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Schächten verboten?

  1. #21 Reply With Quote
    Frau General Tesri's Avatar
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    Tanzend um den Nächtenbaum, im glänzend Sternen Lustgeschrei, und rufe wild und wie im Traum des roten Mondes Wolf herbei.
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    Zur Klarstellung: soll das heißen, dass du kein Problem damit hättest, wenn Menschen geschächtet werden würden?
    Das einzige Problem, das ich damit hätte, wäre die persönliche Art, die hinter diesem Akt steckt. Eine Hinrichtung sollte so nüchtern und distanziert ablaufen wie nur möglich, damit das ganze nicht zur sadistischen Volksbelustigung verkommt. Auch kann man einem Henker nicht mehr zumuten, als einen Knopf zu drücken. Diese maschinelle und abstrakte Art der Hinrichtung vermittelt die benötigte Distanziertheit, die es bei einer direkten Tötung wie einem unmittelbaren "Kehleaufschneiden" nicht gibt.
    Auf diesen Aspekt gestützt hätte ich schon ein Problem damit, aber jetzt nicht aus den Gründen, wie man im allgemeinen vielleicht glauben mag.

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    Soo brutale Tierquälerei ist es auch nicht weil der rasche Blutverlost rasch zu einer Art Betäubung führt.
    Meine ich bis dato auch.

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    Das Bild vom bösen sog. "Massentierhalter" ist ja ein Paradebeispiel. Nüchtern betrachtet ist es wie so vieles vom deutschen Ökowahn purer Blödsinn... Aber das würde zu weit führen.
    Aha, dass die konventionelle Massentierhaltung von qualvollen Verhältnissen geprägt ist, ist also Blödsinn? Sehen die zerrupften Hühner in ihren 550 cm² "großen" Käfigen sicherlich anders.


    edit:
    @Grinserchen

    Ich habe mir nun auch die zwei von dir geposteten Links zu Gemüte geführt. Den zweiten aus "Das Erste" halte ich als übertriebene Propaganda, weil er z.B. auch dem Veterinär-Link inhaltlich widerspricht (siehe die Dauer des Ausblutens, das sich angeblich mehrere Minuten lang hinzöge, während das Worst Case Szenario der Veterinäre aus Bern von höchstens 50 Sekunden spricht; Durchschnitt läge bei 30 Sekunden), und ansonsten nicht viel über sachliche wissenschaftliche Erkenntnisse aussagt.

    Von daher will ich mich lieber auf das Papier aus Bern stützen, aber auch da sind die Informationen über das Schmerzempfinden rar. Ich weiß nicht, woher die Abwehrreaktionen kommen (ich gehe von Strampeln aus... mehr kann eine fixierte Ziege meist nicht tun). Tun es die Tiere wegen des Schmerzes oder nur wegen des intensiven Blutgeruchs? Auch das sogenannte (maschinelle) "Wenden" muss nicht besonders bequem sein. In einer großen Schlachtanlage stelle ich mir auch vor, dass es da sehr stressig für die Tiere zugeht - an solchen Orten muss ja alles wie am Fließband laufen und feinfühlig geht man dort auch nicht mit der "Wahre Fleisch" um.
    Dann gibt es diese zwei dünnen Adern, die nicht durchtrennt werden. Pumpen die tatsächlich so intensiv, dass sie trotz der fehlenden Unterstützung der Hauptschlagadern das Gehirn genug durchbluten können, um dem blutverlustgegebenen Schock entgegenzuwirken? Müssen ja wirklich mordmäßige Adern sein. Zugegeben, ich bin kein Mediziner, aber gerade hier würde ich mir ein paar medizinische Details mehr wünschen.
    Dann ist da die Sache mit dem Augenreflex. Aber ein vorhandenes Bewusstsein sagt ja leider auch nichts über das Schmerzempfinden aus.

    Kurz: das ist mir alles dann doch ein bisschen dürftig.

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    und wo nicht der Abschaum der Straße die finstersten Schatten wirft.
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    Tesri is offline Last edited by Tesri; 25.05.2012 at 15:43.

  2. #22 Reply With Quote
    Veteran Antrodamus's Avatar
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    Aha, dass die konventionelle Massentierhaltung von qualvollen Verhältnissen geprägt ist, ist also Blödsinn? Sehen die zerrupften Hühner in ihren 550 cm² "großen" Käfigen sicherlich anders.
    Ich findes immer wieder ganz erstaunlich, wie alle Bundesbürger dem Gefasel der deutschen Bio- und Ökolobby hinterherrennen. Ohne Zweifel gibt es in der sog. konventionellen Massentierhaltung teilweise erbärmliche Zustände. Aber wer glaubt, dass Biofood allen ernstes besser ist der ist auf dem Holzweg. Biobetriebe sind genauso industrielle "Massentierhaltungen" wie die konventionellen, in manchen Bereichen besser, in manchen (zB bei der Tiergesundheit) wesentlich schlechter, in den meisten nehmen sie sich nichts. Biolandwirtschaft ist nichts als ein moderner Ablasshandel.
    Fazit: Solange der Mensch tierische Produkte isst wird er sich mit der Massentierhaltung abfinden müssen und ebenso damit, dass Tiere für den Menschen zum Essen da sind.

    Weiter will ich das wegen Offtopic hier nicht ausbreiten.
    Antrodamus is offline

  3. #23 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by fuenf View Post
    Was hält denn der Threadersteller vom Schächten?
    Welchen Threadersteller meinste? Die Person oder den Account welcher nur dazu gut war ein Thema anzustoßen?

    Die Fragestellung lässt die Absicht erkennen.

    Warum es wohl nicht erlaubt ist, einen Hund quick lebendig am Hals aufzuknüpfen und ihm mit einem Gasbrenner das Fell zu gerben um möglichst viel Adrenalin in das Fleisch zu bekommen, scheint für den Threadersteller ebenso im Dunkeln zu liegen, wie der Unterschied zwischen Integration und Assimilation.
    „Jeder Geldforderung in der Wirtschaft entspricht logischer Weise eine gleichhohe Geldverpflichtung, eine Schuld ... und es ergibt sich die verblüffende Gleichung: die Summe aller Schulden entspricht der Summe allen Geldes.“
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  4. #24 Reply With Quote
    Frau General Tesri's Avatar
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    Quote Originally Posted by Antrodamus View Post
    Weiter will ich das wegen Offtopic hier nicht ausbreiten.
    Ich aber kurz, weil du anscheinend etwas überinterpretierst hast. Wer behauptet hier denn, dass überall Bio drinsteckt, wo Bio draufsteht oder weitet dieses Bioetikett auf die Schächtung aus um jene gegenüber dem Bolzen in ein übervorteilendes Licht zu rücken?

    @ Hays
    Wenn du einen Hund über den Röster hängst, hast du zwar mehr Adrenalin im Fleisch, dafür ist es wegen der während im Tode erstarrten Schmerzkrämpfe viel zu zäh, um es zu kauen oder noch gut verkaufen zu können. Von daher bevorzugt die Fleischindustrie im allgemeinen einen schnellen Abgang. Ausnahmen in Form von Billigproduzenten bestätigen natürlich die Regel.

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    Tesri is offline Last edited by Tesri; 25.05.2012 at 19:35.

  5. #25 Reply With Quote
    Schwertmeister
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    Kurz: das ist mir alles dann doch ein bisschen dürftig.
    Wie gesagt, auf der einen Seite stehen Religionen, deren einziges Argument letztendlich die - angebliche - Tradition von Wüstennomaden ist.

    Auf der anderen Seite stehen zahlreiche Staaten, alle Tierschutzbünde und in Deutschland, mit der Bundestierärztekammer eben auch die Wissenschaft, die von nachgewiesener Tierquälerei spricht.

    Mir geht es nicht darum, jemanden zu überzeugen. Wozu auch? Es ging mir nur darum, dass es bereits eine klare Position gibt, diese aber im Bezug auf das Grundgesetz problematisch sein könnte bzw. so gesehen wird.

    Jeder muss nun eben selbst entscheiden, was wichtiger ist: Freie Religionsausübung oder eben Tierschutz.
    Grinserchen is offline

  6. #26 Reply With Quote
    Veteran Antrodamus's Avatar
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    Quote Originally Posted by Tesri View Post
    Ich aber kurz, weil du anscheinend etwas überinterpretierst hast. Wer behauptet hier denn, dass überall Bio drinsteckt, wo Bio draufsteht
    Keiner. Nur wollte ich zeigen, dass es keine Alternative zur industriellen Massentierhaltung gibt sofern diese Alternative nicht Luxusessen für einige Reiche sein soll. Ich könnte dazu noch viel mehr sagen aber das wäre nicht zielführend.

    Quote Originally Posted by Tesri View Post
    oder weitet dieses Bioetikett auf die Schächtung aus um jene gegenüber dem Bolzen in ein übervorteilendes Licht zu rücken?
    Wo habe ich das den getan oder behauptet?
    Antrodamus is offline

  7. #27 Reply With Quote
    Frau General Tesri's Avatar
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    Quote Originally Posted by Grinserchen View Post
    Es ging mir nur darum, dass es bereits eine klare Position gibt, diese aber im Bezug auf das Grundgesetz problematisch sein könnte bzw. so gesehen wird.
    Okay, das habe ich aber bereits geahnt, darum meine Frage, worauf sich diese Erkenntnisse, die die Basis für den Konsenz stellen, stützen.
    Darum habe ich jetzt einmal selbst nachgegoogelt. Bin heute Abend zugegebenermaßen nicht weiter gekommen als bis wikipedia. Naja, nicht gerade toll, aber für den Anfang muss es reichen. Auf jeden Fall exisitiert eine Studie (Hirnstrohmmessungen), die tatsächlich von Schmerzfreiheit spricht (Schulze, Schultze-Petzold, u.a.), während die Gegner kritisieren, dass das Tier noch lange bei Bewusstsein ist (keine Hirnstrommessungen und allein fußend auf äußere Beobachtungen). Aber Bewusstsein hat, wie gesagt, mit dem Schmerzempfinden eigentlich nichts zu tun. Man kann ja bei Bewusstsein sein und trotzdem nichts spüren.

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    Tesri is offline

  8. #28 Reply With Quote
    Waldläufer Eunitnoc's Avatar
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    Quote Originally Posted by Hays

    Welchen Threadersteller meinste? Die Person oder den Account welcher nur dazu gut war ein Thema anzustoßen?

    Die Fragestellung lässt die Absicht erkennen.

    Warum es wohl nicht erlaubt ist, einen Hund quick lebendig am Hals aufzuknüpfen und ihm mit einem Gasbrenner das Fell zu gerben um möglichst viel Adrenalin in das Fleisch zu bekommen, scheint für den Threadersteller ebenso im Dunkeln zu liegen, wie der Unterschied zwischen Integration und Assimilation.
    Ich bin schon noch hier.
    Und ich finde tatsächlich, dass die Tiere in der heutigen Welt zu vermenschlicht sind.
    Und wenn einer einen Hund aufknüpft und ihm mit einem Gasbrenner das Fell gerbt, dann sollte er höchstens in eine Anstalt kommen und nicht ins Gefängnis.
    Eunitnoc is offline

  9. #29 Reply With Quote
    Schwertmeister
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    Quote Originally Posted by Tesri View Post
    Okay, das habe ich aber bereits geahnt, darum meine Frage, worauf sich diese Erkenntnisse, die die Basis für den Konsenz stellen, stützen.
    Darum habe ich jetzt einmal selbst nachgegoogelt. Bin heute Abend zugegebenermaßen nicht weiter gekommen als bis wikipedia. Naja, nicht gerade toll, aber für den Anfang muss es reichen. Auf jeden Fall exisitiert eine Studie (Hirnstrohmmessungen), die tatsächlich von Schmerzfreiheit spricht (Schulze, Schultze-Petzold, u.a.), während die Gegner kritisieren, dass das Tier noch lange bei Bewusstsein ist (keine Hirnstrommessungen und allein fußend auf äußere Beobachtungen). Aber Bewusstsein hat, wie gesagt, mit dem Schmerzempfinden eigentlich nichts zu tun. Man kann ja bei Bewusstsein sein und trotzdem nichts spüren.
    Ich möchte mich in das Thema nicht so reinhängen. Darum nur noch vier Anmerkungen:

    1. Die zitierte "Studie" stammt nicht von Schulze und Schultze-Petzold, sondern von "Schulze, Schultze-Petzold, Hazem und Groß" und war ein "Streitbeitrag", der 1978 in der Tierärztlichen Wochenzeitschrift erschien. Es ging auch eigentlich nicht um alleine um das Schächten, sondern um einen angeblichen Vergleich von Schlachtungsmethoden. Eigentlich wollte man nur beweisen, dass auch andere Methoden Schmerzen bereiten. Nachlesen kann man das hier: http://www.mustaqim.co.uk/halalstudy.htm
    Das Bundesverfassunggericht hat den Inhalt dieser Studie in seinem Urteil vom 15.01.2002 (BVerfGE 104, 337) - gelinde gesagt - bezweifelt.

    2. Wie das Bundesverfassungsgericht vertritt in dieser Hinsicht auch die Bundestierärztekammer eine einheitliche Position, die 1995 im Tierärzteblatt (9/95) veröffentlicht wurde:
    "[..]Das Tier leidet furchtbar. Austretender Vormageninhalt wird aus der durchtrennten Speiseröhre in die Lungen aspiriert. Erstickungsanfälle und schreckliche Todesangst sind die Folge.[..]"

    3. Es ist ja nicht so, dass es kein Bildmaterial zum Thema Schächten geben würde. Der Online-Dienst Youtube zeigt da doch einiges. Ein Beispiel: [kein Beispiel]
    Meiner persönlichen Meinung nach, scheinen die zuckenden Tiere nicht verstanden zu haben, dass sie nun schmerzlose ausbluten. Es kann sich aber jeder selbst ein Bild anhand dieser und anderer Aufnahmen machen. Es soll eine Diskussionsgrundlage sein, sonst nichts.

    4. Wie ist es denn in den (etwas fortschrittlicheren) muslimischen Ländern?
    Dazu die Stellungnahme B.02.1.DIB.0.10- 021-729, vom 27.05.2004 des Ministerial Präsidiums der Türkischen Republik, Direktorat für Religions- wesen, Hohes Amt für Religiöse Angelegenheiten, Sahin :
    "Das Schlachttier soll weder gequält werden, noch unnötig leiden. Hygienische Maßnahmen müssen eingehalten werden und der Schlachtvorgang nur von fachkundigen Personen vollzogen werden. Die Tiere sollen während des Schächtvorganges getrennt und ohne Blickkontakt von einander gehalten werden. Die Betäubung der Tiere vor dem Schächten verstößt nicht gegen den Islamischen Sinn des Schächtens".
    Das Schächten ist daher in der Türkei, wie in vielen anderen Ländern, seit 2011 verboten.


    Wie gesagt ist das Material doch etwas umfangreicher und geht über Ländergrenzen hinweg.

    Natürlich stellt sich nun die Frage, warum man in Deutschland u.a. die Religionsfreiheit oder die freie Ausübung des Berufes (von Metzgern) vor den Tierschutz stellt bzw. vorschützt, während das in den europäischen und teilweise islamisch geprägten Ländern offenbar kein Problem ist.

    Nun ja, das ist wiederum die deutsche "Angst" vor dem Vorwurf von mangelnder Toleranz, die immer dann zunimmt, wenn Judentum und/oder der Islam betroffen sind. Für die Probleme, die man in Deutschland in diesem Bereich hat, können jedoch die Tiere nichts, oder?

    So, ich denke das ist jetzt ein Beitrag, den man als Diskussionsgrundlage nehmen kann, oder? Genug Informationen und Quellenverweise sind ja drin.
    Grinserchen is offline Last edited by Saleph; 26.05.2012 at 14:35. Reason: Link entfernt

  10. #30 Reply With Quote
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    Bitte nehmt mal Abstand davon hier irgendwelches Bildmaterial zum Thema Schächten zu posten. Naturgemäß läuft das nicht ganz blutlos ab und insbesondere die jüngeren User unter uns muss man nicht ermutigen sowas zu sehen. Danke.


    Saleph is offline

  11. #31 Reply With Quote
    Schwertmeister Talchia's Avatar
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    Quote Originally Posted by Saleph View Post
    Bitte nehmt mal Abstand davon hier irgendwelches Bildmaterial zum Thema Schächten zu posten. Naturgemäß läuft das nicht ganz blutlos ab und insbesondere die jüngeren User unter uns muss man nicht ermutigen sowas zu sehen. Danke.
    Sollte eigentlich genau andersrum sein, Kinder müssen lernen das die Fleischprodukte von lebendigen Wesen erzeugt werden und nicht im Labor. Letztens habe ich von einer Umfrage gelesen mit der Frage, woher Milch kommt und etliche Kinder glauben wirklich es sei ein Produkt von der Industrie. Am Ende dieser Perversion stehen dann lecker grüne Kekse, kurz nach der Abschaffung der Begräbnisse eingeführt. Lehrfilme zum Thema Geburt sind auch blutig, sollen wir jetzt den Kindern in den Schulen erzählen die kommen vom Storch, anstatt sie aufzuklären?
    Talchia is offline

  12. #32 Reply With Quote
    Freakonomist  Saleph's Avatar
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    Die Aufgabe sollten aber nicht Wildfremde in einem Internetforum übernehmen, sondern die Eltern.
    In diesem Sinne zurück zum Thema.


    Saleph is offline

  13. #33 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Grinserchen View Post
    3. Es ist ja nicht so, dass es kein Bildmaterial zum Thema Schächten geben würde. Der Online-Dienst Youtube zeigt da doch einiges. Ein Beispiel: [kein Beispiel]
    Meiner persönlichen Meinung nach, scheinen die zuckenden Tiere nicht verstanden zu haben, dass sie nun schmerzlose ausbluten. Es kann sich aber jeder selbst ein Bild anhand dieser und anderer Aufnahmen machen. Es soll eine Diskussionsgrundlage sein, sonst nichts.
    Wenn es nur um Zuckungen geht, guck dir doch einfache eine normale Schlachtung mit Betäubung an. Da zuckt der Körper auch, ist ein ganz normaler Reflex.

    Quote Originally Posted by Grinserchen View Post
    4. Wie ist es denn in den (etwas fortschrittlicheren) muslimischen Ländern?
    Dazu die Stellungnahme B.02.1.DIB.0.10- 021-729, vom 27.05.2004 des Ministerial Präsidiums der Türkischen Republik, Direktorat für Religions- wesen, Hohes Amt für Religiöse Angelegenheiten, Sahin :
    "Das Schlachttier soll weder gequält werden, noch unnötig leiden. Hygienische Maßnahmen müssen eingehalten werden und der Schlachtvorgang nur von fachkundigen Personen vollzogen werden. Die Tiere sollen während des Schächtvorganges getrennt und ohne Blickkontakt von einander gehalten werden. Die Betäubung der Tiere vor dem Schächten verstößt nicht gegen den Islamischen Sinn des Schächtens".
    Das Schächten ist daher in der Türkei, wie in vielen anderen Ländern, seit 2011 verboten.
    In Deutschland stehen die Tiere dabei und gucken zu, wie ihr Artgenosse ausblutet, machen sich aber nichts daraus, da ein Schlachthaus ihrem Lebensumfeld entspricht. Künstliches Licht, Gestank und Enge, was anderes kennen diese Tiere nicht. Bei der Türkei sehe ich auch eher pragmatische Gründe, mit Betäubung geht es nun mal schneller.
    Talchia is offline Last edited by Talchia; 26.05.2012 at 17:35.

  14. #34 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Grinserchen View Post
    "[..] Austretender Vormageninhalt wird aus der durchtrennten Speiseröhre in die Lungen aspiriert. Erstickungsanfälle und schreckliche Todesangst sind die Folge.[..]"
    Genau solche Deteils fehlen mir. Erstickungsgefühle kann ich durchaus nachvollziehen und währen als Beispiel solch ein Punkt, über den ich ernsthaft nachdenken kann.

    Über die Todeszuckungen mache ich mir aber eher weniger Sorgen, weil, Talchia bemerkte es bereits: elektrische Impulse innerhalb der Nervenbahnen, die nach der Verlust von Gehirnfunktionen Amok laufen, wobei die Zuckungen (Aktionspotentiale) auch noch minutenlang nach Eintritt der Bewusstlosigkeit auftreten. Sieht zugegebenermaßen echt grauselig aus, steckt aber weniger hinter als man glauben mag.

    Bildmaterial habe ich mir natürlich auch bereits zur Gemüte gefährt. Aber eigentlich war ich auf der Suche nach einem älteren Video, das ich einst gesehen hatte, wo das ganze ziemlich unspektakulär und rasch abgelaufen ist (auf einer Familienfeier o.ä.). Ist wohl irgendwo zwischen all den Tierschutzvideos untergegangen und auf Seite 300 bis 500 zu finden, wenn man nur lange genug sucht.

    In dem üblichen Videomaterial von den Schlachthöfen sehe ich natürlich viel scheußliches. Aber da stellt sich mir auch die Frage, ob die Metzger das überhaupt tatsächlich richtig regelkonform machen. Angeblich sollen die Tiere laut (türkischer) Reglementierung auch von den anderen getrennt getötet werden. Werden sie in einigen Videos jedoch nicht. In anderen werden sie wiederum auf einen Haufen toter Artgenossen in eine Blutlache geworfen (typisch Großbetrieb: weniger feinfühlig als eher brutal) und auf den Kadavern der anderen liegend getötet (so viel zu "hygienisch"). Panik und Schmerz aufgrund des mehr als nur groben Packens und Zerrens sind da vorprogrammiert.

    Auch diese Gestelle, wo die Rinder drinstehen, sind von ihrer Art her sehr abartig. Die Tiere rutschen auf dem blutnassen Boden aus, und haben kaum einen festen Stand. Während sie an Kraft verlieren und die Beine wegzuknicken beginnen, hängen sie mit dem Hals in der Öffnung wie ein Pferdedieb am Strick. Und jetzt stell ich mir dazu vor: der Metzger schneidet nicht ordentlich, sondern macht nur *husch-husch* seinen Fließbandjob, ohne sich zu kümmern, ob er auch tief genug geschnitten hat, um alles wichtige zu durchtrennen (stelle ich mir bei dicken Rinderhälsen sowieso schwierig genug vor, als dass man dort *husch-husch*-arbeiten dürfte).

    Ob in Großbetrieben also tatsächlich alles mit rechten Dingen zugeht? Wird in dieser Sache genauso gesetzeskonform gearbeitet, wie in der Sache mit den Antibiotika? Man könnte leicht zu der Überzeugung gelangen, dass nicht das Schächten an sich so schrecklich ist, sondern die äußeren Umstände des (industriellen) Schächtens.



    Natürlich stellt sich nun die Frage, warum man in Deutschland u.a. die Religionsfreiheit oder die freie Ausübung des Berufes (von Metzgern) vor den Tierschutz stellt bzw. vorschützt, während das in den europäischen und teilweise islamisch geprägten Ländern offenbar kein Problem ist.

    Nun ja, das ist wiederum die deutsche "Angst" vor dem Vorwurf von mangelnder Toleranz, die immer dann zunimmt, wenn Judentum und/oder der Islam betroffen sind.
    Vom Grundprinzip her hat die deutsche Reglementierung eigentlich die selbe Zielsetzung wie die türkische: Schächten ist erlaubt, aber nur solange das Tier nicht leidet, bzw. hierzulande betäubt wird. So sehr unterscheiden sich die beiden Staaten also nicht, und Deutschland ist nicht unbedingt "über"toleranter als andere.

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    Tesri is offline Last edited by Tesri; 27.05.2012 at 15:48.

  15. #35 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Tesri View Post
    ..
    Wie gesagt, sollte es nur eine Diskussionsgrundlage sein.


    Vom Grundprinzip her hat die deutsche Reglementierung eigentlich die selbe Zielsetzung wie die türkische: Schächten ist erlaubt, aber nur solange das Tier nicht leidet, bzw. hierzulande betäubt wird. So sehr unterscheiden sich die beiden Staaten also nicht, und Deutschland ist nicht unbedingt "über"toleranter als andere.
    Nein, das hast du falsch verstanden und dementsprechend ist da auch ein gigantischer Unterschied:

    In der Türkei ist das Schächten ohne Betäubung verboten.

    In Deutschland ist Schächten ohne Betäubung durchaus erlaubt, man braucht dafür nur eine Genehmigung.


    Auch in dem o.g. Urteil ging es darum, dass diese Ausnahmegenehmigung Angehörigen des jüdischen Glaubens fast immer erteilt wird, Muslimen (bis dato) jedoch in der Regel nicht. Dagegen hat eben ein muslimischer Metzger geklagt.

    Die, Frage, ob diese Ungleichbehandlung nun auf Fragen der politischen Korrektheit beruht, ist daher absolut berechtigt, denn sonst bräuchte man dieses ganze Herumgeeier mit Religionsfreiheit und Ausübung der Berufsfreiheit nicht. Man hat das Schächten ohne Betäubung einer kleinen Minderheit erlaubt und eine größere Minderheit hat es sich diese Erlaubnis, auf Basis dieser Ungleichbehandlung, auch geholt. Es geht also nicht um Tierquälerei oder Tierschutz, da ist die Stellungnahme doch klar und eindeutig, sondern um das politische Klima, auf das man in der Türkei keine Rücksicht nehmen muss. Das aber nur einmal sachlich festgestellt und ohne Wertung.

    So, ich denke jetzt dürfte der Unterschied in der Rechtslage klar sein.
    Grinserchen is offline Last edited by Grinserchen; 27.05.2012 at 16:40.

  16. #36 Reply With Quote
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    Diese Methode ist doch greade deswegen religiös-vorgeschrieben,
    weil es damals eine der wenigen kostengünstigen Methoden war Tiere relativ human zu töten.
    Einerseits sind solche Regelungen natürlich völlig veraltet und haben sich zweckentfernt,
    andererseits sehe ich nicht die unbedingte Notwendigkeit für das Verbot.
    Alo is offline

  17. #37 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Alo View Post
    Diese Methode ist doch greade deswegen religiös-vorgeschrieben,
    weil es damals eine der wenigen kostengünstigen Methoden war Tiere relativ human zu töten.
    Einerseits sind solche Regelungen natürlich völlig veraltet und haben sich zweckentfernt,
    andererseits sehe ich nicht die unbedingte Notwendigkeit für das Verbot.
    Äh....nein, das ist ein völlig falscher Kausalzusammenhang. Die "Erfinder" des Schächtens, haben die Thora, in der nur steht, dass die Schlachtung auf eine gottgefällige Art zu erfolgen hat, "interpretiert" und hatten dann die Idee, dass nur, auf eine rituelle Art und Weise, ausgeblutete Tiere für echte Gläubige verzehrbar sind. An die Tiere hat keiner gedacht, denn das hätte weder zu dieser noch zu anderen Kulturen des nahen Ostens gepasst, deren Wertschätzung für Tiere doch auch heute noch sehr gering ist.

    Warum das kostengünstig sein soll erschließt sich mir auch nicht; im Gegenteil, denn ein rituell falscher Schnitt oder ein Blutkontakt würde das Fleisch ja unrein machen. Die Methode ist daher sogar aufwendiger und teurer, allerdings nicht zum Wohl des Tieres.
    Grinserchen is offline

  18. #38 Reply With Quote
    Schwertmeister Talchia's Avatar
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    Quote Originally Posted by Grinserchen View Post
    Äh....nein, das ist ein völlig falscher Kausalzusammenhang. Die "Erfinder" des Schächtens, haben die Thora, in der nur steht, dass die Schlachtung auf eine gottgefällige Art zu erfolgen hat, "interpretiert" und hatten dann die Idee, dass nur, auf eine rituelle Art und Weise, ausgeblutete Tiere für echte Gläubige verzehrbar sind. An die Tiere hat keiner gedacht, denn das hätte weder zu dieser noch zu anderen Kulturen des nahen Ostens gepasst, deren Wertschätzung für Tiere doch auch heute noch sehr gering ist.

    Warum das kostengünstig sein soll erschließt sich mir auch nicht; im Gegenteil, denn ein rituell falscher Schnitt oder ein Blutkontakt würde das Fleisch ja unrein machen. Die Methode ist daher sogar aufwendiger und teurer, allerdings nicht zum Wohl des Tieres.
    Das ist eben falsch, in Deutschland wird es bei einer normalen Schlachtung das Tier ebenfalls lebendig ausgeblutet. Solange das Herz schlägt, geht das ganze nämlich bedeutend schneller, so sieht das Fleisch besser aus und hält vor allem auch länger. Kleinere Tiere wie Lamm oder Schwein werden mit Strom oder Gas betäubt, größere wie Rinder mit Bolzen und Geflügel wird mit dem Kopf hängend in ein elektrisches Wasserbad getaucht. Der Stecher hat einer großen Fleischerei nur wenige Sekunden Zeit pro Tier, Fehler sind also auch hier nicht ausgeschlossen.

    Eben wegen der Haltbarkeit wurde das Ausbluten deshalb auch sei Jahrtausenden praktiziert, die Art und Weise dürfte bereits vor den Weltreligionen entstanden sein. Man legt das Tier auf den Rücken, redet behutsam, bedeckt die Augen mit den Ohren und hat das Tier mit drei Fingern unter Kontrolle, es wird sich nicht mehr rühren und nun kann man es mit einem Schnitt durch die Kehle ausbluten, wehren tut es sich nur noch für den Bruchteil einer Sekunde. Beim Zureden des Tieres greift dann die Religion ein und sagt, dass es nur deshalb ruhig ist, weil man Gebete spricht. Würde man das Vieh im Stand fixieren braucht man mehr Personal um es unter Kontrolle zu halten.
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  19. #39 Reply With Quote
    Schwertmeister
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    Quote Originally Posted by Talchia View Post
    Das ist eben falsch, in Deutschland wird es bei einer normalen Schlachtung das Tier ebenfalls lebendig ausgeblutet. Solange das Herz schlägt, geht das ganze nämlich bedeutend schneller, so sieht das Fleisch besser aus und hält vor allem auch länger. Kleinere Tiere wie Lamm oder Schwein werden mit Strom oder Gas betäubt, größere wie Rinder mit Bolzen und Geflügel wird mit dem Kopf hängend in ein elektrisches Wasserbad getaucht. Der Stecher hat einer großen Fleischerei nur wenige Sekunden Zeit pro Tier, Fehler sind also auch hier nicht ausgeschlossen.

    Eben wegen der Haltbarkeit wurde das Ausbluten deshalb auch sei Jahrtausenden praktiziert, die Art und Weise dürfte bereits vor den Weltreligionen entstanden sein. Man legt das Tier auf den Rücken, redet behutsam, bedeckt die Augen mit den Ohren und hat das Tier mit drei Fingern unter Kontrolle, es wird sich nicht mehr rühren und nun kann man es mit einem Schnitt durch die Kehle ausbluten, wehren tut es sich nur noch für den Bruchteil einer Sekunde. Beim Zureden des Tieres greift dann die Religion ein und sagt, dass es nur deshalb ruhig ist, weil man Gebete spricht. Würde man das Vieh im Stand fixieren braucht man mehr Personal um es unter Kontrolle zu halten.
    Nein, es ist eben nicht falsch, da es um das Schächten geht und nicht um alternative Schlachtmethoden.

    Die Sondererlaubnis zum Schächten ohne Betäubung gibt es in Deutschland nicht, weil es sonderlich "human" wäre, das wurde in mehreren Urteilen, von denen ich eines verlinkt habe, sogar verneint, sondern einzig und alleine wegen der religiösen Komponente, die sich auf die Religionsfreiheit des Grundgesetzes beruft.

    Die Frage, die sich der Gesetzgeber stellt ist doch nicht, ob es Tierquälerei ist, die hat er nämlich eindeutig beantwortet, sondern die Frage, ob die freie "Auslebung" der Religion wichtiger ist als der Tierschutz.
    Grinserchen is offline

  20. #40 Reply With Quote
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    Nein, es ist eben nicht falsch, da es um das Schächten geht und nicht um alternative Schlachtmethoden.

    Die Sondererlaubnis zum Schächten ohne Betäubung gibt es in Deutschland nicht, weil es sonderlich "human" wäre, das wurde in mehreren Urteilen, von denen ich eines verlinkt habe, sogar verneint, sondern einzig und alleine wegen der religiösen Komponente, die sich auf die Religionsfreiheit des Grundgesetzes beruft.

    Die Frage, die sich der Gesetzgeber stellt ist doch nicht, ob es Tierquälerei ist, die hat er nämlich eindeutig beantwortet, sondern die Frage, ob die freie "Auslebung" der Religion wichtiger ist als der Tierschutz.
    Das gilt heute aber wir haben es doch damals auch nicht anders gemacht, einzige Alternative war mit einem Totschläger auf den Schädel einzuschlagen. Erst mit der Erfindung der Bolzen gab es eine Alternative und dann haben die Nazis 1933 das Reichstierschutzgesetz eingeführt. Tierliebe Menschenfeinde wollten sich ideologisch vom Judentum abgrenzen, selbst Tierversuche waren verboten. Heutzutage ist das laut §7 des Tierschutzgesetzes eine Quälerei aber nicht zwangsweise verboten, nicht nur die Religion, sondern auch die Wissenschaft hat ein Ausnahmestatus. Auch hier kann man fragen ob Forschung wichtiger als Tierschutz sei.
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