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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : #2 Wege entstehen, indem man sie geht



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Moku
15.10.2013, 20:46
Hier (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1236917-1-Aufbruch-in-neue-Gefilde) geht es zu Thread #1.


Wichtige Karten

Ferelden mit Flüchtlingslager

http://upload.worldofplayers.de/files9/DeK7CtblDZhLNBSbqstartpunkt.jpg

Thedas

http://upload.worldofplayers.de/files9/Thedas_Karte.jpg

Flüchtlingslager (gem. VRanger/Fawks)

http://upload.worldofplayers.de/files9/Lager_RPG_k.png

Moku
15.10.2013, 20:57
Faren | Findet Namenlos ausnahmsweise nützlich

http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren folgte der Hand zu einer Stelle außerhalb des Wassers, ziemlich genau da, wo ein Felsen war. Erst legte er die Stirn in Falten, bis er sicher war, dass da wirklich das sah, was da lag und dann weiteten sich seine Augen in erfreuter Überraschung.

Das Mädchen war ja doch zu etwas nutze!

Erfreut überbrückte er die wenigen Schritte zur Ablagefläche, begann dann die Fische zu zählen. "Zehn... zwölf... fünfzehn..." Irritiert hielt er inne, richtete sich dann auf und drehte seinen Oberkörper zu der Blondine um. "Hey, ich glaub du kannst aufhören oder wie viele Leute willst du durchfüttern?" Wobei der geräucherte Fisch einige Tage durchhalten würde. Proviant sollten sie aber erst am Tag ihrer Abreise sammeln.

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Vitus | Abartig gemein

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus taumelte vom dem Schlag zurück, lehnte sich dann vor, als seine Knie leicht einknickten. Die Augen fest zusammengekniffen, als könnte er so die Schmerzen vertreiben, legte er eine Hand auf sein Gesicht, während ihm die Tränen in die Augen stiegen.

Das hatte verdammt weh getan.

Er konnte sich kaum noch daran erinnern, was der andere gesagt hatte, und die Worte, die der Templer jetzt sprach hallten Hohl in seinem dröhnenden Kopf wieder. Nachdem der ursprüngliche Schmerz halbwegs verflogen war, stützte er seine Hände auf seine Knie ab, sah zu dem anderen Templer, dem es scheinbar nicht besser ergangen war.

„Wenn ihr so dringend sterben wollt, weshalb habt ihr dies nicht schon in der Schänke getan? Liegend in der eigenen Pisse und erstickt an eurem Erbrochenem?“

Sein Atem ging etwas schwer, bis er sich letztendlich wieder eingefangen hatte. Die Stelle, die der Templer an der Stirn getroffen hatte war heiß wie Feuer, er konnte das Pochen seines Herzens gegen die Schädeldecke hämmern hören.

"Lass meine Klinge ihr Fleisch durchtrennen, lass mein Blut den Boden berühren," zitierte er erneut den Gesang, bemerkte dann, dass er sich durch die Wucht des Schlages in die Wange gebissen hatte. "Andraste 7:12." Er sammelte den Speichel und das Blut in seinem Mund, bevor er es zu Boden spuckte, wie seine Worte.

"Gesegnet sind die, die vor den Verdorbenen und den Frevlern stehen und nicht wanken. Gesegnet sind die Hüter des Friedens, die Verfechter von Gerechtigkeit," Er schnaubte verächtlich. "Benedictions 4:10.“

Es war kaum zu glauben, dass der Gesang tatsächlich für nahezu jede Situation etwas passendes hatte. Kein Wunder, weshalb die Kantoren sich nur darüber verständigen konnten, auch wenn die Stellen aus dem Kontext gerissen andere Bedeutungen hatten. Vitus fand eine abartige Genugtuung darin, den anderen mit seinem geliebten Gesang zu verhöhnen.

„Wenn sterben, dann als Krieger. Wie es der geschätzte Erbauer verlangt und gestattet."

Annalena
16.10.2013, 16:55
http://upload.worldofplayers.de/files9/Angeline_klein.jpg
Angeline lief durch die fast leeren Straßen. Ihren Umhang hatte sie fest um sich gezogen. Tränen rannen ihr über die Wangen. Was hatte sie getan? Wie konnte sie so etwas nur tun? Sie schniefte leise. Cedric war ihr ein und alles. Er war der Mann, den sie über alles liebte. Doch er hatte sie mit einer anderen Frau betrogen. Hatte er sie nicht geliebt? „Dieser verdammte Hurensohn hat bekommen, was er verdient hat“, flüsterte Angeline leise. Doch warum tat es dann so weh? Wie konnte ihre Liebe so tragisch enden?

Sie war bei der Taverne angekommen und betrat sie ungesehen durch die Hintertür. Sofort begab sie sich in das kleine Arbeitszimmer von Bernhard. Um diese Zeit befand er sich immer in seinem Zimmer und zählte die Tageseinnahmen. Angeline sah einen kleinen Lichtschimmer unter der Tür und öffnete sie ohne anzuklopfen. Bernhard blickte erschrocken auf und zog sofort seinen Dolch. Er atmete erleichtert auf als er sah wer ihn störte. Sein Blick wurde ernsthaft als er die tränenüberströmte junge Frau sah.

„Angeline! Was ist passiert?" Während er das sagte stand er auf und trat auf sie zu. Angeline warf sich ihm laut schluchzend um den Hals. „Er hat… und dann… ich habe… und tot. Was habe ich getan?“ Bernhard legte vorsichtig seine Arme um sie und ließ sie weinen. Als sie sich etwas beruhigt hatte führte er sie zu dem kleinen Sofa, welches unter dem Fenster stand. Vorsichtig drückte er sie in das weiche Polster und setzte sich neben sie. Dann drehte er sich zu ihr hin und fragte sie noch einmal. „Angeline, was ist passiert?“

Angeline wischte sich die Tränen weg und erzählte leise was passiert ist. Als sie am Ende ihrer Geschichte ankam brach sie wieder in Tränen aus. Bernhard nahm sie tröstend in die Arme. „Ich kümmere mich um alles. Seid unbesorgt. Ich werde auch Euren Auftrag übernehmen. Ihr solltet euch ein wenig hinlegen und schlafen.“ Die junge Frau schüttelte nur den Kopf. „Ich kann nicht schlafen. Was habe ich nur getan?“ Sie vergrub laut schluchzend ihren Kopf in ihre Hände. Bernhard tätschelte ihr tröstend den Kopf und stand auf.

Er ging in das Nachbarzimmer und mischte ihr einen Schlaftrank. Sobald dieser fertig war ging er zurück. „Hier, Angelina, trinkt das. Danach werdet ihr schlafen können.“ Angeline hob den Kopf und nickte nur. Dann trank sie den Trank in einem Zug. Dankbar blickte sie den jungen Mann an. „Was würde ich nur ohne Euch tun, Bernhard?“ Bernhard erwiderte nichts sondern verließ das Zimmer um ein Decke zu holen. Als er zurückkam lag Angeline schon auf dem Sofa und schlief. Er decke sie zärtlich zu. „Nun, da Cedric mir nicht mehr im Weg ist, wird Euer Herz bald mir gehören.“ Er beugte sich hinab und küsste Angeline sanft auf den Mund. Der erste Teil seines Planes war erfolgreich.

BlackShial
16.10.2013, 18:35
http://upload.worldofplayers.de/files9/Tiaden2.pngTiaden wäre überrascht gewesen, wenn möglich und das gewiss nicht zu knapp.
Der kleine Bärtige konnte zählen. Ohne seine Fingerglieder zu benutzen.
Denn tatsächlich war es selten jemanden außerhalb eines Zirkels zu treffen, der dies ohne Hilfe beherrscht, zumindest so weit.
Doch loben tat sie den Zwerg nicht. Immerhin schien Orzammer ja eine Ähnlichkeit mit dem Zirkel zu haben und somit war es nicht verwunderlich wenn auch ihre Besänftigen gebildet waren.
Auch wenn sie es nicht erwartet hatte.
„Ich hatte nicht vor, jemanden etwas von unserem Fisch abzugeben.“
Er führte sie an einen sicheren Ort, Grund genug das er berechtigt war etwas von ihrem Fang zu bekommen. Bei anderen, anscheinend nicht anwesenden, war dies aber nicht der Fall und somit gab es auch keinen Grund.
„Außerdem tat ich nur wie mir gesagt wurde. Ich sollte Fisch fangen. Das habe ich.“
Denn mit keinem Wort hatte der Zwerg erwähnt, wie viel Fisch er wollte.
Sie hatte nicht mitgezählt, als sie ihr geplantes Abendessen in das Gras gelegt hatte, also wusste sie auch nicht wie viele es inzwischen waren.
Für sie würde es schon reichen.
Mit dem hölzernen Speer in ihrer Hand trat sie aus dem Wasser heraus und bewegte sich auf ihren Begleiter zu.
Was er wohl die ganze Zeit über getan hatte?


http://upload.worldofplayers.de/files9/Trennlinie.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/Josefina2.png“Hört auf ...“
Die Worte steckten fest, schienen sie ihrer Kehle nicht entweichen zu wollen.
Zu schwer ging ihr Atem, zu stark dröhnte ihr Schädel.
Sie hatte es übertrieben. Doch alles woran sie vor dem Schlag gedacht hatte und alles woran sie auch danach noch dachte, war den Mann zu verletzen. Er sollte büßen für seine Verachtung ihrem Glauben gegenüber.
Jo atmete scharf die Luft ein, bevor sie sich sammelte und ihren Satz fortsetzte, wieder mit gewohnt starker Stimme.
„Hört auf diese Verse aufzusagen, als würdet ihr auch nur ein Wort davon verstehen!“
Mit jedem einzelnen, verächtlich tonlos klingenden Wort, kochte die Templerin innerlich mehr.
Die Hitze stand ihr im Gesicht, so dass die rote Stelle an ihrer Stirn kaum mehr zu erkennen war, welche sie ihrer Kopfnuss zu verdanken hatte.
„Hört auf denjenigen zu verspotten, dem ihr euer verdammtes Leben zu verdanken habt!“
Genug.
Keine Worte wollte sie mehr finden um ihren Missmut zu verdeutlichen. Kein Ermahnungen mehr von sich geben, dass er zu weit ginge.
Der in die Jahre gekommene Rohling übte öffentliche Gotteslästerung aus, etwas wofür er bezahlten musste.
Ohne lange zu zögern lies die Templerin ihre Hand nach hinten wandern, kümmerte sich nicht darum das der Kerl sie direkt im Blickfeld hatte, als sie ihr Schild hervorzog und ihn somit auf ihren Angriff vorbereitete.
„Hört auf!“
Noch während sie versuchte ihren Schild komplett zu packen, machte Jo einen Satz nach vorn und ließ ihre provisorische Waffe auf den Schwarzhaarigen schnellen. Sie gab sich nicht einmal die Mühe es festzuhalten, schleuderte sie es mit halber Kraft dem Mann entgegen, der es problemlos mit den Armen abwehren konnte.
Sein Fehler.
Er ließ sich von dem halbgaren Angriff ablenken und geriet durch das geworfene Schild leicht ins Taumeln.
Ihre Chance.
Die Finger der jungen Frau packten den Arm des Mannes, drehten ihn herum und mit einem Tritt gegen das Schienbein hebelte sie ihn aus.
Sie hatte dazugelernt, tat sie es ihm gleich, wie er es zuvor mit ihr in der Schänke getan hatte. Ohne überhaupt darüber nachgedacht zu haben.
Mit wutverzerrtem Gesicht warf sie sich auf den fallenden Mann, drückte ihn nach unten auf den harten Boden, was selbst ihr die Luft aus den Lungen presste.
Schwer atmend kämpfe sie mit sich und zeitgleich mit ihm, drückte ihren linken Arm so auf die seinen, dass er diese nicht hätte rechtzeitig befreien können.
Jahrelange Prügeleinen lehrten sie es. Jahrelange Prügeleien ließen sie reagieren.
Ihre Rechte schnellte nach oben, kraftvoll zur Faust geballt und vollkommen eingenommen von dem hellen Licht der Sonne.
Doch dann hielt sie inne.
Unfähig ihre Kraft bei sich zu halten, noch gegen irgendetwas anzukämpfen oder den Wunsch zu verfolgen dem alten Mann so kräftig ins Gesicht zu schlagen, wie sie es noch nie zuvor bei jemanden getan hatte.
Tränen, die schon lange einen Weg suchten, bahnten sich den Weg die rotgefärbten Wangen der Templerin herab.
„Hört ... auf ...“
Schluchzend rang sie nach Atmen, unfähig ihren Arm weiterhin oben halten zu können, der kraftlos auf die Brust des Mannes sank.
Sie hatte versagt.
Versagt, die Ehre des Erbauers zu beschützen. Versagt, den zu bestrafen der seine Güte leugnete. Versagt, ein Verfechter der Gerechtigkeit zu sein.
Und sie wusste, dass dies nicht erst in diesem Moment geschehen war. Denn schon vor langer Zeit hatte sie versagt das zu sein, was sie so sehr sein wollte.

Annalena
16.10.2013, 19:31
http://upload.worldofplayers.de/files9/DILvRZyU25hzTefBernhard_klein.jpg

Bernhard schloss die Tür zu seinem Arbeitszimmer leise hinter sich. Er ging zum Lagerraum und betätigte einen kleinen versteckten Hebel. Eine kleine Öffnung erschien in der Wand und er ging hindurch. Er nahm sich eine Fackel und folgte der Treppe nach unten. Hinter einer schweren Holztür befand sich ein Raum, den er betrat. Der Raum war hell erleuchtet und sehr gut ausgestattet. Neben einem großen Bett gab es noch ein riesiges Regal, das mit Büchern vollgestopft war. Außerdem gab es noch einen großen Tisch mit drei Stühlen. Vor einem Kamin standen zwei bequeme Sessel. Auf einem saß ein Mann der las.

Der Mann blickte auf als er seinen Besucher bemerkte. Er schloss das Buch bevor er sprach. „Ich hoffe Ihr kommt mit guten Nachrichten, Bernhard.“ Der angesprochene nickte. „Alles lief perfekt, Dellin. Angeline hat ihren Ehemann und Eure kleine Hure getötet.“ Dellin grinste nun breit. „Ihr wolltet Cedric loswerden und ich Desiree. Nun bin ich reich und Ihr habt Eure Angeline. Das sollten wir feiern.“ Dellin erhob sich und nahm aus einem kleinen Schrank eine Flasche Wein und zwei Gläser. Er füllte beide und gab eines Bernhard bevor er sich wieder setzte. Bernhard nahm das Glas dankend an und setzte sich in den anderen Sessel.

Die Männer saßen eine Weile schweigend da bevor Bernhard wieder das Wort ergriff. „Ich bin immer noch erstaunt wie diese Blutmagie wirkt. Das Blutmagier so einfach jemanden kontrollieren können ist ein unerfreulicher Gedanke.“ Dellin antwortete amüsiert. „So einfach war es nun auch nicht. Es mussten schließlich zwei Menschen kontrolliert werden. Doch die Tränke, die in das Essen von Cedric und Desiree gemischt wurden, erleichterten das ungemein.“

Bernhard schenkte sich noch etwas Wein ein bevor er sprach. „Und wie lange werdet Ihr auf Geschäftsreise sein?“

„Ich werde Eure Gastfreundschaft noch ein wenig in Anspruch nehmen müssen, Bernhard. Ich denke ich werde in fünf Tagen die schrecklichen Neuigkeiten über den grausamen Tod meiner Ehefrau erfahren.“ Beide Männer lachten nun. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatten wandte sich Dellin Bernhard zu. „Wie habt Ihr es gemacht? Woher wusstet Ihr, dass Angeline die beiden töten würde? Sie wurde nicht kontrolliert, denn die Gefahr für bleibende Schäden durch die Blutmagie war zu groß.“ Bernhard blickte nachdenklich in sein Weinglas. Es dauerte eine Weile bis er antwortete.

„Ich habe ihre Schwächen ausgenutzt. Angeline liebt Cedric über alles. Ein solcher Betrug von ihm ist für sie das Schlimmste, was er ihr antun konnte. Der Schmerz das zu sehen ließ ihr Temperament mit ihr durchgehen.“ Bernhard lächelte kalt. „Ich habe sie trainiert. Wenn sie gereizt wird, dann handelt sie ohne nachzudenken. Erst später wird ihr klar, was sie getan hat. Sie war schon immer sehr temperamentvoll. Ich musste sie nur noch nach meinem Willen formen.“

Bernhard stand auf und lief wütend auf und ab. „Sie gehört mir. Schon als ich sie das erste Mal gesehen habe wusste ich, dass sie die Meine werden würde. Doch dann lernte sie diesen verdammten Hurensohn Cedric kennen und verliebte sich in ihn.“ Dellin stand auf und legte seine Hand beruhigend auf den Arm von Bernhard. Doch dieser schüttelte die Hand von sich und fuhr fort hin und herzulaufen. „So viele Jahre habe ich Pläne geschmiedet sie zu trennen und nichts hat funktioniert. Cedric liebte Angeline genauso sehr wie sie ihn. Es war eine sehr glückliche Fügung als wir uns kennengelernt haben, Dellin.“

Dellin seufzte nur leise und setzte sich wieder hin. Bernhards Besessenheit mit Angeline war schon krankhaft. Doch er konnte den Mann verstehen. Angeline war wirklich eine Augenweide. Nicht das er das laut sagen würde. Bernhard würde kurzen Prozess mit ihm machen, wenn er wüsste, dass Dellin Angeline sehr begehrenswert fand. Um Bernhard aus seinem Tief zu holen sprach er ihn an. „Cedric ist tot, Bernhard. Ihr habt nun freie Bahn bei Eurer Herzensdame. Doch bevor Ihr anfangt Liebesgedichte aufzutragen sollten wir uns um die beiden Leichen kümmern. Schließlich soll kein Verdacht auf Angeline fallen. Ich selbst habe ja ein Alibi.“

Bernhard grinste breit. „Ich habe den perfekten Plan dafür.“ Auf einmal hatte er es eilig. Er nickte Dellin nur kurz zu bevor er den Raum verließ.

Moku
16.10.2013, 22:25
http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus war auf den Angriff vorbereitet gewesen, auf das Schild das als unkonventionelle Waffe eingesetzt werden würde, nicht aber darauf, dass dieses nur eine Finte gewesen war. Er landete schneller auf dem Boden, als er es jemals von sich gedacht hatte.

Vermutlich lag es daran, dass er den jungen Templer unterschätzt hatte, war er ihm in der Kneipe schließlich unterlegen gewesen. Mit einem tonlosen heftigen Atemzug der einem stummen Schrei glich, bemerkte er, wie sein Arm zurückgezogen wurde und seine Knie unter ihm zusammenbrachen, japste nach Luft und wurde dann zu Boden gedrückt.

Vitus hatte das Gesicht vor Schmerz verzogen, spürte dann das Gewicht des anderen auf seiner Hüfte, wie seine Arme auf seine Brust gedrückt wurden. Eigentlich spürte er bereits die angehobene Faust auf seiner Wange, als er sie sah, doch stattdessen wurde sie locker fallen gelassen. Und dann tropfte eine warme Flüssigkeit auf sein Gesicht und seinen Hals und für einen irrationalen Moment dachte er, dass es begann zu Regnen und er ließ seinen Blick in das strahlende Blau des Himmels flackern.

„Hört ... auf ...“

Seine Augen wanderten zurück auf das Gesicht des anderen, nahmen nahezu jeden einzelnen verzerrten Muskel auf. Die Lippen bebten unter der Wucht der Worte. So leise wie sie gesprochen wurden, so laut hallten sie in Vitus wieder.

Vitus kannte diese Art zu weinen nur zu gut.

Allzu gut.

Der Druck auf seine Arme hatte nachgelassen, ohne dass er es wirklich aktiv registriert hatte. Er befreite sich unbewusst aus dem Griff, legte seine beiden Hände an die Wangen seines Gegenübers, fuhr mit den Daumen unter den Augen entlang, um die Tränen wegzuwischen.

Welch Leid musste diese Person mit sich rumtragen, fragte sich der Templer, erkannte sich selbst in diesem verzweifelten, gequälten Blick, der von mehr sprach als nur dem Erbauer. Von Schmerz so stark, dass selbst Tränen ihn nicht lindern konnten.

Wie viele Jahre war es mittlerweile her? Fragte er sich selbst, erwiderte den zerrissenen Blick mit antrainierter Kühle. Als er sich mit dem gleichen Blick in den Ställen versteckt hatte, um nicht von den anderen Rekruten entdeckt zu werden, als er Nacht um Nacht seine Wunden flickte, die nichts waren im Vergleich zu dem, was ihn innerlich zermarterte.

Seine Hände entfernten sich von dem Gesicht, legten sich stattdessen auf die überraschend schmalen Schultern des Templers, drückte dann den schlanken Körper ohne jeglichen Widerstand an sich. Und er spürte das Beben der Muskeln, hörte wie die Schluchzer immer lauter wurden und ignorierte die Fäuste, die sich in seine Kleidung ballten und die Feuchtigkeit, die er auf der Haut spürte.

Vitus selbst hatte keine Träne mehr zu vergießen.

Doch er wusste noch immer wie es war, allein zu weinen.

Venhedis
17.10.2013, 14:35
http://upload.worldofplayers.de/files9/Ava_Lio_R_vsm.jpg

"Folgende Regeln: Wer Sir Albrecht der Grôz anfasst, fliegt. Wer unsere Rationen anfasst, fliegt ebenfalls. Wenn ihr euch ankeifen wollt, tut das in weitem Abstand. Und du, Elaine, läufst ab jetzt. Und am wichtigsten: Lasst mich in Ruhe.“

Die kleine Blonde hatte Sel vor den Karren gespannt und anschließend ein Machtwort gesprochen. So wirkte sie schon wieder viel eher als die Anführerin, als die Lio sie sich vorgestellt hatte. Elaine zog es vor zu schweigen und nickte nur knapp, während Lio sich die Geschirrkonstruktion besah: Sel war ein Schlachtross und wirkte mehr als überproportioniert, wie sie vor dem kleinen, wackeligen Wagen gespannt stand. Würde sie in einen zu schnellen Schritt verfallen, Gott behüte in den Galopp, der Karren hinter ihr würde wohl kurzzeitig die Bodenhaftung verlieren und dann auseinanderfallen. Lio kräuselte die Nase und fragte sich heimlich, wie er zum Henker auf diesen dämlichen Plan verfallen war, aber jetzt zurückzurudern behagte ihm nicht, also musste er fortan darauf achten, dass Sel das richtige Tempo hielt. Sie war ein gut ausgebildetes Pferd und sie beide waren seit vielen Jahren ein eingespieltes Paar, aber sollte auf der weiteren Reise nach Denerim irgendetwas schiefgehen, dann konnte er davon ausgehen, dass die beiden Mädchen ihm gemeinschaftlich das Fell über die Ohren ziehen würden. Zurecht. Also sollte es gar nicht erst soweit kommen.

Die Blondine gab Sel einen Ruck und die Gruppe trottete los. Jeder schweigsam und in seine eigene Gedanken vertieft, aber das störte Lio nicht, denn er war es von seinen Reisen mit Raphael und Galläan gewohnt halbe Tage im Sattel zu verbringen und kaum ein Wort mit ihnen zu wechseln. Wozu auch, wenn es nichts zu sagen gab? Und alles, was von Belang gewesen wäre, wurde heute bereits gesagt.
Während er einen Fuß vor den anderen setzte, spürte er, wie seine nasse Kleidung schwer und kalt auf seiner Haut lag. Der Schlamm, der ihn bedeckte, würde bald trocknen und bröckeln, aber bis dahin steckte er in diesen Kleidern und schaute hin und wieder nachdenklich zum Himmel, wo sich in weiter Entfernung dicke Wolken zusammenbrauten und ein Gewitter ankündigten. Wenn sie Glück hatten, würde der Wind sie weiter Richtung Süden treiben, oder aber sie würden vorher irgendwo eine Unterkunft finden. Zufrieden stellte er fest, dass die Blondine ihre Route gen Denerim in etwas nördlichere Richtung anpeilte, was ihm mehr als recht war. Vielleicht hatte sie die Wolken auch bemerkt und steuerte ihnen entgegen, oder aber es war reiner Zufall. Wie auch immer: sie würden nicht dieselbe Strecke bereisen, die er von Denerim aus bis hierhin geritten war. Und das bedeutete, dass sie auch nicht an der Stelle vorbeikommen würden, an der er Galläan niedergestreckt hatte. Sein Körper lag vielleicht noch am selben Ort, vielleicht entkleidet und ausgeplündert. Im besten Fall womöglich von irgendwelchen Tieren in den Wald gezerrt, aber er wollte kein Risiko eingehen. Besser, sie würden diesen Weg meiden. So liefen sie auch nicht Gefahr auf Galläans Pferd zu stoßen, welches womöglich noch in der Umgebung war – gesattelt wie Sel, vom selben Schlag und damit eindeutig dazu angetan Fragen aufzuwerfen, die er nicht beantworten wollte.

Nach wenigen Stunden war Lio in einen schläfrigen Trott verfallen. Sel leistete gute Arbeit und er hatte sie schon vor einer Weile aus seinem Blick getilgt. Die Geräusche um ihn herum nahm er kaum noch wahr. Nicht das Klappern der Räder, nicht die Hufschläge seines Pferdes, nicht das Rascheln des Rocksaums von Elaine, die immer noch stumm neben ihm schritt. Als der Wagen stehen blieb bemerkte er es zunächst gar nicht, und als er es bemerkte, dachte er im ersten Augenblick, die Blondine hätte Sel angehalten, um eine Rast zu machen. Sein Magen knurrte inzwischen vernehmlich, aber auch das fiel ihm erst jetzt auf. Als er seinen Kopf hob merkte er jedoch, dass es gar nicht um eine Rast ging. Vor ihnen lag der Fluss, den er heute früh mit Sel passiert hatte. Er war nicht allzu tief, so dass er bequem in ihrem Sattel hindurch geritten war. Das Wasser reichte gerade bis zu den Steigbügeln. Jetzt aber standen sie mit einem Esel und einem Karren da. Und vor einer Brücke, deren Ende zur anderen Uferseite hin morsch und faulig ins Wasser hing. Lio strich sich mit einer Hand durch sein schlammverkrustetes Haar und zog die Brauen zusammen. Er erinnerte sich wieder an den Händler, der Raphaels Pferd Luster mit sich geführt und der ihnen erzählt hatte, dass er über die Hellwege reisen würde. Dies sei schneller und sicherer. Als Lio zu der kaputten Brücken herüberschaute, verstand er, wovon der Mann gesprochen hatte.
Kurz überlegte er, die Mädchen in Sels Sattel nacheinander durch den Fluss zu führen, der Esel hingegen würde ein Problem darstellen, von dem Karren ganz zu schweigen. Und er argwöhnte, dass die Blondine Esel und Karren auf dieser Uferseite zurücklassen würde. Sein Blick streifte wieder den Himmel. Der Wind hatte die Wolken nicht wie erhofft weiter in den Süden abgetrieben. Sie reisten vielmehr geradewegs auf das Unwetter zu, und als seine Augen das Ufer absuchten konnte er nicht sagen, in welche Richtung sie reiten sollten, um zur nächsten Brücke zu gelangen. Sofern es überhaupt eine gab. Und sofern diese nicht ebenfalls in Trümmern lag.
Er schaute zu den beiden Mädchen, die mit missmutigen Gesichtern ebenfalls die Brücke beäugten und nachzudenken schienen. Offenbar war keine von ihnen ortskundig genug, um mit den beruhigenden Worten „Ach, kein Problem, eine halbe Meile weiter ist die nächste Brücke!“ in irgendeine Richtung zu deuten und die Gruppe aus ihrer Erstarrung zu lösen.
Lio seufzte resigniert. „Wenn ich die Damen kurz in ihren geschäftigen Aktivitäten unterbrechen und ihnen etwas vorstellen dürfte: Vor uns erstreckt sich ein Meisterwerk architektonischer Kühnheit und solidester Handwerkskunst – eine kaputte Brücke. Entweder wir lassen den Karren hier zurück und überqueren den Fluss nacheinander im Sattel des Pferdes, oder…“, er fing den Blick der Blondine auf, der mehr als eindeutig signalisierte, was sie von diesem Vorschlag hielt. Er verstand nicht, wie jemand an einem leeren und klapprigen Wagen so hängen konnte. „Oder“, setzte er mit knappen Worten fort, „wir zerren ihn in den Fluss und lassen ihn dort huldvoll absaufen.“

Moku
17.10.2013, 17:16
http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren verdrehte die Augen als die Elfin ihm antwortete. Wieso genau hatte er auch mit einer anderen Antwort gerechnet? Sah sie sich selbst scheinbar nur als ein Werkzeug anderer an. Vielleicht sollte Faren sie auch so behandeln, konnte schließlich gut sein, dass sie sich unter solch einer Führung wohler fühlte. Und er wollte ja schließlich auf bester Kumpel mit ihr machen, bevor er sie verkaufte.

Er warf einen Blick auf die Elfin, die in seinen Augen plötzlich zu einem Sack Gold wurde.

Der Zwerg war sich nicht einmal sicher, ob Menschenhandel überhaupt soviel einbrachte, aber der Gedanke war verlockend und das Bild vor seinem inneren Auge ebenfalls. Er hatte die Elfin noch nie so begehrt wie in dem Moment, indem sie sich zu einer Statue aus Gold verwandelte.

Seine Pranken griffen nach dem göttlichen Objekt, doch bereits beim Körperkontakt mit dem warmen dürren Klappergestell, überkam ihn der Ekel und die Illusion verschwand.

Die Hände auf ihre Hüften gedrückt, sah er zu der Elfe hoch, die seinen Blick erwiderte. Er hatte irgendwie Überraschung erwartet, aber da war absolut nichts. Genau so, wie er sie kannte. Er legte den Kopf leicht schief, als er seine Hände hoch wandern ließ, ihr Gesicht mit jedem Zentimeter beobachtete.

Er hatte schon bemerkt, dass die Elfe nicht so hysterisch wurde wie andere Frauen, wenn Faren sie berührte, wobei er trotzdem überrascht war in komplett emotionslos das seltsame Wesen war. Als wäre sie komplett abgestumpft.

Er fragte sich, ob es zu ihrem Training gehört hatte.

Mit etwas mehr Druck legte er seine Hände an ihrem Rücken an und drückte sie dann Richtung Lager, wo er die gesammelten Beeren, Früchte, Wurzeln und Insekten abgelegt hatte.

„Nicht nur du kannst Essen besorgen“, meinte er stolz, deutete dann auf den Berg eventuell Essbarem. „Na, da staunst du, was?“

Neclord
17.10.2013, 19:10
http://upload.worldofplayers.de/files9/MiWGnUzNdCerKopf_Barbar.JPG
Während seine beiden Begleiter etwas Holz sammelten, blickte der Chasind sich nach einem geeigneten Rastplatz um. Den Wald direkt hinter sich zu haben, während man schläft, wäre unklug. Die Stille die ihn den Wald duchzog war unnatürlich, es hätte jeden Moment etwas hervorkommen können.
Nach einigen Minuten entdeckte Blutmähne einen guten Platz zwischen einigen Dünen. Danach schaute er sich nach trockenem Gras oder Schilf um. Schliesslich brauchte man etwas um das Feuer erst zum Glühen zu bringen. Trockenes Gras fand er nach kurzer Suche an einem Hang, eine Stelle an der der Regen und andere Niederschläge nicht herankam.
Als die beiden Suchenden erfolgreich von der Suche wieder kehrten und auch Valgarius eine Frage stellte, wendete sich Blutmähne an die beiden. Er deutete auf die Stellt zwischen den Dünen: "Da sind wir vor Wind geschützt...kommt mit". Er wendete sich ab und bewegte sich zu jener Stelle. Nicht viele Schritte vergingen. Er beugte sich dann schliesslich runter, seine Arme gruben sich in den Sand. Der Sand wurde von seinen Pranken zur Seite gehoben, er wollte eine kleine Feuergrube ausheben. Es bedarf nicht viele Griffe und die Grube war fertig, der Berg der vom ausgehobenen Sand ernstand ließ er daneben stehen, vermutlich um das Feuer schnell löschen zu können sollte es notwendig sein.
Danach packte er seinen Rucksack und begann darin zu kramen während seine Begleiter das Holz in die Grube legen würden...


http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya hatte genug Holz gefunden und legte es in die Kuhle, die Blutmähne für die Feuerstelle gegraben hatte. Neugierig beobachtete sie den Chasind. Sie würde gerne lernen, wie man ein Feuer macht. Auch Valgarius war nun mit Feuerholz zurückgekehrt.

Die Elfe kramte nun auch in ihren Sachen und holte den Rest des Essens, welches sie von Blutmähne bekommen hatte, heraus. Es war viel zu wenig um satt zu werden. Während sie stöberte fiel ihr der Brief in die Hände, den sie bei der Leiche ihres Besitzers, nein ehemaligen Besitzers, gefunden hatte. Nervös biss sie auf ihre Unterlippe und ihr Blick schwenkte zwischen Valgarius und Blutmähne hin und her. Sie würde den Brief später zeigen und fragen was darin steht. Im Moment war es wichtig ein Feuer zu machen und etwas zu Essen zu besorgen.

Anlya blickte zum Wald und dann zum Meer. „Sollen wir etwas Essbares im Wald jagen? Oder sollen wir im Meer fischen? Es gibt doch Fische im Meer, oder?“ Verlegen setzte sich die Elfe hin. Sie hatte von der Welt außerhalb des Gesindeviertels nicht viel Ahnung. „Es tut mir leid, aber ich kann weder jagen noch fischen.“ Wieder einmal wurde ihr bewusst wie nutzlos sie war. Die Elfe schluckte und unterdrückte die Tränen, die hervorbrechen wollten. „Ich… ich würde aber gerne lernen.“


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Da der Chasind sich wohl am besten mit einer derartigen Situation auskannte, vermied es der Blutmagier daran zu zweifeln und stimmte dem Vorschlag des Hünen stillschweigend zu. Das Holz hatte er behutsam in die davor vorgesehene Grube gelegt. Der Lagerplatz wirkte wahrhaftig gut geschützt. Und für den Moment setzte eine sehr wohltuende Phase der Entspannung ein. Ohne den peitschenden Wind, der ihm ständig seine Frisur durcheinander brachte, konnte man endlich wieder klar denken.

Doch die Elfe holte mit den nächsten Worten den Blutmagier in die Realität zurück. Langsam mussten sie sich wirklich Gedanken darüber machen, an Nahrung zu kommen. Etwas Essbares im Wald jagen? So etwas kannte er gar nicht. Etwas verlegen blickte er dabei die Elfe an. "Ich kann ebenfalls weder jagen noch fischen, doch traurig bin ich trotzdem nicht." Grinsend blickte der junge Magier anschließend zum Chasind. "Er könnte sich doch darum kümmern, während ich... och keine Ahnung. Schlafe? Erst wollte er sich gemütlich zurücklehnen, doch dann kam ihm plötzlich noch ein Gedanke in den Sinn. Seine Augen waren erneut auf Anlya gerichtet. "Es ist meiner Aufmerksamkeit nicht ganz entgangen, dass einen Moment zuvor etwas in euren Händen lag. War das ein Brief? Soll ich euch helfen ihn zu lesen?"

BlackShial
18.10.2013, 21:20
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngDie Augen der Elfe folgen den Händen des kleinen Mannes, die sich ihren Körper entlang nach oben bewegten, als würde er etwas suchen.
Was es war, erschloss sich der blonden Frau zwar nicht, doch hindern tat sie ihn dennoch nicht an seiner Suche. Oder was auch immer es war.
Vielleicht hatte er auch einfach das unbändige Verlangen danach andere Wesen anzufassen.
Oder aber er war einer dieser Kerle, vor denen sie von der Templerin gewarnt wurde.
Tiaden dachte nach. War Faren einer von diesen Kerlen?
Sie konnte es sich nicht vorstellen, hatte er sich ihr gegenüber doch die ganze Zeit über anders verhalten, als es in der Erklärung der Schwarzhaarigen klang.
Nichts desto trotz lag die kleine, dicke Hand des Bärtigen immer wieder auf ihrem Körper.
Vielleicht war dieses Verhalten bei Zwergen ja normal?
Wer wusste dies schon, außer einem Zwerg vielleicht.
Tiaden war keine Zwergin.
Sie wollte fragen, wusste aber nicht wie sie diese Frage hätte formulieren sollen. Unterbrochen in ihren Überlegungen wurde sie dann jedoch von den stolzen Worten ihres kleinen Begleiters.
„Ich staune nicht.“
Tiaden staunte nie. Wirklich
Ohne lange zu zögern hob sie den Arm und deutete von oben herab auf die Nahrung, oder zumindest das, was der Zwerg für Nahrung zu halten schien.
„Giftig. Ungenießbar. Schwer verdaulich. Ebenfalls giftig.“
Natürlich konnte man ihrem Fingerzeig nur schwerlich folgen, doch gab sie sich tatsächlich Mühe auf die Dinge zu zeigen, die der Bärtige fälschlicherweise als essbar ansah. Die Dinge, die man bedenkenlos zu sich nehmen konnte, was nicht wenige waren, ließ sie außen vor.
Schlussendlich wanderte ihr Finger auf die Insekten. Warum auch immer diese bei dem Rest lagen.
„Und die werde ich nicht essen.“


http://upload.worldofplayers.de/files9/TrennlinieRPG.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngSie war wirklich nie ein Mensch, der viel weinte. Eigentlich sogar, hatte sie nie viele Gefühle zu geben, schon gar nicht Fremden gegenüber. Eine kalte Mine, so hatte sie bereits in ihrer Kindheit gelernt, machte vieles einfacher.
Doch all diese Erfahrungen waren wie vergessen, im Angesicht ihres Versagens.
Resignierend presste die Templerin sich gegen den Mann, legte ihren immer schwerer werdenden Kopf in seine Halsbeuge und gab sich ihrer Verzweiflung voll und ganz hin.
Alles was der jungen Frau geblieben war, war ihr Glaube und ihre Hoffnung auf eine bessere Welt. Doch wie sollte sie angesichts ihrer Unfähigkeit noch hinter ihren Idealen stehen können?
Sie konnte noch nicht einmal einen einzelnen Mann davon überzeugen, dass sein Leben mehr wert war, als es mit einem sinnlosen Tod zu beenden.
Er hatte recht damit sie und ihren Glauben so zu verachten und zu verspotten. Nichts von dem, was sie einst geschworen hatte zu sein, schaffte sie auch nur einen Moment lang darzustellen. Sie hatte den Erbauer betrogen und die Strafe dafür war ewige Einsamkeit.
Jo verstand.
„Hört auf ... euer Leben wegwerfen zu wollen ...“
Schluchzend klang ihre Stimme nicht einmal mehr halb so stark und verständlich, wie zuvor. Ihr Akzent tat das Restliche.
„Kämpft für etwas ... für das es sich zu sterben lohnt.“
Und vor allem etwas, für dass es sich zu leben lohnt.
„Denn nichts anderes ... bleibt uns mehr ...“
Sie kannte den Mann nicht, nicht einmal im Geringsten. Ihre erste Meinung von ihm war bitter und hatte einen faden Nachgeschmack. Es hatte sich nicht gebessert.
Vielleicht sprach sie auch einfach nur für sich, versuchte sich selbst daran zu erinnern, dass sie solch einen Grund hatte, für den die lebte und bereit war zu sterben. Vielleicht.
Zitternd krallte sie sich fester in seinen Kragen, die Rüstung und das Kettenhemd. Ihre Finger schmerzten von der Spannung, doch sie konnte nicht nachlassen.
Ein bekanntes Gefühl überkam die Templerin.
Ob es Einbildung war? Sie konnte es nicht sagen, doch für sie roch der Mann ebenso wie ihre Brüder. Fühlte sich ebenso an. Strahlte sie gleiche Wärme aus. Einfach alles passte.
Für einen Moment lang war es fast so, als wäre sie wieder daheim, in den Armen ihrer Familie.
Geborgenheit.

Annalena
18.10.2013, 21:31
http://upload.worldofplayers.de/files9/DILvRZyU25hzTefBernhard_klein.jpg

Bernhard drückte dem kleinen Jungen 5 Silberlinge in die Hand. „Du weißt, was du zu tun hast, Junge?“ Der Junge nickte nur und rannte los. Bernhard blickte ihm nach bis er verschwunden war und begab sich dann zu der Wohnung von Angeline. Er konnte sich ein zufriedenes Grinsen nicht verkneifen. Schon bald würde Angeline ihm gehören. Er konnte schon ihren weichen Körper unter seinen Händen spüren. Nur mit Mühe unterdrückte er weitere erotische Gedanken. Schließlich hatte er noch etwas zu erledigen.

Vor Angelins Haus stand ein Mann, welchen Bernhard sofort erkannte. Der Mann blickte ihn müde an als er näher kam. „Ich habe getan, was Ihr wolltet. Wo ist meine Bezahlung?“ Bernhard blieb stehen und behielt aus dem Augenwinkel die Straße im Auge. „Gute Arbeit. Ich habe Euer Gold dabei.“ Er kramte in seiner Tasche und übergab dem Mann einen kleinen Beutel mit Gold. Dieser nahm ihn gierig an. Er öffnete ihn und begann das Geld zu zählen.

Bernhard ließ die Straße nicht aus den Augen und schon bald sah er von weitem das, auf was er gewartet hatte. Er wandte sich wieder dem Mann zu, der nun fertig mit dem Zählen war. „Bevor Ihr geht hätte ich noch eine Bitte. Nehmt diesen Dolch mit Euch und versenkt ihn mehr. Ihr bekommt dafür eine extra Sovereign.“ Der Mann blickte Bernhard skeptisch an. „Ihr wollt mir so viel Geld geben nur um einen Dolch verschwinden zu lassen?“ Bernhard lächelte nur. „Die Tatwaffe muss weg und für mich ist es zu gefährlich das zu tun. Ich könnte unter Verdacht stehen und somit beobachtet werden.“ Der Mann überlegte kurz und streckte seine Hand aus. „Gut. Ich mache es.“

Bernhard gab ihm das Geld, welches er sofort einsteckte. Danach gab er ihm den Dolch. In diesem Moment waren die Leute, auf die er gewartet hatte, sehr nahe. Zeit zu handeln. Bernhard trat einen Schritt zurück. In diesem Moment trafen die Templer ein. Bernhard wandte sich mit einem ernsten Gesicht zu ihnen. „Gut, das ihr hier seid, werte Templer. Ich habe diesen Mann gesehen. Er kam aus diesem Haus mit dem blutigen Dolch in der Hand.“ Die Templer betrachteten den verwunderten Mann. „Magier“, rief einer der älteren Templer aus. Der Magier schaute nun Bernhard wütend an. „Das werdet Ihr büßen.“

Er wollte einen Zauber wirken, doch die Templer unterbrachen ihn indem sie ihm sein Mana entzogen. „Narren“, rief der Magier verzweifelt, „ich brauche kein Mana.“ Er schnitt sich mit dem Dolch in den Arm um Blutmagie zu wirken. Doch die Templer waren schneller und töteten ihn bevor er einen Zauber wirken konnte. Einer der Templer wandte sich nun Bernhard zu. „Seid Ihr in Ordnung mein Herr?“ Bernhard wusste, dass es nun darauf ankam richtig zu spielen. Er zitterte nun leicht. „Es geht mir gut, Ser Templer. Doch ich weiß nicht was mit Cedric ist. Oh nein, Cedric.“ Er wandte sich zur Tür und wollte hinein gehen, doch die Templer stoppten ihn. „Wer ist dieser Cedric, Herr…“

„Bernhard. Mein Name ist Bernhard. Mir gehört die Taverne „Zur blinzelnden Katze“.“ Bernhard atmete tief durch. „Cedric ist der Ehemann meiner Schankmaid Angeline. Sie fühlte sich nicht wohl und hatte sich bei mir in der Taverne etwas hingelegt. Ich wollte Cedric Bescheid sagen. Doch als ich hier ankam, kam dieser Mann mit dem Dolch aus dessen Wohnung.“ Der Templer nickte. Dann flüsterte er mit einem anderen Templer. Dieser ging zusammen mit einem anderen in die Wohnung. Es dauerte nicht lange und sie kamen zurück. Ihre Gesichter waren blass und ernst.

Der ältere der Beiden, die in der Wohnung waren, trat nun auf Bernhard zu. „Wir haben zwei Leichen gefunden. Beide waren mit Dolchstichen übersäht. Der Geruch von Blutmagie war stark in der Luft. Es scheint, als wurden die Beiden von diesem Blumagier für ein monströses Ritual verwendet.“ Der Templer wurde nun leicht rot. „Sie waren auch in einer sehr delikaten Situation.“ Bernhard runzelte die Stirn. „Was meint Ihr damit, Ser Templer.“ Der Templer räusperte sich. „Es scheint die beiden wurden mitten im… ähm… Liebesakt überrascht.“

Bernhards Mine wurde traurig. „Liebesakt sagt Ihr… Oh Cedric, wie konntet Ihr Angeline das nur antun.“ Der Templer sah ihn sympathisch an. „Ihr erwähntet, dass seine Ehefrau zurzeit in Eurer Taverne ist. Das bedeutet, dass er mit einer anderen Frau zusammen war.“ Bernhard nickte. „Angeline wird es das Herz brechen, wenn sie davon erfährt. Sie liebt ihn über alles. Wie soll ich es Ihr nur beibringen?“ Es war einen Moment still bevor der Templer wieder das Wort ergriff. „Wir müssen sicherstellen, dass es sich tatsächlich um diesen Cedric handelt. Und wir müssen herausfinden, wer diese Frau ist. Ihr seid Wirt und kennt sicherlich viele Leute. Würdet Ihr uns helfen die Identität der Beiden festzustellen? Ich weiß, dass dies sicherlich nicht einfach wird. Doch ich möchte der Ehefrau, Angeline, diesen Anblick ersparen.“

Bernhard schaffte es ein wenig blass zu werden. „Natürlich helfe ich. Auch ich möchte nicht, dass Angeline dies sehen muss.“ Er betrat etwas zögerlich die Wohnung zusammen mit dem Templer. Bernhard atmete tief durch bevor er das Schlafzimmer betrat. Einer der Templer muss die Leichen bedeckt haben, denn sie waren von einem weißen Bettlaken verhüllt. Er trat ans Bett heran und der Templer hob das Laken vorsichtig an so dass nur die beiden Köpfe zu sehen waren. Bernhard seufzte leise. „Ja, das ist Cedric.“ Der Templer nickte. „Kennt Ihr die Frau?“

„Das ist Desiree. Sie ist Dellins Ehefrau und beide wohnen gleich in der Nachbarschaft.“ Der Templer bedeckte die Beiden nun wieder. „Könnt Ich mir sagen wo Dellin wohnt?“

„Er wohnt nur ein Haus weiter“, erwiderte Bernhard, „doch Ihr werdet ihn nicht antreffen. Er ist Händler und gerade ist er unterwegs um neue Waren einzukaufen.“ Der Templer blickte ihn ernst an. „Und woher wisst Ihr das so genau?“ Bernhard drehte sich um bevor er antwortete. „Wie Ihr bereits sagtet, ich bin Wirt und weiß sehr viel. Dellin ist außerdem einer meiner Stammkunden. Er hat es mir erzählt.“

„Nun gut. Ich sollte Euch hinaus geleiten. Es gibt einiges zu tun.“ Der Templer tat was er sagte. Sobald sie draußen waren wandte sich Bernhard an den Templer. „Könntet Ihr Angeline verschweigen wie Ihr Cedric vorgefunden habt? Sein Tod wird sie schon sehr schwer treffen. Sollte auch noch seine Untreue herauskommen wird sie daran zerbrechen.“ Der Templer überlegte kurz bevor er sich mit den anderen Templern beriet. Danach sprach er wieder mit Bernhard. „Wir werden Angeline und auch dem Ehemann der Frau, Dellin, nicht erzählen, wie wir sie vorgefunden haben. Der Erbauer hat sie für ihre Sünden bestraft. Ich glaube nicht, dass er die Hinterbliebenen mehr leiden lassen würde, als es nötig ist. Ihr solltet zur Taverne zurückkehren. Ich werde mit Euch kommen und wir überbringen Angeline zusammen die traurige Nachricht.“ Bernhard blickte den Templer dankend an. „Ihr seid sehr freundlich meiner Bitte nachzukommen. Ich danke Euch.“

Zusammen mit dem Templer machte Bernhard sich auf den Rückweg. Wäre er allein, dann hätte er jetzt eine fröhliche Melodie gepfiffen. Der zweite Teil seines Plans war erfolgreich.

Moku
18.10.2013, 22:01
http://upload.worldofplayers.de/files9/avasaoirse.pngSaoirse ging zwar voraus, hatte allerdings nicht wirklich eine Ahnung, wo genau sie lang musste, aber die Tatsache, dass ihr neuer Begleiter - Lio - sich nicht zu ihrem Weg äußerte bedeutet wohl, dass sie richtig war. Oder aber er ließ sie wohlweißlich in die falsche Richtung laufen.

Hatte sie überhaupt gesagt, wo sie hinwollte? Hatte er überhaupt gesagt, woher er kam? War das Gespräch wirklich schon so lange her, dass sie sich an nichts mehr erinnerte? Wütend auf sich selbst presste sie beide Handflächen gegen ihre Schläfen und rieb diese, als würde das ihr eingeschlafenes Gehirn wieder auf Vordermann bringen. In Wirklichkeit war dies aber nur vergebene Lebensmühe. Saoirse war froh, dass sie überhaupt die Hälfte ihrer Gespräche mitbekommen hatte, war sie schließlich bereits mehrfach im Gehen dem Dämmerschlaf verfallen gewesen und somit eigentlich nur noch halb anwesend gewesen. Zumindest bis sie auf den anderen getroffen waren.

Mittlerweile war sie jedoch so wach wie nie zuvor, konnte sie schließlich den Mann keine Moment aus den Augen lassen. Mit diesem Gedanken musterte sie den Dunkelhaarigen aus dem Augenwinkel, dann Elaine, die schweigsam hinter ihnen her stolzierte.

Saoirse wusste, dass sie den anderen beiden gesagt hatte, dass diese nicht mit ihr reden sollten, aber sie konnten wenigstens untereinander reden. Fünf Personen und alle schwiegen. Selbst Saoirse fühlte sich unwohl. Es wäre vermutlich noch schlimmer, wenn sie nicht Nonno und Nonna ab und zu miteinander flüstern hörte. Was irgendwie immer lauter wurde. Und hörte sie da ihren Namen?

"Saoirse, halt!"

Das Mädchen blieb abrupt mit Nonnos Ausruf stehen; und mit ihr der Karren und die beiden Reittiere. Überrascht sah sie auf, bemerkte erst in diesem Moment wie sehr sie in ihren Gedanken versunken gewesen war. Vor ihr erstreckte sich ein breiter Fluss und es hätte nur noch wenige Schritte gebraucht und sie wäre samt Karren hineingeschritten und hätte es erst bemerkt, nachdem ihre Stiefel das Wasser durchgelassen hätten.

Wie dämlich konnte man eigentlich sein, rügte das Mädchen sich selbst, schlug sich einmal mit dem Handballen gegen die Schläfe.

Zu doll. Viel zu doll.

"Autsch," entließ die Blondine in einem leisen Flüstern, sah sich um, ob die anderen es bemerkt hatten. Scheinbar nicht. Weshalb sie sich wieder dem Fluss zuwandte. Und der verschimmelten, hängenden Brücke.

Dreck.

„Wenn ich die Damen kurz in ihren geschäftigen Aktivitäten unterbrechen und ihnen etwas vorstellen dürfte," begann der Möchtegerngeistliche und Saoirse verdrehte die Augen, ob der geschwollenen Sprache. Und Moment mal, was sagte er da? Den Karren zurücklassen?

Ihr Blick verfinsterte sich augenblicklich, was dem anderen scheinbar auch nicht entging.

Ignoranter Bastard!

"Oder," begann die Blondine verärgert, "wir folgen dem Flusslauf bis zur nächsten Brücke. Denn dies wird sicherlich nicht die einzige sein. Schließlich müssen auch Händler diesen Fluss überqueren." Sie verschränkte die Arme vor der Brust, trat den Hacken ihres Stiefels widerspenstig in die Erde. „Aber wir lassen weder den Karren, noch Sir Albrecht den Grôz zurück. Sonst trennen sich unsere Wege hier.“

Es war nicht wirklich eine Drohung und es war auch nicht als solche gedacht. Saoirse wollte nur ihren Standpunkt deutlich machen.

Leeyara
19.10.2013, 17:41
http://upload.worldofplayers.de/files9/tNaevia.png

Der Schlaf war nicht erholsam gewesen. Albträume quälten Naevia von den Geschehnissen der letzten Nacht. In ihren Träumen war es nicht Mira, die all dies erlitt, sondern sie selbst. Kurz erwachte sie aus dem Albtraum, doch realisierte sie nicht, wo sie war. Gleich darauf schlief sie auch schon wieder weiter und war im nächsten Traum gefangen. Dieses Mal wußte sie genau, dass es nur ein Traum war. Wieder stand sie inmitten der Tavernengästen und Bediensteten der Perle und blickte auf hre Schwester hinab. Sie spürte wieder die Wut in sich aufsteigen, doch dieses Mal spürte sie auch genau die Energie, die sich aus ihr heraus entlud und gleichzeitig der Boden zu Beben begann – das Erdbeben fing an.

"Verdammte Scheiße..." Naevia schrak aus ihrem Traum auf. Durch die ruckartige Bewegung löste sich der Knoten, der schon durch das nächtliche Wälzen nicht mehr fest war, komplett und Naevia flog mit einem lauten Schrei von ihrem Ast. Über sich gebeugt sah sie ein Tier – war das etwa ein Wolf? Mit einem weiteren Schrei, dieses Mal vor Entsetzen, wich sie zurück und kauerte sich ängstlich an den Baum, das riesige Tier nicht aus den Augen lassend. Panisch ließ sie ihren Blick nach einer Möglichkeit zur Verteidigung schweifen, als ihr zwei Beine auffielen, die in einer Lederhose und Lederstiefeln steckten. Sie blickte an den Beinen empor und direkt in das Gesicht eines Mannes mit langen, zotteligen Haaren. Seine Ohren wiesen ihn ganz klar als Elf aus. Eine Narbe zierte sein Gesicht. Das auffälligste an ihm waren jedoch die Augen. Solch ein giftiges Grün hatte sie noch nie gesehen. Es war noch kräftiger als ihres, das doch mehr an Smaragde erinnerte. So fasziniert von dem Elf, vergaß sie den Wolf, vor dem sie eigentlich Angst hatte. Dies dauerte jedoch nicht lange, da der Wolf näher gekommen war und sie beschnupperte.

Mit schriller Stimme wandte sie sich nun an den Elf: „Gehört das Ungeheuer Euch? Nehmt es weg von mir!“


http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg Und das Weibe fiel nicht weit vom Stamm

Das hatte ihm gefehlt. Sein treuer Begleiter, sein einziger Freund ... ausgerechnet er fiel ihm in den Rücken. Dallaen hatte mit seinem Geschnüffel, Gewinsel und Gekratze das, was auf dem Baum war, aufgewacht. Und prompt kam sie hinunter geplumpst. Nicht gerade elfenhaft. Eher wie ein Sack Steine. „Gehört das Ungeheuer Euch? Nehmt es weg von mir!“ Er verdreht die Augen und sagte zunächst nichts, musterte sie nur. Sie war klein und zierlich für einen Menschen. Manche würden sie wohl als hübsch bezeichnen, aber das interessierte Pa'ol nicht weiter. Er würde nicht weiter seine Zeit mit ihr verplempern, er würde nichts mit ihr zu tun haben und vor allem hatte er auch gar kein Bedürfnis nach Gesellschaft in jeglicher Form. Vielleicht hätte er sie unter anderen Umständen mal für eine Nacht ... zu sich genommen, aber nach der letzten Erfahrung hatte er beschlossen, dass es der Ärger einfach nicht Wert war. Auch wenn seine Blicke etwas länger auf ihren weiblichen Rundungen verweilten.

Dallaen schaute sie aufmerksam an und fing an, an ihr zu schnüffeln. Für einen kurzen Moment überlegte Pa'ol, ob er seinen Freund gewähren lassen sollte. Es wäre bestimmt lustig zu beobachten, wie sie reagieren würde. Aber wo ein Mensch war, kamen meistens mehrere daher, was nicht gut war. Obwohl er sich schon fragte, was sie in den Baum verschlagen hatte. Ein wenig ungewöhnlich war es ja schon, dass eine Frau plötzlich aus dem Wipfel krachte.
"Dallaen, lass die Dame in Ruhe." Er hatte seine tiefe, samtige Stimme schon länger nicht mehr laut benutzt, weswegen er etwas heiser war. Der Wolf kam daraufhin zu ihm und setzte sich neben seine Beine. "Er ist kein Ungeheuer. Im Gegensatz zu mir konnte er euch nicht einfach links liegen lassen." Er schnappte sich seine Sachen und machte Anstalten zu gehen. Aber etwas - wahrscheinlich grenzenlose Dummheit - trieb ihn an noch zu fragen: "Hat es einen bestimmten Grund, dass ihr dort auf dem Baum ward oder seid ihr dort gewachsen?"


http://upload.worldofplayers.de/files9/ZEvUnbenannt_1.png


http://upload.worldofplayers.de/files9/Ava_Lio_R_vsm.jpg

"Folgende Regeln: Wer Sir Albrecht der Grôz anfasst, fliegt. Wer unsere Rationen anfasst, fliegt ebenfalls. Wenn ihr euch ankeifen wollt, tut das in weitem Abstand. Und du, Elaine, läufst ab jetzt. Und am wichtigsten: Lasst mich in Ruhe.“

Die kleine Blonde hatte Sel vor den Karren gespannt und anschließend ein Machtwort gesprochen. So wirkte sie schon wieder viel eher als die Anführerin, als die Lio sie sich vorgestellt hatte. Elaine zog es vor zu schweigen und nickte nur knapp, während Lio sich die Geschirrkonstruktion besah: Sel war ein Schlachtross und wirkte mehr als überproportioniert, wie sie vor dem kleinen, wackeligen Wagen gespannt stand. Würde sie in einen zu schnellen Schritt verfallen, Gott behüte in den Galopp, der Karren hinter ihr würde wohl kurzzeitig die Bodenhaftung verlieren und dann auseinanderfallen. Lio kräuselte die Nase und fragte sich heimlich, wie er zum Henker auf diesen dämlichen Plan verfallen war, aber jetzt zurückzurudern behagte ihm nicht, also musste er fortan darauf achten, dass Sel das richtige Tempo hielt. Sie war ein gut ausgebildetes Pferd und sie beide waren seit vielen Jahren ein eingespieltes Paar, aber sollte auf der weiteren Reise nach Denerim irgendetwas schiefgehen, dann konnte er davon ausgehen, dass die beiden Mädchen ihm gemeinschaftlich das Fell über die Ohren ziehen würden. Zurecht. Also sollte es gar nicht erst soweit kommen.

Die Blondine gab Sel einen Ruck und die Gruppe trottete los. Jeder schweigsam und in seine eigene Gedanken vertieft, aber das störte Lio nicht, denn er war es von seinen Reisen mit Raphael und Galläan gewohnt halbe Tage im Sattel zu verbringen und kaum ein Wort mit ihnen zu wechseln. Wozu auch, wenn es nichts zu sagen gab? Und alles, was von Belang gewesen wäre, wurde heute bereits gesagt.
Während er einen Fuß vor den anderen setzte, spürte er, wie seine nasse Kleidung schwer und kalt auf seiner Haut lag. Der Schlamm, der ihn bedeckte, würde bald trocknen und bröckeln, aber bis dahin steckte er in diesen Kleidern und schaute hin und wieder nachdenklich zum Himmel, wo sich in weiter Entfernung dicke Wolken zusammenbrauten und ein Gewitter ankündigten. Wenn sie Glück hatten, würde der Wind sie weiter Richtung Süden treiben, oder aber sie würden vorher irgendwo eine Unterkunft finden. Zufrieden stellte er fest, dass die Blondine ihre Route gen Denerim in etwas nördlichere Richtung anpeilte, was ihm mehr als recht war. Vielleicht hatte sie die Wolken auch bemerkt und steuerte ihnen entgegen, oder aber es war reiner Zufall. Wie auch immer: sie würden nicht dieselbe Strecke bereisen, die er von Denerim aus bis hierhin geritten war. Und das bedeutete, dass sie auch nicht an der Stelle vorbeikommen würden, an der er Galläan niedergestreckt hatte. Sein Körper lag vielleicht noch am selben Ort, vielleicht entkleidet und ausgeplündert. Im besten Fall womöglich von irgendwelchen Tieren in den Wald gezerrt, aber er wollte kein Risiko eingehen. Besser, sie würden diesen Weg meiden. So liefen sie auch nicht Gefahr auf Galläans Pferd zu stoßen, welches womöglich noch in der Umgebung war – gesattelt wie Sel, vom selben Schlag und damit eindeutig dazu angetan Fragen aufzuwerfen, die er nicht beantworten wollte.

Nach wenigen Stunden war Lio in einen schläfrigen Trott verfallen. Sel leistete gute Arbeit und er hatte sie schon vor einer Weile aus seinem Blick getilgt. Die Geräusche um ihn herum nahm er kaum noch wahr. Nicht das Klappern der Räder, nicht die Hufschläge seines Pferdes, nicht das Rascheln des Rocksaums von Elaine, die immer noch stumm neben ihm schritt. Als der Wagen stehen blieb bemerkte er es zunächst gar nicht, und als er es bemerkte, dachte er im ersten Augenblick, die Blondine hätte Sel angehalten, um eine Rast zu machen. Sein Magen knurrte inzwischen vernehmlich, aber auch das fiel ihm erst jetzt auf. Als er seinen Kopf hob merkte er jedoch, dass es gar nicht um eine Rast ging. Vor ihnen lag der Fluss, den er heute früh mit Sel passiert hatte. Er war nicht allzu tief, so dass er bequem in ihrem Sattel hindurch geritten war. Das Wasser reichte gerade bis zu den Steigbügeln. Jetzt aber standen sie mit einem Esel und einem Karren da. Und vor einer Brücke, deren Ende zur anderen Uferseite hin morsch und faulig ins Wasser hing. Lio strich sich mit einer Hand durch sein schlammverkrustetes Haar und zog die Brauen zusammen. Er erinnerte sich wieder an den Händler, der Raphaels Pferd Luster mit sich geführt und der ihnen erzählt hatte, dass er über die Hellwege reisen würde. Dies sei schneller und sicherer. Als Lio zu der kaputten Brücken herüberschaute, verstand er, wovon der Mann gesprochen hatte.
Kurz überlegte er, die Mädchen in Sels Sattel nacheinander durch den Fluss zu führen, der Esel hingegen würde ein Problem darstellen, von dem Karren ganz zu schweigen. Und er argwöhnte, dass die Blondine Esel und Karren auf dieser Uferseite zurücklassen würde. Sein Blick streifte wieder den Himmel. Der Wind hatte die Wolken nicht wie erhofft weiter in den Süden abgetrieben. Sie reisten vielmehr geradewegs auf das Unwetter zu, und als seine Augen das Ufer absuchten konnte er nicht sagen, in welche Richtung sie reiten sollten, um zur nächsten Brücke zu gelangen. Sofern es überhaupt eine gab. Und sofern diese nicht ebenfalls in Trümmern lag.
Er schaute zu den beiden Mädchen, die mit missmutigen Gesichtern ebenfalls die Brücke beäugten und nachzudenken schienen. Offenbar war keine von ihnen ortskundig genug, um mit den beruhigenden Worten „Ach, kein Problem, eine halbe Meile weiter ist die nächste Brücke!“ in irgendeine Richtung zu deuten und die Gruppe aus ihrer Erstarrung zu lösen.
Lio seufzte resigniert. „Wenn ich die Damen kurz in ihren geschäftigen Aktivitäten unterbrechen und ihnen etwas vorstellen dürfte: Vor uns erstreckt sich ein Meisterwerk architektonischer Kühnheit und solidester Handwerkskunst – eine kaputte Brücke. Entweder wir lassen den Karren hier zurück und überqueren den Fluss nacheinander im Sattel des Pferdes, oder…“, er fing den Blick der Blondine auf, der mehr als eindeutig signalisierte, was sie von diesem Vorschlag hielt. Er verstand nicht, wie jemand an einem leeren und klapprigen Wagen so hängen konnte. „Oder“, setzte er mit knappen Worten fort, „wir zerren ihn in den Fluss und lassen ihn dort huldvoll absaufen.“


http://upload.worldofplayers.de/files9/avasaoirse.pngSaoirse ging zwar voraus, hatte allerdings nicht wirklich eine Ahnung, wo genau sie lang musste, aber die Tatsache, dass ihr neuer Begleiter - Lio - sich nicht zu ihrem Weg äußerte bedeutet wohl, dass sie richtig war. Oder aber er ließ sie wohlweißlich in die falsche Richtung laufen.

Hatte sie überhaupt gesagt, wo sie hinwollte? Hatte er überhaupt gesagt, woher er kam? War das Gespräch wirklich schon so lange her, dass sie sich an nichts mehr erinnerte? Wütend auf sich selbst presste sie beide Handflächen gegen ihre Schläfen und rieb diese, als würde das ihr eingeschlafenes Gehirn wieder auf Vordermann bringen. In Wirklichkeit war dies aber nur vergebene Lebensmühe. Saoirse war froh, dass sie überhaupt die Hälfte ihrer Gespräche mitbekommen hatte, war sie schließlich bereits mehrfach im Gehen dem Dämmerschlaf verfallen gewesen und somit eigentlich nur noch halb anwesend gewesen. Zumindest bis sie auf den anderen getroffen waren.

Mittlerweile war sie jedoch so wach wie nie zuvor, konnte sie schließlich den Mann keine Moment aus den Augen lassen. Mit diesem Gedanken musterte sie den Dunkelhaarigen aus dem Augenwinkel, dann Elaine, die schweigsam hinter ihnen her stolzierte.

Saoirse wusste, dass sie den anderen beiden gesagt hatte, dass diese nicht mit ihr reden sollten, aber sie konnten wenigstens untereinander reden. Fünf Personen und alle schwiegen. Selbst Saoirse fühlte sich unwohl. Es wäre vermutlich noch schlimmer, wenn sie nicht Nonno und Nonna ab und zu miteinander flüstern hörte. Was irgendwie immer lauter wurde. Und hörte sie da ihren Namen?

"Saoirse, halt!"

Das Mädchen blieb abrupt mit Nonnos Ausruf stehen; und mit ihr der Karren und die beiden Reittiere. Überrascht sah sie auf, bemerkte erst in diesem Moment wie sehr sie in ihren Gedanken versunken gewesen war. Vor ihr erstreckte sich ein breiter Fluss und es hätte nur noch wenige Schritte gebraucht und sie wäre samt Karren hineingeschritten und hätte es erst bemerkt, nachdem ihre Stiefel das Wasser durchgelassen hätten.

Wie dämlich konnte man eigentlich sein, rügte das Mädchen sich selbst, schlug sich einmal mit dem Handballen gegen die Schläfe.

Zu doll. Viel zu doll.

"Autsch," entließ die Blondine in einem leisen Flüstern, sah sich um, ob die anderen es bemerkt hatten. Scheinbar nicht. Weshalb sie sich wieder dem Fluss zuwandte. Und der verschimmelten, hängenden Brücke.

Dreck.

„Wenn ich die Damen kurz in ihren geschäftigen Aktivitäten unterbrechen und ihnen etwas vorstellen dürfte," begann der Möchtegerngeistliche und Saoirse verdrehte die Augen, ob der geschwollenen Sprache. Und Moment mal, was sagte er da? Den Karren zurücklassen?

Ihr Blick verfinsterte sich augenblicklich, was dem anderen scheinbar auch nicht entging.

Ignoranter Bastard!

"Oder," begann die Blondine verärgert, "wir folgen dem Flusslauf bis zur nächsten Brücke. Denn dies wird sicherlich nicht die einzige sein. Schließlich müssen auch Händler diesen Fluss überqueren." Sie verschränkte die Arme vor der Brust, trat den Hacken ihres Stiefels widerspenstig in die Erde. „Aber wir lassen weder den Karren, noch Sir Albrecht den Grôz zurück. Sonst trennen sich unsere Wege hier.“

Es war nicht wirklich eine Drohung und es war auch nicht als solche gedacht. Saoirse wollte nur ihren Standpunkt deutlich machen.



http://upload.worldofplayers.de/files9/Elaine_ava.jpg
Die Brücke

„Wenn ich die Damen kurz in ihren geschäftigen Aktivitäten unterbrechen und ihnen etwas vorstellen dürfte: Vor uns erstreckt sich ein Meisterwerk architektonischer Kühnheit und solidester Handwerkskunst – eine kaputte Brücke. Entweder wir lassen den Karren hier zurück und überqueren den Fluss nacheinander im Sattel des Pferdes, oder…Oder wir zerren ihn in den Fluss und lassen ihn dort huldvoll absaufen.“ Elaine zog missmutig die Augenbrauen zusammen, blieb aber still. Diese selbstgefällige Arroganz... Sie glaubte nicht einen Augenblick daran, dass Saoirse sich auf diesen ,Vorschlag' einlassen würde. Ihr ganzes Sein schien an diesem Wagen zu hängen und Elaine war sich sicher, dass sie wie eine Wolfsmutter darum kämpfen würde, die ihre Jungen verteidigte. Aber Elaine genoss es für einen Augenblick auch mal, dass sie nicht die Einzige war, die zuweilen eine gewisse Hochnäsigkeit an den Tag legt. Sie lächelte. Wer hätte denken können, dass es zwischen ihr und Lio jetzt schon die erste Gemeinsamkeit gab.

Elaines Lächeln vertiefte sich weiter, als sie aus dem Augenwinkel beobachtet, wie Saoirse ins kühle Nass stolzierte und sich danach selbst an den Kopf schlug und dabei schmerzhaft das Gesicht verzog. Drollig. Aber im weiteren Verlauf reagierte die Blondine genau so, wie es Elaine vorher erwartet hatte. "Oder, wir folgen dem Flusslauf bis zur nächsten Brücke. Denn dies wird sicherlich nicht die einzige sein. Schließlich müssen auch Händler diesen Fluss überqueren. Aber wir lassen weder den Karren, noch Sir Albrecht den Grôz zurück. Sonst trennen sich unsere Wege hier.“ Sowohl die Bestimmheit, mit der die Worte ausgesprochen, als auch die Haltung, die Saoirse angenommen hatte, ließen keinen Zweifel zu, dass sie es ernst meinte. Elaine befürchtete, dass zwischen ihren beiden Begleitern nun eine nervige Diskussion entstehen könnte, denn Lio schien nicht nur darauf besessen, sie beiden zu begleiten, nein, er würde auch drauf bestehen, dass er Recht hatte. Elaine verzog die Augenbrauen. In ihren Gedanken äffte sie ihn nach. Für einen Moment überlegte sie, ob sie nicht einfach still sein sollte. Sie hatte schon mehr als genug gesagt. Aber die Worte kamen mal wieder eher sprunghaft über ihre Lippen. "Als ob es so leicht wäre, das letzte Bisschen, was man hat, , huldvoll' absaufen zu lassen." Das Meiste in ihrem Beutel war hauptsächlich Müll im Vergleich zu den Dingen, die sie vorher besessen hatte, aber sie würde nichts davon hergeben, denn auf diesen Haufen Müll war ihr Leben nunmal mittlerweile zusammengeschrumpft. Und allein schon der Gedanke an ihre Familie, die sie verloren hatte, ließ sie wahnsinnig werden. Sie wusste zwar nicht, was Saoirse mit dem Karren verband, aber sie konnte dennoch verstehen, dass sie an ihm hing.

" Es kann Ewigkeiten dauern, bis wir eine Brücke finden. Wir sollten einen Stelle finden, an der der Fluss seichter ist, dass wir, der liebe Albrecht, das Schlachtross und Karren sicher überqueren können. Aber wir sollten uns beeilen. Das wird ungemütlich." Sie deutete mit dem Kopf auf die dicken Gewitterwolken. Ohne auf die anderen zu warten, zog sie ihre Schuhe aus und verpackte sie gut in ihrem Beutel, den sie zusammen mit dem Bogen um die Schultern schling und gut befestigte. In diesem Augenblick war sie dafür dankbar, dass ihr Vater sie immer auf diese Ausflüge mitgenommen hatte. Sie selbst hatte das alles zwar noch nicht gemacht, aber sie hatte ihrem Vater und ihren Brüdern dabei zugesehen. So schwer konnte es nicht sein, auszukundschaften.

Moku
20.10.2013, 23:57
http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren war überrascht. Die Elfe kannte sich sogar mit Lebensmitteln aus? Das war nicht nur praktisch für ihn während der Reise, sondern ließ ihn den Preis sogar noch hochdrücken! In einem Anfall temporärer Überschwänglichkeit griff er nach den beiden Händen der Elfe, drückte sie zusammen zwischen seine. „Du bist ein Geschenk des Erbauers,“ bewunderter er die Blondine. „Oder die Ahnen haben dich geschickt, es ist mir egal.“

Es war ihm sogar egal wie dumm und einfältig und naiv und traumatisiert die junge Frau war. Sie konnte ihn versorgen, ohne dass er sich die Hälfte seines Mageninhaltes wieder rauswürgen musste, weil scheinbar irgendetwas von dem, was er gesammelt hatte, nicht ganz in seinen Bauch gehörte. Faren kannte sich insoweit mit Beeren aus, als dass er unterscheiden konnte, was wirklich giftig war. Auch wenn er immer erst einmal alles sammelt, was er fand, sortierte er später aus.

Hauptsache erst mal haben, bevor es sich jemand anderes schnappen konnte!

„Die Insekten dagegen sind sehr nahrhaft,“ versuchte er sie zu belehren. „Von denen bekommt man schöne Fingernägel und Haare!“ – waren Argumente, die der Zwerg hervorbrachte, weil er dachte, dass Frauen nur auf solche Begründungen reagierten, zeigte dann seine abgeknabberten und dreckigen Finger, um seine Argumentation zu unterstützen, deutete dann stolz auf sein Barthaar. Ja, so musste es aussehen, glatt, geflochten und matt.

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Vitus | Noch immer emo

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngDie Situation war so absurd, dachte er, während er noch immer mit dem deutlich jüngeren Mann auf dem Boden lag, seine Arme um ihn geschlungen hatte, die heißen Tränen an seinem Nacken spürte und das Zittern über jeden Punkt, über den sie sich berührten. Ungerührt starte er in den blauen Himmel. Strahlend. Als würde der Erbauer sie verhöhnen. Ihn und den jungen Templer, der scheinbar viel zu viel Leid mit sich herumtrug.

Nur knapp verstand er über das Schluchzen, Nuscheln, Dämpfen und dem ausländischen Akzent die Worte des anderen, ließ sie sich durch den Kopf gehen.

Sterben für etwas, das sich lohnte?

War der Kampf gegen die dunkle Brut nicht etwas, was sich lohnte? Zumindest hatten es die Grauen Wächter im Lager von Ostagar so gesehen. Hätte man ihnen sagen sollen, dass der Kampf gegen die Brut sinnlos war? Dass es immer welche geben würde? Dass egal wie viele sie töteten, ob in den Tiefen Wegen oder auf Land, doppelt so viele wieder auftauchen würden?

Vitus wusste nicht, wo die Brut herkam, wie sie entstanden. Er hatte sie in Ostagar zum ersten Mal gesehen. Und es hatte ihn zerschmettert. Die grinsenden Grimassen, die ihn noch in seinen Träume verfolgten, das Lachen und Grollen, die Schreie seiner Männer, als sie bei lebendigem Leibe gefressen und unter die Erde gezogen wurden, die sadistische Manier mit der die Brut getötet hatte. Nicht einfach nur abgeschlachtet wie Tiere, sondern wie um ein Wahrzeichen zu setzen aufgespießt, als Schild genutzt oder abgerissene Körperteile als Waffe. Er schloss gequält die Augen, musste dieses grelle Licht von sich abwenden. Doch vor seinem inneren Auge spielten sich in der Dunkelheit seiner geschlossenen Lider Szenen der Schlacht ab. Ein Mann, der mit den Eingeweiden seines Gefährten erdrosselt wurde.

Er realisierte kaum, dass sich sein Griff um den schmalen Körper verstärkte, wie die Rüstung sein Fleisch quetschte, bis er die Augen wieder aufriss, als er das Gesicht einer jungen Magierin vor sich sah, wie sie am Fluss kniete und ihr Lyrium auffüllte und im nächsten Moment brutal abgeschlachtet wurde, ohne dass er etwas hätte tun können. Zu sehr war er fixiert darauf gewesen die Brut zu vernichten.

Genauso wie jetzt.

„Mir bleibt nichmal das,“ antwortete er leise, holte einen tiefen Atemzug.

BlackShial
21.10.2013, 19:48
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.png“Ich weiß.“
Starr blickte die Elfe auf die Hände des kleinen Mannes, mit denen er die ihren umgriff.
Sie alle waren Geschenke des Erbauers an diese Welt, ebenso wie diese Welt ein Geschenk an sie war, die Kinder des Erbauers. Dies war etwas, was ihr sehr früh beigebracht wurde und ebenso etwas, an dass auch sie glaubte. Nicht zuletzt, weil die Person, die sonst immer an ihrer Seite gewesen war, immer davon gesprochen hatte.
Ahnen kannte sie keine. Ebenso wenig hatte sie welche, von denen sie wusste.
Da es dem Zwerg aber ohnehin egal war, sprach sie es gar nicht erst an.
Warum der Bärtige sie aber schon wieder anfasste, war eine Frage die sich Tiaden tatsächlich in Gedanken stellte und gewillt war diese auszusprechen. Doch die Möglichkeit dazu verflog mit der erneut erhobenen Stimme ihres Gefährten.
„Ich habe bereits schöne Fingernägel und Haare.“
Zumindest ging die Besänftige davon aus, wurde es ihr doch immer wieder gesagt.
Sie selbst empfand gewiss nicht so, doch den Worten von anderen wollte sie gern Glauben schenken.
Forschend folgten ihre emotionslosen Augen den Fingern des Zwerges, musterte als vergleich die Ihren und blieben letztendlich an dem verfilzt wirkenden Bart hängen.
„Ihr könnt diese Insekten haben. Immerhin habt ihr diese wohl nötiger als ich.“
Tiaden entschied, dass ihre Fingernägel, so mitgenommen sie in diesem Augenblick auch ausgesehen haben mochten, bei weitem nicht zu vergleichen waren mit denen des Halbmannes.
Über ihr Haar dachte sie gar nicht erst nach, war es doch mehr als offensichtlich.


http://upload.worldofplayers.de/files9/TrennlinieRPG.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngAlles wirkte so unglaublich vertraut, so sehr, dass Jo nicht einen Augenblick lang die Augen öffnen wollte, um sich von der Realität wieder einfangen zu lassen.
Doch tief im Inneren wusste sie, wie falsch es war. Nichts davon waren Gefühle, die ihr weiterhalfen. Ihr, ebenso wenig wie dem Mann, auf dem sie noch immer hockte. An den sie sich noch immer zitternd klammerte.
Merek. Gavin.
Wie viele Jahre mochten es wohl schon gewesen sein, als sie ihre Brüder das letzte Mal in den Armen hielt?
Doch das Bild ihrer Familie verblasste und wich einer anderen Person. Einer Person, die bereits so lange den Platz in dem Herzen der Templerin füllte, dass sie sich sicher war, sie hätte nie wieder jemand anderes um sich herum gebracht.
Die schmalen Lippen der jungen Frau formten lautlos und bebend den Namen ihrer Geliebten.
Jenes Gefühl der Geborgenheit verschwand, vermochte sie nicht mehr zu halten und zu besänftigen. Die Worte des in die Jahre gekommenen Mannes taten den Rest, schafften es aber dennoch sie für einen Augenblick ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen zu zaubern.
Er hatte aufgehört sie mit dem Gesang des Lichts zu verspotten, etwas das sie dazu brauchte zu hoffen.
Vielleicht, ja wirklich nur vielleicht war dieser lästerliche Rüpel mehr als das, was sie in ihm sah.
Trotz des Drucks, oder auch gerade deswegen, den er auf sie ausübte, als er sie so fest umklammerte, setzte die Templerin dazu an sich aufzurichten.
Sie sah furchtbar aus.
Die Augen waren blutunterlaufen, das Gesicht feuerrot, dass Haar zerzauster als zuvor, der Blick leer.
Sachte ließ sie ihre Hand nach oben wandern, hatte sie ihren festen Griff doch schon längst gelöst und fuhr mit der Fingerspitze den gepflegten Bart des Mannes entlang.
Seufzend biss sie sich kurz auf die Unterlippe, verzog das Gesicht dann zu ihrer üblichen, trotzigen Mine und fixierte die braunen Augen des Mannes.
Anstalten aufzustehen machte sie keine.
Sie wollte in andere Augen sehen. Ein anderes Gesicht erblicken, ein Gesicht mit viel weiblicheren Zügen, umgeben von welligen, blonden Haaren.
Ohne darüber nachzudenken, einzig und allein ihrem Verlangen folgend, bedeckte sie die stoische Mine - jene, welche sie nicht sehen wollte, in ihrer emotionslosen Form doch ähnlich war - mit ihrer Hand.
Nur einen Augenblick lang.
Einen Augenblick, in dem sie den Mann mit verständnislosen, aber noch immer traurigen Augen musterte.
Schnell hob sie die Hand leicht an, griff mit dem Daumen und dem Zeigefinger nach der Nase des Mannes und zog sie leicht zu sich.
„Dann-“
Der Atem stockte ihr. Vollkommene Kraftlosigkeit in der Stimme bekämpfend, die Tränen herunterschluckend, setzte sie erneut an.
„Dann kämpft um diesen Grund zu finden. Kämpft mit dem Wissen, dass irgendwo dieser Grund darauf wartet, von euch beschützt zu werden. Und wenn ihr ihn gefunden habt, kämpft mit aller Macht um ihn zu beschützen.“
Dabei meinte sie nicht einmal zwingend eine Person.
Vielleicht hatte er ja bereits Frau und Kinder. Irgendwo, weit weg. Oder er hatte sie verloren?
Sie wusste es nicht.
Doch nichts war Grund genug das ihm vom Erbauer geschenkte Leben einfach so wegzuwerfen.
„Erst dann habt ihr das Recht euer Leben zu geben. Euer Leben im Austausch.“

Moku
21.10.2013, 22:38
http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus wurde jäh aus seinen Erinnerungen geweckt, als der Mann sich nach langer, unendlich langer Zeit, aufrichtete. Er lockerte seinen überraschend festen Griff um den Körper, spürte wie sich die Haut nur schwer von dem Metall löste.

Wie lange hatten sie in dieser Position verharrt?

Wie lange hatte er in seinen persönlichen Alpträumen geschwelgt?

Seine Augen wanderten zum Gesicht des Templers, jedoch konnte er keine Mimik ausmachen, keine Scham, keine Wut, viel zu dunkel fiel der Schatten. Ihr einverständlicher Moment der Zweisamkeit war vorbei. Dachte Vitus zumindest und wollte sich mit den Ellenbogen abstützen, als der junge Mann plötzlich begann seinen Kiefer nachzufahren.

Vitus verengte die Augenbrauen, sah erneut auf und dieses Mal trafen sich ihre Blicke. Bis seine Augen zugehalten wurden.

Tatsächlich wusste er nicht, wie er darauf reagieren sollte. Sein erster Instinkt wäre es gewesen, die Hand wegzuschlagen. Dunkelheit. Er brauchte nicht noch mehr. Doch durch die leicht gespreizten Finger drangen die Sonnenstrahlen wie Schemen. Die Hand entfernte sich, griff nun nach seiner Nase.

Er wusste nicht was im Kopf des anderen vorging, doch er fing erneut das störrische Blau mit seinen Augen ein, musterte dann die Lippen, als diese begannen sich zu bewegen.

Und er verstand kein einziges Wort.

"Ich soll Leben," begann er langsam, "um einen Grund zum Sterben zu finden?"

Was... für ein Blödsinn.

Er sollte etwas in seinem Leben finden, das er beschützen möchte? Das er so sehr liebte, dass er es nicht verlieren möchte? Sich durch eine Ansammlung von schmerzvollen Gefühlen wühlen, um am Ende als Verlierer dar zustehen - und sein Leben zu lassen?

Schwachsinn.

Weshalb sollte er das alles noch einmal durchmachen? Weshalb sollte er etwas finden, das ihm wichtig wäre, nur um es auf die eine oder andere Weise zu verlieren?

Er hatte genug davon.

Er konnte das nicht mehr gebrauchen.

Er war zu alt für solche hoffnungsvollen Gefühle.

Vitus wandte seinen Blick ab, legte dann eine Hand auf die Schulter des anderen, um ihn sachte von sich zu drücken, sich unter seinem Körper zu befreien und aufzustehen. Er sah auf den Templer herab, der noch immer im Rasen kniete, sah sich dann nach dessen Schild und der Karte um. Beides hob er auf, als er es entdeckte, drückte es dem anderen gegen den Körper.

"Westen, die Forstgipfelgebirge," meinte er lediglich, zeigte mit dem Finger direkt an den Wald vorbei, dann direkt entgegengesetzt. "Osten. Gwaren." Seine Hand wanderte weiter. "Nordenwest, Redcliff", fuhr er fort, deutete Richtung Wald, hinter dem das Dorf lag aus dem sie gekommen waren. "Süden." Seine Augen richteten sich auf den dunkelhaarigen Mann. "Ostagar. Wo meine Männer gefallen sind. Wo ich mit ihnen hätte sterben sollen.“

Wäre er nicht wie ein Feigling geflohen.

Geflohen, nachdem er aufgewacht war, zu dem Gestank von Blut und Innereien, von zerstörten Träumen und hinterbliebenen Tränen. Als seine Augen nur Dunkelheit erfassten. Seine Ohren nur Schmatzen hörten. Grollen von Dunkler Brut. Nachdem er sich wankend durch Schemen gekämpft hatte, bis seine Beine unter seinem Gewicht nachgegeben hatten und er zu Boden fiel.

Vitus stand auf einer Wiese, unter azurblauen Himmel, doch alles was er spürte war der kalte Griff um seine Knöchel den er gnadenlos weggetreten hatte ohne zu schauen, was es war. Ob es ein Verbündeter gewesen war, der gerettet werden wollte – den er hätte retten können. Oder Brut, die ihn an der Flucht hindern wollte.

Er hatte nur sein eigenes minderwertiges Leben im Kopf gehabt.

„Wo ich sterben werde.“

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Faren | Baut ihr Liebeshäuschen

http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.png"Wenn du meinst", meinte der Zwerg, zuckte mit den Schultern. Er musste seine Insekten nicht teilen. Seine Augen wanderten zu den gesammelten Kleintieren, die sich zum Teil noch regten, aber nicht flüchten konnten.

"Kannst du das Feuer machen? Alles was du brauchst liegt da. Irgendwo." Faren deutete vage mit dem Finger auf den Stapel Rohmaterialen, die er angeschleppt hatte, ging dann selbst darauf zu. "Ich mach solange das Lager?"

Er wartete nicht einmal auf eine Antwort, als er begann die langen Stäbe aus dem Haufen zu ziehen. Vielleicht hätte er vorher sortieren sollen, aber dafür war es jetzt zu spät. Während er die langen Äste in der Hand hielt, warf er einen kurzen Blick auf die Blondine, wieder auf das Holz und zurück zur Elfe.

Sie war größer.

Deutlich Größer als er.

Was er beim Sammeln nicht bedacht hatte.

"Hey, du," meinte er an die Elfe gewandt, näherte sich ihr und stellte den längsten Ast, den er hatte zum Vergleich neben ihr. Wie erwartet viel zu kurz. Er zuckte mit den Schultern. Dann musste sie sich eben kleiner machen. Er würde jetzt nicht noch einmal in den Wald laufen und neues Holz anschleppen. Ohne eine Erklärung wandte er sich ab, begann dann die Stöcke nebeneinander zu legen und mit Hilfe von Bodenranken zusammenzubinden.

Zum Glück hatte er Erfahrung darin.

Es sah zwar nicht hübsch aus, aber Hauptsache es hielt, was es versprach. Als er das Gerüste fertig hatte, lehnte er es gegen einen Stein, warf erneut einen Blick auf die Elfe, um ungefähr einschätzen zu können, wie viel Platz sie brauchten. Dann begann er das Gerüst mit Moos und Laub zu bestücken.

Für ein paar Tage sollte das durchaus reichen. Länger würden sie auch nicht bleiben wollen.

Emerahl
24.10.2013, 12:05
http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg Und das Weibe fiel nicht weit vom Stamm

Das hatte ihm gefehlt. Sein treuer Begleiter, sein einziger Freund ... ausgerechnet er fiel ihm in den Rücken. Dallaen hatte mit seinem Geschnüffel, Gewinsel und Gekratze das, was auf dem Baum war, aufgewacht. Und prompt kam sie hinunter geplumpst. Nicht gerade elfenhaft. Eher wie ein Sack Steine. „Gehört das Ungeheuer Euch? Nehmt es weg von mir!“ Er verdreht die Augen und sagte zunächst nichts, musterte sie nur. Sie war klein und zierlich für einen Menschen. Manche würden sie wohl als hübsch bezeichnen, aber das interessierte Pa'ol nicht weiter. Er würde nicht weiter seine Zeit mit ihr verplempern, er würde nichts mit ihr zu tun haben und vor allem hatte er auch gar kein Bedürfnis nach Gesellschaft in jeglicher Form. Vielleicht hätte er sie unter anderen Umständen mal für eine Nacht ... zu sich genommen, aber nach der letzten Erfahrung hatte er beschlossen, dass es der Ärger einfach nicht Wert war. Auch wenn seine Blicke etwas länger auf ihren weiblichen Rundungen verweilten.

Dallaen schaute sie aufmerksam an und fing an, an ihr zu schnüffeln. Für einen kurzen Moment überlegte Pa'ol, ob er seinen Freund gewähren lassen sollte. Es wäre bestimmt lustig zu beobachten, wie sie reagieren würde. Aber wo ein Mensch war, kamen meistens mehrere daher, was nicht gut war. Obwohl er sich schon fragte, was sie in den Baum verschlagen hatte. Ein wenig ungewöhnlich war es ja schon, dass eine Frau plötzlich aus dem Wipfel krachte.
"Dallaen, lass die Dame in Ruhe." Er hatte seine tiefe, samtige Stimme schon länger nicht mehr laut benutzt, weswegen er etwas heiser war. Der Wolf kam daraufhin zu ihm und setzte sich neben seine Beine. "Er ist kein Ungeheuer. Im Gegensatz zu mir konnte er euch nicht einfach links liegen lassen." Er schnappte sich seine Sachen und machte Anstalten zu gehen. Aber etwas - wahrscheinlich grenzenlose Dummheit - trieb ihn an noch zu fragen: "Hat es einen bestimmten Grund, dass ihr dort auf dem Baum ward oder seid ihr dort gewachsen?"

http://upload.worldofplayers.de/files9/MngIz1IuU3Y548Naevia.png

Zuerst schien der Elf nicht zu reagieren. Konnte er eigentlich ihre Sprache? Denn die spitzen Ohren hatten ihr ja schon gezeigt, dass er ein Elf war. Aber kein Stadtelf, denn die hatten flachere Ohren. So wie Mira. Naevia schluckte bei dem Gedanken den Kloß in ihrem Hals hinunter. Er musste ein Dalish sein. Aber was machte ein Dalish alleine hier und auch noch so nah an der Hauptstadt? Und dann auch noch mit einem Wolf in Begleitung. Zwar hatte Naevia noch nie einen gesehen, doch hatte sie schon davon gehört. Die Unterschiede zu den Stadtelfen aus Denerim, mit denen sie gelebt hatte, waren gewaltig.

Als der Elf seinen Wolf zu sich rief, schrak sie aus ihren Überlegungen. Seine Stimme war tief und samtig. Sie klang ein wenig rauh. Ein wohliger Schauer lief ihr über den Rücken. Er schnappte sich seine Sachen, nicht ohne ihr klar zu machen, dass er sie eigentlich ignorieren wollte. Doch seine nächste Frage überraschte sie.
"Hat es einen bestimmten Grund, dass ihr dort auf dem Baum ward oder seid ihr dort gewachsen?"

Naevia musterte ihn, ob er wohl nicht ganz klar im Kopf wäre. Er machte aber nicht den Eindruck, als wäre dem so, weswegen sie antwortete:

"Du bist schon merkwürdig. Gerade als Dalish, der du scheinst zu sein, solltest du doch wissen, dass Menschen nicht auf Bäumen wachsen. Schließlich bin ich keine Baumfee."

Sie war zum zum Du übergegangen, denn sie hatte beschlossen, dass er wohl kaum von adligem Blut sein konnte. Er war ja schließlich nur ein Elf und damit auch nicht höher angesehen, als sie selbst.

Naevia beeilte sich nun, auf die Beine zu kommen, schnappte sich ebenfalls ihr Bündel, fasste ihren ganzen Mut zusammen und fragte: Darf ich ein Stück mit dir reisen? Ich kenne mich außerhalb Denerims nicht gut aus und so alleine würde ich mich wohl verlaufen oder gar verhungern" Hoffnungsvoll blickte sie ihn aus ihren grünen Augen an.

Leeyara
25.10.2013, 19:48
http://upload.worldofplayers.de/files9/MngIz1IuU3Y548Naevia.png

Zuerst schien der Elf nicht zu reagieren. Konnte er eigentlich ihre Sprache? Denn die spitzen Ohren hatten ihr ja schon gezeigt, dass er ein Elf war. Aber kein Stadtelf, denn die hatten flachere Ohren. So wie Mira. Naevia schluckte bei dem Gedanken den Kloß in ihrem Hals hinunter. Er musste ein Dalish sein. Aber was machte ein Dalish alleine hier und auch noch so nah an der Hauptstadt? Und dann auch noch mit einem Wolf in Begleitung. Zwar hatte Naevia noch nie einen gesehen, doch hatte sie schon davon gehört. Die Unterschiede zu den Stadtelfen aus Denerim, mit denen sie gelebt hatte, waren gewaltig.

Als der Elf seinen Wolf zu sich rief, schrak sie aus ihren Überlegungen. Seine Stimme war tief und samtig. Sie klang ein wenig rauh. Ein wohliger Schauer lief ihr über den Rücken. Er schnappte sich seine Sachen, nicht ohne ihr klar zu machen, dass er sie eigentlich ignorieren wollte. Doch seine nächste Frage überraschte sie.
"Hat es einen bestimmten Grund, dass ihr dort auf dem Baum ward oder seid ihr dort gewachsen?"

Naevia musterte ihn, ob er wohl nicht ganz klar im Kopf wäre. Er machte aber nicht den Eindruck, als wäre dem so, weswegen sie antwortete:

"Du bist schon merkwürdig. Gerade als Dalish, der du scheinst zu sein, solltest du doch wissen, dass Menschen nicht auf Bäumen wachsen. Schließlich bin ich keine Baumfee."

Sie war zum zum Du übergegangen, denn sie hatte beschlossen, dass er wohl kaum von adligem Blut sein konnte. Er war ja schließlich nur ein Elf und damit auch nicht höher angesehen, als sie selbst.

Naevia beeilte sich nun, auf die Beine zu kommen, schnappte sich ebenfalls ihr Bündel, fasste ihren ganzen Mut zusammen und fragte: Hoffnungsvoll blickte sie ihn aus ihren grünen Augen an.



http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg Genau das, was nicht sein soll...

"Du bist schon merkwürdig. Gerade als Dalish, der du scheinst zu sein, solltest du doch wissen, dass Menschen nicht auf Bäumen wachsen. Schließlich bin ich keine Baumfee." Pa'ol runzelte etwas genervt die Stirn. Von Ironie schien sie nicht viel zu verstehen. Sie was hübsch anzuschauen, aber er fragte sich wirklich, wie sie seine etwas spöttische, aber durchaus rhetorische Bemerkung, dermaßen ernstnehmen konnte. Sie musste ihn nur aufgrund seiner Spitzohren für einen Trottel halten. Darf ich ein Stück mit dir reisen? Ich kenne mich außerhalb Denerims nicht gut aus und so alleine würde ich mich wohl verlaufen oder gar verhungern" Und genau DAS hatte er befürchtet. Natürlich ... warum sollte sie ihr Leben nicht einem Kerl anvertrauen, den sie noch nie zuvor gesehen hatte, der wirklich nicht vertrauensvoll aussah und überhaupt gar nichts für Gesellschaft übrig hatte. Er seufzte schwer. Der Fall war hoffnungslos. Sollte sie allein klarkommen. Sie bedeutete Ärger. Sie fiel nicht nur von Bäumen, sie schien auch denkbar naiv zu sein. Und im übrigen würde sie in der Wildnis keine Stunde überdauern.

"Nichts für ungut, Schätzchen, aber ich denke, es ist besser, wenn du wieder zurück in deine Stadt, Dorf, was auch immer gehst. Du bist wirklich nicht für die Welt da draußen geboren und solltest es auch nicht versuchen. Mädchen wie du, werden dann gerne mal von wilden Bestien zum Frühstück verspeist." Er bemerkte, wie sein Magen merklich knurrte. Er bekam Hunger, wo er gerade so übers Verspeisen sprach. Und während noch mal an ihrem Körper auf und ab glitten, dachte er daran, dass es da draußen noch ganz andere Typen gab, die sie gerne vernaschen würden. Nun denn ... er zählte jedenfalls nicht dazu. Und es war sicherlich nicht an ihm, die Maid in Not zu bemuttern. Nun denn, gehab dich wohl und so..."

Er schnappte sich seine Sachen und machte sich auf, sie einfach so stehen zu lassen. Nur Dallean schien das alles ganz anders zu sehen. Anstatt seinem Freund zu folgen, setzte er sich neben das Mädchen und schaute Pa'ol an, als wolle er ihm sagen, dass er damit gar nicht übereinstimmte. Pa'ol seufzte wieder. "Dann pass du doch auf die Kleine auf." Er ging ein paar Schritte, als er hinter sich diesen Ton vernahm. Das Einzige, was ihn auf dieser Welt erweichen konnte. Das Winseln seines treuen Freundes. Er ließ die Schultern hängen und rieb sich genervt die Stirn. "Gut, dann komm mit. Und bedank dich bei Dallaen und seinem viel zu guten Herz. Und tu mir einen Gefallen ... sprech mich unter keinen Umständen an."

BlackShial
26.10.2013, 12:53
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngDer kleine Mann hatte ihr erneut eine Frage gestellt, besaß aber abermals nicht en Anstand auf ihre Antwort zu warten, noch überhaupt auch irgendeine Reaktion.
Viel blieb Tiaden also nicht übrig, als sich zu fügen und wenigstens einen Versuch zu starten.
Niemals hatte sie etwas versucht, von dem sie nicht genau wusste wie es funktionierte, oder man es ihr zumindest erklärt hatte. Doch war sie keine ungebildete Elfe, was dem Zwerg gewiss nicht entgangen war, woraufhin er ihr solch eine Aufgabe anvertraute.
Feuer machen.
Mit starren Augen das Material musternd, versuchte sich die Besänftigte an den Vorgang des Feuermachens zu erinnern.
Steine und Zunder. Mehr als dies würde sie nicht brauchen.
Dennoch wanderten die rotbraunen Augen für einen Moment auf ihre leicht erhobene Hand, musterten die kleinen Schmarren und die langen Fingerglieder.
Mit Magie hätte man dieses Feuer schnell entfachen können, doch dieser war sie seit langem schon nicht mehr mächtig. Wieso aber hatte der Zwerg nicht einfach einen seiner Zauber eingesetzt?
„Ja?“
Tiaden sah auf, hatte sie doch die Stimme ihres kleinen Gefährten vernommen, der sich ihr näherte. Während sie sich erhob, sah sie zu dem Zwerg herab, behielt jegliche Frage, die sie ihm stellen wollte, jedoch für sich.
Er schien ohnehin kein guter Zuhörer gewesen zu sein, vergaß er ja bereits nach kurzen Augenblicken schon seine eigenen Fragen. Es war also absolut unsinnig, ihn zu fragen weshalb er das tat, was er eben tat.
Nachdem er sich wieder seiner Arbeit widmete, kniete sich auch Tiaden abermals zu der Feuerstelle herunter.
Feuer machen.
Wie bereits zuvor verharrte der emotionslose Blick der Elfe auf dem Material.


http://upload.worldofplayers.de/files9/TrennlinieRPG.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngAbsolute Verwirrung und Überforderung machte sich auf dem noch immer roten Gesicht der Templerin erkenntlich.
Fragend folgten ihre Augen dem Fingerzeig des Mannes, ihre Gedanken jedoch nicht. Nicht auch nur ein Stück.
Osten Redcliff? Oder war es im Westen? Nein. Aber vielleicht doch. Gwaren war? Was war Gwaren eigentlich? Sie verstand nicht ein einziges Wort, arbeite ihr Kopf zwar ununterbrochen, doch warf er die Informationen so schnell durcheinander, dass sie keinen Sinn ergaben.
Oder es lag an dem Mann, der einfach viel zu schnell sprach, als das Jo es in ihrer Verwirrung hätte verstehen können.
Sie war verloren.
Doch in genau diesem Moment kümmerte es sie nicht, dass sie seiner Erklärung nicht hatte folgen können.
Die letzten Worte waren es, die ihre Gedanken vereinnahmten und jegliche Aufmerksamkeit forderten.
Seine Männer? Was war er, ein Heerführer? Niemals. Nicht dieser alte Kerl, der bereits 20 Meter gegen den Wind an seiner Fahne zu erkennen war. Wenn auch nicht in diesem Moment.
Sie verstand nicht.
Wieso hätte man mit einem Männern sterben sollen, wenn man vom Erbauer doch noch eine Chance bekommen hatte?
Knurrend richtete sich Jo auf, umgriff ihr Schild dabei fester mit der Linken, um es nicht wieder zu verlieren.
Dieser schmutzige, uneinsichtige Bastard eines Hornochsen!
Nichts weiter als ein stures Kind war er, im Körper eines erwachsenen Mannes, welches einen größeren Dickkopf hatte als sie. Ehrlos und dumm!
„Hört zu, alter Mann!“
Ungeniert griff sie nach einem Ohrläppchen und zog kräftig daran, ihn zu sich herunter und schrie ihn abermals aufgebracht an. Dies war die beste Lösung um mit einem kleinen Kind umzugehen.
„Ihr sollt für diesen Grund kämpfen! So lange, bis euer Leben erfüllt genug war um es bereitwillig und ohne zu zögern für diesen Grund zu geben!“
Er hörte vielleicht ihre Worte, doch war sein sturer Schädel anscheinend zu vollgestopft mit unsinnigen Todeswünschen, dass er nichts mehr wahrnehmen konnte.
„Ich weiß nicht wer ihr seid, es interessiert mich auch nicht. Eure Männer mögen gefallen sein, doch es gab einen Grund, weshalb ihr es nicht seid!“
Er war kein grauer Wächter, so viel war klar. Die grauen Wächter sind alle in Ostagar gestorben, so erzählte es das Volk. Zumal Wächter wenigstens den Willen besaßen für einen Sieg zu kämpfen, nicht aber für den sicheren Tod.
„Keinem ist geholfen wenn ihr euer Leben wegwerft wie ein altes Stück Stoff, an dem ihr euren haarigen Hintern abgewischt habt!“
Nun, sie wusste nicht ob sein Hintern wirklich haarig war. Nachschauen wollte sie nicht. Aber er war ein Mann. Alle Männer waren behaart wie Bären.
„Weder euren gefallenen Männern, noch den Menschen denen ihr angeblich helfen wolltet! Eure Schwäche ist keine Entschuldigung dafür verdammt!“

Emerahl
28.10.2013, 09:48
http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg Genau das, was nicht sein soll...

"Du bist schon merkwürdig. Gerade als Dalish, der du scheinst zu sein, solltest du doch wissen, dass Menschen nicht auf Bäumen wachsen. Schließlich bin ich keine Baumfee." Pa'ol runzelte etwas genervt die Stirn. Von Ironie schien sie nicht viel zu verstehen. Sie was hübsch anzuschauen, aber er fragte sich wirklich, wie sie seine etwas spöttische, aber durchaus rhetorische Bemerkung, dermaßen ernstnehmen konnte. Sie musste ihn nur aufgrund seiner Spitzohren für einen Trottel halten. Darf ich ein Stück mit dir reisen? Ich kenne mich außerhalb Denerims nicht gut aus und so alleine würde ich mich wohl verlaufen oder gar verhungern" Und genau DAS hatte er befürchtet. Natürlich ... warum sollte sie ihr Leben nicht einem Kerl anvertrauen, den sie noch nie zuvor gesehen hatte, der wirklich nicht vertrauensvoll aussah und überhaupt gar nichts für Gesellschaft übrig hatte. Er seufzte schwer. Der Fall war hoffnungslos. Sollte sie allein klarkommen. Sie bedeutete Ärger. Sie fiel nicht nur von Bäumen, sie schien auch denkbar naiv zu sein. Und im übrigen würde sie in der Wildnis keine Stunde überdauern.

"Nichts für ungut, Schätzchen, aber ich denke, es ist besser, wenn du wieder zurück in deine Stadt, Dorf, was auch immer gehst. Du bist wirklich nicht für die Welt da draußen geboren und solltest es auch nicht versuchen. Mädchen wie du, werden dann gerne mal von wilden Bestien zum Frühstück verspeist." Er bemerkte, wie sein Magen merklich knurrte. Er bekam Hunger, wo er gerade so übers Verspeisen sprach. Und während noch mal an ihrem Körper auf und ab glitten, dachte er daran, dass es da draußen noch ganz andere Typen gab, die sie gerne vernaschen würden. Nun denn ... er zählte jedenfalls nicht dazu. Und es war sicherlich nicht an ihm, die Maid in Not zu bemuttern. Nun denn, gehab dich wohl und so..."

Er schnappte sich seine Sachen und machte sich auf, sie einfach so stehen zu lassen. Nur Dallean schien das alles ganz anders zu sehen. Anstatt seinem Freund zu folgen, setzte er sich neben das Mädchen und schaute Pa'ol an, als wolle er ihm sagen, dass er damit gar nicht übereinstimmte. Pa'ol seufzte wieder. "Dann pass du doch auf die Kleine auf." Er ging ein paar Schritte, als er hinter sich diesen Ton vernahm. Das Einzige, was ihn auf dieser Welt erweichen konnte. Das Winseln seines treuen Freundes. Er ließ die Schultern hängen und rieb sich genervt die Stirn. "Gut, dann komm mit. Und bedank dich bei Dallaen und seinem viel zu guten Herz. Und tu mir einen Gefallen ... sprech mich unter keinen Umständen an."



http://upload.worldofplayers.de/files9/uDhYyEUH6NE2bdIbsFNaevia.png

Naevia beeilte sich, dem Elf zu folgen und sie würde ihn auf keinen Fall ansprechen. Zum Glück war sie keine dieser Mädchen, die ständig plapperten. Solche hatte sie schon zur Genüge kennen gelernt. Eine Ausnahme machte sie jedoch noch: "Danke! Ich verspreche dir, dass ich dich nicht mehr ansprechen werde. Im nächsten Dorf werde ich dich auch wieder verlassen. Hauptsache, du bringst mich nicht nach Denerim."

Dallaen, der Wolf, wich nicht mehr von Naevias Seite, so als wolle er sie beschützen. Misstrauisch beäugte sie den Wolf, denn er war ihr immer noch unheimlich. Auch wenn er sie zu mögen schien. Im Gegensatz zu dem Elf, der ziemlich mürrisch auf Naevia wirkte. Was ihm wohl geschehen war, dass er so geworden war? Ob sie es jemals erfahren würde? Wohl kaum, wenn er es nicht freiwillig erzählen würde. Sie wusste auch nicht, wie sie ihn fragen sollte.

Ihren Gedanken nachhängend, lief das ungleiche Trio abseits der Strasse entlang. Naevia war es nur recht, hatte sie ja zu befürchten, dass ihr die Wache folgen würde. Oder ihr der Mistkerl folgte. Der Elf bewegte sich lautlos, was Naevia schwer beeindruckte. So leichtfüssig wie er würde sie sich wohl nie bewegen können. Als die Sonne den höchsten Punkt schon wieder verlassen hatte, begann Naevias Magen ziemlich laut zu knurren. Außerdem schmerzten ihr die Füße, war sie es doch nicht gewohnt, so viel zu laufen. Sie wurde immer langsamer, weigerte sich aber stur, zu Jammern. Diese Blöße würde sie sich nicht geben. Wenn der Elf noch Laufen konnte, sie würde es noch allemal tun. Auch wenn inzwischen jeder Schritt wie Feuer brannte und sie immer öfters stolperte. Sie biss die Zähne zusammen, damit das Stöhnen, das sie nun nicht mehr verhindern konnte, lauter wurde.

Moku
28.10.2013, 17:03
http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren betrachtete stolz die Unterkunft, die Arme in die Hüften gestemmt. Ein Meisterwerk, musste er sich selbst eingestehen. Zumindest für seine Verhältnisse. Moos und Laub war durch einige Äste gerutscht und hinterließen Löcher, doch das war in den Augen des Zwerges rudimentär. Sie waren in einem Wald, dessen Bäume hoffentlich vor Regen schützten und sollte etwas durch das dicke Geäst tropfen, so hätten sie noch das provisorische Lager. Wie groß war also die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich was abbekamen?

Gering.

Meinte zumindest der Zwerg. Die Hände abstaubend wandte er sich letztendlich der Elfin zu, die noch immer vor dem, was mal ein Lagerfeuer werden sollte, saß und das Holz anstarrte.

Für einen Moment wusste der Zwerg nicht, was genau das bedeuten sollte, bis es ihn traf wie ein Felssturz in den Tiefen Wegen.

Wusste... die Blondine etwa nicht, wie man ein Feuer entfachte?

Faren war davon ausgegangen, war sie schließlich eine Sklavin gewesen, die mutmaßlicherer Weise die Herde hatte entfachen müssen... oder die Kamine. Aber vielleicht hatte man ihr Feuer gar nicht erst anvertraut? Er konnte es zumindest nachvollziehen. Wer wusste schon, was sie damit alles anstellen konnte?

"Brauchst du Hilfe?" meinte er letztendlich, kam auf die Blondine zu und blieb hinter ihr stehen, musterte sie mit hochgezogener Augenbraue von oben herab.

Endlich war sie mal kleiner als der Zwerg.

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Vitus | Nachdenklich

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus beobachtete den Templer, der ihn am Ohrläppchen gepackt und zu sich gezogen hatte. Eine sehr vertraute Geste, hatten seine Mutter und seine Schwestern ihn genauso behandelt, wenn er mal was angestellt hatte - oder auch nicht. Vermutlich war für seine Mutter jemanden am Ohrläppchen durch die Gegend zu ziehen so etwas wie für andere Leute Hand in Hand zu gehen.

Zumindest war es gleich effizient.

Er konnte nicht weglaufen.

Für einen Moment stieg etwas wie Nostalgie in ihm auf und er fragte sich, wie es allen ging, ob er sie nicht noch ein letztes Mal besuchen sollte, um sich zu verabschieden. Bis er sich daran erinnerte was für Dämonen seine Schwestern waren. Er verzog angewidert das Gesicht. Wobei das vermutlich auch damit zu tun hatte, dass die Aussprache des Templers zum Ende hin nicht mehr ganz trocken war.

Was ihn wiederum an seinen alten Schwertmeister erinnerte, der ihm mehr als einmal ins Gesicht geschrieen hatte, nachdem er ihm mit dem Schwertknauf auf den Hinterkopf geschlagen hatte.

In diesem Moment musste sich der ehemalige Templerkommandant selbst fragen, ob er überhaupt gute Erinnerungen hatte. All das, was seine Familie mit Stolz erfüllte, was seine Rekruten an ihm bewundert und seine Männer respektiert hatten, hatte keinerlei Bedeutung für Vitus selbst. Er hatte keine Befriedung nach seiner ersten und erfolgreichen Magierjagd gespürt, hatte mit verkleideter Abneigung seine Beförderungen akzeptiert, hatte mit Indifferenz die Gefangenen in ihren Zellen beobachtet, den einen oder anderen eventuell auch um seine Leidenschaft bewundert.

Doch für wen genau hatte er dieses Leben gelebt? Er war lediglich immer mit dem Strom geschwommen, hatte sich einfach gefügt, als seine Schwester ihn zu den Templern geschickt hatte. Seine erbauerverfluchte Schwester. Das Wunderkind. Statt es zu versuchen und zu scheitern, hatte er gar nicht erst versucht aus ihrem Schatten zu treten, hatte sich bei den Ausbildern und Anwärtern mit Prügeleien, einer vorlauten Klappe und Ungehorsam unbeliebt gemacht.

Wäre sie nicht in Aeonar gestorben, er wäre vermutlich nie aufgestiegen.

Der Mann sah den anderen Templer an, musterte seinen wütenden Gesichtsausdruck, wurde der Hand an seinem Oberarm gewahr, die zu stark klammerte.

"Was ist dein Grund?" fragte er letztendlich, von sich selbst irritiert.

Wofür lohnte es sich schließlich zu leben?

Annalena
03.11.2013, 09:14
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Da der Chasind sich wohl am besten mit einer derartigen Situation auskannte, vermied es der Blutmagier daran zu zweifeln und stimmte dem Vorschlag des Hünen stillschweigend zu. Das Holz hatte er behutsam in die davor vorgesehene Grube gelegt. Der Lagerplatz wirkte wahrhaftig gut geschützt. Und für den Moment setzte eine sehr wohltuende Phase der Entspannung ein. Ohne den peitschenden Wind, der ihm ständig seine Frisur durcheinander brachte, konnte man endlich wieder klar denken.

Doch die Elfe holte mit den nächsten Worten den Blutmagier in die Realität zurück. Langsam mussten sie sich wirklich Gedanken darüber machen, an Nahrung zu kommen. Etwas Essbares im Wald jagen? So etwas kannte er gar nicht. Etwas verlegen blickte er dabei die Elfe an. "Ich kann ebenfalls weder jagen noch fischen, doch traurig bin ich trotzdem nicht." Grinsend blickte der junge Magier anschließend zum Chasind. "Er könnte sich doch darum kümmern, während ich... och keine Ahnung. Schlafe? Erst wollte er sich gemütlich zurücklehnen, doch dann kam ihm plötzlich noch ein Gedanke in den Sinn. Seine Augen waren erneut auf Anlya gerichtet. "Es ist meiner Aufmerksamkeit nicht ganz entgangen, dass einen Moment zuvor etwas in euren Händen lag. War das ein Brief? Soll ich euch helfen ihn zu lesen?"

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Anlya blickte Valgarius amüsiert an. Er hatte es gerade geschafft auf Blutmähnes gute Seite zu kommen und nun versuchte er es wieder zu ruinieren. Obwohl sich die Elfe nicht sicher war, dass der Magier es ernst meinte und sich wirklich schlafen legen wollte. Vielleicht sollte sie anbieten zu kochen. Sie war zwar nicht besonders gut, aber ihr Essen war durchaus genießbar. Doch sofort bemerkte sie, dass sie keinerlei Utensilien zum Kochen besaß.

Sie erstarrte als Valgarius plötzlich nach dem Brief fragte, den sie an sich genommen hatte. Einerseits wollte sie wissen was darin stand, andererseits fürchtete sie sich vor dessen Inhalt. Nach kurzem Überlegen holte sie den Brief hervor und gab ihn dem Magier. „Ich wäre dankbar, wenn Ihr ihn vorlesen könntet.“

Valgarius nahm den Brief, öffnete ihn und las ihn laut vor.


Carlos

Vandis hat etwas an Euch verkauft, das meinem Meister gehört. Ihr werdet die Elfe Anlya umgehend an mich übergeben. Seid versichert, dass Ihr meinen Meister nicht verärgern wollt. Weigert Euch und Ihr erleidet das gleiche Schicksal wie Vandis.

Jonas


Der Brief war kurz, doch der Inhalt war beunruhigend. Anlya zitterte als sie sich die Worte noch einmal durch den Kopf gehen ließ. Sie schlang ihre Arme um sich und blickte Valgarius ängstlich an. „Carlos ist mein ehemaliger Besitzer, den wir getötet haben. Vandis… Vandis ist der Leiter des Waisenhauses in dem ich aufgewachsen bin.“ Ihre Stimme wurde leiser. „Er hat mich als Sklavin verkauft.“ Sie zitterte mehr und ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Ich… ich weiß nicht wer Jonas ist oder sein Meister.“

Anlya schniefte und konnte nicht verhindern, dass die Tränen nun über ihre Wangen liefen. Ihr Kopf sank auf ihre angezogenen Knie und sie schluchzte. Es sah so aus, dass noch mehr Leute sie suchten und sie war sich sicher, dass diese nichts Gutes im Sinn hatten.

Sie war nicht frei.

BlackShial
06.11.2013, 16:57
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngTiaden sah auf.
Anfangs noch an dem Zwerg vorbei, war sie es doch gewohnt so viel höher zu schauen, wenn sie auf dem Boden hockte.
Keine Gesichtsregung verriet ihre Gedanken oder ließ auch nur einen Hauch einer Antwort auf die Frage erahnen. Nicht, dass es nicht bereits offensichtlich war, hatte sie doch in der Zeit nicht mehr geschafft als sich gedanklich eine Anleitung bereit zu legen, der jedoch noch immer einige wichtige Abschnitte fehlten.
Feuer machen.
Für eine junge Elfe, die außerhalb des Zirkels war, wo es niemandem gab, der ihr dabei helfen konnte, war es tatsächlich fast schon eine Unmöglichkeit.
Immerhin hatte man es immer für sie gemacht. Wirklich immer.
Abermals sanken die rotbraunen Augen der Besänftigten auf deren Hände herab.
Sie hatte früher immer Angst gehabt, glaubte sie, wenn sie ihre Magie einsetzen sollte. Inzwischen war sie sich ihrer Nützlichkeit jedoch bewusst.
Bereuen tat sie ihre Entscheidung aber dennoch nicht.
Sie bereute nie etwas.
Denn genau dies konnte sie ebenso wenig, wie Magie anwenden.
„Es wäre sehr freundlich von euch.“
Letztendlich hatte sich Tiaden also doch dazu entschieden, die Hilfe des kleinen Mannes anzunehmen, war sie sich doch selbst nicht einmal sicher wie lange sie noch brauchte, um alle Abschnitte der Anleitung zu sammeln.
Sie hatte absolut keinen blassen Schimmer, ebenso wenig wie das Bedürfnis danach, es unbedingt können zu wollen.
Der Zwerg würde es schon richten.


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http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngJo stockte.
Sie hatte mit allerlei Verleumdungen gerechnet, abfälligen Worten über ihren Glauben und ihren Ansichten, weitere sinnlose Entschuldigungen, um den Tod zu suchen, doch was sie bekam … Ja was sie als Antwort auf all ihre aufgebrachten Sätze bekam, war die Frage aller Fragen.
Was war ihr Grund?
Weshalb kämpfte sie so sehr? Weshalb lebte sie?
Es wäre so einfach gewesen mit den Worten zu antworten, die jedem Templer eingetrichtert wurden, bis er sie im Schlaf sprach. Es wäre so einfach gewesen ihren Glauben vor alles Andere zu stellen, so viel einfacher.
Doch nur ein Wort formten ihre schmalen Lippen, in trauriger Melancholie und dem tiefen Verlangen danach ihren Grund endlich wieder berühren zu können.
„Tiaden …“
Resigniert starrte sie nach unten, wollte und konnte nicht in die Augen des Mannes sehen. Ihre Hand ließ locker und sank nach unten.
Die Templerin schluckte, wollte den Kloß in ihrem Hals dazu bringen zu verschwinden. Vergebens.
Nicht ihr Glaube war es, der ihr Leben bestimmte. Nicht ihr Schwur war es, weshalb sie noch kämpfte.
Alles hatte sie zurückgelassen, nur für eine einzige Person.
Sie hätte ihm nicht antworten brauchen, wollte es auch gar nicht. Doch ihr Körper reagierte ohne ihr Zutun, einzig und allein ihrer Liebe ergeben, nach der sie sich so sehr sehnte.
Die Augen geschlossen, hob sie leicht den Kopf. Ihre Wut mochte noch nicht verschwunden sein, doch hatten andere Gefühle sich in den Vordergrund gedrängt und sie dazu gebracht zu antworten.
Sie hätte es nicht tun sollen.
Er hätte nicht fragen sollen.

Moku
12.11.2013, 07:43
http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngDer Zwerg musterte die Elfin von oben herab, Fäuste in die Hüften gestemmt, während er sich fragte, weshalb die Blondine nicht einfach den Mund aufgemacht hatte, statt stumm und starr auf das Häufchen Äste zu starren. Vorallem, jetzt wo sich der Zwerg das Holz ansah, fiel ihm auf, dass es weder einen Schutzgraben noch sonst irgendetwas gab.

Gut, das hätte man darauf schieben können, dass die Elfe nur Herd- und Kaminfeuer gewöhnt war - als Sklavin und so - aber scheinbar war alles nur wild aufeinander geworfen.

Skeptisch hob er die Augenbraue.

"Hast du schon mal ein Feuer gemacht?" fragte er, während er in die Knie ging und sich vor das Geäst hockte, begann es dann umzustapeln, kleine dünne Zweige nach unten, einige Größere zum Stabilisieren des architektonischen Meisterwerkes und etwas trockenes Laub dazwischen. "Wenn du keine Ahnung hast, sag es und mach dich anderweitig nützlich." Ohne hinzusehen zeigte er auf die Fische. "Die da zum Beispiel zum Essen fertig machen." Er sah für einen kurzen Moment auf, deutete dann auf die Beeren und Wurzeln. "Oder die da nach giftig-nicht giftig ordnen und die Giftigen ums Lager verteilen. Oder Wasser holen."

Er wandte sich wieder der Feuerstelle zu, schnappte sich dann die Zündsteine.

Dinge, die jeder Reisende brauchte, dachte der Zwerg als er nahezu strahlend das orangerote Gestein betrachtete.

Er bemerkte wie sich die Blondine neben ihm aufrichtete, zeigte jedoch keine Reaktion darauf, ließ lediglich die Steine zusammenschlagen bis Funken sprühten, hielt es dann nahe an das trockene Laub, das er am Boden gelegt hatte und pustete leicht, als die erste Flamme schlug.

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Vitus | Skeptisch

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.png"Eine Frau," raunte Vitus, sah den Templer vor sich an. "Liebe?"

Wäre es nicht so unglaublich gegen jegliche Muskeln, die er im Gesicht besaß, gegangen, er hätte vermutlich abfällig gelacht. So jedoch beließ er es bei einem mehr oder weniger nichtssagenden Schnauben.

Jedem das Seine.

Außerdem passte es zu diesem naiven jungen Templer. Allerdings hoffte er, dass seine Auserwählte zumindest eine andere Templerin oder einfache Bürgerin war. Wie oft hatte er mit ansehen m�ssen wie ehrenhafte Templer Magiern verfallen waren, ihnen beim Ausbruch helfen wollten und gar für sie töteten.

Und wie oft war es vorgekommen, dass die Magier, sobald sie frei waren, ihren vermeindlichen Geliebten keinen letzten Blick zu geworfen hatten. Und wie oft war es vorgekommen, dass Magier missbraucht wurden, im Namen der Liebe.

Der Zirkel der Magi führte zuweilen mehr Intrigen als gesamt Orlais. Und Vitus war derjenige, der sich in Aeonor mit den Intriganten, Verlassenen, Betrogenen oder Verschmähten herumprügeln musste.

Alles im Namen der achso reinen Liebe.

Wenn es etwas gab, wofür sich das Kämpfen und Leben nicht lohnte, dann war es das.

Aber der junge Templer würde dies noch früh genug lernen.

"Wo ist 'Tiaden'?" fragte Vitus letztendlich. War der Templer in das kleine Kaff auf Durchreise gekommen, auf dem Weg seine Geliebte zu besuchen? Weshalb dann hatte er diesen gequälten Gesichtsausdruck, als er den Namen aussprach?

Verschmähte Liebe? Einseitig? Höherer Stand? Magierin?

War es eine dieser Tragödie, denen er im täglichen Leben begegnete?

Zumindest ging er davon aus.

BlackShial
12.11.2013, 21:46
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngOb sie schon einmal ein Feuer gemacht hatte?
Was für eine Frage war das denn, die man einer Besänftigten stellte? Sie war einst eine Magierin, zumindest war nicht davon auszugehen, dass sie ohne Gefühle und Verbindung zum Nichts geboren wurde. Nicht magisch begabte Lebewesen wurden dem Ritual der Besänftigung nicht unterzogen, weshalb dies ebenfalls keine Option in dem Gedankengang des Zwerges hätte sein können.
Tiaden verstand den Sinn dieser Frage nicht, doch entschied sie sich dennoch eine Antwort zu geben.
Abermals sah sie auf ihre Hände hinab, während sie sich aufrichtete.
„Das habe ich. Ja.“
Die Besänftigte und keine Ahnung?
Sie musste sich eingestehen, sie wusste nicht wie man ein Lagerfeuer machte. Doch hätte ihr der kleine Mann etwas mehre Zeit gelassen, so hätte sie gewiss irgendwann ein Feuer zustande bekommen.
Es lag einzig und allein an seiner Ungeduld.
„Das werde ich tun.“
Die Elfe wäre eingeschnappt gewesen, wenn sie es hätte sein können. Ganz bestimmt.
Doch da gab es eine Frage, die sich ihr in diesem Moment stellte: Mit was sollte sie nun anfangen? Die Fische vorbereiten, die gesammelten Nahrungsmittel des Zwerges sortieren, was er anscheinend nicht selbst hatte machen können, oder Wasser holen?
Womit sollte sie Wasser holen? Sie hatten keinen Behälter, womit sich die Aufgabe als unlösbar herausstellte. Außer der Kleinwüchsige hatte irgendwo etwas versteckt und wollte sie testen.
Ob er sie tatsächlich einfach nur testen wollte? Oder dachte er grundsätzlich nie über das nach, was er von sich gab, bis es vielleicht wirklich nötig war?
Tiaden wusste es nicht, wollte aber auch nicht nachfragen.
Schlussendlich entschied sie sich also auf die altmodische Art und Weise und machte das, was am schnellsten ging und am einfachsten war.
Außerdem auch das, was sauberer war.
Denn Ekel oder nicht, sie wollte keine Fische ausnehmen.

Venhedis
13.11.2013, 21:36
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"Als ob es so leicht wäre, das letzte Bisschen, was man hat, , huldvoll' absaufen zu lassen."
Lio verdrehte die Augen und schaute zum Himmel. Die eine hing an ihrem klapprigen Wagen, als wäre es ungewöhnlich im Leben Dinge zurückzulassen. Er war fast froh, dass er auf seinen Reisen nie etwas mit sich geführt hatte, an dem er so sehr hing, als dass er sich nicht innerhalb weniger Sekunden davon trennen konnte, wenn die Umstände es erforderten. Und was für Dinge galt, galt erst recht für Menschen.
Die andere ihrerseits bestärkte ihre Begleiterin auch noch in ihrer nutzlosen Sentimentalität und so sah er sich schon die nächsten Stunden das verdammte Ufer auf- und ablaufen, während die Gewitterwolken über ihren Köpfen schwebten wie hungrige Geier. Wollte er das wirklich? Oder war es nun doch an der Zeit auf seinen Verstand zu hören und die gemeinsame Reise an dieser Stelle zu beenden? Die beiden konnten gern noch eine Weile hier umherspazieren, aber er sollte jetzt besser Sel vom Karren spannen, sich in ihren Sattel schwingen und diesen Fluss durchqueren.
Gerade schon wollte er sich in Bewegung setzen und seinen Plan wahr werden lassen, als der Rotschopf ihn wieder innehalten ließ. Elaine hatte auf die Wolken über ihnen gedeutet und murmelte nun etwas von einer seichten Stelle im Fluss.
Aha. Lio war fast gewillt sich an den Kopf zu fassen. Die eine hüh, die andere hott. Mit einem leisen Seufzer und ohne ein Wort zu verlieren ließ er sich in das Gras am Rande der Uferböschung fallen und verkreuzte die Beine ineinander. Die Damen konnten nun gern noch eine Weile über das Für und Wider des einen und des anderen Vorschlags diskutieren, aber er würde sich garantiert nicht mehr einmischen. Und sollte die Debatte länger dauern, als das Wetter es zuließ und es seiner Laune gut tat, würde er einfach wieder aufstehen und sich alleine auf den weg nach Denerim machen.
Aber er hatte sich geirrt. Noch bevor die von ihm befürchtete Diskussion wie ein Geschnatter im Hühnerstall losgehen konnte, hatte Elaine sich ihre Schuhe ausgezogen und verpackte sie in ihrem Beutel. Dann schulterte sie diesen entschlossen und machte sich sogleich an den Abstieg die seichte Uferböschung abwärts. Lio lehnte sich zurück und stützte seine Ellenbogen in das feuchte Gras, dann schaute er zu ihr herüber, lächelte und sah sich das Spektakel amüsiert an. Sein Lächeln hielt keine drei Atemzüge lang, da war es auch schon aus seinem Gesicht verschwunden. Mit einem Satz war er aufgesprungen und eilte Elaine nach, die mit ihren Beinen bereits bis zu den Knien im eiskalten Wasser stand.
„Hast du den Verstand verloren?!“, rief er und näherte sich ihr mit großen Schritten. Ohne eine Antwort abzuwarten beugte er sich vor, griff um ihre Hüfte und hievte sie sich über die Schulter. Dann begann er mit ihr die Böschung wieder hinaufzuklettern. Wenn sie dabei schrie oder zappelte, dann merkte er das nicht, denn mehr als alles andere war er gerade wütend. Er ließ sie in der Nähe des Karrens wieder auf die Beine und sah in ihr gerötetes Gesicht, in das das Blut geschossen war, während sie mit dem Kopf abwärts über seinem Rücken gehangen hatte. Sie sah bezaubernd aus. So bezaubernd, dass er für einen Moment beinahe vergessen hatte wütend auf sie zu sein. Aber nur beinahe.
„Hast du jemals zuvor einen solchen Fluss ausgekundschaftet? Hast du eine Ahnung wie gefährlich die Strömungen darin sind? Und dann noch der ganze Krempel da auf deinem Rücken! Bist du verrückt geworden, Mädchen?!“ Er holte tief Luft, blickte kurz zu der Blondine, die noch immer neben dem Wagen stand, dann wieder zu Elaine. „Ich schlage euch vor auf dem Rücken eines Pferdes den Fluss zu überqueren, und ihr habt nichts anderes zutun als aus den Schuhen zu schlüpfen und zu Fuß aufs Geratewohl… ach…“ Mit einer wegwerfenden Handbewegung wandte er sich von den Mädchen ab und entfernte sich ein paar Schritte, während es in seinem Kopf rotierte. Elaine! Dieses dumme Huhn! Und dennoch konnte er nicht anders, als ihr auf eine gewisse Art Respekt zu zollen. Es war gerade zum Verrücktwerden! Kurz blieb er stehen, dann drehte er sich wieder um und ging zurück.
„Wir werden jetzt das Ufer nach Norden entlang ziehen und nach einer anderen Brücke Ausschau halten, und wenn wir Glück haben, schaffen wir es noch einen Unterschlupf zu finden, bevor uns der Himmel auf den Kopf fällt.“ Dann trat er noch einen Schritt vor und griff nach Sels Zügeln, die er anschließend Elaine entgegenhielt. „Wenn du aber schon unbedingt Heldentaten vollbringen und den Fluß überqueren willst, dann mach es zumindest von einem Sattel aus. Du sitzt vorne.“

BlackShial
15.11.2013, 20:42
http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngJo hob resignierend eine Augenbraue, sah den älteren Mann abschätzend an, als sie seine Worte vernahm, gepaart mit dem Schnaufen, dass sie jedoch nicht wirklich zuzuordnen vermochte.
Verhöhnte er sie nun auch noch, weil es eine Frau war, der ihr Herz gehörte?
War er also einer dieser Männer, die geringschätzig über diese Art von Liebe dachten?
Die Templerin knurrte leise, als sie ihn erneut musterte, um herauszufinden was wohl in ihm vorging. Doch Nichts konnte man erkennen, war es jedoch nicht verwunderlich bei diesem empfindungslosen Gesichtsausdruck, lebloser noch als der eines Besänftigen.
Tiaden war da anders. Zumindest bildete sich die junge Frau dies immer ein, wenn sie ihrer Liebe in die Augen sah. Irgendetwas vermochte sie darin zu erkennen, nur ihr vorbehalten, jedoch einzig und allein entstanden aus dem Wunsch wieder ihre Liebe zu erfahren.
Sie vermisste sie. Sie verzehrte sich nach ihr. Sie wollte nicht ohne sie existieren.
Doch so sehr es sie innerlich auch zerstörte, von der Elfe getrennt zu sein, so war sie nicht annähernd so dumm ihr Leben einfach wegzuwerfen, wie es denn dieser Hornochse vorhatte, mit dem sie sich noch immer abgab.
Etwas anderes war es jedoch, was ihre Gedanken vereinnahmte und es erschwerte, sich über diesen tauben Idioten aufzuregen.
Seine Frage.
Sie wollte ihm nicht antworten, hatte er doch nicht einmal annähernd das Recht dazu, etwas über sie und ihre Liebe zu erfahren.
Doch sie tat es, aus ihr vollkommen unerfindlichen Gründen.
„Ich ... Ich weiß es nicht.“
Langsam sank ihr Blick herab, eingefangen in Traurigkeit und Melancholie.
Jo wusste es tatsächlich nicht.
Es war aussichtslos. Wie sollte sie die Besänftigte denn in diesem Land finden?
Als sie getrennt wurden, hatte sie nicht damit gerechnet die Elfe noch einmal wieder zu sehen. Wissend, dass die Templer sie auf ewig wegsperren würden, einzig und allein für ihren Verrat.
Zu kurz waren die Worte, die sie bei dem Abschied hatte sagen können. Dabei wollte sie der Blonden doch noch so viel mehr sagen, so viel mehr zeigen, so viel mehr geben.
Sie mochte entkommen sein, doch der Preis dafür war einfach zu hoch gewesen.
Verdammt dazu, ewiglich umherzuwandern, hoffend das der Erbauer ihr vergeben würde und es ihr gestattete Tiaden noch ein letztes Mal zu sehen und in ihre Arme zu schließen.
Es würde ihr reichen. Mehr wollte sie gar nicht ...

Moku
19.11.2013, 21:28
Faren | Und die Fische

http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren grinste selbstzufrieden, als das Feuer begann in Flammen hochzuschlagen, hielt dann einmal kurz seine Hand entgegen als ob er sich wärmen wollen würde. Feuer. Die beste Erfindung der Welt.

Dann wandte er sich zu der Blondine um, die begonnen hatte die Beeren zu trennen. Scheinbar hatte sie keine Lust sich um die Fische zu kümmern.

Faren selbst hatte jetzt nicht allzu viel Ahnung mit dem Ausnehmen von Fischen. Sooft machte er es nicht, war er tendenziell eh ein Freund von Tieren, die nicht vorrangig im Wasser lebten. Er hätte sie lediglich auf Stöcken aufgepfählt und am Stock im Feuer räuchern lassen. Allerdings stieß ihn der Gedanke von Eingeweiden, die am Stock klebten doch etwas ab. Letztendlich nahm er sich einige Fische und ging mit ihnen zurück zum Wasser. Mit einem schnell Ruck zog er den Dolch unter den Kiemen entlang, bevor er anfing sie im Wasser aufzuschneiden.

Der Fluss trieb das Blut und die Eingeweide mit sich.

Nach dem Stress der letzten Tag waren diese Momente seltsam harmonisch. Und so sehr er auch innerlich über die Elfe schimpfte, es war recht angenehm hin und wieder jemanden dabei zu haben, mit dem man mehr oder weniger tiefgreifende Gespräche führen konnte – oder überhaupt jemanden, mit dem man reden konnte - und der einem bei der Arbeit half.

Der Zwerg war es gewohnt alles allein zu machen, meistens dabei Hungern zu müssen den so effizient wie die Elfe im Fischfang war er noch lange nicht. Und irgendwann hingen auch ihm Insekten sprichwörtlich zum Hals heraus.

Nachdem er die Fische ausgenommen hatte, suchte er sich Stöcke zum Aufpfählen, steckte sie dann im Kreis um das Feuer herum. Die Elfe war mittlerweile fertig geworden mit dem Aussortieren. Er fragte sich, ob sie irgendetwas leckeres daraus machen konnte. So als Sklavin musste man schließlich auch Kochen können. Dachte er.

"Hey, weißt du daraus was Leckeres zu machen?" fragte er, wohlweißlich dass die Elfin von allein sicherlich nichts gemacht hätte.

Sie war scheinbar nur dran gewöhnt Befehle zu folgen.

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Vitus | Ein bittersüßes Angebot

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus runzelte die Stirn. So vage Worte. So ein verzweifelter Gesichtsausdruck. "Also suchst du sie?" fragte er lediglich. "Und das ist dein Grund zu kämpfen?"

Vitus war sich nicht sicher, ob er den jungen Templer für seine Willenskraft bewundern sollte, oder verachten, weil er für so einen Grund scheinbar seinen Posten und Orden verlassen hatte. Dann wiederum konnte der Ex-Kommandant schlecht mit Kritik um sich werfen, hatte er schließlich ohne ein Wort seine Aufgaben hinter sich gelassen, um sich irgendwo begraben zu lassen - oder eher, um irgendwo von Brut zerfleischt zu werden.

Beides keine wirklich greifbaren und rationalen Gründe.

"Brauchst du Hilfe?" fragte er, noch bevor er selbst wirklich wusste, was genau er damit erzielen wollte. "Bei der Suche, meine ich," fügte er hinzu, als der Templer ihn überrascht ansah.

Ob er nun jetzt nach Ostagar ging, oder erst noch diese eine Sache erledigte, im Grunde war es egal. Entweder der Jüngling lehnte ab und ihre Wege trennten sich oder er nahm an und Vitus würde ihn für einige Tage begleiten.

Zumindest das konnte er tun, um für sein plötzliches aus Egoismus angetriebene Verschwinden zu sühnen.

Neclord
20.11.2013, 19:36
http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya blickte Valgarius amüsiert an. Er hatte es gerade geschafft auf Blutmähnes gute Seite zu kommen und nun versuchte er es wieder zu ruinieren. Obwohl sich die Elfe nicht sicher war, dass der Magier es ernst meinte und sich wirklich schlafen legen wollte. Vielleicht sollte sie anbieten zu kochen. Sie war zwar nicht besonders gut, aber ihr Essen war durchaus genießbar. Doch sofort bemerkte sie, dass sie keinerlei Utensilien zum Kochen besaß.

Sie erstarrte als Valgarius plötzlich nach dem Brief fragte, den sie an sich genommen hatte. Einerseits wollte sie wissen was darin stand, andererseits fürchtete sie sich vor dessen Inhalt. Nach kurzem Überlegen holte sie den Brief hervor und gab ihn dem Magier. „Ich wäre dankbar, wenn Ihr ihn vorlesen könntet.“

Valgarius nahm den Brief, öffnete ihn und las ihn laut vor.


Carlos

Vandis hat etwas an Euch verkauft, das meinem Meister gehört. Ihr werdet die Elfe Anlya umgehend an mich übergeben. Seid versichert, dass Ihr meinen Meister nicht verärgern wollt. Weigert Euch und Ihr erleidet das gleiche Schicksal wie Vandis.

Jonas


Der Brief war kurz, doch der Inhalt war beunruhigend. Anlya zitterte als sie sich die Worte noch einmal durch den Kopf gehen ließ. Sie schlang ihre Arme um sich und blickte Valgarius ängstlich an. „Carlos ist mein ehemaliger Besitzer, den wir getötet haben. Vandis… Vandis ist der Leiter des Waisenhauses in dem ich aufgewachsen bin.“ Ihre Stimme wurde leiser. „Er hat mich als Sklavin verkauft.“ Sie zitterte mehr und ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Ich… ich weiß nicht wer Jonas ist oder sein Meister.“

Anlya schniefte und konnte nicht verhindern, dass die Tränen nun über ihre Wangen liefen. Ihr Kopf sank auf ihre angezogenen Knie und sie schluchzte. Es sah so aus, dass noch mehr Leute sie suchten und sie war sich sicher, dass diese nichts Gutes im Sinn hatten.

Sie war nicht frei.


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Mit jedem ausgesprochenem Wort des Briefes bemerkte er die zunehmende Anspannung der Elfe. Sie konnte ihre Tränen nicht zurückhalten angesichts dieser neuen Informationen. Scheinbar suchte nicht nur eine Person nach ihr. In Situationen wie diesen keimte öfter ein kleiner Funken Zweifel in seinem irrsinnigen Verstand auf. Warum gab es all diese Leute, die sie verfolgten? Hatte sie wohlmöglich etwas zu verbergen und hielt gegenüber dem Hünen und dem Blutmagier ihre wahre Identität geheim? Vielleicht war es ein wenig taktlos, solche Gedanken überhaupt zu hegen. Doch er konnte nichts dagegen tun, der taktische Geist seiner Persönlichkeit sitzt stets auf seiner Schulter und flüstert ihm mögliche Strategien der umliegenden Gestalten ins Ohr.

Doch genug davon, dachte er sich. Wie auch immer die Wahrheit über Anlya aussehen möge, der Großteil seines Wesens glaubte ihr. Darüber hinaus konnte der Blutmagier es nicht ertragen, eine Dame leiden zu sehen. Vorsichtig platzierte er seine Hand auf ihrer Schulter und flüsterte ihr zu. "Fürchte dich nicht. Solange wir zusammen reisen, passen wir aufeinander auf." Ein warmherziges Lächeln kam dabei über seine Lippen. "Wohlmöglich... reicht es eh schon wenn sie den Hünen sehen hihi."

Der knurrende Magen des Blutmagiers unterbrach seine kurzweilige Freude wieder. Blutmähne war inzwischen aufgebrochen, höchstwahrscheinlich würde er etwas essbares besorgen. Zumindest hoffte Valgarius, dass dies der Grund seiner Abwesenheit war. Immerhin war der weißhaarige Schönling mit seinem mangelnden Wissen über die einfachen Dinge des Lebens komplett verloren in der Natur. Er blickte mit fragendem Blick zu Anlya, in der Hoffnung sie würde wissen wie man Beute aufspürt und erlegt.

Neclord
22.11.2013, 17:56
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"Nehmt doch diesen Trank, er beruhigt die Nerven." Merkte sie mit ruhiger Stimme an während ihr zierlicher Zeigefinger auf ein Fläschchen auf dem Karren vor ihr deutete. Der stämmige kurze Kerl, wohl ein ehemaliger Bewohner Orzammars, ließ seine Blicke immer wieder skeptisch zwischen ihr und der präsentierten Ware hin und her wandern. Sie bevorzugte stets etwas Distanz. Der Hut saß tief und verdeckte die Hälfte des anmutigen Gesichtes. Dabei ruhte sie oft mit zurückgelehnter Haltung und gekreuzten Beinen auf einem Hocker. Ihre rote, imposante Haarpracht ließ sie meist willkürlich an ihren nackten Schultern runterhängen während die kastanienbraunen Augen unter dem großen, hexenartigen Hut gelegentlich aufblitzen und dabei ein sinnliches und verführerisches Gesamtbild einer selbstbewussten Dame erzeugten.
Normalerweise waren Frauen mit ihrer Statur in einem anderen Gewerbe tätig, doch der Handel mit Waren, die ihrem Interessenbereich entsprachen, war ein bewährtes Standbein für Isabella. Zumal der Bedarf an den unterschiedlichsten Gütern gerade in diesen Zeiten ununterbrochen anstieg, konnte man sich mit dieser Tätigkeit sehr gut über Wasser halten.

Doch noch immer hatte der Zwerg keine Entscheidung fällen können und langsam machte sie sich Gedanken darüber, ob er überhaupt etwas erwerben wollte. Eine ganze Weile lang beäugte er die Waren ohne ein Wort zu verlieren. Dieses äußerst sonderbare Verhalten machte die Magierin zunehmend nervös. Denn ihre Erfahrungen mit Geschäften außerhalb des Sichtbereiches der Stadtwachen war kein ungefährliches Unterfangen. Finstere Gestalten aus allen Ecken Fereldens waren ständig auf der Suche nach leichter Beute.

Vorsichtig bewegte sie ihre Hand zum gekrümmten Holzstab, der neben ihr auf einer Holzkiste lag. Doch es war bereits zu spät. Du bist einfach eine Närrin, dachte sie noch voller Verägerung, als sich zwei weitere Gestalten an ihren Flanken näherten. Noch bevor sie reagieren konnte, spürte die Magierin einen braunen Stoff der sie komplett umhüllte. Mindestens zwei Personen rissen die Dame zu Boden und sorgten mithilfe einiger Seile dafür, dass sie kampfunfähig gemacht wurde. Gefesselt und geknebelt, aber mit einem Luftloch zum Atmen wurde Isabella auf einen Pferderücken gepackt. "Bastarde!" Verzweifelt versuchte sie sich zu befreien, doch die Männer antworteten auf ihren vergeblichen Widerstand nur mit schallendem Gelächter.

Nach einiger Zeit hatten die drei Gestalten alle Wertgegenstände auf den Karren geladen und bereiteten sich auf den Weg Richtung Norden vor. "Wa-was machen wir mit ihr, Boss?!" Fragte einer der Helfer mit desinteressierter Tonlage. "Das werden wir noch sehen. Nachdem wir die Waren verkauft haben könnten wir die Puppe als Hure für uns arbeiten lassen, hehe."

Deeman
26.11.2013, 16:16
http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya blickte Valgarius amüsiert an. Er hatte es gerade geschafft auf Blutmähnes gute Seite zu kommen und nun versuchte er es wieder zu ruinieren. Obwohl sich die Elfe nicht sicher war, dass der Magier es ernst meinte und sich wirklich schlafen legen wollte. Vielleicht sollte sie anbieten zu kochen. Sie war zwar nicht besonders gut, aber ihr Essen war durchaus genießbar. Doch sofort bemerkte sie, dass sie keinerlei Utensilien zum Kochen besaß.

Sie erstarrte als Valgarius plötzlich nach dem Brief fragte, den sie an sich genommen hatte. Einerseits wollte sie wissen was darin stand, andererseits fürchtete sie sich vor dessen Inhalt. Nach kurzem Überlegen holte sie den Brief hervor und gab ihn dem Magier. „Ich wäre dankbar, wenn Ihr ihn vorlesen könntet.“

Valgarius nahm den Brief, öffnete ihn und las ihn laut vor.


Carlos

Vandis hat etwas an Euch verkauft, das meinem Meister gehört. Ihr werdet die Elfe Anlya umgehend an mich übergeben. Seid versichert, dass Ihr meinen Meister nicht verärgern wollt. Weigert Euch und Ihr erleidet das gleiche Schicksal wie Vandis.

Jonas


Der Brief war kurz, doch der Inhalt war beunruhigend. Anlya zitterte als sie sich die Worte noch einmal durch den Kopf gehen ließ. Sie schlang ihre Arme um sich und blickte Valgarius ängstlich an. „Carlos ist mein ehemaliger Besitzer, den wir getötet haben. Vandis… Vandis ist der Leiter des Waisenhauses in dem ich aufgewachsen bin.“ Ihre Stimme wurde leiser. „Er hat mich als Sklavin verkauft.“ Sie zitterte mehr und ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Ich… ich weiß nicht wer Jonas ist oder sein Meister.“

Anlya schniefte und konnte nicht verhindern, dass die Tränen nun über ihre Wangen liefen. Ihr Kopf sank auf ihre angezogenen Knie und sie schluchzte. Es sah so aus, dass noch mehr Leute sie suchten und sie war sich sicher, dass diese nichts Gutes im Sinn hatten.

Sie war nicht frei.





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Mit jedem ausgesprochenem Wort des Briefes bemerkte er die zunehmende Anspannung der Elfe. Sie konnte ihre Tränen nicht zurückhalten angesichts dieser neuen Informationen. Scheinbar suchte nicht nur eine Person nach ihr. In Situationen wie diesen keimte öfter ein kleiner Funken Zweifel in seinem irrsinnigen Verstand auf. Warum gab es all diese Leute, die sie verfolgten? Hatte sie wohlmöglich etwas zu verbergen und hielt gegenüber dem Hünen und dem Blutmagier ihre wahre Identität geheim? Vielleicht war es ein wenig taktlos, solche Gedanken überhaupt zu hegen. Doch er konnte nichts dagegen tun, der taktische Geist seiner Persönlichkeit sitzt stets auf seiner Schulter und flüstert ihm mögliche Strategien der umliegenden Gestalten ins Ohr.

Doch genug davon, dachte er sich. Wie auch immer die Wahrheit über Anlya aussehen möge, der Großteil seines Wesens glaubte ihr. Darüber hinaus konnte der Blutmagier es nicht ertragen, eine Dame leiden zu sehen. Vorsichtig platzierte er seine Hand auf ihrer Schulter und flüsterte ihr zu. "Fürchte dich nicht. Solange wir zusammen reisen, passen wir aufeinander auf." Ein warmherziges Lächeln kam dabei über seine Lippen. "Wohlmöglich... reicht es eh schon wenn sie den Hünen sehen hihi."

Der knurrende Magen des Blutmagiers unterbrach seine kurzweilige Freude wieder. Blutmähne war inzwischen aufgebrochen, höchstwahrscheinlich würde er etwas essbares besorgen. Zumindest hoffte Valgarius, dass dies der Grund seiner Abwesenheit war. Immerhin war der weißhaarige Schönling mit seinem mangelnden Wissen über die einfachen Dinge des Lebens komplett verloren in der Natur. Er blickte mit fragendem Blick zu Anlya, in der Hoffnung sie würde wissen wie man Beute aufspürt und erlegt.


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Stillschweigend erhob sich der Chasind als seine beiden Begleiter anfingen zu jammern. Keinen einzigen Tag hielten sie ohne Nahrung aus. Verweichlichtes Stadtvolk, wie wollen sie in der Natur überleben?
Blutmähne ging am Strand entlang, vielleicht wollte er einfach einen Moment Ruhe haben oder er suchte tatsächlich etwas Essbares. Das wusste er selbst nicht so genau. Seine Gedanken kreisten eher darum was als nächstes passieren soll. Ein großmäuliger Magier der keine Ahnung hat wie man in der Wildnis überlebt und ein Spitzohr dass bei jeder kleinsten Gelegenheit anfängt zu heulen wie ein Schlosshund.
Halbherzig suchend ging er am Strand entlang...bis ihn ein stechender Schmerz durch den linken Arm fuhr. Ein Schmerz den er noch nie zuvor spürte, unerträgliches Brennen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht ging er in die Knie und zog sich die Armschiene runter.
Es offenbarte sich ein Anblick den er noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Dennoch hatte er schon davon gehört...

Leeyara
26.11.2013, 19:44
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Naevia beeilte sich, dem Elf zu folgen und sie würde ihn auf keinen Fall ansprechen. Zum Glück war sie keine dieser Mädchen, die ständig plapperten. Solche hatte sie schon zur Genüge kennen gelernt. Eine Ausnahme machte sie jedoch noch: "Danke! Ich verspreche dir, dass ich dich nicht mehr ansprechen werde. Im nächsten Dorf werde ich dich auch wieder verlassen. Hauptsache, du bringst mich nicht nach Denerim."

Dallaen, der Wolf, wich nicht mehr von Naevias Seite, so als wolle er sie beschützen. Misstrauisch beäugte sie den Wolf, denn er war ihr immer noch unheimlich. Auch wenn er sie zu mögen schien. Im Gegensatz zu dem Elf, der ziemlich mürrisch auf Naevia wirkte. Was ihm wohl geschehen war, dass er so geworden war? Ob sie es jemals erfahren würde? Wohl kaum, wenn er es nicht freiwillig erzählen würde. Sie wusste auch nicht, wie sie ihn fragen sollte.

Ihren Gedanken nachhängend, lief das ungleiche Trio abseits der Strasse entlang. Naevia war es nur recht, hatte sie ja zu befürchten, dass ihr die Wache folgen würde. Oder ihr der Mistkerl folgte. Der Elf bewegte sich lautlos, was Naevia schwer beeindruckte. So leichtfüssig wie er würde sie sich wohl nie bewegen können. Als die Sonne den höchsten Punkt schon wieder verlassen hatte, begann Naevias Magen ziemlich laut zu knurren. Außerdem schmerzten ihr die Füße, war sie es doch nicht gewohnt, so viel zu laufen. Sie wurde immer langsamer, weigerte sich aber stur, zu Jammern. Diese Blöße würde sie sich nicht geben. Wenn der Elf noch Laufen konnte, sie würde es noch allemal tun. Auch wenn inzwischen jeder Schritt wie Feuer brannte und sie immer öfters stolperte. Sie biss die Zähne zusammen, damit das Stöhnen, das sie nun nicht mehr verhindern konnte, lauter wurde.


http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg Wie ein Klotz am Bein

Eins musste er ihr lassen, sie sprach wirklich kein Wort. Außer das Danke, welches sie noch loswerden musste. Er rümpfte verächtlich die Nase. Sie hätte lieber dem Verräter Dallean danken sollen. Hätte der Vierbeiner nicht darauf bestanden, sie mitzunehmen, hätte Pa'ol sie ohne Weiteres zurück gelassen. Ohne Probleme. Jeder stand sich selbst am nächsten. Und sie war ihm besonders fern. Zugebenermaßen war sie hübsch anzusehen, aber von so etwas ließ er sich schon lange nicht mehr beeinflussen. Diese Zeiten waren vorbei und er hatte seine Lektion gelernt.
Die Sonne brannte heute erbarmungslos vom Himmel. Es war nicht wirklich heiß, aber etwas schien anders als sonst zu sein. Seine Sinne waren angespannt. Etwas Unnatürliches lag in der Luft, als ob sich irgendwo weit weg ein Sturm zusammen braute. Er entschied sich wahllos in die Richtung zu wandern, die ihn von diesem unguten Gefühl weg führten. Er vertraute da allein auf seinen Instinkt, der überaus geschult war. Da seine Begleitung nicht sprach, hatte er nach einer gewissen Zeit fast schon wieder vergessen, dass er sie überhaupt mitgenommen hatte. Dallean hingegen schien ihr nicht mehr von der Seite zu weichen. So seltsam hatte er sich noch nie verhalten. Aber auch das hatte Pa'ol schnell vergessen.

Sie wanderten so über Stunden. Für den Elfen war das gar kein Problem. Er war lange Märsche gewöhnt, das Leben in der Wildnis hatte ihn abgehärtet und im Übrigen kannte er auch nichts anderes. Erst war er zusammen mit seinem Clan gewandert, später dann alleine, was ihm lieber war. Wenn er es recht besah, war Dallaen die einzige Konstante in seinem Leben. Ihm sollte es recht sein. Ein schweigsamer Begleiter war ein guter Begleiter.
Pa'ol machte sich auch gar keine Gedanken über eine Rast. Warum auch? Er selbst war ja auch noch nicht müde und die Gegend war zu kahl und bot ihm zu wenig Schutz. Er würde einfach weiter laufen, bis er irgendwann einen sicheren Rastplatz gefunden hatte. Am besten einen besseren wie letztes Mal, wo er das Mädel aufgegabelt hatte ... Gerade als er wieder an sie denken musste, hörte er diese leisen Seufzer hinter sich. Es wirkte so, als ob sie Probleme hatte. Er blieb stehen und drehte sich um. Sie sah ziemlich mitgenommen aus. Ganz schön rot im Gesicht. "Ist irgendwas?" Nicht, dass es ihn interessierte ... aber ihre Geräusche nervten ihn und wenn er sie irgendwie abstellen könnte, würde er sich wieder seinen Gedanken widmen können.


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"Als ob es so leicht wäre, das letzte Bisschen, was man hat, , huldvoll' absaufen zu lassen."
Lio verdrehte die Augen und schaute zum Himmel. Die eine hing an ihrem klapprigen Wagen, als wäre es ungewöhnlich im Leben Dinge zurückzulassen. Er war fast froh, dass er auf seinen Reisen nie etwas mit sich geführt hatte, an dem er so sehr hing, als dass er sich nicht innerhalb weniger Sekunden davon trennen konnte, wenn die Umstände es erforderten. Und was für Dinge galt, galt erst recht für Menschen.
Die andere ihrerseits bestärkte ihre Begleiterin auch noch in ihrer nutzlosen Sentimentalität und so sah er sich schon die nächsten Stunden das verdammte Ufer auf- und ablaufen, während die Gewitterwolken über ihren Köpfen schwebten wie hungrige Geier. Wollte er das wirklich? Oder war es nun doch an der Zeit auf seinen Verstand zu hören und die gemeinsame Reise an dieser Stelle zu beenden? Die beiden konnten gern noch eine Weile hier umherspazieren, aber er sollte jetzt besser Sel vom Karren spannen, sich in ihren Sattel schwingen und diesen Fluss durchqueren.
Gerade schon wollte er sich in Bewegung setzen und seinen Plan wahr werden lassen, als der Rotschopf ihn wieder innehalten ließ. Elaine hatte auf die Wolken über ihnen gedeutet und murmelte nun etwas von einer seichten Stelle im Fluss.
Aha. Lio war fast gewillt sich an den Kopf zu fassen. Die eine hüh, die andere hott. Mit einem leisen Seufzer und ohne ein Wort zu verlieren ließ er sich in das Gras am Rande der Uferböschung fallen und verkreuzte die Beine ineinander. Die Damen konnten nun gern noch eine Weile über das Für und Wider des einen und des anderen Vorschlags diskutieren, aber er würde sich garantiert nicht mehr einmischen. Und sollte die Debatte länger dauern, als das Wetter es zuließ und es seiner Laune gut tat, würde er einfach wieder aufstehen und sich alleine auf den weg nach Denerim machen.
Aber er hatte sich geirrt. Noch bevor die von ihm befürchtete Diskussion wie ein Geschnatter im Hühnerstall losgehen konnte, hatte Elaine sich ihre Schuhe ausgezogen und verpackte sie in ihrem Beutel. Dann schulterte sie diesen entschlossen und machte sich sogleich an den Abstieg die seichte Uferböschung abwärts. Lio lehnte sich zurück und stützte seine Ellenbogen in das feuchte Gras, dann schaute er zu ihr herüber, lächelte und sah sich das Spektakel amüsiert an. Sein Lächeln hielt keine drei Atemzüge lang, da war es auch schon aus seinem Gesicht verschwunden. Mit einem Satz war er aufgesprungen und eilte Elaine nach, die mit ihren Beinen bereits bis zu den Knien im eiskalten Wasser stand.
„Hast du den Verstand verloren?!“, rief er und näherte sich ihr mit großen Schritten. Ohne eine Antwort abzuwarten beugte er sich vor, griff um ihre Hüfte und hievte sie sich über die Schulter. Dann begann er mit ihr die Böschung wieder hinaufzuklettern. Wenn sie dabei schrie oder zappelte, dann merkte er das nicht, denn mehr als alles andere war er gerade wütend. Er ließ sie in der Nähe des Karrens wieder auf die Beine und sah in ihr gerötetes Gesicht, in das das Blut geschossen war, während sie mit dem Kopf abwärts über seinem Rücken gehangen hatte. Sie sah bezaubernd aus. So bezaubernd, dass er für einen Moment beinahe vergessen hatte wütend auf sie zu sein. Aber nur beinahe.
„Hast du jemals zuvor einen solchen Fluss ausgekundschaftet? Hast du eine Ahnung wie gefährlich die Strömungen darin sind? Und dann noch der ganze Krempel da auf deinem Rücken! Bist du verrückt geworden, Mädchen?!“ Er holte tief Luft, blickte kurz zu der Blondine, die noch immer neben dem Wagen stand, dann wieder zu Elaine. „Ich schlage euch vor auf dem Rücken eines Pferdes den Fluss zu überqueren, und ihr habt nichts anderes zutun als aus den Schuhen zu schlüpfen und zu Fuß aufs Geratewohl… ach…“ Mit einer wegwerfenden Handbewegung wandte er sich von den Mädchen ab und entfernte sich ein paar Schritte, während es in seinem Kopf rotierte. Elaine! Dieses dumme Huhn! Und dennoch konnte er nicht anders, als ihr auf eine gewisse Art Respekt zu zollen. Es war gerade zum Verrücktwerden! Kurz blieb er stehen, dann drehte er sich wieder um und ging zurück.
„Wir werden jetzt das Ufer nach Norden entlang ziehen und nach einer anderen Brücke Ausschau halten, und wenn wir Glück haben, schaffen wir es noch einen Unterschlupf zu finden, bevor uns der Himmel auf den Kopf fällt.“ Dann trat er noch einen Schritt vor und griff nach Sels Zügeln, die er anschließend Elaine entgegenhielt. „Wenn du aber schon unbedingt Heldentaten vollbringen und den Fluß überqueren willst, dann mach es zumindest von einem Sattel aus. Du sitzt vorne.“



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Der Boden unter ihren Füßen

„Hast du den Verstand verloren?!“ Elaine war ganz schwindelig. In dem einen Moment hielt sie gerade ihre Füße in das viel zu kalte Wasser, im nächsten Augenblick hing sie kopfüber über seinen Schultern und sah die Welt anderherum. Etwas, was ihr Magen gerade gar nicht vertrug. Schließlich hatte sie in den letzten Tagen kaum bis gar nicht gegessen und ihr wurde, als sie so kopfüber hing, speiübel. Aber noch ein anderes Gefühl machte sich in ihr breit, als sie anfing, sich vom ersten Schrecken zu erholen. Ihr wurde merkwürdig warm. Eine recht eigentümliche Hitze, die sie sich gar nicht erklären konnte. Und sein Duft machte sie etwas benommen. Er setzte sie ab und für den ersten Augenblick war Elaine versucht, sich an ihn zu schmiegen, um seine Nähe nicht zu verlieren. Als sie erkannte, was sie im Begriff war zu tun, wurde sie rot. Gut, dass er sehr wütend schien und es nicht bemerkte. „Hast du jemals zuvor einen solchen Fluss ausgekundschaftet? Hast du eine Ahnung wie gefährlich die Strömungen darin sind? Und dann noch der ganze Krempel da auf deinem Rücken! Bist du verrückt geworden, Mädchen?!“ Wenn er wütend war, blitzten seine Augen. Elaine war für einen kurzen Augenblick fasziniert und schenkte ihm ein Lächeln, dass sich auf ihrem Gesicht kurz zeigte. Wie ein Sonnenstrahl, der sich durch Sturm wolken kämpfte, um kurz darauf wieder zu verschwinden. „Wir werden jetzt das Ufer nach Norden entlang ziehen und nach einer anderen Brücke Ausschau halten, und wenn wir Glück haben, schaffen wir es noch einen Unterschlupf zu finden, bevor uns der Himmel auf den Kopf fällt. Wenn du aber schon unbedingt Heldentaten vollbringen und den Fluß überqueren willst, dann mach es zumindest von einem Sattel aus. Du sitzt vorne.“ Ungefähr jetzt war nichts mehr von Elaines Lächeln zu sehen. Sie hatte zwar aus der letzten Auseinandersetzung gelernt und würde sich nicht mehr so gehen lassen, aber wütend war sie dennoch. Er hielt ihr die Zügel hin, aber Saoirse war schneller und griff sie, als ob ihr Leben davon abhing. Und während sie nur ein "In Ordnung." murmelte, war Elaine nicht bereit sich einfach so überstimmen zu lassen.

Sie atmete ein Mal tief durch. Sie wollte sich einen weiteren Vulkanausbruch ersparen. Danach würde sie nur wieder ein schlechtes Gewissen haben und alle würde sie für bekloppt halten. Sie war nicht dumm, nur manchmal etwas unbeherrscht. Zumindest aber verspürte sie dieses Mal kein Bedürfnis, ihn in irgendeine Pfütze zu schubsen. "Nein, nein und zu drittens..." Sie blickte zu Saorise, die sich immer noch an die Zügel klammerte. "... ganz offensichtlich auch nein. Ich bin also nicht verrückt, ich habe noch nie einen Fluss erkundschaftet und offensichtlich sitze ich auch nicht vorne." Elaine sprach ganz ruhig, fast flötete sie die Worte. Aber es war ein Beben in ihrer Stimme zu hören. Wie ein Donnergrollen. Bei ihren nächsten Worten wurde ihre Stimme schon deutlich schneidender. "Ich habe lediglich nach einer Lösung gesucht, die uns Zeit spart und Sairse Karren eine Zukunft gibt." Sie stand da mit geraden Schultern und ihre Augen schienen vor Wut zu brennen. Dieses Mal aber wirkte sie beherrscht ... auch wenn es ihr schwer fiel. Und gleichzeitig wünschte sie sich seine Nähe wieder. Sie war verwirrt. "Tut mir leid, der Herr, aber ich treffe nicht einfach Entscheidungen über das Leben der anderen und wenn ich etwas für mich entscheide, ist das meine Sache!" Irgendwie hatte sie das Gefühl, kindisches Zeug zu reden. Nur sie konnte es nicht stoppen. Gerne hätte sie jetzt den erfahrenen Spruch bereit gehabt, das Wissen, ihn einfach in seine Schranken zu weisen. Nur leider hatte sie ihrem Vater nie zugehört und hatte dementsprechend trotz all der Wochenenden in der Wildnis nichts, was sie an Nützlichem einbringen konnte. Aber das musste er nicht wissen.

Während sie also so zeterte und ihrem Unmut Luft machte, war ganz entfernt am Horizont ein Donnergrollen zu hören. Elaine zuckte zusammen und vergaß ihren Protest. "Das geht aber schnell..."

BlackShial
27.11.2013, 22:13
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngEs war gut. Tiaden hatte wirklich gute Arbeit geleistet.
Nicht nur, dass sie die Beeren und Wurzeln nach giftig und ungiftig sortiert hatte, so war es ihr sogar gelungen sich an alles zu erinnern, was sie in den Büchern des Zirkels gelesen hatte und somit alles passend aufeinander abgestimmen konnte.
Nicht das es für sie einen Unterschied machte, war ihr Geschmackssinn doch fast ebenso saumselig wie ihr Gemüt. Doch die Elfe war sich sicher, es konnte nie schaden etwas besonders sorgfältig zu machen.
Ihr Gedankengang wurde im nächsten Moment auch belohnt.
Ja, sie hatte wirklich gute Arbeit geleistet.
„Natürlich weiß ich es.“
Als wäre es das einfachste der Welt.
Die Besänftigte wusste natürlich nicht, was ein Zwerg unter lecker verstand, doch hatte sie oft genug die Templerin mit ihren Zubereitungskenntnissen beglückt, wie schwer konnte es dann bei einem halb so großen Bartträger sein?
Zumal Tiaden ohnehin nicht damit rechnete, dass Faren viel von gutem Essen verstand und es zu würdigen wusste. Für jemanden wie ihn waren ja sogar Käfer etwas Gutes.
Gut, dass sie sich nicht ekeln konnte. Sie hätte es getan, in diesem Moment.
Ein letzter, kontrollierender Blick auf die Beeren und Wurzeln, bevor sie sich sicher sein konnte das es genügte und sich dazu entschloss aufzustehen. Einige der Wurzeln konnte man als Geschmacksverstärker nutzen, andere als Ersatz zum würzen. Die Beeren würden eine geeignete Beilage abgeben.
Die gute Arbeit, die die Elfe leistete, war also noch nicht vorüber.
„Ich werde jedoch vorerst die von euch gesammelten, giftigen Dinge entsorgen.“
Nicht, dass sie sich sorgen machte, dass der kleine Mann nicht erkennen konnte, was von ihr offensichtlich als ungenießbar zur Seite gelegt wurde, doch hatte er ihr bereits vorher gesagt was sie damit tun sollte. Sie tat es also auch.
Während die Elfe das giftige Zeug verteilte, dachte sie darüber nach wie sie die Wurzeln verarbeiten konnte. Einen kleinen Teil ihrer Ausrüstung hatte sie dabei, auch ein paar Kräuter befanden sich in ihrem Besitz.
Der Zwerg hatte wirklich Glück damit gehabt, sie mit sich zu nehmen.


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http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngVerdammt!
Die Templerin hasste es, wenn sie über Dinge ausgefragt wurde, über die sie nicht reden konnte. Ebenso wenig wie sie es wollte. Es ging niemanden etwas an, weshalb sie in Ferelden umherwanderte und vor allem, welches ihr Grund zu kämpfen war. Doch sie war es, die in einem Anflug von Melancholie alles preisgegeben hatte, was sie so sehr bewegte.
Nur ein Name, doch mit einer tieferen Bedeutung für sie, als alles andere auf dieser Welt.
Seufzend vergrub sie ihre Hand in ihrem zerzausten Haar, machte es damit weder besser, noch schlimmer. Es blieb wie es war, eine völlige Katastrophe.
„Ja. Nein! Also natürlich suche ich sie verdammt, aber dass allein ist nicht der Grund.“
Tiaden zu suchen war natürlich der Grund weshalb sie kämpfte, doch selbst dann, wenn sie die Elfe endlich fand, würde sie nicht aufhören für diese und deren Glück zu kämpfen.
Es war Liebe.
Doch neben der Verzweiflung war noch etwas anderes in den Augen der Templerin. Verwunderung und davon nicht zu wenig.
Erneut hatte der Mann ihr seine Hilfe angeboten.
Es war wie in der Taverne, zugleich aber vollkommen anders. Ob es ihr nur so vor kam, oder schien sie dieses Mal tatsächlich mehr Ernsthaftigkeit in den Worten des Rüpels zu erkennen.
Wer bei Andrastes vergilbter Unterhose war dieser Kerl?
Ich werde nicht nach Ostagar gehen, um euch beim sterben Gesellschaft zu leisten.
Ich werde keine dunkle Brut suchen, um mich ihnen zu stellen und naiv zu hoffen, dass wir Ferelden retten können.
Ich werde nicht zum nächsten Bordell gehen, wo ihr euch austoben könnt, denn dort wird sie nicht sein.
Ich werde keine Reisenden erpressen und Wegezoll verlangen, nur um mir ein gutes Mahl zu sichern.
Ich werde euch nicht helfen irgendwelche Frauen aufzureißen, nur damit euch unterwegs nicht langweilig wird.
Ich werde niemanden verprügeln, nur weil euch deren Nase nicht gefällt oder ihr wieder zu viel getrunken habt.
Es waren so viele Worte, die Jo in diesem Moment durch den Kopf gingen. So viel, was sie dem Mann sagen wollte. Doch weder konnte sie sich für etwas entscheiden, noch brachte sie ihre Gedanken tatsächlich über die Lippen.
Wieso hätte sie ihm vertrauen sollen? Er konnte ihr im Schlaf einfach die Kehle durchschneiden, doch sie wusste, hätte er dies tun wollen, so hätte er die Chance bereits gehabt.
Es ging ihn nichts an. Es war nicht seine Sache, noch hatte irgendetwas an ihrem Leben sein Interesse zu wecken.
Wollte er vielleicht einfach nur sühnen? Wollte er in ihrer Nähe Vergebung finden? Vielleicht einen Grund zu Leben?
Sie hatte ihn nicht ohne Grund aufgehalten, dessen war sie sich bewusst. Ob es der Erbauer selbst war, der sie geleitet hatte oder einfach nur ihr Drang allen zu helfen, Jo war es die nun die Verantwortung trug. Der Mann bot sich ihr an, hatte einen Schritt in die richtige Richtung getan, also war es an ihr, ihn nun zu lenken und dabei zu helfen Halt zu finden.
Sie gab nach, ohne jegliche Widerworte.
„Ihr werdet uns führen.“
Murrend drückte sie dem Mann die Karte in die Hand, die sie zuvor von ihm erhalten hatte. Er kannte sich in Ferelden aus und eine bessere Orientierung als sie hatte er allemal.
Sie würde ihm nicht vertrauen, ihm nicht verraten was geschehen war, doch sie würde ihm helfen.

Deeman
28.11.2013, 15:56
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Langsam schritt die Kreatur auf den niedergeschlagenen Kossith zu. Er wurde vom Schlag gegen einen Felsen geschleudert und lag nun mehr oder weniger bewusstlos dort. Die Elfe und das Kind hatten sich währenddessen aus dem Staub gemacht, die Aufmerksamkeit der Abscheulichkeit lag also nur noch auf Katash. Fauchend schritt sie langsam auf ihn zu. Nach einigen Sekunden kam er jedoch wieder zu sich und starrt die Kreatur wutentbrannt in die Augen.
Aber statt zu einem Schlag auszuholen, begann die Kreatur zu leuchten, Katash hielt sich dabei einen Arm vor die Augen.
Die Abscheulichkeit verwandelte sich, von der klobigen Kreatur zu einer aufreizenden Frau deren Kleidung nur die wichtigsten Stellen bedeckte. Sie wirkte menschlich dennoch war die dämonische Abstammung nicht zu verkennen. Mit einem leichten Schmunzeln und aufreizenden Hüftschwung bewegte sie sich auf ihn zu und erhob das Wort:"Was haben wir denn hier?" Ihre Augen musterten den Kossith offen wie ein Wolf der kurz davor ist über seine Beute herzufallen.
Katash blieb jedoch nicht untätig sitzen, er wusste dass er sterben würde wenn er nichts unternimmt. Langsam zog er ein Fläschchen hervor und versteckte es hinter seinem Rücken. Leise lachend schritt die Dämonin auf ihn zu und sprach weiter zu ihm: "Kein niederer Mensch, auch nicht vom Sklavenvolk aber auch kein Vertreter des bärtigen Volkes was durch die Erde kriecht...ein stolzes Wesen aus fernen Landen, das liegt hier vor mir. Ein seltenes Exemplar". Stellte sie amüsiert fest und ging langsam voran.
"Fein beobachtet, Schätzchen" erwiederte der Kossith mit einem schnippischen Grinsen und erhob sich langsam von seiner ungünstigen Position. Die Dämonin stand nun vor ihm und ihre Hand fuhr zum Gesicht ihres Opfers, dabei schaute sie ihm in die Augen: "Ich sehe die Einsamkeit in deinem Herzen, willst du dass ich sie beende?" ihre dämonische Stimme drang in die Ohren von Katash ein. Er schloss für einen Moment die Augen. "Wie willst du sie denn beenden, Dämon?" fragte er im doch sehr nüchternen Ton. Ihr Hand wich von seinem Gesicht runter auf seinen Körper, mit jedem Moment tiefer. "Es gibt viele...Möglichkeiten" ein leises Kichern entfuhr der Dämonin.
Die Augen des Kossith öffneten sich, die gelben Augen leuchteten leicht. "Du bist allerdings nicht nach meinem Geschmack!" der versteckte Arm schoss hervor und Katash zertrümmerte das Fläschchen auf dem Kopf des Dämons. Sie zog ihre Hand weg und begann wütend zu kreischen. Ihre Haut begann sich aufzulösen und dampfte vor sich hin. Es war Säure die Katash auf sie vergoss.
Katash zog daraufhin seine Schwerter hervor, verpasst der Dämonin einen Tritt in den Bauch, schwang sich auf den Felsen und zog noch ein weiteres Fläschen hervor. Diesmal allerdings vergoss er den Inhalt auf seine Schwerter.
Die Dämonin wandte sich vor Schmerzen, wenn sie denn überhaupt welche empfinden konnte. Der Kossith ließ sich nicht davon ablenken, er zog die Klingen seiner Schwerter übereinander hinweg, daraus entstanden einige Funken, jene Funken entfachten Feuer an den Klingen. Mit einem bösen Grinsen machte Katash sich zu einem finalen Angriff bereit...

Khardim
02.12.2013, 22:43
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Es lagen bereits einige Reitstunden hinter ihm, als Ser Lothar (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1236526-RPG-Charaktersteckbriefe?p=22058622&viewfull=1#post22058622) beschloss, es für den Tag gut sein zu lassen und zu rasten. Schließlich war dieser Flecken Erde genau so gut wie jener, der mittlerweile hundert Fuß hinter ihm lag und würde auch wohl kaum von dem Flecken übertroffen werden, der in hundert Fuß Entfernung auf ihn wartete. Außerdem wäre es töricht, noch weiter bei Dunkelheit durch den Wald zu reiten, in den er sein Pferd am Nachmittag gelenkt hatte, um von den großen Straßen wegzukommen. Er haate bereits einige Tage nach seinem Aufbruch feststellen müssen, dass diese, obwohl sie sehr gut ausgebaut waren, ihn kaum vorwärts brachten; nicht nur, dass er dort immer wieder auf lange Flüchtlingszüge aus dem Süden traf, die mit ihren Alten und Kranken, ihren Ochsengespännen und Schubkarren das Weiterkommen schier endlos behinderten, darüber hinaus war ausgezogen, um als fahrender Ritter die Ursache dieses Leids zu bekämpfen und jenes fand sich eben nicht auf den breiten Straßen des Nordens. Zumindest noch nicht. Und wenn es nach Ser Lothar ging, würde die Dunkle Brut und andere Bedrohungen auch nicht aus den finsteren Ecken des Landes herauskommen, in denen er sie aufzusuchen plante.
,,Aber nicht mehr heute'', dachte der Ritter bei sich, als er abstieg und sein Pferd an einer alten Birke festband, die einigen Abstand zum Waldweg hatte, der ihn an diesen namenlosen Ort unter Bäumen geführt hatte. Mit einem tiefen Seufzer entledigte sich Ser Lothar seiner Brustplatte, nachdem er sein Ross von Sattel und Gepäck befreit hatte und richtete seine Schlafstätte in einer kleinen Kuhle ein, in der noch etwas altes Laub vom letzten Jahr lag. Sein Kettenhemd würde er über Nacht anlassen; es störte ihn nach all den Jahren nicht mehr im Schlaf und man konnte schließlich nicht vorsichtig genug sein. Zwar rechnete er nicht damit, so nah an Denerim schon auf die Dunkle Brut zu treffen, doch mochte in diesem Wald noch einiges anderes lauern, grade in Zeiten von drohendem Bürgerkrieg.
Sein Schwert zur Rechten und den stinkenden, aber wenigstens warmen Leib seines Rosses zur Linken, schloss Ser Lothar die Augen und bat den Erbauer um Kraft für die Aufgabe, die er sich selbst gestellt hatte. Denn das Ideal eines fahrenden Ritters, der alleine auszieht, um das Land von einem Übel zu befreien, das es bedroht, mag eines der ältesten und auch simpelsten der Welt sein, doch war er inzwischen selbst etwas zu alt und hatte in zu vielen Schlachten zu viel gesehen, um daran glauben zu können, dass er allein würde die Verderbnis aufhalten können. Er würde seinen Beitrag leisten und alles tun, um Ferelden vor der Dunklen Brut zu schützen, doch würde sich dies als alles andere als leicht darstellen: Für jeden Hurlock durchstreifte ein opportunistischer Plünderer das Land, um sich am Leid anderer zu bereichern; für jeden Genlock beschloss ein Tavernenwirt, keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen, aus Angst bestohlen zu werden oder zum Winter selbst nicht mehr genug zu Essen zu haben; für jeden Oger brach in irgendeinem Flüchtlingslager eine Seuche aus, angefeuert von der unmittelbaren Nähe von geschwächten und unterernährten Menschen, die alles verloren hatten.
Ser Lothar hatte sich viel vorgenommen und alles andere als einen genauen Plan davon, wie er es alles umsetzen würde. Erschöpft vom langen Tagesritt und den düsteren Gedanken, die sich seiner zu bemächtigen suchten, fiel er in einen tiefen Schlaf.

Emerahl
03.12.2013, 11:10
http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg Wie ein Klotz am Bein

Eins musste er ihr lassen, sie sprach wirklich kein Wort. Außer das Danke, welches sie noch loswerden musste. Er rümpfte verächtlich die Nase. Sie hätte lieber dem Verräter Dallean danken sollen. Hätte der Vierbeiner nicht darauf bestanden, sie mitzunehmen, hätte Pa'ol sie ohne Weiteres zurück gelassen. Ohne Probleme. Jeder stand sich selbst am nächsten. Und sie war ihm besonders fern. Zugebenermaßen war sie hübsch anzusehen, aber von so etwas ließ er sich schon lange nicht mehr beeinflussen. Diese Zeiten waren vorbei und er hatte seine Lektion gelernt.
Die Sonne brannte heute erbarmungslos vom Himmel. Es war nicht wirklich heiß, aber etwas schien anders als sonst zu sein. Seine Sinne waren angespannt. Etwas Unnatürliches lag in der Luft, als ob sich irgendwo weit weg ein Sturm zusammen braute. Er entschied sich wahllos in die Richtung zu wandern, die ihn von diesem unguten Gefühl weg führten. Er vertraute da allein auf seinen Instinkt, der überaus geschult war. Da seine Begleitung nicht sprach, hatte er nach einer gewissen Zeit fast schon wieder vergessen, dass er sie überhaupt mitgenommen hatte. Dallean hingegen schien ihr nicht mehr von der Seite zu weichen. So seltsam hatte er sich noch nie verhalten. Aber auch das hatte Pa'ol schnell vergessen.

Sie wanderten so über Stunden. Für den Elfen war das gar kein Problem. Er war lange Märsche gewöhnt, das Leben in der Wildnis hatte ihn abgehärtet und im Übrigen kannte er auch nichts anderes. Erst war er zusammen mit seinem Clan gewandert, später dann alleine, was ihm lieber war. Wenn er es recht besah, war Dallaen die einzige Konstante in seinem Leben. Ihm sollte es recht sein. Ein schweigsamer Begleiter war ein guter Begleiter.
Pa'ol machte sich auch gar keine Gedanken über eine Rast. Warum auch? Er selbst war ja auch noch nicht müde und die Gegend war zu kahl und bot ihm zu wenig Schutz. Er würde einfach weiter laufen, bis er irgendwann einen sicheren Rastplatz gefunden hatte. Am besten einen besseren wie letztes Mal, wo er das Mädel aufgegabelt hatte ... Gerade als er wieder an sie denken musste, hörte er diese leisen Seufzer hinter sich. Es wirkte so, als ob sie Probleme hatte. Er blieb stehen und drehte sich um. Sie sah ziemlich mitgenommen aus. Ganz schön rot im Gesicht. "Ist irgendwas?" Nicht, dass es ihn interessierte ... aber ihre Geräusche nervten ihn und wenn er sie irgendwie abstellen könnte, würde er sich wieder seinen Gedanken widmen können.



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Naevia war müde, ihre Beine schmerzten, sie hatte Hunger und Durst, doch der Elf machte keinerlei Anstalten, eine Rast einzulegen. Nur der Wolf spürte, dass es ihr nicht gut ging. Immer wieder stupste er sie mit seiner Schnauze an und blickte sie fragend an. Doch Naevia, inzwischen seine Anwesenheit duldend, streichelte ihn nur nachlässig am Kopf. In Gedanken grübelte sie immer noch über ihre Weggefährten nach. Es erschien ihr merkwürdig, dass er nur in Begleitung dieses Wolfes unterwegs war. Waren denn die Dalish denn nicht eigentlich immer in Clans unterwegs? So viel wusste sie zumindest noch aus den Geschichtsstunden. Auch wenn sie ja keine Elfe war, wurde sie dennoch beim Unterricht von den Anderen akzeptiert.

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als der Elf sich plötzlich zu ihr wandte: „Ist irgendwas?“ fragte er sie. Er klang unfreundlich und genervt. Gut, wenn er sie so behandelte, würde sie ihm ganz sicher nichts von ihren Schmerzen erzählen.
„Nein, ist alles wunderbar, mir geht’s bestens!“, presste sie schmerzerfüllt hervor. Doch gegen die Tränen, die ihr gerade in die Augen traten, war sie machtlos. Es ärgerte sie. Fast so sehr wie die Teilnahmslosigkeit des Elfen.

Neclord
03.12.2013, 13:30
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Kopfüber an der Seite des Gauls hängend, kämpfte sie gegen die aufkommende Übelkeit an. So sehr die Magierin ihre Augen auch dazu aufforderte, einen klaren Blick zu erzielen durch die braune Decke, es hatte keinen Zweck. Lediglich unterschiedliche Stärken der Lichteinstrahlung konnte sie wahrnehmen sobald sie einige Baumkronen passierten. Dazu drängte ihr immer wieder der allgegenwärtige, verstaubte Geruch des braunen Stoffes in die Nase. Ivy wusste im Augenblick nicht was schlimmer war, den drei Gestalten hilflos ausgeliefert zu sein oder unter der alten Decke langsam zu ersticken.
Wäre sie doch nur in der Lage, an ihren Stab zu gelangen oder ihre Hände zu befreien. Doch dafür genügte der Grips der drei Halunken wohl gerade noch, zu realisieren, was Magier alles bewirken können, wenn man sie denn lässt.

Nach einer Weile schließlich, kam der Gaul zum Stehen. Sie dankte den Göttern, dass für einen Moment die ewige Schaukelei ein Ende fand wodurch ihre Nasenspitze ständig gegen die übelriechende Decke gepresst wurde. Doch viel wichtiger war nun die Frage, was die Banditen mit ihr machen wollten. Nach einiger Zeit der Stille spürte sie plötzlich den kräftigen Griff eines Mannes an ihren Hüften, welcher sie vom Pferd löste und sie anschließend auf den Boden setzte. Als man die Decke entfernte und sie wieder freie Sicht über das Geschehen hatte, kniff Ivy vorerst die Augen zusammen.

Nach einer kurzen Gewöhnungsphase für ihre rotbraunen Augen, konnte sie nun auch endlich die zwei anderen Gestalten erkennen, die mit dem Zwerg kooperierten. Der eine war ein hochgewachsener, kräftiger Mensch. Seine Haarpracht konnte man mit der eines Nug's vergleichen, kahl wie ein Knie. Und er schien nicht gerade der hellste Kopf in dieser Gruppe zu sein.
Der andere war ein blondhaariger Elf, ein Schönling, der äußerst schweigsam war. Zumindest hatte sie noch kein Wort von ihm vernommen während der bisherigen Reise. Er war gerade damit beschäftigt, eine Feuerstelle vorzubereiten für die Rast. Der dicke Riese schleppte unterdessen ein paar Vorräte zum Zwerg, welcher diese mit reibenden Händen gierig begutachtete. "Ha! Das ist gutes Zeug, kommt Leute, lasst uns einen heben auf diesen Sieg!" Sprach der kleine Schnauzbart, als er ein paar Flaschen Wein aus der Kiste nahm und sie in der Runde verteilte.

Das Feuer war inzwischen auch entfacht und spendete den Anwesenden eine angenehme Wärme für den Abend. Im Stillen hoffte sie, dass die Drei sich vielleicht besinnungslos trinken würden, sodass sie die Initiative ergreifen konnte. Allerdings gab es da noch ein Problem, der kräftige Kerl hatte Ivy sehr fest an den Fels gebunden. Ohne fremde Hilfe wäre es wohl unmöglich, sich aus dieser Situation zu befreien. Vielleicht würde es sich lockern, wenn die Magierin ihre Arme stärker einsetzen würde. Doch diese Maßnahme setzt voraus, dass die drei Banditen abgelenkt oder nicht anwesend sind. Also blieb ihr im Moment nichts anderes übrig, als auf eine günstige Gelegenheit zu warten...

Annalena
04.12.2013, 09:42
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Mit jedem ausgesprochenem Wort des Briefes bemerkte er die zunehmende Anspannung der Elfe. Sie konnte ihre Tränen nicht zurückhalten angesichts dieser neuen Informationen. Scheinbar suchte nicht nur eine Person nach ihr. In Situationen wie diesen keimte öfter ein kleiner Funken Zweifel in seinem irrsinnigen Verstand auf. Warum gab es all diese Leute, die sie verfolgten? Hatte sie wohlmöglich etwas zu verbergen und hielt gegenüber dem Hünen und dem Blutmagier ihre wahre Identität geheim? Vielleicht war es ein wenig taktlos, solche Gedanken überhaupt zu hegen. Doch er konnte nichts dagegen tun, der taktische Geist seiner Persönlichkeit sitzt stets auf seiner Schulter und flüstert ihm mögliche Strategien der umliegenden Gestalten ins Ohr.

Doch genug davon, dachte er sich. Wie auch immer die Wahrheit über Anlya aussehen möge, der Großteil seines Wesens glaubte ihr. Darüber hinaus konnte der Blutmagier es nicht ertragen, eine Dame leiden zu sehen. Vorsichtig platzierte er seine Hand auf ihrer Schulter und flüsterte ihr zu. "Fürchte dich nicht. Solange wir zusammen reisen, passen wir aufeinander auf." Ein warmherziges Lächeln kam dabei über seine Lippen. "Wohlmöglich... reicht es eh schon wenn sie den Hünen sehen hihi."

Der knurrende Magen des Blutmagiers unterbrach seine kurzweilige Freude wieder. Blutmähne war inzwischen aufgebrochen, höchstwahrscheinlich würde er etwas essbares besorgen. Zumindest hoffte Valgarius, dass dies der Grund seiner Abwesenheit war. Immerhin war der weißhaarige Schönling mit seinem mangelnden Wissen über die einfachen Dinge des Lebens komplett verloren in der Natur. Er blickte mit fragendem Blick zu Anlya, in der Hoffnung sie würde wissen wie man Beute aufspürt und erlegt.





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Stillschweigend erhob sich der Chasind als seine beiden Begleiter anfingen zu jammern. Keinen einzigen Tag hielten sie ohne Nahrung aus. Verweichlichtes Stadtvolk, wie wollen sie in der Natur überleben?
Blutmähne ging am Strand entlang, vielleicht wollte er einfach einen Moment Ruhe haben oder er suchte tatsächlich etwas Essbares. Das wusste er selbst nicht so genau. Seine Gedanken kreisten eher darum was als nächstes passieren soll. Ein großmäuliger Magier der keine Ahnung hat wie man in der Wildnis überlebt und ein Spitzohr dass bei jeder kleinsten Gelegenheit anfängt zu heulen wie ein Schlosshund.
Halbherzig suchend ging er am Strand entlang...bis ihn ein stechender Schmerz durch den linken Arm fuhr. Ein Schmerz den er noch nie zuvor spürte, unerträgliches Brennen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht ging er in die Knie und zog sich die Armschiene runter.
Es offenbarte sich ein Anblick den er noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Dennoch hatte er schon davon gehört...

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Anlya blickte Valgarius dankbar an als er sie, auf seine Art, tröstete. Sie wusste nicht, wie viel seine Worte wert waren, doch sie waren Balsam auf ihre Seele. Sie wischte sich ihre Tränen weg und fluchte leise über ihre Schwäche. Wieso weinte sie in letzter Zeit so viel? Bestimmt hatten die beiden Männer keinen guten Eindruck von ihr.

Blutmähne hatte sie verlassen und sie konnte es ihm nicht verdenken. Anlya hoffte, dass er etwas jagen war und zurückkommen würde. Sie wusste nicht, wie sie überleben könnte, wenn er sie endgültig verlassen hätte. Valgaris‘ Magen knurrte und er sah sie fragend an. „Es tut mir leid, aber ich habe keine Ahnung wie man jagt oder auf andere Art etwas Essbares findet. Ich hoffe Blutmähne hat uns nicht verlassen und besorgt etwas Essbares.“

Anlya blickte sich um, doch von Blutmähne war nichts zu sehen. Es war schon einige Zeit vergangen und langsam machte sie sich Sorgen. Ob etwas passiert war? Hatte er sie verlassen? Sie blickte wieder zu Valgarius. „Sollten wir sehen ob Blutmähne Hilfe braucht? Ich fühle mich ein wenig beschämt, dass wir uns so auf ihn verlassen. Vielleicht könnten wir ihm helfen.“ Sie stand auf und ging an den Strand. Die Fußspuren von Blutmähne waren deutlich zu sehen. Anlya wandte sich Valgarius zu. „Ich werde den Spuren folgen und sehen, ob er Hilfe braucht. Hoffentlich ist er nicht verletzt.“

Mit raschen Schritten folgte sie den Fußspuren. Sie drehte sich nicht um, um zu sehen, ob Valgarius ihr folgte. Nach kurzer Zeit sah sie ihn im Sand knieend und rief laut seinen Namen. „Blutmähne!“ Dann rannte sie zu ihm und kniete sich neben ihn.

Khardim
05.12.2013, 20:22
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Je weiter Ser Lothar nach Süden kam, desto offensichtlicher wurden die Zeichen für die Verderbnis, die das Land (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22071997&viewfull=1#post22071997) zu verschlingen drohte. Immer öfter kam er an verlassenen Höfen und Dörfern vorbei und als er zwei Tage zuvor in einer Taverne dem Gerede des Volkes lauschte, spürte er die immer beklemmender werdende Angst vor der Dunklen Brut. In Zeiten wie diesen sollten die Menschen zu einem König aufblicken können, der alle Kräfte seines Reiches hinter sich vereint und in die Schlacht führt. Doch dieser König lag tot im Staub von Ostagar und als Ser Lothar gen Westen blickte, sah er zahllose Rauchfahnen vor der untergehenden Sonne.
Dorthin würde sein Weg ihn führen.
Er folgte dem Lauf eines kleinen Flusses nach Süden und führte sein Pferd dabei am Zügel, um dem treuen Tier ein wenig Erholung vom Ritt zu gönnen und selbst beim Gehen die Gedanken streifen zu lassen. Doch so idyllisch die Landschaft um ihn herum auch war, er konnte an nichts anderes denken, als die Gefahr für sein Land, für seine Familie und die Größe der vor ihm liegenden Aufgabe. Schon seit er aufgebrochen war ging das so und langsam war Ser Lothar über sich selbst verwundert, denn in dieser Grübelei lag nichts von der planvollen Überlegung, die man vor einem Feldzug durchführen sollte, sondern mehr von zögerlichem Zweifel, der einen zu übermannen droht, bevor man den ersten Schritt getan hat. Es wurde wirklich Zeit, dass er seiner Mission einen handfesteren Charakter geben konnte und wirklich in Aktion trat. Sobald er erst einmal eine tatsächliche Möglichkeit bekäme, für Ferelden zu kämpfen, würden die Gedanken zur Ruhe kommen und die scheinbare Unlösbarkeit seiner Aufgabe würde Lügen gestraft durch entschlossenes Handeln.
Ganz in sich selbst versunken hatte der Ritter gar nicht das Klappern einer Wassermühle vernommen, das mit jedem Schritt am Ufer des Flusses lauter wurde. Erst als der Lichtschein, der durch die Ritzen des hölzernen Gebäudes drang, skurrile Schatten in den Farn warf, wurde Ser Lothar aus seinen Gedanken gerissen und beschloss, sich die Mühle genauer anzuschauen. Vielleicht würde er dort Unterschlupf für die Nacht finden oder sogar etwas Proviant bekommen können, der auf solch ausgedehnte Reisen ja stets im Begriff zu sein schien, zur Neige zu gehen.
Er band sein Pferd an einem nahe stehenden Baum locker an und ging mit der Hand am Schwertgriff zur Tür des Gebäudes, die ebenfalls nur aus dicken Brettern zusammengenagelt worden war.
Der Ritter klopfte vernehmlich an und gab sich zu erkennen:
,,Mein Name ist Ser Lothar von Ernstberg. Bitte öffnet Eure Tür, ich komme in friedlicher Absicht.''
Das Licht aus dem Inneren flackerte unbeeindruckt weiter.
Nachdem sich auf wiederholtes Rufen und Klopfen gar niemand meldete, beschloss er, sich selbst Zutritt zur Mühle zu verschaffen. Mit einem beherzten Stoß öffnete Ser Lothar die Tür und fand sich selbst im einzigen Innenraum des Gebäudes wieder, in dem das Getöse der Strömung und das Knarren der Räder unangenehm laut waren. Davon gänzlich unbehelligt brannte eine einfache Wachskerze auf einem Tisch an der Wand. Rechts von ihm führte eine Treppe ins Obergeschoss, wo er die Wohnräume vermutete. Er versicherte sich mit ein paar Blicken seiner Einsamkeit und erklomm die Stufen ins nächste Geschoss. Auch hier brannte noch eine Kerze.
Wer immer hier gelebt hatte, allzu lang war er noch nicht weg.
Ser Lothar war diese Sache nicht geheuer; wenn der Müller die Mühle aufgegeben hatte, um nach Norden zu fliehen, warum brannte noch Licht? Und wenn er in Eile hatte aufbrechen müssen, wo waren jene, die ihn so hetzten?
Egal was hinter dieser Angelegenheit steckte, hier würde er kein sicheres Nachtlager finden. Der Ritter löschte die Kerzenflamme und fand sich selbst in der Dunkelheit wieder, als er plötzlich Stimmen aus dem Raum unter sich vernahm, die versuchten, sie über den Lärm der Mühle zu verständigen.

Moku
10.12.2013, 22:02
Vitus | Reise zurück

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus musterte den Mann, der ihm nun die Karte gegen den Körper drückt, nachdem er rumgedruckst und ihn dann eine geraume Zeit stumm angestarrt hatte. Der Ex-Kommandant konnte förmlich das Gehirn hinter dem widerspenstigen Blau arbeiten hören.

"Führen?" wiederholte er mit wenig Nachdruck. Nun gut, er hatte ihm seine Hilfe angeboten, wenn auch eher als Begleitschutz, aber einen Führer konnte der andere den Umständen nach sicherlich eher gebrauchen. Er fragte sich noch immer, wie man sich soweit in die Hinterlande verirren konnte.

"Wohin?" fragte er, hob eine Augenbrauen. Vermutlich erst einmal zurück zu dem Dorf, aus dem sie gekommen waren. Wortlos setzte er sich in Bewegung, steckte die Karte hinter seinem Wams. „Sag es mir Unterwegs.“

Die Dunkle Brut war noch immer eine Gefahr, die ihm im Unterbewusstsein lag. Sie konnten auch auf dem Weg zurück aus dem verfluchten Gebiet darüber reden.


Faren | Und die Fische

http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren musterte wie die Elfin die giftigen Beeren verteilte und dann zum Lagerfeuer zurückkehrte. Sie hatte gesagt, sie können irgendetwas aus den Wurzeln und dem Rest machen. Wie genau wusste er nicht wirklich, aber er vertraute dem Können einer Frau in der Küche. Frauen wurden schließlich schon am Herdfeuer geboren und wuchsen daran auf. Kochen wurde ihnen quasi in die Wiege gelegt. Ganz genau.

Er stand auf, tätschelte der Frau, die nun wieder gekniet vor dem essbaren Überbleibseln kniete, gnädig auf den Kopf.

Brave Frau.

Wenigstens zu etwas nutze. Und zum Fische fangen auch. Da hatte er sich ja einen guten Begleiter geangelt. Er konnte sich schon fast daran gewöhnen. Natürlich müsste er ihr noch einiges selbst beibringen, aber sobald sie es beherrschte, würde er vermutlich keinen Finger krumm machen müssen.

Da klang fast schon zu gut, um sie dann nachher zu verkaufen, aber von dem Geld konnte er sich vielleicht drei weitere Sklaven leisten.

Faren war so langsam der Meinung, dass der Besitz von Sklaven nicht so verwerflich sein konnte, wie viele immer behaupteten Schließlich brachten sie im Endeffekt so viel Annehmlichkeiten und sie selbst waren auch versorgt! Ein Geben und Nehmen, jawohl. Faren gab ihr Sicherheit, sie gab ihm alles andere.

Fairer Tausch, definitiv.

Er hätte über seine Gedanken fast schon den Fisch vergessen, bis ihm ein etwas scharfer Geruch in die Nase stieg. Überrascht sah er auf, flüchtete dann zum Fisch um die Stöcke aus der Erde zu holen.

„Fische sind scheinbar fertig,“ meinte er an die Elfin gewandt, grinste sie schief an.

BlackShial
11.12.2013, 17:25
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngDie fleißige und überaus gut organisierte Elfe entschied sich, alles bereit für das Abendmahl zu machen, kaum dass sie mir ihrer Aufgabe fertig war, die man ihr aufgetragen hatte. Sorgfältig sah sie sich nach einem geeigneten Stein um, auf dem sie mit ihrer Arbeit beginnen konnte. Gerade, flach und stabil musste er sein. Kaum das sie einen gefunden hatte, breitete die Besänftigte ein Stück Leder darauf aus, welches sie von ihrem Gürtel abgebunden hatte und bis dahin als provisorische Tasche diente.
Nachdem sie die Wurzeln und Beeren im Wasser gereinigt hatte, machte sie sich daran diese auf dem Stück Leder zu schneiden, fein säuberlich, soweit es ihr Messer denn hergab. Stolz wäre sie gewesen, überaus stolz. Sie machte ihre Arbeit wirklich gut. Wie immer.
Noch immer schneidend ließ sie ihre rotbraunen Augen jedoch suchend herumwandern. Sie würde eine Unterlage brauchen, war es doch unsinnig und vor allem unsauber den Fisch ohne diese zu verzehren. Ob sie den Zwerg damit beauftragen sollte? Doch Tiaden war sich unsicher, ob er überhaupt das nötige Feingefühl dafür hatte, wusste sie doch bereits genau was als Unterlage hätte dienen sollen.
Es waren seine Worte und die Ankündigung das das Essen bereit war, welche sie dazu brachten zu Handeln, statt weiter darüber nachzudenken ob der Bärtige mehr konnte als aus Stöcken etwas zu bauen.
„Gut. Gebt mir einen Moment.“
Die Blondine erhob sich langsam und stolzierte auf den Baum zu, den sie vorher etwas länger gemustert hatte, ihr Messer noch immer in der Hand. Vorsichtig tastete sie mit ihren schmalen, grazilen Fingern die Rinde ab, bis sie eine Stelle gefunden hatte, die sie als geeignet genug ansah. Die Spitze des Messers an die trockene Borke angesetzt, löste sie diese problemlos aber dennoch zaghaft von dem Stamm, so lange bis sie ein großes Stück davon in den Händen hielt. Kontrollierend betrachtete sie die Innenseite, untersuchte ob diese sauber war und frei von Käfern. Der Zwerg mochte nichts dagegen gehabt haben Insekten zu verzehren, somit hätte er auch die dreckige Hälfte haben können, doch die Borke war sauber und Tiaden damit zufriedengestellt.
Während sie sich auf ihren kleinen Begleiter zubewegte, teilte sie das große Stück in zwei und reichte ihm eine Hälfte davon, sah ihn dabei mit ihren leeren Augen direkt an.
„Legt sie hierauf, ich kümmere mich um den Rest.“


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http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngZufrieden nickend machte sich die Templerin daran ihren Schild fest am Rücken zu verschnüren, so schnell musste sie dem garstigen Kerl hoffentlich keine mehr damit über die Rübe ziehen. Sie hoffte und glaubte an das Gute in ihm.
Er schien immerhin doch ein recht hilfsbereiter Grobian zu sein. Vielleicht war das in der Taverne ja nur ein Ausrutscher?
Oder aber dieser kurze Anflug von Selbstlosigkeit war … nun ja, eben nur ein kurzer Anflug.
Sie würde es bald herausfinden und bis dahin würde sie den unbezahlten Söldner, lebensmüden Anführer einer nun toten Bande von Halunken, Möchtegern Grauer Wächter oder was auch immer er sein mochte, genauestens im Auge behalten.
Gedankenverloren versuchte sie in Ziel dieser Unternehmung auszumachen, wusste sie doch nicht einmal ansatzweise wo sich Tiaden in diesem Moment befand. Unbewusst hob die Schwarzhaarige ihre behandschuhte Rechte und wischte sich den Schnodder von der Nase, die Überreste ihres kleinen, sentimentalen Ausrutscher des Tages, machte den Handrücken schlussendlich an ihrem Templerrock sauber. Ein Schniefen gefolgt von einem leichten Grunzen verhalf ihr dabei sich zu vergewissern, dass ihre Nase wieder frei war, woraufhin sie tief die Luft in sich einzog.
Der Geruch des Meeres war weit entfernt, zu weit um ihn noch zu vernehmen. Des Geruch, den sie in sich aufnahm als sie sich ihren Verfolgern stellte, kurz nachdem sie ihre Geliebte zurückgelassen hatte.
So weit entfernt.
Es war die Frage aller Fragen, die ihr frisch auserkorene Begleiter gestellt hatte. Die Frage, auf die sie absolut keine Antwort wusste. Wie nannte man so etwas? Eine Nadel im Heuhaufen suchen? Ja, dass musste es gewesen sein. Genau das.
„Zum Wachen Meer … Denke ich …“
Zweifel schwangen in ihrer Stimme mit, unverkennbar und offensichtlicher als ein Glaubensbruder in einem Bordell.
Erneut meldeten sich ihre Kopfschmerzen, der Nachklang der Prügelei wahrscheinlich, aber ebenso die Erinnerung an den Ort auf der Karte, wo sie sich befinden mussten.
So weit entfernt.
„Der Erbauer möge uns den Weg zeigen …“
Die ganze Zeit über hatte sie mit sich gekämpft, wollte sie doch nicht wie eine debile Irre wirken, die ohne jeglichen Anhaltspunkt nach einer Person suchte, in einem Land wie Ferelden. Vergebens. Denn genau dies war sie.
Alles was ihr blieb, war auf die Gnade des Erbauers zu hoffen und die Kartenlesefähigkeit des Mannes.

Khardim
11.12.2013, 22:17
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Ser Lothar presste sich an die Wand hinter ihm und schob sich langsam zur Öffnung im Boden vor, durch welche die Treppe in das Obergeschoss führte. Die Stimmen waren durch das unablässige Knarren des Mühlrades nicht zu verstehen und von seiner Position aus konnte er nur verzerrte Schatten sehen, die sich über den Holzboden bewegten, während sich ihre Besitzer im Raum umsahen.
Er zog sich ein Stück in die Finsternis zurück und versuchte einen Plan zu fassen. Er hatte keinerlei Anhaltspunkte über Anzahl und Absichten der Neuankömmlinge, es konnte genau so gut die Müllersfamilie sein wie eine Gruppe von Plünderern oder verzweifelten Flüchtlingen. Genau so fraglich war es, ob sie vielleicht schon sein Pferd entdeckt hatten (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22084658&viewfull=1#post22084658), das immer noch in den Büschen am Ufer angebunden war und daher wussten, dass bereits jemand hier war.
Als sich der Ritter selbst dabei ertappte, wie er wieder einmal in Grübeleien versank, hätte er verächtlich über sich selbst den Kopf schütteln mögen; aus seiner jetzigen Lage heraus würde ohnehin kein gescheiter Plan entstehen, sodass ihm all die Wenns und Falls nichts nützen würden.
Mit erhobenem Haupt und der Hand am Schwertgriff schritt Ser Lothar die Treppe herab. Das Knarren der Stufen unter seinen Stiefeln zog trotz des Getöses die Aufmerksamkeit der Eindringlinge auf sich, die, wie er nun sehen konnte, zu viert und allesamt Männer waren. Oder zumindest auf dem Wege dahin; keiner von ihnen schien 20 Sommer gesehen zu haben, der Jüngste war vielleicht grade 13. Mit großen Augen musterten sie den Ritter, der grade wie aus dem Nichts zu ihnen herabgestiegen war und sahen einander dann ratlos an.
,,Ich grüße Euch.'' Ser Lothar sah keinen Grund dafür, nicht das Gespräch zu suchen, auch wenn er seine Rechte nicht vom Schwertknauf nahm.
Einer der Burschen, wohl der Älteste oder zumindest der Anführer der Bande, eine schmale Gestalt mit zerzaustem blonden Haar und ebensoviel Dreck wie Sommersprossen im Gesicht, nahm sich ein Herz: ,,Hallo. Wer seid Ihr?''
,,Mein Name ist Ser Lothar von Ernstberg, ich bin ein Ritter auf Reisen. Wie heißt Ihr?''
Die Jungs schauten sich kurz an, dann sprudelte ein ,,Geht Euch nichts an!'' aus dem Blondschopf hervor.
Nicht das ihn die Namen sonderlich interessiert hätten, aber Ser Lothars Hauptinteresse war es, ein sicheres Nachtlager zu finden und der sich abzeichnende Gesprächsverlauf verhieß dahingehend nichts Gutes.
,,Wie dem auch sei, Eure Angelegenheiten sollen mich nicht kümmern. Lasst Euch gesagt sein, dass diese Mühle leer und verlassen ist, auch wenn noch Licht brennt. Ich werde nun gehen und ..''
,,Habt Ihr Gold?''
Ser Lothar seufzte, als er die Frage hörte. Der Lärm der Mühle zwang ihn und die Jungen, sich geradezu anzuschreien, doch war er sich sicher, dass der Bursche die Frage auch ohne Geräuschkulisse laut zur Sprache gebracht hätte.
,,Nein.'' Das war nur die halbe Wahrheit, denn obwohl er tatsächlich nur ein paar Kupfermünzen dabei hatte, war eine großzügige Summe Geld in seinem Sattel versteckt.
,,Er lügt!'', rief einer der anderen Burschen dazwischen. Etwas kleiner, braunes Haar, stumpfer Blick. Er hätte eine friedliche Kindheit verdient, genau wie die anderen, nicht diesen Alptraum, der das Land heimsuchte.
,,Gib uns Dein Gold!'' Der Jüngste meldete sich zu Wort, blaue Augen, ebenfalls Sommersprossen und blondes Haar, die Stimme noch weit von der eines Mannes entfernt.
,,Ich habe keins. Ich werde nun gehen.''
Er war das Gespräch Leid und hoffte, dass die Jungs auf keine dummen Gedanken kommen würden. Er schritt ohne die Gruppe eines weiteren Blickes zu würdigen auf die Tür zu.
,,Gold her oder Du stirbst!'' Wie um seinen Worten Nachdruck zu verleihen zückte der Anführer der Bande einen Dolch, der ebenso dreckverkrustet war, wie er selbst.
Der Ritter blickte zu ihm herab: ,,Steck das Ding weg, bevor du dich damit noch selbst verletzt.'' Der Junge hielt seinen Blick stand und holte mit der winzigen Stichwaffe aus.
Ser Lothars Augen weiteten sich vor Entsetzen, als er erkannte, dass der Junge den Stoß nicht auf ihn zu führte, sondern auf die Fläche seiner eigenen linken Hand.
Kreischend fuhr Ser Lothars Schwert aus der Scheide; jetzt musste alles ganz schnell gehen.

Moku
12.12.2013, 16:52
http://upload.worldofplayers.de/files9/avasaoirse.pngSaoirse griff nach den Zügeln, als würde ihr Leben davon abhängen. Tatsächlich tat es das auch. Für sie. Denn sie war sich nicht sicher, ob sie nicht nur der Drang Nonna und Nonno zu beschützen soweit getrieben hatte, ihr soviel Kraft gegeben hatte bis jetzt durchzuhalten. Und bis zum Ende durchzuhalten. Davon ab konnte sie sich immer darauf verlassen, dass Nonnos geschärfte Sinne ihr durch jede Lebenslage helfen würden, während Nonna ein natürliches Gespür für Menschen hatte.

Auch wenn Saoirse diesem konsequent misstraute. Und dann stets eines besseren belehrt wurde.

Wie auch in diesem Fall. Saoirse war sich nicht sicher, ob der Mann namens Lio ihr nach dem Leben trachtete, nach ihrer kaum vorhandenen Ware oder ihr wirklich helfen wollte.

Als die ersten Regentropfen ihre Kleidung benetzten, sah sie wenig überrascht auf, starrte direkt in die dunklen grauen Wolken, die innerhalb kürzester Zeit den kompletten Himmel bedeckten.

"Wir moetten verder," murmelte sie, mehr zu sich selbst, streichelte einmal über Sir Albrechts Fell, bevor sie das Pferd antrieb loszumarschieren. Beide Tiere waren erschöpft und es war lediglich Saoirses Sturheit, den Karren nicht zurück zulassen, die sie dazu brachte weiter zu gehen und irgendeine Stelle zu suchen, die das Überqueren des Flusses halbwegs sicher machte.

Aber sie konnte den beiden Alten nicht zumuten zu Fuß zu gehen. Sie hielten sich nur schwach am Leben. Saoirse hatte Angst, wenn sie die beiden dazu zwingen würde zu Fuß zu gehen, dann wäre dies das Ende für sie. Und für Saoirse selbst. Darüber war sie sich sicher.

Der Regen begann zu plattern. Dicken Tropfen fielen zu Boden und der Tag wich langsam der Nacht.

Das blonde Mädchen hielt den Wagen an, warf einen kurzen Blick auf ihre beiden Begleiter, deren von Dunkelheit, Regen und Stoffen verdeckt waren. Saoirse selbst hatte nicht einmal dran gedacht, sich irgendetwas über zu werfen. Wilde Strähnen klebten ihr im Gesicht, von denen sie während der Reise das Wasser kaute.

"Ih hab nur dekken Nonna and Nonna", rief sie den beiden als Erklärung für den Halt zu. Ob sie sie verstanden, wusste sie nicht genau. Halbwegs elegant sprang sie auf den Wagen, blieb jedoch mit der Fußspitze hängen und stürzte Kopf voran auf das Holz.

„Autch,“ murmelte sie leise, rieb sich die Stirn, bevor sie schnell die Decken zusammen suchte. "Allez goed?" fragte sie mit leiser Stimme. Die schrumpelige Hand der Frau wirkte schneeweiß als sie diese ausstreckte und leicht Saoirses Wange nachfuhr, ein schwaches Lächeln auf den Lippen. Saoirse nahm die kalte Hand in ihre, drückte sie gegen ihre nicht deutlich wärmere Wange, warf dann einen kurzen Blick auf Nonno, der mit dem störrischen Blick eines Esels knapp nickte.

"Wi maken het na Denerim," meinte sie leise, mit allem Glauben, den sie in diese Worte pressen konnte. "Samen. And dan sal ih werken. And îr zolt hebben zoveel geld, dâz ir niet kunt besteden in leben. Zo hangen her."

Mit diesen Worten rückte sie die durchnässten Decken zurecht, sprang dann vom Karren. "Allez goed," warf sie ihren Begleitern zu, bevor sie erneut die Zügel der beiden Reittiere ergriff und weiter marschierte.

Die Temperaturen fielen, während der Wind an Geschwindigkeit zunahm. Während sie weiter Flussaufwärts stiefelten, zweifelte Saoirse immer mehr daran, dass sie eine geeignete Stelle zum überqueren finden könnten.

Sie müssten den Sturm abwarten. Ganz sicher konnten sie bei einem solchen Sturm nicht durch die Stromschnellen reiten.

Es gab niemanden, der so wahnsinnig war.

BlackShial
12.12.2013, 17:21
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngEs regnete. Regnete wie aus Strömen und der junge Mann war sich mehr als nur sicher: Jeder gescheite Flammenmagier hätte dieses Wetter gehasst. Abgrundtief gehasst.
Seine Kleidung war durchzogen von eisiger Nässe, lag schwer auf seinem Körper und führte sich bei jeder Bewegung unangenehm kühl an auf der Haut. Dennoch zog er seinen Schal - bei diesem Wetter als Kapuze genutzt - tiefer ins Gesicht, um zumindest dieses etwas besser vor dem Wetter zu schützen. Das rehbraune Haar klebte ihm auf der Stirn, hatte nichts mehr von der eigentlichen Ordnung aufzuweisen, in der es sonst immer lag.
Noch ein Grund, weshalb er dieses Wetter so hasste.
Die Wolken ballten sich in tiefer Dunkelheit über den Küstenstrichen, erlaubten es niemanden sich auch nur ansatzweise in irgendeiner bekannten Tageszeit wiederzufinden, geschweige denn sich an irgendetwas orientieren zu können.
Verloren war man, durchnässt bis auf die Knochen und umfangen von einer bitterlichen Kälte, trotz des sonst milden Klimas an der Küste - zumindest für fereldische Maßstäbe.
Was also tat man?
Die offensichtlichste und intelligenteste Lösung war es, einen Unterschlupf zu suchen. Reine Glückssache, wenn man die Gegend nicht kannte. Da jedoch genau dies der Fall war, musste sich der junge Mann also tatsächlich auf sein Glück verlassen, durchnässt durch den Regen stampfend.
Es dauerte eine ganze Weile, gefühlt wohl sogar eine Ewigkeit, doch er fand leicht am Wegesrand gelegen eine alte Hütte. Nicht im besten Zustand mochte man meinen, war es doch offensichtlich dass der Regen sich einen Weg durch das löchrige Dach bahnte, doch ausreichend. Gewiss mochte dies bedeuten, dass es in der Nähe ein kleines Dorf gab oder zumindest einen Hof, baute man immerhin keine Hütte ins Nirgendwo, doch der Magier war des Suchens müde und wollte einfach nur rasten und sich aufwärmen.
Mit leicht zittrigen Händen näherten sich seine vernarbten Hände der morschen Tür, tasteten sie sachte ab und öffneten sie schlussendlich mit einem lauten Knarren.
Vorsicht.
„Haltet ein! Keinen Schritt weiter!“
Beide Stimmen hatten die vollste Aufmerksamkeit des braunhaarigen Mannes, erstere jedoch nur gedanklich, die zweite im Gegensatz dazu mit suchenden Augen gepaart, die versuchten die Quelle auszumachen.
„Sachte, sachte!“
Ein aufgebrachter, leicht in die Jahre gekommener Mann war es, der dem Magier gedroht hatte, untermalte seine Worte mit einem Messer, welches er schützend vor sich hielt, den freien Arm von sich gestreckt.
Beschwichtigend die Linke vor sich haltend, sah sich der durchnässte Wanderer vorsichtig um, versuchte den Grund der Übervorsicht, mit der man ihm entgegentrat herauszufinden. Eine Frau, in der Ecke der Hütte sitzend, mit gesenktem Blick, wimmernd und vor allen Dingen unübersehbar hochschwanger.
Fabelhaft. Er hatte sich von allen Hütten in Ferleden genau die herausgesucht, die ein älteres, ungepflegtes Pärchen beherbergte, die dringender eine Hebamme brauchten, als Schutz vor Regen. Ob er sie wohl einfach heraus ekeln konnte? Drohen? Mit Magie nachhelfen?
Verdammt. Er war gewiss kein Gutmensch, doch ein fieses Ekel schon gar nicht.
„Was wollt ihr hier?!“
Aus den Gedanken gerissen sah der Magier den Mann fragend an. War es denn nicht offensichtlich?
„Einen trockenen Unterschlupf. Einen Ort, an dem ich mich aufwärmen und meine Kleidung trocknen kann. Einen Platz zum schlafen, sollte die Nacht nicht fern sein. Etwas, was es sicherer macht mich auf einer langen Reise auszuruhen. Keine Kinder entbinden oder dabei helfen. Einfach nur Ruhe und Wärme. Nicht mehr, nicht weniger.“
Mit gehobener Augenbraue kratzte er sich am Kinn, strich danach seinen Bart wieder glatt und zupfte leicht daran, als er mit der anderen Hand seinen Wanderstab hob und den noch immer ausgestreckten Arm des Älteren - mitsamt Dolch - vorsichtig zur Seite drückte. Er wartete nicht auf eine Antwort oder gar eine Einladung, befand sich die Hütte doch gewiss nicht im Besitz des Mannes oder seiner trächtigen Frau.
„Und wenn ihr schon dabei seid zu fragen …“
War er nicht.
„Der Name dieses großartigen Mannes lautet Quintus Tertius Secundus. Schweigt in Ehrfurcht oder auch ohne. Aber schweigt.“
Mit einer angedeuteten Verbeugung, einer Bewegung seiner Linken, an der für einen kurzen Moment Flammen leckten und das Innere der Hütte erhellten, drehte sich der Magier herum und machte sich daran einen Platz zu finden um das zu tun, was er eben vorhatte zu tun.

Moku
21.12.2013, 15:35
Faren | Findet Namenlos wieder einmal nützlich

http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren war beeindruckt. Scheinbar kam die Sklavin in der Elfin raus! Nicht nur, dass sie die Beeren auf einer sauberen Baumrinde serviert hatte, nein, die Beeren hatten sogar halbwegs essbar geschmeckt! Nicht zu vergleichen mit dem Fisch, der zwar nüchtern war, aber trotzdem immer noch einen eigenen moddrigen Geschmack inne hatte.

Scheinbar hatten sie sich nicht unbedingt den saubersten Platz zum Fischen gesucht.

Unabhängig davon war Faren eh kurz vorm Verhungern gewesen, was so ziemlich jegliche Nahrung zu einem Festschmaus machte. Selbst bittere, ungewaschene Wurzeln. Die Insekten dagegen waren in einem Haps weg. Es wurde Zeit, dass er seine Ausrüstung wieder fand. Wobei er keine Hoffnung hatte, seinen kleinen Karren mit den einzelnen Zutaten für Bomben und Nahrung unversehrt, geschweige denn überhaupt aufzufinden.

Der Zwerg seufzte einmal.

Scheinbar musste er sich mal wieder irgendwo einen Handkarren klauen. Vielleicht könnte er den neuen Karren ja sogar von der Elfe ziehen lassen. Schließlich war sie Größer und vermutlich auch stärker als er. Hausfrauen, so durfte Faren feststellen, hatten immense Kräfte durch Wischen des Bodens und der Gartenarbeit!

Er warf einen kurzen skeptischen Blick auf die Elfe.

Wobei er bei der Anwesenden keine allzu große Hoffnung hatte... bei der dürren Gestalt...

Sein Blick wanderte zum Himmel. Es dauerte noch eine Weile bis zur Dämmerung. Genug Zeit um zu überlegen, was sie alles für ihre Reise bräuchten und vorbereiten mussten bis sie einen Karren hatte, auf dem er wie früher alles lagern konnte. Wobei er dieses mal sicher gehen würde sich eine Tasche zuzulegen in der zumindest das Nötigste drin war.

Er fragte sich, ob die Elfin nähen konnte.

"Kannst du nähen?"

_____________________________

Vitus | Perplex

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.png"Das Wache Meer?" wiederholte Vitus überrascht.

Wie schlecht konnte der Orientierungssinn eines Menschen sein, wenn er von wo auch immer, dem leichten Akzent nach aus Rivain, kam, und dann scheinbar am Wachen Meer vorbeischlidderte, um dann einmal quer unten in Ferelden zu landen. Wäre der Templer allein weitergewandert, er wäre vermutlich schon bald auf die Qunari in Seheron gestoßen und dort einmarschiert.

"Ja," erwiderte er trocken. "Möge der Erbauer uns lenken..."

Denn Vitus brauchte mit dem anderen Templer sicherlich alle Hilfe, die er kriegen konnte um nicht ausversehen in Tevinter zu landen. Als Templer und Templerkommandant sowieso kein guter Ort.

"Dann folg mir," meinte er, steckte die Karte weg. Die bräuchte er für die nächsten Wochen sicherlich nicht.

Für einen kurzen Moment überlegte sich Vitus, ob der Templer nur zum Wachen Meer wollte, um ihn aufzuhalten. Dann wiederum konnte er sich nicht vorstellen, dass irgendwer so sehr an seinem Leben interessiert wäre, um ihn quer durch Thedas zu scheuchen. Und außerdem schien die Reise durch Bürgeraufstände, Ausbreitung der Brut und diversen anderen Ausschreitungen und Wild, das sie angreifen könnte, deutlich gefährlich als Ostagar.

Er fragte sich ob der Templer sein Ziel allein je erreicht hätte - unabhängig von seinem schlechten Orientierungssinn.

Venhedis
26.12.2013, 17:34
http://upload.worldofplayers.de/files9/avasaoirse.pngSaoirse griff nach den Zügeln, als würde ihr Leben davon abhängen. Tatsächlich tat es das auch. Für sie. Denn sie war sich nicht sicher, ob sie nicht nur der Drang Nonna und Nonno zu beschützen soweit getrieben hatte, ihr soviel Kraft gegeben hatte bis jetzt durchzuhalten. Und bis zum Ende durchzuhalten. Davon ab konnte sie sich immer darauf verlassen, dass Nonnos geschärfte Sinne ihr durch jede Lebenslage helfen würden, während Nonna ein natürliches Gespür für Menschen hatte.

Auch wenn Saoirse diesem konsequent misstraute. Und dann stets eines besseren belehrt wurde.

Wie auch in diesem Fall. Saoirse war sich nicht sicher, ob der Mann namens Lio ihr nach dem Leben trachtete, nach ihrer kaum vorhandenen Ware oder ihr wirklich helfen wollte.

Als die ersten Regentropfen ihre Kleidung benetzten, sah sie wenig überrascht auf, starrte direkt in die dunklen grauen Wolken, die innerhalb kürzester Zeit den kompletten Himmel bedeckten.

"Wir moetten verder," murmelte sie, mehr zu sich selbst, streichelte einmal über Sir Albrechts Fell, bevor sie das Pferd antrieb loszumarschieren. Beide Tiere waren erschöpft und es war lediglich Saoirses Sturheit, den Karren nicht zurück zulassen, die sie dazu brachte weiter zu gehen und irgendeine Stelle zu suchen, die das Überqueren des Flusses halbwegs sicher machte.

Aber sie konnte den beiden Alten nicht zumuten zu Fuß zu gehen. Sie hielten sich nur schwach am Leben. Saoirse hatte Angst, wenn sie die beiden dazu zwingen würde zu Fuß zu gehen, dann wäre dies das Ende für sie. Und für Saoirse selbst. Darüber war sie sich sicher.

Der Regen begann zu plattern. Dicken Tropfen fielen zu Boden und der Tag wich langsam der Nacht.

Das blonde Mädchen hielt den Wagen an, warf einen kurzen Blick auf ihre beiden Begleiter, deren von Dunkelheit, Regen und Stoffen verdeckt waren. Saoirse selbst hatte nicht einmal dran gedacht, sich irgendetwas über zu werfen. Wilde Strähnen klebten ihr im Gesicht, von denen sie während der Reise das Wasser kaute.

"Ih hab nur dekken Nonna and Nonna", rief sie den beiden als Erklärung für den Halt zu. Ob sie sie verstanden, wusste sie nicht genau. Halbwegs elegant sprang sie auf den Wagen, blieb jedoch mit der Fußspitze hängen und stürzte Kopf voran auf das Holz.

„Autch,“ murmelte sie leise, rieb sich die Stirn, bevor sie schnell die Decken zusammen suchte. "Allez goed?" fragte sie mit leiser Stimme. Die schrumpelige Hand der Frau wirkte schneeweiß als sie diese ausstreckte und leicht Saoirses Wange nachfuhr, ein schwaches Lächeln auf den Lippen. Saoirse nahm die kalte Hand in ihre, drückte sie gegen ihre nicht deutlich wärmere Wange, warf dann einen kurzen Blick auf Nonno, der mit dem störrischen Blick eines Esels knapp nickte.

"Wi maken het na Denerim," meinte sie leise, mit allem Glauben, den sie in diese Worte pressen konnte. "Samen. And dan sal ih werken. And îr zolt hebben zoveel geld, dâz ir niet kunt besteden in leben. Zo hangen her."

Mit diesen Worten rückte sie die durchnässten Decken zurecht, sprang dann vom Karren. "Allez goed," warf sie ihren Begleitern zu, bevor sie erneut die Zügel der beiden Reittiere ergriff und weiter marschierte.

Die Temperaturen fielen, während der Wind an Geschwindigkeit zunahm. Während sie weiter Flussaufwärts stiefelten, zweifelte Saoirse immer mehr daran, dass sie eine geeignete Stelle zum überqueren finden könnten.

Sie müssten den Sturm abwarten. Ganz sicher konnten sie bei einem solchen Sturm nicht durch die Stromschnellen reiten.

Es gab niemanden, der so wahnsinnig war.

http://upload.worldofplayers.de/files9/Ava_Lio_R_vsm.jpg

Während sie weiter flussaufwärts liefen, wurde Lio immer zuversichtlicher, dass sie schon bald eine geeignete Stelle zum Überqueren finden würden. Sie hatten keine andere Wahl. Das Gewitter, das gerade im Begriff war ihre Kleider zu durchweichen, entwickelte sich langsam zu einem Sturm. Der Wind heulte in seinen Ohren und zerrte an den Säumen der dünnen Kleider, die die Mädchen anhatten. Er zog seinen Umhang aus und legte ihn Elaine um die Schultern. Es war eine knappe Geste und es war ihm egal, ob sie sich darüber aufregen würde oder nicht. Würde sie sich auf ihrer Reise nach Denerim in den nächsten Tagen das Fieber holen, er hätte noch größere Sorgen. Sein Blick streifte ihre Begleiterin und er überlegte gerade, ob er ihr Sels Pferdedecke anbieten sollte, die im Augenblick in den Satteltaschen verstaut war, als er aus den Augenwinkeln sah, wie der Fluss sich seitlich von ihr ein wenig weiter nordwärts schlängelte und dann breiter wurde. Das war ein gutes Zeichen. An breiten Flussstellen verteilten sich die Wassermassen für gewöhnlich am besten, was bedeutete, dass es keine starken Strömungen gab. Außerdem waren an diesen Stellen die Wasserpegel vergleichsweise niedrig und die Fließgeschwindigkeiten ebenfalls. Eine gute Voraussetzung, um einen Fluss zu überqueren, und das mussten sie, denn hier auf dieser Seite des Ufers gab es weit und breit nichts, was ihnen als Unterschlupf hätte dienen können. Und einen Unterschlupf brauchten sie, so schnell wie möglich.

Lio beschleunigte seine Schritte und blieb dann an der Stelle stehen, an der das Flussbett am breitesten war. Dann wartete er ab, bis die Mädchen mit dem Karren zu ihm aufgeschlossen hatten, und begann wortlos Sel abzuspannen. Er griff in die Satteltaschen, holte die Decke hervor und reichte sie Saoirse. So hatte Elaine sie doch genannt: Saoirse und die Zukunft ihres Karrens. Er musste kurz grinsen. Dann, um das Gebrüll des Windes zu übertönen, rief er ihr entgegen: „Hier, zieh sie über.“ Anschließend wandte er sich an Elaine: „Diese Stelle hier sieht gut aus. Vielleicht schaffen wir es trotz Gewitter ohne größere Probleme auf die andere Seite. Spring in den Sattel.“ Mit diesen Worten beugte er sich vor und half ihrem Fuß in den Steigbügel. Mit einer schwungvollen Bewegung hievte sie sich auf das Pferd und ergriff Sels Zügel, die geduldig dastand obwohl sie bereits zu ahnen schien, was ihr gleich bevorstand. Anschließend schwang er sich selbst auf den Rücken des Pferdes und blieb einen Moment ratlos sitzen, nicht wissend, wohin mit seinen Händen. Das Regenwasser tropfte von seinen Haaren und lief ihm in Strömen über das Gesicht. Er konnte kaum noch die Augen offen halten. Mit den Fingern beider Hände fuhr er sich über die Lider, dann legte er in Ermangelung anderer Alternativen seine Arme um Elaines Körper, um Halt zu finden, und versetze Sel mit dem Druck seiner Schenkel in Bewegung. „Also gut, Elaine, dann bring uns jetzt sicher hinüber.“ Während das Pferd langsam das Ufer herabstieg und dann mit den Hufen ins Wasser eintauchte, schaute er sich ständig um und betrachtete den Fluss. Für Sel würde es kein Problem sein, ihn zu durchqueren, das Wasser würde nicht einmal die Steigbügel erreichen. Wenn sie jedoch gleich mit dem Karren zu Fuß hinüber wollten, dann würden sie an der tiefsten Stelle vermutlich bis zu den Knien im Wasser stehen, und was den Karren selbst betraf…

Elaine lenkte Sel zielstrebig mit den Zügeln durch den Fluss. Seine Brust gegen ihren Rücken geschmiegt spürte er, wie sie vor Kälte zitterte, so dass er unwillkürlich die Arme noch enger um sie schloss. Gleich würden sie die andere Uferseite erreicht haben. Dann würde er Elaine wohlbehalten dort absetzen, mit Sel umkehren und Saoirse holen, um sich anschließend mit ihr, dem Esel und dem Karren durch das eiskalte Wasser zu kämpfen, dessen Pegel, angefüttert durch die Wassermassen, die sich vom Himmel ergossen, so schnell stieg, dass man das Gefühl hatte, man könne mit dem bloßen Auge zusehen.
Mit einem Ruck brachte Elaine Sel zum Stehen, während der Himmel über ihnen in ein bedrohliches Graugelb überging, Sie hatten die andere Seite erreicht. Lio atmete erleichtert aus. Dann beugte er, ohne es selbst zu merken, seinen Kopf zu ihr herunter und seine Lippen hinterließen einen Kuss auf ihrer Halsbeuge. Einen kleinen Kuss, leise auf ihre Haut gehaucht, den der Regen schon wenige Atemzüge später wieder abgewaschen haben würde.

Khardim
27.12.2013, 15:30
http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpg
,,Im Imperium wird an jeder Straßenecke Magie gewirkt und das schon seit hunderten von Jahren! Es ist vollkommener Unfug, mit Magiern umzugehen, wie ihr es hier tut!''
Dieser und ähnliche Fetzen der schier unendlichen Gespräche, die er mit seiner Frau über das Thema bereits geführt hatte, bevor er sie geheiratet hatte, schossen Ser Lothar durch den Kopf, als die Spitze seines Schwerts in der Luft einen silbernen Halbkreis beschrieb. Für gewöhnlich weiteten sich diese Diskussionen zu regelrechten Wortscharmützeln aus, in denen auch bezüglich Sklaverei, Blutmagie und des ewigen Kriegs gegen die Qunari einigen Fronten eröffnet wurden. Er hatte sich nicht zuletzt wegen ihrer Schlagfertigkeit in Victoria verliebt und ihm waren solche Geplänkel deutlich lieber als das Schweigen, das in so manch anderer Ehe vorherrschte.
Die Zeit im Raum schien still zu stehen, der Dolch des Jungen schwebte über seiner Handfläche (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22114921&viewfull=1#post22114921). Ob seiner Frau die Ironie ins Auge fallen würde, wenn sie ihren Mann durch Magie verlieren würde, für deren Freiheit sie stets eine Lanze zu brechen bereit war? Vermutlich schon, sie hatte einen wachen Geist und eine bemerkenswerte Auffassungsgabe. Ser Lothar konnte sich keine Frau vorstellen, mit der er glücklicher gewesen wäre.

Sein Schwert erreichte das Schlüsselbein des Knaben bevor dessen Dolch seine Adern öffnen konnte. Geführt mit jahrzehntelanger Erfahrung und unbeschreiblicher Angst entfaltete die Waffe eine furchtbare Wirkung. Ein weiterer Hieb würde nicht nötig sein.
Immer noch unfassbar langsam sank der Junge in sich zusammen. Seine Augen drehten sich nach oben, der Kiefer sank und entblößte eine Reihe dreckiger Zähne. Es vergingen Jahre, bis der Körper in einer weinroten Lache zum Liegen kam, kein Laut war in der Mühle zu hören, obwohl die Räder sich unentwegt drehten.
Der Ritter stand da und sah, was er getan hatte. Die Gedanken an Victoria waren wie weggeblasen, eine vollkommene Leere hatte seinen Geist ergriffen. Nur das Bild von dem Kind, das er grade niedergestreckt hatte und seine kümmerliche Waffe noch in der Hand hielt, erreichte seinen Verstand. Die unnatürliche Lage der Gliedmaßen, das Blut, das von der Wand hinter ihm und Ser Lothars Schwert tropfte und schließlich der Lichtschein, der sich darin spiegelte.
Wie konnte in so kurzer Zeit aus einem verdreckten Bauernsohn ein tödlicher Blutmagier und dann noch schneller wieder ein wehrloses Kind werden, das lange vor seiner Zeit einen grausamen Tod fand? Und war er überhaupt in der Lage, Magie zu wirken? Oder hatte er nur leer mit dem Dolch gedroht, um den Ritter zu täuschen?
Hatte Ser Lothar einen wehrlosen Jungen getötet oder das Land von einer weiteren Abscheulichkeit bewahrt?

Es dauerte weitere Ewigkeiten, bis er die anderen Knaben wieder wahr nahm. Genau so entsetzt starrten sie den Leichnam ihres Anführers an. Als Ser Lothar zu ihnen hinüber sah, gab es für die drei kein Halten mehr: Von Todesangst ergriffen stürmten sie schreiend an ihm vorbei und verschwanden in der Nacht. Er nahm keine Verfolgung auf.
Ein weiteres Mal lies er seinen Blick auf dem toten Jungen ruhen; er konnte ihn nicht so liegen lassen. Er verließ, die blutige Klinge noch in der Hand, die Mühle und fand nach kurzer Suche in einem Schuppen an der Hauswand, was er suchte: Er schleppte einige Säcke Mehl zurück in den Raum und legte mithilfe der Kerzen Feuer.
Ser Lothar wartete mit seinem Pferd in einiger Entfernung, bis er sicher sein konnte, dass die Flammen die Mühle vollständig verschlingen würden und sattelte dann auf. Es war ihm nicht wichtig gewesen, Beweise für seine Bluttat zu vernichten. Doch sollte es wirklich nur ein Junge gewesen sein, den er dort getötet hatte, so war es ihm schuldig, in wenigstens halbwegs anständig zu bestatten.
Während die Flammen die Schatten vor ihm lebendig werden ließen, lenkte der Ritter sein Ross weiter nach Südwesten, noch größeren Schrecken entgegen.

BlackShial
28.12.2013, 13:48
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngTiaden lies sich alle Zeit der Welt beim Verzehren ihrer Mahlzeit, so als gäbe es nichts das wichtiger gewesen wäre. Nicht das es besonders schmackhaft gewesen war, schien es doch ein himmelweiter Unterschied zu dem zu sein, was sie sonst immer verzehrt hatte. Doch es war besser und vor allem mehr als das, was sie in letzter Zeit zu sich genommen hatte.
So unwichtig erschien es gewesen zu sein sich um Nahrung zu kümmern, seit sie auf sich allein gestellt war, dagegen in diesem Moment doch umso wichtiger es zu genießen. Sofern es ihr möglich war.
Vorsichtig legte sie die Borke neben sich, geschmückt mit Gräten und anderen Resten der Mahlzeit, dein säuberlich sortiert und am Rand platziert. Erst nachdem sie sich vergewissert hatte, dass ihr provisorischer Teller sicher im Gras gebettet war, wand sie sich ihrem bärtigen Begleiter zu, antwortete ihm jedoch noch in der leichten Drehung.
„Nein.“
Es war nie nötig gewesen derlei Dinge zu tun und somit auch nicht diese zu lernen. Ihre Aufgaben lagen offensichtlich nur bei der Herstellung von Tränken, ab und an auch bei Giften oder dem Training von Schwertkampf. Letzteres war dabei jedoch nur nebensächlich.
Andere Besänftigte konnten gewiss nähen, immerhin hatte jeder im Zirkel seine feste Aufgabe der er nachging. Nicht jeder Besänftigte versuchte sich an Verzauberungen, auch wenn sie gewiss ein Talent dafür gehabt zu haben schienen. Ebenso wenig versuchte sich jeder Besänftigte an der Herstellung von Lyriumtränken zu befassen, welche später den Templern ausgehändigt wurden. Wieso also sollte sich jeder am Nähen versuchen?
Nein. Nein sie konnte es gewiss nicht und hatte auch nie das Bedürfnis es zu können.
„Sollte ich es können?“
Die Elfe war sich unsicher.
Wie es wohl bei den Zwergen war? Mussten deren Besänftigte - oder auch Kastenlose, wie der kleine Mann sie nannte - lernen zu nähen? Doch zugleich sagte er doch, dass ihnen keine Aufgaben zuteilwurden. Ob er sie deshalb fragte?
Faren konnte ganz offensichtlich nichts von dem, was Besänftigte eben so konnten. Geschweige denn etwas, was sonst jemand konnte. Also fragte er sie entweder, weil es in Ferleden wohl üblich war das jeder ihres Standes dies konnte oder einfach nur, weil er etwas von ihr lernen wollte um ebenfalls nützlich zu sein.


http://upload.worldofplayers.de/files9/TrennlinieRPG.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngJo hob fragend eine Augenbraue und sah den älteren Mann aus dem Augenwinkel heraus an. Scharrend richtete sie ihre Rüstung und schob die Gurte zurecht.
„Ja das wache Meer. Ist das so ungewöhnlich?“
Eigentlich hätte sie sich diese Frage sparen können, was ihr in diesem Moment wieder einfiel, befand sie sich doch ganz offensichtlich an einer ganz anderen Stelle in diesem verfluchten Land. Doch was wusste dieser rauflustige Tunichtgut neben ihr schon? Sie hätte je genauso gut etwas zu erledigen gehabt haben, was sie eben in diese Ecke von Ferleden geführt haben könnte.
Denn ehrlich gesagt, war es der Templerin doch recht unangenehm zu offenbaren wie schlecht ihr Orientierungssinn doch tatsächlich war. Vielleicht sollte sie sich also wirklich damit herausreden? Zugleich war es ihr aber auch ziemlich egal was dieser knurrige Kerl von ihr dachte, schien er selbst doch nichts anderes zu können als sich mit Schwächeren anzulegen und den Gesang des Lichts zu zitieren.
Verdammt! Der Gesang des Lichts!
Da war ja etwas, was ihr schon die ganze Zeit durch den Kopf geisterte.
Jo schüttelte nachdenklich den Kopf und legte die Stirn in Falten. Es war äußerst ungewöhnlich das ein einfacher Bauer, Reisender, Räuberbandenanführer, oder was auch immer diese Verse kannte.
Vielleicht war er einst ein Kantor? Nein. Nein gewiss war er kein Kantor. Es gab nichts in ganz Thedas, das gerechtfertigt hätte, dass sich ein Kantor zu so etwas entwickelt hatte. Wahrlich nichts.
Ein Templer? Ausgeschlossen! Templer waren ehrenhaft und glaubten an ihren Schwur, egal was sie durchleiden mussten. Der Schwur machte sie stark und begleitete sie ihr Leben lang. Ungläubige hatten in den Reihen des Erbauers ohnehin nichts zu suchen. Also weder ein Kantor, Ordensbruder oder sonstiges.
Doch statt es einfach dabei zu belassen, siegte wieder einmal die Neugierde der jungen Frau und sie vertiefte ihre Gedanken.
„Sagt ... Wieso kennt ihr den Gesang des Lichts? Keine Ausflüchte, keine Lügen, die Wahrheit bitte.“
Hinter seiner stoischen Fassade steckte mehr als ein versoffener Raufbold, soviel war sicher. Und Jo wollte genau wissen was es war.

Leeyara
29.12.2013, 18:01
http://upload.worldofplayers.de/files9/CT6lrB4Naevia.png

Naevia war müde, ihre Beine schmerzten, sie hatte Hunger und Durst, doch der Elf machte keinerlei Anstalten, eine Rast einzulegen. Nur der Wolf spürte, dass es ihr nicht gut ging. Immer wieder stupste er sie mit seiner Schnauze an und blickte sie fragend an. Doch Naevia, inzwischen seine Anwesenheit duldend, streichelte ihn nur nachlässig am Kopf. In Gedanken grübelte sie immer noch über ihre Weggefährten nach. Es erschien ihr merkwürdig, dass er nur in Begleitung dieses Wolfes unterwegs war. Waren denn die Dalish denn nicht eigentlich immer in Clans unterwegs? So viel wusste sie zumindest noch aus den Geschichtsstunden. Auch wenn sie ja keine Elfe war, wurde sie dennoch beim Unterricht von den Anderen akzeptiert.

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als der Elf sich plötzlich zu ihr wandte: „Ist irgendwas?“ fragte er sie. Er klang unfreundlich und genervt. Gut, wenn er sie so behandelte, würde sie ihm ganz sicher nichts von ihren Schmerzen erzählen.
„Nein, ist alles wunderbar, mir geht’s bestens!“, presste sie schmerzerfüllt hervor. Doch gegen die Tränen, die ihr gerade in die Augen traten, war sie machtlos. Es ärgerte sie. Fast so sehr wie die Teilnahmslosigkeit des Elfen.

http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg Ein Herz aus zu weichem Stein

„Nein, ist alles wunderbar, mir geht’s bestens!“ Pa'ol war bemüht, nicht zu zeigen, dass er erleichtert ausatmete. Das Letzte, was er gebrauchen konnte, war, sich um einen jammernde Menschenfrau zu kümmern. Er war nicht dazu geschaffen, für andere dazusein. Er war gut darin, für sich selbst zu sorgen, für sich allein zu sein. Fürsorge und anderes Jammerlappengetue, lagen ihm fern.
"Dann ist ja gut..." Er drehte sich um, kam aber nicht umhin, die Tränen zu bemerken, die sich in ihren Augen sammelten. Entschlossen, es zu ignorieren, tat er ein paar Schritte nach vorne. Aber ihm war noch etwas aufgefallen. Ihre Augen hatten eine eigentümliche Farbe bekommen, die ihn zumindest für einen kurzen Augenblick faszinierte. Nicht, dass er jetzt deutlich mehr Interesse an ihr hätte, aber er hatte es wahrgenommen. Alle anderen Gedanken schob er ganz schnell ganz weit von sich. Und machte den nächsten entschlossenen Schritt nach vorn. Sollte sie doch ihren Mund aufmachen, wenn sie was beschäftigte. Allerdings kam er nicht umhin, anzuerkennen, wie sehr sie sich zusammenriss. Andere hätten schon längst gezetert, bis ihm seine Spitzohren abgebrochen werden.

Fest entschlossen, sie nicht weiter zu beachten, richtete er seinen Blick nach vorne. Aber plötzlich und ohne es wirklich zu wollen, drehte er sich zu ihr um und blickte ihr direkt ins Gesicht. "Alles Bestens ... ja?" Er erspähte ein bisschen weiter weg, aber nicht viel, einen umgefallen Baumstamm, der von einem großen Baum mit Schatten versorgt wurde. Der schlaue Wolf machte sich schon auf dem Weg zu ihm hin. Zum ersten Mal an diesem Tag hatten sie denselben Gedanken. Kurzentschlossen warf er sie einfach über die Schulter. Er wirkte zwar wie ein schmaler Elf, hatte aber eine beachtliche Stärke. Wenige Meter später setzte er sie auf dem Baumstamm ab. Er hatte nichts von seinem grummeligen Gesichtsausdruck verloren, als er in seinem Beutel rumkramte und wenig später ein paar zerriebene Elfenwurzeln rausholte. Er reichte sie ihr. "Reib dir damit die Füße ein. Ich werde in der Zeit schauen, ob ich was zu essen auftreiben kann." Und schwupps war er wieder in der Wildnis verschwunden. Dallean blieb zurück und passte auf.



http://upload.worldofplayers.de/files9/avasaoirse.pngSaoirse griff nach den Zügeln, als würde ihr Leben davon abhängen. Tatsächlich tat es das auch. Für sie. Denn sie war sich nicht sicher, ob sie nicht nur der Drang Nonna und Nonno zu beschützen soweit getrieben hatte, ihr soviel Kraft gegeben hatte bis jetzt durchzuhalten. Und bis zum Ende durchzuhalten. Davon ab konnte sie sich immer darauf verlassen, dass Nonnos geschärfte Sinne ihr durch jede Lebenslage helfen würden, während Nonna ein natürliches Gespür für Menschen hatte.

Auch wenn Saoirse diesem konsequent misstraute. Und dann stets eines besseren belehrt wurde.

Wie auch in diesem Fall. Saoirse war sich nicht sicher, ob der Mann namens Lio ihr nach dem Leben trachtete, nach ihrer kaum vorhandenen Ware oder ihr wirklich helfen wollte.

Als die ersten Regentropfen ihre Kleidung benetzten, sah sie wenig überrascht auf, starrte direkt in die dunklen grauen Wolken, die innerhalb kürzester Zeit den kompletten Himmel bedeckten.

"Wir moetten verder," murmelte sie, mehr zu sich selbst, streichelte einmal über Sir Albrechts Fell, bevor sie das Pferd antrieb loszumarschieren. Beide Tiere waren erschöpft und es war lediglich Saoirses Sturheit, den Karren nicht zurück zulassen, die sie dazu brachte weiter zu gehen und irgendeine Stelle zu suchen, die das Überqueren des Flusses halbwegs sicher machte.

Aber sie konnte den beiden Alten nicht zumuten zu Fuß zu gehen. Sie hielten sich nur schwach am Leben. Saoirse hatte Angst, wenn sie die beiden dazu zwingen würde zu Fuß zu gehen, dann wäre dies das Ende für sie. Und für Saoirse selbst. Darüber war sie sich sicher.

Der Regen begann zu plattern. Dicken Tropfen fielen zu Boden und der Tag wich langsam der Nacht.

Das blonde Mädchen hielt den Wagen an, warf einen kurzen Blick auf ihre beiden Begleiter, deren von Dunkelheit, Regen und Stoffen verdeckt waren. Saoirse selbst hatte nicht einmal dran gedacht, sich irgendetwas über zu werfen. Wilde Strähnen klebten ihr im Gesicht, von denen sie während der Reise das Wasser kaute.

"Ih hab nur dekken Nonna and Nonna", rief sie den beiden als Erklärung für den Halt zu. Ob sie sie verstanden, wusste sie nicht genau. Halbwegs elegant sprang sie auf den Wagen, blieb jedoch mit der Fußspitze hängen und stürzte Kopf voran auf das Holz.

„Autch,“ murmelte sie leise, rieb sich die Stirn, bevor sie schnell die Decken zusammen suchte. "Allez goed?" fragte sie mit leiser Stimme. Die schrumpelige Hand der Frau wirkte schneeweiß als sie diese ausstreckte und leicht Saoirses Wange nachfuhr, ein schwaches Lächeln auf den Lippen. Saoirse nahm die kalte Hand in ihre, drückte sie gegen ihre nicht deutlich wärmere Wange, warf dann einen kurzen Blick auf Nonno, der mit dem störrischen Blick eines Esels knapp nickte.

"Wi maken het na Denerim," meinte sie leise, mit allem Glauben, den sie in diese Worte pressen konnte. "Samen. And dan sal ih werken. And îr zolt hebben zoveel geld, dâz ir niet kunt besteden in leben. Zo hangen her."

Mit diesen Worten rückte sie die durchnässten Decken zurecht, sprang dann vom Karren. "Allez goed," warf sie ihren Begleitern zu, bevor sie erneut die Zügel der beiden Reittiere ergriff und weiter marschierte.

Die Temperaturen fielen, während der Wind an Geschwindigkeit zunahm. Während sie weiter Flussaufwärts stiefelten, zweifelte Saoirse immer mehr daran, dass sie eine geeignete Stelle zum überqueren finden könnten.

Sie müssten den Sturm abwarten. Ganz sicher konnten sie bei einem solchen Sturm nicht durch die Stromschnellen reiten.

Es gab niemanden, der so wahnsinnig war.




http://upload.worldofplayers.de/files9/Ava_Lio_R_vsm.jpg

Während sie weiter flussaufwärts liefen, wurde Lio immer zuversichtlicher, dass sie schon bald eine geeignete Stelle zum Überqueren finden würden. Sie hatten keine andere Wahl. Das Gewitter, das gerade im Begriff war ihre Kleider zu durchweichen, entwickelte sich langsam zu einem Sturm. Der Wind heulte in seinen Ohren und zerrte an den Säumen der dünnen Kleider, die die Mädchen anhatten. Er zog seinen Umhang aus und legte ihn Elaine um die Schultern. Es war eine knappe Geste und es war ihm egal, ob sie sich darüber aufregen würde oder nicht. Würde sie sich auf ihrer Reise nach Denerim in den nächsten Tagen das Fieber holen, er hätte noch größere Sorgen. Sein Blick streifte ihre Begleiterin und er überlegte gerade, ob er ihr Sels Pferdedecke anbieten sollte, die im Augenblick in den Satteltaschen verstaut war, als er aus den Augenwinkeln sah, wie der Fluss sich seitlich von ihr ein wenig weiter nordwärts schlängelte und dann breiter wurde. Das war ein gutes Zeichen. An breiten Flussstellen verteilten sich die Wassermassen für gewöhnlich am besten, was bedeutete, dass es keine starken Strömungen gab. Außerdem waren an diesen Stellen die Wasserpegel vergleichsweise niedrig und die Fließgeschwindigkeiten ebenfalls. Eine gute Voraussetzung, um einen Fluss zu überqueren, und das mussten sie, denn hier auf dieser Seite des Ufers gab es weit und breit nichts, was ihnen als Unterschlupf hätte dienen können. Und einen Unterschlupf brauchten sie, so schnell wie möglich.

Lio beschleunigte seine Schritte und blieb dann an der Stelle stehen, an der das Flussbett am breitesten war. Dann wartete er ab, bis die Mädchen mit dem Karren zu ihm aufgeschlossen hatten, und begann wortlos Sel abzuspannen. Er griff in die Satteltaschen, holte die Decke hervor und reichte sie Saoirse. So hatte Elaine sie doch genannt: Saoirse und die Zukunft ihres Karrens. Er musste kurz grinsen. Dann, um das Gebrüll des Windes zu übertönen, rief er ihr entgegen: „Hier, zieh sie über.“ Anschließend wandte er sich an Elaine: „Diese Stelle hier sieht gut aus. Vielleicht schaffen wir es trotz Gewitter ohne größere Probleme auf die andere Seite. Spring in den Sattel.“ Mit diesen Worten beugte er sich vor und half ihrem Fuß in den Steigbügel. Mit einer schwungvollen Bewegung hievte sie sich auf das Pferd und ergriff Sels Zügel, die geduldig dastand obwohl sie bereits zu ahnen schien, was ihr gleich bevorstand. Anschließend schwang er sich selbst auf den Rücken des Pferdes und blieb einen Moment ratlos sitzen, nicht wissend, wohin mit seinen Händen. Das Regenwasser tropfte von seinen Haaren und lief ihm in Strömen über das Gesicht. Er konnte kaum noch die Augen offen halten. Mit den Fingern beider Hände fuhr er sich über die Lider, dann legte er in Ermangelung anderer Alternativen seine Arme um Elaines Körper, um Halt zu finden, und versetze Sel mit dem Druck seiner Schenkel in Bewegung. „Also gut, Elaine, dann bring uns jetzt sicher hinüber.“ Während das Pferd langsam das Ufer herabstieg und dann mit den Hufen ins Wasser eintauchte, schaute er sich ständig um und betrachtete den Fluss. Für Sel würde es kein Problem sein, ihn zu durchqueren, das Wasser würde nicht einmal die Steigbügel erreichen. Wenn sie jedoch gleich mit dem Karren zu Fuß hinüber wollten, dann würden sie an der tiefsten Stelle vermutlich bis zu den Knien im Wasser stehen, und was den Karren selbst betraf…

Elaine lenkte Sel zielstrebig mit den Zügeln durch den Fluss. Seine Brust gegen ihren Rücken geschmiegt spürte er, wie sie vor Kälte zitterte, so dass er unwillkürlich die Arme noch enger um sie schloss. Gleich würden sie die andere Uferseite erreicht haben. Dann würde er Elaine wohlbehalten dort absetzen, mit Sel umkehren und Saoirse holen, um sich anschließend mit ihr, dem Esel und dem Karren durch das eiskalte Wasser zu kämpfen, dessen Pegel, angefüttert durch die Wassermassen, die sich vom Himmel ergossen, so schnell stieg, dass man das Gefühl hatte, man könne mit dem bloßen Auge zusehen.
Mit einem Ruck brachte Elaine Sel zum Stehen, während der Himmel über ihnen in ein bedrohliches Graugelb überging, Sie hatten die andere Seite erreicht. Lio atmete erleichtert aus. Dann beugte er, ohne es selbst zu merken, seinen Kopf zu ihr herunter und seine Lippen hinterließen einen Kuss auf ihrer Halsbeuge. Einen kleinen Kuss, leise auf ihre Haut gehaucht, den der Regen schon wenige Atemzüge später wieder abgewaschen haben würde.


http://upload.worldofplayers.de/files9/Elaine_ava.jpg
Regenschauertänze

Alles ging recht schnell. Zu schnell. Viel zu schnell. Eben noch hatte sich Elaine noch maßlos über Lio aufgeregt und plötzlich fing es an zu regnen. Normalerweise hatte sie keine Furcht davor, nass zu werden. Aber in Anbetracht ihrer Situation bekam sie es mit der Angst zu tun. Was würde passieren, wenn sie es nicht rechtzeitig über den Fluss schafften? Aber auch die Kälte machte ihr zu schaffen. Der dünne Stoff ihres Kleides konnte sie kaum abhalten. Und je durchnässter sie war, desto mehr spürte sie die Klammheit in ihre Glieder ziehen.
Als sie eine breite Stelle am Fluss erreicht hatten. Brachte Lio den Tross zum Stehen. Er schien es hier versuchen zu wollen. Elaine warf noch einen Blick auf Saoirse schaute, ob mit ihr alles okay war. Auch sie schien mit der Kälte und der Nässe zu kämpfen. Elaine versuchte ihr noch kurz zuzuwinken, um ihr zu zeigen, dass alles gut werden würde, aber plötzlich umfasste Lio ihre Taille mit seinen Händen und hiefte sie auf sein Pferd. Das Kribbeln, welches sie augenblicklich am ganzen Körper erfasste, ließ sie das Atmen und die Kälte vergessen. Erstarrt richtete sie ihren Blick nach vorne, während sie verzweifelt versuchte, ihre aufkommenden Gefühle zu unterdrücken, die ihr in diesem Maß unbekannt waren. Hör auf damit... kindische Elaine!

Ihr gelang es gerade wieder, ihre Selbstbeherrschung zurück zu erobern, als er sich hinter sie auf das Pferd setzte und sie näher an sich zog. Scharf zog sie die Luft ein. Für einen kurzen Moment war ihr schwindelig und ihr war, als ob heiße Lava ihren Körper hinauf stieg. Augenblick begann sie zu zittern. Dieses Mal jedoch aus anderen Gründen. Als er sie daraufhin noch enger an sich zog, war es um sie geschehen. Allein sein Atem in ihrem Nacken machte sie fertig.

Alles drehte sich um sie herum. Feine Blitze tanzten auf ihrer Haut, zusammen mit vielen kleinen Regentropfen. Ihre Beine zitterte und sie war so dankbar, dass sie schon saß. Wenn sie die Luft einzog, dann roch sie ihn ... neben einer Prise nassem Pferd, was sie gerade nicht interessierte. Wenn sie sich nach hinten lehnte, spürte sie ihn. Sie verspürte das fast übermenschliche Bedürfnis, sich in seine Arme wühlen und sich zu verlieren. Jetzt reiß dich zusammen! Dumme Elaine. Er ist bald wieder weg, er ist unhöflich, ungehobelt, arrogant, besserwisserisch, selbstherrlich ... Während sie all seine vermeintlich schlechten Eigenschaften in ihren Gedanken aufzählte, ließ sie sich ganz instinktiv einfach in seine Umarmung fallen. Die intensive Nähe brachte alles andere im Nu zum Schweigen und sie sog einfach nur diesen einen Moment in sich auf. Und sie fühlte Glück dabei, denn hier konnte ihr einfach nichts passieren. Hier gehörte sie hin.

Die Geigen im Himmel hörten so abrupt auf zu spielen, wie sie angefangen hatten, als das Pferd plötzlich zum Stehen kam. Die Reise war vorbei und Elaine konnte sich nur mühsam einen enttäuschten Seufzer verkneifen. Sie wollte gerade vom Pferd springen, als wäre nichts, sie von einem sanften Kribbeln in ihrem Nacken wieder in ihre Träume gezogen wurde. Sie drehte den Kopf zu ihm, beide saßen noch auf dem Pferd. Ihre Blicke trafen sich. Für einen kurzen Moment war sie versucht, ihn einfach zu küssen, erinnerte sich aber dem Erbauer sei Dank an ihre gute Erziehung. Zumindest hatte sie nicht ganz die Selbstbeherrschung verloren. Allerdings war sie so verwirrt und durch den Wind, dass sie ganz vergessen hatte, ihre typische arrogante Haltung einzunehmen. Ganz sanft streichelte sie mit ihrer Hand über seine Wange und küsste sie daraufhin. "Danke." Und schon war sie vom Pferd gesprungen.

Khardim
03.01.2014, 14:38
http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpg
Jeden Abend, gleich nachdem die Sonne untergegangen war und alle Farbe die Welt verlassen hatte, war Ser Lothar allein mit seinen Gedanken. In der ersten Nacht nach der Wassermühle (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22179154&viewfull=1#post22179154) hatte er noch gefürchtet, dass er keinen Schlaf finden würde; eine Sorge, die sich zwar als unnötig herausstellte, doch nahm dies den Stunden vor der Nachtruhe nichts von ihrem Terror: Die Tage waren kurz und die Dunkelheit zwang den Ritter stets früh abzusatteln und nach einer Bleibe für die Nacht zu suchen. Teilweise stundenlang saß er dann dort in der Einöde und wartete auf das Ende des Wartens. Er hatte seit Tagen keinen Menschen mehr getroffen und auch Tiere schien es dort keine mehr zu geben, vermutlich waren sie alle vor der Verderbnis geflohen. Doch auch auf die Dunkle Brut traf der Ritter nicht, er war vollkommen allein in der Unwirtlichkeit des Südens. Diese Leere machte ihm schwerer zu schaffen als es ein Kampf, eine Schlacht oder ein ganzer Feldzug es vermocht hätte; er war ein Mann der Tat und er spürte förmlich, wie Frustration in ihm aufstieg, wie er sich von der Nutzlosigkeit des Wartens abgestoßen fühlte, wie er sich danach sehnte, endlich seiner selbstauferlegten Mission nachkommen zu können. Er versuchte sich auf das zu konzentrieren, was vor ihm lag und nicht mehr an den Jungen zu denken, den er erschlagen hatte. Er würde nie herausfinden, ob er wirklich fähig gewesen wäre, Magie zu wirken und doch erschien das Bild von dem viel zu kleinen Körper in viel zu viel Blut immer wieder vor seinen Augen und stellte seinen Plan noch weiter in Frage: Anstatt das Land vor der Verderbnis zu retten hatte er bisher nur einen Knaben niederstrecken können und saß nun vollkommen verlassen mitten im Nichts und bemitleidete sich selbst für seine Tat, für seine Tatenlosigkeit und für das Selbstmitleid, das er über sich selbst ergoss.
Doch bevor ihn seine Nabelschau in immer tiefere Schichten der Verzweiflung hinabreißen konnte, entdeckte Ser Lothar, der mit geschlossenen Augen in der dichter werdenden Finsternis des Abends saß, etwas: In ihm kochte eine Wut über diese Situation, die mit Resignation nicht vereinbar war; er hasste es, hier zu sitzen und nur auf das Ende des Wartens zu warten.

Er mochte zwar allein sein, doch war er das, weil er allein ausgezogen war, weil er sich dazu entschlossen hatte, allein auf diese Reise zu gehen.
Er mochte die Dunkle Brut zwar noch nicht gefunden haben, aber sie war dort draußen, daran bestand kein Zweifel.
Er mochte zwar diesen Jungen erschlagen und dann verbrannt haben, doch war dies durch nichts mehr zu ändern, er würde mit dem Gedanken leben müssen, egal was er von nun an tun würde.
Es war eine Illusion, dass er nichts tun konnte, eine Illusion, der er sich selbst hingegeben hatte und der er auch genau so selbst wieder abschwören konnte.
Als es irgendwo im Unterholz hinter ihm knackte nahm Ser Lothar dies als Signal für seinen Ausgang aus der selbstverschuldeten Untätigkeit und erhob sich. Sein Pferd, das sich schon auf die Nachtruhe eingestellt hatte, wurde rasch gesattelt und inmitten der ihn umgebenen Nacht brach der Ritter auf. Er verließ sich auf die Augen und den sicheren Tritt seines Rosses und war froh, in Bewegung gekommen zu sein; er fühlte sich auf einmal wie jemand, der nur knapp dem Ertrinken entkommen war.

VRanger
07.01.2014, 17:28
Glandis | Flüchtlingslager • Erwachen

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Rot! Blutig rot kitzelte die aufgehende Sonne den Horizont, als diese begann, über dem Flüchtlingslager aufzusteigen. Nur die Bauten, Behausungen und Zelte der Flüchtlinge standen schwarz in dem morgendlichen Licht. Auch die Schäfte von Lanzen, Speeren, Hellebarden oder der eine oder andere Stiel einer größeren Axt gab der Sichtgrenze zusätzlich den Anschein eines Igels. Ein bizarres Bild aus Schwarz und dem jungen Morgenlicht bot sich dem Betrachter der Szene. Ein Licht, bei dem die Dalish wussten, hier waren in der letzten Nacht Leben auf grausige Weise beendet worden, der Tod war umgegangen und hatte eine grässliche Ernte eingefahren.

In dem jungen, doch so roten Sonnenaufgang, bei dem die Sonne stetig um stetig anstieg, zeigten sich auch Facetten im Couleur. Nicht alles färbte der Glanz der Sonne, nein, es war auch das Blut von zahlreichen geschundenen, zerstückelten, zerhackten oder auf andere, widerliche Weise zu Tode gekommenen, welches sich über die Kleidung, die kümmerlichen Habseligkeiten, über die ein oder andere Zeltwand oder Palisade ausbreitete sowie auf den befestigten oder ausgetretenen Pfaden ergossen hatte.

Still war es nicht an diesem jungen Morgen so in den Farbenspielen aus Rot und Schwarz. Nicht, dass es schon Raben und Krähen gab, die sich beim Zerhacken der Kadaver kreischend stritten. Nein, die waren noch nicht da oder nur in vereinzelnder Anzahl. Die Geräusche, besser ein stetiges Knarren und Krachen, kam von einer Tür, einer Brettertür mit Beschlägen aus Metall, die halb aus den Angeln gerissen, beschwert durch mehrere Sturmbeile an den Rest einer hölzernen Gebäudewand schlug. Ab und zu knallte auch eine der zerrissenen Zeltbahnen im morgendlichen Wind. Manches Geräusch konnte auch das Stöhnen eines Sterbenden sein, wer wusste das schon zu deuten.

Allgegenwärtig schwebte über dem Lager in dem Licht der aufgehenden Sonne eine bittersüße Luft, die immer gewoben wird, wenn Fleisch auf die ein und dieselbe Weise zu schwarzer Asche verbrennt. Diese Ausdünstungen hatten sich mit den Schwaden aus verkohltem Holz, verschmortem Leder und anderer Kleidung, aber auch mit den Aussonderungen, die in der Not geschehen, verwoben. Dieses Gemisch wog schwer und stand trotz des gehenden Windes noch ziemlich zusammen über dem Lager, auch genährt durch das hier und da noch zündelnde Feuer.

Dieser in Rot getünchte Ort, voller hässlicher und grauenhafter Überbleibsel, angefüllt von Gestank war bis vor wenigen Tagen ein Flüchtlingslager. Ein Ort, von dem noch Generationen später berichten werden, hier im Zeitalter des Drachens massakrierte die Dunkle Brut das Leben Unschuldiger.

Die Sonne hatte einen guten Weg ihres morgendliches Ganges zurückgelegt und stand bereits als Halbkreis am Horizont, da riss in dem Wirrwarr aus zerhackten Fässern, toten Leibern, geplünderten Vorräten, einem Wust an herumliegenden und jetzt so unnützen Waffen Glandis die Augen auf und erschrak. Verschwommen noch aus ihrer Schwäche sah sie eine Kulisse, die man nicht mal in den finstersten Träumen zu erahnen mag. Sie schaute in eine für sie noch schummrige Fratze des Todes und fragte: »Wo bin ich? Ist das alles nur ein Traum?«


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Emerahl
08.01.2014, 13:51
http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg Ein Herz aus zu weichem Stein

„Nein, ist alles wunderbar, mir geht’s bestens!“ Pa'ol war bemüht, nicht zu zeigen, dass er erleichtert ausatmete. Das Letzte, was er gebrauchen konnte, war, sich um einen jammernde Menschenfrau zu kümmern. Er war nicht dazu geschaffen, für andere dazusein. Er war gut darin, für sich selbst zu sorgen, für sich allein zu sein. Fürsorge und anderes Jammerlappengetue, lagen ihm fern.
"Dann ist ja gut..." Er drehte sich um, kam aber nicht umhin, die Tränen zu bemerken, die sich in ihren Augen sammelten. Entschlossen, es zu ignorieren, tat er ein paar Schritte nach vorne. Aber ihm war noch etwas aufgefallen. Ihre Augen hatten eine eigentümliche Farbe bekommen, die ihn zumindest für einen kurzen Augenblick faszinierte. Nicht, dass er jetzt deutlich mehr Interesse an ihr hätte, aber er hatte es wahrgenommen. Alle anderen Gedanken schob er ganz schnell ganz weit von sich. Und machte den nächsten entschlossenen Schritt nach vorn. Sollte sie doch ihren Mund aufmachen, wenn sie was beschäftigte. Allerdings kam er nicht umhin, anzuerkennen, wie sehr sie sich zusammenriss. Andere hätten schon längst gezetert, bis ihm seine Spitzohren abgebrochen werden.

Fest entschlossen, sie nicht weiter zu beachten, richtete er seinen Blick nach vorne. Aber plötzlich und ohne es wirklich zu wollen, drehte er sich zu ihr um und blickte ihr direkt ins Gesicht. "Alles Bestens ... ja?" Er erspähte ein bisschen weiter weg, aber nicht viel, einen umgefallen Baumstamm, der von einem großen Baum mit Schatten versorgt wurde. Der schlaue Wolf machte sich schon auf dem Weg zu ihm hin. Zum ersten Mal an diesem Tag hatten sie denselben Gedanken. Kurzentschlossen warf er sie einfach über die Schulter. Er wirkte zwar wie ein schmaler Elf, hatte aber eine beachtliche Stärke. Wenige Meter später setzte er sie auf dem Baumstamm ab. Er hatte nichts von seinem grummeligen Gesichtsausdruck verloren, als er in seinem Beutel rumkramte und wenig später ein paar zerriebene Elfenwurzeln rausholte. Er reichte sie ihr. "Reib dir damit die Füße ein. Ich werde in der Zeit schauen, ob ich was zu essen auftreiben kann." Und schwupps war er wieder in der Wildnis verschwunden. Dallean blieb zurück und passte auf.



http://upload.worldofplayers.de/files9/4P7hr0HOyMM1sNaevia.png

Der Elf schien es zu akzeptieren, dass sie zwischen zusammengebissenen Zähnen ein "Alles in Ordnung" hervor gepresst hatte und ging ein paar Schritte weiter. Er überraschte sie, als er sich plötzlich wieder zu ihr umdrehte und ihre Worte wiederholte. Der Tonfall, der darin lag, war merkwürdig.
Erschrocken quiekte Naevia auf, als der Elf sie sich einfach über die Schulter warf und sie einfach wenige Meter später auf einem Baumstumpf absetzte. Er griff in seinen Beutel und kramte ein paar zerriebene Elfenwurzeln heraus, die er ihr reichte. "Reib dir damit die Füße ein. Ich werde in der Zeit schauen, ob ich was zu essen auftreiben kann." Sein grummeliger Gesichtsausdruck fand auch in seiner Stimme Fortsetzung. Bevor Naevia noch ein überraschtes "Danke" murmeln konnte, war er auch schon verschwunden. Nur Dallean blieb an ihrer Seite.

"Was war denn das? Kann es tatsächlich sein, dass sowas wie ein Herz in der Brust deines Herrn steckt? Aber das kann ich nun wirklich nicht glauben." Gedankenverloren streichelte sie den Kopf des Wolfes. Warum hatte der Elf plötzlich so etwas wie Mitleid mit ihr gezeigt? Wo er sie doch eigentlich die ganze Zeit ignoriert hatte, seit sie unterwegs waren? Es dauerte eine Weile, bis der Elf wieder zu ihr zurück kehrte. Misstrauisch beäugte sie ihn, doch dann hielt sie es nicht mehr aus und bevor er etwas zu ihr sagen konnte, platzte es schon aus ihr heraus:

"Warum hast du mir die Elfenwurzeln für meine Wunden gegeben? Warum suchst du nach etwas zum Essen für uns? Und warum bist du als Dalish eigentlich ohne deinen Clan unterwegs?"

Deeman
10.01.2014, 13:34
http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya blickte Valgarius dankbar an als er sie, auf seine Art, tröstete. Sie wusste nicht, wie viel seine Worte wert waren, doch sie waren Balsam auf ihre Seele. Sie wischte sich ihre Tränen weg und fluchte leise über ihre Schwäche. Wieso weinte sie in letzter Zeit so viel? Bestimmt hatten die beiden Männer keinen guten Eindruck von ihr.

Blutmähne hatte sie verlassen und sie konnte es ihm nicht verdenken. Anlya hoffte, dass er etwas jagen war und zurückkommen würde. Sie wusste nicht, wie sie überleben könnte, wenn er sie endgültig verlassen hätte. Valgaris‘ Magen knurrte und er sah sie fragend an. „Es tut mir leid, aber ich habe keine Ahnung wie man jagt oder auf andere Art etwas Essbares findet. Ich hoffe Blutmähne hat uns nicht verlassen und besorgt etwas Essbares.“

Anlya blickte sich um, doch von Blutmähne war nichts zu sehen. Es war schon einige Zeit vergangen und langsam machte sie sich Sorgen. Ob etwas passiert war? Hatte er sie verlassen? Sie blickte wieder zu Valgarius. „Sollten wir sehen ob Blutmähne Hilfe braucht? Ich fühle mich ein wenig beschämt, dass wir uns so auf ihn verlassen. Vielleicht könnten wir ihm helfen.“ Sie stand auf und ging an den Strand. Die Fußspuren von Blutmähne waren deutlich zu sehen. Anlya wandte sich Valgarius zu. „Ich werde den Spuren folgen und sehen, ob er Hilfe braucht. Hoffentlich ist er nicht verletzt.“

Mit raschen Schritten folgte sie den Fußspuren. Sie drehte sich nicht um, um zu sehen, ob Valgarius ihr folgte. Nach kurzer Zeit sah sie ihn im Sand knieend und rief laut seinen Namen. „Blutmähne!“ Dann rannte sie zu ihm und kniete sich neben ihn.


http://upload.worldofplayers.de/files9/MiWGnUzNdCerKopf_Barbar.JPG
Welch ein brennender Schmerz. Mit verzerrtem Gesicht hockte der Chasind, der sonst so gefasst und ruhig war, im Sand. Laut stöhnend machte er sich Luft, doch am liebsten hätte er gebrüllt. Als er sich die Armschiene runterzog, sah er der Grund für diesen Schmerz....einen schwarzen Fleck. Aus Geschichten wusste er sofort worum es sich hierbei handelt: die Verderbnis.
Wie und wann er sich angesteckt hat, wusste er nicht, der brennende Schmerz war ohnehin viel zu stark um klar denken zu können.
Auch hörte er Stimmen, viele fremde Stimmen...doch eine drang besonders in sein Ohr, sie schien ihn zu rufen. Er solle kommen, sich ihm anschliessen. Blutmähnes Stirn war schweißgebadet. Sein Gesicht war von Leid erfüllt.
Dann vernahm er eine weitere Stimme, die allerdings etwas vertraut war. Es war das Elfenmädchen dass plötzlich neben ihm hockte. Reflexartig versteckte er seinen Arm hinter seinen wuchtige Körper und hoffte dass sie nicht sah was er sah. "Zu dunkel zum Jagen, wir sollten uns bis morgen früh ausruhen und schlafen", gab er mit kratziger Stimme von sich, er versuchte sich offenkundig nichts anmerken zu lassen. Er erhob sich wieder und stapfte gemächlich zurück ins Lager während er sich wieder die Armschiene überzog.

VRanger
10.01.2014, 17:16
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Glandis | Flüchtlingslager • Erinnern

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Verschwommen noch aus ihrer Schwäche sah Glandis eine Kulisse, die man nicht mal in den finstersten Träumen zu erahnen mag. Sie schaute in eine für sie noch schummrige Fratze des Todes und fragte: »Wo bin ich? Ist das alles nur ein Traum?« Sie wusste es nicht und versuchte sich zu erinnern. »Was war gewesen?« fragte sie sich und grübelte. Es wollte ihr nicht so recht einfallen. So versuchte die Dalish aufzustehen und musste erkennen etwas lag auf ihrem Körper, besser deckte ihre Füße zu und stank widerlich. Es war ein kopfloser Hurlock, den sie erblickte. Da kam ihr ein Fetzen aus vorangegangener Zeit in den Sinn. »Stimmt,« sagte sie zu sich. Ich sollte das Lager warnen. » Dunkle Brut, sie kommen!« habe ich geschrien, kurz bevor diese Meute aus dem angrenzenden Wald brach. Der Hurlock störte sie, doch sie konnte sich nicht erheben. Etwas hielt sie fest. Fast magisch, es kam ihr komisch vor, dass sie nicht aufspringen konnte. Und so schaute sie in Richtung der aufgehenden Sonne, die nun fast den Horizont nicht mehr berührte und das eigenartige Rot behalten hatte. »Mmmh! Eigentlich färbt sie sich beim Aufgehen ins Gelbliche,« murmelte Glandis.

»Ein Fell über Knochen,« das war das Nächste, was ihr wieder in den Kopf kam. Und sie erinnerte sich an ihren Gruß »Aneth ara, Abelas!« mit dem sie das eigenartige Pärchen, eine alte, betagte, ausgemergelte Ziege und einen ebenso von dem Zahn der Zeit ausgezerrten alten, krummen Mann begrüßt hatte. Dieser riss an einem Strick herum, der fest um den dürren Hals der Ziege gebunden worden war und versucht vorwärts zu kommen.

»Richtig,« erinnerte Glandis sich, »ich hatte ihn gefragt: » Wo wollt Ihr hin mit dem Tier?« Und sie wusste wieder, wie dieser sie angestarrt hatte über diese doch so ungläubige Frage. »Zum Opferstein wolle er!« Und das hatte er ihr mit einer Energie gesagt, die sie diesem alten Mann nicht zugetraut hätte. Sie war doch erschrocken über die Art und Weise, wie er mit Entrüstung den Ort nannte. Nun ihr hatte die allseits geübte Finte »Bin nicht von hier!« geholfen. »Im nahen Wald ist ein Opferstein und er wolle zum Erbauer beten.« Das hatte er ihr noch gesagt, dann trennten sich die Wege. Sie musste schmunzeln, als ihr das Bild in den Sinn kam, wie er an dem Strick zerrte, den er um den Hals des Tieres gelegt hatte. Und dieses schien genau so störrisch und widerspenstig zu sein, wie der, der an dem Strick zog.

Glandis spürte den Durst, der ihn ihr aufstieg und sie war sich unsicher über diese für sie doch unbekannte Schwäche. »Warum kann ich nicht aufstehen?« diese Frage bohrte in ihr, aber alle Kraft, die sie aufbringen konnte, reichte nicht, um den Hurlock loszuwerden. Und so sank die Dalish nach einigen Versuchen ermattet zurück.


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Leeyara
13.01.2014, 15:59
http://upload.worldofplayers.de/files9/4P7hr0HOyMM1sNaevia.png

Der Elf schien es zu akzeptieren, dass sie zwischen zusammengebissenen Zähnen ein "Alles in Ordnung" hervor gepresst hatte und ging ein paar Schritte weiter. Er überraschte sie, als er sich plötzlich wieder zu ihr umdrehte und ihre Worte wiederholte. Der Tonfall, der darin lag, war merkwürdig.
Erschrocken quiekte Naevia auf, als der Elf sie sich einfach über die Schulter warf und sie einfach wenige Meter später auf einem Baumstumpf absetzte. Er griff in seinen Beutel und kramte ein paar zerriebene Elfenwurzeln heraus, die er ihr reichte. "Reib dir damit die Füße ein. Ich werde in der Zeit schauen, ob ich was zu essen auftreiben kann." Sein grummeliger Gesichtsausdruck fand auch in seiner Stimme Fortsetzung. Bevor Naevia noch ein überraschtes "Danke" murmeln konnte, war er auch schon verschwunden. Nur Dallean blieb an ihrer Seite.

"Was war denn das? Kann es tatsächlich sein, dass sowas wie ein Herz in der Brust deines Herrn steckt? Aber das kann ich nun wirklich nicht glauben." Gedankenverloren streichelte sie den Kopf des Wolfes. Warum hatte der Elf plötzlich so etwas wie Mitleid mit ihr gezeigt? Wo er sie doch eigentlich die ganze Zeit ignoriert hatte, seit sie unterwegs waren? Es dauerte eine Weile, bis der Elf wieder zu ihr zurück kehrte. Misstrauisch beäugte sie ihn, doch dann hielt sie es nicht mehr aus und bevor er etwas zu ihr sagen konnte, platzte es schon aus ihr heraus:

"Warum hast du mir die Elfenwurzeln für meine Wunden gegeben? Warum suchst du nach etwas zum Essen für uns? Und warum bist du als Dalish eigentlich ohne deinen Clan unterwegs?"

http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg So viele Fragen

Die Fragen preschten wie Peitschenhiebe auf ihn ein. Ihr Blick war voller Misstrauen, aber die kurze Rast schien ganz deutlich ihre Lebhaftigkeit erweckt zu haben. Er bereute gerade, dass er mal wieder viel zu weich gewesen war. Er hasste das. All diese Fragen, sich erklären, noch mehr Fragen, Missverständnisse. Genau deshalb reiste er lieber alleine. Da blieb einem dieses Spielchen erspart und man hatte seine Ruhe. Und Pa'ol schätzte seine Ruhe wirklich über alles.

"Wooohoooo ... mal ganz langsam, ja..." Er schmiss den Hasen, den er gerade gejagt hatte auf den Boden. Daneben legte er ein paar Wurzeln. "Hast du nichts besseres zu tun, als mich mit deinen Fragen zu löchern?" Er wirkte sogar noch grummeliger als bei ihrem ersten Treffen. Er fing an ein wenig Holz für ein Feuerchen zu sammeln, während er mürrisch in sich hinein grummelte. Dallean rollte sich derweil ein und gönnte sich eine verdiente Pause.

"Ich habe dir die Elfenwurzeln gegeben, weil wir beide nichts davon haben, wenn du mit zerschundenen Füßen in der Wildnis über Tage rasten musst. Dir würde es nicht bringen, denn hier gibt es Bestien, die auf eine solche Gelegenheit nur warten. Und mir brächte es nichts, weil ich gezwungen wäre, über dich zu wachen, weil mein bisher treuster Begleiter beschlossen hat, dass du es Wert bist und ich ihm was schulde." Dallean schnarchte laut und zufrieden. "Ich kann auch nur für mich jagen und kochen, wenn du es so willst. Und du kümmerst dich dann um dein befinden. Ich fand es gerade nun mal ... praktisch. Aber wenn es dich stört ... bitte, die Wildnis ist um dich herum, bediene dich nur." Nun legte er eine längere Pause ein. Sein gesamter Gesichtsausdruck wirkte nun sehr verschlossen und auch hart. "Und zu deiner letzten Frage ... Das ist so ziemlich das Persönlichste, was man mich fragen kann und ich werde dir keine Antwort geben. Ich kenne dich nicht. Und ich mache mir nichts darum, mit meiner Lebensgeschichte hausieren zu gehen. Also ... willst du was mitessen oder nicht?"

Er drehte sich um und fing an, ein Feuerchen zu machen.

VRanger
13.01.2014, 19:18
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Glandis | Flüchtlingslager • Nachdenken

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis öffnete nach einer geraumen Zeit ihre Augen. Doch sie fühlte sich dabei immer noch schwach. Die Ruhepause schien nichts genutzt zu haben. Der Hurlock, bzw. der kopflose Rest, machte sich immer noch auf ihren Beinen breit. Der tote Körper erschwerte ihre Situation. Wobei sich Glandis mittlerweile wie die alte Ziege fühlte. Irgendetwas zerrte an ihrem Hals. Instinktiv fasste sie mehrfach an ihre Kehle, doch da war kein Strick. »Vielleicht ist es auch der Durst! Ich muss etwas trinken,« sagte sie zu sich. Doch in ihrer derzeitigen Situation kam sie an kein Wasser. Die Sonne stand jetzt gut am Himmel. »So die zehnte Stunde könnte es schon sein,« schätzte die Dalish den zeitlichen Verlauf. In diesem für sie doch hoffnungslosen Bestreben die Freiheit wieder zu erlangen überlegte Glandis, was ihr helfen könnte. »Mein Bogen! Stimmt, ich habe ja einen guten Langbogen dabei. Denn könnte ich als Hebel verwenden. Dass mir das nicht eher eingefallen ist,« sagte sie zu sich und schaute sich nach der Waffe um. Doch sie konnte keinen Bogen sehen.

»Nein! Das kann nicht sein!« zweifelte sie an ihrer Wahrnehmung. Sie wusste, ihre Waffen, das hatte sie von klein auf an gelernt, ihre Waffen würde sie nie fallen lassen. Doch es gab keinen Bogen. Auch, als sie mit den Händen in der begrenzten Reichweite des halbaufrechten Sitzens, tastete, es war kein Bogen, keine Esche, die sie fühlte. Sie versuchte sich zu erinnern, wo sie das letzte Mal den Bogen im Gebrauch hatte.

»Es war in der Dämmerung, als ich diese merkwürdigen Geräusche zum ersten Mal gehört hatte, bevor ich am Bach vom kühlen Wasser getrunken habe, da hatte ich sicherheitshalber ihn zur Hand und einen guten Pfeil aufgelegt,« sprach sie zu sich selbst und versuchte einen Faden zu finden. »Es war, bevor die Wölfe gegen die Dunkle Brut kämpften, vor dem Sturm auf das Lager.« Dann hielt sie inne, den es schien ihr, als fehlte etwas an Erinnerung. »Nein!« sagte sie »Nein! Es war nicht das letzte Mal, wo ich meinen Bogen in der Hand hatte.« Und dann waren die Bilder wieder da. Ihre Warnung für das Lager, die heranstürmende Dunkle Brut, das Ziehen eines Pfeiles, das gründliche Anvisieren und der Treffer, ein guter Kopfschuss, in einen der vorderen Anführer. Welcher mitten im Ansturm, erst stehenblieb, wie vom Blitz getroffen und dann noch eine Geste des Greifens nach dem Haupte vollführen wollte, aber im Zusammensacken von den hinteren, anstürmenden Kreaturen überrannt wurde. »Noch zwei mal habe ich gut getroffen,« bilanzierte Glandis ihre Kampfweise. Und ihr kam in den Sinn, dass es keine Zeit mehr gab für ein gründlichen Austaxieren mit dem Pfeil. »So habe ich den Bogen auf den Rücken genommen und nach meinen Dolchen gegriffen,« stellte sie fest. »Aber wo ist jetzt mein Bogen?« fragte sie sich und spürte wieder das Zerren am Hals.

Das Nachsinnen erschöpfte die Dalish ungemein und so sank ihr Kopf zur Seite. Ihr Körper rutsche wieder in eine flachere Haltung, aber sie blickte in die nach wie vor rote Sonne über dem Flüchtlingslager.


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Neclord
13.01.2014, 20:09
http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya blickte Valgarius dankbar an als er sie, auf seine Art, tröstete. Sie wusste nicht, wie viel seine Worte wert waren, doch sie waren Balsam auf ihre Seele. Sie wischte sich ihre Tränen weg und fluchte leise über ihre Schwäche. Wieso weinte sie in letzter Zeit so viel? Bestimmt hatten die beiden Männer keinen guten Eindruck von ihr.

Blutmähne hatte sie verlassen und sie konnte es ihm nicht verdenken. Anlya hoffte, dass er etwas jagen war und zurückkommen würde. Sie wusste nicht, wie sie überleben könnte, wenn er sie endgültig verlassen hätte. Valgaris‘ Magen knurrte und er sah sie fragend an. „Es tut mir leid, aber ich habe keine Ahnung wie man jagt oder auf andere Art etwas Essbares findet. Ich hoffe Blutmähne hat uns nicht verlassen und besorgt etwas Essbares.“

Anlya blickte sich um, doch von Blutmähne war nichts zu sehen. Es war schon einige Zeit vergangen und langsam machte sie sich Sorgen. Ob etwas passiert war? Hatte er sie verlassen? Sie blickte wieder zu Valgarius. „Sollten wir sehen ob Blutmähne Hilfe braucht? Ich fühle mich ein wenig beschämt, dass wir uns so auf ihn verlassen. Vielleicht könnten wir ihm helfen.“ Sie stand auf und ging an den Strand. Die Fußspuren von Blutmähne waren deutlich zu sehen. Anlya wandte sich Valgarius zu. „Ich werde den Spuren folgen und sehen, ob er Hilfe braucht. Hoffentlich ist er nicht verletzt.“

Mit raschen Schritten folgte sie den Fußspuren. Sie drehte sich nicht um, um zu sehen, ob Valgarius ihr folgte. Nach kurzer Zeit sah sie ihn im Sand knieend und rief laut seinen Namen. „Blutmähne!“ Dann rannte sie zu ihm und kniete sich neben ihn.


http://upload.worldofplayers.de/files9/MiWGnUzNdCerKopf_Barbar.JPG
Welch ein brennender Schmerz. Mit verzerrtem Gesicht hockte der Chasind, der sonst so gefasst und ruhig war, im Sand. Laut stöhnend machte er sich Luft, doch am liebsten hätte er gebrüllt. Als er sich die Armschiene runterzog, sah er der Grund für diesen Schmerz....einen schwarzen Fleck. Aus Geschichten wusste er sofort worum es sich hierbei handelt: die Verderbnis.
Wie und wann er sich angesteckt hat, wusste er nicht, der brennende Schmerz war ohnehin viel zu stark um klar denken zu können.
Auch hörte er Stimmen, viele fremde Stimmen...doch eine drang besonders in sein Ohr, sie schien ihn zu rufen. Er solle kommen, sich ihm anschliessen. Blutmähnes Stirn war schweißgebadet. Sein Gesicht war von Leid erfüllt.
Dann vernahm er eine weitere Stimme, die allerdings etwas vertraut war. Es war das Elfenmädchen dass plötzlich neben ihm hockte. Reflexartig versteckte er seinen Arm hinter seinen wuchtige Körper und hoffte dass sie nicht sah was er sah. "Zu dunkel zum Jagen, wir sollten uns bis morgen früh ausruhen und schlafen", gab er mit kratziger Stimme von sich, er versuchte sich offenkundig nichts anmerken zu lassen. Er erhob sich wieder und stapfte gemächlich zurück ins Lager während er sich wieder die Armschiene überzog.

http://upload.worldofplayers.de/files9/4azi8U8EDKfDd7K1VladimirSquare.png

Als sich die Elfe vom Lager entfernte, ergriff die Müdigkeit langsam Besitz von seinem Körper. Obwohl der Hunger immer noch präsent war, konnte der Blutmagier es für den Augenblick nicht vermeiden die Augenlieder zu schließen. Lange Märsche waren nichts für ihn, zwar gab es nicht einen Gramm überschüssiges Fleisch an seinem zierlichen Körper, doch ebenso wenig Muskelmasse konnte Valgarius sein Eigen nennen.
So döste er eine Weile vor sich hin, bis ihn das Knurren seines Magens zurück in die reale Welt beförderte. Mit zusammengekniffenden Augen konnte er in der Ferne die Umrisse von Blutmähne erkennen. Er schien jedoch keine Beute bei sich zu haben. Innerlich seufzend erhob er sich und suchte die Umgebung ab nach etwas, was man zumindest ansatzweise als Nahrung verwenden konnte. Als Problem stellte sich dabei jedoch der Einbruch der Nacht heraus, man konnte abseits des Lagers kaum noch etwas erkennen. Außerdem würde er es jetzt nicht wagen sich zu weit zu entfernen, wer wusste schon, welche Gefahren dort überall auf eine günstige Gelegenheit warteten.

Also beschloss der Blutmagier seine Suche vorerst einzustellen, sie würden wohl hungrig in den Schlaf finden müssen in dieser Nacht. Immerhin war der Platz einigermaßen vor Wind geschützt und außerdem relativ gut versteckt. Nach den jüngsten Ereignissen konnte die Gruppe diese Ruhe gut vertragen. Wenn jetzt nur ein kleiner, gut genährter Hase ohne Augenlicht sich zufällig dem Lager nähern würde, dann wäre sogar der Magier vielleicht in der Lage, ein Beutetier zu erlegen. Doch genug Gedanken an Nahrung verschwendet, zunächst musste sich der junge Mann um das Befinden seiner Mitstreiter erkundigen. Möglicherweise hat einer von ihnen eine vielversprechende Entdeckung machen können.
Als der Hüne sich langsam näherte, tat Valgarius es ihm gleich und kam ihm entgegen. Ein erneuter Blick auf die riesigen, leeren Hände von Blutmähne bestätigte dem Blutmagier, dass wohl heute nichts auf der Speisekarte zu finden sein wird. Trotzdem plagte ihn die Neugier. "Und? Konntet ihr etwas finden? Wo ist Anlya?" Er ließ für einen Moment seinen kraftlosen Blick in der Dunkelheit schweifen und setzte dann seine Fragerei fort. "Was machen wir jetzt?" Seufzend bedeckte er die Stirn mit seinem Handrücken und neigte seinen Kopf voller Theatralik gen Himmel. "Ich.. Ich konnte nichts finden. Wir sind verloren!"




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Das Lumpenpack feierte diesen Triumph, als hätten sie gerade den Ausgang eines Krieges entscheidend beeinflusst. Wild brüllten und rülpsten sie durch die Gegend und ergötzten sich dabei an den alkoholischen Flüssigkeiten. Immer wieder nutzte Ivy die mangelnde Aufmerksamkeit der drei Banditen aus um ihren Körper anzuspannen. In der Hoffnung, dass sich das Seil lockert welches ihren Bauch und ihre Arme umschlang.
Wie konnte es überhaupt erst dazu kommen? Innerlich schwor sie bereits, nie wieder so leichtsinnig einen Ort für ihre Geschäfte auszuwählen. Vor allem eine Umgebung, die offen und von allen Seiten aus angreifbar war ist kein kluger Ort um Waren aller Art anzubieten. Zwar war Ivy nicht gerade hilflos durch ihr magisches Talent, doch selbst eine fähige Anwenderin der arkanen Künste kann leicht überwältigt werden mit den richtigen Mitteln.

In ihrem Bestreben, sich aus dieser Situation zu befreien geschah es jedoch plötzlich. Das Merkmal, mit dem sie diese Welt betrat kam erneut zum Vorschein. Wie durch Zauberei färbte sich ihr kastanienbraunes Haar in ein beißendes Lila. Ihre Augen blieben ebenfalls nicht verschont und gewannen mit einem kristallisierenden Effekt rasant an Helligkeit, bis sie ein unnatürlich strahlendes blaugrün zum Vorschein brachten.


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Warum es hin und wieder diesen Effekt gab, konnte sie sich nicht erklären. Es ist allerdings einer der vielen Gründe, warum sie die Magie intensiv studieren möchte. Möglicherweise kann sie in den alten Büchern Antworten auf diese Reaktion finden und es vielleicht sogar kontrollieren. Anfänglich sorgte dieser kleine Nebeneffekt für viel Spott und Hohn, besonders in ihrer Kindheit hatte sie dieses Phänomen gehasst. Doch als die Jahre ins Land zogen und sie zu einer Frau heranwuchs begann sie langsam auch die Vorteile darin zu sehen. Mit ihrer natürlichen Vorliebe sich zu verstellen um Leute ins Netz der Täuschung zu locken, konnte sich diese optische Veränderung schon öfter als besonders hilfreich erweisen. Doch hätte sie die vollständige Kontrolle zu welchem Zeitpunkt es genau geschehen soll, so wäre diese Fähigkeit von unschätzbarem Wert.

Mit dieser veränderten Situation, kam ihr die zündende Idee. Zumindest aus ihrer Sicht schien es ein guter Plan zu sein. Vorsichtig richtete sie sich auf, was nicht ganz ohne Mühe gelang und rief in Richtung der drei Halunken. "Sie ist weg! Schnell! Beeilt euch!" Der Zwerg warf das Bier beiseite und tastete mit seinen fleischigen Fingern nach dem Griff seines Schwertes. Völlig benommen torkelte er zur Magierin rüber und blickte sie verdutzt an. "Wer s-seid ihr?" Dann erst realisierte der Kurze langsam, was sich hier abgespielt haben könnte. Er riss die Augen auf, soweit es möglich war in seinem Zustand und hetzte die beiden anderen zur Suche auf. "Los auf mit euch! Sie hat sich aus dem Staub gemacht und uns dieses... andere Weibsbild hiergelassen!" Voller Tatendrang stürmten die drei in alle Himmelsrichtungen in der Hoffnung die Magierin zu finden. Für Ivy war es schwer in diesem Moment ein Schmunzeln zu unterdrücken. Doch dafür blieb jetzt kaum Zeit, diese Gelegenheit wartete nur darauf genutzt zu werden. Allerdings war sie noch immer stark gefesselt was ihre Bewegungsfreiheit erheblich einschränkte.

Dennoch war jetzt jede weitere Überlegung ein verschwendeter Gedanke. Sie musste sich einfach auf ihren Instinkt verlassen und in den Wald fliehen. Vielleicht würde es ihr unterwegs gelingen, die Fesseln zu lösen. Sie musste jetzt nur vorsichtig sein, keinem der drei hier in der Dunkelheit zu begegnen. Zumindest nicht solange sie ihre Hände nicht benutzen kann. Dabei hielt sie jedoch für einen Moment plötzlich inne, als die Magierin realisierte, dass ihr Holzstab noch immer im Lager irgendwo sein musste. Verärgert biss Ivy sich auf die Unterlippe, als sie ihren Blick nach hinten warf. Verdammt, also nochmal zurück.

BlackShial
14.01.2014, 15:51
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngDie Situation war alles andere als befriedigend, musste sich der wandernde Magier die Hütte doch tatsächlich mit diesem Ehepaar teilen – zumindest nahm er an das es ein Ehepaar war. Es wäre leicht gewesen zu fragen, wollte er jedoch um jeden Preis vermeiden jegliches Interesse an ihnen oder gar ihrer Situation zu zeigen. Er wollte sich ausruhen und seine Kleidung trocknen, nicht den Samariter für Fremde spielen. Doch leider kam er teilweise nicht um dies herum.
Sachte den durchnässten Schal von seinen Schultern ziehend sah er sich nach einem geeigneten Platz für ein Feuer um. Fast schon mittig in der Hütte befand sich ein Ring aus Steinen, in dem sich ein wenig feuchtes Holz befand. Der ältere Mann schien dabei gewesen zu sein für sein Weib Feuer zu machen, entstand solch eine Feuerstelle ja immerhin nicht von selbst.
Quintus entschied sich diese Stelle anzueignen, ging mit seinem Stab darauf zu und stieß ihn mit der Spitze zuerst in den Boden. Den inzwischen ausgewrungenen Schal hing er über diesen, bevor er sich in der nächstbesten Ecke nach etwas Stroh, Laub und altem Holz umsah. In einer alten Hütte war es nicht schwer das passende Material für ein Feuer zu finden, somit war der einzige Grund warum genau dieses noch nicht brannte also, dass der werdende Vater nichts hatte um es zu entfachen.
Schade für ihn, Quintus jedoch konnte es. Sogar ganz ohne jegliche Probleme.
„Er erlaubt euch sich an seinem Feuer aufzuwärmen, jedoch mit genügend Abstand.“
Denn wer wollte schon gern eine Frau neben sich haben, die kurz davor war ihr Kind zu entbinden? Ein unangenehmer Gedanke. Allein die Tatsache, dass er ihr schmerzerfülltes Keuchen die ganze Zeit über hören musste war mehr als genug.
Flammen leckten an den verbrannten Fingern des Magiers und gingen auf das Stroh und Laub über, welches er sorgfältig in dem Steinkreis platziert hatte. Nur wenige Sekunden dauerte es bis die Flammen dabei waren alles zu verschlingen. Ein wundervoller Anblick.
Zufrieden seufzend ließ sich der junge Mann dicht nahe dem Feuer nieder und lehnte sich an seinen Stab, sehr damit beschäftigt sich sein feuchtes Haar zu richten und die beiden ungebetenen Gäste - vollkommen ignorierend das sie vor ihm in der Hütte waren - aus dem Augenwinkel heraus zu beobachten.
Wie er sich bereits eingestanden hatte war er kein Unmensch, doch sollten sie es wagen ihn auch nur auf irgend eine Art und Weise zu stören oder von seiner verdienten Ruhe abzuhalten, würde er schon einen netten Weg finden sie aus der Hütte zu befördern.

VRanger
14.01.2014, 18:45
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Glandis | Flüchtlingslager • Prüfung

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png In den Gedanken um ihren Bogen kam Glandis eine Prüfung in der Ausbildung zur Jägerin im Clan der Dalish-Elfen in den Sinn. »Vater war dagegen, dass ich überhaupt ausgebildet werde,« dachte sie laut. Doch dann greift die Situation ihre Gedankenwelt mehr und mehr. Es war ein Test, den der Ausbilder angesetzt hatte. Wie genau konnten die Schützen mit ihren Bogen ein Ziel treffen? Das war die Aufgabe. Es waren Holzscheiben im Gelände aufgestellt. Wobei die Formen der Scheiben Tieren ähnelten, die sie jagten. Die Zielscheiben waren dem Gelände entsprechend angebracht. Aus ihren derzeitigen Fertigkeiten war es für die Gruppe eine mittelschwere Aufgabe.

Glandis sah sich, wie sie mit den anderen ihres Jahrgangs mit den Bor'assan beim Ausbilder meldeten. Er gab jedem drei Pfeile. »Ja,« erinnert sich die Dalish, »die Assan waren von guter Qualität. Robinie, ein gutes und leicht beschaffbares Hartholz, hatten sie genommen und die Spitzen waren aus Metall.« Nach dem die Aufgaben erklärt waren, schaute Glandis nochmals zurück und erschrak doch etwas. Der halbe Clan war gekommen den Eleven beim Bogenschießen zuzusehen. Sie konnte ihre beiden Schwestern sehen. Beide hatten sich auch wegen ihrer Größe nach vorn gedrängelt und winkten ihr zu. Die aufsteigende Röte am Hals und in den Wangen zeigten bei der Dalish, dass die Aufregung nicht nur von der Probe des Könnens her kam. Doch es blieb keine Zeit den Blick nach den Eltern auszuweiten. Aber sie erkannte, dass auch andere der Gruppe Angehörige erkannt hatten und ebenso aufgeregt reagierten. Dann sprach einer allen Mut zu. Glandis war ihm dankbar und nickte anerkennend zurück und sagte mit einem Lächeln »Ma serannas«.

Einer nach dem anderen schoss auf die Ziele. Erfolg wurde beklatscht, manchmal gab es ein Raunen, wenn das Geschoss knapp am Ziel vorbei flog. Aber es gab kein Gelächter. Dann wurde ihr Name aufgerufen. Glandis strich die Kleidung glatt, obwohl es jetzt nicht darauf ankam, schaute nach dem Wind und versuchte mit dem Einnehmen der Fußstellung eins zu werden mit dem Boden, der Wiese und dem angrenzenden Hang, wo scheinbar ein Reh graste. In ihrer Schulterbreite wählte die gekonnt durch langes Üben den Fußabstand und stellte ihre in leichten Ledersandalen und Riemen verschnürten Füße in einem leichten Winkel auf. Sie wusste, um das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße zu verteilen, musste sie mit Fußballen und Verse harmonisch alles ausgleichen. Und im Stolz es zu können, hielt sie den Kopf oben und so den Körper aufrecht. Dann legte sie den Pfeil mit der Rechten ein und zog die Sehne mit Zeige- und Mittelfinger bis zum Kinn gleichbleibend kräftig durch. Den linken Arm streckte die Dalish mit aller Kraft. Sie fühlte, wie sie mit ihrer Energie den Langbogen gut durchziehen konnte. Und weil Schulterblätter zusammengedrückt wurden und Glandis den Ellenbogen nach hinten zog, verfestigte sich in ihr ein gutes Gefühl einen perfekten Schuss zu platzieren. Dann stimmte der Sehenschatten mit Bogen und Ziel gut überein, sie atmete zuerst tief ein, beim Ziehen leicht aus und nahm sich vor das Ziel voll in der Mitte, an der lebenswichtigen Stelle des Rehs zu treffen. Sie sah keine Holzscheibe mehr, sondern ein zu jagendes Tier. Sie vernahm auch nicht das Gemurmel aus den Reihen der Zuschauer, auch einige Fragen »Warum schießt sie nicht?« hörte Glandis nicht. Dann war sie sich sicher und löste den Schuss. Der Pfeil entschnellte dem stark gespannten Langbogen, während die Dalish in der Position verblieb und das Ziel nachvisierte. Als das Bogengeschoss im Ziel einschlug, folgte eine überraschende Wendung. Die aufgestellten Bretter, vielleicht auch mürbe geworden durch die anderen Proben, flogen auseinander. Glandis stand immer noch in ihrer Schusshaltung und lies den Langbogen ausschwingen. Sie freute sich ungemein und wollte es nicht zeigen.

Doch dann stand da ihre jüngste Schwester vor ihr, hielt den Pfeil in der Hand. Dieser stakte in einem Bretterrest, auf dem ein roter Kreis gemalt war. »Voll getroffen,« jubelte zuerst die Schwester, hielt die Trophäe hoch und schließlich folgte der Beifall der Anwesenden.

Die anschließenden Proben verliefen in dem gewohnten Gang und Glandis freute sich, dass sie Ausbildung so abschließen konnte. In der Gruppe gratulierten sie einander. Und die, die einen oder mehrere Schüsse vergeigt hatten, durften nachschießen und bestanden schließlich den Test.

Wer die Dalish in dem Flüchtlingslager in ihrer Position sehen konnte, sah ein Lächeln auf ihrem von der Sonne rot erwärmten Gesicht.


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Fawks
16.01.2014, 19:50
Aril schoss mit ihrem schwarzen Hengst über das Wurzelwerk des Wäldchens hinweg. Erst fiel ihr nur auf, dass alles wesentlich trostloser und stiller war als sonst. Sie war geradezu darauf losgeritten, sie kannte die Richtung, ihr Bruder Nien hatte viele Male gesagt, wo er im Bannorn eingesetzt werden sollte. Dass sie allerdings mehrere Tage Verspätung durch ihre Befreiung und ihr Versteckspiel haben würde, das war nicht geplant.
Ihre Neugierde nach dem Kampf war nicht gestillt worden, im Gegenteil, jetzt war ihr Bruder auch noch verschollen und sie wusste, sie konnte sich nicht ohne ihn bei ihren Eltern blicken lassen. Aber was, wenn er schon wieder dort war?
Aril zog am Zügel und Trovao verlangsamte sein Tempo bis hin zu einem Gehen, sodass Aril an ihm hinabgleiten konnte. Sie fasste den Hengst am Zaumzeug und sah sich um. Auf einmal überfiel sie ein Gefühl der Furcht.
Über den Wipfeln der Bäume stieg Rauch auf, kalter Qualm, der alles umschlang. Aril verengte die Nasenflügel – der alte Geruch von verbrannten Leibern und totem Fleisch hing in der Luft, selbst auf diese Entfernung, in diesem Wald. Trovao schnaubte ungehalten und wollte den Kopf wenden, mit Nachdruck zerrte er am Zaumzeug, bis Aril sah, dass sich in Richtung eines kleinen Baches wenden wollte. Der Hengst hatte Durst, ebenso wie sie auch. Sie ließ das Zaumzeug los und folgte ihrem Pferd zu der kleinen Strömung. Trovao trank in tiefen Zügen und auch Aril stillte ihren Durst, danach füllte sie sorgsam ihren Lederschlauch.

Als sie sich erhob entdeckte sie etwas Dunkles auf dem trockenen Erdboden, sie lief hin, kniete nieder und erkannte ein Stück Fell. Es war von einem dunklen Grau, kein glattes Fell, sondern recht zerzaust. Sie hob es auf und ließ es erschrocken fallen - ein Stück des Fleisches des dazugehörigen Tieres hing an der Unterseite. „Igitt!“ machte sie und wusch ihre Hände erneut im Bach.
„Komm jetzt, Trovao. Lass uns doch mal sehen, ob wir Nien nicht dort finden… hoffentlich lebend,“ murmelte sie. Sie stieg nicht nochmals auf ihr Pferd sondern langte an das Sattelhorn und zog die Zügel zu sich herunter, sodass sie den Hengst führen konnte. Der Pfad war unwegsam, es ging über Stock und Stein, Felsen und Wurzeln. Als sie einen größeren Steinbrocken umrundete, mustere sie ihn aufmerksam. An dem hellen Stein waren eindeutig dunkle Flecken zu sehen, die einige triefende Spuren gen Erde hinterlassen hatten – aber alles war eingetrocknet. Aril dämmerte, dass das Blut war und sie beeilte sich, weiterzulaufen. Umso mehr erschrak sie, als sie direkt hinter dem großen Felsen einen toten Wolf erblickte, der auf dem Weg lag. Sie machte einen Satz, hatte aber schon eine Klinge gezogen. Vorsichtig, die Zügel hinter sich haltend, näherte sie sich dem Tier. Es war offensichtlich tot, sonst hätte Trovao einen Aufstand gemacht, der seinem Namen zur Ehre gereicht hätte. Aber er war definitiv keines natürlichen Todes gestorben, sondern nachgerade zerfetzt worden. Von was – das wollte sich Aril gar nicht ausmalen. Von den Menschen des Dorfes dort vorne? Oder gar von dem Feind, gegen den auch ihr Bruder bestehen hatte müssen?
Sie folgte dem Weg nun etwas schneller und kam an weiteren Wolfsleichen vorbei. Aril verzog das Gesicht. Wenn in dem Dorf alle so zugerichtet waren wie hier, dann standen die Chancen sehr schlecht.

VRanger
16.01.2014, 20:20
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Glandis | Flüchtlingslager • Mitgefühl

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Einer der schwarzen Vögel hatte sich auf dem Rumpf des Hurlocks niedergelassen und begann an dessen harter Haut zu picken. Sprang, wie es Rabenvögel so tun, aufgeregt von der einen zu dem anderen Stelle mit der Hoffnung nicht die Arbeit des Aufbrechens leisten zu müssen.

Dieses Gehopse, begleitet mit dem Gezeter des Vogel wecke Glandis auf bzw. lies sie so munter werden, dass sie sich ihrer Lage bewusst wurde. Instinktiv griff sie in ihr rosenblondes Haar. »Wo ist der Helm?« fragte sie laut, worauf der Vogel zur Seite hüpfte, aber schon lauernd. Scheinbar war das Tier diese Stunden gewohnt, denn ein normaler Singvogel wäre jetzt auf und davon.

Glandis begriff, sie lag barhäuptig in der Sonne ohne ihre Kopfbedeckung. Und weil es ihr komisch vor kam, was sie fühlte, zog sich bedächtig die Hand von der Stelle ihres Kopfes. Sie musste sich zwingen sie anzusehen, denn sie kannte das Gefühlt des Blutes auf ihrer Hand. Es ist etwas anderes fremdes oder eigenes Blut an sich zu sehen. Doch schließlich hielt sie sich die Hand vor das Gesicht und sah Spuren geronnenes, aber auch frischen Blutes. Da kam ihr wieder ihn den Sinn, was geschehen war.

»Stimmt nach den Treffern mit Pfeil und Bogen bin ich die abgetaucht ,« murmelte sie. Und sah sich hüpfend, auf Verborgenheit achtend durch die sie erreichende Meute auf den Rand zustreben. Sie erkannte aber auch wie blutrünstig, Leben fordernd, auf Vernichtung sinnend die Dunkle Brut in das Lager einbrach und bis auf geringen Widerstand kaum Gegenwehr erhielt. Sie sah, als sie fast den Rand erreicht hatte, einen Gruppe, die in den nahen Wald wollte. Doch sie waren erspäht und eine kleinere Gruppe Hurlock rannte brüllend und Waffen schwingend auf die Menschen zu. »Sollen die Shemlen sterben? Haben sie es verdient?« Diese kurzen Fragen, stellte sich die Dalish. Sie mochte die Shemlen nicht, doch das hier war etwas anderes. Sie hätte einem Wolf, einem Reh oder einem Dachs auch geholfen. Also lies sie die ersten an sich vorbei rennen, zog ihre beiden Dolche und stach mit allem Mut, den sie aufbringen konnte von hinten zu. Die Aktion hob ihre Verschleierung, ihre Tarnung auf. Doch die parallel ausgeführten Stöße trafen das Ziel tödlich. Und ehe die Gruppe der Hurlocks sich orientieren konnte, denn zu groß war der Blutrausch und im Blick leichte Beute, konnte Glandis noch einen zweiten von hinten erwischen. Sie schrie den Menschen, die wie zu Salzsäulen erstarrt scheinen noch zu »Rennt! Rennt um Euer Leben!« Die zwei verbliebenen Hurlocks grinsten, als sie die Dalish als neuen Feind ausmachten. Wehrlose abschlachten ist ohne Nervenkitzel, doch hier war ein Weib, welches sich zu jagen lohnte. Also stürmte der kleinere von den beiden auf Glandis mit erhobener Waffe zu. Glandis wusste was kommen würde und machte sich bereit. Als der Hurlock nur wenige Meter vor ihr war, vollführte sie eine seitliche Rolle. Diese lies den Angreifenden ins Leere rennen und auch schlagen. Mitgerissen von der Wucht des eigenen Hiebes, dem der Widerpart für die aufgewendete Kraft fehlte, stolperte er und die Dalish stieß mit einem Schrei »Ar tu na'din« eines ihrer Messer in dessen Seite. Geschickt rollte sie über den Rücken des Hurlocks ab und stach erneut zu. Im Gefühlt des Triumpfes hatte sie an den zweiten aus der Rotte nicht mehr gedacht. Doch ein Schlag, der ihr den Helm vom Kopfe riss und sie zwei, drei Meter ins Gras warf, löste all die Sachen auf. Glandis wusste um ihre Not. Sie lag halb bäuchlings, hatte aber bei Fallen eines der Beine anziehen können. Sie konnte aufspringen aus dieser Position. Doch sie tat es nicht. Sie wusste, gegen den großen Hurlock hatte sie nur die Chance der Überraschung und die auch nur ein einziges Mal. Der Kopf schmerzte, und sie hörte an dem Gebrülle, dass sich der Gegner näherte. Sie lies es sogar zu, dass er sich neben ihr postierte und prahlte: »Was für ein Schlag. Das Täubchen ist davon geflogen!« witzelte er. Und sie spürte, wie er zum finalen Schlag ausholte. Sie vergewisserte sich aus den Augenwinkel und sprang auf. Aber nicht nach vorn oder oben, nein! Es war ein seitlicher Sprung. Und was folgte verlief rasend schnell. Eine Drehung, eine Rochade mit zwei guten, scharfen Dolchen, aufgerissene Augen eines abrollenden Kopfes und ein Ausatmen bei Glandis. Doch für mehr reichte die Konzentration, Geschick und Kraft der 22 Jährigen nicht. Das Fallen des Hurlocks, auch beschleunigt durch die Schlagbewegung, konnte sie nicht mehr umgehen. Auch ein letzter Versuch, viel zu spät angesetzt, eine Rolle rückwärts anzusetzen gelang aus dem Stand nur halb. Und so stürzten sie beide.

Glandis nahm die mit Blut befleckte Hand von ihrem Gesicht, den so richtig bot diese keinen Schatten vor der hoch stehenden Sonne und sie war zu erschöpft, um lange die Hand so in der Höhe zu halten. »Schlaf,« sagte ihr eine innere Stimme, »sammle Kraft und versuche es am Abend den Hurlock abzustreifen.«


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Fawks
17.01.2014, 00:04
Die junge Frau trat aus dem Wäldchen heraus, auf eine ebene Fläche, die vormals voller Gras gewesen sein musste, das jetzt teilweise verbrannt, teilweise bedeckt war von toten Körpern, undefinierbaren Teilen, Fetzen aus Kleidung, Stücken aus Rüstungen. Überall lagen Waffen herum, ganze Flecke der Wiese waren schwarz gefärbt vom Feuert, hier und da lagen erdige, mittlerweile vertrocknete Flächen frei. Aril stockte der Atem.
Sie hatte das entdeckt, was mal ein Lager gewesen sein musste. Holzlatten, Steine und Zeltstoff lagen verteilt umher. Und es stank fürchterlich. Sie konnte die toten Körper, die sie alle sah, nicht zählen, es waren zu viele.
„Was wenn Nien dabei ist?“ dachte Aril bei sich. An ihr Pferd gewandt sagte sie: „Ich muss ihn finden!“ Damit zog sie sich in den Sattel, richtete die Zügel und ließ Trovao im Schritt das Feld der Verwüstung in einem ausgedehnten Bogen Richtung Lager durchschreiten.
Es lagen einige Körper von Wesen da, die alles andere als menschlich waren. Braunes Fleisch, keinerlei Haare, zuweilen Hauer im Mund und eine Fratze wie eine Maske – so gut sie das anhand der Leichen erkennen konnte. Es war ein Anblick zum Gruseln. Das mussten die Gegner gewesen sein. Aril spürte, wie sie weiche Knie bekam, obwohl sie im Sattel saß.

Die menschlichen Leichen, die sie entdeckte, waren alle nicht mehr ganz … vollständig und sie konnte keinerlei Hinweis auf deren Herkunft erhaschen. Das war eigentlich ein gutes Zeichen, denn ihren Bruder hätte sie überall erkannt. Der Gedanke an Nien auf diesem Schlachtfeld bedrückte sie nicht nur, sie spürte die Tränen in sich aufsteigen. „Was habe ich nur getan? Wo bin ich hier nur hineingeraten?“ fragte sie Trovao. Das Pferd wandte den Kopf, als ob es ihre Traurigkeit spüren konnte und ließ ein leises Wiehern hören. Aril glitt vom Rücken und stellte sich vor ihr Pferd, umarmte dessen großen Kopf. Ihre Tränen rannen in Trovaos rabenschwarzes Fell, ihr Körper wurde geschüttelt von Schluchzern. Der Hengst rieb seine Nase an ihrer Schulter und wieherte sanft, einmal, zweimal. Als Aril nicht reagierte, gab Trovao ihr einen kleinen Stoß, sodass sie nach hinten geschubst wurde.
Verblüfft sah Aril ihr Pferd an, das erneut Laut gab.
Aril drehte sich um indes sie ihr Gesicht mit dem Handrücken abwischte, und entdeckte eine dieser hässlichen Gestalten ungefähr 5 Schritt hinter ihr, am Boden liegend.
Und halb darunter vergraben entdeckte sie eine Frau. Sie war fast nicht zu sehen, das große Wesen bedeckte sie fast vollständig, nur der Oberkörper lugte hervor, der auf etwas anderem abgestützt zu sein schien.
Neugierig geworden näherte sich die junge Frau und kniete neben der am Boden Liegenden nieder. Sie hatte rosenblondes Haar, war schlank gebaut, aber besaß sehnige Muskeln. Konnte Aril da einen Pulsschlag am Hals erkennen? Sie beugte sich über die Frau, überwand sich und legte ihr eine Hand auf den Brustkorb. Tatsächlich, ihr Herz schlug flach. Als nächstes fiel ihr das Blut auf, das die Frau überall hatte. An der Rüstung, an den Händen und auch am Kopf. Vorsichtig drehte Aril den Kopf der Frau, um die Verwundung sehen zu können. Blutig rot und geschwollen prangte die Platzwunde auf dem Hinterkopf. „Sie muss hier weg,“ sagte Aril zu sich selbst. Die Lider der Frau – Aril erkannte jetzt durch den Haarschopf die spitzen Ohren – flatterten. „Keine Angst! Ich tue dir nichts! Ich will dir nur helfen. Kannst du mich hören?“ Vorsorglich zog sich Aril ein Stück zurück, dass die Elfe nicht erschrak. „Ich will dir helfen!“ wiederholte sie langsam und sah die Verwundete offen an.

VRanger
17.01.2014, 19:19
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Glandis | Flüchtlingslager • Erschrecken und Ohnmacht

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis spürte, irgendetwas zerrte an ihr, fasste ihr Haar an. »Träume ich?« fragte sich im Unterbewusstsein und dachte in diesem Moment des Aufwachens an den Rabenvogel, der sich bei dem Hurlock niedergelassen hatte. Als die Dalish die Augen aufschlug, blickte sie nicht unmittelbar doch in der Nähe ein Shemlengesicht. Sie sah nicht das Alter, nicht die dunkelbraunen Haare, die feinen Züge oder die braunen Augen, auch nicht die Sorge um sie, nein, das sah sie nicht.

»Barad!« stöhnte sie und wollte auffahren. Doch der Hurlock lag immer noch auf ihr. Und den Griff zu ihrem Waffenort, dort wo sie die Dolche verwahrte, schaffte sie nicht. Sie sackte nach einer kurzen Aufwärtsbewegung zurück und schlug mit dem Kopf auf etwas, was hinter ihr lag. »Aaah!« war voller Schmerz und Verzweiflung von Glandis gerufen worden, aber mehr konnte sie nicht ausrichten und musste erkennen sie war wehrlos dem ausgeliefert, was nun kommen würde.


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Annalena
18.01.2014, 08:43
http://upload.worldofplayers.de/files9/MiWGnUzNdCerKopf_Barbar.JPG
Welch ein brennender Schmerz. Mit verzerrtem Gesicht hockte der Chasind, der sonst so gefasst und ruhig war, im Sand. Laut stöhnend machte er sich Luft, doch am liebsten hätte er gebrüllt. Als er sich die Armschiene runterzog, sah er der Grund für diesen Schmerz....einen schwarzen Fleck. Aus Geschichten wusste er sofort worum es sich hierbei handelt: die Verderbnis.
Wie und wann er sich angesteckt hat, wusste er nicht, der brennende Schmerz war ohnehin viel zu stark um klar denken zu können.
Auch hörte er Stimmen, viele fremde Stimmen...doch eine drang besonders in sein Ohr, sie schien ihn zu rufen. Er solle kommen, sich ihm anschliessen. Blutmähnes Stirn war schweißgebadet. Sein Gesicht war von Leid erfüllt.
Dann vernahm er eine weitere Stimme, die allerdings etwas vertraut war. Es war das Elfenmädchen dass plötzlich neben ihm hockte. Reflexartig versteckte er seinen Arm hinter seinen wuchtige Körper und hoffte dass sie nicht sah was er sah. "Zu dunkel zum Jagen, wir sollten uns bis morgen früh ausruhen und schlafen", gab er mit kratziger Stimme von sich, er versuchte sich offenkundig nichts anmerken zu lassen. Er erhob sich wieder und stapfte gemächlich zurück ins Lager während er sich wieder die Armschiene überzog.



http://upload.worldofplayers.de/files9/4azi8U8EDKfDd7K1VladimirSquare.png

Als sich die Elfe vom Lager entfernte, ergriff die Müdigkeit langsam Besitz von seinem Körper. Obwohl der Hunger immer noch präsent war, konnte der Blutmagier es für den Augenblick nicht vermeiden die Augenlieder zu schließen. Lange Märsche waren nichts für ihn, zwar gab es nicht einen Gramm überschüssiges Fleisch an seinem zierlichen Körper, doch ebenso wenig Muskelmasse konnte Valgarius sein Eigen nennen.
So döste er eine Weile vor sich hin, bis ihn das Knurren seines Magens zurück in die reale Welt beförderte. Mit zusammengekniffenden Augen konnte er in der Ferne die Umrisse von Blutmähne erkennen. Er schien jedoch keine Beute bei sich zu haben. Innerlich seufzend erhob er sich und suchte die Umgebung ab nach etwas, was man zumindest ansatzweise als Nahrung verwenden konnte. Als Problem stellte sich dabei jedoch der Einbruch der Nacht heraus, man konnte abseits des Lagers kaum noch etwas erkennen. Außerdem würde er es jetzt nicht wagen sich zu weit zu entfernen, wer wusste schon, welche Gefahren dort überall auf eine günstige Gelegenheit warteten.

Also beschloss der Blutmagier seine Suche vorerst einzustellen, sie würden wohl hungrig in den Schlaf finden müssen in dieser Nacht. Immerhin war der Platz einigermaßen vor Wind geschützt und außerdem relativ gut versteckt. Nach den jüngsten Ereignissen konnte die Gruppe diese Ruhe gut vertragen. Wenn jetzt nur ein kleiner, gut genährter Hase ohne Augenlicht sich zufällig dem Lager nähern würde, dann wäre sogar der Magier vielleicht in der Lage, ein Beutetier zu erlegen. Doch genug Gedanken an Nahrung verschwendet, zunächst musste sich der junge Mann um das Befinden seiner Mitstreiter erkundigen. Möglicherweise hat einer von ihnen eine vielversprechende Entdeckung machen können.
Als der Hüne sich langsam näherte, tat Valgarius es ihm gleich und kam ihm entgegen. Ein erneuter Blick auf die riesigen, leeren Hände von Blutmähne bestätigte dem Blutmagier, dass wohl heute nichts auf der Speisekarte zu finden sein wird. Trotzdem plagte ihn die Neugier. "Und? Konntet ihr etwas finden? Wo ist Anlya?" Er ließ für einen Moment seinen kraftlosen Blick in der Dunkelheit schweifen und setzte dann seine Fragerei fort. "Was machen wir jetzt?" Seufzend bedeckte er die Stirn mit seinem Handrücken und neigte seinen Kopf voller Theatralik gen Himmel. "Ich.. Ich konnte nichts finden. Wir sind verloren!"
http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya war ein wenig angepisst von der gruffigen Antwort, die ihr Blutmähne gab. Dabei wollte sie nur helfen. Er schien etwas am Arm zu haben, doch sie konnte nicht erkennen was es war. Bevor sie ihn jedoch schelten konnte stand er auf und ging zurück zum Lager. Die Elfe erhob sich auch und schaute ihm ärgerlich nach. In einem Anflug von kindischem Benehmen stampfte sie leicht mit ihrem Fuß auf. „Dieser unmögliche Mann.“

Doch es wurde tatsächlich rasch dunkel. Hastig folgte sie dem Hünen, da sie keine Lust hatte sich zu verlaufen. Dann würden sie wohl hungrig zu Bett gehen. Glücklicherweise erreichte sie ohne Zwischenfälle das Lager. Sie machte es sich am Feuer bequem und ignorierte die beiden Männer. Das Flackern der Flammen machte sie müde und ohne ein Wort zu verlieren legte sie sich in den Sand. Es dauerte nicht lange bis sie in einen tiefen Schlaf fiel.

Fawks
18.01.2014, 14:50
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„Barad!“ stöhnte die Elfe auf und versuchte sich aufzurichten. Das gelang ihr nur zur Hälfte, ihre Hand fuhr in Richtung ihres Rückens, auf dem, wie Aril jetzt erkannte, zwei Dolchscheiden befestigt waren. Die Elfe schrie schmerzvoll auf und sackte nach hinten. Hinter ihr lag eine weitere Leiche, diese war zweifelsfrei menschlich und trug eine Plattenrüstung. Aril hörte, wie sich das Metall unsanft in die Lederrüstung der Elfin bohrte, als sie nach hinten fiel. „Sie muss hier sofort weg. Wer weiß, wo sie noch alles Wunden hat,“ sagte Aril vor sich hin. Sie packte den auf der Elfe liegenden Feind am Fuß und wollte ihn von ihr herunterzerren. Ein Schmatzen und Ratschen verriet ihr, dass das keine so gute Idee war, wenn sie nicht alle Einzelteile nacheinander von der Elfin abtragen wollte. Der Gestank war so überwältigend, dass Aril erneut die Tränen kamen. Sie setzte sich auf den Boden neben die Elfe, die mittlerweile wieder in Bewusstlosigkeit versunken war, und stemmte mit beiden Füßen gegen das schwere Biest. Er bewegte sich nur wenige Zentimeter und Aril keuchte vor Anstrengung. „Trovao, ich brauche dich!“ rief sie dem Pferd zu, das sich näherte. Die braunhaarige Frau sprang auf und knotete die Zügel um die Mitte des Untiers. „Jetzt, Trovao, zurück!“ befahl sie dem Pferd und drückte es nach hinten. Gehorsam – und scheinbar völlig unbeschwert – trat Trovao zurück, drei, vier, fünf Schritt und zog das widerliche Wesen von der Elfin. Sie sah nicht so übel zugerichtet aus wie Aril befürchtet hatte. Alles ab dem Bauchnabel abwärts war höchstwahrscheinlich in einen tiefen Schlaf versunken und laufen konnte die Elfin ganz sicher nicht. Die junge Nuemb wusste aber, wie sie dem abhelfen konnte. So vorsichtig wie möglich nahm sie die Elfe unter den Schultern – im Vergleich zu diesen stinkenden Wesen war sie ein Fliegengewicht! – und zog sie neben ihren Rappen. „Jetzt kommt der schwere Teil,“ schnaufte sie und stemmt die Elfe unter den Achseln in die Höhe. Es war ihr Glück, dass das Mädel anscheinend nicht so alt war und dazu eine zierliche Elfe, denn sonst hätte sie sie wahrscheinlich niemals auf Trovao hieven können. Aril musste irgendwie grinsen als sie das Pferd umrundete und auf der anderen Seite an den Schulter der Elfin zog, sodass diese jetzt bäuchlings quer über dem Pferd hing. Sie lief noch einmal zu der Stelle, wo die Elfin gelegen hatte und betrachtete die Rüstung desjenigen, der ihr als Unterlage gedient hatte. Tatsächlich konnte sie einige frische Blutspuren an den Rändern erkennen. Sie richtete sich gerade wieder auf, da fielen ihr zwei fein gearbeitete Dolche auf, die wohl unter der Bestie gelegen haben mussten. Aril sammelte sie auf, verstaute sie im Sattelgeschirr ihres Pferdes und machte sich daran, hinter der Elfin auf den Hengst zu klettern. Das war schwieriger als sie dachte, denn sie wollte die Elfin ja nicht herunterstoßen. Vorsichtig balancierte sie ihren Schwung aus, hielt sich im hinteren Teil des Sattels aufrecht und zog die Verwundete in dieselbe Reiteposition. Zwar konnte die Elfe nicht aufrecht sitzen, also legte Aril ihren Oberkörper auf Trovoas Hals, der alles geduldig mit sich machen ließ. Interessiert wandte er den Kopf, als ob er Arils Bemühungen würdigen wollte. Die junge Frau puterrot im Gesicht von der Anstrengung, die Elfe mit bloßer Muskelkraft in den Sattel zu setzen und seufzte erleichtert auf, als sie die entknoteten Zügel zu fassen bekam. „So,“ sagte sie schwer atmend, „zurück ins Wäldchen an den Bach!“ Sie ruckte an den Zügeln in die gewiesene Richtung und der Hengst wandte sich wieder in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Als sie nach einer Weile wieder an dem Bach angekommen waren, ließ Aril ihr Pferd neben dem Wasserlauf an einem grünen Flecken halten und saß ab. „Leg dich hin, Trovao, sonst bekomme ich sie da nie runter,“ bat Aril den Hengst, der sich schnaubend erst in die Hocke und dann seine Liegeposition begab. So war es für Aril wesentlich einfacher, die Elfin von ihm zu heben. Sie legte sie in das grüne Gras, durchstöberte ihren Rucksack nach einem sauberen Leinentuch und tränkte es im klaren Wasser. Sorgfältig und sanft zugleich begann sie, der Verwundeten die Wunden auszuwaschen.


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Khardim
18.01.2014, 15:15
http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpg
Die Sonne ging blutrot in Ser Lothars Rücken auf und warf ihm und seinem Pferd einen meterlangen Schatten vor die Füße. Wie schwarzer Samt bedeckte er den morastigen Boden, in dem eine Spur aus tiefen Hufabdrücken seinen bisherigen Weg anzeigte.
Der Ritter war die ganze Nacht über geritten und hatte es geschafft, Zweifel und Lethargie (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22208382&viewfull=1#post22208382)abzulegen. Mit wachem Auge beobachtete er seine Umgebung in der langsam heller werdenden Welt, eine Hand am Zügel, die andere unter seinem Mantel locker auf dem Oberschenkel ruhend, stets in der Nähe seiner Schwerts. Dem jungen Tag fehlte noch die Kraft, um den Raureif der Nacht zu vertreiben, doch unter seiner Rüstung spürte Ser Lothar keine Kälte, denn er hatte Wärme in sich gefunden, als es ihm gelang, den Eifer seiner Mission neu zu entfachen.
Sogar auf seinem Helm, der am Sattelknauf baumelte, hatte sich der Frost sacht niedergelegt und ließ nun jedes mal eine Schar von halb gefrorenen Tropfen fallen, wenn Ser Lothars Ross einen Schritt tat.
Als das Land vor ihm sich langsam zu einer breiten Talrinne absenkte, hielt Ser Lothar an und überblickt den Weg vor sich mit ernstem Gesicht: Der Pfad war mehr eine bedürftig ausgetretene Schlammpiste als eine Straße und am tiefsten Punkt schien sogar das Grundwasser zu Tage getreten zu sein und bildete großflächige Pfützen, deren Tiefe nicht einzuschätzen war. Die sich zu den Seiten erhebenden Hänge waren zwar alles andere als steil und mit saftigem Gras bewachsen, jedoch ebenfalls mit Wasser getränkt und dadurch furchtbar rutschig; hätte Ser Lothar ein Heer durch dieses Tal führen müssen, er hätte eher einen langen Umweg gewählt, als dieses Gelände zu durchqueren. Zu langwierig wäre es, Materialkarren durch den Schlamm zu schieben und dabei die offensichtliche Gefahr eines Hinterhaltes in Kauf zu nehmen.
Mit der linken Hand seinen Bart kratzend überlegte der Ritter, ob er auch allein nicht lieber einen anderen Weg suchen sollte, schließlich hatte er kein bestimmtes Ziel und ihm war nicht geholfen, wenn sich sein Pferd auf dem unsicheren Pfad vertrat und ein Bein brach; Ritter, die ihre Ausrüstung allein auf dem Rücken durch die Lande trugen, überlebten selten lange und waren im Allgemeinen kein erbaulicher Anblick.

Ein unmenschlicher Schrei riss Ser Lothar aus seinen Gedanken und als er sich im Sattel umdrehte, um den Ursprung zu finden, verlor die Frage nach dem besten Weg schlagartig jede Bedeutung: In einigen hundert Schritt Entfernung erkannte er fünf Gestalten, die schnellen Schrittes auf ihn zukamen. Gedrungene Gestalten mit gezogenen Waffen und grobschlächtiger Ausrüstung.
,,Hurlocks!'', entfuhr es dem Ritter. Vermutlich eine Patrouille oder ein Spähtrupp, der seine gut sichtbare Spur entdeckt hatte und ihr gefolgt war. Ohne zu zögern setze Ser Lothar seinen Helm auf und wendete sein Pferd. Während es durch seine Sporen angetrieben zum Galopp anlief, zog er sein Schwert und fixierte seine Feinde durch die Sehschlitze, die seine Welt auf einen schmalen Spalt reduzierten und alles andere in die Unwichtigkeit, die Unsichtbarkeit verbannten.
Die Kriegsschreie der Hurlocks schallten ihm entgegen, als er seine Linke in die Lederriemen seines Schildes fahren ließ und ihn mit einem Ruck aus der Halterung am Sattel löste. Grell spiegelte sich die Sonne eines kalten Morgens darin. Ser Lothar spürte sein Herz schneller schlagen, als die Feinde immer näher kamen. Er war sich sicher, dass diese fünf noch nie gegen einen Ritter zu Pferde angetreten waren, sonst würden sie nicht blindlings auf ihn zustürmen. Er hatte vor, sie diese Lehrstunde mit Blut bezahlen zu lassen.
Als er nah genug war, um die Fratzen der Hurlocks unter den kruden Lederhelmen zu erkennen, spornte der Ritter sein Pferd noch einmal an und holte mit der Schwerthand aus.

Der Moment vor dem Aufeinandertreffen war voller Eindrücke: Er spürte sein eigenes Blut in den Adern, er sah den Schlamm unter jedem Schritt seiner Feinde aufspritzen, er hörte ihr grelles Gekreisch und roch den Dreck, das Blut und das Unheil, dass an ihnen haftete wie der Atem der Erzdämons selbst. Die Reflexion des Sonnenlichts ließ einen Blitz vor seinen Augen aufflammen, als sich seine Klinge senkte.

Ser Lothar kam über die Hurlocks wie ein Gewittersturm. Während er den ersten mit einem Rückhandschlag zurück zu seinem dunklen Schöpfer schickte, donnerte sein Ross mit der linken Flanke so stark in einen weiteren, das er von den Füßen geholt und hinweggefegt wurde. Nicht einmal einen Wimpernschlag dauerte es, bis der Ritter durch seine Gegner hindurch war und sein Pferd in einiger Entfernung wenden lies. Er wandte sich um und sah, wie die verbliebenen drei ihrem gestürzten Kumpanen auf die Beine halfen und kurz zu überlegen schienen, wie dem Ritter beizukommen sei.
Ser Lothar gab ihnen dafür keine Zeit und trieb sein Pferd erneut an.

VRanger
18.01.2014, 18:41
„Barad!“ stöhnte die Elfe auf und versuchte sich aufzurichten. Das gelang ihr nur zur Hälfte, ihre Hand fuhr in Richtung ihres Rückens, auf dem, wie Aril jetzt erkannte, zwei Dolchscheiden befestigt waren. Die Elfe schrie schmerzvoll auf und sackte nach hinten. Hinter ihr lag eine weitere Leiche, diese war zweifelsfrei menschlich und trug eine Plattenrüstung. Aril hörte, wie sich das Metall unsanft in die Lederrüstung der Elfin bohrte, als sie nach hinten fiel. „Sie muss hier sofort weg. Wer weiß, wo sie noch alles Wunden hat,“ sagte Aril vor sich hin. Sie packte den auf der Elfe liegenden Feind am Fuß und wollte ihn von ihr herunterzerren. Ein Schmatzen und Ratschen verriet ihr, dass das keine so gute Idee war, wenn sie nicht alle Einzelteile nacheinander von der Elfin abtragen wollte. Der Gestank war so überwältigend, dass Aril erneut die Tränen kamen. Sie setzte sich auf den Boden neben die Elfe, die mittlerweile wieder in Bewusstlosigkeit versunken war, und stemmte mit beiden Füßen gegen das schwere Biest. Er bewegte sich nur wenige Zentimeter und Aril keuchte vor Anstrengung. „Trovao, ich brauche dich!“ rief sie dem Pferd zu, das sich näherte. Die braunhaarige Frau sprang auf und knotete die Zügel um die Mitte des Untiers. „Jetzt, Trovao, zurück!“ befahl sie dem Pferd und drückte es nach hinten. Gehorsam – und scheinbar völlig unbeschwert – trat Trovao zurück, drei, vier, fünf Schritt und zog das widerliche Wesen von der Elfin. Sie sah nicht so übel zugerichtet aus wie Aril befürchtet hatte. Alles ab dem Bauchnabel abwärts war höchstwahrscheinlich in einen tiefen Schlaf versunken und laufen konnte die Elfin ganz sicher nicht. Die junge Nuemb wusste aber, wie sie dem abhelfen konnte. So vorsichtig wie möglich nahm sie die Elfe unter den Schultern – im Vergleich zu diesen stinkenden Wesen war sie ein Fliegengewicht! – und zog sie neben ihren Rappen. „Jetzt kommt der schwere Teil,“ schnaufte sie und stemmt die Elfe unter den Achseln in die Höhe. Es war ihr Glück, dass das Mädel anscheinend nicht so alt war und dazu eine zierliche Elfe, denn sonst hätte sie sie wahrscheinlich niemals auf Trovao hieven können. Aril musste irgendwie grinsen als sie das Pferd umrundete und auf der anderen Seite an den Schulter der Elfin zog, sodass diese jetzt bäuchlings quer über dem Pferd hing. Sie lief noch einmal zu der Stelle, wo die Elfin gelegen hatte und betrachtete die Rüstung desjenigen, der ihr als Unterlage gedient hatte. Tatsächlich konnte sie einige frische Blutspuren an den Rändern erkennen. Sie richtete sich gerade wieder auf, da fielen ihr zwei fein gearbeitete Dolche auf, die wohl unter der Bestie gelegen haben mussten. Aril sammelte sie auf, verstaute sie im Sattelgeschirr ihres Pferdes und machte sich daran, hinter der Elfin auf den Hengst zu klettern. Das war schwieriger als sie dachte, denn sie wollte die Elfin ja nicht herunterstoßen. Vorsichtig balancierte sie ihren Schwung aus, hielt sich im hinteren Teil des Sattels aufrecht und zog die Verwundete in dieselbe Reiteposition. Zwar konnte die Elfe nicht aufrecht sitzen, also legte Aril ihren Oberkörper auf Trovoas Hals, der alles geduldig mit sich machen ließ. Interessiert wandte er den Kopf, als ob er Arils Bemühungen würdigen wollte. Die junge Frau puterrot im Gesicht von der Anstrengung, die Elfe mit bloßer Muskelkraft in den Sattel zu setzen und seufzte erleichtert auf, als sie die entknoteten Zügel zu fassen bekam. „So,“ sagte sie schwer atmend, „zurück ins Wäldchen an den Bach!“ Sie ruckte an den Zügeln in die gewiesene Richtung und der Hengst wandte sich wieder in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Als sie nach einer Weile wieder an dem Bach angekommen waren, ließ Aril ihr Pferd neben dem Wasserlauf an einem grünen Flecken halten und saß ab. „Leg dich hin, Trovao, sonst bekomme ich sie da nie runter,“ bat Aril den Hengst, der sich schnaubend erst in die Hocke und dann seine Liegeposition begab. So war es für Aril wesentlich einfacher, die Elfin von ihm zu heben. Sie legte sie in das grüne Gras, durchstöberte ihren Rucksack nach einem sauberen Leinentuch und tränkte es im klaren Wasser. Sorgfältig und sanft zugleich begann sie, der Verwundeten die Wunden auszuwaschen.

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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Erstaunen

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Die Dalish, so benommen und der Ohnmacht nah, erfühlte eine Veränderung. »Ein Traum,« sagte sie in ihrer inneren Welt zu sich. Sie spürte wie die Last, die seit wer weiß seit vielen Stunden auf ihren Beinen drückte, wie der modernde Gestank, abnahmen. »Nicht aufwachen, wache nicht auf!« schwebte durch ihren arg mitgenommenen Kopf. Irgendetwas hob sie in die Höhe, lies sie frei werden von all dem Gewicht, der Ballast war weg. Und ein Duft, den sie nicht glauben wollte, hier auf dem Feld des Todes, der sinnlosen Morde, wo es aufgrund der Brände und der zerstückelten Leichen zum Himmel stank, kitzelte ihre Nase. »Ein Pferd?« fragte sie sich. »Glandis! Hier gibt es keine Pferde! Du träumst!« Etwas später gab sie ihrer inneren Regung Gegenworte: »Es ist so unverhofft …« » was ist so unverhofft?« wollte die andere Stimme, die immer dann bei ihr war, wenn sie ins Zweifeln kam, wissen. »Es ist so wunderbar, so frei von all dieser Bürde zu sein.« Das Wiegen des Pferdes beim sanften Ritt brachten das innere Selbstgespräch zum Verstummen.

Dass die Dalish auf einer begrünten, leichten Anhöhe, am Rande des Baches, aus dem sie vor wenigen Tagen noch getrunken hatte, wo sie anschließend die Wölfe und den Kampf mit der Dunklen Brut erspähte, lag, wusste sie noch nicht. Der Bereich war gut gewählt. Der Bach hatte aufgrund einiger größerer Felsbrocken in seinem Kiesbett ein paar Bogen in den vielen Jahren in die Landschaft gegraben. An der von Aril mit Bedacht gewählten Stelle war die Krümmung besonders weit. Das hatte zu einem flachen Anstieg zum angrenzenden Wald führt. Bauern und andere Nutzer des Waldes trieben das Vieh gern an diese Stelle, damit es sich am Wasser gut gehen lassen konnte. So war es auch gekommen, dass die natürliche Sukzession in diesem Bereich des Waldes nicht zum Tragen kommen konnte. Diese Waldlichtung war nun der Ort, an dem Aril Glandis versorgte.

Die Wölfe, die sonst von dem Vieh angezogen wurden und auf die, die Hüter schon ein wachsames Auge haben mussten, waren in dem Kampf mit der Dunklen Brut vielleicht vollständig aufgerieben worden oder die Überlebenden mussten ihre Wunden lecken. Doch das würden sie nicht an diesem Flecken tun. So hatte die Fügung im Ansturm der Dunklen Brut ein Refugium erhalten, der nicht nur als Zufluchtsort zumindest vorübergehend dienen konnte. Nein! Dieses Stücken grüne Wiese, an dem Bachbogen, eingerahmt von Bäumen war nicht zu vergleichen, mit dem was in dem Flüchtlingslager zu sehen war.

Von etwas Nassem an ihren Haaren aufgeweckt öffnete Glandis ihre Augen, erschrak und wollte sagen: »Barad!« Doch sie kam nur zu einem »Baa …,« “ Sie erkannte die Person wieder, die sich über sie gebeugt hatte. Es war dieselbe Shemlen, wie vorhin. Doch in ihrer Lage gebot es der Dalish nicht zu fluchen oder irgendeine unbewusste Handlung vorzunehmen. Sie sah nur aus den Augenwinkeln und aus dem, was der Körper der über sie gebeugten Frau erkennen lies, sie war an einem anderen Ort. Sie holte tief Luft und spürte mit der Frische und dem Wohlduft des Baches, wie das Leben zu ihr zurückkam. »Wasser,« sagte sie und murmelte noch: »doch kein Traum! ... Hannad.«


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Fawks
19.01.2014, 13:46
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Es dauerte nicht lange bis die Elfin eschrocken hochfuhr, in Arils Gesicht sah und einen seltsamen Laut ausstieß. Doch im nächste Augenblick holte sie erst einmal tief Luft und sagte dann mit krächzender Stimme: „Wasser!“ Aril griff schon nach ihrem Lederschlauch und vernahm noch, wie die Elfin murmelte: „Doch kein Traum… Hannad.“
Mit einem Stirnrunzeln übergab Aril der Elfin den geöffneten Schlauch. Die Elfin nahm ihn gierig entgegen und mühte sich aufrecht zu sitzen. Die junge Nuemb stützte ihren Rücken indes die rosenblonde Frau trank.
„Nicht so hastig,“ mahnte Aril, „das Wasser ist kalt und dein Körper muss sich daran gewöhnen.“
Als die Elfin nach kurzer Zeit den Schlauch geleert hatte und wieder ins Gras zurücksank, lief Aril ans Ufer und füllte den Schlauch erneut. Sie wusch auch den Leinenlappen gründlich aus und machte sich dann daran, die Kopfwunde ein weiteres Mal auszuwaschen.
„Ich heiße Aril. Aril Nuemb. Und wer bist du? Wie kamst du in diese Schlacht? Und wie hast du überlebt?“ sprudelte sie hervor.
Die Elfin hatte einen noch blasseren Hautton angenommen – vielleicht war es unvorsichtig gewesen, die Schlacht anzusprechen. Möglicherweise hatte sie jemanden, der ihr nahe stand verloren? In jedem Fall beschloss Aril, ihr möglichstes zu tun, die Elfin zu versorgen. Sie brauchte sie, alleine würde sie Nien hier niemals finden. Also stand sie erneut auf, lockerte Trovaos Sattel und zog die Satteldecke darunter hervor. Diese nahm sie und deckte die Elfe bis unter Kinn zu. Hernach ließ sie sich neben ihr nieder und hielt am Krankenlager Wacht, den Blick immer auf die Elfe gerichtet.

Shanea
19.01.2014, 14:27
http://upload.worldofplayers.de/files9/Rhianna_Ava.png

„Hüterin! Hüterin!“ Schreie, Schritte hallten überall um sie her. Was war geschehen? Warum diese Hektik? All die Panik. Etwas erwischt sie am Rücken und drückt sie zu Boden. Der ganze Boden bebt, als sich alle in Bewegung setzen. Schmerz schießt durch ihren Körper und sie muss sich kurz besinnen. Niemand hilft ihr auf, sie muss selbst aufstehen. Langsam stemmt sie die Hände neben ihrem Körper auf den Boden. Angst hat sie, dass jemand auf ihre Finger treten könnte. Doch sie ist alleine. Niemand rennt mehr an ihr vorbei. Sie stemmt sich hoch und rennt den anderen nach. Dicht gedrängt stehen sie da, sie wollen sie nicht durchlassen.

„Da ist nichts! Rhia geh weg! Du darfst das nicht sehen!“
Was haben die bloß alle? Ich will doch nur mal linsen.
Sie drängt so lange, bis sich Lücken auftun und quetscht sich durch. Es ist ein harter Kampf, aber am Ende schafft sie es. Noch einmal den Ellenbogen glücklich platziert und sie stürzt aus der Menge hervor und fällt auf die Knie. Als sie die Augen wieder öffnet erstarrt sie. Ihre Hände stehen in einer roten Pfütze. Ungläubig hebt sie die Hände und dreht sie hin und her. Tiefrot klebt die Flüssigkeit an ihren Händen, sie ist dick und ein einzelner Tropfen läuft ihren Unterarm entlang.

„Rhia!“
Sie hebt den Kopf und ein lauter Schrei entkommt ihr. Ein Bein, ein einzelner Fuß abgetrennt vom Rest. Einzelteile. Überall.
Jemand packt sie an den Armen, zieht sie hoch und fort von dem abscheulichen Anblick. Sie wird an eine Brust gedrückt und ihr wird über das Haar gestreichelt. Sanft murmelt jemand beruhigende Worte. Tränen schießen ihr in die Augen und sie beginnt hemmungslos zu schluchzen. Wer war nur so grausam, wer tat so etwas? Die Person hält sie die ganze Zeit fest, ist für sie da.
Eine halbe Ewigkeit später versiegen ihre Tränen und sie wird ganz ruhig. Als sie hochschaut lächelt er ihr freundlich entgegen. Grüne Augen, blonde Haare zu einem Zopf gebunden, nur einzelne Strähnen, die in sein Gesicht fallen.
„Geht's dir jetzt besser?“, fragt er, „Mein Name ist Cian.“



Ein stechender Schmerz fährt durch ihre Brust als sie sich daran erinnerte. Es geschah selten, dass sie von Erinnerungen ihrer Kindheit heimgesucht wurde, vor allem wenn es sich um diese Erinnerung handelte. An diesem Tag hatte sich ihr Leben für immer geändert. Nicht nur hatte sie Cian kennengelernt, ihren besten Freund,sondern an diesem Tag hatte sie gelernt was Hass ist. In dieser Erinnerung steckt die Ursache ihres Hasses auf die Shemlen.
Als Demien mit eisigen Händen auf sie los geht, er hat definitiv die Absicht ihr das Leben aus dem Leib zu quetschen, muss sie sich von der Erinnerung losreißen. Die Wölfin knurrt und will sich zwischen sie stellen. Doch nichts würde sich zwischen sie stellen, niemand würde zu Schaden kommen. Es war sie, die er wollte. Sie hatte ihm nichts tun wollen. Einen verletzten Shemlen zu töten, das würde ihr zwar Genugtuung verschaffen, aber es wäre nicht ehrenhaft, sondern nur scheußlich. Dalish waren eh schon überlegene Kämpfer, aber einem Verletzten gegenüber wurde diese Übermacht noch größer. Das verdarb doch den ganzen Spaß. Nein, sie wollte nicht gegen ihn kämpfen – nicht so. Das war einfach unter ihrer Würde.
Sie wich einen Schritt zurück, dann noch einen und versuchte erfolglos die Wölfin dazu zu bekommen, ihr zu folgen.
Da kündigte sich mit lautem rascheln und Knacken jemand an. Dem Klappern zu Folge war es Bran, der da durch das Unterholz lief und sie wohl suchte. Noch bevor er sie erreichte gab sie ihre Verteidigungshaltung auf und nahm eine passive, gleichgültige Haltung ein. Er sollte nicht den Eindruck bekommen, dass der Kampf von ihr begonnen worden war – was ja auch der Wahrheit entsprach. Als er sie endlich erreicht hatte, schaute sie ihn gleichgültig an. Keinerlei Gefühlsregung war in ihrem Gesicht zu erkennen und auch Aggressivität fehlte ihrer Haltung, während Demien in seiner Angriffsposition erstarrt zu sein schien.
In Brans Stimme schwang große Wut mit, aber das versetzte sie dieses Mal seltsamerweise nicht in Rage, im Gegenteil sie wurde noch ruhiger und entspannte sich. Zuerst sprach er mit Demien, der allerdings nicht sonderlich gesprächig wirkte, denn er funkelte sie weiterhin entschlossen an und sagte nichts. Es sah in ihren Augen irgendwie seltsam komisch aus, wie Bran da mit seinem Schwert herumfuchtelte und abwechselnd auf Demien und sie damit zeigte. Doch ihr war klar, dass es nicht ratsam war, jetzt anzufangen zu lachen, obwohl der Drang zu lachen fast übermächtig war. Irgendwie gelang es ihr aber, diesen Drang zu besiegen und ließ ihre Miene ausdruckslos.
Was ihm dann aber raus rutschte, war dann doch für das Gemüt der Dalish zu viel.
"Er ist am Ende seiner Kräfte. Ich maße mich nicht an, viel über eure Kultur zu wissen, Dalish, aber gilt es bei euch als ehrenvoll, einen Verwundeten zu erstechen? Egal, was er dir angetan hat Dalish, willst du ihn wirklich in diesem Zustand erledigen? Bei uns machen das nur die Feiglinge!"
Rhianna wandte Bran ihr Gesicht zu und in ihren Augen funkelte es wütend.

„Wag' es ja nicht Shem. Du begibst dich auf sehr dünnes Eis. Niemand sagt mir, was bei uns ethnisch korrekt ist.“, sie wandte sich ab und drehte Demien somit den Rücken zu. „Ich hatte nicht vor, ihn zu töten. In diesem Zustand ist er kein Gegner für mich.“

Sie strich der Wölfin beruhigend über das Fell, und tatsächlich sie hörte auf zu knurren und schmiegte sich an ihre Beine.
„Ich habe Demien in diesem Zustand gefunden und mit Hilfe meiner kleinen Freundin hier verhindert, dass er Bärenfutter geworden wäre. Er hat mich zum Dank dafür angegriffen.“, fuhr sie gleichmütig fort und hob dann wieder den Blick, um dem Brans zu begegnen.

„Aber wie sieht es mit dir aus Shem? Du weißt, wovon du redest, nicht wahr?“ - es war eine rhetorische Frage, aber sie stellte sie trotzdem - „Wie viele Unschuldige und Verletzte hast du auf dem Gewissen? Ihre Gesichter suchen dich des Nachts heim und lassen dich nicht schlafen, hab ich recht?“

Ich weiß, dass es so ist, sagte ihr Blick. Man musste kein Experte sein, um Bran anzusehen, dass er Dinge getan hatte, auf die er nicht stolz ist. Das hatte jeder mit seiner Lebenserfahrung.

Sie wollte nicht mit Demien reden, das hatte keinen Sinn. Aber sie war durchaus bereit Bran zu sagen, warum sie den Magier tot sehen wollte.
„Ein Mann wie Du sollte sich mit Rüstungen auskennen, nicht wahr? Wenn Du Dir Demiens Lederharnisch ansiehst, dann wirst du mir zustimmen, dass es sich nicht um menschliches Handwerk handelt. Es ist eine Rüstung gefertigt von Dalish. Bei unserer allerersten Begegnung hat er mir vor Freude unter die Nase gerieben, dass er sie einem Dalish abgenommen hat. Er hat ihn getötet und seine Partnerin geschändet bevor er auch sie tötete. Was glaubst du also, weshalb ich ihn töten will. Er soll leiden!“, damit wandte sie sich endgültig ab und ließ die beiden Männer stehen.

Ein schrecklicher Teufelskreis, alles drehte sich und kehrte wieder. Zuerst hatten Shemlen Jäger ihres Dorfes getötet und zerstückelt, und sie hatten die Überreste gesehen, das Blut an den Händen gehabt. An diesem Tag hatte sie sich geschworen die Shemlen auf ewig zu hassen und Elfen zu rächen, denen Unheil angetan wurde. Das war ihr Schicksal, ihr Lebensinhalt. In ihr brannte der Wunsch auf, dass Cian hier wäre. Er könnte sie in den Arm nehmen und trösten. Er wüsste genau, was er sagen und tun müsste. Sie stellte ihn sich vor wie er vor ihr stand. Doch anstatt ruhig zu werden, was sie sich erhofft hatte, stiegen Tränen in ihr auf und das stechende Gefühl in ihrer Brust setzte wieder ein. Sie vermisste ihn so sehr. Ob sie ihm auch fehlte? Es verwirrte sie, dass es sie schmerzte an Cian zu denken. Was war nur mit einem Mal mit ihr los. Die Wölfin, die ihr gefolgt war, schien zu spüren, dass etwas nicht in Ordnung war und begann zu wimmern und rieb ihren Kopf an Rhias Bein. Nun völlig am Ende, ließ sie sich auf dem Boden fallen, barg den Kopf in das Fell des Tieres und weinte.

VRanger
19.01.2014, 14:46
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Es dauerte nicht lange bis die Elfin erschrocken hochfuhr, in Arils Gesicht sah und einen seltsamen Laut ausstieß. Doch im nächste Augenblick holte sie erst einmal tief Luft und sagte dann mit krächzender Stimme: „Wasser!“ Aril griff schon nach ihrem Lederschlauch und vernahm noch, wie die Elfin murmelte: „Doch kein Traum… Hannad.“
Mit einem Stirnrunzeln übergab Aril der Elfin den geöffneten Schlauch. Die Elfin nahm ihn gierig entgegen und mühte sich aufrecht zu sitzen. Die junge Nuemb stützte ihren Rücken indes die rosenblonde Frau trank.
„Nicht so hastig,“ mahnte Aril, „das Wasser ist kalt und dein Körper muss sich daran gewöhnen.“
Als die Elfin nach kurzer Zeit den Schlauch geleert hatte und wieder ins Gras zurücksank, lief Aril ans Ufer und füllte den Schlauch erneut. Sie wusch auch den Leinenlappen gründlich aus und machte sich dann daran, die Kopfwunde ein weiteres Mal auszuwaschen.
„Ich heiße Aril. Aril Nuemb. Und wer bist du? Wie kamst du in diese Schlacht? Und wie hast du überlebt?“ sprudelte sie hervor.
Die Elfin hatte einen noch blasseren Hautton angenommen – vielleicht war es unvorsichtig gewesen, die Schlacht anzusprechen. Möglicherweise hatte sie jemanden, der ihr nahe stand verloren? In jedem Fall beschloss Aril, ihr möglichstes zu tun, die Elfin zu versorgen. Sie brauchte sie, alleine würde sie Nien hier niemals finden. Also stand sie erneut auf, lockerte Trovaos Sattel und zog die Satteldecke darunter hervor. Diese nahm sie und deckte die Elfe bis unter Kinn zu. Hernach ließ sie sich neben ihr nieder und hielt am Krankenlager Wacht, den Blick immer auf die Elfe gerichtet.


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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Eine Bitte

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis verstand nicht so richtig was gesagt wurde, doch „das Wasser ist kalt … “ hörte sie und es war auch kalt, als sie zu hastig und begierig an dem vor ihrem Gesicht auftauchenden Lederschlauch den Inhalt förmlich verschlingen wollte. So kam der Stop zurecht. »Nun,« dachte sie »Glandis, wo ist Deine Selbstbeherrschung und das vor einer Shemlen sich so gehen zu lassen!« Mit dem Gedanken sackte ihr das Blut in die Füße und sie wurde blass. Vielleicht auch, weil sie jetzt saß und doch einiges an Blut verloren hatte. So sank sie nach dem Trinken zurück. Doch ihre Gedanken rasten. »Wo bin ich? Wer ist sie?«

Nach einer Zeit wurden ihre rosenblonden Haare gewaschen. »Angenehm,« dachte die Dalish und in diesem Moment sprach die andere: „Ich heiße Aril. Aril Nuemb. Und wer bist du? Wie kamst du in diese Schlacht? Und wie hast du überlebt?“ Und Glandis merkte, wie noch mehr Blut den Kopf verlies. Eigentlich wollte sie nicht reden, sondern, wo jetzt Wasser, wenn auch etwas kühl in ihrem Magen war, war ihr Gedanke: »Schlaf!« Doch dazu musste sie sich sicher sein. Deshalb entschloss sie sich zu einer kurzen, eher sehr kurzen Rede und wollte mit Bedacht höflich sein.

»Aril,« eher fragend und dann wiederholend »Aril, danke. Ich bin Glandis vom Clan der Dalish.« Sie schluckte und bemerkte beim Sprechen, wie rissig ihre Lippen waren. Dann fuhr sie fort: »Aril, in meinem Gepäck sind wenige Heilumschläge. Lege doch einen auf meinen Kopf.« Dabei versuchte die Dalish im Liegen auf eine Gürteltasche zu zeigen, die unterhalb ihrer Drago-Leder Rüstung befestigt war. Und sie sagte noch: »Ich würde gern ein Stündchen schlafen, dann können wir reden.«


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Arturas
19.01.2014, 15:19
http://upload.worldofplayers.de/files9/aava.jpg

"Kein Gegner für dich ja?", das machte ihn nur noch wütender und das Eis war schon beim Oberarm angekommen. Es war seine Stärke und er würde alles tun um sie daran zu hindern einfach so weiter zu machen. Sie hatte wieder das ausgesprochen weswegen sie ihn tot sehen wollte.
"Es waren nur ein paar Worte die nicht mal der Wahrheit entsprechen und jetzt hab ich einen der gefährlichsten Gegner am Hals", dachte Demien verärgert und ballte seine Faust noch stärker zusammen. Doch bevor er weiter machen konnte drehte sie sich um und ging von Bran und ihm weg. Damit hatte der Eismagier nicht gerechnet und wie es aussah zeigte Brans Gesicht die selbe Erkenntnis. Eine Weile verging und sie war weiter gezogen, man sah sie nicht mehr. Er schlug seine Faust mit aller Kraft tief in einen Baum und das ganze Eis wich von seiner Hand und bedeckte den ganzen Baum damit. Mit einem Ruck zersplitterte der ganze Baum in einzelne kleine Eiskristalle.
Bran hatte alles mit angesehen, blieb aber immer noch da wo er war. Demien versuchte sich wieder zu beruhigen, drehte sich um und ging zu seinem Gefährten. Im selben Moment machte er seine Hand unter die Rüstung und überzog die Wunde wieder mit Eis, es sollte erstmal ausreichen.
"Ich sag dir eines, diese Elfe wird noch unser Tod sein!", tobbte er förmlich vor Bran. Beide überlegten was sie wohl machen sollten, eigentlich kannte der Magier die Antwort. Die Elfe einfach ziehen lassen, aber das würde mehr auf Bran zutreffen. Würde er sie jetzt aus den Augen lassen, würde sie irgendwann noch mächtiger zurück kommen und das holen was sie sich holen wollte.
"Es ist deine Entscheidung Bran ob du noch mit ihr und mir ziehen willst, keiner wird deine Entscheidung in Frage stellen", erklärte ihm Demien."Der Plan sieht so aus: Ich bleibe erstmal eine Weile bei ihr, schaue was sie wirklich kann und wenn es soweit ist...", dann brach der Magier ab und schaute Bran ernst in die Augen.
"Bist du dabei?", fragte er ein letztes Mal.

Fawks
19.01.2014, 19:15
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„Aril, danke. Ich bin Glandis vom Clan der Dalish. Aril, in meinem Gepäck sind wenige Heilumschläge. Lege doch einen auf meinen Kopf.“ Die Elfin deutete auf einen Beutel, der an ihren Gürten unterhalb der Rüstung angebracht war. „Ich würde gern ein Stündchen schlafen, dann können wir reden.“
„Selbstverständlich,“ nickte Aril, „komm du wieder zu Kräften.“ Damit schlug sie die Decke zurück, entnahm einen Wundumschlag aus dem gewiesenen Beutel, deckte Glandis wieder zu und legte den Wundumschlag auf die Wunde am Hinterkopf, sodass Glandis sie allein durch die liegende Haltung am Kopf festdrückte.
Während die Dalish schlief, machte sich Aril daran, Feuerholz zu sammeln. Dazu musste sich etwas vom Bach entfernen, aber glücklicherweise erwartete sie keine Gefahr. Sie konnte genügend trockenes Holz zusammensuchen, dicke Stöcke, kleine Äste und verzweigtes Gestrüpp, das zwar schnell brennt, aber auch viel Rauch entstehen lässt.
Ihre Kräuterkunde bescherte ihr das Glück einiger Wildwurzeln, die essbar waren, einiger Steinpilze und etwas Sauerampfer. Auf einem etwas größeren Stein schnitt sie alles klein und füllte es – mangels Kessel –in ihren Lederschlauch, den sie auf einer nicht sehr stabil wirkenden Stockkonstruktion über dem Feuer aufhängte und dabei sorgsam darauf achtete, dass das Leder kein Feuer fing.
"Warum habe ich nur nicht daran gedacht einen kleinen Topf mitzunehmen? Oder zumindest kleine Holzschalen?" fragte sich Aril leise fluchend.
Aber ihr fiel ein Ort ein, wo sie beides finden könnte – der vormalige Lagerplatz war schließlich sozusagen nebenan. Aber dieses Unterfangen würde sie jetzt noch nicht angehen – erst wollte sie mit der Dalish sprechen.

Ob die Dalish wohl genauso arrogant war, wie der Rest ihres Volkes? Aril hatte nie einen Dalishelfen zu Gesicht bekommen, aber sie kannte die Geschichten über den Stolz der Elfen, ihre nicht zu unterschätzende Macht und die wohl daraus resultierende Arroganz. Der Vater ihrer Mutter erzählte mit Vorliebe von den „alten Baumknutschern“ und für Aril hatte es nie einen Grund gegeben, das erzählte zu bezweifeln.
Aber das würde sie schon früh genug erfahren. In der Hierarchie stand sie als Adelige selbstverständlich über einer Elfin, damit war das im Prinzip ja schon erledigt.

Die Flammen flackerten und die hereinbrechende Dunkelheit ließ Aril dankbar seufzen, dass sie mehr als genug Feuerholz zusammengesucht hatte. Mit wachem Blick – und dennoch müden Gliedern – beobachtete sie Glandis.

VRanger
20.01.2014, 19:28
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„Aril, danke. Ich bin Glandis vom Clan der Dalish. Aril, in meinem Gepäck sind wenige Heilumschläge. Lege doch einen auf meinen Kopf.“ Die Elfin deutete auf einen Beutel, der an ihren Gürten unterhalb der Rüstung angebracht war. „Ich würde gern ein Stündchen schlafen, dann können wir reden.“
„Selbstverständlich,“ nickte Aril, „komm du wieder zu Kräften.“ Damit schlug sie die Decke zurück, entnahm einen Wundumschlag aus dem gewiesenen Beutel, deckte Glandis wieder zu und legte den Wundumschlag auf die Wunde am Hinterkopf, sodass Glandis sie allein durch die liegende Haltung am Kopf festdrückte.
Während die Dalish schlief, machte sich Aril daran, Feuerholz zu sammeln. Dazu musste sich etwas vom Bach entfernen, aber glücklicherweise erwartete sie keine Gefahr. Sie konnte genügend trockenes Holz zusammensuchen, dicke Stöcke, kleine Äste und verzweigtes Gestrüpp, das zwar schnell brennt, aber auch viel Rauch entstehen lässt.
Ihre Kräuterkunde bescherte ihr das Glück einiger Wildwurzeln, die essbar waren, einiger Steinpilze und etwas Sauerampfer. Auf einem etwas größeren Stein schnitt sie alles klein und füllte es – mangels Kessel –in ihren Lederschlauch, den sie auf einer nicht sehr stabil wirkenden Stockkonstruktion über dem Feuer aufhängte und dabei sorgsam darauf achtete, dass das Leder kein Feuer fing.
"Warum habe ich nur nicht daran gedacht einen kleinen Topf mitzunehmen? Oder zumindest kleine Holzschalen?" fragte sich Aril leise fluchend.
Aber ihr fiel ein Ort ein, wo sie beides finden könnte – der vormalige Lagerplatz war schließlich sozusagen nebenan. Aber dieses Unterfangen würde sie jetzt noch nicht angehen – erst wollte sie mit der Dalish sprechen.

Ob die Dalish wohl genauso arrogant war, wie der Rest ihres Volkes? Aril hatte nie einen Dalishelfen zu Gesicht bekommen, aber sie kannte die Geschichten über den Stolz der Elfen, ihre nicht zu unterschätzende Macht und die wohl daraus resultierende Arroganz. Der Vater ihrer Mutter erzählte mit Vorliebe von den „alten Baumknutschern“ und für Aril hatte es nie einen Grund gegeben, das erzählte zu bezweifeln.
Aber das würde sie schon früh genug erfahren. In der Hierarchie stand sie als Adelige selbstverständlich über einer Elfin, damit war das im Prinzip ja schon erledigt.

Die Flammen flackerten und die hereinbrechende Dunkelheit ließ Aril dankbar seufzen, dass sie mehr als genug Feuerholz zusammengesucht hatte. Mit wachem Blick – und dennoch müden Gliedern – beobachtete sie Glandis.

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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Lebensmut

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „ Selbstverständlich,“ hörte Glandis auf ihre Bitte um Schlaf und spürte, wie auch dem anderen Wunsch nach Wundversorgung nachgekommen wurde. Dann hüllte sie etwas Wärmendes ein, lag sanft auf ihrem Körper und war kein Vergleich zu der Last der letzten Stunden. Nur am Rücken schmerzte etwas. Aber bald holten die Träume die Dalish in ihr Reich und diesmal war es ein ruhiger Schlaf.

Etwas knisterte, als Glandis munter wurde, und zwar in ihren Ohren viel zu laut. Sie sah ein großes, zum Teil noch qualmendes Feuer. An diesem werkelte die Frau, die sich mit „Aril“ vorgestellt hatte. Und das Feuer war » typisch für Shemlen,« dachte Glandis. »Laut, groß, anlockend!« dachte sie und erhob sich langsam, nachdem sie die Decke zurückgeschlagen hatte. »Könnte die Decke vom Sattel sein.« Und bevor noch etwas anderes geschah, dachte sie so beim Mustern der Umgebung: »Warum muss man ein Pferd einzwängen, satteln, es folgt doch auch so dem Reiter.« So schritt sie etwas hustend, um Aril nicht zu erschrecken, denn sie war sehr leise aufgestanden, in Richtung Feuer. Dabei bemerkte sie, dass der Wundverband noch an den Haaren klebte. Diesen zog sie sich mit einem Ruck ab und wäre vor Schmerz fast in die Knie gegangen. Doch sie beherrschte sich. Aber ein »Arrgh!« war gut zu hören.

Am Feuer angekommen sagte sie nichts, sondern hockte sich hin und begann geschickt bestimmte Äste aus dem Feuer zu ziehen. Dabei ging sie so vor, dass die Glut erhalten blieb. Sie vergrößerte die Oberfläche, verringerte auch den Berg an Brennbarem und senkte so die Höhe der Flammen. Als sie einmal um das Feuer herum war, erhob sie sich scheute noch mal und sagte eher zu sich: »bân« und nickte dabei.

Anschließend begann sie ihre Dragon-Lederrüstung abzuschnallen und eine wollene, mittellange blassgrüne Tunika kam darunter zum Vorschein. Und weil diese einen spitzen Ausschnitt hatte, gab ein darunter getragenes weißes elfisches Hemd den Blick auf ihren Busen nicht frei. Glandis atmete tief durch, denn die Rüstung hatte schon ihr Gewicht und dann sagte sie mit Blick auf den Himmel: »Aril, Du musst Dich noch etwas gedulden mit mir.« und ohne eine Reaktion der anderen abzuwarten fügte sie an: »Wir sind jetzt in aduial,« dabei setzte die Dalish ab, überlegte kurz und beschrieb mit Handbewegungen und Gesten das Kommende und erklärte ihr Wort: »Ich glaube, Ihr sagt dazu blaue Stunde.«

»Ich möchte mich zuerst säubern,« begründete sie noch ihre Handlung und schritt in Richtung des Baches mit der zuvor abgelegten Rüstung in der Hand. Und wer sie vom Bachufer aus hätte sehen könnten, der konnte ein Lächeln für den aufkommenden Lebensmut erkennen. Dieser war in der Stunde des Schlafes zurückgekommen und so schritt Glandis aufrecht, auch mit etwas Stolz in Richtung des Bachlaufes, als wenn es nur noch diese Sache gäbe.


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Neclord
20.01.2014, 19:44
http://upload.worldofplayers.de/files9/RXYR5efwcWgnQQHEabAXivy_120_3d.png

Auf leisen Sohlen schlich sie durch das Unterholz und warf dabei ihre Blicke mit äußerster Wachsamkeit in alle Richtungen. Abgesehen von den drei Halbstarken waren ihre grünblauen Augen auch auf der Suche nach einer Möglichkeit die Fesseln zu lösen. Immer wieder blickte Ivy auf den Boden und versuchte mit ihren Füßen ein brauchbares Werkzeug für dieses Vorhaben zu erfühlen. Ein glatter Stein könnte ihr jetzt sehr hilfreich sein, doch mit dem schwachen Rest des Tageslichts war dieses Unterfangen keine leichte Aufgabe.
Doch plötzlich vernahmen ihre Gehörgänge eine sehr sanfte Stimme. "Kommt heraus, ich werde euch kein Leid zufügen!" Für den Augenblick konnte die junge Magierin ihren Herzschlag spüren und nahm instinktiv eine geduckte Haltung an. Anhand der Worte konnte sie davon ausgehen, dass die Person nichts von ihrer Anwesenheit wusste. Ein Blick in die Richtung der Stimme bestätigte ihren Verdacht, es war der blondhaarige Elf, der Schönling.

Mit seinen ledernen Handschuhen schob er immer wieder vorsichtig die Äste und Sträucher beiseite, die in seinem Weg standen. Dabei bemerkte man schnell die außergewöhnliche Behutsamkeit dieses Mannes, denn alles was seine Berührung erfuhr, wurde sehr vorsichtig behandelt. Außerdem war er ziemlich leichtfüßig, deshalb bemerkte Ivy ihn erst als dieser begann seine Worte in den Wald zu werfen. Außer dieser, oberflächlichen Feststellung war sein Aussehen ebenfalls sehr sonderbar. Die feinen Gesichtszüge, der zierliche Körperbau, seine gesamte Erscheinung vollendete das Gesamtbild eines attraktiven Edelmannes. Ein ungewöhnlicher Gefährte für die beiden anderen Gesellen dachte sie sich.
Langsam aber sicher verringerte sich die Distanz zwischen ihnen und die Magierin wurde gezwungen eine Entscheidung zu treffen. Mit dem Rücken schmiegte sie sich an die raue Oberfläche eines Baumes und wartete auf eine günstige Gelegenheit, an ihm vorbeizukommen.

Im Geiste versuchte Ivy die Zeit abzuschätzen in der der Elf in eine andere Richtung blickte. Drei, zwei, eins... Wie ein flinkes Waldwesen hastete sie los, zumindest in ihren Gedanken. Denn tatsächlich waren ihre Bewegungen alles andere als elegant und schnell. Die Magierin glich im Moment eher einem Hurloc, so stapfte sie mit mäßiger Geschwindigkeit zum nächsten Sichtschutz. Doch beim letzten Schritt geschah das Unglück. Ihr Fuß wurde auf einem kleinen Ast platziert, der unter ihrem Gewicht sogleich zerbrach.
Dem feinen Gespür des Schönlings entging dieses Geräusch nicht. Im Glauben, sie sei entdeckt worden, rannte Sie tiefer in den Wald hinein. Ohne sich umzudrehen wusste die Magierin von der Präsenz des Elfen. Seine Schritte wurden lauter, sein Atem saß ihr schon fast spürbar im Nacken. Dann schließlich spürte sie seinen Griff an ihrem Arm, doch beide verloren plötzlich den Boden unter den Füßen. Ungebremst stürzten sie ein paar Meter nach unten. Zwar landeten sie einigermaßen sanft durch die großen Ansammlungen von Büschen und Blättern, doch schmerzhaft war es trotzdem. Für einen Augenblick blieb Ivy regungslos liegen und versuchte sich einigermaßen zu orientieren. Ein wenig benommen drehte sie ihren Kopf zur Seite und auch der Schönling schien seine Probleme zu haben, sich von diesem Sturz zu erholen.

Doch bei all dem Unglück, öffneten sich stets neue Möglichkeiten für die Magierin. Und so kehrte das Glück erneut zu ihr zurück und landete wie eine kleine Fee auf ihrer nackten Schulter. Denn durch ihren Fall hat sich das Seil um ihren Körper etwas gelockert. Ausreichend genug, um sich wie eine Schlange rauswinden zu können. "Ahh. Gleich viel besser." Stöhnte sie zufrieden und streckte dabei ihre Gliedmaßen. Endlich würde die Magierin nicht mehr flüchten müssen. Nur noch einige Blätter aus dem Haar entfernen und die stolze Mähne in die richtige Position rücken, so könnte es vielleicht doch noch ein guter Tag werden, dachte sie sich.
Und gerade als sie sich dem am Boden liegenden Elf mit ihrem rachsüchtigen Blick zuwenden wollte, vernahm sie ein schnatterndes Geräusch aus einer nahegelegenden Höhle. Hurlocs? War ihr erster Gedanke, mit dem Ivy dieses Geräusch in Verbindung brachte. Ohne hastige Bewegungen auszuführen platzierte sie mit einem Handgriff ihren hexenartigen Hut wieder auf ihrer lilafarbenen Haarpracht. Dabei warf sie einen flüchtigen Blick zum Blondschopf und ermahnte ihn mit flüsternder Stimme zur Vorsicht. "Hey.... psst...wach auf, wir haben Besuch."

Fawks
21.01.2014, 10:07
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Aril schreckt hoch, als sie jemanden huste hörte. Doch es war nur die Elfe, die sich auf das Feuer zubewegte. Beim Entfernen des Wundumschlags stieß sie einen Wimmerlaut „Arrgh!“ aus und ging dann vor dem Feuer in die Hocke. Aril musterte sie aufmerksam und wollte schon widersprechen, dass Glandis sich anstrengte, aber da hatte die Dalish schon fast wie in einem Ritual ein Wort gesagt, das Feuer vergrößert und die Hitze hatte steigen, dafür den Qualm hatte sinken lassen.
Die Adlige biss sich auf die Lippen. Natürlich war diese Frau in der Wildnis erfahrener als sie. Aber immerhin hatte sie sie gerettet! Aril hatte schon wieder beschlossen, etwas zu sagen, während Glandis ihre Rüstung auszog und darunter eine grüne Tunika zum Vorschein kam, doch die Elfin war schneller: „Aril, du musst dich noch etwas gedulden mit mir, wir sind jetzt in aduial.“ Erklärend fügte sie hinzu: „Ich glaube, Ihr sagt dazu blaue Stunde. Ich möchte mich zuerst säubern.“
Damit wandte sie sich schon in Richtung des Baches und ging darauf zu.
Jetzt sprang Aril auf und schnappte sich das Leinentuch, hastete Glandis hinterher, die gerade über den Bach gebeugt ihr Gesicht wusch.
Von hinten erkannte Aril eine Schnittwunde auf Höhe des Kreuzes bei Glandis. Die Ränder des Risses der Tunika waren rot gefärbt. „Warte, Glandis. Lass mich den Schnitt an deinem Rücken säubern!“ Diesmal wartete Aril keine Antwort ab, hob die Tunika ein Stück an und presste den nassen Leinenlappen auf den Schnitt. Er war nicht groß, aber dafür tief.
„Und nein, ich weiß nicht, was eine blaue Stunde ist. Aber ich weiß, dass du dich nicht anstrengen solltest. Du kannst dich doch kaum auf den Beinen halten!“ sagte sie bestimmt. Die Elfe fuhr ungerührt damit fort, sich zu waschen. Aril wrang den Lappen aus, fuhr noch ein letztes Mal über die Wunde und bat dann: „Setz dich wenigstens zu mir ans Feuer und ruhe dich aus!“
Damit wandte sie sich um und fügte noch hinzu: „Ich habe uns einen Eintopf gekocht, er wird dich stärken.“

Deeman
21.01.2014, 11:46
http://upload.worldofplayers.de/files9/Kopie__4__von_dragon_age_2___qunari_titan_by_adzerak_d37cjwd.png
Wie eine gierige Raubkatze hockt der Kossith auf dem Felsvorsprung und begutachtete das Leiden der Dämonin. Sie schrie unaufhörlich vor Schmerzen. Tatsächlich schien sie sich aufzulösen. Katash setzte mit einem gewaltigen Kampfschrei zu einem Sprung an, seine beiden Schwerter im Anschlag.
Die Dämonin fing sich wieder einigermaßen und suchte ihren Peiniger. Doch es war zu spät für sie. Beide Schwerter drangen jeweils links und rechtn, mit tödlicher Präzision, in die Schultern ein.
"Katara!", brüllte er der Dämonin ins Gesicht.
Dennoch passiert etwas. Die Dämonin machte einige seltsame Handbewegungen und die ganze Umgebung hüllte sich im unheiligen Licht. Katash war geblendet und schloss die Augen.
Dann war da nur noch Stille.
Der Kossith öffnete die Augen langsam und vorsichtig. Völlig verwundert schaute er sich um, er war plötzlich ganz woanders...

Annalena
22.01.2014, 09:36
http://upload.worldofplayers.de/files9/Angeline_klein.jpg http://upload.worldofplayers.de/files9/Bernhard_gro_.jpg

Bernhard führte den Templer ins Zimmer von Angeline. Sie schlief immer noch. Er wandte sich dem Templer zu. „Einen Moment, Ser, ich werde sie wecken.“ Dann kniete er sich neben das Sofa und schüttelte Angeline sanft an der Schulter. Der Schlaftrunk war perfekt gemixt und ließ jetzt nach. Die junge Frau erwachte als ob sie in einem natürlichen Schlaf gelegen hatte. Sie blinzelte und richtete sich gähnend auf. „Was… Bernhard… ich fühle mich schon etwas besser.“ Angeline war etwas durcheinander und noch immer nicht richtig wach. Bernhard lächelte sie sanft an. „Angeline… es tut mir leid… es tut mir so leid…“

Angeline setzte sich nun aufrecht hin. Erst jetzt bemerkte sie den Templer im Zimmer. „Ist etwas passiert, Ser Templer?“ Der Templer trat näher heran und sah sie voller Mitleid an. „Es tut mir leid Euch das mitteilen zu müssen, Lady Angeline. Es geht um Euren Ehemann…“ Angeline unterbrach ihn als sie aufsprang. „Cedric? Was ist mit Cedric?“ Sie brach ab und starrte den Templer mit großen Augen an. Dem Templer brach es fast das Herz, als er sie so sah. Er verstand nun warum der Wirt ihr nichts über den Ehebruch ihres Ehemannes sagen wollte. Er räusperte sich kurz. „Euer Ehemann wurde tot in eurer Wohnung aufgefunden. Er wurde von einem Blutmagier getötet.“

Angeline wurde kreidebleich. „Tot? Tot… Blut… Blut…“ Sie stammelte nur und Tränen rannen über ihre Wangen. Der Templer legte eine Hand auf ihre Schulter um sie zu beruhigen. „Es tut mir leid. Doch Euer Mann ist nun an der Seite des Erbauers.“ Angeline wirbelte herum und schrie den Templer an. „Was kümmert mich der Erbauer? Cedric ist tot! Tot… er sollte an meiner Seite ein, nicht an der Seite des verfluchten Erbauers.“ Sie brach schluchzend zusammen.

Bernhard blickte den Templer an, der die junge Frau gerade wegen ihrer harschen Worte gegen den Erbauer schelten wollte. „Ich kümmere mich um sie, Ser Templer. Ihr solltet jetzt gehen.“ Der Templer öffnete den Mund um etwas zu sagen. Doch wegen der tiefen Trauer, die die junge Frau an den Tag legte, brachte er es nicht übers Herz. Er nickte Bernhard zu und verließ das Zimmer. Bernhard wandte sich voller Liebe Angeline zu. Er würde ihr helfen über ihren Verlust hinwegzukommen und er würde ihr Herz erobern. Selbst wenn es das Letzte ist, was er tut.

VRanger
22.01.2014, 18:02
vorheriger Post:Vorbereitung (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page4?p=22284010&viewfull=1#post22284010)

Aril schreckt hoch, als sie jemanden huste hörte. Doch es war nur die Elfe, die sich auf das Feuer zubewegte. Beim Entfernen des Wundumschlags stieß sie einen Wimmerlaut „Arrgh!“ aus und ging dann vor dem Feuer in die Hocke. Aril musterte sie aufmerksam und wollte schon widersprechen, dass Glandis sich anstrengte, aber da hatte die Dalish schon fast wie in einem Ritual ein Wort gesagt, das Feuer vergrößert und die Hitze hatte steigen, dafür den Qualm hatte sinken lassen.
Die Adlige biss sich auf die Lippen. Natürlich war diese Frau in der Wildnis erfahrener als sie. Aber immerhin hatte sie sie gerettet! Aril hatte schon wieder beschlossen, etwas zu sagen, während Glandis ihre Rüstung auszog und darunter eine grüne Tunika zum Vorschein kam, doch die Elfin war schneller: „Aril, du musst dich noch etwas gedulden mit mir, wir sind jetzt in aduial.“ Erklärend fügte sie hinzu: „Ich glaube, Ihr sagt dazu blaue Stunde. Ich möchte mich zuerst säubern.“
Damit wandte sie sich schon in Richtung des Baches und ging darauf zu.
Jetzt sprang Aril auf und schnappte sich das Leinentuch, hastete Glandis hinterher, die gerade über den Bach gebeugt ihr Gesicht wusch.
Von hinten erkannte Aril eine Schnittwunde auf Höhe des Kreuzes bei Glandis. Die Ränder des Risses der Tunika waren rot gefärbt. „Warte, Glandis. Lass mich den Schnitt an deinem Rücken säubern!“ Diesmal wartete Aril keine Antwort ab, hob die Tunika ein Stück an und presste den nassen Leinenlappen auf den Schnitt. Er war nicht groß, aber dafür tief.
„Und nein, ich weiß nicht, was eine blaue Stunde ist. Aber ich weiß, dass du dich nicht anstrengen solltest. Du kannst dich doch kaum auf den Beinen halten!“ sagte sie bestimmt. Die Elfe fuhr ungerührt damit fort, sich zu waschen. Aril wrang den Lappen aus, fuhr noch ein letztes Mal über die Wunde und bat dann: „Setz dich wenigstens zu mir ans Feuer und ruhe dich aus!“
Damit wandte sie sich um und fügte noch hinzu: „Ich habe uns einen Eintopf gekocht, er wird dich stärken.“



vorheriger Post: Lebensmut (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22289194&viewfull=1#post22289194)
Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • aduial ~ Abenddämmerung

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis freute sich und war entsetzt. Zum einen freute sie sich, dass sie begleitet wurde. Doch sie konnte nicht die Hand aufs Wasser legen und »suila nen« sagen. Und so dachte sie sich: »Wird eine Bürde werden mit der Shemlen!«

Einiges verstand die Dalish durch die Geräusche des Baches nicht. Doch sie fühlte eine Nässe am Rücken und erschrak. Zugleich brannte es und sie verstand den Sinn der Worte: „Lass mich den Schnitt an deinem Rücken säubern!“ Zu den anderen Dingen würde sich Glandis noch äußern, aber sie legte die Zeigefinger auf ihren Mund, zeigte in Richtung eines alten Baumes, dessen Wurzeln vom Wasser unterspült worden waren, dort wo der Bach eine tiefere Stelle ausgeschwemmt hatte und flüsterte anschließend: »lim, Saiblinge!«

Und ohne eine Reaktion von Aril abzuwarten, zog sie sich die hellgrüne Tunika aus, ebenso ihr darunter getragenes weißes Hemd, auf welchen auch eine rötliche Stelle zu sehen war, die durch das gerade aufgetragene Wasser eine größere Fläche einnahm und entledigte sich aller Beinkleider samt Schuhwerk begab sich langsam, sehr langsam, so wie sie in Natur geschaffen wurde, in den Bach. Eine Gänsehaut zeigte ihr, wie kalt das Wasser war. Doch das störte Glandis nicht. Sie hatte so etwas öfters getan und wusste, was kommen würde. Sie konnte ihre Fähigkeit des Schleichens nicht ganz umsetzten, denn die Wasserkante des Baches würde einem aufmerksamen Betrachter den Standort verraten. Aber der Wechsel des Lichtes im Sonnenuntergang von einer gelblichen in eine bläuliche Anmutung begünstigte die Dalish. Sie war schwer zu erkennen, eigentlich war sie fast unsichtbar geworden. Es dauerte eine Zeit, bis sie in dieser sorgsamen Bewegung an der gezeigten Stelle angekommen war. »Die Fische sind noch da,« sie frohlockte. Sie wusste, sie hatte nur eine Möglichkeit. Und so gab es ein großes Geplatsche, das Trugbild des einsamen Baches verflog, man sah eine hellhäutige, schlanke, junge Frau im Wasser untertauchen und anschließend zwei Saiblinge in guter Größe an das Ufer fliegen. Glandis strahlte über ihr Glück und kam in schnellen Schritten zu Aril. Streifte mit der Hand durch ihre nassen, rosenblonden Haare, nahm sich flink ihre hellgrüne Tunika und trockene sich ab. Und in dies geschah in einer Weise, als wenn es bereits vorher bedacht worden war oder schon mehrfach so ausgeübt wurde. Dann streifte die Dalish ihn weißes, elfisches Hemd über und erschrak, als sie die Verfärbung an der Rückseite sah. Dann noch fluchs die Beinlinge angezogen und zu den Fischen rennen. Als sie dann ruhigen Schrittes mit den beiden Saiblingen zu Aril zurückkam schaute sie die andere an und sagte: »Nun haben wir auch etwas Fisch zur Suppe. Freue mich auf das Essen.« Und nach einer kurzen Pause fügte sie noch an: »Nun gesäubert habe ich mich jetzt. Von mir aus können wir zurück. Und das mit der blauen Stunde, schau Dich um!«

Tatsächlich stand der Wechsel vom Tag zur Nacht unmittelbar bevor. Die Sonne hatte den Horizont längst erreicht, eigentlich waren ihre letzten Strahlen nur noch in den Wolken zu sehen. Es war einstimmungsvoller Moment, der sich doch deutlich von dem Morgen, von dem Sonnenaufgang in Rot und Schwarz unterschied.


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Khardim
23.01.2014, 21:40
http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpg
Die Hurlocks (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22277508&viewfull=1#post22277508) wussten offenbar nicht, was sie tun sollten, als Ser Lothar erneut auf sie zustürmte. Angriff? Flucht?
Währenddessen kam der Ritter seinen Gegnern immer näher. Keine dieser Kreaturen würde das Ende des Tages erleben, schwor er sich. Diese fünf Hurlocks waren der erste Schritt auf seinem Weg. Ein kleiner, ein vielleicht sogar ein winziger Schritt, aber als er mit gezogenen Schwert auf die Dunkle Brut zuritt, war Ser Lothar froh, überhaupt losgegangen zu sein und sein Blut schäumte vor Eifer.
Als der Ritter nur noch einen Steinwurf entfernt war, entschlossen sich die Hurlocks zu handeln. Erneut stürmten sie mit gezogenen Waffen auf ihn zu, der zuvor niedergerittene bleib dabei deutlich hinter den anderen zurück; Ser Lothars Pferd schien ihn hart getroffen zu haben.
Einer der Hurlocks löste ein Horn von seinem Gürtel und stieß während des Laufens hinein. Ein bedrohliches Dröhnen ertönte und Ser Lothar spürte wie sein Inneres sich vor Abscheu aufbäumte. Alles an diesen Kreaturen war abstoßend.
Erneut trafen die Dunkle Brut und der fahrende Ritter aufeinander und erneut wurde ein Hurlock durch Ser Lothars Schwert entleibt. Fast bis zur Leibesmitte gespalten sank die Bestie nieder.
Doch als er sein Pferd erneut wendete und sich für einen dritten Angriff bereit machte, sah der Ritter, dass seine Feinde einfach weiter rannten. Sie flohen vor ihm, flohen in die Richtung, aus der sie ursprünglich gekommen waren und die ihnen Ser Lothar nach seinem ersten Durchritt noch versperrt hatte.
,,Verflucht!'' Die Erkenntnis traf ihn wie ein Kriegshammer: Der Hurlock hatte nicht zum Angriff geblasen. Er rief um Hilfe.
Ser Lothar spürte Schweißperlen auf seiner Stirn, als er sein Ross zur Verfolgung anspornte. Er musste die Hurlocks einholen, bevor das Horn gehört werden konnte.
Sie durften nicht entkommen.

BlackShial
24.01.2014, 09:41
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngIrgendwann hatte der wandernde Magier seine wohlverdiente Ruhe finden können. Irgendwann verschwanden die schmerzerfüllten Atemgeräusche der schwangeren Frau, ebenso wie die verzweifelten Versuche des Mannes diese zu beruhigen. Irgendwann war es einfach nur noch eine angenehme Ruhe, die um den jungen Mann herum herrschte, als er die Wirklichkeit zu verlassen schien. Ja, irgendwann war er einfach eingeschlafen.
Wie viele Magier mochten das Nichts wohl fürchten? Wie viele trauten sich nicht zu nächtigen, aus Angst sich dort in ihren Träumen wieder zu finden? Wie viele ließen sich wohl nur dieser Furcht wegen besänftigen?
Quin vermochte es nicht zu sagen, doch einer Sache war er sich sicher: Er mochte es. Er mochte das Nichts.
Es war er wirrer Ort, voller düsterer Stimmen die einen verfolgten, ein Ort der einen gefangen hielt und das Atmen scher machte. Doch der Magier konnte sie erkennen, die Schönheit und Wärme, die an diesem Ort herrschte. Er liebte sie.
Vielleicht. Ja vielleicht war es gar kein so schrecklicher Gedanke eines Tages einen Schritt in das Nichts zu setzen um für immer dort zu bleiben. Dann, wenn die Schönheit der Wirklichkeit ihn nicht mehr zu beglücken vermochte. Genau dann würde er sie wohl verlassen wollen. Doch noch war es nicht soweit, dass er bereit war seinen Körper zurückzulassen. Noch wollte er in der Welt leben, in die er hinein geboren wurde und er würde alles dafür tun das er es auch konnte.
Wach auf.
Es war die raue Stimme, die den jungen Mann aus dem Nichts und somit aus seinem Schlaf riss. Jene Stimme, die ihn zuvor schon vor dem werdenden Vater hatte warnen wollen, wie schon so viele Male zuvor vor anderen Dingen.
„Was?“
Angespannt schreckte der Magier auf, noch immer an seinen Stab gelehnt, den er am Abend in den Boden gestoßen hatte. Er sah sich um, konnte jedoch trotz der nun herrschenden Helligkeit nichts mehr erkennen. Die beiden ungebetenen Gäste waren verschwunden, das Feuer erloschen und die alte Hütte vollkommen leer.
Du solltest aufbrechen. Jetzt.
Die Augenbraue leicht gehoben, versuchte Quin sich zu konzentrieren um auszumachen weshalb Fünf ihm riet die schützende Unterkunft zu verlassen. Der Regen hatte aufgehört, der Tag war angebrochen und irgendjemand schien sich der Hütte zu nähern. Gute Gründe, wie der Braunhaarige entschied und sich zugleich aufrichtete. Mit einem prüfenden Blick hielt er seinen sandgelben Schal vor sich um sich zu vergewissern, dass er über Nacht getrocknet war. Er war es. Schnell wickelte er ihn um seinen Hals, zog den Stoff vorsichtig über sein perfekt sitzendes Haar und tief in sein Gesicht. Den Stab mit einem kräftigen Ruck aus dem Boden ziehend machte er sich auf.
Eine Schande, dass er nicht einmal die Zeit hatte um sich frisch zu machen. Doch die würde er gewiss noch finden, am nächsten Flussufer vielleicht. Egal wo, hauptsache es war so bald wie möglich, bestätigte er kopfnickend. Zu aller Erst jedoch musste er die Hütte verlassen, noch bevor die nächste ungebetene Besuch genau dort ankam.

1!-!1
24.01.2014, 20:14
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Einen Moment dachte er, sie würde ihn oder Demien töten. Doch dann tat die Elfe etwas, dass ihn überraschte. Sie ging einfach weg. Doch dass was sie vorher gesagt hatte, das wühlte ihn auf. Bran hatte sich so sehr auf die Elfe als Problem fixiert, dass er Demiens Rolle in dieser Angelegenheit gar nicht bedacht hatte. Er musterte ihn. Demien war wütend und das sah man auch. Aber war er auch in der Lage zu morden und zu vergewaltigen? Und wenn nicht, welchen Grund hätte er, die Elfe in dieser Angelegenheit anzulügen? Wollte er sie etwa wütend machen? Das warf noch mehr fragen auf, als es beantwortete. Eine Weile konnten beide nicht anders, sie starrten einfach in die Richtung, in welche die Elfe gegangen war. Bran war einfach nur verblüfft, Demien hingegen sichtlich wütend. Wortlos schlug der Magier mit der Faust in einen Baum und überzog ihn komplett mit Eis. Bran sah zu, wie der Baum in seine Einzelteile zersprang und war beeindruckt. Mächtig war Demien, das musste er ihm lassen. Vielleicht hatte er ihm sogar unrecht getan, als er ihn für einen leichten Gegner für die Elfe gehalten hatte.
„Ich sag dir eines, diese Elfe wird noch unser Tod sein!", brachte Demien schließlich hervor. Bran nickte. „Aber für den Moment lebst du noch. Sie hätte uns beide töten können, aber sie hat es nicht. Wir müssen uns ernsthaft überlegen, was wir machen sollen. Die Situation jetzt hätte auch anders ausgehen können“
Demien überlegte und schien die Alternativen gegeneinander abzuwägen. Bran war ebenfalls hin und hergerissen. Er wusste, die Elfe würde noch Probleme machen. Die sicherste Methode wäre es, sie zurückzulassen.
Aber Bran wäre nicht dort, wo er heute war, wenn er immer die sicherste Methode gewählt hätte. Stattdessen wäre er tot.
„Es ist deine Entscheidung Bran ob du noch mit ihr und mir ziehen willst, keiner wird deine Entscheidung in Frage stellen", meinte Demien schließlich. „Der Plan sieht so aus: Ich bleibe erstmal eine Weile bei ihr, schaue was sie wirklich kann und wenn es soweit ist..." Dabei sah er Bran ernst an. „Bist du dabei?“, fragte er ihn schließlich. Bran nickte, ohne zu zögern. Erst jetzt bemerkte er, dass er sein Schwert immer noch gezogen hatte.
„Ich bin dabei“ Er sah kurz in die Richtung in die die Elfe verschwunden war. Mit einem Ruck drehte er sich wieder zu Demien um. „Aber ich würde gerne eine Sache vorher wissen“
Langsam lies er das Schwert zurück in die Scheide gleiten. „Weißt du, sie hatte Recht, was mich betrifft. Ich hab einige Sachen gemacht, auf die ich nicht stolz bin. Ich habe eine ganze Zeit lang mit diesem Kerl aus dem Flüchtlingslager zusammengearbeitet und mit anderen, die noch weitaus schlimmer waren. Bin fürs Töten bezahlt worden und war eine zeitlang ziemlich reich. Die ganze Sache liegt hinter mir, es ist Jahre her. Aber ich dachte mir, dass du davon wissen solltest. Ebenso, sollte ich wissen, was mit dir ist“
Er schloss kurz die Augen, öffnete sie aber wieder, als er merkte nur an Denerim denken konnte. „Hat die Elfe Recht was dich betrifft?“ Er sah Demien direkt in die Augen.
Er hatte schon Leute getroffen, denen er schon an den Augen ablesen konnte, dass sie bösartig waren. Diese Leute waren nicht gefährlich, da sie berechenbar waren. Viel gefährlicher waren die Leute, die er nicht einschätzen konnte. Demien gehörte zu letzteren und deshalb war Bran sich nicht sicher, ob er ihm vertrauen konnte. Er hoffte es zumindest inständig und bislang hatte der Magier auch einen verlässlichen Eindruck gemacht.
„Selbst wenn du etwas getan hast, dann bin ich der letzte Mensch, der dich deshalb verurteilen dürfte, glaub mir. Ich möchte einfach nur wissen, mit was für einem Menschen ich reise“

Fawks
26.01.2014, 08:57
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • aduial ~ Abenddämmerung

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis freute sich und war entsetzt. Zum einen freute sie sich, dass sie begleitet wurde. Doch sie konnte nicht die Hand aufs Wasser legen und »suila nen« sagen. Und so dachte sie sich: »Wird eine Bürde werden mit der Shemlen!«

Einiges verstand die Dalish durch die Geräusche des Baches nicht. Doch sie fühlte eine Nässe am Rücken und erschrak. Zugleich brannte es und sie verstand den Sinn der Worte: „Lass mich den Schnitt an deinem Rücken säubern!“ Zu den anderen Dingen würde sich Glandis noch äußern, aber sie legte die Zeigefinger auf ihren Mund, zeigte in Richtung eines alten Baumes, dessen Wurzeln vom Wasser unterspült worden waren, dort wo der Bach eine tiefere Stelle ausgeschwemmt hatte und flüsterte anschließend: »lim, Saiblinge!«

Und ohne eine Reaktion von Aril abzuwarten, zog sie sich die hellgrüne Tunika aus, ebenso ihr darunter getragenes weißes Hemd, auf welchen auch eine rötliche Stelle zu sehen war, die durch das gerade aufgetragene Wasser eine größere Fläche einnahm und entledigte sich aller Beinkleider samt Schuhwerk begab sich langsam, sehr langsam, so wie sie in Natur geschaffen wurde, in den Bach. Eine Gänsehaut zeigte ihr, wie kalt das Wasser war. Doch das störte Glandis nicht. Sie hatte so etwas öfters getan und wusste, was kommen würde. Sie konnte ihre Fähigkeit des Schleichens nicht ganz umsetzten, denn die Wasserkante des Baches würde einem aufmerksamen Betrachter den Standort verraten. Aber der Wechsel des Lichtes im Sonnenuntergang von einer gelblichen in eine bläuliche Anmutung begünstigte die Dalish. Sie war schwer zu erkennen, eigentlich war sie fast unsichtbar geworden. Es dauerte eine Zeit, bis sie in dieser sorgsamen Bewegung an der gezeigten Stelle angekommen war. »Die Fische sind noch da,« sie frohlockte. Sie wusste, sie hatte nur eine Möglichkeit. Und so gab es ein großes Geplatsche, das Trugbild des einsamen Baches verflog, man sah eine hellhäutige, schlanke, junge Frau im Wasser untertauchen und anschließend zwei Saiblinge in guter Größe an das Ufer fliegen. Glandis strahlte über ihr Glück und kam in schnellen Schritten zu Aril. Streifte mit der Hand durch ihre nassen, rosenblonden Haare, nahm sich flink ihre hellgrüne Tunika und trockene sich ab. Und in dies geschah in einer Weise, als wenn es bereits vorher bedacht worden war oder schon mehrfach so ausgeübt wurde. Dann streifte die Dalish ihn weißes, elfisches Hemd über und erschrak, als sie die Verfärbung an der Rückseite sah. Dann noch fluchs die Beinlinge angezogen und zu den Fischen rennen. Als sie dann ruhigen Schrittes mit den beiden Saiblingen zu Aril zurückkam schaute sie die andere an und sagte: »Nun haben wir auch etwas Fisch zur Suppe. Freue mich auf das Essen.« Und nach einer kurzen Pause fügte sie noch an: »Nun gesäubert habe ich mich jetzt. Von mir aus können wir zurück. Und das mit der blauen Stunde, schau Dich um!«

Tatsächlich stand der Wechsel vom Tag zur Nacht unmittelbar bevor. Die Sonne hatte den Horizont längst erreicht, eigentlich waren ihre letzten Strahlen nur noch in den Wolken zu sehen. Es war einstimmungsvoller Moment, der sich doch deutlich von dem Morgen, von dem Sonnenaufgang in Rot und Schwarz unterschied.


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Aril blickte in die gewiesene Richtung, durch die Dämmerung und den hereinbrechenden Sonnenuntergang entstand tatsächlich eine Art bläuliche Verfärbung, irgendwo zwischen rot und schwarz angesiedelt.

Nicht nur deshalb fiel es Aril schwer, ganz normal zu tun. Ihr war der Kiefer heruntergeklappt, als die Verwundete zwei große Fische aus dem Wasser gezogen hatte – splitterfasernackt, aber überglücklich und siemit Schwung an Land geworfen hatte. Sirrend zischten die beiden Saiblinge an ihren Ohren vorbei.

Sie folgte Glandis zurück zum Feuer, die das weiße Hemdchen wieder übergezogen hatte, das allerdings die konturen des immer noch nassen Körpers hervorragend betonte. Die Elfin war schlank, mittlerweile fast dürr, aber die sehnigen Muskeln am Rücken waren unübersehbar. Nach dem was Aril vom Kampf verstand, waren das die Muskeln eine Bogenschützen. Seltsam, Glandis hatte ja zwei Dolche bei sich gehabt.
Die Adlige beschloss der Elfin die Dolche nach dem Abendessen zurückzugeben. Aber zuerst wollte sie die Geschichte hören. So hockte sie sich ans Feuer, über dem schon die Fische grillten, lockerte die Lederflasche, öffnete den Verschluss und schnupperte daran.
"Das wird eine gute Mahlzeit," kommentierte sie das Gerochene. "Ich merke erst jetzt, was für einen Hunger ich habe. Ich könnte ein ganzes Bankett alleine aufessen!"
Ungeduldig wartete sie, bis Glandis Anstalten machte, die Fische zu servieren.
"Antwortest du mir jetzt auf meine Fragen?" wollte Aril wissen. "Dann erzähle ich dir auch, was ich hier mache und wie du zu dem Glück kamst, dass ich dich gefunden habe," fügte sie zwinkernd hinzu.

Behutsam setzte sie hinzu. "Du solltest mit deiner Wunde vorsichtig sein. Sie ist nicht so großflächig, aber die Stelle ist sehr geschwollen. Und durch dein Bad hast du die Schürfwunde am Rücken sicher gut gereinigt."

VRanger
26.01.2014, 11:28
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Ein Weg und Kochversuche

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis hatte sich überschätzt und blieb zuerst ratlos stehen. Sie sah Arils Verblüffung und das wiederum verwirrte sie. Die Dalish wollte in dem Moment nicht sagen: »Halt mal!« Denn sie hatte nun zwei Saiblinge in der Hand, ihre durchfeuchtete hellgrüne Tunika, die vom Abtrocknen auch noch schwerer geworden war und die Dragon-Lederrüstung wollte sie nicht über das dünne, weiße Hemd ziehen, was sie nach dem hastigen Abtrocken auf dem Körper trug. »Ich brauche noch paar Ruten,« schoss es ihr zu dem durch den Kopf. Denn diese benötigte sie um die Fische über dem Feuer zu garen. So legte sie nochmals alles ab, ging bis zu dem alten Baum, wo sie die Saiblinge gefunden hatte, und freute sich. An dem alten, verknurrten Stamm schob der Baum als letzten Willen junge Triebe. Diesen waren wenige Monate alt, hatten aber den gewünschten Durchmesser. So zog Glandis ihr Jagdmesser und schnitt einige Reiser ab und nahm ihre Sachen wieder auf. Die Tunika über den rechten Arm, den linken Arm steckte sie durch die Lederrüstung, spürte das Gewicht, wusste aber es ist nicht weit, nahm zwischen Zeige- und Ringfinger die Fische und ergriff die Reiser zum Schluss mit der Rechten. Dann schritt sie voran und Aril folgte ihr. Glandis wusste, dass das Licht des Feuers in der Abenddämmerung durch das Hemd scheinen würde. Doch Aril hatte sie ja schon in ihrer elfischen Natur gesehen und sie auch angefasst, wo sie von ihr versorgt wurde. Und so störte sie es nicht, das ihr Körper sich gut konturierend unter dem Hemd, welches an einigen Stellen die Feuchtigkeit der raschen und provisorischen Reinigung aufgenommen hatte, deutlich abzeichnete.

Als sie am Feuer waren, griff Aril zu dem ledernen Beutel, der über dem Feuer hing. „Das wird eine gute Mahlzeit. Ich merke erst jetzt, was für einen Hunger ich habe. Ich könnte ein ganzes Bankett alleine aufessen!“ hörte Glandis und auch ihr kam in den Sinn, dass sie lange nichts gegessen hatte. Es duftete und Aril hatte vermutlich eine Suppe zubereitet. Schnell waren zwei von den zuvor geschnittenen Trieben des alten Baumes von der Rinde befreit, die Saiblinge ausgenommen, die Schuppen mit dem Jägermesser angeputzt. Glandis freute sich über ihr kleines Jagdglück und sie sah, wie die Schuppen des Fisches auf ihrem Wege zum Feuer im Abendlicht zuerst einen bläulichen Schimmer und rasend schnell einen rötlich silbernen Glanz bekamen, bis sie wenige Bruchteile später im Feuer untergingen oder einfach so zu Boden vielen. Sie musste lächeln und sagte so zu sich: »Celebros, Celebros!« Sie steckte die Fische auf die Reiser, platzierte diese mit Bedacht über das Feuer. Anschließend baute sie ein kleines Gerüst aus den verbliebenen Baumtrieben und etwas von dem Holz, das Aril zusammengetragen hatte und hängte darauf ihre hellgrüne Tunika zum Trocknen auf.

Bei der Suche nach etwas Wärmenden, denn sie wollte nicht die gesamte Zeit in dem weißen Hemd herumlaufen, schaute sie auf ihre Rüstung. »deleb,« äußerte sie und ekelte sich bei dem Anblick der Rüstung ihres Vaters. »Das habe ich vergessen! Die Rüstung ist noch voller Blut!« seufzte sie. Und ihr war klar, dass sie die Nacht nicht das Leder tragen würde und jetzt auch nicht. Ihr war auch klar, dass sie nicht mehr zum Bach konnte. Und ihr war klar, dass sie am Morgen überlegen musste, wie es weitergehen sollte. Denn in dieser »gûpuig,« in dieser »unsauberen« Rüstung konnte sie nicht gehen. »Mit einer Nassen aber auch nicht!« stellte sie fest. Dabei erkannte Glandis, dass an der Rüstung ihre zwei Dolche nicht mehr in den Futteralen steckten.

Sie durchfuhr ein Schreck. Panik ergriff die Dalish. Ihre Augen verengten sich, ihre Muskeln spannten sich an. Sie überlegte, was sie tun konnte. Zum einen war es Shemlen-typisch sie zu entwaffnen. Auf der anderen Seite machte es keinen Sinn, warum jemand retten? Das fragte sie sich. Nebenbei hantierte Glandis mit den Fischen.

Die Frage: „Antwortest du mir jetzt auf meine Fragen?“ holte sie jäh zurück an das Feuer und in die Wirklichkeit. Und weil sie sich prüfte: »Was mache ich nur?« vernahm sie den Rest der Fragen nicht. Aus der Not eine Tugend machend und um nicht in eine gefährliche Situation zu kommen, aber trotzdem Stolz zu zeigen, antwortete die Dalish mit einem Lächeln im Gesicht: »Schnell! Aril, schnell! Er fällt bald vom Reisig!« Froh über diese schnelle Eingabe reichte Glandis Aril einen der beiden Fische und fügte noch an: »Leider fast ungewürzt, nur etwas vom ‚naur‘!« Und weil sie mit den Händen auf das Feuer zeigte, konnte man wissen, was sie meinte. Dann nahm sie sich den anderen Saibling und sagte zu Aril: »Sicher können wir reden. Doch zuvor würde ich über ‚aur‘,« und weil sie nicht in der Situation wusste, ob sie es in ihrer Muttersprache oder in der Sprache Fereldens gesagt hatte, wiederholte sie. »Ich würde zuerst über den Morgen reden. Ich vermisse meinen Bogen und noch andere Dinge. Die würde ich gern suchen. Ich würde gern zurück, dorthin, wo Du mich gefunden hast. Können wir darüber zuerst sprechen?«

Dabei stieg in ihr eine wollige Wärme auf. Ein Gefühl, das sich ausbreitet, wenn man aus einer verzwickten Situation einen Ausweg gefunden zu haben glaubt. Und mit diesem Gefühl, dass Glandis vergessen lies, dass sie nur mit den ledernen Beinkleidern und dem weißen Hemd, welches am Rücken noch immer einen größeren rötlichen Fleck zeigte, mit diesem Gefühl nahm sie ein Stück von dem Saibling und steckte es in den Mund und murmelte noch »Lecker!«


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Neclord
26.01.2014, 18:53
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Das Geräusch aus der pechschwarzen Dunkelheit gab der Magierin zu denken. Zwar wäre sie durchaus in der Lage ihre Magie problemlos zu wirken, doch der gebogene Holzstab gab ihr immer ein Gefühl von Überlegenheit. Vielleicht war dies kein so schlechter Umstand, einmal ohne ihr Hilfsmittel einem eventuellen Konflikt gegenüber zu stehen. Ihrem Selbstbewusstsein konnte es jedenfalls nicht schaden.
Der hauptsächliche Zweck ihres Stabes diente jedoch der Schauspielkunst. Sie liebte es immer, sich zu verstellen und eine Rolle einzunehmen. Darüber hinaus war es stets eine gute Möglichkeit sich abzustützen auf längeren Reisen. Ihre Kondition hielt sich in Grenzen, gerade weil die Natur sie mit einem großzügigen Brustumfang beschenkte. Doch was für andere Frauen ein Segen war, konnte ebenso hinderlich sein in bestimmten Situationen. Ivy war nur froh, dass sie eine natürliche Verbindung zur Magie besaß. Eine unhandliche Waffe schwingen oder gar einen Bogen zu spannen, war mit ihrem Körperbau einfach undenkbar.

Um sich auf die bevorstehende Gefahr besser vorbereiten zu können, beschloss die Magierin sich hinter einem großen Stein zu verstecken. Von der neuen Position aus erhaschte sie gelegentlich einen Blick auf das Geschehen. Ivy nutzte dabei den liegenden Elfen, der erst langsam wieder das Bewusstsein erlangte, als Finte. Zumindest war dies ihre vorherrschende Absicht in diesem Moment.
Und tatsächlich, aus der Höhle trat schlurfend ein Wesen hervor, welches den meisten freilebenden Wesen in Ferelden als Abkömmling der dunklen Brut bekannt war. Zielstrebig näherte sich die Kreatur dem Elfen, der die Gefahr langsam realisierte und geistesgegenwärtig sein Schwert aus der Scheide zog. Ein perfekter Moment für die Magierin, denn keine Augen waren auf sie gerichtet.

Zwar hätte sie mit Vergnügen ihre sadistische Ader ausgelebt und die beiden dabei beobachtet, wie sie ihre Waffen gegeneinander einsetzten, doch ihr Holzstab hatte nun die höchste Priorität. So wich Ivy erst einige Schritte vorsichtig zurück, bevor sie sich umdrehte und zurück in Richtung des Lagers ging. Als die Feuerstelle bereits in Sichtweite war, setzte der Farbenwechsel erneut ein. Ihr Haar und ihre Augen kehrten in den Normalzustand zurück.


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Für einen Moment hielt sie inne und blickte auf den vertrockneten Erdboden. Wird es durch Gefahr ausgelöst? Ihre Gedanken versuchten erneut das Rätsel um diesen magischen Effekt zu lösen. Immerhin war es sehr verdächtig, dass im Augenblick, wo keine Bedrohung mehr zu erkennen war, die Haare und Augen wieder ihre natürliche Farbe einnahmen. Doch wenn es dadurch ausgelöst wurde, dann hätte es bereits beim ersten Kontakt mit den drei Banditen passieren müssen.
Gedankenversunken stand sie schließlich vor ihrem Holzstab, beugte sich hinab und nahm ihn wieder an sich. Es tat ihr gut, das alte Stück Holz wieder in ihrer zierlichen Hand spüren zu können. Mit dem Fingernagel ihres Daumens fuhr sie über die Gravur. Die Magierin besaß dieses antike Stück schon solange sie denken kann. Doch die Wiedervereinigung wurde jäh unterbrochen, denn in ihrem Augenwinkel bemerkte sie plötzlich etwas. Als Ivy schließlich ihren Blick auf das unbekannte Objekt konzentrierte, stellte es sich als lebendiges Wesen heraus.
Eine relativ hochgewachsene, kräftige Kreatur stand unweit ihrer Position mit dem Rücken zu ihr gerichtet da, wie aus dem Nichts materialisiert. Sie konnte Hörner ausmachen und weißes, schulterlanges Haar. Ein Kossith? Hier?

Langsam, aber auf sicherer Distanz bleibend umkreiste sie das Wesen, bis Ivy einen Blickkontakt mit ihm herstellen konnte. Mit dem knorrigen Holzstab deutete sie auf ihn. Aber gerade als sie ihre Stimmenbänder benutzen wollte, spürte sie einen Griff von hinten der sie sogleich zu Boden riss. Es war der Elf, schon wieder, der mit einer Schnittwunde im Gesicht wohl als Sieger des Kampfes hervorging. Langsam wird dieser Schleicher lästig, dachte sie voller Zorn und rollte mit dem Spitzohr ringend einen kleinen Hügel runter.
Die beiden anderen Halunken waren nun ebenfalls zurückgekehrt und bemerkten den Neuankömmling sofort. Der Zwerg und der Mensch positionierten sich angriffsbereit um ihn herum, bis der Kurze schließlich das Wort ergriff. "Sieh an. Ein Kossith. Hat bestimmt seinen Wert auf dem Sklavenmarkt." Mit gierigem Blick zog der stämmige Zwerg einen Knüppel hervor. "Erst eine Magierin, jetzt einen Kossith, der Tag wird immer besser."

Arturas
28.01.2014, 21:51
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Demien hörte schweigend an was ihm sein Gefährte zu sagen hatte. Es waren viele Taten dabei die ihn zu einen schlechten Menschen machten, aber er selber würde nie über andere Leute das Urteil fällen wollen. An ihm selber hing der Tod und es war keine leichte Bürde die man mit sich zu tragen hatte. Langsam strichen seine Finger über das Amulett was er in Form einer Schneeflocke trug, es schien kalt zu sein. Erinnerungen an eine Zeit kamen hoch die es so nie wieder geben würde.

"Meister Jasura, gehen sie noch nicht, wann bekommen wir gezeigt wie man einen Feind erfriert?", wollte einer seiner Schüler wissen. "Nein noch besser! Zeigen sie uns wie sie ihren Schneesturm anwenden!", rufte ein anderer dazwischen. Demien konnte ein Grinsen nicht unterlassen, zumindestens wusste er warum sein Vater diese Arbeit als Meister der Urtürmlichen Magie so sehr liebte. Das Leuchten in den Augen der Kinder war ein schönes Gefühl gewesen.
"Morgen zeige ich euch mal wie man einen Gegner, in unserem Fall einen Baum zu Eis verwandelt", versprach der Magier seinen kleinen Schülern. Sie freuten sich sehr und packten ihre Sachen zusammen und verließen den Raum. Draußen war es zwar kalt aber die Sonne erhellte die Gipfel des Frostgebirges.
"Du machst das sehr gut und die Kinder lieben Dich", sagte eine sanfte Stimme und er sah seine Schwester im Türrahmen stehen. Sie hatte das selbe schwarze Haar wie er selbst und war scheinbar von einer Mission zurück gekehrt. Demien begrüßte seine Schwester mit einer Umarmung und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
"Wir haben so viel erreicht bisher, wir haben Glück das wir noch hier sind", sagte der Magier und dachte an die Zeit in der Korcari Wildnis zurück und an die Unerforschten Gebiete im Süden.
"Da ist noch eine Sache, mich hat der ehrwürdige Vater geschickt, du sollst dich unverzüglich bei ihm melden, es ist wohl wichtig", flüsterte sie in sein Ohr als sie sich verabschiedete. Etwas an ihrem Ton machte den Eismagier stutzig. Er begab sich sofort auf den Weg in die Kirche...

„Hat die Elfe Recht was dich betrifft?“, fragte Brandon und brachte Demien wieder in die Gegenwart. Seine blauen Augen schauten Bran eindringlich an und er überlegte was er wirklich sagen sollte, aber der Mann schien ehrlich zu sein und es gab keinen Grund ihn anzulügen.
"Sie hat in gar nichts Recht. Hätte ich gewusst das es eine verrückte Dalish ist dann hätte ich sie niemals provoziert, glaub mir. Es war eigentlich nur ein Missverständnis das nun mein Leben gefährdet", sprach er mit ruhiger Stimme. Innerlich hoffte der Magier das die Elfe ihm irgendwann glauben würde aber das schien im Moment nur Wunschdenken zu sein.
"Ich musste ebenfalls Sachen tun wo ich mich mittlerweile frage ob es keine andere Lösung gegeben hätte", redete er weiter und dachte daran was er in seinem Dorf für ein Opfer bringen musste. Langsam ging Demien in die selbe Richtung die die Dalish ebenfalls gewählt hatte und drehte sich nochmal Richtung Brandon. "Du reist mit einem Sippenmörder und Verräter der keinen Platz in dieser Welt hat", gab er als Antwort auf Brandons letzte Frage.

Khardim
28.01.2014, 22:03
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Der eiskalte Schlamm spritze gegen Ser Lothars Beinschienen, als er weit über den Hals seines Pferdes gebeugt die Hurlocks jagte. Das Kriegshorn (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22303835&viewfull=1#post22303835) ertönte unentwegt und kündete von nahendem Unheil: Sollte sein Ruf erhört werden, wusste nur der Erbauer, mit wem sich der Ritter als nächstes würde messen müssen.
Er kam näher. Jeder Atemzug verkleinerte den Vorsprung der Kreaturen und doch konnte es gar nicht schnell genug gehen; jeder Augenblick zählte.
Die Hurlocks liefen geradewegs auf einen Wald zu, dessen alte Weiden auch im jungen Licht des neuen Tages nichts von ihrer Unwirtlichkeit verloren. Vermutlich war der Spähtrupp aus diesem Hain gekommen, bevor er die Spuren Ser Lothars entdeckt hatte.
Er erreichte den hintersten seiner Feinde und zögerte nicht, ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen: Mit einem schnellen Streich erledigte Ser Lothar den Hurlock ohne die Geschwindigkeit seines Pferds dabei zu verringern.
Das Horn war noch gute fünfzehn Schritt vor ihm.
Der Ritter sah Bewegung im Unterholz des Waldes.
Zwölf Schritt.
Die Blätter raschelten verräterisch; irgendetwas war dort im Gange.
Zehn Schritt, der letzte Hurlock ohne Horn wurde links liegen gelassen.
Ein Bolzen zischte an Ser Lothars Helm vorbei.

Aus vollem Galopp riss er an den Zügeln seines Pferdes, um die Flucht anzutreten. Er war nicht schnell genug gewesen, im Wald hatte sich weitere Dunkle Brut formieren können.
Erneut rauschte ein schwarzer Blitz durch sein schmales Sichtfeld. Die bis eben verfolgten Hurlocks machten johlend kehrt und gingen zum Angriff über.
Das Blatt hatte sich gewendet.

Mit Müh und Not schaffte es der Ritter, sein Ross zu wenden ohne lange dabei auf einem Fleck zu stehen. Der Beschuss wurde fortgesetzt und plötzlich brachen auch weitere Hurlocks aus dem Wald hervor, einige mit langen Spießen bewaffnet.

Der eiskalte Schlamm spritzte weiter gegen Ser Lothars Beinschienen, als er erneut weit über den Hals seines Pferdes gebeugt über die Ebene hinwegfegte. Seine Verfolger stießen ein höhnisches Geheul aus, als sie begannen, ihn vor sich herzutreiben und wieder kündete das Kriegshorn von nahendem Unheil.

Moku
02.02.2014, 09:42
Faren | Widerspenstig

http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren sah die Elfe lange an, runzelte die Stirn, bevor er sich dann dem Feuer zuwandte und gelangweilt mit dem Stock darin scharrte, an dem einer der Fische aufgespießt war. Die Elfe war nicht sonderlich begabt in Hausarbeit, konnte allerdings hier und da etwas und war damit zu etwas nütze.

„Was genau kannst du alles?“, fragte er sie nach einer Weile.

Er sollte vermutlich wissen, was er den Leuten später zum Verkauf anbat. Nicht dass sie die Elfe zurückgeben wollten, weil sie nicht ihren Zweck erfüllte oder etwas in der Art. Er ließ von der Spielerei im Feuer ab und musterte die Frau nachdenklich, wartete auf ihre Antwort.

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Vitus | Ehrlich

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus hatte eigentlich vorgehabt die Frage zu ignorieren. Er hatte nicht vorgehabt mit dem Jüngling das Austauschen persönlicher Informationen anzufangen. Allerdings dachte er zurück an den langen Weg – das wache Meer. Wirklich? – der vor ihnen lag und vermutlich mehr Gefahren als gute Momente versprach und dementsprechend wäre vermutlich ein Band des Vertrauens – so rissig es auch wäre – keine schlechte Idee.

Krieger mussten sich stets darauf verlassen können, dass ihr Rücken von ihrem Partner in einem Kampf gedeckt wurde. Es war ein wortloses Versprechen zwischen den Templern gewesen, das überraschend obstinat auch von den Jüngsten in ihren Reihen aufrecht gehalten wurde. Mit Schreien wurde koordiniert, eine flüchtige Bewegung aus dem Augenwinkel – Vitus runzelte die Stirn, als er sich daran erinnerte, wie all dies in Ostagar nichts gebracht hatte.

Seine Leute hatten ihm vertraut, dass er ihren Rücken deckte, doch dies war gegen die schiere Überzahl nicht möglich gewesen.

Vitus fragte sich, ob er es überhaupt versucht hatte, oder sich nur stur darauf konzentriert hatte nicht selbst unterzugehen.

„Meine Mutter,“ antwortete er letztendlich zögerlich, spannte die Schultern an. Es war ihm offensichtlich unangenehm dieses Thema anzusprechen. Er hätte den Rest seines Lebens glücklich verbringen können, ohne an seine Kindheit zurück zudenken. „Sie war gläubiger als der Durchschnitt. Jeden Tag Auszüge aus dem Gesang des Lichts. Jeden Tag.“ Er versuchte seine Zähne nicht allzu laut zusammenzubeißen.

Wie er diesen vermaledeiten Gesang hasste.

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Saoirse | Angewidert

http://upload.worldofplayers.de/files9/avasaoirse.png„Jonge liefde,“ schmunzelte Nonna.

„Daz... is niht hun ernstige,“ knurrte Saoirse, stöhnte einmal genervt als sie sich gegen den Karren fallen und beide Arme über die Erhöhung hingen ließ, mittlerweile mehr hang als stand. „Kunnen si dit niht later doen?“ fragte sie an die schmunzelnde Frau gewandt, konnte den Groll nicht wirklich unterdrücken.

„Heuts de dag, als wen werkt!“ brüllte sie letztendlich rüber, nicht sicher, ob ihre Worte über das Plätschern des Regens überhaupt zu hören waren. Oder ob die beiden die Worte überhaupt hören wollten. Oder verstanden. Oder verstehen wollten. Wenn nicht würde sie einfach umdrehen und weitergehen.

Einfach genug.

Nonna kicherte schwach und Saoirse lehnte ihren Kopf in den Nacken, musterte kopfüber die alte Frau.

Wenigstens hatte sie Spaß, dachte sie mit einem leichten Lächeln, zwinkerte Nonna zu, als sie das Stampfen von Füßen im Wasser hörte. Und als sie aufsah, Lio bemerkte, der auf sie zukam. Sie verkniff sich einen Kommentar, ging stattdessen um den Wagen zu Sir Albrecht und streichelte seine Nase. „Wi redden it wel. Wi redden it wel,“ flüsterte sie ihm wie ein Mantra zu.

Und sie war sich sicher, sie würden es schaffen.

BlackShial
04.02.2014, 13:24
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngTiaden dachte nach. Gedanklich versuchte sie eine Liste zu erstellen von Dingen, die sie beherrschte. Warum der kleine Mann dies wissen wollte war ihr nicht klar und gewiss würde sie ihn auch fragen, aber erst nachdem sie seine Frage ausführlich beantwortet hatte. Wie es sich eben gehörte. Eine Frage, eine Antwort, so und nicht anders. Auch wenn sich der Bärtige nicht wirklich an diese einfache Regel hatte halten können, wie es schien.
Doch die Elfe hatte eine gewisse Erziehung im Zirkel erhalten, vermutend dass dies wohl nicht überall der Fall war, ignorierte sie sein Fehlverhalten einfach und zeigte wie es besser war.
„Ich kann Tränke mischen. Heiltränke, Lyriumtränke, Tränke welche die Ausdauer steigern, Tränke die einem vorrübergehend resistenter gegen etwas machen. Wie zum Beispiel starke Hitze, Kälte oder ähnliches und Tränke, welche bestimmte Fähigkeiten verbessern. Zudem kann ich auch Gifte mischen. Ich bin bewandert in Wort und Schrift vieler verschiedener Sprachen und zeige zudem nach einigen Stunden intensiven Trainings Talent für den Kampf mit dem Schwert.“
Die Besänftigte holte kurz Luft, wirkte aber trotz der Tatsache das sie für gewöhnlich nie so viel redete, kein wenig ausgelaugt oder gar überfordert. Munter, wenn auch emotionslos wie immer, sprach sie in gewohnt seichter Stimme weiter.
„Ich besitze ein wenig Wissen über die Zubereitung von Speisen, doch nur einfache Dinge. Wie ihr sehen konntet, bereitet es mir auch keine Schwierigkeiten Fisch zu fangen. Verzauberungen gehören ebenfalls zu meinen Fähigkeiten, wenn auch nicht so herausragend wie bei anderen Besänftigten.“
Wenn Faren auch nur für einen Moment vor gehabt hätte ihr ins Wort zu fallen, so lies sie ihm kaum eine Chance dazu, sprach Tiaden doch einfach weiter, ohne auf seine Reaktion zu achten.
„Mir wurde gesagt ich könne sehr viel aushalten, lange Märsche oder sogar eine für andere als unangenehm empfundene Kälte. Außerdem das ich gut singen könne.“
Was eine Lüge war, durch und durch. Eine Lüge entstanden aus Gefühlen der Elfe gegenüber, die stark genug waren die unmelodisch ausgesprochenen Worte als Gesang zu erkennen. Vor ihrer Besänftigung aber hatte Tiaden viele mit ihrem Gesang vermocht zu verzaubern.
Abermals verfiel die Besänftigte in Gedanken und hielt somit inne mit ihren Ausführungen. Ob der kleine Magier noch mehr wissen wollte? Dinge, die ihr einst die Templerin zugeflüstert hatte? Dinge, von denen behauptet wurde dass sie diese gut konnte?
Tiaden war sich unschlüssig.


http://upload.worldofplayers.de/files9/TrennlinieRPG.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngDie Templerin schluckte, als der Mann mehr oder minder bereitwillig etwas aus seiner Vergangenheit preisgab, wobei sie nicht einmal wirklich bemerkte wie ungern er es genau tat.
„Verstehe.“
Sichtlich enttäuscht darüber, dass ihre verschwörerischen Theorien über den ungläubigsten Kantor von ganz Thedas eben nichts anderes als Theorien waren, gleichzeitig jedoch auch mehr als erleichtert darüber, zuckte sie mit den Schultern. Es war nicht so, dass sie ihn zu irgendwelchen vertrauenswürdigen Gesprächen bringen oder überhaupt irgendwas Persönliches von ihm erfahren wollte. Doch gleichzeitig machte es sie glücklich, dass dieser alte, griesgrämige Sack sich dazu hat durchringen können ihr eine ehrliche und vor allem auch freundliche Antwort zu geben. Keine Verhöhnung ihres Glaubens, einfach nur eine Antwort.
Wie es also schien hatte dieser Kerl eine normalere Kindheit als die meisten anderen gehabt, was es nur noch schwerer für Jo machte sich auszumalen wie so etwas aus ihm werden konnte. In Rivain – ganz besonders in dem Dorf in dem sie aufgewachsen war – gab es nur wenige Gläubige, was es für ein erbauerfürchtiges Kind wie sie nicht einfach gemacht hatte. Auf eine gewisse Art und Weise beneidete sie ihn sogar darum, solch eine Mutter gehabt zu haben. Doch dieser Gedanke verflog schnell wieder, wenn sie sah was aus diesem glücklichen Kind geworden war. Zumindest dachte sie, dass er eines gewesen sein musste.
„Dann muss sie eine sehr gute Mutter gewesen sein.“
Oh wie schnell sie doch vergessen hatte wie abfällig sich dieser Rüpel zuvor dem Erbauer gegenüber verhalten hatte. Wie also hätte er dies schon zu schätzen wissen können?
„Sie hätte euch zu den Templern schicken sollen, dann wäre gewiss auch etwas aus euch geworden.“
Tatsächlich bemerkte die junge Frau in keinster Weise, wie sehr sie sich in diesem Moment wie die Frau angehört hatte, die sie so sehr liebte. Ohne jegliche Sympathie in der Stimme, ohne jegliches Gefühl.

Fawks
04.02.2014, 13:57
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Ein Weg und Kochversuche

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis hatte sich überschätzt und blieb zuerst ratlos stehen. Sie sah Arils Verblüffung und das wiederum verwirrte sie. Die Dalish wollte in dem Moment nicht sagen: »Halt mal!« Denn sie hatte nun zwei Saiblinge in der Hand, ihre durchfeuchtete hellgrüne Tunika, die vom Abtrocknen auch noch schwerer geworden war und die Dragon-Lederrüstung wollte sie nicht über das dünne, weiße Hemd ziehen, was sie nach dem hastigen Abtrocken auf dem Körper trug. »Ich brauche noch paar Ruten,« schoss es ihr zu dem durch den Kopf. Denn diese benötigte sie um die Fische über dem Feuer zu garen. So legte sie nochmals alles ab, ging bis zu dem alten Baum, wo sie die Saiblinge gefunden hatte, und freute sich. An dem alten, verknurrten Stamm schob der Baum als letzten Willen junge Triebe. Diesen waren wenige Monate alt, hatten aber den gewünschten Durchmesser. So zog Glandis ihr Jagdmesser und schnitt einige Reiser ab und nahm ihre Sachen wieder auf. Die Tunika über den rechten Arm, den linken Arm steckte sie durch die Lederrüstung, spürte das Gewicht, wusste aber es ist nicht weit, nahm zwischen Zeige- und Ringfinger die Fische und ergriff die Reiser zum Schluss mit der Rechten. Dann schritt sie voran und Aril folgte ihr. Glandis wusste, dass das Licht des Feuers in der Abenddämmerung durch das Hemd scheinen würde. Doch Aril hatte sie ja schon in ihrer elfischen Natur gesehen und sie auch angefasst, wo sie von ihr versorgt wurde. Und so störte sie es nicht, das ihr Körper sich gut konturierend unter dem Hemd, welches an einigen Stellen die Feuchtigkeit der raschen und provisorischen Reinigung aufgenommen hatte, deutlich abzeichnete.

Als sie am Feuer waren, griff Aril zu dem ledernen Beutel, der über dem Feuer hing. „Das wird eine gute Mahlzeit. Ich merke erst jetzt, was für einen Hunger ich habe. Ich könnte ein ganzes Bankett alleine aufessen!“ hörte Glandis und auch ihr kam in den Sinn, dass sie lange nichts gegessen hatte. Es duftete und Aril hatte vermutlich eine Suppe zubereitet. Schnell waren zwei von den zuvor geschnittenen Trieben des alten Baumes von der Rinde befreit, die Saiblinge ausgenommen, die Schuppen mit dem Jägermesser angeputzt. Glandis freute sich über ihr kleines Jagdglück und sie sah, wie die Schuppen des Fisches auf ihrem Wege zum Feuer im Abendlicht zuerst einen bläulichen Schimmer und rasend schnell einen rötlich silbernen Glanz bekamen, bis sie wenige Bruchteile später im Feuer untergingen oder einfach so zu Boden vielen. Sie musste lächeln und sagte so zu sich: »Celebros, Celebros!« Sie steckte die Fische auf die Reiser, platzierte diese mit Bedacht über das Feuer. Anschließend baute sie ein kleines Gerüst aus den verbliebenen Baumtrieben und etwas von dem Holz, das Aril zusammengetragen hatte und hängte darauf ihre hellgrüne Tunika zum Trocknen auf.

Bei der Suche nach etwas Wärmenden, denn sie wollte nicht die gesamte Zeit in dem weißen Hemd herumlaufen, schaute sie auf ihre Rüstung. »deleb,« äußerte sie und ekelte sich bei dem Anblick der Rüstung ihres Vaters. »Das habe ich vergessen! Die Rüstung ist noch voller Blut!« seufzte sie. Und ihr war klar, dass sie die Nacht nicht das Leder tragen würde und jetzt auch nicht. Ihr war auch klar, dass sie nicht mehr zum Bach konnte. Und ihr war klar, dass sie am Morgen überlegen musste, wie es weitergehen sollte. Denn in dieser »gûpuig,« in dieser »unsauberen« Rüstung konnte sie nicht gehen. »Mit einer Nassen aber auch nicht!« stellte sie fest. Dabei erkannte Glandis, dass an der Rüstung ihre zwei Dolche nicht mehr in den Futteralen steckten.

Sie durchfuhr ein Schreck. Panik ergriff die Dalish. Ihre Augen verengten sich, ihre Muskeln spannten sich an. Sie überlegte, was sie tun konnte. Zum einen war es Shemlen-typisch sie zu entwaffnen. Auf der anderen Seite machte es keinen Sinn, warum jemand retten? Das fragte sie sich. Nebenbei hantierte Glandis mit den Fischen.

Die Frage: „Antwortest du mir jetzt auf meine Fragen?“ holte sie jäh zurück an das Feuer und in die Wirklichkeit. Und weil sie sich prüfte: »Was mache ich nur?« vernahm sie den Rest der Fragen nicht. Aus der Not eine Tugend machend und um nicht in eine gefährliche Situation zu kommen, aber trotzdem Stolz zu zeigen, antwortete die Dalish mit einem Lächeln im Gesicht: »Schnell! Aril, schnell! Er fällt bald vom Reisig!« Froh über diese schnelle Eingabe reichte Glandis Aril einen der beiden Fische und fügte noch an: »Leider fast ungewürzt, nur etwas vom ‚naur‘!« Und weil sie mit den Händen auf das Feuer zeigte, konnte man wissen, was sie meinte. Dann nahm sie sich den anderen Saibling und sagte zu Aril: »Sicher können wir reden. Doch zuvor würde ich über ‚aur‘,« und weil sie nicht in der Situation wusste, ob sie es in ihrer Muttersprache oder in der Sprache Fereldens gesagt hatte, wiederholte sie. »Ich würde zuerst über den Morgen reden. Ich vermisse meinen Bogen und noch andere Dinge. Die würde ich gern suchen. Ich würde gern zurück, dorthin, wo Du mich gefunden hast. Können wir darüber zuerst sprechen?«

Dabei stieg in ihr eine wollige Wärme auf. Ein Gefühl, das sich ausbreitet, wenn man aus einer verzwickten Situation einen Ausweg gefunden zu haben glaubt. Und mit diesem Gefühl, dass Glandis vergessen lies, dass sie nur mit den ledernen Beinkleidern und dem weißen Hemd, welches am Rücken noch immer einen größeren rötlichen Fleck zeigte, mit diesem Gefühl nahm sie ein Stück von dem Saibling und steckte es in den Mund und murmelte noch »Lecker!«


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Aril machte große Augen. Sie war es nicht gewohnt, dass jemand in der Wildnis so gut zurechtkam wie Glandis. Die Elfin hatte Ruten besorgt, die Fische ausgenommen, über das Feuer gehängt, und baute auch noch eine Vorrichtung, um ihre Tunika zu trocknen.

Kaum, dass sie damit fertig war, untersuchte sie ihre Rüstung, die voller Blut und verdreckt war. Auf der Rückseite fuhr sie über die Futterale, wo die Dolche immer steckten und Aril sah sie zusammenzucken. Ihre Haltung verspannte sich und sie untersuchte die Fische so gründlich, als befürchtete sie, diese hätten die Dolche geklaut.
Mit einem Ruf holte Glandis Aril an das Feuer, auf dass die Fische nicht verbrannten und so war die nächste Zeit davon eingenommen, ihr leckeres Mahl zu verspeisen.
Endlich gab Glandis freiwillig etwas von sich, sie kommentierte den rauchigen Geschmack des Fisches, aber Aril nagte die Gräten ab und ließ keinen Blick von der Elfe. Diese schien irgendwann nachzugeben und antwortete ihr: „Sicher können wir reden. Doch zuvor würde ich über ‚aur‘,“ das sollte wohl „Morgen“ bedeuten, „Ich würde zuerst über den Morgen reden. Ich vermisse meinen Bogen und noch andere Dinge. Die würde ich gern suchen. Ich würde gern zurück, dorthin, wo Du mich gefunden hast. Können wir darüber zuerst sprechen?“

Aril verengte die Augen. Warum fragt sie nicht einfach? Ist sie auch so eine, die den Mund nicht aufbekommt?
Bevor sie etwas dagegen tun konnte, hatte sie es schon ausgesprochen: „Warum fragst du nicht einfach?!“ Auf Glandis verwirrten Blick hin deutete Aril auf die Rüstung. „Deine Dolche. Du fragst dich, wo sie sind.“

Jetzt war es an Glandis, einen überaus misstrauischen Blick zu Aril zu werfen und die junge Adlige spürte förmlich, wie die Elfin schon fast überzeugt war, dass sie die Waffen gestohlen hatte.
Genüßlich nagte Aril betont langsam an ihrem Saibling, sie wollte die Elfin jetzt auch ein wenig zappeln lassen.

„Also, pass auf.“ Sie setze sich aufrecht hin und griff nach dem Lederbeutel, der die Suppe enthielt, und öffnete den Verschluss. „Ich bin auch dafür, dass wir zum Schlachtfeld zurückgehen. Wir suchen das, was du vermisst. Außerdem sollten wir dort, wo das Lager war, nach Dingen wie Kesseln oder Holzschalen Ausschau halten. Denn diese heiße Suppe direkt aus dem Beutel trinken ist wahrscheinlich keine gute Idee…“ sie hielt den Beutel hoch.
Der Blick der Elfin war immer noch verschlossen.

Aril legte den Beutel zwischen sie beide und erhob sich. Sie ging zu ihrem Hengst, der nah genug am Feuer lag, als dass auch er sich wärmen konnte. Aus dem Sattelgeschirr zog sie die beiden Dolche der Elfin. Sie setzte sich, platzierte einen der Dolche vor Glandis auf dem Boden und behielt den zweiten in der Hand. „Du dachtest, ich hätte sie gestohlen,“ begann sie langsam, aber mit fester Stimme. „Dabei habe ich sie aufgelesen und sowohl sie als auch dich mitgenommen. Ich weiß nicht, woher du kommst oder was du hier getan hast. Ich weiß nicht mal, wer du bist. Wahrscheinlich weißt du auch nicht, wer ich bin. Aber das kann ich dir verraten.“ Sie beugte sich zu Glandis. „Ich bin eine Adlige aus Highever. Kein Adliger würde sich je dazu herablassen, etwas zu nehmen was nicht sein ist, wenn er nur ein Fünkchen Ehre im Leib hat!“ knurrte sie, jetzt offensichtlich verärgert. „Dass du mir das zu unterstellen scheinst, kann ich nicht ändern, aber lass dir gesagt sein: Wenn ich dir irgendwie schaden wollte, hätte ich es längst tun können!“ Mit diesen Worten rammte sie den zweiten Dolch mit der Klinge voran in den grünen Gradboden.
Sie hatte sich mal wieder in Rage geredet. Und den Mund nicht halten können. Sie spürte, wie sie nach diesem kleinen Ausbruch errötete. „Aber… sie sind sehr gut gearbeitet…“ murmelte sie noch und senkte den Kopf, abwartend, was die Elfin tun würde.

VRanger
04.02.2014, 19:45
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Wortwechsel

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png »mae, galwen«, als Glandis ihre Dolche wiedersah und klatschte beinahe kindlich mit ihren Händen zusammen. Zog den vor ihr im Gras steckenden Dolch mit einem guten Schwung aus dem Erdreich und steckte beide in die dafür vorgesehenen Futterale. Dabei sagte sie zu Aril mit einem Kopfschütteln: »Es ist nicht leicht Dolche in einem gut geschliffenen Zustand zu halten, man stößt solche Waffen nicht einfach in Die Arda!« Dabei legte sie ihre Hände auf die Stelle im Gras und führte fast eine streichelnde Bewegung aus und flüsterte dabei: »únaerîn« Dann sagte sie zu Aril, »Ich habe Der Erde«, wobei sie Der Erde deutlich stärker betonte, als sie sonst sprach, aber ohne laut zu werden, »um Verzeihung gebeten. Sie solle nicht traurig sein!« Dann schüttelte sie ihr rosenblondes Haar und benahm sich so, als wenn es nichts vorher geben hatte. Die Dalish setzte sich in aller Ruhe an das Feuer, schaute auf Aril und fuhr fort: »Dann werden wir morgen meinen Bogen suchen und etwas an Nützlichkeiten finden?« sagte sie eher sich fragend mit der Hand durch das Haar greifend, um dann weiter zu reden: »ja, das ist gut, sehr gut.«

Sie sah sich um, wie es mit dem Essen stand, warf die Frischgräte ins Feuer und sagte: »Du hattest nach Dingen gefragt. Ich werde Glandis gerufen und bin vom Clan der Dalish. Ich hatte hier ein Arrangement, in dem ich einen Auftrag der anwesenden Templer angenommen hatte. Sollte nach Gefahr für das Lager Ausschau halten und dieses warnen. Das habe ich auch getan. Doch es waren zu viele und so werde ich wohl kaum zu meinem Lohn kommen.« Und nach einem Luftholen sprach sie weiter in ruhiger Art, so wie es eben die Dalish nur können: »Ich habe im Lager noch ein paar Sachen, die wollte ich nicht auf der Suche dabei haben. Da sollten wir uns gründlich umsehen.«

Dann blinzelte sie Aril keck an und fragte: »Was bedeutet es, wenn Du sagst: „eine Adlige aus Highever“?« Und fügte noch mit Stolz in der Stimme an: »Immerhin bin ich eine freie Dalish, die in den Traditionen ihres Clans steht und meine Vorfahren waren unsterblich. Doch dass muss ich ja nicht einem Fremden auf bund«, dabei schmunzelte sie, denn man merkte ihr an, dass sie dieses Wort gern übersetzten wollte: »auf die Nase binden. Ich fühle es auch so.«

Und als wenn sie in Gedanken ihre Dinge für den morgigen Tag durchexerzierte, fragte sie: »Morgen, vor der Bogensuche können wir da an den murmelnden Bach? Würde meine Rüstung gern säubern?«


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Moku
05.02.2014, 20:16
http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus musterte den Templer aus dem Augenwinkel, zuckte dann mit den Schultern. "Das bezweifle ich," antwortete er nüchtern, ohne genau zu erklären, auf welche der Aussagen er sich mit diesen Worten bezog, wandte sich dann von ihm ab. Es war das erste Mal, dass er in einer Zweiertruppe reiste. Er war es nur gewohnt alleine zu reisen oder in großen Gruppen, wenn die anderen sich untereinander beschäftigen konnten und er in Ruhe gelassen wurde.

Musste er sich irgendwie mit dem anderen unterhalten?

Denn ehrlich gesagt wollte er nichts lieber, als stillschweigend weiter zu marschieren und die Präsenz des anderen weitestgehend ignorieren, was sicherlich nicht unbedingt höflich war.

Vitus musterte den jungen Mann an seiner Seite, der scheinbar seine Worte als das aufgefasst hatte, als das sie gemeint waren: ein höfliches ‚Lass mich in Ruhe’. Vitus war nicht soweit, dass er seine Lebensgeschichte einen wildfremden Templer darlegte. Ein Templer, der vermutlich nach traditioneller Templermanier gezwungen wäre sich erst einmal vor ihm zu verbeugen und zu kreuze zu kriechen, um sich für sein Verhalten zu entschuldigen, gefolgt von einer Welle verbaler Geißelung.

Vitus hatte das schon einige Mal erlebt, wenn Rekruten ihn nicht erkannten und dann von irgendjemanden darauf hin gewiesen wurde, wem genau sie da gerade den sprichwörtlichen Finger gezeigt hatte.

Vermutlich hätte Vitus aufhören sollen, in Ausbilderausrüstung über den Hof der Trainingsgelände zu schlendern. Nicht, dass er es nicht sogar mit Absicht gemacht hatte, um sich ein Bild über die Neuzugänge zu machen, ohne dass sie versuchten seine Stiefel abzulecken.

Er fragte sich, ob sein Gefährte genauso reagieren würde.

Ein Blick auf die trotzigen Augen ließen ihn tonlos seufzen.

Vermutlich nicht.

BlackShial
06.02.2014, 13:35
http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngOhne auch nur lange darüber nachzudenken, auf welche ihrer Aussagen sich der knurrige Kerl mit seiner Antwort bezogen hatte, verdrehte die Templerin genervt ihre Augen. Für sie war es offensichtlich: Sie musste ihm innerlich energisch nickend zustimmen, aus ihm wäre wohl auch als Mitglied des Ordens nichts geworden, war doch tatsächlich Hopfen und Malz verloren. Der kurze Anflug von Hoffnung, dass dieser Mann mehr zu bieten hatte als man auf den ersten Blick sah, war eben nur das: Ein Anflug, ein Hauch, nicht der Rede wert.
Was hatte sie eigentlich erwartet?
Vielleicht konnte er mit seinem Schwert umgehen, seinen Fäusten und ja, höchstwahrscheinlich sogar mit einer Karte. Doch Ehre, Vertrauen, Hoffnung und die Ergebenheit für etwas zu kämpfen, für das es sich sogar lohnte zu sterben waren keine Eigenschaften, die man bei ihm hatte finden können. Kein Ausbilder oder gar Kommandant der Templer hätte daran etwas ändern können.
Jo war enttäuscht und zugleich stinksauer. Sie war auf ihn angewiesen, würde sie doch noch nicht einmal das nächste Dorf ohne seine Hilfe finden können. Doch wieso stellte der Erbauer sie auf solch eine harte Probe? War es denn nicht bereits genug, was sie ertragen musste? War es nicht genug Schmerz, dass sie von Tiaden getrennt war? Musste der Erbauer ihr solch einen ungläubigen Griesgram als Begleitung schicken?
Ihre gut gemeinte Aussage und den Versuch den Älteren verstehen zu lernen hätte sie sich sparen können. Wirklich.
Statt auch nur auf irgendeine Art und Weise nochmals solch einen Fehler zu begehen, begnügte sich die junge Frau lieber damit ihren Schild zurechtzurücken, zu überprüfen ob ihr Schwertgurt fest genug war und sich dann ausgiebig der Körperhygiene zu widmen. Voller Inbrunst pulte sich die Schwarzhaarige mit dem kleinen Finger im Ohr, begutachtete ihre Ausbeute genauestens und schnipste diese dann mithilfe ihres Daumes vom Finger, in vollkommender Zufriedenheit.
Vielleicht sollte sie sich einfach keine Gedanken mehr darüber machen, was für ein Kerl der Krieger war, warum er sich so verhielt und vor allem wie er so geworden war. Er schien kein Interesse daran zu haben mit ihr zu kommunizieren, doch eine Sache verstand Jo dennoch nicht. Eine Sache, die ihr pausenlos neben den ständigen Gedanken an die blonde Schönheit im Kopf herumgeisterte.
Bei Andrastes behaarten Frauenwaden, was war der Grund weshalb der Rüpel ihr unbedingt helfen wollte? Was trieb ihn zu diesem widersprüchlichen Verhalten? Erst zeigte er offensichtlich wie wenig ihm an anderen Menschen lag, dann sprach er davon das nicht noch mehr sterben sollten und zeitgleich war er doch mehr als bereit dazu sein Leben einfach wegzuwerfen.
Wenn er also ohne jeglichen Grund in die Klinge eines Gegners springen wollte, konnte er es auf keinen Fall wirklich ernst meinen mit seinem Wunsch …
Doch wie groß war schon die Chance das dieser verfluchte Gotteslästerer bereit dazu war sich zu erklären oder gar sich belehren zu lassen.
Am End - ja wer wusste es schon - am Ende war er vielleicht doch nur ein Söldner der sie nach der Reise um all ihr Gold erpressen würde.
Doch solange sie durch das vom Erbauer gestrickte Band des Schicksals an ihn gefesselt war, würde sie alles dafür geben diesem Kerl zu helfen einen Grund für sein Überlegen in Westagar - zumindest hoffte Jo das so der Name des Ortes lautete - zu finden.

Khardim
06.02.2014, 20:41
http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpg
Geschickt wich Ser Lothars Pferd dem Leichnam des Hurlocks aus, den der Ritter wenige Augenblicke zuvor (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22327472&viewfull=1#post22327472) erschlagen hatte. Das schwarze Blut, das aus der tödlichen Wunde strömte, benetzte nur kurz die Hufe, aber trotzdem schien es, als fühlte auch das Tier sich von der Verderbnis der widerwärtigen Kreatur abgestoßen und beschleunigte seinen Galopp weiter. Ser Lothar hatte Glück: Seine Verfolger waren unberitten und die Reichweite ihrer Armbrüste und Bögen war begrenzt; auch wenn sie in seinem Rücken noch so laut Flüche und Hohn in ihrer degenerierten Sprache schreien mochten, einholen würden sie den Ritter dadurch nicht.

Als das Geschrei und die Schritte der Dunklen Brut stetig leiser wurde, überlegte er kurz, sich im Sattel umzudrehen, um sehen zu können, wie viele Verfolger aus dem Wald gekommen waren, als plötzlich ein Ruck durch sein Ross ging und das Tier sich mit wildem Aufbäumen in eine rasende Flucht warf, wobei es fast seinen Reiter abgeworfen hätte.
Ein Bolzen hatte sein Ziel gefunden.

Ser Lothar kämpfte um seinen Halt im Sattel und versuchte dabei, Kontrolle über das verängstigte Tier zu bekommen, das unaufhaltsam davon stürmte, direkt auf die sumpfige Talrinne zu, die zu Umgehen er sich vor dem Angriff der Hurlocks entschlossen hatte.
Er hörte bereits, wie die Hufe den morastigen Boden eindrückten, der nicht in der Lage war, dem vereinten Gewicht von ihm und seinem Ross ausreichend Widerstand zu bieten. Das saftig grüne Gras lies den Untergrund zu einer konturlosen Fläche verschwimmen, die sich immer weiter absenkte. Noch immer war das Pferd in heller Panik, sodass sich der Ritter damit begnügen musste, sich so gut er nur konnte auf dessen Rücken zu halten und zu hoffen, dass es irgendwann vor bloßer Erschöpfung würde zur Ruhe kommen.
Von den Hurlocks war inzwischen nichts mehr zu hören und Ser Lothar hatte keine Ahnung, ob sie ihn überhaupt noch verfolgten und noch weniger Ahnung, ob er nicht geradewegs in eine weitere, möglicherweise größere Horde stürmte, ohne daran etwas ändern zu können.

Immer wieder versuchte er, das Tier wieder unter sein Kommando zu zwingen und immer wieder misslang es ihm. Er konnte nicht einmal erkennen, wo sein Pferd verwundet worden war, geschweige denn wie schwer. Ihm schoss der zynische Gedanke durch den Kopf, dass es auf jeden Fall nicht schlimm genug sein konnte, um es zum Stehen zu bringen und das genau das, unabhängig von seiner misslichen Lage hoch zu Ross, immer noch besser war, als auf einem schwer verletzten Pferd von Hurlocks eingeholt und niedergemacht zu werden.

An der tiefsten Stelle des Tals trat, wie der Ritter es zuvor vermutet hatte, das Grundwasser zu Tage und spritze in breiten Wellen zur Seite, als sein Pferd hindurch fegte. Der Grund des kleinen Gewässers war weich und mit ertränktem Gras bewachsen, sodass sein Pferd leicht hätte fehltreten und stürzen können. Aus vollem Galopp in Rüstung von einem strauchelnden Pferd in einem Tümpel zu fallen wäre ein unrühmliches Ende für Ser Lothar gewesen, sodass er nahezu erleichtert war, als er unter sich spürte, wie die Hufe seines Rosses am anderen Ufer wieder festeren Untergrund fanden.
Wieder griff er nach den Zügel, um sein Pferd zum Stehen zu bringen und stellte fest, dass es sich zwar nicht bremsen, aber immerhin etwas lenken lies; die antrainierten Bewegungsmuster schienen nicht komplett durch den Fluchtreflex ausgelöscht worden zu sein. Als das Gelände langsam wieder anstieg und zu den Seiten mehr Freiraum zu bieten begann, sah der Ritter zu seiner Rechten hüfthohes Heidekraut sprießen, das eine schier endlose Landschaft zu bilden schien. Nur hin und wieder durchbrach eine kahle Birke oder ein knorriges Gestrüpp die Monotonie der Ebene, auf der zu dieser Jahreszeit nichts mehr blühte.
In der Hoffnung sein Pferd dort vielleicht verlangsamen zu können zog Ser Lothar die Zügel nach rechts hinüber und sah die triste Vegetation auf sich zukommen.
Sein Plan ging auf: Durch die hohen Pflanzen am Rennen gehindert verlangsamte sich der Tritt seines Rosses langsam, bis er es schließlich ganz zum Stehen brachte und mit ruhiger Stimme zu besänftigen versuchte. Das Tier dampfte förmlich vor Anstrengung und tänzelte immer noch nervös im Heidekraut umher; es war offensichtlich, dass es ihm schlecht ging.
Als Ser Lothar das Gefühl hatte, die Situation wieder im Griff zu haben, stieg er ab und befestige die Zügel an einem verkümmerten Baum in der Nähe, um den Grund für die kopflose Flucht ausfindig machen zu können.
Die Suche dauerte nicht lang, denn die rote Strieme, die sich längs über das Gesäß zog, war nicht zu übersehen. Eine brutal erscheinende Wunde, aus der durch den immer noch hohen Pulsschlag eine stetige Rinnsal aus Blut floss und das kurze braune Fell seines Pferdes tränkte. Als der Ritter die Verletzung näher begutachtete, konnte er jedoch zu seinem Glück feststellen, dass es bei einem Streifschuss geblieben war. Vorsichtig verarztete er das Tier mit einigen Bandagen aus seinem Gepäck und beschloss, für den Rest des Tages zu rasten. Ruhe hatten er und sein Ross sich wahrlich verdient und die umliegende Landschaft würde hoffentlich genug Sichtschutz vor seinen Verfolgern und anderen Feinden bieten.
Ser Lothar nahm seinen Helm ab und fuhr sich mit der Hand durch das schweißnasse Haar. Seinen ersten Kampf gegen die Dunkle Brut hatte er überstanden. Weitere würden folgen.

Fawks
07.02.2014, 10:18
Vorheriger Post:Klarstellung (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page5?p=22358680&viewfull=1#post22358680)

Aril runzelte die Stirn. Kein „Danke“, nichts war von der Elfin in Bezug auf die Dolche zu hören gewesen. Stattdessen sprach sie halb elfisch, halb menschlich und entschuldigte sich bei der Erde. Sollte ihr Opa doch Recht behalten haben, wenn er sagte, Elfen seien ohnehin nur naturverliebte Baumknutscher?

Zweifelnd fuhr Aril mit der Hand durch das Gras, so wie Glandis durch ihr Haar fuhr, als könnten die Halme ihr eine Antwort auf dieses seltsame Betragen liefern.
„Was sagst du da? Diese Worte? Unaerîn? Das klingt alles so seltsam… Ich verstehe diese Sprache nicht.“ Aril legte den Kopf schief.
Dann gab Glandis endlich darüber Auskunft, was sie hierher gebracht hatte. Ja, dass das Lager überrannt worden war, das sah man auf große Entfernung.
„Und weiter? Wieso hast gerade du diesen Auftrag bekommen? Bleiben Elfen nicht immer unter sich?“

Tatsächlich fragte Glandis, was es hieße, eine Adlige aus Highever zu sein. Aril überlegte kurz – es war nicht leicht, jemandem, der von diesen Konzepten nichts verstand, das zu erklären.
„Nun, Highever ist ein Teyrnir. Das heißt, ein Gebiet, das unserem König untersteht. Der Teyrn regiert das Gebiet, aber muss Anordnungen des Königs immer Folge leisten. Meine Familie hat Dienste für den Teyrn von Highever übernommen und steht hoch in dessen Gunst. Wir besitzen viele Reichtümer und haben auch Einfluss auf den Teyrn. Das ist es wohl, was man adlig nennen würde… die Macht, die jemand besitzt,“ schloss Aril grübelnd.
„Aber wie kann es sein, dass du sagst sie waren deine Vorfahren, wenn sie unsterblich sind? Müssten sie dann nicht noch leben? Überhaupt, wie kann man denn unsterblich sein? Dann gäbe es doch viel mehr Dalish-Clans als nur die wenigen, oder nicht? Ich habe dir das gesagt, weil es nicht miteinander vereinbar ist, ein Adliger und ein Dieb zu sein. Außerdem bin ich ebenso stolz auf meine Herkunft wie du.“

Aril verstummte und dachte nach. Die Planung des Morgens wollte gut durchdacht sein. „Also, ich schlage vor, wir säubern erst deine Rüstung, ich möchte mich auch waschen. Danach brechen wir zum Lager auf und sehen, ob wir das finden, was wir suchen.“

Die Adlige erhob sich und ging auf die Elfin zu. Stellte sich hinter sie, was nicht so leicht war, denn die Elfe wollte sie immer im Blick behalten. „Bleib sitzen, bitte,“ beruhigte sie Aril, „ich will mir deine Kopfwunde ansehen.“
Diese sah schon besser aus, es bildete sich Schorf über der blutigen Oberfläche. „Schmerzt dein Kopf sehr? Wenn du dich bewegst?“ Ganz vorsichtig tastete sie den Nacken und die Seiten den Hinterkopfes ab. „Du brauchst auf jeden Fall eine gute Nachtruhe. Und du darfst dich nicht zu sehr anstrengen, wenn du Schmerzen hast. Deshalb schlage ich vor, wir reiten auf Trovao zum Lager. Das ist schneller, weniger anstrengend und sollte dort etwas geschehen, sind wir im Nu wieder weg.“
Aril ließ von der Wunde ab, hier half nur Ruhe und Zeit. „Oh, das hätte ich fast vergessen!“ rief sie aus. „Entschuldige, ich habe dich gar nicht vorgestellt!“ Sie lief zu Trovao, fasste seine Zügel und wandte seinen Kopf in Richtung von Glandis. „Das ist Trovao, mein Pferd. Er ist sehr klug und sehr stark. Erhat dich hierher gebracht und ohne ihn hätte ich dieses Ding nie von dir runter bekommen.“ Sie streichelte seine Nüstern und bedeutete Glandis, näher zu kommen. „Er tut dir nichts, wenn ich es nicht möchte. Sein Name heißt in diese Sprache übersetzt ‚Donner’,“ erklärte sie. „Das ist aber eine andere Geschichte.“

VRanger
07.02.2014, 17:30
vorheriger Post: Wäldchen • Wortwechsel (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22360578&viewfull=1#post22360578)

Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Entstehendes Interesse

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png »Finde ich nett, dass lobor, Dein Pferd, einen Namen trägt.« Und mit einem Schmunzeln fügte sie, während Aril ihren Kopf untersuchte an: »lobor bedeutet in meiner Sprache Pferd. Es ist jetzt zu wenig Zeit und die Themen zu verflochten, um Sprache, Identität, Unsterblichkeit und Freiheit zu erklären.« Und nach dem Aril von Trovao zurück an das Feuer kam, sagte Glandis: »Wir Dalish sind im Unterschied zu denen, die als nicht frei geborene Elfen in der Stadt wohnen, sehr darauf bedacht, die bereits verloren geglaubten Wurzeln der Identität als Bestimmung, als unsere manath, auf dem Weg zur Wiedererlangung der Unsterblichkeit neu zu bestimmen und ein Schlüssel dazu ist unsere Sprache.« Und ohne jetzt auf eine Reaktion von Aril zu warten und ohne vom Feuer abzulassen erzählte Glandis mit leicht gesenktem Haupt weiter. Doch Tonlage, Lautstärke, Körpersprache zeigten zum einen, dass es ihr sehr ernst mit dem Thema war. Aber die Gesten, vor allem mit den Händen ausgeführt, verdeutlichten ihr Interesse an diesem vielleicht doch sehr philosophischen Thema. »So bedeuten mae, für mich gut, galwen wunderbar und sicher hätte ich auch Danke sagen können, doch das ist in dieser für mich so persönlichen Sache meiner Dolche nicht in den Sinn gekommen. Also dann in der Sprache …« an dieser Stelle schluckte die Dalish und schaute Aril mit festem Blick ins Gesicht. Und sie hätte fast »Shemlen« gesagt und lies den Satz so enden: »… in der Sprache Fereldens, danke Dir und die Sache mit Deinem Geburtsrecht, wenn ich die Dinge zu einer Adligen aus Highever richtig verstanden habe, interessiert mich wohl, ist aber ebenso ein Glaubensbekenntnis wie bei mir die Sprache der Dalish und von umfangreicherer Art.«

Zu dem Aspekt eines Diebstahls und des Ausschlusses, nur weil man ein »Teyrn« sei oder, wie hatte sie gesagt »reich«, wollte Glandis jetzt nichts sagen. Sie hatte auch andere Dinge erlebt und das Kommende würde es zeigen. Deshalb wollte sie auf den für sie unbegründeten Vorwurf nicht eingehen. Denn sie hatte nur danach gefragt, ob man den Bogen suchen konnte. Der Gedanke an die verlorene Waffe brachte eine Änderung in der Körperhaltung der Dalish. Ein Außenstehender konnte erkennen, dass sie sich auf etwas anderes konzentrierte.

Sie griff nach der Tunika und fühlte, ob das Feuer bereits mit seiner Wärme die Feuchtigkeit verdrängt hatte. Sie drehte den Stoff auf dem Gerüst um und drehte sich zu Aril, fragend im Blick: »Aril, Du hast meinen Kopf Dir angesehen und gesagt: „Schmerzt dein Kopf sehr? Wenn du dich bewegst?“« ... »Verstehst Du etwas von den Dingen oder ist es Höflichkeit? Denn da wäre auch mein Rücken, wenn Du Dir den mal ansehen könntest. Es brennt, so als wenn in der Größe einer Hand die Haut aufgeschürft wurde!« Dabei beugte sich die Dalish nach vorn, gleichzeitig das feine, weiße elfische Hemd am Rücken hochziehend. Bei dieser Bewegung rutschte ihr ein kleines Amulett aus dem Ausschnitt, welches mit einem Lederband um den Hals getragen wurde. Das Amulett schimmerte silbern und zeigte im Drehen zwei verschlungene Schlangen. Glandis hatte es bei dem Bestreben den Rücken zu zeigen nicht bemerkt. Sie fügte noch aus dieser Sitzhaltung mit den Händen unter den Schultern, das hochgezogene Hemd hochhaltend an: » Mein Kopf schmerzt nicht mehr so wie am Morgen, das Bad im Bach hat sicher geholfen, auch weil der gröbste Schmutz nun weg ist. Und ich werde auf Trovao mitreiten können. Wir suchen doch morgen meinen Bogen?« fragte sie sich vergewissernd.


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Neclord
09.02.2014, 20:38
http://upload.worldofplayers.de/files9/juri.png

Ein Donnergrollen ertönte aus der grauen Wolkenschicht. Winzige Regentropfen landeten vereinzelt auf ihrem Gesicht, als sie mit verschlossenen Augen den Kopf gen Himmel neigte. Juri fühlte sich fremd in dieser Welt. Sie wusste nicht viel über ihre Herkunft. Ein alter, verwirrter Kauz erzählte ihr Geschichten als sie klein war. Angeblich wusste er um ihre Vergangenheit, doch immer als man konkrete Einzelheiten erfuhr, verlor der Alte die Konzentration und musste sich ausruhen.
Doch entgegen dem Gesetz der Natur war sie auch als Kind nie wirklich neugierig. Sie bat den Alten nie darum, ihr etwas zu erzählen. Juri spielte nie wie die anderen Kinder, ihr ganzes Verhalten war sonderbar für die Personen in ihrer Umgebung.
Das gesamte Interesse investierte die Kriegerin in Dinge, die die Leute fürchteten. Bücher mit Geschichten über Dämonen und andere Auszüge, die sich mit dunklen Künsten beschäftigten. Schon sehr früh bemerkte sie, wie diese Themen ihren zierlichen Körper mit Faszination erfüllten. Ein Grund, warum sie viel Arbeit darin investierte, ihre Haare wie ein dämonisches Geweih wirken zu lassen. Die Leute gaben ihr daher den Beinamen "Dämonenkind".

Doch ebenso fasziniert war sie vom Kampf. Für eine Weile zog sie mit einer Gruppe von Söldnern durch das Land und erlernte dort den Schwertkampf, sowie die Fähigkeit, sich auch ohne Waffen zur Wehr zu setzen. Ihre Leidenschaft kannte dabei keine Grenzen. Ihr Schwert nutzt sie dabei verhältnismäßig selten. Ihre bevorzugte Art war der Kampf, der nur mit Fäusten und Beinen ausgetragen wird. In ihren Augen war diese Art der Auseinandersetzung einfach intensiver und spannender. Sie liebte es, den Konflikt über Leben und Tod als Unterhaltung anzusehen. Eine gefährliche Leichtsinnigkeit, die sich manchmal zu ihrem Nachteil entwickelte.

Aber nun war sie wieder allein. Die Söldnergruppe trennte sich und jeder ging wieder seine eigenen Wege, als der Auftrag beendet wurde. Mitten in einer von Bäumen umgebenen Ödnis stand sie nun dort und lauschte dem Zorn der Natur, der sich über ihren Kopf bedrohlich formierte. Unter ihrer nackten Sohle spürte sie die primitive Rüstung einer leblosen Kreatur. Ihr rechter Fuß ruhte auf dem Geschöpf, dass kurz zuvor von ihr erledigt wurde. Ein niederer Genlock hatte sich zu weit von seiner Gruppe entfernt und begegnete der Kriegerin hier im offenen Gelände. Vereinzelt waren diese Kreaturen keine richtigen Gegner. Bewaffnete Bauern waren da furchteinflößender.
Gelangweilt rollte Juri den Leichnahm zur Seite und wandte sich ab. "Erbärmlich."

Enttäuscht setzte sie sich in Bewegung, zog ihre Stiefel wieder an und folgte dem Pfad der sich vor ihr durch das Tal schlängelte. Gefolgt von den donnernden Geräuschen um sie herum, begab die Kriegerin sich auf die Suche nach einem Bedürfnis, dass ihr wichtiger war als alles andere... Spass.

Fawks
09.02.2014, 23:53
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Die Dalish schien endlich ein wenig aufzutauen. Sie erklärte einige wenige Wörter, die sie verwendet hatte während sie am Feuer saßen. Glandis wirkte ruhig und in sich gekehrt während sie sprach, allerdings auch bestimmt und stolz.
Es war offensichtlich, dass ihre Sprache und ihre Kultur eng miteinander verflochten waren. Warum, das verstand Aril nicht.
„In der Sprache Fereldens, danke Dir und die Sache mit Deinem Geburtsrecht, wenn ich die Dinge zu einer Adligen aus Highever richtig verstanden habe, interessiert mich wohl, ist aber ebenso ein Glaubensbekenntnis wie bei mir die Sprache der Dalish und von umfangreicherer Art.«
„Ja, allerdings, das könnte etwas dauern. Es ist schon eigenartig…,“ murmelte Aril. „Ich bin noch nie jemandem begegnet, der nicht wusste wer ich bin oder was adlig sein bedeutet.“

Die Elfin wendete ihre Rüstung auf dem Holzgestell und fragte schließlich: »Verstehst Du etwas von den Dingen oder ist es Höflichkeit? Denn da wäre auch mein Rücken, wenn Du Dir den mal ansehen könntest. Es brennt, so als wenn in der Größe einer Hand die Haut aufgeschürft wurde!« Damit zog sie ihr Hemd nach oben, sodass Aril den Rücken ansehen konnte.
„Ja, das stimmt. Das ist eine Schürfwunde. Sieht für mich so aus, als hättestdu dich da aufgerieben, vielleicht, weil du zu lange auf einer Kante lagst und dich immer wieder etwas bewegt hast. Wenn es dir zu sehr schmerzt, kann ich einen Wundumschlag daraufschnallen. Zumindest die Nacht über.“ Wortlos deutete die Elfin auf ihre Gürteltasche und Aril entnahm dieser einen weiteren Wundumschlag. Sie befreite Trovao von seinem Zaumzeug und löste einen der Zügel. Damit schnürte sie den Wundumschlag sicher, aber nicht zu fest um Glandis’ Rücken, sodass er auf der Wunde hielt. Nach getaner Arbeit zupfte sie das weiße Hemd der Elfin darüber zurecht. „So,“ sagte sie geschäftsmäßig, „das hätten wir. Und ja, morgen suchen wir deinen Bogen.“ Sie schenkte Glandis ein dünnes Lächeln, sie wusste immer noch nicht, was sie von dieser Frau halten sollte.
„Achja, deine Kopfwunde. Ich bin keine Heilerin, aber in meiner Jugend habe ich mir so viele Verletzungen eingehandelt, dass ich oft bei Heilern und Kräuterfrauen war. Deshalb kenne ich einige Sachen. Das, was du am Kopf hast, ist eine leichte Platzwunde. Da hat dich ein schwerer, stumpfer Gegenstand getroffen. Es kommt vor allem auf dich, auf deine Verfassung an, wie du damit umgehst. Wenn du ein hartes Leben gewöhnt bist, dann hast du vielleicht einige Tage Kopfschmerzen. Andere, die nichts gewöhnt sind, bekommen Fieber, fühlen sich schlecht, können kein Essen bei sich behalten und sind wochenlang schwach. Ich weiß nicht viel von dir, aber ich würde eher glauben, dass du von der härteren Sorte bist.“

Eine kleine Weile schwieg sie und sah in die tanzenden Flammen. „Weißt du, ich weiß selbst nicht, was es genau heißt, adelig zu sein. Ich würde sagen, es heißt, eine Menge Scherereien zu haben. Man muss sich genau so verhalten, wie das Protokoll es vorschreibt. Das ist so etwas wie ein Kodex,“ erklärte sie ungefragt, „und jeder, der nicht danach handelt oder spricht, ist nicht beliebt und man will nichts mit ihm zu tun haben. Das ist beim Adel immer schlecht, denn Adlige müssen beliebt sein. Und hübsch.“ Aril verzog das Gesicht. „Wer will sonst ein kleines „Kampfküken“ heiraten? Oh, so nennt mich mein Bruder…“ grinste Aril auf Glandis verwirrten Blick hin. Doch sofort war sie wieder ernst. „Ich war nie frei in dieser Adelsfamilie. Ich konnte an die meisten Orte gehen, an die ich wollte, aber letztlich muss ich immer meinen Eltern gehorsam sein. Ich bin sicher, das ist bei euch anders, oder?"

Glandis hatte sich aufgesetzt und erst jetzt bemerkte Aril ein Amulett um ihren Hals, an einem langen Band, das vorher in ihrem Ausschnitt geendet haben musste, mit zwei verschlungenen Schlangen. „Was ist das?“ fragte sie neugierig und auf die Schlangen deutend. „Dein Glücksbringer?“

VRanger
10.02.2014, 20:30
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Ein Talisman

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Das Letzte, was die Dalish aus dem Gespräch mitnahm, war wie Aril neugierig fragend und auf ihr Amulett zeigend wissen wollte: „Was ist das?“ Und um es zu verdeutlichen kam ein „Dein Glücksbringer?“ hinter her.

Glandis schaute sofort nach unten und sah, dass ihr Amulett nicht unter dem weißen, elfischen Hemd war, sondern herausgerutscht sein musste, als sie sich nach vorn gebeugt hatte. Sie beschloss aus ihrer Art heraus jetzt nicht zu viel zu sagen und griff die beiden verwobenen Schlangen fassend und samt Lederband, um diese wieder an den gewohnten Ort zwischen ihre Brüste zu verstauen. Es war eine rasche Bewegung und anschließend legte sie die rechte Hand auf ihre Brust, atmete tief durch und sagte lächelnd zu Aril: »Da war wohl jemand zu neugierig. Nur mein Amulett!« Dabei lächelte sie die junge Frau vor sich an, immer noch die Hand auf der Brust haltend und sagte mit einer leichten Zuwendung des Kopfes zu ihr und die Sprache wurde leiser, wie wenn man etwas Geheimes mitteilen möchte: »,cuin‘ etwas für mein Leben!«

Dann reckte sich die Dalish, als wenn sie den Wundverband an ihrem Rücken prüfen wollte. Anschließend nahm sie die hellgrüne Tunika von dem Gestell; zog sie über den Kopf und hielt inne. Sie genoss die Wärme des Stoffes, der am Feuer gehangen hatte sichtlich. Denn der Abend hatte Einzug gehalten und ein leichter Wind hatte Frische mitgebracht. Nach wenigen Minuten des Genießens schaute Glandis zu Aril und erklärte die Hände dabei benutzend: »Danke für Deine Erklärungen und für die Wundversorgung.« Dabei strich sie mit der Hand durch ihr Haar. Und ein guter Beobachter konnte sehen, sie zog langsam, doch stetig an ihren rosenblonden Haaren bis der Schmerz sie aufhören lies. Dann sagte sie weiter: »Du hast recht, es wird gehen. Aber Deine Aussage war wichtig. Denn meine größte Sorge war und ich war kurz davor …« schob sie nach und runzelte dabei die Stirn: »Ich war kurz davor die Stelle kahl zu rasieren.« Dann fing sie sich und ihr Gesicht, ja ihr gesamter Körper zeigte eine Aufrichtigkeit bei den Worten: »Welche Frau will schon mit einer Teilglatze rumlaufen und mir gefallen meine Haare.«

Und so aus dem Nichts erklärte die Dalish: »Doch Deine dunkelbraunen Haare finde ich auch wunderschön. Besonders jetzt, wo der Schein des Feuers und das Licht der Sterne einen wirklichen Zauber in Deine Haare bringen!«

Dann lehnte sich Glandis zurück und überlegte, wie es sagen sollte, wibbte mit dem Kopf hin und her, aber ein leichtes Kopfschütteln zeigte, dass sie die Überlegung abbrach. »Aril, zu Deiner Kultur und zu meiner ,manath‘ würde ich gern reden, auch warum ein Patron nicht aus der Reihe der Geeignetsten gewählt wird oder warum so rastlos sein kann …« dann schwieg sie. Ein Augenzufallen, ein Luftholen, ein Wischen mit dem Handrücken über den Mund sprachen Bände. Und so war es nicht verwunderlich, dass Glandis sagte: »… es war ein harter Tag für mich. Mit einem blutigen Morgen, aber auch mit einer unerwarteten Hilfe. Wofür ich Dir dankbar bin, doch ich würde gern, wenn es Dir nichts ausmacht, gern nochmal das Feuer versorgen und dann schlafen.« Sie führte aus was sie sagte und als sie wieder saß, sagte sie noch: »Ich vermisse meinen Bogen, doch der wird ja morgen gesucht, das ist ein gutes Vorhaben. Was möchtest Du morgen tun?« fügte sie noch an. Sie sank zur Seite, bedächtig, doch stetig. Die Dalish hatte sich mit dem Rücken zu Feuer gedreht und vermutlich waren ihre Augenlider nicht nur zu, vielleicht würde sie die Antwort von Aril nicht mehr hören.


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Fawks
11.02.2014, 09:38
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Aril bekam – natürlich – keine Antwort, Glandis verstaute das Amulett eilig wieder unter dem Hemd und legte ihre Hand beschützend darüber.
»Da war wohl jemand zu neugierig. Nur mein Amulett Cuin‘ etwas für mein Leben!« war alles, was sie lächelnd erklärte.
Also doch ein Glücksbringer, überlegte sich Aril.
Die Elfin zog sich ihre gewärmte und getrocknete Tunika über und dankte Aril für die Versorgung. »Ich war kurz davor die Stelle kahl zu rasieren. Welche Frau will schon mit einer Teilglatze rumlaufen und mir gefallen meine Haare.«
„Mach dir da keine Sorgen, ich verstehe das sehr gut. Ich würde mich auch nicht von meinen Haaren trennen wollen,“ lächelte sie und striche die braunen Strähnen zurück. „Aber es war auch gar nicht notwendig.“
»Doch Deine dunkelbraunen Haare finde ich auch wunderschön. Besonders jetzt, wo der Schein des Feuers und das Licht der Sterne einen wirklichen Zauber in Deine Haare bringen!«

Glandis machte sich nochmals am Feuer zu schaffen und legte sich daneben, stellte die Frage, was Aril morgen zu tun gedachte.
„Tja,“ sagte Aril. „Wir suchen deinen Bogen…“ setzte sie recht lahm fort. „Und durchsuchen das Lager.“ Glandis war offensichtlich müde aber sicherlich auch nicht dumm. Sie ließ ihren Blick auf Aril ruhen, geduldig abwartend, ob sie noch erzählen würde, warum sie eigentlich hier war.
„Also zuerst waschen wir uns und die Rüstung. Dann reiten wir auf Trovao zum Schlachtfeld. Dort wird sich alles weitere ergeben – wir brauchen am Ende nur den Bogen und einige Versorgungsmaterialien. Du kennst das Lager ja, ich hoffe, das hilft uns dabei, dass wir nicht tagelang nach zwei Holzschälchen suchen müssen.“
Sie seufzte.
„Ich werde noch nach etwas anderem Ausschau halten. Ich suche meinen Bruder. Er heißt Nien und hat in dieser Schlacht gekämpft. Ich wollte ihm zu Hilfe kommen aber ich… wurde aufgehalten. Und jetzt hab ich keine Ahnung, wo er ist. Morgen will ich nach Hinweisen Ausschau halten. Es hat keinen Sinn langfristige Pläne zu machen, wenn er vielleicht…“ sie schluckte hörbar, „wenn er tot ist.“
Etwas in Aril krampfte sich zusammen und sie fühlte sich, als hätte man ihr in den Magen geboxt. Ihre Nase schwoll zu und sie musste durch den Mund atmen, aber es gelang ihr, das Schluchzen zu unterdrücken. Sie fuhr sich mit dem Arm über Nase und Augen.

Sie erhob sich, schnappte sich die zweite Decke, und legte sich neben Glandis. Sorgsam achtete sie darauf, dass die Elfin zugedeckt war. Sielegte sich nieder, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und sah zum dunklen Himmel empor, der durch die Wipfel zu sehen war.
Der Kloß im Hals war noch immer da und sie wünschte sich in diesem Moment nach Hause, zu ihrer Familie, zu ihrem Bruder. Dies war nicht ihre Welt. Auf wenig manierliche Art und Weise zog sie die Nase hoch und wandte sich an Glandis: „Bist du damit einverstanden?“ und hoffte, dass man die Tränen in ihren Augen nicht glitzern sah. Für den Moment musste sie stark für beide Frauen sein.

VRanger
11.02.2014, 16:26
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Wappen

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Und durchsuchen das Lager.“ Bei diesen Worten war Glandis munter. Sie hatte halb im Wechsel vom Wachen ins Schlafende vernommen: „“Wir suchen deinen Bogen … , doch die Ankündigung, dass das Lager zu durchsuchen sei, brachten ihre Gedanken pfeilschnell auf Touren. »Wo fängt man an? Was werden wir antreffen? Finde ich mein Gepäck? Sind noch andere dort? Kommen wir hier her zurück? …« das ging eine Weile so, dass die Dalish ihren Kopf zermarterte, bis sie auf die Frage kam: »Was, wenn wir auf die Dunkle Brut stoßen?« Bei diesem Gedanken nahm sie sich vor am morgigen Tag doch ein paar Dinge zu erfragen. Insofern war sie in Gedanken zwar nicht voll bei der Sache, verstand aber die Wortfetzen: „Also zuerst waschen wir uns und die Rüstung“, Glandis nickte dabei. Bei der Anmerkung von Aril, „dass wir nicht tagelang nach zwei Holzschälchen suchen müssen“ lachte die Dalish laut auf, spürte aber zugleich, dass jetzt etwas von den Zielen der anderen kommen musste. Deshalb unterbrach sie ihre Gedankenspielereien, richtete sich etwas auf. Dabei merkte sie, wie doch das Wundpflaster am Rücken und die Schürfwunde zogen, sank etwas zurück und vernahm erstaunt: „Ich suche meinen Bruder. “ Und bevor sie höflich nach dem Namen fragen konnte, es sah so aus, als wenn sie nach Luft schnappen würde, vernahm Glandis: „Er heißt Nien und hat in dieser Schlacht gekämpft.“ Die nachfolgenden Worte empfand Glandis als ein emotionales Aufwühlen, eine Eskalation der Gefühle, die sich ihrer Begleiterin bemächtigten. In dem Licht des Feuers und der aufsteigenden Erregung bei Aril, erkannte Glandis, dass die ihr Gegenübersitzende noch jung an Jahre war. Dabei dachte sie sich: »Nun ihr selbstsicheres Auftreten könnte schon von dem stammen, was sie als adlig bezeichnet.«

Aril überraschte Glandis erheblich. Denn die Dalish hatte bar aller Dinge mit einem Schlaf unter freiem Himmel gerechnet. Deshalb die Mühen mit dem Gestell, dem Feuer, das Wenden der Bekleidung. Glandis war darauf bedacht gewesen ihre vom Abtrocknen feuchte Tunika einigermaßen trocken zu bekommen. Um so mehr erfreut über die wärmende Geste entspannte sie sich, lächelte und sagte zu Aril, als diese fragte: „Bist du damit einverstanden?“ »Danke für die Decke. Es ist sehr aufmerksam von Dir. Und selbstverständlich suche ich mit. Dein Bruder, Nien hattest Du ihn genannt, woran erkenne ich ihn?« Und selbst nach einer Lösung suchend schwieg sie eine Weile und fragte dann ihre Nachbarin: »Aril, wenn ich die Dinge zum Adel richtig deute und meine wenigen Besuche in der Stadt, besser am Markt zusammennehme und mir überlege, was ich dort gesehen hatte, dann habt ihr doch ein Familienwappen? Hast Du so ein Zeichen bei Dir?« Und als wenn sie das Gesagte noch verdeutlichen wollte, fügte sie noch an: »Ich hatte mal auf dem Wams eines gut bekleideten Mannes Knöpfe gesehen, die trugen alle die gleiche Zierde.«

Und wie sie so im erzählen und fragen war, sah Glandis im spärlichen Licht der Nacht den silbernen Schimmer in Arils Augen. Deshalb legte die Dalish ihren Arm auf deren Schulter und sagte leise singend: »,losta, losta‘ … schlafe, schlafe … wir reden morgen, ja , ner árad‘ … ,… árad‘ ...« Ihr Kopf sank zur Seite. Und ihr ruhiger Atem, tief und friedvoll zeigte, Glandis war auf dem Weg ins Reich der Träume, gut behütet und gewärmt von einer Decke.


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Fawks
12.02.2014, 09:25
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Die Nacht brach über dem Wäldchen herein. Der Mond und die Sterne spendeten mattes Licht, das im Bach zu leuchten schien. Doch es war nicht stark genug als dass es die beiden junge Frauen in der Nähe der Uferböschung hätte hervorheben können. Das übernahm das sanft prasselnde Feuer, das neben den Frauen niederbrannte.
Die Nacht senkte ihren dunklen Mantel auf den ganzen Wald und ebenso ruhig schlummerten die Elfe und die Menschenfrau, ganz und gar nicht feindselig, sondern fast aneinandergekuschelt. Beide waren mit Decken bedeckt und schon längst in das Reich der Träume entwandert.

Ein Käuzchen flog durch die dunkle Nacht. Es ließ sich auf einem nahen Baum nieder, und lugte in Richtung der Damen, als ob es neugierig wäre, was sie hier trieben. Doch dann spannte es die Flügel erneut und segelte in die Dunkelheit davon, wahrscheinlich auf der Suche nach Beute.

Nach dieser Schlacht war der Wald ruhig, sehr ruhig. Das Leben hier war nicht verstummt, aber es war vorsichtig geworden. Und so wirkte es beinahe vorsichtig, als die Sonne sich langsam am Morgenhimmel erhob und die Gegend, von der Schlacht zerfressen, wenn man von dem Wäldchen absieht. Blutig rot beschien sie das Schlachtfeld, auf dem Leichen herumlagen, einzelne Teile, Waffen, Rüstungen, die die Sonne reflektierten. Der Gestank war förmlich zu sehen.
Anders sah es an dem kleinen Bach aus: der rote Feuerball beleuchtete die Wasseroberfläche und kleine Fische, die im Wasser umherschwammen und sprangen, spritzen winzige Wassertropfen auf das Gras.

Zu diesem schönen Sonnenaufgang erwachten Glandis und Aril fast gleichzeitig. Das Feuer war beinahe niedergebrannt, nur ein wenig Rötliches glomm noch unter der verbrannten Ruten.
Aril erhob sich, befreite sich von ihrer Rüstung und Lederhose, ging in Leinenhemd und -höschen auf den Bach zu, legte auch noch die letzte Kleidung ab und sprang schnell hinein. Das Wasser war kalt und sie quiekte auf, bevor ihr Körper sich daran gewöhnen konnte.
Mit der Kälte und der Nässe des Wassers wurden ihre vom Vorabend düsteren Gedanken mit einem Mal weggewischt und sie würde sich später damit auseinander setzen.

Sie winkte Glandis am Ufer zu, die Anstalten machte, mit ihrer Rüstung zum Bach zu kommen.

VRanger
12.02.2014, 14:34
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Kontraste

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png »Welch ein Kontrast …« dachte Glandis, als sie am nächsten Morgen zögerlich die Augen öffnete. Die Dalish war sich nicht sicher, ob nur der Traum gewechselt hatte. In der Nacht waren ihr Bilder des Tages, Facetten aus Grauen, Tod und Verderbnis durch den Kopf gegangen. Immer und immer wieder wollte sie losrennen, weil die grässlichsten Ungetüme auf die losstürmten, doch sie steckte fest. Einmal war sie in einen Baum eingeklemmt, ein andres Mal lagen Steine auf ihren Füßen. Dabei skizzenhafte Widerspiegelungen von zahlreichen geschundenen, zerstückelten, zerhackten oder auf andere, widerliche Weise zu Tode gekommenen Lebewesen. Dann stand sie vor einem auf sie zurasenden Dämon. Zielsicher griff sie den Bogen, legte den Pfeil ein, spannte die Sehne, visierte gründlich und hatte beim Abschuss nur den Pfeil in der Hand, aber keinen Bogen.

»Ein wahrer Alptraum!« murmelte sie. Doch sie lag unter einer wärmenden Decke, die nicht die ihre war. Sie hörte das Gemurmel eines Baches, spürte die schwindende Wärme eines beschützenden Feuers und sah eine andere Sonne, einen anderen Himmel. Verdutzt rieb sie sich die Augen, kam dabei an ihren Kopf und zuckte zurück. Die Platzwunde war noch vorhanden. Wenn auch nicht mehr in dem Maße des letzten Tages. Es war wahr. Sie war nicht in einer Illusion gefangen.

Neugierig schaute sie sich um und versuchte sich zu erinnern. Doch das war so nicht möglich, denn Glandis wurde abgelenkt. Sie sah eine Nachbarin, die neben ihr munter wurde, sich erhob, nach dem Feuer schaute und sich zu entkleiden begann. »Aril!« erinnerte sich die Dalish. »Stimmt …«, und nach einiger Zeit kam es ihr in den Sinn: »Sie hatte den Hurlock von mir gezogen, wir hatten hier gerastet und wollten heute den Bogen, meinen Bogen suchen!«

Das brachte Glandis auf die Füße. Zugleich spürte sie, dass sie in der Nacht geschwitzt hatte. Das wiederum förderte ihr Verlangen nach einem morgendlichen Bad. Sie zog die grüne Tunika aus. Dabei merkte sie, dass es am Rücken auch noch eine Blessur gab. Doch das wollte sie jetzt nicht scheren. Sie schaute, ob das Holzgestell vom letzten Abend noch vorhanden war. »Es wird noch mal gehen«, sagte sie zu sich und hängte das hellgrüne, dickere Gewebe erneut darüber und legte etwas von dem Holz im Feuer nach und pustete in die Glut, bis die Flammen anfingen, begierig an dem Brennmaterial zu fressen.

Glandis sah, wie die wenig bekleidete Aril zum Bach gelaufen war. Und überlegte, es ihr gleichzutun. Doch nach kurzem Zögern schüttelte sie den Kopf und nahm die Futterale mit den Dolchen und hängte diese über ihr weißes, elfisches Hemd, welches sie immer unter der Tunika trug. »So ohne Waffen …« grübelte sie und nahm mit der linken Hand die Dragon-Lederrüstung, die sie aus der Truhe ihres Vaters einfach an sich genommen hatte, mit. »Ich muss sie fragen«, erklärte sie sich beim Gehen, »… was sie so kann, mit was sie kämpft oder hat sie überhaupt einen Schimmer davon?«

Doch ihr Gebrummel wurde durch die Ankunft an dem murmelnden Bach unterbrochen. Sie sah, wie Aril ihr zu winkte und beschloss beim Antworten nicht die elfische Sprache zu verwenden und sagte so: »Guten Morgen Aril!«

Dann schritt sie vorbei an dem alten Baum, wo sie gestern die Saiblinge fangen konnte, bis ihr der Abstand groß genug war. Unterwegs riss sie einige Büschel von dem trockenen Gras heraus. An der gewählten Stelle angekommen, legte Glandis alle Dinge ab, behielt aber ihre Kleidung an. Das weiße Hemd verknotete sie vor dem Bauch. So beugte sie sich an das Wasser, legte die Hand darauf und sagte » ,suilad cen mellon‘« und verharrte wenige Augenblicke und erfreute sich der Schwingungen, die sie vom Wasser aufnahm. Nach dem sie das murmelnde Gewässer auf ihre elbische Weise begrüßt hatte, begann sie mit dem Reinigen der Rüstung. Sie schüttelte den Kopf, als die die blutigen Verkrustungen sah. »,thaw‘« und obwohl Aril es nicht hatte hören können übersetzte sie das Wort: »verdorben« Sie fühlte mit dem Wasser, doch so musste es sein. Es war eine längere Prozedur. Das Gras reichte nicht, was sie mitgenommen hatte. Doch schließlich war die Rüstung sauber und der Bach an der Waschstelle dunkel gefärbt.

Sie nahm ihre Sachen und ging ruhig und bedächtig mit einem Blick auf die Lagerstelle zu Aril zurück. Beim Hochziehen des Hemdes flatterte der ausgetrocknete Wundumschlag, den sie seit der letzten Nacht getragen hatte herunter. Sie entledigte sich auch der anderen Sachen und schritt mit aller Gleichmut, ohne eine Reaktion zum jeweiligen Stand des Gewässers zu zeigen hinein und setzte sich mittig in den Bach und strahlte Aril an: » Welch ein Gegensatz zu gestern.« Anschließend fragte sie beim Verteilen des Wassers auf ihrer Haut, die an den Händen, Armen und im Gesicht einen bräunlichen Teint aufwies, während alle anderen Partien eher in einem blassen Rosa in dem Wasser sich spiegelten: »Und hast Du gut geschlafen?«


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Shanea
14.02.2014, 13:19
http://upload.worldofplayers.de/files9/Rhianna_Ava.png

Wärme und Geborgenheit flossen durch ihren Körper, als sie so dasaß und den Kopf an der Schulter der Wölfin barg. Das Fell war schon völlig durchweicht von ihren Tränen und doch immer noch kuschelig weich. Das Tier war völlig ruhig und ließ sie weinen, seltsam, ein wildes Tier, dass sich so auf ein anderes, fremdes Wesen einließ.
Nach kurzer Zeit wurde sie wieder ruhiger und die Wölfin im Gegenzug unruhiger. Sie fiepte und knabberte an ihren Haaren, was ihr ein Kichern entlockte. Sie hob den Kopf und grinste das intelligente Tier an.
„Du hast recht, genug geweint! Komm, gehen wir zurück.“ Sie strich dem Tier nochmal über das Fell und erhob sich dann. Resolut wischte sie die Tränen vom Gesicht und machte sich auf den Rückweg. Dabei sammelte sie alles ein, was essbar war und tat es zum Rest in den Umhang, den sie noch immer als Tasche verwendete. Beeren und Wurzeln, aber auch Blätter und Stängel – alles genießbar und zu hundert Prozent ungiftig wanderten in den „Beutel“. In den Gürtel steckte sie die langen Blätter des Krautes, mit dem sie das Bein der Wölfin zu versorgen gedachte.

Mit reichlich Beute versehen kehrte sie zu der Höhle zurück, in der die Shems die Nacht verbringen wollten. Sie jedoch würde unter den Bäumen schlafen. Schließlich ist sie eine Dalish und nicht darauf angewiesen eine feste, steinerne Decke über dem Kopf haben zu müssen. Diese verweichlichten Shems. Pah.
Schnell ist mit ein bisschen Holz ein Feuer entfacht und der Beutel alias ihr Umhang mit dem Essen offen daneben gelegt. Sie genehmigte sich ein paar Beeren, bevor sie sich ihrer neuen Freundin zuwandte, die verwirrt unter einem Baum in sicherer Entfernung stand und sie verunsichert anstarrte. Rhia klopfte mit der Hand auf den Boden neben sich. „Na komm schon Süße. Alles ist gut, das Feuer tut dir nichts. Niemand tut dir etwas. Im Gegenteil, es wärmt schön.“, sie machte eine kurze Pause. „Komm, lass mich deine Wunde versorgen.“ Zörgerlich und sehr langsam kam sie nun doch angeschlichen, die Ohren angelegt, der Schwanz zwischen die Hinterläufe eingezogen und mit den Augen wachsam und ängstlich um sich schauend. Als sie nach einer Weile endlich bei ihr angekommen ist, legt sie sich neben sie und entspannt. Die Wölfin scheint sich wohl bei ihr zu fühlen. Welch ein Glück. Sie zieht die Kräuter aus ihrem Gürtel und legt sie auf ihre andere Seite. Vorsichtig entfernt sie die Blätter von der Wunde und begutachtet sie. Noch sieht sie gut aus, schön rot. Das ist gut, dann ist sie bis jetzt zumindest noch nicht entzündet, welch ein Glück. Schnell sind ein Teil der Kräuter wieder zerkaut und der Speichel-Kräuter-Brei auf der Wunde verteilt und wieder verbunden. Nur am Rande bemerkt sie, dass sie Gesellschaft bekommen hat, während sie die Wunde versorgte.

Fawks
14.02.2014, 17:07
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Glandis hatte sich mittlerweile auch erhoben, das Feuer erneut entfacht und ihre Tunika wieder darüber gehängt.
Als sie an den Bach kam erwiderte sie Arils Gruß – sogar ohne irgendein Wort, das Aril nicht verstehen konnte. Sie hatte ihre Rüstung mitgebracht und entfernte sich ein wenig von Aril, rupfte ein paar Grasbüschel aus und säuberte damit die Rüstung. Sie verwendete das Gras dabei wie einen Schrubber und Aril musste lachen. Sie wusste sich wirklich zu helfen!

Danach kam Glandis zu Aril ins Wasser und sie sah wesentlich gesünder aus als am vorigen Tag. Das äußerte sie auch und die Adlige erwiderte das glückliche Lächeln. „Mir war klar, dass du bald wieder auf die Beine kommst. Du bist aus einem harten Holz geschnitzt.“ Aril runzelte die Stirn ob die Elfin das wohl richtig verstehen würde. „So sagt man bei uns, dass jemand etwas aushält,“ fügte sie eilig hinzu, für den Fall, dass sie es nicht verstand.

Auf ihre Frage hin antwortete Aril: „Ja, ich habe gut geschlafen. So gut es eben auf diesem harten Boden geht. Einige Gräser haben mich nachts ziemlich gestochen, ich glaube, meine Haut ist auch etwas angegriffen. Aber davon abgesehen, ja.“ Aril zog einen Schmollmund. „Obwohl ich das Frühstück von daheim schon vermisse. Möchtest du etwas essen?“

Damit paddelte sie schon Richtung Ufer, langsam wurde ihr kalt.

VRanger
14.02.2014, 19:10
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Wasserringe

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis genoss den murmelnden Bach. Sie saß und hatte beide Hände zu einem Trichter geformt und versucht das das Wasser so stillzuhalten, dass es keine Ringe mehr gab. Doch weil Tropfen von ihrem Gesicht nach unten fielen, aber auch die Handschale sich als nicht so dicht erwies, wollte es nicht gelingen. Sie fühlte sich an ihre Kinderzeit erinnert. Sie mochte dieses Spiel. Immer und immer wiederholte sie es und fühlte sich wohl in dem fließenden Born. So hörte sie nur nebenbei, wie Aril sagte: „Mir war klar, dass du bald wieder auf die Beine kommst. Du bist aus einem harten Holz geschnitzt.“ Auf ihre Frage zum Schlaf in der letzten Nacht vernahm sie von der anderen: „Ja, ich habe gut geschlafen. So gut es eben auf diesem harten Boden geht. Einige Gräser haben mich nachts ziemlich gestochen, ich glaube, meine Haut ist auch etwas angegriffen. Aber davon abgesehen, ja.“ Glandis entschloss sich, nichts zu sagen. Denn es war ein wunderbarer Ort, auch im Vergleich zur vorherigen Nacht, als die Dalish inmitten der Gruppe der toten Hurlocks übernachten musste. Bis auf die widerlichen Träume war der Rastplatz ideal. Weiches Gras, sauberes Wasser, etwas Deckung durch den Wald und die wenigen Hügel.

Dann sah sie, wie Aril den murmelnden Bach verlies und zum Ufer zurückkehrte. Das beschloss Glandis auch zu tun. »,úmae‘«, schimpfte Glandis mit sich selbst. Die Tunika hing auf dem Gestell, das weiße elfische Hemd war zum Abtrocknen nicht gedacht, als ihr einfiel, sie könnte ja auch aus dem Wasser gehen. Kopfschütteln schritt sie an Ufer und überlegte, wie sie abtrocknen könnte? »Nun kalt ist es ja nicht und die Haare sind bis auf die Spitzen auch nicht nass«, sagte sie und beschloss nichts anzuziehen, sondern nochmals an den alten Baum zu gehen. Dabei überlegte sie »so wie ich bin?« und sagte zu sich doch mit einem bekräftigenden »,mae!‘« Was ein deutliches »Ja!« bedeutete. Sie schaute zu Aril und sagte zu ihr: »Wie trocknest Du Dich ab? Werde mal zum alten Baum gehen und ein paar von den Jährlingen schneiden!«


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Khardim
15.02.2014, 13:00
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg
Die Dunkelheit unter den Zederbäumen begann sich grade in ein trübes Grau zu verwandeln, als Nekka (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1236526-RPG-Charaktersteckbriefe?p=22403224&viewfull=1#post22403224) sich auf den Weg machte, um die Fallen zu kontrollieren, die sie aufgestellt hatte. Der leichte Regen, der den Morgen noch unfreundlicher machte, kam nur in Form einzelner Tropfen auf dem Waldboden an, doch reichte das aus, um ihr einige unter dem Atem gemurmelte Flüche zu entlocken; es regnete schon seit Tagen. Es gab keinen trockenen Fleck mehr im Wald, Nekkas Kleidung war ständig nass und nachts fuhr ihr eine Kälte in den Leib, die auf Dauer nicht gesund sein konnte.
Die erste Falle, eine simple Konstruktion aus einer Schlinge und ein paar Ästen, starrte ihr leer entgegen, als sie den Farn beiseite schob, hinter dem sie sie versteckt hatte. Zwischen ein paar Baumwurzeln neben ihr hatte sich eine kleine Pfütze gebildet. Als Nekka sich darüber beugte, brachte ein Tropfen, der aus ihrem Haar fiel, die Oberfläche in Bewegung und verwischte ihr Spiegelbild.
Ihre Fallen deckten einen großen Teil des Waldes ab, in dem sie zur Zeit hauste, sodass es sie jeden Tag viel Zeit kostete, alle abzuklappern. Doch Wild war zunehmend selten geworden und die Zeit für Beeren war auch so gut vorbei, sodass sie lieber weite Wege in Kauf nahm, als zu hungern.
Hunger war schlimmer als Kälte, schlimme als Nässe, schlimmer als Einsamkeit.

Bei der zweiten Falle angekommen, hielt Nekka kurz inne, um innbrünstig ihr Schicksal zu verfluchen: Sie war kaputt. Eigentlich waren sie beide kaputt, aber die Falle war das größere Problem. Hunger war schlimmer als Alpträume.
Sie beschloss, zunächst ihre Runde zu vollenden, bevor sie zurückkehren und die notwendige Reparatur durchführen würde. Erst einmal musste sie etwas in den Magen bekommen.

Ein paar Minuten später kam sie an einen kleinen Bach, dessen Verlauf sie zu ihrer nächsten Station führen würde. Das Plätschern des Wassers hätte vermutlich beruhigend wirken können, wenn sie nicht so schlechte Laune gehabt hätte. So taugte es grade einmal dazu, ihren Harndrang zu wecken, einen Impuls, den sie vor lauter Frustration ebenfalls unterdrückte.
An der gesuchten Stelle dauerte es einen Augenblick, bis sich Nekka an die genaue Position der Falle erinnerte. Als es dann aus dem Gesträuch, in dem sie diese platziert hatte, ein kurzes Fiepen erklang, schlug ihr Herz plötzlich schneller. Hastig schob sie einen weiteren Ast zur Seite und wich schlagartig zurück, als sie von einer Ratte angefallen wurde. Das Tier wurde nur durch die verfilzte Kordel, aus der die Falle gebaut war, zurückgehalten und strangulierte sich in seinem Angriff selbst damit. Unermüdlich bäumte sich der Nager auf und versuchte, Nekka zu erreichen. Schwarze Lefzen wurden von grobblasigem Schaum umspült.
Als sie die Ratte mit einem Messerstich erlegte wusste sie bereits, dass sie auch weiterhin hungrig bleiben würde; das Tier trug alle Zeichen der Seuche an sich, die sie weiter im Süden schon an vielen Tieren gesehen hatte. Essen würde sie das Fleisch dieser Tiere nie und auch hier auf diese Krankheit zu treffen, konnte nur bedeuten, dass die Kreaturen, die sie mit sich brachten, immer noch auf dem Vormarsch waren.
Kälte griff nach Nekka.
Hier würde sie keine Nahrung finden, sie konnte nur weiter fliehen und hoffen, morgen mehr Glück zu haben. Sie ließ die Ratte im Unterholz liegen und machte sich auf den Weg nach Norden.

Neclord
16.02.2014, 18:40
http://upload.worldofplayers.de/files9/5K1S6RB3juri.png

Der Regen hatte ein schnelles Ende gefunden. Auch die Wolken, die sich wenige Momente zuvor noch sehr bedrohlich formierten, weichten nun wieder dem kräftigen Blauton des Himmels. Juri mochte das unruhige Wetter. Wenn es funkelt am Horizont und das donnernde Grollen ertönt wie die Ankunft eines Kriegsgottes, dann fühlte sie sich lebendig. Es vermittelte ihr stets den Eindruck als wenn das Chaos gekommen war und diese Welt endgültig in den Abgrund stürzen würde. Doch diese Vorstellung blieb ein Wunschgedanke, vorerst.

Was aber nun vorherrschend ihr Interesse entfachte, war die Kreatur die ihren Schritten folgte. Hin und wieder konnte Juri die Umrisse des Wesens im Augenwinkel erblicken. Dunkles Fell auf vier Pfoten. Vermutlich ein Wolf.
So sehr die Kriegerin den Großteil dieser Welt verabscheute, Tiere genossen ihren Respekt. In ihrem Bestreben, die Kampffähigkeiten zu verbessern, eignete sie sich viele Bewegungen aus dem Tierreich an. Zumindest strebte sie danach, diese so gut es ging zu imitieren. Ein Grund warum Juri es vorzog, ohne Schuhwerk zu kämpfen. Sich an das Opfer heranzuschleichen, war auf diese Art und Weise erheblich leichter. Zwar liebte und suchte sie das Duell mit einem ebenbürtigen Gegner, doch durch Ehre gewinnt man keine Kämpfe ihrer Ansicht nach.

Wohl wissend dass es nicht ungefährlich war, einem Raubtier permanent den Rücken anzubieten, ging sie weiter. Juri würde sich verteidigen gegen das Tier, wenn sie es muss. Allerdings war etwas an dieser Situation sehr sonderbar. Wölfe agieren im Rudel und versuchen einzelne, schwächliche Tiere als Beute zu wählen. Warum also folgt er mir? Dachte sie voller Selbstbewusstsein.
Vielleicht hielt nur noch der Hunger das arme Wesen auf den Beinen und die Verfolgung war der letzte, verzweifelte Versuch das Überleben zu sichern. Auch wenn sie es nie richtig zeigen konnte, aber in seltenen Momenten wie diesen empfand Juri... Mitleid. "Ha!" Voller Spott entwich dieser Laut ihren Stimmbändern. Sie konnte es kaum glauben, zu welcher Tat ihr Gewissen sie überredet hatte.
Die Kriegerin hielt kurz an, griff zu ihrem Gürtel und zog ein kleines Stück gegrilltes Fleisch hervor, welches eigentlich zu ihrem eisernen Vorrat gehörte. Ohne den Wolf eines weiteren Blickes zu würdigen, warf Juri den kräftigen Bissen über ihre Schulter. "Hier du Bastard! Werde fett und glücklich."

Das Tier schien offenbar zufrieden zu sein. Es warf der Kriegerin noch einen letzten, dankbaren Blick zu, ehe es mit der Beute in die Tiefen des Waldes verschwand. Diese Großzügigkeit könnte sie noch bereuen angesichts der Tatsache, dass sie selber kaum noch etwas essbares bei sich trug. Doch dieser Umstand war nun bedeutungslos. Über die Vergangenheit verschwendete sie nie einen Gedanken. Aus ihrer Sicht waren ihre Handlungen stets frei von Fehlern. Alles war genau so wie es sein soll, alles was zählt in ihrem verrückten Schädel, ist das Chaos.
Juri's Weg führte sie schließlich weiter entlang des Waldes, bis sie zu einem Fluss gelang. Endlich konnte sie ihrer trockenen Kehle etwas anbieten. Dankbar sank die Kriegerin auf die Knie und nahm mit beiden Händen ein paar kräftige Schlücke zu sich. Die erfrischende, lebensnotwendige Flüssigkeit stillte ihren Durst und für einen Moment herrschte eine angenehme Stille. Die Muskeln ihres Körpers entspannten sich, als sie in dieser Position, mit den Handflächen auf den Oberschenkeln platziert, verharrte. Das seichte Plätschern und Strömen des Flusses wirkte so beruhigend auf die Kriegerin, dass sie für einen Moment ihre Augenlider schloss.

Fawks
16.02.2014, 23:17
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http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png
Glandis antwortete nicht auf die Frage, aber brachte eine eigene, nicht unberechtigte hervor: die des Abtrocknens. "Werde mal zum alten Baum gehen und ein paar von den Jährlingen schneiden!"
„Ohja, ich komme mit. Lass uns laufen, dann wird uns warm!“ rief Aril und setzte sich sofort in Trab.
„Wie hast du das eigentlich gemacht, dass du die Fische mit bloßer Hand gefangen hast?“ fragte Aril im Laufen. „Ich könnte das ja gar nicht. Und dabei esse ich Fisch gerne! Aber mit bloßen Händen bin ich, glaube ich, keine große Hilfe.“ Zu ihrer eigenen Verteidigung setzte sie sofort sehr stolz hinzu: „Dafür kommt keine an mir vorbei, wenn ich meine beiden Schwerter habe! Ich war die beste Kämpferin an unserem Hof!“

Sie waren mittlerweile bei dem alten Baum angekommen und Glandis reckte sich, um einige der Ästchen zu erreichen. Aril musterte die Elfe, die ungefähr so groß war wie sie, aber etwas zierlicher. „Wenn ich mich an den Baumstamm stelle, und du dich auf meine Schultern stellst, dann kommst du sicher problemlos ran. Aber du solltest nicht runterfallen, das täte deinem Kopf nicht gut.“
Die Adlige musterte den glatten Stamm. „Hochklettern kann ich da leider nicht…“

Emerahl
17.02.2014, 10:39
http://upload.worldofplayers.de/files9/9Rx15Xij0FiODark_Elf_by_anndr.jpg So viele Fragen

Die Fragen preschten wie Peitschenhiebe auf ihn ein. Ihr Blick war voller Misstrauen, aber die kurze Rast schien ganz deutlich ihre Lebhaftigkeit erweckt zu haben. Er bereute gerade, dass er mal wieder viel zu weich gewesen war. Er hasste das. All diese Fragen, sich erklären, noch mehr Fragen, Missverständnisse. Genau deshalb reiste er lieber alleine. Da blieb einem dieses Spielchen erspart und man hatte seine Ruhe. Und Pa'ol schätzte seine Ruhe wirklich über alles.

"Wooohoooo ... mal ganz langsam, ja..." Er schmiss den Hasen, den er gerade gejagt hatte auf den Boden. Daneben legte er ein paar Wurzeln. "Hast du nichts besseres zu tun, als mich mit deinen Fragen zu löchern?" Er wirkte sogar noch grummeliger als bei ihrem ersten Treffen. Er fing an ein wenig Holz für ein Feuerchen zu sammeln, während er mürrisch in sich hinein grummelte. Dallean rollte sich derweil ein und gönnte sich eine verdiente Pause.

"Ich habe dir die Elfenwurzeln gegeben, weil wir beide nichts davon haben, wenn du mit zerschundenen Füßen in der Wildnis über Tage rasten musst. Dir würde es nicht bringen, denn hier gibt es Bestien, die auf eine solche Gelegenheit nur warten. Und mir brächte es nichts, weil ich gezwungen wäre, über dich zu wachen, weil mein bisher treuster Begleiter beschlossen hat, dass du es Wert bist und ich ihm was schulde." Dallean schnarchte laut und zufrieden. "Ich kann auch nur für mich jagen und kochen, wenn du es so willst. Und du kümmerst dich dann um dein befinden. Ich fand es gerade nun mal ... praktisch. Aber wenn es dich stört ... bitte, die Wildnis ist um dich herum, bediene dich nur." Nun legte er eine längere Pause ein. Sein gesamter Gesichtsausdruck wirkte nun sehr verschlossen und auch hart. "Und zu deiner letzten Frage ... Das ist so ziemlich das Persönlichste, was man mich fragen kann und ich werde dir keine Antwort geben. Ich kenne dich nicht. Und ich mache mir nichts darum, mit meiner Lebensgeschichte hausieren zu gehen. Also ... willst du was mitessen oder nicht?"

Er drehte sich um und fing an, ein Feuerchen zu machen.


Wie ein dummes Kind!

http://upload.worldofplayers.de/files9/SKKGTfNaevia.png

Naevia hatte Mühe, ihren aufsteigenden Zorn zurück zu halten. Was war das nur für ein merkwürdiger Elf! Sie wollte doch nur freundlich sein und versuchen zu verstehen, was ihn zur Hilfe bewegt hatte. Denn wenn Männer nett zu einer Frau waren, egal ob Mensch, Elf oder Zwerg, wollten sie in aller Regel nur eines von ihr. Nicht, dass sie nicht bereit dazu gewesen wäre. Abgesehen von seinem ständig mürrischen Ausdrucks, war ja doch recht attraktiv, wie sie schon am Anfang festgestellt hatte. Der Elf jedoch schien aus dem bisherigen Raster von Männern zu fallen, denn er schien keinerlei Interesse an ihr zu haben, nein, vielmehr behandelte er sie wie ein dummes Kind! Und nur wegen des Wolfes durfte sie mit ihm reisen. So ließ sie seine Tirade über sich ergehen und biss die Zähne zusammen. Jedoch hatte sie nicht bedacht, dass dadurch ihr Nacken verspannte und zu schmerzen begann. Dieses Mal würde sie sich aber wirklich nichts anmerken lassen.

Nachdem er seine Tirade beendet hatte, dachte Naevia schon, sie könne nun aufatmen, als er sich plötzlich doch wieder zu ihr wandte, sein Gesichtsausdruck nun sehr verschlossen und hart. "Und zu deiner letzten Frage ... Das ist so ziemlich das Persönlichste, was man mich fragen kann und ich werde dir keine Antwort geben. Ich kenne dich nicht. Und ich mache mir nichts darum, mit meiner Lebensgeschichte hausieren zu gehen. Also ... willst du was mitessen oder nicht?" Dann drehte er sich um und begann ein Feuerchen zu machen.

Ohne ihm zu antworten, nahm Naevia den Hasen auf und blickte ihn hilflos an. Der Hase sah ziemlich klein aus und er hatte so ein weiches Fell. In den gebrochenen Augen konnte sie noch die Angst erkennen. Schon spürte sie die Tränen in sich aufsteigen. Der Hase musste sich so gefühlt haben, wie sie im Moment. Sie war allerdings noch am Leben. Vorsichtig legte sie den Hasen auf einen Stein in der Nähe, dann begab sie sich zu ihrem Beutel und kramte ein Taschentuch heraus. Sie schneuzte sich kräftig, nahm ihren Wasserschlauch, um ihre Hände zu waschen und zog aus ihrem Beutel etwas Getreide heraus, dazu ihren Mörser und begann diese zu zerstoßen. Als alles zu feinem Mehl verarbeitet war, gab sie etwas Wasser dazu und ein paar Kräuter. Anschließend formte sie daraus einige Laiber Brot, trug sie zur Feuerstelle, die inzwischen fertig war und legte sie auf die Steine, die das Feuer einrahmten. Durch die Strähnen, die ihr ins Gesicht gefallen waren, linste sie zu dem Elf, der sich inzwischen dem Hasen zugewandt hatte.

Naevia räusperte sich ein paar mal und haderte mit sich, ob sie ihn nochmal ansprechen sollte. Schließlich wusste sie ja nicht mal seinen Namen.
"Verrätst du mir bitte deinen Namen, wenn du auch sonst nichts sagen möchtest?"

VRanger
17.02.2014, 13:32
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Jährlinge

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis staune nicht schlecht, als ihre Begleiterin mit zu dem alten Baum rannte. Es war nicht weit, aber eine schöne Stelle am Bachufer. Das Wasser hatte all die Jahre in dem Bogen gegen das Ufer gelöckt. Stück um Stück es abgetragen, ausgehöhlt. Besonders nach dem Winter hatte es das Eis und manchen darin gebundenen Stein genutzt, sein Bett zu vergrößern. Nur der alte Baum hatte mit seinen langen und tief in die Erde reichenden Wurzeln diesem Naturschauspiel getrotzt. Er musste zwar manche Wunde einstecken, doch dafür hatte er in den warmen und trockenen Sommern, die es in Ferelden doch des Öfteren gab, ein Auskommen. Dieses Zusammentreffen hatte am Bachgrund eine Kuhle ausgehoben. In dieser sammelten sich, auch im Schutze freigespülten Bauwerks, kleine und größere Fische. Hier floss das Wasser zum einen nicht so schnell ab, zum anderen konnte nicht einfach ein Greifvogel aus der Luft seine Fänge in den Laib eines Fisches schlagen. Glandis hatte diese Stelle bei ihrem ersten abendlichen Bad gesehen und war hoch erfreut gewesen, dass ihre Vermutung zu der Fischstelle auch stimmte.

„Wie hast du das eigentlich gemacht, dass du die Fische mit bloßer Hand gefangen hast?“ hörte die Dalish und weil bei dem Ziel angekommen, stoppte sie auch. Sie schmunzelte ein wenig, als sie weiter vernahm: „Ich könnte das ja gar nicht. Und dabei esse ich Fisch gerne! Aber mit bloßen Händen bin ich, glaube ich, keine große Hilfe.“ »Nun, das ist schnell erzählt«, klärte Glandis Aril auf. Mit Gesten zeigend erzählte sie: »Ich mache das von jungen Jahren an. Ich wusste, ich habe nur einen Versuch. Als ich in das Wasser sprang, war mir klar, greife ich daneben, dann sind alle Saiblinge weg. Und damit auch das Essen …« lachte die Dalish. Zu der Sache, dass sie sich angeschlichen und aus dem Verborgenen zugegriffen hatte, sagte sie nichts. Sie dachte nur: »Ich muss mit solchen Dingen nicht prahlen.« Dann schnitt sie einen von den Trieben, die der alte Baum aus den dicken Wurzeln, die ihn noch hielten, hatte wachsen lassen, mit dem Jagdmesser ab. Sie steckte diesen Jährling ins Wasser und zeigte Aril die Stelle, wo das Wasser des Baches den Trieb umschloss. »Sieh genau hin Aril« , versuchte die Glandis die volle Aufmerksamkeit zu verschaffen, »der Jährling scheint einen Knick zu haben. Das ist im Wasser immer so. Du musst also etwas um die Ecke greifen, wenn du den Fisch haben willst. Das hat mir mein Vater …« Bei dem Wort Vater schluckt die großgewachsene junge Frau mit den rosenblonden Haaren, fing sich aber und sagte weiter: »Er hat es mir gezeigt. Und wenn ich meine Pfeile dabei gehabt hätte, dann wäre es auch so gegangen. Man kann auch aus einer Astgabel mit drei abgehenden Reisern einen Fischspeer sich schneiden. Doch das ging gestern alles nicht.«

Glandis hörte in ihrem für Aril vermutlich sehr langweiligen Vortrag: „ Dafür kommt keine an mir vorbei, wenn ich meine beiden Schwerter habe! Ich war die beste Kämpferin an unserem Hof!“ »Interessant!« dachte sich Glandis, beschloss aber nichts dazu zu sagen. Das wollte sie nachher am Lagerplatz besprechen. War aber froh, dass sie einen Anknüpfungspunkt hatte.

Bei dem Angebot von Aril: „… du dich auf meine Schultern stellst … “ lies sich die Dalish ins Gras fallen und lachte. Sie lachte wie lange nicht mehr. Und als ihr die Tränen in den Augen standen und auch etwas Scham über ihr Verhalten in den Kopf stieg, und das hatte nichts mit ihrer Nacktheit zu tun, klopfte sie neben sich auf eine Stelle. Es war ein Zeichen an Aril, sich neben sie zu setzten. Und um die Situation zu erklären, sagte Glandis mit einem Glucksen in der Stimme: »Aril, Aril! Langsam gefällt mir das, was Du adlig nennst. So viel Witz hätte ich einem Menschen nicht zugetraut. Ich wollte, wie schon eben, die Jährlinge an den Wurzeltrieben schneiden. Doch man kann sie auch aus der Krone holen …« Dabei lachte sie erneut auf, unterdrückte es aber ein wenig. »Wobei wir beide so im Naturkostüm einen guten Eindruck machen, wenn wir da im Baum herumklettern.«


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BlackShial
17.02.2014, 16:50
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngSchlamm. Wohin er auch sah, überall nur Schlamm.
Widerwärtig, abstoßen, ekelerregend.
Der Regen mochte schon eine Weile aufgehört haben, doch die Sonne die hoch am Firmament stand und mit ihren Strahlen das ganze Land berührte, hatte es nicht vermocht dem Boden die Feuchtigkeit zu entziehen. Der Weg war getränkt vom Regen und wies kaum eine begehbare Stelle auf. Das Wasser hatte sich in den Rinnen gesammelt, welche die Räder schwer beladener Wagen hinterlassen hatten, den Hufabdrücken der Lasttiere und sogar in den kleinsten Unebenheiten der Straße.
Doch es war nicht der nachgiebige Boden, der dem Magier das Vorankommen erschwerte, sondern die einfache Tatsache dass jeder seiner Schritte die Gefahr drastisch erhöhte, dass der Schlamm seine gerade erst gereinigten Stiefel vollends verschmutzte. Wie ein Tanz mochte es wirken, als sich der Magier den Weg über die zumindest teilweise grasbewachsenen Stellen des Weges bahnte, über die Pfützen springend und dabei unaufhörlich schimpfend.
Quin hasste Schlamm, ebenso sehr wie er Regen hasste, so unsagbar sehr. Er konnte es nur immer wieder gedanklich wiederholen, knurrend vor sich hin murmeln oder gar es in die Welt hinausschreien.
Zudem hätte schwören können, dass ihm bei jedem Spritzer Schlamm - der seine Stiefel benetzte - eine Träne in die Augen stieg. Vielleicht war es aber auch einfach das feuchte Wetter, welches noch immer in seiner Kleidung hing und sich in Form von kalten Tropfen einen Weg nach unten bahnte, den kantigen Zügen entlang, hinab auf den klammen Boden. Klamm, nass und vor allem schlammig.
Murrend und kaum verständlich erhob der junge Mann seine Stimme, krächzend und rau, ein weiteres Anzeichen dafür das das unruhige Wetter es nicht gut mit ihm meinte.
„Er hätte es vorgezogen zu einem anderen Zeitpunkt weiter zu ziehen. Nur so als kleine Anmerkung um die Stille zu brechen.“
Seufzend ließ der Magier seine verbrannten Finger unter seine Kapuze gleiten und schob sie vorsichtig zurück, sehr darauf bedacht sein Haar nicht noch weiter durcheinander zu bringen als es schon war. Sie fühlten sich unangenehm an, waren fettig und ungekämmt. Somit fühlte auch er sich unangenehm und vor allem schmutzig. Es war eine Farce sich so der Welt zeigen zu müssen.
Dabei genieße ich die Stille doch so sehr, wie du wissen solltest. Außerdem warst du es, der unbedingt Richtung Süden wollte.
Quin verdrehte die Augen, leicht gekränkt weil Fünf wohl wie immer nicht dazu bereit war ihn zu unterhalten. Doch leider musste er seinem dämonischen Freund Recht geben, war es doch er, der Lothering aufsuchen wollte. Ein flüchtiger Gedanke nur, der sich jedoch schnell in dem Geist des Magiers eingenistet hatte und allein der Vorstellung der Laienschwestern - unschuldig, einsam und vor allem reinlicher als die Dirnen in Denerim - dort mehr und mehr an Reiz gewann. Lothering war ein gutes Ziel, war es doch weit genug vom Zirkel entfernt, aber keinesfalls zu belebt und ernsthaftes Interesse bei den Templern zu wecken. Mit den paar wenigen, die sich dort herumtrieben würde ein Kerl wie er schon fertig werden.
Oh, er hatte absolut keinen blassen Schimmer ...

Fawks
18.02.2014, 11:34
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

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»Nun, das ist schnell erzählt. Ich mache das von jungen Jahren an. Ich wusste, ich habe nur einen Versuch. Als ich in das Wasser sprang, war mir klar, greife ich daneben, dann sind alle Saiblinge weg. Und damit auch das Essen …« erklärte Glandis der Adligen lachend.
Diese staunte nicht schlecht, zumal dieses Vorgehen nicht genau erklärte, WIE sie diesen glitschigen Fisch überhaupt hatte packen können.
Als ob die Elfin den Ausdruck des Geistesbankrotts auf Arils Gesicht gesehen hätte, fuhr sie fort: »Sieh genau hin Aril. Der Jährling scheint einen Knick zu haben. Das ist im Wasser immer so. Du musst also etwas um die Ecke greifen, wenn du den Fisch haben willst. Das hat mir mein Vater …«Die Elfin schluckte anscheinend schwer, doch Aril sah sie weiterhin erwartungsvoll an. »Er hat es mir gezeigt. Und wenn ich meine Pfeile dabei gehabt hätte, dann wäre es auch so gegangen. Man kann auch aus einer Astgabel mit drei abgehenden Reisern einen Fischspeer sich schneiden. Doch das ging gestern alles nicht.«
„Verstehe,“ nickte Aril, „aber ich glaube trotzdem nicht, dass ich das könnte.“ Sie beschloss, erstmal nichts zu der Pause wegen Glandis' Vater zu sagen, das hatte Zeit.

Aril hatte sich wieder dem Baum zugewandt und ihren Vorschlag des Kletterns unterbreitet, da schüttete sich die Dalish vor Lachen geradezu aus, sie rollte auf dem Boden und konnte sich schier nicht mehr kriegen. Sie bedeutete Aril, sich zu setzen, und die junge Kämpferin ließ sich neben ihr nieder, allerdings ohne ihre Verwirrung, beinahe Gereiztheit zu verstecken. „Was ist so lustig?“ fragte sie unwillig.
»Aril, Aril! Langsam gefällt mir das, was Du adlig nennst. So viel Witz hätte ich einem Menschen nicht zugetraut. Ich wollte, wie schon eben, die Jährlinge an den Wurzeltrieben schneiden. Doch man kann sie auch aus der Krone holen …Wobei wir beide so im Naturkostüm einen guten Eindruck machen, wenn wir da im Baum herumklettern.«

Die Dalish kam langsam wieder zur Ruhe und konnte wieder atmen, ohne wie ein auf dem Trockenen liegender Fisch nach Luft zu schnappen.
„Naja, ich dachte eben, dass die weiter oben vielleicht auch dichter und stabiler sind,“ verteidigte Aril ihre Idee, „und sich dann besser als Lagerstätte eignen. Aber du kennst dich da wahrscheinlich besser aus. Wir halten unseren Lagerplatz doch hier, oder? Das sollte ein guter Ausgangspunkt für alles sein. Apropos Lager: Wie sieht es denn in diesem Lager aus, wo wir heute hinreiten? Ist das groß? Meinst du, dort lauern noch Gefahren?“

„Achja, und wegen des Frühstücks,“ fügte Aril hinzu, „Wir haben doch noch die Suppe. Wenn wir sie noch einmal kurz über der Glut wärmen, können wir sie vielleicht aus dem Beutel trinken, ohne uns zu verbrennen.“

VRanger
18.02.2014, 14:53
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Refugium

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Aril setzte sich tatsächlich neben sie ins Gras und plauderte lustig weiter. »Schau an«, dachte Glandis »hätte ich nicht gedacht.« Auch kam ihr der Protest mit „Was ist so lustig?“ und auch nicht so ernsthaft bei ihr an, sodass sie eine Reaktion darauf unterließ. Dann hörte Glandis aufmerksam zu. „Na ja, ich dachte eben, dass die weiter oben vielleicht auch dichter und stabiler sind und sich dann besser als Lagerstätte eignen.“ Es klang wie eine Verteidigung. Die Dalish beschloss, auch wo man jetzt bis auf ihre Ohren und die waren unter den rosenblonden Haaren verborgen keinen Unterschied zwischen den Frauen ausmachen konnte, höflich zu bleiben und in der Sprache Fereldens. Deshalb sagte sie, den geschnittenen Jährling biegend: »Ich will Fallen aufstellen. Und da benötige ich zwar kraftvolle, aber auch biegsame Ruten. Die hier nah am Wasser, wo der Baum seine gesamte Kraft in sein Fortkommen steckt, denn er weiß, dass er den Kampf mit dem Bach verloren hat, die am Wasser sind dafür gut geeignet.«

Dann stockte sie und musste an ihre Mutter denken. Die, immer dann, wenn Glandis nicht auf das Wort gehört hatte, mit einer Rute eins in die Waden gab. Und weil die Mutter manchmal der Meinung war, Glandis hat das Gehör verloren, gab es doch zu diesen Zeiten eben eine Zugabe. Bei diesem Gedanken schaute die Dalish an ihren Beinen herab und dachte sich so, sehen dafür auch richtig hübsch aus.

Die Frage der adeligen Frau neben ihr: „Wir halten unseren Lagerplatz doch hier, oder?“ holte sie zurück und lies sie spontan antworten: »,mae‘ …« und weil sie nicht in der Sprache Fereldens geantwortet hatte, zeigte sie eine Geste der Entschuldigung und sagte: »Ja, wir sollten unbedingt hierbleiben. Ich bin noch nicht vollständig wohlauf und das ist auch der wahre Grund, warum ich jetzt auf keinen Baum klettern werde. Aber der Wald, der murmelnde Bach, die sanften Hügel sind ein Refugium und diesen Ort der Ruhe sollten wir uns erhalten. Wir sollten aber auch schauen, dass niemand ihn entdecken kann. Also kein großes Feuer, keine Spuren, nichts, was auf eine Rückkehr schließen lässt.« Wie sie dass so erzählte, fragte Aril nach dem Flüchtlingslager. „Wie sieht es denn in diesem Lager aus, wo wir heute hin reiten? Ist das groß? Meinst du, dort lauern noch Gefahren?“

Sie rutschte etwas auf dem Grase hin und her, schlug das eine Bein über das andere, fuhr mit der Hand durch die Haare und sagte dann: »Mmmh, wie soll ich anfangen?« Und dann schwieg sie, grübelte noch einen Moment und erklärte dann: »Will es aufteilen. Das Lager ist etwas anderes, wie die Stelle, wo ich gekämpft habe. Ich hatte die Flüchtlinge gewarnt und bin auf dem Weg in den Wald gewesen und habe eine Gruppe Shemlen gesehen, die von einigen Hurlocks angegriffen wurden. Dabei habe ich meinen Bogen verloren. Dort, wo Du mich gefunden hast, dort sollten wir suchen.« Sie schaute zu Aril, um sich zu vergewissern, dass sie das auch verstanden hatte. Dann sprach sie weiter: »Das Lager liegt etwas westlich, hinter den Hügeln. Es gab viele Zelte, nur wenige massive Gebäude aus Stein oder Holz, wenn ich es richtig gesehen habe. Bei den Templern habe ich mein Reisegepäck abgelegt. Das brauchte ich ja für den kleinen Dienst nicht. Einen Markt habe ich gesehen, ein Stand, wo die Flüchtlinge sich Essen geholt haben auch und es gab auch Bewaffnete …« Dann schwieg sie und überlegte, ob sie die Frage nach dem Bruder von Aril stellen sollte und nach den Wappen.

Doch der Hinweis von Aril: „ Ach ja und wegen des Frühstücks, wir haben doch noch die Suppe. Wenn wir sie noch einmal kurz über der Glut wärmen, können wir sie vielleicht aus dem Beutel trinken, ohne uns zu verbrennen.“ brachte sie auf einen Gedanken, denn sie für besser fand. Zumal ein Frösteln auf der Haut ihr zeigte, sie sollte sich Kleidung anziehen. So sprang sie auf, um dann doch die Spontanität zu spüren, denn die Schürfwunde am Rücken war ja noch nicht verheilt. »Mein Rücken,« seufzte sie, als sie stand. Drehte sich anschließend zu Aril, reichte ihr eine Hand, um sie nach oben zu ziehen und sagte: »Essen! Ja, das ist gut. Ich wusste ja nicht, dass wir eine Suppe haben.« Und sie fügte mit dem Schalck einer Dalish noch hinzu: »Ich könnte unterwegs nach Pflanzen mit großen Blättern schauen. Daraus formen wir eine Trichter und da kann man eine Suppe in Ruhe genießen. Kommst Du?« fragte sie noch und reichte Aril die offene Hand entgegen.


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Khardim
19.02.2014, 22:30
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg
Im kalten Licht eines abnehmenden Mondes presste sich Nekka so stark sie nur konnte gegen die Baumwurzeln, zwischen denen sie versucht hatte zu schlafen. Sie musste so klein sein, wie es nur ging, unsichtbar und nicht zu finden. Sie hielt den Atem an.
Die Schatten zwischen den Bäumen waren lebendig; dunkle Kreaturen durchstreiften den Wald. Nekka hatte sie im Schlaf gehört und war mit rasendem Herzen erwacht. Hochgeschreckt war sie nicht, es hätte vermutlich ihr Ende bedeutet, wenn die Dunkle Brut sie gesehen hätte. Sie kehrte mit offenen Augen und bis zum Zerreißen angespannt aus einem traumlosen Schlaf zurück und rührte sich nicht.
Die Schritte waren trotz des weichen Waldbodens gut zu hören, die Kreaturen wussten, dass sie hier nichts zu fürchten hatten. Dieses Gebiet gehörte ihnen und bald würde das für jedes Gebiet unter der Sonne gelten.
Sie kauerte zwischen den Wurzeln und wartete. Endlose Sekunden wurden zu Minuten. Es war viel Bewegung im Wald, Heerscharen durchquerten ihn und hinterließen in ihrem Rücken nichts als Tod und Verwüstung (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22410870&viewfull=1#post22410870). Sie würden Nekka einfach niederstrecken, wenn nicht schlimmeres, sollten sie sie finden.
Endlich wurde es leise. Obwohl sie nur vorbeimarschiert waren und außer Nekka nur der Mond Zeuge dessen wurde, fühlte sich die Erde, auf der sie lag, plötzlich feindlich an, geschändet. Es war, als würde der Boden unter ihr auf einmal die gleiche Verderbnis tragen, wie die Brut selbst und Nekka hätte schreien und aufspringen mögen, so unerträglich war es ihr, dort zu liegen.
Sie blieb liegen. Noch eine gefühlte Ewigkeit lag sie voller Ekel und Angst da und wagte es nicht, sich zu rühren. Auf einmal spürte sie jeden Knoch im Leib, jede Stelle auf ihrer Haut und jedes Haar auf ihrem Körper. Alles drängte sie dazu, aufzustehen, diesen verfluchten Ort zu verlassen und weiter zu fliehen, aber sie blieb liegen.
Erst als der Mond bereits verschwunden war, wagte sie, sich auf den Weg zu machen. Sie war allein im Wald. Sie orientierte sich kurz und setzte ihren Marsch durch das entweihte Land fort. An der Stelle, an der sie gelegen hatte, versickerten einige Tränen im Waldboden.

Fawks
19.02.2014, 23:25
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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Die Elfin neben ihr erklärte nun, warum sie die niedrig gewachsenen Ruten verwenden wollte. Aril kam sich neben der Dalish ein bisschen blöd vor, denn an so was hatte sie nie gedacht, welche Ruten stabil und biegsam und welche leicht zu zerbrechen waren.

Doch schon bald waren sie bei einem anderen Thema angekommen – Aril war schließlich neugierig wegen des Lagers gewesen und nun erhielt sie ihre Antwort:
»Mmmh, wie soll ich anfangen… Will es aufteilen. Das Lager ist etwas anderes, wie die Stelle, wo ich gekämpft habe. Ich hatte die Flüchtlinge gewarnt und bin auf dem Weg in den Wald gewesen und habe eine Gruppe Shemlen gesehen, die von einigen Hurlocks angegriffen wurden. Dabei habe ich meinen Bogen verloren. Dort, wo Du mich gefunden hast, dort sollten wir suchen.« Auf den Blick der Dalish hin nickte Aril, soweit war sie problemlos mitgekommen. »Das Lager liegt etwas westlich, hinter den Hügeln. Es gab viele Zelte, nur wenige massive Gebäude aus Stein oder Holz, wenn ich es richtig gesehen habe. Bei den Templern habe ich mein Reisegepäck abgelegt. Das brauchte ich ja für den kleinen Dienst nicht. Einen Markt habe ich gesehen, ein Stand, wo die Flüchtlinge sich Essen geholt haben auch und es gab auch Bewaffnete …«
„Was befindet sich alles in deinem Gepäck? Dein Bogen wird da nicht dabei sein, oder? Kannst du dich denn noch an alles zwischen dem Lager und vor der Schlacht erinnern?“ fragte sie, mal wieder neugierig geworden, nach.

Glandis hatte sich bereits erhoben und ein schmerzvolles Seufzen gaben der Adligen Aufschluss, dass der Rücken wohl noch nicht abgeheilt war. Glandis streckte ihr aber trotzdem eine Hand entgegen, indes sie sagte: »Essen! Ja, das ist gut. Ich wusste ja nicht, dass wir eine Suppe haben. Ich könnte unterwegs nach Pflanzen mit großen Blättern schauen. Daraus formen wir eine Trichter und da kann man eine Suppe in Ruhe genießen. Kommst Du?«
„Eine gute Idee,“ lobte Aril und griff nach der Hand. Die Elfin zog sie mit einer langsamen aber kraftvollen Bewegung nach oben, um ihren Rücken nicht noch mehr zu belasten. So machten sich die beiden Damen – zwar wenig damenhaft, sondern eher sehr naturbelassen – auf den Weg zurück zum Feuer.
Der Zufall wollte es, dass Aril in Gedanken schon beim Lager war und sich überlegte, wie man dort genau vorgehen sollte. So stolperte sie über eine Wurzel und ihr Blick wurde auf eine Pflanze gelenkt, auf die sie jetzt zuflog. Mit einem erschrockenen Schrei landete Aril inmitten eines großen Strauchs mit gewaltigen, saftgrünen Blättern und einigen laut brechenden knallroten Stielen. Aril rollte sich ab und ging in die Hocke, zupfte sie eines der Blätter aus dem Haar. „Das ist Rhabarber, glaube ich!“ Sie schnüffelte daran und hielt es der Elfin unter die Nase. „Was meinst du?“

Ohne eine Antwort abzuwarten, schlug sie vor: „Lass uns zurückgehen, wir ziehen uns an, nehmen deine Dolche mit und holen uns erst mal die Ruten, bevor wir sie vergessen. Und dann können wir uns um dieses Pflänzchen kümmern.“ Damit sprang sie voraus, in Richtung des wärmenden Feuers und kaum dort angekommen, nahm sie eine der Decken, trocknete sich notdürftig ab und fuhr, mittlerweile fast zitternd in Höschen, Hemd und den Unterteilen der Rüstung, ohne die Plattenauflage. Sie hielt Glandis die Decke hin: „Trockne dich damit ab, wir können sie auf deinem Holzgerüst ja trocknen, während wir weg sind.“

VRanger
20.02.2014, 12:08
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Drunter und Drüber

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Die Adlige hatte ohne sich zu sträuben die Hand ergriffen und hochziehen lassen. Das tat Glandis aber nicht so wie sonst. Sie sparte am Krafteinsatz ihres Bogenarmes. Einmal Aril wegen und zum anderen, sie wollte den gesundenden Rücken nicht strapazieren. Doch die Idee es zu versuchen, war da gewesen und zauberte eine Illusion in den Kopf von Glandis. So war sie noch immer in Gedanken und tat das, was Aril vorgab. Sie lief mit zum Lager. Sah unterwegs, wie die junge Frau warum auch immer stolperte. »Nur jetzt nicht Lachen!« befahl sich die Dalish. Doch dazu kam sie nicht. Denn die Braunhaarige hielt ihr ein größeres Blatt vor die Nase und fragte: „ Das ist Rhabarber, glaube ich! Was meinst du?“ »Stimmt!« antwortet Glandis und staunte über die Kunde zu Pflanzen und fügte noch an: „Du scheinst ja eine Menge zu wissen über Pflanzen. Das für jemanden, der in festen Gebäuden wohnt und dem vielleicht das Essen auch noch am Tisch gereicht wird, alle Achtung.“ Und bevor sie noch sagen konnte, dass man daraus die Suppe trinken konnte, gab ihr Aril eine der Decken zum Abtrocknen. „Trockne dich damit ab, wir können sie auf deinem Holzgerüst ja trocknen, während wir weg sind,“ hörte Glandis und erschrak. Sie war bar aller ihrer Habseligkeiten, mal von der Tunika abgesehen, so wie sie war zur Raststelle gelaufen. Flugs ergriff sie die Decke, schlug diese unter den Achseln zusammen, verstaute den letzten Zipfel wiederum in der sie nun umgebenden Hülle und sagte zu Aril: »Der Schlag auf den Kopf … entschuldige … muss zurück … meine Sachen« und dann lief sie, so gut man in einer Decke laufen kann zurück zum Bach. Ihre Sachen, die Dolche, ihr weißes elfisches Hemd, die Rüstung ihres Vaters, die Beinkleider … sie seufzte erleichtert. Alles war noch da. Die schnappte sich die Klamotten und begab sich sichtlich erleichtert zum Feuer.

Dort begann sie sich anzukleiden, hielt bei dem Hemd aber inne. Sie sah, welche Zeichnungen zuerst das Blut und anschließend das Wasser hinterlassen hatten. Doch es half nichts, sie hatte kein Frisches dabei und musste es anziehen. Etwas widerwillig streifte sie es über den Kopf und sagte dabei zu Aril: »Im Lager, bei meinen Sachen ist …« dann stockte sie, »war vielleicht ein sauberes Hemd.« Dann fasste sie sich an den Kopf; fuhr durch ihre rosenblonden Haare und murmelte eher zu sich: »Da hat der Schlag doch eine Menge Wirrwarr bei mir angerichtet.« Sie drehte sich zu Aril und schlug vor: »Aril, wir könnte doch die Blätter des Rhabarbers nehmen und daraus die Suppe trinken. Ich habe einen ganz schönen Hunger.«

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Neclord
22.02.2014, 17:51
http://upload.worldofplayers.de/files9/5K1S6RB3juri.png

So wohltuend diese Stille für die Regenerierung ihres Körpers auch sein mochte, es verschaffte ihr kein vollkommen zufriedenstellendes Gefühl. Für die Meditation war ihr Geist einfach zu ruhelos. Es hatte gelegentlich den Anschein, als wenn Dämonen in ihrem Kopf hausten und Juri zu irgendwelchen, diabolischen Taten drängten. Was jedoch höchst unwahrscheinlich war in Anbetracht der Tatsache, dass sie von niemandem Befehle entgegen nahm.
Die Augenlieder öffneten sich wieder und sie kehrte zurück in die Realität. Die Dunkelheit zog über das Land und die Nacht kündigte sich langsam an. Ihre Knie waren schon ganz nass, denn der Boden war immer noch feucht durch den Regenschauer. Die Kriegerin erhob sich und wollte gerade den Weg in eine unbestimmte Richtung fortsetzen, als sie eine unangenehme Last an ihrem Körper spürte.

Ihr Blick fuhr an ihrer eigenen Kleidung herunter bis sie schließlich den Übeltäter lokalisierte. "Diese Drecksstiefel!" Brüllte sie voller Hass in die Wildnis. Wie ein ekelerregender Fremdkörper entfernte Juri das Schuhwerk von ihren Füßen. Von ihrem Rücken zog sie ihre schmale Klinge hervor und entfernte mit äußerster Präzision die Spitzen der Stiefel, sowie einen Teil der Rückseite, damit Zehen und Hacken frei sind und sie sich gleichzeitig immer noch auf den Schutz der Sohle verlassen konnte. In dieser von jeglicher Zivilisation unberührten Umgebung konnte es mitunter sehr schmerzhaft sein, ohne vernünftige Treter durchs Land zu ziehen.

Vorsichtig testete sie den einen Stiefel und schob ihre Fußspitze durch das schwarze Leder hindurch. "Das sollte gehen... zumindest für eine Weile!" Früher oder später würde die Kriegerin die Dinger ohnehin wieder wegwerfen, doch für die Reise sollte es erst einmal ihren Ansprüchen genügen.
Ohne eine wirkliche Ahnung zu haben wohin dieser führt, beschloss Juri kurzerhand dem Verlauf des Flusses zu folgen. Wohlmöglich führt dieser sie heraus aus dieser, in ihren Augen gähnenden Wildnis. Doch einige Augenblicke später kam bereits die große Ernüchterung. Der Fluss endete jäh und mündete in einen kleinen, unscheinbaren Teich. Von hier aus musste sie sich also auf ihren Instinkt verlassen.

Nach kurzer Bedenkzeit wählte sie einfach die Richtung aus, wo kaum irgendwelche Bäume und Büsche zu sehen waren. Vielleicht würde Juri doch noch einen Weg finden, dieser grenzenlosen Langeweile zu entkommen. Voller Vorfreude machte die Kriegerin nach jedem zweiten Schritt einen kleinen Hüpfer durch die Luft, während sie mit kindlicher Tonlage ein paar Worte vor sich hin murmelte. "Tanzend... durch den Wald... die Nacht geht... schon bald... und dann wird es... Zeit... die Gebete zu sprechen... denn ich werde eure... Knochen brechen."

Fawks
22.02.2014, 18:00
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

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Aril hörte das Erstaunen in Glandis Stimme, als sie Arils Vermutung zum Rhabarber bestätigte. Am Feuer angekommen wickelte sich die Elfin in die Decke und hastete mit einem »Der Schlag auf den Kopf … entschuldige … muss zurück … meine Sachen« zurück zum Bach und kam mit den Armen voll von ihren Habseligkeiten zurück. Aril zuckte innerlich mit den Achseln. Wenn sie einmal ein Hemd oder eine Jacke daheim verlegt hatte, holte sie sich eben eine neue. Kein großes Problem. Sie sah aber auch ein, dass das hier in der Wildnis etwas schwieriger werden könnte. Hoffentlich verlor sie nichts! Geistesgegenwärtig hängte sie den Lederbeutel mit der Suppe aus Wurzeln und Kräutern über das Feuer.

»Da hat der Schlag doch eine Menge Wirrwarr bei mir angerichtet. Aril, wir könnte doch die Blätter des Rhabarbers nehmen und daraus die Suppe trinken. Ich habe einen ganz schönen Hunger.« Die Dalish war zum Feuer zurückgekehrt, wo Aril sich angekleidet hatte, was Glandis ihr jetzt nachtat.
Die Idee der Frau sorgte bei Aril für ein leichtes Erröten. Dass sie auch immer alles wissen musste! „Ja, können wir machen. Aber hättest du den Rhabarber nicht entdeckt? Und wieso glaubst, dass nur weil ich eine… hm, gebildete Frau bin, einen Rhabarber nicht von einer Brennnessel unterscheiden kann? Ich bin zwar in einem Schloss groß geworden, aber das heißt nicht, dass ich mich hier draußen nicht auskennen würde!“ sagte sie etwas schnippisch, auch wenn sie sich nicht erklären konnte, warum sie auf einmal so empfindlich war. Wahrscheinlich hatte sie wirklich schlecht auf diesem Boden geschlafen.

Damit schnappte sie sich das Schwert, winkte Glandis hinter sich her wie ein Feldwebel und marschierte auf den Rhabarber zu. Weniger gekonnt als mit Schwung und Kraft säbelte sie zwei Rhabarberstiele ab, las sie auf und blickte sich nach der Elfin um. „So, jetzt die Ruten? Dann können wir in Ruhe frühstücken und danach aufbrechen.“

VRanger
23.02.2014, 09:48
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Schwertschwingerin

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis war an dem Feuer mit ihren Sachen angekommen. Sorgfältig zog sie ihre Bekleidung an. Die Beinkleider, das Schuhwerk waren ebenso wie das fast weiße Hemd elbischer Machart. Das Amulett mit den zwei verwobenen Schlangen fühlte sich kalt an, aber es kam an den gewohnten Platz. Das Jägermesser steckte sie in den Schaft der Stiefel. Die hellgrüne Tunika zog sie als Letztes über den Kopf und erfreute sich an der Wärme, denn der Stoff vom Feuer erhalten hatte. Dann tat die Dalish das, was Aril vorgeschlagen hatte. Sie platzierte die zum Abtrocknen verwendete Decke über dem provisorischen Holzgestell und nickte so für sich, dass alles an seinem rechten Platz war. Die Rüstung des Vaters, die sie einfach aus der Truhe genommen hatte, blieb noch zum Trocknen am Feuer stehen. Doch weit genug, dass sich nicht wegen zu großer Hitze verzerren konnte. Mit Drago-Leder musste man sorgfältig umgehen.

„… und wieso glaubst, dass nur weil ich eine … hm, gebildete Frau bin, einen Rhabarber nicht von einer Brennnessel unterscheiden kann? Ich bin zwar in einem Schloss groß geworden, aber das heißt nicht, dass ich mich hier draußen nicht auskennen würde!“ erzählte Aril auf ihre Feststellung: »Du scheinst ja eine Menge zu wissen über Pflanzen.« Glandis tat so, als wenn sie es nur nebenbei gehört hätte. Sie würde der Sache schon auf den Grund gehen, warum ein Shemlen, zumal wohlbehütet aufgewachsen, Dinge des einfachen Volkes wusste. Da kam ihr auch in den Sinn, dass sie fragen wollte, an was man das Adelshaus erkennen könne. Sie wollte schon fragen. Doch dann kam ein bekanntes Geräusch an ihr Ohr. Stahl erzeugte den Klang, wenn ein Schwert aus der Scheide gezogen wurde. Nicht mit Bedacht, langsam, sorgfältig, nein hier war es hastig. Glandis griff zu einem ihrer Dolche, zog diesem aus dem Futteral und schaute in die Richtung des Halls einer gezogenen Waffe.

Was sie erblickte, lies die Dalish schmunzeln und sie senkte den Dolch. Aril hatte mit dem Schwert zwei Rhabarberstiele umgehauen. »Sicher etwas Trotz war schon in der Stimme und vermutlich jetzt auch, doch …« hier unterbrach sich rosenblonde Frau im Gedanken und sagte laut: »Schau, Aril kann mit dem Schwert kämpfen und vermutlich nicht schlecht!« Und wie sie das sagte, kam als Antwort von Aril: „So, jetzt die Ruten? Dann können wir in Ruhe frühstücken und danach aufbrechen.“

Glandis nickte, denn sie hatte einen ihrer Dolche bereits in der Hand, auch das Jägermesser war dabei. Dann noch ein Blick zum Rastplatz, alles in Ordnung. So lautete das Fazit. Dann lief sie keck zu Aril, hakte sich bei ihr unter, so wie man es mit der besten Freundin machen würde und sagte mit einem Schubs an ihre Seite: »Aril, zwei Dinge! Wollen wir nicht deinen Trovao mitnehmen? Ihm würde der murmelnde Bach auch gut tun. Und du musst mir jetzt auf dem Weg unbedingt erklären, wo du das Waffenhandwerk gelernt hast. Sah richtig gut aus.« Und damit es nicht als Scherz aufgefasst wurde, sagte sie: »úlal … im Ernst!«


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Fawks
25.02.2014, 13:36
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png]

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»Schau, Aril kann mit dem Schwert kämpfen und vermutlich nicht schlecht!«
Aril drehte sich um, nachdem sie den Vorschlag mit den Ruten gemacht hatte und Glandis das so fröhlich sagen sah. Sie runzelte die Stirn. „Selbstverständlich. Auch am Hof muss man in einigen Sachen bewandert sein. Bei mir ist es der Kampf – und ein wenig die Pflanzenkunde.“

»Aril, zwei Dinge! Wollen wir nicht deinen Trovao mitnehmen? Ihm würde der murmelnde Bach auch gut tun. Und du musst mir jetzt auf dem Weg unbedingt erklären, wo du das Waffenhandwerk gelernt hast. Sah richtig gut aus. úlal … im Ernst!« erwiderte Glandis und hakte sich bei ihr unter.
Die Adlige war etwas verwirrt. Entweder war sie hier einer solchen Frohnatur begegnet, die nichts, aber auch gar nichts von ihrer guten Laune abbringen konnte – oder ….ja, was? Sie konnte diese schlanke Frau überhaupt nicht einschätzen. Sie wollte sich schon für das entschuldigen, was sie über den Rhabarber gesagt hatte, aber es schien nicht notwendig.
Ihre Mutter wäre angesichts Arils Launenhaftigkeit garantiert die Wände hochgegangen.

„Ja, das scheint mir eine gute Idee,“ murmelte Aril und wandte sich, Glandis Arm in ihrem verhakt, in Richtung des Hengstes. Sie ging auf ihn zu, um die an einem Baum verknoteten übrigen Zügel zu lösen und überlegte während des Marschierens, wie sie der Dalish das erklären sollte.

Der Rappe hob den Kopf, als sie näher kam und schnaubte. Aril strich ihn sanft über die Nüstern und machte ihn los. Sofort erhob sich der Hengst und trabte brav neben ihnen her, auf den Bach zu. Er hatte offensichtlich Durst.
„Naja, wegen des Schwertkampfes,“ begann Aril stockend. „Ich wollte immer sein wie mein großer Bruder, Nien. Das ist der Mann, den ich suche. Er war der beste Kämpfer an unserem Hof. Aufgezogen von einem Hauptmann, der alle Kampfsituationen kennt. Ich begann mit ihm zu lernen, als wir Kinder waren. Irgendwann schritten die Anstandsdamen ein und zwangen mir so Zeug wie Stricknadeln und Webstoffe auf. Also schlich ich mich hinter Nien her. Und bat ihn, alles was er gelernt hatte, mir zu zeigen. Obwohl ich viel weniger Unterricht hatte als er, kämpften wir oft gegeneinander, sodass ich in Übung kam.
Als ich ins heiratsfähige,“ sie betonte das Wort als wäre es widerlich, ekelhaft und völlig überflüssig, „Alter kam, handelte ich mit Mutter und Vater einen Kompromiss aus. Ich würde mich brav allem Geschwätz über Heirat, Anstand, Diplomatie, Hausführung und so weiter aussetzen, wenn ich auch eine Kampfausbildung erhielt. Ich versprach, nicht z übertreiben und nicht heimlich davonzulaufen um gegen irgendwelche Banditen zu kämpfen. Meine Eltern waren hin- und hergerissen, weil sie wussten, wie sehr ich den Kampf mit Schwertern liebte. Sie kamen zu dem Schluss, mir meinen Wunsch zu erfüllen – wahrscheinlich auch weil sie wussten, dass ich es sonst auf andere Art und Weise lernen würde – und vielleicht auch, weil sie mich ein wenig glücklich machen wollten. Denn eigentlich,“ seufzte Aril jetzt, „ist es nicht üblich, dass Frauen kämpfen. Erst wenn sie einen hohen Rang haben, werden sie akzeptiert.“ Sie blickte die Elfin an. „Beantwortet das deine Frage?“

BlackShial
25.02.2014, 13:42
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngAnzunehmen war, dass auch der vor ihm liegende Waldweg kaum einfacher zu begehen sein mochte als der hinter ihm, hatten sich doch ebenfalls auf diesem tiefe Furchen durch Fuhrwerke gebildet. Doch der Magier hatte sich dennoch dafür entschieden dieser Straße zu folgen, schaffte es das gewaltige Blattwerk der Bäume und Sträucher doch ihn zumindest davor zu bewahren entdeckt zu werden.
Es waren keine Menschen, die dem jungen Mann Sorgen bereiteten, hatte er immerhin auf dem Weg nicht eine einzige Seele erblickt. Merkwürdig und gar leicht beängstigend, wenn man genauer darüber nachdachte. Er hatte diese Straße eigentlich belebter in Erinnerung.
Stattdessen lief er bereits drei Mal fast in die Arme dunkler Brut, weniger menschlich als erhofft und somit keine Gesellschaft die er genießen würde. Ekelerregende Geschöpfe, deformiert und dreckig. Grund genug ihnen auszuweichen.
Nicht das er, Quintus Tertius Secundus - mächtiger Flammenmagier, geschickter Kämpfer und Traum vieler Frauen – Angst gehabt hätte vor einer Hand voll Bestien, die kaum aufrecht gehen konnten. Nein. Doch selbst er wusste, auch ohne die Warnung seines aufmerksamen Dämonenfreundes, dass auf diese Brut wesentlich mehr folgen würde. Seit einer ganzen Weile schon beschlich ihn das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte.
Für gewöhnlich hätte er sich im nächsten Dorf umgehört, Klatsch und Tratsch der Waschweiber gelauscht oder einen geschwätzigen Gast in einer Taverne etwas Gesellschaft geleistet. Doch wie konnte er, wenn es noch nicht einmal ein Anzeichen von Leben in dieser Gegend gab, abgesehen von der Brut oder verschreckten Tieren.
Also hielt er sich im Schatten der Bäume, nicht weit entfernt vom Weg, die Brut immer im Auge.
Ein Leichtes wäre es gewesen diese auszuschalten. Wusste er. Hoffte er.
Doch ebenso schmutzig, wenn man bedachte das diese Wesen nicht einmal außerhalb des Kampfes ihre Körperflüssigkeiten bei sich behalten konnten. Unverantwortlich wäre es gewesen sich ihnen zu nähern, ganz besonders wenn man so helle Kleidung wie der Magier trug. Dies war der Grund und kein anderer.
Der Waldboden war von Kälte durchzogen, noch immer an einigen Stellen nass und schlammig, an denen die Baumkronen den Regen nicht vermocht hatten zurückzuhalten. Dreck auf seinen Stiefeln war jedoch ein Preis, den Quin eher gewillt war zu zahlen, als verdorbenes Blut, Speichel oder gar zerrissene Kleidung.
Wie oft musste er wohl noch der Brut ausweichen? Wie viele dieser abscheulichen Fratzen musste er noch aus der Ferne erblicken, bevor er endlich Lothering erreichte und das zarte Antlitz einer der Laienschwestern genießen konnte?
Würde er das Dorf überhaupt in seinem gewohnten Zustand vorfinden?
Eine Frage, die sich Quin bereits seit einer Weile stellte, immer weniger an eine gute Antwort glaubend, je öfter er auf dunkle Brut traf. Vielleicht hätte er umkehren sollen. Vielleicht wäre genau dies die einzig richtige Entscheidung gewesen. Doch er hatte es nicht getan.

VRanger
25.02.2014, 17:56
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Ein essentieller Punkt

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis musste sich sehr zurückhalten, als der schwarze Hengst so freigelassen einfach neben ihnen einher trabte. Zugern hätte sie ihm ihre Hände auf das Fell gelegt und ihm einen frohen Tag gewünscht. So wie sie alle Dinge, Personen und Lebewesen begrüßte, die sie mochte. Doch das Pferd war nicht ihr Eigentum. Sie kannte die Vorurteile ihrer Art gegenüber und vermied es. Aber dass ihr Vorschlag Trovao eine freie Wahl seines, wenn auch kurzen, Weges ermöglichte, erfreute sie.

Die Dinge, die Aril über ihren Weg beschrieb, hörte sie wohl. Manches klang so wie bei ihr, als sie Jägerin beschloss zu werden. Doch das wollte sie jetzt so am Morgen nicht diskutieren. Es erstaunte sie auch, dass ihr Unterhaken nicht abgewiesen wurde. Und so beschloss sie Aril nicht nur wegen ihrer Rettung, sondern auch für ihre Art, wertzuschätzen. Die Adlige hatte schon ihren Kopf und war auch nicht einfach, aber es steckte etwas Gutes in ihr, das war Glandis klar und so entschloss sie sich, doch genauer Dinge zu erfragen. Und nach dem Erklären kam der Schluss von Aril: „Beantwortet das deine Frage?“

»In gewisser Weise schon,« antwortete Glandis und beschloss doch weiter zu ergründen. Und deshalb fügte sie an: »Nur, damit ich es richtig verstehe und weil es hier auch sehr schnell gehen kann, dass wir plötzlich in einen Kampf verwickelt werden …« bei diesem Punkt schaute sie Aril fest an und sagte mit aller Ernsthaftigkeit: »Würdest Du für uns provozieren? Den Gegner auf dich lenken, Rabatz machen, dich auf Deine Schwertkunst verlassend, während ich mit dem Bogen …« bei diesem Moment seufzte die Dalish merklich, erzählte aber weiter: »… mit dem Bogen angreife oder noch besser aus dem Verborgenen mich anschleiche und mit den Dolchen einen tödlichen Stich anbringe? Würdest Du das als gutes Manöver für uns ansehen?«

Glandis zeigte dabei in ihrer Körperhaltung, der Sprache, aber auch in der Mimik, dass das ein essentieller Punkt der Art des weiteren Zusammenbleibens für sie war.


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Moku
27.02.2014, 19:11
http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngSie setzten ihre Reise in Stille fort, schliefen, wo die Nacht zu dunkel wurde und wachten meistens gemeinsam auf, geweckt von den ersten Bewegungen des jeweils anderen, nie wirklich komplett ruhend. Sie kämpften zögerlich Seite an Seite bis sie genug vertrauen aufgebaut hatten, einander den Rücken zuzukehren. Räuber, Diebe und Dunkle Brut zu bekämpfen schien ein wortloses Band zwischen ihnen zu flechten auch wenn sie sich nur minimal miteinander beschäftigten.

Vitus war zu sehr eine zurückgezogene Person um freiwillig den persönlichen Kontakt zu suchen und sein Begleiter war scheinbar nicht daran interessiert zu sein, sich mit jemanden zu beschäftigen, der lieber seine Ruhe haben wollte. Es funktionierte. Sie funktionierten. Überraschend gut.

Zumindest war das Vitus' Ansicht. Was der andere Templer dachte blieb hinter dessen stoische Maske verborgen.

Es waren einige Tage ins Land gezogen, sie waren an dem kleinen Dörfchen vorbeigekommen, in dem sie sich das erste Mal begegnet waren und Vitus musste mit einem tiefen Seufzer seine Scham über sein eigenes Verhalten herunterschlucken. Nicht wirklich die beste Art sich jemanden vorzustellen, auch wenn der Jüngling sich nicht hätte einmischen müssen. Schließlich hatte es einen Grund für diese Rauferei gegeben. Sicherlich. Er konnte sich zwar nicht daran erinnern, aber einen grund musste es gegeben haben. Hoffentlich.

Sie ließen das Dorf hinter sich und Vitus somit die unangenehmen Erinnerungen.

Er gewöhnte sich sogar an die stille Gegenwart des anderen, begann seine Kunst mit Schild und Schwert zu schätzen, staunte öfter über den recht kreativen Einsatz beider Gegenstände, auch wenn er dies nicht laut aussprach. Wäre er bei seinen Rekruten gewesen, hätte er es gesagt. Um ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Allerdings war dies bei dem Jungspund nicht angebracht. Der Dunkelhaarige wusste, woran er war, was er konnte und was nicht und wusste seine Stärken zumindest im Kampf einzusetzen, um seine Schwächen zu kontern.

Es war eine ruhige Straße, der sie folgten, weiter auf ihren Weg hoch in den Nordosten, als er Geräusche hörte. Leise, sodass er eine Hand auf die Schulter des anderen legte und ihn damit still zum Anhalten zwang. Der Mann runzelte lediglich die Stirn, hob dann fragend eine Augenbraue.

Vitus schüttelte den Kopf, drehte ihn dann in die Richtung, aus der er das leise Murmeln hörte.

Es konnte ein Wanderer sein, der sich ins Gebüsch verzogen hatte, oder Räuber auf der Lauer. Was auch immer es war, er würde sicher gehen, dass es keine Gefahr für sie darstellte, dass es nicht plötzlich hinter ihnen auftauchte oder ihnen gar folgte. Vitus bevorzugte es Problem sofort zu beseitigen, nicht erst noch lange zu spielen und zu warten, was passieren könnte, wenn man jemanden machen ließ.

Er legte eine Hand auf den Griff seines Zweihänders, zog es allerdings nicht, als er sich lautlos dem Geräusch näherte, vorsichtige Äste und Büsche zur Seite schob, die Augen über das Gebiet gleiten ließ - das Murmeln wurde lauter und dann konnte er die einzelnen Worte ausmachen.

Der Gesang.

Vitus unterdrückte den Drang genervt die Augen zu verdrehen, ließ seine Hand vom Griff und zurück an seine Seite fallen, überbrückte die letzten Meter ohne auch nur ansatzweise den Schein von Schleichen zu erwecken und noch bevor sie sich gegenüberstanden, hielt die Stimme mit einem überraschten Atemzug inne und Vitus wusste, dass er bemerkt wurde. Als sie sich allerdings von Angesicht zu Angesicht sahen, runzelte der Ex-Kommandant die Stirn.

Tatsächlich hatte er einen verirrten oder verletzten Pfarrer erwartet, nicht einen Ritter, der ihn mit dem Schwert in der Hand misstrauisch musterte.

Zumindest schien er kein Gauner oder Dunkle Brut zu sein. Positiv. Vitus ließ davon ab, nach seiner eigenen Waffe zu greifen, hörte dann seinen Begleiter hinter sich auftauchen und bemerkte, wie er halbwegs neugierig über seine Schulter lugte.

Vitus zuckte die Schultern.

"Seid gegrüßt," begann er dann höflich.

Denn zumindest ein bisschen Anstand hatte seine Mutter ihm beigebracht.

Fawks
28.02.2014, 21:43
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

vorheriger Post:Die Geschichte der Schwerter (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page6?p=22458297&viewfull=1#post22458297)

Die Dalish hatte aufmerksam zugehört. Sehr aufmerksam. Und jetzt, wo Aril geendet hatte, sah Glandis sie mit einer solchen Miene an, als ob das Ende der Welt bevorstehen würde und fragte todernst: »Nur, damit ich es richtig verstehe und weil es hier auch sehr schnell gehen kann, dass wir plötzlich in einen Kampf verwickelt werden …Würdest Du für uns provozieren? Den Gegner auf dich lenken, Rabatz machen, dich auf Deine Schwertkunst verlassend, während ich mit dem Bogen angreife oder noch besser aus dem Verborgenen mich anschleiche und mit den Dolchen einen tödlichen Stich anbringe? Würdest Du das als gutes Manöver für uns ansehen?«

Als sie den Bogen erwähnte, seufzte die Elfin. Aril war etwas verdutzt. So verdutzt, dass sie Trovaos Zügel fahren ließ, der gemächlich zum Ufert trottete und in tiefen Zügen trank.
„Selbstverständlich ist das eine gute Taktik. Aber ich verstehe etwas nicht:“ Aril holte Luft. „Wie kommst du darauf, dass ich nicht gerne provozieren würde?“ Sie gestikulierte in Richtung ihres kleinen Lagers. „Ich führe zwei Schwerter. Ich kann das eine als Parierstange nehmen und mit dem zweiten angreifen. Ich könnte die Gegner mit genügend Kraft in feine Scheibchen hacken! Mit zwei Waffe hält man sich doch nicht weiter hinten auf – nein, du, im Getümmel muss man sein! Mittendrin statt nur dabei! So sagte es unser Hauptmann immer…“ lachte Aril fröhlich. „Pass auf, wenn wir Trovao getränkt haben,“ dabei drehte sie sich um und lachte erneut, „nun, da er das selbst erledigt hat, können wir auch gleich die Ruten schneiden gehen. Und dann zeige ich dir meine Waffen. Da sind auch die Wappen meines Hauses eingraviert, danach hattest du doch gefragt.“

Ihr fiel die Zerknirschtheit der Dalish ein. Da sich ihr Arm immer noch unter ihrem eigenen eingehakt befand, nahm Aril an, dass sie hier endlich mal jemanden vor sich hatte, der nicht bei jeder Berührung das Stofftuch zog und alles polierte was in Greifweite war. Also löste sie ihre Hand aus dem Griff Glandis und legte ihr dieselbe Hand auf die Schulter und sah sie aufmunternd an. „Wir finden deinen Bogen sicherlich! Kopf hoch!“

VRanger
01.03.2014, 08:02
vorheriger Post: Wäldchen • Ein essentieller Punkt (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22459737&viewfull=1#post22459737)

Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Ein Lob und seine Wirkung

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis musste tatsächlich grinsen. Denn sie hörte „Selbstverständlich ist das eine gute Taktik. Aber ich verstehe etwas nicht.“ Sie musste, wenn sie wöllte, lange überlegen, um ein Ereignis zu finden, bei dem sie von einer Shemlen gelobt wurde. »Oder überhaupt gelobt wurde,« dachte sie sich. Sie war ja noch immer eng verbunden, denn ihr Arm war ja noch immer bei der Adligen. Die sich anschließende Erklärung zu den Waffenkünsten überraschte die Dalish eher nicht. Eigenartigerweise war das, was sie hörte, eher logisch. Nein, da gab es keinen Zweifel. Denn was sollte auch ein ungeübtes Frauenzimmer allein hier in der Wildnis von Ferelden. Doch etwas anderes kam ihr in den Sinn.

Das Lager, die Aufgabe, der alte Mann mit der Ziege, der Kampf der Wölfe mit den Scheusalen, ihr Versuch eine Gruppe Flüchtlinge zu retten, der schwere Kampf, ihre Verletzungen, dieser merkwürdige rote, von Blut und Gestank begleitete Morgen, ihre Ohnmacht und anschließende Rettung, ihr verlorener Bogen, aber auch die Erlebnisse seit dem Aril sie gerettet hatte. Nicht nur die wunderbare blaue Stunde, auch die Wundpflege kamen ihr in den Kopf. Nach außen zeigte sich ein Bild, welches man auch als Zerknirschtheit deuten konnte. Sie hörte: „… da er das selbst erledigt hat, können wir auch gleich die Ruten schneiden gehen. Und dann zeige ich dir meine Waffen. Da sind auch die Wappen meines Hauses eingraviert, danach hattest du doch gefragt.“ Und wenn es noch einer deutlichen Aufmunterung gebraucht hätte, fügte Aril beim Lösen von ihr an: „Wir finden deinen Bogen sicherlich! Kopf hoch!“

Glandis wusste, was sie zu tun hatte. Doch es war wie immer eine merkwürdige Sache. Etwas wollen und auch umsetzten, sind eben nicht das gleiche Paar Schuhe. Und so sah die Aril mit großen Augen an, nestelte an ihrem Hals, zog das Lederband mit dem daran befestigten Amulett hervor, drehte es noch einmal in der morgendlichen Sonne vor ihren Augen. Es war zu erkennen, dass sie von einer geliebten Sache Abschied nahm … und dann fehlten Glandis die Worte. Weil sie nicht elbisch reden wollte, nach den passenden Begriffen suchte, die es aber nach ihrer Sicht nicht geben konnte, denn sie war im Begriff ihren liebsten Gegenstand zu verschenken, an eine Shemlen noch dazu … so drückte sie Aril, die sich kreuzenden Schlangen in die Hand, schloss mit der ihren die Finger darüber und erklärte: »Aril … « »… Aril … « »Es sei Dein, mit mehr kann ich Dir nicht danken!« Dann lies sie los und sagte noch im Loslaufen: »Es wird Dich beschützen und Dich stärken … wir sehen uns am alten Baum.«

Dann rannte sie los, mit einem Anflug von Feuchte in den Augenwinkeln. Sie wollte nicht um alles in der Welt auch noch in Tränen ausbrechen. Und am Baum angekommen, etwas außer Atem, aufgrund des hastigen Sprints, griff sie in das Wasser, welches sie zuvor begrüßt hatte, und wischte sich mit der nassen Hand über das Gesicht. Dann lehnte sie sich an den Baum und versuchte zu lächeln und musste an ihr Amulett denken. Doch zwischen ihren Brüsten fehlte etwas, das merkte sie sofort und war sich bewusst, wie sehr das kleine Ding fehlte. Doch sie sagte sich: »Es ist so richtig!«


nächster Post: Verständnis (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22477741&viewfull=1#post22477741)

Khardim
01.03.2014, 09:30
http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngSie setzten ihre Reise in Stille fort, schliefen, wo die Nacht zu dunkel wurde und wachten meistens gemeinsam auf, geweckt von den ersten Bewegungen des jeweils anderen, nie wirklich komplett ruhend. Sie kämpften zögerlich Seite an Seite bis sie genug vertrauen aufgebaut hatten, einander den Rücken zuzukehren. Räuber, Diebe und Dunkle Brut zu bekämpfen schien ein wortloses Band zwischen ihnen zu flechten auch wenn sie sich nur minimal miteinander beschäftigten.

Vitus war zu sehr eine zurückgezogene Person um freiwillig den persönlichen Kontakt zu suchen und sein Begleiter war scheinbar nicht daran interessiert zu sein, sich mit jemanden zu beschäftigen, der lieber seine Ruhe haben wollte. Es funktionierte. Sie funktionierten. Überraschend gut.

Zumindest war das Vitus' Ansicht. Was der andere Templer dachte blieb hinter dessen stoische Maske verborgen.

Es waren einige Tage ins Land gezogen, sie waren an dem kleinen Dörfchen vorbeigekommen, in dem sie sich das erste Mal begegnet waren und Vitus musste mit einem tiefen Seufzer seine Scham über sein eigenes Verhalten herunterschlucken. Nicht wirklich die beste Art sich jemanden vorzustellen, auch wenn der Jüngling sich nicht hätte einmischen müssen. Schließlich hatte es einen Grund für diese Rauferei gegeben. Sicherlich. Er konnte sich zwar nicht daran erinnern, aber einen grund musste es gegeben haben. Hoffentlich.

Sie ließen das Dorf hinter sich und Vitus somit die unangenehmen Erinnerungen.

Er gewöhnte sich sogar an die stille Gegenwart des anderen, begann seine Kunst mit Schild und Schwert zu schätzen, staunte öfter über den recht kreativen Einsatz beider Gegenstände, auch wenn er dies nicht laut aussprach. Wäre er bei seinen Rekruten gewesen, hätte er es gesagt. Um ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Allerdings war dies bei dem Jungspund nicht angebracht. Der Dunkelhaarige wusste, woran er war, was er konnte und was nicht und wusste seine Stärken zumindest im Kampf einzusetzen, um seine Schwächen zu kontern.

Es war eine ruhige Straße, der sie folgten, weiter auf ihren Weg hoch in den Nordosten, als er Geräusche hörte. Leise, sodass er eine Hand auf die Schulter des anderen legte und ihn damit still zum Anhalten zwang. Der Mann runzelte lediglich die Stirn, hob dann fragend eine Augenbraue.

Vitus schüttelte den Kopf, drehte ihn dann in die Richtung, aus der er das leise Murmeln hörte.

Es konnte ein Wanderer sein, der sich ins Gebüsch verzogen hatte, oder Räuber auf der Lauer. Was auch immer es war, er würde sicher gehen, dass es keine Gefahr für sie darstellte, dass es nicht plötzlich hinter ihnen auftauchte oder ihnen gar folgte. Vitus bevorzugte es Problem sofort zu beseitigen, nicht erst noch lange zu spielen und zu warten, was passieren könnte, wenn man jemanden machen ließ.

Er legte eine Hand auf den Griff seines Zweihänders, zog es allerdings nicht, als er sich lautlos dem Geräusch näherte, vorsichtige Äste und Büsche zur Seite schob, die Augen über das Gebiet gleiten ließ - das Murmeln wurde lauter und dann konnte er die einzelnen Worte ausmachen.

Der Gesang.

Vitus unterdrückte den Drang genervt die Augen zu verdrehen, ließ seine Hand vom Griff und zurück an seine Seite fallen, überbrückte die letzten Meter ohne auch nur ansatzweise den Schein von Schleichen zu erwecken und noch bevor sie sich gegenüberstanden, hielt die Stimme mit einem überraschten Atemzug inne und Vitus wusste, dass er bemerkt wurde. Als sie sich allerdings von Angesicht zu Angesicht sahen, runzelte der Ex-Kommandant die Stirn.

Tatsächlich hatte er einen verirrten oder verletzten Pfarrer erwartet, nicht einen Ritter, der ihn mit dem Schwert in der Hand misstrauisch musterte.

Zumindest schien er kein Gauner oder Dunkle Brut zu sein. Positiv. Vitus ließ davon ab, nach seiner eigenen Waffe zu greifen, hörte dann seinen Begleiter hinter sich auftauchen und bemerkte, wie er halbwegs neugierig über seine Schulter lugte.

Vitus zuckte die Schultern.

"Seid gegrüßt," begann er dann höflich.

Denn zumindest ein bisschen Anstand hatte seine Mutter ihm beigebracht.

http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpg
Durch die Flucht (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22369743&viewfull=1#post22369743) vor der Dunklen Brut noch immer erschöpft, beschloss Ser Lothar, sich eine Weile niederzulassen und Luft zu holen. Er lockerte den Sitz seiner Rüstung etwas und versuchte zur Ruhe zu kommen. Er legte die Hände in den Schoß und lies seinen Gedanken freien Lauf. Weg von der Verderbnis, hinaus aus der Wildnis zogen sie. Zu geliebten Menschen im Norden und schönen Erinnerungen. Er sah vor seinem inneren Auge das stolze Gesicht seines Vaters, als er vor vielen Jahren sein erstes Turnier gewonnen hatte; er fühlte noch einmal das Blut in seinen Schläfen rauschen, als er im Geiste erneut seinen Gegner aus dem Sattel hob.
Er erinnerte sich an die glücklichen Tage, an denen er mit Viktoria durch die Gartenanlagen des Anwesen spazierte, in dem sie und die Gesandtschaft ihres Vaters unterbracht worden waren. Es war Sommer und in der Luft lagen Lavendel und der Beginn der Liebe seines Lebens.
Die Einöde um ihn herum trat in den Hintergrund und um sich fühlte der Ritter das Bannorn, das Herz des Landes, das er so liebte. Voller Menschen, die ebenso schöne und einprägsame Momente erlebt hatten. Voller Erinnerungen, voller Geschichten, voller Leben.
Leben, für das es sich zu kämpfen lohnte.

Es war einer dieser Augenblicke, in denen sich der Kosmos aufzutun scheint und dem aufmerksamen Beobachter einen Blick auf das große Bild bietet. Ser Lothar fühlte den Sinn seiner Mission auf einmal in sich pulsieren wie sein eigenes Herz. Wie schon zuvor fand er in dem Auftrag, den er sich selbst gegeben hatte Halt und Zuversicht. Aber es war nicht mehr den Halt, den er brauchte, um sich aus der Verzweiflung (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22208382&viewfull=1#post22208382) emporzuziehen, es war der feste Boden, der sichere Stand, von dem aus er den Kampf gegen die Verderbnis antreten würde.

In diesem Moment, in dem die Ruhe der entvölkerten Landstriche um ihn herum nur von der geistigen Ruhe in ihm überboten wurde, kamen dem Ritter die Worte über die Lippen, die er schon als Kind gelernt hatte, denn es gab für diesen Augenblick keine, die angemessener gewesen wären:

,, O Erbauer, höre meinen Ruf:
Führe mich durch die dunkelste Nacht
Stähle mein Herz gegen die Versuchungen der Niederträchtigen
Mache mich in den wärmsten Orten ruhen

O Erschaffer, siehe mich kniend:
Denn ich gehe nur dahin, wo Du hin mich bittest
Stehe nur an Orten, die Du gesegnet hast
Singe nur Wörter, die Du in meinen Mund gelegt hast''

Der Ritter ging tief in sich, als er den Gesang vortrug, halblaut unter seinem tief gehenden Atem. Er spürte das ehrfürchtige Kribbeln auf der Haut, das ihn immer ergriff, wenn er vom Erbauer sprach.
In sein innbrünstiges Gebet versunken hätte er beinahe nicht die Schritte gehört, die sich hinter ihm den Weg durch das Gebüsch bahnten. Erst als die Äste mit kaum verborgener Geschäftigkeit aus dem Weg gedrückt wurden, unter brach Ser Lothar den Gesang, fuhr in einer fließenden Bewegung vom Boden auf und zog dabei sein Schwert.

Auf ein weiteres Gefecht mit der Dunklen Brut gefasst staunte der Ritter nicht schlecht, als aus dem Unterholz zwei bewaffnete Männer hervortraten, der eine fast so groß wie er selbst, der andere etwas kleiner, dafür aber mit dem Wappen des Templerordens auf der Brust. Das Bild des Jungen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22179154&viewfull=1#post22179154), den er erschlagen hatte, blitzte vor seinen Augen auf. Die Wege des Erbauers waren wahrlich unergründlich.
Als man ihn höflich grüßte, ließ die Anspannung in ihm etwas nach; er hatte nicht erwartet, zivilisiertes Volk zu treffen.
,,Grüße, mein Name ist Ser Lothar von Ernstberg. Wer seid Ihr und was führt Euch in diese Lande?''

Fawks
01.03.2014, 11:36
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

vorheriger Post: Am Bach (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page7?p=22475694&viewfull=1#post22475694)

Elfen sind unberechenbar. Man könnte meinen, sie seien Monster, die nur auf den richtigen Augenblick warten, um über die Menschen herzufallen und die Herrschaft an sich zu reißen, hatte der Großvater einmal gesagt.
Letzteres konnte Aril überhaupt nicht bestätigen. Aber unberechenbar waren sie, das stimmt. Denn Glandis hatte ihr wertvolles und offensichtlich geliebtes Amulett von ihrem Hals gelöst und drückte es in Arils Hand, schloss sogar die Finger der Adligen darum. »Es sei Dein, mit mehr kann ich Dir nicht danken! Es wird Dich beschützen und Dich stärken … wir sehen uns am alten Baum.«

Damit rannte sie los, auf den alten Baum zu und tauchte erst einmal ihre Hände ins kühle Nass.
Die junge Nuemb stand so verdattert da, als hätte sie der Blitz getroffen. Dieses Amulett gehörte Glandis – nicht nur, dass es ihr Eigentum war, es gehörte zu ihr. Was sollte sie, eine menschliche Adlige, mit diesem vielleicht kostbaren, aber viel eher geistlichen Medaillon? Sie begriff, dass Glandis sich ihr wohl schuldig gegenüber fühlte und versuchte, das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Und Schätze hatte Aril genug, daheim in der Schatzkammer ihres Vaters. Sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte.
Das Geschenk zurückgeben – nunja, das konnte heikel sein. In ihrer Welt war das inakzeptabel, Geschenke hatte man anzunehmen und wertzuschätzen, da sie meist aus höfischen oder diplomatischen Gründen überreicht wurden. Oder auch im Versuch der Bestechung. Aber das hier war etwas anderes. Konnte sie der Dalish, die versuchte, so ihren Dank auszudrücken, das Geschenk zurückgeben, den Dank sozusagen vor die Füße werfen?

Grübelnd lief zum alten Baum und sah Glandis schon nach den Ruten greifen.

Aril umschloss das Medaillon in der Faust. „Glandis, hör zu, bitte.“
Die junge Frau hob die Hand, in der sich das Medaillon befand.
„Ich möchte um diese Sachen kein großes Aufhebens machen. Aber ich möchte, dass du weißt, dass ich deinen Dank anerkenne und nur sagen kann „Gern geschehen!“. Ich würde es auch jederzeit genauso machen wie bisher. Aber ich weiß und sehe, dass es dir viel bedeutet. Ich weiß auch, dass du es nicht von mir zurückfordern wirst. Genausowenig möchte es in dir in scheinbar undankbarer Art zurückgeben. Ich werde es immer bei mir tragen und hoffen, dass ich mich dessen,“ sie deutete auf die verschränkten Schlagen, „und deiner würdig erweisen werde. Wer weiß, was geschieht…“

Damit befestigte sie das Amulett um ihren Hals und schob es unter das Leinenhemdchen. Das kühle Metall war auf ihrem Brustkorb deutlich zu spüren.
Während Glandis sich daran machte, die Ruten zu schneiden, näherte sich Jaina ihrem Rappen, der anscheinend vergnügt am Ufer stand und immer wieder mit der Nase durchs Wasser fuhr. Sie nahm seine Zügel und führte ihn zurück zu Glandis, die mittlerweile mit dem Schneiden fertig war.
Aril sah den Blick der Elfin als sie Trovao ansah. Lächelnd ging sie zur Elfing, schnappte ohne großes Federlesen deren Hand und legte sie vorsichtig, aber bestimmt auf die Stirn des Rappen, der nur gutmütig schnaubte. „Er mag dich!“ beschied sie Glandis. „Aber du kannst als Elfin mit Tieren sicherlich gut umgehen, oder?“

VRanger
01.03.2014, 13:58
vorheriger Post: Wäldchen • Ein Lob und seine Wirkung (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22476945&viewfull=1#post22476945)

Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Verständnis

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „ Glandis, hör zu, bitte.“ sagte Aril und Glandis sah, anlehnend am Baum, wie sie ihre Hand hielt. Darin waren die zwei verwobenen Schlagen und eine Erinnerung aus ihrem Schritt vom Kind zur Jugendlichen. Die Stelle unterhalb ihres Halses fühlte sich so leer an. Sie sah die junge Frau ihr gegenüber die Hand heben und vernahm: „Ich möchte um diese Sachen kein großes Aufhebens machen. Aber ich möchte, dass du weißt, dass ich deinen Dank anerkenne und nur sagen kann „Gern geschehen!“. Ich würde es auch jederzeit genauso machen wie bisher. Aber ich weiß und sehe, dass es dir viel bedeutet. Ich weiß auch, dass du es nicht von mir zurückfordern wirst. Genauso wenig möchte es in dir in scheinbar undankbarer Art zurückgeben. Ich werde es immer bei mir tragen und hoffen, dass ich mich dessen,“ …“ Dann deute Aril auf die verschränkten Schlagen und fuhr fort: „ … und deiner würdig erweisen werde. Wer weiß, was geschieht …“

Glandis sah, wie sie die lederne Schnur um ihren Hals band und freute sich über ihre Entscheidung. Ihr war es nicht leicht gefallen, aber sie hatte sich gedacht, ohne sie würde ich heute nicht mehr leben oder verkrüppelt sein. Sie seufzte, holte tief Luft und musste sich wegdrehen. Und so kam sie einfach auf die Idee mit dem Schneiden der Ruten zu beginnen. Sie hockte sich hin und schnitt mit dem Jagdmesser den ersten Jährling ab. Dabei schaute sie und prüfte vorher, dass dieser die richtige Länge hatte, kräftig, aber noch biegsam war. Die Dalish merkte nicht, wie Aril gegangen war. Sie hörte nur, dass sich Trovao näherte. »Ein wunderbares Tier …« dachte sie so für sich. Dann nahm Aril ihre Hand und legte sie auf das Pferd. Die nachfolgenden Dinge flogen vorbei an der Dalish. Sie war nicht vorbereitet auf diesen Moment, in keiner Form.

So nahm sie den Kontakt an und beugte sich zu dem Kopf vor und flüsterte singend in ihrer Sprache: »Aneth ara, Abelas« Und weil sie es jetzt durfte, schlang sie beide Arme um den Hals von Trovao, hob leicht einen Fuß dabei und wurde eins mit dem schwarzen Rappen. Dieser lies es mit sich geschehen. Als die Dalish ein gewisses Zittern in den Flanken des Tieres verspürte und lies sie los und hatte einen wunderbaren Moment der Freude in ihrem Antlitz.

Sie schaute dankend zu Aril. Deren Frage: „Aber du kannst als Elfin mit Tieren sicherlich gut umgehen, oder?“ hatte sie gehört, wollte aber darauf nicht antworten sondern sagte etwas ausweichend … »Das hängt auch von dem Tier ab.« Und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen fügte sie noch an und zeigte die geschnittenen Jährlinge: »Daraus werde ich einige Vogelfallen bauen. Ich hoffe, du verstehst, dass wir etwas zum Essen brauchen … « Dann dachte sie einen Moment nach, lächelte Aril an: »Nein, Trovao ist ein wunderbares Tier, doch ich bin meist zu Fuß unterwegs …« und über diese spontan eingefallene Wendung musste sie schmunzeln. Dann sagte sie noch: »Aril, willst Du nicht, wo wir alles haben, zum Rastplatz gehen, ich stelle hier noch die Fallen auf und komme nach.«


nächster Post: Vorsorge (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22492965&viewfull=1#post22492965)

Khardim
01.03.2014, 23:30
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgUnter lautem Schmatzen liefen Nekka Blut und Speichel aus den Mundwinkeln und vermischten sich mit dem Dreck in ihrem Gesicht. Nach tagelangem Marsch nach Norden (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22432488&viewfull=1#post22432488), auf dem sie nur selten etwas Essbares hatte auftreiben könne, fühlte sie sich zum ersten Mal wieder gut; sie hatte etwas im Magen und der Regen hatte auch nachgelassen.
Mit großer Mühe zog sie einen Knochensplitter zwischen ihren Zähnen hervor und schnipste ihn achtlos in die Büsche. Das Kaninchen hatte keine Chance gehabt: Von ihrem Bolzen seitlich in die Brust getroffen wurde das Tier praktisch gepfählt und war sofort tot. Nekka hatte sich nicht lange mit Ausweiden oder Feuermachen aufgehalten sondern schnitt sich großzügige Stück aus der noch warmen Beute, nachdem sie das zarte Fleisch vom Fell befreit hatte. Und obwohl ein zufälliger Beobachter es vermutlich für einen bestialischen Akt gehalten hätte, eines Menschen kaum würdig, so fühlte sie sich in diesem Moment erhaben, glücklich und vor allem satt.
Während sie kaute, schmunzelte Nekka in sich hinein. Nicht nur, dass sie schon seit zwei Tagen keiner Brut mehr hatte ausweichen müssen, nun auch noch besseres Wetter und dieses Festmahl, das sie zur Strecke gebracht hatte. Es schien ihr, als hätte sich das Blatt einmal zu ihren Gunsten gewendet.
Als sie satt war, wickelte sie die Reste des Kaninchens in dessen Fell ein und stopfte es in ihren Beutel. Sie leckte sich das vergossene Blut von den Fingern und reinigte notdürftig ihr Gesicht, bevor sie sich aus dem Unterholz erhob und umsah:
Die Sonne hatte grade begonnen, sich gen Westen zu senken und warf ein goldenes Licht auf das Land. Nekka fragte sich, ob Gold nicht vielleicht einfach flüssiges Sonnenlicht war, das sich vor langer Zeit unter die Erde verlaufen und dann dort geblieben war. Der Wald um sie herum war still, auch hier waren die meisten Tiere vor der Verderbnis geflohen, die aus dem Süden kam. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie auch diesen Ort erreicht haben würde.
Grade als sie sich nach Norden wandte, um ihren Weg fortzusetzen, erblickte Nekka am Horizont Rauch, der in dicken schwarzen Schwaden zum Himmel aufstieg.
Rauch bedeutete Feuer, Feuer bedeutete Chaos und wenn Nekka eins darüber gelernt hatte, dann das Menschen immer irgendetwas vergaßen oder verloren, wenn das Chaos ausbrach und sie flüchteten. Ihr war klar, dass der Grund für das Feuer vermutlich die Dunkle Brut war, doch war die genau so hinter ihr, sodass es keinen Unterschied zu machen schien, wohin sie sich wandte. Und die Aussicht auf Essen oder nützlichen Krempel, den man inmitten der Verwüstung finden konnte war in jedem Fall besser als alles, was sie in den letzten Tagen gehabt hatte.
So schulterte Nekka ihre Armbrust und machte sich auf, das Chaos zu finden.

Neclord
02.03.2014, 23:06
http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png
Eins... zwei... drei... vier.
Den letzten grazilen Hüpfer durch die Luft hätte sie am liebsten wieder rückgängig gemacht, denn er beendete ihre gute Laune in Windeseile.
Ihr Fuß wurde von einer Baumwurzel festgehalten und plötzlich fand sie sich auf dem feuchten Erdboden wieder. Aufgrund ihres Überschusses an Enthusiasmus musste sie die kleine Stolperfalle übersehen haben.
Verärgert stützte sie sich mit den Händen vom Erdboden ab und schaute sich um. Juri war nun schon eine ganze Weile unterwegs und noch immer hatte sie nicht den Hauch einer Ahnung, wo ihr Weg hinführen wird. Wie eine Spinne krabbelte die Kriegerin zum naheliegenden Baum und nutzte diesen, um sich wieder aufzurichten. Wer trieb sein perfides Spiel mit der jungen Dame? Sie so lange auf die Folter zu spannen und ihre Geduld auf die Probe zu stellen. Ihr Temperament wurde langsam aber sicher zermürbt in dieser eintönigen Welt. Ihrer Ansicht nach konnte ihre Existenz nicht aus diesem Universum stammen, dafür waren ihre Fähigkeiten zu ausgeprägt. Es gab hier keine würdigen Gegner, nur Banditen, die wie Bauern kämpften und verschrumpelte Wesen aus der Unterwelt. Kaum fähig, die linke Hand von der rechten zu unterscheiden.

Doch aus der Finsternis kam ein Zeichen, dass einen Funken Hoffnung in ihr weckte. Als sich Juri an dem letzten Baum im Sichtbereich vorbeischlängelte, öffnete sich eine weite Ebene vor ihr. Am Horizont stieg Rauch empor. Der Boden wirkte ausgetrocknet und ließ beinahe keine anderen Farben zu, als ein helles Braun. Felsen der unterschiedlichsten Größen bedeckten diesen trostlosen Ort, während einzelne Grasflächen rund um die massiven Steingebilde Deckung suchten. Doch welcher Befund tatsächlich erst ihre Neugierde entfachte waren... Leichen.
Nicht eine, nicht zwei. Mehrere Kadaver der unterschiedlichsten Rassen befleckten diese Gegend. Die Raubvögel zelebrierten dieses Mahl mit ihren krächzenden Lauten und gierten einander nach, sobald einer der Artgenossen sich mit einem Stück Fleisch aus dem Staub machte. Dabei waren es hauptsächlich diese degenerierten Wesen, die den Erdboden bedeckten. Dunkle Brut, diese Bezeichnung kam ihr nun wieder in den Sinn. Der Alte hatte oft davon gesprochen, doch außer dem penetranten Gestank empfand Juri diese Wesen bisher als wenig furchteinflößend.

Viel interessanter war im Moment jedoch der Rauch, der zum goldgelben Himmel emporstieg. Die Quelle musste sich ganz in ihrer Nähe befinden. Ihr Weg führte sie weiter zu einer ausgebrannten Hütte. Das Dach war nicht mehr vorhanden und die geschwärzten Holzwände wirkten, als würden sie jeden Moment vollständig zusammenbrechen. Juri begann mit der Suche nach nützlichen Dingen, die den Brand vielleicht überstanden haben könnten.
Doch ihre Gier wurde sogleich bestraft. Ein Holzsplitter bohrte sich in ihren großen Zeh. Nach einem kurzen Aufschrei setzte sie sich auf das kleine Bett in der Ecke. "Nutzlose Miststiefel!" Fluchte sie verärgert und zog die ohnehin schon halb zerstörten Treter aus. Dann nahm sie den betroffenen Fuß und führte diesen näher an ihren Körper heran und entfernte den Splitter vorsichtig. Dabei bemerkte sie erst jetzt wie bequem dieses Bett im Grunde noch war und eine Rast würde ihr jetzt sicher guttun. Der nächtliche Marsch zehrte an den Kräften und forderte langsam seinen Tribut. Auch wenn es ein unüblicher Ort dafür zu sein schien, aber das war ihr so ziemlich egal, wie fast alles im Leben. Also lehnte die Kriegerin sich zurück, schob den einen Arm hinter ihren Kopf und döste eine Weile vor sich hin. Den Ursprung des Rauchs würde sie noch früh genug in Erfahrung bringen.

BlackShial
03.03.2014, 14:24
http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngEs machte keinen Unterschied. Nicht im Geringsten.
Die Reise war kaum zu unterscheiden von jener, die die Templerin zuvor angetreten hatte. Den Weg, den sie allein beschreiten musste um an den Ort zu kommen, an dem sie ihr Ziel vermutet hatte. Dorthin, wo sie auf den ruhigen und zugleich misslaunigen Kerl getroffen war.
Ob sie nun allein reiste oder in Begleitung des Kriegers, es machte wahrlich keinen Unterschied.
Außer jenem welchen, dass sie sich zumindest dieses eine Mal auf dem richtigen Weg befand. Hoffe sie.
Doch die junge Frau vertraute ihrem Begleiter, in Sachen Orientierung ebenso wie allgemein, zumindest so weit, dass sie des Nachts nicht mit dem Schwert in der Hand hatte einschlafen müssen, in voller Rüstung und am besten noch mit einem offenen Auge, stets wachsam. Obwohl dieser Gedanke gar nicht so abwegig war, wenn man bedachte, auf was die beiden alles getroffen waren.
Dunkle Brut – schlimmer noch als Jo es sich in ihren schlimmsten Alpträumen hätte ausmalen können. Überrascht darüber, dass der Kerl neben ihr diesen schon öfters entgegen getreten und noch immer bei Sinnen war. Zumindest so weit, dass man noch normal mit ihm zu sprechen vermochte. Wenn er denn mal sprach.
Es war seltsam, aber in keinster Weise hätte die Templerin jemals erwartet dass es Menschen gab, die noch weniger sprachen als Besänftigte.
Tiaden, wenn man sie mit diesem stoischen Berserker verglich, hatte dagegen fast ganze Wortschwalle von sich gegeben, wenn man sie angesprochen hatte. Nicht das Jo es versucht hatte den Mann anzusprechen, schien er jeglichen Gedanken daran bereits mit einer Mine abzuschmettern, die einer geballten Faust glich.
Die Schwarzhaarige genoss die Stille, war sie inzwischen ja nichts anderes gewohnt gewesen, doch zu wissen dass da jemand an ihrer Seite war, machte diese Stille irgendwie traurig. Fast schon quälend.
Gleichzeitig war seine Anwesenheit in gewissem Maße aber auch angenehm, immerhin war da ja dieses Vertrauen, welches sie langsam aber sicher aufbauten. Die Geborgenheit blieb erhalten, welche sie zuvor wahrgenommen hatte. Noch immer erinnerte er sie an ihre Brüder. Zumindest ein Bisschen. Etwas.
Er war ein guter Kämpfer, so wie Gavin, geboren mit Talent wie es schien, perfektioniert über viele Jahre des Kampfes. Gesegnet mit einer Kraft, die seinesgleichen suchte, so wie Merek, fähig dazu jemanden mit einem gezielten Hieb zu zerteilen.
In Jo entflammte der Wunsch ihrer Familie zu schreiben, so wie all die Jahre zuvor, als sie den Zirkel noch ihr Heim nannte. Vielleicht sollte sie in der nächsten Stadt Halt machen und eine Möglichkeit suchen das Schreiben nach Rivain zu schicken, an die Kirche nicht weit von ihrem ehemaligen Haus. Ihre Familie zumindest hätte kaum etwas mit einem Brief anfangen können, war doch keiner von ihnen dem Lesen mächtig.
Abrupt wurde die Schwarzhaarige aus den Gedanken gerissen, als sie die Schwere der Hand auf ihrer Schulter wahrnahm, gefolgt von einem leisen Gemurmel, das ihr zuvor vollkommen entgangen war.
Neugierig folgte sie ihrem Begleiter, mit gehobenen Augenbrauen, die blauen Augen suchend nach vorn gerichtet. Im Gegensatz zu dem Rüpel vor ihr jedoch die Hand nicht einmal in der Nähe ihres Schwertes.
Brut, so dachte sie, würde wohl kaum murmelnd irgendwo im Grün lauern um dann Passanten zu überfallen.
Erst als Jo gewahr wurde, dass es sich bei dem Gemurmel tatsächlich um den Gesang handelte, fern jeglicher Vorstellung die ihr zuvor durch den Dickschädel geisterte, musterte sie den Mann zufrieden.
Ein Ritter, leicht in die Jahre gekommen und außerdem überaus höflich, anders als die Templerin es erwartet hatte.
Doch trotz all der Höflichkeiten die ausgetauscht wurden – von dem einen mehr als von dem andern – legte sich ihre Stirn in Falten. Es gab gewiss nicht viele Gründe, weshalb ein Ritter sich hockend und betend im Gebüsch aufhielt.
Nichts, wobei sie unbedingt stören wollte.
Leicht geistesabwesend hob sie ihre Rechte zu einem Gruß, lugte dabei noch immer halb hinter ihrem größeren Begleiter vor, jedoch so weit das man sie in voller Pracht, geziert mit einem fragenden Gesichtsausdruck, erkennen konnte.
„Jo Dalgaard.“
Mehr brachte die Schwarzhaarige in diesem Moment noch nicht hervor, war es doch wirklich mehr als außergewöhnlich einen Ritter betend im Gestrüpp zu finden, geschult im Gesang, dem Erbauer zu huldigen. Das ganze Gegenstück von dem Kerl, mit dem sie unterwegs war. Der Erbauer war ihr gnädig.
Fast schon aus Reflex stieß sie ihrem Begleiter den Ellenbogen leicht in die Seite, als Zeichen dafür das er sich richtig vorstellen sollte und hoffend, dass er vielleicht die richtigen Worte fand. Denn ehrlich gesagt wusste Jo noch nicht einmal wo ‚diese Lande‘ überhaupt waren.

Fawks
04.03.2014, 18:34
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»Das hängt auch von dem Tier ab. Daraus werde ich einige Vogelfallen bauen. Ich hoffe, du verstehst, dass wir etwas zum Essen brauchen … Nein, Trovao ist ein wunderbares Tier, doch ich bin meist zu Fuß unterwegs …Aril, willst Du nicht, wo wir alles haben, zum Rastplatz gehen, ich stelle hier noch die Fallen auf und komme nach.«

Aril nickte zustimmend und machte sich auf den Weg zum Lagerplatz. Diese Elfin war schon eigenartig. Da hatte sie nur die Hand der Elfin auf Trovao gelegt und schon schien die junge Frau in einer tiefen Trance gefangen zu sein und auch der Rappe hielt ganz still.

Als Glandis sich anscheinend wieder unter den Lebenden befand, bemerkte Aril: „Schön, dass du Trovao magst. Und gegen Vogeljagd habe ich nichts. Darin kenne ich mich allerdings nicht aus. Ich habe einmal zusammen mit Nein ein Reh gejagt…“ murmelte sie in Gedanken abschweifend.

„Ich gehe dann zurück und sehe nach der Suppe, dann können wir sie essen!“ beschied Aril Glandis und nahm Trovao wieder am Zügel, um mit ihm in Richtung des Rastplatzes zu laufen.

VRanger
04.03.2014, 19:21
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Vorsorge

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»Aril, willst Du nicht, wo wir alles haben, zum Rastplatz gehen, ich stelle hier noch die Fallen auf und komme nach,« dass hatte Glandis mit Bedacht vorgeschlagen. Und erfreulicherweise hatte Aril es angenommen: „ Schön, dass du Trovao magst. Und gegen Vogeljagd habe ich nichts. Darin kenne ich mich allerdings nicht aus. Ich habe einmal zusammen mit Nien ein Reh gejagt …“ und weiter vernahm die Dalish: „Ich gehe dann zurück und sehe nach der Suppe, dann können wir sie essen!“ Dann griff Aril in die Zügel des schwarzen Rappens und ging in aller Ruhe zum Lager.

Glandis begann Stellen zu suchen, wo sie die Jährlinge platzieren konnte. Einen stabilen Faden hatte sie in ihrer Gürteltasche für solche Dinge dabei. Gekonnt schnitt sie mit dem Jagdmesser ein Stück ab und versetzte den Jährling unter Spannung. Dazu hatte sie einen der Triebe in kleine Stöckchen geschnitten. An einem Busch hatte sie Beeren gesehen und diese platzierte Glandis auf der gespannten Bogenfalle. Bei diesem Moment war ihr recht, das sie diese von ihrem Clan erlernte Fähigkeit nicht erklären musste. Denn nicht der besondere in ihrer Familie weitergebene Trick des Spannens mit dem Stöckchen, war das Problem. Die junge Frau richtete sich auf und überlegte, ob Aril wissen konnte, was passieren würde. »Eher nicht!« sagte sie zu sich. Denn diese Art der Fallen, so hatte es ihr Vater gelehrt, hielt die Beute frisch. Meist wurde dem Singvogel die Beine gebrochen. Und wenn die Falle erkundet wurde, lebte die Beute noch. Das wollte sie nicht einer Adligen zumuten. Rasch kam sie voran und war zufrieden über ihre Arbeit und entschloss sich zum Lager zu gehen.

Dort angekommen schaute sie nach der Rüstung aus Dragon-Leder und sagte zur Aril: »Schau, sie ist gut abgetrocknet. Da können wir ja jetzt in aller Ruhe frühstücken und danach zum Lager aufbrechen. Ich habe überhaupt keinen Schimmer, wo Du mich hinbringen wirst.« Dann machte sie eine Pause, werkelte etwas am Feuer und fragte dann Aril: »Weil ich mich nicht so richtig an die ein oder andere Sache erinnern kann, welcher Tag ist heute?«


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Annalena
05.03.2014, 09:17
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Anlya war ein wenig angepisst von der gruffigen Antwort, die ihr Blutmähne gab. Dabei wollte sie nur helfen. Er schien etwas am Arm zu haben, doch sie konnte nicht erkennen was es war. Bevor sie ihn jedoch schelten konnte stand er auf und ging zurück zum Lager. Die Elfe erhob sich auch und schaute ihm ärgerlich nach. In einem Anflug von kindischem Benehmen stampfte sie leicht mit ihrem Fuß auf. „Dieser unmögliche Mann.“

Doch es wurde tatsächlich rasch dunkel. Hastig folgte sie dem Hünen, da sie keine Lust hatte sich zu verlaufen. Dann würden sie wohl hungrig zu Bett gehen. Glücklicherweise erreichte sie ohne Zwischenfälle das Lager. Sie machte es sich am Feuer bequem und ignorierte die beiden Männer. Das Flackern der Flammen machte sie müde und ohne ein Wort zu verlieren legte sie sich in den Sand. Es dauerte nicht lange bis sie in einen tiefen Schlaf fiel.
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Anlya fiel ziemlich schnell in einen tiefen Schlaf. In ihren Träumen fesselte die dunkle Brut sie und nachdem sie ihr ihre Kleidung vom Leib gerissen haben übergaben sie die Elfe an ihren früheren Besitzer. Dieser fackelte nicht lange und kettete sie an eine Mauer. Dann holte er eine schwere Peitsche hervor und schlug ihr auf die nackten Brüste. Mit einem lauten Schrei erwachte Anlya aus ihrem Alptraum.

Sie war so versängstigt und verstört, dass sie nichts von ihrer Umgebung wahrnahm. Die Elfe befürchtete, dass sie ihre beiden Begleiter geweckt hatte. Doch nachdem keiner von ihnen etwas sagte hob sie langsam den Kopf. Sie öffnete den Mund um zu schreien, doch sie brachte keinen Ton heraus. Sie waren von einer Gruppe Männern umstellt. Alle hatten die Waffen gezogen und starrten sie schweigend an. Vorsichtig wagte Anlya einen Blick zu ihren Begleitern. Sie hoffte, diese waren nun wach und wüssten was zu tun war.

Fawks
06.03.2014, 21:31
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»Schau, sie ist gut abgetrocknet. Da können wir ja jetzt in aller Ruhe frühstücken und danach zum Lager aufbrechen. Ich habe überhaupt keinen Schimmer, wo Du mich hinbringen wirst. Weil ich mich nicht so richtig an die ein oder andere Sache erinnern kann, welcher Tag ist heute?« sagte Glandis während sie ihre Rüstung untersuchte. Aril öffnete den Verschluss des Lederbeutel und kippte den suppigen Inhalt in die bereitstehenden Rhabarberblätter, die stabil genug waren, um die leicht dampfende, aber nicht ganz heiße Flüssigkeit aufzunehmen, ohne zu verbiegen.
Sie reichte Glandis einen der beiden Blütenkelche und sagte entschuldigend: „Ich bin mir sicher, du als Naturbewanderte kannst bessere Sachen aus dem kochen, was hier so wächst. Aber es sollte uns zumindest satt machen.“ Nach einem tiefen Schluck, der stark nach den Waldkräutern schmeckte, fragte sie: „Hast du die Fallen aufgestellt? Wann wird etwas darin sein?“

Während des Essens ging sie auf die Fragen von Glandis ein: „Ich bringe dich dorthin, wo ich dich gefunden habe. Das finde ich wieder, keine Angst. Als ich dich fand, hatte ich gehofft, du kannst mich wiederum dorthin bringen, wo mein Bruder ist… Aber zuerst suchen wir nach deinem Bogen. Und schauen das Lager durch, das haben wir ja besprochen. Übrigens müsste morgen Nacht Vollmond sein, genauer weiß ich es leider selbst auch nicht…“ überlegte Aril laut.

„Achja, das hatte ich fast vergessen!“ rief Aril auf einmal aus, griff hinter sich und zog eines der Schwerter aus den dazugehörigen Futteralen, die an ihrer Rüstung befestigt waren. In einem Schwung mit nur einer Hand drehte sie die Klinge um das Handgelenk, sodass sie den Knauf zu fassen bekam und hielt ihn Glandis unter die Nase. „Das ist mein Wappen!“ Es ist auf unseren Waffen, unseren Schilden, unseren Waffenröcken, manchmal auch auf den Hemdknöpfen. Nien erkennst du daran bestimmt.“ Sie legte die Klinge ins Gras, sodass die Dalish sie noch weiter betrachten konnte, sofern sie das wollte, und fragte: „Gibt es so was bei euch auch?“

Das Wappen:
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VRanger
07.03.2014, 20:12
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Zeiterkenntnis

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png
Glandis war nicht bei der Sache. Die Suppe schmeckte, aber es war eine etwas holprige Sache: Das Trinken aus Blättern. Sie wollte sich nicht ihre grüne Tunika bekleckern und so war die Dalish im Essen und Aufpassen. Sie dachte sich nur: »Warum muss man beim Frühstücken unentwegt reden?« Aber weil es nicht wichtig war, konzentrierte sie sich auf die wackelige Angelegenheit und nickte ab und zu, um ein Zuhören zu signalisieren. „Ich bin mir sicher, du als Naturbewanderte kannst bessere Sachen aus dem kochen …“ hörte sie Aril erzählen. Später vernahm sie: „Hast du die Fallen aufgestellt? Wann wird etwas darin sein?“ Glandis wollte schon antworten: »Geduld …« Doch weil sie das Trinken in Anspruch nahm und ihr Bestreben nichts zu verschütten blieb es bei einem »Mmmh,« . Auch die Dinge, was sie tun wollten waren ihr bekannt.

Alles änderte sich. Denn Aril sagte: „Übrigens müsste morgen Nacht Vollmond sein, genauer weiß ich es leider selbst auch nicht …“ Da wäre Glandis fast das Rhabarberblatt aus der Hand gefallen und sie wollte aufschreien: »Was Vollmond?« doch der Suppenrest hinderte sie daran. Aber dafür war sie nun vollständig in einer anderen Welt. Sie grübelte, wie lange sie den dort unter den Toten gelegen hatte. Und so verstrich schemenhaft die kleine Scharade des Schwertziehens von Aril vorbei, bis sie hörte: „Gibt es so was bei euch auch?“ und sie sah ein Wappen. Ein Schwert in einem asymmetrisch geteilten Schild mit einem weiteren Schild und einem Kreuz. Dabei stachen die Farben Rot, Weiß und das Gold in ihren Blick.

»Schick!« war ihr Wort, welches sie sich selbst sagen hörte. Immer noch in der Suche nach der Zeit. Und um selbst welche zu gewinnen, musterte sie die Waffe. Sie griff das Schwert und führte einen schwungvollen Bogen zu einem Oberhau, schwang das Schwert nach beiden Seiten, täuschte einen Unterhau vor, um diesen mit einem Ausfallschritt nach vorn in einen Stich nach oben abzuwandeln. Man konnte ihren Gesichtszügen entnehmen, dass ihr dieses Scharmützel Freude bereitete. Ebenso zeigten die in sich flüssigen Bewegungen, dass diese Übung infolge vielfachen Übens zu ihren Fertigkeiten zählen durfte. Das hielt Glandis inne und sagte, die Waffe betrachtend, eher mit sich selbst redend: »Gut ein Meter Länge, solide ausgearbeiteter Griff, Knauf zum Stoß, sich leicht nach vorn wölbende Parierstange und ein Blatt mit edlen Ziselierungen, vermutlich ein seltenes Metall eingeschmiedet …« Und immer noch in Gedanken reichte sie das Schwert mit dem Griff vorneweg zu Aril und sagte zu ihr: »Eine schöne Waffe hast Du da. Doch mir ist sie zu groß und für die Dauer zu schwer. Doch das Schwert liegt gut ausgewogen in der Hand. Der Schmied versteht etwas von seinem Handwerk.«

Dabei klärte sich der Blick bei Glandis. Sie war fertig mit dem Grübeln, dem Nachrechnen und fragte Aril: »Aril, wirklich Vollmond? Denn ich habe am Anfang der Woche den Auftrag angenommen. Zum Vollmond ist die Mitte der Woche überschritten. Dann habe ich ja volle zwei Tage unter all den Toten gelegen.« Dabei schüttelte sie den Kopf und schaute mit aufgerissenen Augen auf Aril, als wenn sie es nicht glauben wollte, was sie gerade gesagt hatte. Und sie griff sich an den Kopf, als wollte sie prüfen, ob die Platzwunde noch vorhanden war.


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Fawks
09.03.2014, 10:34
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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Während des Essens war es eigentlich Aril, die redete. Glandis nickte hin und wieder und brachte auf ihre Frage ein „mhhmm“ hervor, aber es war nichts ungewöhnliches, dass Aril essen und reden wunderbar vereinbaren konnte.

Als Aril ihre Vermutung des Tages wegen äußerte, schienen sich Glandis’ Augen zu weiten – aber vielleicht hatte sie sich auch nur an der Suppe verbrannt.
Kaum, dass Aril das Wappen gezeigt hatte, legte die Dalish ihr Essen beiseite und ergriff das Schwert. In einigen kunstvollen und durchaus gekonnten Bewegungen schwang sie das Schwert: Oberschlag, Schlag nach links, Schlag nach rechts, angetäuschte Finte, die in einem Stich endete. Aril klappte – mal wieder – der Kiefer herab. »Gut ein Meter Länge, solide ausgearbeiteter Griff, Knauf zum Stoß, sich leicht nach vorn wölbende Parierstange und ein Blatt mit edlen Ziselierungen, vermutlich ein seltenes Metall eingeschmiedet. Eine schöne Waffe hast Du da. Doch mir ist sie zu groß und für die Dauer zu schwer. Doch das Schwert liegt gut ausgewogen in der Hand. Der Schmied versteht etwas von seinem Handwerk.«

Aril nickte eifrig. „Ohja, er ist unser Hofschmied und hat fast alle Waffen angefertigt, die zum Kampf verwendet werden. Seine Werke sind sehr gefragt.“

Doch die Elfin schien mit den Gedanken ganz woanders zu sein. »Aril, wirklich Vollmond? Denn ich habe am Anfang der Woche den Auftrag angenommen. Zum Vollmond ist die Mitte der Woche überschritten. Dann habe ich ja volle zwei Tage unter all den Toten gelegen.«
Die Adlige legte die Stirn in Falten. „Ja, das würde passen.“ Sie folgte der Bewegung Glandis’, die die Hand auf den Hinterkopf legte und umschloss ihre Hand mit der eigenen. Gemeinsam legten sie die Hände auf die Wunde, die mittlerweile verkrustet war. „Als ich dich fand,“ erklärte Aril behutsam während sie über die Wundränder strich, „war die Wunde zwar frisch, aber die Ränder schon dunkel. Es blutete nicht fortwährend. Du hast einen zähen Körper und einiges an Glück. Ich glaube, nicht viele hätten mit so einer Wunde überlebt, wenn sie noch zwei Tagen auf einem Schlachtfeld feststecken…“ Aril wollte nicht, dass die Elfin sich beim erneuten Nachdenken erschrak. So ein Schock konnte sicherlich leicht auch nach einiger Zeit kommen, wenn man längst in Sicherheit war. Und so nahm Aril die Hand von der Wunde und legte sie stattdessen sanft auf die Wange der Elfin. „Sorge dich nicht. Dir geht es gut und du hast alles überstanden. Das ist mehr, als die meisten von sich sagen können, die an dieser Schlacht teilgenommen haben. Wenn etwas ist, sag mir Bescheid – wenn du magst.“ Fügte sie stockend hinzu.

Um die Elfin nicht in trüben Gedanken versinken zu lassen, reichte sie ihr den Rhabarberkelch wieder. „Na komm, beenden wir das Frühstück, dann richten wir uns und reiten los. Dein Bogen wartet auf dich!“ Die Menschenfrau schenkte der Elfin ein aufmunterndes Lächeln.

VRanger
09.03.2014, 16:58
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Glandis | Flüchtlingslager / Wäldchen • Ein Vorschlag

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis hörte sich die Sachen zu ihrer Wunde an und fühlte die Hand Arils an ihren Haaren. »Angenehm …« dachte sie. Dann sagte die Dalish: »Nun einen Teil, wenn nicht überhaupt die Hauptwucht des Hiebes durfte, mein Helm abgehalten haben. Den hat es mir ja vom Kopf gerissen. Gut, dass ich einen auf hatte, sonst wäre es jetzt um mich geschehen …«

Das Glandis fuhr nicht in der Richtung des Gesagten fort. Sie strafte ihren Körper, bewusst erhob sie sich, legte dabei das von Aril gereichte Rhabarberblatt zur Seite, griff nach der Rüstung aus Drago-Leder, bereit sich diese über zu ziehen. Dabei sagte sie und man wusste im Klang der Sprache, dass sie zu allem entschlossen war. »Jetzt weiß ich es, dort wo mein Helm liegt, da werde ich mich an den Kampf erinnern. Und ich glaube, wenn ich die Ereignisse nach gehe, dort am Rand des Flüchtlingslagers, dann wird sich alles andere finden. Vielleicht auch mein Bogen!«

Sie blickte in das Lächeln von Aril und sah zu dem Zuversicht. »Ja,« sagte Glandis, »Du hast recht! Wir sollten los.« Und als Aufmunterung gedacht fügte sie noch an: »Nun, das Wappen habe ich im Lager nicht bewusst gesehen. Doch es waren viele dort. Doch, wenn er solche guten Waffen hat, wie Du sie trägst und aus dem gleichen Holz wie Du bist, dann werden wir ihn finden. Wenn nicht dort, dann später. Vielleicht hat er auch anderen bei der Flucht geholfen und trägt jetzt Sorge und Schutz für sie.«


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BlackShial
11.03.2014, 11:39
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngEin unangenehmer Geruch lag in der Luft, biss dem Magier förmlich in die Nase und veranlasste ihn dazu das Gesicht zu einer angewiderten Grimasse verziehen. Die ganze Umgebung war erfüllt von diesem Gestank, ließ den jungen Mann vermuten, dass die Brut die Quelle dessen war, doch war er bereits seit einer Weile auf keine mehr gestoßen. Sonderbar, aber keinesfalls unangenehm.
Wobei es doch eigentlich sonderbarer war, diese überhaupt auf der Oberfläche zu sehen. Sie überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Das Leben im Zirkel war so einfach und unbeschwert gewesen, dass solche Gefahren eher wie Legenden wirkten, Märchen erzählt von Trunkenbolden und irren Wanderern. Von Müttern, die ihre Kinder mit Gruselgeschichten dazu bringen wollten endlich in den Schlaf zu gleiten. Kontraproduktiv, zumindest bei Kindern die eher dazu neigten schnell Angst zu bekommen, nicht so wie bei ihm. Interessiert an allerlei unnatürlichen Dingen, Dämonen und deren Versprechen von Macht, doch aufgewachsen ohne Mutter die ihm solche Geschichten hätte erzählen können.
Kopfschüttelnd und mit einem stumpfen Lächeln auf den Lippen schob er seinen Stab über den unbefestigten Boden und hob den Kopf gen Himmel. Schon zuvor war ihm der Rauch in der Ferne aufgefallen, ein Zeichen das seine Aufmerksamkeit voll und ganz einnahm, ohne das er sich dessen überhaupt gewahr wurde.
Rauch entstand durch Feuer und Feuer war seine Seele, seine Leidenschaft, sein Leben.
Also folgte er dem Ruf der Flamme, welche in seinem Herzen loderte und ihn direkt auf ein Schlachtfeld führen würde, nichtsahnend und auch kein bisschen daran interessiert. Das es Lothering war, sein eigentliches Ziel, welches in der Nähe des Feuers lag oder gar der Ort war, von dem der Rauch aufstieg war ihm nicht einmal annähernd bewusst.
„Er folgt dem Feuer, so lange bis es Teil seiner Macht wird und er zwischen den Flammen tanzen kann.“
Lachend erhob er seinen Stab, wirbelte ihn um seinen vor Aufregung glühenden Körper herum und setzte seinen Weg fort.

Fawks
11.03.2014, 22:49
http://upload.worldofplayers.de/files9/Lager_RPG_k.png

Als die Damen fertig waren, räumten sie alles zusammen, traten das Feuer aus und machten sich abmarschbereit. Aril schnallte nun ihre Rüstung an, befestigte die Futterale für die Schwerter auf dem Rücken und steckte sie gekonnt hinein. Die beiden Schwertgriffe ragten hinter ihrem Kopf kreuzweise nach oben, doch es war genug Abstand, als dass sie problemlos Schulter und Kopf drehen konnte, ohne sich anzustoßen. Auch Glandis hatte ihre Rüstung angelegt und ihre Dolche befestigt.
Außer der Feuerstellte, dem etwas plattgedrücktem Gras und den kleinen Holzvorrichtungen verriet nichts, dass sie hiergewesen waren. Aril versteckte die beiden Holzgestelle in einem nahen Gebüsch, schwang sich dann auf Trovaos Rücken und hielt Glandis den Unterarm hin. „Halt dich an meinem Arm fest, stoß dich kräftig ab und lass mich den Rest machen!“ erklärte sie. Die Elfin tat wie geheißen und Aril spannte den rechten Arm an, zog mithilfe von Glandis’ Schwung die Frau in die Höhe und koordinierte die Bewegung so, dass sie hinter ihr im Sattel landete. „Entschuldige, wenn ich vorne sitze, aber wir sind fast gleich groß und ich kann nichts erkennen, wenn du vor mir sitzt. Als ich dich herbrachte, habe ich dich in Trovaos Mähne gelegt, aber da warst du auch bewusstlos,“ fügte sie hinzu. „Dann wollen wir mal!“

Die junge Nuemb gab Trovao über die Zügel das Zeichen zum Aufbruch und der Hengst trottete mit einem kleinen Schnauben los. In einem flotten, aber nicht eiligen Tempo, kam Aril wieder durch das Wäldchen, wieder erkannte sie die Wolfsleichen, die immer mehr dem Verwesungsprozess anheim fielen und wieder wunderte sie sich über die Stille. „Es ist so ruhig hier. Als ob es kein Leben mehr gäbe…“ flüsterte sie. „War das vorher schon so?“

Im stetigen Schritt durchquerte Trovao das Wäldchen, sie waren dem Bach, der unsichtbar einige Meter von ihnen entfernt sich entlangschlängelte etwas in Richtung Süden gefolgt, doch nun machten sie einen Bogen hin zur offenen Ebene, wo das Schlachtfeld zu erkennen war.

Unwillkürlich ließ Aril den Hengst anhalten als er unter den Bäumen hervortrat. Der Anblick machte ihr wieder eine Gänsehaut. Sie dachte nicht daran sich zu verstecken, auf dem Schlachtfeld war nichts Lebendes zu erkennen. Stattdessen lagen die Leichen herum und der Gestank war noch schlimmer als vor ein paar Tagen. Aril konnte die Beklemmung der Elfin hinter ihr förmlich spüren. Langsam setzte Trovao seinen Weg fort und Glandis bekam Gelegenheit, all das anzusehen, an das sie sich wahrscheinlich nicht gerne erinnerte. Zielsicher schlug der Rappe den Weg ein, der zu dem Ort führte, wo die Menschenfrau die Elfin gefunden hatte. Aril schluckte trocken, ein Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet.

Aufmerksam betrachtete sie jede der Leichen, an denen sie vorbeikamen, meist waren es diese Bestien, von Pfeilen durchbohrt, aber einige Verteidiger Fereldens lagen auch darunter. Keiner ähnelte Nien, nirgends erkannte sie das Wappen.

Schließlich hob sie den Kopf und deutete mit dem linken Arm auf eine Stelle. Dort hatte sie Glandis gefunden, Aril erkannte in der vertrockneten Erde die Schleifspur, sah den zur Seite gewälzten Gegner, den sie von Glandis herunterhieven hatte müssen und auch die glänzende Rüstung eines Ritter, auf der Glandis halb gelegen hatte.

„Hier. Hier lagst du. Auf diesem Ritter. Da hast du auch die Schürfwunde her. Dieses Ding,“ sie deutete auf den bereits munter verwesenden Leichnam des seltsamen Geschöpfes, „lag auf dir drauf und ich konnte es mit Hilfe von Trovao von dir runterziehen. Sieh dich um!“ forderte Aril die Elfin auf. Vielleicht konnten sie ja gemeinsam etwas entdecken.

VRanger
12.03.2014, 17:05
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Glandis | Flüchtlingslager / Schlachtfeld • Beginn der Suche

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Es war also wahr. Glandis stand an der Stelle, wo sie gerettet wurde. „ Hier. Hier lagst du. Auf diesem Ritter. Da hast du auch die Schürfwunde her. Dieses Ding …“ hörte sie Aril sagen und schaute, wo ihre Begleiterin hinzeigte, und sah den geköpften Leichnam eines Hurlocks. Die Dalish hörte beim Hinsehen Aril weiter sprechen: „... lag auf dir drauf und ich konnte es mit Hilfe von Trovao von dir runterziehen. Sieh dich um!“

Mehr aus Verlegenheit und weil sie nicht wusste, wo sie war, antwortete Glandis: »Danke Dir Aril!« Sie begann ziellos zu schauen, anfassen wollte sie in diesem verwesenden Umfeld eher nichts, sie wünschte sich ein nasses Tuch vor das Gesicht, hatte es aber nicht. Sie blieb sie nach wenigen zögerlichen Schritten stehen und versuchte den Beginn vom Morgen des Tages zu finden. »Ja,« dachte sie. »Wir haben die Raststelle gut aufgelöst, Aril hat das Holzgestell, welches ich zum Trocknen genutzt hatte, versteckt, das Feuer war gelöscht.« Sie dachte über den Ritt hinter Aril nach. Wie sie ihre Arme um Aril geschlungen hatte und dass sie hören musste, wo sie auf dem Pferd gelegen hatte.

Auch daran, dass Aril geflüstert hatte, „ Es ist so ruhig hier. Als ob es kein Leben mehr gäbe …“, daran erinnerte sie sich. Auch die Frage: „War das vorher schon so?“ kam Glandis in den Sinn. Sie drehte sich zu Aril und erklärte mit einem hilflosen Gesichtsausdruck: » Du hattest gefragt, ob es hier schon immer so ruhig war? War es nicht. Aber ich habe auch das Ende des Kampfes der Wölfe gesehen und all den Tod hier ringsum …«

Dann unterbrach sie ihre Rede, schaute prüfend in die Runde, als wenn sie etwas suchen würde und sprach zu Aril: »Aril, ich habe Dinge gehört. Doch ich weiß nicht zu unterscheiden, ob ich es geträumt habe, als ich hier lag oder ob es stimmt. Ich weiß immer noch nicht, wo wir sind. Du hast mich hier gefunden? Unter diesem großen Hurlock?« fragte sie mit gesenkten Schultern eher hilflos.


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Fawks
14.03.2014, 10:12
Glandis hatte sich umgesehen und schien nicht sehr glücklich zu sein. An Aril gewandt sagte sie: »Aril, ich habe Dinge gehört. Doch ich weiß nicht zu unterscheiden, ob ich es geträumt habe, als ich hier lag oder ob es stimmt. Ich weiß immer noch nicht, wo wir sind. Du hast mich hier gefunden? Unter diesem großen Hurlock?«
Die Adlige schwang schwungvoll ein Bein über Trovaos Rücken und glitt aus dem Sattel. Unten angekommen reichte sie Glandis die Hand und half ihr sorgsam vom Pferd - ihr Kopf sollte am besten immer noch geschont werden.

"Komm mit!" forderte sie die Elfin auf. Sie ging voran, hin zu dem Hurlock und stellte den Fuß auf ihn. "Ja, der lag auf dir. Du lagst hier," sie ging drei Schritte weiter zu dem Ritter in Rüstung und stellte sich so, dass wenn sie sich hinläge, genauso positioniert wäre wie Glandis. Die Dalish sah sehr nachdenklich aus, sie stand reglos da, das Kinn in der Hand abgestützt und dachte offensichtlich heftig nach.

Aril sah sich ein wenig weiter um, entfernte sich einige Schritte - als sie ein Wiehern hörte. Es kam von Trovao und wie der Blitz fuhr Aril herum, um zu sehen, was geschehen war. Entweder hatte der Hengst sich erschreckt oder er hatte etwas entdeckt, denn im Trab eilte er quer über das Schlachtfeld, hin Richtung Lager, wo er vor dem großen Eingangstor auf und ab tänzelte. "Was ist denn jetzt mit ihm los?" wunderte sich Aril, di dem Pferd nachsah, dabei den Weg außer Acht ließ und mit einem Scheppern gegen etwas trat, ausrutschte, den Halt verlor und bäuchlings auf die Erde klatschte. Glandis kam sofort zu ihr, doch noch bevor sie fragen konnte, deutete Aril auf das Ding, auf dem sie ausgerutscht war. "Das da, schau mal, ist das nicht ein elfischer Helm?"

Das schmale Schmiedewerk war kunstvoll verziert, nicht klobig und einen runden Gesichtsteil freillasend wie die Helme der Menschen - oder gar ein Helm in Hut form - nein, es war für ein schlankes Gesicht gedacht, die Augen wurden in einem brillenartigen Schutz umrahmt ohne die sicht zu behindern, ein dünner Metallstreifen deckte die Nase, der Kieferteil schmiegte sich augenscheinlich eng an den Kiefer an und lief zum Hals hin spitz zu. Und das alles bequem zu tragen war die Innenseite mit einem dünnen Stoff - der sich beinahe so anfühlte wie Seide - ausgekleidet. Auf der Kopfseite lief der Helm leicht spitz zu, ohne die grundlegende ovale Form zu verlieren, sodass Pfeile an ihm wunderbar abprallen konnten.

Bevor Aril und Glandis das entdeckte diskutieren konnten, sahen sie, wie der Rappe anfing, allmählich ein ziemliches Spektakel aufzuführen. "Ich muss nach ihm sehen - viellleicht kommst du besser mit, wer weiß was er da am Tor entdeckt hat. Den Helm nehmen wir am besten mit." Damit wandte sie sich in Richtung des Lagers, diesmal sorgsamer stieg sie über Leichen und Waffen, Rüstungen und diese stinkenden Kreaturen - sie wünschte, sie hätte irgendein Tuch dabei um ihre empfindliche Nase zu schützen, aber dafür war jetzt nicht der Zeitpunkt.

Am Tor angekommen sah sie, dass es wohl verschlossen gewesen war und mit roher Gewalt gestürmt worden sein musste. Es war noch immer geschlossen, doch die mannshohen und sehr breiten Löcher, die darin klafften, zeugten von starken Wesen, die es durchbrochen haben mussten. Das war auch der Grund, warum Trovao nicht hindurchging , die Löcher waren zwar breit genug, aber zu niedrig für das große Pferd. Aril schlüpfte vorsichtig durch die für sie riesigen Bruchstellen und ruckte an der Innenseite des Tors an den unterschiedlichen Riegeln, bis sich das Tor quietschend und schier auseinanderfallend öffnen ließ.

Trovao stürmte hinein, auf den ersten Zeltplatz zu, wo nur noch zerrissene Reste herumlagen, weiter an einigen ehemaligen Holzständen vorbei, die offensichtlich dem Verkauf von Waren gedient hatten, hinein in einen weiter hinten gelegenen Zeltplatz. Dort setzte er sein Wiehern for, kam zurückgetänzelt und gab Aril einen Schubs mit dem großen Kopf, nur um gleich wieder in die entgegengesetzte richtung zu traben. "Ich weiß nicht was er mir zeigen will, aber er ist sehr aufgeregt," murmelte Aril Glandis zu. "Bleib wachsam," fügte sie leise hinzu, zog eine ihrer Klingen und ging sorgsam auf die Umgebung achtend hinter Trovao her. Der hatte Halt gemacht an einem riesigen Zelt, das im hinteren Teil sogar noch tand, der vorderte Teil hatte seine Stützstangen verloren und hing lose herab. Das gewaltige Zelt war groß genug, dass ein Pferd darin stehen konnte und aufgrund der aufwändigen Färbung in einem Muster aus weiß und rot vermutete Aril, dass es das Zelt des obersten Hauptmanns gewesen war.
in dem Teil, der herabhing, bewegte sich etwas. Aril näherte sich vorsichtig, hob mit dem Schwert den Rand des Zeltstoffe an - und hörte ein schwaches Wiehern. Mit einem Ruck hatte sie einen Schnitt in den Zeltstoff geschnitten un legte das braune Fell eines Pferdes frei, das am Boden lag. "Hilf mir!" forderte sie Glandis auf und begann um den Körper des Pferdes herum das Zelt aufzuschneiden. Dabei entdeckten die Frauen, dass es verletzt war - ein Schnitt hinter dem Vorderlauf musste übergequollen sein vor Blut und war völlig verdreckt und verschorft. Das Pferd wieherte schwach und es war klar, dass ihm ohne Hilfe nicht mehr viel Zeit blieb. Es war eine braune Stute mit einer weißen Blesse auf der Stirn, die die an ihrem kopf werkelnde Elfin ängstlich ansah, aber viel zu schwach war, irgendetwas zu unternehmen.

Deeman
14.03.2014, 11:38
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Anlya fiel ziemlich schnell in einen tiefen Schlaf. In ihren Träumen fesselte die dunkle Brut sie und nachdem sie ihr ihre Kleidung vom Leib gerissen haben übergaben sie die Elfe an ihren früheren Besitzer. Dieser fackelte nicht lange und kettete sie an eine Mauer. Dann holte er eine schwere Peitsche hervor und schlug ihr auf die nackten Brüste. Mit einem lauten Schrei erwachte Anlya aus ihrem Alptraum.

Sie war so versängstigt und verstört, dass sie nichts von ihrer Umgebung wahrnahm. Die Elfe befürchtete, dass sie ihre beiden Begleiter geweckt hatte. Doch nachdem keiner von ihnen etwas sagte hob sie langsam den Kopf. Sie öffnete den Mund um zu schreien, doch sie brachte keinen Ton heraus. Sie waren von einer Gruppe Männern umstellt. Alle hatten die Waffen gezogen und starrten sie schweigend an. Vorsichtig wagte Anlya einen Blick zu ihren Begleitern. Sie hoffte, diese waren nun wach und wüssten was zu tun war.


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All diese Worte. Die Fragen. Er ignorierte sie, sowohl die Neugier vom Magier als auch die kindliche Aufregung des kleinen Elfenmädchen. Schweigend begab er sich in das provisorische Lager zwischen den Dünen. Der Schmerz plagte ihn, am liebsten hätte er ihn rausgebrüllt.
Sichtlich erschöpft warf er sich in den Sand und blickte in den Sternenhimmel. Es dauerte nicht sehr lange bis er in den Schlaf dämmerte. Er wirkte friedlich dabei.
Dennoch plagten ihm seltsame Träume. Eine pechschwarze Wand kam auf ihn zu und er hörte wieder diese eindringliche Stimme die zu ihm sprach.
"Komm zu uns..." sprach sie zu ihm.
Tief und fest schlummerte er im Sand. Friedlich...
Von der Aufregung, die das plötzliche Erscheinen der Fremden mit sich brachte, bekam er nichts mit...

VRanger
15.03.2014, 14:10
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Glandis | Flüchtlingslager • Entscheidungen

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis hatte einige Momente dieser Art in ihrem noch jungen Leben erfahren. Im rasenden Tempo zogen die Ereignisse vorbei. Vorbei an einem, ohne dass man sich dessen bewusst werden konnte. In einer Schrittfolge stürmten sie voran und rissen einen selbst hinfort. Alte Überlegungen zerfielen darin zu Staub, andere Dinge, erwogen für Späteres, waren aktuell. Aber in einem Umfange, bei dem es schwer war sich zu entscheiden. Mancher zerbrach an solchen Dingen, weil er nicht den roten Faden finden konnte oder wollte.

Doch Glandis musste nach ihrem spontanen Wegrennen auf der Suche nach ihrem Vater, allein auf sich gestellt, mit sich im Reinen sein. Das hatte sie am Anfang sehr überrascht und sie abwiegen lassen, ob sie umkehrt in den Schutz des Clans. Mutter hätte sich gefreut und ihre beiden Schwestern auch. Aber sie war darin gewachsen und hatte ihren Willen geformt. Sie wusste, als sie vor dem Braunen stand: »Alles ist neu!« Das sagte sie mit bewusster, fester Stimme und sie dachte nicht an die Bogensuche, nicht an den gefundenen Helm, nicht an die Dinge ihres Kampfes. Nein daran dachte sie nicht. Sie überlegte auch nicht, wie es jetzt Aril gehen würde. Es war egal. Hier galt es ein Leben zu retten. Und dem hatte sich alles unterzuordnen.

Glandis schob Aril etwas zur Seite, kniete vor dem Pferd, strich ihre rosenblonden Haare zur Seite, legte ihre Wange auf den Hals der Stute, streckte den rechten Arm auf dem Körper des Tieres aus. Fühlte Herzschläge, die Angst und die Schmerzen, die sich unter dem doch rauen braunen Fell durchdrangen. Sie flüstere mehrfach wiederholen so eins geworden in das Ohr des Pferdes: »Ir Abelas, ma vhenan« … »Ir Abelas, ma vhenan«

Nachdem sich nach ihrem Gefühl das Tier besser im Einklang mit seinen Sein befand und wissen musste, dass sein Leid erkannt ist und gelindert werden soll, ein Traumzustand gelungen war, stand Glandis behutsam auf. Dabei sah sie in die Augen von Aril, zeigte eine Art der Erschöpfung, wie diese in solchen geistigen Verschmelzungen üblich war und sagte ohne einen Zweifel an ihren Worten aufkommend, mit fester, aber sehr ruhiger, singender Stimme, um die Stute in der erreichten Trance zu belassen: »Aril, wir sind an einigen Ständen vorbeigekommen. Dort sind Behältnisse, Töpfe auch. Nimm dir, was du brauchst, reite mit Trovao so schnell du kannst, aber mit Vorsicht zum Bach und komme mit Wasser zurück.« Die Dalish überlegte, ob noch was zu sagen wäre, schüttelte dabei ihren Kopf und ihre rosenblonden Haare wippten dabei. Sie legte die Hand auf Arils Schulter, als wenn sie ihr Mut zusprechen wollte, aber auch, um zu zeigen, wie sehr sie zu dem Gesagten stand: »Mach es! Ich werde hierbleiben und mich um die Stute kümmern! Komme zu recht!« Und eher leise mit einem Bedauern und Erschrecken über die Konsequenz ihres Handelns fügte sie noch an: »Werde jetzt keinen Bogen suchen. Wir müssen ein neues Lager finden, nahe am Bach und geschützt durch den Wald und können für Tage nicht weg. Reitest Du?«


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Khardim
16.03.2014, 00:14
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgIm Licht einer sich langsam senkenden Sonne schlich Nekka durch den Wald, den dicken schwarzen Rauch (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22480478&viewfull=1#post22480478) stets im Auge. Sie schob sich vorsichtig von Deckung zu Deckung und sah sich dabei fortwährend nach Bedrohungen um; sie ging weiterhin davon aus, dass die Dunkle Brut für die Flammen verantwortlich war. Ihre Armbrust hielt sie dabei gespannt vor der Brust, auch wenn die mächtige Schusswaffe ziemlich sperrig war. Sollte sie tatsächlich auf die bösartigen Kreaturen treffen würde sie sie gewiss brauchen.
Zwischen den Bäumen um sie herum lag wieder die selbe Stille, die sie schon seit Tagen begleitete: Die Tiere des Waldes waren vor der Verderbnis geflohen oder ihr anheim gefallen. Doch selbst über das Fehlen von Balzrufen oder des Rascheln im Unterholz hinweg war es bedrückend ruhig. Als wäre die Welt ihrer Geräusche beraubt worden, als wären sie ganz leise an einer Krankheit gestorben, für die es keine Anzeichen gegeben hatte.
Mit unruhigem Blick sah sich Nekka zwischen den Stämmen um. Es war als läge etwas in der Luft, eine nicht zu fassende Gefahr, die sich an sie anschlich. Oder die im Schatten lauerte und wartete, bis sie ihr nichtsahnend in die Fänge stolperte. Nekka duckte sich in eine kleine Kuhle im Waldboden und hielt ihre Nase in den Wind. Sie sog die Luft ein, den Geruch des Waldes, des Landes und seiner Geschichte, die niemand ganz erzählen konnte, weil kein lebender Mensch sie ganz erlebt hatte.
Ganz leicht nur, wie ein Hauch, den man kaum wahrnehmen konnte, roch sie den Tod.
Der Gestank der Verwesung drang ihr verschwindend dünn in die Nase und lies sie schaudern, noch bevor sie genau einordnen konnte, was sie da roch. Nur Sekunden später hörte sie einen kurzen Flügelschlag. Sie musste den Vogel nicht sehen um sich sicher zu sein, dass es eine Aaskrähe war.

Dem stärker werdenden Odem des Todes folgend setzte sie ihren Weg durch den stillen Wald fort, bis sich an dessen Grenze eine Ebene auftat, deren Boden schwarz vom vergossenen Blut und von dutzenden, wenn nicht mehr Leichen bedeckt waren. Der Gestank dort war betäubend und vor Nekkas Augen tauchten die Bilder ihrer Familie wieder auf. Schlagartig wurde es wieder kalt in ihr.
Sie ging hinter einem Felsen in die Hocke und unterdrückte ein Schluchzen, indem sie die Kiefer zusammenpresste und den Griff um ihre Armbrust verstärkte, bis ihre Knöchel weiß wurden und ihre Handflächen vor Schmerz glühten. Erst das neugierige Krächzen einer Krähe, die über ihr auf dem großen Stein Platz genommen hatte, riss sie aus der schmerzhaften Erinnerung.
Sie raffte sich auf und sah sich um. Hauptsächlich lag tote Dunkle Brut auf dem Feld, dazwischen immer wieder menschlichen Kadaver in verschiedenen Rüstungen und Kleidern. Die Kreaturen würde sie nicht anfassen, aber die Gürteltaschen der anderen Leichen hielten bestimmt etwas für sie bereit. Nur zu lange durfte sie sich nicht damit aufhalten, es würde bald Nacht werden und wer konnte schon sagen, ob nicht noch mehr Brut im Wald lauerte?
Grade als sie sich geduckt zu dem Toten gestohlen hatte, der ihr am nächsten war, sah Nekka in einiger Entfernung die Überreste einer Holzhütte. Sie war sogar noch kleiner als die, in der sie selbst aufgewachsen war und in einem kläglichen Zustand: Das Dach war in sich zusammengebrochen und der Eingang glich mehr einem Loch in der rußgeschwärzten Wand als einer Tür.
Vielleicht würde sie dort Hinterlassenschaften der ehemaligen Bewohner finden, überlegte sie und dachte dabei an ihren eigenen kleinen Hort von Dingen, den sie einst unter ihrer Schlafstätte versteckt hatte.
Immer noch mit größter Umsicht schlich Nekka sich über das Leichenfeld und nutzte dabei Felsen, Mulden und Kadaver als Deckung; sie musste jederzeit damit rechnen, von Überlebenden oder anderen Plünderern entdeckt zu werden.
Bei der Hütte angekommen atmete sie tief durch und wollte grade einen raschen Blick ins Innere werfen, als sie ein Geräusch von ebendort hörte. Sie presste sich dicht an die geschwärzte Wand und lauschte.
Jemand war in der Hütte und … schnarchte.
Sie lies sich einige Augenblicke Zeit, um sich sicher zu sein, aber es bestand kein Zweifel: Von Drinnen waren ein gleichmäßiger Atem und ein sonores Schnarchen zu vernehmen.
In Nekka rangen Vorsicht und Neugier miteinander. Wer mochte dort liegen und schlafen? Oder war es eine Falle? Wie konnte der Schläfer die Schlacht überhören, geschweige denn überleben?
Hin und her gerissen fasste sie einen Entschluss: Sie zückte ihr Jagdmesser und schob sich langsam zur Tür. Mit angehaltenem Atem schaute sie um die Ecke und sah auf der anderen Seite des Raumes ein Bett in der Ecke stehen, in dem eine Frau tief und fest schlief.
Nekka zog sich zurück und holte tief Luft. Vor ihr lag ein verheertes Feld mit zahllosen Leichen und hinter ihr schlief selig eine Frau. Ob sie vielleicht all die Menschen und Kreaturen getötet hatte?
Musste sie sich hier nach dieser Bluttat ausruhen? War so etwas überhaupt möglich?

Sie nahm sich ein Herz und betrat leise und vorsichtig die Hütte. Außer dem Bett war nicht mehr viel intakt und während sie ihr Messer zwischen die Zähne nahm, um freie Hände zu haben, beobachtete sie eindringlich die Schlafende: Sie war eindeutig größer als Nekka und trug hauptsächlich schwarze Lederkleidung, von einem Brustschutz in dunklem Lila abgesehen. Auffällig war, dass sie keine Schuhe trug; ihre blanken Füße ragten ein wenig über die Bettkante hinaus, wohingegen ihre Hände zum größten Teil von Handschuhen bedeckt waren, die nur die Finger aussparten.
Während sie sich daran machte, in den verbrannten Überresten der Einrichtung nach Wertvollem zu suchen, bewegte sich die Frau im Schlaf, sodass Nekka nun in ein ebenmäßiges Gesicht blickte, das von schwarzem Haar gerahmt wurde und einen Ausdruck von Entspannung angenommen hatte. Anscheinend war ihr Schlaf deutlich ruhiger als ihr eigener, der regelmäßig von Alpträumen durchzogen wurde.
Sie fischte ein paar Stücke Leinen und Faden aus dem Chaos und fand in einer zertrümmerten Kiste eine kleine Spange, die sie prompt an ihrem Kopfschmuck befestige. Grade dabei fiel ihr auf, wie eigenartig die Haare der Schlafenden waren: Wie Hörner sahen sie aus und waren mit Bändern in Form gebracht worden. Bänder, an denen Nekka sofort Gefallen fand.
In einem Anflug von Übermut schlich sie sich zu dem Bett und sah sich die Haare genauer an. Sie waren ganz anders als ihre eigenen und als sie merkte, dass die Frau immer noch ganz ruhig schlief, berührte sie kurz eine Strähne, einfach um zu wissen, wie sie sich wohl anfühlte.
Ohne lange darüber nachzudenken machte sie sich daran, nach dem Anfang des Bandes zu suchen, das eines der Hörner in Form hielt und voll Aufregung fing sie grade damit an, es zu lösen, als sie plötzlich in ein Paar violetter Augen blickte, die die Müdigkeit des unfreiwilligen Erwachens in nicht einmal einer Sekunde ablegten.
,,Oh...'' stammelte Nekka in die Klinge ihres Messers hinein, das immer noch zwischen ihren Kiefern steckte.

Fawks
18.03.2014, 19:13
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

Glandis war vor der Stute niedergekniet und hatte eine Hand auf sie gelegt. Sie schein versunken und die Stute schien an dieser Trance teilzuhaben. Als Glandis sich wieder erhob, sah sie erschöpft aus, aber sagte bestimmt: »Aril, wir sind an einigen Ständen vorbeigekommen. Dort sind Behältnisse, Töpfe auch. Nimm dir, was du brauchst, reite mit Trovao so schnell du kannst, aber mit Vorsicht zum Bach und komme mit Wasser zurück. Mach es! Ich werde hierbleiben und mich um die Stute kümmern! Komme zu recht!« Wie um Aril klarzumachen, welche Dringlichkeit das jetzt hatte, erklärte sie noch: »Werde jetzt keinen Bogen suchen. Wir müssen ein neues Lager finden, nahe am Bach und geschützt durch den Wald und können für Tage nicht weg. Reitest Du?«

„Schon auf dem Weg,“ erwiderte Aril knapp, schnappte sich Trovao am Zügel und lief auf die Warenstände zu. Tatsächlich standen dort Holzeimer, Schalen und Töpfe. Sie griff sich einen Eimer mit Henkel und einen großen gusseisernen Topf, damit saß sie auf Trovao auf und ließ ihn durch das Lager, das geöffnete Tor auf dem kürzesten Weg hin nach Osten zum Fluss galoppieren.

Nach wenigen Minuten war sie angekommen, glitt von Trovaos Rücken und befüllte sowohl Eimer als auch Kochtopf. Sie befüllte die Gefäße und stellte fest, dass sie doch recht schwer wogen. „Das wird was,“ murmelte sie. Sie stellte zuerst den Kochtopf direkt vor den Sattel, klemmte den Griff unter das gehärtete Leder. Dann griff sie sich den schweren Eimer, ächzte vor Anstrengung, fasste vorsichtig das Sattelhorn und versuchte sich daran hochzuziehen. Eine gewaltige Menge Wasser aus dem Topf schwappte über den Sattel herab zu Aril. Doch sie ließ sich nicht beirren, stieg unter Aufbietung all ihrer Kräfte auf den Steigbügel und zog sich nach oben. Der Topf verlor erneut eine Menge Wasser, aber Aril dachte nur daran, jetzt so schnell wie möglich mit so viel Wasser wie möglich zurück zu kommen. Im leichten Trab ließ sie Trovao traben, die Beine fest an den Pferdeleib gepresst, den Topf zwischen im Auge behaltend, in der linken Hand die Zügel, in der rechten den Eimer, sodass ihr Arm stetig sich weiter nach unten zu ziehen schien.

So kam sie am Lager wieder an, ritt neben Glandis und rief ihr zu: „Nimm mir bitte mal den Eimer ab! Und dann den Topf, sonst komme ich nicht vom Pferd.“

VRanger
19.03.2014, 17:00
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Glandis | Flüchtlingslager / Schlachtfeld • GWESS

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png
»Werde jetzt keinen Bogen suchen. Wir müssen ein neues Lager finden, nahe am Bach und geschützt durch den Wald und können für Tage nicht weg. Reitest Du?« hatte Glandis zu Aril gesagt und diese tat es und war mit den Worten: „Schon auf dem Weg“ weg samt des schwarzen Hengstes.

Glandis schaute sich um und erkannte, sie war im Zelt des Kommandanten der Templer. »Genau!« schoss es ihr durch den Kopf. Hier hatte sie den Auftrag erhalten, das Lager zu beschützen. Sie sollte bei Gefahr in ein ausgehändigtes Horn stoßen. Bei diesem Gedanken fuhr sie überlegend mit der Hand durch ihr rosenblondes Haar und stieß sich etwas an einem der Wundränder, den der Schlag des Hurlocks erzeugt hatte. Der Schmerz schärfte ihre Überlegungen. »Meine Sachen!« Dieser Einfall war gut, den die Dalish hatte für ihren Erkundungsgang alles Unwichtige, wie Wechselkleidung, etwas Proviant und die ein oder andere Habseligkeit genau in dem Zelt des Templers gelassen. Doch die liegende Stute versperrte ein gründliches Durchsuchen.

»Hilf Dir selbst und dann wird Dir geholfen,« murmelte die junge Frau und untersuchte die Verletzung. »Gut, sterben wird das Tier nicht daran. Es ist schwach und verstört …« sagte sie vor sich hin, obwohl sie ja keiner hören konnte. »Vermutlich würde ich auch so traurig schauen, wenn ich immer noch auf dem Schlachtfeld liegen würde,« mutmaßte sie. Sie streichelte das Pferd mit der Absicht es zu ermuntern und nah an die Verletzung zu kommen. Dann trat sie zurück und erklärte dem Tier mit einer Selbstverständlichkeit, dass es ihre Worte verstehen könne: »Ich werde jetzt das Zelt großräumig aufschneiden. Dann bekommst Du ein Wundpflaster von mir. Es wird helfen.« Glandis überlegte ein bisschen. Das tat sie immer, wenn sie nach dem richtigen Begriff suchte. Und als sie lächelte, hatte sie ihn gefunden: »gwess, gwess werde ich Dich nennen, wenn Du es schaffst aufzustehen. Ja, meine gwess?!« Danach trat sie zurück, zückte ihre Dolche und schaffte Platz um die Stute. Weil es auch kurz vor Mittag war, hatte die Sonne auch eine wärmende Wirkung. Das spürte Glandis, als sie nochmals das braune Fell abtastete und leider ohne die Wunde reinigen zu können das Pflaster zumindest auf den wichtigsten Teil auflegen konnte. Es würde durch die aufgebrachten Tinkturen eine Weile halten. »Eigentlich müsse man das Fell abrasieren,« dachte sie. Dabei kam ihr mit Erschrecken in den Sinn, dass sie Aril auch gefragt hatte, ob ihre Haare fallen müssten.

Dann begann sie ein altes Lied der Dalish zu singen und hockte sich neben die Stute. Bei dem Streicheln merkte sie, dass das Pferd sich völlig einließ in das Spiel. Und nach einer geraumen Zeit sagte sie: »Komm, verdiene dir deinen Namen. Sei gwess!« Sie unterstütze den natürlichen Trieb des Tieres aufstehen zu wollen so gut, wie sie es mit ihrem Körper konnte. Schließlich stand das Pferd. Zitterns, schnaubend, aber es stand. Glandis schmiegte sich stützende an den Rumpf und sagte strahlend: »gwess, meine gwess!«

Die Worte:„Nimm mir bitte mal den Eimer ab! Und dann den Topf, sonst komme ich nicht vom Pferd.“ zeigten ihr, dass Aril bereits zurück war. Schnell machte sie die nötigen Schritte, immer einen Blick auf die braune Stute. Sie nahm Aril den halbvollen Eimer ab, dankte mit einem »Oh, wunderbar!« Dann ging sie das Wasser vor sich halten in Richtung des Tieres. Dieses musste das so lange entbehrte Nass gewittert haben und kam zögernd durch die Verletzung und das lange Liegen ein wenig Glandis entgegen. Zumindest sah es wie ein Versuch aus. Glandis war schneller und hielt dem Pferd den Eimer hin: »Trink gwess, doch nicht zu hastig …« und erfreute sich an dem Lebensfunken, der in der Stute zu keimen begann.


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Fawks
22.03.2014, 11:23
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

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»Trink gwess, doch nicht zu hastig …« hörte Aril Glandis sagen, als sie endlich vom Pferd gestiegen war. Zu ihrer Überraschung hatte sich die Stute erhoben und soff in vollen Zügen aus dem Eimer. Aril musste grinsen. „Genau das habe ich dir auch gesagt, als du das erste Mal trinken wolltest,“ meinte sie zu Glandis, „aber gehört hast du nicht!“
Aril freute sich darüber, dass Glandis offensichtlich Gefallen an der Stute gefunden hatte und dass sie sich so viel Mühe mit ihr gab.

„Du könntest jetzt nach deinem Bogen suchen,“ schlug die Adlige der Elfin vor. "Ich passe derweil auf das Pferd auf. Wie hast du sie genannt? Gwess? Hat das eine Bedeutung?“ Wieder einmal ließ sie einen Sturzbach an Fragen auf die Dalish nieder. Sie bemerkte das selbst und musste erneut grinsen. „Entschuldige. Du kannst es mir ja am Lager erzählen – wenn du willst. Aber wir sollten so bald wie möglich dorthin zurück, die Stute braucht Ruhe.“
Der Hengst hatte sich mittlerweile neben die Stute gestellt und rieb vorsichtig mit seinen Nüstern ihren Hals. Zur Antwort kam nur ein schwaches Schnauben.

„Ich werde noch einen Topf und ein paar Schalen mitnehmen,“ äußerte Aril und lief schnell zu dem vormalige Stand. Sie griff sich einen Eimer, einen Kochtopf, in den sie zwei Holzschälchen legte und ein eisernes Gestell, an dem man den Topf aufhängen konnte. Es bestand aus drei dünnen Stangen, die man ineinander hakte und in die Boden stecken konnte. Sorgfältig stapelte Aril alles in dem zweiten Eimer und nahm ihn mit den zu Pferden.
Die Stute hatte den Wassereimer fast ausgetrunken. Aril kam der Gedanke, dass sie hier vielleicht noch Verbandsleinen oder solche Sachen finden konnten, aber sie wollte warten, bis Glandis zurückkam.

VRanger
22.03.2014, 17:29
vorheriger Post: • GWESS (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22556930&viewfull=1#post22556930)

Glandis | Flüchtlingslager • Ein Test

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Du könntest jetzt nach deinem Bogen suchen. Ich passe derweil auf das Pferd auf. Wie hast du sie genannt? Gwess? Hat das eine Bedeutung?“ Ehe die Dalish antworten konnte auf den Wortschwall, war Aril auch schon wieder weg. So stellte Glandis den Eimer mit dem Wasser etwas weg von der Stute, außerhalb des früheren Zeltraumes. Inzwischen musste auch der Rappe ihre Gwess beschnuppern. Sie wollte schon etwas sagen, doch das schwache Schnauben sagte ihr alles.

Sie schaute sich um, immer mit einem Blick bei den Tieren, wo Aril nun abgeblieben war. »Ach auf Beute,« dachte sie sich und wäre auch gern zu den Händlerständen gegangen bzw. dort, um zu schauen, was davon nach Sturm und Feuer noch übrig war.

Mit dem Beobachten der Tiere sah Glandis, das die Stute versuchte dem Eimer nachzugehen. Vorsichtig setzte sie einen Huf nach vorn. »Das war die gesunde Seite,« dachte Glandis. Sie wollte nichts unternehmen, nur prüfend warten. Dann kam der wohl wichtigste Schritt. »Etwa einen halben Meter,« schätze sie den geschafften Weg ein. Doch sie freute sich und ging zu der Braunen und streichelte ihr Fell. Aber das Pferd wollte zum Wasser. So sagte Glandis: »Ruhig, ganz ruhig!«

Aril hatte bei dem Suchen an den Ständen scheinbar von dem kleinen Schritt nichts mitbekommen. Doch Glandis sah bereits ihre Sachen, besser ihren Beutel, den sie beim Botengang zurückgelassen hatte. Doch beide Tiere versperrten noch den Weg.

Dann kam Aril mit allerlei brauchbaren Dingen zurück. Glandis nickte anmerkend zu ihr und sagte lächelnd: »gwess,« dabei unterbrach die deutlich die elbische Aussprache, fasste an den Hals der Stute, als wenn es eines Beweises bedurfte, und sagte mit einer eher fereldischen, nicht so melodischen Aussprache weiter: »Gwess bedeutet bei uns Dalish ‚Feder‘. Und sie ist doch wie eine Feder aufgestanden.« Dann drehte sie sich um und drückte die genannte, den schwarzen Rappen etwas dabei zur Seite schiebend. Und so an den Hals gelehnt, eher beiläufig murmelte sie, das Herz schwer werdend: »gwess geht vor. Der Bogen kann warten.«


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Neclord
22.03.2014, 18:46
http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya fiel ziemlich schnell in einen tiefen Schlaf. In ihren Träumen fesselte die dunkle Brut sie und nachdem sie ihr ihre Kleidung vom Leib gerissen haben übergaben sie die Elfe an ihren früheren Besitzer. Dieser fackelte nicht lange und kettete sie an eine Mauer. Dann holte er eine schwere Peitsche hervor und schlug ihr auf die nackten Brüste. Mit einem lauten Schrei erwachte Anlya aus ihrem Alptraum.

Sie war so versängstigt und verstört, dass sie nichts von ihrer Umgebung wahrnahm. Die Elfe befürchtete, dass sie ihre beiden Begleiter geweckt hatte. Doch nachdem keiner von ihnen etwas sagte hob sie langsam den Kopf. Sie öffnete den Mund um zu schreien, doch sie brachte keinen Ton heraus. Sie waren von einer Gruppe Männern umstellt. Alle hatten die Waffen gezogen und starrten sie schweigend an. Vorsichtig wagte Anlya einen Blick zu ihren Begleitern. Sie hoffte, diese waren nun wach und wüssten was zu tun war.

http://upload.worldofplayers.de/files9/MiWGnUzNdCerKopf_Barbar.JPG
All diese Worte. Die Fragen. Er ignorierte sie, sowohl die Neugier vom Magier als auch die kindliche Aufregung des kleinen Elfenmädchen. Schweigend begab er sich in das provisorische Lager zwischen den Dünen. Der Schmerz plagte ihn, am liebsten hätte er ihn rausgebrüllt.
Sichtlich erschöpft warf er sich in den Sand und blickte in den Sternenhimmel. Es dauerte nicht sehr lange bis er in den Schlaf dämmerte. Er wirkte friedlich dabei.
Dennoch plagten ihm seltsame Träume. Eine pechschwarze Wand kam auf ihn zu und er hörte wieder diese eindringliche Stimme die zu ihm sprach.
"Komm zu uns..." sprach sie zu ihm.
Tief und fest schlummerte er im Sand. Friedlich...
Von der Aufregung, die das plötzliche Erscheinen der Fremden mit sich brachte, bekam er nichts mit...

http://upload.worldofplayers.de/files9/4azi8U8EDKfDd7K1VladimirSquare.png

Als niemand auf die verzweifelten Fragen des Blutmagiers einging, beschloss er sich ein wenig zurückzuziehen. Seine Gefährten schienen sichtlich angeschlagen zu sein und brauchten ein wenig Ruhe. Nicht nur aufgrund der körperlichen Anforderungen der letzten Tage, sondern auch durch den Irrsinn des weißhaarigen Schönlings.
Jeder suchte sich seinen Platz im provisorischen Lager mit der Absicht ein wenig Energie zu tanken. Valgarius legte sich ebenfalls nieder, sein Blick war zum Himmel gerichtet. Die Augen wurden schwer, obwohl es nicht gerade einfach für ihn war in die Traumwelt zu gelangen, denn der Appetit war mittlerweile allgegenwärtig.

Dann zuckte der nervöse Magier plötzlich zusammen, als er im Augenwinkel einige Gestalten bemerkte. Mit seinem verträumten Blick konnte er die groben Umrisse ausmachen und kam schnell zu dem Entschluss, dass es sich nicht um Verbündete handeln konnte. Bei näherer Betrachtung schoss es ihm wie ein Blitz durchs Gedächtnis, diese Kreaturen aus der Dunkelheit sahen aus wie... Blutmähne.

Sofort kamen ihm all die Vorwürfe wieder in den Sinn und er fühlte sich direkt bestätigt. Sein Hals färbte sich rot als er Blutmähne betrachtete. "VERRÄTER!" Brüllte er in Richtung des Hünen und deutete mit seinem zittrigen Zeigefinger auf ihn.
So täuschte ihn sein kalkulierender Verstand also doch nicht, es war eine Falle. Valgarius ging herüber zu Anlya und stellte sich schützend vor ihr, den Blick auf alle potenziellen Angreifer gerichtet. Dann drehte er den Kopf zur Seite, die folgenden Worte wurden mit einer dezenteren Lautstärke ausgesprochen, sodass es nur an ihre Ohren dringen konnte. "Meine Dame, wir sollten verschwinden. Zahlenmäßige Unterlegenheit und Demoralisierung durch Verrat."



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http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgIm Licht einer sich langsam senkenden Sonne schlich Nekka durch den Wald, den dicken schwarzen Rauch (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22480478&viewfull=1#post22480478) stets im Auge. Sie schob sich vorsichtig von Deckung zu Deckung und sah sich dabei fortwährend nach Bedrohungen um; sie ging weiterhin davon aus, dass die Dunkle Brut für die Flammen verantwortlich war. Ihre Armbrust hielt sie dabei gespannt vor der Brust, auch wenn die mächtige Schusswaffe ziemlich sperrig war. Sollte sie tatsächlich auf die bösartigen Kreaturen treffen würde sie sie gewiss brauchen.
Zwischen den Bäumen um sie herum lag wieder die selbe Stille, die sie schon seit Tagen begleitete: Die Tiere des Waldes waren vor der Verderbnis geflohen oder ihr anheim gefallen. Doch selbst über das Fehlen von Balzrufen oder des Rascheln im Unterholz hinweg war es bedrückend ruhig. Als wäre die Welt ihrer Geräusche beraubt worden, als wären sie ganz leise an einer Krankheit gestorben, für die es keine Anzeichen gegeben hatte.
Mit unruhigem Blick sah sich Nekka zwischen den Stämmen um. Es war als läge etwas in der Luft, eine nicht zu fassende Gefahr, die sich an sie anschlich. Oder die im Schatten lauerte und wartete, bis sie ihr nichtsahnend in die Fänge stolperte. Nekka duckte sich in eine kleine Kuhle im Waldboden und hielt ihre Nase in den Wind. Sie sog die Luft ein, den Geruch des Waldes, des Landes und seiner Geschichte, die niemand ganz erzählen konnte, weil kein lebender Mensch sie ganz erlebt hatte.
Ganz leicht nur, wie ein Hauch, den man kaum wahrnehmen konnte, roch sie den Tod.
Der Gestank der Verwesung drang ihr verschwindend dünn in die Nase und lies sie schaudern, noch bevor sie genau einordnen konnte, was sie da roch. Nur Sekunden später hörte sie einen kurzen Flügelschlag. Sie musste den Vogel nicht sehen um sich sicher zu sein, dass es eine Aaskrähe war.

Dem stärker werdenden Odem des Todes folgend setzte sie ihren Weg durch den stillen Wald fort, bis sich an dessen Grenze eine Ebene auftat, deren Boden schwarz vom vergossenen Blut und von dutzenden, wenn nicht mehr Leichen bedeckt waren. Der Gestank dort war betäubend und vor Nekkas Augen tauchten die Bilder ihrer Familie wieder auf. Schlagartig wurde es wieder kalt in ihr.
Sie ging hinter einem Felsen in die Hocke und unterdrückte ein Schluchzen, indem sie die Kiefer zusammenpresste und den Griff um ihre Armbrust verstärkte, bis ihre Knöchel weiß wurden und ihre Handflächen vor Schmerz glühten. Erst das neugierige Krächzen einer Krähe, die über ihr auf dem großen Stein Platz genommen hatte, riss sie aus der schmerzhaften Erinnerung.
Sie raffte sich auf und sah sich um. Hauptsächlich lag tote Dunkle Brut auf dem Feld, dazwischen immer wieder menschlichen Kadaver in verschiedenen Rüstungen und Kleidern. Die Kreaturen würde sie nicht anfassen, aber die Gürteltaschen der anderen Leichen hielten bestimmt etwas für sie bereit. Nur zu lange durfte sie sich nicht damit aufhalten, es würde bald Nacht werden und wer konnte schon sagen, ob nicht noch mehr Brut im Wald lauerte?
Grade als sie sich geduckt zu dem Toten gestohlen hatte, der ihr am nächsten war, sah Nekka in einiger Entfernung die Überreste einer Holzhütte. Sie war sogar noch kleiner als die, in der sie selbst aufgewachsen war und in einem kläglichen Zustand: Das Dach war in sich zusammengebrochen und der Eingang glich mehr einem Loch in der rußgeschwärzten Wand als einer Tür.
Vielleicht würde sie dort Hinterlassenschaften der ehemaligen Bewohner finden, überlegte sie und dachte dabei an ihren eigenen kleinen Hort von Dingen, den sie einst unter ihrer Schlafstätte versteckt hatte.
Immer noch mit größter Umsicht schlich Nekka sich über das Leichenfeld und nutzte dabei Felsen, Mulden und Kadaver als Deckung; sie musste jederzeit damit rechnen, von Überlebenden oder anderen Plünderern entdeckt zu werden.
Bei der Hütte angekommen atmete sie tief durch und wollte grade einen raschen Blick ins Innere werfen, als sie ein Geräusch von ebendort hörte. Sie presste sich dicht an die geschwärzte Wand und lauschte.
Jemand war in der Hütte und … schnarchte.
Sie lies sich einige Augenblicke Zeit, um sich sicher zu sein, aber es bestand kein Zweifel: Von Drinnen waren ein gleichmäßiger Atem und ein sonores Schnarchen zu vernehmen.
In Nekka rangen Vorsicht und Neugier miteinander. Wer mochte dort liegen und schlafen? Oder war es eine Falle? Wie konnte der Schläfer die Schlacht überhören, geschweige denn überleben?
Hin und her gerissen fasste sie einen Entschluss: Sie zückte ihr Jagdmesser und schob sich langsam zur Tür. Mit angehaltenem Atem schaute sie um die Ecke und sah auf der anderen Seite des Raumes ein Bett in der Ecke stehen, in dem eine Frau tief und fest schlief.
Nekka zog sich zurück und holte tief Luft. Vor ihr lag ein verheertes Feld mit zahllosen Leichen und hinter ihr schlief selig eine Frau. Ob sie vielleicht all die Menschen und Kreaturen getötet hatte?
Musste sie sich hier nach dieser Bluttat ausruhen? War so etwas überhaupt möglich?

Sie nahm sich ein Herz und betrat leise und vorsichtig die Hütte. Außer dem Bett war nicht mehr viel intakt und während sie ihr Messer zwischen die Zähne nahm, um freie Hände zu haben, beobachtete sie eindringlich die Schlafende: Sie war eindeutig größer als Nekka und trug hauptsächlich schwarze Lederkleidung, von einem Brustschutz in dunklem Lila abgesehen. Auffällig war, dass sie keine Schuhe trug; ihre blanken Füße ragten ein wenig über die Bettkante hinaus, wohingegen ihre Hände zum größten Teil von Handschuhen bedeckt waren, die nur die Finger aussparten.
Während sie sich daran machte, in den verbrannten Überresten der Einrichtung nach Wertvollem zu suchen, bewegte sich die Frau im Schlaf, sodass Nekka nun in ein ebenmäßiges Gesicht blickte, das von schwarzem Haar gerahmt wurde und einen Ausdruck von Entspannung angenommen hatte. Anscheinend war ihr Schlaf deutlich ruhiger als ihr eigener, der regelmäßig von Alpträumen durchzogen wurde.
Sie fischte ein paar Stücke Leinen und Faden aus dem Chaos und fand in einer zertrümmerten Kiste eine kleine Spange, die sie prompt an ihrem Kopfschmuck befestige. Grade dabei fiel ihr auf, wie eigenartig die Haare der Schlafenden waren: Wie Hörner sahen sie aus und waren mit Bändern in Form gebracht worden. Bänder, an denen Nekka sofort Gefallen fand.
In einem Anflug von Übermut schlich sie sich zu dem Bett und sah sich die Haare genauer an. Sie waren ganz anders als ihre eigenen und als sie merkte, dass die Frau immer noch ganz ruhig schlief, berührte sie kurz eine Strähne, einfach um zu wissen, wie sie sich wohl anfühlte.
Ohne lange darüber nachzudenken machte sie sich daran, nach dem Anfang des Bandes zu suchen, das eines der Hörner in Form hielt und voll Aufregung fing sie grade damit an, es zu lösen, als sie plötzlich in ein Paar violetter Augen blickte, die die Müdigkeit des unfreiwilligen Erwachens in nicht einmal einer Sekunde ablegten.
,,Oh...'' stammelte Nekka in die Klinge ihres Messers hinein, das immer noch zwischen ihren Kiefern steckte.


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So lieblich war der Duft der Rosen, der von ihrem feinen Geruchssinn aufgenommen wurde. Die weite grüne Fläche die sich vor ihr erstreckte war von den verschiedensten Blumenarten bedeckt. Käfer und andere fliegende Insekten hüpften mit ihren winzigen Flügeln zwischen den vom Sonnenlicht angestrahlten Blüten hin und her. Diese Welt wirkte so anders, sie war unberührt und strahlte nichts außer grenzenloser Friedlichkeit aus.
Sie beugte sich runter und griff nach einer Blume deren Krone keine anderen Farben außer einem knalligen Violett zuließ. Ihre Finger fuhren an der rauen Oberfläche des Stiels nach oben bis zur Spitze. Sie wollte daran riechen. Doch Juri schreckte zurück, der Geruch war plötzlich... anders. Und dann wurde die Welt wie in einem Alptraum in eine tiefe, endlose Schwärze gerissen. In Erwartung des sicheren Endes schloss sie ihre Augen.

Als die junge Kriegerin ihre Augenlieder wieder öffnete blickte sie auf einmal in ein junges, weibliches Gesicht. Ihre hellblauen Augen funkelten sie verlegen an, als hätte man sie gerade bei einer diebischen Handlung erwischt. Und tatsächlich schien es zumindest teilweise wahr zu sein, denn Juri bemerkte wie die Hände des Mädchens irgendetwas in ihrem Haar suchten. Mit der Erkenntnis erwischt worden zu sein blickten sich beide für einen kurzen Augenblick schweigsam an. Juri wusste nicht wirklich, wie sie sich in einer derartigen Situation verhalten sollte. Sie wurde gerade von einem jungen, diebischen Weib aus dem Schlaf geweckt deren äußeres Erscheinungsbild vermuten ließ, dass sie ein Kind der Wildnis war. Ihr dunkles, stark verfilztes Haar war durch einen Kopfschmuck aus allerlei Zähnen, Knochen und Federn geschmückt. Darüber hinaus befand sich derzeit eine Klinge in ihrem Mund, welche nur durch ihre Zähne festgehalten wurde.
Doch was hatte sie an dem Haar der Berserkerin zu suchen? Die junge Wilde hätte mit Leichtigkeit das Leben der Schlafenden beenden können, doch sie tat es nicht. Juri selbst hätte eine solche Gelegenheit wahrscheinlich eiskalt ausgenutzt. Oder zumindest hätte sie es versucht.

Um zu verhindern, dass sie nicht doch noch plötzlich ihre Meinung änderte griff Juri nach den Handgelenken des Mädchens, nur um die Situation etwas zu entschärfen. Juri richtete sich auf und ließ erst los, als sie wieder neben dem Bett stand. Sie wich einige Schritte zurück um etwas Distanz zu bekommen, doch leider musste sie enttäuschend feststellen, dass ihr Fuß noch immer ein wenig schmerzte. Darüber hinaus hatte die Wilde wohl einen Ring der ihren Haaren die Form verlieh so weit gelockert, dass dieser zu Boden fiel und sich daraufhin eine Seite löste und nun wild und unkontrolliert bis zu ihrer Schulter runterhing.

Die junge Diebin schien ein wenig kleiner zu sein als gedacht. Ihre Kleidung war ein wilder Mix aus abgenutzten Fetzen aus Wollstoff und Leder. Auffällig war dabei besonders die Körperbemalung, die an einigen Stellen zum Vorschein kam.
Nur den unverletzten Fuß belastend, ringte die Kriegerin nach Worten. Doch durch die überraschende Situation war das keine leichte Aufgabe im Augenblick. "W-was.... " Im Inneren machte sich der Zorn in ihr breit. Das Gesetz ihrer eigenen, chaotischen Natur verlangte es dem kleinen Wesen Schmerzen zuzufügen. Auf die sadistischste Art und Weise."Dafür mache ich dich fertig du kleines Biest!" Anschließend ging sie mit zornigem Blick auf das Mädchen zu, bereit eine Tracht Prügel zu verteilen. Doch nicht nur die ganze Welt, auch diese instabile Holzhütte hatte sich gegen sie verschworen. Eine unförmige Holzdiele die aus dem Boden ragte wurde zu einer unangenehmen Stolperfalle. Ehe Juri reagieren konnte fiel sie ungebremst in Richtung Boden. Unglücklicherweise stieß sie dabei mit dem Kopf auf die Kante des Bettes und landete anschließend direkt vor den Füßen der Wilden. "Ahh.." Stöhnte sie mit schmerzverzerrtem Gesicht und griff nach dem Lederschuh der Fremden. Doch es war närrisch in diesem Zustand irgendetwas ausrichten zu wollen, dafür war sie im Moment einfach zu benommen. Zu zornig... zu unüberlegt... die Kurzfassung ihres bisherigen Lebens.

Arturas
27.03.2014, 22:53
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Brandon hatte nichts mehr zu Demiens letzten Satz gesagt und beide gingen schweigend weiter. Diese Stille mochte er manchmal, sie gab ihm das Gefühl das keiner hinterfragte was er hier mache.
Es war mittlerweile dunkel geworden und vom weitem erkannte er eine kleine Flamme. Beide gingen in diese Richtung und passten sehr genau auf das nicht von irgendwo ein Wolf angesprungen kam. Auf der kleinen Lichtung vor ihnen sahen sie das die Elfin am Feuer saß und dieser Wolf neben ihr. Ein tiefes knurren entsprang aus seiner Kehle aber mit einer Hand beruhigte sie das Tier. Es war schon beeindruckend zu sehen wie die Dalish mit eigentlich wilden und ungezähmten Tieren umgehen konnten. Genau gegenüber und mit bisschen Abstand setzte sich Demien auf den Boden und wärmte sich am Feuer. Brandon tat das gleiche und setzte sich genau gegenüber dem Wolf. Er schien großen Respekt vor dem Tier zu haben, mehr als Demien. Sollte dieses Tier ihn angreifen würde er seine Magie anwenden. Sein Blick ruhte auf ihren blauen Augen und er versank darin.

Er zitterte als er seine toten Eltern vor sich liegen sah."Warum musstet ihr euch diesem Wahnsinn anschließen", fragte er sich unter Tränen. Es hätte ein gutes Leben werden können aber nun war es vorbei, alles war vorbei. Nur noch seine Schwester war übrig und er, sonst würde es nach dieser Nacht niemanden mehr geben. Schnell begab er sich Richtung Treppe auch wenn er das Gefühl hatte das seine ganze Kraft ihn verlassen hätte. Lillith kam ihm entgegen, sie musste von dem ganzen Krach wach geworden sein. Schnell umarmte er sie und blieb einen kurzen Moment so stehen, es war wohl das letzte Mal das er sie sehen würde. "Zieh dich an und nimm alles an Silber und Kupfer mit, was du kannst und folge mir, wir müssen hier weg", sagte er rasch. Sie war verwirrt und verängstigt, erst glaube Demien das sie wohl nicht mitkommen würde. Die Wunde pochte und nach einer Weile die wie eine Ewigkeit erschien, tauchte seine Schwester wieder auf. Schnell packte Demien sie am Arm und rannte die Treppe hinunter Richtung Tür. Allerdings blieb sie abrupt stehen und ihr Blick ruhte auf ihren toten Eltern. Der Magier spührte wie sie anfing zu zittern und sie wollte wohl gerade alles hinterfragen."Hör mir zu Lilith, wir müssen hier weg es ist zu gefährlich hier", sprach er auf sie ein in der Hoffnung das sie mitkommt. Sie folgte ihm auch und beide liefen durch die Häuser Richtung Wald. Als sie da ankamen verlangsamte sie ihre Geschwindigkeit und zog an seinem Arm damit er auch langsamer wurde."Lilith wir können hier...", wollte Demien ansetzen, wurde aber unterbrochen.
"Hast du Mutter und Vater umgebracht?", ihre Augen waren mit Tränen gefüllt.
Schweigen breitete sich aus und seine Schwester verstand was es bedeutete. Sie drehte sich um und ging langsam von ihr weg, als er hinterher wollte drehte sie sich nochmal um. "Du bist nicht länger mein Bruder", es schmerzte ihr das sah er, aber das war wohl der Preis für alles. Sie wurde schneller bis sie irgendwann im Schatten verschwand. "Möge der Erbauer dich beschützen kleine Schwester", bettete er innerlich. Würde er sie jemals wieder sehen und würde sie jemals erfahren was wirklich passierte? Fragen über Fragen beschäftigten ihn Nacht für Nacht.

Die Elfe starrte ihn nun ebenfalls an, aber seit wann konnte er es nicht mehr sagen, zu sehr war er in seinen Gedanken vertieft."Hast du eigentlich eine Familie, oder ist es bei den Dalish anders?" fragte er in der Hoffnung um sich abzulenken. "Wie lebt ihr so?".

Annalena
30.03.2014, 10:47
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All diese Worte. Die Fragen. Er ignorierte sie, sowohl die Neugier vom Magier als auch die kindliche Aufregung des kleinen Elfenmädchen. Schweigend begab er sich in das provisorische Lager zwischen den Dünen. Der Schmerz plagte ihn, am liebsten hätte er ihn rausgebrüllt.
Sichtlich erschöpft warf er sich in den Sand und blickte in den Sternenhimmel. Es dauerte nicht sehr lange bis er in den Schlaf dämmerte. Er wirkte friedlich dabei.
Dennoch plagten ihm seltsame Träume. Eine pechschwarze Wand kam auf ihn zu und er hörte wieder diese eindringliche Stimme die zu ihm sprach.
"Komm zu uns..." sprach sie zu ihm.
Tief und fest schlummerte er im Sand. Friedlich...
Von der Aufregung, die das plötzliche Erscheinen der Fremden mit sich brachte, bekam er nichts mit...





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Als niemand auf die verzweifelten Fragen des Blutmagiers einging, beschloss er sich ein wenig zurückzuziehen. Seine Gefährten schienen sichtlich angeschlagen zu sein und brauchten ein wenig Ruhe. Nicht nur aufgrund der körperlichen Anforderungen der letzten Tage, sondern auch durch den Irrsinn des weißhaarigen Schönlings.
Jeder suchte sich seinen Platz im provisorischen Lager mit der Absicht ein wenig Energie zu tanken. Valgarius legte sich ebenfalls nieder, sein Blick war zum Himmel gerichtet. Die Augen wurden schwer, obwohl es nicht gerade einfach für ihn war in die Traumwelt zu gelangen, denn der Appetit war mittlerweile allgegenwärtig.

Dann zuckte der nervöse Magier plötzlich zusammen, als er im Augenwinkel einige Gestalten bemerkte. Mit seinem verträumten Blick konnte er die groben Umrisse ausmachen und kam schnell zu dem Entschluss, dass es sich nicht um Verbündete handeln konnte. Bei näherer Betrachtung schoss es ihm wie ein Blitz durchs Gedächtnis, diese Kreaturen aus der Dunkelheit sahen aus wie... Blutmähne.

Sofort kamen ihm all die Vorwürfe wieder in den Sinn und er fühlte sich direkt bestätigt. Sein Hals färbte sich rot als er Blutmähne betrachtete. "VERRÄTER!" Brüllte er in Richtung des Hünen und deutete mit seinem zittrigen Zeigefinger auf ihn.
So täuschte ihn sein kalkulierender Verstand also doch nicht, es war eine Falle. Valgarius ging herüber zu Anlya und stellte sich schützend vor ihr, den Blick auf alle potenziellen Angreifer gerichtet. Dann drehte er den Kopf zur Seite, die folgenden Worte wurden mit einer dezenteren Lautstärke ausgesprochen, sodass es nur an ihre Ohren dringen konnte. "Meine Dame, wir sollten verschwinden. Zahlenmäßige Unterlegenheit und Demoralisierung durch Verrat."

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Anlya war dankbar als Valgarius sich schützend vor sie stellte. Sie war unbewaffnet. Der Magier jedoch hatte seine Magie. Auch wenn die Elfe nicht glaubte, dass er gegen diese Übermacht viel ausrichten konnte. Sie seufzte laut als Valgarius Blutmähne als Verräter bezeichnete. Musste er es mit seinen unbedachten Worten noch schlimmer machen? Was, wenn Blutmähne ihn gehört hatte und sie an seine Stammesgenossen auslieferte.

Als Valgarius vorschlug wegzulaufen dachte sie darüber nach. Es war an sich eine gute Idee. Doch würden sie Erfolg haben? Die Chasind kannten sicherlich den Wald sehr gut und sie hatte keine Ahnung wo sie war. Sie bezweifelte, dass der Magier sich besser auskannte. Erschwerend kommt hinzu, dass es stockdunkel war. „Ich weiß nicht recht, Valgarius. Es ist dunkel und ich habe keine Ahnung in welche Richtung wir laufen könnten.“ Auch Anlya war darauf bedacht leise zu reden.

Nervös biss sie auf ihre Unterlippe und schaute aus den Augenwinkeln zu Blutmähne. Sie war überrascht, dass er noch nicht aufgewacht war. Valgarius‘ lauter Ruf nach Verrätern müsste selbst ihn aufgeweckt haben. Stimmte mit ihm etwas nicht? Ohne sich vom Fleck zu rühren rief sie laut seinen Namen. „Blutmähne?“

Khardim
30.03.2014, 22:42
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So lieblich war der Duft der Rosen, der von ihrem feinen Geruchssinn aufgenommen wurde. Die weite grüne Fläche die sich vor ihr erstreckte war von den verschiedensten Blumenarten bedeckt. Käfer und andere fliegende Insekten hüpften mit ihren winzigen Flügeln zwischen den vom Sonnenlicht angestrahlten Blüten hin und her. Diese Welt wirkte so anders, sie war unberührt und strahlte nichts außer grenzenloser Friedlichkeit aus.
Sie beugte sich runter und griff nach einer Blume deren Krone keine anderen Farben außer einem knalligen Violett zuließ. Ihre Finger fuhren an der rauen Oberfläche des Stiels nach oben bis zur Spitze. Sie wollte daran riechen. Doch Juri schreckte zurück, der Geruch war plötzlich... anders. Und dann wurde die Welt wie in einem Alptraum in eine tiefe, endlose Schwärze gerissen. In Erwartung des sicheren Endes schloss sie ihre Augen.

Als die junge Kriegerin ihre Augenlieder wieder öffnete blickte sie auf einmal in ein junges, weibliches Gesicht. Ihre hellblauen Augen funkelten sie verlegen an, als hätte man sie gerade bei einer diebischen Handlung erwischt. Und tatsächlich schien es zumindest teilweise wahr zu sein, denn Juri bemerkte wie die Hände des Mädchens irgendetwas in ihrem Haar suchten. Mit der Erkenntnis erwischt worden zu sein blickten sich beide für einen kurzen Augenblick schweigsam an. Juri wusste nicht wirklich, wie sie sich in einer derartigen Situation verhalten sollte. Sie wurde gerade von einem jungen, diebischen Weib aus dem Schlaf geweckt deren äußeres Erscheinungsbild vermuten ließ, dass sie ein Kind der Wildnis war. Ihr dunkles, stark verfilztes Haar war durch einen Kopfschmuck aus allerlei Zähnen, Knochen und Federn geschmückt. Darüber hinaus befand sich derzeit eine Klinge in ihrem Mund, welche nur durch ihre Zähne festgehalten wurde.
Doch was hatte sie an dem Haar der Berserkerin zu suchen? Die junge Wilde hätte mit Leichtigkeit das Leben der Schlafenden beenden können, doch sie tat es nicht. Juri selbst hätte eine solche Gelegenheit wahrscheinlich eiskalt ausgenutzt. Oder zumindest hätte sie es versucht.

Um zu verhindern, dass sie nicht doch noch plötzlich ihre Meinung änderte griff Juri nach den Handgelenken des Mädchens, nur um die Situation etwas zu entschärfen. Juri richtete sich auf und ließ erst los, als sie wieder neben dem Bett stand. Sie wich einige Schritte zurück um etwas Distanz zu bekommen, doch leider musste sie enttäuschend feststellen, dass ihr Fuß noch immer ein wenig schmerzte. Darüber hinaus hatte die Wilde wohl einen Ring der ihren Haaren die Form verlieh so weit gelockert, dass dieser zu Boden fiel und sich daraufhin eine Seite löste und nun wild und unkontrolliert bis zu ihrer Schulter runterhing.

Die junge Diebin schien ein wenig kleiner zu sein als gedacht. Ihre Kleidung war ein wilder Mix aus abgenutzten Fetzen aus Wollstoff und Leder. Auffällig war dabei besonders die Körperbemalung, die an einigen Stellen zum Vorschein kam.
Nur den unverletzten Fuß belastend, ringte die Kriegerin nach Worten. Doch durch die überraschende Situation war das keine leichte Aufgabe im Augenblick. "W-was.... " Im Inneren machte sich der Zorn in ihr breit. Das Gesetz ihrer eigenen, chaotischen Natur verlangte es dem kleinen Wesen Schmerzen zuzufügen. Auf die sadistischste Art und Weise."Dafür mache ich dich fertig du kleines Biest!" Anschließend ging sie mit zornigem Blick auf das Mädchen zu, bereit eine Tracht Prügel zu verteilen. Doch nicht nur die ganze Welt, auch diese instabile Holzhütte hatte sich gegen sie verschworen. Eine unförmige Holzdiele die aus dem Boden ragte wurde zu einer unangenehmen Stolperfalle. Ehe Juri reagieren konnte fiel sie ungebremst in Richtung Boden. Unglücklicherweise stieß sie dabei mit dem Kopf auf die Kante des Bettes und landete anschließend direkt vor den Füßen der Wilden. "Ahh.." Stöhnte sie mit schmerzverzerrtem Gesicht und griff nach dem Lederschuh der Fremden. Doch es war närrisch in diesem Zustand irgendetwas ausrichten zu wollen, dafür war sie im Moment einfach zu benommen. Zu zornig... zu unüberlegt... die Kurzfassung ihres bisherigen Lebens.


http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg
Nekka wusste nicht mehr, wo ihr der Kopf stand: Nachdem die Schläferin (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22542000&viewfull=1#post22542000) erwacht war, hatte sie sie zunächst geradezu achtsam von sich weggeschoben und war dann auf Abstand gegangen, nur um ihr im nächsten Moment Prügel oder schlimmeres anzudrohen und dann im übernächsten Moment laut polternd zu Boden zu gehen und sich dabei noch am Bettrahmen zu stoßen. Sie war einfach unglücklich gestürzt und hielt sich nun den Kopf, wodurch die ihre Haare nur noch weiter in Unordnung brachte.
Nekka stand einfach da und fühlte sich auf einmal deutlich überforderter, als in den vergangenen Wochen in der Wildnis. Sie steckte das Jagdmesser weg, das immer noch zwischen ihren Zähnen hing. Was sollte sie jetzt mit dieser Frau machen? Sie ließ ihren Blick hektisch durch den winzigen Raum schweifen, ohne dabei überhaupt zu wissen, wonach sie suchte. Als sie dann plötzlich des Haarbandes gewahr wurde, das hinter der Schläferin zum Liegen gekommen war, erinnerte sie sich an ihren ursprünglichen Plan und griff nach diesem wie ein Ertrinkender nach einem Strohhalm:
Ohne weiter nachzudenken setzte sie über die Frau hinweg, hob das Band auf und trat die Flucht an. Sie hatte keine Ahnung, wer sie war oder wie sie in diese Hütte gekommen war, aber sie hatte ihr gedroht und überhaupt konnte man ja nicht vorsichtig genug sein, da war es gewiss besser, die Flucht zu ergreifen. Mit diesem unruhigen Gedanken im Kopf stürzte sie zu Tür, verlor dabei in der Eile das Gleichgewicht und stieß mit den Rippen gegen den Türrahmen, der dabei laut ächzte. Mehr als diese kurze Verzögerung brauchte es nicht, um ihren Fluchtplan zunichte zu machen, denn die Schläferin hatte sich inzwischen soweit von ihrem Sturz erholt, dass sie nach Nekkas Schenkel greifen konnte und sie mit einem brutalen Ruck von den Füße zu holte.
Das junge Mädchen schlug hart auf dem Dielenboden auf, hielt das Band dabei aber fest umklammert. Sie griff nach dem Türrahmen, um sich von der Frau weg zu ziehen, was dem rußgeschwärzten Holz weitere knarrende Klagelaute entlockte.
Mit einem angestrengten Knurren, in dem der Schmerz ihres Sturzes mitschwang, griff die Schläferin nach Nekkas Tunika. Sie schien ungeheurer Kraft in den Händen zu haben, sodass sie aus Angst um ihr Leben heftig nach ihr austrat und weiter versuchte, sich zu befreien. Ein Tritt traf ihre Gegnerin direkt im Gesicht, aber je länger ihr Kampf andauerte, desto wilder wurde diese und machte auch nun nicht mehr davor Halt, auch auszuteilen: Ein mächtiger Hieb traf Nekka in die Flanke und ließ sie hell aufschreien.
Nun vollends in Panik verlagerte sie mit einer schnellen Drehung ihr Gewicht und schaffte es, ihr Bein zu befreien und Hals über Kopf aus der Hütte zu rollen. Mit heißen Tränen in den Augen rappelte Nekka sich auf und sah noch, wie die Frau auch grade wieder auf die Füße kam, bevor sie anfing zu rennen. Der Schmerz in ihrer Seite brannte wie Feuer und raubte ihr den Atem als sie versuchte zu fliehen. Die Schläferin nahm die Verfolgung auf, wobei ihre Haare wild hinter ihr her wehten.
Sie stolperte mehr über das Leichenfeld, als das sie lief, die Tränen nahmen ihr die Sicht und der Kampf hatte sie erschöpft. Die Sonne senkte sich gerade dem Horizont zu und die Nacht würde vermutlich noch weiteres Unheil mit sich bringen, doch in diesem Moment galt ihr ganzes Denken der Flucht. Ihr Verfolgerin war dicht hinter ihr, doch es schien so, als hätte auch sie mit Schmerzen zu kämpfen.
Die Jagd endete wie sie begonnen hatte: Im schwindenden Licht und durch die Flucht entkräftet stolperte Nekka, ob über einen Ast, einen Stein oder einen Kadaver konnte sie nicht erkennen und fiel vornüber. Sie schlug lang hin, sah noch die Frau näher kommen und begriff, dass sie es niemals rechtzeitig wieder auf die Beine kommen würde. Sie stöhnte laut auf und schaffte es noch, ihre Armbrust aus ihrer Halterung zu ziehen. Sie riss die Waffe herum und richtete sie direkt auf ihre Verfolgerin.
,,Halt!''
Sie hatte kaum noch die Kraft, die Armbrust zu halten und atmete so schwer, dass sie nicht einen gezielten Schuss würde abgeben können, aber zwischen den Fingern der Hand, die am Abzug lag, schimmerte noch das violette Band hervor, das sie gestohlen hatte.

Fawks
31.03.2014, 17:57
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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»Gwess bedeutet bei uns Dalish ‚Feder‘. Und sie ist doch wie eine Feder aufgestanden. gwess geht vor. Der Bogen kann warten.« antwortete Glandis, die sich schwermütig an die Stute lehnte und dabei Trovao ein wenig zu Seite schob. Der Hengst antwortete mit einem scheinbar entrüsteten Wiehern, doch senkte dann seinerseits den Kopf zum Wassereimer, um die Reste, die die Stute, Gwess, darin gelassen hatte, auszutrinken.

Aril nickte gedankenverloren. „In Ordnung. Dann sollten wir uns bald wieder auf den Weg zum Bach machen. Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist, hier die Nacht zu verbringen. Brauchst du noch etwas aus dem Lager? An Essbaren habe ich auf die Schnelle nichts gefunden…“, gab die Frau zu bedenken. „Aber vielleicht müssen wir da gründlicher suchen.“

Die Adlige legte den Kopf schief und betrachtete die Stute: „Wie hast du sie dazu gekriegt aufzustehen? Noch dazu ‚wie eine Feder’? Ist sie etwa vom Boden her nach oben geschwebt? Wir sollten ihre Wunde auf jeden Fall bald reinigen,“ überlegte Aril laut. „Oder wenn du es lieber alleine machen möchtest, dann eben du,“ setzte sie eilig hinzu.

Während Aril geredet hatte, hatte sich ihr Rappe wieder entfernt und plötzlich hörten sie ihn freudig wiehern. Die junge Frau drehte sich wieder zu ihm und sah den Hengst kauend und schmatzend auf sich zulaufen. Aus seinem Maul fielen kleine Stückchen eines Apfels. Aril lachte laut auf. „Glandis, sieh mal!“ rief sie und deutete auf den Hengst.

VRanger
02.04.2014, 17:53
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Glandis | Flüchtlingslager • Ideenaustausch

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Aril zeigte auf ihr Pferd, welches kauend von einem Ausflug aus dem Lager zurückkam. „Glandis, sieh mal!“ rief sie dazu. Glandis hatte es gesehen und überlegte, was zu tun wäre. Dabei blieb ihre Mimik starr, denn sie hatte immer noch die Hand am Fell der Stute und spürte deren Zittern. Das hatte sich verstärkt, als der Hengst den als Lockmittel abseits gestellten Eimer mit dem verbliebenen Wasser ausgesoffen hatte. Glandis brauchte das Wasser und so schlug sie vor: »Aril, sprechen können wir im am neuen Rastplatz. Gwess muss dort hin. Ich weiß, nicht ob es klappt. Doch ich habe eine Idee …«

Die Dalish wartete bewusst im Weiterreden. Sie nahm die Hände vor ihren Oberkörper, griff mit den Händen ineinander, auch um diese unter Kontrolle zu haben. Sie wollte sich zugleich von dem Pferd lösen. Und sie suchte den Blickkontakt. Als sie diesen hatte, straffte sich ihr Körper und sie sagte dann: »Ich habe meinen Beutel mit meinem Gepäck gesehen. Es sollte mir aufs Erste reichen. Vielleicht schaue ich noch kurz beim Karren des einen Händlers nach. Du könntest zwei Dinge tun. Gieße doch ein wenig von dem Wasser in den Eimer und stelle diesen noch ein Stück entfernt von der Stute auf. Es können schon ein paar Meter sein. Den Rappen halte bitte vom Trinken ab …«

In diesem Moment zeigte sich ein wenig die Spontanität der jungen Frau. Sie nickte mit ihrem Kopf, die rosenblonden Haare wippten dabei, ein Lächeln flog über ihr Gesicht und sie sagte dann beschwingt: »Schaue doch nach dem Auffüllen des Eimers mal nach, wo dein Rappe das Futter gefunden hat.« Sie nickte anerkennend über ihren Einfall und erklärte noch beim erneuten Berühren der braunen Stute, die die Zuwendung sichtlich beruhigte: »So sollte es gehen!«


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BlackShial
06.04.2014, 15:41
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngEs war wie eine völlig andere Welt, die sich da vor dem Mann aufgetan hatte. Ein Wandel zwischen der ruhigen, wenn auch fast ausgestorbenen Natur, hin zu einem Anblick, der einem bis ins Mark ging.
Selbst für ihn. Selbst für einen Magier, der nicht mehr liebste als das Nichts.
Es waren die verstümmelten Überreste von Menschen, Elfen und sogar Vereinzelte der dunklen Brut, welche in tiefroten Blutlachen lagen, die sich durch den schlammigen Boden zogen. Pfeile, abgebrochene Klingen und andere spitzen Gegenstände zierten die blutigen Körper der Gefallenen, wahllos auf den Wegen verteilt. Nur wenige Schleifspuren waren zu sehen, doch waren diese schon älter als gedacht.
Sagte man nicht, dass die Brut ihre Opfer immer mit unter die Erde zog?
Waren es sogar für sie zu viele, die sie auf dem Gewissen hatten?
Oder gab es einen anderen Grund weshalb sie all diese Dorfbewohner zurück gelassen hatten?
Quintus sah sich um, schob dabei seinen Schal jedoch immer weiter über das Gesicht, um dem Gestank der dort herrschte zu entgehen. Ein sinnloses Unterfangen, hatte sich der Geruch von Blut und Verwesung doch bereits in seiner Kleidung eingenistet.
Es ist unklug weiter zu gehen. Das Dorf wird nicht mehr sein als ein brennendes Schlachtfeld.
Der Magier wusste das. Er wusste, dass nichts mehr von Lothering übrig sein konnte, so wie er es einst kennen gelernt hatte. Kein Gedankengang lies es zu, daran zu glauben das es klug wäre seinen Weg fortzusetzen.
Seit einer ganzen Weile schon.
Doch Quintus hatte den Weg fortgesetzt. So weit, bis er seinem mehr oder minder gesunden Menschenverstand hatte einräumen müssen, dass es ein Fehler war. Ein wirklich gewaltiger Fehler.
Zu viel dunkle Brut, der er bereits auf seinem Weg begegnet war. Zu wenige Lebewesen.
„Er stimmt zu. Do-„
Dann wurde er unterbrochen. Unterbrochen von Geräuschen, die kein Tier hätte machen können. Von einer Stimme, die nicht den Lauten der Brut ähnelte.
Es war keine Hilfsbereitschaft, die ihn antrieb sich erneut in Bewegung zu setzen. Egal ob es sich dabei um eine der Ordensschwestern handelte, die er in Lothering eigentlich hätte besuchen wollen. Doch die Tatsache, dass die Stimme nicht weit von ihm entfernt erklungen war, weckte seine Aufmerksamkeit.
Es war ihm entgangen das sich jemand in seiner Nähe aufhielt und er wollte wissen warum.
Doch was er erblickte, war gänzlich von jeglicher Vorstellung entfernt, die sich zuvor in seinen Gedanken herumgetrieben hatte.
Mit zusammengekniffenen Augen sah er herab, auf das Mädchen im Schlamm. Er konnte nicht einmal sagen welcher Schmutzfleck an ihr frisch war und welchen sie bereits seit Tagen getragen hatte. Gänsehaut machte sich auf seinen Armen breit und wanderte den ganzen Körper entlang.
Dem Lauf der Armbrust folgend, den die Kleine in ihren Dreckverkrusteten Fingern hielt, erblickte er eine Frau. Abgesehen von ihrer Kleidung, die zumindest weitaus freier von Ungeziefer zu sein schien als die des Mädchens, lagen ihre Haare teilweise wild auf ihren Schultern. Sie musste aus Orlais kommen, denn der Mann kannte wahrlich keinen Fleck in Thedas wo eine Frau freiwillig so herumgelaufen wäre. Außer Orlais.
Die Tatsache das sie dort stand, ohne jegliches Schuhwerk gab ihm förmlich den Rest. Den Rest den er brauchte um sich fast schon würgend abzuwenden.
„Widerwärtig ...“
Nicht wissend was die beiden Frauen für ein Problem miteinander zu haben schienen, entschied er das es ihn nicht einmal interessierte. Er zog den Schal erneut über die Nase und drehte sich herum.

Fawks
06.04.2014, 18:09
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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»Ich habe meinen Beutel mit meinem Gepäck gesehen. Es sollte mir aufs Erste reichen. Vielleicht schaue ich noch kurz beim Karren des einen Händlers nach. Du könntest zwei Dinge tun. Gieße doch ein wenig von dem Wasser in den Eimer und stelle diesen noch ein Stück entfernt von der Stute auf. Es können schon ein paar Meter sein. Den Rappen halte bitte vom Trinken ab …« erklärte Glandis ihre Idee.

Aril nickte beifällig. Die Elfin hatte die Hände vom Pferd genommen und suchte dafür jetzt innigen Blickkontakt. Aril war das etwas unbehaglich. Sie und ihr Pferd verstanden sich gut, oft auch ohne Worte – aber sie kannte Trovao seit ihrer frühesten Kindheit, als sie ihn geschenkt bekam. Was die Elfin mit dieser Stute veranstaltete – ob es dunkle Magie war? Wie konnte sich das Pferd sofort auf jemanden fremdes einlassen? Weil es verwundet und damit schutzbedürftiger war?
Die Adlige biss sich auf die Lippe. Glandis würde dem Pferd sicherlich nichts tun, warum stand sie also herum und grübelte darüber nach?

Das schien Glandis ebenso zu sehen, denn sie holte sie mit den Worten: »Schaue doch nach dem Auffüllen des Eimers mal nach, wo dein Rappe das Futter gefunden hat. So sollte es gehen!« in die Wirklichkeit zurück.
Die Frau straffte sich und nahm den großen Kochtopf, schüttete dessen Inhalt in den Eimer, sodass dieser wieder gut gefüllt war.
Vorsorglich behielt sie den Eimer in der linken Hand, schnappte sich Trovaos Zügel mit der Rechten und sagte zu ihm „Zeig mir, wo die Äpfel sind! Wo hast du sie gefunden?“ Trovao schnaubte und machte kehrt. Vom der Drehung mitgezogen warf Aril der Dalish noch ein Lächeln zu und rief: „Versuch sie schon mal fort zu locken. Wenn das nicht klappt können wir es mit den Äpfeln probieren!“
Der Rappe zog mächtig am Zügel und Aril beeilte sich Schritt zu halten. Er führte sie in einen Teil weiter hinten im Lager, wo einige Weidenkörbchen herumlagen, deren Inhalt teilweise über den Boden verstreut war. Es waren Äpfel, rot und saftig, bis auf einige waren sie allerdings eine dunkle Pampe, die auf dem Boden zerstampft festklebte. Aril sammelte die weniger beschädigten auf, Trovao half ihr eifrig, indem er einen weiteren Apfel fraß.
Aril füllte die Äpfel, die sie für essbar hielt, in den Eimer, und dieser war am Ende des Sammelns sicherlich halb voll. Sie ließ ihren Blick über den Boden schweifen und hielt Ausschau nach weiteren essbaren Sachen. Die Zelte, die hier standen, waren einfach, aber gut gearbeitet und viele hatten das sonnenförmige Symbol des Erbauers aufgenäht. Aril vermutete, dass hier die Priester gelagert hatten – und Opfergaben waren hier sicherlich einige eingegangen. Sie schlag wahllos eine Zeltklappe zurück und fand darin eine dünne Strohmatte, eine Felldecke und tatsächlich eine Umhängetasche, in der sich ein großes ovales Ding abzeichnete. Aril öffnete sie neugierig und in ihren Schoß fiel ein Laib Brot. „Na immerhin,“ murmelte sie.
Mit der Felldecke auf dem Arm und der Umhängetasche umgelegt trat sie aus dem Zelt heraus, nur um zu sehen, dass Trovao es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Apfeleimer zu bewachen – und sich daran bediente.
„Du gefräßiges Pferd!“ schimpfe Aril. „Wir müssen uns das einteilen! Mein Abendessen wird ohnehin sehr karg. Hoffentlich gibt es bald etwas zart gebratenes Fleisch…,“ murrte sie, als sie auf Trovao stieg.
Den Apfeleimer hatte sie in die Hand genommen und die Felldecke vor den Sattel gelegt. So beladen ritt sie zurück, zu der Stelle, wo sie Glandis mit der Stute allein gelassen hatte.

VRanger
06.04.2014, 19:50
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Glandis | Flüchtlingslager • Gehversuche

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Versuch sie schon mal fortzulocken. Wenn das nicht klappt, können wir es mit den Äpfeln probieren!“ sagte Aril nach dem diese Wasser aus einem zweiten Behältnis in den Eimer gefüllt hatte. Bereits das Plätschern, das Aufschlagen des Wassers auf den Eimerboden hatte bei der Stute zu einer Reaktion geführt. Sie drehte leicht ihre Ohren und stellte diese nach vorn und witterte das Wasser. Weil zu dem Glandis sich etwas von dem braunen Pferd entfernt hatte, begann dieses auf den Eimer zu zustreben. Doch das war eher ein Wollen, als große Schritte.

Sie sah zugleich, wie der Rappe Aril mit sich zog. »Vermutlich gibt es noch mehr Äpfel,« sagte die Dalish und schaute dabei aufmerksam zu dem ihr jetzt anvertrauten Tier. Schnell war sie bei dem Eimer, rückte ihn noch etwas weg. Wenige Schritte nur. Sie sah die Unruhe bei Gwess und ging vorsichtig zu ihr und hielt der Stute ihre nasse Hand mit einem »nen« , dem elbischen Wort für Wasser, vor das Maul. Begierig schleckte eine Zunge an dieser. Doch der Versuch jeden Tropfen zu ergattern war bald beendet.

So begann Glandis eine elbische Weise zu singen, leise und sehr sanft. Sie streichelte das Tier und zeigte auf das Wasser. »tol, tol« lockte sie die Stute. Und tatsächlich, an ihrer Seite fasste das Tier Mut, übersah die Schmerzen und lies sich von dem Wasser ziehen. Angekommen wurde es gelobt: »trîw gwess trîw « sagte Glandis und hielt den Eimer vor das Maul. Doch bereits nach der ersten kurzen Wasseraufnahme unterbrach die Dalish das Saufen und zog den Einer nach unten weg.

Sie wusste, würde ihr jetzt das Tier folgen, dann konnte es klappen. Blieb die Stute stehen, dann musste alles neu überdacht werden. »nen, nen gwess!« lockte sie und bewegte sich Fuß um Fuß weg von dem Zelt des Kommandanten der Templer. Zuerst tat sich nichts. Sie zögerte beim weiteren Zurückgehen. Es tat sich nichts. Nur ein Zittern an den Flanken des Pferdes zeigte dessen Aufregung. Die Stute reckte den Kopf in ihre Richtung, doch sie war schon zu weit weg. Dann begann Glandis mit dem Wasser in dem Eimer zu spielen, lies es drehen. Etwas schwappte über, wenn auch nicht viel. Sie sah in die Augen von Gwess und sagte diesmal gebietend: »lim, tol!« Als sie dabei war seufzend den Eimer abzustellen, kam die Stute. Sie war da mit einem Satz. Das überraschte Glandis. Und instinktiv, sich schützend, machte sie den Eimer mit sich nehmend zwei Schritte zurück. Das Pferd erkannte, dass das Wasser immer noch nicht in Reichweite war. Doch diesmal ging es bedächtiger vor. »Hoffentlich geht es gut und die Schmerzen sind nicht zu stark,« murmelte die Dalish. Der Wille des Tieres war unglaublich. Oder der Durst in den Tagen, eingesperrt, verheddert in dem Zelt des Kommandanten musste schon arg gewesen sein. So gab es Glandis nach, als die Stute sie erreichte und lies mehrere kräftige Schlucke zu. Dann stellte sie den Eimer ab und streichelte das Tier. Sie wiederholte ihr »fein Gwess fein«. Dabei wechselte sie zwischen ihrer Clansprache und dem Fereldischen. Zugleich besah sie sich die Wunde. Noch hielt das schnell aufgebrachte Wundpflaster. Aber kleine, hellrote Streifen im Fell zeugten von der Wunde.

Sie wiederholte den Vorgang einige Male und lockte das Pferd mit dem Wasser, bis sie Aril kommen sah, und gönnte der Stute eine Pause und streichelte Gwess sehr sanft.


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Deeman
10.04.2014, 16:25
http://upload.worldofplayers.de/files9/4azi8U8EDKfDd7K1VladimirSquare.png

Als niemand auf die verzweifelten Fragen des Blutmagiers einging, beschloss er sich ein wenig zurückzuziehen. Seine Gefährten schienen sichtlich angeschlagen zu sein und brauchten ein wenig Ruhe. Nicht nur aufgrund der körperlichen Anforderungen der letzten Tage, sondern auch durch den Irrsinn des weißhaarigen Schönlings.
Jeder suchte sich seinen Platz im provisorischen Lager mit der Absicht ein wenig Energie zu tanken. Valgarius legte sich ebenfalls nieder, sein Blick war zum Himmel gerichtet. Die Augen wurden schwer, obwohl es nicht gerade einfach für ihn war in die Traumwelt zu gelangen, denn der Appetit war mittlerweile allgegenwärtig.

Dann zuckte der nervöse Magier plötzlich zusammen, als er im Augenwinkel einige Gestalten bemerkte. Mit seinem verträumten Blick konnte er die groben Umrisse ausmachen und kam schnell zu dem Entschluss, dass es sich nicht um Verbündete handeln konnte. Bei näherer Betrachtung schoss es ihm wie ein Blitz durchs Gedächtnis, diese Kreaturen aus der Dunkelheit sahen aus wie... Blutmähne.

Sofort kamen ihm all die Vorwürfe wieder in den Sinn und er fühlte sich direkt bestätigt. Sein Hals färbte sich rot als er Blutmähne betrachtete. "VERRÄTER!" Brüllte er in Richtung des Hünen und deutete mit seinem zittrigen Zeigefinger auf ihn.
So täuschte ihn sein kalkulierender Verstand also doch nicht, es war eine Falle. Valgarius ging herüber zu Anlya und stellte sich schützend vor ihr, den Blick auf alle potenziellen Angreifer gerichtet. Dann drehte er den Kopf zur Seite, die folgenden Worte wurden mit einer dezenteren Lautstärke ausgesprochen, sodass es nur an ihre Ohren dringen konnte. "Meine Dame, wir sollten verschwinden. Zahlenmäßige Unterlegenheit und Demoralisierung durch Verrat."



http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya war dankbar als Valgarius sich schützend vor sie stellte. Sie war unbewaffnet. Der Magier jedoch hatte seine Magie. Auch wenn die Elfe nicht glaubte, dass er gegen diese Übermacht viel ausrichten konnte. Sie seufzte laut als Valgarius Blutmähne als Verräter bezeichnete. Musste er es mit seinen unbedachten Worten noch schlimmer machen? Was, wenn Blutmähne ihn gehört hatte und sie an seine Stammesgenossen auslieferte.

Als Valgarius vorschlug wegzulaufen dachte sie darüber nach. Es war an sich eine gute Idee. Doch würden sie Erfolg haben? Die Chasind kannten sicherlich den Wald sehr gut und sie hatte keine Ahnung wo sie war. Sie bezweifelte, dass der Magier sich besser auskannte. Erschwerend kommt hinzu, dass es stockdunkel war. „Ich weiß nicht recht, Valgarius. Es ist dunkel und ich habe keine Ahnung in welche Richtung wir laufen könnten.“ Auch Anlya war darauf bedacht leise zu reden.

Nervös biss sie auf ihre Unterlippe und schaute aus den Augenwinkeln zu Blutmähne. Sie war überrascht, dass er noch nicht aufgewacht war. Valgarius‘ lauter Ruf nach Verrätern müsste selbst ihn aufgeweckt haben. Stimmte mit ihm etwas nicht? Ohne sich vom Fleck zu rühren rief sie laut seinen Namen. „Blutmähne?“


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"Komm zu uns..." sprach die dunkle Stimme. "Wir sind das wahre Wesen, werde Teil davon..." unheilvoll drang die Stimme durch den Kopf des Chasind während er schlummerte. "Nein!" brüllte er ihr entgegen. "Ryvalk, Blutmähne, Bruder, Ryvalk, Kind Blutmähne" hunderte Stimmen quälten ihn. Unruhig wälzte er sich im Schlaf bis er wieder seinen Namen vernahm: "Blutmähne?". Auch eine weitere Stimme konnte er vernehmen, die ihn bekannt vorkam: "Verräter!".
Ruckartig öffnete der Hüne die Augen, eine Speerspitze wurde ihm direkt ins Gesicht gestreckt. Ohne auf den Angreifer zu achten, packte er sich den Speer am unteren Ende und zerbrach ihn mit bloßer Kraft worauf das Holz splitterte.
Langsam erhob er sich aus seinem Schlaf. Dennoch ist etwas mit ihm passiert...mit blutroten glühenden Augen blickt er zu seinen Angreifern und schnaufte heftig, er war kurz davor auf sie loszugehen.

Fawks
11.04.2014, 13:07
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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Aril kehrte auf Trovao zurück und sah, wie Glandis den zweiten Eimer langsam von Gwess, der Stute, entfernte und diese langsam hinterherging, die Schnauze immer in Richtung Eimer gesenkt, wo sie das frische Wasser lockte.
Aril lächelte und ritt schweigend, um die Stute nicht zu erschrecken, heran.

Vorsichtig glitt sie aus dem Sattel, nahm Trovao am Zügel und führte ihn neben Glandis. Die Stute nahm keinerlei Notiz von ihnen, da sie endlich trinken durfte und die Elfin sie streichelte.

"Wenn du möchtest, kannst du auch noch einen Abstecher ins Lager machen. Ich konnte nicht noch mehr auf einmal tragen, aber dafür könnte ich mir die Wunde von Gwess in Ruhe ansehen."
Sie reichte Glandis einen Apfel aus ihrem Eimer und fügte hinzu: "Wenn das Wasser ausgeht, können wir es damit versuchen. Sieh nur!", lachte sie als sie bemerkte, dass Gwess den Kopf gehoben hatte und angestrengt in Richtung des Apfels schnupperte.
"Wenn du magst, kann ich sie auch mit Hilfe der Äpfel weiter runter zum Fluss führen, dann kann sie dort trinken." Fragend blickte die Frau die Elfin an.

Neclord
12.04.2014, 12:04
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg
Nekka wusste nicht mehr, wo ihr der Kopf stand: Nachdem die Schläferin (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22542000&viewfull=1#post22542000) erwacht war, hatte sie sie zunächst geradezu achtsam von sich weggeschoben und war dann auf Abstand gegangen, nur um ihr im nächsten Moment Prügel oder schlimmeres anzudrohen und dann im übernächsten Moment laut polternd zu Boden zu gehen und sich dabei noch am Bettrahmen zu stoßen. Sie war einfach unglücklich gestürzt und hielt sich nun den Kopf, wodurch die ihre Haare nur noch weiter in Unordnung brachte.
Nekka stand einfach da und fühlte sich auf einmal deutlich überforderter, als in den vergangenen Wochen in der Wildnis. Sie steckte das Jagdmesser weg, das immer noch zwischen ihren Zähnen hing. Was sollte sie jetzt mit dieser Frau machen? Sie ließ ihren Blick hektisch durch den winzigen Raum schweifen, ohne dabei überhaupt zu wissen, wonach sie suchte. Als sie dann plötzlich des Haarbandes gewahr wurde, das hinter der Schläferin zum Liegen gekommen war, erinnerte sie sich an ihren ursprünglichen Plan und griff nach diesem wie ein Ertrinkender nach einem Strohhalm:
Ohne weiter nachzudenken setzte sie über die Frau hinweg, hob das Band auf und trat die Flucht an. Sie hatte keine Ahnung, wer sie war oder wie sie in diese Hütte gekommen war, aber sie hatte ihr gedroht und überhaupt konnte man ja nicht vorsichtig genug sein, da war es gewiss besser, die Flucht zu ergreifen. Mit diesem unruhigen Gedanken im Kopf stürzte sie zu Tür, verlor dabei in der Eile das Gleichgewicht und stieß mit den Rippen gegen den Türrahmen, der dabei laut ächzte. Mehr als diese kurze Verzögerung brauchte es nicht, um ihren Fluchtplan zunichte zu machen, denn die Schläferin hatte sich inzwischen soweit von ihrem Sturz erholt, dass sie nach Nekkas Schenkel greifen konnte und sie mit einem brutalen Ruck von den Füße zu holte.
Das junge Mädchen schlug hart auf dem Dielenboden auf, hielt das Band dabei aber fest umklammert. Sie griff nach dem Türrahmen, um sich von der Frau weg zu ziehen, was dem rußgeschwärzten Holz weitere knarrende Klagelaute entlockte.
Mit einem angestrengten Knurren, in dem der Schmerz ihres Sturzes mitschwang, griff die Schläferin nach Nekkas Tunika. Sie schien ungeheurer Kraft in den Händen zu haben, sodass sie aus Angst um ihr Leben heftig nach ihr austrat und weiter versuchte, sich zu befreien. Ein Tritt traf ihre Gegnerin direkt im Gesicht, aber je länger ihr Kampf andauerte, desto wilder wurde diese und machte auch nun nicht mehr davor Halt, auch auszuteilen: Ein mächtiger Hieb traf Nekka in die Flanke und ließ sie hell aufschreien.
Nun vollends in Panik verlagerte sie mit einer schnellen Drehung ihr Gewicht und schaffte es, ihr Bein zu befreien und Hals über Kopf aus der Hütte zu rollen. Mit heißen Tränen in den Augen rappelte Nekka sich auf und sah noch, wie die Frau auch grade wieder auf die Füße kam, bevor sie anfing zu rennen. Der Schmerz in ihrer Seite brannte wie Feuer und raubte ihr den Atem als sie versuchte zu fliehen. Die Schläferin nahm die Verfolgung auf, wobei ihre Haare wild hinter ihr her wehten.
Sie stolperte mehr über das Leichenfeld, als das sie lief, die Tränen nahmen ihr die Sicht und der Kampf hatte sie erschöpft. Die Sonne senkte sich gerade dem Horizont zu und die Nacht würde vermutlich noch weiteres Unheil mit sich bringen, doch in diesem Moment galt ihr ganzes Denken der Flucht. Ihr Verfolgerin war dicht hinter ihr, doch es schien so, als hätte auch sie mit Schmerzen zu kämpfen.
Die Jagd endete wie sie begonnen hatte: Im schwindenden Licht und durch die Flucht entkräftet stolperte Nekka, ob über einen Ast, einen Stein oder einen Kadaver konnte sie nicht erkennen und fiel vornüber. Sie schlug lang hin, sah noch die Frau näher kommen und begriff, dass sie es niemals rechtzeitig wieder auf die Beine kommen würde. Sie stöhnte laut auf und schaffte es noch, ihre Armbrust aus ihrer Halterung zu ziehen. Sie riss die Waffe herum und richtete sie direkt auf ihre Verfolgerin.
,,Halt!''
Sie hatte kaum noch die Kraft, die Armbrust zu halten und atmete so schwer, dass sie nicht einen gezielten Schuss würde abgeben können, aber zwischen den Fingern der Hand, die am Abzug lag, schimmerte noch das violette Band hervor, das sie gestohlen hatte.


http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngEs war wie eine völlig andere Welt, die sich da vor dem Mann aufgetan hatte. Ein Wandel zwischen der ruhigen, wenn auch fast ausgestorbenen Natur, hin zu einem Anblick, der einem bis ins Mark ging.
Selbst für ihn. Selbst für einen Magier, der nicht mehr liebste als das Nichts.
Es waren die verstümmelten Überreste von Menschen, Elfen und sogar Vereinzelte der dunklen Brut, welche in tiefroten Blutlachen lagen, die sich durch den schlammigen Boden zogen. Pfeile, abgebrochene Klingen und andere spitzen Gegenstände zierten die blutigen Körper der Gefallenen, wahllos auf den Wegen verteilt. Nur wenige Schleifspuren waren zu sehen, doch waren diese schon älter als gedacht.
Sagte man nicht, dass die Brut ihre Opfer immer mit unter die Erde zog?
Waren es sogar für sie zu viele, die sie auf dem Gewissen hatten?
Oder gab es einen anderen Grund weshalb sie all diese Dorfbewohner zurück gelassen hatten?
Quintus sah sich um, schob dabei seinen Schal jedoch immer weiter über das Gesicht, um dem Gestank der dort herrschte zu entgehen. Ein sinnloses Unterfangen, hatte sich der Geruch von Blut und Verwesung doch bereits in seiner Kleidung eingenistet.
Es ist unklug weiter zu gehen. Das Dorf wird nicht mehr sein als ein brennendes Schlachtfeld.
Der Magier wusste das. Er wusste, dass nichts mehr von Lothering übrig sein konnte, so wie er es einst kennen gelernt hatte. Kein Gedankengang lies es zu, daran zu glauben das es klug wäre seinen Weg fortzusetzen.
Seit einer ganzen Weile schon.
Doch Quintus hatte den Weg fortgesetzt. So weit, bis er seinem mehr oder minder gesunden Menschenverstand hatte einräumen müssen, dass es ein Fehler war. Ein wirklich gewaltiger Fehler.
Zu viel dunkle Brut, der er bereits auf seinem Weg begegnet war. Zu wenige Lebewesen.
„Er stimmt zu. Do-„
Dann wurde er unterbrochen. Unterbrochen von Geräuschen, die kein Tier hätte machen können. Von einer Stimme, die nicht den Lauten der Brut ähnelte.
Es war keine Hilfsbereitschaft, die ihn antrieb sich erneut in Bewegung zu setzen. Egal ob es sich dabei um eine der Ordensschwestern handelte, die er in Lothering eigentlich hätte besuchen wollen. Doch die Tatsache, dass die Stimme nicht weit von ihm entfernt erklungen war, weckte seine Aufmerksamkeit.
Es war ihm entgangen das sich jemand in seiner Nähe aufhielt und er wollte wissen warum.
Doch was er erblickte, war gänzlich von jeglicher Vorstellung entfernt, die sich zuvor in seinen Gedanken herumgetrieben hatte.
Mit zusammengekniffenen Augen sah er herab, auf das Mädchen im Schlamm. Er konnte nicht einmal sagen welcher Schmutzfleck an ihr frisch war und welchen sie bereits seit Tagen getragen hatte. Gänsehaut machte sich auf seinen Armen breit und wanderte den ganzen Körper entlang.
Dem Lauf der Armbrust folgend, den die Kleine in ihren Dreckverkrusteten Fingern hielt, erblickte er eine Frau. Abgesehen von ihrer Kleidung, die zumindest weitaus freier von Ungeziefer zu sein schien als die des Mädchens, lagen ihre Haare teilweise wild auf ihren Schultern. Sie musste aus Orlais kommen, denn der Mann kannte wahrlich keinen Fleck in Thedas wo eine Frau freiwillig so herumgelaufen wäre. Außer Orlais.
Die Tatsache das sie dort stand, ohne jegliches Schuhwerk gab ihm förmlich den Rest. Den Rest den er brauchte um sich fast schon würgend abzuwenden.
„Widerwärtig ...“
Nicht wissend was die beiden Frauen für ein Problem miteinander zu haben schienen, entschied er das es ihn nicht einmal interessierte. Er zog den Schal erneut über die Nase und drehte sich herum.


http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Die gesamte Situation eskalierte so schnell, dass keine Zeit blieb auch nur irgendeinen klaren Gedanken zu formen. Juri war völlig aufgebracht und verdeutlichte ihr ungestümes Naturell, da sie nicht einmal davor zurückscheute jungen Mädchen etwas anzutun. Doch bei all ihrem Zorn über ihr unsanftes Erwachen und dem gestohlenen Haarband hatte die Wilde plötzlich die Oberhand, als sie auf dem Boden liegend mit einer Armbrust die Kriegerin fixierte. Im letzten Rest des Tageslichts welches sich über das Schlachtfeld legte, schimmerte das Haarband hervor, dass das junge Mädchen weiterhin ihren Besitz nennen konnte.

Doch obwohl die Umstände nicht gerade für die Berserkerin sprachen, ließ sie ihren Zorn weiterhin walten und ermahnte die junge Wilde ein letztes Mal. "Her damit oder das ist dein Ende!" Juri bemerkte jedoch allmählich, dass sich ein Detail ihrer Umgebung inzwischen geändert hat. Eine weitere Person hat das Schlachtfeld betreten. Es war ein sehr gepflegt wirkender Mann mit braunem, zurückgekämmten Haar. Ein feiner, gelber Schal ruhte auf seinen Schultern. Nach einer flüchtigen Einschätzung bemerkte Juri, dass dieser feine Herr nicht aus der Wildnis wie das Mädchen vor ihr kommen konnte. Doch sein Blick wendete sich wieder ab, er schien wenig interessiert zu sein an dem Geschehen. Wenig verwunderlich wenn zwei ungewöhnlich aussehende Gestalten im Matsch herumtollen. Das konnte für einen Außenstehenden durchaus sehr verstörend wirken.

Aber es schien als hätte eine höhere Gewalt auf diesen einen Moment gewartet. Beim letzten Lichtstrahl der Sonne der über das Schlachtfeld zog kam Bewegung in diese von Leichen gepflasterte Gegend. Im Augenwinkel bemerkte sie wie der Boden um sie herum begann zu Zittern. Waren es kleine Tiere? Nein, bei einem konzentrierten Blick stellte die Kriegerin fest, dass es die Leichen waren. Die Wesen der dunklen Brut erhoben sich im Schutze der einbrechenden Dunkelheit. Juri war verwundert über die Gerissenheit dieser Bestien. Auch wenn sie einer der Ziele war, so bewunderte sie diese Boshaftigkeit. Ein derart perfides Vorgehen hätte von ihr stammen können.

Bei einem kurzen Rundumblick stellte Juri fest, dass alle drei unfreiwilligen Teilnehmer komplett umzingelt waren. Nicht besonders viele dunkle Gestalten die durch die Dunkelheit schlurften und grunzten hatten sich um sie herum positioniert, aber immerhin kamen auf jede Person mindestens zwei Kreaturen. Doch Juri konnte das kleine Mädchen nicht aus den Augen lassen, immerhin war ihre Armbrust noch immer auf die Kriegerin gerichtet. Sie würden durch ihren Groll gemeinsam untergehen oder vorübergehend Seite an Seite gegen die neue Bedrohung kämpfen, es gab offensichtlich keinen anderen Ausweg...

VRanger
12.04.2014, 21:56
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Glandis | Flüchtlingslager • Habseligkeiten

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Wenn du möchtest, kannst du auch noch einen Abstecher ins Lager machen. Ich konnte nicht noch mehr auf einmal tragen, aber dafür könnte ich mir die Wunde von Gwess in Ruhe ansehen.“ sagte Aril, nach dem sie wieder am Lager war. Glandis freute sich und das nicht nur, weil doch schon ein gutes Stück mit der Stute zurückgelegt war. Die Adlige gab ihr einen Apfel. Und vermutlich hatte Glandis mit ihrem Gesichtsausdruck zu verstehen gegeben, dass sie die Gabe nicht verstand. So fügte Aril an: „Wenn das Wasser ausgeht, können wir es damit versuchen.“ Als wenn es einer Bestätigung bedurft hätte, hob Gwess den Kopf und schnupperte angestrengt in Richtung des Apfels. Glandis musste ein lautes Lachen verkneifen. Im Stillen dachte sie: »So ist das, schnell wechselt man die Seite …« Laut führte sie ihren Gedanken fort: »Futter!« Sie drehte sich zur braunen Stute und sagte, eher befahl sie: » dartha, mae!« Und sagte sie zu Aril: »Pferde kennen, so wie ich mich erinnere, keine Vergangenheit und keine Zukunft. Sie kennt das Jetzt. Deshalb habe ich Gwess gesagt ‚bleib‘.« Sie löste sich von der Stute und griff den Eimer mit Wasser und trug in weiter weg von den Tieren. Sie sah, dass Gwess gehorchte, obwohl es dem Tier sehr fiel. Dann kehrte die Dalish zu Aril zurück und sagte dankend: »Danke für das Aufpassen. Schaue mich schnell um. Wenn wir Gwess hier weg und zu unserem Rastplatz gebracht haben, können wir für eine gründliche Suche hier her zurück. Ja zurück, um auch nach Deinem Bruder schauen!«

Nach diesen Worten ging die Dalish aufrecht, mit dem Wippen der rosenblonden Haare zu dem Zelt des Kommandanten. Nur eine leicht angehobene Schulter und eine dunkle Stelle an den Haaren zeigten den aufmerksamen Betrachter, dass sie nicht frei von Sorgen war.

»Da ist er ja!« sagte Glandis und schnalzte dabei mit der Zunge. Schon beim Zugreifen spürte sie, dass mit ihrem Gepäck alles in Ordnung war. Beim Aufheben kullerte etwas länglich, Rundes hervor. Erstaunt und instinktiv stoppte die Dalish mit dem rechten Fuß das kullernde Ding. Sie bückte sich und hob es auf. Eine Flasche Schnaps hielt sie in der Hand. Aber anstatt diese so wie immer wegzuwerfen, flog ein Lächeln über das Gesicht. »Das trifft sich gut,« flüsterte sie und steckte die Flasche in den Beutel. Diesen schwang sie so dann auf den Rücken. Ein Schmerz, auch bedingt durch die Wucht des Auftreffens, zog durch ihren Körper. Sie biss sich auf die Lippen und schüttele ihren Kopf. »Die Schürfwunde!« dachte sie. Denn Glandis hatte über das Treiben mit dem Pferd völlig ihre Situation vergessen. Nun war sie ihr wieder bewusst. Leider auf schmerzhafte Art geschehen.

Um sich abzulenken, rannte sie zum Karren des alten Mannes. Wenig Brauchbares und für die nächsten Tage bestimmt, dachte sie beim Durchwühlen. Dann griff sie ein leinenes Säckchen. Es klimperte beim Schütteln. Sie musste nicht nachsehen. Das Gewicht, die Geräusche zeigten ihr, was sie gefunden hatte. Schnell war es verstaut. Etwas enttäuscht, weil sie nichts Essbares hatte finden können, griff sie sich eine von den etwas verdreckten Decken, ein dünne Rolle Draht und eine der Zangen. »Soll fürs Erste reichen,« sagte sie, als sie bei Aril mit ihrem Beutel, einer Decke über der Schulter und der Drahtrolle wieder ankam.

Khardim
13.04.2014, 21:49
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngEs war wie eine völlig andere Welt, die sich da vor dem Mann aufgetan hatte. Ein Wandel zwischen der ruhigen, wenn auch fast ausgestorbenen Natur, hin zu einem Anblick, der einem bis ins Mark ging.
Selbst für ihn. Selbst für einen Magier, der nicht mehr liebste als das Nichts.
Es waren die verstümmelten Überreste von Menschen, Elfen und sogar Vereinzelte der dunklen Brut, welche in tiefroten Blutlachen lagen, die sich durch den schlammigen Boden zogen. Pfeile, abgebrochene Klingen und andere spitzen Gegenstände zierten die blutigen Körper der Gefallenen, wahllos auf den Wegen verteilt. Nur wenige Schleifspuren waren zu sehen, doch waren diese schon älter als gedacht.
Sagte man nicht, dass die Brut ihre Opfer immer mit unter die Erde zog?
Waren es sogar für sie zu viele, die sie auf dem Gewissen hatten?
Oder gab es einen anderen Grund weshalb sie all diese Dorfbewohner zurück gelassen hatten?
Quintus sah sich um, schob dabei seinen Schal jedoch immer weiter über das Gesicht, um dem Gestank der dort herrschte zu entgehen. Ein sinnloses Unterfangen, hatte sich der Geruch von Blut und Verwesung doch bereits in seiner Kleidung eingenistet.
Es ist unklug weiter zu gehen. Das Dorf wird nicht mehr sein als ein brennendes Schlachtfeld.
Der Magier wusste das. Er wusste, dass nichts mehr von Lothering übrig sein konnte, so wie er es einst kennen gelernt hatte. Kein Gedankengang lies es zu, daran zu glauben das es klug wäre seinen Weg fortzusetzen.
Seit einer ganzen Weile schon.
Doch Quintus hatte den Weg fortgesetzt. So weit, bis er seinem mehr oder minder gesunden Menschenverstand hatte einräumen müssen, dass es ein Fehler war. Ein wirklich gewaltiger Fehler.
Zu viel dunkle Brut, der er bereits auf seinem Weg begegnet war. Zu wenige Lebewesen.
„Er stimmt zu. Do-„
Dann wurde er unterbrochen. Unterbrochen von Geräuschen, die kein Tier hätte machen können. Von einer Stimme, die nicht den Lauten der Brut ähnelte.
Es war keine Hilfsbereitschaft, die ihn antrieb sich erneut in Bewegung zu setzen. Egal ob es sich dabei um eine der Ordensschwestern handelte, die er in Lothering eigentlich hätte besuchen wollen. Doch die Tatsache, dass die Stimme nicht weit von ihm entfernt erklungen war, weckte seine Aufmerksamkeit.
Es war ihm entgangen das sich jemand in seiner Nähe aufhielt und er wollte wissen warum.
Doch was er erblickte, war gänzlich von jeglicher Vorstellung entfernt, die sich zuvor in seinen Gedanken herumgetrieben hatte.
Mit zusammengekniffenen Augen sah er herab, auf das Mädchen im Schlamm. Er konnte nicht einmal sagen welcher Schmutzfleck an ihr frisch war und welchen sie bereits seit Tagen getragen hatte. Gänsehaut machte sich auf seinen Armen breit und wanderte den ganzen Körper entlang.
Dem Lauf der Armbrust folgend, den die Kleine in ihren Dreckverkrusteten Fingern hielt, erblickte er eine Frau. Abgesehen von ihrer Kleidung, die zumindest weitaus freier von Ungeziefer zu sein schien als die des Mädchens, lagen ihre Haare teilweise wild auf ihren Schultern. Sie musste aus Orlais kommen, denn der Mann kannte wahrlich keinen Fleck in Thedas wo eine Frau freiwillig so herumgelaufen wäre. Außer Orlais.
Die Tatsache das sie dort stand, ohne jegliches Schuhwerk gab ihm förmlich den Rest. Den Rest den er brauchte um sich fast schon würgend abzuwenden.
„Widerwärtig ...“
Nicht wissend was die beiden Frauen für ein Problem miteinander zu haben schienen, entschied er das es ihn nicht einmal interessierte. Er zog den Schal erneut über die Nase und drehte sich herum.




http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Die gesamte Situation eskalierte so schnell, dass keine Zeit blieb auch nur irgendeinen klaren Gedanken zu formen. Juri war völlig aufgebracht und verdeutlichte ihr ungestümes Naturell, da sie nicht einmal davor zurückscheute jungen Mädchen etwas anzutun. Doch bei all ihrem Zorn über ihr unsanftes Erwachen und dem gestohlenen Haarband hatte die Wilde plötzlich die Oberhand, als sie auf dem Boden liegend mit einer Armbrust die Kriegerin fixierte. Im letzten Rest des Tageslichts welches sich über das Schlachtfeld legte, schimmerte das Haarband hervor, dass das junge Mädchen weiterhin ihren Besitz nennen konnte.

Doch obwohl die Umstände nicht gerade für die Berserkerin sprachen, ließ sie ihren Zorn weiterhin walten und ermahnte die junge Wilde ein letztes Mal. "Her damit oder das ist dein Ende!" Juri bemerkte jedoch allmählich, dass sich ein Detail ihrer Umgebung inzwischen geändert hat. Eine weitere Person hat das Schlachtfeld betreten. Es war ein sehr gepflegt wirkender Mann mit braunem, zurückgekämmten Haar. Ein feiner, gelber Schal ruhte auf seinen Schultern. Nach einer flüchtigen Einschätzung bemerkte Juri, dass dieser feine Herr nicht aus der Wildnis wie das Mädchen vor ihr kommen konnte. Doch sein Blick wendete sich wieder ab, er schien wenig interessiert zu sein an dem Geschehen. Wenig verwunderlich wenn zwei ungewöhnlich aussehende Gestalten im Matsch herumtollen. Das konnte für einen Außenstehenden durchaus sehr verstörend wirken.

Aber es schien als hätte eine höhere Gewalt auf diesen einen Moment gewartet. Beim letzten Lichtstrahl der Sonne der über das Schlachtfeld zog kam Bewegung in diese von Leichen gepflasterte Gegend. Im Augenwinkel bemerkte sie wie der Boden um sie herum begann zu Zittern. Waren es kleine Tiere? Nein, bei einem konzentrierten Blick stellte die Kriegerin fest, dass es die Leichen waren. Die Wesen der dunklen Brut erhoben sich im Schutze der einbrechenden Dunkelheit. Juri war verwundert über die Gerissenheit dieser Bestien. Auch wenn sie einer der Ziele war, so bewunderte sie diese Boshaftigkeit. Ein derart perfides Vorgehen hätte von ihr stammen können.

Bei einem kurzen Rundumblick stellte Juri fest, dass alle drei unfreiwilligen Teilnehmer komplett umzingelt waren. Nicht besonders viele dunkle Gestalten die durch die Dunkelheit schlurften und grunzten hatten sich um sie herum positioniert, aber immerhin kamen auf jede Person mindestens zwei Kreaturen. Doch Juri konnte das kleine Mädchen nicht aus den Augen lassen, immerhin war ihre Armbrust noch immer auf die Kriegerin gerichtet. Sie würden durch ihren Groll gemeinsam untergehen oder vorübergehend Seite an Seite gegen die neue Bedrohung kämpfen, es gab offensichtlich keinen anderen Ausweg...


http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg
„Widerwärtig ...“ Die Stimme klang, als käme sie von weit her, sie drang kaum in ihr Bewusstsein, wurde förmlich vom pochenden Blut in ihrem Kopf übertönt. Sie sah nur ihre Verfolgerin (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22610287&viewfull=1#post22610287) über sich stehen, schäumend vor Wut.
Pfeifend ging Nekkas Atem, schnell genug, um ihre Lungen brennen und ihren Mund trocken werden zu lassen. "Her damit oder das ist dein Ende!" Die Drohung war unmissverständlich und sie hätte vermutlich nicht einen Moment gezögert, ihre Beute aufzugeben, um mit dem Leben davon zu kommen, wenn Panik und Erschöpfung nicht weiterhin jede logischen Schluss unterbunden hätten.
Sie wusste, dass sie jetzt schon am Ende war und als ob dies genau in diesem Moment auch der Sonne klar wurde, wandte sie ihr Gesicht von der Erde ab und ließ das Mädchen in der Finsternis zurück.
Plötzlich schien etwas die Aufmerksamkeit der dunkelhaarigen Kriegerin zu erregen; ihr zorniger Blick wandte sich kurz von Nekka ab, um etwas anderes zu fixieren. Die Verfolgte zögerte nicht lange, drehte sich herum und sprang auf, um ihre Flucht fortzusetzen, weg von der Frau, von diesem Leichenfeld.
Als sie grade Ausschau nach dem kürzesten Weg von der Lichtung suchte, um in der Dunkelheit des Waldes zu verschwinden, erkannte sie, was ihre Verfolgerin abgelenkt hatte: Die Brut erhob sich.
Ob es eine Falle war oder ob sich tatsächlich die Toten in Bewegung setzten, wie sie es in den Geschichten taten, die ihr ihre Mutter einst erzählt hatte, konnte sie nicht erkennen, aber es war klar, dass sie mit der Kriegerin zusammen von den gleichen Kreaturen eingekreist worden war, die sie einst zur Waisen gemacht hatten.
Laut brüllend stürmte die Brut auf sie zu und als sich Nekka hektisch umherdrehte, um doch noch irgendwo einen Fluchtweg zu entdecken sah sie zum ersten Mal den Ursprung der weit entfernten Stimme: Sie konnte zwar nicht wissen, dass dieser schmale Mann zuvor gesprochen hatte, doch war sie sich dessen sicher, denn er wirkte genau so entrückt wie die Worte, die zuvor nahezu im Rausch des Adrenalins untergegangen waren: Mit seinen reinen Gewändern wirkte er auf diesem blutgetränkten Feld so fehl am Platz wie es nur denkbar war, doch wieder stachen Nekka vor allem die Haare in die Augen: Glatt und glänzend lagen sie an seinem Kopf an; sie hatte solche Haare noch nie gesehen, schon gar nicht bei einem Mann.
Er war abgewandt von ihr und der Kriegerin und schien auch in just diesem Moment erfasst zu haben, dass sie angegriffen wurden. Er drehte sich ruckartig um, als ob er damit rechnete, dass das Mädchen oder seine Verfolgerin ihm in den Rücken fallen würden.
Für einen Moment nur sahen die drei sich wechselseitig an. Sie waren wie vom Schicksal auf diesem verfluchten Feld zusammengeworfen worden und dieses Schicksal beschloss nun, sie zu prüfen.
Als die Brut nur noch wenige Schritte entfernt war, riss Nekka ihre Waffe herum und fasste die Bestie, die ihr am nächsten war, ins Auge. Sie hörte noch, wie neben ihr ein Schwert gezogen wurde, bevor ihr angstgetriebener Puls wieder alles übertönte.

Fawks
16.04.2014, 20:47
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png



vorheriger Post:Schritt für Schritt (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page8?p=22665195&viewfull=1#post22665195)


»Danke für das Aufpassen. Schaue mich schnell um. Wenn wir Gwess hier weg und zu unserem Rastplatz gebracht haben, können wir für eine gründliche Suche hier her zurück. Ja zurück, um auch nach Deinem Bruder schauen!«
Damit war Glandis auch schon in die gleiche Richtung gelaufen, aus der Aril gekommen war.
Sie hatte den Wassereimer einige Schritt von Gwess entfernt neben Aril abgestellt, und die junge Frau stellte den Apfeleimer daneben, warf dem schwarzen Hengst einen warnenden Blick zu, der sich ganz zufällig auf den Eimer zubewegt hatte und jetzt fast enttäuscht schnaubend stehen blieb.

Aril näherte sich, mit einem Apfel in der Hand, der Stute, streckte die Hand flach aus und ließ Gwess den Apfel gierig davon herunteressen, doch die Adlige hielt ihren Abstand. Glandis war offensichtlich dabei, dieses Pferd auf eine eigene, elfische Art auf sie selbst einzustimmen, da wollte Aril nicht im Weg stehen.

Sie kehrte zu den beiden Eimern zurück, kletterte auf ihren Hengst und sah auch schon die Elfin zurückkehren -mit einer Decke über einer Schulter, einem großen Beutel über die andere geschwungen und in der Hand eine Drahtrolle. »Soll fürs Erste reichen.«

Aril ließ ihren Blick schweifen. "Glandis, nimm es mir nicht übel, aber in dem Schneckentempo, dass Gwess vorlegt, schaffen wir es nicht bis zum Lager, ohne ein dutzend Mal Wasser zu holen. Ich gehe mit dem Kochtopf noch einmal frisches Wasser holen, während du sie weiter Richtung Bach lockst. Wahrscheinlich hat sie dann gar keinen Drust mehr, wenn sie dort ankommt..." grinste sie.
"Und dabei halte ich nach einem anderen Plätzchen Ausschau, wo wir es uns bequem machen können, bis wir Gwess zum Lager am Bach bringen. Was meinst du?"

BlackShial
17.04.2014, 12:25
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngBeim struppigen Barthaar des Erbauers, eine derart raffinierte Falle hätte der Magier von diesen stinkenden Ungeheuern nicht erwartet. Eigentlich war er sich sogar sicher, dass deren verunstalteten Leichen tatsächlich auch wirklich Leichen waren, doch er schien sich geirrt zu haben.
Also stand er da, den Mund leicht geöffnet, unfähig sogleich auf den Angriff zu reagieren. Ob die beiden Frauen - eine mehr als die andere würdig als diese bezeichnet zu werden – mit beteilig waren? Unwahrscheinlich, waren doch auch sie von der Brut eingekreist, wie er erkennen konnte als er sich augenblicklich umgedreht hatte.
Vorsicht war gewissermaßen ja besser als Nachsicht, auch wenn diese Erkenntnis eindeutig zu spät kam und wahrscheinlich auch gegenüber den falschen Individuen. Doch all die Überlegungen änderten nichts an der Tatsache, dass sie alle drei als Ziel des Angriffs auserkoren wurden. Von stinkenden, sabbernden, schlurfenden und vor allem wirklich hässlichen Kreaturen. Gefährlich waren sie zudem ebenfalls, was sich der junge Mann jedoch nicht zwingend ins Gedächtnis rufen musste, war er sich zumindest dieser Tatsache vollkommen im Klaren, seit er sie das erste Mal erblickt hatte.
Die einzige Frage, die sich ihm in diesem Moment stellte war also: Wie sollte er entkommen?
Frau und Kind als Ablenkung zurücklassen und sich mit einem gezielten Schlag an den Angreifern vorbeibewegen? Er wäre sicher schnell genug gewesen … doch …
Verflucht! Er war gewiss nicht der netteste Kerl, schon gar nicht gegenüber Lebewesen die nicht seinem perfekten Bild von Ästhetik entsprachen, aber ein Unmensch war er schon gar nicht.
Er musste sie ja nicht ansehen. Genauso wenig wie die Brut, deren Anblick bei weitem schlimmer zu ertragen war. Viel schlimmer.
Er konnte die Beiden also weder zurücklassen, noch verantworten dass ihnen diese widerwärtigen Gestalten auf die Pelle rückten. Der Plan war also simpel: Die beiden nicht ganz so schön anzusehenden Frauen vor den wirklich furchtbar schlimm anzusehenden Ungeheuern bewahren, dabei natürlich vorranging auf die eigene Sicherheit achten und dann so schnell wie möglich verschwinden.
Quintus war kein strahlender Ritter, kein Verfechter der Gerechtigkeit und gewiss kein Freund von Mädchen, die eher einem wilden Tier glichen als einer entzückenden Dame, doch er war ein guter Kerl. Im Inneren. Irgendwo.
Neben all den Gedanken, die blitzschnell durch seinen Kopf schwirrten, den Beleidigungen die ihm für alle dort Anwesenden einfielen und der Überlegung einer Taktik, wie er am günstigsten aus dieser Situation herauskam, bewegte sich sein Körper förmlich von allein zwischen den grotesken Körpern der Angreifer hindurch. Seinen Stab mit beiden Händen auf und ab schwingend, mit dem abgerundeten Ende nach den Bestien schlagend und die Speerspitze gezielt nach vorn schnellen lassend, hielt er sich die Brut vom Leib. Doch egal wie schnell er sich auch bewegte, es ergab sich keine Chance um an den Waffen der beiden Geschöpfe vorbeizukommen, die ihn in die Richtung der Frauen drängten.
Ein Schlag mit seiner Waffe gegen die Schulter des Einen, der daraufhin leicht ins Taumeln geriet, gefolgt von einem breitflächigem Schwung zwang sie dazu etwas Raum zu schaffen. Genug Platz für Quin um seine Kraft zu sammeln und die wahre Macht eines Magiers zu entfachen. Ein irres, triumphgeschwängertes Lachen entwich seiner Kehle, als die hervorgerufenen Flammen an seinen Fingerspitzen leckten und sturmartig nach Vorn schnellten. Wie der Atem eines Drachen umfingen die Flammen des Mannes seine Gegner.
Der wundervolle Anblick von versengendem Fleisch offenbarte sich ihm, schöner noch als er erhofft hatte.
Alles andere verlor er gänzlich aus den Augen. Nur die Flammen zählten noch, die Macht die mit ihnen verbunden war und die schmerzerfüllten Geräusche der beiden Angreifer.

VRanger
18.04.2014, 09:23
vorheriger Post: • Habseligkeiten (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22672715&viewfull=1#post22672715)

Glandis | Flüchtlingslager • kurzes Treffen

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Nachdem sie gut bepackt bei Aril wieder angekommen war, hatte sie der Adligen gesagt: »Soll fürs Erste reichen.« Die erklärte ihr mit einem Grinsen im Gesicht: „Glandis, nimm es mir nicht übel, aber in dem Schneckentempo, dass Gwess vorlegt, schaffen wir es nicht bis zum Lager, ohne ein dutzend Mal Wasser zu holen. Ich gehe mit dem Kochtopf noch einmal frisches Wasser holen, während du sie weiter Richtung Bach lockst. Wahrscheinlich hat sie dann gar keinen Durst mehr, wenn sie dort ankommt ...“ Glandis wollte schon einsteigen, denn in ihr brodelte das Wort „Schneckentempo“. »Vielleicht könnte ihr mal auffallen, dass es überhaupt zu bestaunen ist, dass die Stute noch oder schon wieder auf ihren Hufen steht,« schoss es Glandis durch den Kopf. Doch bevor sie es aussprechen konnte, erzählte Aril weiter, als wäre es so normal: „Und dabei halte ich nach einem anderen Plätzchen Ausschau, wo wir es uns bequem machen können, bis wir Gwess zum Lager am Bach bringen. Was meinst du?“ Diese persönliche Ansprache brachte die Dalish aus ihrer Denkhaltung. »Klare Fragen beanspruchen klare Antworten,« hatte ihr Vater ihr immer gesagt. Das war vor allem dann geschehen, wenn sie verbockt vor ihm gestanden hatte und nicht antworten wollte. Meist war es um ein Überschreiten der Zeit gegangen, zu der sich die Dalish bei den Eltern melden sollte. Diese kleine Kaprice ließ die junge Frau lächeln und ihre patzige Antwort zu der Stute zurückschieben.

Glandis reichte der vor ihr stehenden Frau mit den dunkelbraunen Haaren einfach die Drahtrolle und die doch etwas verschmutzte Decke hin und sagte: „Aril, gute Idee von Dir. Ja, suche ein neues Lager, eins, wo die Pferde auch Schutz finden. Vielleicht nördlicher, wo der Bach vom Wald besäumt wird.“ Sie drückte der etwas verdutzt dreinschauenden Adligen die Gegenstände in die Hand und sagte mit elfischer Gelassenheit: „Du nimmst das doch bitte mit. Brauche für das Wasser jede freie Hand.“

Dann drehte sie sich zu Gwess. Die Stute stand immer noch genau an dem Fleck, als Glandis ihr gesagt hatte »steh«. Das freute die Dalish. Glandis glaubte daran zu erkennen, dass sie einen Zugang zu dem Tier gefunden hatte. Sie hatte auch beobachtet, wie die Ohren der Braunen von zur Seite geneigt in eine vordere Position gewechselt waren. Die Dalish wusste, Gwess beobachtete sie. So sagte sie singend mehrfach hintereinander: »mae gwess, gwess, mae gwess …« Sie drückte dabei den Hals der Stute, schmiegte sich, so gut ihr Reisegepäck auf dem Rücken es zu lies, sich an. Ein Schlagen des Schweifs zeigte dem Beobachter, wie in welcher Aufregung sich das Tier bei dieser Liebkosung befand. Nach einer Weile löste sich Glandis von dem Pferd. Schaute zurück zum Wassereimer, erblickte dabei Aril, die auf etwas zu warten schien.

Glandis winkte ihr freundlich zu und sagte: »Nun los, ich komme schon zurecht!«


nächster Post: Geduld (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22712020&viewfull=1#post22712020)

Neclord
19.04.2014, 15:45
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg
„Widerwärtig ...“ Die Stimme klang, als käme sie von weit her, sie drang kaum in ihr Bewusstsein, wurde förmlich vom pochenden Blut in ihrem Kopf übertönt. Sie sah nur ihre Verfolgerin (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22610287&viewfull=1#post22610287) über sich stehen, schäumend vor Wut.
Pfeifend ging Nekkas Atem, schnell genug, um ihre Lungen brennen und ihren Mund trocken werden zu lassen. "Her damit oder das ist dein Ende!" Die Drohung war unmissverständlich und sie hätte vermutlich nicht einen Moment gezögert, ihre Beute aufzugeben, um mit dem Leben davon zu kommen, wenn Panik und Erschöpfung nicht weiterhin jede logischen Schluss unterbunden hätten.
Sie wusste, dass sie jetzt schon am Ende war und als ob dies genau in diesem Moment auch der Sonne klar wurde, wandte sie ihr Gesicht von der Erde ab und ließ das Mädchen in der Finsternis zurück.
Plötzlich schien etwas die Aufmerksamkeit der dunkelhaarigen Kriegerin zu erregen; ihr zorniger Blick wandte sich kurz von Nekka ab, um etwas anderes zu fixieren. Die Verfolgte zögerte nicht lange, drehte sich herum und sprang auf, um ihre Flucht fortzusetzen, weg von der Frau, von diesem Leichenfeld.
Als sie grade Ausschau nach dem kürzesten Weg von der Lichtung suchte, um in der Dunkelheit des Waldes zu verschwinden, erkannte sie, was ihre Verfolgerin abgelenkt hatte: Die Brut erhob sich.
Ob es eine Falle war oder ob sich tatsächlich die Toten in Bewegung setzten, wie sie es in den Geschichten taten, die ihr ihre Mutter einst erzählt hatte, konnte sie nicht erkennen, aber es war klar, dass sie mit der Kriegerin zusammen von den gleichen Kreaturen eingekreist worden war, die sie einst zur Waisen gemacht hatten.
Laut brüllend stürmte die Brut auf sie zu und als sich Nekka hektisch umherdrehte, um doch noch irgendwo einen Fluchtweg zu entdecken sah sie zum ersten Mal den Ursprung der weit entfernten Stimme: Sie konnte zwar nicht wissen, dass dieser schmale Mann zuvor gesprochen hatte, doch war sie sich dessen sicher, denn er wirkte genau so entrückt wie die Worte, die zuvor nahezu im Rausch des Adrenalins untergegangen waren: Mit seinen reinen Gewändern wirkte er auf diesem blutgetränkten Feld so fehl am Platz wie es nur denkbar war, doch wieder stachen Nekka vor allem die Haare in die Augen: Glatt und glänzend lagen sie an seinem Kopf an; sie hatte solche Haare noch nie gesehen, schon gar nicht bei einem Mann.
Er war abgewandt von ihr und der Kriegerin und schien auch in just diesem Moment erfasst zu haben, dass sie angegriffen wurden. Er drehte sich ruckartig um, als ob er damit rechnete, dass das Mädchen oder seine Verfolgerin ihm in den Rücken fallen würden.
Für einen Moment nur sahen die drei sich wechselseitig an. Sie waren wie vom Schicksal auf diesem verfluchten Feld zusammengeworfen worden und dieses Schicksal beschloss nun, sie zu prüfen.
Als die Brut nur noch wenige Schritte entfernt war, riss Nekka ihre Waffe herum und fasste die Bestie, die ihr am nächsten war, ins Auge. Sie hörte noch, wie neben ihr ein Schwert gezogen wurde, bevor ihr angstgetriebener Puls wieder alles übertönte.


http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngBeim struppigen Barthaar des Erbauers, eine derart raffinierte Falle hätte der Magier von diesen stinkenden Ungeheuern nicht erwartet. Eigentlich war er sich sogar sicher, dass deren verunstalteten Leichen tatsächlich auch wirklich Leichen waren, doch er schien sich geirrt zu haben.
Also stand er da, den Mund leicht geöffnet, unfähig sogleich auf den Angriff zu reagieren. Ob die beiden Frauen - eine mehr als die andere würdig als diese bezeichnet zu werden – mit beteilig waren? Unwahrscheinlich, waren doch auch sie von der Brut eingekreist, wie er erkennen konnte als er sich augenblicklich umgedreht hatte.
Vorsicht war gewissermaßen ja besser als Nachsicht, auch wenn diese Erkenntnis eindeutig zu spät kam und wahrscheinlich auch gegenüber den falschen Individuen. Doch all die Überlegungen änderten nichts an der Tatsache, dass sie alle drei als Ziel des Angriffs auserkoren wurden. Von stinkenden, sabbernden, schlurfenden und vor allem wirklich hässlichen Kreaturen. Gefährlich waren sie zudem ebenfalls, was sich der junge Mann jedoch nicht zwingend ins Gedächtnis rufen musste, war er sich zumindest dieser Tatsache vollkommen im Klaren, seit er sie das erste Mal erblickt hatte.
Die einzige Frage, die sich ihm in diesem Moment stellte war also: Wie sollte er entkommen?
Frau und Kind als Ablenkung zurücklassen und sich mit einem gezielten Schlag an den Angreifern vorbeibewegen? Er wäre sicher schnell genug gewesen … doch …
Verflucht! Er war gewiss nicht der netteste Kerl, schon gar nicht gegenüber Lebewesen die nicht seinem perfekten Bild von Ästhetik entsprachen, aber ein Unmensch war er schon gar nicht.
Er musste sie ja nicht ansehen. Genauso wenig wie die Brut, deren Anblick bei weitem schlimmer zu ertragen war. Viel schlimmer.
Er konnte die Beiden also weder zurücklassen, noch verantworten dass ihnen diese widerwärtigen Gestalten auf die Pelle rückten. Der Plan war also simpel: Die beiden nicht ganz so schön anzusehenden Frauen vor den wirklich furchtbar schlimm anzusehenden Ungeheuern bewahren, dabei natürlich vorranging auf die eigene Sicherheit achten und dann so schnell wie möglich verschwinden.
Quintus war kein strahlender Ritter, kein Verfechter der Gerechtigkeit und gewiss kein Freund von Mädchen, die eher einem wilden Tier glichen als einer entzückenden Dame, doch er war ein guter Kerl. Im Inneren. Irgendwo.
Neben all den Gedanken, die blitzschnell durch seinen Kopf schwirrten, den Beleidigungen die ihm für alle dort Anwesenden einfielen und der Überlegung einer Taktik, wie er am günstigsten aus dieser Situation herauskam, bewegte sich sein Körper förmlich von allein zwischen den grotesken Körpern der Angreifer hindurch. Seinen Stab mit beiden Händen auf und ab schwingend, mit dem abgerundeten Ende nach den Bestien schlagend und die Speerspitze gezielt nach vorn schnellen lassend, hielt er sich die Brut vom Leib. Doch egal wie schnell er sich auch bewegte, es ergab sich keine Chance um an den Waffen der beiden Geschöpfe vorbeizukommen, die ihn in die Richtung der Frauen drängten.
Ein Schlag mit seiner Waffe gegen die Schulter des Einen, der daraufhin leicht ins Taumeln geriet, gefolgt von einem breitflächigem Schwung zwang sie dazu etwas Raum zu schaffen. Genug Platz für Quin um seine Kraft zu sammeln und die wahre Macht eines Magiers zu entfachen. Ein irres, triumphgeschwängertes Lachen entwich seiner Kehle, als die hervorgerufenen Flammen an seinen Fingerspitzen leckten und sturmartig nach Vorn schnellten. Wie der Atem eines Drachen umfingen die Flammen des Mannes seine Gegner.
Der wundervolle Anblick von versengendem Fleisch offenbarte sich ihm, schöner noch als er erhofft hatte.
Alles andere verlor er gänzlich aus den Augen. Nur die Flammen zählten noch, die Macht die mit ihnen verbunden war und die schmerzerfüllten Geräusche der beiden Angreifer.


http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Der drohenden Gefahr ins Antlitz blickend, spürte die Kriegerin die intensiver werdenden Schläge ihres Herzens. Das aufkeimende Adrenalin pulsierte durch ihren Körper und leitete die Vorfreude auf die kommenden Ereignisse ein. Für einen Moment lang vergaßen die beiden streitenden Weiber ihren Groll und schenkten der neuen Gefahr ihre volle Aufmerksamkeit. Die Wilde richtete ihre Waffe nun gegen die Abkömmlinge der dunklen Brut und auch der Schönling schien sich darüber im Klaren zu sein, dass ein Ausweg aus dieser Situation nur durch einen Kampf zu erreichen ist.

Im Augenwinkel bemerkte Juri glühende Flammen, die der Schalträger seinen Feinden entgegen warf. Ein Magier? Ihr Verständnis für die Welt der arkanen Künste war äußerst begrenzt. Die einzigen Magier denen sie zuvor begegnete waren Anhänger der dunklet Brut. Unangenehme Gegner für die Nahkämpferin. Die Distanz schadlos zu überbrücken war stets die größte Hürde. Und zu all dem Unglück welches sie seit ihrem Erwachen verfolgte, gesellte sich ein weiteres Problem hinzu. Denn einer der finsteren Gestalten die den Hinterhalt planten war scheinbar ebenfalls ein Magier. Er wirkte sehr alt und gebrechlich, eine Hand umklammerte den Griff eines Holzstabes, mit der anderen koordinierte die Kreatur die anderen Geschöpfe. Es schien sich dabei um ihren Anführer zu handeln.

Juri zog ihre schmale Klinge hervor und festigte ihren Stand. Der matschige Boden schob sich durch ihre Zehen, während sie eine duckende Haltung einnahm. Denn einer der abscheulichen Wesen schlurfte direkt auf sie zu. Bewaffnet mit einer primitiven Axt, holte die Kreatur schließlich zum Schlag aus.
Die Kriegerin blockte den Hieb mit ihrer Klinge und trat dem Angreifer mit dem Fuß in den Magen. Mit einem glucksenden Geräusch wich der Angreifer dadurch etwas zurück, sein Angriffswille war jedoch ungebrochen. Wieder holte dieser zum Schlag aus und es folgte eine wilde Abfolge mehrerer Schläge.

Nach einer Weile bekam die Kriegerin Schwierigkeiten mit der Wildheit der Kreatur mitzuhalten. Schließlich schlug das Wesen ihr die Waffe aus der Hand und sie landete mit dem Rücken auf dem matschigen Erdboden. Triumphierend brüllte das Wesen ihr all den Hass entgegen und machte sich bereit Juri's chaotisches Leben zu beenden. Doch was die Kreatur nicht realisierte war die Tatsache, dass das Schwert der Kriegerin lediglich dazu diente, den Gnadenstoß durchzuführen. Als Schwertkämpferin taugte sie nicht wirklich etwas, ihre wahre Stärke lag schon immer im waffenlosen Kampf.

So rollte sie sich, flink wie ein Krabbeltier, zur Seite um den Hieb des Angreifers auszuweichen. Dann richtete sie sich auf und rammte ihr Knie mit äußerster Kraft in den Bauch der Kreatur, welche sich daraufhin unter Schmerzen nach vorn beugte. Juri nutzte den Moment und warf das Wesen zu Boden. Wütend sprang sie auf ihn rauf und bearbeitete sein Gesicht abwechselnd mit ihren Fäusten.
Als sie das Leben beinahe vollständig aus ihm rausgeprügelt hatte, griff die Kriegerin nach ihrem Schwert und beförderte das Geschöpf schließlich ins Jenseits.

Keuchend und mit allerlei Schmutz bedeckt blickte sie sich um. Der Anführer der abscheulichen Gruppe sollte ihr nächstes Ziel sein. Doch als sie sich ihm näherte bekam Juri seine enorme Macht zu spüren. Eine unsichtbare Druckwelle fegte über den Boden, wirbelte Staub und Schmutz auf und riss die Kriegerin von den Beinen. Um Schutz vor seiner Zauberei zu suchen, kroch sie hinter einen naheliegenden Felsen und wartete auf eine günstige Gelegenheit...

Khardim
19.04.2014, 17:03
http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Der drohenden Gefahr ins Antlitz blickend, spürte die Kriegerin die intensiver werdenden Schläge ihres Herzens. Das aufkeimende Adrenalin pulsierte durch ihren Körper und leitete die Vorfreude auf die kommenden Ereignisse ein. Für einen Moment lang vergaßen die beiden streitenden Weiber ihren Groll und schenkten der neuen Gefahr ihre volle Aufmerksamkeit. Die Wilde richtete ihre Waffe nun gegen die Abkömmlinge der dunklen Brut und auch der Schönling schien sich darüber im Klaren zu sein, dass ein Ausweg aus dieser Situation nur durch einen Kampf zu erreichen ist.

Im Augenwinkel bemerkte Juri glühende Flammen, die der Schalträger seinen Feinden entgegen warf. Ein Magier? Ihr Verständnis für die Welt der arkanen Künste war äußerst begrenzt. Die einzigen Magier denen sie zuvor begegnete waren Anhänger der dunklet Brut. Unangenehme Gegner für die Nahkämpferin. Die Distanz schadlos zu überbrücken war stets die größte Hürde. Und zu all dem Unglück welches sie seit ihrem Erwachen verfolgte, gesellte sich ein weiteres Problem hinzu. Denn einer der finsteren Gestalten die den Hinterhalt planten war scheinbar ebenfalls ein Magier. Er wirkte sehr alt und gebrechlich, eine Hand umklammerte den Griff eines Holzstabes, mit der anderen koordinierte die Kreatur die anderen Geschöpfe. Es schien sich dabei um ihren Anführer zu handeln.

Juri zog ihre schmale Klinge hervor und festigte ihren Stand. Der matschige Boden schob sich durch ihre Zehen, während sie eine duckende Haltung einnahm. Denn einer der abscheulichen Wesen schlurfte direkt auf sie zu. Bewaffnet mit einer primitiven Axt, holte die Kreatur schließlich zum Schlag aus.
Die Kriegerin blockte den Hieb mit ihrer Klinge und trat dem Angreifer mit dem Fuß in den Magen. Mit einem glucksenden Geräusch wich der Angreifer dadurch etwas zurück, sein Angriffswille war jedoch ungebrochen. Wieder holte dieser zum Schlag aus und es folgte eine wilde Abfolge mehrerer Schläge.

Nach einer Weile bekam die Kriegerin Schwierigkeiten mit der Wildheit der Kreatur mitzuhalten. Schließlich schlug das Wesen ihr die Waffe aus der Hand und sie landete mit dem Rücken auf dem matschigen Erdboden. Triumphierend brüllte das Wesen ihr all den Hass entgegen und machte sich bereit Juri's chaotisches Leben zu beenden. Doch was die Kreatur nicht realisierte war die Tatsache, dass das Schwert der Kriegerin lediglich dazu diente, den Gnadenstoß durchzuführen. Als Schwertkämpferin taugte sie nicht wirklich etwas, ihre wahre Stärke lag schon immer im waffenlosen Kampf.

So rollte sie sich, flink wie ein Krabbeltier, zur Seite um den Hieb des Angreifers auszuweichen. Dann richtete sie sich auf und rammte ihr Knie mit äußerster Kraft in den Bauch der Kreatur, welche sich daraufhin unter Schmerzen nach vorn beugte. Juri nutzte den Moment und warf das Wesen zu Boden. Wütend sprang sie auf ihn rauf und bearbeitete sein Gesicht abwechselnd mit ihren Fäusten.
Als sie das Leben beinahe vollständig aus ihm rausgeprügelt hatte, griff die Kriegerin nach ihrem Schwert und beförderte das Geschöpf schließlich ins Jenseits.

Keuchend und mit allerlei Schmutz bedeckt blickte sie sich um. Der Anführer der abscheulichen Gruppe sollte ihr nächstes Ziel sein. Doch als sie sich ihm näherte bekam Juri seine enorme Macht zu spüren. Eine unsichtbare Druckwelle fegte über den Boden, wirbelte Staub und Schmutz auf und riss die Kriegerin von den Beinen. Um Schutz vor seiner Zauberei zu suchen, kroch sie hinter einen naheliegenden Felsen und wartete auf eine günstige Gelegenheit...


http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngBeim struppigen Barthaar des Erbauers, eine derart raffinierte Falle hätte der Magier von diesen stinkenden Ungeheuern nicht erwartet. Eigentlich war er sich sogar sicher, dass deren verunstalteten Leichen tatsächlich auch wirklich Leichen waren, doch er schien sich geirrt zu haben.
Also stand er da, den Mund leicht geöffnet, unfähig sogleich auf den Angriff zu reagieren. Ob die beiden Frauen - eine mehr als die andere würdig als diese bezeichnet zu werden – mit beteilig waren? Unwahrscheinlich, waren doch auch sie von der Brut eingekreist, wie er erkennen konnte als er sich augenblicklich umgedreht hatte.
Vorsicht war gewissermaßen ja besser als Nachsicht, auch wenn diese Erkenntnis eindeutig zu spät kam und wahrscheinlich auch gegenüber den falschen Individuen. Doch all die Überlegungen änderten nichts an der Tatsache, dass sie alle drei als Ziel des Angriffs auserkoren wurden. Von stinkenden, sabbernden, schlurfenden und vor allem wirklich hässlichen Kreaturen. Gefährlich waren sie zudem ebenfalls, was sich der junge Mann jedoch nicht zwingend ins Gedächtnis rufen musste, war er sich zumindest dieser Tatsache vollkommen im Klaren, seit er sie das erste Mal erblickt hatte.
Die einzige Frage, die sich ihm in diesem Moment stellte war also: Wie sollte er entkommen?
Frau und Kind als Ablenkung zurücklassen und sich mit einem gezielten Schlag an den Angreifern vorbeibewegen? Er wäre sicher schnell genug gewesen … doch …
Verflucht! Er war gewiss nicht der netteste Kerl, schon gar nicht gegenüber Lebewesen die nicht seinem perfekten Bild von Ästhetik entsprachen, aber ein Unmensch war er schon gar nicht.
Er musste sie ja nicht ansehen. Genauso wenig wie die Brut, deren Anblick bei weitem schlimmer zu ertragen war. Viel schlimmer.
Er konnte die Beiden also weder zurücklassen, noch verantworten dass ihnen diese widerwärtigen Gestalten auf die Pelle rückten. Der Plan war also simpel: Die beiden nicht ganz so schön anzusehenden Frauen vor den wirklich furchtbar schlimm anzusehenden Ungeheuern bewahren, dabei natürlich vorranging auf die eigene Sicherheit achten und dann so schnell wie möglich verschwinden.
Quintus war kein strahlender Ritter, kein Verfechter der Gerechtigkeit und gewiss kein Freund von Mädchen, die eher einem wilden Tier glichen als einer entzückenden Dame, doch er war ein guter Kerl. Im Inneren. Irgendwo.
Neben all den Gedanken, die blitzschnell durch seinen Kopf schwirrten, den Beleidigungen die ihm für alle dort Anwesenden einfielen und der Überlegung einer Taktik, wie er am günstigsten aus dieser Situation herauskam, bewegte sich sein Körper förmlich von allein zwischen den grotesken Körpern der Angreifer hindurch. Seinen Stab mit beiden Händen auf und ab schwingend, mit dem abgerundeten Ende nach den Bestien schlagend und die Speerspitze gezielt nach vorn schnellen lassend, hielt er sich die Brut vom Leib. Doch egal wie schnell er sich auch bewegte, es ergab sich keine Chance um an den Waffen der beiden Geschöpfe vorbeizukommen, die ihn in die Richtung der Frauen drängten.
Ein Schlag mit seiner Waffe gegen die Schulter des Einen, der daraufhin leicht ins Taumeln geriet, gefolgt von einem breitflächigem Schwung zwang sie dazu etwas Raum zu schaffen. Genug Platz für Quin um seine Kraft zu sammeln und die wahre Macht eines Magiers zu entfachen. Ein irres, triumphgeschwängertes Lachen entwich seiner Kehle, als die hervorgerufenen Flammen an seinen Fingerspitzen leckten und sturmartig nach Vorn schnellten. Wie der Atem eines Drachen umfingen die Flammen des Mannes seine Gegner.
Der wundervolle Anblick von versengendem Fleisch offenbarte sich ihm, schöner noch als er erhofft hatte.
Alles andere verlor er gänzlich aus den Augen. Nur die Flammen zählten noch, die Macht die mit ihnen verbunden war und die schmerzerfüllten Geräusche der beiden Angreifer.


http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgMit einem lauten mechanischen Knacken feuerte Nekkas Armbrust den Bolzen ab. Sie hatte nicht viel Zeit zum Zielen gehabt, doch streckte das Geschoss die erste finstere Kreatur (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22677790&viewfull=1#post22677790) trotzdem mit einem Treffer in die Brust nieder. Obwohl die Waffe selbst von der Dunklen Brut geschaffen worden war, machte sie keinen Unterschied bei der Wahl ihrer Ziele; sie tötete die anstürmende Bestie ebenso sicher, wie sie Nekkas Verfolgerin getötet hätte, wenn der Streit weiter ausgeartet wäre. Alles für ein Haarband, welches das Mädchen immer noch in zwischen den Fingern der Hand hielt, die nun einen weiteren Bolzen nachlegte.
Sie legte auf den nächsten Gegner an, der nur noch ein paar Schritte von ihr entfernt war und verfolgte über den Schaft der Armbrust hinweg den Flug des Geschosses durch die Abendluft. Auf ein Mal wurde es schlagartig hell und goldene Flammen spiegelten sich in der Stahlspitze des Bolzens, bevor er sich im verdorbenen Fleisch der anstürmenden Kreatur vergrub. Nekka wandte sich um und sah, wie der unbekannte Mann Feuer aus seinen Händen fluten ließ und die Dunkle Brut bei lebendigem Leibe verbrannte. Der Geruch von verkohlter Haut stach ihr in die Nase.

Obwohl man ihre Mutter oft eine Hexe genannt hatte, kannte Nekka Magie nur aus Erzählungen und Märchen. Und doch wusste sie beim Anblick der Flammen sofort, dass sie nur magischen Ursprungs sein konnten. Auch der Gesichtsausdruck des Mannes, ein von Freude an der Zerstörung überzeichnetes Grinsen, das seine Augen siegessicher leuchten ließ, passte zu den Geschichten von mächtigen Zauberern, die ganze Landstriche mit einer Handbewegung in eine schwelende Einöde verwandeln konnten. Auch wenn er grade genau so gegen die Brut kämpfte, wie sie, würde Nekka sich vor ihm vorsehen.
Sie zog einen weiteren Bolzen hervor und wollte ihn gerade einlegen, als sie sah, wie die Frau, die sie verfolgt hatte, einen ihrer Gegner mit bloßen Händen bearbeitete. Wenn Nekka vorher gewusst hätte, zu welcher Brutalität ihre Verfolgerin in der Lage war, hätte sie niemals die Hütte betreten, in der sie sie gefunden hatte. Mit einem mächtigen Stoß ihres Schwertes streckte sie die unter ihr liegende Kreatur nieder und stürmte sogleich auf die nächste zu, nur um im nächsten Moment von den Füßen geholt zu werden. Der Gegner, den sie zu erreichen versucht hatte, stütze sich auf einen knorrigen Stock und zeichnete mit der freien Hand kryptische Zeichen in die Luft.
Ein weiterer Magier.
Die Kriegerin rettete sich hinter einen Felsblock, um den Angriffen der Kreatur zu entgehen, doch diese schien nicht gewillt zu sein, sie entkommen zu lassen: Mit energischen Schritten, die sein gebrechliches Äußeres Lügen strafte, ging der Magier auf den Felsen zu und schleuderte Druckwelle um Druckwelle auf die Deckung seines Ziels ab als wollte er den Stein selbst zermalmen.
Nekka entschloss sich, zu handeln. Sie hegte zwar keine Sympathien für die Frau, aber wenigstens war sie ein Mensch und es gab von diesem Schlachtfeld ohnehin kein Entkommen, solange diese Kreatur ihre Zauber wirken konnte.
Sie legte an, fasste den Magier ins Auge und drückte ab. Schneller als der Wind raste der Bolzen auf sein Ziel zu, änderte aber in letzter Sekunde sein Flugbahn und ging fehl. Es schien, als wäre das Geschoss abgelenkt worden. Der Magier fuhr herum, suchte und fand in Nekka den Ursprung dieses Angriffs.
Das Mädchen ließ fassungslos ihre Waffe sinken. Die Bestie hatte sich durch Magie abgeschirmt.
Als sie sah, wie sie einen weiteren Zauber vorbereitete, sprang sie blindlings zur Seite und schaffte es grade noch, einem Pfeil, der aus reiner Energie zu bestehen schien, auszuweichen.
Sie kam unsanft zu Liegen und robbte hinter die Leiche eines toten Soldaten, in der Hoffnung, dass dessen Rüstung einem magischen Treffer standhalten würde. Ihr Herz raste vor Angst, doch an Flucht war nicht mehr zu denken; erst musste dieser Magier sterben. Als ein weiteres Geschoss über ihr hinweg zischte und die Luft knistern ließ, zog Nekka ihr Jagdmesser. Die Frage war nur, wie sie nah genug an die Kreatur herankommen sollte, um es zum Einsatz zu bringen.

BlackShial
19.04.2014, 20:25
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngLangsam sank auch der letzte der Beiden glühenden Körper regungslos zu Boden und landete regungslos im Schlamm. Nichts war mehr von der einstigen Hässlichkeit der Kreatur zu erkennen, ward ihr Fleisch doch von Blasen übersät und die Verbrennungen von einer schwarzen Kruste bedeckt.
Welch wundervoller Anblick.
Zufrieden lies der Magier seine Hand sinken, atmete tief ein und fixierte seinen Blick auf den beiden verkohlten Leichen. Das Lächeln war nicht auch nur eine Sekunde von seinen Lippen gewichen, ebenso wie sich nicht auch nur ein Hauch von Aufmerksamkeit auf seinen Gesichtszügen zeigte.
Behalte das Geschehen im Auge und lasse dich nicht ablenken!
Der Aufforderung in seinem Kopf folgend, ausgesprochen von einer tiefen, knurrenden Stimme, drehte sich Quintus ruckartig herum und versuchte die beiden Frauen ausfindig zu machen. Seine kupfergelben Augen wanderten über die Leichen hinweg, folgten den Spuren im Schlamm und fanden schlussendlich ihr Ziel. Zumindest eines davon.
Unzufrieden kräuselte er seine Lippen, suchte dabei jedoch ebenso Schutz vor den Angriffen des Brutmagiers wie das kleine Mädchen. Doch kein noch so aussichtloser Umstand hätten ihn dazu gebracht sich in den Schlamm zu werfen. Kein einziger.
Schnell bewegte er seinen Stab schützend nach vorn, hoffend das er damit die arkanen Pfeile zumindest ablenken konnte. Sein Vorteil war es, dass der gegnerische Magier sich in diesem Augenblick nur auf das ungepflegte Kind zu konzentrieren schien, auch wenn seine totwirkenden Augen stets umherwanderten.
In Sekundenschnelle musste er abschätzen ob seine Kraft noch für einen weiten Flammenangriff reichte, doch war die Entfernung ohnehin einfach so groß und er wollte nicht riskieren in das direkte Angriffsfeld der Brut zu kommen. Er würde Zeit brauchen um erneut Flammen zu rufen. Zeit, die er nicht hatte.
Als hätte er sich bereits entschieden was er tun wollte, als er überhaupt anfing seine Gedanken zu spinnen, lies er seine Rechte langsam über den leblosen Körper einer der verbrannten Leichen wandern.
„এই পৃথিবীতে আমার শব্দ অনুসরণ, আমার কল শুনুন.“
Murmelnd formten seine Lippen eine Beschwörung, entfachten violette-grüne Flammen, die seine Finger umspielten und auf den toten Körper übergingen, als der Magier seine Hand auf dessen entstelltes Gesicht presste.
„আমার চাকর ওঠ!“
Pulsartig wanderten die Flammen an der verbrannten Haut herab, gefolgt von ruckartigen Bewegungen der Gliedmaßen . Die untote Kreatur erhob sich aus dem Schlamm, umgriff fest ihre Waffe und richtete sich neben Quintus in voller Größe auf. Der dampfende Fleischhaufen schlurfte durch den Schlamm, richtete seinen Blick aus leeren Augenhöhlen auf den Brutmagier und erhöhte sein Tempo.
Quintus lenkte seinen Diener, nutze ihn gleichzeitig als Schild und Ablenkung, hoffend das sein Zauber zumindest so lange halten würde, dass eine der Frauen reagieren konnte.

Neclord
21.04.2014, 00:35
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgMit einem lauten mechanischen Knacken feuerte Nekkas Armbrust den Bolzen ab. Sie hatte nicht viel Zeit zum Zielen gehabt, doch streckte das Geschoss die erste finstere Kreatur (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22677790&viewfull=1#post22677790) trotzdem mit einem Treffer in die Brust nieder. Obwohl die Waffe selbst von der Dunklen Brut geschaffen worden war, machte sie keinen Unterschied bei der Wahl ihrer Ziele; sie tötete die anstürmende Bestie ebenso sicher, wie sie Nekkas Verfolgerin getötet hätte, wenn der Streit weiter ausgeartet wäre. Alles für ein Haarband, welches das Mädchen immer noch in zwischen den Fingern der Hand hielt, die nun einen weiteren Bolzen nachlegte.
Sie legte auf den nächsten Gegner an, der nur noch ein paar Schritte von ihr entfernt war und verfolgte über den Schaft der Armbrust hinweg den Flug des Geschosses durch die Abendluft. Auf ein Mal wurde es schlagartig hell und goldene Flammen spiegelten sich in der Stahlspitze des Bolzens, bevor er sich im verdorbenen Fleisch der anstürmenden Kreatur vergrub. Nekka wandte sich um und sah, wie der unbekannte Mann Feuer aus seinen Händen fluten ließ und die Dunkle Brut bei lebendigem Leibe verbrannte. Der Geruch von verkohlter Haut stach ihr in die Nase.

Obwohl man ihre Mutter oft eine Hexe genannt hatte, kannte Nekka Magie nur aus Erzählungen und Märchen. Und doch wusste sie beim Anblick der Flammen sofort, dass sie nur magischen Ursprungs sein konnten. Auch der Gesichtsausdruck des Mannes, ein von Freude an der Zerstörung überzeichnetes Grinsen, das seine Augen siegessicher leuchten ließ, passte zu den Geschichten von mächtigen Zauberern, die ganze Landstriche mit einer Handbewegung in eine schwelende Einöde verwandeln konnten. Auch wenn er grade genau so gegen die Brut kämpfte, wie sie, würde Nekka sich vor ihm vorsehen.
Sie zog einen weiteren Bolzen hervor und wollte ihn gerade einlegen, als sie sah, wie die Frau, die sie verfolgt hatte, einen ihrer Gegner mit bloßen Händen bearbeitete. Wenn Nekka vorher gewusst hätte, zu welcher Brutalität ihre Verfolgerin in der Lage war, hätte sie niemals die Hütte betreten, in der sie sie gefunden hatte. Mit einem mächtigen Stoß ihres Schwertes streckte sie die unter ihr liegende Kreatur nieder und stürmte sogleich auf die nächste zu, nur um im nächsten Moment von den Füßen geholt zu werden. Der Gegner, den sie zu erreichen versucht hatte, stütze sich auf einen knorrigen Stock und zeichnete mit der freien Hand kryptische Zeichen in die Luft.
Ein weiterer Magier.
Die Kriegerin rettete sich hinter einen Felsblock, um den Angriffen der Kreatur zu entgehen, doch diese schien nicht gewillt zu sein, sie entkommen zu lassen: Mit energischen Schritten, die sein gebrechliches Äußeres Lügen strafte, ging der Magier auf den Felsen zu und schleuderte Druckwelle um Druckwelle auf die Deckung seines Ziels ab als wollte er den Stein selbst zermalmen.
Nekka entschloss sich, zu handeln. Sie hegte zwar keine Sympathien für die Frau, aber wenigstens war sie ein Mensch und es gab von diesem Schlachtfeld ohnehin kein Entkommen, solange diese Kreatur ihre Zauber wirken konnte.
Sie legte an, fasste den Magier ins Auge und drückte ab. Schneller als der Wind raste der Bolzen auf sein Ziel zu, änderte aber in letzter Sekunde sein Flugbahn und ging fehl. Es schien, als wäre das Geschoss abgelenkt worden. Der Magier fuhr herum, suchte und fand in Nekka den Ursprung dieses Angriffs.
Das Mädchen ließ fassungslos ihre Waffe sinken. Die Bestie hatte sich durch Magie abgeschirmt.
Als sie sah, wie sie einen weiteren Zauber vorbereitete, sprang sie blindlings zur Seite und schaffte es grade noch, einem Pfeil, der aus reiner Energie zu bestehen schien, auszuweichen.
Sie kam unsanft zu Liegen und robbte hinter die Leiche eines toten Soldaten, in der Hoffnung, dass dessen Rüstung einem magischen Treffer standhalten würde. Ihr Herz raste vor Angst, doch an Flucht war nicht mehr zu denken; erst musste dieser Magier sterben. Als ein weiteres Geschoss über ihr hinweg zischte und die Luft knistern ließ, zog Nekka ihr Jagdmesser. Die Frage war nur, wie sie nah genug an die Kreatur herankommen sollte, um es zum Einsatz zu bringen.

http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngLangsam sank auch der letzte der Beiden glühenden Körper regungslos zu Boden und landete regungslos im Schlamm. Nichts war mehr von der einstigen Hässlichkeit der Kreatur zu erkennen, ward ihr Fleisch doch von Blasen übersät und die Verbrennungen von einer schwarzen Kruste bedeckt.
Welch wundervoller Anblick.
Zufrieden lies der Magier seine Hand sinken, atmete tief ein und fixierte seinen Blick auf den beiden verkohlten Leichen. Das Lächeln war nicht auch nur eine Sekunde von seinen Lippen gewichen, ebenso wie sich nicht auch nur ein Hauch von Aufmerksamkeit auf seinen Gesichtszügen zeigte.
Behalte das Geschehen im Auge und lasse dich nicht ablenken!
Der Aufforderung in seinem Kopf folgend, ausgesprochen von einer tiefen, knurrenden Stimme, drehte sich Quintus ruckartig herum und versuchte die beiden Frauen ausfindig zu machen. Seine kupfergelben Augen wanderten über die Leichen hinweg, folgten den Spuren im Schlamm und fanden schlussendlich ihr Ziel. Zumindest eines davon.
Unzufrieden kräuselte er seine Lippen, suchte dabei jedoch ebenso Schutz vor den Angriffen des Brutmagiers wie das kleine Mädchen. Doch kein noch so aussichtloser Umstand hätten ihn dazu gebracht sich in den Schlamm zu werfen. Kein einziger.
Schnell bewegte er seinen Stab schützend nach vorn, hoffend das er damit die arkanen Pfeile zumindest ablenken konnte. Sein Vorteil war es, dass der gegnerische Magier sich in diesem Augenblick nur auf das ungepflegte Kind zu konzentrieren schien, auch wenn seine totwirkenden Augen stets umherwanderten.
In Sekundenschnelle musste er abschätzen ob seine Kraft noch für einen weiten Flammenangriff reichte, doch war die Entfernung ohnehin einfach so groß und er wollte nicht riskieren in das direkte Angriffsfeld der Brut zu kommen. Er würde Zeit brauchen um erneut Flammen zu rufen. Zeit, die er nicht hatte.
Als hätte er sich bereits entschieden was er tun wollte, als er überhaupt anfing seine Gedanken zu spinnen, lies er seine Rechte langsam über den leblosen Körper einer der verbrannten Leichen wandern.
„এই পৃথিবীতে আমার শব্দ অনুসরণ, আমার কল শুনুন.“
Murmelnd formten seine Lippen eine Beschwörung, entfachten violette-grüne Flammen, die seine Finger umspielten und auf den toten Körper übergingen, als der Magier seine Hand auf dessen entstelltes Gesicht presste.
„আমার চাকর ওঠ!“
Pulsartig wanderten die Flammen an der verbrannten Haut herab, gefolgt von ruckartigen Bewegungen der Gliedmaßen . Die untote Kreatur erhob sich aus dem Schlamm, umgriff fest ihre Waffe und richtete sich neben Quintus in voller Größe auf. Der dampfende Fleischhaufen schlurfte durch den Schlamm, richtete seinen Blick aus leeren Augenhöhlen auf den Brutmagier und erhöhte sein Tempo.
Quintus lenkte seinen Diener, nutze ihn gleichzeitig als Schild und Ablenkung, hoffend das sein Zauber zumindest so lange halten würde, dass eine der Frauen reagieren konnte.


http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Bolzen reiner Energie zerschellten an der Oberfläche des Felsens hinter ihr. Und nach jeder Erschütterung schien der Fels den Kräften des Brutmagiers mehr und mehr nachzugeben. Sie musste sich entscheiden, viel länger konnte sie nicht an dieser Position verharren. Juri blickte zu den anderen beiden Menschen. Das wilde Mädchen feuerte mit ihrer Armbrust als hätte sie in ihrem ganzen Leben nichts anderes gemacht. Ein Wesen sank röchelnd zu Boden, während sie einen weiteren Schuss vorbereitete und damit in die Richtung des gebrechlichen Magiers feuerte.

Juri konnte nicht sehen, welche Wirkung der letzte Schuss hatte, aber scheinbar lebte er immer noch. Doch immerhin schenkte die finstere Kreatur nun dem kleinen Mädchen seine Aufmerksamkeit und auch diese war gezwungen Schutz zu suchen. Von allerlei Zauberei bombardiert, lag es nun an dem Schönling einzugreifen. Und das tat er. Juri verstand erst nicht welchen Zweck es hatte, die Leiche einer dieser Kreaturen zu berühren. Doch als der leblose, verbrannte Körper wie durch eine fremde Kraft gesteuert sich vom Erdboden erhob und schlurfend auf den Brutmagier zuging begann sie zu verstehen. Diese Ablenkung kam der Kriegerin sehr entgegen. Sie schob ihre matschigen Strähnen aus dem Gesicht und wartete die Reaktion des Brutmagiers ab.

Tatsächlich blieb diese Tat nicht ungesehen und die finstere Gestalt erkannte die neue Gefahr. Mit einer Handbewegung rufte er drei weitere Diener an seine Seite die ihm Schutz gewähren sollten. Die Aufmerksamkeit der Feinde war nun auf das Wesen des Schalträgers gerichtet, ein perfekter Moment für einen weiteren Angriffsversuch dachte sich die Kriegerin und kam in geduckter Haltung aus der Deckung hervor. Auf allen Vieren krabbelnd versuchte sie über die rechte Flanke den Feind zu überraschen. Doch ihr Schwert steckte noch immer im Leib ihres ersten Opfers fest.

Als sich ihre Hände so durch den Schlamm nach vorne wühlten, ertastete sie mit ihren Fingerspitzen einen länglichen Gegenstand. Sie zog diesen hervor und entdeckte einen fein verarbeiteten Stab mit goldenen Enden. Von den Stellen die nicht mit Schmutz bedeckt waren erkannte sie die zwei vorherrschenden Farben, mit denen dieser Stab bemalt war. Schwarz und weiß. Die Form und Leichtigkeit dieses Stabes gaben eine ideale Waffe ab. So festigte sie ihren Griff mit beiden Händen um den Stab und setzte ihren Weg zum Brutmagier fort. Als Juri in unmittelbarer Entfernung zu ihm stand blickte sie zu der Armbrustschützin herüber, in der Hoffnung etwas Feuerschutz bei ihrem Unterfangen zu bekommen. Vertrauen konnte sie ihr natürlich nicht, doch was blieb den drei Menschen anderes übrig.

Warte! Sagte ihr Gewissen. Kann nicht warten, muss kämpfen! Sagte ihr Verlangen.
Sinnlos. Ihre Kampfeslust überwiegte und drängte den Verstand erneut beiseite. Sie rannte los.

Der Stab knallte dem ersten Hurlock mitten ins Gesicht und anschließend war es der Kriegerin möglich, mit einem weiteren Schlag die Kreatur von den Beinen zu holen. Innerlich zelebrierte sie bereits die Effektivität ihrer neuen Waffe und bewunderte mit wie wenig Kraftaufwand sie damit austeilen konnte. Doch jetzt blieb keine Zeit für Jubelschreie, Juri hatte sich sehr weit nach vorn gewagt und der Brutmagier würde nicht ewig mit der Ablenkung beschäftigt sein. Zeit sich um die wahre Bedrohung zu kümmern.

Khardim
21.04.2014, 18:34
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngLangsam sank auch der letzte der Beiden glühenden Körper regungslos zu Boden und landete regungslos im Schlamm. Nichts war mehr von der einstigen Hässlichkeit der Kreatur zu erkennen, ward ihr Fleisch doch von Blasen übersät und die Verbrennungen von einer schwarzen Kruste bedeckt.
Welch wundervoller Anblick.
Zufrieden lies der Magier seine Hand sinken, atmete tief ein und fixierte seinen Blick auf den beiden verkohlten Leichen. Das Lächeln war nicht auch nur eine Sekunde von seinen Lippen gewichen, ebenso wie sich nicht auch nur ein Hauch von Aufmerksamkeit auf seinen Gesichtszügen zeigte.
Behalte das Geschehen im Auge und lasse dich nicht ablenken!
Der Aufforderung in seinem Kopf folgend, ausgesprochen von einer tiefen, knurrenden Stimme, drehte sich Quintus ruckartig herum und versuchte die beiden Frauen ausfindig zu machen. Seine kupfergelben Augen wanderten über die Leichen hinweg, folgten den Spuren im Schlamm und fanden schlussendlich ihr Ziel. Zumindest eines davon.
Unzufrieden kräuselte er seine Lippen, suchte dabei jedoch ebenso Schutz vor den Angriffen des Brutmagiers wie das kleine Mädchen. Doch kein noch so aussichtloser Umstand hätten ihn dazu gebracht sich in den Schlamm zu werfen. Kein einziger.
Schnell bewegte er seinen Stab schützend nach vorn, hoffend das er damit die arkanen Pfeile zumindest ablenken konnte. Sein Vorteil war es, dass der gegnerische Magier sich in diesem Augenblick nur auf das ungepflegte Kind zu konzentrieren schien, auch wenn seine totwirkenden Augen stets umherwanderten.
In Sekundenschnelle musste er abschätzen ob seine Kraft noch für einen weiten Flammenangriff reichte, doch war die Entfernung ohnehin einfach so groß und er wollte nicht riskieren in das direkte Angriffsfeld der Brut zu kommen. Er würde Zeit brauchen um erneut Flammen zu rufen. Zeit, die er nicht hatte.
Als hätte er sich bereits entschieden was er tun wollte, als er überhaupt anfing seine Gedanken zu spinnen, lies er seine Rechte langsam über den leblosen Körper einer der verbrannten Leichen wandern.
„এই পৃথিবীতে আমার শব্দ অনুসরণ, আমার কল শুনুন.“
Murmelnd formten seine Lippen eine Beschwörung, entfachten violette-grüne Flammen, die seine Finger umspielten und auf den toten Körper übergingen, als der Magier seine Hand auf dessen entstelltes Gesicht presste.
„আমার চাকর ওঠ!“
Pulsartig wanderten die Flammen an der verbrannten Haut herab, gefolgt von ruckartigen Bewegungen der Gliedmaßen . Die untote Kreatur erhob sich aus dem Schlamm, umgriff fest ihre Waffe und richtete sich neben Quintus in voller Größe auf. Der dampfende Fleischhaufen schlurfte durch den Schlamm, richtete seinen Blick aus leeren Augenhöhlen auf den Brutmagier und erhöhte sein Tempo.
Quintus lenkte seinen Diener, nutze ihn gleichzeitig als Schild und Ablenkung, hoffend das sein Zauber zumindest so lange halten würde, dass eine der Frauen reagieren konnte.




http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Bolzen reiner Energie zerschellten an der Oberfläche des Felsens hinter ihr. Und nach jeder Erschütterung schien der Fels den Kräften des Brutmagiers mehr und mehr nachzugeben. Sie musste sich entscheiden, viel länger konnte sie nicht an dieser Position verharren. Juri blickte zu den anderen beiden Menschen. Das wilde Mädchen feuerte mit ihrer Armbrust als hätte sie in ihrem ganzen Leben nichts anderes gemacht. Ein Wesen sank röchelnd zu Boden, während sie einen weiteren Schuss vorbereitete und damit in die Richtung des gebrechlichen Magiers feuerte.

Juri konnte nicht sehen, welche Wirkung der letzte Schuss hatte, aber scheinbar lebte er immer noch. Doch immerhin schenkte die finstere Kreatur nun dem kleinen Mädchen seine Aufmerksamkeit und auch diese war gezwungen Schutz zu suchen. Von allerlei Zauberei bombardiert, lag es nun an dem Schönling einzugreifen. Und das tat er. Juri verstand erst nicht welchen Zweck es hatte, die Leiche einer dieser Kreaturen zu berühren. Doch als der leblose, verbrannte Körper wie durch eine fremde Kraft gesteuert sich vom Erdboden erhob und schlurfend auf den Brutmagier zuging begann sie zu verstehen. Diese Ablenkung kam der Kriegerin sehr entgegen. Sie schob ihre matschigen Strähnen aus dem Gesicht und wartete die Reaktion des Brutmagiers ab.

Tatsächlich blieb diese Tat nicht ungesehen und die finstere Gestalt erkannte die neue Gefahr. Mit einer Handbewegung rufte er drei weitere Diener an seine Seite die ihm Schutz gewähren sollten. Die Aufmerksamkeit der Feinde war nun auf das Wesen des Schalträgers gerichtet, ein perfekter Moment für einen weiteren Angriffsversuch dachte sich die Kriegerin und kam in geduckter Haltung aus der Deckung hervor. Auf allen Vieren krabbelnd versuchte sie über die rechte Flanke den Feind zu überraschen. Doch ihr Schwert steckte noch immer im Leib ihres ersten Opfers fest.

Als sich ihre Hände so durch den Schlamm nach vorne wühlten, ertastete sie mit ihren Fingerspitzen einen länglichen Gegenstand. Sie zog diesen hervor und entdeckte einen fein verarbeiteten Stab mit goldenen Enden. Von den Stellen die nicht mit Schmutz bedeckt waren erkannte sie die zwei vorherrschenden Farben, mit denen dieser Stab bemalt war. Schwarz und weiß. Die Form und Leichtigkeit dieses Stabes gaben eine ideale Waffe ab. So festigte sie ihren Griff mit beiden Händen um den Stab und setzte ihren Weg zum Brutmagier fort. Als Juri in unmittelbarer Entfernung zu ihm stand blickte sie zu der Armbrustschützin herüber, in der Hoffnung etwas Feuerschutz bei ihrem Unterfangen zu bekommen. Vertrauen konnte sie ihr natürlich nicht, doch was blieb den drei Menschen anderes übrig.

Warte! Sagte ihr Gewissen. Kann nicht warten, muss kämpfen! Sagte ihr Verlangen.
Sinnlos. Ihre Kampfeslust überwiegte und drängte den Verstand erneut beiseite. Sie rannte los.

Der Stab knallte dem ersten Hurlock mitten ins Gesicht und anschließend war es der Kriegerin möglich, mit einem weiteren Schlag die Kreatur von den Beinen zu holen. Innerlich zelebrierte sie bereits die Effektivität ihrer neuen Waffe und bewunderte mit wie wenig Kraftaufwand sie damit austeilen konnte. Doch jetzt blieb keine Zeit für Jubelschreie, Juri hatte sich sehr weit nach vorn gewagt und der Brutmagier würde nicht ewig mit der Ablenkung beschäftigt sein. Zeit sich um die wahre Bedrohung zu kümmern.

http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg

Als sich die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Kreatur auf den Befehl des dünnen Mannes erhob und in seinem Dienst in die Schlacht zog, spürte Nekka selbst durch die Hitze des Gefechts (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22701313&viewfull=1#post22701313) etwas Kaltes nach ihrem Innersten greifen. Was sie da sah, war wider der Natur und selbst für magische Begriffe schien ihr dieser Zauber ein Verbrechen zu sein. Sie konnte es sich im Moment nicht leisten, wählerisch zu sein, doch stand für sie nun fest, dass sie sich noch mehr vor diesem Magier in Acht nehmen musste, als vor der Frau, die sie bestohlen hatte.
Nichtsdestotrotz verschob die Beschwörung des untoten Dieners das Gleichgewicht des Kampfes: Als sie merkte, dass sie nicht mehr unter Beschuss lag, spähte Nekka über ihre menschliche Deckung hinweg und sah, dass der Anführer der Brut zwar Verstärkung gerufen hatte, sich nun aber vollständig auf seinen magisch begabten Kontrahenten konzentrierte.
Eine Lücke hatte sich aufgetan.

Dies schien auch der Kriegerin klar geworden zu sein, die wieselflink hinter dem Stein auftauchte, sich eines Stabes bemächtigte und erneut den Kampf aufnahm; die erste Kreatur hielt ihren wirbelnden Schlägen nur Augenblicke lang stand und ging zu Boden.
Im gleichen Moment traf die Brut auf den untoten Sklaven des Magiers. Die immer noch dampfende Masse aus Fleisch, Stahl und Magie war träge, aber unerschütterlich in ihrem Angriff; selbst als sie mehrere brutale Schläge einstecken musste, drosch sie weiter ungelenk mit ihrer Waffe auf die beiden verbleibenden Wächter des Brutmagiers ein.

Noch immer auf den fein gekleideten Mann und seinen Diener fokussiert hatte dieser noch nicht wahrgenommen, dass sich über seine rechte Flanke Nekkas Verfolgerin vorgearbeitet und ihren Gegner aus dem Weg geräumt hatte; alles schien binnen eines Atemzugs passiert zu sein, doch als sie aus ihrer Deckung heraus das Geschehen begriff, schien für Nekka die Welt kurz stillzustehen:
Es hatte sich eine Gelegenheit zur Flucht ergeben.

Der Brutmagier hatte sie vergessen und alle anderen waren so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie hoffen konnte, ungesehen vom dieser verfluchten Lichtung in den Wald zu fliehen und zu verschwinden. Keine Brut mehr, keine Verfolgung mehr und vor allem kein Totenbeschwörer mehr.
Ohne einen weiteren Gedanken an die beiden anderen zu verschwenden sprang Nekka auf und rannte um ihr Leben. Nur im Augenwinkel nahm sie wahr, wie der Brutmagier herumfuhr und ihr nachsah.
Er hatte sie nicht vergessen. Er hatte sie nur für keine Bedrohung mehr gehalten.

Er ließ Nekka spüren, dass sie ihm ausgeliefert war: Mitten im Lauf war sie plötzlich wie gelähmt, ihr ganzer Körper schien von einem stahlharten Käfig eingeschlossen worden zu sein. Ein Käfig aus Magie, der immer enger wurde.
Ihr blieb die Luft weg und die Schmerzen überstiegen alles, was sie je hatte ertragen müssen. Sie hätte geschrien, gebrüllt, gekreischt vor Qual wenn sie ihren Mund hätte bewegen können. Es fühlte sich an, als würde sie zerquetscht werden, als würde der Brutmagier selbst seine Hände um sie schließen und sie langsam zermalmen.

Sie konnte nur hoffen, dass der Zauber der Kreatur so viel Konzentration abverlangte, dass ihre beiden Mitstreiter wider Willens eine Gelegenheit bekommen würden, anzugreifen und den Brutmagier zur Strecke zu bringen. Die Mitstreiter, die sie grade im Stich lassen wollte. Zwischen all dem Schmerz flackerte in Nekkas Verstand kurz die Frage auf, ob sie das verdient hatte.

Fawks
21.04.2014, 20:12
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

vorheriger Post: Neue Pläne (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page9?p=22690134&viewfull=1#post22690134)

Glandis gab ihr den Wink, loszureiten. Damit schnalzte Aril mit der Zunge und lenkte Trovao aus dem Lager heraus. Im scharfen Galopp legte sie die Strecke durch den ersten Zeltteil des Lagers zurück, vorbei an den Ständen und und durch das geöffnete Tor. Das Schlachtfeld zu überqueren kostete sie wieder Überwindung, aber sie trieb sich selbst an und suchte den direktesten Weg zum Fluss.

Dort angekommen ritt sie zuerste einige Meter nach links, in Richtung des Waldes aus dem sie gekommen waren, und nach kurzer Zeit erreichte sie eine von einer großen Weide gesäumte Uferböschung, die sanft abfiel. Mit einem Satz schwang sie sich von Trovao, den Kochtopf in der Hand. Sie ging zum Wasser und füllte den Topf. Danach stellte sie ihn ab und machte sich erst einmal daran, tief durchzuatmen. Der Hengst hatte sich neben sie gestellt um zu trinken.

Der Wind in den Ästen der Weide rauschte und schien sie zu trösten. Sie meinte den Gesang der Minnen zu hören, die Stimme und das Lachen ihres Bruders. Aril seufzte. Sie würde ihn finden! Aber zuerst würde sie Glandis helfen, die Stute hierherzulocken.

BlackShial
22.04.2014, 12:09
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngJe länger er die Kontrolle über den leblosen Brutkörper aufrechterhielt, desto mehr verlange es ihm ab. Die Konzentration des jungen Mannes lag vollends auf der verbrannten Gestalt, führte ihre schwarzverkrusteten Arme mit seinen Gedanken und versuchte den beiden übrigen Brutkriegern standzuhalten. Ihre Klingen fuhren durch das dampfende Fleisch und hinterließen tiefe Wunden, schafften es jedoch nicht den Diener zu Boden zu bringen.
Quintus wusste, es gab keine Möglichkeit diesen Angriffen noch lange standzuhalten, nicht unter diesen Bedingungen und schon gar nicht mit diesem inzwischen kaum noch brauchbaren Körper. Ihm blieb nur eine einzige Option um diesen Kampf zu beenden und die Brut dort hin zu schicken, wo sie hergekommen waren. Aus seinem Blickfeld.
Ruhig ließ der Schalträger seine Hand zurückweichen, parallel zu den Bewegungen seines untoten Sklaven, der sich zusammen mit den beiden malträtierenden Kriegern von dem Brutmagier und der Kriegerin mit dem zerzausten Haar entfernte. Es war nur ein Stück, doch reichte es aus um unangenehme Folgen zu vermeiden.
Vielleicht hätte er sich gar keine Gedanken darüber machen sollen, wäre es andernfalls doch viel einfacher und vor allem nicht so anstrengend gewesen, doch irgendwo in ihm – tief verborgen – befand sich so etwas wie Rücksicht. Etwas, dass er in genau diesem Moment, als er sich schwer atmend zu Seite beugte und seine kupfergelben Augen das kleine Mädchen vollends einfingen, fürchterlich zu bereuen begann.
Sie hatte sich ihnen abgewandt, in einem Augenblick in dem ihr keiner Aufmerksamkeit geschenkt hatte, die Ihre jedoch unerlässlich gewesen war.
Flucht – etwas, das der Magier bereits von Anfang an geplant hatte, zwangsläufig jedoch von allerlei anderen Gedanken verdrängtt wurde. Innerlich hatte er sich nach den Flammen verzehrt, in denen seine Gegner tanzten, ihre Lebenskraft verschlangen und sie zu etwas wunderschönen wandelten. Ein Gefühl von Pflicht, welches ihn dazu gezwungen hatte zu handeln und dafür zu sorgen, dass keiner der Frauen von diesen widerwärtigen Bestien ein Leid zugefügt wurde. Unerklärlich, doch tief verankert in ihm.
Vielleicht war es aber auch einfach nur der Wunsch gewesen diesen schändlichen Anblick von dieser Welt zu entfernen. Vielleicht auch einfach nur das.
Doch zwischen dem Geschehen, den Anblick des dreckverkrusteten Mädchens und all der Anstrengung die er aufbrachte um seine Kontrolle zu halten, stellte sich ihm nur eine Frage: Wie konnte sie es wagen?
Er - der wunderbare Quintus Tertius Secundus – hatte seinen Antlitz auf diesem schmutzigen Schlachtfeld gezeigt, seine unermessliche Macht dafür eingesetzt die beiden Frauen – und vor allem sich selbst – vor dem Tod zu bewahren und trotz all dem Ekel der in ihm aufstieg, den Schlamm an seinen Stiefel ertragen.
Wie konnte sie es wagen seine Hilfsbereitschaft – wenn auch erwachsen aus Gründen unerfindlich für jede normaldenkende Kreatur – mir ihren dreckigen Füßen zu treten und ihm den Rücken, bedeckt von flohbesetztem Stoff, zuzuwenden?
Angewidert betrachtete er das Mädchen, ballte seine Rechte zu einer Faust, umgeben von den violett-grünen Flammen, deren Farbe sich schlussendlich vollkommen zu grün wandelte und riss seinen Arm zurück.
Die verbrannte Kreatur, von ihm kontrolliert und den Angriffen kaum mehr standhaltend blieb regungslos. Aus ihren leeren Augenhöhlen krochen grüne Flammen hervor, ebenso wie aus den klaffenden Wunden, zugefügt von Seinesgleichen. Ihr Innerstes wurde gereinigt von der glühenden Hitze, welche augenblicklich nach außen drängte und die schwarzverkrustete Haut des Dieners immer weiter aufriss. Brodelndes Blut quoll hervor, benetzte den Boden unter dem Untoten und leitete schlussendlich sein endgültiges Ende ein.
All die verbliebenen Reste des Dieners verteilten sich in einem Regen aus Blut und Fleischstücken auf dem Schlachtfeld, rissen die beiden Übrigen der Brut mit sich und beendeten ihr abscheuliches Leben in einer Fontäne aus verderbtem Lebenssaft.
Unter den nach vorn gefallenen Strähnen blickten die müden Augen des Magiers hervor, ein zufriedenes Lächeln jedoch konnte er kaum mehr unterdrücken. Jegliche Magie wich von ihm, verschwand mit der Kraft die ihn noch auf den Beinen hielt und zwang ihn in die Knie. Einzig und allein seine Abscheu vor dem Schlamm war es, die ihn noch auf den Beinen hielt. Von seiner einstigen Anmut jedoch war kaum mehr etwas zu sehen.
Nun blieb nur noch einer übrig. Sein Ende jedoch konnte Quintus bereits vor sich sehen, als er seinen Blick von dem gefangenen Mädchen ab- und der Kriegerin zuwandte.

VRanger
22.04.2014, 18:12
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Glandis | Schlachtfeld • Geduld

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Aril hatte ihre Geste verstanden und war behänd losgeritten. Mit einem Schnalzen war der schwarze Hengst bei ihr gewesen. Auch das Aufsitzen vollzog sich rasant. Geschickt umkurvte die Adlige Zelte, den Rest der Stände und war auch bald aus den Blicken entschwunden.

Glandis konnte jetzt nicht seufzen, obwohl ihr dazu zumute war. Gern wäre sie ihr gefolgt. Aber das war nicht möglich. Ebenso hätte sie das eine oder andere Wort mit Aril gewechselt. Denn sie hatte ihr ja gesagt: „ Wenn du möchtest, kannst du auch noch einen Abstecher ins Lager machen. Ich konnte nicht noch mehr auf einmal tragen, aber dafür könnte ich mir die Wunde von Gwess in Ruhe ansehen.“ Aber ob sie nun die Wunde begutachtet hatte, das wusste die Dalish nicht. Sie wollte jetzt auch keine alten Gedanken zu den Shemlen … Bei diesem Wort »Shemlen« zuckte Glandis zusammen. Sie hatte seit Langem nicht mehr so gedacht, das überraschte sie doch.

»mae gwess …« fragte Glandis, als sie mit einem Stupser aus ihrer wortlosen Stille geholt wurde. Ihr Zucken hatte die Stute wohl wahrgenommen und ihr Interesse gezeigt. Glandis war zurück bei ihrer Aufgabe. Sie schritt um die Braune, die immer noch dort stand, wo sie deutlich »dartha, mae!« befohlen hatte. »Bist eine Gute!« sagte Glandis und tätschelte den Hals des Tieres und schritt langsam, es dabei streichend, um die Stute herum. »Es sieht gut aus, wirst wieder gesund …« redete sie sich mehr Mut zu wie dem Tier. Wobei dieses mit aufgestellten Ohren jede Geste der Dalish beobachtete. »Wir,« Glandis wählte bewusst das Wort wir, »wir, werden jetzt aus dem Lager gehen. Zu einem Bach. Dort gibt es Wasser, nen sagen wir, mae nen?« fragte die Dalish. Die Stute nickte überraschenderweise mit ihrem Kopf. Das brachte Glandis auf eine Idee. Sie holte den etwas abseitsstehenden Eimer, der noch zur Hälfte gefüllt war. Sie hielt das Behältnis vor das Maul von Gwess und sagte: »nen, Wasser, nen! Es ist von dort, vom Bach. Soga, trink«

Die Stute tat wie geheißen und zog begierig aus dem Eimer das Wasser in ihr Maul. Doch Glandis nahm den Eimer weg. Ging einige Schritte in Richtung Schlachtfeld und zeigte ihn dem Pferd und befahl: »tol gwess, komm Gwess, sei eine Feder, toltha nen, hole das Wasser!«

Sie schaute, was passieren würde. Und die Stute begann langsam, doch schneller als von Gwess kalkuliert auf den Eimer loszutraben. Dieser Wille überraschte die Dalish, denn das Pferd kam doch zu plötzlich zu ihr. So blickte sie rückwärts und entschloss sich, weil kaum ein Hindernis zu sehen war, langsam mit dem Eimer in der Hand zurückzuweichen. Dabei lockte sie ihre Stute immer und immer wieder. Ab und zu gab sie dem Pferd Gelegenheit etwas von dem so lange vermissten Nass zu erhaschen, aber manchmal auch nicht.

Dann stand sie am Rand des Schlachtfeldes, welches in der Nähe des Lagers begann. Immer noch stand die Luft über den mit auf grässlichste Weise verstümmelten und geschundenen Heimatlosen, nahmen Totenvögel keine Notiz von den Versuchen der Dalish und ihrem Pferd und hackten in den Leibern herum. Auch die eine oder andere dunkle Lache oder qualmende Reste von Karren zeugten von der bitteren Ernte, die der Tod eingefahren hatte. In diesem Wust aus Leibern, Waffen, Unrat konnte sie nicht weiter rückwärts laufen.

Etwas nach Rat suchend wartete Glandis, bis Qwess bei ihr war. Doch anstatt ihr erneut Wasser zu geben, tat sie etwas anderes. Ihr war der Apfel in den Sinn gekommen, den sie von Aril erhalten hatte. Diese reichte sie auf der Handfläche und sagte: »an cen, für dich, an cen!« Die Stute lies sich nicht lange bitte und schnappe sich doch gekonnt die Leckerei und zerkaute sie gründlich. Glandis blieb seitlich neben dem Pferd und lies dabei den Eimer herabhängen. Als die Stute fertig war, schaute sie Glandis fast mit einem fragenden Blick an. Glandis sagte zu ihr: »Ich bleibe jetzt neben Dir. Wir gehen. Bad, gehen, mae bad!« Dabei hob Glandis ihr linkes Bein und setzte über den ersten Toten. Die Stute folgte auf gleiche Weise.

Es war ein mühseliges Unterfangen. Doch die Monotonie der Handlungen, schauen, übersteigen, schauen, loben, schauen, übersteigen führten zu einer gleichmäßigen Bewegung beider. Bei allem Fortschritt wusste Glandis, es würde noch einige Zeit brauchen und sie hoffte, dass das Pferd trotz der Wunde durchhalten würde. Denn es gab nun kein Zurück mehr. Dazu waren sie bereits zu weit vom Lager entfernt.


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Neclord
22.04.2014, 21:00
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg

Als sich die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Kreatur auf den Befehl des dünnen Mannes erhob und in seinem Dienst in die Schlacht zog, spürte Nekka selbst durch die Hitze des Gefechts (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22701313&viewfull=1#post22701313) etwas Kaltes nach ihrem Innersten greifen. Was sie da sah, war wider der Natur und selbst für magische Begriffe schien ihr dieser Zauber ein Verbrechen zu sein. Sie konnte es sich im Moment nicht leisten, wählerisch zu sein, doch stand für sie nun fest, dass sie sich noch mehr vor diesem Magier in Acht nehmen musste, als vor der Frau, die sie bestohlen hatte.
Nichtsdestotrotz verschob die Beschwörung des untoten Dieners das Gleichgewicht des Kampfes: Als sie merkte, dass sie nicht mehr unter Beschuss lag, spähte Nekka über ihre menschliche Deckung hinweg und sah, dass der Anführer der Brut zwar Verstärkung gerufen hatte, sich nun aber vollständig auf seinen magisch begabten Kontrahenten konzentrierte.
Eine Lücke hatte sich aufgetan.

Dies schien auch der Kriegerin klar geworden zu sein, die wieselflink hinter dem Stein auftauchte, sich eines Stabes bemächtigte und erneut den Kampf aufnahm; die erste Kreatur hielt ihren wirbelnden Schlägen nur Augenblicke lang stand und ging zu Boden.
Im gleichen Moment traf die Brut auf den untoten Sklaven des Magiers. Die immer noch dampfende Masse aus Fleisch, Stahl und Magie war träge, aber unerschütterlich in ihrem Angriff; selbst als sie mehrere brutale Schläge einstecken musste, drosch sie weiter ungelenk mit ihrer Waffe auf die beiden verbleibenden Wächter des Brutmagiers ein.

Noch immer auf den fein gekleideten Mann und seinen Diener fokussiert hatte dieser noch nicht wahrgenommen, dass sich über seine rechte Flanke Nekkas Verfolgerin vorgearbeitet und ihren Gegner aus dem Weg geräumt hatte; alles schien binnen eines Atemzugs passiert zu sein, doch als sie aus ihrer Deckung heraus das Geschehen begriff, schien für Nekka die Welt kurz stillzustehen:
Es hatte sich eine Gelegenheit zur Flucht ergeben.

Der Brutmagier hatte sie vergessen und alle anderen waren so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie hoffen konnte, ungesehen vom dieser verfluchten Lichtung in den Wald zu fliehen und zu verschwinden. Keine Brut mehr, keine Verfolgung mehr und vor allem kein Totenbeschwörer mehr.
Ohne einen weiteren Gedanken an die beiden anderen zu verschwenden sprang Nekka auf und rannte um ihr Leben. Nur im Augenwinkel nahm sie wahr, wie der Brutmagier herumfuhr und ihr nachsah.
Er hatte sie nicht vergessen. Er hatte sie nur für keine Bedrohung mehr gehalten.

Er ließ Nekka spüren, dass sie ihm ausgeliefert war: Mitten im Lauf war sie plötzlich wie gelähmt, ihr ganzer Körper schien von einem stahlharten Käfig eingeschlossen worden zu sein. Ein Käfig aus Magie, der immer enger wurde.
Ihr blieb die Luft weg und die Schmerzen überstiegen alles, was sie je hatte ertragen müssen. Sie hätte geschrien, gebrüllt, gekreischt vor Qual wenn sie ihren Mund hätte bewegen können. Es fühlte sich an, als würde sie zerquetscht werden, als würde der Brutmagier selbst seine Hände um sie schließen und sie langsam zermalmen.

Sie konnte nur hoffen, dass der Zauber der Kreatur so viel Konzentration abverlangte, dass ihre beiden Mitstreiter wider Willens eine Gelegenheit bekommen würden, anzugreifen und den Brutmagier zur Strecke zu bringen. Die Mitstreiter, die sie grade im Stich lassen wollte. Zwischen all dem Schmerz flackerte in Nekkas Verstand kurz die Frage auf, ob sie das verdient hatte.


http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngJe länger er die Kontrolle über den leblosen Brutkörper aufrechterhielt, desto mehr verlange es ihm ab. Die Konzentration des jungen Mannes lag vollends auf der verbrannten Gestalt, führte ihre schwarzverkrusteten Arme mit seinen Gedanken und versuchte den beiden übrigen Brutkriegern standzuhalten. Ihre Klingen fuhren durch das dampfende Fleisch und hinterließen tiefe Wunden, schafften es jedoch nicht den Diener zu Boden zu bringen.
Quintus wusste, es gab keine Möglichkeit diesen Angriffen noch lange standzuhalten, nicht unter diesen Bedingungen und schon gar nicht mit diesem inzwischen kaum noch brauchbaren Körper. Ihm blieb nur eine einzige Option um diesen Kampf zu beenden und die Brut dort hin zu schicken, wo sie hergekommen waren. Aus seinem Blickfeld.
Ruhig ließ der Schalträger seine Hand zurückweichen, parallel zu den Bewegungen seines untoten Sklaven, der sich zusammen mit den beiden malträtierenden Kriegern von dem Brutmagier und der Kriegerin mit dem zerzausten Haar entfernte. Es war nur ein Stück, doch reichte es aus um unangenehme Folgen zu vermeiden.
Vielleicht hätte er sich gar keine Gedanken darüber machen sollen, wäre es andernfalls doch viel einfacher und vor allem nicht so anstrengend gewesen, doch irgendwo in ihm – tief verborgen – befand sich so etwas wie Rücksicht. Etwas, dass er in genau diesem Moment, als er sich schwer atmend zu Seite beugte und seine kupfergelben Augen das kleine Mädchen vollends einfingen, fürchterlich zu bereuen begann.
Sie hatte sich ihnen abgewandt, in einem Augenblick in dem ihr keiner Aufmerksamkeit geschenkt hatte, die Ihre jedoch unerlässlich gewesen war.
Flucht – etwas, das der Magier bereits von Anfang an geplant hatte, zwangsläufig jedoch von allerlei anderen Gedanken verdrängtt wurde. Innerlich hatte er sich nach den Flammen verzehrt, in denen seine Gegner tanzten, ihre Lebenskraft verschlangen und sie zu etwas wunderschönen wandelten. Ein Gefühl von Pflicht, welches ihn dazu gezwungen hatte zu handeln und dafür zu sorgen, dass keiner der Frauen von diesen widerwärtigen Bestien ein Leid zugefügt wurde. Unerklärlich, doch tief verankert in ihm.
Vielleicht war es aber auch einfach nur der Wunsch gewesen diesen schändlichen Anblick von dieser Welt zu entfernen. Vielleicht auch einfach nur das.
Doch zwischen dem Geschehen, den Anblick des dreckverkrusteten Mädchens und all der Anstrengung die er aufbrachte um seine Kontrolle zu halten, stellte sich ihm nur eine Frage: Wie konnte sie es wagen?
Er - der wunderbare Quintus Tertius Secundus – hatte seinen Antlitz auf diesem schmutzigen Schlachtfeld gezeigt, seine unermessliche Macht dafür eingesetzt die beiden Frauen – und vor allem sich selbst – vor dem Tod zu bewahren und trotz all dem Ekel der in ihm aufstieg, den Schlamm an seinen Stiefel ertragen.
Wie konnte sie es wagen seine Hilfsbereitschaft – wenn auch erwachsen aus Gründen unerfindlich für jede normaldenkende Kreatur – mir ihren dreckigen Füßen zu treten und ihm den Rücken, bedeckt von flohbesetztem Stoff, zuzuwenden?
Angewidert betrachtete er das Mädchen, ballte seine Rechte zu einer Faust, umgeben von den violett-grünen Flammen, deren Farbe sich schlussendlich vollkommen zu grün wandelte und riss seinen Arm zurück.
Die verbrannte Kreatur, von ihm kontrolliert und den Angriffen kaum mehr standhaltend blieb regungslos. Aus ihren leeren Augenhöhlen krochen grüne Flammen hervor, ebenso wie aus den klaffenden Wunden, zugefügt von Seinesgleichen. Ihr Innerstes wurde gereinigt von der glühenden Hitze, welche augenblicklich nach außen drängte und die schwarzverkrustete Haut des Dieners immer weiter aufriss. Brodelndes Blut quoll hervor, benetzte den Boden unter dem Untoten und leitete schlussendlich sein endgültiges Ende ein.
All die verbliebenen Reste des Dieners verteilten sich in einem Regen aus Blut und Fleischstücken auf dem Schlachtfeld, rissen die beiden Übrigen der Brut mit sich und beendeten ihr abscheuliches Leben in einer Fontäne aus verderbtem Lebenssaft.
Unter den nach vorn gefallenen Strähnen blickten die müden Augen des Magiers hervor, ein zufriedenes Lächeln jedoch konnte er kaum mehr unterdrücken. Jegliche Magie wich von ihm, verschwand mit der Kraft die ihn noch auf den Beinen hielt und zwang ihn in die Knie. Einzig und allein seine Abscheu vor dem Schlamm war es, die ihn noch auf den Beinen hielt. Von seiner einstigen Anmut jedoch war kaum mehr etwas zu sehen.
Nun blieb nur noch einer übrig. Sein Ende jedoch konnte Quintus bereits vor sich sehen, als er seinen Blick von dem gefangenen Mädchen ab- und der Kriegerin zuwandte.


http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Nur einen kurzen Augenblick abwarten, bis die Verteidiger des Brutmagiers mit den Bolzen der Wilden durchbohrt werden, dachte sie sich. Doch nach einem flüchtigen Blick in die Richtung des kleinen Mädchens folgte die Ernüchterung. Sie rannte los. Jedoch in die falsche Richtung. Das filzhaarige Weibsbild wollte sich gerade aus dem Staub machen, als der Brutmagier dieses Unterfangen mit einem Zauber abrupt beendete. Ein hämisches Grinsen machte sich auf ihren Lippen breit, als Juri in der Ferne das kleine Mädchen sich auf dem Boden krümmen sah. Um dich kümmere ich mich später! Falls ich überlebe. Dachte sie voller Vorfreude und wandte sich wieder den Angreifern zu.

Die Kriegerin machte sich bereit einer Überzahl alleine gegenüber zu stehen, denn sie glaubte kaum daran, dass der Schönling diese Lücke nicht ebenfalls zur Flucht nutzen würde. Doch das folgende Ereignis hätte sie nicht erwartet. Der untote Haufen aus Fleisch, welcher als Ablenkung diente, veränderte seinen Zustand innerhalb weniger Sekunden. Grüne Flammen drangen aus dem Leib hervor und von innen heraus schien der Kadaver sich auszudehnen. Als immer größer werdende Bluttropfen aus den klaffenden Wunden drangen und mit zunehmender Geschwindigkeit den Erdboden erreichten, suchte Juri instinktiv nach einer Deckung. Schließlich gab der untote Leib der unheiligen Kraft nach und aus dem Kadaver formte sich eine aufgeblähte Monstrosität die kurz darauf mit einem schmatzenden Knall sich in ihre Einzelteile zerlegte und Fleischbrocken und Blutreste über das Schlachtfeld verteilte. Die beiden Anhänger der Brut, die direkt in der Nähe standen und gegen das Wesen kämpften, wurden ebenfalls zu ihrem Schöpfer befördert.

Auch Juri blieb nicht ganz verschont, denn der Schmutz ihrer Kleidung vermischte sich nun mit dem dunklen Rot des zerfetzten Körpers. Für einen Moment lang streckte sie ihre Handflächen gen Himmel und genoss mit einem dezenten, sadistischen Lächeln den kurzen Blutschauer. Das Chaos war endlich über diese Welt gekommen, so soll es enden.
Der Schalträger war sichtlich erschöpft und die Kriegerin begann zu verstehen, dass diese Zerstörungskraft wohl sein Werk gewesen sein musste. Beeindruckt nickte sie ihm zu, unabhängig davon ob er es gesehen hatte oder nicht. Der Brutmagier lebte allerdings noch, war jedoch sichtlich angeschlagen. Die Leichenexplosion hatte den gebrechlichen Magier umgeworfen. Seinen knorrigen Magierstab umklammerte er weiterhin verbissen.
Langsam kam Juri aus ihrer Deckung hervor, ihre Kopfhaltung glich der eines Raubvogels, welcher neugierig seiner Beute auflauerte.

Ihre nackten Sohlen schleiften durch den braunroten Schlamm, während sie den Stab weiterhin mit sich führte. Zielstrebig aber in einem gemächlichen Tempo ging sie auf den Anführer zu. Dieser, immer noch im Besitz seiner Kräfte, erkannte die Gefahr und materialisierte mit der Spitze seines Holzstabes einen Pfeil aus eisiger Kälte, die einem übergroßen Eiszapfen glich.
Seinem Willen gehorchend, flog das kalte Geschoss in Richtung der Kriegerin. Juri duckte sich gerade noch rechtzeitig um den größtmöglichen Schaden abzuwenden. Lediglich ihre Kleidung am Rücken wurde durch die scharfe Kante ein wenig aufgerissen.

Als der Magier seinen Fehlschlag bemerkte, forderte er seine Konzentration erneut auf einen weiteren Eispfeil zu formen. Doch es war zu spät. Juri stand bereits vor ihm. Der Kampfstab ging auf den Brutmagier nieder wie ein Schlachtross, dass über ein Blumenbeet stürmt. Sie schlug mit dem Stab auf die Arme und Beine der Kreatur, bis die Glieder des gebrechlichen Magiers jede weitere Bewegung untersagten. Schließlich lag vor ihr nur noch ein elendiger Haufen Brut, der auf sein sicheres Ende wartete. Die Kriegerin stellte sich direkt über das Geschöpf, legte die Spitze des Stabes auf seinen Schädel um die Präzision für den letzten Schlag vorzubereiten. Sie holte aus und bemühte sich ihre ganze Kraft in die Waffe zu bündeln. Die Waffe verfehlte sein Ziel nicht, doch das Leben wollte den Brutmagier noch nicht verlassen. Röchelnd speite er ihr nochmal all seine Verachtung entgegen.

Unbeeindruckt holte Juri erneut aus und ließ mehrere heftige Schläge wie eine Furie auf seinem Gesicht niedergehen, bis das Leben allmählich seinen mittlerweile stark verstümmelten Leib verließ. "Schluss mit deiner Hexerei." Kommentierte sie sein Ableben. Zufrieden verschnaufte sie für einen Moment, ehe sie sich umdrehte und den Rest des Schlachtfeldes in Augenschein nahm. Die Wirkung des Zaubers, welcher dem Mädchen zu schaffen machte sollte sich nun in Luft auflösen.

Juri ging mit vorsichtigen Schritten herüber zu den anderen beiden Menschen. Sie kannte den Mann nicht, empfand sein Handeln aber als äußerst hilfreich. Doch den Großteil ihrer Aufmerksamkeit hatte nach wie vor die Armbrustschützin, zumal sie etwas in ihrem Besitz hatte, was der Kriegerin gehörte. So ging Juri an dem Schalträger vorbei und begutachtete ihn flüchtig, ehe sie sich wieder dem kleinen Mädchen zuwendete. Dort lag sie nun vor ihr, wie ein verletztes Kind, welches gerade gestürzt war. Nur um ganz sicher zu gehen, dass sie nicht erneut auf die Idee kam die Flucht zu ergreifen wollte Juri die Kleine gerade am Fußgelenk packen, doch diese wich der Hand der Kriegerin rechtzeitig aus.

Mit einer unmissverständlichen Deutlichkeit richtete sie erneut einige Worte an das junge Weib. "Hör zu! Mir ist es gleich wer du bist oder wohin du gehen willst. Gib mir nur zurück was du gestohlen hast und ich werde dich nicht weiter verfolgen." Sie streckte die offene Hand in ihre Richtung aus und formte in ihrem blutverschmierten Gesicht ein halbwegs vertrauenserweckendes Lächeln.

Fawks
23.04.2014, 18:35
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

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Aril beschloss, Trovao zu entladen, mit dem gefüllten kochtopf würde es schon schwer genug zu reiten sein.
Die Weide schien ein halbwegs angenehm zu besteigender Baum zu sein, deshalb reckte sich Aril nach oben und griff probeweise an einen der Äste in ihrer Reichweite, um dessen Stabilität zu prüfen. Der gewaltige Stamm fächerte sich schon knapp 2 Schritt über dem Boden in dicke, stabile Äste auf, die sich spiral- und labyrinthförmig nach obenwanden, die Blätter lieferten dabei einen raschelnden Vorhang, der Blicke von außen verhinderte und für relative Dunkelheit im Geäst sorgte. Aril nahm ihren Mut und ihre Kraft zusammen - ihr wurde als Kind selten erlaubt herumzuklettern, die Gefahr dass sie stürzte und sich alle Knochen brach schienen alle Diener und auch ihre Eltern für zu groß halten - dann stemmte sie sich mit einem Fuß an einer Vertiefung vom Stamm ab und strreckte die Hand nach oben, um Halt am Stamm zu finden. Es gelang ihr und unter Anstregung zog sie sich nach oben, befand sich nun in einer Art Kuhle, die von den aufragenden Ästen umgeben war und gut zwei Personen Platz gab in der Mitte zu sitzen.

Noch besser sogar, in einem der dickere Äste, der sich fast senkrecht nach oben erstreckte, entdeckte Aril ein Astloch von ordentlicher Größe. Sie langte in den Leinenbeutel, der das Brot beinhaltete, zog die Drahtrolle hervor, die sie dort verstaut hatte und legte beides nebeneinander in das Astloch. Die Felldecken, die sie und Glandis mitgebracht hatten, lagen noch auf Trovao, aber der schwere, klimpernde Beutel hing noch an ihrem Gürtel, und so verstaute sie das ebenfalls im Astloch.

"Trovao, komm her!" rief Aril, legte sich platt auf den Bauch, robbte auf den niedrig hängenden Ast, an den sie sich probeweise gehängt hatte und fischte die Decken von Trovaos Rücken, der herangetreten war und erwartungsvoll zu ihr aufsah. Aril lachte leise und platzierte die Decken in der Kuhle. Vorsichtig ließ sie sich dann rückwärts am Stamm ab und sprang den letzten Meter. "Mist!" fluchte sie leise ob ihrer aufgeschabten Hände. Dünne Risse von der Rinde zogen sich hindurch. Aber sie hatte jetzt dringendere zu erledigen. Ihrer Einschätzung nach würde es nicht mehr lange bis zur Dämmerung dauern und Glandis brauchte sicherlich das Wasser. Als sie den Topf aufnehmen wollte, fiel ihr Blick auf den Apfeleimer. Den konnte sie jetzt nicht auch noch auf den Baum hieven. Hoffentlich würde das gutgehen. "Muss ich mich eben beeilen...", murmelte Aril. Damit nahm sie den Topf auf, ließ Trovao die Vorderläufe einknicken und kletterte so vorsichtig wie möglich auf ihn. "So, auf zu Glandis!"

VRanger
23.04.2014, 19:20
vorheriger Post: • kurzes Treffen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22695876&viewfull=1#post22695876)

Glandis | Schlachtfeld • tiefe Traurigkeit

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Die Stute und Glandis blieben bei dem Schauen, Übersteigen, Schauen, Loben, Schauen, Übersteigen. Die Dalish hatte keinen Blick dafür, wie weit sie waren. Zu sehr konzentrierte sie sich auf das Pferd neben ihr. Sie sah eine kleine Anhöhe kommen. Auf dieser lagen erstaunlicherweise weniger Tote. »Vielleicht sind sie hier weggerannt …« mutmaßte Glandis. Doch bevor sie sich freuen konnte, dass sie die freie Stelle erreicht hatten, urplötzlich spürte sie, wie alle naturverbundenen Wesen, eine dramatische Änderung an ihrer Seite. Und bevor sie etwas tun konnte, knickte die braune Stute buchstäblich bei beiden Vorderläufen in den Knien ein und stürzte nach vorn. Zum Glück konnte Gwess den Kopf noch drehen, sonst wäre sie auf ihr Maul gefallen.

Glandis sank wie vom Blitz getroffen neben ihr zu Boden. »ma, ma … ma …« Nein und immer wieder nein sagte sie in ihrer Sprache und begann zu weinen. Sie wusste nicht, ob es vorbei war. Sie schlug die Hände vor ihr Gesicht, das rosenblonden Haar fiel nach vorn und so schluchzte sie. In ihr begannen Vorwürfe zu brodeln, es übertrieben zu haben. »Von einem Gesinge wird ein Tier nicht gesund …,« das war noch das Angenehmste, was sie sich vorwarf.

In ihrem Kummer dachte sie nicht an das Pferd, zu stark war die Enttäuschung. Sie machte die Situation an sich selbst fest. Es war ihr Versagen. In dieser Sekunde riss ein Schnauben die Dalish aus ihrem Selbstmitleid. Gwess lang seitlich, hatte aber den Kopf gehoben und versuchte sie zu erreichen. Diese Aufmerksamkeit des Tieres erinnerten Glandis an ihre Verantwortung. Sie stand auf, sprach mit dem Pferd. Dabei untersuchte sie die Vorderbeine. »Es ist nichts gebrochen,« stellte sie fest. Aber das Wundpflaster, welches sie im Zelt auf die Verletzung geklebt hatte, war nicht mehr vorhanden. »Zumindest kann ich mir die Wunde ansehen, halte still,« sagte Glandis zu dem Pferd. Sie sah zackige dunkel angelaufene Ränder, die sich leicht nach außen wölbten. Die Dalish schüttelte den Kopf. Sie vermutete, dass das Tier auf seiner Flucht an etwas Scharfen vorbeigeschrammt war, sich diese Rissverletzung zugezogen hatte und vermutlich in das Zelt gestürmt war und sich dort verfangen hatte. »Zumindest ist es kein tiefer Schnitt,« erklärte sie dem Tier und umstrich langsam den Wundrand mit ihren Fingern. Das brachte sie auf eine Idee.

Sie holte die im Zelt gefunden Flasche aus ihrem Rucksack, entkorkte diese und roch daran. »Was für ein Gesöff, aber es wird helfen. Sei stark Gwess,« erklärte sie dem Tier. Sang diesem noch eine alte Weise vor, goss etwas von dem Schnaps auf ein sauberes Stück Tuch, hielt eine Hand an den Hals der Stute und legte dann tupfend den getränkten Lappen zuerst an den Rand und später auf die Wunde. Sie musste am Anfang doch mehr Kraft mit der Hand am Körper des Pferdes aufwenden, als gedacht. Doch der Aufsteh- und Fluchtreflex des Tieres zeigten der Dalish, dass vielleicht noch Hoffnung war.

Sie wollte der Stute etwas Gutes tun und schaute suchend nach dem Eimer. Doch den hatte sie in dem Schreck fallen gelassen. Es waren nur noch wenig Wasser darin und so träufelte sie dieses über die Hand in das Maul. Aber die nasse Stelle, dort wo der Eimer gekippt war, brachte sie auf eine Idee. Sie nahm ihr Jagdmesser und schabte den gewässerten Boden aus. »Zum Glück ist er etwas lehmig,« erklärte sie sich und Gwess. Die Stute spitze ihre Ohren und versuchte mit einem Drehen von Hals und Kopf mitzubekommen, was da geschah. Glandis kam mit einer Handvoll nasser Erde zurück. Sie nahm die Schnapsflasche und goss diese beim Kneten in den Erdklumpen hinein. Ein Duft von Brandwein flog über den Hügel. Als dieses Gemisch gut durchgewalkt war, legte Glandis zuerst das in dem Schnaps getränkte Tuch über die Wunde und strich dieses mit dem Erdbrei fest. Der Stute schien es zu bekommen. Denn sie legte ihren Kopf auf die Beine von Glandis, die sich neben das Pferd gehockt hatte. Glandis streichelte ihre Gwess. Von der Ferne mag es sehr idyllisch ausgesehen haben, aber der sonst so gegen sich harten Dalish rollen die Tränen über das Gesicht. Dabei sagte sie zu Gwess: »Es ist nur aus Freude, ja aus Freude …«


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Moku
25.04.2014, 19:48
Vitus | Wortgewandt

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.png"Vitus," stellte er sich nach dem vielsagenden Hieb in die Seite vor, nicht minder eloquent und wortgewandt wie sein Begleiter. Er wartete einen Moment in der Hoffnung der Templer neben ihm würde nach seiner einsilbigen Vorstellung den Faden wieder aufheben und erklären weshalb genauso sie in der Einöde des Bannorns rumwanderten und scheinbar einen gottesfürchtigen Mann bei seinem Gebet störten.

Sein Begleiter blieb stumm.

Vitus warf ihm einen abwartenden Blick aus den Augenwinkeln zu. Der Jüngere erwiderte ihn ebenso.

"Ich begleite den Templer auf seiner Reise," erklärte er letztendlich als Antwort, zuckte die Schultern. Es war weder seine Aufgabe einem Fremden zu erklären, weshalb genauso sie auf den Weg nach Norden waren, noch wusste er genau weshalb ihr Weg sie dahinführte.

Vermutlich hatte es etwas mit dieser Frau zu tun.

Es würde ihn nicht verwundern, wenn der Jungsporn nur aus diesem Grund quer durch Ferelden marschierte.

Wobei er natürlich auch irgendeinen Auftrag hätte haben können. Zum Beispiel einen abtrünnigen widerspenstigen Kommandanten finden und zurück nach Aoenar schleppen. Wobei er nicht glaubte, dass irgendjemand halbwegs Vernünftiges einen Rekruten anheuern würde. Vor allem nicht allein.

Vitus würde einfach davon ausgehen, dass der Templer abtrünnig geworden ist, um irgendeiner Magierin nachzusteigen. Mit solchen Geschichten konnte er umgehen. Er hatte genug von solchen Templern im Gefängnis gesehen. Tatsächlich waren diese die Normalsten unter den Insassen und nicht komplett fanatisch oder wahnsinnig oder kurz davor ihn umzubringen.

Also schwieg Vitus, reckte das Kinn als stille Aufforderung für seinen Begleiter das Gespräch zu beenden, eventuell seine Motivation näher zu erläutern - oder auch nicht. So oder so interessierte es Vitus herzlich wenig.

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Faren | Verblüfft

http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFaren wurde plötzlich so vieles klarer, während die Elfe ihre Fähigkeiten herunterrasselte. Sie war keine einfach Haushältersklavin. Sie war eine Gelehrte! Vielleicht eine Gouvernante für edlen Nachwuchs, den sie in diversen Künsten unterrichten musste?

Seine Augen wurden weit.

Bedeutete das, dass er für sie noch mehr Gold nehmen konnte, als er eigentlich geplant hatte? Er hatte dieses einfältige, dumme Wesen komplett unterschätzt. Wenn es stimmte, was sie sagte, dann hatte er mit ihr einen Glückstreffer gemacht und es erklärte auch, weshalb die Sklavenhändler so hinter ihr hergewesen waren. Am Aussehen konnte es schließlich nicht gelegen haben. Dürres Ding ohne ein bisschen Polster. Eklig.

Deshalb musste sie vermutlich auch ein bisschen mehr im Kopf haben. Und was für ein Glück sie hatte, dass jemand sich ihrer angenommen hatte, sonst wäre sie vermutlich irgendwo auf der Straße gelandet und hätte sich für einige Kupferlinge verkaufen müssen.

Das einzige, was ihn verwunderte war das Herstellen der Zauberutensilien. Vielleicht hatte sie bei einem Magier gelernt? Oder in Anbetracht dessen, dass sie eine Elfin war, hatte sie ihre ersten Jahre eventuell ja auch mit ihrem Clan verbracht und es dort gelernt?

Wie auch immer, es war gut, dass er die Frage gestellt hatte. So konnte er mental schon mal für sich entscheiden, in welche Preisklasse sie fiel.

"Das ist beachtlich viel," antwortete er nicht ohne einen Funken Genugtuung in seiner Stimme. "Ich hatte den falschen Eindruck von dir, Elf. Ein kluger Kopf unter all diesem—", er fächerte mit seiner Hand in ihre allgemeine Richtung. "—nichts," endete er, weil er nicht wusste wie er sich höflicher erklären konnte.

"Wie haben die Banditen dich eigentlich gefunden? Ist dein ehemaliger Meister von ihnen umgebracht worden? Hat er sein Geld verspielt? Irgendwie sowas?" fragte er weiter, durchaus interessiert daran, ob nicht vielleicht die Frau irgendetwas mit ihrer Freiheit zu tun hatte. Erbauer wusste, wozu diese Elfen in der Lage waren, wenn sie sich befreien wollten. Auch wenn sie alles andere als den Anschein machte wirklich an der Flucht interessiert gewesen zu sein.

Fawks
26.04.2014, 19:23
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


vorheriger Post:Rückweg (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page9?p=22717405&viewfull=1#post22717405)

Aril klemmte den Wassertopf wieder zwischen Sattel und ihre Beine und ritt vorsichtig. Sie wusste nicht genau, wo Glandis war, aber sie hatten ausgemacht, dass sie den kürzesten Weg zum Bach nehmen würde. Sie beschloss über das Schlachtfeld zu reiten, auch wenn die Angst, irgendwo Nien liegen zu sehen an ihr nagte.

Wie lange war sie nun schon hier? Wenn er irgendwo verwundet lag, war er dann schon tot? Konnte sie ihn überhaupt noch retten? Was tat sie hier eigentlich? Sie half einer Dalish, sich erst um sich selbst und dann um ein Pferd zu kümmern.
Wie konnte sie nur ihren Bruder so aus den Augen verlieren! Sie wurde wütend auf sich selbst. Was brachte es Nien, dass sie von daheim abgehauen war, wenn er alleine in irgendeinem Busch liegen musste, blutüberströmt und voller Schmerzen? Gar nichts, weil sie stattdessen in Bächen badete und Wasser für ein verwundetes Pferd holte. Und ein Lager ausräumte - obwohl großer Reichtum daheim am Hof auf sie wartete.

Sie wollte schon Trovao wenden lassen und im Galopp zum Lager zu reiten um dort irgendeine Spur von Nien zu finden, aber sie besann sich.

Glandis war in ihr Blickfeld gerückt, sie saß am Boden und strich sanft den Kopf der Stute, die am Boden lag. Sie hörte die Adlige und hob den Kopf, Aril erkannte die Tränenspuren und beeilte sich zu ihr zu kommen. Wieder ließ sie Trovao in die Knie gehen, rutschte seitlich am Sattel herunter und füllte den Inhalt des Topfes in den Eimer. "Was ist geschehen?" fragte sie sofort. "Warum lockst du sie nicht weiter? Geht es dir nicht gut? Ihr ist doch nichts passiert, oder?"

Flücjtig blickte Aril über die Stute und entdeckte den Lehmbrei auf ihr, unter dem ein weißliches - oder ehemals weißliches - Tuch schimmerte. Der Gerucht von Schnaps lag in der Luft.
Aril sah, wie Glandis sich anscheinend die Worte zurecht legt und sie begriff: Sie tat all das, weil sie spürte, dass die Elfin auch Hilfe brauchte. Und weil sie die Elfin - auf welche Art auch immer - unheimlich gern hatte und ihr jede Hilfe bieten wollte, die sie sein konnte. Fassungslos ob ihrer eigenen Erkenntnis starrte sie Glandis an.

Khardim
26.04.2014, 23:43
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngJe länger er die Kontrolle über den leblosen Brutkörper aufrechterhielt, desto mehr verlange es ihm ab. Die Konzentration des jungen Mannes lag vollends auf der verbrannten Gestalt, führte ihre schwarzverkrusteten Arme mit seinen Gedanken und versuchte den beiden übrigen Brutkriegern standzuhalten. Ihre Klingen fuhren durch das dampfende Fleisch und hinterließen tiefe Wunden, schafften es jedoch nicht den Diener zu Boden zu bringen.
Quintus wusste, es gab keine Möglichkeit diesen Angriffen noch lange standzuhalten, nicht unter diesen Bedingungen und schon gar nicht mit diesem inzwischen kaum noch brauchbaren Körper. Ihm blieb nur eine einzige Option um diesen Kampf zu beenden und die Brut dort hin zu schicken, wo sie hergekommen waren. Aus seinem Blickfeld.
Ruhig ließ der Schalträger seine Hand zurückweichen, parallel zu den Bewegungen seines untoten Sklaven, der sich zusammen mit den beiden malträtierenden Kriegern von dem Brutmagier und der Kriegerin mit dem zerzausten Haar entfernte. Es war nur ein Stück, doch reichte es aus um unangenehme Folgen zu vermeiden.
Vielleicht hätte er sich gar keine Gedanken darüber machen sollen, wäre es andernfalls doch viel einfacher und vor allem nicht so anstrengend gewesen, doch irgendwo in ihm – tief verborgen – befand sich so etwas wie Rücksicht. Etwas, dass er in genau diesem Moment, als er sich schwer atmend zu Seite beugte und seine kupfergelben Augen das kleine Mädchen vollends einfingen, fürchterlich zu bereuen begann.
Sie hatte sich ihnen abgewandt, in einem Augenblick in dem ihr keiner Aufmerksamkeit geschenkt hatte, die Ihre jedoch unerlässlich gewesen war.
Flucht – etwas, das der Magier bereits von Anfang an geplant hatte, zwangsläufig jedoch von allerlei anderen Gedanken verdrängtt wurde. Innerlich hatte er sich nach den Flammen verzehrt, in denen seine Gegner tanzten, ihre Lebenskraft verschlangen und sie zu etwas wunderschönen wandelten. Ein Gefühl von Pflicht, welches ihn dazu gezwungen hatte zu handeln und dafür zu sorgen, dass keiner der Frauen von diesen widerwärtigen Bestien ein Leid zugefügt wurde. Unerklärlich, doch tief verankert in ihm.
Vielleicht war es aber auch einfach nur der Wunsch gewesen diesen schändlichen Anblick von dieser Welt zu entfernen. Vielleicht auch einfach nur das.
Doch zwischen dem Geschehen, den Anblick des dreckverkrusteten Mädchens und all der Anstrengung die er aufbrachte um seine Kontrolle zu halten, stellte sich ihm nur eine Frage: Wie konnte sie es wagen?
Er - der wunderbare Quintus Tertius Secundus – hatte seinen Antlitz auf diesem schmutzigen Schlachtfeld gezeigt, seine unermessliche Macht dafür eingesetzt die beiden Frauen – und vor allem sich selbst – vor dem Tod zu bewahren und trotz all dem Ekel der in ihm aufstieg, den Schlamm an seinen Stiefel ertragen.
Wie konnte sie es wagen seine Hilfsbereitschaft – wenn auch erwachsen aus Gründen unerfindlich für jede normaldenkende Kreatur – mir ihren dreckigen Füßen zu treten und ihm den Rücken, bedeckt von flohbesetztem Stoff, zuzuwenden?
Angewidert betrachtete er das Mädchen, ballte seine Rechte zu einer Faust, umgeben von den violett-grünen Flammen, deren Farbe sich schlussendlich vollkommen zu grün wandelte und riss seinen Arm zurück.
Die verbrannte Kreatur, von ihm kontrolliert und den Angriffen kaum mehr standhaltend blieb regungslos. Aus ihren leeren Augenhöhlen krochen grüne Flammen hervor, ebenso wie aus den klaffenden Wunden, zugefügt von Seinesgleichen. Ihr Innerstes wurde gereinigt von der glühenden Hitze, welche augenblicklich nach außen drängte und die schwarzverkrustete Haut des Dieners immer weiter aufriss. Brodelndes Blut quoll hervor, benetzte den Boden unter dem Untoten und leitete schlussendlich sein endgültiges Ende ein.
All die verbliebenen Reste des Dieners verteilten sich in einem Regen aus Blut und Fleischstücken auf dem Schlachtfeld, rissen die beiden Übrigen der Brut mit sich und beendeten ihr abscheuliches Leben in einer Fontäne aus verderbtem Lebenssaft.
Unter den nach vorn gefallenen Strähnen blickten die müden Augen des Magiers hervor, ein zufriedenes Lächeln jedoch konnte er kaum mehr unterdrücken. Jegliche Magie wich von ihm, verschwand mit der Kraft die ihn noch auf den Beinen hielt und zwang ihn in die Knie. Einzig und allein seine Abscheu vor dem Schlamm war es, die ihn noch auf den Beinen hielt. Von seiner einstigen Anmut jedoch war kaum mehr etwas zu sehen.
Nun blieb nur noch einer übrig. Sein Ende jedoch konnte Quintus bereits vor sich sehen, als er seinen Blick von dem gefangenen Mädchen ab- und der Kriegerin zuwandte.




http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Nur einen kurzen Augenblick abwarten, bis die Verteidiger des Brutmagiers mit den Bolzen der Wilden durchbohrt werden, dachte sie sich. Doch nach einem flüchtigen Blick in die Richtung des kleinen Mädchens folgte die Ernüchterung. Sie rannte los. Jedoch in die falsche Richtung. Das filzhaarige Weibsbild wollte sich gerade aus dem Staub machen, als der Brutmagier dieses Unterfangen mit einem Zauber abrupt beendete. Ein hämisches Grinsen machte sich auf ihren Lippen breit, als Juri in der Ferne das kleine Mädchen sich auf dem Boden krümmen sah. Um dich kümmere ich mich später! Falls ich überlebe. Dachte sie voller Vorfreude und wandte sich wieder den Angreifern zu.

Die Kriegerin machte sich bereit einer Überzahl alleine gegenüber zu stehen, denn sie glaubte kaum daran, dass der Schönling diese Lücke nicht ebenfalls zur Flucht nutzen würde. Doch das folgende Ereignis hätte sie nicht erwartet. Der untote Haufen aus Fleisch, welcher als Ablenkung diente, veränderte seinen Zustand innerhalb weniger Sekunden. Grüne Flammen drangen aus dem Leib hervor und von innen heraus schien der Kadaver sich auszudehnen. Als immer größer werdende Bluttropfen aus den klaffenden Wunden drangen und mit zunehmender Geschwindigkeit den Erdboden erreichten, suchte Juri instinktiv nach einer Deckung. Schließlich gab der untote Leib der unheiligen Kraft nach und aus dem Kadaver formte sich eine aufgeblähte Monstrosität die kurz darauf mit einem schmatzenden Knall sich in ihre Einzelteile zerlegte und Fleischbrocken und Blutreste über das Schlachtfeld verteilte. Die beiden Anhänger der Brut, die direkt in der Nähe standen und gegen das Wesen kämpften, wurden ebenfalls zu ihrem Schöpfer befördert.

Auch Juri blieb nicht ganz verschont, denn der Schmutz ihrer Kleidung vermischte sich nun mit dem dunklen Rot des zerfetzten Körpers. Für einen Moment lang streckte sie ihre Handflächen gen Himmel und genoss mit einem dezenten, sadistischen Lächeln den kurzen Blutschauer. Das Chaos war endlich über diese Welt gekommen, so soll es enden.
Der Schalträger war sichtlich erschöpft und die Kriegerin begann zu verstehen, dass diese Zerstörungskraft wohl sein Werk gewesen sein musste. Beeindruckt nickte sie ihm zu, unabhängig davon ob er es gesehen hatte oder nicht. Der Brutmagier lebte allerdings noch, war jedoch sichtlich angeschlagen. Die Leichenexplosion hatte den gebrechlichen Magier umgeworfen. Seinen knorrigen Magierstab umklammerte er weiterhin verbissen.
Langsam kam Juri aus ihrer Deckung hervor, ihre Kopfhaltung glich der eines Raubvogels, welcher neugierig seiner Beute auflauerte.

Ihre nackten Sohlen schleiften durch den braunroten Schlamm, während sie den Stab weiterhin mit sich führte. Zielstrebig aber in einem gemächlichen Tempo ging sie auf den Anführer zu. Dieser, immer noch im Besitz seiner Kräfte, erkannte die Gefahr und materialisierte mit der Spitze seines Holzstabes einen Pfeil aus eisiger Kälte, die einem übergroßen Eiszapfen glich.
Seinem Willen gehorchend, flog das kalte Geschoss in Richtung der Kriegerin. Juri duckte sich gerade noch rechtzeitig um den größtmöglichen Schaden abzuwenden. Lediglich ihre Kleidung am Rücken wurde durch die scharfe Kante ein wenig aufgerissen.

Als der Magier seinen Fehlschlag bemerkte, forderte er seine Konzentration erneut auf einen weiteren Eispfeil zu formen. Doch es war zu spät. Juri stand bereits vor ihm. Der Kampfstab ging auf den Brutmagier nieder wie ein Schlachtross, dass über ein Blumenbeet stürmt. Sie schlug mit dem Stab auf die Arme und Beine der Kreatur, bis die Glieder des gebrechlichen Magiers jede weitere Bewegung untersagten. Schließlich lag vor ihr nur noch ein elendiger Haufen Brut, der auf sein sicheres Ende wartete. Die Kriegerin stellte sich direkt über das Geschöpf, legte die Spitze des Stabes auf seinen Schädel um die Präzision für den letzten Schlag vorzubereiten. Sie holte aus und bemühte sich ihre ganze Kraft in die Waffe zu bündeln. Die Waffe verfehlte sein Ziel nicht, doch das Leben wollte den Brutmagier noch nicht verlassen. Röchelnd speite er ihr nochmal all seine Verachtung entgegen.

Unbeeindruckt holte Juri erneut aus und ließ mehrere heftige Schläge wie eine Furie auf seinem Gesicht niedergehen, bis das Leben allmählich seinen mittlerweile stark verstümmelten Leib verließ. "Schluss mit deiner Hexerei." Kommentierte sie sein Ableben. Zufrieden verschnaufte sie für einen Moment, ehe sie sich umdrehte und den Rest des Schlachtfeldes in Augenschein nahm. Die Wirkung des Zaubers, welcher dem Mädchen zu schaffen machte sollte sich nun in Luft auflösen.

Juri ging mit vorsichtigen Schritten herüber zu den anderen beiden Menschen. Sie kannte den Mann nicht, empfand sein Handeln aber als äußerst hilfreich. Doch den Großteil ihrer Aufmerksamkeit hatte nach wie vor die Armbrustschützin, zumal sie etwas in ihrem Besitz hatte, was der Kriegerin gehörte. So ging Juri an dem Schalträger vorbei und begutachtete ihn flüchtig, ehe sie sich wieder dem kleinen Mädchen zuwendete. Dort lag sie nun vor ihr, wie ein verletztes Kind, welches gerade gestürzt war. Nur um ganz sicher zu gehen, dass sie nicht erneut auf die Idee kam die Flucht zu ergreifen wollte Juri die Kleine gerade am Fußgelenk packen, doch diese wich der Hand der Kriegerin rechtzeitig aus.

Mit einer unmissverständlichen Deutlichkeit richtete sie erneut einige Worte an das junge Weib. "Hör zu! Mir ist es gleich wer du bist oder wohin du gehen willst. Gib mir nur zurück was du gestohlen hast und ich werde dich nicht weiter verfolgen." Sie streckte die offene Hand in ihre Richtung aus und formte in ihrem blutverschmierten Gesicht ein halbwegs vertrauenserweckendes Lächeln.

http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgAls die Schmerzen nachließen wusste Nekka nicht mehr, wie lange sie überhaupt gequält worden war. Sie wusste eigentlich gar nichts mehr, zumindest schien ihr Verstand nur langsam wieder seine Arbeit aufzunehmen. Er hatte sich vor den Wellen der Pein (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22708144&viewfull=1#post22708144) versteckt, war ganz tief hinab gestiegen, um sich zu schützen, um zu überleben.
Überleben. Sie hatte wieder einmal überlebt.
Doch trotzdem lag sie immer noch im Schlamm zwischen dutzenden Kadavern und konnte sich nicht rühren; zwar waren die Schmerzen genau so plötzlich verschwunden, wie sie gekommen waren, doch fehlte dem Mädchen einfach die Kraft. Selbst Atmen schien ihr schwer geworden zu sein und als sie den Kopf drehte, um sich umzusehen, wurde ihr selbst von dieser kleinen Bewegung schwindelig.

Sie sah, wie die Kriegerin sich von dem Brutmagier abwandte, der erschlagen auf dem Feld lag. Überall klebten Blut, Schlamm und Überreste, manche davon qualmten noch sacht und gehörten wohl einmal zu dem untoten Diener, den der schlanke Mann beschworen hatte.

Dieser stand in einiger Entfernung und schien ebenso mit seinen Kräften am Ende zu sein. Sein Atem ging sichtbar schwer und er hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Sein makelloses Haar war in Unordnung geraten und auf einmal wirkte er gar nicht mehr so fehl am Platz, wie zuvor; er war Teil des Gemetzels geworden und hatte ebenso Blut vergossen, wie die beiden Frauen.

Nekka sah zu ihrer Verfolgerin herüber, die nach einem kurzen Blick zum Magier auf sie zukam. Sie pulsierte förmlich vor Energie und Schaffenskraft, der Kampf hatte sie sichtlich beflügelt. Blut besudelte jeden Teil ihres Körpers und der energische Schritt, mit dem sie sich ihr näherte ließ Nekka nichts Gutes hoffen. Noch immer hielt sie das violette Haarband zwischen den Fingern und wusste nur zu genau, wie viel Ärger ihr dieses Stück Stoff schon eingebracht hatte.

Schnell wie eine Viper griff die Frau nach ihre Knöchel, doch Nekkas Fluchtreflex überstieg sogar die bleierne Erschöpfung, die sich ihrer bemächtigt hatte: Sie riss den Fuß weg, um dem Griff zu entgehen und starrte ihre Verfolgerin mit großen Augen an. Das konnte nicht gut ausgehen.

Hör zu! Mir ist es gleich wer du bist oder wohin du gehen willst. Gib mir nur zurück was du gestohlen hast und ich werde dich nicht weiter verfolgen."

In ihrer Stimme klang mehr Ärger als Wut mit, als sie Nekka erneut aufforderte, ihren Besitz herauszugeben. Als wäre sie vor allem genervt von der sinnlosen Hetzjagd über die Lichtung, die überhaupt erst zu dem Kampf gegen die Brut geführt hatte. Sie hielt ihr die offene Hand hin und im Halbdunkel des Waldes blitzten ein paar Zähne auf, die ein Lächeln formten. Oder es zumindest versuchten.
Ihre Möglichkeiten rauschten förmlich an Nekkas innerem Auge vorbei: Flucht – ausgeschlossen.
Kampf – hoffnungslos. Verhandlung – keine Grundlage. Kapitulation - …
...Gib mir nur zurück was du gestohlen hast und ich werde dich nicht weiter verfolgen.

Nekka gab der Kriegerin, was sie verlangte. Das Band kehrte zu seinem Besitzer zurück und als ihre Hand kurz die der Frau streifte, fühlte sich Nekka sogar schuldig dafür, all den Ärger verursacht zu haben.
Sie hätte das Haarband nicht stehlen dürfen, sie hätte nicht wegrennen und die beiden anderen zurück lassen dürfen. Sie hatte sich und zwei weitere Menschen für dieses Stück Stoff beinahe umbringen lassen.
Das Mädchen fühlte sich erbärmlich.

Während sich der Magier langsam zu erholen schien, kämpfte Nekka um die Kraft, aufzustehen. Die Kriegerin hatte begonnen, ihr Haar wieder zu Hörnern zu flechten und war ganz auf diese Aufgabe fokussiert.
Sie hatte ewig nicht mehr mit jemandem gesprochen, geschweige denn, sich für etwas entschuldigt.
Nach und nach richtete sie sich auf und rang dabei ebenso um ihr Gleichgewicht wie um Worte.
,,Es … ich....''

Während sich das Mädchen langsam erhob und vor sich hin stammelte, schien die Frau verwundert, dass sie noch nicht versucht hatte zu fliehen und sogar noch anfing, zu sprechen.
Trotz schwacher Beine und eines anhaltend flauen Gefühls im Bauch stand Nekka nach einer scheinbaren Ewigkeit vor ihrer Verfolgerin und zwang sich, ihr in die Augen zu schauen.
,, Es... tut mir Leid. Ich ….''

Sie wollte grade die Hand ausstrecken, als ihr plötzlich furchtbar übel wurde. Ihr Körper war noch zu sehr geschwächt und die Schmerzen hatten einen zu hohen Tribut gefordert.

Sie übergab sich im Schwall und wäre dabei fast wieder zusammengebrochen. Ein fürchterliches Röcheln entstieg ihrer Kehle, aus dem man grade noch Worte heraushören konnte.
,,Ich bin Nekka.''

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http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngEs machte keinen Unterschied. Nicht im Geringsten.
Die Reise war kaum zu unterscheiden von jener, die die Templerin zuvor angetreten hatte. Den Weg, den sie allein beschreiten musste um an den Ort zu kommen, an dem sie ihr Ziel vermutet hatte. Dorthin, wo sie auf den ruhigen und zugleich misslaunigen Kerl getroffen war.
Ob sie nun allein reiste oder in Begleitung des Kriegers, es machte wahrlich keinen Unterschied.
Außer jenem welchen, dass sie sich zumindest dieses eine Mal auf dem richtigen Weg befand. Hoffe sie.
Doch die junge Frau vertraute ihrem Begleiter, in Sachen Orientierung ebenso wie allgemein, zumindest so weit, dass sie des Nachts nicht mit dem Schwert in der Hand hatte einschlafen müssen, in voller Rüstung und am besten noch mit einem offenen Auge, stets wachsam. Obwohl dieser Gedanke gar nicht so abwegig war, wenn man bedachte, auf was die beiden alles getroffen waren.
Dunkle Brut – schlimmer noch als Jo es sich in ihren schlimmsten Alpträumen hätte ausmalen können. Überrascht darüber, dass der Kerl neben ihr diesen schon öfters entgegen getreten und noch immer bei Sinnen war. Zumindest so weit, dass man noch normal mit ihm zu sprechen vermochte. Wenn er denn mal sprach.
Es war seltsam, aber in keinster Weise hätte die Templerin jemals erwartet dass es Menschen gab, die noch weniger sprachen als Besänftigte.
Tiaden, wenn man sie mit diesem stoischen Berserker verglich, hatte dagegen fast ganze Wortschwalle von sich gegeben, wenn man sie angesprochen hatte. Nicht das Jo es versucht hatte den Mann anzusprechen, schien er jeglichen Gedanken daran bereits mit einer Mine abzuschmettern, die einer geballten Faust glich.
Die Schwarzhaarige genoss die Stille, war sie inzwischen ja nichts anderes gewohnt gewesen, doch zu wissen dass da jemand an ihrer Seite war, machte diese Stille irgendwie traurig. Fast schon quälend.
Gleichzeitig war seine Anwesenheit in gewissem Maße aber auch angenehm, immerhin war da ja dieses Vertrauen, welches sie langsam aber sicher aufbauten. Die Geborgenheit blieb erhalten, welche sie zuvor wahrgenommen hatte. Noch immer erinnerte er sie an ihre Brüder. Zumindest ein Bisschen. Etwas.
Er war ein guter Kämpfer, so wie Gavin, geboren mit Talent wie es schien, perfektioniert über viele Jahre des Kampfes. Gesegnet mit einer Kraft, die seinesgleichen suchte, so wie Merek, fähig dazu jemanden mit einem gezielten Hieb zu zerteilen.
In Jo entflammte der Wunsch ihrer Familie zu schreiben, so wie all die Jahre zuvor, als sie den Zirkel noch ihr Heim nannte. Vielleicht sollte sie in der nächsten Stadt Halt machen und eine Möglichkeit suchen das Schreiben nach Rivain zu schicken, an die Kirche nicht weit von ihrem ehemaligen Haus. Ihre Familie zumindest hätte kaum etwas mit einem Brief anfangen können, war doch keiner von ihnen dem Lesen mächtig.
Abrupt wurde die Schwarzhaarige aus den Gedanken gerissen, als sie die Schwere der Hand auf ihrer Schulter wahrnahm, gefolgt von einem leisen Gemurmel, das ihr zuvor vollkommen entgangen war.
Neugierig folgte sie ihrem Begleiter, mit gehobenen Augenbrauen, die blauen Augen suchend nach vorn gerichtet. Im Gegensatz zu dem Rüpel vor ihr jedoch die Hand nicht einmal in der Nähe ihres Schwertes.
Brut, so dachte sie, würde wohl kaum murmelnd irgendwo im Grün lauern um dann Passanten zu überfallen.
Erst als Jo gewahr wurde, dass es sich bei dem Gemurmel tatsächlich um den Gesang handelte, fern jeglicher Vorstellung die ihr zuvor durch den Dickschädel geisterte, musterte sie den Mann zufrieden.
Ein Ritter, leicht in die Jahre gekommen und außerdem überaus höflich, anders als die Templerin es erwartet hatte.
Doch trotz all der Höflichkeiten die ausgetauscht wurden – von dem einen mehr als von dem andern – legte sich ihre Stirn in Falten. Es gab gewiss nicht viele Gründe, weshalb ein Ritter sich hockend und betend im Gebüsch aufhielt.
Nichts, wobei sie unbedingt stören wollte.
Leicht geistesabwesend hob sie ihre Rechte zu einem Gruß, lugte dabei noch immer halb hinter ihrem größeren Begleiter vor, jedoch so weit das man sie in voller Pracht, geziert mit einem fragenden Gesichtsausdruck, erkennen konnte.
„Jo Dalgaard.“
Mehr brachte die Schwarzhaarige in diesem Moment noch nicht hervor, war es doch wirklich mehr als außergewöhnlich einen Ritter betend im Gestrüpp zu finden, geschult im Gesang, dem Erbauer zu huldigen. Das ganze Gegenstück von dem Kerl, mit dem sie unterwegs war. Der Erbauer war ihr gnädig.
Fast schon aus Reflex stieß sie ihrem Begleiter den Ellenbogen leicht in die Seite, als Zeichen dafür das er sich richtig vorstellen sollte und hoffend, dass er vielleicht die richtigen Worte fand. Denn ehrlich gesagt wusste Jo noch nicht einmal wo ‚diese Lande‘ überhaupt waren.



[QUOTE=Moku;22728307]Vitus | Wortgewandt

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.png"Vitus," stellte er sich nach dem vielsagenden Hieb in die Seite vor, nicht minder eloquent und wortgewandt wie sein Begleiter. Er wartete einen Moment in der Hoffnung der Templer neben ihm würde nach seiner einsilbigen Vorstellung den Faden wieder aufheben und erklären weshalb genauso sie in der Einöde des Bannorns rumwanderten und scheinbar einen gottesfürchtigen Mann bei seinem Gebet störten.

Sein Begleiter blieb stumm.

Vitus warf ihm einen abwartenden Blick aus den Augenwinkeln zu. Der Jüngere erwiderte ihn ebenso.

"Ich begleite den Templer auf seiner Reise," erklärte er letztendlich als Antwort, zuckte die Schultern. Es war weder seine Aufgabe einem Fremden zu erklären, weshalb genauso sie auf den Weg nach Norden waren, noch wusste er genau weshalb ihr Weg sie dahinführte.

Vermutlich hatte es etwas mit dieser Frau zu tun.

Es würde ihn nicht verwundern, wenn der Jungsporn nur aus diesem Grund quer durch Ferelden marschierte.

Wobei er natürlich auch irgendeinen Auftrag hätte haben können. Zum Beispiel einen abtrünnigen widerspenstigen Kommandanten finden und zurück nach Aoenar schleppen. Wobei er nicht glaubte, dass irgendjemand halbwegs Vernünftiges einen Rekruten anheuern würde. Vor allem nicht allein.

Vitus würde einfach davon ausgehen, dass der Templer abtrünnig geworden ist, um irgendeiner Magierin nachzusteigen. Mit solchen Geschichten konnte er umgehen. Er hatte genug von solchen Templern im Gefängnis gesehen. Tatsächlich waren diese die Normalsten unter den Insassen und nicht komplett fanatisch oder wahnsinnig oder kurz davor ihn umzubringen.

Also schwieg Vitus, reckte das Kinn als stille Aufforderung für seinen Begleiter das Gespräch zu beenden, eventuell seine Motivation näher zu erläutern - oder auch nicht. So oder so interessierte es Vitus herzlich wenig.

http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpgDie Blicke, die die beiden Fremden (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22477026&viewfull=1#post22477026) austauschten, machten Ser Lothar unruhig. Sie schienen uneins darüber, wer mit ihm sprechen sollte und was gesagt werden sollte.

Und obwohl es ihn nichts anging, was die beiden durch die Hinterlande führte, waren sowohl seine Vorsicht als auch seine Neugier geweckt:
Zwei Wanderer, gut ausgerüstet und gewiss nicht wehrlos marschierten durch die brutverseuchten Hinterlande, scheinbar nicht gewillt, von sich aus nähere Auskunft über Sinn und Ziel der Reise zu geben.

Der Ritter musterte seine Gegenüber mit ernster Miene. Er war froh, nach all den Tagen der Einsamkeit und so kurz nach dem Kampf mit der Brut, auf Menschen zu treffen, doch war er sich nicht sicher, ob man auch froh darüber war, ihn angetroffen zu haben.

,,Und wohin, sofern die Frage erlaubt ist, führt Euch diese Reise?''

Er hatte sein Schwert gesenkt, nachdem er die beiden als Menschen erkannt hatte, doch lockerte er den Griff um die Waffe nicht. Er war gewiss nicht auf einen Kampf gegen zwei Widersacher aus, aber die Situation gebot Vorsicht. Er erwartete eine Erklärung, bevor er guten Gewissens mit den beiden Fremden reden würde.

VRanger
27.04.2014, 09:16
vorheriger Post: • tiefe Traurigkeit (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22717694&viewfull=1#post22717694)

Glandis | Schlachtfeld • Ratsuche

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis schaute in ein verschwommenes Gesicht. Es war das Antlitz von Aril. Und als die Dalish die Tränen weggewischt hatte, erkannte sie den fassungslosen Blick. Zuvor war ihr die Frage gestellt worden: „Ihr ist doch nichts passiert, oder?“

Glandis musste schlucken. Ein Kloß schien im Hals zu stecken, als sie den Mund öffnete, um zu antworten. »Sie ist mir zusammengebrochen. Hier auf dem Hügel. Einfach so!« Und ein typisches Zittern in der Stimme, auch beim Luftholen, zeigten, dass Glandis immer noch in dem Zustand tiefster Traurigkeit war. Sie gab sich auch keine Mühe es zu unterdrücken. Bei ihrem Sprechen streichelte sie die Stute immer und immer wieder. Etwas stockend und zögern erklärte sie weiter, als wenn sie das Ganze immer noch nicht fassen konnte: »Zuerst sind wir gut vorangekommen. Habe sie gelockt mit dem Wasser. Aber beim Rand des Schlachtfeldes ist Gwess stehen geblieben. Ich auch. Es ist widerlich, was hier geschehen ist. Aber wir müssen zum Bach, das habe ich ihr gesagt. Und ich habe ihr Deinen Apfel gegeben, das hat Gwess gemundet.« Dabei drückte Glandis ihre braune Stute, um nochmals zu zeigen, wie ernst sie es meinte. Die lies es geschehen und schnaubte dazu. Glandis berichtete weiter: »Dann konnte ich nicht mehr rückwärts vor ihr laufen und den Wassereimer als Ziel anbieten. Wir haben geschaut, wo kann man hintreten. Dann folgte ein Übersteigen, wenige male war ein Ausweichen möglich, aber es war doch immer Übersteigen …« verbesserte sie sich selbst. »Gefolgt vom erneuten Prüfen, gelobt habe ich sie natürlich auch und dann eben die nächsten Schritte …«

Dann stockte Glandis in ihrer doch recht stockenden und nachdenkenden Vortragsweise. Vielleicht wollte sie etwas Nettes zu Aril sagen und suchte dafür die Worte, um es richtig zu erklären. Schließlich sagte sie abwägend und zeigte auf das Lager, welches sich doch schon in beachtlicher Entfernung befand. Bei diesem Zeigen wurde Glandis bewusst, welchen stattlichen Weg sie zurückgelegt hatte. Diese Erkenntnis vermischte sich beim Reden: »Aril, Du kannst zumindest bei meinem Wege beruhigt sein. Ich habe das Wappen deines Hauses nicht gesehen und ich musste gründlich schauen, wo wir als nächstes …« Sie blickte zu ihrer Stute und sagte weiter: »palan, mae palan tê. mae gwess!« Doch das Pferd tat nichts daran nachzuschauen, wie weit der zurückgelegte Weg war.

»Entschuldige Aril, dass ich es ihr erklären wollte … « hörte sich Glandis sagen. Sie schüttelte nachdenklich über ihr Verhalten den Kopf, denn sie hatte es sich nie vorstellen können, dass sie sich für ihre Muttersprache mal entschuldigen würde. Doch Aril war eben jemand anderes und zudem war Glandis auf Hilfe angewiesen.

»Sie ist hier zusammengebrochen. Einfach so. Über beide Vorderbeine und ich habe es nicht kommen sehen. Vor Überraschung ist mir noch der Eimer aus der Hand gefallen. Und dann habe ich mir die Wunde angesehen und improvisiert. In dem Zelt des Kommandanten war mir eine Flasche von diesem Fusel entgegengerollt, den die Shemlen so gern trinken. Aber zum Behandeln sollte er reichen, hatte ich mir gedacht und einen Umschlag mit dem lehmigen Boden hier geformt.« Dann schwieg die Dalish. Ihre Augen waren immer noch von den Tränen gequollen und sie schaute nicht gerade hoffnungsvoll zu Aril.

»Sag Aril, was können wir tun? Und ist es noch weit?« fragte sie und dann senkte sie ihren Kopf, um Gwess zu drücken.


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BlackShial
27.04.2014, 17:19
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.png“Danke“
Tiaden lehnte sich auf dem Stamm sitzend etwas zurück und versuchte die Borke - vorher als provisorischer Teller genutzt - erneut mit ihren schmalen Fingern zu greifen, die sie vor ihrer langen Ausführung dort niedergelegt hatte. Sicher sitzend und den Teller in Händen bettete sie diesen auf ihrem Schoß und wand sich dann wieder dem Zwerg zu.
„Nichts?“
Was er wohl damit meinte? Die Elfe konnte sich diesen Begriff im Zusammenhang mit ihr nicht erklären. Außer er meinte vielleicht ...
Sie hielt inne, in dem Moment als sie eine der Beeren zwischen ihren Fingerspitzen zu ihrem Mund führen wollte, blickte auf diese herab und legte den Kopf leicht schief.
Ja, außer er meinte ihren Zustand der Besänftigung. Die Tatsache, dass in ihr tatsächlich ein reines Nichts herrschte. Zufrieden mit ihrer eigenen Erklärung, setzte sie an um seine Frage zu beantworten und überging die Ihrige damit vorerst.
„Ich saß auf einem Stein am Straßenrand. Die Männer kamen diese Straße entlang und haben mich erblickt.“
Eine einfache Erklärung zu einer einfachen Tatsache. Die Besänftigte wusste nicht weshalb man sie hätte finden sollen, hatte sie sich doch gar nicht versteckt gehabt.
Die Beere, welche sie die ganze Zeit über vor ihren Lippen gehalten hatte, fand schlussendlich doch ihren Weg in den Mund der Elfe, welche danach erneut ihre helle Stimme erhob.
„Meister?“
Was der kleine Mann wohl mit Meister meinte? Den ersten Verzauberer vielleicht? Diese hatte Tiaden jedoch seit langer Zeit nicht mehr gesehen und dem Glücksspiel schien dieser auch nicht verfallen gewesen zu sein. Zumindest machte es nie den Anschein, doch die Besänftigte hatte gewiss ihre ganze Zeit im Zirkel nicht mit dem ersten Verzauberer verbracht, weshalb sie dessen Gewohnheiten auch nicht kennen konnte.


http://upload.worldofplayers.de/files9/TrennlinieRPG.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngDie Augenbrauen der Templerin zogen sich immer mehr zusammen, die Stirn legte sich in Falten und das Zähneknirschen wurde lauter. Nicht nur, dass ihr Begleiter dem Mann gegenüber ebenso viel Wortgewandtheit bewies wie zuvor bei ihr, nein ... - Jo seufzte - der bärtige, ältere Herr schien entweder mit seinem Schwert verwachsen zu sein oder hatte nicht mehr die besten Augen. Zumindest hätte dies die Tatsache erklärt, dass er noch immer nicht die Waffe weggesteckt hatte, obwohl ihr knurriger Weggefährte und sie die ihre nicht einmal gezogen hatten.
„Bei Andrastes drallem Unterrock, was stimmt mit diesem Land nicht?!“
Fast schon aufgebracht und verzweifelt warf die Schwarzhaarige ihre Hände in die Luft, schob sich an dem Schurkenoberhaupt - oder Söldner der keinen Sold verlangte - vorbei und machte einen Schritt nach vorn.
Da fiel es ihr wieder auf, etwas das sie in dem Moment vergessen hatte, als sie den Mann - in seinen mehr oder minder besten Jahren - erblickte: Es roch unangenehm.
Da dies aber bereits seit einer Weile der Fall war, war es ausgeschlossen das der rüstige Herr die Ursache war, auch wenn ihre erste Vermutung seines Aufenthalts in diesem Gebüsch darauf hinauslief.
Doch Jo ließ sich vorerst nicht von dem unangenehmen Geruch beirren und blickte auf die Waffe des Mannes, noch immer Abstand halten. Man konnte ja nie wissen.
„Nun steckt schon eurer Schwert weg, oder sehen wir für euch etwa aus wie Straßenräuber?!“
Zumindest war dies nicht bei ihr der Fall.
Kopfschüttelnd zuckte Jo mit den Schultern, hob dann jedoch eine Augenbraue.
Was ... Was war das nur für ein beißender Geruch?
„Um eure Frage zu beantworten: Das Wache Meer ist unser Ziel.“
Mit erhobenen Finger deutete die junge Frau nach Westen - nicht wissend das es dieses war - entschied sich dann jedoch sich etwas zu drehen um dann in eine andere Richtung zu zeigen, landete schlussendlich mit ihren Fingerdeut jedoch auf ihren Begleiter und Führer.
„Was macht ihr in diesem Gebüsch?“
Unverblümt und hoffend das ihre erste Vermutung nicht stimmte fragte sie den Ritter. Nachdenklich beugte Jo dabei ihren Kopf etwas herunter und hob den Arm leicht an.
Nun ... Zumindest hatte sie die Ursache des Gestanks gefunden.


http://upload.worldofplayers.de/files9/TrennlinieRPG2.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic4.pngNur für einen flüchtigen Moment trafen sich die Augen der Kriegerin und des Magiers, der daraufhin tief atmend versuchte seine Kraft zu sammeln um sich wieder in eine aufrechte Position zu bringen.
Sie war mächtig, diese Barbarin mit den wilden Haaren. Mächtig auf eine andere Art und Weise wie es war oder sich zumindest einschätzte zu sein. Die Kraft die sie besaß hatte sich nicht nur in ihren Taten gezeigt, sondern ebenso in ihrer Stimme, mit der die der kleinen Wilde entgegentrat.
Die Tatsache das diese sich dem verfilzten Häufchen Schmutz annahm, wenn auch kaum weniger beschmutzt, genügte Quintus für den Moment. Schwungvoll warf er seinen Kopf zurück, die Linke gehoben und damit sein Haar wieder in ihre gewohnte Position zu bringen. Ein ungutes Gefühl machte sich in dem Mann breit, hervorgerufen durch die Tatsache das sich sein Haar unangenehm strähnig anfühlte und den Blick nach unten, der offenbarte das der Schlamm an ihm herauf gewandert war wie Efeu an den Wänden des Zirkelturms.
Verärgert, entsetzt und angewidert blickte er erneut zu den beiden Frauen, vergewisserte sich das die feige Filzlaus noch immer in der Nähe war, stellte dann jedoch fest das sie - entgegen seiner eigentlichen Erwartung - doch so etwas wie Reue zu empfinden schien. Gut.
Der Magier fixierte die Hütte, gedanklich die Möglichkeiten durchgehend ob er darin etwas finden würde, was ihm half die nächste Zeit zu überstehen.
Er hatte noch etwas zu erledigen, etwas zu klären. Vorher konnte er diesen schrecklichen Ort einfach nicht verlassen. Stolz. Dankbarkeit.
Ohne sich erneut zu den Frauen herumzudrehen, keinen Gedanken daran verlierend das er ihr Gespräch vielleicht hätte stören können, erhob er seine Stimme.
„Sagt: Wird er in dieser Hütte etwas finden? Ein Tuch? Ein Laken?“
eigentlich hätte er sich diese Frage sparen können, hätte er wohl ohnehin nachgesehen. Vielleicht hatte er es auch einfach nur getan um anzumerken, dass er noch immer da war und auch nicht vorhatte sofort zu verschwinden.
Leicht auf seinen Stab gestützt setzte er sich also in Bewegung, hoffend das der Brunnen - oder was immer es war - neben der Hütte noch nicht ausgetrocknet war.

Moku
30.04.2014, 20:00
http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.png"Meister. Ehemaliger Halter? Der euch versorgt hat?" erwiderte Faren, zog die Augenbrauen zusammen. "Lehrmeister vielleicht?"

Was wusste er schon, wie sich Sklavenhalter selbst gern nannten. Vermutlich versuchten sie in den Regionen, in denen es tatsächlich irgendwie verboten alles etwas herunterzuspielen. Lehrer-Schüler? Vater-Tochter? Oder das jeweilige andere Geschlecht eben. Nannten sie sich explizit Skalvenhalter?

Faren hatte keine Ahnung.

Er sollte das herausfinden, um die Leute später korrekt ansprechen zu können. Wenn diese sonst bemerkten, dass er keine Ahnung davon hatte, wie dieses Geschäft abliefen, dann würden sie vermutlich versuchen ihn über den Tisch zu ziehen und genau das konnte er sich nicht erlauben. Es würde seine erste Transaktion in diesem Bereich werden und wer wusste schon, vielleicht würde er bald zu einem Supergauner avancieren und—

—er konnte es sich bereits vorstellen. Umgeben von hübschen Frauen. Schwimmend in Gold. Seine Lieblingsspeisen aus ganz Thedas. Und dann die Zwerge von der Oberfläche, die ihn bewundernd und mit Neid nachsahen.

Es war, ja, es war ein Traum.

Und es würde ein Traum bleiben, wenn er sich nicht zusammenriss. Schließlich sprach die Elfin mit ihm. Und Zuhören gehörte schließlich dazu, wenn man tat als wäre man ein guter Freund, um die vermeintlich beste Freundin später in die Sklaverei zu verkaufen.

Genau.

Also.

Zuhören.

Fawks
30.04.2014, 22:08
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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Aril sah bestürzt in das nun tränenverschmierte Gesicht von Glandis, die stockend erzählte, dass sie Gwess mit dem Wasser immer weiter gelockt hätte, mit dem Apfel, bis hin zum Rand des Schlachtfeldes, wo die Leichen kreuz und quer verstreut lagen. Dort hatte sie mit Gwess gemeinsam die Leichen sorgsam überstiegen. Und anscheinend war sie hier zusammengebrochen - durch zuviel Anstrengung oder etwas, was Aril noch nicht heraushöre konnte.
Die Elfin zitterte am ganzen Leib, als sie die Stute immer weiter streichelte.

»Aril, Du kannst zumindest bei meinem Wege beruhigt sein. Ich habe das Wappen deines Hauses nicht gesehen und ich musste gründlich schauen, wo wir als nächstes … Sag Aril, was können wir tun? Und ist es noch weit?« sagte Glandis, als wolle sie Aril ermuntern, die bereits das Wasser in den Eimer goß, ließ dann den Topf einfach stehen, kniete sich vor die Elfin und ohne auf deren Reaktion zu warten, umarmte sie sie vorsichtig, aber fest.

"Mae, mae...," murmelte sie verstohlen in Glandis' Haar und hielt sie umschlungen. Diese Worte hatte sie oft von Glandis gehört und vermutete, dass sie etwas wie gut oder froh hießen. Wenn nicht, dann hatte sie gerade einen kapitalen interkulturellen Fehler begangen, aber es lag ihr daran zu zeigen, dass Glandis ihr wichtig geworden war.
"Alles wird gut, Glandis." Sie tauchte eine Hand in das Wasser, löste sich ein wenig von der Elfin, deren schmale Gesichtszüge noch blasser waren als sonst. Einen Arm ließ sie um die Schulter der Dalish gelegt, mit der zweiten, nassen Hand wischte sie sanft über die trännennassen Wangen und säuberte sie.
"Beruhige dich. Ich werde sie sofort untersuchen, aber gebrochen ist nichts, das erkenne ich." Sie schwieg darüber, dass man eines der besten Pferde des Hofen hatte töten müssen, weil es sich den Vorderlauf gebrochen hatte. Die Dalish war erschöpft und mitgenommen genug, auch ohne die Horrorgeschichten der Menschen. Wie stand sie wohl wirklich zu Arils Rasse? Sie hatte sie Shemlen genannt, wie sie von ihrem Opa wusste war das ein elfisches Schimpfwort für Menschen.
Doch um darüber zu philosophieren war jetzt nicht der richtige Ort und Zeitpunkt. Die Elfe beruhigte sich allmählich und Aril untersuchte die auf dem Boden liegende Stute. Sie zeigte alle Anzeichen von Erschöpfung, Hunger und Durst. Aber außer dem Schnitt auf dem Rücken, den Glandis mit Schnaps und Lehm behandelt hatte, war sie eigentlich unversehrt, auch wenn das Fell jeden Glanz verloren hatte und stumpf und widerborstig wirkte.
Trovao schie auch Interesse an der stute gefunden zu haben, er senkte seinen Kopf und beschnupperte von ihren Nüstern bis hin zum Schweif alles, was in Reichweite war. Danach gab er ihr einen kleinen Stups und schnaubte ermunternd.

Aril hatte sich neben Glandis gesetzt, doch diesmal mied sie Körperkontakt. Sie wollte zum einen die Elfe nicht verschrecken, zum anderen war sie selbst immer noch verwirrt. Ihr Bruder war also nicht mit dabei gewesen. nun, das Schlachtfeld war groß genug um die Leichen von Nien für immer zu verstecken. Sie verzog das Gesicht. Wenn sie Nien retten wollte, brauchte sie Glandis - und die schien im Moment instabiler zu sein als die Stute.
"Es ist nicht mehr weit. Vielleicht steht Gwess ja auf, um zu verhindern, dass Trovao sie weiter stupst," meinte sie verschmitzt und wies mit dem Kinn auf die Pferde. "Sie ist einfach erschöpft, ausgehungert und hat Durst. Und eine Verletzung, das verschlimmert die Lage." Kurz hielt Aril inne, dann setzte sie tonlos hinzu: "Genau wie bei dir."

VRanger
01.05.2014, 06:28
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Glandis | Schlachtfeld • Umsorgt

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis lies mit sich geschehen, was Aril mit ihr anstellte. Die Adlige hatte recht. Auch die Dalish war verwundet, hatte Hunger und Schmerz erfahren und nicht nur die Sorge um die Stute hatten sie erschöpft. Sie fand im Zuhören den Vergleich passend. Und als sie sich bewusst wurde, dass es ihr eigentlich wie Gwess ergangen war oder sie beide Geschöpfe waren, die in den Wogen des Überfalls überlebt hatten, kamen erste Anzeichen einer inneren Ruhe in ihr auf. Sie wusste, sie musste diese Sorge um ‚cuil roch‘, dem Leben eines großen Tieres, das Leben eines Pferdes nicht allein tragen. Und so lies sie sich von Aril anfassen, sich das Gesicht waschen. Das Wasser tat ihr gut. Das kühle Nass nahm ihre salzigen Tränen mit und es tat nicht nur der Haut in ihrem Gesicht gut, was dieses kleine Born des Lebens bei ihr bewirkte. Auch das „Gut, ja …“, ausgesprochen von Aril, überraschte sie angenehm sie. Es war in der Betonung eher belustigend, doch sie hatte keinen Nerv für Sprachrythmus. Sie freute sich ihre Worte zu hören. Glandis kam nicht auf den Gedanken, welches Risiko Aril eingegangen war mit dem Gebrauch dieses oft von ihr benutzten Sprachstücks. Glandis war in ihrem Denken und gesamten Tun zu sehr auf die Stute fixiert. Auch die Untersuchung von Gwess und die gehörten Kommentare „Beruhige dich. Ich werde sie sofort untersuchen, aber gebrochen ist nichts, das erkenne ich.“ hörte sie eher wie durch eine Nebelwand. Es waren gute, warmherzige Worte, doch sie konnte nicht aufstehen. Etwas hielt sie hier fest. Was, wusste sie nun.

»Ich danke Dir,« hörte sich Glandis sagen. Und es blieb bei diesem sie scheinbar milchig einhüllenden Dunst, der so viel Sicherheit verspricht, aber keine bieten kann, als sie weiter redete: »Ich … « sie verbesserte sich und musste schlucken dabei. »Wir können jetzt noch nicht los. Gwess nicht und ich auch nicht …« Sie machte eine Pause. Und in dieser sank ihr Kopf an die Schulter von Aril. Diese blieb sitzen und Glandis spürte die Wärme der anderen und fand, einen festen Punkt gefunden zu haben, als angenehm. So erklärte sie in dieser Sitzhaltung verbleibend, aber dabei den Kopf der Stute streichelnd: »Aril, ich ...« wieder verbesserte sie sich und wechselte die Erzählform in dem sie fragte: »Können wir ein wenig hier bleiben? Uns ausruhen?« Sie schluckte, als wenn irgendetwas sie am Sprechen hinderte. Aber vielleicht war es auch der Erkenntnisgewinn, wie sehr sie selbst die Pause benötigte. »Du sagtest, es sei nicht mehr weit? Das ist schön.«

In diesem Moment flüsterte Glandis in eher singender Form: »gwess, ú palan, nicht weit« und wiederholte die Worte noch mehrfach. »Nicht weit, ú palan … « Vermutlich wusste sie nicht, in welcher Sprache sie es gerade erzählte. Zu sehr hatte sich ihr Fokus auf diese Situation, auf diesen Ort, auf Aril und auf Gwess verengt. Doch sie empfand seit Langem ein wunderbares Gefühl der inneren Ruhe. Bei ihr begann ein Gleichklang, ein Frieden einzuziehen, den sie seit Tagen so vermisst hatte. Sie konnte jetzt nicht aufstehen und die Stute locken. Deshalb sagte sie mit ruhiger, aber sehr leiser Stimme: »Aril, der Vorschlag, dass Trovao Gwess motiviert aufzustehen gefällt mir. Doch noch jetzt noch nicht, bitte noch nicht. Wir brauchen noch etwas Zeit. Es ist ja nicht mehr weit. Kannst Du mir nicht erzählen, wie es dort aussieht am neuen Ratsplatz? Ist es schön dort?«


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Fawks
01.05.2014, 10:00
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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Die Elfin hatte sich langsam beruhigt. Sie hatte ihre Kopf auf Arils Schulter gelegt und schien endlich innerlich zur Ruhe zu kommen. »Können wir ein wenig hier bleiben? Uns ausruhen? Du sagtest, es sei nicht mehr weit? Das ist schön.«
Nach einer kurzen Pause und einem Blick auf den Hengst fügte sie hinzu: »Aril, der Vorschlag, dass Trovao Gwess motiviert aufzustehen gefällt mir. Doch noch jetzt noch nicht, bitte noch nicht. Wir brauchen noch etwas Zeit. Es ist ja nicht mehr weit. Kannst Du mir nicht erzählen, wie es dort aussieht am neuen Ratsplatz? Ist es schön dort?«

"Natürlich," versicherte ihr Aril und rief Trovao zu: "Lass sie in Ruhe! Weg von ihr!" Der Hengst gehorchte und kam stattdessen zu Aril und Glandis. Aufgeregt beschnupperte er das Wasser im Eimer neben den beiden, doch dadurch, dass er am Bach getrunken hatte, war er nicht länger durstig. Das große Pferd spendete den am Boden sitzenden Frauen etwas Schatten und langsam nahm Aril den Geruch des Schlachtfeldes nicht mehr so stark wahr. Die Fliegen, die großes Interesse an den vielen Leichen hatten, umsummten nun auch die kleine Gruppe und Trovao schlug fortwährend mit dem Schweif aus, um sie zu vertreiben.

"Es ist ein schöner Ort. Direkt am Bach gelegen. Eine kleine, sanft abfallende Uferböschung, mit saftigem grünen Gras für die Pferde. Und das trotz der Nähe zu diesem Schlachtfeld..." erklärte Aril Glandis leise. "Am Ufer steht eine riesige Weide. Ihre langen, herabhängenden Zweige sorgen dafür, dass man von außen nicht in die Krone sehen kann und man kann wunderbar den Stamm hinaufklettern. Dort wären wir sicher. Ich habe unser Hab und Gut in einem Astloch versteckt." Um der Elfin die Sorge des Kletterns und Anstrengens zu nehmen, erzählte sie weiter: "Mit den Decken, die wir jetzt zusätzlich haben, können wir uns ein gemütliches Lager bauen. Der Platz auf dem Stamm reicht gut für uns beide, auch wenn wir im Liegen vielleicht ein wenig zusammenrücken müssen. Aber es wird weich und warm sein, sicher im Schutz der gewaltigen Äste."

Mit einem Blick auf Glandis, die Gwess weiter streichelte, schloss Aril: "Die Pferde können am Bach trinken, soviel sie wollen. Das Wasser ist sauber, ich habe es probiert. Du siehst," nun strich sie sanft mit einer Hand über Glandis freiliegende Wange, "alles wird gut werden."

Die Stute spitze beim Klang der Stimme von Aril die Ohren und bei jeder neuen Streichelbewegung von Glandis schloss sie fast verzückt die Augenlider. Aril sah das als gutes Zeichen, dass die Stute sich schon wieder freiwillig bewegte, wenn auch nur in kleinen Schritten.

"Weißt du," sagte Aril sehr nachdenklich nach einer ruhigen Minute, "es ist schon seltsam. Ich komme hierher und finde dich, kann dich wieder aufpäppeln und das alles ohne einen Medicus vom Hof, ohne ein weiches Bett und ohne die lindernden Kräutersäfte, die es bei mir gibt. Nur mit Hilfe von Wasser und Rhabarber und Wundumschlägen. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier draußen so lange überleben könnte - ich finde es immer noch furchtbar auf diesem dreckigen Boden zu sitzen und auf harter Erde zu schlafen - und meine Haare sehen sicherlich fürchterlich aus - aber mir ist es tatsächlich egal. Du dagegen - du hast doch dein Leben lang in der Wildnis gelebt, oder nicht? Wie können Elfen so schön sein, ohne Spiegel, ohne neue Kleider, ohne Schminkfarben? Das habe ich noch nie verstanden..." Jetzt seufzte die Adlige. "Ich frage dich schon wieder tausend Dinge auf einmal. Und ich gebe zu, dass ich deine Kultur nicht verstehe. Normalerweise wäre es mir egal, und ich würde mich nur um mich kümmern, aber das macht mich dann zu dem, was ihr Shemlen nennt, oder?" Die leise Angst in Arils Stimme, darauf eine Antwort zu erhalten, die sie nicht hören wollten, schwang deutlich mit.

VRanger
01.05.2014, 11:28
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Glandis | Schlachtfeld • Einklang

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Wie immer in solchen Dingen hatte Glandis ihre eigene Art Dinge zu verstehen und wie sie dann auf diese reagierte, war noch etwas anderes. Sie wusste, dass sie deshalb oft bei ihrer Suche nach dem Vater als weltfremd bezeichnet wurde. Oder das andere sie als störrisch oder absolut gleichgültig, über den Dingen schwebend tituliert hatten. Doch dafür konnte sie nichts. Es lag in ihrer Natur und sie wollte es auch nicht abändern. Denn sie war eine Dalish, dem aus ihrer Sichtweise besten Clan der Elfen. So hörte sie aufmerksam zu, was Aril ihr sagte. Sie vernahm mit Respekt, dass die Adlige ihr Pferd zurechtwies, und freute sich, dass sie es nicht tun musste. Auch hier hatte sich ihr erneut gezeigt, dass es oft klüger war, nicht zu reagieren, wo es andere längst getan hätten. So war es Arils Kommando gewesen, der Rappen hatte gehorcht. Ein Kommando von ihr hätte Trovao sicherlich auch verscheucht, aber wie würde Aril reagieren. Das alles war ausgeblieben. So genoss sie die Situation. Auf die Frage, zum Verständnis ihrer Kultur, wollte Glandis und sie konnte darauf nicht eingehen. Hier nicht. Und jetzt auch nicht. Das war ihr klar.

Aber Aril war für sie jemand, der derzeit keiner Kultur angehörte. Sie war bei ihr. So wie Gwess bei ihr war oder Trovao oder eben ihre Dolche. Sie waren eins. Zweckverbunden, auf sich achtend, jeder in seiner Funktion. Doch wie sollte sie das erklären, was unter ihresgleichen so verständlich war. So beschloss sie zuerst auf die Antwort auf ihre Frage einzugehen und sagte:

»Aril, finde es ausgesprochen nett, wie du mir meine Frage nach dem neuen Rastplatz beantwortest. Mancher hätte bei einer Dalish Argwohn vermutet. Ist es der Elfin recht, passt der Platz in ihr Naturverständnis und, und, und. All das habe ich schon erfahren. Doch Du hast in einer einfachen Weise, vielleicht sprecht ihr bei euch zu Hause ganz anders, mir berichtet, was du gesehen hast. Dabei habe ich gemerkt, wieviel Mühe und Sorgfalt, aber auch wieviel an Weitsicht du hast walten lassen. Ja, « dabei unterbrach sie ihre Rede, um kurz nach der Stute zu schauen, aber es war alles in Ordnung und so konnte sie weitersprechen: »ich kann mir den Platz gut vorstellen und ich freue mich darauf. Es ist gut für uns alle ausgesucht. Du hast dabei auch an die Pferde gedacht. Auch, dass das ehemalige Flüchtlingslager nicht so weit entfernt ist, sehe ich nicht als Nachteil. Nicht wegen des jetzt nur noch geringen Weges, den ich nicht einzuschätzen vermag. Nein, wegen Gwess. Sie wird für die nächste Zeit Ruhe brauchen, sich erholen müssen. Doch wir können gut zu Fuß uns auf die Suche machen. Denn ich vermisse schon meinen Bogen und du ein Zeichen deines Bruders.«

Dann schwieg die Dalish, weil sie nicht recht wusste, wie sie weiter reden sollte. Sie wollte nicht Dinge aufreißen. Und so beschloss sie über die Punkte zu sprechen, die Aril als „Hof“ bezeichnet hatte. »Aril, egal ab Dalish oder …« sie musste überlegen, welches Wort sie gebraucht. Weil sie aber schon ihren Clan genannt hatte, konnte sie Aril jetzt nicht als Person ansprechen. Und so versucht sie es zu umgehen und sagte: »oder ob Bewohner Fereldens für jeden ist so etwas wie hier unvorstellbar. Aber es zeigt sich, dass in einem meist mehr steckt, als gedacht. Leider ist der Preis für den man dieses Wissen erlangt oft sehr hoch. Und leider zahlt man dafür sein Leben lang. Die Bilder gehören zu einem, aber es gehört auch zu einem, dass man es geschafft hat. Und du hast aus dem Ziel der Suche nach dem Bruder nicht gewusst, was es für dich bedeuten wird. Nein,« dabei hob sie ihren Kopf von Arils Schulter, schüttelte ihr rosenblondes Haar, »Nein, dass hast du nicht wissen können. Denn sonst würdest Du immer noch dort, wie sagtest du, bei Hofe sitzen, neue Kleider bewundern. Und ich habe eine Frage. Was ist ein Medicus?«


nächster Post: ein gutes Herz (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22756740&viewfull=1#post22756740)

Fawks
01.05.2014, 11:58
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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Glandis hatte sich ob der Beschreibung des Rastplatzes gefreut und lobte Aril für ihre Weitsicht. Diese fühlte sich geschmeichelt, denn sie war es nicht gewohnt in freier Wildbahn umsichtig zu sein. So fühlte sie sich beim Lob der Elfin froh und lauschte ihren Ausführungen:

»Aril, egal ab Dalish oder … oder ob Bewohner Fereldens für jeden ist so etwas wie hier unvorstellbar. Aber es zeigt sich, dass in einem meist mehr steckt, als gedacht. Leider ist der Preis für den man dieses Wissen erlangt oft sehr hoch. Und leider zahlt man dafür sein Leben lang. Die Bilder gehören zu einem, aber es gehört auch zu einem, dass man es geschafft hat. Und du hast aus dem Ziel der Suche nach dem Bruder nicht gewusst, was es für dich bedeuten wird. Nein, nein, dass hast du nicht wissen können. Denn sonst würdest Du immer noch dort, wie sagtest du, bei Hofe sitzen, neue Kleider bewundern. Und ich habe eine Frage. Was ist ein Medicus?«

Aril war verdutzt ob der Frage und antwortete: "Das sind unsere Heiler - oder Medizinmänner, ich weiss nicht, wie ihr sie nennt. Sie kennen Arzneien und alle Wirkungen von Pflanzen oder anderen Substanzen und nutzen das, um Menschen und Tieren zu helfen."
Sie überlegte kurz über das, was Glandis gesagt hatte.
"Du hast Recht, ich konnte nicht wissen, wo es mich hinführt, aber daheim konnte ich nicht bleiben. Ich hatte ... ich sage mal, Ärger mit meiner Mutter." Sie musste sich zusammenreißen um nicht wütend zu werden. Ihre Mutter! Eine Frau, die sich mehr um die Heirat der Tochter sorgt als um den nicht zurückgekehrten Sohn!

"Meine Mutter hätte alles getan, um mir einen solchen Anblick zu ersparen. Wenn sie wüsste, dass ich mitten auf einem Leichenfeld sitze und mit einer Elfin rede... Sie würde mich wieder in mein Zimmer einsperren lassen und mir die Gelehrten Vorträge über Politik halten lassen. So gesehen bin ich hier das erste Mal frei. Aber diese Freiheit hätte ich vorher nie gewollt - weil sie mit so viel Verantwortung verbunden ist. Siehst du, jetzt muss ich mich selbst versorgen, und mein Pferd auch. Früher wurde mir das Essen in silbernen Schalen an den Tisch gebracht und war bereits zubereitet." Die Elfin hatte den Kopf von ihrer Schulter gehoben und Aril hatte Sorge, dass Glandis sie missverstehen könnte.
"Das heißt nicht, dass ich diese neu gewonnene Freiheit nicht mag! Bisher habe ich allerdings nur die schwierigen Seiten gesehen: Tod, Verletzungen und Flucht." Sie wies mit einer Hand auf das Schlachtfeld. "Aber ich habe auch gesehen, dass ich stark sein kann. Dass ich in die Natur eingreifen kann und Gutes bewirken kann. Obwohl ich keine Elfin bin, konnte ich dir helfen." Und damit lächelte sie die Dalish glücklich an. "Und ich bin froh darum!"

VRanger
01.05.2014, 15:11
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Glandis | Schlachtfeld • ein gutes Herz

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Obwohl ich keine Elfin bin, konnte ich dir helfen,“ sagte Aril am Ende des Gesprächs. Und Glandis richtete ihren Kopf erneut auf, sah Aril an, fasste sie mit beiden Händen nach der Rüstung, dort ihre Schultern sind und sagte: »Das überrascht mich nicht. Du hast ein gutes Herz. Bist eins mit all den Dingen hier. Mit Trovao, mit Gwess, mit mir, selbst meine Dolche hattest Du schon. Und frei,« dabei hielt die Dalish inne, sie hatte das Wort auch so betont, dass eine Pause von der Sprache folgerichtig war, nahm eine Hand von Arils Schulter, legte sie auf ihre Brust, atmete tief ein und fuhr fort: »lain mae, ja ich bin frei und Du und wir alle hier sind es.« Dabei zeigte sie mit der Hand, die zuvor auf ihrer Brust geruht hatte über die beiden Pferde und ein kam ein merkwürdiger Glanz in ihr Gesicht. Die Augen erstrahlten. Es schien, etwas Verlorenes war zurückkehrt.

»Frei ist für mich ein hohes Gut. Wichtiger als Besitz, wichtiger als das Wort ‚ni‘, als das Wort ich, wichtiger als der Sieg. So kann der Bogen jetzt dort liegen, greifbar,« erneut zeigte Glandis über das Schlachtfeld und fuhr fort: »aber Gwess braucht für ihr frei sein jetzt jede Hilfe. Auch Du hast für mein lain mae alles riskiert, alles zurückgestellt. Auch den Grund, warum du hier vorbeigekommen bist. Deshalb habe ich gesagt, Du hast ein gutes Herz.«

Dabei drehte sie sich leicht zur Seite und schaute Gwess in deren Augen. Die Stute hatte mit aufgestellten Ohren das Ganze verfolgt. Den Kopf des Tieres hob Glandis nun an und erklärte allen, die es hören wollten: »Gwess, ich werde Dir jetzt Wasser holen und dann sollten wir zusehen, dass Du auf die Beine kommst.« Dann zog sie ihren Fuß unter der Braunen hervor und reckte sich. Nun Gwess half natürlich, in dem sie ihren Hals anhob. Vielleicht hatte sie auch Witterung nach dem Wasser aufgenommen, aber sie ruhte noch, hatte die Beine am Boden liegend. Aber es war nicht abzusehen, dass sie hochspringen würde.

Und in einer Bewegung des Erinnerns drehte sich Glandis zu Aril und sagte mehr lachend: »Ach so, es ist euer Heiler. Obwohl M e d i c u s,« sie spielte beim Sprechen mit den Buchstaben, »Medicus ist ein schönes, melodisches Wort. Ich hoffe, er versteht sein Handwerk. Denn ich habe einmal, weil sie mir ausgegangen waren, Wurzeln kaufen wollen und war in Lothering bei einem, der sich Heiler nannte. Doch da sah es wie in einem Schlachthaus aus. Ich bin rein, sehe den Raum, den Schmutz, die toten Ratten und ein Duft von Fusel kriecht mir in die Nase. Bin wieder raus ohne etwas zu sagen.« Glandis hielt inne, doch nur deshalb um sich zu korrigieren. »Du hattest erst nach dem Begriff Shemlen gefragt, das war einer und das war auch das erste Wort, was ich eher fluchend draußen auf der Straße gesagt habe.« Im Gehen zu dem Eimer, der mit frischem Wasser gefüllt war, sah sie, dass der Tag bereits im Begriff war, zur Neige zu gehen. Sicher ein paar Stunden würde die Sonne noch scheinen, aber sie mussten los. Und so fragte sie Aril sich eher vergewissernd: »Du sagtest erst, es ist nicht mehr weit?«


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Neclord
01.05.2014, 16:44
http://upload.worldofplayers.de/files9/5Py1YpLlAnyla.png
Anlya war dankbar als Valgarius sich schützend vor sie stellte. Sie war unbewaffnet. Der Magier jedoch hatte seine Magie. Auch wenn die Elfe nicht glaubte, dass er gegen diese Übermacht viel ausrichten konnte. Sie seufzte laut als Valgarius Blutmähne als Verräter bezeichnete. Musste er es mit seinen unbedachten Worten noch schlimmer machen? Was, wenn Blutmähne ihn gehört hatte und sie an seine Stammesgenossen auslieferte.

Als Valgarius vorschlug wegzulaufen dachte sie darüber nach. Es war an sich eine gute Idee. Doch würden sie Erfolg haben? Die Chasind kannten sicherlich den Wald sehr gut und sie hatte keine Ahnung wo sie war. Sie bezweifelte, dass der Magier sich besser auskannte. Erschwerend kommt hinzu, dass es stockdunkel war. „Ich weiß nicht recht, Valgarius. Es ist dunkel und ich habe keine Ahnung in welche Richtung wir laufen könnten.“ Auch Anlya war darauf bedacht leise zu reden.

Nervös biss sie auf ihre Unterlippe und schaute aus den Augenwinkeln zu Blutmähne. Sie war überrascht, dass er noch nicht aufgewacht war. Valgarius‘ lauter Ruf nach Verrätern müsste selbst ihn aufgeweckt haben. Stimmte mit ihm etwas nicht? Ohne sich vom Fleck zu rühren rief sie laut seinen Namen. „Blutmähne?“


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"Komm zu uns..." sprach die dunkle Stimme. "Wir sind das wahre Wesen, werde Teil davon..." unheilvoll drang die Stimme durch den Kopf des Chasind während er schlummerte. "Nein!" brüllte er ihr entgegen. "Ryvalk, Blutmähne, Bruder, Ryvalk, Kind Blutmähne" hunderte Stimmen quälten ihn. Unruhig wälzte er sich im Schlaf bis er wieder seinen Namen vernahm: "Blutmähne?". Auch eine weitere Stimme konnte er vernehmen, die ihn bekannt vorkam: "Verräter!".
Ruckartig öffnete der Hüne die Augen, eine Speerspitze wurde ihm direkt ins Gesicht gestreckt. Ohne auf den Angreifer zu achten, packte er sich den Speer am unteren Ende und zerbrach ihn mit bloßer Kraft worauf das Holz splitterte.
Langsam erhob er sich aus seinem Schlaf. Dennoch ist etwas mit ihm passiert...mit blutroten glühenden Augen blickt er zu seinen Angreifern und schnaufte heftig, er war kurz davor auf sie loszugehen.

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Anlya warf dem Blutmagier die Fakten ins Gesicht und sie hatte recht. Tatsächlich war das Land bereits von der Dunkelheit umhüllt und ohne eine Führung waren die beiden wohl hoffnungslos verloren in der Wildnis. Doch plötzlich erhob Blutmähne seinen stämmigen Körper, zerbrach den Speer, welcher auf sein Antlitz gerichtet war und schien sich zum Angriff bereit zu machen. Was auch immer seine Absicht war, langsam aber sicher wurde sich Valgarius darüber bewusst, dass der Hüne wohlmöglich doch keine Falle für sie vorbereitet hatte. Er schien den Fremden gegenüber nicht sehr wohlgesonnen zu sein, was man deutlich an seiner kampfbereiten Körperhaltung sehen konnte.

Darüber hinaus materialisierte sich eine unsichtbare Energie um den Muskelberg, zumindest konnte der Magier eine Veränderung spüren, welche die Luftpartikel tanzen ließ. Als würden dämonische Kräfte Besitz von seinem Körper ergreifen färbten sich die Augen von Blutmähne in ein dunkles Rot. Wie ein Ungeheuer schnaufte er den Angreifern warnend entgegen. Valgarius war sich nicht sicher, ob er nun weglaufen oder sich am kommenden Ereignis ergötzen sollte.
Doch sein Verstand befahl ihm zu bleiben, die Chasind würden ihn ohnehin mühelos einholen bei einer Flucht. Das Vertrauen zum Muskelberg war wiederhergestellt. Vorerst.

Also blieb nur noch die letzte, unvermeidliche Option offen. Der körperliche Konflikt mit den primitiven Wesen dieser Welt. Innerlich wurde ihm bereits wieder schlecht bei dem Gedanken, dass der rote Lebenssaft sich über den Boden verteilen wird. Er hoffte nur, dass seine Haare dabei verschont bleiben würden.
Im Wissen, dass kein Weg an den Angreifern vorbei führt fasste der Blutmagier einen Entschluss.

Valgarius kanalisierte seine Kraft und winzige, rote Kügelchen umkreisten seinen ausgestreckten Zeigefinger. Die kleinen, tropfenartigen Gebilde flogen darauf in die Richtung eines Angreifers und drangen tief in sein Fleisch ein. Sein Gegner ging voller Entschlossenheit auf den Magier zu und für einen kurzen Augenblick hatte es den Anschein, als würde der Zauber bei dem Chasind keine Wirkung zeigen. Doch dann stoppte der Riese direkt vor ihm, und schien wie erstarrt zu sein. Sein Körper schüttelte sich mit zittrigen Bewegungen und verweigerte den Dienst. Schließlich ließ der Angreifer seine Waffe fallen, bereit von Valgarius gerichtet zu werden.

Der Schönling beugte sich runter, pedantisch darauf achtend, dass seine Robe möglichst unberührt vom Sand blieb und hob den Speer auf. Als er dann die Waffe auf den wehrlosen Angreifer richtete, überkamen ihn jedoch Zweifel. "Ach Herrje! Ich kann doch nicht einfach so zustechen!"










http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgAls die Schmerzen nachließen wusste Nekka nicht mehr, wie lange sie überhaupt gequält worden war. Sie wusste eigentlich gar nichts mehr, zumindest schien ihr Verstand nur langsam wieder seine Arbeit aufzunehmen. Er hatte sich vor den Wellen der Pein (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22708144&viewfull=1#post22708144) versteckt, war ganz tief hinab gestiegen, um sich zu schützen, um zu überleben.
Überleben. Sie hatte wieder einmal überlebt.
Doch trotzdem lag sie immer noch im Schlamm zwischen dutzenden Kadavern und konnte sich nicht rühren; zwar waren die Schmerzen genau so plötzlich verschwunden, wie sie gekommen waren, doch fehlte dem Mädchen einfach die Kraft. Selbst Atmen schien ihr schwer geworden zu sein und als sie den Kopf drehte, um sich umzusehen, wurde ihr selbst von dieser kleinen Bewegung schwindelig.

Sie sah, wie die Kriegerin sich von dem Brutmagier abwandte, der erschlagen auf dem Feld lag. Überall klebten Blut, Schlamm und Überreste, manche davon qualmten noch sacht und gehörten wohl einmal zu dem untoten Diener, den der schlanke Mann beschworen hatte.

Dieser stand in einiger Entfernung und schien ebenso mit seinen Kräften am Ende zu sein. Sein Atem ging sichtbar schwer und er hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Sein makelloses Haar war in Unordnung geraten und auf einmal wirkte er gar nicht mehr so fehl am Platz, wie zuvor; er war Teil des Gemetzels geworden und hatte ebenso Blut vergossen, wie die beiden Frauen.

Nekka sah zu ihrer Verfolgerin herüber, die nach einem kurzen Blick zum Magier auf sie zukam. Sie pulsierte förmlich vor Energie und Schaffenskraft, der Kampf hatte sie sichtlich beflügelt. Blut besudelte jeden Teil ihres Körpers und der energische Schritt, mit dem sie sich ihr näherte ließ Nekka nichts Gutes hoffen. Noch immer hielt sie das violette Haarband zwischen den Fingern und wusste nur zu genau, wie viel Ärger ihr dieses Stück Stoff schon eingebracht hatte.

Schnell wie eine Viper griff die Frau nach ihre Knöchel, doch Nekkas Fluchtreflex überstieg sogar die bleierne Erschöpfung, die sich ihrer bemächtigt hatte: Sie riss den Fuß weg, um dem Griff zu entgehen und starrte ihre Verfolgerin mit großen Augen an. Das konnte nicht gut ausgehen.

Hör zu! Mir ist es gleich wer du bist oder wohin du gehen willst. Gib mir nur zurück was du gestohlen hast und ich werde dich nicht weiter verfolgen."

In ihrer Stimme klang mehr Ärger als Wut mit, als sie Nekka erneut aufforderte, ihren Besitz herauszugeben. Als wäre sie vor allem genervt von der sinnlosen Hetzjagd über die Lichtung, die überhaupt erst zu dem Kampf gegen die Brut geführt hatte. Sie hielt ihr die offene Hand hin und im Halbdunkel des Waldes blitzten ein paar Zähne auf, die ein Lächeln formten. Oder es zumindest versuchten.
Ihre Möglichkeiten rauschten förmlich an Nekkas innerem Auge vorbei: Flucht – ausgeschlossen.
Kampf – hoffnungslos. Verhandlung – keine Grundlage. Kapitulation - …
...Gib mir nur zurück was du gestohlen hast und ich werde dich nicht weiter verfolgen.

Nekka gab der Kriegerin, was sie verlangte. Das Band kehrte zu seinem Besitzer zurück und als ihre Hand kurz die der Frau streifte, fühlte sich Nekka sogar schuldig dafür, all den Ärger verursacht zu haben.
Sie hätte das Haarband nicht stehlen dürfen, sie hätte nicht wegrennen und die beiden anderen zurück lassen dürfen. Sie hatte sich und zwei weitere Menschen für dieses Stück Stoff beinahe umbringen lassen.
Das Mädchen fühlte sich erbärmlich.

Während sich der Magier langsam zu erholen schien, kämpfte Nekka um die Kraft, aufzustehen. Die Kriegerin hatte begonnen, ihr Haar wieder zu Hörnern zu flechten und war ganz auf diese Aufgabe fokussiert.
Sie hatte ewig nicht mehr mit jemandem gesprochen, geschweige denn, sich für etwas entschuldigt.
Nach und nach richtete sie sich auf und rang dabei ebenso um ihr Gleichgewicht wie um Worte.
,,Es … ich....''

Während sich das Mädchen langsam erhob und vor sich hin stammelte, schien die Frau verwundert, dass sie noch nicht versucht hatte zu fliehen und sogar noch anfing, zu sprechen.
Trotz schwacher Beine und eines anhaltend flauen Gefühls im Bauch stand Nekka nach einer scheinbaren Ewigkeit vor ihrer Verfolgerin und zwang sich, ihr in die Augen zu schauen.
,, Es... tut mir Leid. Ich ….''

Sie wollte grade die Hand ausstrecken, als ihr plötzlich furchtbar übel wurde. Ihr Körper war noch zu sehr geschwächt und die Schmerzen hatten einen zu hohen Tribut gefordert.

Sie übergab sich im Schwall und wäre dabei fast wieder zusammengebrochen. Ein fürchterliches Röcheln entstieg ihrer Kehle, aus dem man grade noch Worte heraushören konnte.
,,Ich bin Nekka.''

[QUOTE=BlackShial;22736548]
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngNur für einen flüchtigen Moment trafen sich die Augen der Kriegerin und des Magiers, der daraufhin tief atmend versuchte seine Kraft zu sammeln um sich wieder in eine aufrechte Position zu bringen.
Sie war mächtig, diese Barbarin mit den wilden Haaren. Mächtig auf eine andere Art und Weise wie es war oder sich zumindest einschätzte zu sein. Die Kraft die sie besaß hatte sich nicht nur in ihren Taten gezeigt, sondern ebenso in ihrer Stimme, mit der die der kleinen Wilde entgegentrat.
Die Tatsache das diese sich dem verfilzten Häufchen Schmutz annahm, wenn auch kaum weniger beschmutzt, genügte Quintus für den Moment. Schwungvoll warf er seinen Kopf zurück, die Linke gehoben und damit sein Haar wieder in ihre gewohnte Position zu bringen. Ein ungutes Gefühl machte sich in dem Mann breit, hervorgerufen durch die Tatsache das sich sein Haar unangenehm strähnig anfühlte und den Blick nach unten, der offenbarte das der Schlamm an ihm herauf gewandert war wie Efeu an den Wänden des Zirkelturms.
Verärgert, entsetzt und angewidert blickte er erneut zu den beiden Frauen, vergewisserte sich das die feige Filzlaus noch immer in der Nähe war, stellte dann jedoch fest das sie - entgegen seiner eigentlichen Erwartung - doch so etwas wie Reue zu empfinden schien. Gut.
Der Magier fixierte die Hütte, gedanklich die Möglichkeiten durchgehend ob er darin etwas finden würde, was ihm half die nächste Zeit zu überstehen.
Er hatte noch etwas zu erledigen, etwas zu klären. Vorher konnte er diesen schrecklichen Ort einfach nicht verlassen. Stolz. Dankbarkeit.
Ohne sich erneut zu den Frauen herumzudrehen, keinen Gedanken daran verlierend das er ihr Gespräch vielleicht hätte stören können, erhob er seine Stimme.
„Sagt: Wird er in dieser Hütte etwas finden? Ein Tuch? Ein Laken?“
eigentlich hätte er sich diese Frage sparen können, hätte er wohl ohnehin nachgesehen. Vielleicht hatte er es auch einfach nur getan um anzumerken, dass er noch immer da war und auch nicht vorhatte sofort zu verschwinden.
Leicht auf seinen Stab gestützt setzte er sich also in Bewegung, hoffend das der Brunnen - oder was immer er war - neben der Hütte noch nicht ausgetrocknet war.


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Welch lieblicher Duft ihre Nasenflügel in jenem Moment erreichte, zumindest gedanklich. Denn vor ihr lag dieses kleine, vermeintlich zerbrechliche Geschöpf und sie schien sich ihrer Schuld in vollem Umfang bewusst zu sein. Sie gab Juri ihr Haarband zurück und stammelte ihre Entschuldigung in den Wind. Die Kriegerin war zufrieden, irgendwie.
Sie verschaffte ihrem Haar wieder die gewünschte Form und drehte dem kleinen Mädchen den Rücken zu. Nekka lautete also ihr Name, wenn es denn der Wahrheit entsprach. Immerhin war Juri sich nicht sicher, ob man einer Diebin überhaupt vertrauen schenken kann. Doch ein fremdartiges Gefühl nistete sich plötzlich ein. Wenn auch nur in einer stark abgeschwächten Form. Mitleid.

Kopfschüttelnd versuchte sie diesen neuartigen Impuls zu entfernen, doch auf eine bestimmte Art und Weise nagte es an ihr. Wer weiß was dieses kleine Mädchen bereits miterleben musste in ihren jungen Jahren. Wahrscheinlich war das diebische Leben ihre einzige Möglichkeit in dieser vom Schatten durchzogenen Welt zu überleben. Hör auf! Ermahnte sie ihre Gedanken und kniff die Augen zusammen. Sie wollte nicht darüber sinnieren. Nachdenken kostet Zeit, Energie und in ihren Augen war es verschwendete Zeit. Man konnte diese wertvolle Energie viel besser für andere Dinge verwenden.
Schließlich öffnete sie ihre Augen wieder, als ihre Gehörgänge plötzlich die Worte des Schalträgers vernahmen. In der Hütte? Mit wem redet er?

Bevor die Kriegerin neugierig in die Richtung des Mannes ging, blickte sie noch einmal kurz über ihre Schulter zum kleinen Mädchen. "Juri." Ihre Lippen verkrampften beinahe bei dem Versuch, einen möglichst freundlichen Eindruck zu erwecken. Doch das sollte sie vorerst nicht weiter interessieren, Nekka würde mit Sicherheit nun wieder ihren eigenen Weg gehen, ebenso wie der Magier.
Irgendetwas schien dem Mann jedoch unter den Fingernägeln zu brennen. Was wollte dieser plötzlich von der Hütte in der Juri so unsanft geweckt wurde? Lag dort etwas im Verborgenen? Die Kriegerin wurde neugierig und ging zu ihm als sein Blick sich auf den Brunnen neben der Hütte richtete.
Gedankenlos wie sie war, redete die Kriegerin einfach drauf los, achtete aber darauf, dem Mann nicht zu Nahe zu kommen. "Und? Etwas interessantes gefunden?

Fawks
01.05.2014, 18:34
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Vorheriger Post: Ein Medicus (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page10?p=22756033&viewfull=1#post22756033)

Aril lauschte interessiert, als Glandis ihr ihr eigenes Konzept von Freiheit erklärte: »Frei ist für mich ein hohes Gut. Wichtiger als Besitz, wichtiger als das Wort ‚ni‘, als das Wort ich, wichtiger als der Sieg. So kann der Bogen jetzt dort liegen, greifbar, aber Gwess braucht für ihr frei sein jetzt jede Hilfe. Auch Du hast für mein lain mae alles riskiert, alles zurückgestellt. Auch den Grund, warum du hier vorbeigekommen bist. Deshalb habe ich gesagt, Du hast ein gutes Herz.«
Aril nickte glücklich. Sie verstand was die Elfin meinte, wäre aber nie auf solche Gedanken gekommen. Sie gehörten zwei verschiedenen Welten an, aber die Adlige sah das als etwas Gutes. Die Elfin konnte viel von ihr lernen - und sie von ihr.

Sie erzählte von einem Zusammentreffen mit einem Heiler aus Lothering und auch Aril musste lachen ob der Vorstellung, dass es in dessen Laden eher ausgesehen hatte, wie in einer Schlachterei.
»Du sagtest erst, es ist nicht mehr weit?« fragte Glandis während sie den Eimer in Richtung Gwess trug.
"Nein, es ist recht nah, bis Sonnenuntergang sind wir auf jeden Fall dort. Oder - wann geht denn die Sonne genau unter? Ich weiß das nicht so genau, wenn es bei uns im Schloss dunkel ist, entzünden wir einfach alle Kerzen und Kronleuchter..." gab Aril etwas verlegen zu.
Die Elfin stellte den Eimer ab und Gwess richtete sich halb auf, um daraus zu trinken. Die Dalish setzte sich wieder neben Aril und sah der Stute zu.
"Meine Freiheit war immer nur so weit, wie meine Eltern es erlaubt haben. Als Adlige muss man sich an bestimmte Regeln halten. Ich durfte nicht im Wald spielen, dann da könnte mir etwas geschehen. Ich muss beschützt werden, weil ich dafür verantwortlich bin,dass unsere Familie weiterhin besteht. Vielleicht muss ich einmal das Erbe meines Vaters antreten und ein Stück Land verwalten. Ich muss mich dem unterwerfen, was laut meinen Eltern das Beste für ihr Reich ist. Das Gleiche gilt für meinen Bruder, Nien. Aber dadurch, dass er ein Mann, ein Krieger ist, ist er viel selbstständiger und sicherer als ich. Bei uns werden Frauen immer beschützt - Kriegerfrauen sind nicht gewöhnlich.
Ich habe mich daheim oft wie eine Gefangene gefühlt, aber ich wusste ja auch nicht, wie schrecklich es außerhalb des Hofes wirklich ist." Sie deutete auf das Schlachtfeld. "Das ist schrecklich. Aber ich glaube, frei zu leben ist das Schlimme, das hin und wieder geschieht wert, oder nicht?"
Fragend wandte sie den Kopf in Richtung Glandis, die aufmerksam zugehört hatte.
Doch in diesem Moment fuhren die Köpfe der beiden Frauen herum, als sie lautes Wiehern und wilden Galopp vernahmen. Trovao jagte Gwess förmlich vor sich her, sie machte hier und da einen Satz über die Leichen und das Tempo war auch nicht zu hoch, aber Aril war doch etwas erschrocken. "Wenn man einmal nicht auf ihn aufpasst..." begann sie mit sich selbst zu schimpfen, musste dann aber lachen. Gwess zeigte keinerlei Anzeichen dafür, dass sie wieder zusammenbrechen würde und so schnappte sich Aril den Topf und sagte zu Glandis: "Nimm du den Eimer, ich glaube wir sollten ihnen folgen. Trovao weiß, wo das Lager ist, er wird sie sicherlich ans Wasser führen."

BlackShial
01.05.2014, 18:38
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngTiaden schüttelte leicht den Kopf. Es wäre einfach gewesen dem kleinen Bärtigen zu sagen, dass seine Gedankengänge nicht zutrafen, doch wurde diese Einfachheit verhindert. Verhindert durch die Beeren, welche die Elfe alle einzeln in ihren Mund steckte und hinterschluckte.
Es war immerhin unhöflich mit vollem Mund zu sprechen. Zumindest wurde es ihr so beigebracht.
Da es nicht viele Beeren waren, fand die Besänftige schnell ihre Worte wieder und machte sich daran dem Zwerg zu erklären, was er eigentlich hätte wissen sollen.
„Diese befinden sich in Orlais. Sie verlassen Montsimmard für gewöhnlich nicht.“
Ob es in dem Zirkel, aus dem er stammte, etwa anders war?
Magier verließen den Zirkel so gut wie nie. Weshalb ein Kastenlos-Besänftigter - der trotz des Rituals aber noch immer Zauber wirken konnte - sich außerhalb seines Heims befand war seltsam, aber anscheinend normal für die Verhältnisse die dort zu herrschen schienen.
„Es ist also unmöglich, dass diese Männer auf sie hätten treffen können.“
Zur Vorsicht hatte sie diese einfache Tatsache noch hinzugefügt, immerhin wollte sie sichergehen das Faren auch den Zusammenhang verstand.
Dann jedoch überlegte sie, ob sie nicht doch noch etwas hinzufügen sollte.
Die Person, die sie versorgt hatte?
Zwar waren auch ihre Lehrmeister damit gemeint, aber nicht minder die Templerin, mit der sie nach Ferelden gekommen war. Tatsächlich hatte diese sie weit mehr umsorgt als es jemals wer anders getan hatte.
Gemeint war sie damit also ebenfalls.
Doch da auch diese nicht auf die Männer getroffen war, hatte sich eine Erwähnung erübrigt.
„Ich war bei dem Treffen mit den Männern allein, Ser Faren. Wenn es das war, was ihr wissen wolltet.“

VRanger
01.05.2014, 19:33
vorheriger Post: • ein gutes Herz ( http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22756740&viewfull=1#post22756740)

Glandis | Schlachtfeld • Angestupst

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Nimm du den Eimer, ich glaube, wir sollten ihnen folgen. Trovao weiß, wo das Lager ist, er wird sie sicherlich ans Wasser führen,“ dass war der mit einem Lachen begleitete Kommentar von Aril. Es war etwas Eigenartiges geschehen. Pferde fühlen sich am wohlsten in einer Herde und mögen eine Rangordnung. Das war hier gut zu erkennen. So stand Glandis in Ruhe auf und tat, was ihr geheißen wurde. Dabei schaute sie auf den abgefallenen Wickel. Die lehmige Erde war staubtrocken, der Alkohol hatte sich in Luft aufgelöst. Nur ihr einst weißes Stück Stoff war an den äußeren Bereichen dunkel bis schwarz, doch innen, ganz innen war die Farbe vom hellen Rot. Sie nahm den Wickel, der ausgedient hatte, schritt im aller Bedachtsamkeit zum Wassereimer. Dort nahm sie ihr Jägermesser heraus, schnitt in die Bodenbedeckung ein Loch, zog diese nach oben, legte den Verband hinein und verschloss das kleine Loch mit dem ausgeschnittenen Grasstück. Sie sprang noch einige Male auf dem Fleck herum, kippte etwas von dem Wasser darüber und begab sich zu Aril.

»Nur deshalb, falls von den Wölfen ein Tier überlebt hat, es nicht als Spur dienen kann. Und wir können den beiden jetzt nach. Dein Trovao hat ein gutes Gespür für die Situation. Ich bin froh, dass er Gwess auf die Beine gebracht hat. Denn sonst hätten wir es tun müssen. Und vielleicht hätte es ihr nach dem Sturz an Vertrauen gefehlt. Dann wäre es schwer geworden.« Weil sie merkte, dass Aril doch ihre Schritte beschleunigte, erklärte die Dalish: »Wir können langsam gehen. Denn sie läuft ja jetzt. Wenn die Kraft nicht mehr reichen sollte, wird sie stehen bleiben und einen Beschützer an ihrer Seite haben. An Schlimmeres vermag ich an diesem Tage nicht zu denken. Es wird schon gut gehen.«

Glandis merkte, dass Aril diesen Ratschlag annahm und so blieb sie im Reden: »Du hast gesagt …« begann sie: „ Aber ich glaube, frei zu leben ist das Schlimme, das hin und wieder geschieht.“ Glandis wiederholte wortwörtlich einen der Sätze. Sie blieb stehen, setzte den Wassereimer ab und erklärte: »Ich verstehe den Widerspruch nicht. Du wolltest anerkannt sein, die Regeln haben dich gestört, du wolltest dein eigenes Leben führen, konntest es aber nicht. Jetzt kannst du es, du bist wirklich frei. Ja du bist frei. Frei von deinen Regeln, den Verpflichtungen deines Hauses, du kannst das tun, was dir dein Gewissen, dein Innerstes dir als richtig empfehlen.« Sie schaute Aril fest in die Augen, nickte und ihre rosenblonden Haare wippten dazu. Man spürte, dass sie überlegte, wie sie es sagen sollte. »Du hast mir meine Dolche auch nicht sofort geben. Deine Mutter hat Entscheidungen für dich getroffen, so wie meine Eltern, die auch keine Jägerin in ihrer Sippe haben wollten. Warum ist das so? Weil in diesem Moment die Verantwortung dafür auch getragen werden muss. Jetzt, wo du lain, mae lain bist, trägst du sie für dich allein. Du musst dich vor dir rechtfertigen, so wie ich es muss. Ich habe auch die Verantwortung für Gwess übernommen und jetzt entschieden, lasse sie losrennen. Wenn es schiefgeht, was dann? Ich werde meine Entscheidung nie anzweifeln. Denn ich habe es mir jetzt gut überlegt. Wenn es später anders kommen sollte, trage ich dafür dann eine Last. Doch ändern kann ich es nicht mehr. Es lohnt also nicht über ein Wenn und Aber nachzudenken und zu zörgern oder zu zaudern. Deshalb Aril, wenn du wirklich frei sein willst, nicht das tun müssen was Mutter will, dann must du auch deine Entscheidungen akzeptieren und eben die Verantwortung tragen. Doch das tust du ja, vielleicht bist du dir nur dessen nicht bewusst.«

Glandis war selbst überrascht, wie die Worte, gemischt mit elbischen Sprachstücken aus ihr herausgesprudelt waren. Weil sie die beiden Tiere kaum noch erkennen konnte, stupste sie Aril etwas an und sagte mit einem Lachen: »Komm Aril, ich stupse dich jetzt an. So wird es dein Rappe mit Gwess auch getan haben wird. Lasse uns hinterher gehen. Sonst verpassen wir noch etwas.«


nächster Post: Ankunft (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22762187&viewfull=1#post22762187)

Fawks
02.05.2014, 09:15
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vorheriger Post: Aufbruch (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page10?p=22757454&viewfull=1#post22757454)

Glandis hatte noch den blutigen Verband sorgfältig vergraben, um Wölfe nicht auf ihre Spur zu locken. "Gut mitgedacht!" lobte Aril, "ich hätte das nicht gewusst."
Die beiden Frauen gingen gemächlich hinter den beiden Pferden her. Glandis erzählte eine ganze Weile lang ihre Ansicht zur Freiheit und zur Selbstverantwortung und brauchte Aril damit wieder ins Staunen.
"Danke dir für deinen Zuspruch. Weißt du, das Neue ist nicht nur, dass ich eben frei entscheiden darf, sondern auch, dass ich es tun muss und noch dazu die Verantwortung dafür habe, wie du ganz richtig sagst. Daheim wurde mir alles abgenommen. Aber sich falsch zu entscheiden - das kann doch hier draußen furchtbare Konsequenzen haben, oder? Ich rede nicht davon, dass Gwess wieder stolpern könnte - dann setzen wir uns wieder zu ihr. Nein, ich meine das hier!" Aufgewühlt deutete sie mit dem Finger auf das Schlachtfeld. "Wer hat hierfür die Verantwortung? Solche Entscheidungen will ich nicht treffen müssen!"

Aber durch den Zuspruch von der Dalish beruhigte sich Aril wieder und nachdem die Elfin sie ermunter hatte: »Komm Aril, ich stupse dich jetzt an. So wird es dein Rappe mit Gwess auch getan haben wird. Lasse uns hinterher gehen. Sonst verpassen wir noch etwas.« setzten sich die beiden in einen leichten Trab, um die Pferde einzuholen. "Trovao liebt es, andere zu stupsen! Wenn er dich damit wecken sollte, stupse ihn einfach auf die Nase. Dann wird er zwar schnauben und beleidigt tun, aber er wird dich für die nächsten Minuten in Ruhe lassen," grinste die Adlige. Sie waren schon ein ganzes Stück gelaufen und langsam kam der Rand des Schlachtfeldes in Sicht. Die niedergetrampelten Grasbatzen auf der vertrockneten und mit getrocknetem Blut bespritzen Erde wandelte sich langsam zu kurzem, trockenem wie abgesäbelt wirkendem Gras um dann in richtung Flussufer in eine saftige, sattgrüne Matte überzugehen. Das schien Trovao jedenfalls so zu sehen, dann kaum war er dort angelangt senkte er den Kopf und fraß von dem Gras, weniger Augenblicke später tat Gwess es ihm nach.
Die langsam niedergehende Sonne war im Begriff hinter ihnen zu versinken und ließ die gewaltige Weide in einem leuchtenden Glanz erstrahlen. Die dünnen Weidenäste, die wirkten wie sauber geflochtene dünne Zöpfe, standen im Kontrast zu dem mächtigen Stamm und der Höhe des Baumes. Einige Zöpfe ragten in das Wasser hinein und ließen es sich kräuseln.

Aril musste lachen. "Ich weiß zwar, dass das eine Weide ist, aber sie nur, wie sie halb im Wasser steht. Halb Land- halb Flussbaum!" Sie atmete tief ein. "Hier ist es. Gefällt es dir?" Fragend drehte sie sich zu Glandis um, musste jedoch die Augen zusammenkneifen, da direkt hinter Gwess die Sonne so niedrig stand und sie blendete.

VRanger
02.05.2014, 18:27
vorheriger Post: • Angestupst (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22757698&viewfull=1#post22757698 )

Glandis | Am Flussbaum • Ankunft

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „ Hier ist es. Gefällt es dir?“ hörte Glandis. Sie hielt im Laufen inne und sah einen alten Baum, der zu einem gewissen Teil im Wasser stand. Sie sagte nur »nadhor«, setzte den Eimer ab, kreuzte ihre Arme vor ihrer Brust und verbeugte sich tief. Dann richtete sie sich auf und lies ihre Blicke wandern. Die schon tiefstehende Sonne warf ein goldenes Licht in die Weide. Die Dicke des Stammes, die Vernarbungen in der Rinde zeigten, dass die im Elbischen auch als Biegsame bezeichnete, sehr alt war. Die schmalen bis lanzettförmigen Blätter hüllten die Weidenäste ein.

Glandis setzte sich spontan hin und sagte nur mit den Händen klatschend »galwen, schön, mae galwen« Sie sagte eine Weile nichts, sah auf die Pferde, die sich einen Rastplatz gesucht hatten und doch begierig von dem hier gut wachsenden Gras fraßen. Dann sprang sie spontan auf ihr Füße, legte schließlich ihren Beutel ab und sagte zu Aril: »Das hast Du gut getroffen. Was für ein Refugium! Hätte nicht gedacht, dass man hier so etwas findet, das ‚puig‘ ist.«

Sie wollte jetzt nicht das Gespräch zur Verantwortung zum Frei sein fortsetzten. Zu viele Dinge waren jetzt zu regeln. Und sie wollte Aril den Erfolg gönnen, dass sie den Ort ausgesucht hatte. Deshalb sagte sie zu der Adligen: »Aril, Du warst ja schon mehrfach hier. Hast ja mehr gesehen. Wie hast du dir hier unser Zusammenleben vorgestellt? Willst du mich vielleicht nicht hier etwas herumführen und du zeigst mir deine Entdeckungen? Dabei könnten wir auch so ‚nebenbei‘ nach den Pferden sehen. Wir sollten schauen nach Gwess, aber es ist schon wichtig, wenn sie merkt, sie steht jetzt nicht mehr im Mittelpunkt«.

Und erwartungsvoll und gespannt, was Aril zeigen und erklären könnte, schaute sie zu ihr.


nächster Post: in luftiger Höhe (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22771910&viewfull=1#post22771910)

Moku
02.05.2014, 19:13
http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngSer Faren. Ser Faren. Ser Faren. Ser Faren.

Daran... daran konnte der Zwerg sich gewöhnen. Das klang... als wäre er adlig. Als wäre er jemand. War das der Grund weshalb andere sich Sklaven hielten? Um ihr Selbstwertgefühl zu steigern? Um wie viel ausgeprägter der Effekt wohl wäre, wenn es nicht so ein dürres Dirndl es sagte, sondern eine vollbusige, anschmiegsame, gutaussehende Frau? Faren würde in den höchsten Sphären des Seins schweben, dessen war er sich sicher.

Oh, sobald er genug Geld hatte würde er sich eine Sklavin holen, sie als Assistentin ausgeben wie andere Leute Sklaven als... offensichtlich ‚Schülerin’ (jedem seine Fantasie, dachte der Zwerg sich immer). Es wäre das beste Leben aller Zeiten.

Er musste aufpassen, dass er nicht anfing zu sabbern, oder auch nur einen Teil seiner Gedanken laut in Worte zusammen fasste. Er würde sich verraten und das würde seine Pläne zunichte machen. Das konnte er nicht zulassen, vor allem weil er jetzt sogar mehr als nur finanziellen Ansporn hatte, jawohl!

"Allein?" wiederholte er. Anscheinend war sie auf eine Art Dienstreise gewesen? Wenn ihre Herren selten das Haus verließen? Das hieß sie war noch immer eine Sklavin im Hause eines anderen? Jemand hatte Anspruch auf sie? Das konnte nicht sein!

Ruckartig stand der Zwerg auf, näherte sich der Elfin und war aufgrund ihrer sitzenden Position nun auf einer Augenebene mit ihr. Unverwandt legte er seine Hände auf ihre Wangen, schob ihren Kopf leicht zurück, sodass ihr strähniges Haar leicht zur Seite fiel und musterte das Brandmal. Zeichen ihres Herrens, definitiv. Etwas, das sie verstecken mussten, wenn er sie verkaufen wollte. Er ließ ihr Gesicht los, suchte in seinen Taschen nach irgendwelchen Fetzen, bevor er mehrer einzelne Teile eines ehemaligen Sackes fand, sie zusammen knotete und dann um ihre Stirn als eine Art Stirnschutz band.

"Das darfst du nicht abnehmen," befahl er, nickte sich selbstzufrieden zu, dass er auf diese großartige Idee gekommen haar. Ihr borstiges Haar würde vermutlich bereits einen Großteil des Zeichens verstecken, aber er musste auf Nummer sicher gehen. "Du verstehst? Zwecks sicheren Geleits."

Khardim
03.05.2014, 09:48
http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngDie Augenbrauen der Templerin zogen sich immer mehr zusammen, die Stirn legte sich in Falten und das Zähneknirschen wurde lauter. Nicht nur, dass ihr Begleiter dem Mann gegenüber ebenso viel Wortgewandtheit bewies wie zuvor bei ihr, nein ... - Jo seufzte - der bärtige, ältere Herr schien entweder mit seinem Schwert verwachsen zu sein oder hatte nicht mehr die besten Augen. Zumindest hätte dies die Tatsache erklärt, dass er noch immer nicht die Waffe weggesteckt hatte, obwohl ihr knurriger Weggefährte und sie die ihre nicht einmal gezogen hatten.
„Bei Andrastes drallem Unterrock, was stimmt mit diesem Land nicht?!“
Fast schon aufgebracht und verzweifelt warf die Schwarzhaarige ihre Hände in die Luft, schob sich an dem Schurkenoberhaupt - oder Söldner der keinen Sold verlangte - vorbei und machte einen Schritt nach vorn.
Da fiel es ihr wieder auf, etwas das sie in dem Moment vergessen hatte, als sie den Mann - in seinen mehr oder minder besten Jahren - erblickte: Es roch unangenehm.
Da dies aber bereits seit einer Weile der Fall war, war es ausgeschlossen das der rüstige Herr die Ursache war, auch wenn ihre erste Vermutung seines Aufenthalts in diesem Gebüsch darauf hinauslief.
Doch Jo ließ sich vorerst nicht von dem unangenehmen Geruch beirren und blickte auf die Waffe des Mannes, noch immer Abstand halten. Man konnte ja nie wissen.
„Nun steckt schon eurer Schwert weg, oder sehen wir für euch etwa aus wie Straßenräuber?!“
Zumindest war dies nicht bei ihr der Fall.
Kopfschüttelnd zuckte Jo mit den Schultern, hob dann jedoch eine Augenbraue.
Was ... Was war das nur für ein beißender Geruch?
„Um eure Frage zu beantworten: Das Wache Meer ist unser Ziel.“
Mit erhobenen Finger deutete die junge Frau nach Westen - nicht wissend das es dieses war - entschied sich dann jedoch sich etwas zu drehen um dann in eine andere Richtung zu zeigen, landete schlussendlich mit ihren Fingerdeut jedoch auf ihren Begleiter und Führer.
„Was macht ihr in diesem Gebüsch?“
Unverblümt und hoffend das ihre erste Vermutung nicht stimmte fragte sie den Ritter. Nachdenklich beugte Jo dabei ihren Kopf etwas herunter und hob den Arm leicht an.
Nun ... Zumindest hatte sie die Ursache des Gestanks gefunden.

http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpgEin Schmunzeln ging durch Ser Lothars Bart, als er sein Schwert (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22733689&viewfull=1#post22733689) wegsteckte. Der junge Mann hatte Recht, sie sahen weder aus wie Räuber noch hätte es für solche Sinn ergeben, die entvölkerten Hinterlande zu durchstreifen.

Er lockerte seine Haltung und lies die Hände gut sichtbar an seinen Seiten herabhängen; die beiden sollte sich sicher sein können, dass keine Gefahr von ihm ausging.
,,Ich raste hier und versorge die Wunden meines Pferdes. Ich wurde von Brut attackiert und ein fehlgehender Bolzen streifte wohl das Tier, sodass es durchging. Die Kreaturen scheinen mich nicht verfolgt zu haben, doch wäre es gewiss klug, nicht allzu lang hier zu verweilen.''

Sein Gegenüber wechselte einen schnellen Blick mit seinem Begleiter, der weiterhin still blieb und Ser Lothar nicht aus den Augen ließ. Angeborenes Misstrauen oder jahrelang geschulte Skepsis? Selbst die Kunde vom Dunkler Brut in der Nähe brachte ihn nicht aus seiner stoischen Haltung.

,,Die Reise zum wachen Meer wird Euch Wochen kosten, das Anwesen meiner Familie liegt nicht fern davon.''
Der Ritter deutete grob in Richtung Norden, als er sprach und überschlug im Kopf die Entfernung, die es bis zur Küste zurückzulegen galt. Dabei stieß ihm ein unangenehmer Geruch in die Nase, der ihn kurz stutzen ließ; die Dunkle Brut roch anders, aber kaum schlimmer. Was war das?

,,Wenn auch diese Frage gestattet ist, so sagt mir, was Euch antreibt, diesen Weg auf Euch zu nehmen.'' fragte er, an den schweigsamen Mann im Hintergrund gewandt. Es schien ihm, als wäre dieser der Führer des Zweiergespanns.

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http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngNur für einen flüchtigen Moment trafen sich die Augen der Kriegerin und des Magiers, der daraufhin tief atmend versuchte seine Kraft zu sammeln um sich wieder in eine aufrechte Position zu bringen.
Sie war mächtig, diese Barbarin mit den wilden Haaren. Mächtig auf eine andere Art und Weise wie es war oder sich zumindest einschätzte zu sein. Die Kraft die sie besaß hatte sich nicht nur in ihren Taten gezeigt, sondern ebenso in ihrer Stimme, mit der die der kleinen Wilde entgegentrat.
Die Tatsache das diese sich dem verfilzten Häufchen Schmutz annahm, wenn auch kaum weniger beschmutzt, genügte Quintus für den Moment. Schwungvoll warf er seinen Kopf zurück, die Linke gehoben und damit sein Haar wieder in ihre gewohnte Position zu bringen. Ein ungutes Gefühl machte sich in dem Mann breit, hervorgerufen durch die Tatsache das sich sein Haar unangenehm strähnig anfühlte und den Blick nach unten, der offenbarte das der Schlamm an ihm herauf gewandert war wie Efeu an den Wänden des Zirkelturms.
Verärgert, entsetzt und angewidert blickte er erneut zu den beiden Frauen, vergewisserte sich das die feige Filzlaus noch immer in der Nähe war, stellte dann jedoch fest das sie - entgegen seiner eigentlichen Erwartung - doch so etwas wie Reue zu empfinden schien. Gut.
Der Magier fixierte die Hütte, gedanklich die Möglichkeiten durchgehend ob er darin etwas finden würde, was ihm half die nächste Zeit zu überstehen.
Er hatte noch etwas zu erledigen, etwas zu klären. Vorher konnte er diesen schrecklichen Ort einfach nicht verlassen. Stolz. Dankbarkeit.
Ohne sich erneut zu den Frauen herumzudrehen, keinen Gedanken daran verlierend das er ihr Gespräch vielleicht hätte stören können, erhob er seine Stimme.
„Sagt: Wird er in dieser Hütte etwas finden? Ein Tuch? Ein Laken?“
eigentlich hätte er sich diese Frage sparen können, hätte er wohl ohnehin nachgesehen. Vielleicht hatte er es auch einfach nur getan um anzumerken, dass er noch immer da war und auch nicht vorhatte sofort zu verschwinden.
Leicht auf seinen Stab gestützt setzte er sich also in Bewegung, hoffend das der Brunnen - oder was immer es war - neben der Hütte noch nicht ausgetrocknet war.



http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Welch lieblicher Duft ihre Nasenflügel in jenem Moment erreichte, zumindest gedanklich. Denn vor ihr lag dieses kleine, vermeintlich zerbrechliche Geschöpf und sie schien sich ihrer Schuld in vollem Umfang bewusst zu sein. Sie gab Juri ihr Haarband zurück und stammelte ihre Entschuldigung in den Wind. Die Kriegerin war zufrieden, irgendwie.
Sie verschaffte ihrem Haar wieder die gewünschte Form und drehte dem kleinen Mädchen den Rücken zu. Nekka lautete also ihr Name, wenn es denn der Wahrheit entsprach. Immerhin war Juri sich nicht sicher, ob man einer Diebin überhaupt vertrauen schenken kann. Doch ein fremdartiges Gefühl nistete sich plötzlich ein. Wenn auch nur in einer stark abgeschwächten Form. Mitleid.

Kopfschüttelnd versuchte sie diesen neuartigen Impuls zu entfernen, doch auf eine bestimmte Art und Weise nagte es an ihr. Wer weiß was dieses kleine Mädchen bereits miterleben musste in ihren jungen Jahren. Wahrscheinlich war das diebische Leben ihre einzige Möglichkeit in dieser vom Schatten durchzogenen Welt zu überleben. Hör auf! Ermahnte sie ihre Gedanken und kniff die Augen zusammen. Sie wollte nicht darüber sinnieren. Nachdenken kostet Zeit, Energie und in ihren Augen war es verschwendete Zeit. Man konnte diese wertvolle Energie viel besser für andere Dinge verwenden.
Schließlich öffnete sie ihre Augen wieder, als ihre Gehörgänge plötzlich die Worte des Schalträgers vernahmen. In der Hütte? Mit wem redet er?

Bevor die Kriegerin neugierig in die Richtung des Mannes ging, blickte sie noch einmal kurz über ihre Schulter zum kleinen Mädchen. "Juri." Ihre Lippen verkrampften beinahe bei dem Versuch, einen möglichst freundlichen Eindruck zu erwecken. Doch das sollte sie vorerst nicht weiter interessieren, Nekka würde mit Sicherheit nun wieder ihren eigenen Weg gehen, ebenso wie der Magier.
Irgendetwas schien dem Mann jedoch unter den Fingernägeln zu brennen. Was wollte dieser plötzlich von der Hütte in der Juri so unsanft geweckt wurde? Lag dort etwas im Verborgenen? Die Kriegerin wurde neugierig und ging zu ihm als sein Blick sich auf den Brunnen neben der Hütte richtete.
Gedankenlos wie sie war, redete die Kriegerin einfach drauf los, achtete aber darauf, dem Mann nicht zu Nahe zu kommen. "Und? Etwas interessantes gefunden?

http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg"Juri."
Als hätte die Schwäche sie mit ihrem Mageninhalt (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22733689&viewfull=1#post22733689) zusammen verlassen, fand Nekka auf einmal die Kraft für ein Grinsen in sich; sie hatte mal jemanden namens Juri gekannt: Einen großen, glatzköpfigen Chasind mit einem mächtigen Bart, in dem laut seiner eigenen Aussage mehr Wesen lebten als im ganzen Rest der Welt.
Ob die Frau auch eine Chasind war? Aber warum würde jemand Töchtern und Söhnen die gleichen Namen geben?
Sie kam nur langsam wieder zur Ruhe, aber sofort fing ihr rastloser Verstand wieder an, die unmöglichsten Fragen aufzuwerfen.
Nekka atmete noch ein paar Mal tief durch während die Kriegerin und der Magier sich auf den Weg zu der Hütte machen, wo das ganze Schlamassel angefangen hatte. Wie lange war das jetzt her? Zwei Stunden? Drei vielleicht?
Sie sah sich auf dem Schlachtfeld um, so gut es die Dunkelheit noch zuließ: Ihr Verlangen die Leichen zu plündern war verschwunden, sie konnte ja nicht einmal sicher wissen, ob wirklich alle davon tot waren.
Wieder schauerte es sie bei dem Gedanken an den Untoten, der erst für den Magier gekämpft hatte und dann in kleinen Stücken überall gelandet war: Auf der Erde, auf den Steinen, auf Juri und auf den Kreaturen, die die drei zusammen niedergestreckt hatten.

Als sie zu der Stelle ging, an der Juri den Magier erschlagen hatte wurde ihr klar, dass sie allein niemals überlebt hätte. Zu dritt hingegen ...

Das Mädchen machte auf dem Absatz kehrt und lief hinter ihren beiden Mitstreiten hinterher. Allein war sie immer auf der Flucht, immer Beute gewesen, aber zusammen würden sie viel unbesorgter reisen können.
Der Magier war ihr zwar immer noch alles andere als geheuer, aber Juri war auch furchterregend und hatte sie trotzdem am Leben gelassen. Sie würde vorsichtig sein müssen, aber das war sie immer schon gewesen und würde es auch weiter sein.

Nekka fand die beiden über einen kleinen Brunnen gebeugt, der neben der zerstörten Hütte stand.
"Und? Etwas interessantes gefunden?''

Was mochte in dem Schacht sein? Ihre Neugier flammte auf und vertilgte alle Erinnerung daran, dass sie das letzte Mal, als sie ihre Nase ungefragt irgendwo hineingesteckt hatte, verhauen, verfolgt, angegriffen, durch Magie gefoltert und beinahe getötet worden war.
Sie ging an dem Mann vorbei, der, wie sie jetzt sah, auch eine ordentliche Mange Schlamm abbekommen hatte und, lehnte sich über den Brunnenrand und blickte in den Abgrund.

,,Haaaaaalloooooooo?''

BlackShial
03.05.2014, 16:33
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic4.pngDer prüfende Blick des Magiers lag auf der Hütte, niedergebrannt und dreckig. Davon abgesehen das diese wohl schon vorher nicht in der besten Verfassung gewesen war, bestand wohl kaum Hoffnung etwas zu finden, dass seinen Ansprüchen genügte. Doch er tat sich den Gefallen und überprüfte es dennoch.
Noch konnte er der Kriegerin nicht antworten, ebenso wenig wie er es unter diesen Bedingungen wollte.
Suchend schob er das Ende seines Stabes unter Bretter und verbrannten Balken, die klein genug warn um diese mit einem leichten Kraftakt zu heben. Es war ausgeschlossen in der Hütte etwas zu finden, außer vielleicht es war verborgen genug um nicht sofort von dem Feuer verzehrt zu werden, bevor der Regen dieses hatte löschen können.
Die Hütte stand noch, also war anzunehmen das der Regen schnell genug seine Arbeit getan hatte.
Er hoffte es. Für seine Nerven, für seine Augen und vor allem für seine Stiefel.
„Das hat er!“
Ein zufriedenes Lächeln auf seinen schmalen Lippen zeigte, dass er etwas brauchbares gefunden hatte, was er sofort unter den Trümmern hervorzog.
Man hätte meinen können so etwas wie Euphorie in seiner Stimme zu vernehmen, auch wenn er sich mehr erhofft hatte als das, was er in der Rechten hielt.
Alte Leinen, schlecht verarbeitet, verstaubt und von einer unschönen Farbe. Doch es genügte.
Das Kleidungsstück - zumindest nahm er an das es das mal war - weit vor sich haltend, bewegte er sich auf den Brunnen zu, sah erst nickend zu der Kriegerin und dann zu dem kleinen Mädchen.
Ihr Verhalten allein hatte gezeigt, dass sie trotz der unerbittlichen Zeit welche in Ferelden herrschte, noch immer ein Kind war. Ein Kind, voller Ängstlichkeit und stehend vor Dreck.
Doch sie war geblieben, ebenso wie die Frau mit dem Haar, welches zumindest im Gegensatz zu vorher eine angenehmere Form aufwies. Geheuer waren sie ihm beide dennoch nicht.
„Entweder ist es euer Wunsch erneut diese abscheulichen Kreaturen herzulocken, oder ihr erhofft ... was? Eine Antwort aus dem Brunnen?“
Quintus zog eine Augenbraue hoch, musterte das Mädchen abfällig, wand dann jedoch schnell seinen Blick wieder ab. Er war zu schwach. Er musste handeln.
Es mochte unverantwortlich zu sein weiter an diesem Ort zu verweilen, aber im Anbetracht der Tatsache das es anscheinend überall vor Brut nur so wimmelte und er nicht gehen konnte, bevor er nicht etwas erledigt hatte, waren jegliche Zweifel wie weggeblasen.
Mit der Hilfe der Spitze seines Stabes zerteilte er den Lumpen in drei fast gleichgroße Stücke und tunkte diese in den Eimer, den er vorher zu einer Überraschung neben dem Brunnen entdeckt hatte. Der Regen musste ihn gefüllt haben.
Die ausgewaschenen und feuchten Fetzen begutachtend hielt er diese vor sich, in jeder Hand einen, den Letzten für sich noch im Eimer verweilend.
„Reinigt eure Gesichter. Er bezweifelt, dass es für alles reichen wird, doch zumindest diese solltet ihr von diesem unsäglichen Schmutz befreien können.“
Vorher wollte und konnte er nicht mit ihnen sprechen.

Fawks
04.05.2014, 18:27
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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»Aril, Du warst ja schon mehrfach hier. Hast ja mehr gesehen. Wie hast du dir hier unser Zusammenleben vorgestellt? Willst du mich vielleicht nicht hier etwas herumführen und du zeigst mir deine Entdeckungen? Dabei könnten wir auch so ‚nebenbei‘ nach den Pferden sehen. Wir sollten schauen nach Gwess, aber es ist schon wichtig, wenn sie merkt, sie steht jetzt nicht mehr im Mittelpunkt.«

"Ja, eine gute Idee!" antwortete Aril und setzte den Kochtopf ab. "Hier drüben," sie deutete auf den Weidenstamm und näherte sich ihm, "steht der Apfeleimer. Und wenn du von ihm aus nach oben siehst, entdeckt du vielleicht gar nichts. Wobei, du als Dalish hast sicher gut Augen," grinste Aril.

Sie zeigte Glandis die Einkerbung, die sie für ihren linken Fuß verwendet hatte, setzte ihn hinein, stemmte sich nach oben indem sie sich an der oberen Stammgrenze festhielt und zog sich geschickt hinauf. "Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, geht es ganz leicht, denke ich." Aril streckte die Hand nach unten, ließ sie von Glandis umfassen und zog sie vorsichtig nach oben, denn sie wollte nicht, dass die Elfin sich noch mehr verletzte, und ein Sturz wäre sicherlich nicht gut für sie.
Auf dem kleinen Holzplateau, das von den Stammästen eingekreist und gehalten wurde, lagen die beiden Decken, das Astloch befand sich in Griffweite am Hauptstamm nur eine Armlänge darüber. "Hier habe ich alles hingeräumt. Ich weiß zwar nicht, wer hier noch in der Gegend sein sollte, aber sicher ist sicher."
Sie setzte sich auf die Felldecke und bot Glandis den Platz neben sich an. "Komm, setz dich. Also, wie habe ich mir das vorgestellt: Ich würde sagen, wir schlafen hier oben. Dann brauchen wir keine Wache. Die Pferde werden uns nicht weglaufen, da bin ich mir recht sicher. Den Apfeleimer sollten wir allerdings in Sicherheit bringen, sonst ist er morgen leer. À propos Essen: Feuer würde ich nur unten an der Uferböschung machen, nicht dass die Weide etwas abbekommt. Und was Essen selbst angeht," sie zog das Brot aus dem Leinenbeutel, den sie im Zelt gefunden hatte, "hier habe ich noch Brot, das recht frisch aussieht und riecht. Hast du noch etwas gefunden? Ansonsten hast du doch Fallen am anderen Lager aufgestellt, oder? Meinst du, da ist etwas drin?"

BlackShial
04.05.2014, 18:35
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.pngTiaden tastete sachte über den rauen Stoff, der ihre Stirn und damit das Zeichen des Besänftigung verdeckte.
Sie verstand nicht.
Doch bevor sie sein Handeln in Frage stellen wollte, um den genauen Sinn dahinter in Erfahrung zu bringen, entschied sie sich auf seine vorherige Frage zu antworten. Jene Frage, deren Antwort er mit seinem Aufspringen so unhöflich unterbrochen hatte.
Darauf wollte sie ihn jedoch nicht ansprechen, schien es doch unsinnig zu sein ihn auf sein Fehlverhalten hinzuweisen.
„Allein. Nur ich. Ohne Begleitung. Ich war die Einzige, die diese Straße entlang gewandert war. Bis zu dem Zeitpinkt, als die Männer auftauchten.“
Erneut wanderten die schmalen Finger der Elfe über das provisorische Stirnband, wissend das sie sich nun einer Frage dazu widmen konnte. Ihre vollen, trockenen Lippen formten ihre Bedenken mit heller Stimme.
„Flachsfaser bieten keinen Schutz. Nicht vor Waffen. Wäre es aus Leder oder mit Metall versehen, so würde es zumindest etwas Sinn machen. Ich verstehe euch, Ser Faren. Doch sehe ich keinen Grund, weshalb es aus Leinen sein sollte.“
Außer vielleicht ...
Tiaden überlegt und hielt für einen Moment inne. Den Stoff nahm sie, wie ihr gesagt wurde, nicht ab.
Ihr leerer Blick lag auf der Borke, welche noch immer auf ihrem Schoß lag. Sie schwieg für einen Moment, hob dann jedoch den Kopf und sah zu den kleinen, bärtigen Mann.
„Fürchtet man uns?“
Man hatte sich ihr gegenüber immer anders verhalten, nachdem sie das Ritual über sich ergehen lassen hatte. Abweisend, verängstigt ... soweit eine Besänftigte dies überhaupt beurteilen konnte.
Sobald sie das Brandmal der Besänftigten erkannten, verhielten sich die Leute anders.

VRanger
04.05.2014, 19:53
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Glandis | Am Flussbaum • in luftiger Höhe

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis spürte es sofort. Sie hatte es vergessen nach all den Dingen am Tag. Das Hochziehen war von Aril gut gemeint, doch trotz der Vorsicht beim Hochziehen, spürte sie etwas Warmes am Rücken. Sie wollte sich jetzt nichts anmerken lassen, wo doch Aril auf ihrer Bitte nach das neue Lager vorstellte. „Hier habe ich alles hin geräumt. Ich weiß zwar nicht, wer hier noch in der Gegend sein sollte, aber sicher ist sicher.“ Erklärte die Adlige und zeigte in der Baumkrone, wo sie sich jetzt befanden, auf ein kleines Holzplateau und auch ein praktisches Astloch war zu erspähen.

Glandis sah am Boden Felldecken und dachte darüber nach, wo die wohl hergekommen waren. Dann sagte Aril: „ Komm, setz dich. Also, wie habe ich mir das vorgestellt: Ich würde sagen, wir schlafen hier oben. Dann brauchen wir keine Wache. Die Pferde werden uns nicht weglaufen, da bin ich mir recht sicher.“ Die Dalish nickte und antwortete nicht. Zum einen empfand sie es als unhöflich jetzt ins Wort zufallen und zum anderen störte sie das warme, feuchte etwas, was langsam an der Wirbelsäule nach unten kroch. Dann vernahm Glandis: „Den Apfeleimer sollten wir allerdings in Sicherheit bringen, sonst ist er morgen leer. À propos Essen: Feuer würde ich nur unten an der Uferböschung machen, nicht dass die Weide etwas abbekommt.“ Wiederum nickte sie anerkennend und versuchte sich so locker zu geben, wie es eben nur möglich war. Dabei lächelte sie, schaute aber auch, wie die Aussicht zu bewerten war.

Weiterhin redete Aril von Äpfeln, die sie gefunden hatte. Fast einen ganzen Eimer merkte sich die Dalish. Und er solle noch von den Pferden weg. »Gute Idee,« dachte sich Glandis. Doch sie wartete noch mit der Antwort. Sicher würde sie gefragt werden, was sie dazu meine, und dann würde sie antworten. Dann zeigte Aril hier noch ein halbwegs gut erhaltenes Brot und fragte sie: „Hast du noch etwas gefunden?“

»Nein, leider,« erklärte Glandis mit einer bedauernden Handbewegung. »Doch ich habe in meinem wiedergefundenen Beutel noch etwas getrocknete Fleischstreifen und ein wenig Mehl. Daraus könnte man schon einen Brei zubereiten.« Die Dalish überlegte kurz und sagte dann: »Bevor wir über die Vogelfallen reden Aril, noch etwas anderes. Es ist seit langem und mit Abstand der beste Ratsplatz, den ich in den vielen Monaten auf der Suche gesehen habe. Ich bin immer noch innerlich zerrissen, weil ich ihn nicht gesehen hatte, als ich hier im Flüchtlingslager angekommen bin. Dann wären meine Sachen hier gewesen. Der Ort ist nadhor. Sicher können wir hier schlafen, und dass die Pferde Obacht geben, ist eine verständliche Sache. Da hast Du recht.«

Die Dalish schaute aus dem neuen Quartier nach dem Sonnenstand. Dazu richtete sie sich auf und drehte sich dazu zu der Sonne hin. Dabei sprach sie: » Du hattest gefragt: „Ansonsten hast du doch Fallen am anderen Lager aufgestellt, oder? Meinst du, da ist etwas drin?“ Ja, wenn ich mir den Sonnenstand ansehe, könnten wir noch schnell nach Gwess sehen. Wenn es bei ihr geht, sollten wir zu Fuß hin. Denn …« dabei schluckte die Dalish und drehte sich um, sah Aril ins Gesicht und fuhr fort: »Du weist, wie eine Vogelfalle funktioniert?«


nächster Post: eine delikate Antwort (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22781475&viewfull=1#post22781475)

Fawks
05.05.2014, 21:19
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


Vorheriger Post: Kletterexkurs (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page10?p=22771553&viewfull=1#post22771553)

Auf Arils Frage, ob Glandis noch etwas Essbares gefunden hatte, hatte sie verneint, aber gesagt: »Doch ich habe in meinem wiedergefundenen Beutel noch etwas getrocknete Fleischstreifen und ein wenig Mehl. Daraus könnte man schon einen Brei zubereiten. Bevor wir über die Vogelfallen reden Aril, noch etwas anderes. Es ist seit langem und mit Abstand der beste Ratsplatz, den ich in den vielen Monaten auf der Suche gesehen habe. Ich bin immer noch innerlich zerrissen, weil ich ihn nicht gesehen hatte, als ich hier im Flüchtlingslager angekommen bin. Dann wären meine Sachen hier gewesen. Der Ort ist nadhor. Sicher können wir hier schlafen, und dass die Pferde Obacht geben, ist eine verständliche Sache. Da hast Du recht.«

Aril sah sie mit großen Augen an und strich ihr sangt über den Rücken. "Das musst du doch nicht! du bist hier doch gar nicht vorbeigekommen - wie hättest du da..." sie unterbrach sich, weil sie das Warme an ihrer Hand bemerkte und stieß einen kleinen Schrei aus: "Beim Erbauer, Glandis, du blutest!" Ehe sich die Elfin es versah, hatte Aril das Hemd hochgezogen und ihr sauberes Leinentuch hervorgeholt. Vorsichtig tupfte sie die wiedergeöffnete Schrüfwunde ab. "Oh nein, das tut mir so Leid! Das war meine Schuld, ich habe diesen Baum ausgesucht...," stöhnte Aril verzweifelt. "Himmel, ich wollte das ni... tut es weh?"

Aril beschloss, dass sie die Wunde noch einmal waschen sollte und machte sich daran, den Baum herabzuklettern. "Bleib da oben!" schärfte sie Glandis ein. Sie tunkte den Lappen in den Bach, und kletterte, das Leinen zwischen den Zähnen haltend, wieder hinauf.
Während sie die Wunde reinigte, sagte Glandis: »Ja, wenn ich mir den Sonnenstand ansehe, könnten wir noch schnell nach Gwess sehen. Wenn es bei ihr geht, sollten wir zu Fuß hin. Denn … Du weisst, wie eine Vogelfalle funktioniert?«
"Hm," machte Aril, "nicht genau. Sie fängt die Vögel - oder nicht? Worauf willst du hinaus?" fragte die Frau, jetzt etwas misstrauisch.

VRanger
06.05.2014, 19:44
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Glandis | Am Flussbaum • eine delikate Antwort

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis war es auf der einen Seite nicht recht, wie sie angefasst und etwas herumkommandiert wurde. Denn was nach dem Aufschrei von Aril: „ Beim Erbauer, Glandis, du blutest!“ folgte, hatte es schon in sich. Rüstung zur Seite geschoben, Hemd hoch, … » aber Hallo …« dachte Glandis, Wasser holen, noch ne Anweisung davor … aber als dann die Kühlung durch das Bachwasser eintrat, war der Dalish wohler zu Mute. Sie hatte es nicht gemerkt, dass die Wärme, die ihr den Rücken langekrochen war, auch nach außen gedrungen war. Sie seufzte etwas. Doch es blieb keine Zeit über das Wenn und Aber nachzudenken.

Aril fragte besorgt: „… tut es weh?“ »Nein,« antwortete Glandis. Sie wollte erst mehr sagen unterließ es dann aber. Denn Aril fragte nach den Vogelfallen: „… nicht genau. Sie fängt die Vögel - oder nicht? Worauf willst du hinaus?“ Glandis überlegte kurz, stellte das linke vor das rechte Bein, griff sich mit Daumen und Zeigefinger mehrfach über das Kinn, nickte dazu. Dieser kurze Moment hatte gereicht, um zu entscheiden, was und wie Aril sie es sagen würde.

»Aril, Vögel singen wunderbar und sind ebenso frei wie wir. Doch sie fressen den Wurm und manche Larve oder andere Insekten. Für mich war am heutigen Morgen nicht klar, was wir essen werden. Und um kämpfen zu können, einen Bogen andauernd zu spannen, braucht man Kraft. Klar,« sagte sie und schaute, wie die Aldige reagieren könnte. Doch Glandis konnte nichts an Widerspruch erkennen und so fuhr sie fort: »… klar, kleine Singvögel sind kein Kriegeressen, aber mehr an Utensilien für einen Fallenbau hatte ich nicht dabei. Deshalb bin ich froh, dass in dem Karren eine Drahtrolle zu finden war. Damit kann man ganz andere Tiere jagen. Doch zurück zu einer Vogelfalle …«

Bei ihrem Vortrag schien sie vergessen zu haben, warum sie eigentlich die Frage gestellt hatte. Sie schilderte mit einer gewissen Begeisterung die Dinge. Ihre Augen strahlten und es war sicher, dass sie nicht jedermann so einweisen würde. »Nun,« erzählte sie weiter, »ich wollte es dir nicht so im Detail ausbreiten. Wenn Erfolg, hätte ich nachgesehen, allein und dann die Beute topffertig mitgebracht. Doch wer konnte wissen, wie der Tag verläuft. Nein, wir müssen hin. Nicht wegen der Fallen, sondern wegen der Vögel.« Dann schluckte sie so, wie sie es getan hatte, als sie Aril nach dem Wissen zu Vogelfallen fragte. Doch sie sprach mit fester Stimme weiter: »Man nimmt eine gute Rute, wie die von dem alten Baum am Bach und versetzt die mit einem Zwirn unter Spannung. Der Zwirn wird verkordelt mit einem kleinen Stöckchen. An diese habe ich einige rote Beeren gelegt. Die Vögel setzen sich meist auf das Stöckchen um die Beeren zu fressen. Das löst die Spannung der Kordel und diese nimmt die Beine mit. Die Vögel bleiben am Leben, aber können mit den gebrochenen Beinen nicht mehr fliegen.« Glandis schaute erneut zu Aril, wollte ihr aber nicht lange in die Augen sehen. Sie fügte noch an: »Verstehst Du jetzt, dass wir noch hinsollten?«


nächster Post: ein Irrtum (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22786648&viewfull=1#post22786648)

Fawks
07.05.2014, 15:23
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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Aril bemerkte Glandis' Unbehagen beim Hochschieben des Hemdes und Verarzten der Wunde gar nicht. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt, sich Vorwüfe zu machen, wie leichtsinnig sie war.

Auf die seltsame Frage mit den Vogelfallen hin hatte Aril erst mal nichts mehr gesagt. Glandis erklärte ihr, warum sie nur eine Vogelfalle hatte erstellen können und nicht eine größere, für größere Tiere als ein Federvieh.

»Man nimmt eine gute Rute, wie die von dem alten Baum am Bach und versetzt die mit einem Zwirn unter Spannung. Der Zwirn wird verkordelt mit einem kleinen Stöckchen. An diese habe ich einige rote Beeren gelegt. Die Vögel setzen sich meist auf das Stöckchen um die Beeren zu fressen. Das löst die Spannung der Kordel und diese nimmt die Beine mit. Die Vögel bleiben am Leben, aber können mit den gebrochenen Beinen nicht mehr fliegen. Verstehst Du jetzt, dass wir noch hinsollten?«

"Moment," setzte Aril an und grübelte noch einen Augenblick. "Soll das heißen..." murmelte sie im langsamen Begreifen, "dass die Vögel leben? Dass wir dort hin müssen um sie zu töten? Oder um sie zuerst zu töten, bevor es ein wildes Tier tut? Und dann ausnehmen und so weiter...?"

Sie schwieg für einige Sekunden. Eine etwas eigenartige Stille kehrte ein. "Ich werde dir nicht vormachen, dass ich das ohne Probleme ansehen kann. Verstehst du, ich habe mein Leben lang mein Essen gebraten, gebacken oder sonst wie zubereitet serviert bekommen - ja, das waren auch Vögel oder Hühner oder Schweine oder Rinder, aber ich habe weder gelernt das zuzubereiten, noch durfte ich in die Küche um zuzusehen, wie den Tieren das... Fell abgezogen wird oder so. Und ich bin froh darum, dass ich das nicht sehen musste!" setzte sie etwas überheblich hinzu.

Doch sie besann sich und holte tief Luft. "Also, die Lage ist doch die: Wenn wir uns nicht mit dem Essen abfinden, das wir uns hier beschaffen können, bleibt uns nur die Möglichkeit zu mir nach Hause zurückzukehren. Da ich das aber ohne meinen Bruder nicht tun kann, fällt das weg. Du bist doch in der Natur aufgewachsen. Kannst du das, mit den Vogelfallen? Die Tiere.... essbar zu machen? Denn wenn ja, sollten wir keine Zeit verlieren...," schloss Aril etwas missmutig.

VRanger
07.05.2014, 18:08
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Glandis | Am Flussbaum • Ein Irrtum

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Moment, soll das heißen, dass die Vögel leben? Dass wir dort hin müssen, um sie zu töten? Oder um sie zuerst zu töten, bevor es ein wildes Tier tut? Und dann ausnehmen und so weiter ...?“ vernahm Glandis und bemerkte auch den Wechsel eines Grübelns zum Begreifen. Und weil sie bereits jetzt ein aufstoßendes Lachen unterdrücken musste, schwieg sie. Aber die Saat war bereitet und sie spürte ein Grummeln im Bauch. Noch konnte sie schweigen und versuchte ernsthaft zu blicken. Dann folge ein kurzer Vortrag von Aril zu ihrer Lebensweise, den Glandis für sich mit einem Wort zusammenfassen konnte: »verwöhnt«. Doch es half nichts, das Lachbedürfnis wurde dadurch nur vergrößert. Immer noch schaute die Dalish mit festem Gesichtsausdruck dem Vortrag zu. Doch als dieser Satz bei ihr ankam: „Kannst du das, mit den Vogelfallen? Die Tiere ... essbar zu machen? Denn wenn ja, sollten wir keine Zeit verlieren ...“ brustete sie los. Es half nichts, dass sie sich eine Faust vor den Mund hielt, es musste einfach hinaus. »Ha, ha, köstlich Aril, haha, einfach wunderbar …« lachte Glandis und sie konnte erst aufhören, als ihr die Freudentränen im Gesicht standen. Dann riss sie sich so gut es ging zusammen, drückte spontan Aril an sich und sagte anschließend: »Oh nimm es mir nicht übel, aber du bist echt süß. Ich habe gedacht, wenn ich dir erzählen muss, von der doch möglicherweise grausamen Art dieser Fallen, könntest du mit Entsetzen reagieren und mich nach dem Ansinnen der Dalish fragen. Wie kannst Du so etwas tun oder so in der Art.« Sie musste sich immer noch zusammenreißen, nicht wieder aufzulachen und sprach mit einer glucksenden, freudigen Stimme weiter: »Du aber, erzählst mir etwas von den Dingen deines Hofes und fragst mich, ob ich Tiere essbar machen kann. Damit habe ich nicht gerechnet und so ist eben die Natur, wenn ich lachen muss, lache ich.« Fügte Glandis schmunzeln an und ihr wippendes rosenblondes Haar, aber auch der Glanz in ihren graublauen Augen passten zu dem, was sie erzählte.

Aber sie hatte sich im Griff und es war bei den nächsten Worten bereits zu spüren, dass es keine weiteren Lacher mehr geben würde. »Ich will dahin, die Fallen können leer sein, nicht wegen dem Essen. Ich will dahin, weil ich eine Verantwortung habe. Es kann ein fileg, ein oder mehrere kleine Vögel auf den Kniff hereingefallen sein. Ich kann sie da nicht liegen lassen. Darum geht es. Es ist auch beim Kampf so. Ich kann aus meiner Überzeugung einen Gegner nicht leiden lassen, sondern ich suche auch dort den Weg für ein schnelles Ende. Das ist tass, meine Aufgabe, schon immer und all die Zeit. Deshalb muss ich hin und ich will dort hin.« Dabei schaute sie Aril mit einem fragenden Blick, den sie aber nicht mit Worten untermalen wollte an. Der Blick konnte nur heißen, kommst Du mit?


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Moku
08.05.2014, 19:56
Vitus | Irgendwo im Nirgendwo | Hilfsbereit

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus musterte lediglich schweigend den Fremden, der letztendlich auf die Aussage seines Begleiters das Schwert weggesteckt hatte. Zwar hatte er sich in keinem einzigen Moment ernsthaft bedroht gefühlt, dennoch war es deutlich angenehmer nicht mit etwas Scharfen konfrontiert zu werden.

Auf die Frage des Mannes zuckte er lediglich mit den Schultern. "Wegweiser," antwortete er einsilbig, deutete dann auf den Jüngeren neben sich. "Er hat den Orientierungssinn eines blinden Brontos. Und riecht auch wie einer," ergänzte er nach einem kurzen Moment, damit die anderen beiden es unterließen irritierend ihre Nase zu kräuseln und zu rümpfen. Es machte ihn nervös, in Anbetracht der Tatsache, dass man die Brut entweder erst hörte oder roch, bevor man sie sah.

Gerochen hat er dagegen deutlich Schlimmeres. Die Zellen der Häftlinge stanken vor Kot und Urin und Schweiß und Angst, eine nahezu betäubende Mischung. Von den Rekruten, die selten viel von Wasser hielten - und auch eher selten den Luxus von warmen Wasser genießen durften - einmal abgesehen, waren die Zellen so ziemlich das Schlimmste, was er miterleben durfte.

Sein Begleiter kam da nicht einmal ansatzweise heran. Und Vitus war sich sicher, dass er genauso wenig nach Lavendel oder anderen Ölen roch, die er als Wasserzusatz gewöhnlich hatte nutzen müssen.

Auf Befehl der obersten Klerikerin.

Ein gesunder Geist in einem sauberen Körper. Waren zumindest ihre Worte.

Und jetzt waren sie schließlich schon seit Tagen unterwegs gewesen, ohne auch nur einmal Rast an einem Ort zu machen, der so etwas wie eine Wanne anbot. Von daher...

"Wir sollten nicht lange hier verharren," wechselte er das Thema bevor der Templer empört aufschreien konnte. Außerdem wusste er nicht, was er mit der Aussage des Fremden hatte anfangen sollen. Wollte er ihnen anbieten sie zu führen? "Brut treibt sich hier herum. Euer Pferd," begann er, richtete sich dann an den Mann, "wird es euch aufhalten? Soll ich ihm den Gnadenstoß geben? Oder wird es heilen?"

Denn wenn Vitus etwas gelernt hatte, dann dass Reiter eine Verbindung zu ihrem Tier aufbauten und meistens er ungewillt waren es ihrem Schicksal zu überlassen.

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Faren | Clever

http://upload.worldofplayers.de/files9/kOhI9ET9IVJdhEfaren.pngFür einen Moment machte Farens Herz einen kleinen Sprung bei den Worten der Elfin und etwas wie ... Zuneigung baute sich in ihm auf. Er kannte dieses Gefühl. Es erinnerte ihn an die Nug, die er in den tiefen Wegen gefunden hatte. Die zärtlich und sanft und zutraulich ihre Nase an ihn gepresst hatte, bevor er ihre die Kehle aufschlitzte.

Sie war das erste fleischhaltige Mahl in einer langen Zeit gewesen und er hatte es in vollen Zügen genossen. Natürlich war die Elfin kein schmackhaftes Mahl in seinen Augen - dürrer Strich, kein bisschen Fett und vermutlich noch weniger Fleisch - allerdings versprach sie viele, viele, viele Mahlzeiten, nachdem er sie verkauft hatte.

Faren war sich sicher, so musste es sich anfühlen ein Haustier zu besitzen.

In einer hoffentlich beruhigenden Geste patschte er der Elfin auf den Kopf. "Man fürchtet uns weit und breit," bestätigte er ihre Worte, nicht ohne Stolz, denn er war nicht nur eine Lüge, sondern tatsächlich begründeter Zweifel, dass eine entlaufende Sklavin sicherlich einige beunruhigen könnte. Außerdem würde die Elfin hoffentlich so andere Kontakte meiden. Es wäre nicht unbedingt zu seinem Vorteil, wenn sie herausfände, dass alles nur eine Charade war. Auch wenn man ihr das direkt auf die Nase binden musste, damit sie es kapierte.

Gebildet, aber nicht sonderlich clever.

Faren konnte damit leben, solange es nicht irgendwelche gutmeinenden, etwas schlaueren Leute gab, die der Meinung waren, sie müssten sich einmischen und ihm den Plan vermasseln aus widerwärtigen Gründen wie Barmherzigkeit. Nicht, dass er tatsächlich glaubte, dass es sowas großartig gab.

"Und deshalb bleibt der Stoff dran. Versteckt deine Markierung.“

BlackShial
09.05.2014, 17:34
http://upload.worldofplayers.de/files9/TiadenPic2.png„Einverstanden.“
Tiaden reichte diese Antwort um jegliche weitere Bedenken zu unterdrücken.
Doch gab es aufgrund der Bestätigung ihrer Frage eine Sache, die sie tun musste. Faren, der kleine Bärtige, hatte ihr geholfen das Mal zu verstecken, damit sie niemanden mehr mit ihrem Äußeren beunruhigen konnte.
Die Besänftige musste ihm den Gefallen erwidern. So gehörte es sich.
Also erhob sie sich von dem Baumstamm, legte die Borke darauf ab und schob sich an dem kleinen Mann vorbei. Sie sagte nichts, zeigte aber durch ihre ruhige Bewegung, dass sie sich nicht weit entfernen wollte.
Vielleicht hatte er es selbst nicht bemerkt. Es einfach nur vergessen, weil es etwas Alltägliches war.
Also half die Besänftigte ihm.
„Nur einen Moment Ser Faren.“
Es war nicht einfach etwas Passendes zu finden, war es doch fast unmöglich seinem Einfall zu folgen. Was der Elfe also blieb, war entweder die Nutzung der Materialien, welche die Natur bot, oder ihr Mantel, wofür sie einen Teil von diesem hätte abreißen müssen.
Sie entschied sich für Ersteres.
Der Boden, direkt neben dem Ufer des Bachs bot genau das, nach dem Tiaden gesucht hatte. Sie beugte sich herab, streckte ihre Linke aus und fuhr mit den schmalen Fingern durch den warmen Schlamm, von der Sonne noch immer aufgewärmt, aber nicht getrocknet.
Außergewöhnlich schnell für die Verhältnisse der Besänftigen - für Andere dann aber doch eher gemächlich - drehte sie sich herum und ging zurück zu ihrem zwergischen Begleiter.
Sie fragte nicht. Sie überlegte nicht. Sie handelte.
In dem Moment, in dem sie sich zu dem Braunhaarigen herabbeugte, hob sie ihre Linke, in der sie eine ordentliche Menge Schlamm trug und schaffte es gerade noch einen Ratschlag von sich zu geben, bevor sie die angewärmte Masse dafür nutzte, für die sie angedacht war.
„Schließt eure Augen.“
Noch während des Sprechens verteilte die Blondine die Pampe auf dem Zeichen, welches der Zwerg auf seiner rechten Wange trug, so dass ihm kaum die Zeit blieb schnell zu reagieren. Da es das erste Mal war, dass Tiaden solch ein Mal der Besänftigung sah, konnte sie nicht wissen was davon alles als dieses zählte. Rigoros schmierte sie den Schlamm fast über die komplette Gesichtshälfte des Bärtigen.


http://upload.worldofplayers.de/files9/TrennlinieRPG.png

http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngNeben der Verarbeitung des Stiches - der ihr durch die Aussage des alten Ritters verpasst wurde, dass sie Wochen brauchen würde um ihr Ziel zu erreichen – wollte Jo den Pseudosöldner eigentlich ermahnen nicht alles preiszugeben. Sie war Niemand, der irgendetwas verheimlichen wollte, doch gab es Situationen in denen man nicht jedem auf die große Nase binden musste, was ihr Begehr war.
Sie hatte genug Regeln gebrochen. Etwas, mit dem die Templerin allein hatte klar kommen müssen.
Andere dort mit hinein zu ziehen, sei es einfach nur wegen einer Antwort auf eine gut gemeinte Frage, war keine Option. Immerhin reichte es, dass der unehrenhafte Krieger es teilweise wusste.
Vor ihm musste sich Jo aber auch nicht in Acht nehmen. Er war gewiss nur auf Geld aus. Bei dem Ritter jedoch, war das eine gänzlich andere Sache.
Doch wieso hatte sich die Schwarzhaarige überhaupt Gedanken darüber gemacht?
Eigentlich hätte sie ja ahnen können, dass die Antwort nicht besonders aussagekräftig ausfiel. Gut. Mehr oder minder gut.
Also drehte sich die Templerin empört zu ihrem Begleiter herum, zog die Lippen dabei weit nach oben, ihre Mundwinkel jedoch in die gegensätzliche Richtung, so dass es keine Worte brauchte um zu verdeutlichen, was sie von seiner Aussage hielt.
Von jeglichen Aussagen.
Da er noch immer direkt hinter ihr gestanden hatte, war es für die Frau kein Problem ihm einen erneuten Stoß der Ermahnung zu verpassen, diesmal jedoch mit etwas mehr Schwung als bei dem Stups zuvor.
„Gütiger Erbauer, versucht wenigstens so etwas wie Mitgefühl zu heucheln, wenn ihr es schon nicht besitzt!“
Jo hatte keinen blassen Schimmer, was die Verwundung für das Reittier des Ritters bedeutete, doch hätte sie nicht einmal im schlimmsten Fall so etwas vorgeschlagen.
Neben ihrem Versuch, sich für ihren Begleiter mit einem Nicken zu entschuldigen, versuchte die Templerin sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, was sie vorher noch hatte kommentieren wollen.
Doch irgendwie war es wie weggeblasen.
Oder es war einfach zu unwichtig gewesen.
Auf die Idee, dass es sich dabei um die einfache Tatsache handelte, dass man sie abermals fälschlicherweise für einen Kerl hielt, wäre Jo sowieso nicht mehr gekommen. Immerhin war sie es bereits seit Jahren gewohnt, fiel es ihr doch in den meisten Fällen ja noch nicht einmal auf.
Gestört hatte es die Frau ohnehin nie.

Fawks
09.05.2014, 18:39
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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Aril war erst verwundert als Glandis in helles Lachen ausbrach und wurde nach und nach verärgert, aber als die Elfin das merkte, umarmte sie sie kurz und erklärte ihr: »Oh nimm es mir nicht übel, aber du bist echt süß. Ich habe gedacht, wenn ich dir erzählen muss, von der doch möglicherweise grausamen Art dieser Fallen, könntest du mit Entsetzen reagieren und mich nach dem Ansinnen der Dalish fragen. Wie kannst Du so etwas tun oder so in der Art.«
Aril überlegte einen kurzen Moment, doch bevor sie etwas sagen konnte, hatte Glandis schon wieder angesetzt: »Ich will dahin, die Fallen können leer sein, nicht wegen dem Essen. Ich will dahin, weil ich eine Verantwortung habe. Es kann ein fileg, ein oder mehrere kleine Vögel auf den Kniff hereingefallen sein. Ich kann sie da nicht liegen lassen. Darum geht es. Es ist auch beim Kampf so. Ich kann aus meiner Überzeugung einen Gegner nicht leiden lassen, sondern ich suche auch dort den Weg für ein schnelles Ende. Das ist tass, meine Aufgabe, schon immer und all die Zeit. Deshalb muss ich hin und ich will dort hin.«

"Verstehe," nickte Aril knapp. "Und natürlich begleite ich dich. Will ja sehen, ob das mit unserem Abendessen noch etwas wird oder nicht."
Aril deutete auf die beiden Pferde, die noch immer am Bachufer standen und hin und wieder, anscheinend genießerisch, tranken. "Wir sollten vorher noch einmal nach den Pferden sehen. Und diesmal helfe ich dir beim Herunterklettern. Ich will nicht, dass du dir noch einmal meinetwegen weh tust," die Schärfe in der Stimme der Adligen ließ keinen Widerspruch zu. "Ich klettere herunter und stelle mich an den Stamm, die Arme nach oben gestreckt. Dann kannst du ganz leicht auf meine Hände steigen und die oben festhalten. Wenn ich dann die Arme senke, kannst du dich am Stamm abstützen. Und immer das Kreuz durchdrücken, damit deine Wunde nicht belastet wird, ja?" Damit klettere Aril flink hinab und streckte, wie sie beschrieben hatte, die Arme nach oben. "Also gut, los gehts!"

VRanger
09.05.2014, 19:08
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Glandis | Am Flussbaum • Vorsorge

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis merkte an der Reaktion, dass es möglicherweise zu viel des Guten war. Deshalb beschloss sie ihre Fragen an Aril, die sich eigentlich angeboten hatte: »Wann sie als Kind ihr erstes totes Tier gesehen hatte? Und was man ihr darauf gesagt hatte?« auf später zu verschieben.

Die Herumkommandiererei war ihr jetzt nicht so wichtig. Denn sie hatte das Quartier nicht ausgesucht und so sollte man sich auch fügen. Das hatte ihre Mutter ihr auch immer geraten, wenn sie nach einem Zug des Clans überhaupt nicht einverstanden war, wo sie schlafen sollte. Es kam darauf an, ob sie allein gehen musste oder in Begleitung. „Und natürlich begleite ich dich,“ diese Erklärung von Aril reichte der Dalish aus. Die angebotene Hilfe nahm sie gern an. Denn auch ihre Wunde am Kopf bzw. die Erschütterung des Schlages, der ihren Helm vom Kopf gerissen hatte, war ab und zu gut wahrnehmbar. Ein Abstieg von einem Baum bedurfte eines guten Gleichgewichts. Aber das war Glandis doch abhandengekommen. So grummelte sie etwas vor sich hin, als sie sich erinnerte, dass das bei einer Bognerin ein schlechtes Zeichen war.

„Also gut, los geht’s!“ kam von Aril in einer sehr klaren Ansage. Glandis tat wie geheißen und stand schließlich ohne neue Blessuren am Fuße der alten Weide.

Nach einem »danke Aril« schaute sie nach den beiden Pferden und überlegte, was noch zu tun sei. So dann sprach sie: »Wie wollen wir die Pferde hier lassen? Sie kümmern sich selbst oder wir binden sie an? Denn Gwess hat ja zumindest ein Zaumzeug dabei. Sicher wir sollten mal noch ihnen sehen, bevor wir gehen.« Dabei blickte sie in Richtung der doch tief stehenden Sonne und sagte weiter: »Doch wir müssen uns sputen, wenn wir halbwegs bei einigermaßen Tageslicht wieder hier sein wollen.« Und eher so nebenbei, als wenn es das Verständlichste auf der Welt wäre, fügte sie noch an: »Ich nehme meine Waffen mit, man kann ja nie wissen.«


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Neclord
10.05.2014, 13:02
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpg"Juri."
Als hätte die Schwäche sie mit ihrem Mageninhalt (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22733689&viewfull=1#post22733689) zusammen verlassen, fand Nekka auf einmal die Kraft für ein Grinsen in sich; sie hatte mal jemanden namens Juri gekannt: Einen großen, glatzköpfigen Chasind mit einem mächtigen Bart, in dem laut seiner eigenen Aussage mehr Wesen lebten als im ganzen Rest der Welt.
Ob die Frau auch eine Chasind war? Aber warum würde jemand Töchtern und Söhnen die gleichen Namen geben?
Sie kam nur langsam wieder zur Ruhe, aber sofort fing ihr rastloser Verstand wieder an, die unmöglichsten Fragen aufzuwerfen.
Nekka atmete noch ein paar Mal tief durch während die Kriegerin und der Magier sich auf den Weg zu der Hütte machen, wo das ganze Schlamassel angefangen hatte. Wie lange war das jetzt her? Zwei Stunden? Drei vielleicht?
Sie sah sich auf dem Schlachtfeld um, so gut es die Dunkelheit noch zuließ: Ihr Verlangen die Leichen zu plündern war verschwunden, sie konnte ja nicht einmal sicher wissen, ob wirklich alle davon tot waren.
Wieder schauerte es sie bei dem Gedanken an den Untoten, der erst für den Magier gekämpft hatte und dann in kleinen Stücken überall gelandet war: Auf der Erde, auf den Steinen, auf Juri und auf den Kreaturen, die die drei zusammen niedergestreckt hatten.

Als sie zu der Stelle ging, an der Juri den Magier erschlagen hatte wurde ihr klar, dass sie allein niemals überlebt hätte. Zu dritt hingegen ...

Das Mädchen machte auf dem Absatz kehrt und lief hinter ihren beiden Mitstreiten hinterher. Allein war sie immer auf der Flucht, immer Beute gewesen, aber zusammen würden sie viel unbesorgter reisen können.
Der Magier war ihr zwar immer noch alles andere als geheuer, aber Juri war auch furchterregend und hatte sie trotzdem am Leben gelassen. Sie würde vorsichtig sein müssen, aber das war sie immer schon gewesen und würde es auch weiter sein.

Nekka fand die beiden über einen kleinen Brunnen gebeugt, der neben der zerstörten Hütte stand.
"Und? Etwas interessantes gefunden?''

Was mochte in dem Schacht sein? Ihre Neugier flammte auf und vertilgte alle Erinnerung daran, dass sie das letzte Mal, als sie ihre Nase ungefragt irgendwo hineingesteckt hatte, verhauen, verfolgt, angegriffen, durch Magie gefoltert und beinahe getötet worden war.
Sie ging an dem Mann vorbei, der, wie sie jetzt sah, auch eine ordentliche Mange Schlamm abbekommen hatte und, lehnte sich über den Brunnenrand und blickte in den Abgrund.

,,Haaaaaalloooooooo?''


http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngDer prüfende Blick des Magiers lag auf der Hütte, niedergebrannt und dreckig. Davon abgesehen das diese wohl schon vorher nicht in der besten Verfassung gewesen war, bestand wohl kaum Hoffnung etwas zu finden, dass seinen Ansprüchen genügte. Doch er tat sich den Gefallen und überprüfte es dennoch.
Noch konnte er der Kriegerin nicht antworten, ebenso wenig wie er es unter diesen Bedingungen wollte.
Suchend schob er das Ende seines Stabes unter Bretter und verbrannten Balken, die klein genug warn um diese mit einem leichten Kraftakt zu heben. Es war ausgeschlossen in der Hütte etwas zu finden, außer vielleicht es war verborgen genug um nicht sofort von dem Feuer verzehrt zu werden, bevor der Regen dieses hatte löschen können.
Die Hütte stand noch, also war anzunehmen das der Regen schnell genug seine Arbeit getan hatte.
Er hoffte es. Für seine Nerven, für seine Augen und vor allem für seine Stiefel.
„Das hat er!“
Ein zufriedenes Lächeln auf seinen schmalen Lippen zeigte, dass er etwas brauchbares gefunden hatte, was er sofort unter den Trümmern hervorzog.
Man hätte meinen können so etwas wie Euphorie in seiner Stimme zu vernehmen, auch wenn er sich mehr erhofft hatte als das, was er in der Rechten hielt.
Alte Leinen, schlecht verarbeitet, verstaubt und von einer unschönen Farbe. Doch es genügte.
Das Kleidungsstück - zumindest nahm er an das es das mal war - weit vor sich haltend, bewegte er sich auf den Brunnen zu, sah erst nickend zu der Kriegerin und dann zu dem kleinen Mädchen.
Ihr Verhalten allein hatte gezeigt, dass sie trotz der unerbittlichen Zeit welche in Ferelden herrschte, noch immer ein Kind war. Ein Kind, voller Ängstlichkeit und stehend vor Dreck.
Doch sie war geblieben, ebenso wie die Frau mit dem Haar, welches zumindest im Gegensatz zu vorher eine angenehmere Form aufwies. Geheuer waren sie ihm beide dennoch nicht.
„Entweder ist es euer Wunsch erneut diese abscheulichen Kreaturen herzulocken, oder ihr erhofft ... was? Eine Antwort aus dem Brunnen?“
Quintus zog eine Augenbraue hoch, musterte das Mädchen abfällig, wand dann jedoch schnell seinen Blick wieder ab. Er war zu schwach. Er musste handeln.
Es mochte unverantwortlich zu sein weiter an diesem Ort zu verweilen, aber im Anbetracht der Tatsache das es anscheinend überall vor Brut nur so wimmelte und er nicht gehen konnte, bevor er nicht etwas erledigt hatte, waren jegliche Zweifel wie weggeblasen.
Mit der Hilfe der Spitze seines Stabes zerteilte er den Lumpen in drei fast gleichgroße Stücke und tunkte diese in den Eimer, den er vorher zu einer Überraschung neben dem Brunnen entdeckt hatte. Der Regen musste ihn gefüllt haben.
Die ausgewaschenen und feuchten Fetzen begutachtend hielt er diese vor sich, in jeder Hand einen, den Letzten für sich noch im Eimer verweilend.
„Reinigt eure Gesichter. Er bezweifelt, dass es für alles reichen wird, doch zumindest diese solltet ihr von diesem unsäglichen Schmutz befreien können.“
Vorher wollte und konnte er nicht mit ihnen sprechen.


http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Das Mädchen war ebenfalls ein Opfer der Neugier und wollte genau wie Juri wissen, was es mit diesem Brunnen auf sich hat. So blickte sie, von ihrem kindlichen Enthusiasmus gepackt, in die Öffnung. ,,Haaaaaalloooooooo?''
Die Kriegerin wollte gerade Nekka zur Vorsicht ermahnen, da sich niemand der Anwesenden sicher sein konnte, ob keine dunkle Brut mehr übrig war. Doch dann wiederum realisierte sie wieder, wie egal ihr dieser Umstand sein würde. Der vorige Kampf war nur ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Ereignisse, da war sie sich sicher. Zumindest war das ihre Hoffnung.
Der Magier reagierte auf die Tat der kleinen Wilden voller Sarkasmus, was ihm zunächst etwas Sympathie bei der Kriegerin einbrachte. Doch dieser war im nächsten Moment mit einem Schlag verschwunden, als der Schalträger den beiden ungewöhnlichen Damen zwei feuchte Fetzen Stoff vor das Gesicht hielt. Bevor ihr Antlitz nicht vom Schmutz gereinigt war, würde er kein Wort an sie richten, so sagte der Mann.

Für einen kurzen Augenblick wusste Juri nicht, ob sie ihm direkt ins Gesicht schlagen oder ihn lieber gleich in den Brunnen werfen sollte. Welch unerhörte Begrüßung. Nachdem sie mit intensiven Atemzügen schon beinahe die Fassung verlor, beruhigte Juri sich ebenso schnell wieder, denn es klebte immer noch etwas Blut von der Abscheulichkeit in ihrem Gesicht, also grundsätzlich hatte der Schönling nicht unrecht mit seiner Behauptung. So riss sie den Fetzen verärgert aus seiner Hand und drehte sich um. Sie entfernte sich ein paar Schritte von den anderen, während sie mit dem Lappen ihr Antlitz vom Dreck befreite.

Dann kam sie schließlich zurück und ließ das Stück Stoff achtlos auf den Boden fallen. Juri wandte sich zum Magier und neigte genervt den Kopf zur Seite. "Sauber genug Prinzessin?!"





http://upload.worldofplayers.de/files9/Valeria.png

Drohend nahmen die Wolken, welche eine grauschwarze Masse am Himmel bildeten, eine massive Formation ein. Regentropfen so groß wie Perlen ließen kaum einen Fleck unberührt, als würde Andraste die Wolken wie flauschige Kissen zusammendrücken. Dazu umhüllte die Dunkelheit das Land und kein Licht der Welt vermochte diese trostlose Welt davon zu befreien. Nur eine Gestalt trotzte dem Unwetter. Die schweren Schritte drängten sich in den matschigen Boden und der Regen zerschellte an der massiven Rüstung, während die Banner am Rücken der Person dem peitschenden Wind trotzten.
Ihre bläulichen Augen folgten dem Weg der vor ihr lag mit gleichgültigem Gesichtsausdruck. Eine Waffe, die weder Schwert noch Speer darstellte ruhte auf ihrer rechten Schulter.

Ihre gesamte Erscheinung bildete einen starken Kontrast zu den üblichen Gestalten, welche in Ferelden anzutreffen waren. Die selbstgeschmiedete Rüstung glich der einer Anführerin und das war sie auch. Zumindest in ihrer eigenen, kleinen Welt. Valeria fühlte sich stets sicher mit der Legion, welche ihr treu ergeben war und ihr überall hin folgte. Die Kommandantin hatte die freie Wahl, sie fühlte sich unbezwingbar. Könige werden vor ihr erzittern, da war sie sich sicher.

Plötzlich blieb sie stehen. Sie hob ihre freie Hand und ballte diese zu einer Faust um ihren Männern den Haltebefehl zu erteilen. Denn neben dem stümischen Wetter vernahm sie ein weiteres, unüberhörbares Geräusch. Erst hatte sie die Vermutung, es könnte sich um die Regenmassen handeln, welche den nahegelegenen Hügel zu einem großen, beweglichen Gebilde machten. Doch das war es nicht, das Geräusch war wesentlich intensiver und es schien seinen Ursprung hinter der nächsten Reihe aus Bäumen zu haben. Es war wie ein Rauschen, dass nach jedem weiteren Schritt an Intensität gewann. Ein Blick zwischen zwei Ästen hindurch zeigte ihr schließlich den Ursprung. Ein reißender Bach, durch Wind und Wetter aufgepeitscht, lag direkt vor der Kommandantin. Vorsichtig ging sie einige Schritte näher heran und machte sich ein genaueres Bild von der Situation. Diesen Fluss bei Sturm zu überqueren wäre keine besonders gute Idee, immerhin war sie verantwortlich für die Männer, die ihr treu ergeben waren und sie konnte diese nicht einfach einer solchen Gefahr aussetzen. "Wir warten. Uns wird schon etwas einfallen." Dann warf sie einen Blick zur Seite und deutete mit der offenen Hand auf den Verlauf des Flusses. "Yuber, gehe geschwind und suche nach einer günstigeren Stelle für die Überquerung."

Fawks
11.05.2014, 17:20
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

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Aril hatte Glandis vom Baum herab geholfen und betrachtete sie von oben bis unten, ob sie auch ja keine weitere Schramme erhalten hatte. Derweil sagte Glandis: »Wie wollen wir die Pferde hier lassen? Sie kümmern sich selbst oder wir binden sie an? Denn Gwess hat ja zumindest ein Zaumzeug dabei. Sicher wir sollten mal noch ihnen sehen, bevor wir gehen.« Dabei blickte sie in Richtung der doch tief stehenden Sonne und sagte weiter: »Doch wir müssen uns sputen, wenn wir halbwegs bei einigermaßen Tageslicht wieder hier sein wollen.«
"Mhm," machte Aril und drehte sich zu den Pferden. Die grasten seelenruhig am Ufer, vor allem Gwess blieb nahe beim Wasser und trank immer wieder.
"Ich möchte nicht, dass sie weglaufen," begann Aril ihre Erklärung. Zögernd setzte sie fort: "aber als ich hier ankam, habe ich Wolfsleichen gesehen. Ich weiß nicht, ob noch weitere leben oder nicht. Wenn ein Rudel unsere Pferde angreift und wir haben sie festgebunden, dann...." Die Adlige musste den Satz nicht beenden und senkte den Kopf. Doch sie hob ihn recht schnell wieder und ihre Augen blitzten unternehmungslustig. "Die Zügel sind nicht lag genug um Trovao und Gwess an an die Weide zu binden - das ginge nur, wenn wir einen Haken im Boden hätten, an dem wir sie festbinden können. Aber wir können sie aneinander binden! Ich bin mir recht sicher, dass Trovao mir nicht davonläuft."

Damit machte sich Aril daran, die Zügel von Trovao aufzuknüpfen und durch Gwess' Zaumzeug zu führen und mit einem kleinen Knoten zu befestigen. Glandis Schweigen hatte sie als Zustimmung bewertet und die Elfe hatte Recht, sie mussten sich beeilen, wenn sie nicht im Dunkeln durch den Wald spazieren wollten. Glandis Aussage: »Ich nehme meine Waffen mit, man kann ja nie wissen.« bedachte Aril mit einem zustimmenden Nicken. "Eine gute Idee - ich nehme meine auch mit. Brauchen wir noch etwas? Einen Eimer vielleicht, um das... was wir dort finden, hineinzutun?"

VRanger
12.05.2014, 18:53
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Glandis | Am Flussbaum • Abmarsch

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Glandis nickte bei den knappen Hinweisen von Aril. Denn Satz, „… aber, als ich hier ankam, habe ich Wolfsleichen gesehen. Ich weiß nicht, ob noch weitere leben oder nicht. Wenn ein Rudel unsere Pferde angreift und wir haben sie festgebunden, dann ...“ den die Adlige nicht vollendete, kommentierte die Dalish mit »faeg, …« Der dann kommende Vorschlag von Aril die beiden Pferde an den Zügeln festzubinden, benickte sie ebenso. Worauf Aril ohne weiteres Zögern es in die Tat umsetzte. Glandis wartete geduldig, denn Gwess schein ihren eigenen Kopf zu haben bzw. nicht so nah an dem schwarzen Hengst gebunden zu sein.

Deshalb ging sie zu der braunen Stute, streichelte sie und murmelte:»Er wird dich beschützen. Bleib hier, hier ist es sicher.« Den Blick, den sie auf die Wunde werfen konnte, überzeugte sie. »Ja, man konnte sie allein lassen,« sagte sie eher zu sich.

Dann wollte Aril ihre Aufmerksamkeit. Sie hatte sich auch entschieden ihre Waffen mitzunehmen. Das empfand die Dalish nicht nur als normale Sache, sondern als wichtig. Denn die Bilder, besonders die der letzten Stunden quer durch das Schlachtfeld, hatten in ihr die wenigen Augenblicke des Kampfes mit der dunklen Brut wachgerufen. Sie wollte sich nicht ausmahlen, was einem unbewaffnet passieren würde, träfe man so einen Stoßtrupp oder seien es auch nur Nachzügler. Denn eine hohe Disziplin hatten diese Truppen sobald ein Kampf vorbei war nicht.

Die Frage: „Einen Eimer vielleicht, um das ... was wir dort finden, hineinzutun?“ verneinte Glandis. »Nein,« antwortete sie. »Nein, brauchen wir nicht. Die Vögel sind nicht groß und die Fallen auch nicht. Wir stecken sie auf biegsame Ruten. Wenn wir es nicht zum alten Baum schaffen, weil es ja schnell dunkel werden kann, nehmen ich die Ruten, die als Fallen dienten.« Dann strich sie über ihre Bekleidung, doch die Dragolederrüstung, die sie aus der Truhe ihres Vaters entwendet hatte, saß gut. Die beiden Dolche steckten in den Futteralen. Etwas müde war sie auf den Beinen. Doch das war kein Wunder nach den Erlebnissen der letzten Tage. So sagte sie schließlich zu Aril: »Dann gehen wir. Ein flotter Schritt dürfte reichen. So weit ist es ja nicht.«


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Khardim
12.05.2014, 22:36
Vitus | Irgendwo im Nirgendwo | Hilfsbereit

http://upload.worldofplayers.de/files9/8fpNsU0vitus.pngVitus musterte lediglich schweigend den Fremden, der letztendlich auf die Aussage seines Begleiters das Schwert weggesteckt hatte. Zwar hatte er sich in keinem einzigen Moment ernsthaft bedroht gefühlt, dennoch war es deutlich angenehmer nicht mit etwas Scharfen konfrontiert zu werden.

Auf die Frage des Mannes zuckte er lediglich mit den Schultern. "Wegweiser," antwortete er einsilbig, deutete dann auf den Jüngeren neben sich. "Er hat den Orientierungssinn eines blinden Brontos. Und riecht auch wie einer," ergänzte er nach einem kurzen Moment, damit die anderen beiden es unterließen irritierend ihre Nase zu kräuseln und zu rümpfen. Es machte ihn nervös, in Anbetracht der Tatsache, dass man die Brut entweder erst hörte oder roch, bevor man sie sah.

Gerochen hat er dagegen deutlich Schlimmeres. Die Zellen der Häftlinge stanken vor Kot und Urin und Schweiß und Angst, eine nahezu betäubende Mischung. Von den Rekruten, die selten viel von Wasser hielten - und auch eher selten den Luxus von warmen Wasser genießen durften - einmal abgesehen, waren die Zellen so ziemlich das Schlimmste, was er miterleben durfte.

Sein Begleiter kam da nicht einmal ansatzweise heran. Und Vitus war sich sicher, dass er genauso wenig nach Lavendel oder anderen Ölen roch, die er als Wasserzusatz gewöhnlich hatte nutzen müssen.

Auf Befehl der obersten Klerikerin.

Ein gesunder Geist in einem sauberen Körper. Waren zumindest ihre Worte.

Und jetzt waren sie schließlich schon seit Tagen unterwegs gewesen, ohne auch nur einmal Rast an einem Ort zu machen, der so etwas wie eine Wanne anbot. Von daher...

"Wir sollten nicht lange hier verharren," wechselte er das Thema bevor der Templer empört aufschreien konnte. Außerdem wusste er nicht, was er mit der Aussage des Fremden hatte anfangen sollen. Wollte er ihnen anbieten sie zu führen? "Brut treibt sich hier herum. Euer Pferd," begann er, richtete sich dann an den Mann, "wird es euch aufhalten? Soll ich ihm den Gnadenstoß geben? Oder wird es heilen?"

Denn wenn Vitus etwas gelernt hatte, dann dass Reiter eine Verbindung zu ihrem Tier aufbauten und meistens er ungewillt waren es ihrem Schicksal zu überlassen.




http://upload.worldofplayers.de/files9/JosefinaPic2.pngNeben der Verarbeitung des Stiches - der ihr durch die Aussage des alten Ritters verpasst wurde, dass sie Wochen brauchen würde um ihr Ziel zu erreichen – wollte Jo den Pseudosöldner eigentlich ermahnen nicht alles preiszugeben. Sie war Niemand, der irgendetwas verheimlichen wollte, doch gab es Situationen in denen man nicht jedem auf die große Nase binden musste, was ihr Begehr war.
Sie hatte genug Regeln gebrochen. Etwas, mit dem die Templerin allein hatte klar kommen müssen.
Andere dort mit hinein zu ziehen, sei es einfach nur wegen einer Antwort auf eine gut gemeinte Frage, war keine Option. Immerhin reichte es, dass der unehrenhafte Krieger es teilweise wusste.
Vor ihm musste sich Jo aber auch nicht in Acht nehmen. Er war gewiss nur auf Geld aus. Bei dem Ritter jedoch, war das eine gänzlich andere Sache.
Doch wieso hatte sich die Schwarzhaarige überhaupt Gedanken darüber gemacht?
Eigentlich hätte sie ja ahnen können, dass die Antwort nicht besonders aussagekräftig ausfiel. Gut. Mehr oder minder gut.
Also drehte sich die Templerin empört zu ihrem Begleiter herum, zog die Lippen dabei weit nach oben, ihre Mundwinkel jedoch in die gegensätzliche Richtung, so dass es keine Worte brauchte um zu verdeutlichen, was sie von seiner Aussage hielt.
Von jeglichen Aussagen.
Da er noch immer direkt hinter ihr gestanden hatte, war es für die Frau kein Problem ihm einen erneuten Stoß der Ermahnung zu verpassen, diesmal jedoch mit etwas mehr Schwung als bei dem Stups zuvor.
„Gütiger Erbauer, versucht wenigstens so etwas wie Mitgefühl zu heucheln, wenn ihr es schon nicht besitzt!“
Jo hatte keinen blassen Schimmer, was die Verwundung für das Reittier des Ritters bedeutete, doch hätte sie nicht einmal im schlimmsten Fall so etwas vorgeschlagen.
Neben ihrem Versuch, sich für ihren Begleiter mit einem Nicken zu entschuldigen, versuchte die Templerin sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, was sie vorher noch hatte kommentieren wollen.
Doch irgendwie war es wie weggeblasen.
Oder es war einfach zu unwichtig gewesen.
Auf die Idee, dass es sich dabei um die einfache Tatsache handelte, dass man sie abermals fälschlicherweise für einen Kerl hielt, wäre Jo sowieso nicht mehr gekommen. Immerhin war sie es bereits seit Jahren gewohnt, fiel es ihr doch in den meisten Fällen ja noch nicht einmal auf.
Gestört hatte es die Frau ohnehin nie.

http://upload.worldofplayers.de/files9/zbE5a2KFC2AdamNichols_KnightPortrait_klein.jpgDie Frage des Kriegers (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22764662&viewfull=1#post22764662) ließ Ser Lothar kurz stutzen, doch wurde ihm gleich darauf klar, dass sie nicht unbegründet war: Er konnte nicht wissen, dass es nur eine kleine Wunde war und in Anbetracht der Lage war seine Annahme äußerst pragmatisch.
Seine Seitenhiebe auf seinen scheinbar orientierungslosen Begleiter waren da schon weniger sinnstiftend, aber auch deswegen machte sich der Ritter keine weiteren Gedanken; ein rauer Umgangston stellte sich beim Leben im Felde wie von selbst ein und er hatte schon deutlich gröberes auf seinen Feldzügen gehört und auch selbst von sich gegeben.
,,Ihr habt Recht, wir sollten gehen. Mein Pferd wird sich erholen, wenn ich ihm etwas Ruhe gönne.'' Ser Lothar blickte zu seinem Ross. Es hatte nicht einmal einen Namen; ein einfaches Pferd aus dem Gestüt seiner Familie, treu und zuverlässig.
Mit der Verletzung wäre es unvernünftig zu reiten und ein Ritter zu Fuß mit seinem Pferd am Zügel war leichte Beute und ein deprimierender Anblick. Zumindest, wenn er allein reiste.
Er drehte sich erneut zu Jo und Vitus um: ,,Ich werde Euch begleiten. Zu dritt sind wir sicherer vor der Brut und im Moment werde ich wohl kaum wieder in die Schlacht reiten können. Ich will nicht versprechen, Euch bis zum Meer Gesellschaft leisten zu können, doch für den Moment scheint es mir für uns alle das Beste zu sein.''

Der Ritter griff nach den Zügeln und als sich sein Pferd erhob, konnte er sehen, dass sich der Verband nicht weiter rot verfärbt hatte; einige Tage Ruhe Schonung sollten vollkommen ausreichen.
,,Ihr könnt ein paar Eurer Sachen gern an den Sattel hängen, ich werde mein Pferd führen.''
Er hatte nicht weiter auf die Zustimmung der beiden gewartet, denn obwohl es rüde erscheinen mochte, so kurz nach der ersten Begegnung gleich Anordnungen zu machen, fiel ihm nichts ein, was gegen seinen Plan gesprochen hätte.
Der Ritter machte sich abmarschbereit und nickte Jo und Vitus zu: ,,Nach Norden also.''

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http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngDer prüfende Blick des Magiers lag auf der Hütte, niedergebrannt und dreckig. Davon abgesehen das diese wohl schon vorher nicht in der besten Verfassung gewesen war, bestand wohl kaum Hoffnung etwas zu finden, dass seinen Ansprüchen genügte. Doch er tat sich den Gefallen und überprüfte es dennoch.
Noch konnte er der Kriegerin nicht antworten, ebenso wenig wie er es unter diesen Bedingungen wollte.
Suchend schob er das Ende seines Stabes unter Bretter und verbrannten Balken, die klein genug warn um diese mit einem leichten Kraftakt zu heben. Es war ausgeschlossen in der Hütte etwas zu finden, außer vielleicht es war verborgen genug um nicht sofort von dem Feuer verzehrt zu werden, bevor der Regen dieses hatte löschen können.
Die Hütte stand noch, also war anzunehmen das der Regen schnell genug seine Arbeit getan hatte.
Er hoffte es. Für seine Nerven, für seine Augen und vor allem für seine Stiefel.
„Das hat er!“
Ein zufriedenes Lächeln auf seinen schmalen Lippen zeigte, dass er etwas brauchbares gefunden hatte, was er sofort unter den Trümmern hervorzog.
Man hätte meinen können so etwas wie Euphorie in seiner Stimme zu vernehmen, auch wenn er sich mehr erhofft hatte als das, was er in der Rechten hielt.
Alte Leinen, schlecht verarbeitet, verstaubt und von einer unschönen Farbe. Doch es genügte.
Das Kleidungsstück - zumindest nahm er an das es das mal war - weit vor sich haltend, bewegte er sich auf den Brunnen zu, sah erst nickend zu der Kriegerin und dann zu dem kleinen Mädchen.
Ihr Verhalten allein hatte gezeigt, dass sie trotz der unerbittlichen Zeit welche in Ferelden herrschte, noch immer ein Kind war. Ein Kind, voller Ängstlichkeit und stehend vor Dreck.
Doch sie war geblieben, ebenso wie die Frau mit dem Haar, welches zumindest im Gegensatz zu vorher eine angenehmere Form aufwies. Geheuer waren sie ihm beide dennoch nicht.
„Entweder ist es euer Wunsch erneut diese abscheulichen Kreaturen herzulocken, oder ihr erhofft ... was? Eine Antwort aus dem Brunnen?“
Quintus zog eine Augenbraue hoch, musterte das Mädchen abfällig, wand dann jedoch schnell seinen Blick wieder ab. Er war zu schwach. Er musste handeln.
Es mochte unverantwortlich zu sein weiter an diesem Ort zu verweilen, aber im Anbetracht der Tatsache das es anscheinend überall vor Brut nur so wimmelte und er nicht gehen konnte, bevor er nicht etwas erledigt hatte, waren jegliche Zweifel wie weggeblasen.
Mit der Hilfe der Spitze seines Stabes zerteilte er den Lumpen in drei fast gleichgroße Stücke und tunkte diese in den Eimer, den er vorher zu einer Überraschung neben dem Brunnen entdeckt hatte. Der Regen musste ihn gefüllt haben.
Die ausgewaschenen und feuchten Fetzen begutachtend hielt er diese vor sich, in jeder Hand einen, den Letzten für sich noch im Eimer verweilend.
„Reinigt eure Gesichter. Er bezweifelt, dass es für alles reichen wird, doch zumindest diese solltet ihr von diesem unsäglichen Schmutz befreien können.“
Vorher wollte und konnte er nicht mit ihnen sprechen.



http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Das Mädchen war ebenfalls ein Opfer der Neugier und wollte genau wie Juri wissen, was es mit diesem Brunnen auf sich hat. So blickte sie, von ihrem kindlichen Enthusiasmus gepackt, in die Öffnung. ,,Haaaaaalloooooooo?''
Die Kriegerin wollte gerade Nekka zur Vorsicht ermahnen, da sich niemand der Anwesenden sicher sein konnte, ob keine dunkle Brut mehr übrig war. Doch dann wiederum realisierte sie wieder, wie egal ihr dieser Umstand sein würde. Der vorige Kampf war nur ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Ereignisse, da war sie sich sicher. Zumindest war das ihre Hoffnung.
Der Magier reagierte auf die Tat der kleinen Wilden voller Sarkasmus, was ihm zunächst etwas Sympathie bei der Kriegerin einbrachte. Doch dieser war im nächsten Moment mit einem Schlag verschwunden, als der Schalträger den beiden ungewöhnlichen Damen zwei feuchte Fetzen Stoff vor das Gesicht hielt. Bevor ihr Antlitz nicht vom Schmutz gereinigt war, würde er kein Wort an sie richten, so sagte der Mann.

Für einen kurzen Augenblick wusste Juri nicht, ob sie ihm direkt ins Gesicht schlagen oder ihn lieber gleich in den Brunnen werfen sollte. Welch unerhörte Begrüßung. Nachdem sie mit intensiven Atemzügen schon beinahe die Fassung verlor, beruhigte Juri sich ebenso schnell wieder, denn es klebte immer noch etwas Blut von der Abscheulichkeit in ihrem Gesicht, also grundsätzlich hatte der Schönling nicht unrecht mit seiner Behauptung. So riss sie den Fetzen verärgert aus seiner Hand und drehte sich um. Sie entfernte sich ein paar Schritte von den anderen, während sie mit dem Lappen ihr Antlitz vom Dreck befreite.

Dann kam sie schließlich zurück und ließ das Stück Stoff achtlos auf den Boden fallen. Juri wandte sich zum Magier und neigte genervt den Kopf zur Seite. "Sauber genug Prinzessin?!"

http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgNachdem der Brunnen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22764662&viewfull=1#post22764662) nicht geantwortet hatte wandte sich Nekka wieder ihren beiden Mitstreitern wider Willen zu. Der schmale Zauberer hielt ihr plötzlich einen triefend nassen Lappen unter die Nase.
„Reinigt eure Gesichter. Er bezweifelt, dass es für alles reichen wird, doch zumindest diese solltet ihr von diesem unsäglichen Schmutz befreien können.“
Nekka guckte ihn mit großen Augen an, nahm den Lappen und guckte dann diesen an.
,,Wer ist denn Er?'' Ihr Blick wanderte zurück zu dem Magier, über dessen Augenbraue ein nervöses Zucken lief.
Juri, mit einem dreckigen Lappen voller Blut in der Hand, trat zu den beiden zurück.
"Sauber genug Prinzessin?!" In ihrer Stimme schwang der gleiche Ärger mit, mit dem sie zuletzt ihr Haarband von Nekka zurück gefordert hatte. Sie war bestimmt furchtbar genervt. Ob sie wusste, wer Er war?
Ohne sich weitere Gedanken zu machen, fuhr sie sich mit dem Lappen einige Male durch das Gesicht. Es tat wirklich gut und sie spürte richtig, wie sie Tage und Wochen voller Schmutz und Einsamkeit abwusch. Der Stoff war danach fast vollständig schwarz und sie merkte, wie feine Rinnsale von dreckig-öliger Flüssigkeit ihr Gesicht herunter liefen.
Nekka grinste den Zauberer breit an. Sie fühlte sich jetzt besser und erlaubte sich zum ersten Mal die Frage, ob der dünne Mann trotz der schwarzen Magie, die er wirkte, gut sein konnte. Sie hielt ihm den Lappen hin, schließlich hatte er ihr ihn auch praktisch in die Hand gedrückt.
,,Da. Fertig''
Sie schaute zu Juri rüber, die immer noch entnervt auf das Urteil das Zauberers wartete. Ihr Gesicht war auch nicht wirklich sauberer geworden; das Blut war zwar weg, aber auch bei ihr zogen sich noch breite Streifen nassen Drecks über Wangen und Nase. Jetzt hatten Nekka und sie sogar schon etwas gemeinsam.

BlackShial
13.05.2014, 12:40
http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic4.pngDer Magier wollte warten. Warten, bis auch das kleine Wildlingsmädchen – zumindest nahm er an, dass sie eine Wilde war – sich von dem gröbsten Dreck befreit hatte.
Es kostete ohnehin viel zu viel Überwindung, doch hatten sie sich allein durch ihr Verständnis verdient, mit ihm zu sprechen. Verständnis für die missliche Lage des Mannes, der den Anblick von diesen Frauen kaum zu ertragen vermochte.
Unter diesen Umständen zumindest.
Vielleicht war unter all diesen Schlamm, Dreck und dem Blut mehr versteckt, als er erahnen konnte?
Quintus entschied, dass es an der Zeit war die Frauen zu belohnen und seine Stimme zu erheben, doch die Unterbrechung kam sogleich. Schockiert und abwehrend riss er seinen Arm nach oben, machte einen ruckartigen Schritt zurück und sah das Mädchen mit aufgerissenen Augen an.
Er wollte sie ermahnen, ihr erklären dass sie mit diesem schmutzigen Stück Stoff von ihm weichen sollte, doch erhielt inne. Schwer atmend, mit angespannten Muskeln und einem Ausdruck, als hätte man versucht ihn mit einer dieser schlammbedeckten Leichen zu bewerfen.
Er beruhigte sich, hob die Hand um leicht über seinen Bart zu streichen und diesen zu richten. Argwöhnisch beäugte er dabei die zwei Frauen, nickte kurz und fing an ruhig zu sprechen.
„Er denkt, dass es genügen sollte. Vorerst.“
Ein Hauch von Zufriedenheit war auf seinen Zügen zu erkennen, auch wenn das Ergebnis deutlich schwächer ausgefallen war, als er anfangs erhofft hatte.
„Zu euer Frage, Wildlingsmädchen … Er …“
Der Magier holte Luft und setzte zu einer ausführlichen Erklärung an, ohne dabei die Chance zu lassen ihm ins Wort zu fallen. Stolz presste er sich demonstrativ die Hand auf die Brust und hob das Kinn. Er war es.
„Er ist der wunderbare und erhabene Quintus Tertius Secundus. Jener, …“
Nickend wand sich der Braunhaarige an die Kriegerin.
„… dem ihr so heldenhaft zur Seite gestanden habt, mit euren herausragenden kriegerischen Fähigkeiten. Jener, …“
Ohne auch nur eine Atempause zu machen, drehte er seinen Kopf zu dem Mädchen. Weniger verständnisvoll, weniger charmant.
„… den ihr so schändlich verlassen wolltet, als er half eurer Leben zu bewahren.“
Und vor allem das Seinige.
Doch trotz der anfänglichen Abneigung und dem Willen, diese beiden Geschöpfe so schnell es nur ging aus den Augen zu verlieren, hatte - im Angesicht der Gefahr – der Wunsch diese zu schützen zu keimen begonnen.
Er war ein guter Mann, wahrlich.
„Wie gedenkt ihr euch für diesen Verrat zu entschuldigen?“

Fawks
13.05.2014, 16:53
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

vorheriger Post: Abstieg (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page11?p=22804265&viewfull=1#post22804265)
Aril tätschelte Trovao die Schnauze. "Wir sind bald zurück. Pass gut auf Gwess auf!" Der Hengst rieb seinen Kopf an ihrer Schulter und wieherte anscheinend zustimmen.

»Nein, brauchen wir nicht. Die Vögel sind nicht groß und die Fallen auch nicht. Wir stecken sie auf biegsame Ruten. Wenn wir es nicht zum alten Baum schaffen, weil es ja schnell dunkel werden kann, nehmen ich die Ruten, die als Fallen dienten. Dann gehen wir. Ein flotter Schritt dürfte reichen. So weit ist es ja nicht.«
"In Ordnung," antwortete Aril. Sie überprüfte mit einem Griff ihre beiden Waffen, die auf ihrem Rücken befestigt waren. Sie befanden sich an Ort und Stelle.

Mit einem Nicken in Richtung Glandis begann sie den Spaziergang, ein Stück zurück in Richtung Schlachtfeld und von dort aus am Fluss entlang jedoch ohne Einblick auf ihn zu haben. Sie passierte die am Rande des Feldes liegenden Körper und Aril rümpfte die Nase.
"Ich frage mich, was hier geschehen wird. Wie soll die Natur sich das alles holen, wo Metallrüstungen und Waffen herumliegen? Wird es nicht ewig vor sich hinrotten und die Luft verpesten?" überlegte sie laut.
"Und vor allem - wieso wurdet ihr hier denn überrannt? Hattet ihr keine Späher? Meintest du nicht, du hättest die anderen gewarnt?"

Die beiden Frauen hatten nun den teil vor dem Wald erreicht, durch den Aril auch geritten war. Hier wuchs eine Halmart beinahe kniehoch, sie war fest und gelblich. Doch das währte nur kurz, der dunkel wirkende Eingang des Waldes ließ den Boden braun, mit grünem Gras durchsetzt und fest wirken.
"Da wären wir, hier ist der Waldeingang, durch den wir gekommen sind." Die Adlige konnte ein Frösteln nicht unterdrücken. "Es ist kälter geworden, oder...?" fragte sie zaghaft an die Elfe gewandt. Doch sie wusste selbst, dass das Frösteln nur Ausdruck ihrer Angst vor dem dunklen Wald war - eine Angst, die dem Fernbleiben des Waldes bei Nacht in ihrer Kindheit geschuldet war.

VRanger
13.05.2014, 17:40
vorheriger Post: Am Flussbaum • Abmarsch (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22809524&viewfull=1#post22809524)

Glandis | Waldlichtung • Der Weg zu den Fallen

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Es ward Abschied genommen, vom Flussbaum und von den Pferden. Dann war es auch Zeit und so schritten die beiden Frauen nebeneinander her. Glandis schaute sehr aufmerksam sich das Terrain an. Zum einen machte sie das, weil sie, so lange sie sich zurückerinnern konnte, bei jedem Track der Dalish, angehalten wurde, genau das zu tun. Sie konnte es also gar nicht anders. Weiterhin hatte sie die Gegend ja noch nicht gesehen. Sie wusste, in welche Richtung sie gehen musste, um zu den Fallen zu kommen. Sonnenstand, die Waldgrenze, der Duft des Wassers vom Bach, den sie aber nicht sehen konnten, waren Orientierung genug. Sie war sich nicht sicher, ob Aril, als sie sie auf ihren Rappen gehievt hatte, hier vielleicht lang geritten war. Sie war auch positiv überrascht, wie zielsicher Aril in die vermutete richtig Richtung wollte.

Als diese dann ein Thema anschnitt, welches sich auch noch interessant anhörte, freute sich die Dalish auf den Weg zu den Fallen. Glandis genoss den Wechsel in der Landschaft. Ein Gras, vielleicht auch wild wachsendes, sich Jahr für Jahr selbst aussäendes Getreide hatte sich hier den Raum erobert und umschmeichelte die Beine. Glandis lies ihre Handflächen von den Pflanzen kitzeln und es war ein lange vermisstes Gefühl.

»Ich frage mich, was hier geschehen wird. Wie soll die Natur sich das alles holen, wo Metallrüstungen und Waffen herumliegen? Wird es nicht ewig vor sich hinrotten und die Luft verpesten?« Glandis hörte diese von Sprache und Tonfall eher als lautes Nachsinnen zu bezeichnende Reden von Aril. Sie begann: »Aril, das weiß ich ehrlich gesagt nicht, was hier kommen wird. Doch wir sollten … «

Sie stoppte jäh im Reden. Duckte sich sofort in die Hocke, so tief es ging. Sie zerrte dabei Aril mit herunter in diese Höhe. Sie flüsterte zu ihrer Nachbarin, wohl wissend, dass es dabei nicht bleiben würde: »Still, wir müssen still sein und bleibe unten! Um alles, was dir lieb und teuer ist, bleibe unten!«


nächster Post: Fragen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22826692&viewfull=1#post22826692)

Fawks
15.05.2014, 20:32
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

vorheriger Post:Auf zum Abendessen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page11?p=22813929&viewfull=1#post22813929)

»Aril, das weiß ich ehrlich gesagt nicht, was hier kommen wird. Doch wir sollten … « Die Elfe unterbrach sich, und plötzlich wurde sie nach unten gerissen, sodass sie bäuchlings auf dem Boden landete und mit der Nase in das hochstehende, heuartige Gras gedrückt wurde. »Still, wir müssen still sein und bleibe unten! Um alles, was dir lieb und teuer ist, bleibe unten!« Das Flüstern kam von Glandis, stelle Aril zweifelsfrei fest. Sie holte Luft um ihrer Empörung Luft zu machen, aber besann sich - die Halme kitzelten sie in der Nase und wenn sie sich nicht sofort in eine andere Position begeben würde, dann könnte ihr darauffolgenden Niesen alles aufschrecken, wovor Glandis gewarnt hatte.
Also richtete sie sich im Liegestütz auf, zog die Beine an, blieb dabei immer unter der Halmgrenze und begab sich in die geduckte Hocke - ebenso wie Glandis, die Arils gelenkige Bewegungen verfolgte.
Die Adlige bewegte sich so dicht an Glandis Ohr wie nur möglich und hauchte: "Was ist los?" Sie verharrte regungslos.

VRanger
16.05.2014, 07:13
vorheriger Post: Waldlichtung • Der Weg zu den Fallen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22814189&viewfull=1#post22814189)

Glandis | Waldlichtung • Fragen

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Sie hatte es gewusst, dass ihr Flüstern zu Aril »Still, wir müssen still sein und bleibe unten! Um alles, was dir lieb und teuer ist, bleibe unten!« nicht so umgesetzt werden würde. Es war auch nicht so tragisch und eher war sie froh, dass Aril sich in übertragener Weise an die Vorgabe hielt. War nicht einfach für eine Adlige, mutmaßte die Dalish. Doch was sollte sie tun, sie musste runter in Deckung und Aril auch. Doch die in ihr Ohr von der Adligen gehauchte Frage: „Was ist los?“ gab einen zusätzlichen Adrenalinschub. »Hatte sie nichts gesehen? Wie geht das den?« schoss durch ihren Kopf. Doch sie beschloss, nach dem beide ja durch das hohe Gras relativ gut verdeckt waren nicht das zu sagen, zu mindestens nicht mit der Schärfe. Deshalb formulierte sie ihre Frage in der gleichen Tonhöhe so, dass das Gesehene enthalten war.

»Aril, Aril,« hörte sich die Dalish sagen. »Egal, was Du jetzt hörst von mir, bleibe unten und lasse uns leise das Kommende besprechen. Es ist wichtig.« Dann schwieg sie und wartete. Sie wollte ein Zeichen sehen, dass Aril es tun würde. Und weil sie ein Kopfnicken glaubte erkannt zu haben, doch wer will dass schon genau erkennen, wenn man so in der Hocke im Grase ist, erklärte Glandis mit sorgenvoller Mine: »Du hast die Dunkle Brut nicht gesehen, den Stoßtrupp?«


nächster Post: Vage Beschreibung (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22827759&viewfull=1#post22827759)

Fawks
16.05.2014, 09:14
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png

Vorheriger Post: Schreck (forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page11?p=22825196&viewfull=1#post22825196)

»Egal, was Du jetzt hörst von mir, bleibe unten und lasse uns leise das Kommende besprechen. Es ist wichtig.« Aril war es unglaublich zuwider, dass die Elfin ihre besseren Augen ausnutzte um sie hier herumzukommandieren. Sie war versucht zu sagen, dass sie kein kleines Kind mehr war und wollte fast trotzig auf den Boden aufstampfen. Aber sie riss sich zusammen - dies war nicht der richtige Ort um die zickige Ader des weiblichen Teils der Nuembs offenzulegen. Also nickte sie widerstrebend.

»Du hast die Dunkle Brut nicht gesehen, den Stoßtrupp?«
Aril fühlte sich als würde ihr alles Blut mit einem Ruck aus dem Gesicht entweichen. Ihre Augen weiteten sich vor Entsetzen - diese Wesen, die Glandis und die anderen auf dem Schlachtfeld hinter ihnen bekämpft hatten! Die, die dieses Massaker angerichtet hatten und wegen denen Nien verschwunden war! Mit trockener Kehle schüttelte Aril den Kopf. In diesem Moment fühlte sie sich nackt und entblößt - all ihr Training und ihre Fertigkeiten schienen mit dem Schwert in einer Hülle verstaut zu sein, an die sie nicht herankam. "Wo?" war das einzige, das sie leise fragte.

VRanger
16.05.2014, 14:37
vorheriger Post: Waldlichtung • Fragen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22826692&viewfull=1#post22826692)

Glandis | Waldlichtung • Vage Beschreibung

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Wo?“ kam als knappste aller Möglichkeiten von Aril. Glandis atmete erleichtert und spürbar aus, denn Aril war nicht aufgestanden. Und obwohl in solchen Situationen eigentlich keine Zeit zum Reden ist, wollte die Dalish reden. Denn sie wusste, allein würde sie es nicht schaffen und es war ihr erstes gemeinsamen Treffen mit einem nicht zu unterschätzenden Gegner. Auch katte sie in dem Impuls, erkennen und sofortiges Handeln auch nur Bruchstücke der tatsächlichen Situation mitbekommen. So vermutete sie. Sie drehte ein wenig den Kopf und sprach langsam, damit man die leise Rede auch hören konnte.

»Vorn, geradezu, von der Sonne noch erhellt,« sagte sie Wort für Wort und vergewisserte sich dabei mit einem Blick, dass Aril es auch gehört haben konnte. »Zwei großgewachsene, einer mit einem längeren Leuchten in Höhe der Schulter und ein relativ Kleiner vom Wuchs scheint der Trupp stark zu sein,« dann schwieg sie, aber nur kurz und fügte noch an: »Entfernt knapp außerhalb der Reichweite eines guten Langbogens würde ich schätzen.«

Weil Glandis nicht wusste, welche Erfahrungen Aril mit einem derartigen Gegner hatte und aufgrund ihrer Verletzungen, war ihr das Gespräch wichtig. Deshalb sagte sie noch: »Sie standen und schienen zu reden. Wir sollten uns auch abstimmen. Sie dürften uns nicht gesehen haben, schon wegen der Sonne,« fügte sie noch an. Doch sie wusste auch, dass es eher eine Vermutung war. Es konnte also auch schnell gehen. Spontan griff sie über die Schultern und prüfte mit einem minimalen Anziehen der Griffe, dass mit ihren Dolchen alles in Ordnung war.


nächster Post: etwas Planung (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22832430&viewfull=1#post22832430)

Neclord
16.05.2014, 20:04
http://upload.worldofplayers.de/files9/Nekka_Avatar.jpgNachdem der Brunnen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22764662&viewfull=1#post22764662) nicht geantwortet hatte wandte sich Nekka wieder ihren beiden Mitstreitern wider Willen zu. Der schmale Zauberer hielt ihr plötzlich einen triefend nassen Lappen unter die Nase.
„Reinigt eure Gesichter. Er bezweifelt, dass es für alles reichen wird, doch zumindest diese solltet ihr von diesem unsäglichen Schmutz befreien können.“
Nekka guckte ihn mit großen Augen an, nahm den Lappen und guckte dann diesen an.
,,Wer ist denn Er?'' Ihr Blick wanderte zurück zu dem Magier, über dessen Augenbraue ein nervöses Zucken lief.
Juri, mit einem dreckigen Lappen voller Blut in der Hand, trat zu den beiden zurück.
"Sauber genug Prinzessin?!" In ihrer Stimme schwang der gleiche Ärger mit, mit dem sie zuletzt ihr Haarband von Nekka zurück gefordert hatte. Sie war bestimmt furchtbar genervt. Ob sie wusste, wer Er war?
Ohne sich weitere Gedanken zu machen, fuhr sie sich mit dem Lappen einige Male durch das Gesicht. Es tat wirklich gut und sie spürte richtig, wie sie Tage und Wochen voller Schmutz und Einsamkeit abwusch. Der Stoff war danach fast vollständig schwarz und sie merkte, wie feine Rinnsale von dreckig-öliger Flüssigkeit ihr Gesicht herunter liefen.
Nekka grinste den Zauberer breit an. Sie fühlte sich jetzt besser und erlaubte sich zum ersten Mal die Frage, ob der dünne Mann trotz der schwarzen Magie, die er wirkte, gut sein konnte. Sie hielt ihm den Lappen hin, schließlich hatte er ihr ihn auch praktisch in die Hand gedrückt.
,,Da. Fertig''
Sie schaute zu Juri rüber, die immer noch entnervt auf das Urteil das Zauberers wartete. Ihr Gesicht war auch nicht wirklich sauberer geworden; das Blut war zwar weg, aber auch bei ihr zogen sich noch breite Streifen nassen Drecks über Wangen und Nase. Jetzt hatten Nekka und sie sogar schon etwas gemeinsam.

http://upload.worldofplayers.de/files9/QuintusPic2.pngDer Magier wollte warten. Warten, bis auch das kleine Wildlingsmädchen – zumindest nahm er an, dass sie eine Wilde war – sich von dem gröbsten Dreck befreit hatte.
Es kostete ohnehin viel zu viel Überwindung, doch hatten sie sich allein durch ihr Verständnis verdient, mit ihm zu sprechen. Verständnis für die missliche Lage des Mannes, der den Anblick von diesen Frauen kaum zu ertragen vermochte.
Unter diesen Umständen zumindest.
Vielleicht war unter all diesen Schlamm, Dreck und dem Blut mehr versteckt, als er erahnen konnte?
Quintus entschied, dass es an der Zeit war die Frauen zu belohnen und seine Stimme zu erheben, doch die Unterbrechung kam sogleich. Schockiert und abwehrend riss er seinen Arm nach oben, machte einen ruckartigen Schritt zurück und sah das Mädchen mit aufgerissenen Augen an.
Er wollte sie ermahnen, ihr erklären dass sie mit diesem schmutzigen Stück Stoff von ihm weichen sollte, doch erhielt inne. Schwer atmend, mit angespannten Muskeln und einem Ausdruck, als hätte man versucht ihn mit einer dieser schlammbedeckten Leichen zu bewerfen.
Er beruhigte sich, hob die Hand um leicht über seinen Bart zu streichen und diesen zu richten. Argwöhnisch beäugte er dabei die zwei Frauen, nickte kurz und fing an ruhig zu sprechen.
„Er denkt, dass es genügen sollte. Vorerst.“
Ein Hauch von Zufriedenheit war auf seinen Zügen zu erkennen, auch wenn das Ergebnis deutlich schwächer ausgefallen war, als er anfangs erhofft hatte.
„Zu euer Frage, Wildlingsmädchen … Er …“
Der Magier holte Luft und setzte zu einer ausführlichen Erklärung an, ohne dabei die Chance zu lassen ihm ins Wort zu fallen. Stolz presste er sich demonstrativ die Hand auf die Brust und hob das Kinn. Er war es.
„Er ist der wunderbare und erhabene Quintus Tertius Secundus. Jener, …“
Nickend wand sich der Braunhaarige an die Kriegerin.
„… dem ihr so heldenhaft zur Seite gestanden habt, mit euren herausragenden kriegerischen Fähigkeiten. Jener, …“
Ohne auch nur eine Atempause zu machen, drehte er seinen Kopf zu dem Mädchen. Weniger verständnisvoll, weniger charmant.
„… den ihr so schändlich verlassen wolltet, als er half eurer Leben zu bewahren.“
Und vor allem das Seinige.
Doch trotz der anfänglichen Abneigung und dem Willen, diese beiden Geschöpfe so schnell es nur ging aus den Augen zu verlieren, hatte - im Angesicht der Gefahr – der Wunsch diese zu schützen zu keimen begonnen.
Er war ein guter Mann, wahrlich.
„Wie gedenkt ihr euch für diesen Verrat zu entschuldigen?“


http://upload.worldofplayers.de/files9/DYbk3VdaGHVCfjuri_3.png

Die Frage von Nekka war durchaus berechtigt, wer war überhaupt dieser Er? Es war in der Tat ein wenig merkwürdig auf diese Art und Weise zu sprechen. Die Kriegerin kannte mal einen Mann, der mit ähnlichen Ausführungen mit anderen in Kontakt getreten ist. Irgendwann jedoch, wurde sein Geist vollständig vom Wahnsinn verzehrt und seitdem hatte sie ihn nie wieder gesehen.
Auch die junge Dame schien nun fertig zu sein mit der oberflächlichen Reinigung und wollte dem Magier den nun schmutzigen Stofffetzen zurückgeben, als dieser die Geste mit einer Abwehrhaltung verneinte.

Und wieder folgten weitere Sätze des mysteriösen Mannes, wieder waren es Ausführungen die sich auf "Er" bezogen. Unter all den verwirrenden Worten konnte die Kriegerin den Namen Quintus herausfiltern, was vermutlich der Name des Schalträgers war. Ihre anfängliche Verägerung legte sich rasch bei dem Lob, welchen er ihr gegenüber äußerte. Nekka hingegen wurde regelrecht angeklagt und des Verrats beschuldigt. Wenig verwunderlich, immerhin hatte sie soeben die Flucht im Kampf ergriffen, was Juri und Quintus das Leben hätte kosten können. Andererseits war sie noch ein kleines Mädchen und wahrscheinlich hat ihr Fluchtinstinkt sie stets am Leben gehalten.

Die Kriegerin beschloss, vorerst nicht mehr zu sprechen. Erst wollte sie sehen wie Nekka auf diesen Vorwurf reagieren würde. Doch Juri war sich einer Sache gewiss, lange wollte sie nicht darüber nachdenken. All diese Zeit konnte doch viel sinnvoller genutzt werden, zum Beispiel für einen weiteren Kampf. Sie fasste den Entschluss, das Schlachtfeld nach Waffen abzusuchen und diese auf einen Haufen zu legen, spitzte aber ihre Ohren, um sich weiterhin an der Konversation beteiligen zu können.

Fawks
17.05.2014, 21:56
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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»Sie standen und schienen zu reden. Wir sollten uns auch abstimmen. Sie dürften uns nicht gesehen haben, schon wegen der Sonne« hörte Aril. Sie nickte. Aufgrund der Beschreibung von Glandis konnte sie sich ungefähr ein Bild machen. "Ich kenne mich mit diesen Wesen nicht aus. Was können sie? Das Leuchten an der Schulter ist dann wohl eine gute Rüstung oder ein Schild, oder nicht?" fragte Aril leise nach.

"Nun, wenn wir deinen Bogen hätten würde ich ein Ablenkungsmanöver vorschlagen. Aber wir haben ihn nicht. Also... schlage ich trotzdem ein Ablenkungsmanöver vor," grinste die Adlige. "Entweder schleicht sich einer von uns nach vorne und lenkt ab, oder einer von uns rennt von hier aus auf sie zu, sodass der andere unbemerkt rankommt. Was meinst du?"

VRanger
17.05.2014, 22:57
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Glandis | Am Flussbaum • etwas Planung

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png „Ich kenne mich mit diesen Wesen nicht aus. Was können sie? Das Leuchten an der Schulter ist dann wohl eine gute Rüstung oder ein Schild, oder nicht?“ Glandis war enttäuscht, als sie diese Sachen hörte. Doch in der Hocke war keine Zeit und sie vermied es etwas vor dem kommenden Kampf zu sagen. Doch sie musste besser wissen, was die andere tatsächlich konnte. Was dann folgte, war für die Dalish schon besser: „Entweder schleicht sich einer von uns nach vorne und lenkt ab, oder einer von uns rennt von hier aus auf sie zu, sodass der andere unbemerkt rankommt. Was meinst du?“

Sie nahm sich bewusst eine kurze Zeit, bis sie antwortete. Dann sagte sie so wie vorher kurz, aber leise jedes Wort betonend: »Der Kleine ist ein Genlock. Meist Bogner oder Magier. Die großen sind Hurlocks, ausnahmslos Krieger. So einer hat auf mir gelegen. Das Blitzende könnte ein Zweihänder sein.« Dann schwieg sie, um Aril Zeit zum Nachdenken zu geben. Sie sagte weiter: »Ich werde schleichen, Du wirst mich nicht sehen. Du musst warten gute fünf Minuten. Dann …« Glandis stutze und wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn, sagte dann: »Hatte dich das gestern gefragt und es ist jetzt klar. Du stehst dann auf und brüllst die Welt zusammen. Ich mache den Kleinen klar. Du musst mit den beiden auskommen, bis ich helfen kann.« Dann schaute sie Aril an und zog ihr Jagdmesser heraus.


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Fawks
18.05.2014, 08:15
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Glandis erklärte ihr langsam und deutlich: »Der Kleine ist ein Genlock. Meist Bogner oder Magier. Die großen sind Hurlocks, ausnahmslos Krieger. So einer hat auf mir gelegen. Das Blitzende könnte ein Zweihänder sein.« Aril dachte nach. Sie kannte diese Wesen nicht, aber Hurlock und Genlock konnte sie sich merken. So ein großer wie auf der Elfe gelegen hatte war auch nicht so leicht zu vergessen.
»Ich werde schleichen, Du wirst mich nicht sehen. Du musst warten gute fünf Minuten. Dann …Hatte dich das gestern gefragt und es ist jetzt klar. Du stehst dann auf und brüllst die Welt zusammen. Ich mache den Kleinen klar. Du musst mit den beiden auskommen, bis ich helfen kann.«

Aril nickte stumm. Sie verharrte noch immer in der Hocke und beschrieb mit dem Arm einen Bogen: "Gehst du rechts in einem Bogen oder links?" wisperte sie. Die Dalish hatte schon ihr Jagdmesser gezückt. "Und kannste du, wenn du dort angekommen bist, mit deinem Dolch eine Reflektion geben? Ich habe die Sonne im Rücken, ich sehe das sofort. Die Hurlocks und der Genlock dürften es eigentlich nicht sehen können, weil du dich dann neben ihnen befindest. Aber so weiß ich, wo du bist und dass ich loslaufen kann."
Aril brach ab und streckte eine Hand nach Glandis aus, berührte sie vorsichtig am Arm. "Pass gut auf dich auf! Versuche deinen Rücken nicht zu sehr zu krümmen wegen der Verletzung. Nicht, dass sie im Kampf aufreißt..." sagte sie besorgt. "Und mach dir um mich keine Sorgen. Ich warne dich, wenn ich einen Sturmlauf veranstalte, dann wird das auch ein richtiger Sturm."

VRanger
18.05.2014, 10:06
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Glandis | Am Flussbaum • Der Beginn

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Mit dem Jagdmesser, gedacht zum Häuten von Tieren, was auch zum Schneiden von Dingen die nötige Schärfe aufwies, sich aber als Waffen nur schwer eignete, hockte die Dalish neben Aril. Und bei den Worten, die sie hörte, kamen ihr Zweifel, ob die junge Adlige die Sache verstanden hatte. Doch es war jetzt keine Zeit für Debatten. Deswegen wiederholte sie ihre letzten Worte zum bevorstehenden Kampf: »Ich schleiche mich an! Du wartest! Du springst in etwa fünf Minuten hier auf und brüllst die Welt zusammen. Ich bin da noch im Schleichen. Die Hurlocks werden losrennen! An mir vorbei oder nicht. Der Genlock wird etwas brauchen für seinen Schuss! Ich hoffe, dass es ein Bogner ist. Den schalte ich aus! Du musst standhalten. Ich helfe Dir dann, komme zurück!«

Dann schwieg sie. Der Plan für sie war klar. Und weil es auch höchste Zeit wurde, legte sie sich fast auf den Boden und begann das hüfthohe Gras vor sich mit dem Jagdmesser einfach abzuscheiden. Legte die Halme gekonnt und wie aus mehrfacher Übung geschickt zu Boden. Nichts zeigte an der Oberfläche der Lichtung diese Bewegung. Sie glitt anmutig und schnell in diese Lücke. Und bereits nach wenigen Metern verschwamm ihr Umriss, auch für Arils Augen. Für einen kurzen Moment flackerte die Illusion des Nichts, denn immer noch leise, aber sich entfernend sagte Glandis: »Ein Blitzen von mir dort bringt mir alle drei zu mir. In fünf …« den Rest der Worte, vielleicht gesprochen oder auch nicht verschluckte das Gras bereits. Die Dalish war fort und Aril allein. Ob der Plan gelingen würde?


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Fawks
19.05.2014, 21:35
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


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»Ich schleiche mich an! Du wartest! Du springst in etwa fünf Minuten hier auf und brüllst die Welt zusammen. Ich bin da noch im Schleichen. Die Hurlocks werden losrennen! An mir vorbei oder nicht. Der Genlock wird etwas brauchen für seinen Schuss! Ich hoffe, dass es ein Bogner ist. Den schalte ich aus! Du musst standhalten. Ich helfe Dir dann, komme zurück!« wiederholte Glandis stur und etwas barsch. Im Davonschleichen, das sie sehr geschickt unternahm, indem sie die Halme abschnitt, durch die sie sich bewegen wollte, sagte sie noch etwas davon, dass sie durch das Blitzen entdeckt werden würde.

Aril wollte sie schon streng zur Ordnung rufen - sie war es nicht gewohnt, dass Rangniedrigere ihr Anweisungen gaben - doch dann fiel ihr wieder ein, wo sie war und wer diese Frau war. Also klappte sie den Mund wieder zu.

Sie wechselte langsam die Position, von der geduckten Hocke aus schob sie ein Bein nach vorne und winkelte das andere ab, stützte sich mit beiden Händen auf dem Grad ab und verharrte so, das Gewicht auf alle Gliedmaßen verteilt.

Die Elfin hatte offensichtlich einen ganz anderen Kampfstil. Die Adlige wurde gelehrt, kunstvoll zu kämpfen, aber ihre Hiebe enthielten immer eine große Wucht. Sie konnte elegant die Klingen schwingen, aber sie konnte genauso einen tödlichen Mahlstrom entfesseln. Sie hatte das Gefühl, dass Glandis beides verbinden konnte. Und dass es bei ihr nicht tödlich, sondern notwendig wirken würde. Oder elfisch. Sie konnte die Gedanken der Elfin einfach nicht erfassen und nicht verstehen. Aber vielleicht musste sie das auch nicht - sie mussten nur miteinander auskommen. Und das würde Aril schaffen. Sie mochte Glandis, auf irgendeine Art.

Sie spannte sich. In wenigen Augenblicken würde es soweit sein...

VRanger
20.05.2014, 18:49
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Glandis | Am Flussbaum • Ausdauer

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Sie hatte Aril zurückgelassen. Glandis kam gut voran. Das Gras war trocken und schnitt sich gut. Sie hatte es in ihrer Kindheit oft trainiert, auch unter den Augen des gestrengen Vaters. Er hatte ihr Drängen nach Anerkennung mit dieser Übung brechen wollen. Jedes mal, wenn die Halme zeigten, wo sie war, musst sie von vorn beginnen. Wie hatte sie geflennt über diese schiere Schikane und den Vater gehasst. Später hatte sie Anerkennung in ihrer Gruppe der Gleichaltrigen gewonnen, es konnte keiner so wie sie. In dieses scheinbare »Verschwinden« mochte sie, das Anschleichen, das Legen von Fallen oder das Aufheben gleicher Stücke aus dem Verborgenen war ihr stille Passion. Den Bogenschützen sollte jeder sehen. Aber ihre wahre Bestimmung war, dass was sie jetzt tat.

Die Meter fraßen ihre Kraft. Stetig, Grasbüschel um Grasbüschel, welches sie immer Bedacht auf kein Wackeln zu Seite legte, stetig mit jedem Meter, den sie sich nach vorneschob, zerrte an ihrem Körper. Die Tage auf dem Schlachtfeld, aber auch das geringe Essen und die Mühsal mit dem Pferd zwickten und zwackten. Sie spürte, wie sie langsamer die Dinge aneinanderreihen könnte. Sie sprach sich Mut zu, feuerte sich an. Doch sie wusste, die gute Pfeilschusslänge würde sie auszehren und dann folgte erst der Kampf.

Verbissen hielt sie sich an den Plan. Der Rücken brannte. Längst hatte sich die schon an der Weide erneut aufgebrochene Wunde mit einem kleinen Rinnsal zurückgemeldet. Der Kopf begann zu schmerzen. »Hoffentlich schaffe ich es. Aril,« dachte sie »schreie noch nicht!« Doch der Gedanke an Aril gab ihr zusätzlichen Elan, brachte die in einem schlummernden Energien zutage, bei den man sich später fragt, wo sind sie hergekommen. Glandis wusste, dass es in ihrem geschwächten Zustand der letzte Kampf werden würde. Aber sie wusste auch, dass Aril die Hauptlast ihres verrückten, aber einzig sinnvollen Planes tragen musste. In diesem Gedanken schnitt sie bewusster die nächsten Halme ab und schob sich Meter für Meter in die Richtung des kleinen Sturmtrupps der dunklen Brut … »Aril, schreie noch nicht!« sagte sie sich bei jedem weiteren Meter ...


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Fawks
21.05.2014, 15:32
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


Vorheriger Post: Unbehagen (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page12?p=22841276&viewfull=1#post22841276)

Aril konnte es kaum einschätzen: Die Distanz, die Glandis mittlerweile zurückgelegt haben musste, ihre Kraft, die sie noch haben würde und ob es ausreichen würde für den Kampf.
Ihr war klar, dass sie die Hauptlast tragen musste, aber das freute sie auf irgendeine Weise. Sie knurrte sich selbst an. Warum musste sie allen immer beweisen wie toll und gut sie war? Warum lag ihr so viel an der Anerkennung dieser Frau? Sie war doch nur eine Elfin! Ihr Großvater hätte sie ausgelacht.
Bei dem Gedanken an ihre Familie verzog sie das Gesicht. Losgeritten, um den Bruder zu suchen, aber beim Kampf sich so aufführen, wie die Damen es tun, wenn sie der hohen Gesellschaft die neuen Kleidervorführen: bedacht auf Anerkennung und Stolz.

Aril hob den Kopf und besah sich den Sonnenstand. Sie atmete tief aus, denn bald war es soweit. Sie würde sich erst erheben und einige Schritte gehen. Am besten die Aufmerksamkeit der Biester auf sich lenken - dann stünden sie wahrscheinlich kurz regungslos da, überrascht davon, dass hier jemand überlebt hatte. Und dann - das war der kritische Punkt - genau dann musste sie losbrüllen und stürmen, bevor die anderen auf die Idee kamen, sie anzugreifen. Am liebsten hätte sie diese große Distanz mit einem Sprung zurückgelegt, aber das war völlig unmöglich. Sie würde ein ganzes Stück im vollen Lauf rennen müssen. Nun gut, sie war ausdauernd, das würde sie schaffen.

Sie griff einmal mehr hinter sich und ruckte am Dolch und am Schwert. Beide ließen sich leicht aus der Halterung lösen - so musste es sein, denn sie musste die Waffen im Laufen ziehen.

Mit einem letzten tiefen Atemzug erhob sich Aril, stand inmitten der goldenen Halme und der jetzt aufkommende Wind fegte ihr die Haare aus dem Gesicht und das Gras schmiegte sich an ihre Beine. War diese Böe ein Zeichen für den Angriffssturm, der folgen sollte? Ihr Blick war fest auf die kleine Gruppe gerichtet und sie fasste sich. Gleich! Und dann stieß sie einen gewaltigen Schrei aus, sodass es ihr vorkam, dass der Boden unter ihr bebte.

VRanger
21.05.2014, 18:02
vorheriger Post: Am Flussbaum • Ausdauer (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22845726&viewfull=1#post22845726)

Glandis | Am Flussbaum • Beharrlichkeit

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png »Aril, schreie noch nicht!« sagte sich Glandis bei jedem weiteren Meter ... Und sie hörte von der Adligen noch keinen Ton. Dann stieß die Dalish auf erste Zweige, später auf kleine Äste in dem Gras. Das war für sie ein sicheres Zeichen, dass sie in der Nähe der Waldkante sein musste. Denn wenn eine starke Böe durch die Kronen der Bäume tobte, dann wurden schon kleinere Teile des Geästs mitgetragen. Ihr waren diese Funde willkommen. Auch wenn sie das Schleichen erschwerten. Denn ein Knacken eines Astes herrührend aus einem unbedachten Auftritt und die Tarnung flog auf, das wusste sie. Nein, Glandis glaubte zu wissen, dass sie weit gekommen war und so passabel in den Kampf eingreifen konnte. Deshalb hielt sie inne. Doch nicht, um auszuruhen. Nein, die schnitt von einem Teil des herumliegenden Holzes, was noch eine gewisse Festigkeit hatte mit dem Jagdmesser ein Stück ab. Sie würde es brauchen, das wusste sie.

Fawks
22.05.2014, 09:28
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


Vorheriger Post: Zeige dich! (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht/page12?p=22850110&viewfull=1#post22850110)

Die Adlige hatte sich erhoben und sie kam sie vor, als throne sie auf einer Wiese, als wäre sie Königin über das Land. Der Schrei war verhallt und die Reaktion folgte auf den Fuß:

Sie erkannte in einigen Metern entfernung - sichtlich so weit, wie ein Bogenschütze schießen konnte - eine kleine Gruppe. Was hatte Glandis gesagt? Drei oder vier? Aril wusste es nicht mehr. Es spielte ohnehin keine große Rolle.
Sie konnte Glandis nirgends entdecken und das beunruhigte sie. Wo war sie? Schon dort, wo sie hinwollte? Gefangen genommen worden? Oder hatten sich ihre Wunden gemeldet und sie lag irgendwo im Gras?
Mit wieselndem Blick und bebenden Lippen suchte Aril die hohen Halme ab, doch sie konnte nichts entdecken.

Aber was sie stattdessen sah, war äußerst beunruhigend. Der Trupp hatte sich in Bewegung gesetzt und kam jetzt auf sie zu. Und zwar in einem ordentlichen Tempo.

VRanger
23.05.2014, 19:09
Sturmtrupp | Lagerplatz • lohnendes Ziel ~ Spielleiterpost Aril & Glandis

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Hurlock_1.png Der mutige Schrei einer Frauenstimme holte den Sturmtrupp aus den Vorbereitungen zum Errichten eines Lageplatzes. Der Ranghöchste schaute in Richtung des auffordernden Rufes. Seine Augen waren nicht von besonderer Sehschärfe, zumal ihn die sich dem Abend zuneigende Sonne über den hüfthohen Gräsern der vor ihm liegende Fläche nicht begünstigte. Doch seine Erfahrung und sein Gehör gaben einen deutlichen Befehl: »Beute!«

Er grunzte seine Gruppe an, trat dem untersten der Rangfolge, der gerade versuchte einen kleinen Stapel an Ästen zu entzünden in die Seite, sodass dieser verdutzt abrollte. Auch der andere Hurlock bekam seinen Anranzer und deutliche Order: »Angriff«. Den Genlock ignorierte der Anführer. Mit ihm kam er nicht klar. An Klarheit im Denken war dieser ihm überlegen, doch nicht in der Körpergröße. Aber er war dem Trupp zugeteilt. Die beiden jüngeren Hurlocks sollten ausgebildet werden. Doch warum dabei einer nach seinen Augen kleiner, eher unnützer Begleiter dabei sein sollte, erschloss sich dem Truppführer nicht. Er war erfreut, es allen zu zeigen und so brüllte er seinerseits. Zum einen, um den noch nicht so richtig gesehenen Gegner zu erschrecken und zum anderen, um den Rangniederen Beine zu machen. Mit argwöhnischem Blick sah er, wie sie beide um Anerkennung heischend mit ihren Schwertern losrannten in Richtung des mutigen Rufes.

Er nahm aber auch mit Verblüffung zur Kenntnis, dass der Kleinste von ihnen sich langsamer, doch zügig in die gleiche Richtung begab. So legte er seinen blutverkrusteten Zweihänder, der trotz des Zustandes an einigen Stellen die Sonne reflektierte, auf seine Schulter und begann mit wuchtigem Gestampfe, aber deutlich bedächtiger, weniger kraftraubend und mit mehr Überblick auf den Ort zuzustreben, von dem, der Ruf erschallt war. Er fühlte sich sicher. Denn die beiden Hurlocks, die jetzt schon ein deutliches Stück vor ihm waren, waren nicht unerfahren. Sie hatten mit ihm am Tor des Flüchtlingslagers gestanden und es aus den Angeln gehoben. Doch sie sollten etwas übrig lassen vom Feind. Das brüllte er ihnen in seiner Art der Sprache nach. Dieser markige Schrei wiederum trieb die beiden noch mehr an. Denn keiner wollte selbst zu spät kommen. Denn wer will schon immer der Rangniedrigste sein? Sie hatten beide große Lust das Ziel allein in Stücke zu hauen. Und der Jüngste von ihnen war der schnellste.

Der Genlock hatte schon viele Kämpfe gesehen und bestanden. Er wusste, was er konnte. Er hatte das Ziel ausmachen können und ihm war mit seiner Intelligenz klar, für einen guten Fernangriff war er zu weit entfernt. Wenige Schritte nur, aber zu weit. Deshalb suchte er sich eine Position, aus der er eingreifen konnte. Ihm behagte es nicht, wie die beiden Grünlinge losrannten. Sie würden am Ziel pumpen und nach Luft ringen, er jedoch nicht. Er wusste, ihm gehörte der entscheidende Punch.

VRanger
23.05.2014, 19:34
vorheriger Post: Am Flussbaum • Beharrlichkeit ( http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22850979&viewfull=1#post22850979)

Glandis | Am Flussbaum • unerwünschter Schrecken

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Sie hörte den Schrei von Aril. Dieses Signal wischte alle Dinge weg, die sie gerade beschäftigt hatten. Sie sammelte sich, prüfte kurz die Waffen und begann sehr langsam, immer ihre Deckung wahrend in die Hocke zu gehen und war gerade im Begriff aufzustehen, da überschlugen sich für sie die Töne. Sie hörte ganz in der Nähe den Angriffsbefehl, gleiche Kommandos in dieser so grässlichen Sprache. Es erschauderte die Dalish und sie sank zurück in die Hocke. Ihr Kampf vor wenigen Tagen drängte mit all seinen Bildern in den Vordergrund. Erneut gab sie sich einen Ruck, um langsam, die Verborgenheit zu erhalten aufzustehen. Da rannten, eher stampften mehrere der Dunklen Brut an ihr vorbei. Mit Schrecken sah sie auf die von ihr ins Gras geschnittene Schneise, nicht breit, der Wind drückte einiges zusammen, doch es war zu sehen. Ihr wurde warm ums Herz. Ein flaues Gefühl stieg vom Magen her auf. Instinktiv nahm sie das zuvor geschnittene Holzstück zwischen die Zähne. Sie griff nach den Dolchen, zog sie langsam, sehr langsam aus den Scheiden, geräuschlos. Dabei merkte sie am Zittern des Bodens, sie entfernten sich. Mehrere sehr schnell, einer bedächtiger, aber sehr dominant und einer schritt gemächlich vorwärts. So hob sie schließlich den Kopf aus dem Gras. Nur in die Höhe, dass sie etwas sehen könnte. Sie war, für das was sie vorgehabt hatte, zu weit von dem für einen flüchtigen Moment fixierten Punkt entfernt und dachte, ja wünschte: »Aril, oh Aril halte durch!«


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Fawks
24.05.2014, 14:46
http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png


vorheriger Post: Momentaufnahme (http://upload.worldofplayers.de/files9/Aril_Ava.png)

Aril hörte einen Schrei erschallen und sah, wie sich ein Teil der Gruppe in Bewegung setzte. Sie kniff die Augen zusammen und versuchte angestrent zu sehen, wer da auf sie zukam. Nach einigen Augenblicken wusste sie, dass es die Art von dunkler Brut war, die auf Glandis gelegen hatte. Sie liefen hintereinander, aber der vordere war schneller unterwegs.

Sie verschaffte sich einen Überblick: Hinter den schon gestarteten lief ein dritter los, klein und pummelig und hinter dem folgte anscheinend der Anführer, er war größer ale die drei anderen.

Die ersten beiden musste sie definitiv alleine ausschalten und sie kamen rasch näher.
"Den Schwung ausnutzen, den der erste mitbringt," murmelte Aril vor sich hin, beugte die Knie und zog ihr Schwert aus der Scheide. Das widerliche Wesen, das nach Fäulnis stank, wurde vor ihr immer größer und war nur knapp zwanzig Schritt entfernt - Aril machte sich bereit und mit einem Satz sprang sie vor. Der Hurlock, der damit anscheinend nicht gerechnet hatte, versuchte seinen Lauf abzubremsen, da Aril seinen Weg nun deutlich verkürzt hatte. Doch der Schwung ließ ihn straucheln und Aril bestärkte das Bewegungsmoment noch, indem sie sich beim Aufkommen sofort duckt um der Klinge auszuweichen und mit ihrem rechten Arm ihr Schwert in einem Bogen vorschießen ließ, sodass es mit allem Schwung auf den unteren Teil der Beine des Hurlocks traf. Ein widerwärtiges Knacken war zu hören und der Hurlock hob im wahrsten Sinn des Wortes ab, nur um dann plump auf dem Boden zu landen. Im Drehen zog Aril den Dolch aus der Halterung und rammte ihn dem Brutwesen in den Rücken, das nur noch einmal zuckte und dann erschlaffte.

Aril hob den blick und drehte sich wieder in die Richtung, aus der der Hurlock gekommen war. gerade rechtzeitig, denn der Zweite war fast da...

VRanger
24.05.2014, 17:34
vorheriger Post: Am Flussbaum • unerwünschter Schrecken (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1299616-2-Wege-entstehen-indem-man-sie-geht?p=22862571&viewfull=1#post22862571)

Glandis | Am Flussbaum • Sprungrolle

http://upload.worldofplayers.de/files9/VR_Gladis_1.png Sie hatte sich wünscht »Aril, oh Aril halte durch!«, als sie die Situation erkannte. Zwei Hurlocks stürmten angetrieben von einem Truppführer nach vor. Für sie außer Reichweite. Auch der schon von der Erschütterung des Bodens sehr dominant vorgehende Anführer der hier vertretenden dunklen Brut, schritt zwar nicht hastig, doch so zügig, dass er sie nicht mehr wahrnehmen konnte. Die drei strebten auf Aril zu. Da war noch ein Vierter. Sie hatte es übersehen … »es kann einer auch gehockt haben« … schoss es ihr durch den Kopf. Was viel schwerer wog, dass ihre Strategie ins Wanken kam. Denn für einen guten Angriff aus dem Verborgenen, tief im Rücken de