Ser-Kueij ist ein Argonier und eine ehemalige Schattenschuppe, der zusammen mit einem Freund, Tahreen, von Schwarzmarsch geflohen ist, wobei sein Freund von ihrem Rivalen Skereas umgebracht wurde. Seit er in Cyrodill ist und in Chorrol wohnt, hat er sich mit Marus, einem lokalen Helden und stämmigen Nord-Krieger, daran gemacht Chorrol zu beschützen und Cyrodill vor möglichst viel Schaden zu verteidigen, wobei Ser-Kueij wegen seiner Vergangenheit ein besonderes Interesse daran hat der Dunklen Bruderschaft zu schaden.
Als er Jeren kennengelernt hatte, hat ihn dieser sofort an Tahreen erinnert. Es dauerte nicht lange, bis die beiden Freunde wurden und Ser-Kueij Jerens Lehrmeister im Kämpfen wurde. Nach einem Kampf gegen Daedra, bei dem Jeren durch einen Unfall einen Menschen getötet hatte, fiel er in Selbstzweifel und wurde deshalb wenig später von dem manipulativen Skereas, der Ser-Kueij nach Cyrodill gefolgt ist, in die Bruderschaft rekrutiert. Aus Angst wieder einen Freund an Skereas zu verlieren, macht sich Ser-Kueij auf den Weg um alles zu tun, um Jeren aus den Fängen der Bruderschaft zu befreien.
Er hat beschlossen Garum auf seiner Jagd nach der mysteriösen Celeandril zu begleiten, um der Bruderschaft zu schaden und Informationen über Jeren zu sammeln.
Dabei haben die beiden die Kaiserstadt erreicht und beschlossen sich aufzuteilen.
Kaiserstadt
Ser-Kueij schritt durch den Elfengarten und bewunderte die hübschen Pflanzen. Und das nun seit nun mehr zwei Stunden. Er hatte gehofft ein kleiner Spaziergang würde ihm einige Ideen bringen. Doch da war nichts. Kein Anhaltspunkt an dem er seine Suche hätte anfangen können. Was suchte er überhaupt? Informationen über die Bruderschaft? Die waren in der Kaiserstadt womöglich die bestgehüteten, dafür aber umso wertvoller. Vielleicht könnte er sich an einen Diener eines Ratsmitgliedes anschleichen? Nein, die waren loyal genug um ihr Leben für den Schutz ihres Meisters zu geben. Einen Assassinen direkt abzufangen würde ihm in der kurzen Zeit auch nicht gelingen. Außerdem schickte die Bruderschaft nur die besten zur Kaiserstadt. Der Argonier fluchte. Genau deshalb hasste er die Kaiserstadt. Der Kern, der Weißgoldturm, war geschützt wie nichts anderes in Cyrodill. Doch er musste diesen Schutz brechen…irgendwie.
Er machte sich auf den Weg zum Hafen, mit einem unguten Gefühl in der Magengegend. Ihm blieb nichts anders übrig als die Diebe aufzusuchen. Leider hatte er keine allzu gute Beziehung zu ihnen. S'Krivva versuchte noch etwas daran zu ändern, doch Armand spuckte ihm die Verachtung beinahe ins Gesicht. Denn Ser-Kueij hatte tatsächlich mal für die Diebesgilde gearbeitet, nur für eine kurze Zeit. Die Bettler waren in jeder Stadt und gute Informanten und auch die Diebe schnappten bei dem einen oder anderen Streifzug etwas Nützliches auf. Ser-Kueij verstand es hervorragend selbst in das hellst beleuchtete Haus und hinter die am stärksten verriegelten Türen unbemerkt rein und wieder raus zu kommen, immer einige hundert Septime reicher. Das Geld überließ er größtenteils der Gilde und sie gaben ihm was er wollte. Diese Symbiose funktionierte einwandfrei, bis der Argonier zu viel riskierte. Eine heiße Spur, die ihn beinahe ins Verderben gestürzt hätte. Statt ihm waren es zwei Mitglieder der Gilde gewesen. Armand war außer sich. Seit dem näherte sich Ser-Kueij selten dem Hafen und wenn bleib er dabei vorsichtig und hinter der Mauer. Heute würde es anders laufen müssen.
Der Hafen war belebt, da erst vor kurzem ein Schiff angelegt hat. Kisten wurden ab-und geladen, stämmige Männer schritten umher, manche brüllten Befehle, während die Seevögel über ihnen kreisten und hofften im Getümmel etwas Essbares zu ergattern. Ser-Kueij würde bis zur Nacht warten müssen, erst dann würden die Diebe ausschwärmen, im Schutz der Nacht die Schlösser der Stadt knacken und Betrunkenen die Taschen leeren. Jedoch nicht Armand. Er war jede Nacht da, im Garten von Dareloth. Ser-Kueij’s ungutes Gefühl wurde zu einem wahrhaft schlechtem. Ein Gespräch mit Armand war für ihn schwerer als ein Kampf gegen eben diesen. Gerade weil Armand so unverzeihlich war. Doch es gab keinen anderen Weg. Ser-Kueij brauchte eine Spur zu Jeren. Und dafür würde er beinahe alles geben.
Wenige Stunden später stand er dann im Garten von Dareloth, gerade außerhalb der Reichweite von Armand’s Fackelschein. „Wer ist da? Tritt ins Licht!“, befahl er mit seinem strengen Ton. Ser-Kueij tat wie ihm gesagt wurde. Er konnte hören wie die Zähne des Rothwardonen knirschten und wusste ohne hinzusehen, wie sich seine Augen verengten. „Du“, sagte Armand nur.
„Ja, ich“, erwiderte der Argonier.
„Du warst lang nicht mehr hier. Was ist der Anlass für diese Ehre?“
„Das übliche, Armand.“
„Aha. Und wie ist die Bezahlung? Auch wieder die übliche? Sprich schon Argonier, gibt es wieder zwei meiner Brüder mit aufgeschlitzten Kehlen als Bezahlung?“
Ser-Kueij schwieg nur. „Du hast vielleicht einen Mut hierher zu kommen“, fuhr Armand fort, „Und du erwartest auch noch, dass ich dir helfe?“
„Ich habe einen Fehler gemacht Armand, ich weiß es. Ich habe alles in meiner Macht mögliche…“
„Pah! Das ich nicht lache! Alles in deiner Macht mögliche? Du hättest an deren Stelle sterben sollen!“
„Das hätte ich vermutlich. Doch nun bin ich hier um ihre Tode erneut zu rächen.“
„Das ist nur eine billige Ausrede, Kueij. Du tust zwar immer so, als wärst du bestrebt für alle das Beste zu erreichen, aber du arbeitest nur für dich selbst, deiner eigenen Bedürfnisse willen, nur um dein Gewiss reinzuwaschen. Und dazu gehst du auch über Leichen.“
„Ich habe sie nicht getötet Armand. Ja ich habe unüberlegt und naiv einer Spur gefolgt, die in eine Falle geführt hat und dabei zwei deiner Leute mitgerissen. Aber mein Fehler war meine Naivität, nicht der Dolchstoß. Du redest mit mir als hätte ich ihnen persönlich das Lebenslicht genommen. Ich habe doch nur versucht, die zu vernichten, die hinter all diesen Morden stecken. Und du weißt, dass ich fähig darin bin. Doch diesmal brauche ich Hilfe.“
„Was dich angeht weiß ich gar nichts. Ich weiß nur was ich glaube und meine Meinung hat mich selten getäuscht.“
„Oft genug, Armand. Bist du bereit Unschuldige auf dem Gewissen zu haben nur weil du mir nicht geholfen hast?“
„Wie kannst du es wagen diese Anschuldigung zu stellen?!“ Armand sah aus als würde er gleich seine Waffe zücken. Doch beide wussten, dass er gegen eine ausgebildete Schattenschuppe keine Chance hatte.
„Beruhige dich Armand. Gib mir was ich brauche und ich verschwinde wieder. Bedenke, dass ich die töten könnte, die deine Männer auf dem Gewissen haben.“ Ser-Kueij gab jeder Vorsicht auf. Um bei Armand etwas zu erreichen musste man direkt sein.
„Also gut Ser-Kueij. Dieses eine Mal. Weil du mir die letzten Nerven raubst. Danach lässt du dich hier besser nicht mehr blicken für eine Weile. Also was brauchst du?“
„Celeandril, Jeren, Skereas und alles andere was außergewöhnlich oder nützlich erscheint. Bis morgen früh.“
„Ich erwarte dich an den Stadttoren. Und jetzt verschwinde hier.“
Ser-Kueij verbeugte sich noch dankend, dann drehte er sich um und kehrte wieder hinter die Mauern des Hafens. Ein Stein fiel ihm von den Herzen. Alles war besser gelaufen, als er geglaubt hatte. Armands Worte waren als hätte er ihn umarmt und seine Entschuldigung akzeptiert, nur eben auf seine Weise. Der Argonier konnte nur noch hoffen, dass etwas Nützliches dabei rauskam.
Da die Sonne schon lange nicht mehr am Himmel stand beschloss Ser-Kueij den Rest des Tages in einem Gasthaus zu verbringen. „Zum aufgetriebenen Floß“ war sicher nicht für jeden, aber definitiv etwas für jeden Argonier. Der Tag könnte nur besser werden, wenn…
„Garum!“ Ser-Kueij erblickte den wuchtigen Ork direkt beim Betreten der Kneipe. Er war gerade dabei sein Met zu kippen und hätte beinahe alles verschüttet, als er seinen Namen hörte.
„Ser-Kueij, das ist aber ein Zufall. Ich dachte es würde weitaus anstrengender sein euch wiederzufinden.“
„Der Tag hat mir Glück genug bereitet, da habe ich es erneut herausgefordert und wie man sieht werde ich nicht enttäuscht.“ Er winkte dem Wirt zu und bestellte sich ebenfalls ein Met und eine warme Mahlzeit, auf die er sich nach Mog’s Trockenfleisch besonders freute. Dann setzte er sich zu Garum und genoss mit einem guten Gefühl den restlichen Abend.