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  1. View Forum Posts #1
    Abenteurer Bhaal's Avatar
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    Bhaal is offline

    Setarrif #27

    Die letzten Tage hatte Bhaal ein paar alte Plätze besucht, Orte, welche der einstige Händler von früher kannte. Dort hatte er des öfteren Menschen getroffen, welche einst mit ihm befreundet gewesen waren. Früher zumindest, bevor Bhaal all sein Hab und Gut verloren hatte. Nun aber war keiner dieser Männer mehr des Vermummten Freund. Vermutlich hatten sie ihn nicht einmal erkannt. Sie sahen nur die einfache Gestalt, gehüllt in ein schlichte Kleider. Das Gesicht trug der einstige Händler vermummt, eine Kapuze über den Kopf gestülpt. Und dann erst der schulterlange Zopf, der mit Bändern umwickelt über der Schulter lag... kein Wunder, dass sie ihn nicht erkannt hatten.

    Für Bhaal war dies aber auch eigentlich nur ein Abschied gewesen. Ein Lebewohl zu seinem früheren Leben. Innos hatte ihm die Augen geöffnet und das falsche Leben aus dem Mann herausgebrannt. Bhaal würde nun Buße tun. Er hatte vor, genau das Gegenteil zu seinem früheren Leben zu machen. Er wollte einen neuen Beruf erlernen, eine andere Art, sein Gold zu verdienen. Eine ehrliche Art, in der er für seine Produkte entsprechend bezahlt werden würde. Bhaal wollte Schmied werden.

    Und Genau aus diesem Grund durchwanderte der Vermummte die Stadt. Er war auf der Suche nach einem Schmied namens Kiljian. Es hies, dass dieser Mann ein guter Schmied sei, Ein Mann mit besonderen Fähigkeiten. Und Bhaal wollte die Schmiedekunst schließlich nicht von irgendwem erlernen. Er wollte damit etwas beweisen.

    Endlich hatte er die Werkstatt des Schmieds gefunden. Er klopfte, wartete einen Moment auf eine Aufforderung und trat dann hinein. In dem etwas düsterem Schummerlicht sah er einen Mann sitzen. Entgegen Bhaals Erwartungen schallten keine Schmiedegeräusche von irgendwoher. Man sah nur den Mann, wie er auf einen Eisenring starrte. "Verzeiht, aber ich suche den Schmied dieser Werkstatt. Seid ihr zufällig Kiljian, der Schmied?"

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    Ritter Kilijan's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Kilijan is offline
    Der Tag war träge dahin gelaufen und seit Stunden fragte sich Kilijan schon, warum er die Schmiede nicht schloss und sich irgendwo in Richtung der Klippen begab, wo man im Schatten die seichte Meeresbriese genießen konnte, anstatt in dieser brütenden Schwüle zu sitzen. Aber er konnte einfach nicht aufhören, auf diesen vermaledeiten Ring zu starren, der ihm so viel Ärger machte. So unmöglich konnte es nicht sein, mehrere Zauber an ein Objekt zu binden, er kannte dutzende Beispiele aus Büchern, bei denen noch beträchtlich mehr erreicht worden war. Auf der anderen Seite war er natürlich nicht der Meistermagier, die die Artefaktschmiede der alten Zeiten vermutlich gewesen waren. Es war umso ärgerlicher, dass es sich fast um eine verlorene Kunst zu handeln schien, im ganzen Orden hatte kein einziger Erfahrung auf dem Feld. Zwar konnte Calamus mit allerlei theoretischem Wissen aufwarten, aber er war kein besserer Lehrer als die staubigen Bücher auch, die er bewachte. An der Verzauberung versuchen tat sich der Schmied schon lange nicht mehr, tatsächlich generierte er vermutlich gerade nicht mehr als Spannungskopfschmerzen. Und so kam es ihm nicht gänzlich ungelegen, dass die Glöckchen an der Tür schließlich endlich von dem Kommen eines Gastes kündeten. Zig hatte er schon abgewimmelt, Aufträge nahm er seines Armes wegen im Moment sowieso nicht an. Noch ein Grund, warum er die Schmiede auch gut geschlossen hätte halten können. Der Neuankömmling allerdings war eine seltsame Erscheinung, sicherlich kein Zimmermann, der ein paar Nägel oder einen Hammer brauchte. Er hatte sein Gesicht mit einer Kapuze und einem Tuch verhüllt, was Kilijan ziemlich augenblicklich aufmerken ließ. Magie ballte sich und seine Augen ruhten scharf auf dem Fremden. Damals in Varant waren Assassinen derartig angetan und das kam ihm nun gar nicht in Frage, in seiner eigenen Werkstatt über einer unbekannten Tat gemeuchelt zu werden. Nicht dass die Rotröcke nicht jeden Grund hätten, ihn verschwunden sehen zu wollten - es war ihm inzwischen bekannt, dass auf der ganzen Insel niemand über seine Fähigkeiten, insbesondere in der Erzverarbeitung verfügte. Seine magischen Sinne verrieten ihm, dass sich niemand in der Seitengasse befand und so antwortete er nach einer etwas längeren Pause, als sie vermutlich normalerweise üblich gewesen wäre: "Ja, ich bin Kilijan von Silden, Herr dieser Schmiede. Und mit wem bitte habe ich die Ehre, der Ihr an einem derartig brütenden Tag es für nötig befindet, Euch zu verhüllen wie ein Meuchelmörder?" Kein Grund, nicht mit offenen Karten zu spielen. Der Schmied erhob sich, jede Faser seines Körpers gespannt. Und obwohl der Fremde nicht feindlich zu sein schien, sondern sogar grenzwertig freundlich, so pulsierte auch jedes Quäntchen an magischer Macht durch seinen Körper, die ihm zu Verfügung stand und umgab ihn wie eine hitzige Aura. Nein, so einfach würde er es niemandem machen.

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    Abenteurer Bhaal's Avatar
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    Bhaal is offline
    Irgendwas musste den Mann aufgeschreckt haben, als Bhaal das Gebäude betrat. Sofort hatte sich die Haltung leicht verändert, wirkte angespannter als vorher. Gut, Bhaals Aufmachung war nun auch nicht gerade der Inbegriff von Vertraulichkeit. Aber er würde es so schnell auch nicht ändern wollen.

    Bei Innos göttlicher Gnade, Bhaal war froh, hier den richtigen Mann vorgetroffen zu haben. Er hätte nicht gewusst, was er sonst hätte machen sollen. "Ich grüße euch, Kiljian von Silden. Mein Name ist Bhaal." Eine leichte Verbeugung begleitete die Vorstellung. "Seid beruhigt, ich bin gewiss kein Meuchelmörder. Meine Aufmachung dient der Buße, die ich abzuleisten habe." Instinktiv machte Bhaal eine wegwerfende Geste, so als wolle er dem Thema keine weitere Aufmerksamkeit zollen.

    "Mich haben die Geschichten über eure Künste hierher geführt. Man sagt, dass ihr ein ziemlich guter Schmied seid. Ich, für meinen Teil, bin es nicht. Aber..." Bhaal holte einmal tief Luft. "Ich möchte einer werden. Deshalb haben mich meine Füße hierher gebracht. So wollte ich euch fragen, ob ihr, Kilijan von Silden, gewillt währt, mich als euren Lehrling anzunehmen?"

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    Ritter Kilijan's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Kilijan is offline
    Kilijan ließ sich langsam wieder auf seinen Stuhl sinken, auch wenn seine Aufmerksamkeit und seine Bereitschaft bei weitem nicht im Nichts verschwand. Seine Augen verengten sich leicht. Ein neuer Lehrling, pah! Er konnte sich noch gut erinnern, wie das das letzte Mal gelaufen war, mit Lodrick in Al Shedim. In Nacht und Nebel war der Bursche getürmt und trotz aller gegenteiligen Versprechungen nicht wiedergekehrt. Nur der Magier in ihm, der Toleranz und Verständnis suchte, bewahrte den Fremden davor, so schnell wieder gegangen zu werden, wie er gekommen war. Trotzdem: Leichtfertig würde Kilijan seine Künste mit Sicherheit nicht weiter geben. Die Kunst er Schmiede war in Zeiten des Krieges manchmal mehr wert, als man mit Gold überhaupt aufwiegen konnte. Mit einer stillen Geste bedeutete er diesem .. Bhaal sich zu setzen. "Ich nehme niemanden leichtfertig in die Lehre, nicht ich, nicht in diesen Zeiten. Und vor allem nicht, bevor ich nicht genau weiß, wen ich vor mir habe." Der Schmied verschränkte die Arme und lehnte sich etwas zurück. "Erzählt mir Eure Geschichte. Ich will wissen, wer ihr seid, weshalb Ihr Euch der Buße verschworen habt und was ihr mit der Schmiedekunst anzufangen trachtet."

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    Abenteurer Bhaal's Avatar
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    Bhaal is offline
    Erneut holte Bhaal Luft. Dies war eine Geschichte, die er ungern erzählen wollte. Er hatte für sich mit seinem früheren Leben abgeschlossen. Aber vielleicht gehörte dies ja auch zu Innos göttlichem Willen? So würde der einstige Händler niemals vergessen, was für ein Mann er einst gewesen war.

    "Nun, wie ich bereits sagte, mein Name ist Bhaal. Ich stamme von hier, Setarrif ist meine Heimat. Meine Familie besaß hier ein Handelsunternehmen, welches ich übernehmen sollte. Bei Innos, wir waren gewiss nicht die reichsten der Stadt, aber arm war meine Familie sicher nicht. Leider, wenn ich heute so darüber nachdenke, haben wir auch nie etwas anderes getan, als Reichtum gemehrt." Bhaal räusperte sich einmal kurz und trank einen Schluck Wasser aus dem SChlauch, welcher an seinem Gürtel hing.

    "Wie ihr euch vermutlich denken könnt, habe ich natürlich den gleichen Beruf erlernt. Ich war nicht nur gewillt, das Handelshaus zu übernehmen, sondern mich zum reichsten Mann auf ganz Argaan zu machen. Ich war bereit dafür sprichwörtlich über Leichen zu gehen. Innos sei Dank sollte es jedoch anders kommen, als ich es gedacht hatte."

    Bhaals Blick trübte sich ein wenig, als er in seinen Erinnerungen versank. "Ein Feuer zerstörte in einer Nacht alles, was meine Familie besessen hatte. Lagerräume, Wohnstätten, Wertgegenstände... nichts wurde von den Flammen verschont. All die Dinge, welche ich mir erarbeitet hatte, waren in Rauch aufgegangen." Bhaals Stimme klang nicht, wie man vielleicht vermutet hätte, wehmütig bei dieser Erinnerung. Nein, eher konnte man Freude und Erleichterung heraushören. "Natürlich wollte ich mich davon nicht unterkriegen lassen. Skrupellos, wie ich war, war ich bereit, alles zu tun, was nötig war. Nur sollte es anders kommen."

    Bhaal schloss die Augen, seine Stimme wurde leise, fast ein Flüstern. "Ich war in Schwarzwasser, habe dort Sumpfkraut erstanden und wollte damit dann nach Thorniara... auf dem Weg dorthin... da waren Männer. Banditen vielleicht... Sie griffen mich auf, wollten... wollten mich..." Der Vermummte verstummte kurzerhand, schüttelte den Kopf und blickte auf. "Einen konnte ich töten. Verbiss mich in seinem Hals... noch heute kann ich Schmecken... egal."Wieder das Schütteln. "Innos, in seiner Gnade, sandte einen seiner Diener, welcher mich befreite. Er war es auch, der mir auftrug, von meinem alten Weg abzuweichen. Ich sollte die Zeichen sehen. Oh, und ich sah sie."

    Ergriffenheit hatte Bhaal ummantelt wie eine liebende Mutter ihr Kind. In seinem Inneren war er fest überzeugt, dass Innos ihm das Leben gerettet hatte, um ihn auf den rechten Weg zu führen. "Und da habe ich meinem altem Leben abgeschworen. Und genau deshalb möchte ich die Schmiedekunst erlernen. Um zu zeigen, dass ich mit meiner eigenen Hände Arbeit mein Geld rechtschaffen verdienen kann, ohne andere Leute dafür zu betrügen."

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    Ritter Kilijan's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Kilijan is offline
    Kilijan hörte dem Besucher schweigend zu und strich sich gelegentlich mit der gesunden linken Hand am Kinn entlang durch den Dreitagebart oder den Schweiß aus der Stirn. Er überlegte recht lange, bis er antwortete: "Ihr scheint Innos sehr zugetan zu sein, mehr als mir, offen gestanden, allzu lieb ist. Wir Diener Adanos würden nie auf die Idee kommen, Innos Verehrung untersagen zu wollen, aber seine ergebendsten Diener haben die unangenehme Eigenschaft, die Feinde Setarrifs zu sein. Jeder Vorsatz mag sich schnell ändern, wenn ein starker Glaube unseren Weg bereitet. Wer weiß, ob Ihr im Dienst der Rotröcke enden werdet, wenn Innos Befehl Euch ereilt?.." Kilijan richtete sich auf und seufzte. "Dennoch -", fuhr er fort, "- ist es nicht im Sinne meiner Überzeugungen, dem Erlernen eines anständigen Berufes und dem Wandel des Einzelnden zum Besseren im Weg stehen zu wollen." Der Schmied konnte die Anspannung in den Augen seines Gegenüber sehen. Offenbar war es ihm ernst. "Allerdings werdet Ihr Euren Willen unter Beweis stellen müssen. Ich habe keine Zeit und keine Geduld für einen Lehrling ohne Durchhaltevermögen. Die Aufgabe ist einfach: Sucht einen Köhler und organisiert zehn Zentner Buchenholzkohle und zehn Zentner Pinienholzkohle. Außerdem will ich eine Tonne Eisensand hier sehen. Alles werden wir in der Lehre benötigen. Woher das Ganze kommt, ist mir gleich, solange es nicht mein Lager ist. Diese Aufgabe wird Kreativität und Durchhaltevermögen fordern - ich weiß nämlich, wie schwer Pinienholzkohle und Eisensand hier zu beschaffen sind. Und sie ist realitätsnah, denn genau das sind die Unpässlichkeiten, mit denen sich ein Schmied auch tatsächlich herumschlagen muss."

  7. View Forum Posts #7
    Abenteurer Bhaal's Avatar
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    Bhaal is offline
    Bhaals Augen wurden groß, als Kilijan auflistete, was er alles benötigen würde. Der einstige Händler würde schauen müssen, woher er all diese Sachen bekam. Köhler würde er wohl außerhalb der Stadt finden. Nur vermutlich weiter weg als gedacht. Um Setarrif gab es zumeist nur Dschungel und darin fand man selten Buchen oder Pinien. Aber wenn das seine Aufgabe war...

    "Also gut." Entschlossen nickte Bhaal. "Ihr sollt eure Kohle bekommen. Ich vermute, dass es vielleicht ein paar Tage dauern wird, aber ich werdet eure Sachen bekommen." Bhaal stand auf. "Ich werde mich auf den Weg machen und erst wieder an eure Tür klopfen, wenn ich eure Dinge beisammen habe." Eine leichte Verbeugung folgte den Worten, dann war Bhaal hinaus getreten.

    Blinzelnd schaute er in das helle Licht außerhalb der Schmiede, rieb sich mit der Hand über das Kinn. Hatte er sich da vielleicht zuviel aufgehalt? Bei Innos, gewiss nicht. Er würde es schaffen, Innos stand ihm bei.

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    Schwertmeister Adson Muller's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Adson Muller is offline
    Adson trottete durch die Straßen Setarrifs. Über der Goldenen Stadt lag drückende Hitze und so bewegte sich alles etwas langsamer als üblich. Auch Adson war eher langsam unterwegs, was allerdings nicht nur an den sommerlichen Temperaturen lag. Seinen bisherigen Tag hatte er wieder mit verschiedenen körperlichen Übung verbracht. Er war vor den Toren der Stadt ein paar Runden gelaufen, hatte zwischendrin immer wieder Liegestütze und Klimmzüge gemacht und einige weitere kurze Übungen einfließen lassen. Die immer kräftiger scheinende Sonne hatte die ganze Angelegenheit noch schweißtreibender werden lassen und so hatte Adson es genossen, als er zum Abschluss noch eine Weile im Meer geschwommen war.

    Nach der anstrengenden Prozedur hatte er sich erst mal eine kleine Weile ausgeruht und im Schatten gedöst. Schließlich hatte er sich doch wieder aufgerafft und trottete nun in Richtung der Söldnerkaserne. Redsonja hatte ihm aufgetragen, dass er hölzerne Übungsschwerter beschaffen sollte und die würden wohl am ehesten im Söldnerviertel zu finden sein. Außerdem hoffte Adson Nigel zu treffen. Der junge Schreiner wollte dem Söldnerführer mitteilen, dass er eine Lehrmeisterin gefunden hatte und sich nach einer Rüstung und eventuell neuen Aufgaben erkundigen.

    Als Adson bei den Söldnern eintraf, war kaum jemand zu sehen. Die wenigen Männer, die er entdecken konnte, hat er alle schon mehrfach in der Taverne gesehen, wie sie sehr elanvoll Krug um Krug geleert hatte. Dieser Elan schien sich tagsüber zu verlieren, denn die anwesenden Söldner hielten alle mehr oder minder Siesta. Doch dann entdeckte Adson den Söldneranführer Nigel und steuerte auf ihn zu.

    “Hallo Nigel, schön Euch zu sehen. Ich wollte mich mal wieder melden und Euch mitteilen, dass ich einen Lehrmeister gefunden habe oder, besser gesagt, eine Lehrmeisterin. Ich hätte auch direkt eine Bitte. Könnte ich zwei Holzschwerter zum Üben ausleihen?”
    Last edited by Adson Muller; 23.05.2012 at 19:18.

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    Ehrengarde Nigel Ascan's Avatar
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    Nigel Ascan is offline
    Wie so oft in den letzten Tagen saß Nigel in seinem Arbeitszimmer im Söldnerviertel, welches er besetzte als Anführer jener Kämpfer Setarrifs. Der Papierkram hielt sich in Grenzen, aber dennoch musste er gemacht werden. Die Beschwerden hielten sich ebenfalls in Grenzen und so saß der Krieger eigentlich nur noch dort, weil ihm eine bessere Alternative fehlte. Er könnte zwar runter zum Wasser gehen, aber dafür fehlte irgendwie der nötige Elan.

    Schließlich schaffte er es, sich zu erheben und die muchtige Bude zu verlassen. Als er aus dem Gebäude heraustrat, blendete ihn erst die Sonne so sehr, dass er nichts sah. Er blinzelte ein paar Mal und entdeckte Adson, der direkt vor ihm stand.

    » Ah, hallo Adson. Schön, dass du dich bemühst. Eine Lehrmeisterin, das ist doch was. Streng dich an. Und was die Holzschwerter angeht, da werden wir sicherlich etwas für dich finden. « antwortete Nigel gelassen, bevor er sich umsah.

    Ehrlich gesagt, hatte Nigel absolut keinen Plan, wo und ob er überhaupt irgendwo Holzschwerter hier herumzuliegen hatte. Aber es würde ihn stark verwundern, wenn dies wirklich so wäre. So kehrte er zurück in das aufgeheizte Hauptquartier der Söldner und ging einfach in die kleine Waffenkammer. Sie war leer und verstaubt, so hatte Nigel sie zumindest in Erinnerung. Und es war tatsächlich nicht viel zu finden.

    » Schau mal, ob du hier findest, was du suchst. Ich warte draußen auf dich! « sprach Nigel über seine Schulter zu Adson, der hinter ihm stand.

    Dann verließ er das Haus wieder und setzte sich auf die Bank davor. Etwas Neues wäre für Nigel mit Sicherheit auch nicht schlecht. Aber er hing zu sehr an seinem Schwert. Und da kam ihm die Idee. Sie fiel wie Schuppen von seinen Augen und Nigel schämte sich beinahe, nicht schon früher drauf gekommen zu sein. Er musste grinsen und Adson, der plötzlich neben ihm stand, riss ihn aus seinen Gedanken. Zum zweiten Mal in kürzester Zeit.

    » Hast du alles? « fragte er ...

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    Schwertmeister Adson Muller's Avatar
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    Adson Muller is offline
    Adson betrachtete den staubigen, kleinen Raum. Offensichtlich war lange keiner mehr hier gewesen und die Putzfrau hatte zu Beginn dieses Zeitalters wohl Urlaub genommen. Hier und da lagen ein paar verrostete, schartige Waffen herum, doch in einem alten und äußerst wackeligen Schrank fand er schließlich was er suchte. Zwei einfach Holzschwerter, nicht ganz so wurmstichig wie der Rest der Einrichtung. Für Übungszwecke würde es sicherlich reichen. Vielleicht würde er sich demnächst einfach ein eigenes fertigen, dachte der junge Schreiner und betrachtete das Holz mitleidig. Dann trat er wieder vor die Tür.

    "Danke, hab alles gefunden.", sagte er zu Nigel, der irgendwie leicht abwesend wirkte. Adson wagte trotzdem zwei weitere Fragen: "Nur noch zwei kurze Sachen: Zum Einen würde ich gern wissen, wie es sich mit Rüstungen und dergleichen verhält. Muss ich mich da selbst kümmern, oder gibt es vorgefertigte, einheitliche Rüstungen? Und außerdem wollte ich einfach nur wissen, ob Ihr mittlerweile noch eine weitere Aufgabe für mich habt."

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    Ehrengarde Nigel Ascan's Avatar
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    Nigel Ascan is offline
    » Ich bin Nigel, nicht Lord Nigel. Einverstanden, Kleiner? « motzte Nigel ein wenig, denn es ging im gehörig gegen den Strich, so förmlich angeredet zu werden.

    Dann setzte er aber wieder eine versöhnliche Miene auf.

    » Konzentriere dich erstmal auf deine Ausbildung, was nützt mir ein eifriger aber schlecht ausgebildeter Kämpfer, hm? Wenn was sein sollte, dann werde ich dich schon finden. Aber schön, dass du fragst. Und zu den Rüstungen, da wirst du dich selbst drum kümmern müssen. Aber ich kann einen Teil des Goldes dafür geben, schließlich brauchst du eine ordentliche Bekleidung. Aber Schnickschnack gibts bei mir nicht! « beantwortete der Söldnerführer die Frage des frischen Söldners.

    Wobei Adson nicht der Neueste wahr, ob er diesen Edon schon kennen gelernt hatte? Was ging das Nigel an?! Der musste sich jetzt erstmal um ein Zweihandschwert und einen Lehrmeister kümmern.

    » Wenn das alles war, dann trainiere mal fleißig. Schönen Tag! « sagte der Krieger zum Abschluss und verschloss das Hauptquartier der Söldner wieder. Genug getan für den Tag. Zumindest für Söldner, jetzt war Nigels Wohlbefinden dran.

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    Kämpfer Edon Mesotes's Avatar
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    Schau mal hinter dich
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    Edon Mesotes is offline
    Hie und da hatten sich Klingen und Söldner im Akademiehof verteilt, um jeder für sich die Technik zu verbessern, wie man seinen Gegner am besten absticht ohne sich selbst dabei zu verstümmeln, was ja an und für sich nicht der dämlichste aller Gedanken. So hatte auch Edon gesteigertes Interesse an der Vollständigkeit seiner Gliedmaßen und deswegen ebenfalls munter im Hof damit zu Gange, wie bekloppt auf einen Baum, der schon unter der Axt Rognors zu leiden gehabt hatte, und einen Stein einzuprügeln, während er, wann immer ihm das und ganz besonders seinem Handgelenk nicht mehr der Sinn danach stand, weiter verunstaltet zu werden, sich wieder seiner Beinarbeit widmete, um sich doch noch die Chance zu erhalten, den Schlägen des Kleinwüchsigen gekonnter auszuweichen und mehr Schwung in die eigenen Dich-verhau-ich-Aktionen legen zu können, was ebenso wenig unter die Kategorie der wenig vernünftigen Gedanken fallen dürfte.

    Sicherlich hatte er an der Technik, wie er dem Gegner das Eisen entgegen bringen wollte noch deutlich zu arbeiten, aber er hatte ja gerade erst damit angefangen, sich aufmischerisch zu arbeiten und das würde sicherlich noch kommen - sofern ihm nicht vorher der Kopf fehlen würde, ein dann doch wenig erbaulicher Gedanke.
    Doch in dieser Hinsicht konnte er von Glück reden, dass die Dauerschleife aus Kämpfen wenigstens mit jemandem auszuführen sein würden, der ebenso wenig die Technik des Kaputt-Kloppens beherrschte...

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    Provinzheld Rognor Hammerfaust's Avatar
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    Rognor Hammerfaust is offline
    Und schon wieder rannte Rognor um den Platz. Seine Ausdauer hatte sich enorm verbessert. Allerdings trug er jetzt auch immer die Kiste bei sich. Er überlegte scherzhaft ob er die Kiste nicht als Waffe benutzen könnte. Er musste lächeln als er sich vorstellte, wie er im Gefecht mit Innoslern seine Erzbeschlagene Kiste rausholte und auf die lachenden, verwirrten und staunenden Krieger eindrosch. So etwas hatte es auf einem Schlachtfeld bestimmt noch nie gegeben. Doch trotz diesem komischen Gedankens musste er sich wieder auf die Übung konzentrieren. Er hatte heute schon mit Edon gekämpft und Marvin hatte gesagt die beiden sollten eine Pause machen. Allerdings stellten sich manche Leute eine Pause als Zeit, in der man sich ausruhte vor. Unglaublich dieser Gedanke. Zwar war Rognor ein fleißiger und, wenn er denn Arbeit hatte, auch ein arbeitsamer Zwerg aber in allen anderen Lebenslagen hatte er eigentlich ein sehr geruhsames Wesen. Doch bei Sachen, die etwas mit seiner ihm eingeprägten zwergischen Lebensweise zu tun hatten war er Feuer und Flamme. Und der Unterricht mit Marvin war einer dieser Sachen, welche ihn extra anspornte. Zudem wollte er Edon zeigen, dass die Blöße, welche er sich am Vortag gegeben hatte einmalig war. Und das bedeutete um Edon keine Chance zu lassen Rognor ein weiteres Mal zu schlagen musste der Zwerg wie wild trainieren. Und das machte er ja auch schon. Somit konnte er nur hoffen, dass seine Bemühungen nicht umsonst sind.

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    Sucht es gar nicht erst, ihr werdet es nicht finden
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    Marvin is offline
    Zwischen seine beiden Schülern hatte sich eine tiefe ... er würde es nicht Feindschaft nennen, doch die Konkurrenz unter den Beiden war deutlich zu spüren und nicht zu leugnen. Gut, das würde sie noch mehr anspornen und zumindest das war eine Motivation, die er ohne weitere Probleme gut heißen konnte.

    »Wir machen Fortschritte, sogar ziemlich gute, doch lasst euch nicht täuschen, die ersten Fortschritte sind leichter zu erzielen, denn ihre Problematik geht noch nicht ins Detail des Kampfgetümmels. So ist der Kampf gegen Tiere eine vollkommen andere Erfahrung. Wir werden diese Erfahrung in nächster Zeit machen, doch jetzt noch nicht. Schlaft euch aus und denkt über Eure Ausbildung nach, geht Eure Übungen durch und das Wichtigste seid ehrlich dabei. Alles was Euch eine Lüge kauft ist ein potentieller Tod auf dem Schlachtfeld.« sagte Marvin zu seinen Lehrlingen des Klingentanzes und entließ sie damit ihres Trainings. »Denkt darüber nach, wo ihr gut wart und wo schlecht. Und wir werden es ändern.«

    Sollte ich sie vielleicht früher auf echte Feinde treffen lassen? Ich hatte in meiner Ausbildung schon zu Beginn einen ernsten Kampf fechten müssen und wäre mein Meister nicht mit Bogen in der Hand hinter mir gestanden, ich wäre wohl tot gewesen. Doch es war lehrreich. Mal sehen, was ihnen bis morgen einfällt.

  15. View Forum Posts #15
    Schwertmeister Adson Muller's Avatar
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    Adson Muller is offline
    Adson hatte die Holzschwerter vorerst im Lagerraum der Taverne untergebracht und hatte sich danach wieder in den Schankraum begeben. Die Vorbereitungen für das übliche Abendgeschäft waren schnell getroffen und so bereitete Adson die Ankündigung für Lenus' Auftritt vor. Es galt ein großes Schild zu beschriften. Der junge Schreiner hatte sich den Text zuvor in seinem Notizbuch aufgeschrieben:

    "WER HÖRT NICHT GERN EINE GUTE GESCHICHTE?

    AM SAMSTAGABEND WIRD DER GESCHICHTENERZÄHLER LENUS UNSERE GÄSTE MIT SEINER KUNST UNTERHALTEN UND ERFREUEN!!!

    Getränke und Speisen gibt es zu gewohnt günstigen Preisen."

    Adson schaute skeptisch auf das Schild. Etwas besseres war ihm nicht eingefallen, aber wenigstens schien die Schrift lesbar zu sein. Also wurde das Schild für alle lesbar außen neben der Eingangstür angebracht, vielleicht ließen sich ja ein paar neue Gäste in die Sturzkampfmöwe locken.

    Damit waren alle außergewöhnlichen Aufgaben bearbeitet und Adson konnte sich wieder seiner gewohnten Arbeit widmen.

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    Lehrling Harijja's Avatar
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    Harijja is offline
    War das wieder ein herrlicher Tag gewesen. Harijja suchte zwar seit Tagen schon Wombel im Wald zu finden, aber das war genauso schwierig, wie sich selbst dazu zubringen mit Aniron zu sprechen. Beides vielleicht irgendwann erreichbar aber im Moment nicht machbar. Doch jetzt war sie wieder auf dem Weg zur Taverne. Sie schlief aufgrund möglicher mangelnder Goldressourcen im Freien, zum einen weil es war war und zum anderen war es kostenlos. Sie durfte bloß nicht daran denken, was alles passieren konnte. Sie hatte am Bergsee zwar noch nie Bären oder andere böse Wesen gesehen aber sie könnten eines Abends auftauchen. Doch darüber wollte sie sich keine Gedanken machen. Vor ihr lag die Taverne und neben der Tür hing ein Schilde. Neugierig betrachtete die Weißhaarige das Schild. In zwar nich perfekter aber dennoch lesbarer Schrift stand dort:

    "WER HÖRT NICHT GERN EINE GUTE GESCHICHTE?

    AM SAMSTAGABEND WIRD DER GESCHICHTENERZÄHLER LENUS UNSERE GÄSTE MIT SEINER KUNST UNTERHALTEN UND ERFREUEN!!!

    Getränke und Speisen gibt es zu gewohnt günstigen Preisen."

    Harijja freute sich. Ein Geschichtenerzähler. Solche Menschen waren meist immer sehr freundlich un hatten auch eine wohlklingenden Stimme. Meistens sogar ein gutes Äußeres. Ansonsten war dieser Beruf keine gute Alternative, wenn man nicht die Kriterien dafür erfüllte. Doch sie entschloss sich am Samstag mal zur taverne zu gehen um den Geschichten zu lauschen. Aber der eigentliche Grund warum sie hier war, war ein kleiner Mann mit einem weißen langen Bart. Sie hatte ihn einmal kurz gesehen und ihn sofort ins Herz geschlossen. Ihre ersten Gedanken bei dem kleinen Mann waren nicht so etwas wie "Oh mein Gott ist der klein" oder "IEHHHH eine Missgeburt." sondern kamen etwa diesen Gedanken gleich. "Ohhh wie niedlich." oder "Mein Gott ist der knuffig.". Und deswegen wollte sie ihn auch kennenlernen. Doch zuerst musste sie ihre Angst und ihre Schüchternheit besiegen. Und wenn sie das bei dem kleinen Kerl schadden würde so konnte sie es vielleicht auch ein weiteres Mal bei Aniron versuchen.

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    Schwertmeister Adson Muller's Avatar
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    Adson Muller is offline
    Adson war schon früh wieder auf den Beinen. Er streckte und dehnte sich, doch merkte er die Übungen der letzten Tage in fast jedem Muskel seines Körpers. Die Beinen waren schwerer als sonst und Arme und Schultern hätten auch am liebsten Ferien gemacht. Doch das konnte und wollte der junge Schreiner sich nicht leisten. Also begann er diesen Morgen mit einem kleinen Dauerlauf vor dem nördlichen Tor der Stadt. Die Stadtwachen am Tor machten sich wohl über ihn lustig, doch das störte den frischgebackenen Söldner kaum. Nachdem er den Lauf beendet hatte kehrte er zum Leuchtturm zurück und machte Liegestütze. Mal normale, dann auf Fäusten, einige auch nur auf Fingerspitzen, um verschiedene Muskeln zu beanspruchen und auch die Finger zu kräftigen. Als er nicht mehr konnte drehte er sich auf den Rücken und lag eine Weile da und pumpte eifrig Luft in seine Lungen. Zum Abkühlen schwamm er langsam ein paar mal am Steg entlang.

    Nachdem er sich wieder angekleidet hatte, griff er zu einem der Holzschwerter. Er hatte gestern nur sehr kurz mit Redsonja gesprochen, da die Taverne sehr gut besucht war. Die Rothaarige hatte seinen festen Stand und die senkrechten Schläge als annehmbar empfunden. Danach hatte sie ihm kurz seitliche Schläge gezeigt, bei denen die Waffe vor dem Körper hin und her pendelte und man einen Gegner so auf Distanz halten konnte. Dies sollte Adson als Nächstes üben und dabei vor allem auf die Bewegungen im Handgelenk und im Oberkörper achten. Außerdem sollte er versuchen, hin und wieder die freie Hand unterstützend dazu zu nehmen. Die zweite Übung war, dass er auf irgendeinen Gegenstand schlug, um ein Gefühl für das Auftreffen der Waffe zu bekommen. Schließlich sollte er sie ja in der Hand behalten, ohne das sein Handgelenk in Mitleidenschaft gezogen wurde. Mit der Beinarbeit und dem Blocken wollten sie sich in den nächsten Tagen beschäftigen.

    Adson ließ also das Schwert von links nach rechts laufen, dann wieder von rechts nach links. Das Umlenken verlief noch sehr stockend und ruckartig und er stand immer noch so unbeweglich wie ein Hauswand. Also nochmal von links nach rechts und von rechts nach links und von links nach rechts und von rechts nach links und ...

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    Kämpfer Iain's Avatar
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    Nur das Kratzen einer Feder auf altem Pergament durchbrach die Ruhe des kleinen Zimmers, in dem er gerade stand und den Bewegungen des, in eine blaue Robe gewandeten, Herren folgte. Er schallte sich dafür noch immer nicht die Kunst des Lesen und Schreibens erlernt zu haben, doch gab es in letzter Zeit so viel andere Dinge zu tun, die immer wichtiger schienen als eine Fertigkeit die er ein Lebenlang nicht gebraucht hatte. "Fertig", krächzte der Magier an seinem Pult und legte die Feder beiseite. Einen prüfenden Blick später rollte er das Schriftstück zusammen und ließ etwas Wachs darauftropfen, doch anstatt einen Siegelringes hineinzudrücken bewegte er seinen rechten Zeigefinger über die warme Masse, die sich unter seinen Fingern zu formen begann. "Hier.", sprach er an Iain gewandt, der das wertvolle Dokument sofort ansich nahm. "Ich rate dir die Nachricht nicht zu öffnen und nun.....beeile dich." "Jawohl Meister" Mit einer tiefen Verbeugung verließ er die kleine Schreibstube und machte sich auf den kurzen Weg. Warum der Magier nicht selbst die wenige Schritte lange Reise antrat war ihm ein Rätsel...wie so viele der Gepflogenheiten der älteren Herren, doch stellte er einen Befehl nicht in Frage und einen solchen hatte er erhalten.

    "Halt. Wohin des Wegs?", erklang die raue Stimme des Torwächters. "Ich soll einen Trank an Hofmagier Donovan bringen. Hier!" Der junge Mann zog eine kleine Phiole mit einer gelblichen Flüssigkeit hervor. "Na gut. Du findest ihn wahrscheinlich in seiner Kammer." Er erklärte ihm den kürzesten Weg und bedeute ihm diesen auch zu verwenden, um anschließend sofort wieder aus dem Palast zu verschwinden. Iain nickte stumm und ging seines Weges. Die erste Hürde ist geschafft...

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    Schwertmeister Adson Muller's Avatar
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    Adson hatte nun schon einige Zeit trainiert und wollte nun erstmals echte Schläge ausführen. Nahe der Anlegestelle hatte er einige alte Balken gefunden, die offensichtlich nicht mehr gebraucht wurde. Diese hatte er so miteinander verbunden, dass rechts und links von ihm je ein Balken stand, während ein dritter waagerecht vor ihm angebracht war. Außerdem hatte er in jeden der Balken einige Kerben eingeschnitten, um einige definierte Zielpunkte zu haben.

    Er begann mit dem waagerechten Balken und kam gut zurecht, schließlich kam ihm seine Erfahrung im Umgang mit dem Hammer entgegen. So fielen die Schläge einigermaßen präzise und sein Handgelenk war die Stöße beim Auftreffen auf den Balken schon gewöhnt. Schwieriger wurde es bei den aufrecht stehenden Balken. Allein das waagerechte Schlagen war für Adson noch ein wenig ungewohnt, folglich traf er die Balken selten an den anvisierten Stellen. Schließlich meldete sich auch sein Handgelenk, da er es beim Schlagen teilweise strecken musste und so die Wucht des Aufpralls schwerer zu halten war. Trotzdem bemühte er sich und trainierte mit voller Konzentration, schließlich wollte er seine Lehrmeisterin nicht enttäuschen.

    Schnaufend legte er die Übungswaffe zur Seite und dehnte seinen Arm. Für den Moment hatte er genug geübt und bald würde er in der Sturzkampfmöwe antreten müssen. Er absolvierte noch eine kurze Einheit mit Kräftigungsübungen, bevor ein eine kleine Runde schwamm und sich absclhließend eine knappe Stunde zum Ausruhen gönnte. Schließlich sollte ihm das Tablett nachher nicht direkt aus den entkräfteten Händen fallen.

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    Kämpfer Edon Mesotes's Avatar
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    Die Häuser der Setarrifer Straßen rasten an dem Dieb vorbei, als hätten sie keinen Anstand, wenigstens auf ihn zu warten. Nicht einmal ein um seinen Geldbeutel erleichterter Besitzer von selbigem gab sich die Mühe, Edons Lauf durch die Straßen zu folgen, durch die er, beladen mit einer Kiste, die ihm sogar freiwillig überlassen worden war, rannte, nicht weil ihm jemand auf den Fersen war, welche diese dann sehr weit von Edons Kopf hätte entfernen wollen, ja niemand auf dieser Welt schien mehr anständig genug, sich einer Hetzjagd mit dem Söldner auf Probe zu erbieten.
    Grund dafür könnte wirklich sein, dass Edon in letzter Zeit fast nichts geklaut hätte, was wohl mehr an seinem angesammelten Vorrat, denn an irgendeiner charakterlichen Veränderung liegen musste. Selbst das Laufen war heute sogar nur sein täglich Training statt dem sonst üblichen Lauf um Freiheit und Leben.

    Und dazu kam noch, dass er gerade an einem Punkt angekommen war, an dem produktiver Selbstzweifel angebracht wäre: Was ließe sich in seinem Schwert-Training noch verbessern? Die Antwort würde eigentlich "Alles" lauten, da dies aber alles gleichzeitig schwer zu berichtigen war, würde er sich wohl doch noch etwas raussuchen müssen, was besonders beschissen lief.

    Dann war wohl mal wieder eine kurze Geschichtsstunde angebracht: Rognor hatte es einmal geschafft, seine Verteidigung zu überwinden und er hatte nicht rechtzeitig ausweichen können, damit erster Punkt: die Beinarbeit.

    Rognor hatte außerdem die Kluft zwischen ihnen beiden, was die Kondition anbetraf, ein wenig überbrücken können, also musste er nachziehen, sprich: Kondition verbessern.

    Mit seiner Schnelligkeit hatte war er dem Zwergen deutlich über gewesen und die wollte er nicht aufs Spiel setzen, wenn er sich zu viele Muskeln antrainierte. Dennoch war sein Schlag zu ungenau gewesen, eine leichtere Waffe von Rognor und er hätte den Schlag parieren und zum Gegenschlag ausholen können, damit dritter Kritikpunkt: seine Präzision.

    Zuletzt wusste er aber auch, dass er schnell war, aber da war noch viel mehr drin, er musste noch schneller werden, damit vierter und letzter Mängel: seine Geschwindigkeit.

    Darauf würde Edon wohl erstmal seinen Fokus legen müssen, damit er mal ein ansehnlicher Kämpfer werden konnte. Er rannte noch einige Zeit mit seiner Kiste durch die Gegend, bevor er zurück zur Akademie lief, um Marvin seine Ergebnisse mitzuteilen.

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