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Ehrengarde
Der Punkt, an dem der Plan schief gehen musste, war mit dem Befehl des Paladins erreicht. Panik machte sich breit. An und für sich hatten die Eindringlinge noch genug Zeit, schließlich sollten sie ja nicht gleich zum Henker geführt werden. Aber sie mussten sich von dem Tor, welches gerade geschlossen wurde, entfernen. Und schließlich war es ihre Aufgabe gewesen, dafür zu sorgen, dass das Tor offen sein würde, wenn der Angriff losging. Das war alles gar nicht gut. Warum musste auch diese dumme Blechbüchse auftauchen. Den Bürokraten hätten sie beinahe gehabt, davon war Nigel überzeugt.
Er musste reagieren! Also seufzte er und rollte mit den Augen. Allerdings bewegte er sich keinen Schritt nach vorn weiter in die Stadt. Der Söldneranführer musste sich eindeutig etwas überlegen. Kurz erwog er einen Kampf als Möglichkeit. Allerdings wäre das nur ein Aufschub von wenigen Momenten, da sie hoffnungslos in der Unterzahl waren. Das war eindeutig zu riskant. Wenn er gewusst hätte, dass der Rest schon im Anmarsch gewesen wäre, hätte Nigel diesen Schritt ergriffen, aber da noch keine Warnung von den Mauern kam, die aber kommen musste, war dies auch kein Weg zum Erfolg.
Was blieb ihm anderes übrig. Sie hatten nur noch die Möglichkeit, Zeit rauszuholen beim Spaziergang zur Kaserne. Wenn der Alarm erstmal losging, hatte man andere Sorgen als fünf Soldaten, die sich nicht ausweisen konnten. Hoffte Nigel zumindest, aber so verliebt konnte niemand in irgendwelche Listen sein. Also setzte er langsam einen Schritt nach vorn.
» Und ich hatte mich schon so auf ein schönes dunkles Bier in der Marktschänke gefreut. « murmelte Nigel hörbar, blieb abermals stehen und sah seine Kameraden enttäuscht an...
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Schwertmeister
Zur Kaserne also, na super. Das würde das ganze Sache deutlich komplizierter machen. Als der Trupp sich in Bewegung setzen sollte, murmelte Nigel lautstark etwas von Bier und Marktschänke. Offensichtlich wollte er Zeit gewinnen. Schnell setzte Adson unterstützend ein:
"Wir werden wohl warten müssen, bis dieser bürokratische Kram vorbei ist.",sagte er zu Nigel und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. "Dann wird es wohl noch etwas dauern, bis wir auf die gefallenen Kameraden trinken können, die für uns und Innos gestorben sind!"
Bedauernd schüttelte er den mit dem Kopf und warf einen traurigen Blick auf den leeren Wasserschlauch an seinem Gürtel. Er ließ noch ein heiseres Husten folgen.
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Schwertmeister
Tor zu, Waffen weg, zur Kaserne. Das ging auf einmal alles ganz schnell, stellte Kerdric fest, der bisher gedacht hatte, selbst ein Mann der schnellen Tat zu sein. Der Stress der letzten Tage hatte ihn wohl etwas einrosten lassen, nicht aber den Paladin, der nach wie vor entschlusskräftig blieb.
»Zu Befehl«, erwiderte er wie von selbst und nickte den Neuankömmlingen auffordernd zu. »Die Waffen … ihr wisst ja, wo die Waffen hinkommen.« Schließlich gehörten sie selbst zu denen, die normalerweise die Regeln der Stadt durchsetzten, die unter anderem auch vorschrieben, dass nur Reichsbürger innerhalb der Mauern Waffen tragen durften. »Bier …« Ein kurzer Seitenblick galt noch Rodeon, der bloß den Kopf schüttelte. »… gibt’s später. Aber Gebete für die Gefallenen erreichen Innos auch von der Straße aus. He, du«, rief der Ausbilder einem der gelangweilten Torwächter zu, der sich am Torhaus ausruhte. Der Rest der Torwache war wohl drinnen, abgesehen natürlich von den beiden Wachen draußen an der Brücke und dem Graben. »Sammel mal die Waffen hier ein und leg sie zu den ganzen anderen, wir haben gerade ein bürokratisches Problem. Und dann hol ein paar von den anderen Wachen raus, wir müssen mal eben zur Bastion.«
Fehlt nur noch, dass jetzt noch eine Gruppe Überlebende auftaucht, dachte Kerdric. Dann bricht hier endgültig das Chaos aus. »Und sag mal«, fügte er nebenbei noch hinzu, »hast du hier jemanden von der zweiten Kompanie rumlaufen sehen? Von der Burgbesatzung?«
Ein Schulterzucken war die Antwort. »Na schön. Los, Leute, bringen wir es hinter uns«, sagte er an die handvoll Neuankömmlinge und die Torwachen gewandt, die die Gruppe begleiten sollten. Am besten gleich zum Hauptmann, zu Oberst Mansk oder sonst wem, der gerade da war. Und zu einem von der zweiten Kompanie.
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Kämpfer
Edon hatte es von Anfang an nicht gefallen, sich mit Rechtsverdrehern herumschlagen zu müssen, anstatt bei einem gemütlichen Krug Bier darauf zu warten, dass Setarrifs Streitkräfte am Tor klopfen würden. Doch nun auch noch sein Schwert beiseite legen zu müssen, gefiel ihm noch weniger. Dennoch entgürtete er sich, legte es der Wache in die Arme und raunte ihm noch ein paar Worte zu.
"Wir sind wohl in etwa zwei Stunden an der Schänke am Markt, sei doch so gut und bring mir mein Schwert vorbei, ich laufe nur ungern ohne Klinge herum, wenn sich die Setarrifer da draußen herum treiben."
Der Inhalt der Worte war eigentlich gar nicht so wichtig gewesen, aber so konnte er den Gardisten ein bisschen ablenken, um ihm das Pergament zu mopsen, dass unvorsichtig weit aus seiner Tasche herauslugte. Und wenn alles glatt ging, konnte er noch als schönen Nebeneffekt aufweisen, dass er sein Schwert wieder hatte.
Auf dem Weg zur Kaserne wagte er einen verschwörerischen Blick auf das entwendete Pergament; es war tatsächlich eine Urkunde, die mit dem nette Namen "Djarl" signiert war. Er hatte kaum erwarten können, dass wirklich ein von Adson genannter Name draufstand, aber der klang wenigstens so ähnlich, wie einer von denen, das musste wohl erstmal für ihn reichen...
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Provinzheld
Verdammt, verdammt, verdammt.Verfluchte Rotröcke. Scheiß Bürokratie. Und bitte Ewiger Schmied gib mir die Kraft mich auf keinen zu stürzen. Innig betete Rognor um Nervenstärke. Seine Hand hatte seit dem Gespräch den Stiel der Axt nicht mehr losgelassen Zumindest bis sie die Waffen abgeben durften. Zum einen, weil er auf den Kampf wartete und zum anderen wollte er dem bescheuerten Rotrock vor ihm an die Kehle springen. Allerdings bemerkte der Zwerg, dass es bei diesem Riesen kaum möglich war. Zuerst müsste er die Axt bei den Beinen ansetzten um den Krieger wie einen Baum zu fällen. Doch je mehr er sich diesen Vorstellungen hingab. Doch das blieb leider alles nur Fantasie, da ein entscheidendes Detail fehlte. Die Axt. Doch bis jetzt war alles gut gegangen. Sie hatten es bis zur Stadt geschafft und durch Adson auch mehr oder weniger erfolgreich das Tor passiert. Allerdings hatte jetzt eine gewisse höher gestellte Person geglaubt sie wären am besten in der Kaserne aufgehoben. Dies war mörderisch. Obwohl, Rognor hatte schon wie alle anderen gewusst, dass das ein Selbstmordkommando war. Man konnte das Unternehmen gerne damit vergleiche, dass sich irgendeine schwarzmaskierte Person zur Torwache ging und fragte ob er bitte für den Mord an Rhobar III den Weg freimachen würde. Da konnte man mit einigen gehörigen Hieben und Stichen mit der Klinge des wachhabenden Soldaten rechnen. Dennoch hoffte der Fallenkonstrukteur, dass es möglich war lebend aus dieser Stadt zu kommen. Zudem setzte er etwas Vertrauen in Drakk und seinen Plan. Das Problem war nur : Wenn Drakk einen Plan hatte, dann wusste es Rognor nicht. Dementsprechend konnte er nur beten und seiner Waffe vertrauen. Ach nein das ging ja nicht. Seine Waffe war irgendwo und sie würde wahrscheinlich nicht zu Rognor geflogen kommen, wenn er sie bräuchte.
Last edited by Rognor Hammerfaust; 15.07.2012 at 00:01.
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Szieeeeh Fooood!
Vor dem Westtor
„Scheiße, was treiben die da drin?“ murrte der Rotschopf als die Tore Thorniaras vor ihren Augen verschlossen wurden. Die Fünf Freiwilligen waren bereits in der Stadt und vermutlich aufgeflogen. Warum sollten die Rotröcke sonst die Tore verschließen? Sie konnten unmöglich Wissen das sie vor den Toren standen. Oder waren die Baumkuschler weiter vorgerückt als erwartet?
Wenn sie aufgeflogen waren, war ihr Angriff reinster Wahnsinn. Sie konnten unmöglich von außen die Tore öffnen...und ihr einziges Hilfsmittel zum Stürmen der Mauer waren etwa ein Dutzend Seile und Enterhaken. Diese würden ihnen aber auch nichts bringen wenn die Rotröcke auf der Mauer auf sie warten würden.
„Verdammte Scheiße...“ murrte der Hüne und wollte gerade etwas zu Raad sagen als der Leiter der Akademie auf die Mauern deutete – dort stand niemand. Einzig durch die Schlitze im Torhaus konnte man eine Handvoll Wachen erkennen. Vermutlich hatten die Fünf es zu mindestens geschafft die Wachen abzulenken. Drakk blickte den Akademieleiter an und nickte knapp.
„Teilt euch auf...Pro Seil Fünf Männer. Wenn wir das Tor nicht geöffnet bekommen, kommen wir vielleicht so in die Stadt....“ führte der Hüne weiter ehe er sich auf den weg machte in Richtung Tor...
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Modera'ador
Raad rümpfte die Nase. Eine Mauer trennte sie von einem Haufen Gewusel aus Rotröcken und Feuermagiern. Und er wusste schon jetzt, dass es ihm keine Freude machen würde, von der Mauer aus auf diese herab zu blicken. Es würde ihm lediglich Freude machen, wenn sie in dem Element ihres Gottes gekleidet freudig durch die Straßen rennen würden.
Der Schwarzhaarige zog die Luft hörbar durch das Riechorgan und tippte dem Feuermagier auf die Schulter. Langsam, beinahe so folgsam wie ein gut dressierter Hund, setzte sich Lopadas einige Schritte in Bewegung. Er hatte kaum eine andere Wahl. Seine Hände waren mit einem Seil und einer zusätzlichen Eisenkette auf dem Rücken gebunden, sorgsam verschnürt, dass sich auch kein einziger Finger rühren konnte. Seine Augen waren von einer Stoffbinde umschlungen, indes seine Ohren mit Stoff verschlossen waren. Eine Haube über seinem Kopf verdeckte sein Gesicht. Natürlicherweise trug der Magier schon lange nicht mehr seine alte Kleidung. Sie hatten ihm zerlumpte Bauernkleidung angepasst. Sie war sichtlich zu groß. Stoffbandagen an den richtigen Stellen ließen sie jedoch passend wirken und den Gefangen obendrein noch übler zugerichtet, als Raad es geschafft hatte. Wahrscheinlich ging es dem Magier sogar wieder richtig gut. Würde nicht noch ein weiteres Tuch seinen Mund vom Sprechen abhalten, würde man es vielleicht sogar hören. So hörte man nur ab und an ein genervtes Stöhnen.
Nun sollten sie die Mauer hoch. Den Gefangenen im Gepäck. Nicht wissend, was sie wirklich dahinter erwartete. Es schien, als seien sie neuerlich in einer vollkommen aussichtlosen und gerade deswegen nur von Wahnsinnigen zu bestreitenden Situation gelandet.
Sorgsam führte Raad den Magier auf Drakks Befehl hin weiter zur Mauer. Sie würden ihn festbinden und an Seilen hochziehen müssen. Ein immerhin angenehmer Anblick, einen Feuermagier derart hilflos zu sehen.
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Schwertmeister
Sie waren auf zur Kaserne. Hin und wieder wechselten sie fragende Blicke, aber keiner wusste Rat. Aber irgendetwas müssten sie machen. Wenn sie ersteinmal in der Kaserne waren, dann würden sie in ernsthafte Probleme geraten. Fast schon verzweifelt schaute Adson sich um, als plötzlich ein Ruf zu ihnen herüber schallte:
"Alarm! Feinde vor der Mauer!"
Ein kurzer Blick zu seinen Gefährten und schon rannten sie los. Die Rotröcke, also die echten, dachte nicht daran sie zu halten, vielleicht zählten sie sie doch zu ihren Gefährten. Als sie das Tor erreichten war das Fallgitter bereits heruntergelassen, dass konnten sie unmöglich öffnen. Die Wachsoldaten am Tor wurden schnell einfach über den Haufen gerannt, sie waren zu überrascht um zu reagieren. Adson hob schnell zwei Schwerter auf und schaute sich nach seinen Gefährten um. Sie hatten das Tor erreicht und ebenfalls nach Waffen gegriffen. Adson drückte Xeratos ein Schwert in die Hand. "Halt dich zurück und pass auf dich auf!", rief er noch, dann wandte er sich wieder vom Tor ab.
Last edited by Adson Muller; 15.07.2012 at 00:08.
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Abenteurer
Bis jetzt hatte sich Xeratos zurückgehalten. Er wollte lieber kein Fehler machen und lieber die anderen, die wahrscheinlich mehr Ahnung als er hatten das reden zu überlassen. Ein ganz gutes Gefühl bei der Sache hatte Xeratos nicht. Er überlegte sich schon mal ein paar ausreden falls es wider gefährlich wird und den anderen nichts einfällt. Das Problem war nur das ihm selbst auch nichts geeignetes einfiel. Ihm fiel ein Plan ein, aber dafür müsste er die anderen verraten, und so weit würde er niemals gehen.
Schon wider wurde er beim Denken Unterbrochen, nur diesmal war es gut für ihm. Währenddessen die anderen etwas zu tun hatten wusste er nicht so recht was er tun sollte. Adson gab ihm ein Schwert und noch ein Tipp das er lieber zurückhalten sollte. Das wollte er aber nicht. Bis jetzt ist er nur mitgegangen, er hat aber nichts geleistet. Er war nicht unbedingt auf Blut aus er wollte aber nicht hinten stehen währenddessen die anderen die Arbeit machten. Er kniff seine Augen kurz zusammen, dachte an allem was Adson und Redsonja über den Kampf sagten und bereitete sich vor mit den anderen zu kämpfen...
Last edited by Xeratos; 15.07.2012 at 00:29.
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Ehrengarde
Die Zeit konnte gar nicht langsam genug vergehen. Doch schließlich kam der, von den falschen Gardisten erhoffte, Alarm von der Mauer herunter und breitete sich wie ein Lauffeuer aus. Nigel brauchte keinen Augenblick um zu reagieren. Reaktionsschnell drehte er sich herum und rannte den eben gegangenen Weg wieder zurück. Schließlich war es als Soldat seine Aufgabe, die Stadt zu verteidigen. Auch ohne Reichsbürgerurkunde.
Die anderen schienen ihm zu folgen. Die breite Straße hinunter zum Tor war von Laternen gesäumt und schenkte der ganzen Szene die nötige Atmosphäre. Es hatten sich bereits einige Soldaten am Tor versammelt, als die Truppe nach Atem ringend ankam. Schnell schnappten sie sich ihre Schwerter und gesellten sich zu den anderen. Adsond rannte in der Hektik gleich die zwei Torwachen um und suchte nach Klingen. Eines gab er dem unerfahrenen Xeratos, das andere behielt er.
Er suchte nach Rognor und Edon und als er sie fand, bedeutete er ihnen, dass sie unauffällig zur Winde des Tores gelangen sollten. Irgendwie mussten sie es schaffen, das Ding zu öffnen. Die Hauptaufmerksamkeit galt sowieso den Wehraufgängen, so dass sie im Prinzip genug Zeit haben sollten. Mit dem Rücken stellte sich der Söldneranführer vor Edon und Rognor, die sich derweil an dem Gerät zu schaffen machten. Sie mussten sich lediglich ein bisschen beeilen. Sobald die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt wurde, war es im Prinzip aus mit ihnen...
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Schwertmeister
Edon und Rognor versuchten sich tatsächlich an der Hebung des Gitters, totaler Wahnsinn, wie Adson fand. Jetzt galt es Platz und Zeit für die beiden zu schaffen. Adson drängte nach vorne teilte einige Hiebe aus und ließ sich anschließend wieder ein Stück zurückfallen. Er kam nahe an die Mauer und griff nach einer Fackel, die zur Erleuchtung des Torbereiches gedacht war. In hohem Bogen flog sie auf einen der leeren Marktstände. Die dünne Plane fing schnell Feuer und auch das trockene Holz wurde bald Opfer der Flammen.
"Feuer für Innos!", dachte der Söldner, dann flog Adsons Blick zum Tor. Das Gitter hob sich erschreckend langsam und lange Zeit zur Beobachtung blieb Adson nicht. Vor ihm blitzten Klingen auf, die es abzuwehren galt. Zurückweichen durfte er nicht, schließlich mussten Rognor und Edon unbehelligt bleiben.
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Provinzheld
So etwas hatte Rognor nicht erwartet. Das Gewinde der Öffnungsmechanik für das Fallgitter war total in Ordnung und sehr gut instand gehalten. Unglaublich. Irgendein Innosler hat die Menschenunwürdige Aufgabe übernommen die Mechanik mit diesem fleckenhinterlassenden Öl zu säubern und zu warten. Was für eine Schande die arme Robe oder das arme Hemdchen. Mit solchen Gedanken konnte man sich immer über den Feind lustig machen. Doch leider kamen die meist am falschen Ort und zur falschen Zeit. Kurz begutachtete der Zwrg die Mechanik und der kurze Blick bestätigte seine Vermutung. Hier waren Musklen gefragt. Kurz schaute er zu Edon rüber und fragte sich ob er nicht doch lieber einen Paldin rufen sollte. Er selbst wusste schon wie schwer das sein würde und das auch er mit dem Gewicht des Gatters ringen musste. Doch sofort verscheuchte er die Gedanken um nichts zu beschreien oder zu verdenken. "Edon, komm mal her und hilf mir. Wir müssen das Ding hier in diese Richtung drehen." Dabei zeigte er zuerst auf das Rad, welches zum öffnen gedacht war und danach in die Richtung in die die beiden drehen würden. Dabei klang Rognor so wie ein Vater seinem Sohn erklärte, dass Feuer heiß war und er nicht die Hand reinstecken sollte. Ok hier sollte man die Hand auch nicht reinstecken, außer zur freudigen Selbstverstümmelung. Doch Edon nahm es entweder gar nicht ernst oder er überhörte es einfach. Sofort packte er das Rad und nickte Rognor zu. Dieser ließ sich nicht lange bitten und griff auch zu. Beide spannten ihre Muskeln an wobei Rognors deutlich besser zu sehen waren und auch mehr hervor traten. Langsam aber beständig drehte sich das Rad und ein Quietschen, welches auf mangelnde Ölbehandlung beim Tor hinwies ertönte. Na toll. Jetzt dürften keine Zweifel mehr bestehen, dass Feinde hier drinnen sind.
Das spornte die beiden Krieger weiter an sich mehr anzustellen und das Tor auf zubekommen. Nach einigen qualvollen Minute, die den beiden wie eine Ewigkeit vorgekommen war rastete die Sperre ein, welche das Tor oben hielt. Beide seufzten und mussten sich eine kurze Zeitspanne ausruhen. Während Edon seine Waffe schon wieder geschultert hat, schsute sich Rognor die Mechanik weiter an. Sofort nahm er seinen Hammer und platzierte einige präzise und wohl überdachte Schläge gegen einige Stücken des Öffnungsgetriebes. Zum einen musste erst die Sperre wieder repariert werden um das Tor zu zubekommen und danach würde es sich eine wenig schwierig gestalten das Tor wieder hinauf zu bekommen. Das zweite hätte nicht sein müssen aber Rognor wollte unbedingt den Mann ärgern, welcher nachher das Tor reparieren musste. Kurz darauf stand er bei seinen Kameraden, um ihnen gegen die Krieger beizustehen.
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Kämpfer
Es war einfach... Desaströs.
Flarke führte es eigentlich nur auf den akuten Personalmangel zurück, dass er noch nicht am Galgen auf dem Marktplatz hing. Schlimmer konnte es nämlich eigentlich wirklich nicht mehr kommen. Sie standen hier, hinter den schützenden Wällen Thorniaras, weil sie sich nicht mehr anders zu helfen wussten. Und er hatte nicht einmal selbst den Befehl zum Rückzug gegeben, der war von Mansk per Bote eingetroffen, weil sie keine Verstärkung schicken konnten.
Immerhin, es standen weit mehr als nur sie Soldaten hier. Auch viele Bauern waren da, die man evakuiert hatte, damit sie nicht plündernden Horden zum Opfer fielen, und die alle zur Not ein Schwert in die Hand nehmen würden - zumindest in der Theorie. Vielen von ihnen würde mal das selbstverständlich nicht in die Hand drücken, denn sonst würden sie noch oportunistisch werden und ihren wahrscheinlich neuen Herren helfen, aber so weit wollten sie alle nicht denken.
Vorerst waren sie noch ziemlich eifrig damit beschäftigt, zu protokolieren, wer eigentlich gestorben war, wer noch lebte, wer noch irgendwo herumgeisterte und so weiter und so fort...
Und sie rüsteten sich für einen Angriff auf die Stadt.
Zwar verstand Flarke überhaupt nicht, woher diese verdammten Rebellen diese Unmengen an Leuten herhaben wollten und warum bei Beliar sie diese nicht einmal ansatzweise eingesetzt hatten, als sie vor den Toren Setarrifs gestanden waren, aber nunja, man musste nicht alles nachvollziehen können.
Hier galt auf jeden Fall, dass Thorniara gerüstet war. Sie würden einer längeren Belangerung standhalten können, sie würden einen Sturmangriff ohne Problem überstehen - auch wenn sowas sowieso Selbstmord wäre. Nebenbei hatte der Hauptmann schonmal Leute damit beauftragt überall in der Stadt Barrikaden zu errichten sodass diese verdammten Aufständischen nicht einmal weit kommen würden, wenn sie wieder mittels irgendwelchem Hokuspokus die Mauern zum Einsturz bringen wollten - auch wenn man ihm versichert hatte, dass dieselben Magier, die das in der Silberseeburg gemacht hatten, noch bei Weitem nicht zu solch einer Kraftanstrengung fähig wären.
"Sir, Alarm von der Mauer!", platzte plötzlich ein Soldat zu ihm herein.
"Verdammt.", fluchte Flarke, verließ im Laufschritt sein Büro und rief nebenbei noch zu: "Schmeiß sofort alle irgendwie verfügbaren Leute aus den Betten! Aber an den Schlüsselstellen bleiben alle vorerst auf ihrem Posten! Das könnte bloß eine Ablenkung sein.", zu mehr kam er nicht, denn da rannte der Hauptmann schon gefolgt von Hannes und Keri, die er unterwegs aufgegabelt hatte, in Richtung des Westtors.
Unterwegs traf er noch auf einen Kerdric, der ziemlich auf dem Zahnfleisch durch die Gegend schlurfte und dringendst eine Pause brauchte.
Kurzerhand spannte er ihn auch gleich noch mit ein, sodass sie vier doch einigermaßen Hochrangige waren, die dort über den einigermaßen leeren Marktplatz hin zum Tor rannten, an dem sich gerade eine gute Hand voll Torwachen - sie rechneten mit einem Angriff, Mika, der Tormeister, hatte dort also bei weitem nicht wenige Leute stationiert und im Raum der Torwinde waren auch noch einmal zwei Bogenschützen untergebracht, die aus der dortigen Schießscharte eventuelle Feinde unter Beschuss nehmen konnten - von drei dahergelaufenen Verrätern in Milizrüstung zum Narren halten ließ, während sich das Tor ganz langsam öffnete.
Last edited by Flarke; 15.07.2012 at 18:57.
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Kämpfer
Edon zog sein Schwert aus der Scheide, noch ehe er mit ein paar Griffen diese lästige Gardistenrüstung von sich warf und darunter seine übliche schwarze Kleidung zum Vorschein kam, in der es sich doch gleich viel bequemer kämpfen ließ.
Doch ehe es am Ende doch dazu kommen würde, dass die kleine Gruppe allein gegen eine aufgebrachte Stadtwache kämpfen musste, schnappte sich der Dieb eine Fackel aus nächststehendem Fackelhalter, rannte zwei Schritte durch das Tor und schwenkte sie kräftig, dass auch der letzte Setarrifer noch sehen musste, dass das verdammte Tor offen war. Anschließend warf er sie einfach in Richtung der Stadt, wo sie ausgetreten wurde oder eben fröhlich weiterbrannte, dem Dieb war es egal, sie hatte ihren Zweck erfüllt.
Die ersten Krieger der Setarrifer hatten die Tore erreicht und das keine Sekunde zu früh als auch die Gardisten für Edons Geschmack schon viel zu nah heran waren.
Ein schlechter Witz wäre es schon gewesen, wenn Edon das ganze Brimborium mit dem Tor überlebt hätte, nur um in der anschließenden Schlacht wie jeder andere zu krepieren...
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Schwertmeister
Bürokratie … Fluch und Segen zugleich, manchmal sogar in derselben Situation. Sie sorgte zwar dafür, dass man sich oft Gedanken machen musste und sorgte für teils erheblichen Aufwand, aber dafür konnte sie einem auch eine Menge Arbeit und Ärger ersparen, wenn man sie einmal brauchte. In diesem Moment entstand wieder einmal ziemlicher Aufwand dadurch, dass jemand da war, der nicht auf einer Liste stand – glücklicherweise kam in solchen Situationen nur selten jemand auf die Idee, die überschüssige Person zu eliminieren –, und so wurden aufwändig das Tor geschlossen, Wachen herbeordert, Verdächtige entwaffnet und diese dann zur Bastion eskortiert.
Womöglich war das alles unnötig – allerdings konnte es auch Leben retten, wenn die Verdächtigen nicht die waren, die sie vorgaben zu sein. In diesem Fall wären sie umzingelt von Soldaten, unbewaffnet und nicht in der Lage, das Tor zu öffnen.
Zeitsprung.
Sie waren bewaffnet und hatten das Tor geöffnet.
Zeitsprung.
Kerdric kämpfte wieder mal gegen irgendwelche Setarrifer und fragte sich, ob die ihn denn eigentlich alle verarschen wollten – es war viel zu spät zum Kämpfen! Er brauchte jetzt endlich mal Ruhe, eine Portion Schlaf und am besten auch noch ein gutes Wildschweinragout. Des weiteren eine Fußmassage, ein Paar neue Stiefel und eine Erzklinge aus Nordmar.
»War das Lehmar?«, fragte der Schreiber und schielte über Kerdrics Schulter.
»Marco.«
»Gefallen«, protokollierte der Schreiber pflichtbewusst und strich den Namen aus.
Instinktiv riss der Ausbilder den Schild hoch, um einen Angriff abzuwehren, und vollführte darunter gleichzeitig einen ausladenden seitwärtsgerichteten Hieb, der sein Gegenüber zum Zurückweichen zwang. »Dort lang!«, schrie er, als von irgendwoher ein paar Soldaten eintrafen, die die Situation nicht ganz zu überblicken schienen und sich beinahe dazu hätten überreden lassen, ihre Kameraden anzugreifen. War das Tor offen? Falls ja, mussten sie sich durchkämpfen und es schließen …
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Provinzheld
Dreckskerl. Der Innosler vor ihm wollte es Rognor nicht leicht machen. Zuerst drängte er ihn in die Defensive um ihn danach anstandslos jedes Mal zu blocken. Sein Schläge wurden entweder von einem Schild oder dem Schwert abgefangen. Es war eine Unsäglich Plackerei. Wie konnte dieser Krieger sich nur erdreisten gegen ihn zu kämpfen und dann nicht aufgeben zu wollen. Zudem bereitete er ihm auch noch enorme Kopfschmerzen. Je länger er sich mit diesem Soldaten aufhielt desto länger hätten andere Soldaten die Gelegenheit sich auf dejn Zwerg zu stürzen. Das musste um jeden Preis verhindert werden. Dennoch sah es ganz gut für die Krieger des Königreich Argaans aus. Nachdem die Verstärkung oder besser gesagt die Haupttruppe eingetroffen ist konnten die Innosler nicht zum Tor oder dem Wachhäuschen vordringen. Das Wachhäuschen würde ihnen eh nichts bringen. Selbst wenn sie es schaffen würde bis dort vorzudringen konnten sie das Fallgitter nicht senken. Dafür hatte Rognor extra und mit weiser Voraussicht gesorgt. Er freute sich schon auf die Gesichter der Soldaten, welche dort eine kaputte Mechanik vorfinden würden. Leider lies sein Gegner keine Chance dazu den Gedanken zu vertiefen. Rognor blockte routinemäßig den Angriff ab und wunderte sich selbst darüber, dass er den Dreh mit dem Schild und der Axt raushatte. Langsam aber sicher konnte der Zwerg mit der Axt umgehen. Und es half auch zu überleben. Und jetzt entdeckte er auch die Möglichkeit zum zuschlagen. Nachdem der junge Innosler wieder einmal den Schlag mit seinem Schild geblockt hatte, hatte Rognor seine Axt in den Schild getrieben. Mit einem boshaften Grinsen ruckte er mit aller Kraft an der Axt. Der Schild riss ab und höchstwahrscheinlich wahr das Gelenk herausgesprungen, denn der Soldat jaulte wie ein sterbender Wolf auf. Dennoch hielt er sich auf den Beinen. Mit einem gleichgültigen Gesicht schlug Rognor ihm den Schild in den Bauch. Der Junge knickt zusammen und gab den zur Todesstrafe Verurteilten. Rognor war der Henker und holte mit der Axt aus um dem vorneüber gebeugten Soldaten den Kopf von den Schultern zu hauen. Mit einer rasenden Geschwindigkeit sauste die Axt nieder und enthauptete den Innosler. Der Kopf rollte ihm Schlachtgetümmel davon. Doch bevor Rognor die Pause nutzen konnte trat ein weiterer Soldat auf ihn zu um seinen Kameraden zu rächen. Der Tanz des Tode ging von neuem los.
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Krieger
"Felia, du kannst doch nicht."
"Und wie ich kann..." Ja - sie konnte und das inzwischen nicht zu knapp. Aarons zierliche Schwester war wütend. Sehr wütend. Und man sollte die kleine nicht unbedingt wütend machen. Das war ungesund. Wenigstens war Aaron diesmal nicht der Auslöser der Wut sondern...
"Dieses gottlose Gesindel... " ja... die Adlata hatte bei dem abendlichen Spaziergang mit den anderen Adlati die Eindringlinge am Tor bemerkt und nun probierten sie ihre magischen Künste an den Angreifern aus, was bestimmt nicht besonders erstrebenswert war.
Aaron war gerade erst vorbei gekommen und versuchte sie aufzuhalten, weil sie schließlich auch eigene Soldaten damit verletzen konnten - ohne Erfolg.
Nun sah sich der Soldat um - an welcher Front konnte man denn schon gefahrlos kämpfen, doch da fiel sein Blick nocheinmal auf das Getümmel am Tor, als sich seine Augen weiteten... nein das konnte... das durfte nicht sein!
Sofort setzte sich der kräftige Mann in Bewegung und todesmutig stürzte er sich zwischen die kämpfenden und schlug um sich, nur darauf plädierend, dass er sich damit Freiheiten verschaffen konnte. Bald hatte er auch sein Ziel erreicht und sein Arm griff nach dem kleinen Köper, der... für die geringe Größe aber ein imenses Gewicht aufbrachte.
Das Kind hatte zudem eine merkwürdig tiefe Stimme mit der es aufgeregt irgendwas herumschrie, als es den Boden unter den Füßen verlor und von Aaron verschleppt wurde.
Wie immer dieses Kind mit dem Beil, mit dem es eben um sich gehauen hatte dort hinein gekommen war, Aaron zog es hinaus und stellte es erst abseits von dem Geschehen wieder auf die kurzen Beinchen, als er jedoch feststellte das mit diesem Kind irgendwas nicht stimmte. Außerdem ruderte es schon wieder merkwürdig mit den Armen und schlug mit der Axt um sich.
Reflexartig sprang Aaron beiseite und sah nur, wie ein anderer Milizsoldat nun den Kleinwüchsigen bearbeitete...
Kämpften die Setarrifer nun schon mit Gnomen? Das ging langsam wahrlich zu weit.
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Kämpfer
Nunja, Sachen gab es...
Man konnte wirklich nicht sagen, dass Mika schlechte Kräfte an das Westtor beordert hatte, immerhin war ja durchaus mit einem Angriff seitens der Setarrifer von dieser Seite zu rechnen, aber damit, dass man in der Stadt solche wahren Meister der Täuschung und des Kämpfens hatte, dass sie es schafften, innerhalb weniger Augenblicke die komplette Torbesetzung zu überrumpeln - die aus weitaus mehr Leuten bestand, als sie waren - das Tor zu öffnen und Herscharen von Söldnern in die Stadt zu lassen, die - nur so vor Waffen starrend - beinahe alles niedermähten, was ihnen in den Weg kam - vielleicht ja auch die ein oder andere Marktbude, die die Händler an diesem Abend ausnahmsweise einmal nicht abgebaut hatten und die deshalb nun lustig vor sich hin brennen konnte...
Mit all dem war definitiv nicht zu rechnen gewesen.
Scheinbar waren diese Männer allesammt von Adanos persönlich beseelt, der sie so ware Wunder vollbringen ließ.
Nunja, für Flarke gab es jetzt wohl keine andere Wahl mehr, außer zum Schwert zu greifen und zu kämpfen, denn eines war klar: Sein Kopf würde rollen. Entwerder dank irgendwelcher kleiner Kerle mit Äxten oder dank irgendwelcher Henker, die ihn als Hauptmann für dieses Desaster verantworlich machen würden.
"Oh Innos, warum hast du uns nicht auch solche Kämpfer geschickt.", seufzte Flarke leise, während er mit Mühe und Not einen Hieb mit seinem Schild abwehrte, wobei er sich langsam immer weiter gen Reichenvierteil zurückzog, um wenigstens dort die Tore schließen zu können - auch wenn dies ja scheinbar erstaunlich sinnlos war.
Last edited by Flarke; 15.07.2012 at 19:17.
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Schwertmeister
Dort, wo es brennt
Der Strom der Flüchtlinge und nachrückenden Angreifer hatte auch ihn aus dem Bluttal nach Norden getrieben, schon bald waren die verlassenen Bauernhöfe vor der Stadt aufgetaucht, die Solveg erstmals stocken ließen. War hier eine Invasion im Gange? Sollte nicht nur die Burg, sondern direkt die gesamte Insel erobert werden? Womöglich vor allem auf Kosten der Zivilbevölkerung? Wofür? Dieselbe Frage hatte er sich vor einiger Zeit schon einmal gestellt, damals jedoch, als die heranrückenden Truppen Rhobars die Wälder nördlich von Setarrif in Brand gesteckt hatten. Ein Feuer, das gut und gern die Stadt hätte erfassen können, wären sie Wassermagier damals nicht eingeschritten. War es nun also Ethorn, der einen Haufen von Trümmern erobern wollte, in dem sich bestenfalls noch die Leichen der vorherigen Bewohner stapelten?
Als Solveg den Mauern der Stadt näherkam, inzwischen war die Dunkelheit über das Land hereingebrochen, festigte sich dieses Entsetzen über die angewandten Methoden noch mehr. Ein Lichtschimmer jenseits der Mauern kündete von einem Feuer, die deutlich zu vernehmende Unruhe davon, dass ein Kampf stattfand. Im Schutze der Dunkelheit konnte er sich ohne weiteres unbemerkt bis in die Nähe der Mauern begeben, am Tor jedoch war Vorsicht geboten. Man kämpfte miteinander, Stadtwachen und Soldaten Rhobars gegen die Angreifer. Ob das nun echte Männer Ethorns waren oder lediglich die vermeintliche Verstärkung, das konnte der Magier nicht ausmachen, wohl aber, dass dies hier seine Chance war, um weitestgehend unbemerkt in die Stadt zu gelangen. Vorbei an den Kämpfen, dabei selbst etwas unbeholfen wirkend ging er aufgrund seiner schlichten Kleidung, die ihn keiner Seite eindeutig zuordnete, vielleicht sogar als ein weiterer geflohener Landarbeiter durch, für den sich im Trubel der Auseinandersetzung niemand interessierte. Möglichst rasch suchte Solveg Schutz und verschwand in den nahen Gassen. Doch sehr weit kam er dabei nicht. Das Feuer, das er schon von außerhalb gesehen hatte, versperrte den weiteren Weg, irgendwo krachte es laut, kurz darauf schrie jemand. Eine Frau, Kinder, so genau erkannte er das in all der Aufregung nicht, einzig, dass es aus dem lichterloh brennenden Haus kam.
Kurz blickte Solveg sich um, die Kämpfe schienen sich auf das Gebiet am Tor zu konzentrieren, während hier die Bewohner der Stadt mit den Feuern kämpften. Enttäuscht krempelte er die Ärmel hoch. Solcherlei Gräueltaten würde er ganz sicher nicht unterstützen. Konzentriert hob er die Arme und schoss einen Wasserstrahl auf den Eingangsbereich des Hauses, aus dem gerade die Schreie gekommen waren. Er würde das Gebäude nicht retten können, dazu fehlten ihm die Kräfte. Doch die Bewohner würde er rausholen. Nach und nach bahnte er sich einen Weg hinein.
„Ihr müsst hier raus verdammt!“, schrie er gegen das Prasseln der Flammen, „Los, ich kann den Weg nur kurz freihalten!“ Eine Frau, ein Kind auf dem Arm, zwei weitere folgten, danach Solveg. Und kaum waren sie im Freien, suchte er nach weiteren vom Feuer überraschten Bewohnern, die es nicht mehr rechtzeitig aus ihren Häusern geschafft hatten.
Wieso er das tat? Weil sein Gewissen ihn dazu trieb.
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Burgherrin
"Warst du das Keks?", fragte die junge Schneiderin in die dunkle Zelle hinein.
Irgendetwas war gerade an ihren Füßen entlang gehuscht und hatte dabei quietschende Geräusche neben dem monotonen Tröpfeln hinterlassen. Als Myra jedoch neben ihre Beine schaute, sah sie dort den kleinen Hasen, der versuchte sich von seiner Fußkette zu beißen. Vielleicht hatte er auch nur Hunger.
"Wenn du das nicht warst -", sagte sie zögerlich, bevor sie sich unterbrach und aus Reflex mit ihrem Fuß nach dem etwas trat, was gerade an ihrem Fuß genagt hatte.
Quiekend flog etwas durch die Luft und schabte ein paar Schritte weiter über den Boden.
"Ich will hier raus, Keks.", sagte sie und zerrte an ihren Ketten, doch keine davon gab nach, "Versuch doch mal, ob du einen Weg hinaus findest."
Der kleine Hase schaute die Grünhaarige etwas verdutzt an und versuchte dann wegzuhüpfen, doch kam er durch die schwere Eisenkugel an seiner Kette nicht gut voran. Auch er musste es sich kurze Zeit gefallen lassen, wie eines der dunklen Wesen dieses feuchten Raumes versuchte an ihm zu knappern. Doch war Keks stark genug, um mit einem Pfötchenhieb den Angreifer zum Niesen zu bringen und so vertreiben zu können. Stolz reckte der kleine Hase die Nase in die Höhe, worauf Myra versuchte ihn zu streicheln, doch ihre Hände nicht weit genug bewegen konnte.
"Wenn wir hier raus sind, bekommst du ein ganzes Zimmer voller Leckereien für deine Tapferkeit.", lobte sie ihn.
Doch noch bevor sich Keks über die Belohnung freuen konnte, wurde die Eisentür des Raumes aufgestoßen. Mutig stellte er sich den Eindringlingen entgegen, um seine Freundin zu schützen. Hätte er diese alberne Kugel nicht an den Beinen, dann hätte er sie beide schon befreit.
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