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Ehrengarde
Der Magier wartete einige Schritte entfernt auf eine Reaktion der Gruppe. Er schien gewillt zu sein, ihnen zu helfen, doch erwartete er eine Aufforderung dazu. Gerade als Wyrdrak etwas dazu sagen wollte, unterbrach ihn der Emir, Berash, mit dem Vorschlag zuerst etwas zu essen, und danach zu entscheiden. Was wollte er da groß entscheiden?, dachte sich Wyr, Wenn ein Magier ihnen schon seine Hilfe anbot, warum sollte man die ausschlagen? Er konnte sich gut vorstellen, dass der Magier schnell seine Meinung änderte und sie alleine gehen ließ. Aber vorerst wollte er dem Emir nicht widersprechen. Zu seiner Überraschung aber war Sinistro mit Berashs Einwurf einverstanden und er geleitete die Assassinen durch die düsteren Gänge ins Refektorium, wo sie sich stärken sollten.
Dort angekommen setzte sich zuerst Sinistro, und dann der Emir an einen der zahlreichen Tische. Unsicher folgten die anderen. Als er Platz genommen hatte, erschrak Wyrdrak plötzlich.
Stellt Euch eine Mahlzeit vor, und sie wird vor Euch erscheinen. Guten Appetit.
War diese Stimme tatsächlich in seinem Kopf? Es behagte ihm nicht, doch anscheinend schien es zu funktionieren: Sowohl Sinistro, als auch Berash hatten schon zu essen – reichlich. Unfassbar... das musste der Schatten auch ausprobieren. Für einen Moment konzentrierte er sich, und im nächsten erschien ein saftiges Stück Fleisch auf seinem Teller. Es hatte tatsächlich geklappt.
Auch Sheila und Joe hatten ihr Essen bereits herbeigewünscht, und er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er die völlig übertriebene Portion sah, die Joe nun vor sich stehen hatte. „Elender Gierschlund!“, flüsterte er ihm zu, „damit könntest du eine ganze Familie ernähren!“ Black antwortete nicht, aber das brauchte er auch nicht, denn sein gespielt unschuldiger Blick sagte alles. Dann begannen auch die beiden zu essen.
„Es schmeckt wirklich großartig.“, sagte Wyrdrak in Richtung des Magiers, „und das müssen wir wirklich nicht bezahlen?“, fügte er ungläubig hinzu.
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Ehrengarde
Aus seiner Sicht sprach nichts dagegen, dass sie Sinistro mitnahmen. Zum einen wären seine Fertigkeiten als Heiler sehr hilfreich, zum anderen konnten sie einen Magier immer gut gebrauchen. Wobei Berash lieber nicht Versuchskaninchen dieser sogenannten Heilkunst werden wollte. Sheilas Reation hatte ihm arge Sorgen bereitet. Nein, da lobte er sich die Alternative für Normalsterbliche: Verband, wenns half, Körperteil ab, wenns nicht mehr half.
Der Speisesaal der Kastellmagier überraschte ihn erneut. Zwar hatte der Verhüllte schon einmal hier mit Sinistro gesessen, aber dennoch erstaunte ihn die Möglichkeit, jegliches gewünschte Essen zu bekommen, aufs neue. Merkwürdigerweise hatten sich der Emir und der Hohepriester das letzte Mal hier schon getroffen.
Nach einem doch etwas orpulenterem Mahl, wobei der Kerl namens Joe es doch wirklich übertrieb, genoß der Verhüllte die Atmossphäre bei einem kühlen Glas Wasser. Während sein Körper sich entspannte, arbeitete der Geist jedoch auf Hochtouren.
Sinistro, ich denke, wir könnten deine Hilfe gebrauchen. Vinara steckt in Schwierigkeiten und ich hasse es, wenn aus meinen Reihen jemand sterben könnte. Wir sind nur noch so verdammt wenige...
Leise war sein satz, nur für die Ohren des Grünäugigen bestimmt. Von den anderen sollte keiner erfahren, aus welchen Beweggründen der Verhüllte handelte. Er war stolz auf Vinara gewesen, damals wie heute, und er wollte nicht, dass ihr etwas zustieß. Doch das durfte er niemanden zeigen, der vielleicht einmal dem Bund angehören könnte. Und der Hohepriester würde dies sicherlich niemals tun.
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Ehrengarde
So ein vorzügliches Mahl hatte Wyrdrak lange nicht mehr genossen. Wer auch immer dieses Essen 'zubereitet' hatte, er verstand von seinem Handwerk, nein, von seiner Kunst. Das Einzige, was seine Stimmung betrübte, war der eigentliche, bedrückende Anlass, warum sie hier speisen durften. Den hatte niemand vergessen, und genau deswegen stand nun Wyrdrak auf.
„Ich danke für dieses wirklich außergewöhnlich gute Mahl“, begann Wyr, „und falls der Emir euch noch nicht gebeten hat, mitzukommen, will ich das jetzt tun. Ich bin mir sicher, Euch und Eure Künste an unserer Seite zu haben, wird entscheidend sein, werter Hohepriester.“ Obwohl es gar nicht seine Art war, senkte er sein Haupt für einen Moment, um dann hinzuzufügen, „letztendlich ist es zwar nicht meine Entscheidung, sondern Sheilas und selbstverständlich Eure, aber auch ich bin mehr als gewillt, Vinara zu retten.“
Als er zu Ende gesprochen hatte, setzte er sich wieder. Hatte er wohl alles so rübergebracht, wie er es wollte? Nicht zu harsch, und doch mit etwas Nachdruck? Hoffentlich.
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Held
Dämonen!
Ihre Anwesenheit war so massiv zu spüren dass es den Gauner beinahe umgehauen hätte.
Dieser Ort....er war so düster...so voller Magie. Joe konnte förmlich spüren wie tief in seinem inneren Cherubael danach dürstete.
Ja er konnte das leise flüstern des Dämons hören. Spürte wie er versuchte ihn mit leeren Versprechungen zu locken....doch das Amulett stärkte seinen Geist und seinen Willen, ausserdem war Cherubael viel zu geschwächt um eine ernsthafte Gefahr für ihn darzustellen. Und doch fühlte sich Joe hier im Kastell unwohl. Konnte er alle Dämonen in einen Topf stecken?
Während er gegen das innere Flehen protestierte nahm er gar nicht war, wie sich ein grünäugiger Mann zu der Gruppe gesellte. Immer und immer wieder blockte er mental die Rufe in seinem Inneren ab, doch plötzlich wurde er aus seinem Bann gerissen. Sheila stand auf einmal da und unterhielt sich mit der Gruppe, dann sagte Wyrdrak etwas zu Joe, und er nickte zustimmend ohne den Inhalt der Worte verstanden zu haben. In einer Art Halbtrance liess er sich mit der Gruppe gehen. Sie marschierten in einen prunkvollen grossen Raum, auch hier war die Magie allgegenwärtig. Die Gruppe versammelte sich an einem Tisch und Black begann wieder klar zu sehen und auch zu denken.
Jetzt erst nahm er die Situation richtig war. Der grünäugige Mann musste ein Magier von hohem Rang sein, und er hatte es irgendwie geschafft Sheila zu heilen. Diese hingegen fasselte nun ununterbrochen von dem schweren Schicksalsschlag der Vinara getroffen hatte.
Zu allem übel dröhnte dann auch noch eine für Joe unbekannte Stimme in seinem Kopf die ihm alles mögliche zum essen anbot, schnell zählte Joe ein paar Dinge auf um die Kopfschmerzen die diese Stimme erzeugte loszuwerden. Überraschender Weise erschien ein riesiger Teller der mit Leckereien gefüllt war direkt vor seiner Nase. Ungläubig blickte Joe in die Runde, und er sah dass es den anderen ebenso erging. Wyrdrak blickte ihm dabei entgegen und flüsterte ihm zu, er sei ein elender Gierschlund. Unschuldig und immer noch von den Wundern des Kastells verblüfft schaute Joe seinem Gefährten entgegen , dabei stopfte er sich einen grossen Löffel der Speise wortlos in den Rachen. Während des Essens bemerkte Joe, das sich der Magier und der Emir kennen mussten. Den der verhüllte und der Kastellbewohner tauschten sich vertraute Blicke aus und flüsterten leise miteinander.
Eigentlich empfand er dies als eher unangebracht, den immerhin hatten anscheinend so gut wie alle Anwesenden der Runde eine Bindung zu Vinara, doch der Gauner würde es sich niemals anmassen sein Wort gegen dass des Emirs zu stellen. Wenn der Verhüllte also ein geheimnisvolles Tuscheln mit einem noch viel geheimnisvolleren Magier als angebracht empfand, würde dies wohl schon so sein. Misstrauisch beäugte Joe den Mann mit den grünen Augen während sich sein Mund voll damit beschäftigte den Inhalt für den leeren Magen zu zerkleinern.
Eines war ihm klar, dass hier war kein Magier der niederen Ränge, nein dafür strahlte er zuviel von der dunklen um sich schlagenden Kraft aus mit der ihn Beliar gesegnet hatte. Dieser Mann muss von hohem Status sein. Ausserdem hatte er es fertig gebracht die komplett am Boden zerstörte Sheila wieder aufzupeppeln.
Das arme Ding war noch immer von Sorge und Kummer gezeichnet doch immerhin stärkte auch sie sich mit dem Essen das sie sich herbei gewünscht hatte.
Joe fragte sich welche Rolle sie in dieser Geschichte noch zu erfüllen hatte, und welches Schicksal wohl Vinara ereilen würde. Natürlich wusste er dass jeder in der Runde bereit war für die Assassinin zu kämpfen, doch würde es ausreichen? Hatte überhaupt einer eine Ahnung worauf sie sich da einliessen? Der Gauner bestimmt nicht, doch darum ging es ihm nicht. Bedienungslose Loyalität gegenüber der Kasbah war sein Versprechen gewesen , dass er gegeben hatte nach dem er aufgenommen wurde. Damals hatte ihn der nach faulen Eiern riechende Assassine aus der Gefangenschaft der Gardisten befreit...ihm hatte er es zu verdanken überhaupt nach Bakaresh zu reisen, nur durch seine Worte hatte sich der alte Joe in einen neuen verwandelt. Natürlich trug das harte Leben in der Wüste und die etlichen Aufgaben der Kasbah sowie die Abenteuer mit Wyrdrak einen erheblichen teil bei, aber der Ursprung lag bei diesem Mann.
Plötzlich wurde Joe aus seinen Gedanken gerissen, denn sein Freund erhob sich und sprach gewählt in die Runde, hielt sich jedoch mit Nachdruck an den Magier.
Der Schatten nannte den grüneugigen sogar Hohepriester. Bei Beliar...Joe sass mit einem wahrhaft mächtigen Mitglied des Kastellzirkels am Tisch.
Wyr bat ihn sie auf der Reise zu begleiten und bestätigte seinen Mut und seine Treue in dem er sich bereit erklärte bei der Errettung Vinaras zu helfen.
Der Gauner strich sich das schwarze über Monate so lange gewachsene Haar zurück und warf seinen schweren Ledermantel etwas zurück während er sich erhob und Wyrdraks Schulter freundschaftlich drückte.
„Wyrdrak hat recht, wir brauchen euer Wissen über die Magie und über die dämonischen Kinder unseres Herrn Beliar. Vinara hat uns das Kämpfen mit dem Schwert gelehrt, sie lehrte uns immer für die Sache einzustehen die wir vertreten, niemals aufzugeben und alles zu geben! Wir sind es ihr schuldig, den wir brauchen sie, nicht nur als Mitglied der Kasbah, oder als Lehrmeisterin, nein auch als Freundin, den hinter ihrer kalten Schalle verbirgt sich ein tiefgründiger und liebevoller Mensch.
Seht doch nur was sie in der kleinen Sheila bewegte, die kleine ist ausser sich vor Sorge, sie braucht Vinara mehr als wir alle, dass spüre ich, genauso wie ihr es spürt nicht wahr?
Emir ihr stimmt dem doch zu oder? Ist sie nicht eins eurer Kinder? Ihr habt ihr gelehrt was sie uns lehrte....“
sprach er mit absoluter Überzeugung und fragte zum Schluss gezielt den Magier:
„....nun, wollt auch Ihr euren Teil dazu beisteuern?“
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Ritter
Auch wenn die ersten Reaktionen ihres Körpers anderes zu vermuten ließen zeigte der seltsame Heiltrank, oder was auch immer der Grünäugige ihr eingeflößt haben mochte, eine belebende und sogar erfrischende Wirkung. Ihr Geist und ihre Gedanken waren nun wieder klar, nein, nicht nur klar, sondern deutlich geschärfter als zuvor, wie die Gaunerin feststellen musste. Bis vor wenigen Stunden wäre sie wohl noch alleine aufgebrochen um Vinara auf eigene Faust zu suchen und zu retten, doch inzwischen war ihr eines bewusst geworden - sie konnte jede Hilfe gebrauchen, die sie bekam. Nicht nur die Worte Sinistros, dass seiner Meinung nach Magie im Spiel war; auch das was Sheila während ihrer Ohnmacht erlebt hatte, führte ihr dies deutlich vor Augen. Auch wenn Shei sich noch so sehr bemühte konnte sie sich nicht mehr genau daran entsinnen was es gewesen war, das sie erlebt hatte, aber sie wusste und spürte auch immer noch, dass es etwas abgrundtief böses und grausames war.
Sicher, sie mussten sich beeilen und durften nicht ewig hier verweilen, aber dennoch empfand Sheila das Essen als schmackhaft, vor allem aber als nötig, denn ihr Magen schrie geradezu nach etwas Festem, anscheinend fühlte er sich nicht wohl, alleine mit dem Trank Sinistros.
Für einen kurzen Moment war auch sie verwirrt, ob der Art auf welcher die Speisen ihnen geboten wurden, doch die Angst um Vinara und die Entschlossenheit bald etwas zu unternehmen ließen sie es schnell wieder vergessen und so steckte sie sich Löffel um Löffel in den Mund um schnell fertig zu werden.
Aus den Augenwinkeln beobachtete sie wie der Emir und Sinistro sich im Flüsterton unterhielten. Sie konnte sich denken worum es dabei ging und im Stillen hoffte Shei, dass der Magier sie begleiten würde. Aber wenn Sinistro sich noch lange würde betteln lassen, dann konnten sie genausogut auf ihn verzichten, so hilfreich er auch sein mochte.
Aber noch bevor Sheila sich erheben und um Eile bitten konnte, kamen ihr schon die beiden Männer zuvor, welche sich ihrer angenommen und hier hinaufgetragen hatten. Es tat gut die Entschlossenheit und den ehrlichen Willen in ihren Augen zu erblicken und die Gaunerin war ihnen Dankbar dafür.
Gespannt und ungeduldig wartete sie auf die Antwort von Sinistro, wenn er sich ihnen nicht anschloss, dann gab es keinen Grund mehr länger hier zu bleiben, so oder so mussten sie bald aufbrechen.
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Grünauge
Lange hatte die Antwort nicht auf sich warten lassen, innerlich musste der Schwarzmagier sich eingestehen, dass er beinahe zu lange gepokert hatte, beinahe die Chance verstreichen hatte lassen, sich den Assassinen anschließen zu können, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Doch seine Antwort gestern Abend war kurz und mit einem einzelnen Kopfnicken hatte er deutlich gemacht, sich der Gruppe anschließen zu wollen. Und lange sollte er nicht mehr zu warten haben, denn die Reisenden hatten sich im Refektorium noch ein wenig die Taschen mit Proviant voll gepackt und waren, nachdem sie kurz an Sinistros Labor vorbeigegangen waren, auch schon gen Bakaresh aufgebrochen. Sie wollten möglichst wenig Zeit verschwenden und so hatten sie beschlossen, in der Perle der Wüste zu nächtigen, um heute Morgen direkt die Suche nach Vinara starten zu können.
Und dieser Plan wurde auch so in die Tat umgesetzt, der Hohepriester wusste nicht recht, wie ihm denn geschah, so früh, wie sie aufgebrochen waren. Er hatte in der Zwischenzeit ein wenig erzählt, versucht, den Assassinen ein wenig zu erklären, weshalb die Magie Beliars so mächtig und die Heilung so kompliziert wäre, hatte jedoch den Eindruck, dass sich die Männer und die Frau eher für ihre Gefährtin interessierten und in ihren Gedanken schon bei ihrer Rettung waren. Doch musste sie überhaupt gerettet werden? Was, wenn sie gar nicht entführt worden war, sondern einfach nur versucht hatte, ihre Zelte in Bakaresh und innerhalb des Bundes abzubrechen? Ob er den Emir darauf ansprechen sollte?
Sinistro entschied sich dagegen und wanderte nun stumm mit den Assassinen durch den Wüstensand.
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Ritter
Endlich waren sie aufgebrochen und hatten die quälenden Stunden des Wartens hinter sich gelassen, welche die Shei ganz unruhig werden ließen. Die Stadt lag nun schon ein ganzes Wegstück hinter der kleinen Gruppe und verschwand langsam in der Kulisse von Felsen und Dünen, die sie umgaben und so sorgfältig vor neugierigen Blicken fremder Wanderer verbargen.
"Wann sie wohl wieder hierher zurückkehren würden?" fragte sich die Gaunerin, während sie ihre Füße behände über den staubigen Wüstenboden lenkte. Sie kannte die Antwort darauf nicht, doch eines wusste sie genau: Sie würde nur zusammen mit Vinara zurückkehren, erst wenn sie die Rothaarige wieder in ihre Arme würde schließen können, gab es für sie Ruhe.
Auch wenn Sheila wohl die Jüngste und Unerfahrenste unter den Gefährten war hatte sie die Führung über die Gruppe übernommen und schritt zielstrebig voran. Wer sonst hätte ihnen den den Weg zu der Assassinin weisen können?
Gelegentlich jedoch verblasste die Verbindung zwischen den Seelenbindern und auch sie wusste nicht, welchen Weg es einzuschlagen galt. Immer dann hielt sie inne, berührte das kleine Amulett mit ihrer Hand und konzentrierte sich nur auf die Gefühle für ihre Liebste, bis der Anhänger um ihren Hals wieder leicht aufleuchtete und ihr eine grobe Richtung wies.
Die Anderen blieben in einem geringen Abstand stehen und warteten ab, wie es wohl weitergehen würde. Die Schwarzhaarige hatte sie nur kurz über die beiden Amulette aufgeklärt und die Verbindung, mit welcher es ihr gelingen könnte Vinara aufzuspüren.
Nach kurzer Skepsis hatten sie sich damit einverstanden erklärt und folgten ihr so nun schon seit geraumer Zeit. Sie vertrauten ihr, oder zumindest schien es so.
Zunächst merkte man es nur am Stärkerwerden des Windes und dem Leichten Salzgeruch den er ihnen um die Nase blies, doch schließlich sahen sie es auch mit ihren Augen in nur noch kurzer Entfernung vor sich liegen - das Meer.
Zweifel regten sich in Sheila. Sollte ihre Reise übers Wasser führen? Wenn dem so war, kamen sie wohl nicht umhin sich nach einem Schiff umzusehen und es graute ihr bei dem Gedanken daran.
Ein anderer Gedanke gefiel der jungen Frau viel besser. Was wenn sie Vinara schon ganz nah waren? Wenn sie die Assassine gleich hinter der nächsten Düne antreffen würden?
Es war die Hoffnung, die ihre Schritte schneller werden ließen, bis sie beinhahe zu rennen begann. Erst an der Küste stoppte sie, denn das Amulett zog sie nicht mehr in eine Richtung, es leuchtete noch, aber es zog nicht.
Sollten sie wirklich angekommen sein? Sheilas Herz machte einen kleinen Hüpfer, doch sie wusste, dass es ein Fehler war sich zu früh zu freuen.
"Irgendwo hier muss sie sein!", rief sie den anderen zu, die sich daraufhin ungläubig umschauten.
"Hier?"
"Jaa, hier irgendwo. Ich kann es nicht genau sagen."
"Lasst uns doch einfach ein wenig herumschauen und suchen, genug sind wir ja."
Und so begannen sie Stück für Stück das Ufer, mit seinen höhen Sanddünen und stellenweise auch Klippen abzusuchen.
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Provinzheld
Dieser Mann, der sie seit Vorgestern einmal täglich besuchen kam.........er jagte der Assassine einen Schauer über den Rücken.
Zielgerichtete Fragen stellte er, die jedoch ein höchstmaß an Höflichkeit und Distance beinhalteten. Es schürte das Mißtrauen der Kriegerin das er seine Worte so gewählt auszudrücken versuchte, sodass sich bei Vinara der dringende Verdacht regte das Malpercio etwas ausheckte.
Im Moment saß sie auf ihrem Bett und erwartete den schwarzhaarigen. Sie wusste das er immer bei Sonnenuntergang zu ihr zu kommen pflegte. Und nun war es soweit. Die rothaarige sah durch die Fenster die letzten Strahlen hinter den Bergen hervorblitzen, welche die Wärme spendende Scheibe zu verschlucken schienen.
Und sie hatte nicht falsch gelegen. Das Schloss knackte, ehe die Angeln unangenehm quietschten.
"Guten Abend. Ich hoffe ihr wurdet gut behandelt?" kam die Begrüßung.
"Ja. Das wurde ich. Nur frage ich mich, weswegen ich ............." sie stockte einen Moment ".........eine derartige Gastfreundschaft geniessen darf?"
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Lehrling
Er schwieg eine Weile vor sich hin, legte den schönen Kopf leicht schräg und schaute sein Gegenüber freundlich an.
"Missfällt euch denn die Art und Weise wie ihr behandelt werdet?" kam schließlich die ausweichende Antwort, welche im Grunde gar keine war.
"Nein..nein, es geht mir um nur den Grund, weswegen ich so behandelt werde. Warum bekomme ich stets frische Kleider, warum lasst ihr mir so vorzügliche Speisen servieren, warum gebt ihr mir solch ein großzügig ausstaffiertes Zimmer? Warum bei Beliar tut ihr das alles, lasst mich aber dennoch nicht hinaus, sondern verschließt die Tür?"
Beliar. Bei dem Namen dieses sogenannten "Gottes" durchfuhr es ihn wie Eis, das sogleich durch das Feuer seines Zorns, welches nun in ihm aufloderte zerschmolz. Es verlangte ihm einiges an Beherrschung ab, doch nach außen hin war nichts von seiner Eregung zu bemerken und das war gut so.
Er besann sich wieder auf die Worte seines Gastes. Malpercio hatte diese Fragen erwartet, natürlich wollte Vinara Erklärungen, wollte wissen was das ganze für einen Zweck erfüllte. Doch diese Antworten würde sie nicht von ihm bekommen - noch nicht. Doch im Grunde konnte er es selbst nicht erwarten, bis es endlich so weit war.
"Es ist zu deinem Besten!", erwiderte der Dämon mit einem entwaffnenden Lächeln auf seinen schmalen Lippen. "Vertrau mir, es wird die Zeit kommen, da du es erfahren wirst." Und mit diesen Worten bedeutete er ihr das Ende seines Besuches und erhob sich mit einem leisen Rauschen seines weiten Umhangs von dem thronartigen Sessel, auf welchem er sich niedergelassen hatte.
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Grünauge
Wie lange suchten sie nun schon hier an der Küste nach einem Ort, an dem Vinara versteckt sein könnte? Einen ganzen Tag? Sinistro fragte sich inzwischen, ob das Amulett, das Sheila bei sich trug, wirklich noch in der Lage war, die Verbindung zwischen den beiden Frauen zu gewährleisten- es war sicherlich Magie im Spiel und wenn sich die Kräfte, die die Amulette erschaffen hatten, verflüchtigt hatten, dann wäre dieses Schmuckstück wohl ebenso nutzlos wie ein Haufen Sand hier in der Wüste. Oder war einfach die Entfernung zwischen den Beiden schon so groß, dass die Verbindung unterbrochen wurde? Der Hohepriester konnte nur Mutmaßungen anstellen, doch die brachten sie hier an diesem Punkt nicht weiter.
Überhaupt hatte sie noch nicht viel weiter gebracht. Wyrdrak und Joe waren gemeinsam unterwegs, auf der Suche nach Hinweisen, Berash hatte sich der jungen Frau angenommen und der Grünäugige suchte alleine die Gegend ab, in der Hoffnung, eine Spur zu finden. Doch von vereinzelten Büschen und Sand abgesehen- war hier in der Einöde nichts. Keine Vinara, keine versteckte Höhle, kein Lebenszeichen von irgendetwas, nicht einmal ein Tier hatte sich hierher verirrt und so war das Rauschen des Meeres das einzige Geräusch, das der Magier vernehmen konnte. Er hatte jetzt schon keine Lust mehr, nach einer ihm unbekannten Frau zu suchen, die wahrscheinlich längst tot oder zumindest gefoltert irgendwo ihre letzten Stunden fristete. Und die Assassinen waren weit entfernt, so weit, dass der Magier auf sie keinen Eindruck mehr machen musste und wollte. Und so legte sich Sinistro in den Wüstensand, seinen Blick gen Himmel gerichtet und die Sterne beobachtend, die soeben ihre Stellung am Firmament einnahmen. Eine einzelne Wolke verdeckte das Licht des Mondes, der im Begriff war, seine Masse zu verlieren, um sich einmal komplett zu erneuern und so hatten die grünen Augen des Beschwörers noch bessere Sicht auf das Funkeln der Sterne.
Doch war dieses Funkeln real? Einer der Himmelskörper schien gar nicht am Himmel, sondern in den Weiten des Meeres zu funkeln. Und nicht nur das, er bewegte sich sogar ein wenig auf und ab. Die Neugier des Dämonenbeschwörers war geweckt und so machte er sich auf den Weg, herauszufinden, was sich dort in den Wellen bewegte. Es dauerte nicht lange, da hatte er den Strand erreicht und auch dort sah er noch das sich in den Wellen bewegende Licht- nicht weit vom Ufer entfernt. Zwei weitere Schritte und der Magier stand mit seinen Füßen im Wasser, noch zwei weitere Schritte und er hatte sein Ziel, das funkelende Etwas, erreicht. Der Grünäugige bückte sich, um danach zu greifen, doch es handelte sich nur um einen glatt polierten Stein, der sich durch das Licht des Mondes auf der Wasseroberfläche spiegelte. Auf der anderen Seite- dieser Stein war in Form eines Pfeils- und er zeigte auf eine Düne, die dem Mann bisher nicht aufgefallen war. Er rief die anderen zu sich, wahrscheinlich sollten sie sich dieses Stück des Strandes mal ein wenig genauer ansehen. Bisher hatten sie es in ihrem Eifer wohl vergessen.
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Held
Stundenlang suchten Joe und Wyrdrak die Gegend ab. Dabei wussten sie eigentlich nicht einmal genau nach was sie suchten. Vinara konnte nicht hier sein, denn es gab weder eine Höhle, noch eine Hütte oder einen sonstigen Unterstand. Also nach was genau suchten sie? Gut das Amulett Sheilas leuchtete und laut ihren Angaben hiess dies dass die Assassinin in der Nähe war. Doch so sehr die beiden Jünger der Kasbah auch nach Anhaltspunkten suchten, sie fanden nur Sand, Steine und Treibgut. Mit der Unterstützung seines Gehstocks erklimmte Joe einen kleineren Hügel und ging dort in die Knie. Mit der Hand über seinen Augen spähte er den Strand ab. Berash und Sheila konnte er in weiter Ferne ausmachen und es schien nicht so auszusehen als ob ihre Suche erfolgreicher war. Den Hohepriester Sinistro jedoch konnte er nicht sehen. Womöglich hatte der Magie mehr Glück, denn er war mit dem Geschenken Beliars ausgestattet und dies konnte ihm einen entscheidenden Vorteil verschaffen.
Allerdings musste sich Joe eingestehen , dass er trotz der kurzen Bekanntschaft mit dem Grünäugigen , sehr viel von ihm hielt. Der Magier hatte einen wachen Verstand und aus seinen Augen konnte man deuten, dass stets äusserst Nachdenklich ist.
Etwas verträumt liess Black seine linke Hand durch den Sand streifen, mit der rechten hielt er den Stock. Seine Augen hatte er leer auf das weite Meer gerichtet…..
Wo war Vinara?....Was war nur mit ihr Geschehen?.....Hätten er und Wyrdrak bei ihr sein müssen? Hätten sie es verhindern können wenn sie nicht einfach eine kleine Schatzsuche gestartet hätten und Wochenlang von Bakaresh geblieben währen?
Doch die Schuld an der ganzen Tragödie zu suchen, würde nun keinem weiterhelfen, sie mussten einfach weiter nach einer Spur suchen und darauf hoffen dass ihnen Beliar zur Seite stehen würde.
Ein paar Meter von Black entfernt lief der Schatten Wyrdrak systematisch den Strand auf und ab, er suchte jeden Fleck am Boden nach einer winzigen Kleinigkeit ab, die ihnen einen Anhaltspunkt über den verbleib ihrer Lehrmeisterin ab, doch auch er blieb erfolglos.
Nach weiteren Stunden sassen die beiden nebeneinander, verzweifelt und hoffnungslos im Sand und betrachteten die Sterne am Himmel.
„Verdammt Joe….ich verstehe dass nicht, ich meine….das Amulett von Sheila zeigt eindeutig dass sie hier sein muss, und doch….nichts……“
Joe nickte düster und erwiderte:
„Ich kann es nicht glauben….zuerst hatte ich die Vermutung das Amulett könnte kaputt sein, oder einfach nicht funktionieren, aber Sheila ist überzeugt von der Effektivität und unsere Amulette hatten auch nie solche Probleme….
Sie muss also hier sein….“
„Tja….und scheint es so als ob sie sich in Luft aufgelöst hätte….“
„Oder zu den Sternen geflogen…..aber was sollen wir nun tun Wyrdrak? Einfach aufgeben?“
„Niemals, dass könnte ich mir nie Verzeihen, vielleicht sollten wir wieder zu den anderen gehen, womöglich haben sie einen Anhaltspunkt…..“
„Hmm…unwahrscheinlich, sie hätten uns längst gerufen, aber wir müssen definitiv mit ihnen reden. Die Lage übersprechen….“
Plötzlich hörten sie ein lautes Pfeifen und die Stimme Sinistros, er rief ihnen zu er habe etwas gefunden und sie sollten schnell zu ihm kommen.
Eine unglaubliche Euphorie durchströmte die beiden freunde. Hektisch und übereifrig sprinteten sie den Strand entlang bis sie den Hohepriester erreicht hatten.
Der Magier selbst stand Knöcheltief im Wasser und deutete auf eine Stein im Wasser.
Die gesamte Gruppe hatte sich nun um ihn versammelt und alle blickten neugierig auf seine Entdeckung. Nachdem ihnen Sinistro erzählte wie er diesen Stein mit der Pfeilform entdeckt hatte, musste Joe wieder an seine Einschätzung über dem Kastellbewohner denken, er hatte wirklich einen wachen Verstand, und damit hatte er ihnen eine heisse Spur verschafft.
Die Gruppe bewegte sich zu der angedeuteten Düne. Und aus irgendeinem Grund wusste keine von ihnen warum sie jeden Fleck hier abgesucht hatten, ausser dieser Düne…..
Der Verdacht hier könnte Magie am Werke wurde von jedem bejaht.
Im Mondlicht versammelt machten sie sich also erneut daran den Verbleib Vinaras festzustellen.
Doch auch hier so schien es, würden sie in einer Sackgasse stecken. Joe wollte wieder auf einen Hügel steigen um sich eine bessere Sicht zu verschaffen. Als er jedoch mit seinem Stock den Aufstieg begann gab der Boden unter ihm nach. Seitlich brach er ein und verschwand für kurze Zeit unter dem Sand der ihn zu begraben schien.
Sofort eilte ihm sein treuer Freund Wyrdrak zu Seite, doch was die Gruppe dann entdeckte liess alle erleichtert aufatmen. Joe war durch Zufall in einen Höhleneingang gestürzt. Dieser wiederum wurde mit grossen Palmenblättern abgedeckt auf die Sand geschichtet wurde. Durch diesen Trick war der Eingang für dass blosse Auge nicht sichtbar.
Nachdenklich strich Sinistro mit seiner rechten Hand über den Sand, er spürte dass auch diese simple Vertuscharbeit mit Magie gewirkt wurde. Mit einer dunklen bösartigen Magie die so komplex und abstrakt gewoben wurde, dass sie ihm wie nicht von dieser Welt vorkam……
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Ritter
Eine Weile stand die kleine Gruppe einfach nur da und schaute durch das schmale Loch im Sand vor ihnen, hinab auf Joe, der sich nun nach seinem Sturz unter leisem Fluchen den Sand aus Haaren und Kleidung schüttelte. Es war dem Gauner deutlich anzusehen, wie sehr ihm die Art und Weise, in der er auf den so sorgfältig versteckten, Eingang gestoßen war missfiel. Aber das war nun unwichtig, es zählte nur die Tatsache, dass sie endlich etwas gefunden hatten und nicht länger dazu verdammt waren planlos umherzustreifen und in Zweifeln zu versinken.
Joe schien ihre Blicke zu bemerken, denn plötzlich hielt er inne und schaute etwas genervt zu ihnen hinauf.
"Wollt ihr denn noch lange dort stehen und mir zusehen, oder machen wir uns nun daran diesen Gang hier zu erforschen?"
Das ließ sich Shei nicht zweimal sagen, mit einem Satz landete sie, noch bevor dieser die Möglichkeit hatte zur Seite zu treten, neben dem Gauner und schaute sich sogleich sorgfältig um.
Die Luft um sie herum war staubtrocken und von einem seltsamen Geruch erfüllt, den die Gaunerin nicht eindeutig einzuordnen wusste, der aber einen gewissen Ekel in ihr hervorrief. Der niedrige Gang vor ihnen war stockdunkel und machte alles andere als einen einladenden Eindruck. Im Stillen fragte sich Sheila, wie er wohl überhaupt der Last, die auf ihn drückte standhielt und noch nicht längst zusammengebrochen war. Doch anscheinend verhielt es sich tatsächlich so, wie der Schwarzmagier es vermutet hatte und hier war Magie im Spiel. Ein Gedanke, der sie etwas beuruhigte wie sich die junge Frau eingestehen musste.
Bis auf die leise Unterhaltung über ihren Köpfen herrschte vollkommene Stille in dem muffigen Sandloch und so gelang es Sheila auch nicht zu erkennen, ob sich Personen oder gar Wilde Tiere am anderen Ende des Tunnels befanden, die nur darauf warteten sich auf ihre Besucher zu stürzen und sie ihre Gastfreundschaft spüren zu lassen. Schon wollte sie zu einem geflüsterten "Vinara" ansetzen, doch die Vernunft riet ihr es zu unterlassen. Sie hatten schon genug Lärm veranstaltet und sie wollte nicht riskieren, das mögliche Feinde Wind von ihrer Ankunft bekamen. Wenn es dazu nicht sowieso schon zu spät war.
Nach und nach folgten ihnen nun auch die anderen drei hinab, wobei der Emir und Sinistro offensichtlich nicht all zu sehr von dem Gedanken begeistert schienen sich wie ein Wurm in diese "Sandgruft" zu begeben, von dessen Decke doch immer wieder das ein oder andere Sandkorn herabrieselte und sich einen Platz auf Kopf oder Kleidung suchte.
Schließlich befanden sie sich alle unten und hatten Mühe sich in der Enge, die zu allem Übel herrschte, nicht ständig gegenseitig auf die Füße zu treten und so unnötig für Streit zu sorgen.
"Ich denke es wird wohl das beste sein, wenn ich voran gehe", erhob Sinistro schließlich seine Stimme und sorgte so dafür, dass Joe verstummte, der sich soeben noch lauthals bei Wydrak erkundigt hatte, ob er denn schön weich stehe, oder doch noch Joe's zweiten Fuß benötigte.
Der Schwarzmagier zwängte sich an Sheila vorbei an die Spitze der Gruppe und beschwor eine etwa Fausgroße Lichtkugel, die er langsam vor sich her schweben ließ, während er seinen Kopf einzog und den kleinen Gang betrat.
Schweigend aber unruhig folgten ihm die anderen im Gänsemarsch nach und harrten der Dinge die da kamen.
Die Anspannung und Erwartung in Sheila's Innerem war schier unerträglich, sie zerissen die Schwarzhaarige förmlich uns sorgten dafür, dass ihr die folgende Zeit wie eine endlose Ewigkeit vorkam. Ungeduldig schlossen sich ihre Finger um den schmalen Griff des Messer in ihrer Hand, das sie aufgrund des Platzmagels Lerithium vorgezogen hatte und nun jeden Moment bereit war von ihm gebrauch zu machen. Gegen welchen Feind es auch gehen mochte.
Doch es blieb ruhig, nichts geschah. Kein Sandcrawler, kein Magier und leider auch keine Vinara kreuzte ihren Weg durch das düstere Erdreich. Stattdessen verbreiterte sich der Gang nach vielen Schritten schlagartig und die Gefährten befanden sich in einer niedrigen, fast kreisförmigen Höhle, in der sich absolut nichts befand.
Bittere Enttäuschung machte sich bei den Fünfen breit als ihnen klar wurde, dass sie wohl doch nur ein unbedeutendes Loch entdeckt hatten und nicht wie vermutet den Weg zu Vinara. Doch das Amulett um Sheila's Hals zeigte so heftige Reaktionen wie nie zuvor und auch der Grünäugige schien etwas zu spüren, wie er ihnen nachdenklich mitteilte.
Sie schauten sich erneut sorgfältig um, doch groß war die Höhle nicht und es gab auch keine Ausbuchtungen oder ähnliches in dem man etwas hätte finden können, sondern nur die glatte, leere Wand und den..
"Fußboden, der Fußboden!" rief Wyrdrak plötzlich aufgeregt, als Sinistro's magisches Licht, scheinbar aus Unachtsamkeit dem Boden immer näher kam.
Ungläubig starrten sie auf die vielen Kreise und Symbole, die auf einer Steinplatte unter ihren Füßen eingearbeitet waren. Zunächst verstand keiner so richtig, worum es sich dabei handelte, doch plötzlich leuchteten die Augen des Schwarzmagiers auf und er öffnete seinen Mund zum Sprechen.
"Jetzt wird mir klar, warum ich hier etwas spüre..."
Doch weiter kam er nicht.
Alles um sie herum verschwomm in einem Dunst aus Farben und Formen, der sich sogleich in einen heftigen, sich haufwärtswindenen, Strudel verwandelte. Bevor sie wusste wie ihr geschah riss es Shei von den Füßen und zog sie hinein in das wirbelnde Durcheinander. Immer schneller und schneller drehte sie sich, bis sie schließlich ein heftiges ziehen in der Bauchgegend verspürte und vor ihren Augen alles schwarz wurde....
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Grünauge
Ein Teleporter, eine Verbindung in eine andere, in eine unbekannte Welt. Der Hohepriester hätte es erahnen können, nein, er hätte wissen müssen, dass hier die Grenzen zwischen zwei Welten verschwommen waren. Doch nun war es zu spät, er befand sich in dem Strudel in eine andere Welt- und mit ihm die Assassinen. Der Grünäugige erinnerte sich daran, wie er das erste mal vor einiger Zeit das erste mal durch die Sphären geschleudert wurde, wie er fühlte, dass sein Körper sich auseinander zieht und aufgelöst wurde, nur um sich in der Eingangshalle des Kastells wieder zusammenzusetzen. Doch wie ging es seinen Begleitern? Von ihnen hatte wahrscheinlich noch nie jemand diese Erfahrung machen können und so bereitete sich der Magus mental darauf vor, zunächst einmal am Ort der Ankunft eine kleine Exkursion über die Möglichkeiten und Gefahren der Teleportation zu gestalten. Doch zunächst einmal hieß es, ankommen. Durch eine dunkle Wand wurde der Magier gezogen, purpurnes Lischt umgab seinen Körper, von dem er das Gefühl hatte, dass die Beine noch innerhalb der Höhle standen und der Kopf bereits an dem vorbestimmten Ort angekommen war.
Es erschien dem Hohepriester, dass diese Raumverschiebung seines Körpers erheblich länger andauerte als alle anderen zuvor. Kopfschmerzen machten sich breit, doch nun konnte er sehen, wo er angekommen war. Natürlich war er der Erste, sein Körper und sein Geist kannten diese Art des Reisens- nun galt es, die Assassinen möglichst schnell dazu zu bringen, aus dem Kreis herauszutreten, damit es nicht zu einem der Unfälle käme, von denen der Magier gelesen hatte, Doch erstaunlicherweise musste der Magielehrmeister keinen Ton von sich geben, die Krieger blieben allesamt nicht stehen, sondern kippten nach vorne und aus dem von Runen umgebenen Kreise heraus.
Und berappelten sich kurz darauf, schüttelten sich kurz und waren auch schon wieder ansprechbar, Berash hatte sogar schon seine Waffen gezogen und blickte sich um, ein Bild von der Umgebung machend.
Grün- alles um sie herum war grün, Bäume umgaben die Gruppe und mächtige Kletterpflanzen wuchsen an den Stämmen der Bäume in den Himmel, so dass die Rinde meist nicht mehr sichtbar war. Nebel lag ebenfalls über der Szenerie, so dicht, dass man nicht erkennen konnte, ob es sich hier nun um Tag oder Nacht handelte. Innerlich spielte der Hohepriester mit dem Gedanken, mit seinem Teleport ins Kastell seine Begleiter hier alleine zurück zu lassen, doch wollte er sich nicht so aus der Affäre ziehen, schließlich hatte er angeboten, sie zu begleiten und ihnen beizustehen. Also versuchte er die Situation wirklich dadurch zu retten, dass er ihnen ein wenig über die Möglichkeiten der Teleportation erzählte, was die beiden Männer, die zuvor alleine nach einem Hinweis auf Vinaras Aufenthaltsort gesucht hatten, zu einem müden Lächeln veranlasste. Wobei- nachdem der Hohepriester beiläufig erwähnt hatte, dass es Teleportpunkte gäbe, die nur in eine Richtung funktionierten, war ihr Lächeln schnell wieder gewichen.
„Und nun? Sollen wir versuchen, den Teleport wieder in eine andere Richtung nutzbar zu machen? Und wenn das nicht klappt?“ fragte Wyrdrak ein wenig besorgt, doch Sheila schüttelte nur mit dem Kopf.
„Vinara muss hier irgendwo sein. Erst müssen wir sie finden, danach können wir uns immer noch Gedanken über unseren Heimweg machen. Irgendeine Möglichkeit gibt es doch sicher, oder Magier?“
Sinistro zog seine Augenbrauen nach oben und zögerte einen kurzen Moment, ehe er zu einer Antwort ansetzte:
„Nun, ich… weiß es nicht. Ich weiß ja nicht einmal, wo wir uns gerade befinden und was uns hier erwartet. Aber ich werde euch hier nicht alleine zurücklassen, so viel steht schon einmal fest. Aber wie soll es nun weiter gehen? Irgendwelche Vorschläge?“
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Ritter
Es hatte zwar eine Weile gedauert, bis sie die Nachwirkungen des teleportierens verdaut hatte, aber Sheila war nun entschlossener denn zuvor. Nach kurzer Konzentration spürte sie wieder diesen Zug an ihrem Hals und so fiel ihre Antwort auf die Frage des Magiers knapp und deutlich aus.
"Hier entlang!", entfuhr es ihrem Mund in einem fast gebieterischen Ton, der so jedoch gar nicht beabsichtigt gewesen war. Aber was spielte das für eine Rolle? Die Gaunerin spürte, dass sie es nun nicht mehr all zu weit haben konnten, also galt es sich zu beeilen und ihre kostbare Zeit nicht mit Grübeln, über zunächsteinmal unwichtige Dinge wie den Rückteleport zu verbringen.
Der Wald welchen die Gruppe nun betrat vermittelte etwas unheimliches, ja beinahe gespennstig und dämonisches, was alle zu wachsamem Schweigen veranlasste. Die Waffen gezogen, drangen sie immer tiefer ein in das Meer aus Grün und milchig weißem Nebel, der sie stets umgab und scheinbar wie ein Schatten folgte, wodurch es Sheila kaum möglich war etwas in ihrer Umgebung zu erkennen.
Um sie herum herrschte eine unnatürliche Stille, die so gar nicht zu dem dicht bewachsenem Wald passen wollte, in dem man doch eher jede Menge Getier und den damit verbundenen Lärm erwartet hatte. Oder war das möglicherweise nur die trügerische Ruhe vor dem Sturm. Würden sie jeden Moment über die Gruppe hereinfallen?
Sheila verdrängte ihre Sorgen, sie hätten so oder so keine Möglichkeit einem Feind zu entkommen. Und so richtete die Schwarzhaarige ihre Aufmerksamkeit voll und ganz auf den Weg vor ihnen, hielt ihr Schwert aber stets fest umklammert.
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Ehrengarde
Berash blickte sich um, betrachtete mit verkniffenem Blick die Bäume und Sträucher. Diese Ruhe hatte etwas, was ihn an seine eigene Zeit in den Katakomben unter der Arena erinnerte, als er dort sein Blut gegeben hatte, für etwas, was er nie getan hatte. Es war dort auch immer ruhig gewesen, solang bis man die leisen Schritte des Folterknechts hörte, wie sie immer lauter wurden, je näher er kam. Dieser Laut war stets begleitet worden von einem Quietschen und klappern, nämlich der Wagen auf dem das "Arbeitsbesteck" gelegen hatte. Kurz darauf wurde die Stille von den Schreien des Verhüllten durchbrochen, solang bis die Götter einsehen hatten und ihn ohnmächtig hatten werden lassen.
Kalt lief es ihm den Rücken runter, seine Hände glitten wie von selbst an seine Klingen. "Antworter" und "Vergelter" schienen unruhig, so als würden sie spüren, dass hier Gefahr herrschte. Vielleicht waren sie auch nur gierig nach Blut, denn schon lang hatten sie keines mehr trinken dürfen. Nein, Berash bildete sich das nur ein. Es war seine eigene Nervosität, die ihn dies denken lies.
Doch mit viel Mühe konnte sich der Verhüllte zusammen reißen, um so die kalte Aura aufrecht zu erhalten. Er hatte sich damals in den Katakomben geschworen, hart und unnachgiebig zu werden, niemals Furcht, Angst oder Schmerz zu zeigen. Noch heut verfolgten ihn düstere Träume von scharfen Messern, spitzen Nadeln, Feuer und Schmerz. Er verbiss sich jede Gefühlsregung, denn dies war ein Zeichen von Schwäche.
Mit einem grimmigen Ausdruck auf dem Gesicht marschierte er hinter den anderen her. Aus seiner Sicht war es besser, jemanden mit Erfahrung am Ende marschieren zu lassen. Egal, was von VOrn kommen würde, wer ihnen in den Rücken fiel würde eine große Überraschung erleben.
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Ritter
Auch wenn sie weder einem Tier noch sonst irgendeinem Lebewesen begegnet waren, fiel doch eine Art innere Beklemmung, ja nahezu Furcht, von der jungen Gaunerin ab, als sie nach stundenlangem Wandern und Suchen endlich den unheimlichen Wald verließen und zwischen den großen, düsteren Bäumen hervor unter den freien Himmel traten.
Man konnte förmlich das Aufatmen der Gefährten hören, die jetzt wohl eine deutlich freundlichere und weniger finstere Landschaft erwartent hatten. Aber der Anblick der sich ihnen nun bot sorgte erneut für ein ungutes Gefühl bei der Gruppe und bald stellten sie fest, dass der Wald, welcher hinter ihnen lag wohl noch das geringste Übel war dem sie sich stellen mussten.
Vor ihnen befand sich ein Moor, schwarz und tödlich breitete es sich scheinbar endlos vor ihnen aus und füllte ihre Nasen mit einem muffigen, leicht stechenden Gestank nach Moder und Fäulniss.
Bisher hatten sie aufgrund des dichten Blätterwerks des Waldes nicht einen einzigen Blich auf den Himmel über ihnen erhaschen können und als Sheila nun den Kopf hob wusste sie nicht was sie von dem Schauspiel über ihrem Kopf halten sollte.
Dick und schwer, so wie es bei einem bevorstehenden Gewitter der Fall war hingen dunkle schwarze Wolken am Himmel und versperrten ihnen die Sicht auf die Sonne. Sollte es diese denn hier überhaupt geben, denn da war sich die Schwarzhaarige unsicher. Schließlich wusste keiner von ihnen wo sie sich hier befanden, nicht einmal Sinistro, dem es vielleicht noch am ehesten zuzutrauen war. Nur hier und da scheinte ein wenig Licht hervor und erweckte den Anschein, als gäbes da etwas, etwas lichtes und Gutes hinter der Finsterniss.
Erschöpft setzte sich die Gaunerin zu Boden und lehnte sich an den Stamm eines dicken Baumes hinter ihr. Auch die anderen schienen etwas müde, aber ihr Wille war ungebrochen und so blieben sie nicht lange an diesem Ort, sondern machten sich schließlich auf den Weg durch den Sumpf vor ihnen, hinein ins Ungewisse.....
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Grünauge
Dunkelheit umgab die Gruppe, Dunkelheit und immer noch absolute Stille. Nur die Schritte der vier Männer und der einen Frau waren auf dem matschigen Boden zu hören, als sie weiter und weiter versuchten, dem Weg zu Vinara zu folgen, der ihnen von Sheilas Amulett vorbestimmt wurde. Sinistro, der irgendwie nun von den Assassinen umringt war, grinste bei dem Gedanken daran, wie es einem Angreifer nun ergehen müsste. Von hinten sicherte der Emir, rechts schritt Joe neben dem Hohepriester, links von ihm Wyrdrak und vor ihm Sheila, allesamt bereit, mit ihren Waffen einem Gegner das Fürchten zu lehren. Ähnlich musste sich Rhobar fühlen, wenn er seinen Palast verließ und von Paladinen umringt war, die ihn schützen, die ihr Leben für ihn geben würden. Na ja, ähnlich- Sinistro war sich sicher, dass keiner der Assassinen momentan sein Leben für das des Schwarzmagiers gegeben hätte, dazu kannten sich die Reisenden untereinander noch nicht gut genug. Auf der anderen Seite- der Magus hatte bereits erkannt, dass Wyrdrak und Joe ein wirklich sehr freundschaftliches Verhältnis führten und sich alle möglichen Beschimpfungen an den Kopf warfen. Vielleicht sollte Sinistro auch damit anfangen- andererseits, er wusste nicht, wie man so Vertrautheit schaffen sollte, geschweige denn, was von den beiden nicht doch als Beleidigung aufgefasst wurden wäre. Stinkende Schwertschwinger- das waren alle Assassinen, die sich hier um den Hohepriester versammelt hatten, auf der anderen Seite war auch der Beschwörer in den letzten Tagen nicht in der Lage gewesen, seiner normalen Körperpflege nachzukommen. Und Schwertschwinger.. der Schwarzmagier überlegte und dachte darüber nach, welche Beleidigung, welche Art des Aufziehens wirklich passend wäre. Und er überlegte sehr, sehr lange.
Weiter und weiter schritten die Fünf durch diese karge Welt, liefen, und immer noch hatte sich nichts getan, nichts bewegt außer ihnen. Kein Vogel, der über ihre Köpfe hinweg flog, nicht einmal Wind war zu spüren in dieser unwirklich wirkenden Gegend. Der Stand der Sonne- gab es überhaupt Sonne an diesem Ort? Die Lichtverhältnisse hatten sich die ganze Zeit über nicht verändert- und der Magier hätte schwören können, dass sich selbst die Wolken am Himmel nicht bewegt hatten in den letzten Stunden. Was war hier los, welch merkwürdiges Spiel wurde hier gespielt?
Er hatte bereits von der Orkmagie gehört, die es schaffen sollte, den Menschen ein Bild in den Kopf zu pflanzen, an das sie auch selber glaubten. Die Orks konnten so Brücken entstehen lassen, über die ihre Opfer gingen und als sie über dem Abgrund angekommen waren, bemerkten sie erst, dass diese Brücke gar nicht existierte. Doch diese Magie war anders, sehr viel anders. Gefangen in einer Zeitblase, einem Platz, an dem sich nichts veränderte, der still lag und in dem nur die fünf Menschen, die hier nicht hin gehörten, sich bewegen konnten- das wäre eine Erklärung gewesen, doch wie hätte der Magus dieses Phänomen nachweisen sollen? Andererseits- vielleicht hatte auch jemand hier einen Zauber gewirkt, der dazu geführt hatte, dass die fünf Suchenden nur der Meinung waren, ihre Position geändert zu haben und sie standen immer noch an dem Ort, an dem sie hierher teleportiert worden waren. Oder noch besser, vielleicht sogar in der Höhle, in die sie vorgedrungen waren. Vielleicht war alles, beginnend mit der Teleportation eine Illusion, eine Schauspiel, eine Art Experiment, an dem sie teilnehmen mussten. Nur Sinistro- er war nicht in der Lage, all seine Theorien zu beweisen. Und er hatte auch noch keine Idee, wie das möglich wäre. Überhaupt dachte er nebenbei immer noch über Frotzeleien nach und darüber, wie er sich mit Wyrdrak und Joe und Sheila und Berash ein wenig anfreunden könnte, wie er noch ein wenig mehr über sie erfahren konnte.
Schlussendlich hob er nun den Arm und forderte die Gruppe zum Stoppen auf.
„Wir… wir brauchen eine Pause, ein wenig Abwechslung, ein wenig Nahrung und vor allem, ein wenig Plan. Wir rennen hier nun schon seit Stunden, beinahe Tagen hinter Sheila her und nichts, aber auch gar nichts hat sich getan. Ist euch mal aufgefallen, dass es hier keinen Wind gibt, keine anderen Lebewesen, nichts, dass darauf hindeutet, dass dieser Ort real sein könnte?“
Die Assassinen nickten.
„Nun, vielleicht ist an diesem Ort auch nichts real, vielleicht sitzen wir gerade hier- und sitzen das doch nicht. Nur- das sollten wir vielleicht herausfinden. Auf der anderen Seite- mir fehlen dazu momentan die Möglichkeiten, mir fehlt das Wissen der Bibliothek, denn mit solch einer Situation war ich bisher auch noch nicht konfrontiert. Was ich jedoch sagen kann- auch hier ist die Magie spürbar, existent, nicht groß verändert zu Bakaresh. Ich bin gerade überfragt, was genau hier los ist. Aber- es gefällt mir nicht“
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Ehrengarde
Der Verhüllte war immer noch ein wenig unruhig, lies sich davon aber nicht ablenken. Seine Blicke glitten überall hin, versuchten die Schatten zu durchdringen und das entfernte zu erkennen, doch weder das eine noch das andere wollte ihm gelingen. Alles sah gleich aus, veränderte sich kaum. Hier mal ein neuer Strauch, dort ein anderer Baum. Im Endefekt war trotzdem alles düster und still.
Sinistro hatte die Gruppe zum anhalten gebracht und sprach über ihre Situation. Er brachte mit seinen wenigen Worten genau das auf den Punkt, was der Verhüllte auch dachte. Ihm kam dieser Ort nicht geheuer vor, schien unnatürlich und strebte allem entgegen, was man sonst so kannte. Doch wenn selbst schon der Magier seine Schwierigkeiten hatte, dies ganze hier in Worte zu fassen, dann waren sie wirklich in der Klemme.
Berash war nie ein großer Freund von Magie gewesen. Für den Emir war sie etwas suspektes, nicht greifbares. Und doch waren es Magier, die in einer Schlacht für eine Wende sorgten. Plötzlich kam dem Verhüllten ein Gedanke, der ihn zum nachdenken brachte. Sinistro hatte gesagt, er wüsste nicht genau, womit sie es zu tun hätten. Was war, wenn sie auf eine Gefahr stießen, mit der selbst der Magier nicht fertig wurde?
Vielleicht sollten wir einfach erst einmal rasten und versuchen, ein Feuer zu entfachen. Dann sieht die Welt vielleicht etwas besser aus. Oder hast du vielleicht eine bessere Idee, Sheila?
wandte sich Berash an die ungewählte Anführerin der Gruppe. Sie war es schließlich gewesen, die Joe, Wyrdrak, Sinistro und ihn hierher geführt hatte. Wenn Vinara nicht Mitglied des Bundes gewesen wäre, hätte der Emir schon längst kehrt gemacht. Es schien sinnlos, noch weiter zu marschieren.
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Ritter
Konnte es wirklich stimmen, was der Schwarzmagier vermutete und so verzweifelt versuchte ihn klare Worte zu fassen? War es denn tatsächlich möglich, das alles um sie herum, der dichte Wald mit seinen scheinbar uralten Bäumen und Planzen, das dunkle,schier endlose Moor und der scharze Himmel über ihren Köpfen alles nur eine Illusion war? Ein Werk aus Magie und hinterhältiger Täuschung, ausgedacht und zu falschen Leben erweckt von den Entführern Vinara's oder anderen? Sollten sie tatsächlich all die Stunden, die sie nun bereits unterwegs waren nur an einem Fleck gewesen sein, ohne sich wirklich vorwärts zu bewegen?
Der Gedanke war verrückt, aber andererseits kam er von einem Mann, der, und da war sich die Gaunerin sicher, wohl am ehesten von ihnen behaupten konnte etwas davon zu verstehen. Sinistro war schließlich ein Magier Beliars, dessen Magie derer, die er hier vermutete, nicht unbedingt fremd sein dürfte. Aber was wusste sie schon von Magie? Bis auf ihr Amulett war sie doch noch nie damit in Berührung gekommen.
Doch trotz ihres fehlenden Wissens teilte sie die Sorgen des Grünäugigen. Denn auch Sheila war längst aufgefallen, dass hier etwas sonderbares vor sich ging, etwas unheimliches, das zu erklären sie nicht im Stande war. Nur hatte sie es, anders als Sinistro und aus Angst die Moral der anderen noch mehr zu schädigen, nicht zur Sprache gebracht, sondern verdrängt und stattdessen all die Zeit darauf gehofft, dass sie sich täuschte und sie irgendwann dennoch ihr Ziel erreichen würden.
Nachdenklich fuhr Shei mit ihrer Hand zu dem Amulett um ihren Hals. Das feine Leuchten und den leichten Zwang den es auf sie ausübte waren nicht erloschen, jedoch auch nie stärker oder schwächer geworden, wie ihr nun bewusst wurde. Die ganze Zeit über hatte sich das Maß der Aktivität des Anhängers nicht geändert, sondern war stets auf einem Niveau geblieben, welches ihr eigentlich mitteilte, dass sie ihrer Liebsten nicht mehr all zu fern waren. Aber wie konnte das, über Stunden, so sein, ohne das sie ankamen?
Sheila wurde jäh aus ihren Überlegungen und Grübeleien gerissen, als die anderen ihr leises Gespräch unterbrachen und Joe, stellvertretend für alle wie die junge Frau insgeheim vermutete, das Wort an sie richtete.
"Was schlägst du vor, sollen wir nun tun? Wie sollen wir weiter verfahren?"
Mit unbehagen spürte sie wie die Männer ihre Blicke auf sie richteten und gespannt auf eine Antwort warteten. Stumm, ja beinahe hilfesuchend schaute sie in die Augen der Anderen und überlegte fieberhaft, was sie wohl erwidern sollte. Sie war es gewesen, welche um Hilfe gebeten und die Gruppe schließlich hierher geführt hatte und so lag es nun auch in ihrer Verantwortung, eine Lösung zu liefern, für das Dilemma in dem sie steckten. Doch Sheila wusste keine Antwort, war sie doch selber genauso ratlos wie allle und betrübt senkte sie ihren Kopf.
Es herrschte betretenes Schweigen und jeder wusste wie aussichtslos ihre Lage war, aber niemand sagte auch nur ein Wort davon.
"Ich muss nachdenken.", erhob Shei schließlich ihre Stimme, stand auf und ging etwas abseits der Gruppe.
Ist das alles wozu ich imstande bin um dir zu Hilfe zu eilen, Vinara? fragte sich die Schwarzhaarige voller Kummer, als sie den Blick über das finstere Moor gleiten ließ. Soll es so enden?
Auf einmal verspürte sie ein leichtes Kitzeln an ihrem Ellebogen und etwas warmes, weiches strich ihr über die Haut - Muck. Ein schnaufendes Lachen entfuhr ihr als sie in seine großen dunklen Augen blickte. Er musste wohl die ganze Zeit über in ihrer kleinen Reisetasche mit Schlafen zugebracht haben, wie er es so oft zu tun pflegte und war der Gaunerin dadurch überhaupt nicht aufgefallen. Streichelnd fuhr ihre Hand über den kleinen Kopf des Affen und versuchte in seinen Blicken Trost zu finden. Doch das Tier schien sich wenig für die Probleme und Sorgen seines Herrchens zu interessieren, sondern schaute sich interessiert um. Plötzlich und ohne, dass sie es hätte verhindern können sprang er von ihrem Arm hinab und landete geradewegs in einem kleinen, schwarzen Tümpel, der sich vor Sheila's Füßen ausbreitete.
Der Affe tauchte kurz unter um dann schließlich spuckend und schimpfend wieder an die Oberfläche zu kommen. Hilflos planschte er in der stinkenden Flüssigkeit herum und versuchte verzweifelt nicht zu ertrinken.
Sheila zögerte kurz, doch dann entschloss sie sich doch Muck zu helfen und watete vorsichtig in die undefinierbare Brühe. Zäh und dickflüssig war sie und die Frau hatte alle Mühe darin vorwärtszukommen, als sie schließlich die Stelle mit dem Affen erreichte war dieser bereits untergetaucht und nicht mehr zu sehen. Hektisch suchte Shei mit ihren Händen nach dem Tier, ging noch einen Schritt nach vorn und versank urplötzlich in dem schwarzen, stinkenden Brei.
Alles um Sheila herum war schwarz und dunkel und ihr war als verklebe irgendetwas ihre Augen. Aber schon im nächsten Moment erblickte sie Licht. War das denn tatsächlich möglich? Ungläubig rieb sie sich ihre Lieder, nur um genau das selbe erneut zu erblicken. Es schien als schaute sie vom Himmel herab auf die Erde. Ja, sie konnte ganz deutlich Gras erkennen, auch wenn es längst nicht so saftig grün wie in Myrthana war, doch das war unbestreitbar Gras.
Das muss es sein, schoss es der Gaunerin plötzlich durch den Kopf. DAS ist die richtige Welt und wir bewegen uns in einer Illusion. Das Mädchen war selbst erstaunt über Klahrheit die nun in ihrem Kopf über diese Tatsache herrschte. Aber sie durfte diese Welt noch nicht betreten, sie musste zunächst den anderen Bescheid geben und von ihrer Entdeckung berichten, bevor sie unerreichbar voneinander getrennt waren.
Mit aller Kraft versuchte Sheila wieder nach oben zu schwimmen, stieß immer wieder mit den Armen und Beinen um sich, denn normales Schwimmen war kaum möglich, und erblickte schließlich wieder den schwarzen Himmel über sich, den sie schon so lange hatte ertragen müssen....
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Grünauge
Die Assassine war verschwunden, untergetaucht in dem schwarzen Nichts, ihrem Affen hinterher tauchend- und nun verschwunden in der Brühe. Der Tümpel war nicht sonderlich groß und man hätte eigentlich davon ausgehen können, dass Sheila höchstens bis zu ihrem Becken dort hineinwarten könnte, doch war sie nun schon einige Momente von der stinkenden Flüssigkeit umgeben und in ihr versunken. Berash wollte ihr zu Hilfe eilen, doch der Magier hielt ihn zurück.
„Warte einen Moment, es bringt uns nichts, noch jemanden zu verlieren“, und so griff Sinistro nach dem Arm des Emirs und hielt ihn davon ab, sich ebenso in die dunkle Brühe zu stürzen.
Es dauerte auch nicht lange und schon sah man zumindest einen Arm der jungen Frau wieder aus dem Tümpel emporragen, doch zog sie irgendetwas wieder hinab in die Tiefe. Erneut wollte Berash eingreifen, doch vor ihm hatte sich ein Wesen aus dem Nichts gebildet, dessen kleine Flügel auf und ab flatterten und das nun über den kleinen See schwebte, um bei nächster Gelegenheit nach Sheila zu schnappen, sie zu befreien und den Kampf mit dem Sog zu beenden. Es dauerte einen Augenblick, der der Gruppe wie mehrere Tage vorkommen sollte, doch nun tauchte Sheilas Arm wieder auf und der Dämon griff danach, hatte ihr Handgelenk fest umschlossen und zerrte mit all seiner Kraft an der jungen Assassine. So lange, bis sie komplett von der schwarzen Masse umhüllt in der Luft schwebte. Ihr Oberkörper hing reglos nach vorne, ihre Beine und Arme waren schlaff und die beschworene Kreatur schwebte mit ihr zu den Männern. Sheila wurde abgelegt und der Dämon war ebenso schnell, wie er entstanden war, wieder verschwunden.
Wyrdrak und Joe hatten sich daran gemacht, die junge Frau von der Pampe, die ihren ganzen Körper bedeckt hatte, zu befreien und Sinistro beugte sich zu ihr herab, ihren Puls zu fühlen. Schwach fühlte er den Schlag des Herzens, doch ihre Atmung war stabil und ihr Herz schlug noch, es erforderte keinen sofortigen Eingriff des Heilers.
Und als die beiden Männer ihren Kopf befreit hatten, hustete und prustete die junge Frau deutlich.
Es dauerte einen Moment, ehe sie wieder zu Kräften gekommen war, doch was sie danach von sich gab und erzählte, erstaunte niemanden mehr so Recht. Alle hatten sich wohl schon damit abgefunden, dass sie hier an der Nase herumgeführt wurden, jetzt jedoch hatten sie einen Ausgang aus dieser Misere gefunden, eine Möglichkeit, dem Verantwortlichen gegenüber zu treten und ihn dafür büßen zu lassen, dass er sie als sein Spielzeug missbraucht hatte.
Sheila war die erste, die den Weg durch den Tümpel wieder antrat, es folgten Berash und Sinistro und auch sie wurden langsam aber sicher wieder gen Realität gesogen, gen Welt und gen Vinara. Was sie genau erwarten sollte, lag im dunklen. Aufgrund der Flüssigkeit vor ihrem Auge sogar im wahrsten Sinne des Wortes.
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