Portal-Zone Gothic-Zone Gothic II-Zone Gothic 3-Zone Gothic 4-Zone Modifikationen-Zone Download-Zone Foren-Zone RPG-Zone Almanach-Zone Spirit of Gothic

 
 
 

Page 2 of 2 « First 12
Results 21 to 40 of 40
  1. View Forum Posts #21
    Ritter Hirgalad's Avatar
    Join Date
    Aug 2003
    Posts
    1,689
     
    Hirgalad is offline
    Hírgalad warf die Überreste des Apfels, des letzten derer, die er aus dem Kastell mitgenommen hatte, in Richtung der Ork-Leiche. Es folgte ein kurzer Seufzer, dann setzte er wieder einen nachdenklichen Blick auf. Ihre Lage war nicht gerade rosig. Ein Viertel der Nahrungsvorräte waren verbraucht, Dûhn war verletzt, sie hatten gerade ein kleines Problem mit der Bestimmung ihrer Position, und das Wetter setzte dem noch die Krone auf. Es kam ab und zu vor, dass der Vulkan, der genau in der Mitte des Minentals stand, eine Ladung Asche ausstieß, die dann die Luft im Gelände ringsum verpestete, und das Atmen zu einer wahren Qual machte. Der einzige Vorteil an der Sache, wenn man es denn nun so nennen wollte, war, dass sich die Kleidung durch die stundenlangen Märsche durch aschgraues Bergpfade ebenso trostlos färbte, so dass man von eventuellen Beobachtern nur schwer wahrgenommen werden konnte.
    Was allerdings nicht auf Orks zutrifft, die plötzlich einen Meter von einem entfernt, wie aus dem Nichts auftauchen. Der Kampf gegen den Ork war zwar gewonnen worden, aber auch nur weil Dûhn den Ork überraschen konnte, und weil dieser alleine war. Aufgrund der Größe schätzte Hírgalad, dass es sich nur um einen leicht bewaffneten Späher handelte, aber dieser hatte den drei Freunden trotzdem einige Schwierigkeiten bereitet. So hatten sie die letzten beiden Stunden mit herumsitzen und auf die Dunkelheit warten verbracht. Dunkel war es geworden, allerdings wurde die Schwärze der Nacht immer wieder von den Ausstößen des Vulkans erleuchtet. Der Schwarzmagier erhob sich von seinem Sitz, einem alten, abgestorbenen Baumstumpf, und blickte sich um. In der Ferne konnte man die Feuer der Orklager sehen, die runde um die Burg des ehemaligen Alten Lagers plaziert waren. Glücklicherweise hatten die drei Freunde dieses Gebiet schneller durchquert als erwartet, war es doch das gefährlichste, was das Minental zu bieten hatte. Mit gerunzelter Stirn ging er die paar Schritte zu dem winzigen Lagerfeuer zurück, das die Freunde inmitten eines Kreises von Felsbrocken entfacht hatten, so dass man es auch aus der Nähe kaum erkennen konnte.

    "Wie siehts aus, wissen wir mittlerweile wieder wo wir sind?" fragte er die beiden Gestalten, die sich dicht ans Feuerchen gedrängt hatten. "Mehr oder weniger." flüsterte ihm Dragonsword zu. "Wir haben uns darauf geeinigt, das wir uns hier befinden." grollte ihm Dûhn zu, und zeigte ihm gleichzeitig einen Punkt auf der Karte, die die Drei aus dem Kastell mitgenommen hatten. "Ihr habt euch geeinigt? Das heisst also im Klartext, dass wir uns verlaufen haben, richtig?"
    "Nun, um ehrlich zu sein, haben wir uns nicht verlaufen, sondern sind in eine ... nunja ... Sackgasse geschlittert." erwiderte Dûhn. Dragonsword beeilte sich, Hírgalad die Lage zu erklären.
    "Auf unserer Karte geht es hier gleich weiter, nur einige Meter entfernt sollte ein schöner Weg beginnen, der uns mehr oder weniger direkt zu unserem Pass ins versteckte Tal führt. Aber... naja, sieh selbst." Hírgalad folgte dem Zeigefinger des hohen Novizen, und als er aufgestanden, und einen der großen Felsbrocken umrundet hatte, stand er vor einer riesigen Felswand. Aufgrund der Ironie dieser Lage hätte er fast gelacht, er konnte es allerdings nicht. Noch nicht einmal die Hälfte des Weges hatten sie geschafft, da waren schon ein Viertel der Lebensmittel, und alles was sie an frischen Sachen - Obst, Gemüse und ähnliches - mitgenommen hatten verzehrt, sie hatten sich verirrt, nur ein paar Meter weiter lag die Leiche eines Ork-Spähers, der eventuell vermisst wurde, und nun hatte sich der Vulkan just in diesem Moment wieder einmal dazu entschieden eine neue Ladung grauer Asche auf das geplagte Land des ehemals so wertvollen Minentals regnen zu lassen.

    "Habt ihr eine Ahnung, ob es hier noch irgendwo ausserhalb der Burg Menschen gibt? Lebendige, freie Menschen" setzte er noch hinzu. Seine beiden Kameraden schüttelten die Köpfe, was verzerrt auf den Felsbrocken hinrer ihnen wiedergegeben wurde, und die Atmosphäre noch eine Spur gespenstischer machte. Ausgezeichnet. Hírgalad fuhr sich durch die blonden Haare, die komplett mit Asche bedeckt waren, und wollte eben in Verzweiflung versinken, als er einige Geräusche wahrnahm. Zuerst war da das Heulen eines Warges, nichts besonderes. Soweit er wusste, hielten sich die Orks Warge, und setzten sie im Kampf ein. Dann war da noch das Brüllen eines Orks, was wiederum nicht besonders schockierend war, schließlich hörte man das hier ständig. Was dem jungen Schwarzmagier dann jedoch die Augen aufreissen lies, und kalten Schweiss auf die Stirn trieb, war die Tatsache, dass jene Geräusche ganz aus der Nähe kamen. Die Verursacher selbiger kamen sogar immer näher. Das nächste was Hírgalad nach dem Schock bemerkte, war Dûhns riesiger Fuß, der die letzten Reste des kleinen Lagerfeuers erstickte, und ein Schüffeln sowie einige Schritte von schweren metallbeschlagenen Stiefeln, die nur noch wenige Meter entfernt waren. Hírgalad schluckte, zog so leise wie möglich sein Schwert aus der Scheide, und schlich zu seinen Freunden, die ihn mit Blicken ansahen, in denen sowohl Angst als auch Entschlossenheit lag. Zeitgleich mit einem Nicken Dûhns kam die Spitze einer Schnauze um den Felsvorsprung, der etwa zwanzig Meter von den drei dunklen Gestalten entfernt war. Dragonsword wollte sich in Bewegung setzen, doch der Arm seines jungen Freundes hielt ihn zurück. Mit der linken Hand, in der er nichts hielt, zeigte er auf etwas, das einige Meter entfernt auf dem Boden lag. Als die beiden anderen die Leiche des Orks erblickten, verstanden sie, und verhielten sich ruhig.

    Das schwarze Tier, ein Warg von beträchtlicher Größe, hatte den leblosen Körper ebenfalls entdeckt, und sprintete darauf zu. Nur eine Sekunde später, kam dann der Ork, den die drei gehört hatten um die Ecke. Er trug eine der riesigen Ork-Äxte, und war körperlich mehr als eindrucksvoll. Hírgalad schätzte, dass das Geschöpf selbst Dûhn noch um knapp zwei Köpfe überragte, und breiter war der Krieger allemal. Er hatte eine Rüstung der Ork-Krieger an, und grollte dem Tier vor sich einen Befehl zu, während er die Leiche seines gefallenen Kameraden untersuchte. Er erkannte die Wunden an dem leblosen Körper, und hob den Kopf. Aus der Entfernung konnte er es nicht genau bestimmen, aber Hírgalad war sich sicher, dass der Krieger die Umgebung mit misstrauischem Blick durchsuchte. Würde er dem Warg jetzt befehlen, menschliches Leben zu suchen...
    Anscheinend hatte er aber besseres zu tun. Der riesige Ork schnappte sich die Waffe seines gefallenen Kameraden, und beugte noch einmal leicht den Kopf, wahrscheinlich ein Zeichen der Ehrerbietung an den Gefallenen, auch wenn dieser einen niedrigeren Rang bekleidete als der Krieger selbst. Dann rief er seinem Begleiter einen Befehl in der grobschlächtigen Ork-Sprache zu, und kehrte wieder um. Der Warg schnüffelte noch einmal an der Leiche, und machte sich dann daran, seinem Herren zu folgen. Nach etwa zwei Minuten Wartezeit, regten sich die drei Kameraden in ihrem Versteck wieder.
    "Wir müssen hier weg." meinte Dragonsword mit leiser und brüchiger Stimme, und alles was die Schwarzmagier als Reaktion bieten konnten, war ein steifes Nicken.

  2. Visit Homepage View Forum Posts #22
    Ehrengarde Dragonsword's Avatar
    Join Date
    Jul 2003
    Location
    Die weite Wüste || Rang: Hoher Wassermagier || Waffen: Kampfstab || Rüstung: Robe, Brille || Skills: (4/10) || Einhand 2 || Stabkampf 2
    Posts
    2,192
     
    Dragonsword is offline
    Leise schlichen die frei Freunde durch die Nacht. Doch in dieser Umgebung war es fast aussichtslos sich leise zu bewegen. Unter den Füßen der Gefährten splitterten die Felsen und bei jeder Bewegung prasselte etwas Asche von den Kleidern.
    Schließlich kam Dragonsword zu dem Entschluß das es keinen Sinn mehr machte weiterzugehen.
    "Hey!", flüssterte der Novize seinen Freunden zu. "Wir sollten hinter diesem großen Felsen dort drüben Rast machen.", der Novize hob die Hand und zeigte auf einen großen leblosen Baum hinter dem ein großer Stein lag. Dúhn war froh endlich Schlafen zu können und Hírgalad nickte leicht. "Gut,..."
    Nachdem die Freunde dem Felsen endlich erreicht hatten schien große Unruhe in der Luft zu liegen. Es war ja auch kein Wunder! Bei dem was die Freunde heute alles erlebt hatten,...

    Dúhn war Verletzt, Hírgalad etwas angeschlagen und Dragonsword? Was war eigendlich mit Dragonsword? Dragonsword hatte dieses Abenteuer in die Wege geleitet. Er war praktisch der Leiter dieser verrückten Expedition und trotzdem zitterte er am ganzen Leib. Das Blut des Novizen war Eisgekühlt und trotzdem schwitzte er. Ich fühle mich nicht wirklich gut! Warum bin ich auf diese Verrückte Idee gekommen?!
    "Wir sollten jetzt Schlafen.", sagte Dragonsword mit leicht zittriger Stimme und blickte in die Gesichter seiner beiden Freunde. Dúhns Gesicht war schmerzverzehrt (er hatte heute viel geleistet) und Hírgalad hatte einen Ausdruck in den Augen, den man nicht richtig Deuten konnte. "Ähm,... ich mache die erste Wache. Schließlich wollen wir ja nicht das ein Ork aus uns Suppe macht während wir noch Schlafen.", es hätte ein Scherz sein sollen. Aber keiner brachte in dieser Situation ein Lächeln heraus, nur ein kleines Nicken. Gut,... dann bin ich also die erste Wache!

    Eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden,... nichts geschah nichts passierte. Noch eine Stunde,... dann ist Hírgalad dran! Das war der einzige Gedanke den Dragonsword zur Zeit hatte. Normalerweise schwieren viele Gedanken in seinem Hirn herum,... aber jetzt,... war es nur ein einziger.
    Zusammengekauert verfolgte der Novize die Lichter der Orks.
    Wenn ein Lagerfeuer ausging, schien ein anderes wieder zu Brennen. Dragonsword schien auch schon fast ein System dahinter zu erkennen.
    Aber durch die Beobachtung der Lagerfeuer wurde der Novize müde,... sehr müde,... s e h r m ü d e,...

    Plötzlich schreckte der Novize wieder auf! Wie lange beim Schläfer hatte er seine Wache verschlafen?! Gut,... alle waren noch da! Also kein überraschender Orkangriff!
    Aber was währe wenn?! Der Novize war fertig mit den Nerven,... schweiß rannte ihm von der Stirn, doch plötzlich war alles wieder klar! Er hatte es gesehen,... er hatte es gesehen! Warum hatte er es gesehen? Ich bin verrückt!
    "Dúhn! Hírgalad! Aufwachen!", Dragonsword rüttelte an seinen Freunden und weckte sie auf!
    "Ist denn schon Wachablöse?", sagte Hírgalad schlafdrunken als er plötzlich von einem scheinbar durchgeknallten Novizen am Arm gepackt wurde. "Hey! Spinnst du?!"
    "Kann sein!", erwiederte der Novize und für genau 20 Sekunden hatte er wegen dieser, etwas unerwarteten, Meldung Ruhe vor anderen Fragen. "Was hast du vor?", dröhnte es dann von einem verletzten Riesen, der hinter den Beiden nachging. "Ich muss euch etwas zeigen!", sagte der Novize und blieb vor einer Felswand stehen. "Toll!", begann Hírgalad. "Eine Felswand! Wie schön!", der Schwarzmagier der scheinbar seine Haare schwarz Gefärbt hatte war jetzt sichtlich sauer und auch Dúhn hatte diesesmal kein Verständnis für den Novizen.
    "Da ist eine Höhle! Oder besser gesagt eine Mine!" ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...
    Eine Minute des Schweigens.

    "Ähm,... ich glaube die Asche hat dir das Gehirn verstopft!"
    "Nein, hat sie nicht! Ich hatte wieder eine Vision!",
    Dúhn hatte keine Lust mehr dem Verrücken Novizen auch nur eine Sekunde länger zuzuhören und legte sich auf den Boden.
    "Also,... ich werde jetzt schlafen, was ich dir übrigens auch raten würde, Freund Dragonsword!"
    "Dúhn hat recht! Leg dich Schlafen! Ich verstehe ja das heute ein langer Tag war aber,..."
    "Still!", unterbrach Dragonsword seinen Freund und presste sich mit aller Kraft gegen die Felswand.
    Hírgalad holte tief Luft, lies es dann aber bleiben und legte sich zu Dúhn.
    "Ist Dragonsword jetzt verrückt geworden?", fragte Hírgalad den Riesen der neben ihm lag und zum Vulkan (der noch immer große Wolken Asche ausstrieß) hinaufblickte.
    "Ich weiß es nicht,... ich hoffe nicht!", kaum hatte Dúhn den Satz zu Ende gebracht machte es einen gewaltigen Knall und Staub, gefolgt von Steinsplittern, flog durch die Luft.

    "Verdammt!", schrie Hírgalad und sprang auf! "Dragonsword?! Bist du übergeschnappt? Wenn das nicht mindestens 20 Orks gehört haben dann,...", Hírgalad blieb der Mund offen stehen, es war ihm einfach nicht mehr möglich zu Sprechen.
    Dragonsword war durch die Felswand gebrochen! Er war einfach durchgebrochen!!!
    "*Hust* *Hust* Ich sagte doch ich hab einen Weg gefunden!", breit Grinsend erhob sich ein Novize aus dem Staub, zumindest das was noch von einem Hohen Novizen übrig war, denn viel mehr als Staub, Haut, zerfetzte Kleidung und ein paar Knochen war ja nicht mehr da,...
    "Gehen wir?!", sagte der Novize noch immer mit einen breiten Grinsen im Gesicht und einem Ausdruck von Triumph in den Augen während er sich den Staub und die Asche von den Gleidern herunterwischte!
    Hírgalad versuchte krampfhaft alles zu verstehen,... aber er Verstand es einfach nicht!
    "Warum,... woher,... wieso,...?"
    "Nachher!", sagte Dragonsword und verlohr augenblicklich sein Grinsen. "Was ist denn?", fragte Dúhn besorgt. "Das da!", der Hohe Novize richtete seinen Finger auf einige Dutzend Fakeln die sich dem Trio schnell nährten.
    "Dúhn?! Kannst du diesen Felsen dort vor den Eingang schieben wenn wir drin sind? Ähm,... du musst natürlich auch drin sein!"
    Dúhn blickte auf seine Verletztung, dann wieder auf die Fakeln die sich nährten und dann auf den besagten Felsen. "Nicht alleine!"

    Alle packten mit an, um den Stein, der genau die richtige Größe für den Durchgang hatte dort zu Platzieren.
    "Beeilung!", schrie Dragonsword und zeigte nochmal auf die vielen Fakeln.
    Dann, kurz befor man die Orks erkennen konnte hatten die drei Freunde es geschaft!! Sie hatten es endlich geschaft! Der Felsen war platziert und die Orks,... die waren doch hoffentlich zu Blöde um den Stein wieder heraus zu ziehen.
    Oder hatten sie doch bemerkt das gerade drei Leute in einer Felswand verschwunden sind?!
    "Dragonsword? Wie hast du,...", Hírgalad unterbrach und ein leichtes Grinsen huschte über seine Wangen. Dragonsword war, an eine Felswand gelehnt eingeschlafen.
    Ein aufregender und gefährlicher Tag war endlich zu Ende!

  3. View Forum Posts #23
    Ritter Hirgalad's Avatar
    Join Date
    Aug 2003
    Posts
    1,689
     
    Hirgalad is offline
    "Dragonsword, hey. Nun steh schon auf." Hírgalad rüttelte seinen Freund wach.
    "Was, wie, wo?" bekam der Schwarzmagier als Antwort zu hören. "Wie lange habe ich geschlafen?"
    "In etwa sechs Stunden." brummte Dûhn ihn aus einer dunklen Ecke zu. Überhaupt war es sehr dunkel. Die einzige Lichtquelle war eine Fackel, die in den sandigen Boden gerammt worden war. Der riesige Schwarzmagier kramte in seinem Rucksack herum, und holte dann etwas heraus, was er seinen Freunden zuwarf. Getrocknetes Fleisch.
    "Die heutige Frühstücksration. Lassts euch schmecken." meinte er mit einem Grinsen bevor er seinen Teil verschlang. Nachdem die drei Freunde fertig waren mit dem unzureichendem Frühstück, machten sie sich wieder zum Aufbruch bereit. Dûhn verstaute die Decken, die sie über Nacht warm gehalten hatten in seinem Rucksack, und sein Schwarzmagierkollege fragte sich, wieviel Platz in diesem Ding wohl war, denn sein großer Freunde hatte irgendwie immer etwas zur Hand, was gerade nützlich war. Währenddessen inspizierte Dragonsword seine zerrissene Rüstung. Die Lederteile waren war nicht beschädigt, aber dafür hing an Armen und Beinen, sowie im Magenbereich der zerfetzte Stoff weg.
    "Sieht ja nicht wirklich nett aus. Als ob du einem wütendem Snapper zu nahe gekommen wärst." Hírgalad legte den Kopf zur Seite, und reichte seinem Freund ein graues Stoffbündel.
    "Hier, mein Mantel. Du kannst ihn besser gebrauchen als ich." dankend nahm der Novize den ehemals schwarzen Mantel, und zog ihn über die kaum noch brauchbare Novizenrüstung.
    "Ok, jetzt da du wach bist, kannst du uns vielleicht sagen, wohin genau du uns hier gebracht hast?" fragte Dûhn den Sumpfler.
    "Nun, in meiner Vision habe ich gesehen, dass dieser Tunnel, oder besser gesagt diese Mine hier, der Eingang zu dem Tal ist, in dem sich dieser komische Magier verschanzt hat. Also müssen wir nur dem Gang hier folgen, und schon sind wir da. Naja, jedenfalls hoffe ich dass es so einfach wird, genau weiss ich das leider nicht." fügte er noch etwas kleinlaut hinzu.

    Die drei Freund packten ihre Sachen, und gingen schließlich, mit Hírgalad an der Spitze los. Die Fackel die der Schwarzmagier trug, warf verzerrte Schatten an die rauen Felswände, und schuf eine etwas unheimlich Atmosphäre. Allerdings kamen die Drei voran, ohne auf irgendwelche Probleme zu stoßen, und so setzten sie ihren Weg fort. Nach etwa dreissig Minuten tat sich jedoch plötzlich ein ziemlich großes Problem auf, als die drei Freunde auf eine Gabelung stießen.
    "Toll, was nun?" war die Frage des jüngeren Schwarzmagiers, und keiner der beiden anderen schien sich darum zu reissen, diese beantworten zu dürfen.
    Last edited by Hirgalad; 09.06.2004 at 04:01.

  4. Visit Homepage View Forum Posts #24
    Ehrengarde Dragonsword's Avatar
    Join Date
    Jul 2003
    Location
    Die weite Wüste || Rang: Hoher Wassermagier || Waffen: Kampfstab || Rüstung: Robe, Brille || Skills: (4/10) || Einhand 2 || Stabkampf 2
    Posts
    2,192
     
    Dragonsword is offline
    "Wohin? Ähm,... keine Ahnung!", sagte der Novize und unterbrach die Stille. "Was heißt hier keine Ahnung? Du bist der mit den Visionen!", antwortete Hírgalad.
    Ich bin der mit den Visionen? Ja, stimmt! Aber die bekomm ich durch Zufall! dachte sich der Noize und setzte sich auf einen Stein. Dann blickte er abwächselnd von einem zum anderen Gang. Dúhn und Hírgalad platzierten sich neben dem Novizen.

    "Und?", sagte Dúhn nach einer halben Stunde der Langweile.
    "Nichts.", sagte Dragonsword.
    "Nichts?", fragte Hírgalad.
    "Nichts!", sagte Dragonsword.
    "Das wird ein langer Tag.", sagte Dúhn und lehnte sich dabei an eine Wand.
    "Ich hab mal ne Frage. Findet ihr mich komisch?"
    "Komisch? Was meinst du Dragonsword?"
    "Ich meine,... woher kenne ich diesen Weg? Warum wusste ich das diese Steinwand der Eingang ist? Und? Warum finde ich diese Karte im Buch?"
    Hírgalad und Dúhn sagten nichts dazu. Sie wussten einfach nicht was sie sagen sollten.
    "Da geht es lang!", sagte Dragonsword plötzlich und erhob sich von seinem Stein.
    "Wie hast du das denn herausgefunden?!", fragte Hírgalad den Novizen begeistert und sprang auf.
    "Geraten!", plötzlich war die Begeisterung von Hírgalad wie weckgeblasen. Auch Dúhn machte ein verwirrtes Gesicht.
    "Geraten?"
    "Jup! Geraten!", antwortete Dragonsword, gut drauf, auf die Frage von Dúhn!
    "Kommt lasst uns gehen!"
    Last edited by Dragonsword; 10.06.2004 at 23:54.

  5. View Forum Posts #25
    Ritter Hirgalad's Avatar
    Join Date
    Aug 2003
    Posts
    1,689
     
    Hirgalad is offline
    'Dragonsword, ich hätte da mal eine kleine Frage.'
    'Ja?'
    'Wie lange geht dieser Gang noch? Vielleicht kannst du es uns ja sagen, denn wir latschen jetzt schon stundenlang hierdrin rum.' meinte Hírgalad während er gelangweilt und erschöpft stur einen Fuß vor den anderen setzte.
    'Nun, ich habe keine Ahnung wie lange wir noch laufen müssen. Ich habe in der Vision nur gesehen, dass das hier der richtige Weg ist. Mehr weiss ich bis jetzt nicht, tut mir leid.' und man konnte aus seiner Stimme heraushören, dass er sowohl erschöpft als auch enttäuscht war, vielleicht enttäuscht vom Schläfer und dessen Visionen, aber das konnte Hírgalad nicht genau bestimmen.
    Dûhn, der nun voraus ging, meldete sich zu Wort. 'Leute, da vorne ist mal wieder eine Weggabelung.' und fuchtelte mit der Fackel die er hielt zu den beiden Ausgängen aus der kleinen Kammer in der sie sich gerade befanden.
    'Klasse, hatten wir erst einmal. Immerhin ein wenig Abwechslung.' murmelte Hírgalad. Den anderen beiden entging der sarkastische Kommentar des Schwarzmagiers.
    'Ähm Jungs. Kommt euch dieser Gang nicht irgendwie bekannt vor?' dröhnte Dûhns Stimme zu den beiden Gestalten hinter ihm. Hírgalads Blick fiel auf etwas, das am Boden lag und vom Fackelschein nur schwach erleuchtet wurde.
    'Da ich nicht wirklich auf die extrem abwechslungsreiche und spannende Umgebung achte, kann ich dir das leider nicht beantworten. Aber das hier kommt mir mehr als bekannt vor.' sagte er während er die Überreste ihres Morgenmahls und eine abgebrannte Fackel hochhielt. Allen dreien kam gleichzeitig der selbe Gedanke, sie waren im Kreis gelaufen.

    Nach einer Minute des Schweigens meldete sich Dragonsword verlegen zu Wort. 'Äh, nunja, das nächste mal lassen wir jemand anderes raten...'
    'Lasst uns einfach weitergehen.' Hírgalad nahm Dûhn die Fackel aus der Hand und ging als erster in den Gang, durch den die drei Freunde noch nicht gestiefelt waren.

  6. Visit Homepage View Forum Posts #26
    Ehrengarde Dragonsword's Avatar
    Join Date
    Jul 2003
    Location
    Die weite Wüste || Rang: Hoher Wassermagier || Waffen: Kampfstab || Rüstung: Robe, Brille || Skills: (4/10) || Einhand 2 || Stabkampf 2
    Posts
    2,192
     
    Dragonsword is offline
    "Ich habs euch doch gesagt das ich nur geraten habe!", sagte Dragonsword nachdem die Gruppe den neuen Weg eingeschlagen hatte.
    "Wir werfen dir ja nichts vor!", sagte Dúhn grinsend und legte die Hand auf die Schulter von Dragonsword. Seine Stimme hallte den dunklen Gang hinunter. Der Novize ließ einen Säufzer los, drehte sich zu Dúhn um und reite sich neben ihm ein.
    Hírgalad führte derweil die Truppe durch den langen dunklen Tunnel.

    "Vom wem glaubt ihr hab ich eingendlich diese Visionen?", gleich nachdem der Novize den Satz beendet hatte blieb Hírgalad stehen und drehte sich um. Er schien etwas verwirrt.
    "Vom Schläfer natürlich!", sagte er. "Vom Schläfer?! Ich bitte dich! Wie kommst du den da drauf?! Wenn ich Visionen vom Schläfer hätte dann währe ich schon längst Baal! Da kannst du dir sicher sein!"
    Hírgalad wusste nicht mehr was er sagen sollte. Er war nicht mehr verwirrt. Er war besorgt! All diese Visionen von Dragonsword hatte er dem Schläfer zugedacht und der Schläfer musste ja ein gutes Wesen sein, oder? Egal. Aber von weh bekam der Novize seine Visionen dann.
    "Warum fragst du immer solche Sachen?", sagte Hírgalad nach einiger Zeit und ging weiter.
    Ich weiß es nicht!

    Hírgalad und Dúhn gingen in einer Reihe und unterhielten sich über etwas. Dragonsword war etwas dahinter und konnte trotzdem nicht hören was die Beiden sagten.
    Verdammtest Rauschen!, dachte sich der Novize als er im gleichen Moment an den beiden Freunden vorbei rannte. Im selben Moment wurde auch ihnen so machnes bewusst. Rauschen? Wasser!

    Der Novize rannte so schnell er konnte den dunklen Gang entlang. Da Hírgalad noch hinter ihm war und er die Fakel hatte war der Gang für Dragonsword wirklich dunkel, zu dunkel. Der Novize stolperte über einen Stein. Das währe nicht so schlimm gewesen wenn es nicht genau in diesem Augenblick steil nach unten gehen würde!
    So rollte der Novize den restlichen Weg nach unten, immer weiter, bis es plötzlich heller und heller wurde.

    Es muss ein komischer Anblick gewesen sein wenn plötzlich ein Hoher Novize aus einem Tunnel, zusammengerollt, durch die Wiese des kleinen Tals rattert.
    Die Scavencer und Wölfe rannten verwirrt bei Seite um dem rollenden Noivzen Platz zu machen. Doch gar zu schnell wurde das Rollen gestopt! PLOP!
    Der Novize steckte fest. In Treibsand!
    "Beim Schläfer!", schrie Dragonsword der die Welt noch immer doppelt sah und sich ziemlich schlecht fühlte.
    "Dúhn, Hìrgalad! Hilfeeeeee!", schrie der Novize verzweifelt.
    Aber durch den Speed den Dragonsword zusammenbekommen hatte würde das sicher noch eine Weile dauern.
    "Hilfeeeeee!", fing der Novize wieder an als im plötzlich klar wurde wo er eigendlich war. In einem riesigen grünen Tal! Sie hatten ihr großes Ziel erreicht! Weiter drüben war das Rauschen eines Wasserfalls zu hören. Warscheinlich war das Wasser aber bereits Schwarz. Schön ist es hier!, dachte sich der Novize der beobachten konnte wie Scavencer und Wolfe friedlich zusammenlebten. Aber plötzlich wurde ihm seine Situation wieder bewusst! Er hatte keine Lust so kurz vor dem Ziel zu verrecken! "Hilfeeeeee!"

    "Hilfeeeeee!", Dragonsword wurde durch das Gebrülle langsam Müde und er war bereits bis zum Oberkörper im Schlamm. Es sah nicht besonders gut aus. Wo waren Dúhn und Hírgalad?!
    Helft mich doch!

  7. View Forum Posts #27
    Ritter Hirgalad's Avatar
    Join Date
    Aug 2003
    Posts
    1,689
     
    Hirgalad is offline
    Rauschen von Wasser und ein grauer Schatten, der in einer irrwitzigen Geschwindigkeit an ihm vorbeizischte waren das letzte was Hírgalad wahrnahm, bevor er das Tal betrat. Als er dann einen Fuß auf den rauen Untergrund vor dem Minenausgang setzte, war er erst einmal von der Sonne geblendet. Die hing zwar nur noch knapp über den Bergen, aber das rote Licht das sie ausschickte reichte aus, um den Schwarzmagier nach all der Dunkelheit für einen kurzen Moment erblinden zu lassen. Etwa 100 Meter entfernt, direkt am Ende des Hangs an dem er stand, war eine graue Masse, die irgendwie halb im Boden versunken war, und die einen Höllenlärm machte. Nachdem sich seine Augen wieder gebessert hatten, und nach kurzem Nachdenken, kam Hírgalad zu dem Schluss, dass das sein Freund Dragonsword war, der sich irgendwie in Gefahr gebracht hatte. Dûhn schien das auch realisiert zu haben, denn er zischte schon an seinem Freund vorbei, der sich nun auch auf die Socken machte, sich jedoch auch einen kurzen Moment Zeit ließ, um im vorbeisprinten Dragonswords Spazierstock aufzulesen.

    Als der junge Kerl seine beiden Freunde dann erreichte, stand Dûhn am Rande der Masse, in die Dragonsword versunken war, und rätselte wie er den Novizen da rausbekommen sollte, während dieser seine beiden Freunde bat, ihm doch zu helfen, und das mit passendem Geschrei untermalte. Zwischen all dem Gebrüll kam Hírgalad dann schließlich die Idee, das Stück Holz zu benutzen, dass er in seiner rechten Hand hielt, und er hielt es seinem großen, ratlosen Kumpel vor die Nase. Dieser schnappte sich den Stock, und hielt ihn dem Novizen hin, der mittlerweile schon fast bis zur Brust eingesunken war. Dragonsword schnappte sich seinen Besitz, und hielt sich so gut fest wie er konnte, während Dûhn all seine Kraft aufwandte, um gegen das Gewicht des Novizen und die Kraftwirkung des Sandes anzukommen. Nach einigem Ziehen und Zerren war es dann schließlich geschafft, und Dûhn und Dragonsword saßen erschöpft am Boden, während Hírgalad die Umgebung sondierte.

    "Danke" entfuhr es dem hohen Novizen zwischen all dem Keuchen. Hírgalad war mittlerweile zum Schluss gekommen, dass sie in genau dem Tal waren, in das sie auch wollten. Wenn er es hätte abschätzen müssen, dann hätte er gesagt, dass es jeweils eine Meile lang und eine Meile breit war. Die Vegetation war allerdings komplett anders als im Buch beschrieben. Es gab weder wogendes grünes Gras, noch blühende Bäume. Nein, alles war komplett abgestorben, das Gras war an den wenigen Stellen an denen es noch wuchs braun, von den einst blühenden Bäumen waren nur noch Skelette übrig. Und durch das ganze Tal schlängelte sich ein Fluss, der kein gesunde blaue Farbe hatte, er war komplett schwarz. Am anderen Ende des Tals, gleich neben dem Fluss, gab es so etwas wie eine kleine Siedlung, nicht mehr als drei oder vier kleine Hütten aus Stein und Holz, doch was einem sofort auffiel, war der Turm, der diese Hütten überragte. Der junge Schwarzmagier schätzte, dass er drei Stockwerke hatte, und er ähnelte vom Stil her ein wenig den Türmen von Xardas, von denen Hírgalad einige Abbildungen in Büchern über seinen großen Meister gesehen hatte.

    Die Sonne war mittlerweile so tief gesunken, dass sie gerade noch einen letzten Streifen Licht auf den Minenausgang werfen konnte, jedoch den Grund des Talkessels nicht mehr erhellte. Hírgalad wandte sich wieder seinen beiden Freunden zu, die gerade dabei waren, Dragonswords Kleidung vom Sand zu befreien.
    "Nun, ich würde sagen wir sind da. Und ich glaube den Magier und seinen netten Stein werden wir da hinten finden." meinte er und zeigte in Richtung des Turmes. Dûhn hatte anscheinend die Besorgung in der Stimme seines Freundes erkannt, und fragte nach.
    "Aber irgend etwas gefällt dir nicht an der Sache, habe ich Recht?" Hírgalad nickte kurz "Nun, wenn ich mir dieses Tal so ansehe, dann strahlt dieser Turm eine... schlechte Aura aus."
    "Hmm, ich habe zwar keine Visionen, aber in diesem Punkt stimme ich dir zu. Ich schätze wir sollten da nicht einfach reinstürmen."
    Dragonsword brachte sich jetzt, nachdem er endlich den größten Teil des Sandes losgeworden war, auch in die Diskussion mit ein.
    "Nun, hier wird man nicht viel Deckung bekommen, falls wir uns anschleichen wollen." Hírgalad nickte abermals. "Das sehe ich auch so. Am besten wäre es, wir warten noch zwei bis drei Stunden, und gehen dann im Schutze der Dunkelheit los. Bis dahin können wir uns ja hinter diesem Felsbrocken da verstecken, darin haben wir ja mittlerweile Erfahrung." Er zwinkerte seinen Freunden zu, und ging dann in Richtung des Felsens.

  8. View Forum Posts #28
    Neuling Der dunkle Magier's Avatar
    Join Date
    May 2004
    Posts
    4
     
    Der dunkle Magier is offline
    "Eindringlinge." zischte die Gestalt mit der Kapuze. Die beiden untoten Krieger an der Tür sahen sich kurz an, blieben dann aber reglos wie eh und je stehen. Beide hatten sie alte Kettenhemden an, die ihnen aber immer noch Schutz im Kampf bieten konnten, sowie Umhänge, die jedoch fast komplett zerrisen waren, und nur noch als Stofffetzen an ihren Rücken hingen. Der größere der beiden hatte eine Doppelaxt an seiner Seite, während der andere ein Schwert angegürtet hatte. Graue Haut spannte sich über ihre Gesichter, und gab ihnen ein gespenstisches Aussehen. Vom Rest ihrer Körper war nicht viel zu sehen, aber man konnte davon ausgehen, dass die Haut ebenso abgestorben aussah wie sie es auch war.
    Ihr Meister war kleiner als sie, etwas untersetzt. Er hatte einen alten, verschlissenen schwarzen Umhang an, der sein Gesicht verdeckte. Jedoch konnte man aus der Nähe ein leichtes rotes Glühen erkennen, dass aus der Dunkelheit der Kapuze schien.
    Die kleine Gestalt im Kapuzenmantel fasste sich mit der rechten Hand kurz an den Stein, der an einer Kette um seinen Hals hing. Der Stein, etwa so groß wie die Hälfte einer Faust, leuchtete in dem Sonnenlicht, das gerade noch durch das Fenster schien, in allen Facetten, es wäre wirklich ein atemberaubender Anblick gewesen, hätte einer der Anwesenden noch atmen können.
    "Menschen." zischte die Stimme wieder. "Holt den Hauptmann."
    Die beiden Wachen blickten sich wieder kurz an, dann verschwand der Größere der beiden durch die Tür.

    Nur wenige Minuten später kam er zurück, und gesellte sich wieder an seinen Platz. Hinter ihm trat ein anderer untoter Krieger durch die Tür, und man konnte sofort erkennen, dass er ein echter Kämpfer war. Um genau zu sein war er sogar der Anführer aller Kämpfer in diesem Tal, und hörte auf den Namen Ezethor. Einst vom Magier angeheuert worden, hatte er geschworen den kleinen Mann wenn nötig mit seinem Leben zu beschützen. Sein Leben hatte es ihn schließlich auch gekostet, ebenso wie all seine Männer. Nun hausten sie schon so lange hier in diesem Tal, dass er aufgehört hatte, die Zeit zu zählen. Ezethor strich mit seiner rechten Hand über seine Rüstung. Zusätzlich zu dem schweren Panzer trug er noch einen langen, olivgrünen Mantel, der jedoch schon zerfranst war und Löcher aufwies. An seiner Seite hing ein gewaltiges Schwert, das aussah wie das Meisterstück eines wahrhaft begabten Schmiedes. Der Kämpfer erhob nun seine rauhe Stimme.
    "Ihr wünscht, Meister?"
    "Schick einen Spähtrupp los. Es sind Eindringlinge im Tal. Menschliche Eindringlinge." befahl der Magier ohne sich auch nur umzudrehen.
    "Sofort, Meister."
    Ezethor verlies den Raum, und einige Minuten später konnte die Kapuzengestalt beobachten, wie ein halbes Dutzend von Ezethors Söldnern in Richtung der Mine, die den einzigen Eingang zum Tal darstellte, ging.


    Hírgalad
    Last edited by Der dunkle Magier; 13.06.2004 at 05:27.

  9. View Forum Posts #29
    Neuling
    Join Date
    May 2004
    Posts
    2
     
    Hauptmann Ezethor is offline
    Mit einem resignierten Seufzer blieb Tolgar, der Spähtruppführer Ezethors, stehen und ließ seinen ausdruckslosen Blick durch die in Abendrot getauchte Umgebung schweifen. Jetzt galt es also, wieder einmal auszurücken und für seinen sogenannten Meister nach Eindringlingen zu suchen.
    »Bei Innos, was gäbe ich nicht alles darum, endlich tot sein zu dürfen...«, sprach er gefasst, zurrte sich sein Kettenhemd zurecht und setzte den Weg schließlich schweigend fort. Der Rest folgte, ebenfalls still, bis einer der Männer zu Tolgar aufschloss und ihn ansprach.
    »Hat der Hauptmann gesagt, wie viele es sein werden?«, fragte dieser Mann, der auf den Namen Manolo hörte.
    »Ich hoffe mal«, antwortete Tolgar ruhig, »dass es entweder zu wenige sind, um für uns eine Gefahr darzustellen oder genug, um diese verfluchte Tal ein für alle Mal zu überrennen.« Er schwieg kurz. »Wobei mir letzteres eigentlich lieber wäre...«
    Manolo verzog sein graues Gesicht - zu Lebzeiten hätte das vermutlich ein Grinsen dargestellt. »Du magst ja vielleicht unbedingt wollen, dass der Fluch gebrochen wird, aber ich... ich habe vor, noch viele Kämpfe zu bestreiten, mein lieber Tolgar.«
    Tolgar blickte jedoch nur, gelangweilt von der Verblendung seines Gefolgsmannes, in der tristen Landschaft umher. »Ja, genau«, antwortete er schließlich. »Die Kämpfe, die hier alle Jubeljahre mal stattfinden, was?«
    »Ach, komm!« Manolo wurde nun grantig. »Wer aus unserer ganzen Truppe hat denn direkt nach Ezethor selbst die meisten Feinde getötet, hm? Das war ja wohl eindeutig ich.«
    Tolgar gähnte. »Wie schön für dich. Wollen wir mal hoffen, dass wir heute noch die Eindringlinge finden, damit du auch schön deinen Spieltrieb ausleben kannst.«
    Die beiden schwiegen für einige Augenblicke. Manolo musste kurz den Ärger über seinen Anführer verdauen, schließlich erinnerte er sich aber wieder an den zweiten Punkt, den er mit Tolgar besprechen wollte:
    »Ach, da wäre noch etwas: Wer hatte eigentlich die großartige Idee, Stanny mitkommen zu lassen?« Manolo blickte an das Ende der Gruppe, an dem sich Besagter aufhielt.
    Stanny war eine armselige Gestalt. Wäre er nicht untot gewesen, hätte man ihn auf achtzehn, neunzehn oder höchstens Anfang zwanzig schätzen können, doch die Verwesung hatte ihn den linken Unterarm gekostet, seinen Schädel deformiert sowie seine Haut mit gelblichen bis grünen Flecken übersät. Ein nahezu permanentes Röcheln entfuhr seiner geschundenen Kehle und sein Gang hatte die Bezeichnung »Humpeln« schon längst zur Untertreibung werden lassen. Kurzum: Stanny war von den Gruppenmitgliedern, wenn nicht sogar von allen Söldnern im Talkessel mit Abstand am schlechtesten dran.
    »Die Anweisung kam vom Hauptmann persönlich«, erklärte Tolgar verbittert. »Er möchte den Jungen loswerden. Offenbar empfindet er Stanny als lästig.« Er seufzte. »Ich soll ihn mit möglichst gefährlichen Aufgaben betreuen, damit seine Chance, heil zurückzukommen, möglichst gering bleibt.«
    »Ha!«, entfuhr es Manolo. »Das wurde aber auch Zeit. Ich kann den Typen auch nicht mehr sehen. Außerdem sind die höllischen Seelenqualen, die dem kleinen Stinker der Fluch bringen wird, genau das richtige für ihn.« Wieder trug er sein Grinsen zutage, doch das verging ihm sofort wieder, als Tolgar erzürnt stehen blieb und ihm direkt in die Augen sah.
    »Du verstehst es nicht, was?«, fuhr er Manolo an. »Genau für die Männer unter uns, die wie er sind, für die, die keine Zukunft mehr haben - weder im Leben noch im Tod noch dazwischen -, wünsche ich mir, dass dieser Fluch eines Tages gebrochen wird. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem wir alle geschlagen sind und der Weg für ein paar mutige Menschen frei ist, um uns alle zu erlösen - um unseren... ›Meister‹ endlich zu besiegen und ihn zu Beliar zu schicken. Und soll ich dir ein Geheimnis verraten? Ich bete täglich zu allen drei Göttern, dass dieser Tag bald kommen möge.«
    Angewidert wandte sich Tolgar von Manolo ab und wollte gerade weitergehen, als ihn Rumpan, ein Schwertkämpfer der Gruppe, auf eine Spur von den Eindringlingen aufmerksam machte:
    »Tolgar, siehst du das da vorne am Sandloch?«
    Sofort schnellte der Arm des Anführers nach oben, um der Gruppe zu zeigen, dass sie Halt machen und sich ruhig verhalten sollte. Ein weiteres Handzeichen ließ sie alle in die Knie gehen. Tolgar sondierte kurz die Lage, ging dann aber ebenfalls in die Hocke und wandte sich an die Gruppe.
    »Folgendes: Dort vorne am Sandloch sind ganz eindeutig Fußspuren von Menschen. Wir können davon ausgehen, dass einer der Eindringlinge unachtsam genug war, in den Treibsand zu fallen. Seine sandigen Stiefelabdrücke führen genau auf diesen großen Felsen da zu. Wir sollten uns das auf jeden Fall mal ansehen. Boell? Karlsson?« Die beiden Bogenschützen des Trupps horchten auf. »Begebt euch auf den kleinen Vorsprung über dem Felsen. Wenn wir am Boden losschlagen, sollt ihr aus der Deckung kommen und die Eindringlinge von oben unter Feuer nehmen.« Einer der beiden signalisierte, dass er alles verstanden hatte und machte sich mit seinem Kameraden in einem weiten Bogen auf den Weg zum Vorsprung.
    »Also los. Wir nehmen den direkten Weg«, sagte Tolgar, den Schwertkämpfern zugewandt und erhob sich, um bis zur nächsten Deckung, in diesem Falle einem Stein, zu laufen. Manolo, Rumpan und Stanny folgten ihm. Als alle angekommen waren, riskierte Tolgar einen kurzen Blick zum Felsen hinüber, schnellte dann aber sofort wieder zurück. Ein mindestens sieben Fuß großer Hüne war gerade hinter dem Felsen hervorgekommen und schien nun Wache zu halten. Im nur noch schwach rötlichen Licht der nunmehr untergegangen Sonne war über dessen Bewaffnung aus dieser Position aber nichts zu sehen.
    »Da vorne ist jemand, wir haben die Eindringlinge scheinbar gefunden«, sprach Tolgar konzentriert. Doch das, was er jetzt aussprechen musste, bereitete ihm zu viele Sorgen, um konzentriert zu bleiben, auch wenn er alles darum gab, seinen Kummer zu unterdrücken. »Stanny«, seufzte er schließlich. »Wir brachen dich jetzt. Leg alle schweren Ausrüstungsgegenstände ab und mach dich für einen Sprint bereit. Ich will, dass du jetzt dort zum Felsen hinläufst, die Leute dahinter zählst, uns zeigst, wie viele es sind und dann wieder hierhin zurückkommst. Meinst du, du schaffst das?«
    »Dscha...«, murmelte Stanny - offenbar war er erfreut, endlich mal etwas tun zu dürfen -, ließ sein Schwert zu Boden fallen und humpelte geradewegs auf den Hünen zu. Manolo und Rumpan schauten ihm grinsend hinterher, Tolgar jedoch blieb bekümmert hinter dem Stein sitzen. Er wollte das Elend nicht mit ansehen.

    post sponsored by Special Guest Poster Marquez

  10. View Forum Posts #30
    Kämpfer Dûhn's Avatar
    Join Date
    Mar 2003
    Location
    [ Zimer im Kastell ] [ Waffe: Großes Messer - Bastardschwert aus Verwerfungsgestein ] [ Rüstung: Gehärtete Lederrüstung - Schwarzmagierrobe ] [ Rang: Schwarzmagier ] [Skills: (3/5) - Barbier - Einhand 2]
    Posts
    325
     
    Dûhn is offline
    Der massige Kopf des Riesen fuhr ruckartig nach links.
    Da war doch etwas? So etwas wie ein...Rascheln? Rasselndes Keuchen?
    Der lose Schutt knirschte leise unter den schweren Kampfstiefeln als Dûhn sich der Richtung zuwandt, aus der das seltsame Geräusch erklungen war.
    Bildest du dir das nur ein Dûhn, oder...Nein, Moment! Da!
    Wieder das Geräusch. So als würde jemand einen Körper über den Schiefer schleifen; Schritt für Schritt und sehr hastig aber trotzdem irgendwie unkoordiniert. Der Koloss runzelte die Stirn.
    Was zum Abgrund...

    Mit einem plötzlichen, ganz und gar unbeholfen wirkenden, Hopser schob sich ein verwesender Leichnam mittig in das Blickfeld des großen Schwarzmagiers. Der dünne, fleckige Körper verfaulte bereits an mehreren Stellen und besaß anstelle des linken Armes nurmehr einen ausgefranzten Stummel lose baumelnden Fleisches. Taumelnd und mit seinem übrig gebliebenen Arm wild in der Luft herumrudernd wand sich die Kreatur wieder um und humpelte schwankend von dem vollkommen fassungslosen Riesen davon.
    Es dauerte ein paar lange Momente bis Dûhn realisierte, was er eben gesehen hatte, da brüllte er auch schon aus vollem Hals um seine, in einen unruhigen Schlummer gefallenen Freunde aufzuwecken.

    "UNTOTE!!!"
    Die lange Klinge fuhr mit einem unangenehm scharfen Geräusch aus der Rückenscheide.
    "WwWWwas.." Dragonsword fuhr schlaftrunken auf und tastete nach seiner Waffe. Als sich seine Hand um die vertraute Härte des Schwertgriffes schloss traf ihn die Wucht der Realität wie ein Schwall Eiswasser.
    "Untote?! Wo?"
    Hírgalad trat neben den Novizen, ebenfalls mit seinem Schwert in der geballten Faust. "Wo?"
    Die Pranke des Riesen fuhr, begleitet vom Knattern seines wehenden Mantels, empor und wies auf eine Lücke zwischen zwei leblosen Büschen.
    "Der Kerl is da lang. Sah irgendwie komisch aus... So als ob er... krank wäre oder so." Als Hírgalad un Dragonsword mit schief gelegtem Kopf wissende Blicke tauschten zuckte Dûhn nur mit den gewaltigen Schultern. "Ich weis, ich weis. Macht bei den Untoten Kerlen nich so viel Sinn, aber ich sag ja nur was ich gesehen habe, hm?"
    "Wie dem auch sei." Hírgalad räusperte sich trocken und striff einen unansehlichen Klumpen brauner Pflanzenreste aus seinen Haaren. "Hier herumzustehen bringt gar nichts. Wir sollten..."

    Das Sirren erklang gleichzeitig mit Dragonswords Schrei. Ein bösartiger Laut war es; kurz, fast seufzend und doch gleichzeitig kreischend vor Mordlust jagte der schwarz gefiederte, gekerbte Pfeil dicht am Kopf des Hünen vorbei und traf den Novizen an der Schulter. Die Robe des Sumpflers wurde zerfetzt und ein dünner, karmesinroter Bogen glitzerte kurz im dämmrigen Licht der Asche geschwängerten Luft, bevor sich das Geschoss mit einem dumpfen Aufprall tief in den staubigen Boden bohrte.

    Auf einmal geschah alles sehr, sehr schnell.

    Dragonswords Schrei war noch nicht verklungen, da zerstoben die Büsche rings um die fassungslosen Gefährten in einem Tornado aus umherpeitschenden Zweigen, zerstampften Blättern und brechenden Ästen, nur um den Blick auf drei abgerissene Gestalten zu gewähren die direkt aus der Hölle entsprungen schienen.
    Die Streifen und Fetzen zerrissener grauer Umhänge umwehten die ineinander greifenden Gleider äonenalter Kettenpanzer und zerkratzter Beinschienen aus schwarzem Kanonenstahl. Die Waffen welche die graugesichtigen Krieger führten schienen ebenso ausgezehrt und verbittert wie ihre Besitzer, bedeckt von Rost, Stacheln und üblen Flüssigkeiten.

    "fEUeR!" raspelte die Stimme eines der Untoten und weitere Pfeile stoben auf die Gefährten herab.
    Der erste der Untoten fiel rasch und, hätte er noch etwas derartiges empfunden, schmerzlos.
    Hírgalad duckte sich unter einem wild von rechts oben geführten Hieb hinweg, ließ den dunklen Krieger an sich vorbei ins leere taumeln und führte die Waffe in einem eleganten Bogen hinter sich. Die Klinge aus der Meisterschmeide Cathals blitze einmal auf; dann schlug der Kopf des Untoten mit einem ekelhaften Knacken auf den steinernen Boden auf. Der zuckende Körper folgte ihm eine Sekunde später, laut krachend. Lächelnd wand sich der blonde Schwarzmagier um. Azathot wäre stolz auf ihn gewesen.

    "Manolo."
    Tolgar flüsterte ein schnelles Gebet für seinen alten...sehr alten Freund. Er kam nicht sehr viel weiter, denn die Klinge des turmhohen Hünen drosch bereits auf ihn ein. Der Riese war schneller als es der Spähtruppführer vermutet hätte. Ein brutaler Schlag hätte ihm beinahe den Schädel gespalten, als er den Hieb geschickt an seiner Waffe abgleiten ließ und seinerseits zum Angriff überging. Ein Vorstoß mit ausgestrecktem Arm sollte die Brust des Koloses öffen. Dieser jedoch hieb mit brutaler Kraft von oben auf die Waffe des Untoten ein, so das diese mit einem Klappern zu Boden fiel. Der hart und schnell geführte Schlag gegen sein Kinn beeindruckte den Untoten Krieger in keiner Weise. Das Bastardschwert das sich mit einem trockenen Krachen bis zur Parierstange in seine Brust grub holte dieses Versäumnis nach.
    Der Letzte Gedanke Tolgars galt seinem Meister. Der alte Scheißkerl hatte alles verdient was diese fremden Krieger ihm antuen würden. Hoffentlich würden sie es bis zu ihm schaffen...hoffentlich. Er hatte gerade noch Zeit zu sehen wie der dritte der Fremden seine Waffe aus dem Nacken Rumpans Zog. Dann Riss der Hüne seine Waffe im Brustkorb des Tolgars nach oben.

    Die Zwei Hälten des Untoten fielen vor Dûhns Kampfstiefeln in den Dreck. Das zerborstene Kettenhemd rasselte laut, als es von dem geteilten Körper glitt.
    Dûhn starrte auf die Überreste zu seinen Füßen. Nun sah es so aus als hätte er einen...normalen...Untoten erschlagen. Doch wärend des Kampfes war er sich nicht so sicher gewesen.

    Hat sich fast so angehört als ob du dich verabschiedet hättest... Obwohl ich nix verstanden hab. Nur das übliche Gemurmel und
    Gestöhne...


    Kopfschüttelnd wand sich der Schwarzmagier ab. Vermutlich nur Einbildung, hervorgerufen von der Hektik und der instinktiven Wahrnehmung des Kampfes. "Wie sieht's bei euch aus?" Der Riese hastete zu seinem Freund hinüber und kam rutschend und Kies aufwirbelnd neben dem Novizen zum stehen. "Lass mich das mal sehen."
    Dragonsword verzog das Gesicht als Dûhn den linken Robenärmel ruckartig enzwei riss. Die Wunde brannte höllisch.

    "Sieht scheiße aus." der Koloss grollte abwesend in seinen Stoppelbart und kramte in seinem Rucksack.
    "Is aber ansonsten nich wirklich schlimm. Tut mir leid, aber..." Ein schleimiger Umschlag landete auf Dragonsword Schulter und verzehnfachte den Schmerz der Wunde.
    "...das gibt vermutlich ne Narbe. Und keine hübsche, hm?" Ein gequältes Lächeln huschte über das Gesicht des Novizen.
    "Hey, was solls. Sieht ohnehin so aus als wärst du selbst dein bester Kunde, Großer."
    Lachen erfüllte die kleine Senke, bis Hírgalad warnend die Hand hob und das Gelächter verstummte.

    "Noch sind wir nicht aus dem Schneider. Die Bogenschützen haben sich vermutlich zurückgezogen als ihre Kameraden das zeitliche gesegnet haben...das zweite Mal meine ich." Hírgalad seufzte schwer.
    "Aber was ich meine ist...Wir sollten vermutlich die Richtung einschlagen aus der die Jungs gekommen sind."
    Dûhn und Dragonsword blickten ihren Freund fassungslos an, bis auch ihnen die Erkenntnis kam. Die Spuren der Untoten würden unabänderlich zu ihrem Ursprunsort führen. Und in diesem Tal würde es nicht sehr viele Auswahlmöglichkeiten geben, was Hochburgen der Untoten anging.

    "Also denn..." grollte Dûhn.
    "Nach einer klitzeleinen Pause vielleicht..."




    Vollkommen unbemerkt indes, hockte eine abgerissene Gestalt in der Nähe der Freunde. Unbemerkt, still und verwirrt beobachtete sie die Lebenden und wusste nichts mit sich oder der Situation anzufangen. Unschlüssig kratzte sie sich am Kopf und ließ auf diese Weise einen kleinen Regen aus fahlen Schuppen zu Boden gehen. Stanny war ganz und gar überfordert. So sollte das nicht laufen!

  11. Visit Homepage View Forum Posts #31
    Ehrengarde Dragonsword's Avatar
    Join Date
    Jul 2003
    Location
    Die weite Wüste || Rang: Hoher Wassermagier || Waffen: Kampfstab || Rüstung: Robe, Brille || Skills: (4/10) || Einhand 2 || Stabkampf 2
    Posts
    2,192
     
    Dragonsword is offline
    "Argh!", dröhnte es durch das ganze dunkle Tal als Dragonsword sich wieder aufrappelte. "Warum muss sowas nur so weh tun?", fragte der Hohe Novize seine Freunde. Hírgalads Antwort kam schnell und kalt. "Ich glaube das ist der Sinn dieser Pfeile. Sie sollen weh tun."
    Dûhn konnte sich das Lachen nur schwer verkneifen schaffte es aber nach einem bösen Blick von Dragonsword doch.

    "Also gehen wir jetzt zu diesem Turm?", fragte Dûhn nochmals, etwas nervös in der Stimme, Hírgalad. Er hoffte anscheinend keine Bestätigung zu bekommen. Zu seinem Pech nickte Hírgalad leicht und beschleunigte das Tempo.
    Dûhn seufzte schwer und ging seinem Freund hinterher. Dragonsword war nicht ganz so schnell,... er blickte andauernd auf seine Wunde und betastete diese als währe sie etwas ganze und gar Fremdes.
    "Was genau hast du mir denn da raufgetan?", fragte der Novize Dûhn als sie schon gefährlich nahe am Turm waren.
    "Das willst du nicht wissen.", sagte Dûhn freundlich und Hírgalad wurde langsamer um Dragonsword ein bisschen zu stützen. "Gehts?", fragte er freundlich und legte eine Hand von Dragonsword über seine Schulter.
    "Ja, ja! Danke!", sagte Dragonsword und wurde etwas rot. Er hatte gute Freunde.

    Doch plötzlich konnten die Freunde eine Stimme vernehmen. Sie kam aus einem Turmfenster. Doch man konnte nur Bruchteile hören, sie mussten näher rann. Doch noch befor sie ganz nahe am Turm waren verstummte die Stimme plötzlich und Untote griffen von allen Seiten an!
    Dûhn zog sein Schwert.
    Hírgalad zog sein Schwert.
    Und auch Dragonsword zog trotz seiner Verletzung sein Schwert. "Verletzung hin oder her! Ich kämpfe mit!", schrie er und rannte mit seinen Freunden auf die ankommende Untotenschar zu.

  12. View Forum Posts #32
    Neuling Der dunkle Magier's Avatar
    Join Date
    May 2004
    Posts
    4
     
    Der dunkle Magier is offline
    Mit einer knappen Verbeugung betrat Ezethor den Raum im Obergeschoss des Turmes. "Meister, unser Spähtrupp wurde ausgeschaltet. Einzig die beiden Bogenschützen konnten entkommen, und sie haben mir berichtet, dass wir es mit drei Eindringlingen zu tun haben. Alle drei sind geübte Schwertkämpfer, sie ließen unserem Trupp keine Chance. Mein Stellvertreter fiel durch die Klinge des größten der drei Eindringlinge, und die anderen beiden erledigten die restlichen Schwertkämpfer des Trupps. Die beiden Schützen berichteten, dass sie den körperlich schwächsten der Drei verwunden konnten, wie es um die anderen steht ist uns nicht bekannt. Ein weiterer Spähposten, den ich sofort losgeschickt habe, meldete, dass die Eindringlinge sich auf unsere Position zubewegen." Der Magier, der dem Anführer der Söldner wieder einmal den Rücken zugewandt hatte, sprach mit leiser aber befehlender Stimme.
    "Soso. Gib deinen Leuten bescheid, sie sollen sich kampfbereit machen. Wir wollen diesen schwächlichen Menschen einen Empfang bereiten, den sie nie vergessen werden. Danach komm wieder hierher, ich will mir das Spektakel von hier aus mit dir zusammen ansehen"
    Ezethor nickte kurz und machte sich dann daran, den Befehl auszuführen. Nach einigen Minuten erschien er wieder im Zimmer des Magiers, während seine Söldner Stellung bezogen.

    Der Magier sah Ezethor kurz an, nickte dann zufrieden, und trat auf den kleinen Balkon, von dem aus er beinahe das ganze Tal überblicken konnte. Er konnte ebenfalls die Krieger sehen, die sich in allen möglichen dunklen Ecken verschanzt hatten, und er wusste dass die Eindringlinge ziemlich nahe waren, auch wenn er sie nicht sehen konnte. Er begann mit fester Stimme eine kurze Ansprache.
    "Männer. Ihr wisst was ihr zu tun habt. Vernichtet diese Eindringlinge, lasst keinen von ihnen am Leben. Ich will einen schnellen Sieg sehen. Wenn nicht, dann werden ich wohl einige von euch bestrafen müssen."

    Während er sprach, sah er, wie die drei Eindringlinge lansgam näher schlichen. Auch einige seiner Untertanen hatten dies bemerkt, und verständigten ihre Kollegen mit Handzeichen. Nach kurzem Warten brachen die Untoten dann alle gemeinsam los, und etwa zwei Dutzend uralte Krieger fielen über die drei Freunde her.

  13. View Forum Posts #33
    Kämpfer Dûhn's Avatar
    Join Date
    Mar 2003
    Location
    [ Zimer im Kastell ] [ Waffe: Großes Messer - Bastardschwert aus Verwerfungsgestein ] [ Rüstung: Gehärtete Lederrüstung - Schwarzmagierrobe ] [ Rang: Schwarzmagier ] [Skills: (3/5) - Barbier - Einhand 2]
    Posts
    325
     
    Dûhn is offline
    Die unheimliche Stille die während der Rede der, in Finsternis gehüllten, Gestalt auf dem kleinen Balkon des Turmes eingetreten war wurde mit einem Mal durch ungezählte schabende Panzerplatten, klirrende Schwerter und rasselnde Kettenhemden unterbrochen.

    Dûhns Eingeweide zogen sich mit einem einzigen, schmerzhaft reißenden Ruck auf Faustgröße zusammen. Die Gefährten hatten nicht verstanden was der seltsame Schemen gesagt hatte, doch die Geräusche eines heraufziehenden Sturmes wusste ein jeder von ihnen zu deuten.
    Ganz langsam, erst einer, dann vier, dann sechzehn, dann viel, viel mehr, schoben sich die Umrisse der Untoten über den Hügel vor ihnen. Die Nervenzerfressenden Laute von auf zerfallenden Kettenhemden kreischender Metallplatten gruben sich tief in die Seele der Freunde.

    "Der Schläfer, sei mit uns!" flüsterte Dragonsword.
    "Das müssen mehr als zwanzig...nein dreißig Untote sein!"
    Dûhn und Híragalad nickten grimmig.
    "Jetzt wird sich zeigen, welches Schicksal der Boss für uns vorgesehen hat." dröhnte der Bass des Riesen. "Egal was passiert... es war mir eine Ehre... Freund Hírgalad...Freund Dragonsword..."
    Der Riese senkte sein Haupt und blickte seine Gefährten grimmig an. Seine Freunde standen ihm in Entschlossenheit in nichts nach.

    Die Welle der verwelkten Krieger beschleunigte ihre Schritte und das permanente Rasseln und Stampfen verwandelte sich schnell in ein donnerndes Scheppern, als zwei Dutzend halb zerfallene Kampfstiefel ihre genagelten Sohlen in den grauen Boden gruben. Immer schneller und schneller rollte die Welle aus schwarzem Eisen, verrostetem Stahl und blätterndem Fleisch auf die drei Gefährten zu; ohne ein Wort zu sprechen, ohne Luft zu holen, ohne Seele und mit blicklosen Augen starrend.
    Ein Markerschütternder Schrei drang aus Dragonsword Kehle als er mit gleißender Klinge der Armee der Untoten entgegen preschte. Nur einen Moment später erklangen auch aus der Richtung Dûhn und Hírgalads Schreie des verzweifelten Mutes.

    Dûhn Blickfeld schrumpfte auf Münzgröße als er die Front der Leblosen in Windeseile auf sich einbranden sah. Kurz bevor die Freunde in das Gewühl aus Leibern und Stahl eintauchten vernahm er den altbekannten Geruch von altem Pergament und Staub. Die rote Sonne brannte auf die dunklen Rüstungen seiner Feinde und ihm kroch, einem sich schlängelnden Wyrm gleich, die Erinnerung an einen Satz aus einem der schwarzen Bücher der großen Bibliothek ins Bewusstsein.


    Wir sind Legion, denn unser sind viele...


    Der Aufprall kam wie ein Schock. Die ersten der Soldaten preschten an dem Koloss vorbei und brachten ihm durch ihre vorrüber schlitzenden Klingen unzählige kleinere Schnittwunden bei. Mit einem Brüllen richtete sich der Hüne auf und packte einen der vorbei sprintenden Krieger am Genick. Der Hals des Geschöpfes brach unter dem jähen Ruck und eine Sekunde später wurde der Körper des Untoten mit einem Knochenbrechenden Knirschen zurück in die Masse vor sich geworfen. Wieder und wieder fuhr das enorme Bastardschwert auf und ab, brach Knochen, zertrennte Gliedmaßen und sprengte Kettenglieder. Die Faust des Kolosses schloss sich um den Hals eines weiteren Kriegers und schmetterte dessen Leib gegen einen seiner Kameraden im Tod. Die Brustkörbe der Leichen brachen mit einem trockenen Knacken. Angewiedert ließ der Riese den Soldaten fallen und trieb seinen Ellbogen nach hinten, ins Gesicht eines weiteren Untoten, während er sich schwungvoll um die eigene Achse drehte und die Wirbelsäule seins Gegners mit einem gewaltigen Hieb durchtrennte. Die Überreste seines Opfers wurden mit einem raschen Tritt vom Schwert gestriffen, bevor er sich, den Schmerz in seinen Armen ignorierend, einem weiteren Feind zuwandt. Dûhn war froh, seine alte Lederrüstung am Leib zutragen.

    Dragonsword und Hírgalad kämpften derweil Rücken an Rücken gegen die anbrandende Flut der Finsternis. Gleich zu Beginn des Kampfes hatte sich Dûhn in blinder Wut durch die Reihen der Untoen gehackt und war so von seinen Freunden getrennt worden.
    Eine Funken schlagende Parade lenkte die Waffe eines der Krieger ab und ließ sie klirrend auf den splitternden Schieferboden krachen als Dragonsword den Besitzer der Klinge von seinem Schwertarm trennte. Ein weiterer Leichnam drang auf den Novizen ein, wurde jedoch von einem geschickten Ausweichmanöver getäuscht und wirbelte nach einem harten Schlag in die Seite orientierungslos vor die Klinge Hírgalads. Der Kopf des Untoten stak noch im Helm als er auf den Boden aufschlug. Ohne zu warten setzte der Schwarzmagier nach und schmetterte dem nächsten der untoten Krieger den Knauf seiner Waffe ins Gesicht. Knochen knirschten und das Gesicht des Leblosen Soldaten splitterte. Unbeeindruckt davon hob der Untote seine Waffe und stach zu. Knochen splitterten und Fleisch riss als der Hieb sein Ziel fand. Hírgald schrie auf und taumelte zurück als sich die Brust seines Gegenüber mit einem jähen Krachen öffnete und eine riesige Klinge daraus hervor schoss und ruckartig zur Seite fuhr.

    Der halb durchtrennte Körper schlug vor den Freunden in den Staub. Dûhn zog sein Schwert aus der bewegungsunfähigen Leiche und stützte sich schwer atmend darauf. Zahllose kleinere Schnitte zogen sich über den breiten Rumpf und die baumstammartigen Arme des Hünen und bedeckten seinen Mantel und die dunkle Rüstung mit einigen Blutrinnsalen.
    "Haben...haben...wir alle..."
    "Geschafft?" Dragonsword hustete und wischte sich schnell das Blut von der Lippe.
    "Ich denke schon." Die Waffe des Novizen ließ ein lieses Klirren vernehmen als sie in den Staub fiel. Dragonsword folgte ihr, indem er sich etwas gemäßiger, aber nichtsdestotrotz unsanft auf sein Hinterteil setzte.
    "Nicht, das das noch zur Gewohnheit wird." Hírgalad hielt sich die Stirn und zog langsam die, vor Anstrengung immer noch zitternden, Finger zurück. Sie waren voller Blut.
    Dûhn war bereits dabei aus einem großen, dunkelbraunen Tuch Binden und Druckverbände zu schneiden und ein bröckeliges gelbes Pulver darin zu verteilen. Die groben Körner brannten in der Wunde, als der Riese Hírgalad, so sachte wie es ihm möglich war, einen Kopfverband anlegte, versprachen aber baldige Besserung.
    "Ochsenpisse," sagte Dûhn auf Dragonswords fragenden, und Hírgalads schmerzverzogenen Blick hin.
    "Ochsenpisse und Brennessel. Du willst doch keine Narbe davon behalten, oder?" Hírgalad lächelte und schaute zu Dragonsword hinüber.
    Dieser jedoch starrte mit leerem Blick den schwarzen Turm des Magiers an.
    "Ich habe das ungute Gefühl," murmelte der Novize in bedeutungsschwangerem Tonfall, "das da drinnen Jemand auf uns wartet. Jemamd der die Soldaten befehligt. Ihr Kriegsherr."
    Dûhn und Hírgald folgten dem Blick ihres Freundes und musterten die kalten, schwarzen Mauern des Bollwerks.

    Irgendwo dort drinnen.

  14. View Forum Posts #34
    Ritter Hirgalad's Avatar
    Join Date
    Aug 2003
    Posts
    1,689
     
    Hirgalad is offline
    Mit der brennenden Wunde am Kopf, und dem Verband, den Dûhn im notdürftig angelegt hatte, machte sich Hírgalad daran, den Turm zu betreten. Sein Schwert, dass er in seiner, mit seinem eigenen Blut verschmierten, rechten Hand hielt, hatte er an den Kettenhemden und Rüstungen der Untoten beinahe stumpf geschlagen. Es war allein der ausgezeichneten Arbeit Cathals zu verdanken, dass das Stück Metall, dass der Schwarzmagier mit sich trug, noch als Waffe zu gebrauchen war. Nun betrat er wütend über den Angriff das dunkle Gemäuer, dass ihn so an den Turm von Xardas erinnerte. In der kleinen Eingangshalle brannten zwei Fackeln, doch sie waren nicht hell genug, um alle Ecken auszuleuchten, und so mussten die drei Gefährten einige Augenblicke warten, bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Zu ihrer linken befand sich eine offene Holztür, und vorsichtig und wachsam spähten die drei Freunde in den Raum. Da er leer war, traten sie schließlich ein, wobei Dûhn sich eine der Fackeln aus dem Vorraum von der Wand genommen hatte. Er ging nun im Raum umher, und sie erkannten, dass es früher wohl einmal ein Alchimielabor oder etwas Ähnliches gewesen war, während es in der letzten Zeit als Waffenkammer gedient hatte. Überall lagen alte, verrostete und verwitterte Schwerter und Äxte, ebenso nutzlos wie ihre einstigen Besitzer, die sich nun vor dem Turm stapelten.
    "Hier hat dieser kranke Typ wohl diesen Stein hergestellt." flüsterte Dragonsword seinen Freunden zu, während er einige der alten Flaschen und Apparate betastete.
    Dûhn hingegen wollte gerade eine alte Axt vom Boden aufheben, allerdings gab das morsche Holz unter dem Druck des Griffes des Hünen den Geist auf. Er schüttelte den Kopf.
    "Hier gibt es nichts brauchbares zu finden, lasst uns lieber den Magier suchen."
    Seine beiden Freunde nickten ihm zu, und er übernahm die Führung. Gegenüber des Raumes, aus dem sie gerade kamen, war eine lange Treppe, die an der Innenwand des Turmes nach oben verlief. Langsam und darauf bedacht, möglichst wenig Lärm zu machen, stiegen die Drei die Treppe hinauf. An der Wand hingen in bestimmten Abstand Fackeln, und erhellten die Treppe.

    Als sie schließlich am Ende der Stufen angelangt waren, bedeutete Hírgalad seinen beiden Freunden zu warten. Er spähte kurz um die Ecke, zog seinen Kopf jedoch sofort wieder hinter die Steinmauer zurück. Alles was er gesehen hatte, war ein großer, menschenleerer Raum. Langsam und vorsichtig betrat der Schwarzmagier den Raum, und als er sich sicher war, dass man ihm keine Falle gestellt hatte, winkte er seinen Freunden. Die drei befanden sich in einer Art Speisesaal, allerdings lag die letzte Benutzung wohl schon sehr, sehr lange zurück. An den beiden Seitenwänden standen jeweils ein langer Esstisch, wahrscheinlich aus Buchenholz gefertigt. Es gab viele Stühle, die meisten jedoch ebenso alt und zerfallen wie fast alles was man hier in diesem Tal fand. Die Mitte des Saals war eine große freie Fläche. Am Ende des Raums war eine weitere Treppe zu sehen, die wohl unter das Dach des Turmes führte. Zudem gab es zwei kleine Türen, die in angrenzende Räume führten. Und aus einer dieser Türen kamen just in diesem Moment vier Gestalten. Der erste der vier, war ein sehr großer Mensch, in einer Rüstung, die noch matt glänzte, und die dem Zahn der Zeit weitesgehend wiederstanden hatte. An seiner Seite trug der Mann ein großes Schwert, und ein ehemals olivgrüner Umhand wehte hinter ihm her. Er betrat den Raum mit stolzen, großen Schritten, und funkelte die Eindringlinge an. Neben ihm hatten sich die anderen beiden Kämpfer positioniert, auch sie musterten die drei Freunde. Beide trugen sie Kettenhemden, jedoch waren diese bei weitem nicht so verwittert wie die der Soldaten, gegen die die Freunde am Fuß des Turmes gekämpft hatte. Einer der beiden hatte eine Axt an seiner Seite, und sie sah, ebenso wie das Schwert seines Kollegen, noch sehr brauchbar aus. Für einige Momente standen sich die sechs Männer gegenüber, und musterten sich stumm, als ob sie einschätzen wollten, zu was ihre Gegner taugten. Dann jedoch trat der größte der Untoten zur Seite, und an seinen Platz schlurfte eine kleine Gestalt, in alte Fetzen gehüllt, das Gesicht durch die Kapuze seines Umhangs verdeckt.

    Die drei Freunde hatten den Magier gefunden.

  15. View Forum Posts #35
    Neuling Der dunkle Magier's Avatar
    Join Date
    May 2004
    Posts
    4
     
    Der dunkle Magier is offline
    Der Körper des Magiers schob sich an seiner Leibgarde vorbei und er trat ins fahle Licht der Kerzen. Seine roten Augen musterten die Gefährten. Doch plötzlich blieben die Augen des Magiers bei dem Novizen hängen. Sie Bewegenten sich keinen Millimeter. Die Augen waren starr auf Dragonsword gerichtet. „Du!“, begann der Magier nach einer schier unendlichen Pause zu sprechen. „Ich erkenne dich!“
    „Ach ja?! Woher willst du mich kennen?!“, warf Dragonsword ein und Griff nach seinem Schwert. Er wollte bereit sein, falls der Magier etwas im Schilde führte.
    „Ich kenne nicht deinen Körper! Doch kenne ich deine Seele!“
    „Was redest du da für einen Schwachsinn?!“, schrie Dragonsword und zog sein Schwert.
    Mit ihm zogen auch Hírgalad und Dûhn ihre Schwerter aus der Scheide und machten sich bereit für den letzten Blutigen Kampf.
    „Wartet!“, wies der Magier seinen Kriegern an die ebenfalls die Schwerter zogen.
    Der Magier wand sich wieder Dragonsword zu und seine Stimme nahm einen ganz und gar anderen Ton an. Einen unheimlichen, düsteren Ton. „Willst du es nicht Wissen? Willst du nicht Wissen warum du Visionen hast? Willst du denn gar nicht Wissen wer deine Eltern sind?“ „Was?!“, Dragonsword ließ sein Schwert sinken. „Ja! Ich weiß fast alles über dich!“
    Dragonsword blickte erschrocken auf den Magier. Der Magier hatte den Novizen da wo er ihn haben wollte. Jetzt würde er die Wahrheit erfahren.
    „Um dir diese Geschichte zu erzählen muss ich etwas weiter ausholen!“

    „Es war vor ungefähr 35 Jahren. Da war dieses Tal noch fruchtbar und schön. Die Barriere stand noch nicht. Früher war ich ein Wissenschaftler der in Namen des alten Klosters hier meine Experimente durchführen durfte. Alle par Wochen ging ich zurück in das Kloster um Bericht zu erstatten. Eines Tages wollte unbedingt eine junge Wissenschaftlerin mit mir ins Tal gehen. Ich erfüllte ihr die Bitte und nahm sie mit. Sie Arbeitete dann als meine Assistentin. Doch dann veränderte sich mein ganzes Leben und auch das meiner Assistentin.
    Die Barriere wurde erschaffen! Die Menschen gingen gegenseitig aufeinander los und töteten die Paladine des Königs. Die Zeit von Gomez und den ganzen anderen Verrückten war gekommen. Aber es war nicht meine Zeit. Ich blieb im Tal und führte meine Forschungen nach dem Ewigen Leben und nach dem Sinn des Lebens weiter. Zu Essen war genug da. Samantha kümmerte sich sehr gut um den Garten und half mir bei allen Arbeiten die so anstanden. Sie war bis zum Ende die gleiche. Doch ich veränderte mich im Laufe der Zeit.“

    Der Magier unterbrach seine Geschichte kurz um sich zu setzen.

    „Ich wollte nicht mehr Innos dienen. Ich wurde ein Anhänger Beliars und durch ihn bekam ich die Macht meine Forschungen noch schneller zu vollenden. Ich begann ein Tagebuch denn es schien als würde mein Verstand nicht mehr so wie immer denken. Durch dieses Umdenken hab ich dann auch das Tal vernichtet. Ich habe den Fluss Rabenschwarz gefärbt und damit das Leben im Tal ausgelöscht.
    Inzwischen waren ich und Samantha auch nicht mehr die einzigen im Tal. Ein paar Söldner und einige, scheinbar durch den Schläfer geblendete Novizen, waren zu mir gestoßen.“

    Bei seinem letzten Satz sah der Magier verächtend auf die zerrissene Rüstung des Novizen.
    „Es gibt ihn also immer noch!“, sagte er voller Abscheu und wand sich wieder der Geschichte zu.

    „Dann konnte ich ihn vollenden! Den Stein! Den großen Stein! Bis heute weiß ich nur dass er die Magische Kraft steigern kann! Doch es muss mehr dahinter sein! Denn als ich denn Stein gerade erst fertig gestellt hatte wurde mein Verstand von irgendetwas befallen.
    Ich konnte die Gute, die Wissenschaftliche und auch ein Teil der Bösen Seite dank des Steines zwischenspeichern. In Samantha! Samantha bemerkte es zu spät und rannte mit meinem Tagebuch davon. Ich ließ sie nicht verfolgen. Ich glaube sie würde sowieso an der Barriere scheitern. Doch ich habe mich geirrt. Die Barriere zerbrach. Und Samantha war frei. Ich hingegen verfiel dem Stein vollkommen. Das wenige bisschen Verstand was ich noch habe scheint sich im Stein festgekrallt zu haben. Sonst könnte ich nicht zu euch sprechen. Wie auch immer! Samantha schaffte es bis nach Khorinis. Dort gebar sie ein Kind. Nicht mein Kind. Das Kind eines Abenteurers. Sie starb bei der Geburt und der Vater des Kindes musste in den Krieg mit den Orks. Er ließ das Kind bei einer Bauernfamilie zurück und verließ Khorinis. Aus dem Kind wurde ein Jugendlicher und später ein Mann. Dieser Mann schaffte es nach Khorinis und er wurde Händler.“

    Dragonsword war inzwischen auf die Knie gesunken. Man konnte sein Gesicht nicht erkennen da es auf den Boden gereichtet war.
    „Soll das heißen,…“, unterbrach Hírgalad mit einem mehr als entsetzten Blick die Stille.
    „Ja! Mein Geist ist auf das Kind von Samantha übergegangen. Bis vor wenigen Jahren konnte ich noch, dank des Steines, die Welt aus den Augen von Dragonsword sehen. Ja! Es ist noch nicht sehr lange her, da konnte ich sogar für kurze Zeit seinen gesamten Körper kontrollieren!“ Dûhn und Hírgalad zuckten beide bei diesen Worten gleichzeitig zusammen. Sie verstanden, so vieles, doch noch immer waren so viele Fragen offen.

    Dann begann der Magier wieder zu sprechen. „Vor einigen Monaten ist der Kontakt zu meinem Wirt dann völlig abgebrochen. Doch mein Verstand und mein altes Tagebuch haben dich wieder zu mir geführt! Ich werde mir meinen Verstand zurückholen! Dazu brauche ich nur diesen Stein und deinen Körper! Dann werde ich wieder der Alte sein! Ich werde mit diesem Stein die Welt beherrschen denn nur mein alter Verstand kennt die waren Kräfte des Steines!“

    Der Magier sprang von seinem Stuhl auf und fing böse zu lachen an!
    „Nein! Lüge! Die kennst meine Mutter nicht!“, schrie Dragonsword und sprang auf! Sein Schwert war gezückt. Das Gesicht des Novizen war angestaut mit Wut. Seine Augen schienen zu Brennen. Dûhn und Hírgalad hatten ihren Freund noch nie so gesehen.
    „Alles Lüge!“, schrie er noch mal. „Ach ja!?“, entgegnete der Magier der sich bereits wieder hinter seine Leibgerade gestellt hatte. „Soll ich dir einen Beweis geben?! Hier hast du ihn!“
    Der Magier griff an seinen Stein und ließ sein Gesicht sinken. Plötzlich riss er es wieder nach oben und sah auf Dragonsword. Dieser wurde zurückgerissen und unsanft gegen eine Wand geworfen! Dann viel er zu Boden und krümmte sich vor Schmerzen. Dûhn und Hìrgalad rannten zu ihrem Freund.
    Dûhn und Hírgalad kamen sich so hilflos vor. Sie konnten nichts machen!
    Der Magier grinste über das ganze Gesicht. Bei ihm war ja noch genug da um ein Grinsen zu erkennen. „NA?! Beweis genug?!“, fragte er und lachte böse.
    „JA!“, ertönte es plötzlich von Dragonsword. „WAS?! DU KANNST NOCH SPRECHEN?!“
    „Wie du siehst!“, sagte Dragonsword und erhob sich. Er pickte sein Schwert vom Boden auf und ging in Kampfposition! „DAS IST VERRÜCKT! DU MÜSSTEST DEINE FREUNDE TÖTEN! SO WAR MEIN BEFEHL!“
    „So wie in meiner Vision! Das spielt nicht Freundchen!
    “NEIN!?“
    „Meine Freunde sind mir das wichtigste! Niemand kann mich dazu bringen ihnen auch nur ein Haar zu krümmen!“
    Dûhn und Hírgalad blickten sich gegenseitig an um dann schließlich hinter Dragonsword Stellung zu beziehen!
    „DAS KANN NICHT SEIN! NEIN!“, der Magier war außer sich vor Wut! Er Kochte nahezu! Dann griff er an den Stein, er Atmete genau so schwer wie Dragonsword. Nach einer kurzen Pause schnippte der Magier mit dem Finger und die drei Kämpfer, die vor ihm standen nahmen Haltung an, und festigten den Griff um ihre Waffen.
    „Tötet sie! Aber den Novizen lasst mir am Leben!“, befahl der Magier seinen Untertanen und machte sich schnell aus dem Staub.
    „Hört das denn nie auf?“, fragte Dragonsword noch immer etwas angeschlagen von dem Seelischen Angriff des Magiers.
    Dann begann der Kampf. Der schwerste Kampf der drei Freunde! Der Endkampf!
    Last edited by Der dunkle Magier; 06.07.2004 at 19:58.

  16. View Forum Posts #36
    Kämpfer Dûhn's Avatar
    Join Date
    Mar 2003
    Location
    [ Zimer im Kastell ] [ Waffe: Großes Messer - Bastardschwert aus Verwerfungsgestein ] [ Rüstung: Gehärtete Lederrüstung - Schwarzmagierrobe ] [ Rang: Schwarzmagier ] [Skills: (3/5) - Barbier - Einhand 2]
    Posts
    325
     
    Dûhn is offline
    Mit aufgerissenen Augen und schwer gehendem Atem hatte Dûhn die Ausführungen des Magiers in sich aufgenommen und vor Zorn fast laut geschrien.
    Wie konnte es diese uralte, ausgemergelte Gestalt auch nur wagen seinem Freund derartig dreiste Lügen aufzu tischen? Tief in seinem Innersten jedoch wusste der Riese das der finstere Magier die Wahrheit sprach. Zu frisch zog die Erinnerung durch sein Bewusstsein. Die Erinnerung an Dragonsword und wie er wortkarg und melancholisch die Einsamkeit gesucht hatte. Ohne sich zu verabschieden... ohne erklärende Worte... ohne selbst zu wissen warum.

    Darum also, alter Freund.

    Dûhn schüttelte verbissen den Kopf. Es war egal. Selbst wenn die Geister von tausend untoten Hexenmeistern im Kopf seines Freundes ruhen würden würde er nicht eine Handbreit von seiner Seite weichen. Nicht im Leben und auch nicht im Tod.
    Die Erwiederung Dragonswords ließ Stolz und Kraft wie Feuer durch seine Adern strömen. Sein Freund hatte der Macht eines uralten Intellekts und dem Blutsband des Hexers getrotzt, allein durch seinen Glauben an ihre Verbundenheit.

    An ihre Freundschaft.



    Die drei untoten Elite-Sturmtruppen kamen einem wirbelnden schwarzen Mahlstrom gleich über die Gefährten. Dûhn vermochte gerade noch zu erkennen wie zwei der Wächter sich seiner Freunde annahmen, da schoss auch schon ein gewaltiges schwarzes Schwert mit der Wucht eines Rammbocks auf ihn herab. Mit knapper Not riss der Riese seine Waffe empor und ließ die, in einem unirdischen Licht funkelnde, Klinge seines Gegners kurz vor seinem Gesicht zur Seite gleiten. Das gequälte Kreischen reißenden Metalls drohte die Trommelfelle des Hünen zu sprengen als die gigantische Schneide an seiner eigenen Klinge antlang fuhr und geisterhaft glimmende Funken aufstieben ließ. Mit einem jähen Ruck befreite sich der Schwarzmagier aus der tödlichen Waffenklammer und taumelte, überrascht von der Kraft und Geschicklichkeit seines Gegenüber, ein paar Schritte zurück.
    Die Fratze des Untoten verzog sich zu einer dämonischen Maske. Die Haut im Gesicht des äonen alten Kriegers glich altem Pergament, welches so hart über den Schädel gespannt war das es so schien als würden sich im nächsten Moment Risse in seinem Antlitz auftuen. Die Nase und die Lippen des Monsters waren schon vor langer Zeit abgefault und gaben den Blick auf Reihen unnatürlich spitzer Zähne frei.
    Das war kein normaler Untoter.

    Schau mich an, Fleisch und Knochen.
    Die Kiefer des Ungetüms bewegten sich, doch die Stimme des Toten erklang, wie die eines Dämons, direkt im Kopf des Hünen. Donnernd und kreischend zugleich, wie ein Kanonenschlag gemischt mit dem Geräusch über eine Tafel kratzender Fingernägel
    Ich war einst der Hauptmann dieses Haufens aus zerfallendem Fleisch. Ich war, trotz meines Ranges, unbedeutend. Ein Sandkorn im Stundenglas meines Meisters....unseres Meisters. Du weist, von wem ich rede.
    Dûhns Faust schloss sich fester um den Griff seiner Waffe.
    Nun bin ich mehr, als du jeh sein wirst. Ich bin unendlich. Frei von den Fesseln der Zeit...von dem Geplapper der Menschen...von all dem, was war und was sein wird. Ich bin Ezethor. Und ich werde diese Existenz nicht aufgeben, weil ein Rudel dahergelaufener Hunde meint, es könne sich mit Mächten einlassen die ihren, zwischen Fleisch und Knochen eingezwängten VERSTAND ÜBERSTEIGEN!!

    Die Stimme des Untoten war zu einer tosenden Kakophonie aus Kreischen und Donnern angeschwollen. Die Gestalt Riss ihren gepanzerten Rechten Arm hoch und richtete ihre Waffe auf den Schwarzmagier. Die Rüstung des Hauptmannes bestand aus dunklem Kanonenstahl, dem die Zeichen der Zeit nichts an zu haben vermochten. Totenschädel, gotische Ranken und verbotene Verse in einer vergessenen, dunklen Sprache zogen sich über die ganze Länge der uralten Panzerung. Schwer und bösartig, wirkte der Harnisch gerade so als ob er nicht so sehr Rüstung als viel mehr ein Geschwür war, das sich aus der reinen Finsternis seines Besitzers gebildet und anschließend den Körper überwuchert hatte.
    Die Waffe hingegen schien sehr weltlich. Das Licht brach sich auf seltsame Art uns Weise, wie es auf die enorme Klinge fiel. Fast violett strahlte es, einer düster leuchtenden Korona gleich, von dem alten Schwert aus; schmucklos und in seiner Schwärze und Einfachheit für einen einzigen Zweck erschaffen.
    Dûhn sog scharf die Luft ein als er all das in wenigen Sekunden in sich auf nahm. Als die dunkle Waffe flüsternd und finster leuchtend auf ihn zu schnellte, wusste er wo er etwas derartiges schon einmal gesehen hatte.

    Erz! Die Waffe ist aus unverarbeitetem, rohen Verwerfungsgestein!

    Mit der Wucht von hundert Lawinen traf das schwarze Schwert auf die Waffe aus der Meisterschmeide Cathals und schlug eine tiefe Scharte in die Klinge. Verzweifelt versuchte Dûhn einen weiteren Schritt zurück zu tun, doch Ezethor war schneller. Die gepanzerte Faust des Hauptmannes schoss blitzartig nach vorne und traf den Riesen an der Schläfe. Ein Universum aus heißem Schmerz und tanzenden Sternen explodierte vor Dûhns Augen. Nur durch seine Erfahrung und pures Glück gelang es ihm den folgenden, seitlich geführten Schwerthieb zu parieren. Noch in der Abwehrbewegung presste der Koloss seine eigene Klinge gegen die Waffe seines Gegenüber und wuchtete seine ganze Masse in einem gewaltigen Rammstoß gegen die Brust seines Feindes. Ezethor brüllte überrascht auf als der Boden unter seinen Füßen verschwand und er, begleitet vom Scheppern seiner Rüstung, hart gegen die Wand des Turms schlug. Dûhn hingegen richtete sich wieder auf, taumelte auf den Untoten zu und ließ sein Schwert in einem harten Bogen hinab fahren. Die Waffe Schlug mit einem durchdringenden Klingen gegen die Rüstung und wurde Dûhn fast aus der Hand getrieben.

    Nein. Nein!

    Das Lachen des Monsters hallte hohl im Gedächtnis des Riesen nach.
    Mehr als du jemals sein wirst, Fleisch und Knochen!
    Mit einem wütenden Brüllen stach der Hüne abermals mit seiner nutzlos amutenden Waffe auf den Leichnahm ein. Zwecklos. Riesige Pranken schlossen sich um den Hals Ezethors und schmetterten den verwesenden Schädel brutal und ruckartig gegen die Wand. Der Hauptmann knurrte nur zornig als sich mit einem ekelhaften Knacken tiefer Riss in seiner Schädeldecke auftat und führte einen wuchtigen Rückhandschlag gegen den Hünen. Dûhn wurde mehrere Meter zurück geschleudert und landete, von einem dumpfen Aufschlag begleitet, hart auf dem Rücken. Einen Moment später zersplitterte der schwarze Marmor des Fußbodens an der Stelle wo Dûhn nur einen Moment zuvor gelegen hatte. Der Hauptmann wischte sich ein paar klackernde Gesteinssplitter von der Rüstung, zog die Erz-Waffe aus dem rauchenden schwarzen Loch und dehte sich langsam zu dem Riesen um, welcher bereits wieder aufgesprungen war und, mit dem Schwung seiner Aufwärtsbewegung, zum Schlag ausholte. Mühelos parierte der Untote den Hieb, der wohl einen Baum in der Mitte gespalten hätte, schlug dem Riesen eine seiner gepanzerten Fäuste in den Nacken und zog das Gesicht des Kolosses dicht vor seine eigene Fratze.

    Warum machst du es dir so schwer, Fleisch und Knochen? Du kannst eben so wenig gewinnen wie dein Freund dem Ruf des Steins widerstehen kann. Mach dir nichts vor... so oder so ist es nur eine Frage der Zeit bis eure Eingeweide über diesen Boden rutschen. Mit euren kleinen Freund jedoch werden wir nicht so gnädig verfahren. Für die... Unannehmlichkeiten... der er uns beschert hat wird er noch etwas länger schreien als ihr. Sehr viel länger.
    Der Gestank der aus dem Rachen Ezethors heraufzog war unbeschreiblich. Der Geruch verbrannten Fleisches war durchmengt mit dem ekelhaft süßen Gestank der Verwesung. Vor Ekel Würgend verzog Dûhn sein Narben bedecktes Gesicht zu einem grimmigen Lächeln.

    "Du hast was vergessen, Hübscher."
    Ezethors Augenschlitze verengten sich.
    Und was soll das wohl sein, Fleisch und Knochen?
    Dûhn schnaubte grollend.
    "Im Gegensatz zu euch..." Dûhn ließ seine Waffe fallen und schlang seine Arme um die Beine des Untoten. Das Schwert prallte mit einem hellen Klirren auf den kalten Marmor.
    "...sind wir bereit Opfer zu bringen!!"

    Mit einem heiseren Brüllen hob der Riese den Zentner schweren, gepanzerten Hauptmann der Untoten Elitegarde an und preschte auf die morsche Turmwand zu. Ezethor, der sich mit überrascht geweiteten Augen an dem Koloss festkrallte und kaum fassen konnte was gerade geschah hieb mit einem wütenden Kreischen die dunkle Klinge in die Seite des Hünen und trieb sie tief unter die Lederrüstung. Blut quoll hervor.





    NEIN!





    Von außen sah es fast so aus als würde ein Teil des oberen Stockwerks explodieren. Zwei Gestalten brachen mit einer unglaublichen Wucht durch die Wand des Turmes, begleitet von umher wirbelnden Steinen und einer enormen Staublawine.
    Um Dûhn herum ging die Welt in Schmerz auf. Die finstere Klinge stak in seiner Seite, ein Tornado aus Steinen, Mörtel, verrotendem Moos und den tobenden Schreien des Untoten Hauptmannes raubte ihm seine Sinne. Steine schlugen gegen seinen Kopf, seine Beine und die Schertwunde in seiner Seite und hinterließen einen grauenhaften, dumpf pochenden Schmerz.
    Dann verschwand der Boden unter seinen Füßen.

    Als sich der Staub legte warf die untergehende Sonne lange Lichtlanzen durch die klaffende Wunde in der Flanke des schwarzen Turmes. Langsam legte sich der Staub, segelte sanft zu Boden, glitzernd im Schein des sterbenden Tageslichts. Für einige, unendlich lange Sekunden geschah rein garnichts.
    Dann, urplötzlich, schlug eine gewaltige Prake auf den Marmor des Obergeschosses und suchte tastend nach Halt. Einem zerkratzten und blutigen Arm folgte ein brauner Haarschopf mitsamt einem blutenden, vernarbten Gesicht, komplett vollgestaubt, bis auf die rot glitzernden Blutspuren. Der, vor Schmerz mit den Zähnen knirschende Riese wuchtete seine Masse in die Öffnung und schlug, schwer atmend, mit dem Rücken auf den gesplitterten Marmor. Seine rechte Hand war krampfhaft um den Griff des schwarzen Schwertes geschlossen, welches er nun als Stütze benutzte um seine Masse auf zu richten. Mit vor Schmerz geschlossenen Augen strauchelte der Koloss für einen kurzen Moment bedenklich vor und zurück, bevor sich seine Augen durch einem jähen Schock öffneten und zu der Bruchstelle in der Aussenwand zuckten. Humpelnd und stolpernd taumelte der Riese zu der Öffnung und stützte sich keuchend an der Wand ab, um in die Tiefe zu blicken.

    Dort, aufgespießt von einer Gußeisernen Brustwehr, lag der zerschmetterte Körper Ezethors. Die Schwarze Rüstung war zertrümmert und an mehrern Stellen geplatzt. Die Dämonische Fratze war zu einem stummen Schrei aufgerissen und aus dem Mund des Leichnams troffen üble Flüssigkeiten.
    Mit einem gequälten Ächzen sank Dûhn in die Knie und lehnte sich neben dem Abgrund an die Wand. Ein grimmiges Lächeln machte sich langsam auf seinen verstaubten, blutenden und vernarbten Zügen breit.

    "Das is für Dragonswords 'Unannehmlichkeiten'... Scheißkerl!"
    Dûhn lachte hustend und richtete sich quälend langsam wieder an der Wand auf, die finstere Erz-Klinge in der Faust. Die Lippen fest zusammengepresst und seine verletzte Seite haltend hob er die finster glimmende Waffe. Noch war die Schlacht nicht geschlagen.

    Noch lange nicht.
    Last edited by Dûhn; 09.07.2004 at 21:59.

  17. Visit Homepage View Forum Posts #37
    Ehrengarde Dragonsword's Avatar
    Join Date
    Jul 2003
    Location
    Die weite Wüste || Rang: Hoher Wassermagier || Waffen: Kampfstab || Rüstung: Robe, Brille || Skills: (4/10) || Einhand 2 || Stabkampf 2
    Posts
    2,192
     
    Dragonsword is offline
    "Wow!", schrie der Novize durch die dunkle Halle als er nur knapp der Doppelaxt seines Untoten Gegenübers ausgewichen war.
    "Hey! Das Ding ist scharf! Du könntest jemanden damit verletzen!", es war nicht zu überhören das Dragonsword trotz der starken seelischen Belastung seinen Humor nicht verloren hatte. Schon seit fünf Minuten konnte er nichts anderes tun als Ausweichen. Sein Gegner war stark, er konnte die schwere Doppelaxt mit einer Hand führen. Darüber hinaus war er groß, sehr groß. Dragonsword musste sich etwas einfallen lassen. Parieren konnte er nicht. Sein Schwert war zwar aus der Schmiede Cathals aber so ein Schlag würde entweder das Schwert oder die Knochen des Novizen brechen. "Verdammt!" Ganz knapp zog die Axt am Gesicht von Dragonsword vorbei.

    Jetzt war guter Rat teuer! Parieren konnte der Novize nicht, zumindest, glaubte er das. Ausweichen funktionierte ganz gut. Sein Gegner war relativ langsam. Aber ewig konnte er nicht Ausweichen! Also blieb nur eines! "Angriff!", schrie der Novize schlug mit seinem Schwert zu und musste bemerken dass sein Gegner den Schlag mit Leichtigkeit Parieren konnte. Der Untote wollte wohl in diesem Augenblick etwas sagen, oder vielleicht über die Kampfkunst des Novizen lachen. Leider hatte er seinen Unterkiefer verloren. "Ekelhaft!", konnte der Novize gerade noch sagen als er schon gegen die nächste Wand geschubst wurde.

    "Also,... Angriff klappt auch nicht!", sagte der Novize leise zu sich selbst und atmete dabei schwer. Seine Kraft ging zur neige. Er hob sein Schwert und ging einen Schritt zurück. Jetzt stand der Novize mit dem Rücken zur Wand. Schneller als es der Novize erwartet hatte stand der Untote vor ihm und schon folg das Schwert, durch einen Kraftvollen Schlag der Untoten Bestie, durch den Raum. „Oh,… ähm,…“, jetzt waren alle Karten gespielt der Novize hatte verloren. Sein Gegner hob seine Waffe um dem Novizen mit einem einzigen Schlag das Licht auszublasen. Dragonsword schloss die Augen und wartete darauf zu den Göttern geschickt zu werden. Aber es passierte nichts. Nach einer kleinen Ewigkeit in Angst öffnete der Noivze die Augen. Der Untote stand noch immer mit erhobener Waffe vor dem Novizen. „W,… a,… s,…?“, brachte der Novize gerade heraus. Sein Hirn arbeitet auf Hochtouren. Es suchte nach einer Gedankenverknüpfung. Plötzlich schoss es dem Novizen! Der Magier hatte angeordnet ihn nicht zu töten! Der Untote war also im Konflikt mit sich selbst. Er war an den Magier gebunden und musste dessen Befehle folge leisten. Gleichzeitig schlummerte noch immer die Seele eines Krieger in ihm die im Sagte er solle seinen Feind vernichten.
    Eine verzwickte Lage für den Untoten und die einzige Chance für Dragonsword zu überleben. Er verpasste dem Untoten einen Schlag mit der Rechten hand der ihn nach hinten Taumeln ließ. Jetzt war der Untote wieder bei der Sache. Der Konflikt hatte sich gelegt. Jetzt gab es nur noch eines,… TÖTEN!

    Dragonsword rannte zu seinem Schwert und hob es vom Boden auf. „Parieren oder nicht. Angriff oder nicht! Ich werde dich besiegen!“, schrei der Novize sprang auf den langen Esstisch im Raum und rannte drauf auf den Untoten zu.
    Dieser versuchte ebenfalls auf den Tisch zu kommen. Sein Fehler!
    Dragonsword beschleunigte und war schneller bei Untoten als der auf dem Tisch. Das Bedeutete Enthauptung für das Ekelhafte Wesen.
    „Ja!“, schrie der Novize erschöpft durch den Raum und blickte um sich. Keiner hatten seinen Sieg mitverfolgt. Wo waren Dûhn und Hírgalad?

    Noch bevor der Novize fertig denken konnte wurde er durch ein Geräusch hinter sich abgelenkt. Zum Glück für Dragonsword. Denn der Leblose Körper des Untoten rannte auf den Hohen Novizen zu! Axt schwingend und ohne Kopf rannte der Untote blind in die Richtung in der er den Novizen vermutete. Und er hatte gut Geraten. Dragonsword wurde voll erwischt.
    Vom linken Bein bis zur Rechen Schulter wurde der Novize getroffen. Für einen kurzen Augeblick wurde alles schwarz um die Augen von Dragonsword. Die alte Wunde des Pfeils platze wieder auf und Blutüberströmt viel der Novize auf die Knie. Doch er hatte wirklich nicht vor jetzt aufzugeben. Er stütze sich in der nächsten Sekunde auf sein Schwert, sein Blick wurde wieder klar, und rammte dem Untoten das Schwert in den Rücken. Das war sein Ende. Dragonsword blieb stehen und blickte auf seinen Leib heran. Rot,… alles war Rot,… alles war voller Blut. Die Rüstung, war jetzt wirklich nur mehr ein Fetzen! Ein einziger Blutverschmierter Fetzen.
    Dragonsword presste die Lippen vor Schmerz zusammen und versuchte nicht vom Schmerz überwälltigt zu werden. Durch den hohen Blutverlust war Eile geboten die Anderen zu finden.
    Wo waren sie bloß!?

  18. View Forum Posts #38
    Ritter Hirgalad's Avatar
    Join Date
    Aug 2003
    Posts
    1,689
     
    Hirgalad is offline
    Während der Magier gesprochen hatte, war Hírgalad wie paralysiert gewesen, und hatte dem Geschöpf aufmerksam gelauscht. Das was dieser Kerl da erzählt hatte, war für den Schwarzmagier ziemlich unlogisch und unverständlich, denn wie konnte es auch wahr sein? Lange konnte der Magus jedoch nicht darüber nachdenken, denn plötzlich sauste ein schimmernder Gegenstand auf ihn zu. Nur durch einen Reflex entging Hírgalad der Klinge des untoten Wächters, der es auf ihn abgesehen hatte. Er verstärkte den Griff um seine Waffe, die ebenso wie die seiner Freunde aus der Sumpfschmiede Cathals stammte, und musterte seinen Gegner. Der Krieger war noch um etwa einen halben Fuß größer als der Schwarzmagier, und sein Kopf war nur noch eine Fratze. Der untote Kiefer bewegte sich, als Worte im Kopf des Schwarzmagiers ertönten. Brennender Schmerz durchzuckte die schwarz gekleidete Gestalt, ähnlich wie bei den Dämonen des Kastells, wobei diese jedoch nie derartigen Schmerz verursacht hatten. Diese Kreatur dort vor Hírgalad kam eindeutig aus einer anderen Ebene des unendlichen Reich Beliars.
    "Nun wirst du ... dein Ende erleben,... Sterblicher."
    Der Schwarzmagier verzog das Gesicht und antwortete gelassen. "Euch Untoten fällt doch auch nichts besseres ein, oder? Ich habe keine Angst vor dem Tod, denn ich bin ein Diener Beliars, dem Herrn der Toten. Allerdings wirst du ganz sicher nicht darüber entscheiden, wann ich vor meinen Meister trete. Und nun spar dir deine dummen Kommentare und greif endlich an, du verfaulter Idiot."

    Bei dem Blick, den der Krieger dem Schwarzmagier nun zuwarf, wären ängstliche Naturen wohl weggerannt, doch Hírgalad konzentrierte sich komplett auf den Angriff des Untoten, und bekam nicht einmal mit, wie ihn sein Gegner anfunkelte. Dann schließlich griff der Untote an. Mit unglaublich starken, kurzen Kombination eröffnete er den Kampf. Der Schwarzmagier wurde unter den harten Hieben zurückgetrieben, er hatte die Stärke des Feindes unterschätzt. Sein ursprünglicher Plan musste nun leicht an die Kräfte des Gegner angepasst werden. Als er sich schließlich wieder gefasst hatte, ging Hírgalad endlich zum Gegenangriff über. Als er einen weiteren Schlag mit seiner Waffe abfing, ließ er die Klinge des Gegners mit einem unangenehmen Kreischen an seiner entlang gleiten, drehte sich dann schnell auf dem rechten Fuß zur Seite, und versuchte einen Treffer in der Magengrube seines Gegners zu landen. Der Untote jedoch war auch noch schneller als erwartet und konnte den Schlag abblocken. Hírgalad ging auf Distanz zu seinem Gegner, mit neuem Respekt für seinen untoten Gegner erfüllt. Er betrachtete ihn ganz genau, auf der Suche nach Schwachstellen. Das Kettenhemd das der Krieger trug, schien noch ganz nützlich zu sein, was ihm dem ungepanzerten Schwarzmagier gegenüber zum Vorteil gereichte. Nach wenigen Augenblicken hatte sich Hírgalad eine neue Taktik einfallen lassen, und stürmte wieder auf den Untoten zu. Mit einem kräftigem Schlag, von unten nach oben geführt, schoß die Meisterklinge Cathals auf das Gesicht des Kriegers zu. Jedoch wurde auch dieser Schlag abgeblockt, schon fast zu lässig, als ob der Kampf nicht die geringste Herausforderung für den Kämpfer wäre. Er ergriff nun seinerseits wieder die Initiative und ließ eine Reihe harter, unbarmherziger Schläge auf seinen Gegner niederregnen. Die beiden Kontrahenten bewegten sich auf diese Art und Weise immer weiter auf die Treppe zur Eingangshalle zu, und Hírgalad erkannte eine neue Chance. Mit einigen schnellen Schritten befand er sich plötzlich einige Fuß unter dem Untoten. Dieser erkannte wohl, was sein Gegner vorhatte, und griff weiter an. Der Schwarzmagier versuchte nun mit einem festem Schlag die Füße des Untoten vom Rest seines Körpers zu trennen, aber das Geschöpf der Unterwelt war auf der Hut. Mit einem kleinem Sprung setzte der Kämpfer über die Klinge seines Gegners hinweg und ließ seinen rechten Fuß nach vorne schnellen. Hírgalad wurde mit der eisenbeschlagenen Stiefelspitze an der Schläfe getroffen, was eine Schmerzexplosion im Kopf des Schwarzmagiers zu Folge hatte. Dem jungen Mann wurde schwarz vor Augen, und er purzelte die Treppe hinunter.

    Sein Kopf schlug hart auf den verwitterten Steinboden der Eingangshalle auf, als Hírgalad schließlich unten ankam. Für einen kurzen Augenblick, spürte er gar nichts, dann kam schließlich der Schmerz. Brennender Schmerz, es fühlte sich so an, als ob jeder Knochen doppelt gebrochen war. Hírgalad hörte die langsamen Schritte der schweren Stiefel des Untoten, als dieser die Treppe herunter kam, und geriet in Panik. Hatte er sich verschätzt? War dieser Kerl doch stärker als erwartet? Nein, noch war seine Zeit nicht gekommen. Er hatte bei weitem noch nicht genug geleistet, um jetzt schon vor Beliar treten zu können. Diese Erkenntnis gab ihm Kraft, und er rappelte sich langsam auf, versuchend, den Schmerz zu ignorieren. Mit langsamen Schritten, die Beine nur zögerlich belastend, trat er in den Raum, den er vor wenigen Minuten untersucht hatte. Am Boden fand sich schließlich ein uraltes Schwert, das schon so verrostet war, das es wohl beim erstbesten kräftigen Schlag zerbrechen würde, aber das reichte aus, er brauchte die Waffe nicht um lange Zeit damit zu kämpfen. Als der untote Krieger schließlich den Fuß der Treppe erreicht hatte, vernahm Hírgalad, erschöpft an einem Türrahmen lehnend schließlich wieder seine Stimme, wie tausend neue Nadelstiche.
    "Wie es aussieht trittst du nun doch vor deinen Meister, Sterblicher. Viel Spaß." Er setzte zu einem finalen Schlag an, der dem geschwächten und bewegungsunfähigen Gegner das Leben austreiben sollte. Hírgalad jedoch hatte genau den richtigen Moment abgewartet und duckte sich unter dem Schlag weg. Das Schwert bohrte sich durch den morschen Holzrahmen in das alte Gemäuer. Noch in der Bewegung rammte der junge Mann dem Krieger das rostige Schwert in die Schulter. Für einen Moment standen beide Kontrahenten still, dann jedoch verzog der Untote sein Gesicht zu einer hässlichen Fratze, zog die alte Waffe aus seinem Körper, zermalmte die Klinge in der linken Hand und ließ die Überreste zu Boden fallen, wo sie klirrend aufprallten. Erschrocken versuchte Hírgalad seinen letzten Trumpf auszuspielen, und zog seinen Dolch aus der Scheide im Stiefel. Noch bevor der Untote Kämpfer reagieren konnte, hatte er schon die kleine Waffe im Gesicht stecken. Jedoch zeigte auch das keine Wirkung, denn der Untote packte den Griff und zog den Dolch einfach wieder herraus.

    Mit offenem Mund bestaunte der Schwarzmagier, wie der Krieger immer noch am "Leben" war, und über die beiden Angriffe anscheinend leicht erzürnt, seine Waffe in einem Ruck aus der Wand zog und schließlich auf ihn zustapfte. Nach einem kurzem Moment des Nachdenkens, kam er schließlich zum Entschluss, dass Wegrennen wohl die beste und einzig sinnvolle Entscheidung war. Er hetzte so schnell er konnte die Treppe nach oben, um sein Schwert aufzusammeln und den Kampf wieder aufzunehmen. Mit einem ziemlich aufgebrachten, untoten Kämpfer auf den Fersen, erreichte er schließlich seine Waffe, und fühlte sich gleich viel besser. Entschlossen drehte sich der Schwarzmagier um, und musste sofort einem Schlag ausweichen, was dazu führte, dass der Untote seine Waffe schon wieder aus der Wand ziehen musste. Diese Chance wollte Hírgalad nicht ungenutzt lassen, und er ließ die Klinge aus Cathals Schmiede mit größtmöglicher Wucht in die Fratze des Wächters krachen. Mit einem lauten Knacken brachen einige Knochen, was den Untoten jedoch immer noch nicht stoppen konnte. Nun schon fast verzweifelt, riss Hírgalad seine Waffe nach oben, um einen Hieb seines Gegners abzublocken, der seine Waffe wieder befreit hatte. Dieser eine wuchtige Schlag jedoch, war schließlich zu viel. Die Klinge der Waffe des Schwarzmagiers brach in der Mitte durch, und in diesem Moment erkannte er, dass sein Gegner nicht irgendein Schwert besaß, Nein, dieses war aus magischem Erz gefertigt.

    In seiner Verzweiflung packte der Schwarzmagier seine letzte Chance. Er ließ seine rechte Faust gegen den Kopf des Kämpfers knallen, und deformierte dessen Fratze noch weiter. Dann riß er eine Fackel aus der Halterung der Wand, und rammte auch diese seinem Gegner gegen den Schädel, fest davon überzeugt, dass dieser eklige Kerl doch irgendwie tot zu kriegen sein musste. Und tatsächlich, das Feuer der Fackel verbrannte die alte, pergamentartige Haut des Kriegers, und ließ den Körper des Untoten vergehen. Hirgalad allerdings fiel erschöpft auf eine Stufe der Treppe, und nahm das Schwert des untoten zur Hand. Dass er eben mit Hilfe der Macht Innos ein Geschöpf Beliars besiegt hatte, fiel ihm nicht auf, er untersuchte seine Beute.

  19. Visit Homepage View Forum Posts #39
    Ehrengarde Dragonsword's Avatar
    Join Date
    Jul 2003
    Location
    Die weite Wüste || Rang: Hoher Wassermagier || Waffen: Kampfstab || Rüstung: Robe, Brille || Skills: (4/10) || Einhand 2 || Stabkampf 2
    Posts
    2,192
     
    Dragonsword is offline
    Langsam und entkräftet bewegte sich Dragonsword zu einer Wand, lehnte sich dran, und rutsche hinuten bis er am Boden saß. Er hielt sich einen Stofffetzen seiner Rüstung gegen die offene Wunde um das Blut zu stoppen. Trotzdem war der Boden schon nach einigen Minuten von einer Blutlache bedeckt in der sich das Vernarbte Gesicht des Novizen spiegelte. „Hmmm,… früher hatte ich keine einizge Narbe.“, sagte der Novize zu sich selbst und fuhr dabei langsam über sein Gesicht, das ganz verzogen durch den Schmerz war. „Früher kannstest du uns auch nicht!“, dröhnte es plötzlich aus einer dunklen Ecke und Dûhn schritt ins fahle Licht einer Fakel. Dûhn schien föllig entkräftet und erschöpft zu sein, trotzdem war Triumpf in seinen Augen zu erkennen.
    „Deine Wunde sieht ja böse aus!“, sagte der Riese als er nahe genug war um ebenfalls im Blut gespiegelt zu werden. „Ja, ich weiß! Aber das geht schon! Wir sind kurz vor dem Ziel!“, unterbrach Dragonsword die Behandlung von Dûhn der einen Verband anbrigen wollte und erhob sich aus dem Meer von Blut das er hinterlassen hatte.
    „Wo ist Hírgalad?“
    „Bei der Arbeit!“, hörte man es plötzlich von der Seite her.
    Hírgalad sah ebenso erschöpft wie Dûnh aus. Beide hatten wohl all ihre Kraftreserven verbraucht. „Schöne Schwerter habt ihr da!“, begann Dragonsword um die Stimmung etwas zu heben.
    „Gelle!“, entgegenete Dûhn der wusste was der Novize mit diesem Satz erreichen wollte und hob sein Schwert in die Luft. „Wir sollten diesem Magier jetzt endlich in den Arsch träten!“, unterbrach Hîrgalad die Siegesfeier von Dûhn und Dragonsword.
    „Du hast recht!“

    Die drei Freunde gingen zu der Türe in der sich der Magier vor dem Kampf zurückgezogen hatte. Dragonsword war auf sein Schwert gestützt und hielt sich an der hohen Schulter von Dûhn fest. „Und du bist dir wirklich si,…“
    „Ja!!! Beim Schläfer!“, unterbrach der Hohe Novize seinen Freund der sofort aufhörte zu sprechen. „Wer will öffnen?“
    „Was ist das denn für ne Frage Hírgalad?“
    „Na ja,… wer will öffnen?“
    „Meinst du dahinter steht schon der Magier und wartet nur darauf dem ersten der die Tür öffnet ne Schattenflamme draufzuzaubern?“
    „Könnte sein,… aber mir geht es viel mehr darum wer den Reinstürmen soll. Einer öffnet die Türe die anderen Stürmen.
    „Das ist also dein Plan?“
    „Plan würde ich das nicht nennen.“
    „Ist doch egal!“, unterbrach Dûhn und öffnete ohne großes Gerede die Türe.

    Hinter der Türe lag ein großes Labor. Viele leere und volle Flaschen standen auf den Tischen. Ein Kanal aus Glas durch dem irgendeine Flüssigkeit lief durchquerte das Labor. In einem Käfig war eine Maus, eine Untote. Der Staub lag zentimeterdick auf den Tischen und auf dem Boden. Das Labor schien schon seit Jahren unbenutz.

    „Ihr!?! Ihr habt es tatsächlich geschafft meine Leibgarde zu meinem Meister zu schicken!?“, schrie der Magier von einem Ende des Labors zum anderen.
    „Er ist nicht dein Meister! Er ist unser Meister!“, schrie Hírgalad ziemlich genervt zurück.
    Dann entbrannte ein Wortkampf zwischen den Anhängern Beliars.
    Dragonsword aber war nicht dabei. Er war ganz wo anders. Gleich nachdem Dûhn ins Labor gegangen war hatte er sich hinter einen Labortisch geworfen. Er schlich nun näher an den Magier heran der noch immer damit beschäftigt war den anderen Schwarzmagiern klar zu machen das er der wahre Diener Beliars ist!
    Dragonsword war inzwischen schon fast beim Magier angelangt. Hinter der Ecke hervorblickend überdachte er seinen Angriff also plötzlich der Magier das Thema wächselte. „Wo ist Dragonsword?!“
    Dûhn und Hírgalad drehten sich nicht um. Sie waren sich sicher das dies eine Falle des Magiers war. Doch als sich schließlich wirklich niemand meldete drehten sie ihre Köpfe zur Seite. Der Novize war verschwunden! Hírgalad hatten ihn doch noch gerade gesehen! „Wo ist Dragonsword?! Ich brauche ihn noch!!!“. Der Magier war jetzt wirklich sauer und das beste, er war abgelenkt!
    „Hier bin ich doch!“,plötzlich schoß ein mit Blut verschmierter Novize hinter einem Tisch hervor. Die Waffe war gezückt! Er musste den Magier direkt treffen!
    Leider misslang der Versuch! Der Magier konnte knapp der Klinge entkommen. Doch Dragonsword traf trotzdem etwas. Etwas ganz entscheidendes. Der Novize hatte die Kette des Steines zerschnitten und dieser viel zu Boden.
    „Neiiiiinnnn!!!!“, der Magier packte plötzlich seinen Kopf mit beiden Händen und es schien so als versuche er ihn abzureißen! „Neiiiinnnn!“
    Dragonsword nutze die Aufregung, packte den Stein und rannte zurück zu seinen Freunden. Aber dann wurde es still nur die hastigen Schritte des Novizen waren zu hören. Doch auch diese Verstummten als er bei seinen Freunden angekommen, den verrückten Magier anblickte. Was war plötzlich mit ihm?

  20. View Forum Posts #40
    Ritter Hirgalad's Avatar
    Join Date
    Aug 2003
    Posts
    1,689
     
    Hirgalad is offline
    Die kleine Gestalt hatte sich die Kapuze vom Kopf gerissen, und man konnte nun überdeutlich sehen, dass sein Kopf nur noch ein Schädel war, dem ein rotes Glühen aus den Augenhöhlen kam. Auf einmal stieß der Magier einen Schrei aus. Ein Schrei, der nur so getränkt war von Agonie und Schmerz. Ein Schrei, der den drei Gefährten das Blut in den Adern gefrieren ließ, und sie erstarren ließ. Einen weiteren Schrei später, war der Magier schließlich still, und blickte zu Boden. Der gesamte kleine, dünne Körper zitterte, und plötzlich war da etwas was vorher nicht da war, ein leises Flackern umgab den Magier. Es war fast so, als strahlte er plötzlich Wärme aus, oder war es doch Kälte? Auf jeden Fall hatte Hírgalad etwas vergleichliches schon zwei Mal erlebt, und das war als er die Hohepriester meditate und Don-Esteban das erste Mal gesehen hatte. Allerdings war dieser zitternde Knochenhaufen da vor den drei Freunden nicht ganz so freundlich gesinnt wie die Ehrwürdigen des Zirkels.
    Dûhn, der anscheinend auch mitbekommen hatte, was da eben geschehen war, schaute seinen Schwarzmagierfreund kurz von der Seite an, und gab dann schließlich ein kurzes "Oh-oh..." von sich. Dragonsword jedoch schaute seine beiden Freunde fragend an, in seiner rechten Hand den verfluchten Stein des Magiers, seine linke Seite blutverschmiert. "Was?..."
    Zu einer Antwort kam keiner der beiden anderen, denn es kam ein Ereignis dazwischen, das die drei nicht so bald vergessen würden. Der Magier hob mit einem Ruck seinen Kopf, ein diabolisches Grinsen und die rot leuchtenden Augenhöhlen verzerrten den Totenschädel. Seine rechte hob sich langsam, eine purpurnes Leuchten umgab sie. Ein kurzes Donnergrollen war zu hören, und plötzlich standen vor den drei Gefährten ein Skelett, welches sofort seinen alten Zweihänder zog.
    Dûhn reagierte am schnellsten, und sprang dem Geschöpf Beliars mit der riesigen Klinge Ezethors entgegen, um seine Freunde vor den Schlägen des Zweihänders zu schützen. Er ließ das gewaltige, bläulich glänzende Schwert wirbeln, um den Hieb des Knochenmanns zu blocken. Was folgte war unerwartet. Das rostige Stück Metall, mit dem das Skelett angegriffen hatte, wurde einfach in der Mitte durchtrennt, und die obere Hälfte flog einige Meter weiter. Eine Sekunde später hatte der Besitzer selbigen Stückes auch schon einen solchen rechten Haken von Dûhn abbekommen, dass seine Brustwirbel und alles was darüber lag, quer durch den Raum flogen, während der Rest einfach in sich zusammensackte und als Knochenhaufen auf dem Boden liegenblieb.

    "Pah. Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ihr mich mit euren Waffen besiegen könnt, oder? Wenn dem wirklich so sein sollte, dann muss ich euch wohl mal meine wahre Macht demonstrieren..." Der Magier gab einen höllischen Lacher von sich, während sich um seine beiden Hände dichte Kugeln aus purer Schwärze bildeten. "Runter!" schrie Hírgalad, bevor er sich selbst in Deckung hinter einen alten Labortisch warf. Die Kugeln flogen beide direkt auf Dragonsword zu, der immernoch den Stein umklammerte. Der Novize warf sich so schnell wie möglich zu Boden, wurde jedoch noch von einem der Geschosse an den Haarspitzen gestreift. An der Wand zerschellten die Gebilde aus Dunkelheit dann, und ein Hagel von kleinen spitzen Gebilden flog quer durch das Labor, zerstörte alte Flaschen, Reagenzgläser, bohrte sich in Tische, Wände, praktisch alles. Den drei Freunden die sich am Boden zusammengekauert hatten, blieb das Glück in diesem Moment jedoch treu, und sie wurden nicht verletzt. Stattdessen rappelten sie sich wieder auf, und versuchten ihrerseits einen Angriff auf den Magier zu starten.

Page 2 of 2 « First 12

Posting Permissions

  • You may not post new threads
  • You may not post replies
  • You may not post attachments
  • You may not edit your posts
Impressum | Link Us | intern
World of Gothic © by World of Gothic Team
Gothic, Gothic 2 & Gothic 3 are © by Piranha Bytes & Egmont Interactive & JoWooD Productions AG, all rights reserved worldwide