-
Ehrengarde
Die Stadt Khorinis #27
Es regnete…der beste Zeitpunkt, um einen Ort oder besser gesagt eine Stadt, nämlich Khorinis und die Bewohner der ganzen Insel, auf der sie stand, zu verlassen. Das hieß natürlich nicht, dass Khurad sie bei anderem Wetter nicht verlassen hätte…schließlich wollte er unbedingt weg und er hatte sich einfach den heutigen Tag dafür ausgesucht. Sein Plan war schon ausgeheckt und er hoffte, dieser würde ihm dazu verhelfen, auf das Schiff zu gelangen, das die Paladine so streng bewachten…er musste funktionieren.
Seine nassen Haare hangen ihm ins Gesicht und versperrten ihm teilweise die Sicht. So oft er sie auch herausstrich und hinter die Ohren legte, es nütze nichts, der anhaltende Strom Wasser schaffte es einfach immer, ein paar Strähnen zu lösen und ins Gesicht zu legen. Der Schwarzgekleidete machte sich nicht allzu viel daraus und schlich sich weiter in Richtung Hafenviertel, indem ihm eigentlich verboten war, zu sein. Dies hatte derjenige Paladin gesagt, der ihn eine Woche zuvor festgenommen hatte und nur unter der Bedingung frei gelassen hatte, dass er sich nicht mehr in jenem Hafenviertel, wohin er gerade ging, blicken ließ. Das war ihm jedoch egal…heute war ihm alles egal, jedem hatte er die kalte Schulter gezeigt, er würde die Leute sowieso nie mehr sehen…es war ihm nicht wichtig, nichts war dem ehemaligen Sumpfler heute wichtig, außer die Tatsache, dass der Plan funktionierte.
Auf dem Boden aus Steinpflaster sammelten sich Pfützen, die sich in den Seilen, Stricken und auch in dem Holz, das hier mehr oder weniger nur verstreut und scheinbar ungebraucht, herumlag, sammelte. Er schaute sich um und wieder kam es ihm so vor, als wäre er irgendein Beutelschneider, der sich vor allen versteckte. Niemand war zu sehen…der Regen verhalf ihm dazu, dass er ungesehen zum Hafen gelangte. Der Tag war einfach ideal.
Schon bald hatte er den normalerweise eher bevölkerten Teil des Hafens nahe der Stadt hinter sich gelassen und bewegte sich langsam aber sicher zu seinem Ziel vor. Er wagte es, die steinerne Unterführung zu nehmen, statt um die Klippen am Rande des Ufers zu klettern. Das war ihm heute viel zu gefährlich.
Die dunkle Gestalt huschte schnell durch die Unterführung und hatte sich gleich hinter den ersten Kisten versteckt, die haufenweise und übereinander an diesem Teil des Hafens verstreut lagen. Khurad betrachtete das Schiff wieder und staunte erneut über die Größe und das Können, das dazu nötig gewesen war, solch ein großes Gebilde aus Holz zu fertigen. Sein Blick wanderte zu den Paladinen, die selbst unter diesem Wolkenbruch keine Scheu zeigten, draußen zu stehen und ihre Wache abzuhalten. Ein leiser Fluch ging über die Lippen des Einzelgängers. Je weniger Paladine es gewesen wären, desto besser, aber er machte sich wieder Mut und dachte erneut über den Plan nach. Langsam nahm er den Ledersack herunter, den er sich um die Schulter gehängt hatte, um keinen Lärm zu erzeugen. Danach zog er die beiden Flaschen heraus, die er von einem Händler gekauft hatte, der den Gerüchten nach mit einem Piraten Handel trieb. Khurad hatte verschwiegen, für was er den weißen Rum benötigt hatte…Er hoffte, der Regen würde ihm keinen Strich durch die Rechnung machen, aber er glaubte es nicht…vielleicht würde er sogar bei seinem Plan helfen. Er kippte ein bisschen der Flüssigkeit über die Holzkisten, und zog eine Spur hinter sich, während er zu dem nächsten Holzkistenstapel schlich. Dies führte er fort, bis er fast ein halbes dutzend jener Stapel mit der Flüssigkeit beschüttet hatte und die erste Flasche leer war.
Dann nahm er die nächste und legte sie verkehrt und geöffnet in seinen Sack. Der Boden des Sackes wurde durch den Rum befeuchtet und Khurad schnitt ein Loch hinein…die Flüssigkeit rann und der Schwarzgekleidete bewegte sich mitten auf den Übergangssteg und die Wachen zu, die Spur Rum hinter sich herziehend. Je mehr er sich den Paladinen näherte, desto unsicherer wurde sein Schritt, doch dies war beabsichtigt, bis er zum Schluss torkelte. Ein paar Meter entfernt meinte die eine Wache plötzlich „Poah…du stinkst, als hättest du in Rum gebadet, mach das du verschwindest, du Trunkenbold!“
Khurad achtete nicht darauf, sondern bewegte sich noch ein paar Schritte auf die Paladine zu und fiel dann um. Diese lachten dreckig und als der Einzelgänger nicht mehr aufstand, gingen beide auf ihn zu. Jeder nahm ihn bei einem Fuß und zog ihn…weg vom Schiff. Als er empfand, dass sie weit weg genug waren, schüttelte Khurad den Kopf und ahmte das Lallen eines Besoffenen nach. Zusätzlich strampelte er noch etwas mit seinen Füßen und die beiden Paladine ließen ihn los…einen dummen Spruch hinterlassend. Der scheinbar Betrunkene richtete sich, als sich die beiden Wachen wieder zurück zum Schiff bewegten, auf und ging noch ein letztes Mal den Plan durch. Er hoffte, er hatte nichts übersehen…
-
Abenteurer
Da war es wieder. Das aufmerksame Augenpaar des Wachtposten zuckte sofort in die Richtung, aus der das Geräusch zu vernehmen war. Nocheinmal ertönte das leise Plätschern. Ein ungeschultes Gehör hätte den Laut in dieser Umgebung vermutlich kaum wahrgenommen, geschweige denn als alarmierend empfunden. Die Schiffswache jedoch, durch das lange Verharren an der Anlegestelle hervorragend auf die natürliche Geräuschkulisse des Meeres eingestimmt und somit in der Lage, selbst die geringsten Abweichungen auszumachen, wurde augenblicklich misstrauisch.
Der Paladin wirkte auffallend jung für einen Streiter Innos´. Weder Narben noch Falten bedeckten sein ernstes Antlitz, das von blonden Locken umrahmt wurde und aus dessen Mitte zwei weich leuchtende Augen spähten. Sein durch harte Ausbildung sowie unzählige Entbehrugen gestählter Leib steckte in einer schweren Kettenrüstung, wie sie die Paladine in der Hauptstadt zu tragen pflegen.
Pechschwarze Wogen brandeten in unregelmäßigen Abständen an den gemauerten Kai während der junge Wachtposten ihn seinem prüfenden Blick unterzog. Ein kühler Wind wehte aus dem Nord-Osten und da das Hafenbecken von Khorinis nach Westen ausgerichtet war, bremste der Gegenwind die Wellenfront und minderte so die Brandungslautstärke beträchtlich. Dem Wachtposten, der abgestellt war um Unbefugten den Zutritt auf das Schiff der Paladine zu verwähren, war dieser Umstand nur recht, da er so das verdächtige Geräusch von vorhin genau ausmachen konnte.
Die städtische Schiffswacht der Paladine war aus rochadetechnischen sowie truppenschonenden Maßnahmen zu dieser Stunde nur mit drei Mann vertreten, wobei der Anführer dieses Aufgebots gerade unterwegs war um Meldung abzugeben, womit nur noch zwei Paladine übrig waren. Verstärkte Vorsicht war dadurch geboten.
Als Folge auf das nächste Plätschern, das verräterisch durch die Nacht hallte, verließ die junge Wache ihren Posten und schritt langsam den Kai abwärts. Vorher bedeutete er seinem Kumpanen, der ebenfalls vor dem Zugang zum Schiff postiert war, die Stellung zu halten. Die Rechte des Mannes ruhte griffbereit am Knauf eines doppelschneidigen Langschwertes und sein jugendliches Gesicht wirkte wie aus Blei gegossen vor Konzentration und Anspannung, während er vergeblich versuchte, etwas in der undurchdringlichen Finsternis, die sich über das modrig riechende Wasser spannte, zu erkennen. Es war eine Nacht voll von unheilvollster Schwärze. Weder Sterne noch die dünne Sichel des Neumondes vermochte das schwere Wolkenband am Himmel zu durchscheinen und selbst die Handvoll an Fackeln, die eigentlich den Verladeplatz sowie die Planke erleuchten sollten, scheiterte kläglich gegen diesen Grad der Dunkelheit.
Da plötzlich stockte der Paladin in der Bewegung. Mit weit vorgestrecktem Nacken und angestrengt zusammengekniffenen Augen starrte der Mann in das Meer von Schatten. Als er endlich bereit war, seinen Sinnen volles Vertrauen zu schenken und seine Beobachtung nicht als Einbildung abzustufen, hatte er bereits das Langschwert gezogen und gab seinem Kollegen am Zugang sofort ein entsprechendes Handzeichen. Die zweite, etwas ältere Wache fing sofort an, die Umgebung mit den trüben Augen abzusuchen und trat dabei ein paar Schritte vorwärts, wobei sich auch in ihrer Rechten bereits eine Waffe fand.
»Halt!«, schallte es mit der vor Pflichtbewusstsein strotzenden Stimme des jungen Mannes an der Mauer. Der ovale, etwa sieben Fuß lange Gegenstand trieb gleichmäßig weiter vorwärts, während anschlagende Wellen ihn auf- und abwanken ließen und dabei ein signifikantes Plätschern verursachten. Allem Anschein nach handelte es sich um ein schlichtes Ruderboot, das langsam auf den Bug des königlichen Zweimasters zutrieb.
»In Innos´ Namen! Halt!«, rief der Paladin, da er berechtigterweise annahm, es befände sich jemand an Bord. Keine Antwort war zu hören. Wer auch immer sich in diesem Boot aufhielt war zumindest so klug, die Ruder nicht zu verwenden sondern sich nur der natürlichen Strömung zu bedienen.
»Das ist meine letzte Warnung! Zeig dich, Lump!« Mit einem dumpfen Pochen, wie es ertönt wenn feuchtes Holz auf feuchtes Holz schlägt, traf das Ruderboot den mächtigen Bug des Paladin-Schiffes.
Mittlerweile hielt der junge Mann eine glimmende Fackel in der Linken und leuchtete damit über das verdächtige Gefährt. Eine zerschlissene, graue Decke war der Länge nach über die gesamte Oberfläche des Bootes gebreitet. Man wäre natürlich verleitet anzunehmen, ein schlecht befestigtes Fischerboot erlangte die Freiheit und wurde von der Strömung hierher gesogen, wären da nicht diese ungewöhnlichen Ausbuchtungen in der schmuddeligen Decke, die sich im kontrastreichen Licht der Fackel noch deutlicher abhoben.
Der Mann steckte die Waffe weg und kletterte mit der Fackel in der Hand eine schmale, von dunkelgrünen Algenschichten umwachsene und vom hungrigen Salz des Meeres zerfressene Leiter hinab. Derartige Leitern, die in regelmäßigen Abständen in die Mauern der Anlegestelle eingelassen waren, dienten äußerlichen Wartungsarbeiten an Schiffen. Als seine auf dem Metall der Leiter schabenden Kettenstiefel beinahe das pechschwarze, bestialisch stinkende Wasser berührten, leuchtete er nocheinmal auf das angespülte Boot. Langsam schaukelte es vor ihm auf der wenig ansehnlichen Meeresoberfläche, ungefähr eine Armlänge von ihm entfernt. Nichts bewegte sich unter der Decke und so zog der Paladin sein Langschwert und streckte es vor sich aus, während er den anderen Arm um die Leiter geschlungen hatte.
Langsam hob er die muffige Decke mit der Schwertspitze an. Und was er in der Öffnung sah veranlasste ihn, unverzüglich den Rest der zerschlissenen Decke zurückzuschlagen. Eine reglose Gestalt erstreckte sich vor den flackernden Augen der Wache. Der ungewünschte Besucher trug verschmutzte und teilweise übelst zugerichtete Kleidungsstücke auf dem breiten Leib und war auffallend groß gewachsen. Seine Züge lagen verborgen in einer weiten Kapuze...
-
Ehrengarde
Der Zündstein lag gut in seiner Hand und eine Fackel hatte er auch schon bereit in seine Hand liegen. Er probierte eine Weile herum, bis er endlich eine kleine Glut zusammenbrachte…das Wetter eignete sich nicht gerade perfekt für ein Feuer, aber zusammen mit dem Rum musste es funktionieren. Einen kurzen Augenblick schweiften seine Gedanken ab und erinnerte sich zurück an den Handel, wo er den hochprozentigen Alkohol erstanden oder besser gesagt, erluchst hatte. Der Händler war nicht gerade zufrieden mit ihm gewesen…naja, Khurad konnte sich an den Blick erinnern, der ihm nachgeworfen worden war, als er nach dem Erstehen des Rums den Marktplatz verlassen hatte. „Wenn Blicke töten könnte…“, dachte er sich grinsend. Der Schwarzgekleidete schüttelte den Kopf und verbannte die Erinnerungen aus dem Kopf. Es war einfach nicht die rechte Zeit dazu. Der Einzelgänger schaffte es endlich, ein kleines Feuer zu entzünden, womit er eine Fackel entfachte. Er hielt sie in der Hand und schaute noch einmal den Wachen nach, die sich wieder zurück auf das Schiff bewegten und nicht ahnen konnten, was ihnen blühte. Wenn Khurad dies nun machte, gab es kein zurück. Seine Hände zitterten und in seinem Magen kribbelte es. Einen Moment lang schien alles still zu stehen. Der Geruch des brennenden Holzes und des Rums stieg in seine Nase, dazu kamen der feuchte Geruch des Regens und der allgegenwärtige Gestank des Hafens. Noch einmal haderte er, ob es wirklich das Richtige war, was er hier gerade machte. „Gab es wirklich keine andere Variante?“, fragte er sich. Khurad wollte schon die Hand senken, doch plötzlich schien das Feuer, das dort auf der Fackel war, in ihm selbst zu entfachen und seine Hand bewegte sich zurück, bis er die ideale Wurfstellung eingenommen hatte. „Es gab nur diese Variante…“
Während des Wurfes der Fackel in Richtung Kisten erblickte er plötzlich ein Ruderboot, das sich ganz langsam mitten auf das Paladinschiff zu bewegte. Er dachte sich nur, wie dumm man doch sein konnte, so offensichtlich auf das Schiff gelangen zu wollen. Scheinbar hatten die Paladine auch schon etwas bemerkt. Eigentlich eine gute Ablenkung für das Vorhaben des Schwarzgekleideten…
Khurad befürchtete fast, das Feuer würde nicht losgehen, als endlich eine kleine Rauchwolke von den Kisten aus in die Luft stieg. Langsam aber sicher wurde das Feuer größer und breitete sich auf die nächste „Kistenburg“, wie Khurad die übereinander, verstreut aufgestapelten Kisten getauft hatte, aus. Nicht nur das Feuer wurde stärker, sondern auch der Rauch, der sich nun langsam auf die Paladine, die noch mit dem Rücken zu dem Feuer und Khurad standen, zu bewegte, welche nichts ahnten, sondern scheinbar völlig verdutzt das kleine Boot betrachteten. Es knisterte überall, es wurde richtig warm und der Nebel schwoll und schwoll an, bis er sich zu einer Wolke verdichtet hatte, die den anderen Rauch absorbierte. Der ehemalige Sumpfler befürchtete direkt, vom Rauch verschluckt zu werden, aber es geschah nicht. Er rieb die Hände aneinander und murmelte„Perfekt.“
Er musste husten…der Rauch hatte sich inzwischen schon auf das ganze Areal ausgebreitet und das Schiff war schon von ihm verschluckt worden. Gleich, wie so ziemlich alles andere rundherum auch. Nun war der Zeitpunkt für ihn gekommen…Der Schwarzgekleidete schlich sich in Richtung Schiff und achtete auf Gestalt, die plötzlich aus dem Dickicht des grauen, undurchdringbaren Nebels hervortraten und ihn überraschten. Dies jedoch sollte nicht passieren und so kam Khurad Stück für Stück voran. Eigenartige Gerüche, die vom sonstigen verbrannten Holz-Gestank abwichen, drangen in seine Nase.
„Vermutlich Fracht, die in den Kisten gewesen war. Sehr gut…“, dachte er sich nur und hörte anderes Keuchen und Husten aus seiner nähe. Er bewegte sich nun schneller vorwärts und war nun vollends von Rauch umgeben. Inzwischen hatte er sich ein Leinentuch, das er zum Glück dabei gehabt hatte, vor Mund und Nase gehalten, damit die giftigen Dämpfe nicht noch mehr in seine Atemwege traten. Die Augen tränten und es kratzte furchtbar im Hals, aber stur folgte er dem Weg, der seinem Orientierungssinn nach hoffentlich der richtige war.
Endlich…er hatte die Aufgangsplanke zum Schiff erreicht und hatte diese sogleich passiert. Durch den dichten Rauch konnte er nicht besonders viel sehen, was ihm jedoch egal war…sein Plan stand fest und die Undurchdringbarkeit des grauen Nebels würde ihn nicht daran hindern. Er schnellte über die Planken, die sich bei jedem Schritt dehnten und oftmals ein Ächzen von sich gaben. Das erste Tau hatte er mit Nyrdokil schnell durchsägt und so folgten eines nach dem anderen, bis er endlich das Letzte erreicht hatte und durchschnitt.
-
Abenteurer
»Hauptmann! Ich denke ihr solltet Euch das besser einmal ansehen…«, lautete der Ausruf des jungen Paladin. Es ertönten einige schabende Schritte und der ältere Paladin erschien an der Kante der Kaimauer. Auch er trug eine Fackel, die er ausstreckte um den Schauplatz begutachten zu können. Die Nachtluft war durchdrungen vom Geruch nach schlechtem Rum und uraltem Fischöl. Und so wandte er sich mit einem unterdrückten Anflug von Ekel und Abscheu an seinen dienstjüngeren Kollegen, der immer noch am Fuß der Leiter verharrte.
»Das ist schon der Zweite heute! Versoffenes Fischerpack! War wohl der ein oder andere zuviel, hm?« Hämisch verzog er einen Mundwinkel und musste sich einige Male räuspern.
»Wir werden ihm eine angemessene Gelegenheit geben, sich auszuschlafen…«, wieder meldete sich der Hustenreiz bei ihm. »Los, herauf mit ihm!«
Während der Jüngere der beiden versuchte, den Arm des vermeindlichen Säufers zu ergreifen, begann auch er unweigerlich zu husten und Tränen rannen ihm aus den zusammengekniffenen Augen.
Hier stimmte etwas nicht. Alles um ihn herum schien in weißem Dunst zu verschwimmen. Unter schrecklichem Kratzen in der Kehle und mit nassen Wangen griff er schließlich nach dem verlumpten Arm des Liegenden und zog daran...
Die Melone rollte als erstes aus der Kapuze. Es folgten einge zusammengerollte Lumpen, lose Bretter, leere Rumflaschen und ein halbiertes Faß. Der Paladin hielt einen dunkelblauen, leeren Umhang in der Hand. Er war zwar kein Experte was besoffene Fischer und ihre Anatomie anging, jedoch war er sicher, dass sie für gewöhnlich nicht so leicht zu Restmüll zerfallen sollten.
»Hauptmann!!« Der weiße Dunst um sein Haupt hatte sich mittlerweile verdichtet und er hatte große Mühe, den Hauptmann, der in unablässiges Räuspern und Husten vertieft war, noch auszumachen. »Rauch! Woher kommt bloß… *hust*… dieser Rauch? Hauptmann! Wir wurden überlistet! Zurück…*hust*… zum Schiff!!« Wutentbrannt, atemlos und mit verschleiertem Blick warf die junge Wache den Umhang von sich und tastete sich die Leiter hinauf.
Als die beiden Paladine so völlig orientierungslos und lauthals hustend den Kai entlang taumelten und in den undurchdringlichen Rauchschwaden kaum eine Armlänge vorausblicken konnten, schoß den beiden gleichzeitig derselbe Gedanke durch den benebelten Kopf: Wer bewacht im Moment eigentlich das Schiff?
Etwa fünfzig Fuß über dem Schauspiel- auf einer kleinen, vom Wind ungeschützten Plattform in der senkrechten Felswand direkt gegenüber dem stolzen Zweimaster- verfluchte der frierende Ethram Fal sich unterdessen dafür, seinen wärmenden Umhang zurückgelassen zu haben...
Die grimmigen Züge des Mannes jedoch zeigten keinerlei Regung, während ein schneidender Wind aus Nordosten über sie hinwegstrich. Genau auf diese Windrichtung hatte er gewartet, auch wenn sein nur in dünne Leinen gekleideter Leib inzwischen klamm vor Kälte war. Aufgewachsen in den sagenumwobenen Tiefen des Kantwaldes, der im fernen Grimmwor liegt, war er an unbarmherzige Witterung gewöhnt. Zudem sagt man dem ungestümen Barbarenvolk nach, sie könnten selbst die steilsten und gefährlichsten Felswände ohne Probleme erklimmen. Sie fürchten die schwindelerregenden Höhen der Berge ebensowenig wie den kalten Stahl ihrer Feinde oder den eigenen Tod. Zurückgezogen und jeglicher Zivilisation entfremdet verließen sie nur äußerst ungern ihre lichten Hochwälder, felsigen Schluchten oder ihre schneebedeckten Kämme. Doch es gab Außnahmen… Ein Angehöriger dieses weithin gefürchtet sowie verhassten Volkes stand in diesem Moment in der Dunkelheit eines schmalen Felsvorsprunges, den funkelnden Blick wachsam über den südlichen Hafenabschnitt von Khorinis gerichtet.
Erschreckend beschwerlich war Ethram Fal das Besteigen der Felswand erschienen, zu der man gelangte, wenn man das Hafenviertel nach Süden dem Kai entlang verließ und sich direkt nach dem bogenförmigen Durchgang in der Wand nach rechts wandte. Noch immer schmerzten ihm die strapazierten Muskeln vom Aufstieg während er tief ein- und ausatmete. Direkt unter dem hünenhaften Mann aus Grimmwor lag das kunstvoll gearbeitete Heck des Zweimasters.
Alles war- abgesehen von dem unnatürlich stark rauchendem Feuer, das auf dem Verladeplatz ausgebrochen zu sein schien- nach seinen Vorstellungen verlaufen. Aber das unverhoffte Nebelmeer kam ihm alles andere als ungelegen, denn Dreiviertel des Platzes waren im Moment in undurchdringliche, graue Rauchschwaden gehüllt. Die beiden Schiffswachen konnte er inzwischen nicht mehr ausmachen- einzig das ununterbrochene Husten und die vereinzelten Rufe verrieten ihm noch ihr Vorhandensein.
Er überprüfte nocheinmal seine Ausrüstung. Ein einfacher, mit Stofftüchern umwickelter Haken-Anker mit etwa drei Dutzend Fuß Seil daran, ein kleiner, rostzerfressener Dolch sowie eine ausgefranste Seekarte. All diese Gegenstände hatte er in dem heruntergekommenen Ruderboot vorgefunden, das er für seine vorangegangene List benutzt hatte. Man glaubt kaum, was sich so alles in einem Hafen finden lässt… Sein aus Eichenholz gefertigter Wanderstab war mit einem Lederstriemen auf den breiten Rücken des Mannes geschnallt sodass er beide Hände frei hatte.
Die Zeit drängte. Nachdem Ethram Fal das grob geflochtene Seil mit dem Anker daran von der Schulter genommen hatte, ging er in eine leichte Rückenlage und beugte die Knie ein wenig. Mit all seiner Kraft schleuderte er den fünfzackigen Metallhaken in Richtung des Querbalken, der in etwa siebzig Fuß Höhe waagrecht aus dem Hauptmasten ragte und als Führung für die seitlichen Stahlwanten des Schiffes diente. Beim vierten Versuch gelang es dem erprobten Kantwälder schließlich den kleinen Anker über den Balken zu werfen. Auf der anderen Seite fiel die rostige Gerätschaft sofort in die Tiefe und wurde kurz vor dem Aufprall an Deck vom Seil zurückgehalten. Nun brauchte Ethram Fal nur noch an dem Tau zu ziehen bis sich die langen, gebogenen Metallarme am Querbalken verhakten. Dank der Umwicklung des Ankers war kaum ein Laut zu hören, als er sich um den schmalen Holzsteg legte.
Nun folgte der schwierigste Teil seines Planes. Ziel war es, sich mithilfe des eben gespannten Seiles zu den obersten Segeltaschen des Schiffes zu schwingen, die etwa auf dreiviertelter Masthöhe lagen. Der Kantwälder durfte dabei jedoch auf keinen Fall die dirkte Flugbahn wählen, da er so viel zu schnell geworden wäre, sich überschlagen hätte, in die Tiefe gestürzt wäre oder sich den Schädel am Masten eingeschlagen hätte; wobei vermutlich alles auf dasselbe hinauslief.
Ethram Fal hatte diesen Trick vor langer Zeit bei einer Theranischen Einbrechergilde erlernt und vertraute darauf, dass er ihn noch berherrschte. Er straffte das Seil und stieß sich kräftig an der Felswand ab, wobei er bewusst so Schwung holte, dass seine Flugbahn eine sanfte Krümmung beschrieb. Der Magen zog sich ihm zusammen als er in die schwarze Tiefe sprang. Mit unglaublicher Geschwindigkeit schoß er links am Mast vorbei, nur um einen keuchenden Atemzug später auf der rechten Seite wieder zurück in Richtung Felswand zu schwingen. Insgesamt drei Mal wickelte sich das Seil mit dem daran hängenden Kantwälder um den Masten, wobei der Umfang des Kreises, den er dabei beschrieb, bei jeder Umwicklung verkürzt wurde.
Mit weichen Knien landete der Mann endlich auf dem Balken, der dirket unter dem lag, an dem der Anker sich verhakt hatte. Mit wild rudernden Armen und Bächen von kaltem Schweiß fand er schließlich das Gleichgewicht wieder. Einem Seiltakrobaten gleich tänzelte der hühnenhafte Kantwälder den schmalen Steg entlang und zog dabei den Dolch aus seinem Gürtel. In kürzester Zeit waren die Riemen, welche das schwere, doppelt genähte Leinensegel in den Taschen hielten, durschnitten. Unter hörbarem Schnalzen rollte das gewaltige Stück Stoff heraus und wölbte sich augenblicklich im auffrischenden Wind.
Nachdem dies geschehen war, löste Ethram Fal das um den Mast geschlungene Seil, das immer noch am obersten Steg verankert war, und ließ sich hinab auf den nächst tieferen Balken. Wieder durchtrennte er die Halterungsriemen und ließ das Segel herauswallen. Die Luft war hier bereits von einzelnen Rauchschwaden erfüllt, die drohend ihre Finger nach ihm ausstreckten. Der gerissene Kantwälder wiederholte den Vorgang noch einmal einen Querbalken unter ihm bevor er sich entgültig auf das Deck des Schiffes abseilte.
Zu seinem Missfallen fand er sich in einem schwarzen Meer aus stinkendem Nebel wieder, der ihn zwang, ein Stück Stoff aus seiner Kleidung zu reißen und es vor seine Atmemwege zu halten. Röchelnde Krächz- und Hustlaute mischten sich mit dem ungeduldigen Knarren des Masten. Der Nord-Ostwind wurde stärker und schickte einen spürbaren Ruck durch das stolze Schiff, als sich die Segel blähten.
Last edited by Ethram Fal; 08.10.2005 at 04:26.
-
Ehrengarde
Khurad schnitt gerade das letzte Tau durch, als er ein eigenartiges Geräusch vernahm und etwas zusammenzuckte: Das Zucken brachte ihm einen Schnitt an einem Finger ein, worauf er sich, Finger lutschend, auf das Allerherzlichste bedankte. Der eigenartige Lärm, der ihn aufgescheucht hatte, klang, als ob jemand ein riesiges Stück Stoff glättete oder faltete aber gleichzeitig hörte er, wie sich ein Seil plötzlich fest zusammenzurrte und der Wind heran peitschte…genauer konnte er es auch nicht erklären. Auf jeden Fall klang es seltsam und unheimlich. Der Schwarzgekleidete befürchtete, dass jemand anderes auf dem Schiff war. Genau als er dies dachte, schien die ganze Fläche unter ihm einen Ruck zu machen.
„Bewegt sich etwa das Schiff?“, fragte er sich selbst und hoffte, dass er nicht irgendetwas falsch gemacht hatte…er kannte sich mit Schiffen nicht so aus. Noch einmal ging er den langen Plan Stück für Stück durch. Er konnte doch nichts vergessen haben? Gleich fiel ihm ein, dass noch das Segel heruntergelassen werden musste und das hatte er nicht getan. Erst dann würde sich das Schiff so merklich bewegen und jemand anderes war nicht auf dem Schiff, das musste so sein. Irgendwie wusste er aber selbst, dass er sich nur mit diesen törichten Gedanken beruhigen wollte. Es musste ein anderer Eindringling auf dem Schiff sein…und vielleicht hatte gerade dieser das Segel herunter gelassen…Khurad wusste es nicht…
Er drang vorsichtig durch den Rauch und orientierte sich ganz an den Planken unter ihm. Die Sicht war grauenhaft, der graue Nebel ließ ihm die Augen tränen und er musste Hustenkrämpfe unterdrücken. Weiters versuchte er, so viel wie möglich durch die Nase, welche auch noch von einem Tuch abgedeckt war, das er sich ja zuvor aufgelegt hatte, zu atmen. Er wusste, dass dort umso mehr die Schadstoffe gefiltert wurden…zumindest glaubte er es zu wissen, denn das Atmen war dennoch grauenhaft. Er versuchte gerade erneut, die Hand vor Mund zu halten, als er gegen etwas stieß. Die Hand, die gerade noch vor seinem Mund gewesen war, um das Hustgeräusch zu unterbinden – schließlich wusste er ja nicht, wer noch auf dem Schiff war und wollte deswegen so wenig Aufmerksamkeit wie möglich erregen - , war schnell zur Faust geballt und diente wirklich bestens als Beißvorlage, um den Schmerzensschrei zu einer Mischung aus Keuchen und Knurren zu vermindern. Noch ein paar Augenblicke stand er etwas vor Schmerz gekrümmt da, bis er wieder die Augen aufmachte und die Reling verfluchte, die gerade hier gebaut haben werden musste. Ausgerechnet sein rechter noch immer nicht gänzlich geheilter Oberschenkel hatte dagegen stoßen müssen. Erneut fluchte er…und wiederum verschlechterte sich seine ohnehin schon getrübte Laune. Am liebsten hätte er alles hingeschmissen und wäre vom Schiff geflohen, doch er hatte einfach zu viel auf sich genommen, um jetzt noch aufzugeben.
Khurad stolperte weiter durch den Nebel und befürchtete schon fast, er war falsch gegangen, als er endlich die Treppe zum höchsten Teil, nämlich das Hinterteil des Schiffes erreichte. Die Stufen waren schnell genommen und endlich stand er oben. Der Rauch war hier nicht allzu dicht, wie unter ihm und er konnte sogar ein paar Schritte sehen. Deswegen war er aber nicht oben und er blickte sich etwas um. Sogleich fand er das, was er gesucht hatte: Eine dicke, starke, schwarze Truhe mit goldenem verziertem Schloss und sonstigem Metal verziert, das schon Spuren vom Wettern hinterließ. Leichter Rost hatte sich darüber gebildet und die Kiste schien schon viel miterlebt zu haben. Hier waren die wichtigsten Dinge drinnen verschlossen, die man so benötigte: Das Steuerbuch, ein Sextant zur Koordination, Kompasse und anderes Werkzeug zur Bestimmung der Lage des Schiffes. Khurad war schleierhaft, warum die Kiste hier aufbewahrt war und nicht auf der anderen Seite des Schiffes, wo das Steuerrad war, doch das kümmerte ihn nicht wirklich. Was ihm jedoch gleich auffiel war eine Sache, die ihm zum erneuten Fluchen brachte: Die Kiste war verschlossen. „Wie konnte ich nur so dumm sein, dies zu vergessen…“, knurrte er. Wieder hatte er Zeit verschwendet…wertvolle Zeit. Die er doch dringend benötigte. Er nahm gleich an, dass er den Schlüssel irgendwo in den unteren Kabinen finden würde und stürmte die Treppe herab, bis er das Deck mit der Eingangstür in die unteren Kabinen erreicht hatte. Fast wäre er wiederum gegen etwas gestoßen, doch er konnte sich schon besser im Rauch orientieren, als zuvor und wich dem „wasauchimmer“ – er konnte es nicht erkennen - aus. Vorsichtig öffnete Khurad die Tür und erschrak etwas, als diese merklich knirschte. Er schüttelte den Kopf und betrat die Treppe nach unten. Gleichzeitig holte er eine Fackel heraus und zündete sie an. Nun, da er nicht mehr auf dem Schiff war, konnte er es ja wagen, etwas Licht zu machen. Unterhalb würde ja keiner das Licht von Außen sehen können.
Reine Dunkelheit herrschte hier unten und die Gänge waren vom Rauch durchdrungen und gefährlich stickig. Er wusste gar nicht, wohin er musste, aber er ging gleich in den ersten Raum. Es war eine leere Koje. Eng lagen ein Bett, eine Kommode und ein Schrank beieinander und doch stellte er fest, dass es sich hier zweifellos um die Kapitänskajüte handelte. War ihm also einmal Glück vergönnt.
Er öffnete die einzige Schublade, die die Kommode hatte und nahm sogleich die Schatulle raus, die darin verstaut war. Er wollte sie grade öffnen, als ihm auffiel, dass die Luft immer knapper wurde. Panikerfüllt rannte er aus dem Raum und die Treppe hinauf, nur um einen Hustenanfall zu bekommen. Schnell bewegte er sich wieder hinauf zu der Kiste und ihm wurde etwas besser.
Er stellte gleich fest, dass die Schatulle und die Kiste gleich aussahen und jubelte schon innerlich. Die Schatulle ließ sich ausnahmsweise ohne Schlüssel öffnen und barg wirklich einen Schlüssel, der sogar noch in das Schloss der Kiste passte. „Zack!“ Die Kiste war offen und gab ihre Dinge Preis. Komische Zirkel, lagen dich bei Kompassen, komischen alten und verstaubten Büchern und anderen Karten und Orientierungswerkzeugen, so nahm der ehemalige Sumpfler mit seinem Laienwissen an. Der Schwarzgekleidete achtete, als ihm auffiel, das ihm die Zeit davon rannte, gar nicht darauf, was er aus der Kiste nahm, sondern steckte es einfach gleich in all seinen Taschen, die ihm zu Verfügung standen. Danach legte er die Schatulle wieder in die Kiste und beeilte sich, in Richtung Mast zu kommen. Die Lage des Rauches hatte sich ein wenig gebessert, doch Khurad war noch immer etwas gereizt und wünschte sich an einen anderen Ort. Dennoch biss er zusammen und eilte weiter. „Der Plan musste hinhauen…“, redete er sich wieder und wieder ein.
Erschrocken stellte er fest, dass das Segel schon heruntergelassen worden war. Er versuchte sich zu beruhigen und wollte sich selbst anzulügen, dass es schon zuvor heruntergelassen war. Im gleichen Moment wusste er aber, wie dumm diese Annahme doch war: Es passte alles zusammen, das Geräusch, das er vernommen hatte, und dann auch noch der Ruck und der Wind. Jemand anderes war auf dem Schiff…doch, wenn es ein Paladin war, warum ließ er die Segel herunter?
Er verbannte einfach alle Gedanken an das Segel und an den vermutlichen anderen blinden Passagier und näherte sich seinem nächsten Ziel: Das Steuerrad. Der letzte Schritt seiner Flucht würde nun gleich beginnen. Er hatte das Schiff schon so oft beobachtet, dass er den Weg dorthin konnte, tat sich bei dem Rauch aber doch sehr schwer. Er stürmte die Treppe zum oberen Deck direkt hinauf und erblickte gerade das Steuerrad. Zumindest war hier niemand…er atmete auf, sofern man das in diesem Rauch überhaupt machen konnte…
-
Abenteurer
Eines stand unbestreitbar fest: Man konnte dieses Schiff unmöglich alleine steuern. Um einen Zweimaster dieser Größe überhaupt in Bewegung zu bringen brauchte man eine Crew zu mindestens einem halben Dutzend Männern sowie einen äußerst geschickten Steuermann. Bekannterweise jedoch war Ethram Fal nicht unbedingt immer in die Kategorie man einzuordnen. Denn nicht umsonst hatte er die grauen Ströme von Merúh durchquert, die verfluchten Inseln von Halgador erforscht, das Bataillon Orkgaleeren am Übergang von Albador zurückgeschlagen oder war aus den lichtlosen Grotten von Cirien entkommen. Nicht umsonst kennen selbst die Blutrünstigsten unter den Korsaren und Piraten der Weltmeere seinen Namen. Und nicht umsonst zählte man ihn einst zu den gefürchtetsten Freibeuter-Anführern, welche die westlichen Königreiche jemals heimgesucht hatten… Man wäre also durchaus verleitet, zu glauben, der Hüne aus dem Norden verstand etwas von Schiffen.
Hastig öffnete und schloss er einige Klampfen, knotete Seile zusammen, die er durch Messing-Ösen führte, richtete den Mastbaum aus und reffte die unteren Groß-Segel. Die Tatsache, dass er, ob seiner beachtlichen Erfahrung all diese Handgriffe beinahe blind ausführen konnte, war nun ungemein hilfreich. Denn im Moment war er blind. Immer dichter und stickiger wurde der beißende Rauch vor seinen Augen, ließ seine Lungen brennen und trübte dem unbeugsamen Mann die Gedanken.
Er musste nur noch die Taue lösen, die das Schiff an der Anlegestelle hielten… Benommen torkelnd tastete er sich hinüber auf die Backbordseite. Es dauerte schier eine Ewigkeit bis er die ersten Vertäuungsringe erreichte, durch die normalerweise Landleinen gefädelt waren. Und zwar Leinen, die nicht durchschnitten waren! Eilig überprüfte der Kantwälder die restlichen Befestigungstaue. Entweder war es die inzwischen beachtliche Menge an berauschenden Dämpfen in seinem Kopf, die ihm eine Illusion vorgaukelten, oder jemand hatte die Taue bereits gekappt. Er ging von Zweiterem aus, wobei er weitere Fragen vorerst hintan stellte.
Unverzüglich stolperte Ethram Fal in die Richtung, in der er das Steuerrad vermutete. Die Segel waren gehisst und das Schiff von der Anlegestelle gelöst; er war somit bereits in See gestochen, ohne das er etwas davon bemerkt hatte.
Verhältnismäßig schnell gelangte der hühnenhafte schließlich auf die hintere Plattform. Er musste das Ruder so schnell wie möglich auf den richtigen Kurs bringen bevor das Schiff weiter geradeaus fuhr und mit den scharfkantigen Riffen südlich der Anlegestelle kollidierte. Beinahe hatte er das Steuerrad erreicht, das durch den ungestümen Seegang unkontrolliert hin- und hergedreht wurde, als seine vielfach erprobten Instikte ihn warnten. Verfilztes, völlig durchnässtes Haar hing ihm ins Gesicht während Ethram Fal langsam den Kopf anhob.
Das Auftauchen des mannshohen Schatten, der sich plötzlich eine Armlänge von ihm entfernt gespenstisch aus den grauen Nebelschwaden hervorhob, verhieß dem Kantwälder ein vorzeitiges Ende seiner Glücksträhne. Nur zu gut wusste er die pechschwarzen Gewänder, die schmalen Züge sowie das abwechselnd blau-rot schimmernde Schwert zuzuordnen…
-
Ehrengarde
So standen sich die beiden erneut gegenüber und sofort war Khurad klar, wer die Leinen für das Segel heruntergelassen und den Ruck des Schiffes verursacht hatte. Wahrscheinlich war auch er es gewesen, der das eigenartige, so offensichtliche Boot gesteuert hatte, welches er kurz vor dem Anfangsstadium seines Planes gesehen hatte…aber wie war er den Paladinen entwischt? Khurad hatte doch genau gesehen, wie diese jenes genauestens unter die Lupe genommen hatten?
Sein Gegenüber hatte sich in der Zwischenzeit nicht verändert: Noch immer überragte er ihn ein klein wenig, die Haare, dessen Farbe sich in dieser Dunkelheit nicht wirklich abzeichnen ließen, ragten etwas über seine Schultern, Narben – Waren welche dazugekommen? Eine kurze Frage, die Khurad gleich verwarf - verunstalteten sein Gesicht und machten den ohnehin schon grimmigen Anblick noch unfreundlicher. Das Wams war dasselbe unscheinbare wie das Letzte Mal und die Waffe, der Hirtenstab war anscheinend auch dieselbe geblieben. Er hatte sich wirklich nicht verändert, stellte Khurad fest.
Wiederum war es gleich, wie bei jeder ihrer Begegnungen. Alles rundherum schien unwichtig: Der Rauch, der schon langsam aufklärte, die Luft, die dadurch besser und besser wurde und die Atmung begünstigte, der leichte Wind, der wehte und jeden Moment kälter zu werden schien, der Mond, der es irgendwie schaffte, durch die Wolken hindurch zu brechen und durch die kleine Lücke, die nicht von Rauch verschleiert war, Licht auf das Deck warf und der kalte Atem der beiden, die sich nun gegenüber standen und darauf warteten, was der andere wohl als nächstes machte. Doch der Moment schien weiterhin zu verbleiben…tauchte ein in diese bewölkte, kühle Nacht. Es herrschte Stille, die nur durch das gelegentliche Knarren der Holzplanken vom Schiff und dem Hin- und Herschaukeln des Schiffes im Wasser durchbrochen wurde. Es war so…als wäre alles…stehen geblieben.
Weder die Miene Khurads, noch diejenige des anderen verriet einen Hauch der Verblüffung, als hätten sie es beide erwartet. Der ehemalige Sumpfler hätte es wirklich nicht erwartet, dass er ihn heute sehen würde…und schon gar nicht hier, aber dieses Treffen war dennoch nicht das, was er eine Überraschung nennen konnte. Es war schlichtweg…seltsam. Irgendwie musste er lachen und ein leichtes Grinsen umspielte seine Lippen. Sein Gegenüber tat es ihm gleich, aber sogleich schien es wieder wie fortgewischt und wurde durch den anscheinend üblichen steinharten Gesichtsausdruck ersetzt. Der ehemalige Sumpfler widerstand dem Drang, nach seiner Waffe zu greifen…heute würden sie nicht die Waffen kreuzen….das wusste er. Einen kurzen Moment, als hätte der hünenhafte Mann auf der anderen Seite des Steuerrades Khurads Gedanken, ob des Kampfes, gelesen, blitzte etwas Bedrohliches in dessen Augen auf. Es verschwand aber auch gleich wieder und wurde erneut durch die gleichgültige Miene ersetzt.
Weiterhin wehte ein leichter Wind, brachte Khurads Haare und Umhang durcheinander und blies gleichzeitig den Rauch etwas weg, sodass man einen Stern auf dem von Wolken aufbrechenden Himmel sehen konnte.
Kam er als Feind oder als Freund? Wollte er auch verschwinden und ebenfalls mit diesem Schiff? Fragen rauschten durch den Kopf des Schwarzgewandteten, als die Augenblicke verstrichen. Khurad wurde schlagartig bewusst, dass noch immer irgendwo die Paladine waren und jeden Moment auf das Schiff kommen könnten. Doch es störte ihn nicht…und auch dem mehr oder minder Fremden, schließlich kannte er den andere noch immer nicht, schien es nicht zu stören…die Zeit rann davon…und doch geschah nichts…
-
Abenteurer
Es regnete nun wieder stärker. Gleichmäßig stiegen dunstig gebleichte Atemwolken aus den Lungen der beiden Männer empor um sich wenig später mit den beißenden Rauchschwaden, die mit dem aufkommenden Wind verblasen wurden, zu vermischen. Wie versteinert wirkten die Züge der beiden Männer, während kaltes Regenwasser sie umspülte.
Beiden war klar, dass es weit bessere Situtionen gab um alte Feindschaften auszutragen. Aber das Misstrauen war zu stark, es glänzte verstohlen in ihren ruhigen Augen und ließ sie unbewusst ihre Muskeln straffen.
Mit unbewegter Miene und dem seltsam schimmernden Schwert in der rechten Hand blickte der Schwarzgewandete auf Ethram Fal.
»Jemand scheint hier falsch abgezweigt zu sein. Ich dachte, das übrige Bettlergesinde treibt sich für gewöhnlich im nördlichen Teil des Hafenviertels herum?«
»Ja, vermutlich bin ich tatsächlich falsch abgebogen…«
»Da hätten wir ja das Problem!«
»…ich wollte eigentlich auf das Schiff der Paladine. Stattdessen stehe ich hier in einer völlig verrauchten Schunke und muss mir Ratschläge von einem unreifen Bengel erteilen lassen, der kaum in der Lage ist, sein Spielzeug-Leuchtschwert anständig hochzuhalten. Es wäre also allen damit geholfen, wenn du möglichst bald von Bord gingest… Du weißt schon. Damit du nicht allzu weit zurückschwimmen musst…
»Du würdest dich wundern, zu was Spielzeug-Leutschwerter heutzutage fähig sind…«
»Gut, ich sehe, mit manchen Leuten kann man einfach nicht vernünftig reden…«
So hätte der Dialog zwischen den beiden Männern vermutlich ausgesehen, wenn das Hafengelände hinter dem abfahrenden Schiff nicht in diesem Moment vom Donnern schwerer Kettenstiefel, vom Rasseln gut geölter Harnische und lautem Befehlsgebrüll erfüllt gewesen wäre. Ethram Fal wusste genau was geschehen war. Die Schiffswachen hatten inzwischen Alarm geschlagen und somit befand sich mittlerweile wahrscheinlich bereits ein Viertel aller in Khorinis stationierten Truppen im Hafenviertel.
Der dichte Rauch hatte sich zwar schon ein wenig gelichtet, gewährte jedoch immer noch keinen Blick zurück in den Hafen. Man hörte Waffen klirrten und Boote, die zu Wasser gelassen wurden. All diese Geräusche erklangen gefährlich nahe, was darauf schließen ließ, dass der Zweimaster sich noch nicht allzu weit von der Anlegestelle abgesetzt hatte. Sie waren ihnen auf den Fersen und schon bald würde der durch den Wind lückenhafte Nebelvorhang sie den wachsamen Augen der Paladine preisgeben.
Nun musste Ethram Fal rasch handeln, wollte er den nächsten Sonnenaufgang nicht mit einer Galgenschlinge um den Hals beobachten. Lange genug hatten die beiden Kontrahenten sich angestarrt, nun mussten Taten sprechen…
Blitzschnell hatte der hünenhafte Kantwälder den Hirtenstab gezogen und führte ihn in einer weit ausholenden Bewegung nach rechts oben. Sofort hatte auch der sehnige Mann in den schwarzen Gewändern sein magisches Langschwert, das jetzt bedrohlich rot aufglimmte, gezogen. Dunkel funkelten seine Augen und jeder einzelne seiner drahtigen Muskeln schien angespannt zu sein. Ethram Fal achtete gar nicht auf die drohende Haltung seines Gegenüber, als er den Stab kräftig herunterschnellen ließ…
Ein lautes Pochen ertönte und das knorrige Stück Holz, das der groß gewachsene Mann als Waffe mit sich führte, wurde diagonal durch die hölzernen Verstrebungen innerhalb des Steuerrades gesteckt. Augenblicklich hörte es auf, sich durch den Seegang wild hin- und herzudrehen. Ein Mischung aus Zufriedenheit und Hohn breitete sich auf den von Wind und Wetter gezeichneten Zügen des Kantwälders aus, als dieser auf einen Kompass neben dem hölzernen Rad blickte. Die behelfsmäßige Sperre, die er soeben mit Hilfe seines Stabes eingerichtet hatte, würde ihm helfen, den Kurs nach Nord-Nord-Ost zu halten. Mit dieser Einstellung konnte er vor dem Wind fahren und so die ganze Segelfläche voll ausnutzen. Kein Schiff, das in diesem Hafen lag, wäre in der Lage gewesen sie noch einzuholen.
Ein kräftiger Ruck ging durch das Schiff als die Segel vollends in den Wind gedreht wurden und sich sofort straff aufblähten. Bald schon hörte man Wellen an den Bug schlagen und gespannte Seile im Wind knarren. Sie nahmen Fahrt auf.
»Festland?«, war alles was der Hüne sagte. Das erste Wort, das zwischen den beiden Männern gewechselt wurde, wobei Ethram Fal sich kaum Mühe gab, den Spott in seiner Stimme über das Erstaunen seines Gegenüber zu verstecken. Grimmig lächelte er durch die sich lichtenden Rauchschwaden, wo man die ersten auf den Kai stürmenden Milizsoldaten ausmachen konnte. Zum letzten Mal blickte der groß gewachsene Kantwälder zurück auf Khorinis...
Last edited by Ethram Fal; 08.10.2005 at 05:08.
-
Ehrengarde
„Festland?“, fragte der hünenhafte Mann, der anscheinend gerade das Steuer übernommen hatte.
„Natürlich!“, antwortete Khurad und somit war alles geklärt.
Der ehemalige Sumpfler betrachtete mit einer Mischung aus Faszination und Schreck, wie die Paladine voller Empörung dem Schiff hinterher sahen, das aus dem Hafen segelte. Die Fackeln, die sie trugen, bewegten sich hin und her, bis sie immer kleiner und kleiner wurden und zusammen mit dem Feuer, das ohnehin schon dort mehr oder minder brannte oder gebrannt hatte zu einem einzigen Feuerball wuchs, aus dem Rauch in das nächtliche Khorinis stieg. Somit verflüchteten sich auch alle Sorgen…
Khurad atmete auf und stellte fest, welch frische Luft hier doch war. Ein Wind, der herrlich nach salzigem Meer roch wehte ihnen entgegen. Der ganze Rauch war verschwunden, das Tränen vorbei und nur mehr ein kleines Kratzen in der Halsgegend erinnerte an das Manöver, dass die beiden Männer hinter sich gebracht hatten. Der Schwarzgekleidete hätte nie gedacht, dass der Plan wirklich so gut hinhauen würde…und nun atmete er wirklich die Luft der Freiheit ein. Gebannt starrte er auf das Meer hinaus und sein Blick wanderte weiter nach oben, wo schon die Wolken zu einem klaren Himmel aufbrachen und die ersten Sterne zu erkennen waren. Möwen folgten kreischend ihrem Schiff, die Gischt wirbelte Wasser hinauf zur Reling, wo Khurad stand und es war unbegreiflich, welch schöner Moment ihm seit langem wieder zuteil wurde. Er drehte sich um und betrachtete den ihm doch fremden Mann, mit dem er unfreiwilligerweise ein Abenteuer bestehen musste und als er ihn so stehen sah, fiel ihm ein, wo er ihn zum ersten Mal gesehen hatte. …und obschon die beiden schon einige Begegnungen hatten war es beiden verschleiert, nach was der andere strebte. Eine Begegnung war seltsamer als die andere gewesen und diese stellte wohl den Höhepunkt aller da.
…und nun war er wirklich auf dem Schiff, in Richtung Festland. Dort, wo die Welt besser war…besser sein musste…dort, wo kein ständiges Misstrauen und Verbrechen herrschte, sein neues Zuhause lag in nicht unerreichbarer Ferne. Endlich, er hatte Khorinis verlassen…
-
Ehrengarde
Diese Nacht konnte Anáwiel nicht schlafen. Es kam ihr immer wieder das Gedanke, ob sie das Haus wollte oder nicht. Seine Lage war nicht so gut, erstens im Hafenviertel, und zweitens genau hinter dem Bordell. Besonders groß war es auch nicht, es bestand aus einem einzigen Zimmer. Obendrein war es reparaturbedürftig, jedoch nicht dringend.
Andererseits, war es ziemlich reich geschmückt und möbliert. Gegenüber der Tür stand ein Bett, links davon gab es einen Tisch mit zwei Hockern, auf die rechte Seite stand sogar einen Kleiderschrank, und eine Truhe daneben, allerdings nicht verschießbar. Was ihr am meisten gefiel, war die runde hölzerne Badewanne in der Mitte des Zimmers. An den Wänden hingen verschiedene Malereien und Zeichnungen, und die hölzerne Zimmerdecke war von feinen Schnitzereien verziert. Die Nachbarn schienen auch freundlich und ehrlich zu sein, zumindest im Vergleich zu der allgemeinen Meinung der Einwohner dieses Teils der Stadt. Aber war das alles so viel Gold wert? Am nächsten Morgen stand Anáwiels Entschluß fest. Sie sprang aus dem Bett und in aller Eile lief sie direkt zu Lehmars Haus. Der Geldverleiher war überhaupt nicht schwer zu finden, wenn man ihn brauchte, und sein Türsteher verrichtete seine Arbeit gut, er verpasste offensichtlich keine Gelegenheit, auf das Haus zu deuten. Groß war die Wohnung des Geldverleihers, und sehr reich auch - die schöne Möblierung und die teure Gegenstände fielen einem sofort auf, wenn man durch die Tür ging. Und gerade hier, im armen Hafenviertel, war so ein Haus eine Seltenheit.
"Wieviel?" fragte der dicke Mann im Sessel, ohne die Frau, die gerade zögerlich reingekommen war, anzusehen.
"Erstmal hallo" erwiderte Anáwiel irritiert. "Bist du Lehmar?"
"Ja." Der Geldverleiher machte sich nicht mal die Mühe aufzustehen, wie es in der Anwesenheit einer Frau höflich wäre."Wieviel?" wiederholte er etwas ungeduldig.
"Gleich zum Punkt, was?" Anáwiels Stimme klang betont ironisch "Ich brauche 1500"
"Das ist eine Menge Geld, Kleine. Ich kann dir höchstens 300 geben"
"Ich brauche 1500, ich kann dafür mein Haus verpfänden." versuchte Anáwiel nochmal. "und nenn mich nicht Kleine" fauchte sie.
"Ist es dein Haus, das du verpfänden willst" Anscheinend hatte die Verkäuferin die Mühe gemacht, ihn zu informieren und jetzt spielte er Katz-und-Maus-Spiel mit seiner neuen Kundin. Die Bürgerin begriff dies und sofort versteinerte sich ihr Gesicht, ihre Augen wirkten, als strahlten sie grüne Kälte aus.
"Ich will es mit deinem Geld kaufen"
"Also gehört das Haus noch nicht dir. Wie kann ich sicher sein, daß du mit Geld nicht über alle Berge verschwindest? Fremde Gegenstände kannst du nicht so einfach verpfänden"
Anáwiel kniff wütend die Augen zusammen und biss an ihre Lippe. Es wurde still für einen Augenblick, doch dann antwortete sie.
"Hör auf, Lehmar, ich mag dein Spielchen nicht. Höhere Zinsen wirst du von mir nicht abknüpfen, ich weiß, daß die schwarze Witwe mit dir schon gesprochen hat, und es ist in ihrer und in deiner Interesse, mir das Geld zu geben, das ich verlange."
Die kleine tückische Augen des Geldverleihers weiteten sich vor Überraschung.
"Ok, ok, hier hast du das Gold. Aber merke dir eins- wenn du damit durchbrennst, finde ich dich"
"Sicher tust du das" entgegnete Anáwiel spöttisch
"Mußt du immer das letzte Wort haben?"
"Ja" nickte die Blondine und ihre Lippen verzogen sich zu einem geheimnisvollen Lächeln. Mit dem Geld in ihrer Tasche, verließ sie sein Haus und gestatete der Witwe noch ein Besuch. Wortlos händigte sie ihr das Geld aus.
"Sooo, Ihr wart also beim Geldverleiher?"
"Das Geld hast du ja, dich sollte es nicht interessieren, woher ich es habe" erwiderte Anáwiel kalt. "Gib mir den Schlüssel"
"Hier ist er. Viel Glück noch" Die Witwe griff nach ihrem Koffer, der bereit in der Ecke stand (erst jetzt fiel der Schneiderin auf, daß die Verkäuferin bereits alles eingepackt hatte) und verließ den Raum und dach auch die Stadt.
Gedankenversunken, stand Anáwiel noch eine Weile in der Mitte des Zimmers, dann begann sie, um die Einrichtung ihrer neuen Wohnung zu kümmern.
Last edited by Anáwiel; 10.10.2005 at 14:00.
-
Spielführer Foren RPG
Sir PX war also mal wieder in der Stadt, in die er nicht so schnell gedacht hätte wieder zu kommen, doch nun war er hier. Nun musste er nur noch einen geeigneten Schmied finden, der Verlobungsringe schmieden konnte. Er beschloss mal wieder Lord Andrè zu fragen, der ihm ja schon einige Male geholfen hatte. Also schlenderte er die Treppen zur Kaserne hinauf, die er schon so oft hinaufgegangen war. Da stand er auch schon, im Hof der Kaserne stand der Paladin stolz mit seiner mächtigen Rüstung.
"Innos zum Gruße, Lord Andrè. Ich brauche mal wieder eure Hilfe", begrüßte er den Pakadin.
"Ich kenne euch doch, ihr seid Sir PX, Adept des Feuers", sagte er bestimmt.
"Novize des Feuers, und ja ich bin Sir PX", korrigierte er ihn.
"Jedes Mal wenn ihr mich aufsucht, seid ihr einen Rang aufgestiegen", sagte er und grinste.
"Na egal, ihr braucht meine Hilfe? Was kann ich für euch tun", fragte er hilfsbereit.
"Kennt ihr einen guten Goldschmied, der Ringe anfertigen kann", fragte er ihn.
"Ja, in der Tat kenn ich einen. Nikmaster ist sein Name. Er wird wohl zu so später Stunde in der Taverne sitzen", antwortete der Paladin.
"Ich danke euch", sagte er noch kurz und verschwand wieder.
Er ging in die Tavene wo er in die Menge hineinrief.
"Wer von euch ist Nikmaster", schrie er förmlich.
"Ich bin Nikmaster", sagte jemand, der wie ein Paladin aussah.
"Ich bin Sir PX und hätte einen Auftrag für euch", sagte er zu ihm.
"Ich brauche zwei Ringe für eine Hochzeit. Sie sollten schnell fertig sein und etwas besonders werden, leider muss ich schnell wieder aus der Stadt, doch könnte ich meinen Adler abschicken ,der ihn holen kommt, sagt mir den Preis, den ich bezahlen muss", erklärte er dem Paladin.
"Ich nehme den Auftrag an, über die Bezahlung reden wir wenn er fertig ist", sagte er.
"Dann werde ich eben das Gold auch mitschicken müssen. Ich habe keine Zeit mehr, ich muss gehen. Morgen schicke ich meinen Adler, um zu sehen ob ihr fertig seit, wenn ja schickt mir einen Brief mit, damit ich weiß wie viel die Ringe kosten sollen", sagte er noch und ging wieder Richtung Tor.
-
Ritter
Rhen fand, dass heute schönes Wetter war und beschaute die Menschen wie sie sich zum Abendbrot begaben. Er hatte ebenfalls Hunger und er musste sich beeilen, wenn er noch einen Platz in der Kneipe wollte. Die meisten Raufbolde und andere Arbeiter würden schon wieder dort sitzen und ihren Lohn mit versaufen. Er hatte ordentlich verdient auf seiner Reise und würde es net schaffen alles zu versaufen. Ne Lokalrunde würde er schon geben. Zu seiner Wiederkehr war das Tradition in seiner Stammkneipe „Zum tanzenden Klabauter“. Auf sein Bett freute er sich auch schon. Er hatte ein schönes kleines Bretthaus, mit den allernötigsten. Er war zufrieden. Nur das Bett hatte er sich was kosten lassen. Er war kaum zu Hause und wenn er zu hause war, dann schlief er eh nur. Wenn man das überhaupt dann Zu Hause nennen kann, denn für ihn war die Welt sein zu Hause.
Er lief über den Marktplatz und bog dann einmal nach rechts Links ab. Er sah jetzt Vatras, an seinen üblichen Platz. Er predigte über Gott und die Welt und bemerkte gar nicht, dass ihn keiner mehr zu hörte. Er lachte kurz und grüßte dann den Adanospriester freundlich. Er bog gleich wieder nach rechts ab und kam dann durch einen Untergang zu der Handwerksstraße. Er hörte das Sägen und Bohren und allerlei verschiedene Dinge. Harad der Schmied hörte langsam mit seiner Arbeit auf und schlug noch ein paar Schläge auf ein halbglühendes Schwert. Rhen genoss es wieder hier zu sein. Die Stadt kannte er schon seit fast jeher. In den letzten Jahren hatte sich hier viel verändert. Erst war alles großartig gelaufen. Der Handel mit dem Erz stand gut und man wurde hier im Khorinis reich. Aber als das auch aufhörte, blieb ihn nicht mehr viel übrig, als mit normalen Gegenständen zu handeln. Vor allem mit seinen Kräutern. Die seltensten suchte er und verkaufte sie an die verschiedensten Alchimisten. Nach Rechts ging es hinunter zum Hafen und dahin wollte er ja schließlich auch. So wandte er sich dem Meer zu und roch schon den salzigen Duft. Er wusste dass dieser Abend was Besonderes werden würde. Khorinis bei Nacht! Das war immer ein Erlebnis. Mal sehen wen er von seinen alten Freunden wieder traf.
Last edited by Rhen; 08.10.2005 at 21:50.
-
Ritter
Er schlenderte in Richtung Hafen. Er wollte sich nicht mehr beeilen, denn das Wetter war klar und so einen schönen Himmel gab es auch selten in Khorinis. Ein Typ zog von Laterne zu Laterne und zündete die Lichter an. Das musste ein wirklich besonderer Job sein, dachte sich Rhen. Na ja. Nicht jeder konnte groß rauskommen.
Als er noch näher an den Hafen kam, roch es nach Fischen und die Meersluft streifte sein Gesicht. Erfrischend wirkte das auf den Händler und er wusste das Khorinis, an sich, etwas Besonderes war. Ein paar Schritte bräuchte er nur noch zu laufen und er würde in das kühle Nass fallen. Das Meer war jetzt keine 10 Meter mehr von seiner Nase entfernt.
Er lief jedoch nicht weiter, sondern wandte sich der Kneipe, zu seiner Rechten zu. Er freute sich auf ein kühles Bier nach der langen Reise und einer richtig schönen Sauhaxe.
Der Türsteher erkannte ihn sogar nachts und freute sich, dass Rhen wieder da war. Beide kannten sch schon eine lange Zeit und der Händler gab ihn ein kleines Geschenk, was er aus einem kleinen Ort mitgebracht hatte. Rhen ging zur Tür, öffnete und trat in die warme Stube. Rauch stieg ihm in die Nase und er roch Bier, so wie andere Sachen, die man in einer Kneipe riechen konnte.
Niemand schien es zu bemerken, dass er wieder in Khorinis war. Viele waren mit ihren Getränken beschäftigt. Der eine oder andere, trank auch mal etwas Stärkeres. Der eine oder andere hickste schon und manche sahen so aus, als würden sie gleich vom Stuhl rutschen. Viele redeten miteinander und wenige sangen, schlecht, ein paar Seemannslieder. Rhen trat noch ein paar Schritte weiter in den Raum und nun bemerkte der Wirt, dass der beliebte Händler wieder da war. Schnell rief er laut: „Ey ihr besoffenen Säcke! Ratet mal wer gerade zur Tür rein gekommen ist!“
Alle drehten sich zur Tür und beäugten kurz den Neuankömmling. Und dann ging es erst richtig los! „RRRRRHHHHHEEEEENNNNN, alter Klabauter. Wieder hier!“ Der kleine Pub brach unter den Schreien fast zusammen. Der Wirt stellte ihm ein Bier auf die Theke. Rhen der nun wusste was er machen musste rief mit voller Stimme: „Lokalrunde“
Alle schrieen ein Danke zu dem Händler und begrüßten ihn weiterhin. Rhen setzte sich an einen alten Tisch, auf dem er am liebsten saß und bestellte gleich sein Leibgericht. Dann wollten alle anderen, an diesen Tisch wissen, was er so alles erlebt hatte. Heiter erzählte er alles und trank nebenbei sein Bier und wartete auf das Essen!
Last edited by Rhen; 08.10.2005 at 21:54.
-
Ritter
Es schmeckte wirklich gut. Er liebte es zu Essen, gerade bei solchen wunderbaren Speisen. Obwohl er soviel aß, war er ein eher dünner Mann. Durch seine vielen Reisen war er kräftig und sehr ausdauernd. Zwischen den Bissen schaute er sich in dr Kneipe noch etwas genauer um. Kaum ein Freund von ihm war zu sehen. Während er aß, wusste er, dass er sich Morgen schon wieder um seine Geschäfte kümmern musste. Deswegen würde er sich so bald wie möglich in sein Bett begeben. Der Wirt hatte wohl etwas frei, denn er kam zu Rhen und setzte sich mit an den Tisch und fragte, wie konnte es anders sein, nach neuen Waren. „Ich habe alle Sachen noch bei mir, aber jetzt ist der falsche Moment um das zu besprechen. Ich werde Morgen noch mal vorbei kommen und dann werde ich dir vorführen, was ich dir mitgebracht habe.“
Der Wirt nickte und begab sich wieder an die Bar und bediente die anderen Gäste. Es waren heute nicht so viele in der Runde. Manche waren schon wieder gegangen, denn es war spät und manche mussten morgen auch wieder auf Arbeit oder hatten andere Sachen zu erledigen. Jetzt saßen sehr viele zwielichtige Gestalten an der Bar und beäugten alle sehr misstrauisch und mit dunklen Blicken. Rhen wusste dass es Diebe und anderes Gesindel war, die nur darauf warteten, einen richtigen fang zu machen. In einer dunklen Ecke saß eine Miliz und qualmte ein paar Stängel Sumpfkraut. Eigentlich war das ja verboten, aber das konnte man ja ihn nicht vergönnen. Rhen selber rauchte nicht. Er hasste alles was damit zu tun hatte. Sein Großvater war deswegen gestorben.
Nachdem er aufgegessen hatte stand er auf, verabschiedete sich von den meisten und bezahlte alles. Danach begab er sich wieder auf den Nachhause-Weg. Seine Wohnung war nicht weit von hier entfernt. Als er aus der Tür heraustrat ging er nach Links und lief dann eine Weile gerade aus. Nach ein paar Metern sah er die Rote Laterne vor sich. Er ging vorher nach Links, und ging ein paar enge Gassen lang. Dann stand er auch schon vor seinem Haus. Es war sehr bescheiden, für seine Verhältnisse. Er schloss die Tür auf und trat ein. Er suchte den Lagerraum auf, schloss diesen auf und trat vor ein paar Kisten, Regale und herumliegenden Gegenstände. Er unterteilte die Sachen. Manche Sachen kamen in die Kiste. Das waren die wertvollsten, Flaschen und Lebensmittel auf das Regal und manche Sachen ließ er einfach liegen. Die Kiste war eine Sonderanfertigung von Thorben und konnte nur mit seinen Schlüssel geöffnet werden. Der Lagerraum wurde auch abgeschlossen und Rhen nahm dann sofort den direkten Weg zum Kleiderschrank und zog sich um. Danach legte er sich hin und schlief dann sofort ein.
Last edited by Rhen; 08.10.2005 at 21:55.
-
Ehrengarde
Nachdem Harekin wieder in Khorinis war wollte er sofort zu trilo in die Kaserne gehn um seinen Auftrag zu beenden. Leider war Trilo nicht da und Harlekin kann seinen Auftrag erst morgen beenden. Aber da war ja noch so eine Sache - der Auftrag von Drister. Aber den wollte er est später machen. Nach dieser langen Reise wollte er sich erstmal was gutes göhnen. Somit ging er in die Taverne und bestellte sich ein Bier. Und es sollte nicht bei einem bleiben. Dann sah er plötzlich auf der anderen Seite der Taverne einen Schmied. Es musste ein Schmied sein den er hatte die typischen Schmiedeklamotten an. Harlekin sezte sich also neben den vermeindlichen Schmied.
"Hey du, na wie gehts?" fragte Harlekin.
"Ganz ok, warum was ist, wer bist du eigetnlich??"
Da Harlekin schon leicht angetrunken war hatte er ganz vergessen sich vorzustelllen.
"Ich bin Harlekin, entschuldige bitte"
"Kein Problem, ich bin Nikmaster, was gibts?"
"Du siehst aus wie ein Schmeid, weist du zufällig wo ich in der Umgebung einen Goldschmied finden kann. Als Schmied hast du doch sicherlich Verbindugen?!"
"Willst du mich verarschen?" entgegnete Nikmaster leicht sauer.
"Ich bin der größte Goldschmied von Khorinis!!!"
"Oh entschuldigung das wusst ich doch nicht"
"Ist ok was ist denn nun los?"
"Also nen Freund von mir braucht dringend Hilfe von einem Goldschmied. Ich weis zwar nicht für was aber er wird sich dann bei dir melden was er nun braucht. Ich sollte halt einen suchen und hab auch gleich einen gefunden"
"Meinetwegen soll der ruhig kommen ich bin entweder in der Schmiede oder hier in der Taverne"
"Ok geht klar, noch nen Bier?"
Harlekin und Nikmaster vertieften das Gespräch noch ein wenig doch dann musste Nikmaster gehn - die Arbeit ruft. Für Harlekin war es auch Zeit aufzubrechen. Wenn er schon den Auftrag von Trilo nicht beenden konnte dann wenigstens denn von Drister. Er ging also leicht trunken aus der Taverne raus und näherte sich dem Osttor. Als er durch das Tor ging zogen die Stadtwachen ein hämischens Grinsen auf und tratten ein paar Schritte zurück. Harlekin wusste warum - er stank wie eine Distille. Daraufhin verlies er Khorinis erneut.
-
Abenteurer
Es war tief in der Nacht, als Wyvern erwachte. Der Wechsel von Traum nach Wirklichkeit verlief nicht leicht fließend, wie es gewöhnlich der Fall ist, sondern völlig abrupt, als stünde direkt neben seinem Ohr ein Gockel, der ohne Vorwarnung lautstark loskrähte und ihn unsanft in die Realität riss. Von einer Sekunde auf die andere war er hellwach; noch dazu fühlte er sich ausgeruht und erfrischt, als hätte er tagelang durchgeschlafen. Was womöglich sogar der Fall sein mochte. Der Krankensaal war noch immer schwach erhellt, das Zimmer selbst etwas leerer als bei seinem letzten Erwachen. Von dem frühzeitig ergrauten Heiler war keine Spur zu sehen, was zu dieser Stunde auch kein Wunder war.
Wyvern versuchte sich aufzusetzen, und zu seinem Erstaunen gelang ihm dies ohne große Mühe. Einzig ein leichtes Schwindelgefühl breitete sich in seinem Kopf aus, aber es ging rasch vorüber. Schmerzen hatte er keine mehr, er verspürte lediglich bei einer zu hektischen Bewegung ein Ziehen in einer seiner zahllosen, jedoch fast verheilten Wunden. Seine linke Hand vermochte er nun weitaus besser zu bewegen, auch wenn das Ziehen dabei um einiges unangenehmer war, aber es beruhigte ihn, dass es seinem Arm so gut zu gehen schien, was nach diesem recht üblen Wolfsbiss nicht unbedingt zu erwarten gewesen war. Offenbar war der Heiler, der sich seiner angenommen hatte, ein verdammt fähiger Mann.
Auf einem Schränkchen zu seiner rechten fand er einen Becher mit Wasser, den er gierig leerte. Seine Kehle war wie ausgedörrt, und auch sein Magen machte bereits lautstark auf sich aufmerksam. Er fragte sich, ob er vielleicht aufstehen und sich etwas zu Essen suchen sollte, entschied sich dann aber dagegen, weil er nicht nach dieser langen Ruhezeit - von der er nicht einmal genau wusste, wie lang sie eigentlich gewesen war - und mitten in der Nacht durch die Gegend spazieren wollte. Außerdem gedachte er nicht, sich klammheimlich aus dem Staub zu machen, ohne seine Schuld bei dem Heiler beglichen zu haben.
Also ließ er sich wieder zurücksinken, schloss die Augen und versuchte noch etwas zu schlafen. Erstaunlicherweise dämmerte er tatsächlich bereits nach wenigen Minuten wieder ein.
-
Ritter
Rhen stand am folgenden Tag wieder auf. Er blinzelte leicht. Das Sonnenlicht schien direkt auf sein Bett. Es war ein wunderschöner Tag. Ein kalter Sommer war es dieses Jahr gewesen, doch der Herbst entschuldigte für Alles. Er freute sich darauf heute durch das Land zu reisen. Nachdem er sich seine Sachen angezogen hatte. Eine alte Lederrüstung und ein Messer, das er kaum brauchte. Bis jetzt, war ihn auf seinen Reisen nicht sehr viel passiert. Manchmal jedoch begegnete er paar Biestern, vor denen er Reis aus nahm. In der Küche angekommen nahm er ich, aus einem Schrank, eine Flasche Milch und noch einen Schinken und Brot. Es war zwar kein Frühstück für den Genuss, aber viel zeit hatte er nicht, er musste ja noch zu verschiedenen Stellen. Vor allem in die Taverne. Der Wirt würde an ein paar neuen Sachen interessiert sein, so hoffte er.
Während er den Schinken verspeiste, dachte er nach, was er noch mitnehmen sollte. Er brauchte Silber und etwas Bronze, denn er wollte sich einen Ring machen lassen. Außerdem gab es da immer so einen verrückten Bauer, der mächtig auf glänzende Sachen stand. „Wie eine Elster!“, dachte er sich immer. Der Schinken war gut und groß, das stillte einigermaßen seinen Hunger. Er stand auf, ging ins Band und musste erst mal auf Klo. Nach dem er sein Geschäft gemacht hatte wusch erst seine Hände und dann sein Gesicht mit Seife. Als Händler konnte er nicht wie ein alberner Hampelmann, durch die Gassen laufen. Als mit allen fertig war ging er in den Lagerraum und nahm verschiedenste Sachen mit. Auf jeden Fall Gold und dann noch Kräuter, Tee, das Silber und seine Wertsachen und natürlich andere Gebrauchsgegenstände.
Er schloss alles wieder sorgfältig zu. Und begab sich nach draußen, um endlich seinen Geschäft nachzugehen. Wenn er seine Ware nicht los bekam, würde es schlecht aussehen, denn die ganzen Sachen waren sehr viel Wert gewesen.
-
Ritter
Er lief los und ging durch ein paar Gassen. Es war sonnig und warm. Der Schmied, an dem er gerade vorbei lief. Dieses arme Schwein dachte er sich, er musste den ganzen Tag hier sein und am heißen Schmiedefeuer arbeiten! Rhen freute sich schon wieder darauf durch die Wälder zu streifen und neue Erfahrungen zu sammeln. Er liebte es fremde Menschen kennen zu lernen. Er mochte es sich mit anderen über dies und das aus zu tauschen. Den Kontakt mit Menschen mochte er. Das war ein wichtiger Faktor in seinen Beruf. Er lief ein paar Straßen lang und kam auf die Handwerkerstraße. Es herrschte das übliche morgendliche Treiben. Die Händler holten ihre Sachen von den Schmieden und Bognern ab und manche holten sich direkt neue Waffen. Er wollte diesmal aber nur zu dem Bogner und zu Constantino. Für Harad hatte er nichts. Er bog als er auf der Straße war erst nach Rechts ab und schaute sich um. An einen schönen Haus, war ein Schild angebracht „Bognerei“. Dort ging er als erstes hinein. Der Mann hinter der Theke begrüßte ihn freundlich. Die beiden kannten sich schon eine Weile.
„Hallo Rhen! Na wie geht’s uns denn?“
„Mir geht es gut und dir?“
„Auch gut, auch gut. Es war in letzter Zeit wieder das Gerücht umgegangen, dass wieder Orks vor der Stadt sind und da kommen allerlei Leute und wollten einen Bogen haben.“
„Echt? Davon habe ich bisher noch nichts gehört. So wie es klingt, warst du echt beschäftigt. Hast du noch genügend Materialien?“
„Nein. Eichenholz ist alle und Tiersehnen und alles andere. Ich konnte nicht alle Wünsche erfüllen. Warum bist du nur nicht eher gekommen?“
„Tut mir Leid, aber dafür habe ich alles was du brauchst.“
Er legte verschiedene Sachen auf den Tisch und zeigte dann auf die einzelnen Wertsachen. „Das ist normales Eichenholz. Es ist in letzter Zeit sehr beliebt und teuer. Ich hab es von den Höfen geholt. Dort haben sie noch genug. Es ist von guter Qualität. Kein Astloch, so wie du es magst. Außerdem habe ich von einem sehr seltenen Baum Holz mit. Dieses Holz ist von einer Rotbuchtanne. Es ist sehr elastisch. Doch federt es gut zurück und ist auch gleichzeitig sehr fest und zerbricht nur unter höchsten Druck. Es war sehr schwer das zu beschaffen. Außerdem habe ich Sehnen mit. Von verschiedenen Tieren. Natürlich von Snappern und auch Razors. Die von den Razors waren schwer zu beschaffen! Außerdem noch sehr gute. Von einen Schattenläufer. Die hab ich von einem Jäger bekommen. Wie der diesen Schattenläufer umgebracht hat, weiß ich nicht. Bestimmt ein totes Biest irgendwo gefunden und dann noch paar Felle.“ Er weiß auf verschiedene Tierhäute.
Der Bogner war sehr erstaunt. „Nicht schlecht Rhen. Du machst deinen Ruf alle Ehre. Echt stark. Sieht alles von guter Qualität aus. Und auch so lange musste ich auch net wissen. Es ist auf jeden Fall eine gelungene Lieferung. Ich würde gerne alles kaufen, aber wie sieht es mit den Preisen aus?“
Rhen dachte nach und zog ein Blatt raus. Auf den diesen Notizzettel standen die ganzen Sachen darauf und für wie viel er das geholt hatte. Er rechnete auf den Blatt ein paar Sachen aus und zählte etwas zusammen. „Also, billig wird es nicht. Ich hab sehr viel Geld gebraucht für die Sehnen. Aber wir kennen uns. An den Preisen kann ich leider nichts machen. Aber die Beschaffungskosten mach ich mal unter Freunden. So damit komme ich auf 725 Goldstücke.“ Rhen hoffte das der Bogner sein Angebot annahm, denn so hätte er auch ein gutes Plus zu verzeichnen.
„Na gut. Ich denke mal ich kann dir vertrauen. Danke für alles“ Er nahm einen Geldbeutel aus einen Schrank und zählte 725 Gold aus. Rhen steckte es in seine eigene Tasche und schien nun zu Frieden zu sein.
„Na gut. Bist demnächst und alles Gute“
„Dir auch, Tschüss!“
Rhen trat aus den haus. Nun war der Alchimist an der Reihe.
-
Held
Als Bukbu mal wieder durch die Stadt schlenderte, bekam er Hunger. Er machte sich auf zum Marktplatzt wo er an den Ständen vorbei ging und nach etwas essbarem suchte, fiel ihm ein Stand mit Lebensmitteln auf. Bukbu fragte den Händler,"was er den da häbe"? Der Händler anwortete alles was auf meinem Stand rumliegt. Ihr könnt euch bedienen wenn ihr denn das nötige Gold habt. Bukbu kramte in seinem Beutel und zog ein paar Gold Stücke raus, drückte sie dem Händler in die Hand, nahm den Apfel und ging ins Hafenviertel. Wo er den restlichen Tag verbrachte mit Leute beobachten, da ihm dass besonders viel Spaß erbrachte.
-
Lehrling
Als Baltos das Hafenviertel von Khorinis betrat sagte er zu sich selbst: "Man siehts hier runtergekommen aus"mit diesen Worten ging er in richtung Unterstadt.Dort angekommen schaute er sich interessiert um und ging dann an der Schmiede vorbei und sah eine Taverne,da er keine Lust hatte rein zu gehen bog er links ab und kam zu einem Stand an dem Freibier ausgegeben wurde.Er nahm sich eins und ging dann weiter in richtung einer Menschenmenge die er sah."Das musste der Marktplatz sein"dachte er,als er die Händler sah.Er kaufte sich einen Leib Brot ging zu einer Bank und aß es,als er fertig war ging er aus dem Stadttor hinter dem Marktplatz und bog rechts ab in richtung Wildnis.
Posting Permissions
- You may not post new threads
- You may not post replies
- You may not post attachments
- You may not edit your posts
|