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Schwertmeisterin
Wie sich herausgestellt hatte, kannte auch Faren sich nicht mit Booten wie dem aus, das sie sich geliehen hatten. Irgendwann waren sie dazu übergegangen, zu rudern, aber da Faren ungleich kräftiger war als sie, hatte das nur dazu geführt, dass sie im Kreis gefahren waren. Nun ruderte Faren allein, während Keala das Meer um sie her betrachtete. Es war ein blödes Gefühl, zu nichts Nutze zu sein, nur herumzusitzen. Sie schaute wieder einmal zur Küste, an der sie entlangfuhren.
»Wirklich groß scheint Argaan nicht zu sein«, bemerkte sie. »Schwarzwasser liegt im Süden der Insel, sagten die Händler.«
Die Deserteurin stand auf, ein wenig wacklig angesichts des Geschaukels, aber schwindelfrei, und machte sich in den Sachen des Fischers, die dieser auf dem Boot gelassen hatte, auf die Suche nach einem Kompass. Nach einer Weile wurde sie fündig, versuchte, irgendwas aus dem, was sie sah, zu schlussfolgern.
»Eigentlich müssten wir am Südende der Insel sein«, sagte sie schließlich. »Wie wäre es, wenn wir an der nächstbesten Stelle an Land gehen? Falls es irgendwo einen Strand gibt? Dann könntest du dich auch ausruhen, du ruderst schon ziemlich lange ...«
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Ehrengarde
Es war bereits mehr als eine Stunde vergangen, seit der Mann im Ausguck laut "Land in Sicht!" gebrüllt hatte. Tatsächlich war Argaan in Sich gekommen und ganz entsprechend der ungefähren Angaben die Durnir ihnen mit auf den Weg gegeben hatte umschifften sie die große Insel um die Südseite zu erreichen. "Kannst du das sehen?", fragte plötzlich einer aus der Mannschaft.
"Nee, du? Was denn überhaupt?", ein anderer.
"Na das große Ding da, suchen wir nicht nen großen Baum?"
Corax schaute zu den beiden Müßiggängern herüber und schaute dann konzentriert auf die nahe Küste. Aus einem fahlgrünen Landschaftsbild hob sich selbst aus der Entfernung eine riesiger Baum vor der Kulisse eines weiter östlich gelegenen Gebirges ab. "Sieht aus als hätten wir unseren Baum gefunden. Er ist genau wie in der Vision.", sagte Corax zu Cotton als dieser auch herbeikam. "Wir brauchen ein paar Beibote.", sagte er noch zu Cotton und rief dann in die Menge : "Es geht an Land Leute, packt eure Sachen."
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Provinzheld
Das Schiff kam im Hafen von Vengard an un dsi ewollten sich gerade von Tarven verabschieden, als dieser sagte: "Ich komm emit nach Argaan, ich werde weiterhin den Schiffsjungen geben und mit euch segeln."
"Sehr mutiger Gedanke Junge, aber bist du dir sicher? Wir wissen nicht, was uns erwartet! Wir haben seit langen keinen Kontak nach Argaan gehabt!", entgegnete Sir Edmund.
"Ich komme mit, komme was da wolle!"
Und schon wieder stachen sie in See, diesmal mit Markus an Bord des Schiffes.
"Ich grüße euch Sir Edmund!"
"Ich grüße euch auch Markus, wie ist es euch ergangen?"
"Gut, danke! Die Vorräte wurden von meinen Männern wieder aufgefüllt."
"Ah, wer ist den das werter Ritter?"
"Das ist Tarven Sohn des verstorben Schmiedes am Hofe Rhobars."
"Ich grüße auch dich Tarven."
Das Schiff legte ab in Richtung Argaan.
Die Frage war nur, wie lange würde es dauern...
Markus breitete eine Karte aus und Tarven durfte sie mit einsehen.
Laut der Karte würde es noch 1-2 Tage dauern, bis sie ankommen würden.
Sir Edmund schickte die kompanie schlafen unter ihnen auch Tarven, der nun die Reise nach Argann antrat.
Die Wetterverhältnisse waren gut und sie kamen zügig vorran.
Er freute sich schon ein wenig auf Argaan.
Was würde ihn dort erwarten?
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Veteran
Evander rannte hektisch zur Rehling auf der Steuerbordseite. Er beugte sich über die Rehling und berbrach. Er hustete noch etwas dann richtete er sich auf und rieb sich den Mundwinkel ab. Seekrank und das als Fischer. Bei Innos dass ich das auch noch einmal erleben darf, dachte sich Evander und rieb sich erschöpft die Stirn ab.
Das Schiff schaukelte unangenehm hin und her. Es hatte schon ein paar andere Soldaten erwischt, doch die sahen noch schlechter als er aus. Aufeinma rannte ein Soldat neben ihm und erbrach ebenfalls. Nach einer weile richtete sich der Soldat auf und rümpfte die Nase. Evander musste lachen darauf hin versetzte der Soldat ihm einen vernichtenden Blick und lief wieder unter Deck.
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Kämpfer
Albertus war wieder auf einem der Schiffe des Königs und lehnte sich an die Rehling wobei er die frische priese des Meeres genoss und sich den Wind durch die Haare wehen ließ. Der junge Soldat war immer noch darüber am nachdenken, was ihm sein Lehrmeister im Schwertkampf aufgetan hatte. Dies war darüber nachzudenken, was Schwertkampf für ihn war.
Als Albertus so darüber nachdachte, rannte ein Soldat neben ihn an die Rehling und kotze in das Meer, Albertus fing das lachen an. Bis er bemerkte das es ja Evander ein alter Waffenbruder war der dort über die Rehling kotzte als Albertus diesen sah musste er noch lauter lachen. Ein Soldat nach den anderen rannte zur Rehling und übergab seine sich ins Meer.
Albertus sprach Evander an: "Na noch alles dran? Wie geht es dir alter Freund?"
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Veteran
Evander grinste als er Albertus sah und sagte:,, Ja bei mir ist alles noch dran. Ist nur peinlich ein Fischer sollte eigentlich nicht Seekrank werden.” Albertus musste lachen und Evander stimmte mit ein. Nach einiger Zeit als sie sich beruhigt hatten, fügte Evander etwas ernster hinzu:,, Jetzt geht es auf zu neuen Küsten. Wer hätte gedacht das ich noch einmal die Südlichen Inseln wíeder sehen würde.”
Es herrschte ein kurzer Moment Stille zwischen den beiden, man konnte das Rauschen des Meeres und den Wind wahrnehmen der einem durchs Haar wehte. Dann fragte Evander:,, Was glaubst du wird uns dort erwarten?”
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Nur für GTW
Tyrael wachte auf. Es war bereits Abend und das Schiff schaukelte unsanft, die Übelkeit kam aber nicht. Er hatte sich inzwischen daran gewöhnt, dass Schiffe nicht immer wie Feder über das Meer schwebten. Allerdings hörte er, dass andere nicht derselben Meinung waren und das Meer mit ihren Innereien beschmutzten.
Tyrael setzte sich auf und durchwühlte seine Sachen - es schien noch alles da zu sein, kein Langfinger hatte sich an seinen Sachen vergriffen und das war auch gut so. Er wäre ungern mittellos oder zumindest mit wenigen Goldmünzen in Thorniara angekommen.
Da er nun sowieso nicht mehr schlafen konnte, nahm er aus seinem Beutel die letzten Reste des Stoffes aus Bakaresh und die restlichen Utensilien um sich weiter mit dem Schneidern zu befassen. Bis auf eine Nadel schien alles dazu sein und so machte Tyrael sich auf eine Reise durch das Schiff gefasst, um irgendwo eine Nadel aufzutreiben.
Auf dem Deck sah er nur einen Mann, der sich über die Reling lehnte und ein paar Matrosen, die gelangweilt in der Gegend rumstanden oder Aufgaben ausführten. Bei einem dieser Männer ersteigerte Tyrael sich schließlich eine Nadel und etwas Stoff, das im Lagerraum rumlag. Gerüstet begab sich Tyrael in seine Kabine und begann weiter zu üben.
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Kämpfer
Albertus war schon wieder mit den Gedanken bei seinem Schwertkampf und überlegte was nun Schwertkampf für ihn bedeutete, da fragte ihn Evander etwas: "Was glaubst du wird uns dort erwarten?"
"Was wie wo", fragte Albertus verwirrt sein Gegenüber, "verwirrt nunja ich denke das wir unter umständen vielleicht wieder kämpfen müssen bis dahin wollte ich auch gerne meine Prüfung bei Meister Hiroga ablegen. Was glaubst du ist Schwertkampf für dich?"
Albertus wartete gespannt auf die Antwort seines Waffenbruders ...
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Veteran
Evander zog das Schwert seines Onkel und sagte:,, Mein Onkel hinterließ mir sein Schwert. Ich kann mir schon vorstellen das es etwas für mich wäre. Immerhin will es für ihn in Andenken halten. “
Albertus nickte nachdenklich. Evander klopfte ihm auf die Schulter und lächelte:,, Bald wird alles vorbei sein. Und weißt du was ich dann machen werde?” Albertus schüttelte den Kopf:,, Ich werde mir ein Weib nehmen und vielleicht eine Familie gründen..”
Albertus lächelte Evander an. Dann klatschte eine Welle gegen das Schiff und Evander fing an etwas zu Wanken, dann beugte er sich über die Reling und erbrach erneut. Dann richtete er sich fluchend auf und wischte sich erneut den Mund ab.
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Provinzheld
„Nordmann“, kam die Stimme aus der roten Robe des Innos-Dieners. „Hast du dein Glück im Kampf gefunden?“
Fross sah auf, dachte an die roten Flecken, die er seiner Kleidung hinzugefügt hatte, an das Gefühl, im Kampf zu stehen, und nickte: „Ich habe es versucht.“ Seit er und Kialar das Schiff betreten hatten, hatte Fross nicht viel geredet; stumm hatte er sich seinen Platz zuweisen lassen, stumm hatte er seine wenige Habe gezählt und ebenso stumm für Stunden das alte Schwert betrachtet, das ihm als Schlagwaffe gute Dienste geleistet hatte. Sie entsprach etwa seinem Zustand als Krieger: nicht völlig nutzlos. Aber wenn er vorankommen wollte, brauchte er ein besseres Schwert und er brauchte eine bessere Kunst. Vielleicht konnte er die Ehre, die sein Bruder so schmählich in seinem Namen beschmutzt hatte, wiederherstellen.
Fross war nie ein guter Kämpfer gewesen. Er hatte nie diese Leidenschaft für Waffen und den Kampf im Allgmeinen in sich getragen, um zu einem Krieger geeignet zu sein. Die letzten Tage jedoch hatten ihn eines besseren belehrt. Obwohl er sein Talent nicht einschätzen konnte, so war sein Körper doch zur Schlacht geeignet.
„Gewiss hast du Innos gute Dienste geleistet“, versuchte der Innos-Diener ein weiteres Mal die Konversation, der Fross mit aller Macht auszuweichen versuchte. Was er getan, wie er sich geschlagen hatte, ging nur ihn etwas an. Und vielleicht ging es Innos etwas an. Also sagte er: „Ich habe es versucht.“ Und der andere schwieg. Von der Anwesenheit des anderen gestört, erhob sich der rothaarige Hüne.
„Ich muss zu Kialar“, sagte er zu dem Innos-Diener, steckte sein Schwert in die Scheide und bahnte sich seinen Weg zu dem jungen Mann, der sich angeregt mit ein paar anderen seiner Art unterhielt: Magier. Sie waren eine Gattung, die Fross nicht so ganz verstand, die sich auf eine Kraft stützten, die noch flüchtiger schien als das Leben. Er packte Kialar an der Schulter und drehte ihn zu sich um.
„Ich will deine Hand sehen“, sagte er, wartete keine Antwort ab und griff nach dem Arm des Sandmannes. Die Haut hatte sich von dem groben Eingriff erholt und die Farbe kam schön heraus. Die Dünen, die Sonne; die Platzierung am Handgelenk ließ sie wirken, als würden sie den Knochen umarmen.
„Sieht gut aus“, befand Fross nach einer kurzen Weile, legte die Hand ans Kinn und nickte. „Man stelle sich vor, es hätte sich entzündet und du wärst gestorben.“
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Veteran
„Gestorben, sagst du?“, erwiderte Kialar gegenüber dem großen Nordmarer mit aufgerissenen Augen.
„Gestorben.“, antwortete Fross, als wäre es das normalste der Welt.
„Äh, das war natürlich gut, dass du mir das vorher gesagt hast…“, gab der Wüstensohn in vorwurfsvollem Tonfall zurück, doch er fand keine Scham im Gesichtausdruck seines Kameraden und wendete seine Aufmerksamkeit stattdessen der Tätowierung auf dem Handrücken zu.
Tatsächlich war die Rötung abgeklungen, wobei die einzelnen Linien des Symbols nun richtig zur Geltung kamen und obwohl er es Fross ein wenig übel nahm, nicht vorher über die Risiken aufgeklärt worden zu sein, musste er lächeln. Die Arbeit gefiel ihm. Die Befriedigung wollte er dem Nordmarer jedoch nicht gönnen.
„Verfährst du eigentlich mit all deinen Kunden so?“, fragte er ihn mit ernstem Gesicht.
„So?“, gab Fross zurück.
„Naja, einritzen und danach schauen, was passiert?“, hakte der Adlatus nach.
„Wie denn sonst?“, kam nun die Frage.
„Tja, man sollte doch die Kunden vorher aufklären, welche Schmerzen sie durchmachen müssen, welche Risiken sie damit eingehen…“
Kialar wollte seine Vorwurfsliste noch fortführen, wurde aber durch einen heftigen Ruck des Schiffes aus dem Gleichgewicht gebracht und sah sich im nächsten Moment an die Reling festgeklammert, nur an der falschen Seite…
Unter ihm schäumte die unruhige, dunkle See und spritzte ihm seine kalten, salzigen Tropfen unbarmherzig entgegen, während er feststellen musste, das sein instinktiver Griff nach dem rettenden Geländer anfing nachzulassen.
„Fross…“, sprach er mit panisch leise Stimme, doch gab dieser keine Antwort, während das Schiff nochmals eine der riesigen Wellen rammte, welche der Meeresgott in seinem Zorn geschickt haben zu schien. Die linke Hand riss sich von dem Geländer und plötzlich merkte er die Schreie der Schiffsmannschaft rundherum, die wohl ebenfalls der aufkommenden Unruhe des Meeres Herr werden zu versuchte.
„Fross!“, schrie er nochmals durch den Ohren betäubenden Wind und sah sich schon im Brausen des Wassers untergehen.
Seine Kraft ließ nach…
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Provinzheld
Gerettet von der Flut, dachte Fross bei sich, der bereits eine von Kialars schier endlosen Listen auf sich hatte zukommen sehen. Wie ein Hammerschlag krachte die Welle gegen das Schiff und Fross selbst, der Kialars Hilferufe vernahm, hatte mit seinem Halt an der Reling zu kämpfen, als die Schwerkraft ihn unsanft zur Seite und gegen das Holz stieß. Die zweite Welle kam so überraschend, dass der Druck ihm alle Luft aus den Lungen presste. Er hörte, wie der junge Sandmann seinen Namen schrie, konnte sich aber selbst kaum der plötzlich tobenden See erwehren, als der Wind Kialar über Bord trug.
Das heißt, er hätte ihn über Bord getragen, hätte er sich nicht an der Reling festgeklammert und ein letztes Mal laut nach Fross gebrüllt. Der ließ nun alle Vorsicht fahren, ließ mit der Linken seinen Halt los und griff sich vornüber beugend nach Kialars Kutte. Bevor die nächste Welle das Schiff zum Schaukeln brachte, stemmte Fross seine Füße gegen die Reling und zog den Burschen zu sich auf das Holz, wo ihre Leiber nach dem Aufschlag gegen das einzige prallten, das sie vor der Wut des Meeres schützte.
Währenddessen hatte die Mannschaft allerhand zu tun; allerhand Dinge, bei denen die zwei Männer nur im Weg herumlagen.
„Unter Deck“, brüllte Fross gegen den Wind und die Rufe der Männer an.
„Kajüte“, brüllte Kialar zurück.
„Einverstanden“, brüllte Fross.
Dem Nordmann wurde schwindelig; er war es nicht gewohnt, dass der Boden unter ihm schwankte, jedenfalls nicht, wenn er nicht betrunken war. Da er nicht betrunken war, ließ das die Situation allenfalls skurril erscheinen in seinen Augen. Das Meer war ein sehr aufbrausender Gastgeber, so viel stand fest. Trotzdem schien der Wind Kialar weit mehr Probleme beim Gehen zu bereiten als ihm.
Unter Deck stellte Fross die große, vorwurfsvolle Frage: „Du bist doch hier aufgewachsen.“
„Nicht auf einem Schiff“, war die seinerseits vorwurfsvolle Antwort, und er streckte beide Arme aus, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, während Fross sich einfach in eine Ecke setzte und unlglücklich war.
„Du wirst doch jetzt nicht seekrank, oder?“, fragte Kialar, dem der Unmut seines Kameraden nicht entgangen war.
„Nein“, sagte Fross, der nicht wusste, was seekrank war. Aber krank war nie gut. „Ich habe dir das Leben geretttet. Du schuldest mir was.“
Last edited by Fross; 02.01.2011 at 22:48.
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Waldläufer
Wo war Rekhyt hin?
Gerade eben noch hatte er ihn doch gesehen, wie er an dem Seeman vorbeischritt, ihn nur mit einem Wink grüßte und dann ... wurde er von diesem Gath am Ärmel gezogen und schon wurde ihm der gute Mann als San Daran vorgestellt und wo sie schon dabei waren, auch noch die Namen der anderen.
Als gäbe es nichts Wichtigeres!
Wie kam er aus dieser Situation wieder raus, ohne zu unhöflich zu sein? Einfach kommentarlos abhaun, das kam überhaupt nicht in Frage. Ein wenig Anstand und Würde und vor allem gute Erziehung hatte er schließlich noch in sich.
Es war am Ende der Kapitän selbst, der zum Aufbruch blies und die kleine Gruppe auseinander sprengte. Wie Ameisen wuselten sie auf dem Deck herum, halfen beim Vorbereiten der Abfahrt, zogen den Anker ein und standen dann noch an der Kante und sahen zum Meer, flüsterten irgendwas, lachten und stießen sich ab und zu in die Seite.
Aber nie fand Calidor bei dem ganzen Getue Rekhyt wieder. Oben schien er nicht zu sein, sodass der Adlat sich dazu entschloss, unter Deck zu gehen und dort nachzusehen. Kurz bevor er die Treppe geschafft hatte, hallte die Stimme von Vic von oben herab. Er fragte, wohin er wolle und was denn werden sollte.
"Ich werde das mit Rekhyt besprechen. Allein ..."
Vic nickte nur vorsichtig und verschwand aus dem Blickfeld des Blonden.
Er dauerte einige Zeit, eine Vielzahl von Klopfzeichen an Türen, ehe er Rekhyt von innen hörte.
Calidor ging hinein, und fand den Dieb, befreit von Stiefeln, das Hemd halb geöffnet, auf dem Bett liegend. Er lächelte ihn an, und Calidor lächelte zurück. Rekhyt schien zufrieden über etwas zu sein.
"Was ist?", fragte er deswegen verwundert, doch der Dieb erwiderte nur ein gehauchtes *Nichts* und so schritt Calidor näher ans Bett und setzte sich auf die Kante, löste die Riemchen seiner Schuhe, entfernte die Strümpfe und ließ seine Zehen zu Luft kommen.
Der Adlat schweifte mit den Gedanken ab, dachte an Vic und Callindor, an Catrine und Morlon und an Rekhyt. Vieles war passiert, und einiges so, wie Calidor es nicht erwartet oder gewollt hatte.
Und so mitten im Nichts, ganz für sich, zwickte ihn plötzlich etwas in die Taille und ließ ihn aufschrecken.
"Hey!", protestierte Calidor gespielt energisch und erntete von seinem Dieb nur ein Grinsen.
"Na warte!", forderte er ihn heraus und Calidor ging zum Angriff über, suchte Stellen zum Angreifen und Kneifen und zum Kitzeln. Es kam darauf hin Leben in Rekhyt und zu zweit balgten sie wie zwei Kinder auf dem Bett, dass unter der Last stöhnend knarrte.
Inzwischen lag der Adlat im Bett, der Dieb kniete auf ihm drauf und hielt ihm energisch die Arme fest. Noch immer war es nicht mehr als ein Spiel gewesen, eine kindische Alberei. Doch dann trafen sich ihre Blicke, als Rekhyt meinte, er habe gewonnen, und es umfing sie eine Stille, die keiner von beiden erwartet hatte, und die aus dem Spiel plötzlich Ernst werden ließ.
Calidor presste sich von unten gegen ihn, Rekhyt drückte ihn fester in die Matratze. Er wehrte sich nicht wirklich, doch wollte er das hier denn auch? Er war nicht so wie sein Bruder. Callindor war anders. Offener, freier. Calidor wurde sein Verhalten anerzogen, eingezwängt in aristokratische Normen, die ihm sagten, dass dies hier vollkommen falsch war.
Mit gesenktem Blick, als wolle er vor ihm fliehen, und es nicht können, schaute er Rekhyt an, oder eher durch ihn hindurch.
"Was erwartest du von mir? Was soll ich tun?"
Calidor ließ seinen Kopf auf das Kissen sinken und drehte ihn zur Seite. Er war dazu nicht bereit. Oder doch? In seinem Innern tobte ein Kampf und er war von Unsicherheit geplagt. Was als Spiel begann, wurde schlagartig ernst und erfasste ein Thema, dass die beiden bisher erfolgreich umgangen hatten. Doch das war nun nicht mehr möglich, dafür war es zu weit gegangen.
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Veteran
Calidor hatte ihn wie erwartet gefunden und hatte sich auch gleich übermütig auf ihn gestürzt. Damit hatte der Schweigsame wenig gerechnet, wo sie doch bis auf das kurze Gespräch über Vic nicht im Guten auseinander gegangen waren, doch er hatte nichts dagegen einzuwenden. Schließlich endete er dann auf Cali kniend und bemerkte plötzlich Unsicherheit in dessen Blick, die sich auch auf den Schweigsamen überschlug.
Nach kurzem Zögern stieg er von dem Blonden herunter und setzte sich neben ihn auf die Bettkante, während er seine Hand auf seine Schulter legte.
"Was ist denn?" fragte der Dieb sanft nach den innersten Gefühlen des Innosgläubigen nach.
An was musste er denken? Oder an wen? Welche Pläne gingen ihm durch den Kopf?
Der Blauäugige wollte nichts überstürzen, seine Anwesenheit genügte ihm!
Sie beide waren im Kastell gewesen und hätten beide sehr gut darauf verzichten können. Da fiel dem Schweigsamen plötzlich ein, dass er keine Ahnung hatte, woher die Verletzungen gekommen waren von denen Gath gesprochen hatte, doch danach würde er erst später fragen.
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Waldläufer
Calidor fand nicht den Mut, ihm in die Augen zu sehen, und schaute nur zu der dunkel getäfelten Holzwand. Sie war so finster gehalten, so schmutzig, wie er sich gerade fühlte.
"Ich ... ist das hier richtig? Bei dir sein, Spass haben, das ist eine Sache, aber was, wenn du mehr möchtest? Ich weiß nicht, ob ich dafür der Richtige bin. Ich ... nun ... also ... ich hab noch nie ..."
Calidor beendete den Satz nicht, es war so schon peinlich genug. Rekhyt antwortete darauf nichts, sondern strich nur in kreisförmigen Bewegungen über seine Hand, die der Dieb noch immer hielt. So ganz konnten sie eben doch nicht von einander lassen
"Callindor ist da ... erfahrener, der dich in der Beziehung sicher besser befriedigen könnte. Vielleicht, ... wenn er gefunden wird ... und er noch lebt ... dann ... dann ... du und er ..."
Calidor seufzte, denn was er hier versuchte, war einfach nur die Verzweiflung eines unsicheren Kerls, der vor einem Problems stand und nicht wusste, wie er damit umgehen sollte.
Plötzlich drehte er seinen Kopf herum, sah Rekhyt an, der seinen Blick zu seinem herab senkte, und hörte mit der Liebkosung auf.
"Was erwartest du von mir? Wie weit soll das gehen? Was versprichst du dir davon? Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht? Wenn ja, dann hilf mir, es zu verstehen, denn gerade fühle ich mich sehr unsicher, bei dem, was wir hier machen."
Last edited by Calidor; 03.01.2011 at 00:32.
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Veteran
Was sollte das jetzt heißen? Glaubte Calidor war wie eine männliche Hure, der einfach irgendeinen anderen nehmen würden, nur weil er nicht ganz perfekt war? Nein nein, so würde das nicht laufen, Rekhyt wollte den Mann vor sich und sonst niemanden.
"Ich erwarte mir, dass wir es einmal schaffen zusammen zu bleiben und werde mich sicher nicht auf irgendwen anderen vertrösten lassen! Sonst will ich gar nichts. Lass dir Zeit und verbringe diese mit mir! Das ist alles was ich will."
Und lass es dir nicht einfallen mich noch einmal wegen irgendeinem dummen 'Befehl' zu hintergehen dachte er sich im Stillen dazu, doch das würde ohnehin nicht passieren. Hoffte er.
"Entspann dich!"
War dann noch ein Ratschlag. Das Geschunkel erinnerte den Dieb daran, dass sie sich auf einem Schiff befanden und der Blauäugige konnte nichts weniger gebrauchen als einen in Panik versetzten Zimmergenossen. Er selbst hatte sich noch nicht einmal Gedanken gemacht wovon Calidor die ganze Zeit eigentlich sprach. Wovor er so eine Angst hatte. Ein einfacher Kuss? Oder mehr? Und dann wäre noch die Frage, ob er selber dazu breit wäre, doch die war jetzt nicht relevant wo der Blonde ohnehin nicht wollte.
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Waldläufer
Calidor lächelte ihn an und schlang dann seinen Arm um Rekhyts Hals und zog ihn zu sich hinunter, dass er schließlich mit dem Kopf auf seinem Bauch lag. Kurz ächzte der Adlat, die Wunde schmerzte etwas, auch wenn inzwischen alles verheilt war. Bildete er es sich nur ein?
"Was ist los?", fragte der Dieb und schob das Hemd etwas hoch, um den Verband darunter zu finden.
"Wie ist das passiert?", war nun seine nächste Frage und ohne zu Fragen und mit der unerschütterlichen Absicht, es sich auch nicht ausreden lassen, begann er damit, den Verband langsam abzuwickeln. Interessierte ihn denn wirklich so sehr, was darunter verborgen lag?
Calidor seufzte und erinnerte sich an den Moment des Verrats. Kein schöner Augenblick.
"Du erinnerst dich doch sicher an die Magierin, die dich verhören wollte?" Die Antwort war ein grimmiger Blick, ehe er sich wieder dem Verband zuwendete und mit seinen geschickten Fingern Lage um Lage entfernte.
"Und du weißt sicher noch, wie ich dich nach irgendwas von einem silbernen Falken fragte, oder? Inzwischen sieht es so aus, als hätte Catrine, die Magierin, etwas mit ihnen zu tun, als stecke sie mit ihnen unter einer Decke. Morlon, mein *Bruder*, ist verschwunden und vielleicht ist er schon tot.
Bevor ich fliehen konnte, haben mich Catrine Handlanger erwischt, erst mit einem Stein niedergeschlagen und dann auf dem Markt niedergestochen. Im Getümmel habe ich es gar nicht richtig bemerkt. So schnell, wie es geschah, war es auch schon wieder vorbei. Und zu allem Übel konnte ich dann auch nichts mehr sehen. Ein Glück, dass ich gerade dir über den Weg gelaufen bin und du mich zum Kastell geschafft hast. Damals war es dir unangenehm, dass ich dir so nah war, wenn ich mich recht erinnere."
Calidor grinste und zog Rekhyt zu sich nach oben, nachdem er es geschafft hatte, die helle Haut unter dem Verband zu begutachten und festzustellen, dass alles in Ordnung war. Die zarten, wendigen Finger des Diebes jadgten Wellen des Kitzels durch seinen Körpers und ließen ihn zucken.
Er hatte ihm noch nicht einmal für die Hilfe gedankt ...
Sich selbst dazu Mut machend, und den Moment des Zögerns übergehend, ruhten seine Lippen schließlich auf denen von Rekhyt, eine halbe Ewigkeit, ehe sie zu Atem kommen mussten. Es war eine Art der Ekstase, in der er zu allem bereit war, trotz aller Bedenken, wenn Rekhyt es nur wollte. Calidor würde es zulassen.
"Den hast du dir verdient, für deine Hilfe. Danke."
Rekhyts Augen strahlten vor Glück und er lächelte nur, sagte bis jetzt kein Wort, so, wie es eben seine Art war.
Last edited by Calidor; 03.01.2011 at 01:04.
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Veteran
Rekhyt genoss den Kuss, doch als der -viel zu schnell wie es schien- wieder vorbei war musste er ihm widersprechen.
"Gath hat dich ins Kastell gebracht!"
Hatte der Bootsbauer nicht noch gesagt, dass er die ganze Zeit von dem Dieb gesprochen hatte? Oder hatte er es nur gedacht? In ihrem damaligen Zustand machte dieser Umstand wohl keinen all zu großen Unterschied.
Doch das Thema des düsteren Gebäudes war damit abgeschlossen und der Blauäugige vermutete, dass nach dem Kuss auch nicht mehr viel von Calidor zu erwarten war. Gegen ein paar Wiederholungen des selbigen, hätte er zwar nichts gehabt, doch für mehr fühlte er sich dann doch auch nicht bereit. Was auch immer sich der Innosgläubige unter 'mehr' vorzustellen vermochte.
Also machte er sich daran sein Hemd auszuziehen und sich für die Nacht zu entkleiden. In einem unbemerkten Moment, entfernte er dann noch den Dolch von seinem Bein und verfrachtete ihn unter den Kopfpolster. Die Waffe griffbereit zu haben, konnte ja nicht schaden, doch an seinem Bein würde sie auffallen und somit ihren Nutzen verlieren. Alles in allem, fühlte er sich sehr sicher und geborgen. Vic war nicht da, der Dolch in Reichweite und wenn alles schief ging, gab es noch die Möglichkeit, dass die Innosgläubigen Angst vor Schlangen hatten und sich seine im richtigen Moment aus dem Rucksack bewegte.
Schließlich entfernte er auch seine Hose und half Calidor beim Ausziehen ehe sie sich in dem Bett aneinander kuschelten und auf den Schlaf warteten.
Was war wenn seine Schlange wirklich aus dem Rucksack kommen würde und Cali überrascht? ging es ihm noch durch den Kopf und führte zu einem amüsierten Lächeln bei der Vorstellung.
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Schwertmeister
Der Dieb machte sich in seiner Kajüte für eine Person breit, legte den Sack sowie das Schwert mit getrocknetem Blut auf den Holztisch, packte den polierten Schädel aus und platzierte diesen dann ebenfalls aufs „Holzpodest“. Irgendwie wirkte das Zimmer kahl und verlassen, was wohl daran lag, dass er diese alleine bewohnte. Er konnte sich gut an jene Schiffsfahrt erinnern, wo er die Kajüte auf San Darans Schiff mit seiner Geliebten halbverwüstet zurückließ. Ob sich der Seemann wohl noch daran erinnerte?
„Du trägst ja…viele Schätze mit dir rum…erzähl mir woher du sie…hast, Jüngchen.“, forderte der Schädel. Der Dieb ließ sich auf sein Bett fallen und sah den Kopf, den man seit langer Zeit schon vom Rumpf getrennt hatte, schief an. Es war ein komisches Gefühl gewesen mit einem grinsenden Schädel zu reden…nein…es war merkwürdig.
„Bei Beliar…ich rede mit einem Schädel…“ Der junge Myrtaner schüttelte sich leicht. „Hast du den Hünen gesehen? Er heißt Scorp und er hat uns diesen Reichtum beschert. Nun…Ich sollte mich vielleicht bei ihm bedanken.“
„Ja, das solltest du in der … Tat.“, klapperte der Schädel.
„Und was ist mit dir? Musst du dich nicht auch bei jemand bedanken? Ohne mich würdest du Kahlkopf immer noch in den Katakomben liegen…womöglich dort für die nächsten hundert Jahre vor sich hin rotten.“
„Na und?“
„Hast du nicht einmal gesagt, dass du auch ein Mensch warst? Wie lange ist es her? Deiner fossilen Haut zufolge sind seitdem bestimmt schon tausend Jahre vergangen, was?“, lachte der Dieb.
„Jüngchen, Ich sehe nicht viel schlimmer aus…als diese Hündin, die dich zur Welt gebracht hat .also lass diese…Spielchen. Ich lebte das Leben als Humbart. Humbart Wesler. Als ich ein …unerfahrener Zauberlehrling war, wagte ich mich in die Nähe des Kastells…wie lange…mag das schon sein…?“
„Bestimmt schon tausend Jahre, was?“, kicherte der Myrtaner. Der Schädel schwieg und klapperte nur beleidigt mit seinem Unterkiefer. „Was? Hab ich…eine Sehne von dir getroffen?“
„Jüngchen, willst du was hören oder nicht, hehe? Wenn…du solchen Spaß magst, kann…ich gerne mitmachen. Ich habe Zeit…ich bin schon tot, hehe.“
„Schon gut. Schon gut. Fahr fort.“, rief der junge Dieb und verdrehte leicht die Augen.
„Ich machte den Fehler das Kastell zu unterschätzen. Auch mich verbannten sie in die Katakomben, ließen…mich dort sterben… aber mein Schädel…hat irgendwie überlebt…hehe“
„Verstehe…kannst du denn noch Magie?“
„Nicht wirklich…“
„Was kannst du denn?“
„Ich kann dir helfen…“
„Worin?“
„Beispiels… bei deinen Herzensangelegenheiten. Dieser Saphir in…deiner Tasche…was bedeutet dir dieser?“
Illdor sah den Schädel verwundert an, der ihn weiterhin nur leer angrinste. Langsam holte er den Saphir aus seiner Tasche heraus und stellte sich die Frage, woher der Schädel von der Existenz des Edelsteins wusste.
„Ich bin nicht blind…Du trägst…diesen Stein schon…länger mit dir…herum.“
„Er erinnert mich an sie.“
„Ach ehrlich, hehe?“
„Ja, am liebsten würde ich diesen Stein in tausend Splittern sehen…doch kann ich es nicht.“
„Wieso … nicht?“
„Sag du es mir. Du weißt doch alles!“
„Du kennst die Antwort…“
„Nein, das tue ich nicht!“
„Doch…Jüngchen, hehe.“
„Nenne mich nicht immer Jüngchen!“
„Wie dann?“
„Keine Ahnung…“
„Ich kenne diesen Zwist in deinen Herzen…was man nicht wegen einer …hübschen Frau…alles opfert…“, kicherte der Schädel.
„Es ist aber nicht nur ihre Schönheit gewesen, die mich beeindruckte…Es war mehr …ihre Seele…“
„Achja?“
„Ja…jedes Mal wenn ich in ihre Augen schaue, scheint es so, als würde ich in einen Ozean blicken. So tiefgründig und…rein...“
„Hehe…“
„Doch hatte ich ja keine Ahnung, wie tief mich diese Wasserschlange ins Wasser gezogen hatte!“, rief der Dieb wütend.
„Wieso trägst du diesen Saphir …immer noch bei dir…wenn du sie so…hasst? Hehe.“
„Weil…“
„Ja…?“
Illdor seufzte. „Vielleicht…weil ich sie immer noch liebe…“
„Ja…?“
„Ach, ich weiß nicht! Lass mich in Ruhe!“
„Hehe.“
Zornig wälzte sich der Dieb in seine kuschligen Federn und verdeckte sein Kopf mit dem Kissen. Er wollte all jene vergessen. Jene Zeit mit ihr…Hoffte, sie nie wieder sehen zu müssen.
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Waldläufer
Geborgenheit.
Mit diesem Wort konnte man den Moment wohl am ehesten beschreiben, als Calidor verschlafen die Augen öffnete und nach einigen Blinzlern erkannte, wo er hier war.
Rekhyt lag neben ihm, zur Seite gedreht, der Adlat hinter ihm, sein Arm über den Oberkörper des Diebes geschlungen, als wolle er ihn daran hindern, ihn zu verlassen.
Er spürte den Herzschlag von Rekhyt, sein regelmäßiges, leises Atmen und auch die Wärme, die sein Körper abstrahlte. Wie konnte daran etwas falsch sein? Warum war Liebe mal richtig, und mal falsch, gesellschaftlich gesehen? Solange es den Menschen glücklich macht und sein Leben ausfüllt. Dennoch ...
Calidor spürte die Unsicherheit wieder in sich aufsteigen, löste sich so leise wie möglich von Rekhyt, sammelte seine Kleider zusammen und verließ das Zimmer. Der Dieb schlief noch immer.
Kaum das er die Tür geschlossen hatte, kam ihm Vic in die Quere, der bei der Szene ein Grinsen nicht verbergen konnte. Es war ja auch komisch, so halb nackt, aus einem Zimmer zu kommen, als würde man sich für etwas schämen, oder etwas geheim zu halten versuchen.
Hüpfend und halb stürzend kam der Adlat in die Klamotten, und noch immer stand Vic dort und beobachtete ihn.
"Guten Morgen, gut geschlafen?", fragte der blonde Novize mit einem Zwinkern, was bei Calidor noch mehr Grübeln auslöste. Gemeinsam gingen sie nach oben auf Deck, um den Morgen zu begrüßen.
"Ja, ich kann mich nicht beschweren."
Vic nickte.
Eine Weile sagte keiner von beiden etwas, Calidor hätte auch gar nicht gewusst, was.
"Und vorher?", warf sein Nebenmann dann ein und sein Blick schnitt sich eindringlich durch die Pupillen des Adlaten. Der jedoch schaute nur unwissend.
"Was vorher?"
Vic sackte überdeutlich in sich zusammen.
"Hallo? Mir kannst du auf diesem Schiff noch am ehesten von diesem Thema erzählen. Schon vergessen, ich und Callindor ... noch Fragen? Also wie war es? Hat es dir gefallen? War er gut?"
Mit jeder Frage wich er weiter und weiter von Vic ab. Das wurde ja mehr und mehr suspekt. Wo war er hingeraten? Schlief er noch und durchlebte einen Albtraum?
"Da war gar nichts!", verteidigte Calidor sich laut und energisch und hätte dem unverschämten Novizen am liebsten eine geklebt. Vic wehrte nur mit den Händen ab, als wäre damit alles gesagt. Wie konnte dieser Kerl nur so etwas ... von ihm denken. Vic war vielleicht so ... anders ... aber nicht er, nicht Calidor Caruso. Nein, das konnte einfach nicht sein.
Und plötzlich wurde er trotzig, ja beinahe angriffslustig.
"Und selbst wenn ..."
Vic horchte auf und grinste. Calidor grinste noch verschlagener.
"Dann ist es ja wohl meine Sache. Es ist mein Leben und ich entscheide, was ich mache, und was nicht. Keine Regeln von irgendwelchen Orden oder Gesetztesvorschriften. Wenn ich mit Rekhyt zusammen sein will, mit ihm schlafen will oder mehr, dann werde ich das tun ... wenn ich das wil, unter meinen Bedingungen. Da kann mir das Getuschel und Geglotze der anderen herzlich egal sein. Und wenn wir das halbe Unterdeck mit unserem Gestöhne wachhalten, verdammt!"
Vic lächelte. Mehr nicht.
"Jetzt sag doch auch mal was, Vic!", warf der Adlat ihm irgendwie aufgebracht entgegen, obwohl er selbst nicht wusste, warum er sich so verteidigte, wenn doch so gesehen nichts passiert war. Berührte es ihn doch mehr, als er sich eingestand?
"Da gibt es nichts mehr hinzu zu fügen. Du hast alles gesagt und bin deiner Meinung. Wenn du dich in seiner Gesellschaft wohl fühlst und er dich glücklich macht, mit dem, was er sagt, tut oder manchmal auch nicht sagt sagt oder nicht macht, dann verwehre dich nicht dagegen. Lass es zu. Ich schätze deinen Freund so ein, dass er dir von sich aus nie weh tun würde, dass er sich um dich sorgt, dich erobern will. Dann lass ihn, aber mach es ihm nicht zu leicht. Das ... erste Mal ... soll etwas Besonderes sein, für euch beide. Überstürze es nicht unnötig, um dir oder ihm etwas beweisen zu müssen. Am Anfang war ich auch unsicher, was die Sache mit Callindor betraf, zweifelte an mir und meiner Männlichkeit, sah es als falsch an. Doch alleine der Moment, als ich in seinen Armen lag, die Nähe seines Atmes, der synchrone Herzschlag, wenn man morgens aufwacht ... es entschädigt für all die Bedenken, die am Ende doch unbegründet sind. Niemand kann dir vorschreiben, mit wem du zusammen sein sollst, und mit wem nicht. Und falls es jemanden gibt, der es tut, ignoriere ihn, geh ihm aus dem Weg."
Vic sah zum Meer hinaus und ließ die Worte wirken, und sie machten auf Calidor wahrhaftig Eindruck. Und dann sah der Novize ihn an, neigte den Kopf, als er Gath von unten heraufkommen sah.
"Was denkst du? Wie werden sie reagieren, wenn sie erfahren, dass da was zwischen dir und ihrem Dieb läuft? Werden sie ihn deswegen gleich vierteilen? Ich glaube nicht. Das scheint mir doch eine anständige Truppe zu sein. Wenn man unter Dieb von Anstand sprechen kann ..."
Vic machte eine abfällige Bewegung und wandte sich dann wieder ab.
"Rekhyt ist nicht so. Er tötet nicht aus Spass, hat ein Gewissen und Grundsätze, nach denen er handelt, ist kein Meuchelmörder. Er ist ... anders."
"Na das wissen wir ja inzwischen beide, wie *anders* er ist", meinte Vic scherzend und grinste.
"Du weißt, was ich meine. Es wäre ungerecht und falsch, sie mit derlei Figuren in einen Topf zu werfen."
"Und warum bist du dann hier, bei mir, und nicht dort unten bei deinem Dieb?"
Eine gute Frage, die er wohl irgendwann stellen musste, und nun war es so weit. Eine passende Antwort darauf hatte Calidor noch nicht gefunden.
"Ich ... weiß nicht genau ... im ersten Moment war es schön, aber dann ... kamen da Zweifel ... und vielleicht sieht es Rekhyt auch als falsch an, wenn er aufwacht und ich noch immer bei ihm wäre. So nah, so nackt. Wenn er sich einsam fühlt, wenn er aufwacht, wird er mir das sicher sagen. Dann weiß ich, dass es ihm nichts ausgemacht hätte."
Vic nickte verstehend, denn er konnte sich in die Situation besser als jeder andere auf dem Schiff hineinversetzen. Und so Calidor auch besser helfen.
"Na dann lass uns noch etwas hier stehen und die Luft genießen, der Morgen ist herrlich."
Vic nickte, hielt seine Hand nach vorn und ließ eine kleine Feuerkugel entstehen. Sie loderte in seiner Hand, und er verstand es, mit ihr zu spielen, sie fast *zu lieben*, so sehr schien ihr die Behandlung zu gefallen. Am Ende warf er sie raus aufs Meer und ließ sie auf einen Ruck seiner Hand und seiner Finger explodieren, wie ein kleines Feuerwerk. Ein amüsantes Spektakel. Dennoch, es barg auch Gefahr.
Calidor sah sich um. Gath war immer noch auf Deck und schaute schnell fort, als sich ihre Blicke trafen. Hatte er etwas gesehen? Gemerkt, dass Vic einer vom Innosorden war?
"Du solltest aufpassen, sonst kriegst du ... wir ... noch Ärger. Rekhyt hat den anderen bisher nichts gesagt, was du und Catrine mit ihm gemacht haben, woher wir in Wahrheit kommen. Die müssen dann nur noch Eins und Eins zusammenzählen und wir enden schneller auf der Planke, als wir gucken können. Rekhyt mag friedliebend sein, bei den anderen bin ich mir da nicht so sicher. Gib ein wenig mehr Acht, wann du deine Magie einsetzt, sonst kommen wir noch in Beliars Vorhölle für eine Unachtsamkeit."
Vic lachte und tat es mit einer laksen Handbewegung ab.
"Schon klar", antwortete er nüchtern und damit war das Thema für ihn beendet. Hoffentlich hatte Gath nichts gesehen, oder war im Rechnen ganz schlecht.
Dicke Luft auf einem Schiff ohne Hoffnung auf Rettung, das konnte der Adlat gerade überhaupt nicht gebrauchen. Und im Ernstfall waren sie auch noch in der Unterzahl. Tolle Aussichten ...
Last edited by Calidor; 03.01.2011 at 10:01.
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