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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Autor] Umberto Eco



Fighting Faith
16.04.2006, 23:52
Bissl Wiki Quote zu Beginn: :>

Umberto Eco
(* 5. Januar 1932 in Alessandria, Piemont) ist ein italienischer Schriftsteller, Medienwissenschaftler und Semiotiker.

Umberto Eco (der Name wurde seinem Großvater von Priestern gegeben, da dieser ein Findelkind war, Eco ist ein Akronym aus ex caelis oblatus, der vom Himmel gefallene) ist Professor für Semiotik an der Universität Bologna und besitzt 31 Ehrendoktortitel (u.a. in Deutschland an der Freien Universität Berlin).

Eco schloss sein Studium der Pädagogik und Philosophie 1954 mit einer Dissertation über die Ästhetik des Thomas von Aquin ab. Im Bereich der Semiotik entwickelte er die Theorie der Kultursemiotik.

Eco ist einer der bekanntesten und meistgelesenen italienischen Schriftsteller der Gegenwart. Einem breiteren Publikum ist Eco vor allem aufgrund seiner literarischen Arbeiten bekannt, in denen er ausgiebig Gebrauch von Zitaten und Montagetechniken macht, was zu ihrer Charakterisierung als die postmodernen Romane schlechthin geführt hat.

Umberto Eco ist seit Oktober 2003 Mitglied der französischen Ehrenlegion. Eco ist auch aktiver Gegner des momentan amtierenden italienischen Regierungschefs Berlusconi. Wäre er 2006 erneut gewählt worden, hatte er bereits vorher angekündigt, dass er dann ins freiwillige Exil gegangen wäre.

Literarische Werke

1980: Der Name der Rose (dt. Ausg. 1982), wurde auch erfolgreich verfilmt.
1983: Nachschrift zum Namen der Rose (dt. Ausg. 1986).
1988: Das Foucaultsche Pendel (dt. Ausg. 1989)
1990: Platon im Striptease-Lokal (dt. Ausgabe 1990, eine Textauswahl aus dem 1963 bei Mondadori erschienenen Bandes »Diario minimo«)
1990: Sämtliche Glossen und Parodien
1992: Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge (Glossen; dt. Ausg. 1993)
1994: Die Insel des vorigen Tages (dt. Ausg. 1995)
2000: Baudolino (dt. Ausg. 2001)
2000: Derrick oder die Leidenschaft für das Mittelmaß. Streichholzbriefe 1990-2000 (Glossen; dt. Ausg. 2000)
2002: Gesammelte Streichholzbriefe (Glossen; dt. Ausg. 2002)
2004: Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana (dt. Ausg. Oktober 2004)


Semiotische Werke

1973: Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte (dt. Ausg. 1977)
1979: Lector in fabula
1987: Semiotik. E
ntwurf einer Theorie der Zeichen., Wilhelm Fink Verlag, München, 1987, 2. korrigierte Auflage 1991 (englische Originalausgabe: A Theory of Semiotics, Bloomington, Ind., 1976)
1993: Die Suche nach der vollkommenen Sprache, C. H. Beck Europa Bauen, 388 S. (Geschichte der Sprachen von Adam bis Esperanto; vermittelt geschliffen Überblickswissen von Sprachenthusiasten, ausgiebig widmet es sich der Rezeption des Hebräischen [Sprache Gottes?], Altägyptischen, auch Griechischen und Lateinischen, kommt dann zu künstlichen Sprachen wie Dees Henochisch, oder der Universalsprache Esperanto)
1997: Kant und das Schnabeltier (dt. Ausg. 2000)


Andere Werke

1977: Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt - Unterhaltsam und informativ schildert Umberto Eco, wie man eine wissenschaftliche Arbeit plant, gliedert und niederschreibt. Oft bezieht sich das Buch auf den italienischen Universitätsbetrieb und ist etwas veraltet (Computer etwa finden trotz Neuauflagen weder bei Recherche noch beim Abfassen der Arbeit Erwähnung). Gleichwohl ist das Buch ein Klassiker des Genre und sehr empfehlenswert.


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Ein guter Freund von mir hatte mich damals auf die Idee gebracht, mal ein wenig Eco zu lesen, ich denke er wollte mich eigentendlich nicht einmal dazu bewegen, aber dennoch hat er es getan. Es war mir immer sehr peinlich dazustehen, vor diesem "allwissend blesenem Menschen" und sagen zu müssen "Egal was du gesagt hast, ich habe kein Wort verstanden/ Ne kenne ich nicht".

Date and Time: 03/25/2005
Wyd: Hast du schon mal Eco gelesen?
Faith: kann sein ;)
Wyd: Tsts. Dann solltest du dich aber erinnern. Dieser Mann hat eine Sprachgewalt, da ziehts dir Füsse weg. Oder die Schuhe aus. Oder wie auch immer. Einfach grossartig. Er kann seitenlang über eine völlig belanglose Nebensächlichkeit schreiben, und allein sein Stil sorgt dafür, dass es interessant zu lesen ist.

So kam es also dazu, dass ich mir einige Leseproben organisiert habe, eine davon war Folgende:


Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana (http://www.umberto-eco.de/titel.cfm?wohin=3446205276&zeige_leseprobe=1)

1.
Der grausamste Monat

»Und wie heißen Sie?«
»Warten Sie, ich hab’s auf der Zunge.«

So hatte das Ganze angefangen.
Ich war wie aus einem langen Schlaf erwacht, aber um mich herum lag alles noch in einem milchigen Grau. Oder ich war gar nicht wach, ich träumte. Es war ein seltsamer Traum: ohne Bilder, nur Töne. Als
ob ich nichts sah, nur Stimmen hörte, die mir erzählten, was ich se-hen sollte. Und sie erzählten mir, daß ich noch nichts richtig sah, nur
ein nebliges Wabern längs der Kanäle, wo die Landschaft verschwamm. Brügge, sagte ich mir, ich war in Brügge. War ich jemals in der toten Stadt Brügge gewesen? Wo der Nebel zwischen den Türmen wabert wie der träumende Weihrauch? Eine graue Stadt, traurig wie ein chrysanthemenbekränztes Grab, wo der Nebel zerschlissen wie ein alter Wandteppich an den Fassaden hängt…
Meine Seele putzte die Scheiben der Trambahnfenster blank, um in den mobilen Nebel der Ampeln zu tauchen. Nebel, mein kontaminierter Bruder… Ein dichter, undurchdringlicher Nebel, der die Geräusche dämpfte und formlose Gespenster auftauchen ließ… Schließlich gelangte ich an einen tiefen Abgrund und sah eine riesenhafte Gestalt, eingehüllt in ein Grabtuch, und die Hautfarbe dieser Gestalt glich dem makellosen Weiß des Schnees. Mein Name ist Arthur Gordon Pym.
Ich kaute den Schnee. Die Gespenster zogen vorüber, streiften mich und lösten sich auf. Die fernen Lampen flackerten wie Irrlichter auf einem Friedhof…
Jemand geht neben mir, lautlos, als wäre er barfuß, er geht ohne Absätze, ohne Schuhe, ohne Sandalen, ein Nebelschwaden streift mich an der Wange, eine Handvoll Betrunkener grölt unten, am Ende der Fähre. Fähre? Das sage nicht ich, es sind die Stimmen.
Der Nebel kommt auf kleinen Katzenpfoten… Es war ein Nebel, der aussah, als hätte man die Welt weggenommen.
Und doch war mir ab und zu, als öffnete ich die Augen und sähe Lichter. Ich hörte Stimmen: »Das ist nicht mehr richtiges Koma… Nein, Signora, denken Sie nicht an das flache EEG, ich bitte Sie… Da ist Reaktionsbereitschaft…«
Jemand leuchtete mir in die Augen, aber nach dem Licht war es wieder dunkel. Ich spürte den Stich einer Nadel, irgendwo. »Sehen Sie, da ist Bewegungsvermögen…«
Maigret taucht in einen so dichten Nebel, daß er nicht einmal sieht, wohin er die Füße setzt… Der Nebel wimmelt von menschlichen Gestalten, er brodelt von einem prallen und geheimnisvollen Leben. Maigret? Elementar, lieber Watson, es sind zehn kleine Negerlein, es ist der Nebel, in dem der Hund von Baskerville verschwindet.
Der Vorhang aus grauem Rauch verlor allmählich seine graue Färbung, die Temperatur des Wassers war sehr gestiegen und seine milchige Tönung deutlicher denn je… Dann stürzten wir in die Umarmungen des Katarakts, wo sich ein Abgrund öffnete, um uns zu verschlingen.
Ich hörte Leute um mich her reden, ich wollte rufen und ihnen zu verstehen geben, daß ich da war. Ein Sirren war zu hören, als würde ich von einer Foltermaschine mit nadelscharfen Zähnen zerrissen. Ich war in der Strafkolonie. Ich spürte ein Gewicht am Kopf, als hätte man mir die eiserne Maske angelegt. Mir war, als sähe ich hellblaue Lichter.
»Da ist Asymmetrie im Durchmesser der Pupillen.«
Bruchstücke von Gedanken schwirrten mir durch den Kopf, sicher wachte ich gerade auf, aber ich konnte mich nicht bewegen. Wenn ich doch nur wach bleiben könnte. Habe ich wieder geschlafen? Stunden, Tage, Jahrhunderte?
Der Nebel kam wieder, die Stimmen im Nebel, die Stimmen, die über den Nebel redeten. Seltsam, im Nebel zu wandern! Mir schien, ich schwamm in einem Meer, ich war nahe am Strand, aber ich konnte
ihn nicht erreichen. Niemand sah mich, und die Flut trug mich wieder hinaus.
Bitte sagt etwas zu mir, bitte berührt mich. Ich spürte eine Hand auf der Stirn. Welche Erleichterung! Eine andere Stimme: »Signora, es gibt Beispiele von Patienten, die plötzlich aufwachen und aus eigener Kraft davonspazieren.«
Jemand störte mich mit einem blinkenden Licht, mit einer vibrierenden Stimmgabel, es war, als hielte man mir ein Gläschen Senf unter die Nase, dann eine Knoblauchzehe. Die Erde hat einen Geruch von Pilzen.
Andere Stimmen, aber jetzt von innen: Lange Klagerufe von Dampflokomotiven, Priester im Nebel, die undeutlich im Gänsemarsch nach San Michele in Bosco gehen.
Der Himmel ist aschgrau. Nebel überall, Nebel stromauf, Nebel stromab, Nebel, der in die Hände der kleinen Streichholzverkäuferin beißt. Die Passanten auf den Brücken der Hundeinsel blicken in einen tiefhängenden Himmel aus Nebel, selbst eingehüllt in den Nebel, als säßen sie in einer unter dem braunen Nebel schwebenden Mongolfiere, nie hätt’ ich gedacht, daß der Tod so viele hätt' hingemacht. Geruch von Bahnhof und Ruß.
Ein anderes Licht, weniger scharf. Mir ist, als hörte ich durch den Nebel den Klang der schottischen Dudelsäcke über die Heide dringen.
Weiterer langer Schlaf, vielleicht. Dann eine Aufhellung, sembra
d'essere in un bicchiere di acqua e anice – als wär's in einem Glas Wasser mit Anisschnaps…

Er stand vor mir, auch wenn ich ihn nur undeutlich sah. Mir brummte der Kopf, als wäre ich nach einem schweren Rausch aufgewacht. Ich glaube, ich murmelte etwas mühsam, als ob ich in diesem Moment zum ersten Mal anfing zu sprechen: »Posco, reposco, flagito regieren den Infinitiv Futur? Cuius regio, eius religio… Ist das der Augusteische Frieden oder der Prager Fenstersturz?« Und dann: »Nebel auch auf dem Tratto Appenninico der Autostrada del Sole, zwischen Roncobilaccio und Barberino del Mugello…«
Er lächelte mir verständnisvoll zu: »Jetzt öffnen Sie mal die Augen richtig und versuchen, sich umzusehen. Begreifen Sie, wo wir sind?« Jetzt sah ich ihn deutlicher, er trug einen weißen – wie sagt man? – Kittel. Ich drehte die Augen, und es gelang mir, auch den Kopf zu bewegen: Der Raum war nüchtern und sauber, wenige kleine Möbel, aus Metall und in hellen Farben, ich lag in einem Bett, mit einer Kanüle im rechten Arm. Ein Sonnenstrahl kam durchs Fenster herein, zwischen den Stäben der heruntergezogenen Jalousie, Frühling glänzt ringsum in der Luft und frohlocket über den Feldern. Ich murmelte: »Wir sind… in einer Klinik, und Sie… Sie sind ein Arzt. Ist es mir schlimm ergangen?«
»Ja, ziemlich schlimm, ich erklär's Ihnen später. Aber jetzt sind Sie wieder zu Bewußtsein gekommen. Machen Sie sich keine Sorgen. Ich bin Doktor Gratarolo. Entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen ein paar Fragen stelle. Wie viele Finger zeige ich Ihnen hier?«
»Das ist eine Hand, und das sind Finger. Und es sind vier. Sind es vier?«
»Richtig. Und wieviel ist sechs mal sechs?«
»Sechsunddreißig, das ist doch klar.« Die Gedanken purzelten mir durch den Kopf, aber sie kamen ganz von allein. »Die Summe der Flächeninhalte der Quadrate… über den Katheten… ist gleich dem Flächeninhalt des Quadrates über der Hypothenuse.«
»Kompliment. Ich glaube, das ist der Satz des Pythagoras, aber in Mathematik hatte ich im Gymnasium eine Fünf…«
»Pythagoras von Samos. Die euklidischen Elemente. Die verzweifelte Einsamkeit der Parallelen, die sich niemals begegnen…«
»Ihr Gedächtnis scheint ja in bester Verfassung zu sein. Bei der Gelegenheit übrigens: Wie heißen Sie?«

Das war's, hier zögerte ich. Dabei hatte ich's auf der Zunge. Nach einer kurzen Pause gab ich die selbstverständlichste Antwort.
»Ich heiße Arthur Gordon Pym.«
»Nein, so heißen Sie nicht.«
Sicherlich war Arthur Gordon Pym ein anderer. Er ist nicht zurückgekommen. Ich versuchte, mit dem Doktor eine Vereinbarung zu treffen.
»Nennt mich… Ismael?«
»Nein, Sie heißen nicht Ismael. Strengen Sie sich an.«
Ein Wort, ein Name. Wie wenn man gegen eine Wand hämmert. Euklid oder Ismael zu sagen war mir leichtgefallen, wie wenn man Rumpelstilzchen sagt, oder Ambarabà ciccì coccò, drei Käuzchen auf dem Vertiko… Aber zu sagen, wer ich war – das war, wie sich umzudrehen, und hinter mir war die Wand. Nein, keine Wand, etwas anderes, ich versuchte es zu erklären: »Es ist nichts Festes, nichts Hartes, es ist, als wenn man im Nebel geht.«
»Wie ist der Nebel?« fragte er.
»La nebbia agli irti colli piovigginando sale e sotto il maestrale urla e biancheggia il mar… Der Nebel steigt nieselnd die stachligen Hügel hinauf, und unter dem Mistral brüllt und gischtet das Meer… Wie ist der Nebel?«
»Bringen Sie mich nicht in Verlegenheit, ich bin nur ein Mediziner. Außerdem haben wir April, ich kann Ihnen keinen Nebel vor Augen führen. Heute ist der 25. April.«
»April ist der grausamste Monat.«
»Ich bin nicht sehr belesen, aber das klingt wie ein Zitat. Sie hätten auch sagen können, heute ist der Tag der Befreiung, il giorno della Liberazione, der Tag der Befreiung vom Faschismus. Wissen Sie, welches Jahr wir haben?«
»Sicher eines nach der Entdeckung Amerikas…«
»Erinnern Sie sich nicht an ein Datum, irgendein Datum vor… vor Ihrem Aufwachen?«
»Irgendein Datum? 1945, Ende des Zweiten Weltkriegs.«
»Das ist mir zuwenig. Heute ist der 25. April 1991. Sie sind Ende 1931 geboren, wenn ich nicht irre, also sind Sie jetzt annähernd sechzig.«
»Neunundfünfzigeinhalb, noch nicht mal ganz.«
»Mit Ihrer Rechenfähigkeit steht es bestens. Sie müssen wissen, Sie haben – wie soll ich sagen? – einen Unfall gehabt. Sie sind mit dem Leben davongekommen, gratuliere. Aber ganz offensichtlich ist da noch etwas zurückgeblieben, ein Funktionsdefizit. Eine kleine Form von retrograder Amnesie. Keine Sorge, das dauert manchmal nur kurz. Bitte seien Sie so freundlich und beantworten Sie mir noch ein paar Fragen. Sind Sie verheiratet?«
»Sagen Sie's mir.«

Irgendwie fiel mir dann, als ich im Buchladen war, ein Exemplar von Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge (http://www.umberto-eco.de/titel.cfm?wohin=3423120398) in die Hand und ich kam um ein breites Grinsen beim Lesen nicht herum. Von dieser weitaus leichten Kost wollte ich mich dann nochmal an eines seiner Fachbücher wagen, was mir auch sehr gefallen hatte - wenn auch nicht immer leicht nachzuvollziehen für Leute, die keine Grundkenntnisse/Interesse in den angepriesenen Themen haben.

Das oben gequotete Buch habe ich mir nun bestellt und werde mich schon darauf freuen es bald lesen zu dürfen (erst muss Pratchett: Der Zauberhut nochmal dran glauben).

Kennt ihr Eco? Wie fandet ihr Eco? Sagt was . ich habe es ja auch mehr oder minder getan (mir war dieser "Fachauthor" recht unbekannt, muss ich zu meinem Unwohl verkünden).

:)

Gildor
17.04.2006, 12:52
Umberto Eco is eigentlich recht gut hab bis jetzt nur ein Werk vin ihm gelesen und zwar die geheimnisvolle flamme der loana .

Fighting Faith
18.04.2006, 00:41
Was magst du an seinem Stil, was weniger?
Wie kamst du gerade auf das Buch von ihm?

Komm, lass dir mehr als eine einsame, verwaiste Zeile entlocken ;> :D

Gildor
18.04.2006, 12:21
eher durch zufall , war bei meiner oma und hab das da rumliegen sehen und da mir langweilig war hab ich es einfach mal gelesen und es gibt einen großen historischen aufschluß über die verhältnisse und der situation in italien wöhrend des 2 weltkriegs

Sergej Petrow
26.04.2006, 19:36
Ich habe zwei Bücher von Eco. Einmal "das Foucoultsche Pendel", dann "der Name der Rose". Außerdem habe ich noch ein Diskussionsbuch "Woran glaubt, wer nicht glaubt?" von Carlo Maria Martini (italienischer Kardinal) und Umberto Eco.
Ich finde, dass er eine großartige, sehr tiefgehende Schreibe hat. Ist aber IMHO nichts für nebenbei. Bei seinen Büchern muss man sich schon sehr konzentrieren, um mitzukommen. Auch war ich doch bei den obigen Werken sehr häufig beim Blättern im Duden, Fremdwörterlexikon und ähnliches, weil ich doch recht häufig gestehen musste, dass ich Schwierigkeiten mit seinen gewählten Begriffen hatte. Darüber hinweggeschaut sind diese Bücher aber zum Genießen und es gibt einiges mitzunehmen. Ich liebe Bücher, die nicht nur einfach Unterhaltung sind, dennoch aber in packende Geschichten gepackt sind. Denke, dass Eco diesen Balanceakt sehr gut hinbekommt.

Jean-Luc Picard
19.05.2006, 16:29
Ahoi...
Ich hab diesen Thread hier gerade erst gesehen, und hab kurz davor schon in dem Thread "Euer zuletzt gekauftes Buch" geschrieben, das ich mir gerade
Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge (Glossen; dt. Ausg. 1993) gekauft habe. Ist wirklich sehr amüsant, manche Geschichten hab ich bereits drei mal gelesen (Wie man mit einem Lachs verreist; Wie man einen verlorenen Führerschein ersetzt; und Wie man mit Taxifahrern umgeht). Besonders gut gefällt mir die Handhabubg des Buches, eignet sich sehr zum "Lesen für zwischendurch" und ist immer für einen Lacher gut.

Ebenfalls sehr zu empfehlen ist
Platon im Striptease-Lokal (dt. Ausgabe 1990, eine Textauswahl aus dem 1963 bei Mondadori erschienenen Bandes »Diario minimo«)

Hat auf mich genauso gewirkt, wie das Vereisen mit dem Lachs...
Bei den kurzen Texten, in denen er berühmte Werke der Literaturgeschichte als Lektor abstraft,(Ich glaube es hieß "ungelesen zurück"?) hab ich so laut Lachen müssen, das ich ein sehr komisches Bild in der U-Bahn abgegeben haben muss.


Baudolino (dt. Ausg. 2001) hab ich mir als Hörbuch zu Gemüte geführt, und es hat mich sehr gut unterhalten. Ecos umfassendes Wissen über Mittelalter, Sprache und Geschichte ist einfach begeisternd...



An
Die Suche nach der vollkommenen Sprache, C. H. Beck Europa Bauen, 388 S. (Geschichte der Sprachen von Adam bis Esperanto; vermittelt geschliffen Überblickswissen von Sprachenthusiasten, ausgiebig widmet es sich der Rezeption des Hebräischen [Sprache Gottes?], Altägyptischen, auch Griechischen und Lateinischen, kommt dann zu künstlichen Sprachen wie Dees Henochisch, oder der Universalsprache Esperanto) hab ich mich mal rangewgt, aber es ist in manchen Teilen doch sehr schwierig zu lesen. Ohne ein gewisses Vorwissen über den Themenkomplex gibt man da glaub ich recht schnell auf. Aber es war dennoch sehr interresant, aber eben teilweise "erschlagend", was auch des öfteren bei Eco der Fall ist.


* Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt - Unterhaltsam und informativ schildert Umberto Eco, wie man eine wissenschaftliche Arbeit plant, gliedert und niederschreibt. Oft bezieht sich das Buch auf den italienischen Universitätsbetrieb und ist etwas veraltet (Computer etwa finden trotz Neuauflagen weder bei Recherche noch beim Abfassen der Arbeit Erwähnung). Gleichwohl ist das Buch ein Klassiker des Genre und sehr empfehlenswert.
Ist nach meien Informationen nach wie vor ein Standartwerk, und ist mir im Laufe meines Studiums auch schon des öfteren von Professoren empfohlen worden. Sehr praktisch und übersichtlich.

Fazit: Umberto Eco zählt eindeutig zu meinen Lieblingsautoren, und ist für mich ein absoluter Held unter den Autoren...
§danke §danke §danke

Tuan
24.05.2006, 14:06
Da ich den Film "Der Name der Rose" wirklich sehr gut fand, hab ich die Gelegenheit auch sofort genutzt, als ich mal das Buch wo rumliegen gesehen hab. Ich habs gelesen und fands gut, auch wenn ich vieles nicht verstand bzw. mir vieles einfach nicht das sagte, was es eigentlich sollte. Dann habe ich das Buch mit einigen Jahren Abstand und mehr Erfahrung bzw. Hintergrundwissen nochmals gelesen und war begeistert. Allerdings nicht durchgehend. Witz und Kriminalaspekte sind einfach toll, Verwebung von Geschichte, Märchen und so ebenfalls. Aber wenn er fünf Seiten lang ein Kirchenportal beschreibt, dann ist mir das doch zu viel... ;)

Einen Forschungstext von ihm musste ich im Studium lesen und vortragen, war über Zeichen bzw. Allegorie, genauen Titel weiss ich grad net mehr. Als unser Dozent nach dem Vortrag fragte, was wir denn von dem Text bzw. Eco hielten und meine Antwort war: "Manchmal habe ich das Gefühl, Eco möchte uns verarschen." hatte der Dozent glaub ich nicht so ganz Freude. :D
Dieser Comment war aber nicht negativ gemeint. Ich finde Ecos Witz wirklich genial, nur passt er nicht so ganz zu einer wissenschaftlichen Arbeit, wie man sich das gewohnt ist. :p