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15.06.2012 01:41
#5
Team K
Ich muss zugeben, ich konnte mit dem Werk nicht so viel anfangen.
In den Vorworten zu den Geschichten kam Herr Sapkowski mir durch die Bank ausgesprochen eingebildet und arrogant "Seht mal wie gebildet und erfolgreich ich bin" daher, fand ihn da direkt unsympathisch.
Dazu wurden wohl größtenteils uralte Schinken nochmal zu Geld gemacht...
Soweit, so egal, so lange er gute Geschichten schreibt.
Katzen kann ich nicht leiden, dementsprechend haben es mir die Geschichten auch nicht unbedingt angetan.
Ansonsten hatte ich oft nach dem Lesen so ein "Na ja" Gefühl, ab und zu auch mal ein "Hoä?, was war das denn jetzt?" Richtig gefesselt hat mich nichts, außer....
Die beiden Geschichten, die "nichts" mit Geralt zu tun haben. Die waren wirklich klasse.
Bei der Hochzeit hat er zwar wirklich ganz schön dick aufgetragen, was das Wiedersehen und die Macken der alten Bekannten angeht, aber es war trotzdem sehr angenehm.
Die nächste Kurzgeschichtensammlung kommt mir auf jeden Fall nicht mehr ins Haus.
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15.06.2012 02:05
#6
@Klabautermann
Nur so am Rande, die Zusammenstellung der Kurzgeschichten war meines Wissens Entscheidung des dtv Verlags und nicht die von Sapkowski. Die Geschichte "Der Weg, von dem niemand zurückkehrt", also die über Geralts Eltern, wurde in Polen afaik bereits im ersten Kurzgeschichtenband ("Wiedźmin") veröffentlicht. Keine Ahnung, warum dtv die Geschichte damals nicht noch in "Der letzte Wunsch" mit reingenommen hat, wie es eigtl. hätte der Fall sein müssen. Die andere Kurzgeschichte "Etwas endet, etwas beginnt" wurde dann im Rahmen des gleichnamigen Romans veröffentlicht, der dann noch andere Geschichten außerhalb des Hexer-Universums mit aufnimmt. U.a. wohl deswegen, weil "Wiedźmin" in Polen nicht mehr verlegt wird.
Ein weitere Kurzgeschichtensammlung ist atm jedenfalls nicht wahrscheinlich, da mit "Etwas endet, etwas beginnt" alles an Geschichten veröffentlich wurde, was noch so da war.
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16.06.2012 19:16
#9
reaktivierter Wolf
 Originally Posted by kire
Oh, das hab ich voll vergessen. Werd ich nachher gleich mal bestellen. Außer man rät mir hier streng davon ab..  Die Kommentare klangen ja jetzt nicht so berauschend...
Wenn man das Buch kauft, sollte man nicht zu viel in Bezug zum Hexer erwarten, die Geschichte seiner Eltern ist eher an die Hexerwelt angelehnt als wirklich ein Teil von ihr, und sonst gibt es nur die Hochzeitsgeschichte. Die hat es aber in sich. 
Der Rest der Geschichten hat mir (im Gegensatz zu Klaubautermann) gut gefallen, sie sind halt etwas speziell - Sapkowski halt. Man erkennt hier deutlich das, was auch in den Witcher-Büchern vorkommt: eine etwas komplexere Erzählweise, die einen zum Nachdenken anregt, tiefgründige Geschichten die an authentischer Atmosphäre nur so strozen.
Let the demons have their place... if so it's angels you'll create.
- Dredg
Viele Leute denken, Zeit sei wie ein Fluss, der sanft und sicher in eine Richtung fließt. Aber ich habe das Anlitz der Zeit gesehen und ich sage euch: sie haben unrecht. Zeit ist ein Ozean im Sturm. Ihr werdet fragen wer ich bin und warum ich so spreche. Kommt, und ich erzähle euch ein Märchen, wie ihr es noch nie gehört habt...
- Der Prinz von Persien
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22.07.2012 21:22
#11
Lehrling
Auch wenns schon ein paar Wochen her ist, möchte ich auch noch meine Meinung zum Buch loswerden
Für mich war es die berühmte Enttäuschung auf hohem Niveau.
Am besten gefallen haben mir, wie wohl vielen hier, die beiden Quasi-Hexer-Geschichten. Es war nett, Geralts Eltern kennenzulernen, aber ohne diese Verbindung wäre "Der Weg, von dem niemand zurückkehrt" nur eine von vielen Fantasy-Stories gewesen, leidlich spannend, gut geschrieben, mit sympathischen Protagonisten die trotzdem Ecken und Kanten haben, sowie gewürzt mit Andeutungen einer komplexeren Welt, nicht weniger aber auch nicht mehr.
"Etwas endet, etwas beginnt" war, sicher nicht nur für mich, der Höhepunkt der Sammlung, aber die Einordnung dieser Geschichte durch den Autor als nicht-kanonisch, ja sogar als Witz [sic!] hat meine Freude an ihr irgendwie getrübt.
Von den restlichen Geschichten fand ich jene mit der Grinsekatze am besten; sie hat mich angenehm an die wunderbare Alice-Variante von American McGee erninnert (Btw. hätte etwas mehr in diese Richtung hätte auch die Wunderland-Verfilmung von Tim Burton gehen können, einer anderen Enttäuschung auf hohem Niveau).
Die restlichen Stories empfand ich in unterschiedlichem Maße als zu langatmig, teils auch stilistisch weniger gelungen als von Sapkowski gewohnt.
Übrigens stimme ich Klabautermann zu, sonderlich sympathisch kommt der Autor in seinen Vorbemerkungen nicht rüber, dass hatte ich mir allerdings, davon ausgehend was ich bisher so gehört hatte, schon gedacht.
Zusammenfassend ist zu sagen: Für sich genommen durchaus solide, im (unvermeidlichen) Vergleich zu den beiden wundervollen, poetischen, ergreifenden, weisen, fast perfekten Kurzgeschichtenbänden um den Hexer fällt dieses Buch doch sehr ab.
"Ich glaube nicht an das kleinere Übel." -Geralt von Riva
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