
Heute morgen im Bett fertig gelesen. Muss gleich in die Uni deswegen erlaub ich mir einfach mal meine Amazon Rezenseion, die ich grad geschrieben habe zu kopieren

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Ich habe mir dieses Buch auf gut Glück gekauft, in der Annahme, dass es nicht so schlecht sein kann, wenn es den deutschen Krimipreis 2010 erhalten hat. Leider fürchte ich dass 2010 wohl nicht soviele gute deutsche Krimis erschienen sein können, denn sonst wäre es wohl nicht dazu gekommen. Versteht mich nicht falsch, das Buch ist durchaus interessant, aber ich hatte viel mehr erwartet. Im Prinzip gibt es 3 Fälle (wobei einer nur recht kurz auf 20 Seiten abgehandelt wird). Sodass der Klapptext sich eigentlich nur auf die Hälfte des Buches beszieht. Für meinen Geschmack kommt einfach zu wenig Spannung auf. Einzig und allein die Szene auf dem Friedhof besitzt in ihrem Ansatz soetwas wie Dynamik. Die Fälle werden gelöst durch reden, reden, und nochmal reden. Absolut nichts spektakuläres. Das muss nicht immer schlecht sein, aber mit solch "ausgeschmückten" Charkteren ist es nun leider eben eher schlecht. Die Charaktere sind durch die Bank weg fast alle unsympathisch. Außer mit Fischers Kollegin Liz, fühlt man eigentlich mit keinem mit. Das finde ich Schade. Es war mir während des Lesens völlig egal, ob Person X,Y oder Z stirbt & ob Person X,Y oder Z nun der Täter ist. Ich mochte sie alle nicht. Zu Gute halten kann man höchstens diese Gleichgültigkeit, die die Täter selbst nach ihren Taten an den Tag legen, sowas wie Reue empfinden die wenigstens und das macht die Taten umso erschreckender (was in meinen Augen ein Pluspunkt ist). Fischers Lebensgeschichte hat mich mehr gestört, als dass sie mein Interesse geweckt hat. Immer wieder tauchen Fetzen aus seinem Leben als Mönch auf, ohne dass sie sich nachher zu einem ganzen Bild zusammenfügen lassen. Was die Geschichte mit seiner Mutter angeht, die hätte man besser weglassen sollen. Sie nimmt nun letztendlich auch dem Charakter Fischer die letzten Identifikationsmöglichkeiten & rückt auch ihn (zumindest in meinen Augen) in ein eher Gleichgültiges Licht.
Natürlich ist es schön, wenn nicht direkt in Sparten Gut & Böse eingeteilt werden kann, aber wenn alle unsympathisch sind, fällt mir das Lesen einfach unglaublich schwer.
Über das alles lässt sich ja noch streiten, was mir aber absolut nicht gefallen hat, ist der Satzbau. Natürlich wirkt es irgendwie realistisch, wenn Personen aus der vermeintlich untersten Bildungsstufe (was in diesem Buch quasi alle außer den Polizisten sind) Säufer, Prostituierte etc. Sätze wie "Weil der Schwarz war, mit so Nieten am Gürtel" oder "Hab ich nicht. Ich bin der Luggi, hast mich?" sagen. Aber warum muss denn der Jockel immer DER Jockel sein. Ständig "DER Jockel hat." "Das war DER Jockel." "Kennst du den, DEN Jockel?" Diese Artikel fand ich nach 60 Seiten schon einfach nurnoch nervig, weil sie IMMER da waren. Ich wurde mit diesem Stil irgendwie nicht warm, es gibt sicher viele, die soetwas begrüßen & wenn mal ein Charakter so redet, ist das auch in Ordnung, aber wenn man das Gefühl hat, dass irgendwie kein Charakter weiter als von der Tapete bis zur Wand denken kann, dann ist das in meinen Augen leider zu viel.
Kurzum: Ich gebe 3 Sterne. Für jugendliche Leser sicherlich einen Blick Wert, da das Buch auch nur 280 Seiten hat. Was hier wirklich positiv zu erwähnen sei, denn mehr bietet dieser Stoff so einfach leider nicht. Die Idee mit dem verschwundenen Mädchen, das wieder auftaucht fand ich genial, die Umsetzung leider nur zum Teil. Man sollte unbedingt vor dem Kauf ein paar Seiten lesen um zu sehen, ob man mit der Sprache warm wird. Ich bin es leider nicht geworden.