"Die andere Natur" ist putzig und drollig. Eigentlich stimmt formal nichts in dem Gedicht, und der wechsel zwischen einfacher Sprache, die sich kaum der Versform anpasst:
"Schau ich mich um, so möchte ich sagen,
was wir von dir, Natur, so bekommen haben!"
Und Stellen, wo man in eine etwas schwülstige, abgehobene Sprache driftet, indem man eine altertümliche Form des Genitiv verwendet:
"und Stoff der Tiere Fell oder der Pflanzen Fasern"
wirkt komisch.
Trotz der eindeutigen, formalen Mängel hat mir das Gedicht gefallen, wohl auch, weil es vermutlich nicht ganz ernst gemeint ist, sondern wie einfach ohne groß zu überlegen und frei weg von der Leber geschrieben erscheint.
Dennoch ist "Schattenspiele", wie auch das andere von Shadowblades Gedichten, in sich formal und inhaltlich stimmig, melodiös, flüssig und einfach gut, weshalb es meine Stimme bekommt.
Last edited by Sir Ewek Emelot; 14.06.2012 at 22:51.