme knarzten. Der Wald war wie eine Statue.
Das war doch anders als bis eben noch. Und wo waren die Wildschweine geblieben? Dumak lief ein paar Schritte in eine Richtung und dann in eine andere, immer danach schauend, irgendetwas zwischen den dicht stehenden Stämmen zu entdecken. Aber es gab immer nur noch mehr Wald. Und über ihm, der Himmel ... nur ein dunkles Grau in der gleichen Farbe. Waren das Wolken? Oder hatte jemand einfach nur den Himmel gleichmäßig gestrichen? Und überhaupt, das Grau war auch über den Wald gekommen. Borke an den Stämmen war in verschiedenen Schwarztönen abgestuft, Rinde an anderen Bäumen schimmerte silbrig. Laub, das vertrocknet auf dem Boden lag, changierte in den verschiedensten Graubereichen, selbst Moos, das am Fuß der Bäume wuchs, wo ihre Wurzeln begannen, war einfach nur: Grau.
»Das ist ja seltsam.«
Aber wohin sollte er sich nun wenden? Ha, das Moos! Natürlich!
Das Wetter kam auf der Insel meist von Südwesten, dort waren die Baumstämme immer bemoost. Und da sie vom Bauernhof in Richtung Osten aufgebrochen waren, war es nun ein leichtes, die richtige Richtung zu finden. Wenn er doch nur mehr Lust haben würde, diesen Weg einzuschlagen. Aber gab es gerade nicht noch viel Wichtigeres zu tun? Zum Beispiel sich einmal hinzusetzen, sich an einen bemoosten Stamm zu lehnen und über neue Lieder nachzudenken. Es gab so viel, über das es sich zu singen lohnte. All die Gedanken, die ansonsten fort waren, nachdem sie gedacht waren, galt es, in Liedern zu bewahren, die dann auf immerdar gesungen werden würden. Ja, das war doch ein lohnendes Unterfangen, ganz gewiss!
Dumak lief umher, um ein ihm genehmes Plätzchen zu finden. Es sollte schattig sein, aber nicht zu kühl, weich mit Moos gepolstert, aber nicht zu feucht. Vögel sollten trillern und pfeifen, aber nicht zu laut.
Er hielt inne. Sonne? Schatten? Die Sonne hatte er, so schien es ihm, seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Feucht war hier alles, oder nein, es war klamm, einfach kühl und abweisend. Und Vögel ... schien es keine zu geben in diesem stillen Wald.
»Was nur soll ich hier anfangen! /«, sprach er zu sich selbst, »Das kein Ort ist zum Verweilen / Immer weiter soll der Weg mich / führen weg. Will mich nun eilen.«
Na sowas, jetzt sprach er schon in Reimen.
»Halt«, sprach er, »so geht's nicht weiter / Allzu frohgemut und heiter / Viel mehr muss es mir gelingen / Raus zu finden, wo sie gingen / Wohin zogen sie von dannen / Stäbchen, Jan und seine Mannen?«
Das war ja nicht mehr auszuhalten. Welche Kräfte hier bloß walten? Stopp und Ende. Schlusse jetzt! Genug in Reimen ist geschwätzt!
Dumak stoppte auf der Stelle. Er machte auf dem Absatz kehrt, schon versiegt der Reime Quelle. Jetzt war alles wieder normal. Instinktiv schlug er diese Richtung ein, bei der ihn unerklärlicherweise das Durcheinander im Kopf nicht mehr weiter behelligte.
»Aaahhh«, atmete er durch. Endlich Ruhe im Kopf. Dieser Ausbruch an Kreativität war ja gar nicht auszuhalten gewesen. Das war ja alles gut und schön, aber so nicht. Auf jeden Fall musste er die anderen finden. Oder wenigstens einen Ausgang aus diesem Wald suchen.
Don-Esteban
18.02.2025, 21:36
Es war seltsam. Der Weg zurück zu der Stelle, an dem er diesen seltsamen Ort zuerst betreten hatte, fiel ihm immer schwerer. Endlich hatte er den Platz erreicht. Er sah sich um und entdeckte seinen Beutel, an einem Zweig hängend. So als ob ihn jemand dorthin gehangen hätte, um ihn später abzuholen. Der Schwarzmagier hatte nun zwar seine Umhämgetasche wieder, in der all seine Habseligkeiten steckten, doch war er wieder vollkommen demotiviert. Er wandte sich zurück, um wieder dorthin zu gelangen, wo er eben hergekommen war und sofort schlug seine Laune wieder um. Was seltsam war. Er erinnerte sich daran, dass er darüber nachgedacht hatte. Und ja, richtig, er wollte dies untersuchen.
Flugs kehrte er stehenden Fußes wieder um und nahm den Kampf gegen bohrende Unlust auf, die ihm sofort wieder entgegen schlug. Er stiefelte an der Stelle vorbei, an der er eben seinen Tornister aufgeklaubt hatte und ging noch ein ganzes Stück darüber hinaus, ehe er sich wieder umwandte, weil die Abneigung zu große geworden war. Sogleich kam nach ein paar Schritten wieder die Erinnerung an das zurück, was er sich vorgenommen hatte und erneut schaffte er ein Stück des Wegs, ehe er wieder anhielt. Und so widerholte sich das Spiel aus Forscherdrang gegen das Abwehrende, das Umkehren in die einfache Richtung und das erneute Erinnern mit anschließender Wideraufnahme des ursprünglichen Weges. So kämpfte er sich voran. Etappe um Etappe.
Es fiel ihm jedoch zunehmend schwer, sich permanent daran zu erinnern, dass das etwas Unnatürliches war, dass ihn davon avbhielt, den Weg beizubehalten. Manchmal war er kurz davor, diese Tatsache zu vergessen und umzukehren, um den viel leichteren Weg in die andere Richtung, zurück, zu nehmen, ehe er sich dann doch wieder fing und den Weg fortsetzte.
Schwerer und schwerer lag die Last auf ihm.
Da, waberte nicht plötzlich der Nebel vor ihm? Hatte er nicht gar eine Gestalt angenommen? Welch Zauberwerk enthüllte sich dort? Eine Figur, nur aus Silouette bestgehend, Nebel wallte empor und floss an den Rändern wieder herab.
»Halt, du kannst hier nicht weiter.«
Die Gestalt hob etwas wie einen Arm, gebildet aus nassem, grauen Nebel, so verdichtet, dass er fast wie feste Materie erschien.
Esteban stoppte. Drohte ein Angriff?
Stäbchen
19.02.2025, 15:52
überall war es nur grau. das war nichts natürliches. wo kamen denn schon graue blätter her? also dieser wald war ein widernatürliche umkehr der wirklichkeit. alles was sonst lebte und wuchs und grünte hatte hier ein wirklich hässliches abstoßendes spiegelbild gefunden.
mühsam rappelte sich stäbchen auf und sah sich um. etliche schmale pfade in viele richtungen, die fast schon zugewachsen oder gerade erst durch tiere oder was sich hier auch immer herumtrieb, aufgebrochen waren.
aber es gab zwei wege, die etwas ernst zu nehmender erschienen. aber wo sollte er lang gehen? kein himmel zeigte irgendeine richtung und geräusche waren eigentlich auch nicht zu hören, außer aus einem der wege hörte mal ganz in der ferne flüche. das hörte sich ganz nach den kriegerischen leuten an, die hinter gor na jan her trotteten. das war dann ja wohl keine option. ihm kam ohnehin schon alles so trostlos und vergeblich vor, da musste er sich nicht auch noch mit den typen verbünden, die keinerlei freundlichkeit und verbundenheit abstrahlten.
dann schon eher der andere weg, aus dem er meinte, die stimme des minnesängers gehört zu haben, zwar nicht in liedern, wie sich das eigentlich gehörte, aber in unterdrückten satzfesten. der passte ihm im moment zwar auch nicht, aber es wäre immerhin eine mögliche alternative.
blieb nur einer der schmaleren pfade, der fast so aussah, als wäre da gerade jemand durchgebrochen. da die abgebrochenen zweige eher in schulterhöhe waren, würden es wohl kaum die wildschweine gewesen sein. überhaupt: wo waren die schweine hin? aus erfahrung wusste er zwar, dass wildschweine eher flüchteten als sich einem sinnlosen kampf zu stellen, aber so gar keine spur? das war auch ungewöhnlich.
also folgte er dem pfad des sängers - vermutlich. sicher konnte man hier mit gar nix sein. warum waren alle verstreut? in unbekannten situationen hielt man doch eher zusammen. wieder so ein zeichen, dass das alles keine ehrenwerten menschen waren.
der pfad war keine gute wahl, stellte stäbchen schnell fest. es entwickelte sich ein ausgeprägte widerwillen, diesem pfad weiter zu folgen. irgendwas schien ihn zu warnen. aber hatte kugelchen ihn nicht deshalb geheiratet, weil er so mutig war, sogar furchtlos, wie kugelchen ihm versichert hatte?
also war es eine herausforderung und er würde sie annehmen
Lustlos stieß Dumak mit dem Fuß durch das trockene Laub und wirbelte es auf.
Er fand, das es ganz seltsam wieder zum Boden zurück rieselte.
»Stimmt denn hier gar nichts!« rief er empört aus.
Erst dieser absurde Wald unter dem Wald, dann diese Farblosigkeit. Und von den Stimmungsschwankungen ganz zu schweigen! Und jetzt noch dieses blöde Laub.
Der Weg schlängelte sich weiter mal mit sanfter Kurve nach links, dann wieder nach rechts, aber nie die richtung wechselnd. Beiderseits davon ragten die Stämme dicht an dicht und dazwischen wuchsen Dornenhecken, so dass ihm nichts weiter übrig blieb, als immer weiter voran zu schreiten. Es war alles ganz seltsam.
Ein paar mal waren Pfade abgezweigt und er hatte sie Anfangs durchsucht, da ihn Neugier trieb und dies schien ihm eine ganz wunderbare Abwechslung in der ganzen Ödnis. Aber die Wege waren immer nur kurz gewesen und endeten im Nichts oder führten einfach wieder zurück auf den Weg, den er bisher gegangen war. Glaubte er zumindest. Alles andere wäre doch Zauberei!
Und da diese ganze Abzweigerei ja doch nichts grachte, hatte er irgendwann die Lust verloren und blieb einfach stur auf dem Hauptweg.
Er nahm die Laute vom Rücken und aus dem Futteral und begann, ein wenig darauf herumzuklimpern. Es klang ganz grässlich.
Außerdem fiel ihm nichts ein, was er dazu singen sollte.
»Menno, alles dumm hier!«, stellte er frustriert fest.
Plötzlich stand Stäbchen vor ihm.
»Was machst du denn hier? Also ... ähem«, stotterte er, »du bist natürlich nicht dumm.«
Er war im Gegenteil erfreut, jemanden aus der Gruppe zu treffen und nicht mehr allein umherzuwandern.
Schnell packte er sein Instrument wieder ein und schwang es auf seinen Rücken.
»Zu zweit ist es vielleicht nicht ganz so trostlos«, meinte er dann mit nicht mehr ganz so trostloser Stimme.
»Ich hab jedenfalls nie gewusst, dass zu Hummelchens Hof so viel Wald gehört. Sogar ein Doppelstockwald. Von sowas hab ich noch nie gehört.«
Stäbchen
20.02.2025, 18:00
"von diesem wald hab ich auch noch nie gehört und ganz sicher war hier auch noch niemand, es sei denn, hier war mal jemand und der kam dann nie zurück.
natürlich sind schon leute aus der siedlung fortgegangen, aber wir haben sie eher in khorinis vermutet und auch einige dort gesehen. wie sollten die leute auch durch diese widerlichen dornen kommen? nee, hier war sicher noch keiner vorn uns. aber wir leben ja noch nicht so lange hier. das hat ja erst hummelchen entdeckt und für uns wieder bewohnbar gemacht. es war ja alles heruntergekommen und verwildert. hier lebte schon lange niemand mehr."
aber warum erzählte er das eigentlich alles diesem vagabunden, der sicher noch nie einen heller mit ehrlicher arbeit verdient hatte. man musst sich ja nur mal diese weichen, blassen hände ansehen. immer nur ein bisschen die saiten gestreichelt und dazu irgendwas misstönendes gejault.
Aber hier musste man in erster linie irgendwie miteinander klar kommen. dass es hier unheimlich war und irgendwie nicht natürlich, lag ja wohl glatt auf der hand. da war es besser, man erkundet diesen seltsamen wald nicht ganz allein. obwohl dieser barde sicher keine hilfe war. man muss sich ja nur mal vorstellen, die kämen gierige graue goblins aus dem nebel, der irgendwie zwischen den bäumen lauerte. ob er dann mit seiner laute richtig losdreschen würde? nein eher würde er sie wohl totquatschen. das konnte er immerhin ganz gut
Gor na Jan
22.02.2025, 11:38
Gor Na Jan dachte nicht mehr. Das war der einzige Trick, der ihm zu helfen schien. Sobald er anfing, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, brach das Chaos über ihn herein. Verrat, Hass, Scham, Schuld, ein ekliger Tumult aus allem, was das emotionale Spektrum zu bieten hatte, packte ihn wie ein Wirbelsturm und riss ihn gänzlich aus der Fassung. Der unbändige Drang, die anderen im Wald zu suchen und sie für ihre Unreinheit zur Strecke zu bringen. Die Vorstellung, einfach zu fliehen, aus diesem Wald, aus dieser Welt, weit weg von all dem, was ihn an die Vergangenheit und diese schrecklichen Gefühle erinnerte. Weiter noch. Der sehnsüchtige Wunsch, sich auf sein Schwert zu stürzen und diese Odyssee ein für allemal zu beenden.
Nein, die einzige Hoffnung war, seine Gedanken nicht nur abzuschirmen, sondern gänzlich zum Erliegen zu bringen. Gar nichts zu denken, war nicht einfach, vielleicht nicht mal möglich. Der Trick war, dem Verstand irgendetwas zu tun zu geben. Crunch, Crunch, Crunch, machte es unter seinen nackten Füßen. Der Templer hatte die Strahlstiefel ausgezogen und sich über die Schultern gehängt, um barfuß durch den Wald zu marschieren. Anstatt das Geräusch wie sonst üblich im Hintergrund abzutun, widmete er ihm seine volle Aufmerksamkeit. Crunch, Crunch, Crunch. Solange die Vorstellung des langsam zermörserten Laubs, das knisternde Geräusch und das Gefühl des Blattwerks unter seinen Sohlen und zwischen seinen Zehen gänzlich seinen Verstand füllte, passte kein Gedanke dazwischen, egal wie sehr die Stimmen es auch versuchten.
Für einen Moment schaffte die Dankbarkeit es in seine Sinne. Dank an die Gurus, die ihn, seit er ein junger Novize war, durch das harte mentale Training der Meditation vorbereitet hatten. Doch sofort kam die Scham. Keiner von ihnen hatte überlebt. Nicht einer. Dabei war genau das die Aufgabe der Templer und er als ihr... Crunch, Crunch, Crunch, bevor der Gedanke es in seine Spirale schaffte, war der Fokus wieder auf dem Laub. Man durfte den Gedanken keine Chance geben. Glaub nicht alles, was du denkst, hatte Cor Krömer mal gesagt.
Dann endete der Pfad. Damit hatte Gor Na Jan nun als letztes gerechnet. Nein. Womit er als letztes gerechnet hatte, war, was er dort sah. Gor Na Thal und Gor Na Rhan hatten diesen Ort aus gänzlich unterschiedlichen Richtungen zur gleichen Zeit erreicht. Es hatte keinen Sinn, sich zu fragen, wie das überhaupt möglich war. Sie mussten alle am gleichen Ort in den Wald gefallen sein und nun waren sie sich über Stunden ja vielleicht Tage nicht begegnet und wanderten aus allen Himmelsrichtungen auf den gleichen Punkt zu? Dieser Wald gehorchte nicht den Gesetzen der Natur.
Jans Blick fiel auf Thal. Der Speer wiegte in beiden Händen, bereit zum Angriff. Auch Rhan hatte seinen Zweihänder gezogen und schaute zwischen Thal und nun Jan hin und her. Ohne einen Hauch von Mitsprache ließ der Körper des Templerführers den Roten Wind vom Rücken gleiten. Keiner von ihnen sprach ein Wort. Es gab keine Worte zu sprechen. Jan erkannte es im Blick seiner einstigen Gefährten. Sie waren gefallen, wie jene Templer, die Cor Kalom einst in den Tempel des falschen Schläfers gefolgt waren. Es waren Fanatiker, wie die Sucher, die unter Kontrolle der Drachen das Land durchstreift hatten. In diesem Moment empfand der einstige Zweihandmeister nicht mal mehr Bedauern oder Schuld. Er tat die Gute Sache, seine einstigen Mitstreiter von ihrem Leid zu erlösen.
Zeitgleich preschten die drei Templer aufeinander zu und ließen die Waffen sprechen. Schwert auf Speer auf Schwert. Rhan ließ die Stärke spielen und schwang seinen Zweihänder weit, Jan nutze seine Wendigkeit, Thal seine Reichweite. Zu Beginn sah man die Gleichheit aufeinandertreffen. Drei Krieger aus der gleichen Schule in einer gemeinsamen Sprache. Doch je länger der Kampf dauerte, desto mehr starb die Einheit und auch ihr Stil verlor sich in den Unterschieden der Lebenswege, die sie seit dem Fall der Gemeinschaft genommen hatten. Schon bald war keine Bruderschaft mehr unter den drei Männern zu erkennen, außer der bloßen Äußerlichkeit in Rüstung und Tätowierung, die im Dunkel des Waldes eh keine Rolle mehr spielte.
Don-Esteban
24.02.2025, 21:16
Der Nebel war mächtig empor gestiegen und die Gestalt, die sich aus ihm geformt hatte, beugte sich nieder zu dem winzigen Menschlein vor ihm.
»Geh aus dem Weg und lass mich vorbei!« entgegnete Esteban.
»Dich vorbei lassen? Warum sollte ich das tun?«
Die Nebelgestalt ragte hoch empor, wallte hierhin und dorthin und schien ihr Spiel mit dem kleinen Menschen zu treiben, so wie ein Kind mit einer Ameise, indem es ihr ständig Hindernisse in den Weg legte.
»Weil ich muss!«
»Stur wie immer! Wieder auf der Suche nach irgendeiner einsamen Erkenntnis? Wissen ansammeln? Hier ein Buch und dort eine Inschrift ... Ohne Sinn ist dein Drang danach«, höhnte der Nebel mit unheimlicher Stimme.
»Wozu soll es dir nützen, zu wissen, was der Häuptling eines längst vergangenen Stammes auf irgendeiner Insel zu seinen Untertanen sprach und in Stein einmeißeln ließ, weil es sonst alle am nächsten Tage vergessen hätten? Oder ein allen anderen gänzlich unbekannter Magier in ein heute halbzerfallenes Buch für belanglose Theorien über dieses oder jenes kritzelte. Du wirst eines Tages abtreten und nichts davon wird übrig bleiben oder wird zu irgendeiner Veränderung geführt haben. Nicht nicht einmal eine Veränderung verhindert haben.«
»Woher willst du das wissen?!«, wagte der Schwarzmagier gerade noch so Widerspruch. Die Last der Worte schien ihn niederzudrücken.
»Weil ich dich kenne«, schleuderte ihm sein Richter entgegen.
»Weil ich dich schon sehr lange begleite. Du bist der einsame Wanderer, der sein Ziel nie erreichen wird. Weil du kein Ziel hast, weil du immer nur auf dem Weg bist. Nie kommst du an, immer musst du noch weiter. Und warum? Weil du dich nicht für andere interessierst. Sie sind dir egal. Du selbst bist die ja auch egal. Du hast kein Ziel ohne einen anderen und du hast auch keines mit jemandem gemeinsam. Du bist nur wie ein Lufthauch. Heute hier, morgen dort und übermorgen ganz verschwunden.«
In Estebans Geist arbeitete es.
»Nein, es ist nicht umsonst! Alles Wissen hilft, die Welt zu verstehen und dadurch in ihr zu bestehen! Wissen ist kein Selbstzweck.«
Es durfte einfach nicht so sein!
Die Gestalt lachte abfällig.
»Meinst du, der Knecht, der sein ganzes Leben auf einem Hof verbringt, besteht in der Welt etwa nicht? Eitle Worte zur Selbstbestätigung deines einsamen Weges höre ich von dir - mehr nicht.«
Esteban widerstand. Er war nicht bereit, aufzugeben.
»Du irrst dich! Ich bin nicht allein«, schleuderte er diesem Nebelwesen zornig entgegen.
»Und mir sind andere nicht gleichgültig. Ich bin nur aus einem einzigen Grund hier: Weil ich mich um jemand anderen sorge, weil sie mir etwas bedeutet. Nichts weißt du über mich. Verbreitest nur Lügen. Der Lufthauch bist du. Ein Windstoß und schon streben deine Teile auseinander und werden zu dem formlosen Nebel, aus dem du bestehst und nichts mehr wird an dich erinnern.«
Er murmelte einen Zauberspruch und hob dabei langsam die Hand immer höher, so als ob er etwas darin hielte.
»Siehst du dies«, rief er dann und zwischen den Fingern brach Licht hervor, Strahlen, die den Nebel durchdrangen.
»Wo Licht ist, da ist Hoffnung und ein Ziel. Und mein Ziel ist, dort entlang zu gehen, um Meditate zu finden und du wirst mich nicht aufhalten.«
Das Licht war zu einer Kugel angewachsen, die immer gleißendere Strahlen in alle Richtungen aussandte. Stärker und stärker wurde es. Sein Gesicht und der ganze Magier wurden hell beschienen und hinter ihm baute sich ein tiefdunkler, fest stehender Schatten auf. Genauso wie auch die große Nebelgestalt, deren faserig wabernden Gliedmaßen dunkle, jedoch sich ständig verändernde Schatten warfen.
Und dann drangen die Strahlen, die nun so hell waren, dass sie in den Augen schmerzten, durch den Nebel hindurch. Erst an einigen, wenigen Stellen und dann immer stärker und der Nebel begann, seine Form zu verlieren und die Schatten schwanden und am Ende zerfloss er und der Spuk war plötzlich vorbei und der Weg war wieder frei.
Esteban ließ das Licht wieder schwächer werden, so dass es angenehm in den Augen war und setzt seinen Weg entschlossen fort.
Irgendwo würde er auch die anderen wieder treffen. Das magische Licht war das Zeichen dafür.
Dumak freute sich tatsächlich. Dieser unheimliche, blasse Wald hatte ihn ganz benommen gemacht. Aber jetzt, wo Stäbchen hier war, war alles doch nicht mehr ganz so schlimm. Er kannte den Bauern nicht, wusste nichts von ihm. Aber alles war besser, als allein durch diese Ödnis zu laufen.
»Komm, ich denke, wir müssen dort entlang«, wies er die Richtung.
»Warum? ganz einfach, wenn ich in die entgegen gesetzte Richtung laufe, fange ich wieder an, nur noch in Reimen zu sprechen. Und glaub mir, dass willst du nicht hören. Das will ja nicht einmal ich hören, obwohl ich sonst immer in meine eigenen Worte verliebt bin.«
Der Barde kicherte ein wenig, als er seine eigene Selbstbeschreibung hörte.
Vielleicht war sie übertrieben, aber nicht gänzlich gelogen. Als Sänger musste er einfach von seinen eigenen Worten überzeugt sein, um die Lieder auch richtig vortragen zu können. Also war das schon in Ordnung so.
Stäbchen folgte ihm und lauschte stumm seinen Worten.
»Ich bin mir sicher, dass wir wieder hier heraus finden werden. Weshalb?«, sprach Dumak weiter, mehr zu sich selbst als zu seinem Begleiter, auf dessen Reaktion er jetzt gerade gar nicht achtete.
»Weil es bisher in jeder noch so ausweglosen Situation weiter ging. Unter dem Gebirge auf Argaan haben wir die Kriegerin Nienor gerettet, obwohl sie völlig verzaubert war und unter dem Bann eines Skelettkönigs stand und es kaum noch Hoffnung auf irgendetwas gab, so finster war es dort. Und als Meister Esteban sich auf die Suche nach dem Nest der Minecrawler machte, da war das auch kein Zuckerschlecken, das kann ich dir sagen! Feinde von vorne, von hinten, oben und unten.«
Er schaute kurz zu Stäbchen.
»Jaja, und auch von links und rechts.
Ja und der Magiedieb ...«
Dumak gestikulierte wild.
»Der hat uns ja alle in völlig komische Welten geschickt und trotzdem sind wir alle wieder zurück gekehrt.«
Er blieb stehen.
»Sind wir doch, oder?« Er versuchte, an den Fingern nachzuzählen, wie viele sie am Ende des Abenteuers noch gewesen waren.
»Ach, ganz bestimmt!«
Er lief weiter.
»Siehst du, und deswegen bin ich jetzt auch guter Dinge.«
Er blieb wieder stehen.
Langsam ging Stäbchen dieses Gehen - Stehen - Gehen - Stehen auf die Nerven.
»Ich habe eine Idee! Dort vorne an den beiden eng zusammenstehenden Bäumen kannst du mich auf deine Schultern klettern lassen und dann kann ich über die ganzen Hecken und Büsche hinweg sehen und vielleicht kann ich ein Ziel sehen, so wir hin müssen, irgend etwas Merkwürdiges, Auffälliges.«
Gesagt, getan. Dumak kletterte vorsichtig auf Stäbchens Schultern, der stärker war als seine dünne Gestalt annehmen ließ. Aber die harte Bauernarbeit hatte eben Muskeln geformt.
Dumak hielt sich, auf seinen Schultern stehen, an einem der Stämme fest und schaute über das graue Meer an Unterholz.
»Da ist tatsächlich etwas«, rief er, »ein großer Baum höher als die anderen und er ist nicht grau, sondern grün!«
Er sprang behände wieder bis auf den Boden herab.
»Dort sollten wir hin, es ist in dieser Richtung, wir dürfen uns von irgendwelchen abzweigenden Wegen oder Richtungsänderungen nicht in die Irre führen lassen. Irgendetwas ist dort, ich spüre es!«
Stäbchen
26.02.2025, 11:22
endlich ein ziel, ganz egal, welches. nichts war schlimmer als dieser endlose graue wald, der keinerlei kontur hatte. es hatte ihm zwar nicht gefallen, dss er diesen taugenichts auf die schultern nehmen musste, aber umgekehrt wäre das kaum möglich gewesen. den warf doch jeder windstoß direkt um. er hatte sicher nicht mehr kraft als die, seine instrumente zu halten. und was er da erzählte von etlichen heldentaten war ja vermutlich eher seiner phantasie zuzuschreiben, als seinem körperbau. dem magier traue er natürlich ne menge zu, aber niemals würde er ihm über den weg trauen. magier waren schrecklich - obwohl der junge ja auch wohl so etwas wie ein magier gewesen war.
zumindest alles war real an diesem barden und eigentlich war es sicher angenehmer mit ihm diesen wald zu überwinden als mit dem grusligen arroganten magier.
er hatte also einen großen baum gesehen inmitten dieser gleichförmigen grauen baumebene. und sofern er nicht übertrieben hatte, war das ja wohl ein lichtblick.
"na dann mal los. soll ich dir was abnehmen?" stäbchen wurde auf einmal ganz fürsorglich. nichts wäre schlimmer, als in diesem ewigen wald ganz allein zu sein
Gor na Jan
02.03.2025, 10:51
Weiter klang das Klirren des Stahls durch den Wald und trotz seiner Bedrohlichkeit füllte es diesen zumindest mit etwas mehr als der drückenden Stille, die sich auf absurde Weise ebenfalls grau und fahl anhörte. Nicht wie eine natürliche Stille. Gor Na Jan wich dem Stich Gor Na Rhans aus und hieb von der Seite, wo dieser jedoch von Thals Klinge abgefangen wurde. Als Dank für den rettenden Streich wandte sich Rhan jedoch nun Thal zu und ließ seinen Speer herumwirbeln, welcher nun jedoch von Jan abgefangen wurde. Keiner gab dem anderen auch nur einen Millimeter. Auf absurde Weise hielten sie den Kampf in einem endlosen Patt, denn selbst, wenn einer die Oberhand zu gewinnen drohte, schlossen sich die anderen beiden für den Moment zusammen, um das Blatt wieder zu wenden. Es machte den Anschein, als würde es ewig so weitergehen.
Der einstige Templerführer dachte nicht mehr. Nicht er selbst. Sein mentaler Schild war gänzlich gefallen und sein Geist durchflutet von der schwarzen Kraft dieses Ortes. Dass er auf seine gefallenen Brüder ebenso wirken musste, wie sie auf ihn, entging ihm völlig. Nur ein einziges Ziel war in seinem Kopf: Der Glaube musste gereinigt werden. Das Andenken der Bruderschaft von der Schande der Verräter befreit. Erneut verkeilten sich die drei Waffen ineinander und mit einem Stoß wichen die Templer auseinander. Jan fletschte die Zähne, dem fanatischen Tier gleich, das er geworden war, und preschte vor. Im Hieb jedoch stoppte er seinen Angriff, als eine vierte Gestalt sich dazwischenwarf. Auch Rhan und Thal waren für einen Augenblick unsicher, wie sie mit dem Neuankömmling umzugehen hatten, und hielten inne.
"Was tut ihr denn?!", schrie Dante fassungslos an alle zugleich gewandt. "Seht, was dieser Ort aus euch macht! Ihr seid doch Brüder! Templer!"
"Nicht mehr", erklang eine andere, wohlvertraute Stimme, als Cor Kalom sich aus dem Schatten schälte. "Sie alle haben den Weg des Schläfers vergessen. Und nur einer wird ihn wieder zurückfinden."
Als der Fremde nähertrat, veränderte sich sein Gesicht und Y'Berion sprach: "Der einzige Sinn eines Templers ist es, den Willen des Schläfers zu vollstrecken. Die Reinheit des Glaubens zu wahren und jene zu schützen, die ihn verbreiten. Die Templer sind ein Werkzeug."
Obgleich sowohl Kalom als auch Y'Berion die geistigen Führer der Gemeinschaft gewesen waren, so war es die letzte Gestalt, die jeden der drei am meisten in Ehrfurcht versetzte. Cor Angar sprach: "Und dieses Werkzeug ist nur nützlich, wenn es wie ein Mann funktioniert. Der Kern der Templer ist ihr Glaube. Und ihr drei seid nicht mehr eins im Glauben. Nur einer von euch, der wahre Gläubige, hat das Recht, sich Templer zu nennen."
"Nein", widersprach Dante und die drei schauten ihn fassungslos an. Keiner von ihnen hätte es gewagt, Angar zu widersprechen. Nicht an diesem Ort, unter der Gewalt des Schattens. "Nicht der Glaube, eint die Tem..." Der Milizionär konnte seinen Satz nicht beenden, als der Schaft des Speers Gor Na Rhans ihn in der Seite traf und aus dem Kreis schleuderte.
Sofort waren Thal und Jan zur Stelle und der Kampf entbrannte erneut. Unter den zufriedenen Blicken Cor Angars, Cor Kaloms und Y'Berions, je nachdem, wann man und wer zu ihnen schaute.
Klingen und Speer trafen unerbittlich und ungebrochen aufeinander. Und doch war irgendetwas anders. Gor Na Jan zweifelte. Der Junge, der keine Ahnung von ihnen und ihrem Glauben hatte, wagte es, ihn in Frage zu stellen. Ohne Zweifel war der Glaube das Wichtigste der Templer. Er hatte sie in den Sumpf geführt, nur für ihn hatten sie das Schwert ergriffen, ein Leben in brutalstem Training verbracht und den Geist gebrochen und gestählt, um seine Verteidiger zu werden. Was konnte für einen Templer wichtiger sein als der Glaube?
So sehr der einstige Zweihandmeister auch versuchte, den Gedanken von sich zu weisen, er schaffte es immer wieder in sein Bewusstsein und ließ ihn immer wieder fatale Fehler machen. Dennoch nutzte keiner der beiden anderen diese aus. So wie Jan es auch nicht tat. Irgendwas ging in ihnen auch vor. Der Kampf hätte längst entschieden sein können, doch keiner vollbrachte es, den Todesstoß zu setzen.
Warum nicht? Ja, diese Männer waren seine Brüder gewesen. Doch sie hatten ihren Glauben verraten, waren andere Wege gegangen, hatten sich sogar von der ursprünglichen Lehre entfernt. Also waren es auch nicht mehr seine Brüder... oder nicht?
Die Frage ließ Gor Na Jan nicht los. Sein Kampfstil wurde immer halbherziger und nachlässiger. Immer wieder traf er den Blick der anderen und es schien immer mehr Hass zu schwinden. Der Fanatismus versuchte nach ihm zu greifen. Doch was war Glaube denn wert? Was, wenn er als einziger noch stand, um zu verteidigen, woran er glaubte... war das der Sinn der Sache?
Mitten in einem weiteren Angriff Thals senkte Gor Na Jan den Roten Wind. Im letzten Moment stoppt Thal seinen Angriff.
"Verteidige dich!", schrie der Templer.
Jan jedoch warf den Anderthalbhänder vor sich ins graue Gras.
"Nein."
Er hielt den Blick Gor Na Thals und dieser schien sich mit Tränen zu füllen. Er presste die Zähne aufeinander und kurz glaubte Jan, er würde zum Hieb ausholen. Doch er tat es nicht.
"Der Glaube hat uns zusammengeführt, aber nicht der Glaube hat uns zusammengehalten. Die Gemeinschaft war es. Wir waren eine Bruderschaft. Nicht nur die Templer, wir alle. Bis zum faulsten Novizen. Und wir sind es immer noch. Dieses Band ist untrennbar. Nicht einmal Götter können das ändern."
Thal senkte den Zweihänder, dann ließ auch er ihn fallen. Rhan hinter ihm, der die ganze Zeit hätte Thal in den Rücken fallen können, warf ebenfalls seinen Speer von sich.
"Nein!", sprach Cor Angar und trat in den Kreis. "Ihr seid eine Schande für die Bruderschaft! Ihr seid keine wahren Templer! Schaut euch an! Zersplittert und zerstreut! Die Templer sind EINS!"
"Wir müssen nicht GLEICH sein, um EINS zu sein.", widersprach Gor Na Rhan dem Ersten Templer.
"Angar wusste das," fuhr Gor Na Thal fort.
Cor Angar hatte keine Chance zu widersprechen. In dem Moment, als die Illusion als solche erkannt war, löste sie sich in einem schwarzen Nebel auf, wobei dies vom Geräusch eines Frustschreis begleitet wurde.
Die Templer warfen sich lange Blicke zu, keiner von ihnen bereit, das Erlebte in Worte zu fassen, doch einig, selbst in ihrer Uneinigkeit. Gemeinsam halfen sie Dante auf, der versuchte, sich wieder aufzuraffen.
"Tut mir leid", sprach Rhan voller Scham.
"Schon gut", ächzte der Milizionär, "Nichts, was dein Restvorrat an Sumpfkraut nicht wieder ausgleichen könnte."
»Na hör mal!«, antwortete der Barde empört.
»Ich bin doch nicht lahm und krank. Ich trag mein Zeug schon selber, keine Sorge. Danke der Nachfrage.«
Hmpf! Sowas!
»Pass auf, Stäbchen. Wir dürfen nicht die Richtung wechseln. Jedenfalls nicht allzu lange und müssen uns immer merken, wo es lang geht, um diesen seltsamen Baum zu erreichen«, erklärte er überflüssigerweise, obwohl er genau das schon einmal gesagt hatte.
Gerade zweigten wieder einige Wege ab. Dumak schaute sich alle genau an.
»Also der hier führt nur einmal um die Ecke und endet dann.«
Er lief den nächsten ein paar Schritte hinein, verschwand hinter einer Kurfe und kam wenige augenblicke später aus einer anderen Abzweigung wieder heraus.
»Das ist ja ein Ding«, staunte er.
»Es ist ja fast, als ob mich das Labyrinth wieder zurück geleitet hat und nicht will, dass wir woanders entlang laufen. Merkwürdig ...«
Er überlegte, während sie den Weg, der weiter in etwa in die Richtung des Baumes führte, weiter folgten.
»Erst gibt es jede Menge Widerstand, die Brombeerranken ... dann die wilden Tiere. Und dann wurde es ganz verrückt: Es war, als ob es mein größter Wunsch sei, mich von dem allen fortzubewegen. Aber das war so sehr merkwürdig, dass es mich neuzgierig machte, was wohl passieren würde, wenn ich es nicht tat.«
(Und die zwanghafte Reimerei von allem war nun wirklich zuviel des Guten!)
»Und nun scheint es plötzlich so, als sollen wir geradewegs dorthin gefüjhrt werden, wovon wir eben noch fern gehalten werden sollten.«
Er hob den Finger. (Das hatte er sich von Esteban abgeschaut, der Magier neigte zum Dozieren und alle, die ihn kannten, wussten, dass, wann immer er diese Geste machte, ab nun etwas erklärt wurde, das dem Magier ganz einfach schien, was alle anderen aber nicht dazu brachte, den Erklärungen auch nur ansatzweise folgen zu können. Meist war es irgendwas mit angeblichen magischen Effekten. Dumak war ja der Meinung, dass Esteban in solchen Momenten sich selbst irgendetwas nicht erklären konnte und so versuchte, alle anderen absichlich zu verwirren.)
Wie auch immer, er hob also den Finger.
»Ich glaube«, dozierte er, »dass hier entweder eine wirkende Macht ihre Meinung geändert hat (vielleicht hat sie erkannt, was für ein außergewöhnliches Exemplar ich bin und will mich deswegen nun aus der Nähe betrachten), oder - was zugegebenermaßen viel wahrscheinlicher ist - es gibt zwei Kräfte, die gegeneinander arbeiten und die zweite ruft uns zu Hilfe.
Wir sollten jetzt nicht nachlassen, Stäbchen.«
(Als ob der Bauer das vorgehabt hätte.)
Dumak lief nun in schnellem Schritt, um keine weitere Zeit zu verlieren.
»Ich glaube, wir müssen auch nicht mehr jede Abzweigung kontrollieren, ich habe da ein gutes Gefühl, dass wir die Richtige schon von weitem erkennen werden.«
Don-Esteban
05.03.2025, 19:23
Der Magier war entschlossen mit weiten Schritten – so wie es ihm seine Reisekutte erlaubte – weiter gegangen, nachdem er diesen Gegner besiegt hatte. Esteban war sich nicht sicher, ob sich ein innerer Dämon manifestiert hatte oder ob es wirklich eine fremde Macht war, die ihm dies vorgegaukelt hatte. In diesem Fall war es gut gespielt!
»Wer weiß, was hier noch folgen wird«, sprach der Beschwörer zu sich selbst, während er weiter vorwärts eilte.
Und als ob er unter die Propheten gegangen war, erschien auf einmal wie aus dem Nichts ein neuer Gegner. Esteban hatte nicht sehen können, woher diese Bestie gekommen war, die da auf ihn zusprang.
Schnell wollte er noch einen Zauber aussprechen, um sich vor dem Angriff zu schützen, da war sie jedoch schon heran und mit einem großen Satz sprang sie ihn an und warf ihn um.
Warf ihn um, um ihn mit ihrer großen feuchten Zunge abzuschlecken.
»Gomez!« rief Esteban gleichermaßen überrascht wie erleichtert.
»Wenn du hier bist, dann wird dein Herr auch nicht weit entfernt sein«, schloss er, nachdem er erkannt hatte, welche ›Bestie‹ ihn hier besiegt hatte.
»Natürlich werden wir dem Sänger nichts davon erzählen, dass du mich gefällt hast«, erklärte er dem großen schwarzen Hund, der ihn aufmerksam anschaute und erhob sich wieder vom Waldboden.
Sorgsam klopfte er sich Dreck, Moos und trockene Blätter von seiner Kleidung ab.
»Komm, ich habe den Verdacht, dass wir ihn und hoffentlich auch die anderen am Ziel unseres Weges treffen werden. Denn alle Wege führen zu einer Mitte, einem Zentrum, von dem uns eine Macht fern halten wollte.«
Er merkte, dass er gerade vor einem Hund dozierte. Aber da niemand anderes zur Verfügung stand ... »Nun, dann bist du wohl für den Moment mein Adlatus«, stellte er fest.
»Jedenfalls eine Strategie, die nicht aufging. Es sollte doch bekannt sein, dass die meisten Menschen viel zu neugierig sind, um sich von Hindernissen aufhalten zu lassen, ja diese spornen sie geradezu an, sie zu überwinden. Genau darum geht es doch schließlich, habe ich recht?«
Gomez lief mit der Schnauze am Boden irgendeiner Spur nach.
»Wie ich sehe, gibt es von dir keinen Widerspruch. Du bist eben ein sehr verständiger Hund.
Wo viel Widerstand ist, muss die Belohnung nur besonders groß sein, so lautet die Erwartung. Es wäre also klüger gewesen, sich als besonders uninteressant und langweilig zu tarnen, um Menschen von sich fern zu halten.«
Gomez blieb stehen, den Kopf erhoben und nach vorne schauend.
»Und Hunde natürlich auch«, beeilte sich der Schwarzmagier zu ergänzen und bemerkte, dass der Hund weiterhin stur in die gleiche Richtung schaute.
»Was gibt es denn da vorne zu sehen?«
Esteban schaute nun selbst und sah nun den großen Baum in der Mitte dieses Waldlabyrinths. Hoch ragte er aus der Umgebung heraus, die Krone mächtig und weit gespannt, der Stamm breit und dunkel, die Wurzeln ... nun, die Wurzeln konnte man aus der Ferne noch nicht erkennen.
»Das hast du hervorragend aufgespürt«, lobte Esteban den großen Hund mit dem struppigen Fell und kraulte ihn am Hals.
»Lass es uns genau untersuchen.«
Weiter ging der Weg über Wurzel und an Unterholz vorbei, beschattet von den grauen Bäumen und ihren knorrigen Ästen. Und endlich öffnete sich der Wald und die beiden standen unter der wahrhaft mächtigen Baumkrone des Riesen in der Mitte dieses Waldes. Und von überall her mündeten Wege die von dichtem Hag, Unterholz und undurchdringlichen Hecken voneinander getrennt waren, in den Platz, der sich rund um den riesigen Stamm, den keine zehn Männer mit ausgestreckten Armen umfassen konnten, spannte.
Und aus einem dieser Wege schlenderten Stäbchen und Dumak auf sie zu so als ob es nichts wäre.
»Siehst du«, hörte Esteban Dumak zu Stäbchen sagen, »keine große Sache. Zusammen war das ganz einfach.«
Und schon hatte Gomez seinen Herrn wiedergefunden und Esteban benötigte nun jemand neuen, dem er seine Theorien mitteilen konnte und der ihn im Idealfall nicht dabei unterbrach.
Sie liefen gemeinsam weiter um den Stamm herum, machten dabei große Schritte über mannsdicke Wurzeln, die sich weit schlängelten, ehe sie im Boden verschwanden.
Und da traten aus einem weiteren Weg, der in dieses Rund mündete, Gor na Jan und seine Gefährten. Allesamt und keiner fehlte.
»Wir haben es geschafft«, bemerkte der Magier.
»Willkommen im Zentrum. Hier muss irgendwo des Rätsels Lösung zu finden sein.«
Die nun wieder vollständige Gruppe schritt weiter um den mächtigen Stamm herum und plötzlich enthüllte sich vor ihnen ein merkwürdiges Bild: Ein Mensch schaute aus dem Holz des Stammes heraus, er war wie eingelassen darin, mit dem Baum verwachsen, Äste oder Wurzeln liefen über den Körper hinweg, ja er war regelrecht verschmolzen mit dem Baum.
Und mit einem Male erkannte Esteban, wen er vor sich hatte. Das war doch ...
»Meditate!«, rief er erstaunt aus.
»Was tust du hier?«
meditate
06.03.2025, 13:12
"was macht ihr hier? das ist mein heim, mein baum und nur hier habe ich macht, die ich verloren hatte. der magiedieb war nicht wirklich vernichtet, er hat sich hierher zurückgezogen unter die erde. ich habe seine fährte gefunden und bin der gefolgt. und traf einen waldgeist, der sich verzweifelt gegen den magiedieb wehrte. ich musste helfen obwohl ich nicht wusste, wie. der waldgeist hat mich dann hierher geführt und er hat mich unverwundbar gemacht, indem ich teil dieses wahnsinnsbaum geworden bin. waldgeist, baum und ich sind eins geworden und kämpfen - nicht sonderlich erfolgreich, wie du ja feststellen konntest. immerhin seid ihr auch von ihm gefangen worden und in dieses unterirdische reich verbannt worden."
und wirklich bewegte sich meditate innerhalb des baumes, so dass sich stamm und äste bogen und immer neue formen fanden.
"und sogar stäbchen ist hier. und dumak. ich freu mich natürlich trotzdem, dass ihr alle hier seid. vielleicht können wir gemeinsam etwas erreichen"
Stäbchen
07.03.2025, 11:11
"warum bist du denn in einem baum? und wie können wir dich befreien? das ist ja furchtbar!"
stäbchen war außer sich. er konnte sich gut erinnern an die magierin ohne magie, die allen immerhin riesige Kartoffeln beschert hatte,
"ich hoffe doch stark auf einen trick oder auf die magie dieses besonders weisen mannes" dabei deutete er auf don-esteban. "und wie bewegst du dich, obwohl du doch von einem irren in den baumstamm verbannt wurde?"
Gor na Jan
07.03.2025, 19:55
Die Templer griffen instinktiv zu ihren Waffen, als ein Gesicht sich im Baum zu regen begann. Jan wusste nicht, ob es ihn beruhigte oder nur mehr verstörte, dass Esteban offensichtlich mit dem Baumwesen vertraut war. Erst als die Frau im Baum sprach, ergab alles endlich einen Sinn. Das war also die Magierin, von der hummelchen und Esteban gesprochen hatten. Also hatte das merkwürdige Verhalten des Waldes tatsächlich was mit ihrem Verschwinden zu tun.
Der Templerführer verfolgte mit Verwunderung, wie der Baum sich scheinbar dem Willen des einstigen Menschen in ihm beugte. Oder war es andersrum? Sie bewegten sich wie eine natürliche Einheit. Erst jetzt wurde der Templer stutzig. Er kannte diese Person! Es war erschreckend lange her, doch auch ihr war er einst im Kastell begegnet. In einem anderen Leben.
Magiedieb... er hörte dieses Wort nicht zum ersten Mal, seit sie den Hof betreten hatten, und Dunkelheit zuckte in seinem Geist. Mochte dies das Wesen sein, das seit Tagen versuchte, sich in ihren Geist zu schleichen und sie gegeneinander aufzubringen? Warum war seine Stimme der des verbannten Erzdämonen so ähnlich...
Jan zuckte zusammen und ging fast auf die Knie, als ein stechender Schmerz seinen linken Arm durchzuckte. Waldgeist. Das Wort resonierte mit ihm. Mit einem Teil von ihm. In ihm. In seinem Körper. Er schlug Kettenhemd und Nietenrüstung über seinem Arm zurück und offenbarte die geschuppte Haut darunter. Ein dumpfer Schein pulsierte unter der entstellten Oberfläche. Wie instinktiv näherte er sich dem Baum und das Leuchten gewann an Kraft. Was hatte das zu bedeuten. Fragend glitt sein Blick zu Esteban.
"Wenn sie es ist, die dem Geist die Kraft gibt, den Dämon auf Abstand zu halten..."
Er beendete den Gedanken nicht, aus Vorsicht, was dies bei Esteban bewirken würde. Sie konnten meditate nicht befreien. Es stand zu viel auf dem Spiel. Doch sie konnten sie auch nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Nicht dass meditate Anstalten machte, dass sie den Baum überhaupt verlassen WOLLTE. Was war die Alternative?
Don-Esteban
10.03.2025, 14:55
Der Schwarzmagier brauchte tatsächlich einen kurzen Moment, um sich wieder zu fassen. Er hatte ja schon sehr viel gesehen, aber das hier war ihm neu.»«
»Du kannst doch hier nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag mit diesem Baum verwachsen bleiben!«, stellte er erst einmal fest.
»Obwohl es zweifelsohne wichtig ist, was du hier bewirkst«, setzte er hinterher. Meditate würde eine solche Lage sicher nicht ohne äußerst triftigen Grund in Kauf nehmen.
»Der Hof von Hummelchen wird trotz allem noch von wilden Ranken bedroht. Vermutlich werden sie immer weiter wachsen und irgendwann den Hof und später die ganze Insel verschlingen. Du hast sie mit deinem Einfluss jedoch verlangsamt.«
Er griff sich mit der Hand ans Kinn und fuhr mit den Fingern daran entlang, tief in Gedanken versunken.
»Wie wäre es ... nein«, brach er gleich wieder ab.
Er dachte weiter nach.
»Oder wenn wir ... ach nein, das würde unbeherrschbare Komplikationen nach sich ziehen«, er kannte er, noch ehe er seine Gedanken den anderen offenbart hatte.
»Wenn wir dich in diesem Baum doch nur durch irgend etwas ersetzen könnten. Ich sehe ja ein, dass dem Magiedieb Einhalt geboten werden muss. Und das dauerhaft. Wenn wir ihn schon nicht besiegen konnten, dann muss er beschäftigt werden, so dass er keine Gefahr mehr für die Insel, uns und dich ist.«
Er wandte sich an die anderen.
»Wir brauchen eine Kraft, deren Magie von anderer Art ist als die eines Magiers. Unerschöpflich aus sich selbst heraus, so dass der Magiedieb auf ewig unter Kontrolle gehalten werden kann.«
Er sah zu Dumak und ihm fiel etwas ein.
»Hast du diese versiegelte Flasche noch, die du in Jharkendar gefunden hast? Den Siegeln, die sie trägt, nach zu urteilen wurde in ihr mehr als ein guter Jahrgang eingeschlossen. Lass sie mich sehen, vielleicht sind sie magischer Natur?«
Es war eine eher verzweifelte Idee, denn wenn es etwas mit der Magie der drei Götter zu tun hatte, dann war sie, sofern sie durch Menschen in dieses Gefäß gelangt war, wahrscheinlich nicht annähernd mächtig genug, um gegen eine Kraft wie den Magiedieb zu bestehen. Er war wie ein nie erkaltender Lavastrom, der sich unablässig durch alles hindurch fraß und alles auflöste, um es ebenfalls zu Lava zu machen. Und nichts hinterließ außer Leere.
Er wollte schon auf Dumak zu gehen, da bemerkte er, dass der Templer etwas sagen wollte.
meditate
11.03.2025, 20:48
"macht euch keine sorgen. ich wurde ja nicht eingefangen und in diesen baum gesperrt. ich bin ziellos gelaufen, als ich den hof verlassen habe.
als es mich in diesen wald zog, war mir erst mal gar nicht bewusst, dass ich wieder im wald nahe dem stillen haus war, dem revier der bestie, die ständig magier tötete. sie hat auch meine schwester blutfeuer auf dem gewissen. wie mir in meinen träumen damals klar wurde, mussten diese unzähligen mengen an magierm sterben. wenn er ihnen die magie entzogen hatte, war es gleichzeitig die lebenskraft. das hatte keiner vor mir überlebt. meine magie war zum glück so stark, dass zumindest die lebenskraft nicht mit aufgesogen wurde. ich bin wohl die erste, die diesen magiedieb überlebt hat. denn davon hatte noch ne jemand gehört. wie auch, wenn es nie überlebende gab.
ich kam also in diesen wald und mich behinderte keine barriere, nicht stachlige ranken und auch sonst nicht. wie ich jetzt weiß, hat mein freund der waldgeist mir den weg gebahnt. er hatte die hoffnung, dass ich helfen könnte, diesem dämon endlich wirklich zu besiegen. leider hatte ich nur noch ein winziges fünkchen magie in mir. ihr wisst schon, die großen kartoffeln."
meditate grinste und schüttelte die äste, dass die blätter rieselten. ein bisschen amüsant war das schon, dass alle sich sofort ein bisschen ängstlich umsahen. außer natürlich don-esteban, der stur vor sich hin sah. vermutlich würde er sich noch im untergang der welten für unbesiegbar halten. und natürlich von beliar in einen mantel aus hochmut und widerstandsfähigkeit gehüllt. schade, dass sie damals von der wilden befreiungsaktion nicht viel mitbekommen hatte,.
"seltsamerweise wusste der waldgeist, was damals passiert war. und damit kannte er auch meine verletzlichkeit ohne den schützenden mantel der magie. er machte mir klar, übrigens ohne zu sprechen, dass ich gefährdet war. da müsste man in der kastellbibliothek mal nachgucken, warum der geist in meinen kopf sprechen kann ohne dass ich was höre.
er schlug also sofort vor, mich erst mal unverwundbar zu machen. damit war ich natürlich einverstanden und dann machte es so was wie "peng" und ich fand mich in diesem baum wieder. das ist übrigens gar nicht so unbequem wie es aussieht. ich muss mich nicht mal um nahrung kümmern. macht alles der baum. und schlafen muss ich auch nicht. bäume brauchen keinen schlaf. aber seit ich eins mit dem baum bin, beobachte ich etwas anderes. ich habe den baum auch irgendwie verzaubert. habt ihr schon gesehen, dass er jetzt grüne knospen hat? also wird der baum bald grün werden. nur wird uns das hier unter der erde auch nichts nutzen. ein baum braucht sonne, wind und regen.
aber der waldgeist meint, alles würde sich fügen, wenn wir den ganzen wald befreien und den bösartigen magiedieb in schranken weisen, die er zwar nicht akzeptieren wird, aber wir werden ihn zwingen. und er meint, dass würde auch den wald wieder auferstehen lassen. wie das aber genau passieren soll, habe ich noch nicht ergründen können.
aber eins kann ich euch sagen, die kraft des baumes dringt in meine venen und ich spüre, dass wieder magie in mir wächst."
Gor na Jan
12.03.2025, 18:56
Der Templer lauschte den Worten der Magierin mit einer zunehmenden unbewussten Beunruhigung. Ohne Frage hatte der Geist dieses Waldes sie vor dem Magiedieb geschützt und gleichzeitig eine Art symbiotische Beziehung mit ihr geformt, um den Dämon auf Abstand zu halten. Sie schien sich sogar wohlzufühlen in diesem Baum. Man konnte die Hoffnung und Zuversicht förmlich greifen, die sie verspüren musste, wieder mit ihrer Magie verbunden zu sein. Oder... einer Magie, wenn es denn ihre war. Irgendwas passte für den Templerführer jedoch nicht ins Bild.
Gor Na Jan trat an Esteban heran und entfernte sich mit ihm ein Stück, um ungehört zu sprechen:
"Sie sagt, sie gewinnt an Kraft und der Geist beschützt sie ... Gleichzeitig nimmt die dunkle Macht, die diesen Wald befällt, aber immer weiter zu. Es ist nur eine Ahnung, aber ... ich hatte in meiner Zeit mit der Bruderschaft des Waldes Kontakt zu einem Waldgeist und das alles hier, die Ranken, die Stimmen, die Trugbilder ... das ist kein Waldgeist, der seinen Lebensraum beschützen möchte. Das ist etwas anderes. Und es wird stärker. Ich fühle, dass ein Geist in diesem Baum ist, der Teil in mir reagiert auf ihn. Aber was, wenn er verliert? Ich fürchte, deine Freundin weiß nicht mehr, was außerhalb dieses Baumes und gar dieses Waldes gerade passiert..."
Irgendwie versuchte der Gor Na seine Intuition in Worte zu fassen in der Hoffnung, der Schwarzmagier wusste irgendwas damit anzufangen.
Don-Esteban
12.03.2025, 20:36
Sie sollten sich keine Sorgen machen? Ernsthaft? Der Schwarzmagier fand eher, mit einem Baum zusammengewachsen zu sein, wäre durchaus ein Grund zur Sorge. Absolut.
Meditate wirkte in ihrem Baum jedoch seltsam vergnügt. Ob dort irgendwelche Substanzen durch die Rinde flossen, die die Wahrnehmung veränderten? Gerade so, wie es zum Beispiel auch beim Sumpfkraut der Fall war? Esteban erinnerte sich dunkel an einen Baal im Sumpflager, der Bäume umarmte. Ob dieser seltsame Mensch damals etwa mehr wusste? Er schüttelte diesen Gedanken ab, um wieder ins Hier und Heute zu gelangen.
»Das erscheint mir nicht sonderlich erfolgversprechend«, meldete er leise Zweifel an.
Doch noch ehe er seine Gedanken weiter ausführen konnte, war Gor na Jan an ihn herangetreten und hatte einige seiner Beobachtungen geteilt.
»Ja, ich habe ebenfalls Zweifel daran, dass sie das alleine mitsamt diesem Waldgeist schafft. Der Magiedieb wird mächtiger. Sicher halten sie ihn auf und verlangsamen seinen Machtzuwachs stark, aber letztendlich ...«
Er fuhr sich mit der Hand nachdenklich übers Kinn, so wie er es früher oft zu tun pflegte.
»Wir bräuchten etwas stärkeres. Etwas, was sie und alles andere unterstützt.«
Und zu Meditate gewandt sagte er: »Du kannst auch außerhalb dieses Baumes gegen den Magiedieb kämpfen. Wenn du spürst, wie deine Magie zurückgekommen ist, dann ist es möglich.«
Dumak wunderte sich über die Reden der Frau im Baum.
»Verspürst du denn nie das Bedürfnis, deine nackten Zehen in den Sand eines Meeresstrandes zu bohren? Oder Freunde zu besuchen? Oder einfach neue Länder zu entdecken?«, fragte er plötzlich geradeheraus.
Die Idee, auf ewig an einer einzigen Stelle zu stehen, erschien ihm geradezu gruselig, ihm, der auf ewiger Wanderschaft war und schon viele Länder besucht und unzählige Menschen kennengelernt hatte und sich kaum noch vorstellen konnte, auf immer an einem Ort zu verbleiben.
meditate
13.03.2025, 09:42
"ich hab das gehört, gor.... ach ich weiß nicht mehr deinen namen und die namen deiner freunde auseinanderzuhalten. ich freu mich jedenfalls, dass ihr hier seid. und da ich spüre, wie meine kraft sich zurück erinnert an magie, die mir einmal lebenselexier war, bin ich auch zuversichtlich, dass der baum mich entlässt, wenn ich ganz genesen bin. obwohl, wie das funktionieren soll, weiß ich nicht. aber der waldgeist ist keiner, der den wald in seinem jetzigen fürchterlichen zustand beschützt. er hat klar gesagt, dass wir beide den wald befreien werden. dann wird er wieder heimstatt für hörnchen, vögel und füchse sein. er wird sich öffnen für alle, die sich darin wohl fühlen werden. warum seid ihr so sorgenvoll. das wird schon. ich bin ganz sicher. seht doch nur, auch der baum gewinnt kraft, genauso wie ich. er hat inzwischen eindeutig einen grünen schimmer. es besteht also hoffnung. und ich bin bestandteil dieser vorgänge."
"andererseits hast du natürlich recht, du sänger meines herzens. im baum will ich nicht bleiben. der geist meinte auch nur, dass er mich so unverwundbar gemacht hat und wir den wald so heilen können".
meditate
14.03.2025, 16:23
"und nun gibt es doch ein problem, der waldgeist weiß gar nicht, wie er mich aus dem baum wieder herausholen kann. darüber hatte er gar nicht nachgedacht. er wusste nur, dass ich helfen kann, den wald zu retten und dass meine unverwundbarkeit dabei eine notwendigkeit wäre. ich hab ein langes gedanke-gespräch mit ihm geführt und dabei kam leider nichts wirklich erfreuliches raus hinsichtlich meiner "baumgefangenschaft". im grunde weiß er auch nicht, wie wir den magiedieb besiegen sollen. er meint aber, dass meine magie dabei unbedingt mitmachen muss. woher er das weiß, weiß er aber auch nicht.
ich habe ihn also einfach gefragt, woher denn seine informationen kämen. und 'tada' er weiß es nicht. sie könnten ihm theoretisch vom magiedieb eingegeben worden sein und der magiedieb wollte nur, dass ich wieder viel davon habe, damit er sich erneut bedienen kann. andererseits ist der waldgeist ein geschöpf der natur. und dafür gibt es ja auch einen verantortlichen gott, oder?
auf jeden fall will ich das, sand zwischen meinen zehen spüren oder noch besser, mit bloßen füßen über eine morgentaubenetzte wiese laufen.
also bitte, helft mir."
Gor na Jan
15.03.2025, 15:02
Nachdenklich nahm der Templer jedes Wort der Magierin in sich auf. Es fiel ihm schwer, die Situation einzuschätzen. War ihre Zuversicht berechtigt und der Waldgeist hatte mit ihrer Macht die Situation weitestgehend unter Kontrolle und brauchte nur noch eine helfende Hand? War der Geist gar ganz von den Schatten korrumpiert worden und benutzte sie als Werkzeug? Es war schwer zu sagen, was genau in der Magierin vorging, zumal er sie auch nicht kannte. Schlussendlich schienen sie sich doch in einem einig zu werden: Medi musste irgendwie aus diesem Baum raus. Zugleich brauchte dieser eine andere Quelle, um dem Dämon weiter die Stirn bieten zu können. Und ganz wie Esteban sagte: Eine Quelle, die nicht magischer Natur war. Denn der Geist mochte zwar Medis Kraft nutzen, um gegen den Magiedieb zu kämpfen, gab diesem aber womöglich durch die Natur dieser Kraft gleichzeitig auch Feuer.
Der Gor Na wandte sich Esteban zu und legte seine linke Armschiene ab. Er hob den Arm, schlug den Ärmel zurück und zeigte ihn dem Schwarzmagier.
Es war nicht nur die schuppige Verzierung auf seinem Arm, die sofort ins Auge fiel. Je mehr Zeit sie in der Nähe des Baumes verbrachten, desto mehr schien der Geist in ihm mit dem Geist im Baum in Kontakt zu treten und ein pulsierendes Leuchten durchzog die Sumpfhai-Schuppen.
"Als ich unter den Druiden gelebt habe, bin ich eine Weile dem Pfad der Bruderschaft gefolgt. Ich habe das Ritual der Hüter vollzogen und Kontakt zu einem Waldgeist aufgenommen. Seitdem verweilt er in mir. Doch ich bin nie eins mit ihm geworden. Der Weg der Waldläufer war nicht mein Weg. Ich habe aber nie verstanden, warum der Geist mich dennoch ausgewählt hat. Warum er so lange bei mir geblieben ist."
Der Templerführer schaute in Richtung des Baumes und fühlte das Band, als wären der Geist in diesem und der in ihm zwei Seiten der gleichen Medaille.
"Vielleicht war es für diesen Moment. Wenn der Geist dieses Baumes alleine es geschafft hat, den Magiedieb selbst mit einer magischen Quelle in Schach zu halten... Würde es ausreichen, seine Kraft zu verdoppeln? Auch ohne medi?"
Dann wandte er sich der Magierin zu.
"Und meinst du, du kannst den Geist noch mit deiner Magie unterstützen, wenn du nicht mehr Teil des Baumes bist?"
meditate
15.03.2025, 16:31
"ich weiß das nicht. ich fühle mich stark und ich habe den eindruck, dass ich meine mir von xardas verliehene magie wieder nutzen kann. schau mal:"
meditate bäumte sich auf, so weit der baum es zuließ und stieß einen schrei aus. dieser breitete sich rasend schnell aus und mähte von allen bäumen in schallrichtung die blätter und kleinen zweige ab. alles rieselte zu boden.
"das klappt schon mal. ich gaube, ich kann noch mehr."
die magierin in baum reckte ihre arme und plötzlich waren ihre besucher verstummt und konnten nicht mehr hören.
"oh, das war wohl unpassend. mit einer weiteren bewegung hob sie diesen zauber wieder auf.
"einen noch"
meditate hob wieder die arme und murmelte etwas vor sich hin. sofort war die luft erfüllt von einem brausen und das seltsame licht verschwand. und es zeigten sich unmengen von fledermäusen, die verzweifelt versuchten, dieser unterirdischen hölle zu entkommen. mit einer weiteren handbewegung schickte sie die tiere wieder zu dem loch, durch das alle zu ihr gekommen waren.
"es ist also magie da. gefährlichere sachen möchte ich erst machen, wenn ich wieder die kontrolle über meine gliedmaßen habe. und ja, mein waldgeist hat auch an kraft gewonnen und scheint etwas an dir extrem interessant zu finden. du wirst wohl wissen, was das sein soll."
Don-Esteban
17.03.2025, 23:15
Nachdem Esteban seine Stimme wieder gefunden hatte, musste er zugeben, dass Meditate ganz außergewöhnliche Fähigkeiten entwickelt hatte, solange sie mit dem großen Baum verwoben war. Oder vielleicht auch unabhängig davon? Das bliebe zu überprüfen.
»Es gibt eine Möglichkeit, dich und den Baum zu trennen«, rief er ihr zu.
»Ein altes magisches Ritual, das ich nach langen Studien fand.«
Wo, wenn nicht in der Bibliothek des Kastells, wo er viele Jahre lang mit Vorliebe in den verstaubtesten Regalen, die sonst nie jemand besuchte - und davon gab es einige, wenn man sich die Größe der Bibliothek vergegenwärtigte - nach zu Recht vergessenen Experimenten, nie gewollten Erkenntnissen und unerwünschtem Wissen suchte und so viel davon entdeckte, dass er einiges davon selbst schon längst wieder vergessen hatte.
Aber vielleicht waren einige Dinge auch mit einem Vergessenszauber belegt worden, um die Welt davor zu schützen ohne dieses Wissen ganz verschwinden zu lassen. Denn man wusste ja nie.
»Der Ritus von Ashk-Ara«, rief er und die Worte hallten weniger bedrohlich nach, als das in seiner Vorstellung der Fall gewesen war.
»Und die verfluchte Spirale von Isazohra.«
Auch das klang für außenstehende eher verwirrend als bedrohlich.
»Wenn ich beides kombiniere, werde ich in der Lage sein, ein Wesen, eine Erscheinungsform, einen Träger arkaner Energie gegen einen anderen zu tauschen.«
Hoffte er zumindest.
Denn nach den ehernen Gesetzen der magischen Logik ergaben ein Spruch für die Verwandlung (wobei nicht genau definiert wurde, was sich eigentlich in was verwandeln sollte. Vielleicht nur ein Handschuh, indem das Innere nach außen gekrempelt wurde?) und ein zweiter für die strenge Kanalisation eines magischen Flusses selbstredend einen formidablen Austauschzauber. Das sah ja jeder gleich ein.
Nun, die ehernen Gesetze der Magie waren letztendlich zwar eher so etwas wie unverbindliche Vorschläge, aufgestellt von alten Magiern vergangener Jahrhunderte, aber über derlei Kompliziertheiten musste man hinwegsehen, wenn das große Ganze im Blick behalten wollte.
Dies waren die Abwägungen und Entscheidungen, die der Hohepriester fast jeden Tag aufs neue treffen musste.
Er suchte sich einen herumliegenden alten Ast, den er wie einen Kampfstab in beide Hände nahm und dann anfing, eine Linie in den Boden zu zeichnen, und dabei das Rund um den Stamm abschritt. Doch nachdem er einen Kreis vollendet hatte, traf er nicht auf den Beginn der Linie, sondern war weiter außen angelangt, so dass eine Spirale entstand, je weiter er den Stamm erneut umschritt. Erst nach mehreren Umrundungen hielt er an. Nun fing er an, einzelne Runen, Muster und fremde Zeichen entlang der Linie zu beschreiben.
»Noch könnt ihr euch entscheiden«, rief er sowohl Meditate in ihrem Baum als auch Gor na Jan zu, der ihm die Inspiration für seine Idee gegeben hatte.
»Das könnte ein Weg sein«, hatte er dem Templer auf seine Enthüllung und den Vorschlag geantwortet, ehe Meditate ihren Schweigezauber an allen ausprobiert hatte. Denn mit dieser unerwarteten Enthüllung hatten sich ihre Chancen plötzlich um einiges verbessert.
Weiter ging es mit immer neuen Runenzeichen, manche einfach nur nur aus wenigen Strichen bestehend, andere kompliziert und erst nach vielen Schwüngen des als Pinsel genutzten Astes vollendet.
Und dann, nachdem er schier endlos lange die Spirale beschrieben hatte und dabei darauf achtete, nichts, was er zuvor gezeichnet hatte, durch die eigene Unachtsamkeit mit einem falschen Schritt wieder zu zerstören, fing er ein neues Zeichen an.
Kurz schaute er in den Himmel, um die Richtung abzuschätzen.
»Mhm, dies könnte Norden sein«, entschied Esteban nach einer Weile, aber sicher war er sich unter dem ewig grauen Himmel nicht.
Es entstanden vier Arme einer Windrose, doch war es nicht keins dieser Symbole, die man auf Karten findet. Ein Zeichen, um die Fokussierung, Trennung und Nutzung der Magie zu ermöglichen. Im Norden, dort war das Symbol am größten, beschrieb er Runen Beliars ein. Im Süden, der Pfeil war kleiner, kamen solche, die die Macht Innos' beschworen. Vom Westen nach Osten, gleich einem dicken Strich, der die streitenden Brüder trennte, war der Ort für die fließenden Zeichen, um die Kraft Adanos' zu beschwören. Es war die Magie aller Götter nötig, auch wenn keine konkreten Sprüche genutzt wurden - die er im Falle von Innos und Adanos auch gar nicht kannte und auch nicht nutzen konnte, da er sich Beliar allein verschrieben hatte. Und dies war die Gefahr beim Ritus von Ashk-ara: Völlig verschiedene Magieströme zu vereinen und zum gleichen Ziel zu lenken.
er warf den Stock wieder von sich, das Werk war vollendet.
»Überlegt euch gut, was ihr wollt. Jetzt ist die Zeit, um sich zu entscheiden! Soll der Spruch getan werden oder soll ich die Vorbereitungen dazu wieder löschen?«
meditate
18.03.2025, 08:24
"die frage ist, was meint mein baum- oder waldgeist dazu?"
einen augenblick hielt sie inne und offenbar zwiesprache mit dem waldgeist.
"wir sollen es probieren. der waldgeist meinte wiederum, dass ich nötig sei, um dem wald wieder frieden zu bringen und diesen wirklich bösen magiedieb zu besiegen. allerdings drängte er, dass es schneller gehen müsste. schneller jedenfalls, als es der magiedieb zulassen könnte, der ja unbedingt magie braucht zum überleben. und dieser esteban war ja schon einmal von ihm fast leer gesaugt worden war. seine worte"
meditate reckte sich in dem baum und schien ein stück zu wachsen. bis in die baumkrone, die jetzt merklich grün geworden war. der baum hatte also weiter kraft gefunden, wie auch sie. auch wenn sie es jetzt nicht ausprobieren wollte, weil sie die rituale von don nicht stören wollte.
Was immer jetzt passieren würde, es war Dumak höchst suspekt. Es war ja nicht so, dass die bisherigen Ereignisse nicht schon seltsam genug gewesen waren, eine Merkwürdigkeit folgte der nächsten. Oder umgekehrt.
Nein, er hatte es gewusst. Die ganze Zeit, die er mit dem Magier unterwegs gewesen war, hatte dieser sich verstellt, kaum Magie gewirkt, immer schön unauffällig gewesen. Na gut, abgesehen von dem riesigen Golem, an dem der Sänger irgendwie einen Narren gefressen hatte.
Aber nun? Er hatte ihn beobachtet, wie er über lange Zeit den ganzen Waldboden mit seinen merkwürdigen Zeichen voll gemalt hatte. Irgendwie schien es ihm, als sei er dabei regelrecht aufgeblüht, so als sei das endlich etwas, dass ihm Freude bereiten würde. Dumak kannte diese Anzeichen.
»Stäbchen«, sagte er, »mein tapferer Begleiter. Ich denke, wir beide haben hier fürs Erste genug Mut gezeigt und sollten uns nun in Deckung begeben. Hier wird gleich die Hölle losbrechen. Esteban wird wieder einmal Beliars Mächte beschwören. Ich weiß nicht, wie lange das noch gut geht. Ich hab das schon ein paarmal gesehen.«
Er sah sich um und entdeckte ganz in der Nähe einen Baum, der sich mit besonders mächtigen Wurzeln in der Erde verkrallt hatte.
»Los, lass uns dahinter Schutz suchen!«
Gesagt, getan. Nach wenigen schnell gerannten Schritten und einem rettenden Sprung landeten beide hinter der großen Wurzel und konnten nun vorsichtig darüber lugen, um aus sicherem Abstand trotzdem nichts zu verpassen.
»Gleich gehts los, pass auf. Die Luft knistert schon!«
Gor na Jan
22.03.2025, 14:38
Der Templer zögerte für einen Moment. Er war für den Waldgeist seit jeher nur ein Gefäß gewesen. Keiner von ihnen hatte eine Verbindung zugelassen, so wie er es von den Hütern der Bruderschaft des Waldes kannte. Dennoch, sie prägte ein langer Weg gemeinsam und Gor Na Jan fragte sich, wie es wohl würde, wenn diese Präsenz nicht mehr jeden seiner Schritte begleitete. Doch das war Wehmut und Nostalgie. Es war das einzig Richtige und die Zeit, den Verlust zu betrauern, kam später und würde dem Akt selbst so oder so nicht im Wege stehen dürfen.
Stück für Stück warf der Templerführer seine Rüstung ab. Die Schulterpanzer, den genieteten Harnisch und das Kettenhemd darunter. Jetzt erst, als der Templer seinen Oberkörper entblößt hatte, war das volle Ausmaß der Verbindung sichtbar. Vom Gelenk der linken Hand über den Arm bis hoch zur Schulter und ein gutes Stück über die linke Seite seiner Brust hatte sich das Muster der Sumpfhaischuppen ausgebreitet und pulsierte nun in goldenem Licht.
Der Gor Na atmete tief durch und versuchte die Verbindung zu der Macht in sich zu erfühlen. Der Geist reagierte, er war bereit. Auch von ihm schien eine gewisse Wehmut auszugehen, das fühlte der Templer. Doch die Überzeugung in ihm war stärker. Dies war der Moment, auf den er gewartet hatte. Jan legte die linke Hand auf die Rinde des alten Baumes. Sofort fühlte er, wie die Kräfte einander anzogen. Der Geist aus dem Baum rief nach ihm, der in seinem Körper antwortete. Doch die Barriere zwischen ihnen war stark und unterschütterlich. Aus eigener Kraft waren sie verdammt, so nah und doch so fern zu bleiben.
Hier kam, so hoffte sie vermutlich alle gerade, Esteban ins Spiel. Gor Na Jan wandte den Blick nach dem Schwarzmagier und nickte. "Bereit, wenn du es bist."
Don-Esteban
23.03.2025, 00:36
Der Schwarzmagier sah das Zeichen, das Gor na Jan bereit war. Einen Augenblick betrachtete er das, was der Waldgeist mit dem Körper des ehemaligen Templers getan hatte und es erinnerte ihn in gewisser Weise an den eigenen - und doch war es ganz anders. Er konzentrierte sich nun wieder auf die vor ihm liegende Aufgabe. Die Zeichen hatte er Vollendet, erst durch sie würde der Spruch gelingen, denn nie wäre es möglich, all das zu sprechen - gleichzeitig. So konnte er sich auf die wenigen, noch nötigen Auslöser konzentrieren, mit denen die einzelnen Bereiche der hingezeichneten Magie aktiviert werden sollten.
Dunkel murmelnd beschwor der Magier nun die Magie seines Gottes. Luft geriet in Bewegung und Winde entstanden, die um den großen Baum herum fegten, immer stärker, bis sie fast zu einem Sturme geworden waren. Derweil hatte sich die Luft aufgeladen. Die Magie war fast greifbar und entlud sich an der Kleidung und den Haaren der Personen, die sich zu nahe an dem Wirbel befanden. Winzige blaue Blitze begleiteten jede Entladung. Doch Esteban achtete nicht darauf. Immer weiter sprach er seine Worte, webte den Zauber und verdichtete die Magie. All das war die Folge des Ritus von Ashk-Ara: Alle Magie wurde aufgefordert, an Ort und Stelle zu verweilen, dafür standen die Symbole der einzelnen Götter. Geschieden durch Adanos' Schranken waren sowohl die Kräfte Beliars als auch die von Innos daran beteiligt, die Magie zu kanalisieren. Wenn auch Beliarmagie weit überwog. Aber Esteban konnte es sich nicht erlauben, hier auf etwas zu verzichten. Zu wichtig war das Ziel.
Die Magiedichte war nun hoch genug und die Spirale, die er rund um den Baum in den Boden gezeichnet hatte, begann jetzt, ihre Wirkung zu entfalten, da die Auslöseschwelle erreicht worden war. Aber das waren arkane Feinheiten, die Außenstehende nicht interessierten. Die ersten gezeichneten Siegel erhoben sich als Lichtpartikel vom Boden und wanderten entweder in Richtung des Baumes oder Gor na Jans. Je nachdem ob es sich um positiv geladene Magie handelte oder nicht. Esteban intonierte weiterhin die Sprüche, die er dafür aus seinem Gedächtnis abgerufen hatte und die nun die einzelnen Glyphen aktivierten. Der große Baum mit Meditate rauschte laut und seine Äste peitschten wild umher. Gor na Jans Körper hatte sich vom Boden gelöst und schwebte in der Luft, eingehüllt von einem eigenen arkanen Wirbel.
Weiter lösten sich Rune um Rune und gaben ihre beabsichtigte Wirkung an der einen oder anderen Stelle ab. Esteban erhob seine Stimme, um die restlichen Zeilen der alten Zauber zu sprechen, die er seit langem gelernt hatte. Mittlerweile war der magische Sturm fast unberechenbar geworden. Mit hoch erhobenen Armen stand der Schwarzmagier inmitten der wild herum wirbelnden Magie und rief die Worte aus, als wolle er einem Sturm befehlen. Und genau das tat er. Blätter, die am Boden gelegen hatten, Staub, Zweige ...waren nun in solch dichter Wolke aufgewirbelt worden, dass kaum die Hand vor den Augen erkannt wurde. Jetzt war es soweit. Die Magierin würde aus ihrem Baum getrennt werden. Und fast gleichzeitig würde der Geist des Waldes, den Gor na Jan schon so lange mit sich trug, diese leere Stelle ausfüllen, denn auch Magie strebte immer nach Ausgleich und dort, wo eine Fehlstelle war, musste sie, so war das Bestreben der Natur, ausgeglichen werden. der Zauber bestand darin, dass dafür genau der Geist genommen wurde.
Und tatsächlich - nachdem sich der magische Sturm ein wenig gelöst hatte und das Pfeifen und Brausen der freien Magie nachgelassen hatte, stand Meditate leibhaftig mitten unter ihnen.
»Schön, dass du wieder ganz normal unter uns weilst«, freute sich der Magier.
»Vielleicht spürst du noch die eine oder andere Nebenwirkung, aber das lässt sicher bald nach.«
Und auch Gor na Jan hatte wieder festen Boden unter sich. Das Schuppenmuster an seinem Körper war blasser geworden, so als ob es nur noch eine Ahnung des vorherigen Zustandes war.
Mit zusammengezogenen Augenbrauen spürte Esteban der Magie nach. Etwas ... da war etwas, was nicht dem entsprach, was er vorausberechnet hatte. Eine Störung im Gefüge ...
»Es war alles vorausberechnet ...«
Er konnte es sich nicht erklären. Eine Störung der Hintergrundmagie vielleicht?
»Irgendetwas ist anders ... nicht so, wie ich es berechnet hatte«, sagte Esteban, nachdem die Blätter wieder nieder gerieselt waren, und versuchte, herauszufinden, was es war, dass die vorgesehene Vollendung des Zaubers verhindert hatte.
Gor na Jan
23.03.2025, 09:13
Noch bevor Esteban es laut aussprach, fühlte der Gor Na, dass irgendetwas nicht stimmte. Der Geist kämpfte gegen die Barriere des Körpers, der ihn hielt. Unter Schmerzen. Jan hatte das Gefühl, dass seine Haut jeden Moment zerreißen würde. Doch die Entität konnte sich keinen Weg in die Freiheit bahnen. Der magische Sturm um sie herum hatte sich gelegt, aber die Magie des Rituals tobte noch immer um seinen Körper, als wäre sie in einer Schleife gefangen, die sie nicht vollenden konnte. Allerdings auch nicht aufhören würde, ehe es vollendet war. Die Kraft zerrte an dem magischen Geschöpf, doch ohne Effekt. Es konnte nicht entkommen.
Schlussendlich wurde der Schmerz so unerträglich, dass er Jans Verstand überwältigte und dem Templer schwarz vor Augen wurde. Als er wieder zu sich kam, befand er sich an einem gänzlich anderen Ort. Auf Knien ruhte er in einem Wasser. Wie Seide umfasste es ihn, weder kalt noch warm, fast wie gar nicht da. Ein von tausend klaren Sternen gespickter Nachthimmel schloss sich unmittelbar an das Meer, welches sich in alle Richtungen unendlich weit erstreckte. Bäume wuchsen mitten aus der See. Silberne Bäume mit Blättern wie feinen Nadeln. Und vor ihm, eine Gestalt.
Cor Angar stand direkt vor ihm und schaute auf ihn herab. Gor Na Jan sah auf, traf seinen Blick. Zuerst hielt er es wieder für eine Täuschung des Dämons, doch allein die Augen Angars verrieten, dass keine Bosheit in ihm lag. Nicht einmal Illusion. Er war es. Wie auch immer dies möglich war.
Angar sprach nicht, als er sein Schwert zog. Den Roten Wind, den eh bis zu seinem Fall getragen hatte. Jenes Schwert, das Jan seitdem führte. Der erste Templerführer legte die Klinge an und hielt die Spitze auf die Schulter des Knienden gerichtet. Dann stach er zu.
Gor Na Jan erwachte und der Schmerz kehrte zu ihm zurück. Jedoch nicht jener, den er erwartet, sondern der, den er zurückgelassen hatte. Seine Hand lag auf dem Baum, das pulsierende Licht um ihn, gefangen in ihm. Zugleich hatte sich eine noch tiefere Schwärze über den Wald gelegt. Das kräftige Grün wich aus den Blättern des großen Baumes, als eine Verderbnis die Oberhand gewann. Meditate war frei, doch der Geist hatte nicht ihren Platz eingenommen und so gewann der Magiedieb allmählich den Kampf. Jahrelang hatte er auf diese Gelegenheit gewartet. Und das Ungleichgewicht des gescheiterten Rituals stärkte den Dämon nur noch mehr.
Doch der Templerführer wusste, was zu tun war. Er fuhr herum und griff nach seinem Schwert.
“Thal!“, presste er mit aller Anstrengung gegen den Schmerz hervor.
Der Hohe Templer war sofort zur Stelle, wortlos fragte er durch seinen Blick, was zu tun war.
Jan warf sich mit dem Rücken gegen den Baum, seine Kraft vor Schmerz nahezu am Ende. Er hob den Anderthalbhänder, umfasste die Schneide und setzt ihn mit der Spitze an seine Brust auf der linken Seite knapp unter der Schulter.
Thal legte die Stirn in Falten, unsicher was sein Anführer von ihm verlangte. Dann dämmerte es ihm. Jan nickte. Thal zögerte.
“Tu es, es ist der einzige Weg!“, forderte der Templerführer.
Widerwillig doch gehorsam umfasste Gor Na Thal das Heft des Anderthalbhänders. Jan schaute zu Esteban und nickte ihm zu, dann wieder zu Thal. Er brauchte ihn nicht erneut aufzufordern, die Loyalität eines Templers kannte keine Grenzen. Erstrecht nicht nach allem, was sie in diesem Wald durchlebt hatten. Der Templerführer schloss die Augen. Dann stach Thal zu, so wie Cor Angar es in seiner Vision getan hatte.
Die Klinge des Templerschwertes durchstieß die Brust des einstigen Zweihandmeisters, durchbrach noch die Rinde des großen Baumes und trieb tief in das Holz. Ein unbeschreibliches Ausmaß an magischer Energie entlud sich, als das Ritual schlussendlich seine volle Macht entfalten konnte. Frei von seinem Wirt strömte der Geist des Waldes durch die Wunde, die Klinge entlang in den Baum. Jan fühlte, wie das Schwert glühend heiß wurde, die Schneide für immer mit seinem Abdruck prägte, seinen Körper mit Schmerz in Brand setzte. Dann verschwanden Schmerz, Magie, Wald und Wirklichkeit wieder in Schwärze.
Erneut erwachte der Templerführer an jenem merkwürdigen Ort. Angar stand noch immer vor ihm, als hätte er auf ihn gewartet. Ruhig reichte er ihm die Hand. Als Jan sie ergriff, durchfuhr ihn eine tiefe Sehnsucht. Er hatte vergessen, wie es sich angefühlt hatte, nicht selbst die Verantwortung zu tragen, die Pflicht, sondern jemanden zu haben, der ihn führte, leitete, auffing.
“Ist dies das Ende?“, sprach der Gor Na und schaute sich um.
Cor Angar zuckte mit den Schultern. “Das kommt drauf an.“
“Worauf?“, fragte Jan.
“Was du willst.“
Gor Na Jan legte die Stirn in Falten, doch bevor er eine weitere Frage stellen konnte, verschwand die Szenerie um ihn herum. Was blieb, war Dunkelheit. Doch keine stille, ruhige Schwärze. Beengende, bedrohliche Schwärze. Er war unter Wasser, rang um Luft, kämpfte. Bis ihn eine Hand am Arm packte und an die Oberfläche zog. Panisch schnappte der Schmied nach Luft und versuchte zu verstehen.
“Ruhig, Junge“, sprach der Templer vor ihm, “du bist erstmal sicher.“
Jan sah sich um, an sich herab, die Klippen hinauf, von denen er gestürzt war. Vor so vielen Jahren. Dann sah er wieder ins Gesicht des Templers, des Mannes, der ihn damals aus dem Sumpf gezogen hatte. Und dabei in den Sumpf gezogen hatte. Der erste Schritt in die Bruderschaft.
Seine Sicht verschwamm und er lag auf der Lauer. Ein Schattenläufer preschte aus dem Wald hervor. Er erinnerte sich an die Angst, mit der er seinen leichten Zweihänder umfasste, die leichte Templerrüstung noch fast wie neu. Eine Hand legte sich auf seine Schulter und er schaute ins Gesicht von… ja, von Malar mit seinem ermutigenden Lächeln. Von einem Pfeil getroffen brüllte die Bestie auf und Jan sah gerade noch, wie der Don erneut seinen Bogen spannte. Dann verschwamm seine Sicht ein weiteres Mal.
Feuer, überall. Und diese Schreie. Jan warf sich gegen die Palisade des Sumpflagers, während die Magier auf dem Hang dem ersten Bolzenhagel der Gardisten einen Flammenregen folgen ließen. Er erinnerte sich an den Impuls, das Schwert zu umklammern, den Hang hinaufzustürmen und zu kämpfen, bis zum letzten Atemzug. Dann hörte er die Stimme Malars. Widerwillig doch gehorsam ließ er ab und half, die Novizen und Gurus in die Katakomben in Sicherheit zu bringen. Wieder schwarz.
Gor Na Jan hielt das Schwert hoch in die Luft. Sein Hals schmerzte. Vom Schreien. Und die Schreie der Templer stimmten mit ein. Alle von ihnen. Seine letzte Rede. Er sah sie alle. Ryu, Farodin, Pherox, Knörx, Taron, Scarlett, Griffin, Artifex, Scatty, Shadak. Jeden einzelnen von jenem Tag und sogar jene, die zu dieser Zeit schon gar nicht mehr unter ihnen weilten. Sie alle hatten sich versammelt zur letzten Schlacht der Bruderschaft. Bereit, ihm zu folgen, egal wohin. Wenn nötig, bis in den Tod.
Und viele sollten genau jenen Weg nehmen an diesem Tag. Einen Lidschlag später riss der Templer die Klinge aus dem Orkgeneral. Doch zwecklos. Die Schlacht war verloren. Auch er hatte keine Wahl, als sich in die Pyramide zurückzuziehen. Als sie den alten Tempel verriegelten, besiegelte dies auch das Ende der Bruderschaft. Während ihr Zuhause hinter dem Stein verschwand, verschwand auch ihre Zukunft in dieser Welt.
Ein letztes Mal löste sich die Welt um Jan auf und er fand sich wieder in jenem Silberwald. Den Blick gesenkt dachte er über die Bilder nach, die gerade an ihm vorbeigezogen waren. Ein ganzes Leben. Was war ihm geblieben? Er schaute auf und fand sich nicht mehr mit dem ersten Templer alleine. Sie waren alle da. Jedes einzelne Gesicht in einer schier unendlichen Masse an Menschen, die ihn durch sein Leben begleitet hatten.
“Und?“, sprach Cor Angar, “Wie entscheidest du dich? Gehst du zurück in die Welt, in dein Leben? Oder nimmst du deinen Platz an unserer Seite ein? Du hast ein gutes Leben gelebt. Du hast es dir verdient.“
Hatte er das? Jan war sich da nicht so sicher. Bereits vor einigen Wochen hatte er gemerkt, dass er sich selbst über all die Jahre belogen hatte. Er hatte sich nie wirklich mit der Tatsache abfinden können, dass er versagt hatte. Nicht nur in der letzten Schlacht. So viele Templer… Gefährten… Freunde, die unter seinem Banner gefallen waren. Nein, auch in der Zeit danach. Er hatte die Überlebenden nach Myrtana geführt. Doch wo einige Brüder überlebt hatten, die Bruderschaft hatte es nicht. Er hatte gekämpft, sein Bestes gegeben, sich dem Unausweichlichen noch entgegengestellt, so lange er konnte, doch am Ende war nichts mehr von dem übrig, was er zu schützen geschworen hatte. Die Kriege, die er danach noch gefochten hatte, um sich von der Schuld reinzuwaschen, doch alles, was es gebracht hatte, war die Erinnerung tiefer in einen Schatten zu drängen, der zwar schwärzer wurde, aber nicht kleiner.
Hatte er seinen Platz hier verdient, weil er sein Bestes gegeben hatte? Es fühlt sich nicht genug an. Aber was war es, wohin er zurückkehren würde? Er fühlte, dass er es noch weniger verdient hatte, ins Leben zurückzugehen, wo er dies so vielen verwehrt hatte, die ihm gefolgt waren. Warum verdiente er es zu leben, wo sie gestorben waren? Vielleicht war es das Beste, wenn es hier jetzt endete, wenn er hier starb, in diesem Wald, an der Seite seiner Brüder, sich in einem letzten Akt zu opfern, um die Welt vor dem Bösen zu bewahren, anstatt als gebrochener Mann schlussendlich von seiner Scham eingeholt zu werden und in Selbstmitleid in einer Welt zu verenden, in der es keinen Platz mehr für ihn gab.
Gor Na Jan ließ seinen Blick von Gesicht zu Gesicht wandern. Einer nach dem andern verblassten sie. Brüder, Schwestern, Lehrer, Schüler. Jede Form verging in einem sanften Nebel, der sich über das Wasser legte. Zuletzt löste sich auch die Gestalt Cor Angars auf und ließ den Templerführer allein zurück. Jan sank zurück auf die Knie. Er betrachtete seine Hände, ballte sie zu Fäusten. Seine Zähne pressten sich aufeinander, dass es schmerzte. Er entließ alles in einem Wutschrei, der ihm direkt aus der Seele entfuhr und dem Schmerz, der Scham, der Schuld eine Stimme gab, die viel zu lange geschwiegen hatte.
Mit beiden Fäusten schlug der Templer auf das Wasser ein, traf den Fels darunter und ignorierte es. Immer wieder schrie er auf, als der Schmerz von Jahrzehnten seine so stoische Fassade endgültig durchbrach. Er hörte nicht auf, bis seine Hände blutig waren und seine Stimme starb. Schwer atmend sah er sich um, suchte nach irgendwas, irgendwem. Doch da war niemand. Er war allein. Allein in dem Nebel, der von seinem Leben übriggeblieben waren. Bis er durch seine von Tränen geblendeten Augen eine Gestalt darin erahnte.
In einer gefühlt anderen Dimension bewegt sich Malar wie ferngesteuert durch den lichten Laubwald. Wälder in diesen Gefilden werden selten als "licht" bezeichnet, da die gefährlichen Bewohner eine regelmässige Waldwirtschaft, die zur lichten Beschaffenheit von Wäldern zuträglich ist, verunmöglichen. Doch sogar wenn organisierte (und bewaffnete) Forstwirtschaft bereits erfunden wäre, hätten die Förster keine leichte Aufgabe. Die Wälder haben über die Jahrhunderte eine Art symbiotische Beziehung mit ihren magisch veranlagten Bewohnern aufgebaut. Das diese tot sind und als Skelettmagier durch das Unterholz schweben, stört die Wälder nicht im Geringsten. Die Wälder unterstützen die Magier beim Kultivieren ihres dunklen Rufs, in dem sie möglichst dicht und bedrohlich wuchsen und die alten Knochen der Magier rieselten dafür langsam nahrhaftes Knochenmehl über den Boden. Jeder Förster, der dieser Beziehung im Wege stand, musste mit vermehrt brechenden Axtstielen und stehenden Bäume, die doch bereits gefällt wurden, "nicht wahr, Oskar?" rechnen.
Doch dieser eine Wald konnte durchwegs und ohne rot zu werden, als "licht" bezeichnet werden. Die nahen Reisfelder, auf denen Malar jeden Tag seine Ration verdient, haben für einen Ansatz von erster Industrialisierung gesorgt, die sich in einem konzentrisch wachsenden Kreis um die Vorarbeiterhütte langsam ausbreitet. Hanna, die Vorarbeiterin, hat kurz nach ihrer Ankunft auf den Reisfeldern ein ernstes Wort mit dem Wald gesprochen und ihn davon überzeugt, dass eine Alignierung mit ihr, dem Wohl aller entsprechen würde. Und auch der lokale Skelettmagier (der nun übrigens als Hugo bekannt ist und sogar einmal zu einem Bier an der Feuerstelle eingeladen war - aber nur einmal, da das Feuer ständig ausging und alle lebenden Anwesenden den ganzen Abend das Gefühl von nahendem Verderben nicht ablegen konnten) fokussierte seine Karriere auf Einsiedlertum und Heilmagie, nachdem er die Überzeugung in Hannas Augen gesehen hat (und die scharfe Kriegsaxt auf ihrem Rücken).
Hanna die Vorarbeiterin ist eine harte, humorlose Kriegerin, die für ihre Eskapaden in den Erzkriegen Zeit in der Minenkolonie verbracht hat. Nach ihrer Flucht suchte sie nach einer guten Einnahmequelle und übernahm kurz nach ihrer Ankunft auf den Reisfeldern die Gesamtverantwortung über die Unternehmung. Der ehemalige Besitzer war schnell von der Übernahme überzeugt und war froh über die Gelegenheit mit 25 in Frührente gehen zu können (anstatt mit 25 einen frühen Tod zu sterben).
Die Kehrseite von Hannas Unternehmensgeist ist ihre Passion für Effektivität und Effizienz. Somit steht sie täglich auf dem Feld und ist Vorarbeiterin und Besitzerin zugleich, um dafür zu sorgen, dass die Bauern die Prozesse und die RPIs (Rice Performance Indicators) einhalten.
Die Unternehmung ist effektiv, wenn jeder Bauer seinen Sektor des Felds Feld zur aktuellen Jahreszeit so bestellt, wie der Reisprozess es vorgibt. Effizienz wird täglich am Fertigstellungsgrad der aktuellen Bestellung des jeweiligen Sektors gemessen. Und Hanna erhebt diese Zahlen täglich. Mehrmals. Mit Gewalt, wenn nötig. Die Bauern wissen inzwischen, dass der Titel "Vorarbeiter" bei ihr bedeutet, dass man mindestens einen Tag vorarbeiten muss, damit man sie zufriedenstellen kann. Und Hanna zufriedenzustellen geschieht nicht etwa mit der Motivation das Management zu hofieren, sondern entsteht als tiefes Bedürfnis zur Selbsterhaltung in der Amygdala jedes Bauern.
Malar hat eine Doppelschicht hinter sich. Sein Rücken schmerzt, seine Knie sind durch das Arbeiten im Wasser taub und bewegen sich nur unter grosser Kraftanstrengung und auch dann nur mit ächzenden Geräuschen, die sonst nur bei alten Holztüren sittlich sind. Ein Teil seiner Ration als Reisbauer besteht aus einem langen, mit Kraut gefülltem Papierstängel, den er in der Ruhe des Waldes zu rauchen pflegt. Die Stille gefällt ihm. Der Wald ist friedlich und bietet viele Orte, um sich vor Hanna zu verstecken, die immer auf der Suche nach Bauern für eine weitere Extraschicht ist. Er hat nichts gegen Hanna. Er mag sie sogar sehr gut, da ihr Führungsstil keinen Raum für Eigenverantwortung lässt. Er kann aufstehen, sich pünktlich zu den anderen Bauern um das Feuer stellen, um den Tagesplan abzustimmen (Hanna versucht gerade eine bewegliche Führungsmethode aus, bei der man zweiwöchentlich die anstehende Arbeit plant (das nennt sie "Abschnitte") und versucht Blockaden, die das Erreichen der "Abschnittsziele" verhindern könnte, mittels morgendlichen Treffens beim Feuer frühzeitig zu erkennen). Dann bearbeitet er seinen Sektor und am Abend nimmt er seine Ration entgegen.
Das ist deutlich weniger Verantwortung als früher als Templerführer. Malar ist körperlich von der harten Arbeit erschöpft, aber geistig zufrieden.
Mit einem Klack von zwei Steinen entzündet der Krautstängel und Malar zieht genüsslich und stark am dünnen Ende. Kaum hat sich der Krautrauch tief in seiner Lunge versammelt, starteten die halluzinogenen Partikel einen Angriff auf das Lungengewebe, um möglichst schnell und zahlreich in den Blutfluss zu gelangen und so ihren Saubannerzug durch den Körper zu starten. Das Kraut ist nicht dasselbe wie im Sumpf und normalerweise reagierten die trainierten Sumpfkraut-Rezeptoren in Malars Gehirn auf die Droge wie auf einen Angriff einer geriatrischen Kaffeefahrt (inklusive Kaufopportunitäten). Doch nicht so heute.
Die heutige Sternkonstellation begünstigt nämlich Zufälle (in Übereinstimmung mit den Vorgaben zum "Tag der Zufälle" in der vom Sternenrat verabschiedeten Stern-Charta. Eine Nichteinhaltung dieser Charta hat zuletzt zum grossen "Krieg der Sterne" geführt) und die für heute eingeteilte Gottheit, die dafür sorgen sollte, dass das Zusammenspiel von Zufall, freier Wille und Schicksal nicht komplett lächerlich wird, war damit beschäftigt die Demo vom Remake von Gothic zu spielen (Gottheiten kümmern sich im Allgemeinen wenig um Raum und Zeit oder gar 4. Wände).
So stand am heutigen Morgen dem Zufall nichts im Wege, der im dümmsten Moment ein Bein eines ehemaligen Baals, der gerade durch das nahe Dorf reiste, etwas beschwerte und dieser dadurch das Knie nicht hoch genug hob und über eine Unebenheit in der Strasse stolperte. "Beim Schläfer ..." rief der Alte als er mit seinen Knien und Handflächen hart auf der Pflasterstrasse landete und darauf just eine Pferdekutsche an ihm vorbeiritt und ihn mit einer Mischung aus Pferdeurin, Strassendreck und wenig Feenstaub (leider verpuffte die Wirkung bevor der Baal bemerkte, dass er für einige Sekunden fliegen konnte) aus einer Pfütze bespritzte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht konnte sich der Alte aufrichten und in eine Seitengasse der Strasse taumeln, wo er stinkend und dreckig an die Aussenmauer eines Hauses lehnte und laut durchatmete. Der Baal war belesen genug, um zu wissen, dass die letzte Hypothese des Gelehrten Murphy in der Fachwelt bereits als Axiom angesehen wird und dem Pferdeurin wohl noch feste Ausscheidung folgen würde. Und so war es auch.
Die beiden Strassenräuber Rollo und Hendrick hatten gerade heute entschlossen für einmal nicht in der Nacht, sondern am Morgen ihren Opfern in den Gassen aufzulauern (sie hatten das Buch "Zielgruppe analysieren" gelesen) und waren begeistert, als innert kürzester Zeit dieser offensichtlich wehrlose und obdachlose Alte in ihre Gasse stolperte.
Als der Ex-Baal einige Stunden später mittellos in der Gasse erwachte, fühlte er sich hungrig. Auch verlassen, verdroschen und verängstigt. Aber hauptsächlich hungrig. Auf der anderen Strassenseite konnte er, trotz seines geschwollenen Auges, ein Haus mit einem Händlerschild daran ausmachen. Betteln musste er gar nicht erst versuchen. Bettler sind für Menschen mit Gold unsichtbar. Also kramte er lange in seiner Weste und öffnete eine etwas versteckte Innentasche und zog einen einzelnen Sumpfkrautstängel hervor. Es war kein normaler Stängel, sondern enthielt eine Spezialzüchtung des Ex-Baals, die er mit viel Liebe, Geduld und Hingabe über die letzten Jahre in einem kleinen Waldstück kultivierte und auf maximale Dröhnung hin gezüchtet hat. Man gönnt sich sonst ja nichts. Dieser Stängel würde ihm sicherlich etwas zu Essen und allenfalls sogar ein frisches Oberkleid erkaufen...
Ebenso zufällig geschah es, dass Hanna die Vorarbeiterin ebenfalls heute auf die Idee kam, mit ihrem Händler nochmals über die Preise ihrer Rationen zu verhandeln. Zu diesem Zweck ritt sie persönlich ins nächstgelegene Dorf mit dem Plan die Rationen gleich abzuholen. Der Händler war gerade dabei seine wertvollsten Güter auf dem schlecht sichtbaren Regal neben dem Hintereingang auszustellen (eine Tradition, die von Rudolf dem Gutherzigen in einer feurigen Rede zur Toleranz gegenüber schlecht bezahlten und gefährlichen Jobs ins Leben gerufen wurde. Das Rudolf der Gutherzige in der Diebesgilde von seinen Kameraden "Rudolf der Gerissene" genannt wurde, wusste sonst ja keiner) als Hanna durch die Tür reinkam und den Händler aufforderte die Rationen vorzubereiten.
Die Nervosität stand dem Händler ins Gesicht geschrieben. Nicht das Hanna dies bemerken würde. Für sie war der gezwängte Gesichtsausdruck und die vereinzelten Schweissperlen genauso normal wie für den Händler der genervte Blick seiner Kunden über die horrenden Preise seiner Artikel. Doch genau diese Nervosität über die physische Anwesenheit von Hanna führte dazu, dass der Händler beim Packen der Rationen nicht aufpasste und der spezielle Stängel, den er heute erst von einem stinkenden Obdachlosen für etwas alten Käse und ein zerrissenes Oberteil als Bezahlung angenommen hat und den er eigentlich für sich selbst behalten wollte, seinen Weg in eine der Rationen fand.
So sitzt nun also Malar auf seinem Felsen in einem kleinen, lichten Wäldchen und zieht am Spezialstängel des alten Baals. Die Wirkung trifft ihn wie ein stumpfer Zweihänder an der Stirn und er fällt rücklings von seinem Sitzfelsen. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat Malar eine Sumpfkraut induzierte Vision.
In der Vision sieht er Gor Na Jan in dunklem Zwielicht gepfählt mit einem grossen Schwert an einer scheinbar unsichtbaren Wand? Oder ist es ein Lebewesen? Es ähnelt einem Baum? Die Vision ist schwammig und verwischt, aber Gor Na Jan ist deutlich zu erkennen und sein Leid und Scham resoniert in Malars ganzem Sein. Der Schwall an Emotionen bricht alte Wunden auf - wie eine Landschaft, die durch die Sterne auf der Wasseroberfläche gespiegelt wird, erkennt er die Not von Gor Na Jan als die Eigene und trotzdem war es nicht dieselbe.
In diesem Moment geschieht im Universum etwas Seltsames. Ein ganz klein wenig Chaos auf seinem Weg zur Erde steuert direkt auf das Stricknetz des Lebens zu. Normalerweise verfängt sich Chaos in der langen Strickerei des Lebens und verpufft an einem oder manchmal zwei Lebenssträngen. Doch genau heute ist die grosse Strickerin (zufällig) abgelenkt und eine Laufmasche in der Strickerei lässt genug Platz damit das bisschen Chaos ungehindert zu Onars Hof durchdringen kann. Das Chaos nutzt den elementaren Kanal des Geistes des Waldes und verknüpft die drogeninduzierte Vision Malars mit den Schuldgefühlen von Gor Na Jan und stärkt den Knoten mit der Essenz ihrer Verbrüderung. Malars Geist trennt sich von seinem Körper und schwebt eine kurze Zeit über seiner physischen Erscheinung im Wald. "Du bist ja gar nicht so gross, du arroganter Narr" murmelt sein Geist, bevor der magische Sog des Kanals ihn in die Unterwelt zu Gor Na Jan reisst.
Das Wasser spritzt an seinem Beinkleid entlang und dringt sofort in die alten Stiefel ein. Sein Nervensystem signalisiert das zumindest, denn als Malar nach seiner Astralreise wieder seine Umgebung wahrnehmen kann, fällt ihm als erstes das Wasser auf, das sich auf alle Seiten ewig zieht. Als nun seine Wahrnehmung mit den Umständen aufholte, realisierten auch seine Nervenenden, dass kein Wasser in astralprojezierte Stiefel eindringen kann. Sie fühlen sich etwas dumm und nehmen sich vor, für den Rest des Abenteuers weniger schnell zu reagieren.
Als nächstes fällt ihm Gor Na Jan auf. Sein ehemaliger Zweihandschüler und schlussendlich auch Freund aus der Minenkolonie. Doch seine Vision hat ihn getrügt - er ist nicht in physischer Not und nicht an einen Baum gepfählt - sondern kniet verzweifelt im Wasser. Und Malar begreift sofort warum. Einsicht kann in diesem Raum wie mit einem Löffel aus einem Meer geschöpft werden.
"Gor Na Jan. Steh auf."
Malar erschrickt innerlich, wie die Prosodie des Zweihandmeisters und Templerführers wie ein massgeschneiderter Handschuh über seine Stimme gleitet. Als würde sein Sein in ein altes, langes verinnerlichtes Muster verfallen und er selbst nur Zuschauer einer Darstellung sein.
"Du warst schon immer ein Narr."
"Sieh dich um. Siehst du wie deine Schützlinge leiden? Du hast versagt, aber sie sind es, die Tot sind." Mit einer ausschweifenden Handbewegung dreht Malar sich um und wo seine Hand hinzeigt, erscheinen Schemen von alten Bekannten. Templern. Novizen. Schatten. Banditen.
Wie ein Monument richtet sich Malar vor dem kauernden Jan auf. Seine Arme überkreuzt und der Rücken durchgestreckt. Sein Gesicht voller Zorn und Enttäuschung. Über seiner Schulter ist der Knauf seines mächtigen Zweihänders zu erkennen und die Rüstung von Malar wirkt, wie am Tag als sie sich kennenlernten. Sie wirkt echter als Malar selbst. Sie wirkt sogar etwas zu echt im Vergleich zur restlichen Umgebung.
"Du bist eine Schande für die Bruderschaft, für die Templer und für mich. Ich hätte dich niemals unterrichten dürfen".
Was passiert hier? Etwas ist nicht richtig. Malar ist gefangen in diesem Körper. In seinem Körper. In seinem alten Sein, aber er ist nicht in Kontrolle. Ein Schauer läuft ihm über den Rücken. Es fühlt sich genau so an, wie damals, als Myxir der Dämon die Kontrolle über seinen Körper übernommen hatte. War Myxir zurück und Malar ist deshalb in diesem Schmierentheater gefangen? Doch der Gedanke an Myxir bringt auch die Erinnerung an Shakuras, Gorr, Taeris und eben Gor Na Jan zurück, die ihr Leben riskiert hatten um Malar zu helfen. Gor Na Jan war es am Schluss, der dem Dämon sein Schwert durch die Brust getrieben hatte und Malar die Kontrolle über sich selbst zurückgab. Kontrolle ...
"Gor Na Jan ... du warst wirklich schon immer ein Narr".
Doch dieses Mal war Malars Gesicht freundlich. Er kniete neben den ehemaligen Schüler und legte seine Hand auf seine Schulter.
"Wir haben gelernt, dass wir jederzeit in Kontrolle sein müssen. Das wir stark sein müssen für uns, für unsere Schützlinge, für unser Land, für unsere Familie, für unsere Gilde. Und nur mit Kontrolle können wir stärker als alle anderen sein. Deshalb haben wir tagelang unsere Körper gestählt und unseren Geist betäubt; nur so konnten wir jederzeit in Kontrolle bleiben."
Er holt tief Luft und wirft seinen Blick über das Wasser.
"Es tut mir leid Gor Na Jan. Ich bin es der versagt hat. Ich als dein Mentor hätte erkennen müssen, dass wir nicht immer Kontrolle sein können und echte Stärke sich in den Momenten zeigt, in denen wir eben nicht in Kontrolle sind."
Malar seufzt und wirft seinem Gegenüber einen versichernden Blick zu.
"Als Myxir meinen Körper und meinen Geist übernommen hatte, verlor ich die Kontrolle und ich wurde schwach. Ich verlor mich im Kontrollverlust, war ein Opfer der Umstände und auch nachdem du mich gerettet hattest, war mein Wille gebrochen. Ich musste mich zurückziehen und alles hinter mir lassen. Ich konnte nur so lange funktionieren, wie ich mich selbst in Kontrolle geglaubt hatte."
"Du, mein Freund, bist aber anders. Stärker. Erinnerst du dich an unsere Trainings? Egal wie sehr ich deinen Willen brechen wollte, du hast nie aufgegeben. Du hast meine Kontrolle als dein Mentor akzeptiert, bewertet und daraus Stärke gewonnen, um zurück in Kontrolle zu gelangen. Du hast mich wahnsinnig gemacht."
Er schmunzelt in Gor Na Jans Richtung.
"Ja die meisten Templer, Novizen und Baals sind gestorben. Daran kann niemand etwas ändern. Und ich spüre deinen Schmerz und deine Scham und kann verstehen, warum du sie fühlst. Lass die Gefühle zu, akzeptiere sie, bewerte sie und gewinn daraus Stärke. So wie du es immer machst."
"In unseren Trainings hast du gelernt nach mehr Kontrolle zu suchen, wenn du die Kontrolle verlierst. Hier warst du aber mit einer Situation konfrontiert, die keine Chance auf Kontrolle bot. Es war nicht deine Schuld."
Die letzten Worte richtet Malar direkt zu Gor Na Jan gewandt. Ihm ist bewusst, dass man Schuldgefühle nicht mit Worten erleichtern kann. Aber der Samen musste gesät werden, damit er in Gor Na Jans Unterbewusstsein wachsen und gedeihen kann.
"Manchmal können wir nicht mehr tun, als uns das Schicksal erlaubt. Dein Herz war rein, deine Absichten gut und dein Arm stark. Du bist der letzte Templerführer und hast gehandelt, wie ich es nie gekonnt hätte. Sei stolz - wir alle sind es auch."
Mit diesen Worten stand Malar auf. Er war auch stolz auf sich selbst, dass er die Kontrolle über seinen Körper gewinnen konnte. Etwas hatte versucht die bruderschaftliche Verbindung von Gor Na Jan und Malar auszunutzen, um Jan zu schwächen, aber dank den starken Erinnerungen konnte Malar die Kontrolle zurückgewinnen.
Er sieht sich um und für einen kurzen Moment glaubt er im Nebel zwei bekannte Gestalten zu erkennen. Mit einem zaghaften Lächeln in die generelle Richtung der Figuren, von denen Malar nicht mal sicher war, ob sie wirklich da waren, streckte er seine Hand zu Gor Na Jan aus.
"Gor Na Jan. Steh auf."
Die Worte waren dieselben, aber die Nachricht eine andere. Gor Na Jan sieht, wie das Wasser hinter Malar an Kontur verliert und langsam verzerrt. In seinem Unterbewusstsein wächst die Erkenntnis, dass er zurück in die Höhle zu Don und Medi kehren würde, sobald er die schemenhaft schimmernde Hand von Malar ergreifen würde.
"Etwas zieht an meinem Geist. Ich glaube ich habe nicht mehr viel Zeit auf dieser Ebene" ...
Stäbchen
26.03.2025, 16:42
Atemlos und total verängstigt hatte sich Stäbchen an Dumak geklammert. Er hatte sich immer für einen starken Burschen gehalten, den nichts so schnell erschrecken konnte, aber was hier abging, war fern jeder Vorstellungskraft. Der Wald hatte sich in den Spiralen gewunden, die der Magier erzeugt hatte und alle Blätter waren zuerst von den Ästen geschleudert und dann von den Wirbeln emporgetragen und dann wieder zu Boden gesunken. Dieser Gor hatte sich mit seinem Schwert an den Baum genagelt und sein But kroch tatsächlich den Baum hoch - gegen alle Vernunft. Aber was war hier schon noch mit Vernunft zu begreifen.
Sie hatten sich beide umklammert, wobei Dumak eher einen neugierigen und überraschten Eindruck machte und Stäbchen das erste Mal feststellte, dass er Angst hatte. Seine Finger waren so verkrampft, dass er den Eindruck hatte, seinem eher kleinem Schwert wurde der Heft in den Hand zerdrückt.
Aber was war mit der Magierin? Sie stand völlig unbeeindruckt inmitten des Chaos und reckt ihre Arme in Richtung des Baumes. Dann schrie sie etwas und aus den großen Ästen flog ein schwarzer - ja, Rauch - in sie hinein. Wie Gift und sicher würde sie gleich umfallen und tot sein. Diese Aufgabe schien erledigt, auf unangenehme Art.
meditate
26.03.2025, 16:58
Sie war frei. Sie war nicht mehr in dem Baum und der Waldgeist hatte ihr versichert, dass sie jetzt die gesamte Magie des Waldes nutzen könnte, um endlich den Magiedieb zu bezwingen. Die Magie des Waldes war älter als jedes Lebewesen und jede Magie der Götter. Sie stand ihr zur Verfügung.
aber wie nun weiter? Alles bewegte sich um sie herum. Der Don hatte ein gewaltiges Ritual eröffnet, das Gor Na Jan letztendlich an den Baum gespießt hatte. was sollte da alles bedeuten?
Unbeeindruckt von dem ganzen Getöse öffnete sie ihre Hände und begann in die Luft zu greifen. Und ja, sie spürte es und es tat sogar ein wenig weh, aber etwas nistete sich bei ihr ein. Und das war kein bösartiger Magiedieb. Ihr wurde etwas geschenkt, etwas hinzugefügt, was sie vorher nicht kannte und nie vermisst hatte. Es war Magie aus diesem Wald. Eine Magie die eigentlich nicht zu Beliar passte, aber trotzdem einen Platz in ihr fand. Eher so Magie von den Sumpfmagiern oder Baumanbetern, also eine Magie, die durchaus hierher passte.
Im Kopf spürte sie, wie der Waldgeist sie aufforderte, jetzt loszulegen. Loslegen aber womit? was sollte sie tun in diesem gefangenen unterirdischen Wald. Irgendwie musste er wieder ans Licht, an die Sonne und den Wind. Und was war bloß mit dem großen Baum los, der sie jetzt freigelassen hatte?
Don-Esteban
01.04.2025, 21:08
Unter den buschigen, zusammengezogenen Augenbrauen hatte Esteban gesehen, was Jan am Baumstamm tat. Wie ihm sein Templerbruder Gor na Thal dabei half.
Noch ehe er einen Schritt auf ihn zu gehe oder es auf sonst irgendeine Weise verhindern konnte, war es geschehen und Gor na Jan war von seinem eigenen Schwert durchbohrt worden.
Zuerst verstant der Schwarzmagier nicht, was dies bedeutete. Gedankenfetzen blitzten in seinem Geist auf und verblassten sofort wirder auf der fieberhaften Suche nach dem Sinn des eben gesehenen. Ein Opfer für Beliar? Ein Austauschkörper für den Baum? Beeinflussung durch den Magiedieb? Ein geheimes Templerritual? Geistbeeinflusung durch mental-arkane Nebenwirkungen der entfesselten Magie? Bisher unbekannte Effekte bei der Kombination von Ashk-Ara und der Spirale? Anfälligkeit des Verstandes? Blendwerk?
Und dann verstand er plötzlich. Er musste nur eins und eins zusammenzählen. Natürlich! Das, was den Gor na seit Jahren begleitete und doch nicht sein war, obwohl zu einem Teil von ihm geworden: Der Geist des Waldes. Er hatte den Zauber beeinflusst. Diese Variable hatte Esteban nicht beachtet. Oder er würde später behaupten, nicht korrekt berechnen können, da sich die magische Stärke dieser Entität nicht erfassen ließ.
Er rannte auf Gor na Jan zu, der an den Stamm genagelt war und dessen Körper bewusstlos und schlaff herab hing, der Kopf auf die Brust gesunken.
»Lasst mich durch«, rief er den anderen Templern zu.
»Jetzt hab ich es!« Was auch immer er hatte, er vergeudete Keine weitere Zeit mit Erklärungen.
In wenigen Schritten hatte er Jan erreicht. Ein Bein gegen den Stamm stemmen, mit beiden Händen den Anderthalbhänder des ehemaligen Templerführers umfassen und mit aller Kraft daran ziehen war eins.
»Helft mir!«, rief der Magier den Templern zu.
Und: »Er hat das Ritual vollendet!«
Weiter zog er mit aller Kraft am Schwertgriff, doch die Klinge bewegte sich nicht, so tief und fest war sie in den Stamm getrieben worden.
»Seht ihr nicht, der Waldgeist hat ihn verlassen!«
Und endlich griffen die Templer ein, Gor Na Thal und Gor Na Rhan schafften, was der Magier allein nicht vermocht hatte. Sie zogen das Schwert wieder aus Holz und Körper.
»Gut so, es hat seinen Zweck erfüllt«, rief ihnen Esteban zu, während er den Körper Jans auffing. Er bettete ihn auf den Waldboden an den Wurzeln des großen Baumes, kniete sich neben ihn und legte sofort die Hand auf die durchbohrte Brust des Templers. Dunkle Worte murmelte er mit geschlossenen Augen, die Handfläche der linken hielt er sich an die eigene Brust, während er weiterhin einen nicht enenwollenden Strom an fremdartigen Litaneien vor sich hin murmelte. Magie floss von seinem Körper zu dem geschundenen des Templers, dessen Brüder stumm daneben standen und nun der Dinge harrten.
Zeit verging und nichts regte sich bis ein Wind aufkam und Zweige der Bäume ringsum peitschten und Blätter wirbelten umher. Dann legte sich der Luftzug wieder. Und Esteban verstummte. Und nahm dann die Hand von seiner Brust und die andere vom Körper Jans.
»Es ist vollbracht. Es war noch nicht zu spät«, sprach er und erhob sich wieder.
»Du weißt, was du getan hast, richtig?«, fragte er Na Thal.
»Er ist etwas sehr Quälendes los geworden. Und hat diesem Wald, Meditate und noch viel mehr damit einstweilen gerettet. Schaut euch den Baum an. Jetzt ist ein wahrer Geist des Waldes in ihn gefahren und wird zusammen mit der schon vorhandenen Magie der Natur alles hier dazu bringen, sich dem Magiedieb erfolgreich entgegenzustellen.«
Esteban blickte zu Meditate, ehe er weiter sprach.
»Und ich konnte ihn nur retten, weil mir diese Frau dort diese Fähigkeiten der Heilung einst beibrachte. So fügt sich alles. Ich denke, Gor na Jan wird sich schnell wieder erholen.«
Und dann ging er zurück zu Meditate, schaute sie an, nahm ihre Hand und sagte zu ihr: »Ich freue mich, dass du nun wieder ganz in deiner Gestalt unter uns weilst.«
Doch wie gelangten sie nun wieder aus diesem labyrinthischen Wald, in den sie gefallen waren, heraus?
meditate
03.04.2025, 18:06
Meditate sah ihn lange an. Das war er, ihr Freund aus alten Tagen, auch ihr Sparringpartner bei manchen wilden Unternehmungen. Aber das war lange, sehr lange her. sie hattte sich verändert. Sie war nahezu tot gewesen. sie hatte alle Magie verloren und fast ihr Leben. und nun stand sie hier, ohne eine Vorstellung davon, wie es jetzt weiter gehen sollte. Wozu hatte der Waldgeist sie eingefangen? Um die Leute hier her zu locken? Und was nun?
Und vor allem hämmerte es ständig in ihrem Kopf. sie sollte sich beeilen, sie müsste jetzt alle retten aber sie hätte keine Zeit mehr.
"Ich, ich weiß nicht... Bin ich überhaupt noch eine Magierin?" Vorsichtig öffnete sie die Hand und fast ohne ein Mittun fächerte sich ein zarter grüner Strahl von ihren Fingern ab und alles, was der Strahl berührte wurde grün. Die getroffenen braunen Bäume bekamen blitzschnell grüne Blätter.
"Ich verstehe diese Magie nicht, sie kommt nicht von Beliar. Was ist mit mir los?"
sie beugte sich zu dem verletzten Templer und legte ihm ihre Hand auf und die Wunde schloss sich langsam.
"Auch das ist nicht meine Magie. Ich konnte einmal heilen, aber nicht so!"
Sie blickte zu ihrem Freund Esteban auf: "Was passiert mit mir? Und warum werde ich von euch fortgerufen um den Wald zu heilen. die Rufe sind flehentlich und dringlich. Ich kann ihnen nicht widerstehen. Ich muss euch verlassen und ich weiß nicht warum und ich weiß auch nicht wohin und was ich tun soll, weiß ich schon gar nicht."
und damit verblasste die Magierin, auch eine Magie, die sie nie kannte. Davon bekam sie aber nicht so viel mit, denn sie selbst sah sich und ihre Gefährten durchaus und sehr real. Aber plötzlich zog ein Wind an ihr und sie konnte dem Zug nicht entgehen. Sie glitt fort von denen, die sie gerade erst wieder gefunden hatte.
Sie bewegte sich unmerklich auf die Stelle zu, an der die anderen in diesne Wald eingebrochen waren. Und stieg dann auf, ohne etwas dazu zu tun.
Kaum hatte sie den Rand des Erdeinbruchs erreicht kam etwas brüllend auf sie zu. Sehen konnte sie nichts aber sie spürte eine grauenvolle Präsenz, die versuchte, sie zu berühren. Und sie spürte plötzlich, dass sie die Kraft hate, diese Präsenz zurück zu stoßen. Und jetzt hörte sie auch wieder ihren kleinen Waldgeist, der immer an ihrer Seite gewesen war. Ohne zu reden wusste sie, dass er sie bekräftigte. Ja, es war der Magiedieb, der im Wald eine Falle gebaut hatte, die er nicht nutzen konnte, weil Meditate in dem Baum war. Aber jetzt war sie hier draußen und ihre Freunde waren in höchster Gefahr.
Sie solle ihn zurückdrängen, die Kraft hätte sie, meinte ihr kleiner unsichtbarer Freund und sie hörte noch mehr.
Ein Knabe rief ihr zu, sie solle den Wald anheben und sie hörte noch eine Stimme. Und die konnte unmöglich von Blutfeuer sein, aber sie klang ähnlich "Heb ihn an, rette deine Freunde!"
Wie sollte sie den Wald anheben. Sie war eine Magierin einer alten Zeit und so einen Zauber kannte sie nicht. "Breite die Arme aus und schließe die ganze Welt ein" Das war wieder die Stimme des Matti. Wenn ihr also sogar die Toten halfen, dann kam die Magie wohl doch von Beliar. Aber sie kam auch aus dem Boden, aus den Bäumen ringsum und von den Fliegen, Bienen, Schmetterlingen, sogar von den Würmer unter der Erde, sogar die Bäume schienen zu rufen und auch alle anderen Pflanzen, die sie hier oben sah und sie hatte das Gefühl, dass alle sie ansahen.
Also breitete sie die Arme aus und plötzlich wich der Wald nach allen Seiten aus und es erhob sich etwas aus der Tiefe und stieg ans Licht. Der Wald hier oben hatte Platz gemacht und der Wald von unten stieg an das LIcht und sie hörte einen langgezogenen wütenden Schrei und dann war sie bösartige Präsenz fort und vor ihr stand der nun grüne Baum aus der Tiefe. Wildschweine brachen aus dem Dickicht und suchten ihr Heil auf der Flucht.
"Bei allen Göttern, was habe ich getan?" Vor Erleichterung zitternd sank sie zu Boden und begann zu weinen.
hummelchen
09.04.2025, 19:17
Zur gleichen Zeit spielten sich auf dem Hof dramatische Szenen ab. Nachdem es mitten in der Nacht zu einem gewaltigen Krachen gekopmmen war, gefolgt von einem immer mehr anschwellendem Dröhnen war jeder aus dem Haus gestürzt.
"Der Wald kommt" schrien die Männer gefolgt von den Entsetzensschreien der Mütter, die ihre Kinder aus den Betten rissen und nicht wussten in welche Richtung sie fliehen sollten, denn es war stockdunkel und außerdem näherte sich eine riesige Staubwolke vom Wald her und aus dieser Staubwolke drangen auch die fürchterlichen Geräusche.
"Alle Mämmer zu mir und bringt Fackeln mit. Wir werden dem Ganzen jetzt ein Ende bereiten. Wir brennen den Wald nieder." Hummelchen führte jetzt eine entschlossene zu allem bereite Truppe von Männern mit Fackeln und Beilen an.
Kugelchen
09.04.2025, 19:21
"Halt, so wartet doch" schrie Kugelchen plötzlich aus und versuchte die Bauern aufzuhalten.
"Sehr doch nur, die Bäume kommen und zertreten die fürchterlichen Brombeeren. Wartet doch mal. Hier passiert doch was!"
hummelchen
09.04.2025, 19:27
Auch Hummelchen hielt an. Das Ganze wirkte doch etwas seltsam. Seit wann konnten sich Bäume von ihrem Platz bewegen. Da war doch Magie am Werke. Und immerhin hatte sich diese große Magier Don-Weißtunix mit vielen anderen auf den Weg gemacht um ihr Problem zu lösen. Konnte es so sein?
Bevor noch irgendeine Entscheidung getroffen wurde endete die Wanderschaft der Bäume plötzlich. Alle waren stehen geblieben.
"Lasst mich mal machen, ich geh der Sache auf den Grund." Entschlossen schulterte Hummelchen ihre Axt und ging auf den Wald zu. Und natürlich folgte ihr Kugelchen. sie wolle doch wissen, in welchem Schlamassel er nun stecken würde.
»Wuuuhuuuhu«, rief Dumak erstaunt aus, als sich der ganze Waldboden anhob und mit ihm auch der Wald selbst. Kaum konnten sich alle auf den Beinen halten und schwankten, nach Gleichgewicht suchend.
»Das ist ja der helle Wahnsinn. So entstehen Gebirge!«, war er überzeugt und ruderte wild mit den Armen, um seinen Körper zu stabilisieren, so als ob er auf einem Baumstamm stand, der einen reißenden Fluss hinab donnerte. Er sah, dass Esteban hingesunken war durch die Bewegungen des bebenden Bodens und nun, die Hand auf ein Knie gestützt, abwartete. Tja, er besaß eben nicht die Körperbeherrschung des Sängers.
»Wenn das so weiter geht, können wir sicher bald die Stadt Khorinis von hier aus sehen, von der Spitze eines neuen, hoihen Berges«, rief er Stäbchen zu, der sich neben ihm an einer dicken Wurzel fest hielt.
Aber da endete die Reise auch schon wieder so plötzlich, wie sie begonnen hatte, ohne dass ein Berg daraus geworden wäre. Es war einfach der normale, bekannte Waldboden. Doch nun auf einer Höhe mit der Umgebung. Nun war es an Dumak, trotz wildem Armerudern vornüber zu fallen, als die zitternden Bewegungen des Untergrundes so plötzlich und unerwartet aufhörten.
Blätter und Nadeln ausspuckend rappelte er sich schnell wieder auf, während alle anderen längst standen.
»Bäh, pfui, bäh.«
Er klopfte sich den Schmutz von Rüstung und Umhang, strich die schwarzen Haare wieder nach hinten und betrachtete sich danach als vollkommen wiederhergestellt.
»Lasst uns alle Hummelchen besuchen und die frohe Kunde verbreiten«, rief er den anderen dann zu.
»Und Meditate hat definitiv bessere Zauber drauf als du«, meinte er dann noch im Überschwange der Begeisterung zu Esteban.
Der hob nur stumm eine Augenbraue und beschloss, dass diese Einschätzung keine Entgegnung wert sei.
Gor na Jan
09.04.2025, 21:20
Kontrolle … das Wort rotierte in Jans Geist und brannte sich auf seinem Weg überall in diesen ein. Oder brannte es etwas weg? Der Gor Na konnte unmöglich sagen, was gerade mit ihm passiert, doch die Worte Malars schienen sein ganzes Weltbild auf den Kopf zu stellen und zugleich eine Ordnung in etwas zu bringen, das nie so richtig zusammengepasst hatte. Als hätte ein wichtiger Teil des Fundaments seiner Überzeugungen nur auf wackeligen Beinen gestanden, um nun endlich einzubrechen. Doch was übrig blieb, war kein Scherbenhaufen. Nein, das, was Malar ihm mit seinen Worten genommen hatte, das hatte er durch etwas anderes ersetzt. Und er hatte ihm die alte Überzeugung nicht entrissen, er hatte sie ihm abgenommen wie eine Bürde, die er viel zu lange getragen hatte.
Sein ganzes Leben lang hatte er daran festgehalten, dass stark zu sein und zu führen bedeutete, die Situation unter perfekter Kontrolle zu behalten. Dabei waren es gerade die Situationen, in denen es ihn unvorbereitet getroffen hatte, in denen seine wahre Stärke sich zeigen konnte. Sicherheit hieß nicht, den Sturm zu beherrschen, sondern das Schiff.
Doch mit der Kontrolle hatte Malar ihm etwas genommen, was noch viel schwerer auf ihm lag: die Schuld. Jahrzehnte hatte er sich selbst dafür gegeißelt, keine Macht über eine Situation gehabt zu haben, über die es keine Macht gab. Er hatte getan, was er konnte. Er versuchte sich dies seit dem Fall der Bruderschaft zu sagen, doch schwebte immer das Ideal des unfehlbaren Templerführers über ihm.
Und jetzt stand er leibhaftig hier und präsentierte sich in seiner ganzen Fehlbarkeit. Mit all seinen Schwächen und frei von Kontrolle und gab den Worten, die so lange in ihm um die Vorherrschaft kämpften, den letzten Stoß, den sie brauchten, um sich endlich aus dem Sumpf der Schuld zu ziehen.
Gor Na Jan schaute auf und traf den Blick seines Mentors. Es war kein Wort mehr notwendig. Der Templer ergriff die Hand seines alten Freundes und ließ sich buchstäblich aus dem Dreck ziehen. Doch er wusste, die weiteren Schritte würde er auch alleine gehen können.
Bevor er noch ganz zum Stehen gekommen war, verschwand sein einstiger Lehrmeister, wie er es mit seinen letzten Worten vorausgesagt hatte. Malar verschwand, die silbernen Bäume verschwanden und das Wasser mit ihnen.
Der Templer riss die Augen auf. Sonnenlicht? Was war geschehen? Seine Hand fuhr zur Wunde in seiner Schulter oder zumindest dem Ort, an dem eine hätte sein sollen. Doch auch, wenn die Stelle noch schmerzte, von einer Wunde fehlte fast jede Spur. Nur eine frisch verheilende Narbe. Auch das Fleisch und der Knochen darunter fühlten sich nicht beschädigt an. Er schaute auf und sah Esteban, der jedoch mit etwas anderem beschäftigt zu sein schien. Wo war die Magierin Meditate? Hatte es funktioniert? Und wo waren sie überhaupt? Wann waren sie an die Oberfläche gekommen?
Als er sich zur Seite wandte, sah er Gor Na Thal. In den Händen hielt er den Roten Wind und reichte ihn herab zum Templerführer. Gor Na Jan richtete sich auf und nahm das Schwert entgegen. Was auch immer das Ritual mit ihm und seinem Körper gemacht hatte, es hatte auch die Klinge nicht unberührt gelassen. Das Muster, welches seine Arme zierte, hatte sich in die Schneide eingebrannt. Und mehr als das. Die Reihe der Schriftzeichen hatte sich erweitert. Nein, vervollständigt, das ahnte Jan. Aus den drei Einkerbungen waren 12 geworden. Doch jetzt merkte er auch, dass es sich dabei nur zufällig um Buchstabenformen gehandelt hatte. Wofür die Zeichen genau standen, entzog sich ihm vollständig. Nur dass sie nicht bedeutungslos waren, das konnt er spüren.
Sein Blick fiel auf seinen linken Arm. Auch wenn das schuppige Muster nicht ganz verschwunden war, so war es stark verblasst und auch das Pulsieren fehlte. Mehr jedoch spürte der Templer, dass der Geist des Waldes nicht mehr in ihm war. Seine Präsenz prägte stattdessen den gesamten Wald um ihn herum.
"Hat es funktioniert?", fragte der Templerführer in die Weite. Hoffend, dass jemand eine Antwort hatte.
meditate
10.04.2025, 18:04
"funktioniert? ja, irgendwas. auf jeden fall sind wir plötzlich wieder oben. und mein baum ist weg. hast du ihn mitgenommen?" fragte sie den templer. trotzdem war etwas anders. sie spürte es, konnte es aber noch nicht benennen, außer dass weiterhin der waldgeist sie bedrängte. sie solle jetzt nicht aufhören. der dämon warte.
langsam richtete sie sich auf. sie schwankte etwas und spürte auch etwas unheimliches. sie spürte, wie die Magie aus ihr herausfloss und im boden versank.
"Don, alter Freund, was ist jetzt los? Ich fühle mich auf einmal wieder nur so halb. die Magie verlässt mich und ich spüre, dass ich schwächer werde."
Don-Esteban
10.04.2025, 18:32
Esteban hatte sich wieder aufgerichtet, sobald der Boden zur Ruhe gekommen war.
Er stützte Meditate und meinte zu ihr: »Das wird eine der Auswirkungen des Rituals und der Übertragung von Gor na Jans Geist des Waldes sein.«
Zumindest war das eine naheliegende Vermutung.
»Die Macht, die dir vom Waldgeist für eine Zeit übergeben wurde, ist nun weiter gegeben worden, um einem neuen Gefäß als Kraft für den ewigen Kampf gegen den Magiedieb zu dienen.
Wir werden sehen, was dir von der Magie des Waldes bleibt, die dir der Waldgeist gegeben hat, damit du ihn unterstützt. Vielleicht regeneriert sich einiges davon wieder und jetzt ist es nur eine Erschöpfung durch die übergroße magische Kraft, die dir abverlangt wurde.«
Sie liefen alle weiter durch den Wald, um seinen Rand zu erreichen. Meditate und Esteban, Gor na Jan, der von seinen Templerbrüdern beschützt wurde und Stäbchen und Dumak.
»Wir werden sicher bald wieder den Hof erreicht haben und von dort ist es nicht weit bis zur Banditenburg.«
meditate
10.04.2025, 18:41
"ich weiß nicht, etwas ist anders. aber erst mal zu hummelchen ist bestimmt nicht die schlechteste idee, obwohl der geist immer noch in meinem kopf ist. er ruft und drängt. er will, dass ich ins stille haus komme obwohl ich den weg gar nicht mehr weiß. aber erst mal zu hummelchen."
Don-Esteban
16.04.2025, 20:30
Esteban stimmte zu.
»Wir sind Hummelchen jedenfalls eine Erklärung schuldig. Immerhin hat sie hier mit dem Wald und den Brombeerhecken Probleme gehabt und will sicher wissen, was die Ursache war und wie es nun weiter geht.«
Er schaute sich nach Gor na Jan und seinen Begleitern um. Dem Templer schien es wieder gut zu gehen. Zumindest körperlich. Die emotionalen Erfahrungen, die er bei den Ereignissen, die sie vor kurzem erlebt hatten, gemacht hatte, würden sicher länger brauchen, um verarbeitet zu werden.
Dumak hingegen schien sich mit Stäbchen angefreundet zu haben und alles als ein großes Abenteuer anzusehen, über das er vielleicht dereinst ein Lied schreiben würde.
Esteban lächelte still.
»Komm, wir wollen zur Banditenburg gehen und Hummelchen aufsuchen.«
Doch sie waren noch nicht weit gekommen, da schälte sich plötzlich die markante Gestalt der resoluten Köchin und Bäuerin aus den Schatten, die die Bäume des Waldes warfen. Gleichzeitig waren sie am Waldrand angekommen.
»Hummelchen, da sind wir wieder«, rief ihr Esteban zu.
»Aber weshalb die bäuerlichen Arbeitsgeräte und die Leuchtmittel? Wollt ihr etwa im Dunkeln Heu wenden? Hier im Wald gibt es doch gar keins!«, wunderte er sich.
hummelchen
18.04.2025, 10:34
" ja, wer kommt denn da aus dem verrückten wald heraus? das wart sicher ihr mit eurer seltsamen magie. erst greift uns der wald mit brombeeren an und dann stürzt er höchtspersönlich auf uns zu! ein ganzer wald, das muss man erst mal verstehen!
aber was sehen meine alten augen? das ist doch nicht etwa meditate, die da mit euch aus dem Wald kommt? wenn ihr sie mit aufgegabelt habt, dann freu ich mich ganz besonders. und alle anderen sind auch wieder da, sogar stäbchen. was habt ihr denn mit dem wald gemacht?
wir wollten ihn schon mit feuer, axt und hacke endgültig vernichten, aber dann haben wir festgestellt, dass er auf einmal wieder wie ein normaler wald fest auf seinem grund und boden stehen geblieben ist und sogar die Brombeeren ziehen sich zuück. das sind gute nachrichten. und da das offenbar ein guter zauber war, der das alles bewirkt hat, wird es wohl meditate gewesen sein. ihr seid ja mehr für das böse zuständig, nicht wahr Herr Esteban?
aber genung geschwafelt. kommt erst mal hoch zur burg. dort gibt es etwas vernünftiges zu essen und auch ein kissen, um seinen müden kopf wieder klar werden zu lassen. außerdem seht ihr alle halb verhungert aus."
die ganze truppe folgte jetzt der dorfmutter und hummelchen hatte meditate sogar fest in die arme genommen, damit sie ja nicht wieder verloren ginge.
»Juhu! Ein Festmahl!«, rief Dumak hocherfreut.
Hummelchen hatte zwar ganz allgemein nur von etwas zu essen gesprochen, aber man konnte ja ein wenig und ganz subtil die Erwartungen hochschrauben. Immerhin hatten sie den Hof davor gerettet, zur reinen Brombeerplantage zu werden.
»Wir haben dem Tod ins Auge gesehen«, behauptete er weiter.
»Seine Augenfarbe ist übrigens Eisblau«, fuhr er fort.
»Aber wir haben einfach nur zurück gestarrt und den Starr-Wettbewwerb gewonnen und da sind wir wieder!
Zuerst hat Meister Esteban die Mächte der Götter beschworen und alles in Gang gesetzt. Dann haben die Templer und vor allem na Jan einen Riesenzinnober veranstaltet. Sturm brauste, Blätter wehten, Äste peitschten, Licht und Dunkelheit rangen miteinander, Jan spießte sich an den Baum und die wildesten Dinge passierten. Aber am Ende hat Meditate alles wieder geordnet und zu einem guten Abschluss gebracht. Oder so. Vor allem hat sie den Wald wieder hoch geholt und ganz normal gemacht«, schloss er seinen Bericht.
»Aber jetzt ab zum Essen und Trinken!«
Don-Esteban
20.04.2025, 18:37
»Ja, oder so ähnlich«, murmelte Esteban mehr zu sich selbst als dass er es zu jemand anderem aus der Gruppe sagte.
Die Bemerkung Hummelchens hatte er geflissentlich überhört.
Er hätte die Ereignisse anders ausgedrückt: »Nachdem er das Zentrum der Anomalität ausgemacht hatte, brachte er es mit einer an Genialität grenzenden Verknüpfung zweier Rituale dazu, seine Magieaffinität zu offenbaren, um die Transfiguration des Templers in sich aufzunehmen. Nachdem der Magieknoten gesättigt war, konnte dann Meditate ... nun ja ... irgendetwas Bemerkenswertes mit einer Art Magie, mit der keinerlei Erfahrung hatte, großartige Sachen bewerkstelligen.«
Und so weiter. Siehe Lehrbuch, dass er dereinst zu schreiben gedachte. Also falls sich einmal die Gelegenheit ergab und sonst nichts Wichtiges zu tun war. Aber man konnte es natürlich auch wie der Sänger ausdrücken.
Einstweilen folgte er wie auch die anderen Hummelchen, die ihre Mistgabel geschultert hatte, den Weg hinauf zur Banditenburg, wo sie ihr Lager aufgeschlagen hatte.
Don-Esteban
24.04.2025, 20:51
Und so gelangten sie alle nach kurzem Weg in das warme Haus der Bäuerin. Im Kessel blubberte schon eine Suppe, die die Mägde in weiser Voraussicht aufgesetzt hatten, während die Hofbesitzerin unterwegs gewesen war. Plötzlich löste sich von der Kochstelle eine der Frauen und flog auf Stäbchen zu, um ihm in die Arme zu fallen. Es war natürlich Kügelchen, die froh war, ihn wieder bei sich zu haben. Ihm setzte sie einen besonders großen Teller vor, als sich alle gesetzt hatten und sich nun satt aßen.
Und danach erzählten sie allen, die nicht dabei gesesen waren, was sie verpasst hatten. Es waren einige Dinge dabei, die schier unglaublich klangen. Aber keiner der Zuhörer wagte es, seine Zweifel an den märchenhaften Berichten über lebende Bäume und magischen Austausch laut vorzubringen. Und so verging mit Speis und Trank, mit Erzählen und dem einen oder anderen Lied des Sängers der Abend und alle schliefen sih nach den überstandenen Anstrengungen bis zum nächsten Morgen aus.
Als Esteban aus dem Haus trat, fand er schon die Templer rund um Gor na Jan vor.
»Wollen wir aufbrechen ins Minental?«
Sie nickten stumm. Es bedurfte nicht vieler Worte.
Und da kamen auch schin Dumak und Meditate.
Esteban trat zu ihr nahm ihre Hände in die seinen und sagte: »Ich werde nun für eine kurze Weile ins Minental wandern, um zu schauen, wie es dort beschaffen ist nach all der langen Zeit. Danach werde ich wieder hierhin zurück kommen und wir können das Stille Haus noch einmal besuchen und vielleicht erfahren wir so mehr über die Natur des Magiediebs.«
Und endlich tauchte auch Dumak auf, es lugten noch einige Strohhalme aus seinen Haaren und als er sie hastig ordnete, fielen sie zu Boden.
»Geht's schon weiter?«, fragte er, aber es war mehr eine Feststellung, als eine Frage.
Und bald darauf verließ die Gruppe, an der Spitze die ehemaligen Templer Gor na Jan, Gor Na Ran und Gor Na Thal sowie Dante, danach Esteban gemessenen Schrittes und hintendrein Dumak und sein Hund Gomez, der sich schon nach interessanten Dingen links und rechts des Weges umsah, die alte Banditenburg, um den Weg durch das schmale Tal die Treppen hinauf zum ehemaligen Hof von Bengar und von dort über die Ebene zum Pass ins Minental einzuschlagen.
Dumak sah sich noch einmal um, lachte und winkte.
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