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    Post [Story]Mondflecklaufkäfer

    Es war ein ganz normaler Tag in Khorinis, abgesehen davon, dass der strahlende Sonnenschein fehlte, der sonst immer mit ganz normalen Tagen assoziiert wird. Stattdessen goss es wie aus Kübeln, was Thorben und Gritta überhaupt nicht gefiel. Seit die Hafenstadt quasi über die ganze Insel ausgeweitet wurde, konnte man nicht alle Orte auf die Schnelle zu Fuß erreichen. Da der Tischler und seine Nichte auf Grund des Regenfalls nicht während des Gehens halb ertrinken wollten, beschlossen sie, eine Kutsche anzuhalten, die gerade zufällig an ihnen vorbei fuhr, mitten durch eine Pfütze, sodass Thorben vollgespritzt wurde.
    "So ein Dreckswasser, so ein Dreckskerl..." , murmelte er, und fuhr dann lauter fort: "Hey, noch frei?"
    Die Kutsche hielt an. Thorben und Gritta ließen sich nicht lange bitten, und stiegen in das Gefährt, dass aussah, als würde es jeden Moment auseinanderfallen, ein.
    "Wo soll es denn hingehen?" , fragte eine Stimme vom Fahrersitz.
    "Zur Innoskirche, bitte." , antwortete Gritta, als plötzlich ein unangenehmes Geräusch in der gesamten Kutsche ertönte, welches beide Fahrgäste vor Schreck von den rot bepolsterten Sitzbänken aufspringen ließ.
    "Was ist denn jetzt los?" , fragte Thorben gereizt, und war kurz davor wieder auszusteigen, doch seine Nichte hielt ihn mit sanfter Gewalt auf den Sitz, und erklärte mit leuchtenden Augen begeistert: "Mannomann, was bin ich überrascht und sowas von unvorbereitet davon getroffen! Die Quizkutsche! Wir können was gewinnen, Onkel!"
    "Was gewinnen?" , fragte der Tischler misstrauisch, denn er wusste nur zu gut, das man heute doch gar nichts mehr geschenkt bekam.
    "Richtig, mein Name ist Thorus Hackenberg!" , antwortete der Fahrer, der sich, auf Grund der etwas ungünstigen Konstruktion einer Kutsche, an seinem Sitz mit den Beinen festgeklammert hielt und seitlich um das Gefährt herumgeschwungen war, um die Tür zum Innenraum zu öffnen und da seinen braunen Kopf hereinzustrecken.
    "Herrje, ist das wieder anstrengend, in der fernen Zukunft klappt das hoffentlich besser..." murmelte er, und rief dann enthusiastisch: "Habt ihr Lust zu spielen?"
    Last edited by John Irenicus; 28.06.2008 at 15:38.

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    Gritta musste nicht lange überlegen: "Klar doch!", bejahte sie begeistert. "So eine Möglichkeit bekommt man schließlich nicht alle Tage!"
    Thorben jedoch schien mit der aus seiner Sicht allzu begeisterten Reaktion seiner Nichte wenig einverstanden zu sein und war offensichtlich bereits im Begriff, mit einem beherzten Sprung aus der ungewohnt aufdringlichen Kutsche zu entkommen.
    "Spielen?!", spuckte er das innosungefällige Trivialwort geradezu heraus. "Da haben wir es, Gritta: Abzocke, reine Abzocke! Hier will uns ein geschickter Taschenspielergehilfe mittels einer halbwegs beeindruckenden Kutsche Seriösität vorgaukeln, um uns dann auszunehmen - aber ohne uns!"
    Gritta war bereits ganz rot angelaufen. "Mensch, Thorben", erkannte sie, "das ist nicht irgendein Taschenspielergehilfe, das ist niemand anders als Thorus Hackenberg!"
    Der Genannte strahlte erfreut, als er den vertrauten Klang seines Namens vernahm. "Ich kann mich nur wiederholen: Richtig, mein Name ist Thorus Hackenberg! Und als solcher habe ich in meiner Funktion als Quizkutschenfahrer schon halb Khorinis reich und glücklich gemacht - also, ich frage euch nochmals, Freunde: habt ihr Lust zu spielen?"
    "Ja, haben wir!", rief Gritta, bevor Thorben wieder einen Einwand in die Runde werfen konnte. "Bitte stell uns eine Frage, Hacki!"
    Thorus Hackenberg quittierte die Zusage mit einem zufriedenen Nicken, spornte die vor die Kutsche gespannten Quizpferde zu Höchstleistungen an und warf gleichzeitig eine hastig gekritzelte Karte zu Thorben und Gritta hinüber.
    "Damit ihr immer seht, wie lange es noch bis zum Ziel ist", erläuterte Hacki.

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    Thorben runzelte die Stirn.
    "Irgendwie..." , begann er nachdenklich, "sieht das alles ganz falsch aus. Das soll der Weg zur Innoskirche sein? Die Entfernungen passen doch gar nicht zueinander, und überhaupt..."
    "Ach Onkel!" , moserte Gritta, "musst du denn bei allem immer so abweisend sein? Sei doch mal offen für was Neues! Außerdem kann man hier was gewinnen, und dann kannst du mal wieder ein paar Schulden abbezahlen."
    Thorben ballte seine Fäuste.
    "Ich will nichts gewinnen, ich will nur zur Innoskirche, und meine Schulden thematisierst du hier nicht! Wer weiß, wer da alles zuhört! Und jetzt passen Sie mal auf, Herr Hasenberg..." - "Hackenberg!" , riefen Gritta und Thorus "Hacki" Hackenberg im Chor, wobei letzterer sein verbraucht erscheinendes Gesicht wieder zu einem strahlenden Lächeln zwang.
    "Na dann eben Hackenberg" , meinte Thorben verärgert, "mir egal, wie Sie heißen. Ich will nur, dass Sie mich jetzt zur Innoskirche bringen. Nichts weiter. Gespielt wird hier nicht!"
    "Onkel..." , begann Gritta, doch Hacki hatte die Situation bereits im Griff.
    "Thorben, keine Sorge - Schon auf dem Weg zur Innoskirche! Wie auf der Karte zu sehen. Wenn Sie nicht spielen wollen, dann spielen wir eben nicht. Das ist kein Problem."
    "Aber..." setzte Gritta enttäuscht an, wurde aber wieder von Hacki unterbrochen.
    "Hier wird keiner irgendwie gezwungen zu spielen oder so manipuliert, dass er es tut. Ach, übrigens: Wie heißen die drei Mitglieder des hohen Rats im Kloster der Feuermagier?"

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    "Wie bitte, das wissen Sie nicht?", schnaubte Thorben. "Wenn Sie mich fragen, gehört das zur Allgemeinbildung!"
    Gritta konnte angesichts dieser Bemerkung nur den Kopf schütteln. "Onkel, das war die erste Quizfrage! Natürlich kennt Hacki die Antwort - und wenn wir sie auch kennen, dann schenkt er uns Geld dafür!"
    "Komischer Kerl", fand der Tischler. "Wer zu viele Münzen hat, sollte sie der heiligen Kirche Innos' spenden und nicht wildfremden Leuten für die Beantwortung irgendwelcher Fragen in die Hand drücken!"
    Hackis selbstsicheres Lächeln deutete darauf hin, dass er Thorbens wunden Punkt entdeckt hatte - und tatsächlich, die folgenden Sekunden des Gespräches sollten dies bestätigen:
    "Wissen Sie, dann sehen Sie die ganze Sache doch einfach so: je mehr Fragen Sie bei mir beantworten, desto mehr Geld können Sie gleich in der Kirche spenden! Ansonsten bleibt der Zaster bei mir, wo er vermutlich weniger geistlichen Zwecken zugeführt wird."
    Diese Gedanken schienen Thorben tatsächlich zu beeindrucken.
    "Hm", fand er, "da ist was dran."
    "Hab ich doch gleich gesagt", bemerkte Gritta und zog ungeduldig am vom ständigen Hämmern recht muskulösen Arm ihres Onkels. "Nun sag schon, wie heißen denn die drei Mitglieder des hohen Rates?"
    "Das ist leicht", behauptete der Tischler. "Es sind natürlich Serpentes, Pyrokar und...äh..."
    "Ja?", hakte Hacki freundlich nach, während er die Kutsche auf seine unnachahmlich stürmische Weise um eine viel befahrene Straßenecke jagte und dabei ein paar Bettler zur Flucht brachte. "Wenn es so leicht ist, werden Sie es ja sicher wissen."
    "Nun, also..." Thorben wippte unruhig mit dem linken Fuß. Gritta wusste natürlich, dass das nur zwei Dinge bedeuten konnte: entweder hatte ihr Onkel wieder einen seiner Parkinsonanfälle, oder aber irgendetwas war ihm peinlich. "Ich fürchte, ich habs vergessen. Aber eigentlich weiß ich das, ehrlich!"

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    "Tja, beantworten müssen Sie es schon."
    Hacki versuchte, ein möglichst ausdrucksloses Gesicht zu machen, scheiterte aber grandios beim Versuch, da seine Gesichtszüge unweigerlich ein Grinsen formten.
    "Naja, zwei habe ich doch genannt" , meinte Thorben, und kratzte sich am Kopf, "das sollte doch reichen, oder? Kann man da nicht mal eine Ausnahme machen?"
    Hacki sah ihn eindringlich an und sagte: "Hmhm. Deine Mudda."
    "Wie, was?" , fragte Thorben entgeistert, nur um im nächsten Moment so wütend zu werden, dass er den Arm von Gritta in Rage von sich stieß.
    "Das ist ja wohl eine Unverschämtheit! Meine Mutter? Oder "Meine Mudda" , wie Sie es auszudrücken pflegen? Hören Sie, das können Sie doch nicht sagen! Haben Sie denn gar keinen Anstand? Haben Sie keine Augen im Kopf? Das hier ist meine Nichte, nicht meine Mutter!"
    Mit diesem Wutausbruch hatte Thorben etwas geschafft, was nur wenigen gelungen war. Hacki grinste nicht mehr.
    Das strahlende Lächeln war von seinem Gesicht verschwunden, stattdessen hing es schlaff da, die Mundwinkel hingen herunter und die tiefen Säuferfalten taten ihr übriges. Jegliche Spannung der Gesichtsmuskeln ließ nach, und das Gesicht von Freude und Fröhlichkeit wich einem Ausdruck der Trauer.
    Zumindest für den Bruchteil einer Millisekunde.
    Daher fiel es gar nicht auf, und grinsend sagte Hacki: "Nein, nein, so meinte ich das nicht. Ihre Nichte sieht viel zu jung und schön aus, um Ihre Mutter zu sein, wisst ihr..."
    "Was?" , fiel Thorben ihm erneut in Wort, "Wollen Sie damit sagen, meine Mutter sei..."
    "Hmhm, deine Mudda." , sagte Hacki rasch noch einmal, fügte dann aber noch hinzu: "Nein, nein, natürlich nicht. Ich wollte nur..."
    "...wissen, wer der dritte im hohen Rat ist" , sagte Gritta, und beendete damit die endlose Aneinanderreihung der Ins-Wort-Fallerei.
    "Und wer ist es?" , fragte Hacki in gewohnter Ausstrahlung der Souveränität.
    "Es ist Ulthar" , sagte Gritta, "ist doch klar."
    "Also Serpentes, Pyrokar, und Ulthar?" , hakte Hacki noch einmal nach.
    Thorben ließ ein zustimmendes Brummen vernehmen. Das nahm Hacki zum Anlass, noch mehr zu lächeln, und er rief: "Diese Antwort ist..."
    Last edited by John Irenicus; 09.08.2008 at 11:16.

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    "...nicht meine Mutter, damit das klar ist!", unterbrach ihn der noch immer sichtlich verstörte Thorben zum Unverständnis seiner Nichte.
    "Natürlich ist sie nicht Ihre Mutter", murmelte Hacki verwirrt, aber grinsend. "Wie kann denn eine Antwort, aus drei Persönlichkeiten bestehend, Ihre Mutter sein?"
    Gritta hingegen wurde derweil von jemand ganz anderem ablenkt: draußen auf der Straße wanderte soeben niemand anderes als der Wassermagier Vatras entlang, ein lustiges Liedchen über eine tödliche Sturmflut Adanos' auf den vertrockneten Lippen.
    "Wartet mal!", drängte Gritta. "Wir könnten zur Sicherheit ja nochmal Vatras fragen, der kennt bestimmt alle Namen!"
    "Ich dachte, du wärst dir sicher mit Ulthar..."
    "Naja...vielleicht hat sich da in letzter Zeit ja was geändert...", wandte Gritta ein.
    "Also gut, fragen wir ihn einfach", gab Thorben nach und rief mit lauter Stimme über das Wiehern der Pferde hinaus: "Verehrter Vatras, würdet Ihr einen Moment Eurer wertvollen Zeit opfern?"
    Vatras hielt verwirrt in einer besonders religiösen Zeile über eine Wasserleiche inne und trat an die langsamer werdende Quizkutsche heran, während sich Hacki wieder auf gewohnt umständliche Weise zu seinen beiden Fahrgästen umdrehte.
    "Sie wissen aber schon, dass Sie nur ein einziges Mal einen Passanten fragen dürfen, nicht wahr?", erinnerte er sie an die Regeln, die in seiner Quizkutsche galten. "Wenn Sie Vatras jetzt fragen, dürfen Sie ihn oder einen anderen Bürger Khorinis' bei einer der nächsten Fragen nicht mehr um Hilfe bitten!"
    "Wie bitte?", entrüstete sich Thorben. "Was erlaubt sich diese Hackfresse eigentlich?! Ich bitte um Hilfe, wann ich es für richtig halte! Ich werde es mir doch nicht verbieten lassen, mit meinen Mitmenschen zu kommunizieren..."
    Gritta schien erstaunt, ein Wort wie "Hackfresse" hatte sie aus dem Munde ihres Oheims noch nicht vernommen - allerdings waren sie bislang auch noch niemandem begegnet, bei dem ein derartiger Ausdruck einen halbwegs annehmbaren Wortwitz ergeben hätte.
    "Das nennt sich 'Gaukler', Onkel", erläuterte sie. "Den dürfen wir nur ein einziges Mal benutzen, so besagen es die altehrwürdigen Regeln der Quizkutsche."
    "Nun, Sie haben auch noch einen weiteren Gaukler zur Verfügung", warf Hacki ein. "Ich kann Ihnen alles darüber erzählen, wenn Sie möchten!"

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    "Ich will überhaupt nichts mehr!" , schrie Thorben, und verwirrte den ohnehin schon konfusen Vatras, der immer noch draußen vor der Kutsche stand, noch mehr. Der Wassermagier verzichtete jedoch, nachzufragen was denn los sei, sondern wich zunächst erschrocken zurück, um die Lage erst einmal zu sondieren.
    "Onkel..." , sagte Gritta, und legte ihre Hand auf die Schulter von Thorben. Dieser stieß sie jedoch bloß weg, und setzte seinen Wutanfall fort.
    "Ich will hier raus! Das ist doch alles vollkommener Blödsinn! Aus dem Nichts erscheint eine Kutsche mit einem grinsenden Knautschgesicht das mit Mitte 40 schon Falten hat wie Ulthar höchstpersönlich, und dann muss man hier auf eine absolut nicht realitätsgetreue Karte starren, während man viel zu einfache Fragen beantworten muss, die man dann aus irgendeinem Grund aber doch nicht bewältigen kann!"
    "Onkel..." , probierte es Gritta noch einmal, doch besagten Onkel reizte dies nur noch mehr.
    "Jetzt hör endlich auf ständig die Hand auf meine Schulter zu legen und 'Onkel' zu sagen! Ich will jetzt hier raus!"
    Umständlich probierte der kräftige Tischler sich zu erheben, doch Hacki war bereits mit dem Oberkörper ganz im Innenraum der Kutsche während er seine langen Beine überdehnte, und hielt den bulligen Mann zurück.
    "Halt, das geht nicht!" , sagte er, und grinste.
    "Was? Wieso nicht? Ich kann doch aussteigen, wann ich will!" , fauchte der Tischler zurück, machte aber noch keine Anstalten, sich vom hartnäckigen Kutschenfahrer loszureißen.
    "Weil ich Thorus Hackenberg bin!" , sagte Hacki gut gelaunt, "und weil Sie hier in der Quizkutsche sind! Und wissen Sie was? Die Antwort ist richtig!"
    Gritta brach in einen lauten Jubel aus, während Thorben sie nur ausdruckslos anstarrte und Hacki sich wieder ganz auf den Fahrersitz schwang, um die Pferde anzutreiben.
    Zurück blieb ein durchnässter und von Pfützen nass gespritzter Vatras, der sich verstört auf den Heimweg machte.
    Last edited by John Irenicus; 28.06.2008 at 15:34.

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    Während Hackis Kutsche mit vollem Galopp durch die Straßen der Hafenstadt preschte, hob Thorus einen reichlich mit Gold gefüllten Beutel in die Höhe, sodass ihn Gritta und Thorben sehen konnten.
    "Mit dieser richtigen Antwort haben Sie satte einhundert Goldmünzen gewonnen - und das war erst der Anfang!", freute sich Hacki und ließ den Beutel wieder sinken.
    "Ja, warum geben Sie uns das Gold dann nicht?", entgegnete der Tischler durchaus berechtigterweise. "Immerhin haben wir es ja anscheinend gerade gewonnen!"
    Hacki brauchte die Frage gar nicht erst zu beantworten, denn Gritta kam ihm zuvor: "Weil wir das Geld erst bekommen, wenn wir am Ziel angelangt sind. Wenn wir vorher drei Fragen falsch beantworten, müssen wir leider ohne Gewinn auskommen..."
    "Und außerdem werden Sie unmittelbar aus der Kutsche geworfen", fügte Hackenberg hinzu. "Aber soweit werden Sie es hoffentlich nicht kommen lassen, immerhin haben Sie beide ja noch alle drei Leben übrig!"
    Diese Worte ließen Thorben aufhorchen.
    "Drei Leben? Wollen Sie damit sagen, dass einer von uns beiden über zwei Leben verfügt?" Nun schien erneut Zorn im Herzen des Tischlers aufzuwallen. "Allein den größten aller Helden verleiht Innos die Kraft der Wiedergeburt! Uns beiden einfachen, demütigen Dienern Innos' eine solche Gabe zusprechen zu wollen, grenzt nicht nur an Blasphemie, sondern überschreitet diese weit!"
    Gritta wurde allmählich ungeduldig. "Onkel-"
    "Ich sag doch, nenn mich nicht Onkel!"
    "Tischler Thorben-"
    "Seit wann sprichst du mich mit 'Tischler Thorben' an?!"
    "Seit ich dich nicht mehr Onkel nennen darf!"
    "Natürlich darfst du mich Onkel nennen...nur nicht mit diesem vorwurfsvollen Tonfall!"
    "Also gut...Onkel", sagte sie so unvorwurfsvoll wie sie konnte, "je mehr Zeit wir mit Diskussionen über die Regeln der Quizkutsche verschwenden, desto weniger Zeit bleibt für Fragen übrig!"
    "Da hat sie allerdings recht", stimmte Hacki zu, während er seine Kutsche vergnügt über eine Gruppe stockbesoffener Hafenarbeiter rollen ließ. "Machen Sie sich bereit für die nächste Frage...und lauschen Sie dieser Musik!"
    In einer blitzschnellen Handbewegung holte er aus irgendeiner Ecke des Vorderbereichs der Quizkutsche eine Laute hervor und ließ für wenige Sekunden die Zügel los, um eine leicht schräge Melodie zu klimpern.
    "Das klingt scheußlich!", beschwerte sich Thorben. "Wenn Sie unbedingt Musik machen wollen, dann holen Sie sich den Kirchenchor Innos' dazu!"
    "Nun, die Instrumentierung tut nichts zur Sache... Wie heißt das Lied, das Sie soeben vernommen haben?"
    Last edited by Laidoridas; 28.06.2008 at 04:00.

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    "Lied? Das nennen Sie Lied? Glauben Sie ernsthaft, irgendjemand würde dieses Geklimper als Lied bezeichnen?"
    "Ja, das glaube ich" , antwortete Hacki selbstsicher.
    "Aha, und wer?" , fragte Thorben empört und erwartungsvoll zugleich, wobei er allerdings nicht seine dicken Arme in die Hüften stemmen konnte, da in der Kutsche dafür schlicht und ergreifend kein Platz vorhanden war.
    "Deine Mudda!" , antwortete Hacki, und setzte ein extragroßes Grinsen auf.
    "Aaaaaargh..."
    Thorben war wieder am Rande eines Nervenzusammenbruchs, doch Gritta versuchte, die Situation zu wenden.
    "Also, wir wissen es beide nicht... ich glaube, da ist ein Gaukler fällig."
    "Gerne, welchen wollt ihr denn haben?" , fragte Hacki, und beachtete den vor Wut glühenden Tischler gar nicht.
    "Naja, man könnte ja einen Passanten fragen, das haben wir ja noch nicht getan - Was meinst du, Onkel?"
    "Was ich meine? Ich meine zunächst einmal, der Herr Hackenzwerg..." -"Hackenberg." - "... der Herr Hackenberg könnte sich mal für eine Anrede entscheiden! Dieses ständige hin und her zwischen Du und Sie, das macht mich doch noch ganz kirre!"
    "Kein Problem" , sagte Hacki, und streckte dem Tischler seine Hand aus, "mein Name ist Thorus, du darfst mich gerne Hacki nennen."
    Thorben biss die Zähne zusammen, und probierte, über den Vorfall einfach hinwegzugehen - Nachdem er durch übermäßig festes Zudrücken kurz davor war, Hackis Hand zu brechen. Der jedoch verzog keine Miene, sondern blieb weiter bei seinem wie eingemeißelten Grinsen.
    "Also?" , fragte er dann, und es dauerte ein wenig, bis Thorben wusste, worauf er hinauswollte.
    "Weiß ich doch nicht, diese komischen Gaukler da! Wo kommen die überhaupt her? Und irgendwelche Passanten halten wir hier schon einmal gar nicht an, womöglich halten wir die von ihrer Arbeit ab! Gab es da nicht noch eine andere Art Gaukler?"

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    "Natürlich", bestätigte Hacki. "Ein ganz besonderer Gaukler sogar: wenn ihr ihn einsetzt, dürft ihr von euren telepathischen Gaben Gebrauch machen und per Gedankenkraft mit einer beliebigen Person kommunizieren."
    "Wir haben aber keine telepathischen Kräfte!", murrte Thorben. "Da bringt uns dieser dämliche Gaukler ja gar nichts! Und wie sollten wir bitteschön ein Lied per Telepathie übertragen, dessen Melodie ich längst erfolgreich verdrängt habe?"
    "Nunja, da beschwerst du dich aber ganz klar an der falschen Stelle", gab Hacki zu bedenken. "Schon mal daran gedacht, dass taubstumme Menschen auch von unserem Passantenbefragungsgaukler keinen Gebrauch machen können? Ich kann eben nicht auf jede mögliche Einschränkung eingehen, so leid es mir auch tut!"
    "Ist doch nicht schlimm, Onkel", fand Gritta. "Lass uns einfach den Passantengaukler einsetzen...wir finden sicher jemand Gebildeten, den wir nicht von der Arbeit abhalten, warte nur ab!"
    "Ich bin ja schon am Warten!", knurrte der Tischler. "Nämlich darauf, dass wir endlich ankommen und diese elende Fragerei ein Ende hat!"
    "Vielleicht möchten Sie das Lied noch einmal hören?", erkundigte sich Hacki, während er bereits beim ersten Refrain angekommen war und die Klänge der Musik durch entsprechende rhythmische Körperbewegungen angemessen albern untermalte. "Das macht Laune, nicht wahr?"
    "Nein!", stellte Thorben klar. "Und vor allem sollten Sie mal daran denken, uns nicht mehr zu siezen, Sie!"
    "Du, meinen Sie."
    "Meinst du!"
    "Nein, Sie!"
    "Wer von euch beiden meint jetzt was?", warf die verwirrte Gritta ein. "An das Lied erinnere ich mich übrigens wieder...es ist "Fischerherzen schlagen schleimig", ein traditionelles Volkslied von den südlichen Inseln! Dass mir das nicht gleich eingefallen ist..."
    Hacki runzelte misstrauisch die Stirn, ohne natürlich sein gewohntes Grinsen zu vernachlässigen. "Du sagst aber schon bescheid, wenn du den Telepathiegaukler benutzt, oder?"

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    "Nun hören Sie mal!"
    "Du."
    "Was ist mit mir?"
    "Nein, du."
    "Ja, ich."
    "Ja?"
    "Ach verdammt, jetzt sei doch still! Willst du meiner Nichte etwa unterstellen, dass sie schummelt?"
    "Nein, will ich nicht, aber..."
    "Kein aber!"
    Die Diskussion nahm heftigere Formen an, zwar blieb Hacki immer noch freundlich, doch dafür war Thorben mittlerweile sauer für zwei. Verärgert begann er, immer lauter zu werden.
    "Ich merke doch genau, wie du behaupten willst, dass Gritta schummelt! Das kannst du noch so sehr durch die Hintertür versuchen, ich weiß doch, was hier gespielt wird!"
    "Ja" , stimmte Hacki hinzu, und bekam zum ersten Mal einen Anflug von Unfreundlichkeit, "und ich noch viel mehr. Die Antwort ist nämlich falsch."
    "Waaaaas?!" , riefen Thorben und Gritta entgeistert.

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    "Ja, allerdings...völlig falsch!", wiederholte Hacki zum Entsetzen seiner Fahrgäste. "'Fischerherzen schlagen schleimig' hat einen völlig anderen Schlussteil. Das von mir gespielte Lied heißt hingegen 'Fischerherzen klopfen klobig' und stellt eine Variation des von einheimischen Landwirten der nordmyrtanischen-"
    "Das interessiert uns alles nicht!", kläffte Thorben. "Heißt das, dass wir jetzt endlich aussteigen dürfen?"
    "Natürlich nicht, Onkel!" In Grittas Stimme war jetzt wieder ein mehr als dichter Hauch von Vorwurf, was Thorben in seiner Wut jedoch gar nicht zu bemerken schien - oder aber sein Zorn war bereits in Dimensionen angelangt, die sich durch eine vorwurfsvolle Stimmlage seiner Nichte nicht mehr weiter steigern ließen. "Das war doch erst die erste falsch beantwortete Frage!"
    "Gut erkannt", lobte Hacki. "Ihr habt jetzt euer erstes Leben verloren."
    "Wir haben unser Leben verloren?", wiederholte Thorben. "Das ist ja Mord!"
    "Jetzt krieg dich mal wieder ein", forderte Gritta. "Am besten konzentrieren wir uns jetzt auf die nächsten Fragen...und wenn wir nicht weiter wissen, fragen wir diesmal einen Passanten!"

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    "Wann sind wir eigentlich endlich da?", fragte Thorben gereizt.
    "Am besten", schaltete Hacki sich ein, "ihr schaut auf die Karte, da seht ihr es ganz genau!"
    Missmutig schnappte der Tischler das labberige Stück Pergament, das neben ihm auf der Sitzbank lag, und warf einen Blick darauf.
    "Was sollen denn das für Straßen sein?", blaffte er Hacki an, welcher soeben versehentlich einen Obststand umgefahren hatte, weil er mit seinem Kopf noch immer in der Kutsche hing. Der zugehörige Obsthändler reckte wütend die Faust in die Luft, und brüllte etwas, was Hacki nicht verstand, sich aber in etwa wie "Wenn ich dich in die Finger bekomme, schlage ich dir deine gesamte Kauleiste ein, steche dir die Augen aus, und schiebe dir meinen gesamten Vorrat von Äpfeln in deinen Hintereingang rein, bis sie oben wieder rauskommen, dann nehme ich meine Axt und schlage sie dir in den Rücken bis dein Atem nach Metall stinkt, wenn ich damit fertig bin ziehe ich dir deine gesamte Haut ab und schmeiße dich in Zitronensäure und streue Salz drauf während Brennnesseln auf dich herabrieseln, und wenn du dann noch einmal mein Obst anpackst, schlage ich in jeden Fleck deiner Haut einen 3 Zentimeter langen Nagel herein!" anhörte.
    Womöglich hatte sich Hacki im Einzelnen aber doch nur verhört.
    Die Schreie ignorierend, befasste er sich endlich mit dem Tischler, der abermals kurz vor einem Wutausbruch stand.
    "Wieso, stimmt was mit der Karte nicht?", fragte Hacki unschuldig, und setzte ein versöhnliches Lächeln auf, während er die Pferde mit seinem rechten Bein unauffällig dazu antrieb, schneller zu laufen, da die Rufe des Obsthändlers wieder lauter wurden.
    "Das kann man wohl sagen!", sagte Thorben in einem herrscherischen Ton, "ich kenne mich hier doch wohl aus, und irgendwie stehen auf dieser Karte vollkommen hanebüchene Strecken und Entfernungen!"
    Immer noch grinsend, wenn auch ein wenig unsicher, blickte Hacki Gritta hilflos an. Diese fasste sich ein Herz und versuchte erneut, ihren Onkel zu beruhigen.
    "Nun komm, sei doch mal nicht so ein Spielverderber! Laut der Karte haben wir doch schon ein gutes Stück geschafft, und wir haben noch zwei Leben übrig!"
    "Ja wieso denn auf einmal zwei? Ist einer von uns hier tot?"
    "Nein, nein", meinte Hacki, der seine Souveränität wieder gewonnen hatte, "um mein Leben geht es hier doch gar nicht, nur um eure beiden."
    "Pass ja auf, wenn dieser Unsinn hier so weiter geht, wirst du schon merken, wie es um dein Leb..." - "Onkel!", rief Gritta erschrocken dazwischen.
    "Schon gut, schon gut... aber warum haben wir denn plötzlich nur noch zwei Leben, wenn es doch am Anfang hieß, wir hätten drei?"
    Hacki seufzte innerlich und fand, dass es immer anstrengender war, sich mit Thorben auseinanderzusetzen, die Kutsche von weiteren Obstständen fernzuhalten und sich dabei auch noch davon abzuhalten, Gritta nicht in den großzügigen Ausschnitt zu linsen, doch er gebot sich, sein Lächeln und seine Freundlichkeit zu wahren.
    "Ich will es nochmal erklären", begann Hacki, "also... am Anfang hattet ihr drei Leben. Gerade eben habt ihr eine Frage falsch beantwortet, und deshalb ein Leben verloren..." - "Also doch Mord!", warf Thorben ein. Gritta schlug sich verzweifelt vor den Kopf, Hacki sprach unbeirrt weiter.
    "...das heißt also, jetzt habt ihr noch zwei Leben. Wenn ihr vielleicht gleich eine Frage nicht beantworten könnt, verliert ihr wieder ein Leben. Dann wäre noch eins übrig, was aber weiter nicht schlimm ist, doch wenn ihr dann wieder eine falsche Antwort abgebt, verliert ihr euer Leben und..."
    "Soll das eine Drohung sein?" , warf Thorben erbost ein, "Sie sind also doch ein Mörder! Hilfe! Ein Mörder! HIIIIILFE!"
    Jetzt war es Gritta, die sich einschaltete, und ein wenig wütend wurde.
    "Verdammt Onkel! Wir haben hier das Glück in der Quizkutsche zu sitzen, und du weißt das gar nicht zu schätzen! Statt was zu gewinnen, brüllst du hier rum und benimmst dich unmöglich. Du bist so peinlich..."
    Dann begann Gritta fast zu weinen, und vergrub ihr Gesicht in ihren zarten Händen.
    "Aber Gritta", stammelte Thorben, den die Situation nun doch mitnahm, "jetzt sei doch nicht traurig, es tut mir ja auch Leid. Nun komm, mach hier doch nicht so einen Aufstand, wir spielen ja weiter, wir spielen ja weiter..."
    "Perfekt!", riefen sowohl die plötzlich wieder fröhliche Gritta und Hacki zusammen in einer Woge der Freude, was Thorben schon wieder mürrisch die Zähne zusammenbeißen ließ.
    "Dann kommen wir also zur nächsten Frage!", sagte Hacki und musste kurz innehalten, da er die Kutsche in einem riskanten Abfangmanöver vorm Hineinfallen in den Khoriner Fluss bewahren musste. Nach dieser Aktion, getarnt als rhetorische Sprechpause, stellte er die Frage.
    "Welches Gebäude ist das älteste im Khoriner Hafenviertel?"
    Last edited by John Irenicus; 28.06.2008 at 20:52.

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    Diese Frage schien die beiden Kutscheninsassen doch gründlich zu verwirren.
    "Also, äh...im Hafenviertel kenne ich mich natürlich nicht besonders gut aus", begann Thorben. "Ich kenne da auch gar kein Gebäude, glaube ich..."
    "Naja, ein Gebäude ist ja schon recht...bekannt..." Gritta lief in Sekundenschnelle rot an und brachte irgendetwas hervor, das sich nach einer Mischung aus nervösem Kichern und einem erzwungenen Hustenanfall anhörte.
    "Vielleicht ist es ja gleichzeitig das älteste?", warf Hacki ein, während er ein wenig auf seiner Laute klimperte, um die langweilige, kurvenlose Straße zu überbrücken, auf der seine Kutsche gerade unterwegs war. "Dann wäre das natürlich die richtige Antwort!"
    "Hast du gehört, Gritta?" Thorben trommelte unruhig mit den Fingern auf seinen Beinen herum. "Dann sag schon, wie heißt das Gebäude denn?"
    "Du weißt schon, welches ich meine, Onkel..."
    "Nein, weiß ich nicht", behauptete der Tischler wenig glaubwürdig. "Jetzt sag schon!"
    "Dieses eine Gebäude eben!"
    "Als innosfürchtiger Mensch verkehre ich natürlich nicht im verdorbenen Hafenviertel, wie soll ich da über dessen Gebäude bescheid wissen?", beschwerte sich Thorben. "Du kennst es ja anscheinend, also nenn es auch beim Namen!"
    "Wie kommst du darauf, dass ich es kenne?" Gritta hatte es tatsächlich geschafft, noch mehr Rot in ihr Gesicht zu bekommen. "So genau kenne ich das gar nicht! Und ich bin da auch nie drin gewesen, nur damit das klar ist!"
    "Na hör mal, das hast du bei deinem mehr als großzügigen Taschengeld auch nicht nötig", knurrte Thorben, nur um gleich darauf zu bemerken, dass er sich soeben höchst ungeschickt verplappert hatte. "Ähh...falls es sich dabei um eine Art Lotterie halten sollte oder so!"
    "Nein, Onkel, du weißt genau, wovon ich rede!", erkannte Gritta. "Du traust dich nur nicht, es auszusprechen!"
    "Du doch auch nicht!"
    In diesem Augenblick nahm der amüsiert wirkende Thorus Hackenberg wieder einmal die Qualen des Nach-hinten-schauens auf sich, um ihnen verschmitzt zuzuzwinkern.
    "Wieso sagt ihr den Namen nicht beide gleichzeitig?", schlug er vor. "Immerhin kriegt ihr 200 Goldmünzen für die richtige Antwort!"
    Das schien seinen beiden Begleitern einzuleuchten.
    "Also gut, auf drei", sagte Gritta und begann zu zählen. "Eins-"
    "Das ist doch komplett lächerlich!", schnaubte Thorben verächtlich. "Wir benehmen uns wie die Kleinkinder, die Khorinis so dringend fehlen, nur weil wir in einer Kutsche sitzen, dessen Besitzer uns mit Fragen löchert!"
    "Für die Sie Geld bekommen", erinnerte sie Hacki. "Aber ansonsten habt ihr natürlich recht."
    "Egal, Onkel!", drängte Gritta. "Eins...zwei...drei!"
    Einen besonders kurzen Sekundenbruchteil lang schien es, als wollte keiner der beiden etwas sagen, dann platzte es aus ihnen hinaus.
    "Die rote Laterne!"
    "Na also, war doch gar nicht so schwer, oder?", schmunzelte Hacki. "Die Antwort ist leider trotzdem falsch - das älteste Gebäude des Hafenviertels ist natürlich Kardifs Kneipe."
    "Nie davon gehört", brummte Thorben. "Typisch Hafenviertelgesocks: bauen ausgerechnet die unbekanntesten Gebäude zuerst!"
    "Tja, Freunde...sieht so aus, als hättet ihr jetzt nur noch ein Leben übrig!", erinnerte sie Hacki.
    "Bei Innos! Das muss heißen, einer von uns beiden ist tot!" Thorben schien beunruhigt. "Gritta, sag doch was! GRITTA!"

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    Thorben schüttelte seine Nichte in Panik immer heftiger, und noch bevor sie etwas sagen konnte, knallte ihr Kopf unkontrolliert gegen einen hervorstehenden Holzbalken, woraufhin sie regungslos in die rote Bepolsterung sank.
    "Gritta! Verdammt, Hackenberg, Sie sind daran Schuld!"
    "Ich?", fragte Hacki empört, und verlor nun zum ersten Mal wirklich seine Contenance, "Du hast sie doch gegen die Inneneinrichtung meiner Kutsche gestoßen! Den Schaden bezahlst du mir, Tischler, den bezahlst du mir!"
    Das Grinsen des Quizkutschenfahrers hatte sich zu einem erbitterten Zähnefletschen gewandelt, das jedoch rasch wieder aus dem Innenraum der Kutsche verschwand, da nun Thorben wieder mit einer Schimpftirade dran war, und es sich dabei nicht nehmen ließ, wild um sich zu schlagen.
    "Ich? Bezahlen? Verdammt noch mal! Wenn ich dich in die Finger kriege! Ich komm dir gleich nach da vorne, dann zeig ich dir mal, wer hier bezahlt!"
    Thorben blickte auf das erschlaffte Gesicht Grittas, und musterte seine Nichte. Sie war noch so jung gewesen.
    "Ich regel das.", sagte der Tischler entschlossen, und wartete zwei Sekunden ab, und blickte in das unveränderte Gesicht Grittas, bis ihm einfiel, dass diese ja gar nicht darauf reagieren konnte.
    Dann schwang er sich aus der Tür der Kutsche mit dem Oberkörper raus, um zum Fahrersitz zu gelangen, doch Hacki wusste dies zu verhindern.
    "Weg da!", brüllte er, während er mit nur halber Aufmerksamkeit in eine Herde Kühe raste und um die einzelnen Tiere herumfuhr - zumindest um die, die nicht bereits in Teilen an und unter seiner Kutsche klebten - , "Du kommst hier nicht hoch!"
    Einen Augenblick später spürte Thorben beide Beine Hackis genau auf seine Brust auftreffen, und er wurde mit Wucht wieder in die Kissen im Innern der Kutsche gedrückt.
    "Halt an!", keuchte der Tischler mit schmerzendem Brustkorb, "Halt endlich an!"
    "Niemals!", sagte Hacki diabolisch grinsend, "zunächst einmal könntest du anfangen, mich wieder zu siezen! Und dann wird weitergespielt!"
    "Das ist doch Wahnsinn!", rief Thorben zurück, und ruderte mit den Armen.
    "Wahnsinn?", wiederholte Hacki und lachte irre, "Ja, das ist es vermutlich wirklich, hahahahahaha!"
    Thorben spürte eine Hand auf seinem Bein.
    "Was ist denn los?", wisperte Gritta schläfrig, und rieb sich den Hinterkopf, den bereits eine Beule zierte, "was schreit ihr denn so rum? Ist was passiert?"
    Geschickt schwang sich Hacki wieder in die Kutsche, hatte bereits wieder sein unschuldiges, bezauberndes Grinsen aufgesetzt und sagte: "Nein, nichts ist passiert. Kommen wir zur nächsten Frage!"
    Thorben raufte sich die paar wenigen Haare, die er noch hatte. Wo sollte das alles nur enden?
    "Gritta, ich...", begann er, doch er war noch zu aufgedreht, um klare Worte in dieser womöglich gefährlichen Situation zu finden.

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    Hacki fuhr nun einige enge, mit Marktständen, Schafsherden und einer großen Hinrichtungsfeier gespickte Haarnadelkurven entlang und war damit tatsächlich einmal zu beschäftigt, um auf seine Fahrgäste einzureden. Thorben nutzte die Zeit, um sich daran zu erinnern, dass ein wenig Freude angesichts Grittas plötzlicher Auferstehung durchaus angebracht war; anschließend brachte er diese plötzliche Aufwallung intensiver Glücksgefühle in einem kurzen Schulterklopfen zum Ausdruck. Er dachte sogar kurz darüber nach, Gritta zu umarmen, nahm dann aber lieber Abstand von dieser Idee: nachdem er gerade eben erst den Namen der "roten Laterne" laut ausgesprochen hatte, wollte er nun nicht auch noch eine Affäre mit seiner Nichte nachgesagt bekommen.
    "Bei der nächsten Frage solltet ihr euch aber etwas Mühe geben", fand Hacki. "Immerhin hängt von dieser Antwort euer letztes Leben ab!"
    "Unser letztes Leben?" Empört reckte Thorben die rechte Faust in die Luft, die jedoch mitten in der Bewegung vom Dach der Kutsche gebremst wurde. "Wir müssen zwei haben, Gritta lebt doch wieder!"
    "Onkel, jetzt stell dich doch nicht dümmer, als du bist!", forderte die mittlerweile wieder hellwache, wenn auch schmerzgeplagte Gritta. "Hacki meint unsere Quizkutschenleben, nicht unsere richtigen Leben!"
    Thorben kam nicht zu einer ein weiteres Missverständnis zum Ausdruck bringenden Erwiderung, da Hacki die Kutsche in eben jenem Moment abrupt zum Stillstand brachte.
    "Gute Nachricht, Freunde!", rief Thorus. "Ich musste an einer Straßensperre halten!"
    "Wenn Sie uns jetzt noch rauslassen, ist das wirklich eine gute Nachricht!"
    "Du verstehst mal wieder gar nichts, Onkel!", meinte die Tischlernichte kopfschüttelnd. "Bei einer Straßensperre stellt Hacki seinen Gästen immer eine spannende Aufgabe, mit der sie einen bereits eingesetzten Gaukler zurückgewinnen können!"
    "Und warum sollen wir uns jetzt freuen? Wir haben doch gar keinen dieser Gaukler eingesetzt, wenn ich das ausnahmsweise einmal richtig mitbekommen habe!"
    "Da haben Sie allerdings recht", bestätigte Hackenberg. "Wobei ich mir bei der Sache mit dem Telepathiegaukler nicht ganz sicher bin...aber gut, worauf ich hinaus will: die gute Nachricht ist, dass ich, Thorus Hackenberg, soeben beschlossen habe, die Regeln zu ändern!"
    "Sie schenken uns das Geld einfach so und lassen uns jetzt aussteigen?"
    "Nein, Thorben, viel besser! Ihr könnt eins eurer Leben zurückgewinnen!", offenbarte Hacki und drückte dem etwas widerwilligen Tischler auf gewohnt umständliche Art ein Stück Pergament in die Hand. "Wenn du das Wort auf dem Pergament deiner Begleiterin pantomimisch vermittelst, bekommt ihr beide euer verlorenes Leben zurück - klingt gut, oder?"
    "Wieso pantomimisch?", ärgerte sich Thorben. "Ich bin keiner dieser taubstummen Leute, die irgendwelche Gaukler nicht einsetzen können!"
    "Jetzt mach schon, Onkel!", forderte Gritta. "Ich bin schon ganz aufgeregt!"
    Last edited by Laidoridas; 30.06.2008 at 01:39.

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    Stumm las Thorben das Wort, das auf dem Pergament geschrieben war. Er konnte es nicht fassen.
    "Ist das Ihr Ernst? Was erwarten Sie denn von mir?!"
    "Geredet, Aufgabe nicht gelöst.", sagte Hacki sachlich, ohne auf die empörten Worte des Tischlers einzugehen.
    "Waaaaaaaas?", rief es durch die Kutsche, und ausnahmsweise waren es mal Gritta und ihr Onkel, die im Einklang waren.
    "Das ist doch eine Frechheit!", bölkte Thorben, und Gritta fügte nörgelnd hinzu: "Das ist echt unfair..."
    "So sind nun einmal die altehrwürdigen Regeln der Quizkutsche, tut mir Leid", meinte Hacki grinsend, erschrak aber kurz darauf, als Thorben einen weiteren, bemerkenswerten Wutausbruch durchlebte.
    "Altehrwürdige Regeln? Die Sie vor wenigen Sekunden noch einfach so geändert haben? Das ist doch hanebüchen! Und allein dieser Begriff, das ist... das... das ist doch... Blasphemie! JAWOHL, BLASPHEMIE!"
    "Nein, nein", meinte Hacki belehrend, "lies doch richtig, da steht nicht Blasphemie, das steht ein ganz anderer Begriff."
    "AAAAARGH - Sie wissen genau, wie ich das meine, Sie Betrüger!", brüllte Thorben.
    "Hacki", begann Gritta auf die sanfte Tour, "könntest du da nicht eine Ausnahme machen?"
    "Hm, klar", antwortete der Angesprochene. Die Gesichter von Thorben und Gritta hellten sich auf.
    "Deine Mudda, hmhm", setzte Hacki nach, und die Mienen seiner Kandidaten verfinsterten sich wieder, wobei Thorbens Haut ein gefährliches, dunkles Rot annahm.
    "VERDAMMTE ZUCHT, SIND SIE EIGENTLICH DES OBSTES?!", gurgelte Thorben, und fuhr dann mit einem drohenden Unterton in der Stimme fort: "Wenn Sie uns dieses bescheuerte Leben nicht geben, ist meine Nichte hier bestimmt sehr traurig. Und ich will nicht, dass sie traurig ist. Und wenn Sie uns das Leben nicht geben, dann nehme ich es mir einfach, und zwar direkt von Ihnen, wenn Sie verstehen."
    Hacki schluckte, während Thorben ihn kalt anstarrte, und Gritta ihn anlächelte, als sei nichts gewesen.
    "Ich habe ja wohl keine andere Wahl", murmelte er sich selbst zu, und da er es mit der Angst zu tun bekam, sagte er, Fröhlichkeit vortäuschend: "Na gut, dann habt ihr jetzt wieder zwei Leben!"
    "Hurra!", rief Gritta freudig und klatschte in die Hände.
    "Und nun fahren Sie gefälligst weiter", befahl Thorben, den der Erfolg völlig kalt ließ.
    Last edited by John Irenicus; 30.06.2008 at 01:54.

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    Mindestens genauso kalt war in diesem Moment das Gesicht von Thorus Hackenberg - es schien fast, als feilte er in Gedanken gerade an einer besonders schwierigen Frage, um Thorben und Gritta ihr hart erpresstes Leben wieder abzunehmen.
    "Nächste Frage", kündigte er schließlich an. "Von wem, wieso und in Anwesenheit welcher anderen, mindestens zehn Zentimeter kleiner und/oder größeren Person erhielt der Wassermagier Vatras seine erste Rune, die von wem hergestellt wurde und welche Funktion hatte, die Vatras wann das erste Mal gegen wen einsetzte, der den Angriff auf welche Weise konterte und dabei durch wessen beherztes Einschreiten scheiterte?"
    Thorben war angesichts der überraschend umfangreichen Frage geschockt, während Gritta angestrengt nachdachte.
    "Das wusste ich mal", murmelte sie. "Wartet, ich komm gleich drauf!"
    "Na hoffentlich!" Thorben schien anscheinend wieder im Begriff, zu einem seiner Wutanfälle überzugehen. "Ansonsten würde ich nämlich gleich darauf hinweisen, dass diese Frage absolut absurd und in ihrer Komplexität schonungslos überfrachtet ist!"
    "Onkel, jetzt sei doch mal still und lass mich überlegen", nörgelte Gritta. "Also, ich bin mir ziemlich sicher, dass Vatras mit einer Feuersturmrune angefangen hat...wobei, das könnte auch dieser andere Magier gewesen sein, der mit den grauen Haaren...und wenn ichs recht bedenke, könnte es auch eine andere Rune gewesen sein..."
    "Warte mal, Gritta!" Thorben rüttelte an der Schulter seiner Nichte herum, nicht jedoch aus Wut: er deutete auf eine blau gekleidete Gestalt, die gerade in wenigen Schritt Entfernung neben der Kutsche die Straße entlang ging. "Das ist Vatras...er muss sich ein paar Straßen weiterteleportiert haben!"
    "Du meinst, wir sollen den Passantenbefragungsgaukler einsetzen?" Gritta schien von der Idee ganz angetan. "Hacki, halt bitte kurz an! Wir wollen Vatras fragen!"
    "Hmhm. Deine Mudda."
    "Nein, Vatras!"
    "Tut mir leid, Freunde, aber die von mir gleich entsprechend geänderte Regel besagt, dass-"
    "Nichts da, Hackenberg!", fauchte Thorben mit gespreizten Fingernägeln. "Wir benutzen jetzt diesen verdammten Gaukler, daran wirst du uns nicht hindern!"

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    "Na gut, wie ihr wolllt...", sagte Hacki seufzend.
    "Bestens", sagte Thorben, und rief aus dem Fenster der Kutsche: "He, Vatras! Bleib doch mal stehen, hier geht es um..." -"AAAAAAH! Die Verrückten! Diese Verrückten in der Kutsche, da sind sie wieder!", schrie der Wassermagier dazwischen, und rannte weiter schreiend in eine Seitengasse.
    "Sie verfolgen mich! SIE VERFOLGEN MICH! HILFE!", brüllte er wie wildgeworden, während er überstürzt flüchtete.
    "Na toll", meinte Gritta enttäuscht, und hatte schon aufgegeben, doch Thorben ließ in seiner Sturheit nicht locker.
    "Was soll das denn?", fragte er entgeistert, und wandte sich dann wieder an den Fahrer der Kutsche.
    "Hackenberg!", schnauzte er ihn an, "Hinterher!"
    "Ich soll ihm hinterherfahren?", fragte Hacki grinsend, "das ist doch wohl ein Scherz. Das geht gar nicht, diese Gasse ist viel zu schmal, und da besteht die Gefahr..." - "HINTERHERFAHREN!", blaffte der Tischler ihn an und packte ihn mit einer seiner riesigen Hände am Gesicht, und drückte die Wangen zusammen.
    "Hinterherfahren!", wiederholte er noch einmal, "sonst ist hier gleich wirklich Gefahr!"
    Hilflos und ängstlich suchte der überforderte Quizkutschenfahrer Grittas Blick, doch die lächelte nur und tat anscheinend wieder so, als hätte sie die Drohungen ihres Onkels überhört.
    "Mistkerl...", murmelte Hacki.
    "Was hast du da gesagt?!", fragte Thorben, der es genau gehört hatte, erbost.
    "Ich fahr sofort los!", stotterte Hacki geschockt, schwang sich nun wieder ganz auf den Fahrersitz und ließ die Zügel nur so knallen, und wenige Sekunden später rasten sie auf die enge Gasse zu.

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    Ein hässliches Quietschen ließ Thorbens, Grittas und - Hackis Gesichtsausdruck nach - auch die Ohren des Quizkutschenfahrers erbeben, als sich das Gefährt mit voller Geschwindigkeit durch die schmale Gasse quetschte.
    Vatras rannte, so schnell es seine alten Beine erlaubten, doch selbst mit gebremster Geschwindigkeit war die Quizkutsche dem Wassermagier noch überlegen - rasch hatte sie Vatras eingeholt, Hacki war kurz davor den armen Kerl über den Haufen zu fahren.
    "HACKI!", schrie die entsetzte Gritta. "Bei den ganzen anderen Leuten und Tieren, die du schon auf dem Gewissen hast, ging das ja noch in Ordnung, aber jetzt bin ich wirklich erbost! Lass bloß unseren guten Vatras am Leben!"
    Hacki kam jedoch gar nicht dazu, besagten Magier zu überfahren, da sich dieser soeben mit einem kräftigen Sprung auf den Rücken eines der Pferde gerettet hatte, wo er nun mit dem Rücken zur Fahrtrichtung aufsaß.
    "Toll, so sitzt du genau richtig, Vatras!", freute sich Gritta. "Also, wir wollen dich nur eine Kleinigkeit fragen, danach lassen wir dich auch sofort wieder in Ruhe...einverstanden?"
    Vatras konnte nur hilflos nicken. "Aber beeilt euch, ich kann mich hier nicht mehr lange halten!"
    "Also gut", begann Gritta. "Die Frage lautet folgendermaßen: Wann hast du zum ersten Mal eine Teleportrune, und welche war das, die du dann, mit welcher Person, zu welchem Zweck, was dann aber nicht geklappt hat, wegen diesem Typen da, dessen Namen wir wissen wollen, und wieso eigentlich?"
    "Ich bin mir sicher, da war noch irgendwas dazwischen", warf Thorben ein. "Aber so grob stimmt die Frage, glaube ich. Nun sag schon, Vatras, wie war das damals?"
    Vatras war inzwischen bereits vom Pferderücken abgerutscht und hielt sich mit dem rechten Ringfinger am Hals des Tieres fest, während seine Füße über den Boden schleiften.
    "WAS habt ihr gesagt?", kreischte er, offensichtlich etwas abgelenkt. "Irgendwas mit Runen?!"
    "Ja, genau!", bestätigte Gritta. "Aber vielleicht wiederholst du die Frage nochmal, Hacki?"
    "Sowas mache ich grundsätzlich nie", behauptete Thorus. "Soll heißen: nein."
    "Ach, komm schon...bei so einer komplizierten Frage kannst du doch sicher mal eine Ausnahme machen!"
    "Hmhm. Deine Mudda."

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