PDA

View Full Version : Grafik zur Schöpfungsgeschichte Ancarias



Golden Girl
22.05.2021, 16:05
Timeline:
Sacred 2 ---> 2000 Jahre ---> Sacred 1 ---> 900 Jahre Citadel ---> 100 Jahre S3


https://upload.worldofplayers.de/files12/Lore_Schoepfungsgeschichte2.jpg


Quelle: Buch - Schattenkrieger II - Der Dämonenkristall (https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3833217391/worldofgothic-21/) - Seite 197.

Äonenlang herrschte Dunkelheit und Nichtsein im Universum.
Doch dann entschloss sich der allmächtige Schöpfer, den Samt der ewigen Schwärze des Alls mit Welten zu füllen und die Welten mit Kontinenten und Ozeanen und die Ozeane und Kontinente mit Leben. Der Schöpfer trug seinem Demiurgen auf, die Welten aus dem Nichts zu erschaffen, und auf jeder Welt ließ der Schöpfer eine einzige intelligente Rasse entstehen, auf dass sie über ihre Welt herrsche und ihren Schöpfer preise. Tausend mal tausend Jahre lang füllten der Schöpfer und sein Demiurg so das Universum mit ungezählten Welten.

Der Demiurg stellte im Auftrag seines Herrn auf jede Welt eine mächtige Maschine, durch welche die schöpferische T-Energie gepumpt wurde, und die T-Energie ließ das Leben erblühen, nach dem Willen und dem Plan des allmächtigen Schöpfers. Mächtige Wesen, die Tempelwächter, hüteten die Maschinen im Auftrag des Demiurgen. Und noch mächtigere Wesen, die engelsgleichen Seraphim, hüteten das gesamte Reich ihres Herrn.

Tausend mal tausend Jahre lang herrschte so Frieden und Einklang im Universum. Doch mit dem Frieden kam der Müßiggang und mit dem Müßiggang die Versuchung. Gelangweilt von den friedlichen, geeinten Welten ihres Herrn, überredeten die Seraphim den Demiurgen, hinter dem Rücken ihres Herrn eine besondere Welt zu erschaffen: Ancaria.

Eine Welt, deren Kontinente nicht von einer intelligenten Rasse beherrscht wurden, sondern von vielen: Die Große Maschine, die der Demiurg auf Ancaria stellte, schuf Elfen und Menschen, Zwerge, Orks und andere Wesen, die daraufhin um die Vorherrschaft auf ihrer Welt kämpften.
Und die Seraphim beobachteten ihr Experiment und waren zufrieden.
Ganz Ancaria war für sie ein Schauspiel, eine Bühne der nie enden wollenden Konflikte zwischen den einzelnen intelligenten Rassen, die dort lebten.

Doch so groß das Universum auch ist, die Macht des Schöpfers ist größer. Die Seraphim konnten ihr heimliches Werk nicht ewig vor den Augen ihres Herrn verbergen. Als der Schöpfer erkannte, dass er von seinen Getreuen hintergangen worden war, entflammte zuerst sein Zorn, dann seine Neugier. Denn angetrieben von ihren Konflikten entwickelten sich die Völker auf Ancaria schneller und wurden stärker als auf den anderen Welten.

Anstatt Ancaria als die Freveltat zu vernichten, die es war, entschloss sich der Schöpfer, diese besondere Welt zu erhalten. Er schleuderte seine treulosen Seraphim hinab auf Ancaria, verbannte sie auf diese Welt, die sie selbst heimlich hatten erschaffen lassen, und gab ihnen den Auftrag, über Ancaria zu wachen. Dann wandte der Schöpfergott sein Antlitz von den treulosen Seraphim ab – er würde erst wieder zurückkehren und sein Licht über sie strahlen lassen, wenn die Völker und Rassen auf Ancaria ihr Gleichgewicht gefunden hatten und in Frieden miteinander lebten.

Tausende von Jahren strichen ins Land. Die T-Energie, die von der Großen Maschine ausgeströmt war, sickerte durch die verborgenen Pipelines wieder zurück zur Großen Maschine, die die Tempelwächter warteten und schützten. Während all dieser Zeit entwickelten sich die Rassen Ancarias, trugen ihre Kriege aus, schufen untereinander Frieden und brachen dann zu neuen Kriegszügen gegeneinander auf.
Doch der allmächtige Schöpfergott kehrte nie zurück, so sehr die Seraphim seine Wiederkunft auch herbeisehnten.

Und wieder mischten sich die Seraphim in die Geschicke der sterblichen Geschöpfe Ancarias ein. Vielleicht, so dachten die mächtigsten unter ihnen, wird es dieser Welt dauerhaften Frieden bringen, wenn ein Volk über alle anderen herrscht. So wählten die Seraphim die Elfen zu ihren Lieblingen aus, unterstützten den Aufstieg dieser Rasse und ihrer Zivilisation und erlaubten es den Elfen sogar, die T-Energie anzuzapfen und für ihre Technologie zu nutzen. Und so wurden die Elfen unter den Fittichen der Seraphim bald tatsächlich zur mächtigsten Rasse Ancarias.

Doch die anderen Rassen wollten nicht tatenlos zusehen, wie die Elfen immer mächtiger wurden.
Die Tempelwächter, vom Demiurgen geschaffen, um die Große Maschine zu warten und zu beschützen, wollten eben jene Maschine und ihre Pipelines vor dem Zugriff der Elfen bewahren.
Die Drachen – mächtige Kreaturen, die es von einer anderen Welt nach Ancaria verschlagen hatte – fürchteten und verachteten die T-Energie, weil sie sie nicht verstanden.
Die Dryaden, die von den Elfen abstammten, lehnten jeden Gebrauch der T-Energie strikt ab.
Und die Menschen schließlich fürchteten zu Recht, bald nur noch Sklaven der Elfen zu sein, wenn diese mithilfe der T-Energie immer mehr Macht erringen würden.

So schlossen sich diese ungleichen Bundgenossen zu einer Koalition zusammen, um dem mächtigen Elfenvolk die Kontrolle über die T-Energie abzutrotzen. Es war ein furchtbarer, blutiger Krieg, der um die T-Energie ausbrach, und Ancaria war weiter denn je davon entfernt, ein friedliches Gleichgewicht zu erlangen. Ein letztes Mal entschlossen sich die Seraphim, sehnsüchtig die Rückkehr ihres Herrn erwartend, in den Krieg einzugreifen und ihn zugunsten ihres favorisierten Elfenvolks zu wenden. Und so siegten die Elfen schließlich, doch der Preis war hoch:
Fast ihr gesamtes Reich lag in Trümmern!

Die Menschen wurden in karge Gebiete vertrieben und durch eine große Mauer vom zertrümmerten Reich der Elfen ferngehalten. Die Dryaden zogen sich auf eine einsame Insel zurück, ihrem einstigen Brudervolk nur noch durch ewige Feindschaft verbunden.
Und die Tempelwächter wurden gejagt und schließlich zur Strecke gebracht; kaum eine der mächtigen Kreaturen überlebte die Nachwehen des Großen Krieges.

Entsetzt über die Nachwirkungen des Konflikts, zogen sich die Seraphim in ein entlegenes Gebiet zurück, um dort der Rückkehr ihres Meisters zu harren. Und noch immer fließt die T-Energie durch die Pipelines zurück in die Große Maschine, während ein winziger Bruchteil der T-Energie die Technologie der Elfen antreibt. Doch ohne die Wartung durch die Tempelwächter ist auch die Große Maschine dem Verfall preisgegeben. Überall auf Ancaria sickert T-Energie unkontrolliert aus den uralten Zuleitungen und gebiert Monster. Das neu erstarkte Reich der Elfen fußt auf einer Macht, die jeden Tag zu ihrem Untergang werden und den Rest Ancarias mit sich ins Verderben reißen könnte.