
Originally Posted by
Grinserchen
"[..] Austretender Vormageninhalt wird aus der durchtrennten Speiseröhre in die Lungen aspiriert. Erstickungsanfälle und schreckliche Todesangst sind die Folge.[..]"
Genau solche Deteils fehlen mir. Erstickungsgefühle kann ich durchaus nachvollziehen und währen als Beispiel solch ein Punkt, über den ich ernsthaft nachdenken kann.
Über die Todeszuckungen mache ich mir aber eher weniger Sorgen, weil, Talchia bemerkte es bereits: elektrische Impulse innerhalb der Nervenbahnen, die nach der Verlust von Gehirnfunktionen Amok laufen, wobei die Zuckungen (Aktionspotentiale) auch noch minutenlang nach Eintritt der Bewusstlosigkeit auftreten. Sieht zugegebenermaßen echt grauselig aus, steckt aber weniger hinter als man glauben mag.
Bildmaterial habe ich mir natürlich auch bereits zur Gemüte gefährt. Aber eigentlich war ich auf der Suche nach einem älteren Video, das ich einst gesehen hatte, wo das ganze ziemlich unspektakulär und rasch abgelaufen ist (auf einer Familienfeier o.ä.). Ist wohl irgendwo zwischen all den Tierschutzvideos untergegangen und auf Seite 300 bis 500 zu finden, wenn man nur lange genug sucht.
In dem üblichen Videomaterial von den Schlachthöfen sehe ich natürlich viel scheußliches. Aber da stellt sich mir auch die Frage, ob die Metzger das überhaupt tatsächlich richtig regelkonform machen. Angeblich sollen die Tiere laut (türkischer) Reglementierung auch von den anderen getrennt getötet werden. Werden sie in einigen Videos jedoch nicht. In anderen werden sie wiederum auf einen Haufen toter Artgenossen in eine Blutlache geworfen (typisch Großbetrieb: weniger feinfühlig als eher brutal) und auf den Kadavern der anderen liegend getötet (so viel zu "hygienisch"). Panik und Schmerz aufgrund des mehr als nur groben Packens und Zerrens sind da vorprogrammiert.
Auch diese Gestelle, wo die Rinder drinstehen, sind von ihrer Art her sehr abartig. Die Tiere rutschen auf dem blutnassen Boden aus, und haben kaum einen festen Stand. Während sie an Kraft verlieren und die Beine wegzuknicken beginnen, hängen sie mit dem Hals in der Öffnung wie ein Pferdedieb am Strick. Und jetzt stell ich mir dazu vor: der Metzger schneidet nicht ordentlich, sondern macht nur *husch-husch* seinen Fließbandjob, ohne sich zu kümmern, ob er auch tief genug geschnitten hat, um alles wichtige zu durchtrennen (stelle ich mir bei dicken Rinderhälsen sowieso schwierig genug vor, als dass man dort *husch-husch*-arbeiten dürfte).
Ob in Großbetrieben also tatsächlich alles mit rechten Dingen zugeht? Wird in dieser Sache genauso gesetzeskonform gearbeitet, wie in der Sache mit den Antibiotika? Man könnte leicht zu der Überzeugung gelangen, dass nicht das Schächten an sich so schrecklich ist, sondern die äußeren Umstände des (industriellen) Schächtens.
Natürlich stellt sich nun die Frage, warum man in Deutschland u.a. die Religionsfreiheit oder die freie Ausübung des Berufes (von Metzgern) vor den Tierschutz stellt bzw. vorschützt, während das in den europäischen und teilweise islamisch geprägten Ländern offenbar kein Problem ist.
Nun ja, das ist wiederum die deutsche "Angst" vor dem Vorwurf von mangelnder Toleranz, die immer dann zunimmt, wenn Judentum und/oder der Islam betroffen sind.
Vom Grundprinzip her hat die deutsche Reglementierung eigentlich die selbe Zielsetzung wie die türkische: Schächten ist erlaubt, aber nur solange das Tier nicht leidet, bzw. hierzulande betäubt wird. So sehr unterscheiden sich die beiden Staaten also nicht, und Deutschland ist nicht unbedingt "über"toleranter als andere.