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Schwertmeister
Na wunderbar, ein Ork war in ihrer Nähe und die drei mussten jetzt acht geben das sie sich nicht falsch bewegten. Natürlich hatte der Dieb auch Kaela beobachtet, er wusste nicht ob sie im Umgang mit der Kunst des Schleichens belehrt wurde aber sie hatte sich gut bewegt und würde sicherlich irgendwann eine sehr gute Schleicherin werden.
Doch nun galt es zu Planen wie man weiterhin vorging. Der Dieb wusste leider nicht ob der Ork gleich auf sie zukommen würde, ob er das Tier weiter quälen würde oder ob er sich schlafen legte oder was auch immer. Er schluckte und hörte nochmals den Schrei des Tieres, doch dann verstummte die Umgebung. Die anderen Tiere im Wald hielten wohl aus Angst auch gequält oder getötet zu werden ihre Stimmen still.
Er konnte nicht wirklich sehen was da vor sich ging, sogar der Schakal hielt den Atem an um nicht entdeckt zu werden. Sie warteten ein paar Minuten ab ob das Ungetüm nun auf sie zukommen würde.
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Schwertmeisterin
Nach den Minuten des Abwartens machten sie sich auf, machten einen möglichst weiten und leisen Bogen um den Ork. Es war fast wie Julu'Gul in den Nordlanden ... Kea hatte allerdings nicht die Möglichkeit, in Erinnerungen zu schwelgen. Sie musste sich konzentrieren, war sie doch bei weitem keine Schleicherin wie Cyrith. Es kam ihr vor, als wäre jedes Geräusch, das sie verursachte, ohrenbetäubend und der Ork musste das hören und würde nachsehen und sie finden ...
Die Angst vor den Orks saß tief. Nun erst wurde sie sich gewahr, wie tief eigentlich. Sie hatte schon in den Nordlanden panische Angst gehabt, aber dort war Faren gewesen, hatte sie geschützt, ihr geholfen, die Angst vertrieben, hatte sie gefangen, als die Orkin sie hatte fallen lassen. Aber hier im Orkwald war sie allein mit ihrer Angst. Sie vertraute Cyrith nicht, er war fremd für sie und sie für ihn. Sie vertraute dem seltsamen Hundewesen an Cyriths Seite nicht. Ihre Hände zitterten, der Finger schmerzte wieder. Ihr war kalt, die Panik drohte, ihr gesamtes Denken zu übernehmen. Sie zwang sich, durchzuatmen und schlich wieder vorwärts. Immer wieder musste sie anhalten, um sich zur Ruhe zu zwingen. Schließlich war diese Ork-Umgehung beendet, Cyrith und sein Hund waren stehen geblieben, um auf sie zu warten. Ihr hingegen war der Anblick des gequälten Vogels wieder eingefallen, wie der Ork an seinem Flügel gezerrt hatte, um ihm die Schreie zu entlocken ... das war zu viel für die Deserteurin. Sie rannte an Cyrith und seinem Schakal vorbei und spie ihren Mageninhalt auf den Waldboden.
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Rollenspielmoderator
"Nein! - NEIN! - NEEEEIN! - Nicht das Blut dieses Morras!", schreckte der Varrag dann auf, als der Morrawelpe in seine Hütte geschleift wurde.
"Wer oder was dann, Varrag!? Sprech nicht mit verdrehter Zunge!", raunte der schwarze Berserker, packte den Morra am Schopf und schubste diesen wieder aus der Hütte.
Melog hob beschwichtigend die Pranke.
"Fordere mich nicht heraus, Bersak. Früh genug wirst du Blut vergießen. Hört mir zu meine Vettern!", sprach Melog und warf die Schale in eine Ecke.
"Es muss Blut von Oraks fließen!"
"Was für Orakblut!?", tönte Rasaff.
"Schlechtes Blut, falsches Blut. Hört mich an! - Das Blut der Schande muss am Karrek vergossen werden! Bald naht der Mond der mit beiden Augen auf uns herab sehen kann. Sieht sie seine Augen, wird sie mächtiger und ihr Fluch wird wahr, wenn kein Blut fließt! Sie wird die Welpen sterben lassen, sie wird die Alten zu sich nehmen und die Gesunden krank machen! Ihr müsst schändliches Blut finden!", sprach der Varrag und hustete, als wäre er selbst krank.
Bevor jemand sprach, hob er wieder die Pranke.
"Wenn der Tag zur Nacht wird und Sie erscheint, muss das Blut des Verrats fließen, sonst wird sie unter uns wandeln und unser Blut beherrschen, dass wir uns mit dem eigenen Dolche die Kehle aufschneiden!"
Melog schnaubte. Er war aufgebracht, angsterfüllt, gar wirr wirkten seine blutunterlaufenen Augen.
"Es bringt aber nichts, wenn das Blutfest naht und abermals das Blut der Schande nicht fließt. Dann wird uns der Tod jagen, der Schöpfer selbst und kein Orak wird den Nacht des Blutfestes überleben! So sprach sie zu mir, so soll ich zu euch sprechen."
Plötzlich fiel der Varrag auf die Knie und senkte den Oberkörper und Pranken zu Boden. Eine nicht mit Fellen und Waffen aufzuwiegende Geste des Bittens unter den Orks, wenn es ein ehrwürdiger Varrag war.
"Ihr wisst noch nicht um eure Bürde, doch ihr habt den Sturm auf See nicht überlebt, um hier wieder zu gehen. Helft mir! Helft mir den alten Stamm der Karrek wieder zu einen. Dient Ihr und es soll nicht euer Schaden sein. Rettet die Orks des Südens vor ihrem Untergang."
Melog hatte Tränen in den Augen und erhob sich wieder. Sein Blick hoffte und bangte. Stolz besaß er noch, aber auch viel Kummer.
Tat'ank'Ka wusste nicht so ganz. So wie wohl alle nicht. Sie kannten nunmal nicht die Hintergründe und konnten noch nicht mit allem was anfangen.
Vor allem wer SIE war? Doch es klang so wie Krushak. Ein Khorinisorks kannte genug Geschichten aus der Zeit der fünf Varrag. So manches kam dem Schwarzork in den Kopf, als er sich erinnerte und so manches ähnelte sich - zumindest mit dem was einem drohte.
"Varrag! Ist Krushak zurück gekehrt!?", fragte Tat dann entsetzt. Ob Krushak ein Mann oder ein Weib war, wusste eh niemand. Aber wenn jetzt Krushak zurück gekommen war, dann wollte Tat lieber weg von der Insel. Er fürchtete Krushak, so wie er diesen auch achtete. doch es war nunmal anders, wenn sowas entfernt war und man den Zorn nur aus Geschichten kannte. Drohte aber der Zorn eines Erzdämons den Oraks hier, dann war das nichts zu spaßen.
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Ritter
Melogs Hütte
Krushak...
Gorbag merkte, wie sich ein eisiger Hauch in der Hütte des Varrags ausbreitete. Alle anwesenden Oraks waren stumm. Es hatte den Anschein, als würden sie in die Stille hinein horchen, die sich gebildet hatte, nachdem Tat`ank`Ka den Namen des großen Übelbringers ausgesprochen hatte. Rasch zog Gorbag einen kleinen Dolch aus seinem Wehrgehänge und schnitt sich in die Pranke. Zwar hatte der Elitekrieger nicht den selben Draht zu dem Dämon von Khorinis wie der Schwarzork, doch wusste der aus den Bergen über Nordmar stammende Ork um die Geschichten, die selbst im nördlichen Morrareich nicht von den Lagerfeuern fern zu halten gewesen waren.
Mit zwei Fingern tauchte Gorbag in die blutende Wunde seiner Pranke und malte sich anschließend ein Zeichen gegen böse Geister auf die Stirn. Krushak war mächtig, nicht ohne Grund hatte Urkmas, Shaks, Hladak und die verbündeten Orks damals ihren neu vereinten Clan nach ihm benannt.
" Nicht Krushak..." Durchbrach Melog jedoch schließlich mit flüsternder Stimme die Stille und Gorbag musste sich anstrengen, die leisen Worte des Geisterrufers zu verstehen. Sie ähnelten dem Säuseln des Windes in den Bäumen...
" SIE...die Vorfahren meiner Ahnen kannten sie bereits...wie ein Schatten...ein dunkler Schatten liegt sie über den Oraks der Inseln. Sie ist gierig, dürstet nach Blut und wir müssen es ihr geben!"
Gorbags Nackenhaare stellten sich bei den unheimlichen Worten des Varrags auf. Er hatte noch nie einen Schamanen seines Volkes mit so großer Furcht von einer Kreatur sprechen gehört. Nicht einmal die Mächtigen Farings hatten in solcher Weise über Krushak und den Schöpfer erzählt! Unreines, verräterisches Blut...wie sollten sie solches erkennen und woher nahm man diese Oraks?
Plötzlich kam Gorbag eine Idee.
" Hoher Varrag, du kannst in Seelen lesen.Du hast uns kommen sehen. Hilf uns bei einem Rätsel." Sprach der Elitekrieger schließlich Melog an.
" Bratt, Bruhr, bringt den blinden Orak her!" Brüllte der Shak so laut, dass auch die Orks, die außerhalb der Hütte lagerten, seine Worte hörten. Sie hatten bereits einiges über Ahurak und seine Taten - oder angebliche Taten - herausgefunden, doch nun wollte Gorbag Gewissheit über den blinden Orak, den sie befreit hatten, erfahren.
Last edited by Gorbag; 22.02.2011 at 12:54.
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Provinzheld
Es schien, als wäre eine Welle der Erleichterung durch die Reihen der sonst so furchtlosen Orks gegangen, als der varrag ihnen verkündete, dass es nicht Krushak war, von dem er sprach. Melog prophezeite den Tod für die gesamte Gruppe, würde nicht Blut fließen. Er sprach von Ihr, doch mehr noch, als dass sie sehr mächtig war, konnte Daar nicht aus den Worten heraus filtern. Früher hätte er Weibchen für ungefährlich gehalten, doch die Eiswölfin war ein Paradebeispiel dafür, dass es nicht so war und außerdem schien es sich hier nicht um ein Orkweibchen zu handeln, nein hier schien etwas mächtiges ihr Unwesen zu treiben.
Gespannt schaute er zu Gorbag, der das Wort an den Seher richtete und nach Bratt und Bruhr gerufen hatte. Der Foltermeister richtete seinen Blick auf den Eingang des Zeltes und wartete, bis die gerufenen Oraks diesen Ahurak herein schleiften und vor den varrag beförderten. Bei seinem Anblick kam dem Berufenen wohl die selbe Idee, die vorher schon der Shak hatte.
Kurz hatte Melog ihn gemustert, dann die Pranke auf die Stirn des erblindeten Orks gelegt, welcher sichtlich zusammen zuckte. Mit einem Auge beobachtete der Kleinwüchsige die Szene, die sich da vor ihm abspielte. Ahurak zuckte hin und her, schien sich nach Kräften zu wehren, während auf dem Gesicht Melogs mehr und mehr ein Ausdruck des Unglaubens erschienen war, der sich dann in Wut zu wandeln schien. Was sieht er? Eine Frage, die wohl jeden hier beschäftigte. "Sein Blut! Sein Blut!" schrie der Orak aufgeregt, fast hysterisch. "Das Blut der Schande! Er hat sie über uns gebracht!" Die Nordlandeorks tauschten Blicke aus, bevor sich Tat wieder an den varrag wandte. "Was hat er getan, varrag?"
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Ritter
Melog war aufgesprungen und lief wirr mit dem Schädel wackelnd und die Arme durch die Luft wirbelnd in der Hütte auf und ab.
" Blutsverräter, Blutsverräter! Er hat sich mit Gewalt ein Morraweib genommen und wurde deswegen von der Steinstadt am silbernen See bestraft. Ihn müssen wir zum Karrek bringen!" Erklärte der Varrag mit schriller Stimme auf Tat`ank`Kas Frage hin und schlug dem blinden Ahurak mit der flachen Pranke ins Gesicht. Der Orak wurde zurückgeworfen und wäre auf dem Boden aufgeschlagen, hätte Bratt ihn nicht aufgefangen.
" Schleift ihn zum Morra und passt auf ihn auf." Wies Gorbag seine beiden alten Clanbrüder an, woraufhin Bratt und Bruhr den Blinden aus der Hütte schafften. Der Morra, den sie in der Höhle gefangen genommen hatten, hatte also die Wahrheit gesagt. Angewidert spuckte Gorbag aus. Was war nur in die Oraks auf diesen verfluchten Inseln gefahren?
" Dann führe uns zum Karrek und erkläre uns mehr über SIE, diese Plage." Sprach der Elitekrieger, woraufhin Melog nur zustimmend nickte und begann, seine Sachen, die er für die Reise brauchte, in einen schmutzigen Sack zu packen. Während Gorbag dem Varrag beim Packen zusah, fragte er sich insgeheim, inwieweit der Schamane wohl ebenfalls von der Verweichlichung der Argaanorks betroffen war. Der Morra, der ihnen von dem Verbrechen Ahuraks erzählt hatte, hatte auch erzählt, dass sie mit Melog gehandelt hätten. Einen Tausch mit ehrenhaften Morras, wie es manche der Söldner in Faring gewesen waren, würde Gorbag nicht anprangern, doch mit so schwächlichen und feigen Würmern, wie die Morras in der Höhle es gewesen waren, durfte ein gestandener Orak nicht einmal sprechen.
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Abenteurer
Ruhe und Frieden, all das strömte der Wald aus. Die Vögel zwitscherten leise dem Frühling entgegen, während vereinzelt Tiere auf der Suche nach Nahrung waren. Ein leichter Wind zog durch die Natur, brachte Blätter zum wirbeln und Äste zum Zittern. Da sogar ein kleiner Bach, an dem leise das Wasser plätscherte und Rehe sich daran labten und tranken. Bald würde der Frühling da sein und in all seinem Grün den Tieren Nahrung im Überfluss bieten. Ja, es war friedlich hier…
„ROAAAAAHH!“ donnerte es auf einmal durch den Wald, schreckte Tiere und Vögel zugleich auf. Die Vögel stoben in Schwärmen davon, brachen durch die Blätterdecke hinaus in den Himmel, verschreckt und auf der Flucht. Hektisch sprangen die Rehe durch das Bachbett, wirbelten Schlamm gleichermaßen auf, wie Wasser spritzte. Jeder andere Trieb wurde vom Instinkt zu fliehen unterdrückt. „ROAAAAAAHH!“ Brüllte das etwas wieder, schnell gefolgt von heiserem Bellen und Knurren. Stampfende Schritte kamen näher, gefolgt vom leisen Huschen, welches Pfoten auf Waldboden verursachten. Äste brachen knackend unter den schweren Schritten zusammen, immer lauter wurde das Knacken. Dann verstummte es.
Hinter einem Busch begann ein leises Knurren und scharren. Darauf folgten ein dumpfer, grollender Ton und plötzlich wieder die stampfenden Schritte. Etwas klirrte leise dabei. Das knurrende Geräusch wurde lauter und böser, dann klang es auf einmal dumpf. Ein Schnauben und keuchen brandete auf, die Büsche und Sträucher begannen zu zittern und zu wackeln, so als würde ein kurzer Orkan durch sie fahren. Doch nirgendwo rührte sich ein Lüftchen. Dann auf einmal ertönte ein Winseln und Jaulen, begleitet von einem siegesfreudigem Grollen. Ein Schrei, der Kraft mit sich trug, ein lautes Krachen und dann… Stille.
Die Schritte setzten wieder ein, diesmal jedoch langsam. Eine massige Gestalt drang aus dem Gebüsch vor, muskelbepackt und mit bloßem Oberkörper. Mit einer Pranke zog sie einen Kadaver mit sich, schleifte ihn hinterher wie einen Sack. Am Bachbett angekommen, lies sie sich nieder und begann, das Wasser aus dem Bach zu schlabbern wie ein Hund. Erst, nachdem der Durst gestillt war, wandte sich die Gestalt zu dem Kadaver um. Die Klauen, gehüllt in stählerne und Blutverschmierte Handschuhe, packten fest zu. Ein reißen und knacken begann und ab und zu auch mal ein fleischiges matschen. Doch irgendwann war auch das vorbei und diese wilde Kreatur hatte das in der Hand, was sie sich ersehnt hatte und lies erneut ein lautes Brüllen ertönen. Hoch streckte sie das Herz des Tieres, die Trophäe dieses Kampfes. Dies gebührte steht’s dem Sieger. Und der Sieger wusste, was er damit zu tun hatte: Er verschlang es.
Erst danach zog sich Galrok die scharf geschliffenen Handschuhe aus und begann diese zu reinigen. Später würde er das bereits abgetrennte Fleisch über einem Feuer rösten und verspeisen. Doch nie würde es an den berauschenden Geschmack kommen, dass das Herz eines getöteten Feindes auf der Zunge hinterließ. Niemals…
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Ehrengarde
Rand des Waldes
"Wir kommen am Silbersee vorbei, er liegt soziemlich in der Mitte dieser Insel, während der Sumpf im Süden und Thorniara im Norden liegt.", hatte er ihr geantwortet und es dabei belassen nicht nachzufragen woher ihr Interesse rührte. Sie waren anschließend eine ganze Weile schweigend gelaufen, durch die Dunkelheit, welche nur von einer sehr schwachen Lichtkugel erhellt wurde. Die Straße führte nach Norden einen Höhenzug hinauf. Als sie ihn schließlich überwunden hatten tat sich vor ihnen ein düsterer Wald auf. Corax wusste nicht was in diesem Wald alles lauerte, doch selbst als Druide wusste er das es klüger wäre eine unbekannte Region wie diese zu meiden, gerade bei Nacht. Vorallem wenn diese Region auch als der "Orkwald" bekannt war. Corax ließ die Lichtkugel vor ihm schweben und teilte sie dann mit einer flinken Handbewegung erst in zwei und dann in vier Teile. Schnell formierten sich die kleinen Lichtfunken um ihn und verteilten sich in der Umgebung um diese gleichmäßig zu beleuchten. Am Hang des Höhenzuges war nichts zu entdecken. Die Lichtkugeln zogen sich wieder zu einer zusammen. "Lass uns hier unser Lager aufschlagen, aber kein Feuer, der Wald ist mir nicht geheuer. Ich habe eine Decke mitgenommen, wie siehts bei dir aus? Wenn du keine hast können wir teilen." Er wand sich ab und murmelte einige Worte in der alten Sprache des Waldvolkes vor sich hin. Ein leichtes Kribbeln fuhr über seine Haut als er die alte druidische Magie beschwor um das Land für die Nacht zu segnen und über sie wachen zu lassen. Er nickte zu sich selbst als er fertig war und begab sich dann zu dem geeignetstem Platz in der Nähe um das Nachtlager aufzuschlagen. "Komm, wir sollten schlafen denn morgen haben wir eine lange Wanderung vor uns."
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Ritter
Rand des Waldes
„Ich hab auch eine“, hörte sich Lina das Angebot des Mannes ablehnen. Zaghaft schleppten sich die Worte über ihre Lippen. Während ihre Hände die Decke auspackten und ihre Augen dem Gebaren des Druiden zusahen, lauschte die junge Magierin aufmerksam in den Wald. Düster für den Blick, war er den Ohren ein hell erleuchteter Platz. Die dichten Geräusche bedrängten die Heilerin wie zu enge Kleider. Lina konnte ihre eigenen Gedanken nicht mehr hören, nur die Laute des Waldes. Dieser dunkle, ungewisse Ort voller gefährlicher--
Erschrocken von Corax‘ Stimme, hielt Lina den Atem an.
„Ja.. ist gut“, sprach sie leise und wandte sich noch einmal um. Nichts sollte ihrer gewahr werden. Weniger horchend breitete sie ihre Decke neben Corax aus, er lag bereits, und rollte sich darin ein. Dunkle Augen blickten von der Seite zu ihm. Sie sahen nur einen Schemen, grau in der Dunkelheit und doch Linas einziger Halt.
„Können wir, Co…“, doch der Druide hörte ihr Flüstern nicht. Sein Atmen klang bereits nach Schlaf. Lina hörte ihm eine ungewisse Zeit lang zu, beobachtete den Anschein seiner Bewegungen. Immer wieder fielen die müden Lider herab und zuckten bei dem nächsten Knacken wieder auf. Langsam drehte sie den Kopf zurück, der Himmel nur eine düstre Wolkendecke.
Wann hatte sie das letzte Mal an einem Wald geschlafen? – Ängstlich versuchte sie, die Augen geschlossen zu halten und wirklich zu schlafen. Immer wieder fand sie sich wiedererwacht.
Warum hatte sie ihre Decke ausgepackt?
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Provinzheld
Ankunft am Karrek
Er war noch ruhiger geworden als zuvor - insofern das überhaupt möglich war. Rudra hatte das Gefühl, jegliche Wurzeln verloren zu haben. Brosh, der große Ork, zu dem er aufgesehen hatte, er hatte sich nicht als der herausgestellt, den Rudra lange Zeit in ihm gesehen hatte - ein Führer, für den er bereit war, zu sterben. Vielleicht war er selbst zu unorkisch, vielleicht war Broshs Rachefeldzug ein zu großes Blutvergießen, dessen Sinn er nicht verstand, aber ihr Zug in die Heimat war zu einer verhängnisvollen Enttäuschung geraten. Der Bildhauer hatte natürlich gewusst, dass das Oberhaupt der Urkmas für den Kampf gestanden hatte, doch hatte er mit jedem Schritt weiter gen Norden erkennen müssen, dass es nicht sein weg war, den er da beschritten hatte. Die Erkenntnis war zu spät gekommen, nun war er ein geächteter Ork, gestrandet auf einer abgelegenen Insel mit nur einer winzigen Truppe von Brüdern. Freunde waren unter ihnen, Tat'ank'Ka, Synkka - doch er fühlte sich fehl am Platze. Was hatte es für einen Sinn, sich eine Heimat aufzubauen, wo man sich nicht heimisch fühlte, und worin lag der Sinn, einer Göttin, mit der einen nichts verband, zuliebe erneut Blut fließen zu lassen? Wo nur würde Rudra endlich den Ort finden, an dem er in Ruhe leben konnte?
Von Melog geführt zog die Truppe durch das abgeschiedene Idyll, das treffenderweise bereits den Namen Orkwald besaß, wenngleich hier bislang kaum ein Vertreter ihrer Spezies gelebt zu haben schien. Selten zuvor hatte Rudra einen so unberührten Flecken Erde gesehen, sodass es ihm umgehend in den Fingern juckte. Er wollte wieder Kunst erschaffen, arbeiten. Er wollte zur Ruhe kommen.
"Da vorn ist es", hörte er die Stimme Melogs ein Stück weit vor sich, als wäre es nur ein Wispern der Zweige und Blätter im Wind, und tatsächlich musste der Nacktork nicht lange suchen, um zu sehen, was der Schamane meinte - unübersehbar tat sich vor den Orks ein markanter, tiefschwarzer Fels auf, umringt von uralt anmutenden Ruinen. Ohne weitere Worte führte Melog sie ein Stück weit um den Fels herum, der vollständig von den verwitterten Resten längst vergangener Bauten umringt schien, bis sie sich vor einem flachen, scharfkantigen Altar wieder fanden, hinter dem in den dunklen Fels gehauen eine massive, in ebenso scharfkantigem, typisch orkischem Still gehauene, geradezu furchterregende Statue aufragte, die mit erbarmungslosem Blick und stolzer, machtvoller Haltung über alles wachte, was sich um den Altar herum abspielte.
"Ihr Altar..."
Rudra war nicht wohl beim Anblick dieser Statue, und obwohl es wahrscheinlich keinen Ork außerhalb der Heimat gab, der die Kunst so schätzte, wie er es tat, keimte in ihm mehr und mehr das Verlangen auf, die Statue zu zerstören - wäre da nicht dieses merkwürdige Gefühl gewesen, das ihn schlussendlich dazu zwang, sein Gesicht demütig abzuwenden.
Hier, ausgerechnet hier wollte sie ihr Lager errichten. Rudra erklärte sich freiwillig bereit, auf den Blinden zu achten, den sie befreit hatten, um so möglichst weit entfernt zu sein von dieser unheilbringenden Manifestation von ihr.
Ahurak war anders als sie - verschlagener vielleicht, weniger stolz als sie, abgesehen von Rudra selbst wohl - Rudra musste zwangsweise an einen Gobbo denken, wenn der Vergleich auch etwas merkwürdig anmuten mochte. Doch es war ein anderes Detail, das den Lügner für ihn so interessant machte. Nicht die ausgestochenen Augen, sondern die Geschichte, die wohl dazu geführt haben mochte, war es: Ahurak hatte das getan, was ein Ork nicht tun sollte, und auch wenn er es wahrscheinlich nicht aus Zuneigung getan hatte, so brannte doch diese eine Frage auf den Lippen Rudras, in dem das Verlangen über die letzten beiden Jahre immer mehr gekeimt war, der es sich aber immer noch nicht eingestehen wollte.
Langsam setzte er sich zu dem Lügner ins Gras und starrte ihn ausgiebig an, bevor er den Mund öffnete.
"Und... wie... wie war es?"
Last edited by Rudra; 26.02.2011 at 13:25.
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Provinzheld
Wahrhaft beeindruckend war dieser Fels aus purer Schwärze, umringt von Ruinen einer vielleicht schon ausgestorbenen Kultur oder sogar einer ausgestorbenen Rasse. Doch was noch viel beeindruckender war, war diese riesige, in Fels geschlagene Skulptur. Sie wirkte so mächtig und furchteinflösend, wie kaum etwas, dass Daar je gesehen hatte. Sie konnte sogar mit der Beliarstatue im Faringer Tempel mithalten, auch wenn sie nicht ganz so edel erschien, doch das war bei dieser Statue wohl gar nicht beabsichtigt gewesen.
Um ihn herum standen sie, die Orks aus Faring, die zusammen mit ihm hierher gekommen waren und nun bestaunten sie das Antlitz einer Göttin, Dämonin oder etwas dergleichen, wie sie vorher die Statue des Schöpfers bestaunt hatten. Thon Daar wandte derweil seinen Blick ab, schaute sich um und entdeckte, dass er nicht der einzige war, der sich schon von dieser Statue abgewandt hatte. Bei den meisten hätte es ihn nicht gewundert, doch derjenige, der dort im Gras neben Ahurak saß, war nicht der dicke Gargo oder alte Krupp, nein, es war Rudra, der Künstler in ihrer Gruppe, wenn man ihn so bezeichnen wollte. Einer der wenigen Orks, die überhaupt so an Statuen und Skulpturen interessiert waren, saß dort, von diesem riesigen Abbild abgewandt.
"..schön wie sie sich versuchte zu wehr..." Der Blinde stoppte, als er die Schritte des Kleinwüchsigen gehört hatte und auch der Nacktork hatte aufgesehen. "Rok'Tar Rudra. Was machst du hier und nicht bei diesem tiefschwarzen, in Stein gehauenem Antlitz einer Dämonin?" Neugier plagte ihn und es war schwer, sie zurückzuhalten.
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Provinzheld
Nein, es war nicht das, was er sich zu hören erhofft hatte. Dieser Ork schien nur Verachtung für seine Umwelt zu empfinden, ein abscheuliches Beispiel für jeden von ihnen. Wie hatte Rudra nur erwarten können, dass Ahurak auch nur irgendetwas hätte empfunden haben können, als er die Menschenfrau nahm? Wut keimte in Rudra auf, Wut auf sich selbst, weil er so töricht war, ihn darauf anzusprechen, der es nur aus Verachtung und Hass getan hatte, und Wut auf Ahurak, den ehrlosen Ork, der für so ein schändliches Vergehen den Tod verdient hätte.
Die gebleckten, gelben Hauer zeigten sich in einem abstoßenden Grinsen, während Ahurak gerade auf Details einging, die Rudra nicht hören wollte, und voller Zorn ballte sich die Faust des Bildhauers, doch just in diesem Moment trat einer aus der Gruppe - Thon Daar sein Name, so weit er sich entsann - an ihn heran. Rudra sprang augenblicklich von seinem Platz gegenüber dem Blinden auf und wandte sich dem Hinzugestoßenen zu.
"Rok'Tar, Thon Daar. Sie ist böse", entgegnete er, "dieses... Ding... ist keine Kunst. In Kunst steckt Liebe, Hingabe, der Wunsch, etwas Schönes zu schaffen. Von dieser Statue ausgehend spüre ich nur Angst und Unterdrückung. Ich halte es in ihrer Nähe nicht aus. Wenn ich könnte, würde ich sie zerbrechen. Aber stell dir mal vor, wie der Weißkittel dann drein schauen würde..."
Ein kurzes Lächeln huschte über seine Lippen, dann bewegte er sich ein Stück weit von Ahurak weg, der ohnehin festgebunden war und nicht fliehen konnte. Ein Stück entfernt von ihnen begann Melog gerade, vor Tat'ank'Ka, Gorbag und den anderen zu sprechen, doch er achtete nicht darauf, konnte die Worte von hier aus ohnehin nicht verstehen.
"Du scheinst es auch zu spüren, oder? Die Kälte an diesem Ort, meine ich. Sonst würdest du mit bei den anderen stehen. Wollen wir tatsächlich ausgerechnet hier unser Lager aufschlagen? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll..."
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Provinzheld
Auf die Worte des Nacktorks blickte er noch einmal zum Rest der Gruppe, die den Worten des Schamanen gespannt lauschte. Rudra war wohl weniger angetan von der ganzen Situation hier. Weder Melog noch der schwarze Fels hatten es ihm angetan und dass in diesen dann noch eine solche Skulptur eingemeißelt war, machte ihn auch nicht besser. "Na ja, etwas unheimlich ist es ja schon", gestand der junge Ork "Aber wenn wir diese Opfer darbringen, werden wir vielleicht verschont! Den ersten haben wir ja schon." Schrill kichernd blickte er zu Ahurak, dem Blutsverschmutzer, dem Morraweibchenbesteiger. Genüsslich spuckte er vor diesem auf den Boden, um ihm zu zeigen, was er von ihm hielt. Wenigstens zu einer letzten Sache ist er noch gut. Ja, mit ihm fehlten nur noch zwei im Bund der Drei. So würden sie es überleben und vielleicht blieben sie ja sogar hier, in dem Wald, der schon nach seiner Rasse getauft wurde.
"Und Bruder. Beruhige dich. Die einzigen die sich fürchten sollten, sind die beiden, deren Blut Bald am Karrek fließen wird." Ob diese Aussage die richtige Wirkung erzielte, konnte Thon Daar nicht erahnen, schließlich war er nicht dazu gemacht, andere zu beruhigen oder ihnen zu helfen. Seine Aufgabe wahr wohl eher das Gegenteil. Bei diesem Gedanken kam ihm die Idee, sich doch mal an Ahurak zu versuchen, doch wollte diese Sie ein gevierteiltes Opfer? Wohl eher nicht. Muss unbedingt mal wieder ran! Suchend blickte er sich um, doch da war kein Opfer in Sicht, weshalb er sich murrend wieder an Rudra wandte. "Was hältst du von diesem Melog? Er ist ganz anders als all die Schamanen, die ich je gesehen und gehört habe, doch zweifelsohne ist er mächtig, hat er uns doch schon lange kommen sehen." Ihr Gespräch war in einen Flüsterton übergegangen, vom gefangenen Ork abgewandt.
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Provinzheld
"Mhm", grunzte Rudra auf die Äußerungen Thon Daars hin. "Vielleicht hast du Recht. Vielleicht aber ist es auch falsch, Melogs Anweisungen zu folgen. Ich weiß nicht..."
Wenn er ehrlich war, hatte er noch nie viel von den Schamanen gehalten. Sie waren verschlagene Gestalten, deren Handwerkszeug die Täuschung war. Wie hätte man so jemandem glauben können? Wie konnten alle anderen diesem Melog glauben? Rudra wollte und konnte nicht verstehen, warum die zwar zweifelhafte, aber immerhin gewonnene Freiheit ihrer kleinen Gruppe direkt wieder für diese Aufgabe geopfert werden sollte. War die orkische Rasse nicht imstande, selbstständig zu handeln, dass sie sich stets hinter Dämonen, strikten Befehlsstrukturen und rätselhaften Geisterbeschwörern verstecken musste?
"Er ist ein Schamane, das genügt mir. Ich traue Schamanen nicht. Und mir gefällt diese ganze Geschichte nicht. Ich will keinen Krieg gegen andere Stämme führen, weil eine höhere Macht, mit der ich nichts zu haben will, es befiehlt - oder weil ein Schamane das behauptet. Ich will gar keinen Krieg mehr führen, keine Waffe mehr gegen einen anderen Ork erheben. Viel lieber würde ich diese anderen Stämme kennenlernen."
Was es ihnen eingebracht hatte, als sie das letzte Mal den Kampf gegen andere Orks eröffnet hatten - das hatte er nicht vergessen. Das hehre Ziel der Säuberung der orkischen Rasse... es hatte ihnen allen nur Unglück gebracht. Warum nur war er der Einzige, der nicht bereit war, die selben Fehler noch einmal zu begehen?
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Provinzheld
"Du traust Schamanen nicht?" So eine Antwort hatte der Kleinwüchsige wirklich nicht erwartet und das sah man ihm wohl an, schließlich war seine Meinung eine ganz andere: Sie waren die besonderen Auserwählten des Schicksals. In fast jedem, wenn nicht sogar jedem Stamm waren sie die Häuptlinge oder Berater eben dieser, sahen in die Zukunft und waren Mittler zwischen Orkischem und Göttlichem. "Liegt es an ihrer Art? An was?" Etwas verwirrt blickte Daar an sich hinab, fühlte den Stoff des weißen Rocks zwischen seinen haarigen Fingern und wandt sich wieder Rudra zu. "Wie du siehst, bin ich selbst auf dem Weg, ein varrag zu werden und allein dieser Rock bedeutet für mich Ehre, die mir zuteil wurde." Mit einem Finger zeigte er auf den Verband, der seine Augenhöhle verdeckt. "Selbst mein eines Auge habe ich geopfert und mir noch eine andere Bürde aufgeladen." Zwar stand Rudra wahrscheinlich ziemlich alleine mit dieser Meinung da, doch das reichte schon, um ihn etwas aus der Fassung zu bringen, hatte er doch so viel dafür gegeben.
"Also ich meine.. bei Han-Pak.. naja.. was mit ihm ist, weiß wohl keiner..Aber.." Wie kam Rudra nur zu so einer Meinung? "Krieg gibt es immer wieder, obwohl wir uns alle eigentlich nach etwas Ruhe sehnen.. Um sie zu finden, sollten wir aber tun, was uns Melog gesagt hat. Zumindest Ich will nicht von einem unbekannten, mächtigen und obendrein blutrünstigen Wesen heimgesucht werden."
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Provinzheld
Beschwichtigend hob Rudra die Hände und besann sich darauf, nicht so freimütig auszusprechen, was er dachte. Es würde ihm nur Ärger einbringen, wenn er mit seinen Ansichten hausieren ging, denn er wusste, dass er sich in vielen Belangen von den Anderen unterschied.
"Es ist nichts Persönliches, und ich sage nicht, dass ich sie verachte oder dergleichen. Aber Schamanen haben Macht, und zwar eine Macht, die sich auf etwas begründet, was gewöhnliche Orks nicht nachvollziehen können. Sie sind von den Entscheidungen der Schamanen abhängig und können so leicht von ihnen manipuliert werden. Was außer dem Wort von Melog gibt uns Anlass, uns mit den Orks der Insel zu verfeinden? Was, wenn Melog seine Macht ausnutzt, um persönliche Rache an ihnen zu üben? Wer kann das schon sagen?"
Kurz hielt er inne. Sollte er weiter sprechen? Er wollte sich nicht gänzlich ins Abseits manövrieren, indem er das Spielchen hier immer weiter trieb. Andererseits konnte er einem angehenden Schamanen so vielleicht eine andere Sicht auf die Dinge vermitteln.
"Weißt du, ich habe ihre Illusionen gesehen. Ein Schamane versteht sich auf die Täuschung. Ich kann niemals sagen, ob ich getäuscht werde, oder nicht. Also muss ich vertrauen, hoffen, dass mein Vertrauen nicht ausgenutzt wird. Ich kenne Melog nicht, also kann ich ihm auch nicht vertrauen. Das ist alles."
Sein Blick huschte hinüber zu der unheimlichen Statue. Und was, wenn der Schamane nicht der war, der manipulierte, sondern der, der manipuliert wurde?
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Ritter
Am Karrek
Der Schamane Melog kniete tief gebeugt vor dem dunklen Fels und wisperte schnelle Worte in einer fremden Zunge, die Gorbag selbst aus der Nähe nicht verstand. Seine Arme hatte der Varrag weit vom Körper gestreckt und schien den feuchten Waldboden umarmen zu wollen. Seine Stirn war nur wenige Handbreit vom mit Moosen, Gräsern und Flechten überzogenen Untergrund entfernt. Melog schien sich auf irgendein Ritual vorzubereiten, es in diesem Augenblick vielleicht sogar bereits durchzuziehen und den stumm ihn herum stehenden Orks blieb nichts anderes übrig, als auf den Weisen zu warten.
Während Gorbag darauf wartete, dass irgendetwas geschah, betrachtete der Elitekrieger den pechschwarzen Altar, der mit dem Karrek verwachsen zu sein schien. Ein dunkler Berg mit einem dunklen Altar. Dies hörte sich wirklich nach einem Ort an, an dem sich ein blutrünstiger Dämon heimisch fühlen konnte! Gerade richtete Gorbag seinen Blick wieder auf den mittlerweile rhythmisch summenden Melog, als plötzlich ein Ruck durch die um ihn stehenden Orks ging. Seine Brüder griffen zu ihren Waffen!
Ohne zu zögern zog Gorbag sein großes orkisches Kriegsschwert von seinem Rücken und schob sich zwischen den anderen Orks vorbei an ihre Spitze. Instinktiv hatten die Krieger einen Ring vor den ins Gebet vertieften Schamanen, ihren Gefangenen und den bewusstlosen Han-Pak gebildet. Die Orks bauten sich zwischen dem Karrek und dem Waldrand, aus dem sich in diesem Augenblick dunkle Gestalten näherten! Nacheinander traten halbnackte, nur mit Lendenschurz und Amuletten bekleidete, braunfellige Orks aus den Schatten der Bäume. Manche von ihnen hielten Schleudern oder kleine Bögen und der ein oder andere sogar einen Speer in den Pranken. Sie wirkten nicht unbedingt kriegerisch.
" Krohtak Jabbarth!" Rief Gorbag mit herrischer Stimme und zeigte mit der Spitze seines langen Schwertes auf die erschienene Gruppe.
" Ich bin Gorbag, Elitekrieger der Shaks! Wer seid ihr?"
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Provinzheld
Mit gemischten Gefühlen hörte er sich die Bedenken und Zweifel Rudras an, wusste erst noch nicht so recht, was er dazu sagen sollte. Im Grunde genommen hat er ja Recht, die Zweifel sind begründet. Aussprechen würde er seine Zustimmung jedoch nicht, beschritt er doch selbst den Weg des Wissens und war bestrebt, einmal selbst diese Macht beherrschen zu können. "Aber wieso sollte Melog das tun? Er verlangt nicht, irgend jemanden bestimmtes zu opfern." Dabei kam ihm der Gedanke an Ahurak und mit diesem gleichzeitig ein neues Argument gegen die Bedenken des Nacktorks. "Und hätte er es auf bestimmte Oraks abgezielt, hätte er doch sicherlich diesen Morraweibchenbesteiger auserkoren, einmal Blut für dieses Wesen zu spenden." Grimmig wandte er sich an den Blinden, dachte an den Moment zurück, in dem Melog ihnen sein wahres Verbrechen offenbart hatte. Wut kam auf. Es war eine Schande, dass dieses Wesen noch lebte, sich noch Ork nennen durfte! Er versetzte diesem Schmutzfleck auf der Standarte der Grünhäute einen kräftigen Tritt, den er nur mit einem lauten Stöhnen hin nahm.
"Und selbst wenn das Ganze mit der Opferung nicht stirbt, so ist der wenigstens aus dem Weg geräumt! Das ist doch schon mal was positives, findest du nicht?" Sein Blick war schon längst wieder von Ahurak abgewandt, ruhte nun auf dem tiefschwarzen Felsen, dem Karrek. "Wir sollten wieder zu den anderen gehen." Sie, oder zumindest Daar, wollten schließlich nichts wichtiges verpassen. Gerade als er sich zu ihnen gesellen wollte, war etwas im Gange. Die Orks hatten einen Kreis gebildet und Gorbag sprach mit irgendjemandem oder etwas. Erst als er seinem Blick folgte, sah er die Gruppe Orks aus den Schatten kommen.
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Ritter
Am Karrek
" Oraks, von welchem Stamm seid ihr?" Knurrte Gorbag noch einmal und fletschte die Zähne. Die Krieger in seinem Rücken hoben ihre Waffen und stießen nun ihrerseits Drohgebärden aus. Mit erhobenem Haupt und das große Kriegsschwert mit beiden Pranken gepackt trat der Elitekrieger in seiner schweren Rüstung einen weiteren Schritt auf die Fremden zu. Dies war der erste Kontakt mit den Orks dieser Insel und Gorbag wollte sofort sicher gehen, dass die Einheimischen wussten, was für ein Schlag Oraks sich seit Neuestem auf ihrem Eiland herumtrieb.
Eine Zeit lang geschah nun gar nichts. Die zwischen den Bäumen hervor gekommenen Orks, es waren nicht einmal ein Dutzend der leicht bewaffneten Braunfelle, hatten sich in einen dichten Mob zusammen getan und schienen ihren Fund nun zu beratschlagen. Einen Anführer schien es bei ihnen nicht zu geben und ihre Uneinigkeit war unschwer zu erkennen.
Als Gorbag mit seinem gepanzerten Stiefel jedoch ungeduldig einen größeren Stein in die Richtung der Tuschelorks trat, stellte sich endlich einer von ihnen vor die Gruppe.
" Wir sind Jäger vom Stamm, der am silbernen See lebt. Wir sind friedlich und suchen keinen Streit." Sprach der Namenlose und blickte dabei immer wieder zu Boden. Seine Schultern hingen schlaff herab und sein Rücken war gebeugt. Augenkontakt hielt er kein einziges Mal mit Gorbag oder einem anderen Krieger.
" Nenn mir deinen Namen, wenn ich dich ernst nehmen soll, Jäger! Danach komm mit deiner Gruppe näher, denn wir haben viele Fragen." Erwiderte der Elitekrieger erbost, hielt seinen Zorn über das ängstliche Auftreten der Argaanorks im Zaun und verstaute sein Kriegsschwert im Wehrgehänge auf seinem Rücken.
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Rollenspielmoderator
Am Karrek
"Ich bin Shurak! Und ihr habt meinen Bruder Ahurak bei euch!", sprach der doch einfach wirkende Ork mit dem Speer, der nicht einmal eine vernünftige Spitze hatte. Ein angespitzter Stock der im Feuer angekokelt worden war. Orks die das Geheimnis des Eisens nicht mal kannten. Tat brummte auf.
"Was willst du mit deinem Bruder, Orak?", fragte Tat'ank'Ka
"Ihn zu seinen Brüdern bringen, bevor ihn die Morras wieder holen.", meinte Shurak.
"Dein Bruder wird nicht mitkommen. Er ist nach unseren Gesetzen des Todes!", erwiderte der Schwarzork und trat mit verschränkten Armen vor.
Die vier Silberseeorks musterten seine Tätowierungen im Fackelschein, die im Gesicht sichtbar wurden.
"Ahurak gehört zu uns, Orak. Lass ihn gehen, die Morras haben ihn genug gestraft. Seid...seid ihr Knochenbrecher?", fragte Shurak und zeigte auf Tats Tätowierungen.
"Nein, Orak! Ich trage mein Haupt stolz wie ein Khorinisork! Es ist mir gleich ob die Morras richteten! Der Varrag hat gerichtet und sein Wort steht über dem jedes Morras und Orakkriegers! Willst du deinen Bruder zurück, dann kämpfe mit mir oder einen jeden von uns hier. Überlebst du, soll er dir gehören!", schlug Tat herausfordernd vor. Shurak und die anderen Orks murmelten, blickten immer wieder herüber. Dann drehte Shurak seinen Speer und rammte diesen in den Boden. Ein Zeichen das Orks verstanden.
"Mein Häuptling Morrigh wird davon erfahren und das Wort mit euch suchen. Meinen Bruder dürft ihr nicht töten. Er ist verhext worden! Von Melog! Er verhext alle Oraks meines Stammes. Er macht uns Angst mit Ihr und will das wir ihr opfern! Morrigh hat aber gesagt, dass Blut nicht so vergossen werden darf! Morrigh will kein Melog sein! Morrigh will keinen Knochenbrecher die Pranke reichen. Morrigh will Frieden für die Oraks. Wenn ihr Krieg sucht, dann seid ihr wie die Knochenbrecher. Dann werden wir Krieg gegen euch führen!", sprach dieser Orak, wurde aber insbesondere bei seiner letzten Drohung immer leiser, da die kriegerischen Orks ihm gegenüber die Waffen allesamt knurrend zückten.
Wer Krieg sagte, musste auch Krieg machen - eine orkische Weisheit.
Shurak zog seinen Speer aus dem Boden und hob beschwichtigend die Hand.
Dann trat Melog vor.
"Geh zu Morrigh! Sag Morrigh, dass er ein Feigling ist, wenn er nicht vor dem nahenden vollen Mond hier erscheinen wird. Sag Morrigh, dass er sich erinnern soll, was der Vater seiner Vätersväterväter am Karrek schwor!", gebot der Schamane und bat die Orks die aus der Nordlande gekommen waren die Waffen zu senken. Sie gehorchten, während Shurak und die Seinen sich zurück zogen. Nicht jedoch ohne Ahurak etwas zuzurufen.
Ahurak erhob sich und lief gerade los, so dass Gorbag Rudra prompt den befehl gab Ahurak aufzuhalten. Melog indes drehte sich zum Rest und wollte etwas zu den Knochenbrechern und Häuptling Morrigh erzählen...
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