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 Community Hüterin
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Drachentöter
Mit wehendem Haar trottete der 2,11 große Hohe Templer über die Felder des Hofes hinweg Richtung Sumpflager.
"Jedesmal wenn ich den Hof besuche hab ich irgendwas mit Minecrawlern zu tun......" murmelte er kopfschüttelnd in sich hinein.
Komischerweise hatte er diesmal garkein Leben gerettet, wurde er etwa Alt?
Er würde wohl in einigen Tagen noch einmal auf dem Hof vorbeischauen und nachgucken was bis dahin aus der Mine geworden ist. Dann könnte er endlich wieder Schürfer ärgern.
Nachdem er sich ein kurzes Bier in der Harpyie gegönnt hatte ohne zu bezahlen nahm er seinen Lauf wieder auf trat schon bald in das Sumpflager ein.
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Deus
Milgo guckte in den verhältnissmäßig kleinen Wald. Mirogulu schnupperte im Gras herum, doch anscheinend roch der besser die Würste vom Wursthändler, als ein wildes Tier hier in der Umgebung... Milgo schlich sich auf Zehenspitzen zum nächsten Gebüsch. Er drängte mit einer Hand ein paar Zweige auseinander, als plötzlich irgendetwas ihn anbrüllte. Milgo schreckte zurück und zog sofort sein Schwert, der Molerat ihm hinterher. Es wäre nicht sonderlich angstvoll gewesen, hätte Milgo den Molerat vorher gesehen. Warum eigentlich genau das Gebüsch, wo ein Molerat drin schlief? Oder in diesem Fall nicht... Doch Molerat stürmte auf Milgo zu, doch mit einem seitlichen Schritt wich er dem kleinem Monster aus und dieses Mal verfolgte er es und ließ sein Schwert auf es niederfahren. Der Molerat drehte sich wütend um, doch verschönerte Milgo dessen Gesicht mit einem blutroten Ritz, quer durch das Gesicht. Dann wollte Milgo über das Monster hinwegspringen, leider war er nicht mehr ganz in Form und landete auf dem Fleischklops. Milgo wurde hoch geschleudert und fiel zu Boden. Der Molerat kam mit gebleckten Zähnen auf ihn zu, das Ding hatte tatsächlich überlebt. Milgo wälzte sich zurück, zog während der Rolle seinen Dolch und stieß in in die Bauchseite des Molerates, der jammernd aufschrie.
Milgo: Das ist für Escaron!
Er stach noch einmal zu.
Milgo: Und das für Samirula!
Er stach immer wieder zu, bis der Molerat liegen blieb.
Milgo: Und das für Avril!
Milgo lachte fies in die nun gewonnene Stille, nahm sein Messer und schnitt die Seiten des Molerates ab. Das würde ein leckeres Abendessen geben... Milgo stand wieder auf und ging zurück zur Stadt. Er würde den anderen den saftigen Braten geben, das würde sie von ihren Sorgen für das Mittagessen lindern.
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28.04.2004 05:47
#4
Aeryn wirbelte herum und ihre Klinge sang ein zorniges Lied. Im allerletzten Moment riß Eorl sein Schwert hoch und der Zweihänder erbebte unter der Kraft, welche die Kriegerin in den Schlag gelegt hatte. Es gab einen langen häßlichen Laut, als die Klingen aneinder abglitten, gleich dem Klagen einer Jungfrau um ihres Liebsten Mein. Die Parierstangen verkeilten sich und Augenblicke lang rangen bloße Kräfte gegeneinander. Ihre Gesichter waren sich so nah, daß er ihren heißen Atem spüren konnte. Sanft strich er über seine Hand. Feuer brannte lodernd hell in ihren wilden Augen. Er sah ihre Leidenschaft und ihren Zorn, der alles zu verschlingen drohte. Er spürte ihre Kraft, mit der er rang, die ihn zu Boden werfen wollte. Ihre unbändige Kraft, mit der sie einem Mann in nichts nachstand. Unter ihrer Haut verfolgten seine Augen, das aufgebrachte Spiel ihrer Muskeln. Stark und Mutig, wenn nicht sogar waghalsig führte die Kriegerin ihre Angriffe unerbittlich gegen den Paladin, der sich, wie es ihr schien nur verteidigte. Oder täuschte sie sich? Irgendwo in ihrem Inneren gab es eine Stimme, die anders war als die anderen... Freude verbarg sich tief unter dem Zorn… ausgelöst durch einen Umstand, den sie sich zwar selber nie eingestehen würde, aber dennoch da war… ein Gefühl… Freude… wie hatte sie auf den Augenblick gewartet, da sie mit Eorl die Klingen kreuzen konnten… Wie lange? Seit dem Moment, da er ihr die Rüstung geschenkt hatte… Ja, so lange schon… und nun Aeryn bedauerte ihn töten zu müssen… warum gerade er? Aber auch das würde sie sich niemals eingestehen…
Wie ein Sturm, fegte sie durch das Turmzimmer und so mancher Gegenstand ergab sich augenblicklich…
Feuer rann gleißend durch ihre Adern.
Die Kriegerin war in ihrem Element.
Kampf um des Kampfes Willen.
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28.04.2004 21:07
#5
Noch ist sie nur eine Kämpferin.
Der Gedanke hallte einen AUgenblick nach, ehe sich Eorl wieder auf seine Klinge konzentrierte und ihren nächsten Schlag halbschräg parierte, sodass ihre Klinge über die Seine ins Leere glitt, und sie eine Sekunde lang ungedeckt war.
Er verzichtete darauf seine Klinge in eines ihrer relativ ungeschützen Beine zu Bohren, oder einen knochenbrechenden Schlag auf ihren Panzer zu landen. Dazu liebte er sie zu sehr, auch wenn ein Beobachter des heftigen Kampfes nichts davon hätte erkennen können.
Sie mühte sich wirklich. Ihr Kamfpstil war großartig, und ihre Schnelligkeit stand der seinen inn nichts nach, auch nach dem Training bei Lama konnte er nur mühsam mit ihr mithalten. Aber mnoch war sie keine wahre Kriegerin. Eine Kämpferin, ja und eine sehr gefährliche, aber noch fehlten ihr jene Lektionen die einem Nur ein überlegener Feind beibringen konnte. Eorl selbst hatte sie damals im Minental vond en Orks gelernt, als er selbst noch ein einfacher Soldat gewesen war, und die Grünfelle ihm so groß und stark vorgekommen waren.
Vorrausschauung, taktisches Geschick, Langzeitdenken, das waren die Eigenschaften die aus Kämpfern Krieger machten. Das war es, was einen Streiter Innos von der Masse dert Soldaten abhob, und das war es was ewr ihr noch voraus hatte. Sie kämpfte um des Kämpfens Willen, für die Freude der Schlacht, während er diese Freude zwar ebenso spürte, aber trotzdem noch sein klares Denken beibehielt um auf den richtigen Moment zu lauern.
Mit jedem Schlag den er parrierte glühten ihre wunderbaren Augen einmal mehr auf, mit jedem Angriff den sie startete war sie mehr in ihrem Element. Dank der spartanischen Einrichtung des Turms hatte sie noch nicht allzuviel kaputt geschlagen, aber einige Kratzer und Scharten in den Wänden zeugten bereits von ihren Schlägen.
Dann stieß ihre Klinge ein weiteres Mal vor, diesmal direkt auf in zu, auf der Höhe der Lenden, um sich an seinem Gürtel in die Naht der Bauchplatte zu bohren. Er trat zur Seite und die Klinge bohrte sich in das Fass, das er angesteuert hatte, während er immer weiter von ihr zurückgewichen war. Das Schwert drang in das dunkle Holz ein, und einen Moment musste sie es mit beiden Händen fassen, um es herausziehen zu können. Vielleicht waren es nur zwei Sekunden, aber es genügte dem Paladin, um den sorgfältig vorbereiteten Schachzug zu beenden. Er riß seine Klinge nach oben und ließ den schlanken Zweihänder, aus magischem Erz gefertigt, auf die Klinge der Söldnerin hinuntersausen.
Das hässliche splittern von Stahl war zu hören, als die Klinge zerbarst. Die Spitze steckte noch immer in dem Fass, während Eorl sich der zurückspringenden Aeryn zuwandte.
"Was nun?"
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29.04.2004 05:59
#6
Der Griff in ihrer Hand vibrierte noch, während die Stärke seines Schlages ihr Handgelenk durchzuckte. Muskeln spannten sich, Sehnen drohten nachzugeben. Dann sprangen Splitter auf, tanzen einer Nachtigall gleich durch die Luft und stützten schließlich haltlos zu Boden. Stille eroberte das Turmzimmer, während Aeryn den Griff des Schwertes langsam vor sich hielt, als trage sie ein geweihtes Schwert zum Altar. Aber hier war kein Altar. Und Aeryn hatte kein Schwert mir in der Hand, sondern nur noch den Griff, die Parierstangen und einige gesplitterte Bruchstücke der Klinge.
„So hat dieses Schwert schon einmal ausgesehen, Eorl“, preßte die Kriegerin mühsam beherrscht hervor, „Die Klinge des Borias zerbarst im Licht der aufgehenden Sonne, als er umzingelt von Feinden seinen letzten Kampf ausfocht und sein Kopf berührte vor den Splittern seines Schwertes den Boden.“
Spannung lag in der Luft. Fast konnte man sie körperlich spüren.
„So wird es erzählt“, keuchte Aeryn plötzlich, „doch so ist es nicht geschehen. Ich war dabei, ich habe es geschehen!“
Von einer plötzlichen Welle der Wut ergriffen, riß sie die Griff des Schwertes hoch, als würde es noch eine Klinge führen und schleuderte ihn blindlings gegen Eorl, welcher sich im letzten Moment abducken mußte um dem Geschoß zu entgehen. Klirrend prallte der Griff gegen die Turmwand und stürzte zu Boden. Eorl drehte noch nicht einmal den Kopf danach, sondern stand äußerlich ruhig vor ihr.
Borias war tot.
Seine Tochter jedoch nicht.
Langsam, abschätzend, berechnend, vorausahnend, glitt ihre Hand zum Waffengurt… zwei Dolche blieben ihr noch… zwei… einer in ihrem hohen Stiefel, die ihr bis über das Knie reichten, der andere… jetzt in ihrer Hand. Entschlossenheit lag in ihrem Blick…
Ihr Blick…
Etwas in ihrem Blick veränderte sich. Eorl konnte es nicht ausmachen… oder täuschte er sich. Er kannte sie, kannte ihre Augen, spürte ihre Kraft, ihre Stärke.
„Eorl“, formten ihre Lippen, während sie den Dolch anhob.
Hatte sie etwa vor mit dem Dolch nach ihm zu werfen? Lächerlich. Er trug eine Plattenrüstung und sie hatte gerade bewiesen, daß sie mit dieser Wut im Bauch eine miserable Werferin war.
Die Dunkelheit griff nach ihr. Aeryn zwinkerte zweimal, doch der Schleicher, der Nacht, der sich langsam, aber unerbittlich um sie legte lichtete sich nicht. Im Gegenteil, als sie den Dolch anhob, um sich im Nahkampf auf den Paladin zu stürzen, verschwamm alles um sie herum im Nebel.
Fixierte sie ihn oder schaute sie durch ihn hindurch? Für einen Moment glaubte Eorl sogar, die Kriegerin taumelte.
Und durch die Dunkelheit stürzte Aeryn auf ihn zu.
Ein silbriger Glanz lag auf ihren rehbrauen Augen.
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29.04.2004 06:12
#7
Der Dolch der auf in zusauste, verriet Eorl, das sein Gegenüber nicht einsehen konnte, das sie verloren hatte. Vielleicht wollte sie auch nicht. Oder sie hatte beschlossen das sie hier und jetzt sterben wollte. Eorl wurde einfach nicht ganz schlau aus ihr. Der Dolch glitt an der Innenseite seines Handschuhs entlang, als er danach griff, eine Sekunde lang rangen sie miteinander, dann entriß der Paladin ihr die Klinge, und warf sie davon. Sein eigenes Schwert warf er ebenfals außer Reichweite, als er versuchte ihre ungezielten Schläge mit beiden Händen abzuwehren. Er zog sie an sich, versuchte auch ihre wirbelnden Armne einzufangen, schaffte es schließlich, und hielt sie in einer stillen Umarmung fest, um sie zu beruhigen. Wiel wild zerrte und riß sie an seinen Armen, bekam einen Armn frei, zerkratzte sein Gesicht mit blutigen Fingernägeln, drei rote Striemen erscheinen, aus denen Blut zu boden tropfte. Sie trommelte gegen seinen Brustpanzer, schlug auf seine Rüstunge in, seine Arme, seinen Kopf, seine Schultern. Stach sich selbst an den Dornen die aus den Schulterplatten ragten, und schlug mit blutenden händen weiter auf ihn ein.
Schließlich gelang es ihm ihre Arme zu halten, und an den Körper zu pressen. So hiel er sie umarmt, stumm und passiv, während sie immernoch tobend versuchte freizukommen und gegen den stählernen Griff seiner Schmiedehände anzukommen.
Feuer loderte in ihren Augen, der letzte Rest Selbstbeherschung schien verloren zu sein. Es dauerte lange, bis ihre Gegenwehr schwächer wurde.
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29.04.2004 19:57
#8
Der Griff seiner stählernen Umarmung war unerbittlich. Es gab kein Entrinnen. Keine Gnade. Sie hatte verloren. Die Erkenntnis traf sie hart. Hier endete ihr Duell. Eorl hatte sie besiegt, ihr Schwert zerstört und sich ihres Körpers bemächtigt. Der Geschmack der Niederlage, lag bitter auf ihrer Zunge. Aeryn bewegte sie nicht mehr. Stand einfach nur da, während sein harter Griff ihr Wut im Zaum hielt und schließlich erstickte.
Die Kriegerin hob den Kopf, um zu ihm aufzuschauen, um in seine Augen zu sehen. Triumphierte er über sie? Lachte er sie aus? Oder zeigte sein Gesicht Hohn und Spott über ihre Niederlage? Doch dort wo sein Kopf sein sollte, war nur Dunkelheit. Eine nicht zu durchdringende schwarze Masse… Hastig wandte Aeryn den Kopf nach rechts und nach links… doch… es blieb schwarz. Alles war schwarz. Da war nichts. Panisch schlug die junge Frau mit dem Kopf, während ein heller Schrei der Verzweifelung ihr Lippen passierte und durch den Turm hallte. Eorl hielt sie fest, unerbittlich, im stahlharten Griff.
Das Echo verhallte.
Langsam hob die Kriegerin den Kopf an. Er konnte nun ihre Augen deutlich sehen. Aber sie waren nicht klar und hell, sondern von einem silbrig-feinen Glanz überzogen, gleich dem morgendlichen Tau auf den Wiesen. Aeryn´s Atem berührte beruhigte sich nur langsam und ihr Kopf neigte sich seinem zu. Sie war ein Stück kleiner als er, doch seinen Mund erreichte sie mit Leichtigkeit. Heiß spürte Eorl ihre Lippen auf seinen, während ein sanftes Kribbeln durch seinen Körper unter der schweren Plattenrüstung lief.
Einen Kuß schenkte die Kriegerin ihm, dann löste sie sich vom ihm, und mit einer sanfter Drehung ihrer Handgelenke versuchte sie ihm zu signalisieren, daß er ihre Hände nun loslassen könne.
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29.04.2004 20:50
#9
Eorl gab Aeryn frei, nachdem sie sich beruhigt hatte, und trat einen Schritt zurück, ebenso wie sie. Seine Verwirrung war nur noch größer geworden, seid sie ihn geküsst hatte. Er wurde einfach nicht schlau aus ihr.
"Glaub mir, nichts wäre mir lieber gewesen als den Hof in Ruhe zu lassen", griff er den Grund ihres Besuches wieder auf, um das Schweigen das sich nach der Umarmung ausgebreitet hatte zu brechen.
"Unglücklicherweise war es wie so oft nicht meine Entscheidung. Dieser Angriff war schon notwendig geworden, lange bevor du überhaupt hier aufgetaucht bist."
Der Paladin samelte sein Schwert wieder ein, und steckte es weg. Dann setzte er sich in einen der Sessel, die im Turm herumstanden und heil geblieben waren.
"Wenn du es hören willst, werde ich dir gerne meine Gründe nennen. Es könnte nur sein das dir nicht gefällt was du hören wirst. Es ist deine Entscheidung." Er warf der Kriegerin einen neugierigen Blick zu, während er noch einmal aufstand, und etwas Brot, Schinken und Wein auf einem Fass stapelte, das er zwischen zwei der Sessel schob.
"Komm, setzt dich erstmal. Du musst hungrig sein."
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29.04.2004 23:02
#10
Aeryn hörte, wie Eorl sein Schwert aufhob. Dann polterte es, als richte er mehrere schwere Gegenstände auf. Scharniere knatschen leise, als öffne er eine Kiste. In die Dunkelheit hinein, horchte und lauschte sie, versuchte zu erahnen, wo er sich befand, als er sie zu sich rief.
„Erzähl mir alles.“ Ihre Stimme klang plötzlich so heiser, als hätte sie die ganze Nacht geschrieen.
Sich in diese Richtung drehend, trat sie den ersten forschen Schritt, fest entschlossen sich nichts anmerken zu lassen, keine Schwäche zu zeigen, niemals aufzugeben. Dann noch einen und noch einen. Doch in der Dunkelheit sah jede Richtung gleich aus. Innerlich fluchte die Kriegerin, doch als ihre Füße gegen etwas Hartes stießen triumphierte sie. Sie hatte den Sessel gefunden, sie war geradewegs drauf zugelaufen, quer durch den Raum.
Nur leider saß in dem Sessel schon jemand.
Eorl.
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29.04.2004 23:19
#11
Eorl schmunzelte, als Aeryn sich kurzerhand auf seinen Schoß setzte. Er wurde wirklich nicht schlau aus ihr.
"Ich hatte eigentlich den anderen Sessel im Sinn, aber wenn du das bequemer findest ist mir das natürlich auch recht", meinte er leichthin. Er wollte sie schon fragen ob alles in ordnung war, ließ es dann aber doch lieber bleiben. Wenn sie das als Herablassung auffasste, würde sie gleich wieder anfangen zu toben.
"Es war im letzten Herbst, kurz vor Wintereinbruch. Die Sölnder haben die Stadt angegriffen, Akils Hof geschleift und auf dem Marktplatz Feuer gelegt. Dutzende sind gestorben, hauptsächlich Bürger und Händler, ganz normale Bewohner der Stadt. Viele konnten nichtmal eine Waffe halten. Die Brandbomen haben die Vorräte für den Winter zerstört, und das gesamte Saatgut ist auch draufgegangen. Wir haben den Winter nur mit Mühe überlebt, und jetzt wo die Zeit der Aussaat kommt, mussten wir uns eben unser Saatgut von Sekobs Hof holen. Im Grunde haben wir keine andere Wahl gehabt."
Der Plaladin lehnte sich zurück, und ein bitteres Lachen entfuhr seiner Kehle.
"Diese verdammten Narren.
Ich habe selbst einmal unter ihnen gelebt, damals als es die Kolonie noch gab, weißt du. Damalsging es ums überleben, wir wussten zu wenig üver die Welt außerhalb der Barriere."
Eorls Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.
"Als die Barriere gefallen war, kam ich hier nach Khorinis. Einige der Gardisten haben mich damals herumgeführt und ich habe einiges über die Lage auf der Insel und auf dem festland erfahren. Es braucht nicht viel um eins und eins zusammenzuzählen.
Die Erzminen sind das einzige, was die Orks noch zurückhält. Wenn Khorinis fällt, wird das Reich der Menschen von den Orks verschlungen werden, und dann kommt die Dunkelheit. Das ist der einzige Grund, warum ich heute als Streiter in der Armee des Königs diene, der mich hat in die Barriere werfen lassen. Solange die Orks sich in den Krieg mit uns werfen, haben wir keine Zeit für kindische Spielichen, so wie sie euere Söldner gerne spielen. Sie mögen Orks jagen, und uns in mancher Schlacht geholfen haben, aber wenn sie nicht ihren kleinkrieg gegen die hießige Bürokratie führen müssten, hätten wir die Orks längst von Khorinis verteiben können. Stattdessen überfallen sie unsere Erztransporte, sabotieren militärische Anlagen und beschießen unsere Patrollien.
Es sind Verräter. Verräter an ihrem Volk, Verräter am Königreich, Verräter an allem was gut und richtig ist."
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Provinzheld
Aragorn saß auf einem Baumstumpf. Seine Augen waren geschlossen und er meditierte wiedereinmal. Es war still hier. Ein paar Vögel zwitscherten. Er machte die Augen auf. Die Umgebung war wunderbar. Er war nicht weit vom Sumpf entfernt aber hier würde er eines seiner Lager errichten. Aragorn fasste an den gürtel und nahm die Axt die er damals im Aussenposten gefunden hatte. Dann fing er an den ersten Baum zu fällen. Er war sehr dick, aber nach langer und harter Arbeit krachte er um. Aragorn ließ ihn liegen und fällte sofort den nächsten Baum. Einen nach dem anderen. Langsam bildete sich ein freie Fläche in dem Waldgebiet. Wieder und wieder fiel die Axt auf das Holz nieder. Aragorn arbeite weiter, die Arbeit war hart aber er brauchte schließlich ein Haus.
Er hatte ungefähr 10 Bäume in stundenlanger Arbeit gefällt. Dann war er fertig. Ein kleines Areal war frei. Neben ihm war eine Felswand an die der Wald anschloss. Er war von Bäumen und Stein umgeben. Aragorn zog zwei dicke Baumstämme, die ungefähr halb so groß waren wie die anderen, an die felswand. Dort bückte er sich und hob ihn hoch. Dann stellte er sich darunter und stämmte den Stamm in die Höhe. Nach einem Schritt zurück setzte er den Stamm auf einer Felsspalte ,die ungefähr 2,50 Meter hoch über dem Erdboden war, ein. Er hatte sie schon entastet. Das gleiche machte er mit dem zweiten Stamm ungefähr 5 Meter daneben. Nun stand schon ein Grundgerüst für einen schiefen anbau an der Wand. Nun fing Aragorn an noch kleinere Stücke an die beiden Seiten der Baumstämme zu schichten. In der seite die dem Sumpf zugekehrt war blieb ein Spalt.
Aragorn war zwar Müde aber nicht erschöpft. Es war eine einfache Behausung und man konnte sie mit ein wenig Mühe in einem Tag bauen. Aragorn schichtete nun von unten auf Baumstäme auf die beiden Stämme die Schräg am Fels standen. Das war schnell getan da das ganze leichtes Holz war. Er nahm die abgeschlagenen äste der Tannenbäume die Nadeln trugen. Er flocht sie sozusagen in das "Dach" um es abzudichten. Dann verteilte er erde Darüber und belegte das ganze mit vom Stein gelöstem Moos. Mit etwas Glück würde es sich hier einwurzeln.
Aragorns Unterschlupf war geschaffen aber er hatte nichts zu essen. Also legte er die Axt in den Vorbau und ging dann mit seinen Waffen in den Wald hinaus...
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30.04.2004 03:29
#13
Durch die Dunkelheit drangen Eorls Worte zu ihr. Wie durch einen Schleier, dabei war seine Stimme klar und ruhig. Doch er sprach mit Verachtung von den Söldnern, erzählte von ihren Taten, die kein Lächeln auf das Gesicht der Kriegerin brachten. Eher im Gegenteil. Bei seinen letzten Worten verdunkelten sich ihre Züge bedrohlich, so daß der Paladin für einen langen Moment fürchte mußte, den nächsten Wutanfall der jungen Frau zu erleben. Doch sie blieb erstaunlich ruhig für das was er gerade sagte. Nur ein leises Knurren entrann ihrer Kehle.
Abrupt stand Aeryn auf und trat zwei, drei Schritte in die Dunkelheit. Er sah, daß sie sprechen wollte, doch die Worte lösten sich nicht aus ihrer Kehle. Für einen Moment schwieg sie. Die Dunkelheit wurde von Moment zu Moment unerträglicher. Sie hatte das Gefühl, als würde sie erdrückt werden. Mit jedem Atemzug wurde das Gefühl stärker und stärker.
„Lee hat einen Angriff auf die Stadt befohlen?“, keuchte sie, als läge wirklich ein Stein auf ihrer Brust.
Und in ihrem Kopf hallte seine Stimme… Verräter, Verräter, Verräter…
Der silbrig glänzende Blick der Kriegerin lag auf ihm.
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30.04.2004 03:36
#14
"Zumindest war seine halbe Truppe dabei, Söldner, Drachenjäger, Banditen, die ganze Riege. Kann mir nicht vorstellen, das die von alleine auf die Idee gekommen sind."
Die Bilder des Kampfes drängten sich wieder in seinen Kopf, das Morden auf den Straßen, der Rauch, die Flammen, die schreienden, panischen Bürger. Er verscheuchte die Gedanken und sah zu Aeryn hinüber. Mitleid lag in seine Augen. Er verstand nur zu gut, was für ein Schock das für sie sein musste. Dann bemerkte er noch etwas anderes. Er musterte die Kriegerin mißtrauisch. Irgendetwas stimmte eindeutig nicht, mit ihr. Und das hatte nichts mit seinen Worten zu tun. Er stand auf und trat zu ihr hinüber.
"Hey, was ist los mit dir. geht es dir gut?"
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Neuling
Aêhi schreckte auf. Wo war er? Seine noch vom schweren Schlaf getrübten Augen tasteten suchend das Halbdunkel ab, das ihn umgab. Eine Höhle; kalter, rauer Steinboden, und wenige Schritte von ihm entfernt, ein Ausgang, oder auch Eingang... helles Tageslicht strömte hinein und schien doch irgendwie von den Felsen verschluckt zu werden - denn bis zu ihm reichten die Sonnenstrahlen nicht.
Ihn fröstelte, und er wickelte sich fester in das dicke, weiche Fell, auf dem er offensichtlich gelegen hatte. Langsam nur durchdrang die Erinnerung den schweren, fiebrigen Schleier, der sich über Aêhis Gedanken gelegt hatte. Der Schrein... Das geopferte Blut... Der Dolch.. "Der Dolch!" murmelte Aêhi. Um zu prüfen, ob seine Erinnerung der Realität standhielt, glitt seine Hand prüfend an seinen Gürtel, an die Stelle, wo er seinen Dolch immer getragen hatte. ...Doch er war nicht da.
Aêhi atmete tief durch. Es war also kein Traum gewesen. Vorsichtig berührte er seine linke Wange - und zuckte zurück. Die Wunde war warm, und die leichte Kruste, die sich gebildet hatte, fühlte sich feucht und klebrig an. Langsam machte sich auch ein pochender Schmerz bemerkbar, den der gnädige Taumel des Schlafes bis jetzt hatte verdecken können.
Aêhi wußte nicht mehr, wie lange er nun schon nichts mehr getrunken oder gegessen hatte, wie lange er hier geschlafen hatte, oder wie er hierhergekommen war. Resignierend ließ er sich auf seine improvisierte Lagerstatt zurückfallen, auch wenn er wußte, dass er aus dem nächsten Schlaf, in den er fallen würde, möglicherweise nicht mehr aufwachen würde.
Seine Augen fielen zu...
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30.04.2004 16:53
#16
Die Dunkelheit um sie herum war nun so dicht, daß die Schwärze greifbar wurde. Doch jeden Weg, den sie sich glaubte hindurch zu bahnen, führte sie nur noch tiefer in das kalte schwarze Nichts.
Die Kriegerin hatte zahlreiche Wunden aus dem Duell mit Eorl davon getragen. Besonders die Stacheln, welche von seinen Schulterplatten hoch aufragten, waren Aeryn im Nahkampf zum Verhängnis geworden. Doch der Paladin erkannte auch ältere Verletzungen, höchstens jedoch zwei Tage alt, eine besonders tiefe am linken Oberarm der Kriegerin. Ein langer tiefer Riß, wie von… einer… Kralle. Die Wunde war einst ordentlich behandelt worden erkannte, doch das Duell selbst hatte sein übriges getan und so sickerte langsam eine helle Flüssigkeit aus der Wunde. Ein ihm wohl bekanntes Gemisch, als Blut und Wundwasser.
Aeryn sah nicht, daß Eorl sie mißtrauisch musterte. Sie sah nicht, daß er aufstand und zu ihr herrübertrat. Der alte Holzboden in dem Turmzimmer bewegte sich leise, doch er verriet nicht die Richtung in die der Paladin sich wandte. Erst als sie seine Stimme direkt neben ihr hörte, wußte die junge Frau, daß er neben ihr stand. Abwehrend hob sie die Hände und die Haltung ihres Körpers sprach Bände, Keinen Schritt näher, während sich ihre Zähne in ihre zarten Lippen bohrten und weiße Abdrücke hinterließen. Hoch aufgerichtet und mit gespannten Muskeln, als müsse sie jeden Moment einen Angriff abwehren war die Kriegerin zu ehrlich um Eorl anzulügen, doch zu stolz um sich selber die Schwäche ihres Augenlichts einzugestehen.
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30.04.2004 19:57
#17
Eorl trat näher zu ihr hin, und fuhr mit der Hand ein paar Mal vor ihren Augen auf und ab. Keine Reaktion. Sie bemühte sich wirklich es nicht zu zeigen, aber es sah ganz so aus, als sähe sie ihn gar nicht. Vielleicht war das wirklich der Fall.
"Mit deinen Augen stimmt was nicht.", schloss er, und schüttelte traurig den Kopf, auch wenn sie das nicht sehen konnte. "Na sag schon, woher kommt das? Kann ich dir helfen?"
Es tat ihm in der Seele weh, wie sie versuchte ihre Blöße zu verbergen, acuh wenn er es längst bemerkt hatte.
"Ich habe schon bemrkt was los ist, und sonst sieht dich doch ohnehin niemand. Komm, lass mich dir helfen."
Er streckte die Hand nach ihr aus, berührte sie sanft am Arm, damit sie seine Hand in der Dunkelheit finden konnte, die vor ihren Augen lag. Hoffenlich würde sie ihren Stolz bezähmen können.
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Ritter
Die Sonne schien ihr auf das volle Haar und glitzerte nun in den Wasserläufen um sie herum. Ein natürlicher Bach lief an ihr vorbei und verzweigte sich nicht nur einmal. Ihre weiße Leinenkleidung tropfte stark, das Wasser schleifte sie hinter sich her, benetzte die Erde damit, war diese doch ohnehin schon getränkt worden. Die Pflanzen kitzelten an ihren nackten Beinen und Füßen, Schuhe hatte sie nicht. Kleine Stücke des Leinenhemdes gingen bei unglücklichem Schritt auf dem Boden mit, sie wurden unweigerlich mit geschliffen. Die Vögel blieben an ihrer Seite, noch einige Zeit, erst als die ersten Menschen in Sicht kamen, flogen sie wieder weg. Kurz blieb das junge Mädchen stehen und sah ihnen hinterher, wie sie wieder auf die Wasserfälle zuflogen, dann drehte sie sich um und erschrak.
Ein Bauer stand vor ihr, sie vermutete, dass es ein Bauer war, denn der Mann trug Kleidung, die sie daran erinnern ließen. Auch musste er aus der Scheune gekommen sein, denn als sie noch schaute bewegte sich dort was. Der Mann, etwa einen Kopf größer als sie und dazu noch zweimal so breit verzog das Gesicht, als sie ihn anstarrte, breite Lippen zogen sich zur Seite und dabei flog ihm doch glatt der Strohhalm heraus. Jibril musterte den Fremden zunächst, seine braune Kleidung und die Harke über die Schulter gelehnt. Sie war sich schnell sicher, dass es ein Feldarbeiter war. Auch der Fremde musterte sie eindringlich, aber die bohrenden Blicke machten ihr nichts aus. Dann aber schien er genug gesehen zu haben und fand wieder seine Stimme.
"Hallo Mädchen, was macht jemand wie du hier auf den Feldern von Bengars Hof? Suchst du Arbeit oder hast du dich verlaufen? Ich bin Tom, verrätst du mir deinen Namen?"
Jibril zog die Lippen hoch und lächelte so.
"Hallo Tom. Ich heiße Jibril. Ich weiß leider gar nicht mehr, wie ich hierher gekommen bin. Aber Arbeit suche ich eigentlich nicht. Kannst du mir vielleicht sagen, wo ich hier bin?"
"Du weißt nicht, wie du hierher gekommen bist? Bist du vielleicht aus der Stadt?"
"Aus der Stadt?"
"Die Stadt Khorinis. Sie ist nicht weit von hier. Dort leben die meisten Menschen von Khorinis. Das hier ist der Hof von Bengar. Wir sind ein reiner Männerhof, Frauen sind hier so gut wie nie, aber Mädchen wie du noch weniger, eigentlich nie. Deswegen war ich auch so verwundert, als ich die sah. Hast du was dagegen, wenn wir uns setzen?"
Jibril schüttelte den Kopf.
"M-m."
"Wenn du willst, dann kann ich dich zur Taverne bringen. Von da aus ist es nicht mehr weit bis nach Khorinis. Hast du Gold?"
"Gold? Meinst du dieses gelbe Metall?"
"Ja, Gold. Sag bloß du kennst keine Goldmünzen? Sie sind die Währung hier, mit Gold kannst du Essen, Trinken, Übernachtungen, Waffen, Rüstungen, Gebrauchsgegenstände, Handwerk und noch viel mehr bezahlen. Mit Gold kannst du dir fast alles kaufen."
"Nein, noch nie gesehen."
"Hier, das ist eine Goldmünze, sieh her."
Tom kramte in seiner Tasche und zog das dünne Stück Metall hervor.
"Ich schenke sie dir, hab zwar selber nicht viel, aber eine Münze werde ich entbehren können. Allerdings bezweifel ich, dass du damit sehr weit kommst. Du solltest dir eine Arbeit suchen, am besten in der Stadt, die Feldarbeit ist viel zu schwer für dich."
"Danke. Ich liebe Geschenke, du bist sehr nett."
"Ach, nicht der Rede wert. Soll ich dich jetzt zur Taverne bringen, Jibril?"
"Hm-m. Das wäre sehr freundlich. Ich werde mich gerne mal dort umsehen."
Tom wies mit einer Handbewegung zu einem kleinen Pfad und ging dann los, dicht gefolgt von der Begehrten. Die goldene Münze steckte sie vorsichtig in die einzige, gefühlte Tasche in dem Leinenkleid, sie wollte sich später noch einmal damit beschäftigen. Tom war sehr nett gewesen und Jibril mochte den Bauer auf Anhieb gut leiden können, sofort hatte sie ihre anfänglichen Zweifel abgelegt, Böses zu ahnen lag ihr sowieso nicht im Blut.
Nun folgte sie dem Mann über eine kleine, hölzerne Brücke, die über den kleinen Wasserlauf führte. Nicht mal weit entfernt donnerte ein Wasserfall brachial hinunter, anscheinend gab es hier mehrere dieser Naturphänomene. Ein paar andere Männer standen nun auch schon draußen, einige sägten Holz, andere standen um Schafe, wiederum andere schärften ihre Waffen. Einigte lächelten, andere verzogen grimmig das Gesicht, doch kurze Zeit später hatte sie ihren Blick nach vorne gerichtet.
Der Bauer schlenderte in aller Ruhe den Trampelpfad entlang, dicht neben wundervollen Sträuchern und vollen Grasteppichen, doch auf einmal wurde die Ruhe gestört. Ein kleines Tier, weiße Haut mit einem dicken Schnabel schoss aus einem der grünen Sträucher hervor, pickte zweimal gen Boden und blickte dann auf. Jibril ahnte nichts Böses, doch das Tier kam auf sie zu, da ergriff Tom einen Knüppel an seiner Seite und schlug dem Tier auf den Kopf, worauf dieses stark blutend umfiel.
Jibrils Augen weiteten sich, Blut war ihr unheimlich, auch wenn sie es kannte. Das Tier schien tot, was ihr nichts ausmachte, doch das Blut berührte sie einen Moment.
"Puh, Glück gehabt", meinte Tom noch, als er den Knüppel wegsteckte. Jibril indes steckte ihren Finger in die Blutlache und lutschte ihn wieder ab. Ein seltsames Ritual für den Bauern, der nichts dazu sagte, erst schwieg und dann doch fragte: "Nach was schmeckt?s denn?" Jibril verzog dieses Mal nicht das Gesicht und meinte nur ernst. "Wasser."
Der Kadaver blieb liegen, Tom würde ihn später mit zum Hof nehmen, doch erst kamen sie nun zu einem großen Gebäude, das wahrlich prachtvoll aussah.
"Das ist die Taverne. Sie trägt den Namen "zur toten Harpyie", was auch auf dem Schild steht. Erschrick nicht, ein paar ausgestopfte Tiere sind darin. Der Wirt heißt Sador, die meisten Gäste sind Bauern aus der Umgebung oder Gäste von Auswärts. Schau her, wenn du diesen Weg hier?" er deutete auf einem weiteren Trampelpfad "?weitergehst, kommst du unweigerlich zur Stadt. Die Treppen, die du vielleicht findest, führen zu Akils Bauernhof."
"Und wo geht es da lang", fragte sie neugierig.
"Also, gehst du hier den Weg runter, kommst du zum Kontrollpunkt der Söldner, zu Bengars Hof und später zum Hof von Onar, er ist der Großbauer in Khorinis, hat die größten Felder.
Wenn du den Weg in den Wald nimmst?hm, den Weg kenn ich nicht. Bin ich noch nie gegangen. Ganz da vorne geht?s zum Kloster. Dort residieren die Magier Innos, mächtige Menschen."
"Innos, Magier?"
"Ich weiß nicht viel. Innos ist einer der drei Götter. Wir glauben an ihn, die meisten jedenfalls. Er steht für das Gute musst du wissen. Magier sind mächtige Menschen, sie können zaubern, aber frag mich nicht wie, ich kenne keinen. Frag doch da mal einen Magier selbst, die kennen sich da besser aus."
"Danke, danke vielmals."
"Kein Ding. Ach ja, kannst du kämpfen?"
"Kämpfen?"
"Na mit Waffen umgehen, dich verteidigen?"
"Nein?ich glaube nicht."
"Hm, dann pass bloß auf. Die Viecher auf den Wegen sind zwar nicht sonderlich häufig oder stark, aber sie können gefährlich werden. Lauf, wenn du einem begegnest."
"Ja, mach ich, danke Tom."
"Ich hau dann mal wieder ab, mach?s gut?Jibril. Auf Wiedersehen."
"Ja, tschüßi."
Tom verschwand wieder, drehte sich um und winkte noch etwas, dann aber kehrten sie beide wieder in die richtigen Richtungen. Er zu seinem Hof, wo die Arbeit rief und Jibril sah sich nun das prachtvolle Holzschild der Taverne an. "Die tote Harpyie, vielleicht erfahre ich ja hier noch mehr."
Sie zog ein gemächliches Lächeln auf und öffnete vorsichtig die nicht verschlossene Tür, ehe sie eintrat.
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01.05.2004 17:54
#19
Die Kriegerin spürte seine Berührung an ihrem Arm. Sie drehte sich nicht weg, so daß seine Hand ins Leere fallen würde, aber sie griff auch nicht nach seiner Hand. Aeryn verharrte, lauschte, horchte… suchte in der Dunkelheit nach Licht. Doch dort war nichts. Gähnende Schwärze, kalt, unnahbar und… drohend.
„Eine Kerze rasch!“, befahl Aeryn heiser, „Nein, viele Kerzen, Eorl!“, korrigierte sie. „Ich will Licht, bringt mir Feuer!“
Sie spürte, wie er ihren Arm loslief und davon schritt. Die Zeit zog sich endlos lang dahin, bis er wieder an sie herantrat. Die Kriegerin hatte sich nicht bewegt.
„Komm!“, sprach er leise und deutete ihr mit leichtem Druck im Rücken nach vorne zu gehen. Insgeheim war Aeryn ihm dafür dankbar. Als er die Hand wegnahm, blieb sie stehen und stieß kurz darauf mit dem Oberschenkel gegen etwas Hartes. Ein Tisch? Sofort streckte Aeryn ihre Hände danach aus…. Und hätte sich fast verbrannt! Denn dort hatte Eorl einen riesigen Silbernen Kadelaver aufgestellt auf dem fünf hohe Kerzen standen. Ein heiseres Keuchen starb in ihrer Kehle, als ihre Finger in der Hitze badeten und ihre Haut langsam begann Verbrennungen zu zeigen. Schmerz fraß sich durch die Nervenbahnen, doch Aeryn zog die Hand nicht weg. Sie spürte die Hitze des Feuers, doch sie sah sie nicht. Einzig ein dunkelgrauer Shemen, den man mit viel Fantasie in der Finsternis ausmachen konnte.
Plötzlich zog sie die Hand aus den Flammen und griff nach dem Kerzenständer. Wie eine Wilde Furie schleuderte sie ihn fort. Er flog durch die Dunkelheit, der graue Shemen verblasste und als er an der gegenüberliegenden Wand aufprallte, war es schon wieder finster um sie herum geworden. Sie hörte sie Eorl, etwas sagte, doch sie verstand ihn nicht. So heiß die Feuer in ihrem Inneren, zu hart die Erkenntnis nichts sehen zu können. Der Welt hilflos ausgeliefert zu sein. In ihrer Agonie warf sie den Tisch um, griff nach dem Stuhl zerschlug in mit brachialer Kraft auf dem Boden des Turmzimmers. Er bebte. Eine Reihe dreber Flüche, immer wieder unterbrochen von hellen Kriegsschreien der Verzweifelung, hallte in Eorls Ohren und ließ ihn von dem Schmerz in ihrem Herzen kosten. Jeder Gegenstand, der ihr auf ihrer in den Weg kam, landete an der Wand, oder wurde kurzerhand umgeworfen. Die Kriegerin hinterließ eine Spur der Zerstörung. Auf sich selber nahm sie dabei wenig Rücksicht und jeder Gegenstand schien ihr Wut noch zu steigern…
Das Loch auf das Aeryn nun zuhielt, war auch für Eorl dunkel. Die Treppe, die steil nach unten führte…
Die Kriegerin war hilflos.
Last edited by Aeryn; 01.05.2004 at 18:02.
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01.05.2004 19:10
#20
Völlig überrascht von dem plötzlichen Wutanfall der Kriegerin, sprang Eorl erstmal zur Seite als sie anfing um sich zu schlagen. Die Sache mit der Kerze war schon seltsam genug gewesen, aber nun war er doch etwas perplex. Sie wirbelte durch den Raum, zerschlug alles was ihr in die Quere kam, und hielt dabei trotz ihrer Blindheit zielgenau auf die Treppe zu. Mit einem Satz war der Paladin zwischen ihr und den Stufen, und versucht, was sie schon einmal beruhigt hatte. Er steckte ein paar Schläge ein, ehe er ihre Hände zu fassen bekam, und zog sie dann erneut an sich, hielt sie fest und zog sie langsam von der Treppe weg. Ihre Wut steigerte das nur, sodass sie bald darauf beide auf dem Boden landeten, und der Paladin sich wenig galant auf den Blechhintern setzte. Zwar war das nicht gerade ein angenehmes Gefühl, aber auf dem Boden sitzend, oder vielmehr liegend, viel es ihm leichter die Kriegerin festzuhalten, die immernoch tobte.
Er versuchte sie mit leiser Stimme zu beruhigen, was aber zumindest auf anhieb nicht so wirklich klappen wollte. Er schaffte es einen Arm so um sie zu legen, da ihre Beiden Ellenbogen an den Körper geßpresst waren, und strich mit der anderen Hand beruhigend über ihren Hinterkopf.
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