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    Jan 2008
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    da die Regeln hier ja keinen zu scheren scheinen, lege ich einfach mal los. ich schreibe seit einer Weile an einer ME-Fanfic, die ich mir während meiner täglichen Bus- und Zugfahrten ausgedacht habe.
    Einen Titel hat das ganze nicht, weil ich nicht sehe warum es einen bräuchte.

    Die Geschichte geht von einem anständigen Ende von ME3 aus - hoch den Beam, auf den großen rote Knopf gedrückt, byebye Reaper- und spielt davon ausgehend drei Jahre danach. Alles weitere zum Setting erfahrt ihr beim Lesen. In der Geschichte geht es zunächst um einen Anschlag auf der Citadel, hinter dem sich, wie könnte es anders sein, aber natürlich noch viel mehr verbirgt.

    Prolog
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    Eine verschlüsselte Verbindung zwischen zwei Personen. Sie reden schon etwa eine Minute. „Sie stimmen mir zu, was diese besorgniserregende Situation angeht?“, fragt die eine Person. Die andere schweigt kurz. „Ja. Aber deswegen haben Sie mich nicht kontaktiert. Sie reden wiederholt von der prekären Lage. Haben enorme Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Wollen etwas von mir. Handlungsvorschläge?“
    Die erste atmet tief ein, dann sagt sie ruhig, aber entschlossen: „Ja, wir haben einen Handlungsvorschlag. Und Sie haben Recht, dafür brauchen wir Sie. Sie haben den Handlungsbedarf erkannt und sind fähig, die nötigen Schritte zu unternehmen. Ich schicke Ihnen jetzt einige Dateien, in denen sie weitere Details erhalten- wir sollten diese Verbindung nur so kurz wie nötig aufrechterhalten.“
    „Nähere Definition der Missionsparameter? Sehr gut. Werde mich damit befassen. Nehme an, Sie kontaktieren mich bald wieder?“
    „Korrekt. Ich erwarte dann Ihre Antwort- allerdings glaube ich, sie bereits zu kennen.“
    Die Verbindung wird von einer Seite beendet. Die andere Person verharrt kurz in Gedanken – dann schaltet auch sie ihr Kommunikationsgerät ab.

    Kapitel 1
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    Ratsherr Valern blinzelte. Er blinzelte ständig. Vielleicht schien es auch nur so, weil salarianisches Blinzeln wegen ihrer riesigen Augen auffälliger war. Es war egal. Shepard verdrängte den sinnlosen Gedanken aus seinem Kopf und konzentrierte sich wieder auf das, was der Ratsherr sagte.
    „…ihre Vorgehensweise war gelinde gesagt radikal, Shepard! Sie haben gut ein Drittel des Planeten verwüstet.“
    Sie – Shepard und der Rat- saßen in einem Besprechungsraum auf der Citadel. John- der wahrscheinlich das einzige Lebewesen in dieser Galaxis war, der mit sich selbst seinen Vornamen assoziierte und nicht mit dem zu B-Promi- Status gekommene n „Shepard“ war vor etwa zwei Stunden von seiner letzten Mission zurückgekehrt. Eine Cerberus-Basis, die aufgespürt worden war. Er hatte sie infiltriert und sich wegen der großen Zahl an Cerberus-Kräften dazu entschieden, die Basis nicht einzunehmen, was ihm zu riskant erschienen war, sondern zu zerstören, was er dann auch getan hatte, indem er ihren Nuklearreaktor manipuliert und zur Kernschmelze gebracht hatte.
    „Ratsherr, der Planet hat kaum Wasser, eine äußerst unruhige Atmosphäre und von nennenswerten Bodenschätzen ist mir nichts bekannt. Es war die beste Lösung.“
    Jetzt schaltete sich Sparatus ein. Der Turianer erhob verärgert die Stimme. „Das sagen sie so leichtfertig daher! Es ist eng genug in der Galaxie – was wir nicht zuletzt Ihnen zu verdanken haben, wenn ich sie an eine gewisse Begebenheit auf Tuchanka erinnern darf. Der Planet war ein potentieller Kandidat für die Liste von Planeten, die zu kroganischem Siedlungsgebiet deklariert werden könnten! Jetzt können wir das vergessen.“
    Walter Berenski schaltete sich ein. Der menschliche Ratsherr, der einige Monate nach der letzten Schlacht gegen die Reaper vor drei Jahren ernannt worden war, tat das, was er bei solchen Treffen meistens tat- er ergriff Partei zugunsten Shepards, der es immer irgendwie schaffte, meistens Sparatus, manchmal Valern durch seine Handlungsweise gegen sich aufzubringen –hin und wieder auch beide. Sparatus nahm Shepard, das war nicht sehr schwer zu erkennen, noch immer die Heilung der Genophage übel.
    „ Tun Sie nicht so, Sparatus! Wir wissen alle dass die Kroganer den Brocken sowieso nicht gewollt hätten. Genau wie die meisten anderen Planeten, die Sie ihnen anbieten – weil das meiste davon nämlich halb unbewohnbare Felsbrocken sind! Durch ihre Haltung verlagern sich die Verhandlungen über die Deklaration von kroganischen Siedlungsgebieten immer mehr weg von uns und hin zu den Quarianern! Wenn das so weitergeht, gehört den Kroganern bald der halbe Perseus- Nebel und die Quarianer bilden mit den Kroganern plötzlich eine neue Machtachse in der Galaxie! Und das alles…“
    Tevos unterbrach ihn. Wie immer bewahrte die Asari einen kühlen Kopf und stellte das schlichtende Element dar. „Ratsherren! Das hier ist Shepards Report, also vermischen Sie es nicht mit anderen Angelegenheiten. Shepard, haben Sie noch etwas zu sagen?“
    Shepard holte Luft, um Sparatus an den Kopf zu schleudern, dass er doch seinen Arsch nicht für ein paar Moose, Flechten und Kriechtiere hinhalte und dass man ihn, wenn man perfekte Arbeit von ihm sehen wollte ,nun mal nicht hätte drängen sollen, den Dienst in der Allianz zu quittieren, weil er dann den Stützpunkt mit der Normandy zusammengeschossen und dann mit einem Team reingegangen wäre so wie früher, und nicht alleine, so wie er es jetzt tun musste, aber er schluckte seinen Ärger herunter und sagte nur:
    „Danke, Ratsherrin. Ich habe nichts mehr hinzuzufügen. „
    „Gut,“ meldete sich Valern wieder zu Wort, „dann sind Sie fertig. Wir wissen im Moment nicht, wann Sie Ihre nächste Mission erhalten“- an diesem Punkt schnaubte Sparatus abfällig, und Valern bedachte ihn mit einem tadelnden Blick- „ aber sie dürften mindestens eine Woche frei haben. Genießen sie ihre freie Zeit und erholen Sie sich gut.“
    Shepard stand auf, deutete eine Verbeugung an – er war sich nicht sicher, ob er das machte, um Sparatus zu beschwichtigen oder um ihn zu provozieren- und ging. Ein paar Korridore und Treppen weiter war das Spectre- Büro. Für den Weg bis dorthin brauchte er nur ein paar Minuten. Die Gänge waren recht voll. Zivilbeamte, Diplomaten und C-Sec traten sich förmlich auf die Füße- und zwischen all dem wuselten Techniker und Keeper herum, die immer noch mit der Reparatur der Schäden beschäftigt waren, die während des Reaperkriegs durch den Cerberus-Putschversuch und die heftigen Auseinandersetzungen zwischen C-Sec und Reaper-Bodentruppen während der letzten Schlachtentstanden waren. John zählte auf seinem Weg drei Löcher in der Außenwand des Gebäudes, was die Einschusslöcher durch Handfeuerwaffen anging hatte er gar nicht erst versucht zu zählen. Man konzentrierte sich auf die größten Schäden, kleinere Schäden, die man schnell hätte beseitigen können, die aber nicht wirklich eine Behinderung des öffentlichen Lebens oder der öffentlichen Sicherheit darstellten, ließen die Techniker zumeist links liegen und so sahen weite Teile der Citadel auch drei Jahre danach noch aus wie ein Schweizer Käse. Shepard glaubte sich zu erinnern, dass es auf dieser Strecke vor zwei Monaten noch ein Loch in der Decke gegeben hatte, war sich aber nicht mehr sicher. Es hätte ihn aber nicht verwundert- die Jungs arbeiteten schnell. Mehr gravierende Schäden fand er nicht, denn er erreichte das Büro. Shepard wartete kurz, während ihn das Überwachungssystem scannte, und begab sich dann zur Waffenkammer.
    „Spectre- Status erkannt. Zutritt gewährt.“
    Er legte alle seine Waffen außer seiner Pistole in seinen Spind, dann schnappte er sich seine Sachen und stapfte in die Umkleidekabine. Als er fertig war, lehnte er sich einen Moment zurück und schloss die Augen. So nah an die Eskalation wie gerade eben war es schon länger nicht mehr gekommen. Und jetzt beurlaubte ihn der Rat für eine Woche? Bisher hatte sie ihm, vom regulären Urlaub mal abgesehen, immer nur ein bis drei Tage gelassen. Verfuhr man so mit seinem besten Mann?
    Nein. Aber war er das denn noch – ihr bester Mann? Shepard fühlte sich nicht so wohl in seiner Haut als Spectre wie früher. Der Rat hatte ihn vor zwei Jahren dazu gedrängt, den Dienst bei der Allianz zu quittieren, weil es zwar gängige Praxis sei, dass Spectres formal noch ihren alten Arbeitgebern dienten, Shepard aber zu bekannt sei, als dass es akzeptabel sei, wenn er noch andere Loyalitäten habe als die zum Rat. Die Buchhalter der Allianz hatte die Verwendung der Normandy als Shepards „Privattaxi“, wie sie es nannten, sowieso schon länger missgünstig betrachtet und Hackett gedrängt, sie ihm zu entziehen. Folglich hatte es von dieser Seite wenig Rückendeckung gegeben und es war ihm nichts anderes übriggeblieben.
    Doch ohne die Normandy war der Job nicht mehr derselbe. Früher war er zu einem Ort geschickt worden, war dann hingeflogen und hatte es mit seinem Team erledigt. Heute musste er sich Transportmöglichkeiten selbst organisieren – was zwar dank Liara, die immer noch das Broker- Netzwerk verwaltete und ihm gerne unter die Arme griff, zwar nicht sehr schwer war, aber es war einfach nicht dasselbe- und dann ging es auch noch alleine an die Arbeit. Erst die letzte Mission war wieder ein Beispiel dafür, wie sehr ihn das bei seiner Arbeit beeinträchtigte. Shepard hatte die Basis auch lieber erobern wollen, anstatt den halben Planeten zu verwüsten, aber es waren zu viele Cerberus- Truppen dagewesen. Er war ein guter Commander, das wusste er- und sicher auch für sich genommen ein exzellenter Soldat- aber alleine war er nicht so gut, wie man es vom zweifachen Retter der Galaxie erwartete. Mit zwei Flügelmännern wie früher hätte er die Mission auf die reguläre Art und Weise geschafft, dessen war er sich sicher. Aber das lamentieren half nichts, er machte seinen Job so gut es eben ging- und dem Rat ging es nicht gut genug. Mit der jüngsten Aktion hatte er wohl eine Grenze überschritten. Der Himmel über Commander Shepard verdunkelte sich…eine Woche Pause. Es roch nach Konsequenzen. Sparatus wollte ihm schon lange eins auswischen, und auch wenn John sein Nimbus als Commander Shepard bisher geschützt hatte, wusste er nicht, wie lange das noch anhalten würde. Vielleicht würde er schon in Kürze Ärger bekommen. Er hätte besser…
    Es war egal. Er konnte jetzt sowieso nichts daran ändern, und außerdem musste man die eine Woche Pause ja nicht als Abstellkammer sehen. Er entschloss sich, Valerns Rat zu befolgen- er würde diese Woche genießen- und sie nutzen, um bei Tali einiges wiedergutzumachen. Sie hatte es noch nicht zur Sprache gebracht, aber er spürte an vielen kleinen Zeichen und Disharmonien, dass ihre Geduld damit, dass er ständig wochenlang und manchmal über einen Monat weg war, um dann für zwei oder drei mickrige Tage zuhause zu sein, sich dem Ende neigte.
    „Tja“, seufzte er ergeben, „ wer weiß, vielleicht sind sie sauer genug um dafür zu sorgen, dass ich dieses Problem bald nicht mehr habe.“ In diesem Moment summte sein Omni-Tool wegen einem eingehenden Anruf. Es war Tali. Erfreut, dass sie endlich anrief- für gewöhnlich täuschte sie schon mal Pinkelpausen vor, um seiner Nachricht, dass er zurück war, schnellstmöglich antworten zu können- nahm Shepard ab. Flimmernd bildete sich Talis Holo in der Luft über seinem Omni-Tool. Die Bildqualität war bescheiden, nicht mal Shepard mit seiner jahrelangen Übung darin, aus kleinsten Veränderungen ihrer Augenstellung und –öffnungsweite recht verlässliche Rückschlüsse auf ihre Mimik zu ziehen, konnte etwas Nennenswertes über Talis Gesichtsausdruck hinter ihrem Helm sagen.
    „Shepard. Schön dass du zurück bist. “ Sie klang erschöpft. „Ich habe mir Sorgen gemacht. Bist du okay?“
    „Botschafterin! Was wollen Sie denn von einem einfachen Polizisten?“ – „Sehr witzig. Du scheinst ja in Ordnung zu sein, gut. Ich habe mir Sorgen gemacht. Du hast diesmal anderthalb Wochen nichtmal ein Lebenszeichen geschickt! Hättest Du mir nicht wenigstens eine Nachricht übermitteln können?“
    John seufzte. Er verstand sie ja. „Tut mir Leid, das ging nicht, weil … naja Du weißt ja. Ich darf nicht darüber reden.“ –„Jaja. Missionsberichte noch nicht freigegeben. Es…“ Sie hielt inne und schien kurz zu überlegen, ob sie den Satz fortführen sollte. „.Es ist nur furchtbar, dauernd auf dich zu warten. Und ich weiß nie, ob du überhaupt wiederkommst.“
    Shepard blickte betreten zu Boden. Er hatte gewusst, dass es irgendwann rauskommen würde. Und er wusste nicht, was er ihr entgegensetzen sollte. Oder ob er ihr überhaupt noch irgendetwas entgegensetzen wollte.
    Tali fuhr fort. „Ich…weißt du noch wie ich auf der Erde sagte, ich wolle mehr Zeit?“ –„Ich habe es nicht vergessen.“ Sie schien nicht wütend zu sein, eher traurig- was es für ihn fast noch schlimmer machte. „Aber warum fühlt es sich dann so an, als ob du es vergessen hättest?“ Die Worte trafen ihn. Ein flaues Geüfhl machte sihc in seinem Magen breit. Eine Entgegnung fiel ihm nicht ein. Nach kurzem Schweigen entschied sich John, das Thema erst einmal beiseitezuschieben. „Du, ich hocke hier noch im Büro. Lass uns zuhause darüber reden. Wann sehen wir uns?“
    Sie stockte kurz, dann zeigte sie sich einverstanden und sah kurz auf eine Anzeige, wahrscheinlich ihre Uhr. „Naja, ich…ich habe heute viel zu tun. Bis gerade eben hatte ich eine ziemlich intensive Sitzung mit einigen Minenfirmenvertretern, da konnte ich mir nun wirklich keine kurze Pause genehmigen, deswegen rufe ich auch erst jetzt an. Und in einer Viertelstunde gibt es das Highlight des Tages – ich treffe mich mit einer Dalatrasse zum Abendessen.“ –„Zum Essen?“
    „Ja. Das ist so ein Diplomatending. Es wird nichts Konkretes besprochen, aber man beschnüffelt einander, wenn du verstehst was ich meine. Nicht immer, aber oft mit Hintergedanken, aber wenn die irgendwann geäußert werden, dann geschieht das wieder im Verhandlungsraum. Solche Treffen dienen dem unverbindlichen Austarieren der gegenseitigen grundsätzlichen Aufgeschlossenheit.“
    Shepard grinste. „Du hast Hintergedanken? So kenne ich dich ja gar nicht.“ Tali nutzte die Gelegenheit zu einer kleinen Spitze- was eigentlich nicht ihre Art war- und sagte: „Wie denn auch, du bist ja nie da.“ John verzog das Gesicht, aber sie fuhr schon fort. „Im Ernst, Hintergedanken dürfte vor allem die Dalatrasse haben, es war nämlich ihre Idee. Ich könnte mir vorstellen, dass es was mit meiner letzten Note an Wrex zu tun hat. Es dürfte den Salarianern wohl kaum passen, wenn wir am Rat vorbei Planeten des ehemaligen Geth-Gebiets an die Kroganer abtreten. Und was mich angeht- naja, die Salarianer haben die besten Genetiker und Bioingenieure der Galaxis. Wir brauchen Agrartechnik und überhaupt mal einen vernünftigen Ansatz für unsere Landwirtschaft, wir wollen die Anzüge loswerden…salarianische Hilfe dabei könnten wir gut gebrauchen.“
    Shepard hatte schon während sie noch sprach zischen Luft eingesogen, um jetzt zu fragen: „Moment mal. Was für eine Note an Wrex? Du weißt, ich war die letzten anderthalb Wochen quasi abgeschnitten.“ –„Keelah…“ , Tali fasste sich an den Helm. „Da habe ich was losgetreten. Ich habe Wrex eine Note geschickt in der ich ihm die grundsätzliche Bereitschaft des Konzils mitgeteilt habe, einen Platen im ehemaligen Geth-Gebiet an die Kroganer abzutreten. Wir brauchen sie schließlich nicht, weil wir so wenige sind und Wrex muss seine Leute unter Kontrolle halten. Bevor sich bei den Kroganern die Stimmung aufheizt, weil der Rat ihnen nur Felsbrocken anbietet, geben wir ihnen einen hübschen Planeten vom ehemaligen Geth-Gebiet, den wir eh nicht brauchen, und dabei wie nebenbei unsere Beziehungen zu den Kroganern auf eine ganz neue Stufe heben, das war unser Gedankengang. Leider nimmt die galaktische Öffentlichkeit das nicht besonders positiv auf. Es wird spekuliert, dass sich Quarianer und Kroganer eine gemeinsame Option jenseits des Rats aufbauen würden. Ich bin nur noch am Dementieren. Dabei ist die große Beliebtheit, die unsere beiden Völker in der Galaxis genießen, natürlich eine echte Hilfe. So betrachtet ist mein Treffen mit der Salarianerin fast schon eine Art Schadensbegrenzung.“
    John nickte. Er verstand- das Expansionsbedürfnis der von der Genophage befreiten Kroganer war in den letzten drei Jahren so ziemlich der größte galaktische Aufreger gewesen, und es wollte einfach nicht aus den Schlagzeilen kommen. Der größte Teil der Presse erkannte zumindest Wrex und seine Führungsschicht als vernünftig an, aber den Kroganern als Volk vertraute kaum jemand. Die Angst vor einer Neuauflage der kroganischen Rebellionen, und das direkt nach den fürchterlichen Verwüstungen durch die Reaper, welche die Machtverhältnisse in der Galaxie gründlich ins Wanken gebracht hatten, war allgegenwärtig.
    Und Shepard konnte es sogar verstehen. Wenn er an Wreav dachte, Wrex‘ bescheuerten Bruder, oder den Sprecher des Weyrloc-Klans, den er damals zusammen mit Mordin und Garrus auf Tuchanka getroffen hatte, und daran, dass es viele Kroganer gab, die die Genophage so fürchterlich verbittert hatte, machte er sich Sorgen. Er bereute seine Entscheidung nicht, aber er hoffte, dass Wrex und Bakara ihre Sache gut machten. Taten sie es nicht, würde das verheerende Folgen für sie alle haben.
    „Also eine heikle Angelegenheit unter dem Deckmantel eines harmlosen Abendessens. Wir sehen uns dann wohl erst heute Abend daheim- oder hast du da auch Termine?“ –„Leider ja. Aber ich will dich nicht erst morgen früh wieder sehen. Außerdem passt das gut. Komm einfach rüber ins Endkindled , iss etwas Kleines mit uns und verabschiede dich dann nach fünf bis zehn Minuten höflich. Das gibt eine gute Einführung ins Gespräch ab, was mir weitehelfen könnte, und wir können uns kurz sehen. Na?“ –„Bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist? Ich und eine Dalatrasse am gleichen Tisch? Die meisten von denen sind nicht besonders gut auf mich zu sprechen. Es könnte den Eindruck erwecken , dass du nicht bereit bist, über eure Eventuelle Übereinkunft mit den Kroganern zu reden." Tali lachte. „Vielleicht solltest du meinen Job machen, so weit wie du denkst. Es geht schon in Ordnung, wie gesagt, erst wenn du weg bist wird es wirklich losgehen.“ John war erleichtert, denn er hätte auch nur ungern bis zum nächsten Morgen gewartet. „Alles klar. Ich weiß, wo das Endlindled ist, das ist so ein vornehmer Hanar-Schuppen auf dem Unterhaus. Wann soll ich noch mal da sein? In einer Viertelstunde?“ Tali seufze und blickte erneut auf ihre Uhr. „Naja, das war vor unserem Gespräch. Jetzt sind es zehn Minuten.“ John grinste. „Ich werde da sein, wer rechtzeitig aus der Kollektorenbasis rauskommen ist, kommt auch rechtzeitig zum Essen! Bis gleich.“ –„Okay. Bis gleich.“
    Shepard schaltete die Verbindung aus, lehnte sich zurück, atmete tief ein und sah sich nochmal im Büro um. Ein Abendessen mit einer Dalatrasse, das klang interessant. Bevor er ging, ließ er sich das vorbeigegangene Gespräch noch einmal durch den Kopf gehen. Er hatte gewusst, dass Tali sich vernachlässigt fühlte- wobei, wie er sie kannte, tat sie nicht einmal das, sondern schrieb es einfach den Umständen zu, dass sie bei ihm derzeit so kurz kam. Doch wenn Shepard ehrlich zu sich selbst war, musste er erkennen, dass das nicht stimmte. Er hatte versäumt, sich Gedanken darüber zu machen, wann er jemals aus diesem Job herauswollte. Es würde immer Arbeit für einen Spectre geben. Doch er war nicht bereit, den Job ewig zu machen. Doch der Absprung…er fühlte, dass es ihm schwerfallen würde, wenn es so weit war. Doch vielleicht war es ja jetzt so weit. Er vertagte seine trüben Gedanken und verließ das Büro.


    Viel Spaß beim Lesen, ich hoffe es gefällt ein paar Leuten
    EDIT: ach ja, Feedback ist natürlich gerne gesehen, solange keine Schimpfwörter darin vorkommen.
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  2. #2 Reply With Quote
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    ich weiss, doppelpost stinkt, aber weil ich so eine attention whore bin mache ich es trotzdem
    ich wüsste nur gern ob das hier von den etwa 40 Hits überhaupt irgendwer gelesen hat, ansonsten macht es ja keinen Sinn.
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  3. #3 Reply With Quote
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    Sind jetzt sogar doppelt so viele Hits
    Ich habe den Prolog gelesen. Den Rest spare ich mir für später auf. Wenn man ziemlich viel Text schreibt, muss man schon damit rechnen, dass sich den einige vormerken und später wieder kommen etc. Die wenigsten werden sich wohl alles auf einmal durchlesen. Und manche wollen vielleicht wirklich nicht so viel lesen und gehen wieder^^

    Generell finde ich Fanfic immer toll und werde mir deine sicher auch bald ganz durchlesen
    noni is offline

  4. #4 Reply With Quote
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    oh mein Gott, ein Kommentar

    awesome^^ Kap 2 kommt dann Samstag. Habe jetzt seit 4,5 Tagen oder so nicht mehr weitergearbeitet weil ich nach fast 4 kapiteln in einer Woche (der Angangsenthusiasmus) erstmal total leer und unkreativ war, aber dieses Wochenende mache ich weiter.
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  5. #5 Reply With Quote
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    so, es ist Samstag, das heißt es ist Zeit für Kapitel 2.

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    Kapitel 2
    Als John aus dem Büro kam, betrachtete er sich kurz in einer spiegelnden Fläche. Braune Hose, grobes weißes Hemd, braune Jacke, die Paladin im Gürtelholster. Erinnerte ihn an einen Film, den er mal gesehen hatte. Indiana Jones oder so. Er grinste- fehlte eigentlich nur noch der Hut. Vielleicht sollte er sich einen anschaffen.
    Während Shepard über das Parkett dieses Teils der Präsidiumsbotschaften schlenderte, vorbei an Commander Baileys Büro, Leuten, die an einem C-Sec Revier Schlange standen um was auch immer zu bekommen oder zu erfahren, einer Avina-Konsole – er hasste dieses Holo, er hatte es noch nie gebraucht und die meiste Zeit gab es nur Selbstverständlichkeiten von sich- zum Aufzug, vertrieb es ihm das Grinsen schnell wieder aus dem Gesicht. Tali hatte nicht übertrieben, die Schlagzeilen, die auf den zahlreichen überall installierten Bildschirmen über die Textbänder liefen, während darüber Nachrichtensprecher aller Spezies in verschiedenen Sprachen kommentierten, erläuterten und fragten, waren nicht gerade dazu geeignet, sich in einer sicheren, friedlichen Galaxis zu fühlen.
    Auf einer Werbesäule wurde für ein großes Wochenmagazin geworben. Das Titelbild zeigte eine Fotomontage mit einem anstürmenden Kroganer, der die Ratsvölker unter sich begrub. Die Bildunterschrift lautete „Ist die Galaxie bereit für die Kroganer?“ Natürlich war es möglich, dass sich Shepard irrte und mit dieser Frage die politischen Spannungen gemeint waren, die durch das Wachstum des kroganischen Volkes entstanden waren, aber er bezweifelte es. Viel deutlicher konnte eine Fotomontage nicht mehr werden.
    Die nächste Schlagzeile versprach dann auch offen eine Hochrechnung der militärischen Stärke der Ratsvölker gegenüber der der Kroganer inklusive Kriegschancen- mit zwei Stellen hinterm Komma. Shepard schüttelte den Kopf. Er musste den Artikel nicht lesen; er kannte die Panikmache genau, und was die Situationen der einzelnen Völker der Galaxie anging, kannte er sich bestens aus. Es war wahr, dass Salarianer, Turianer, Menschen und Asari durch die Reaper einem Maße Verluste davongetragen hatten, dass ein Krieg mit den Kroganern ein Alptraum werden würde; aber erstens gab es keine Anzeichen dafür, dass Wrex ein Kontrollverlust drohte, und zweitens war Säbelwetzen sicher nicht die richtige Methode, den Frieden zu wahren.
    Nachdem der Aufzug John zum Präsidiumsunterhaus gebracht hatte, blickte er auf die Uhr. Es war 18:23. Das Essen war um 18:30. Das war locker zu schaffen. Das Geschnatter der Menge nahm ihn auf, als er die Straße betrat, auf der es von Leuten auf Einkaufstour wimmelte wie in einem überdimensionierten Ameisenhügel. Eine Turianerin rempelte ihn fast an; Shepard rümpfte die Nase und ließ das hässliche Gerippe zeternd zurück. Ein C-Sec-Officer sah kurz rüber, und widmete seine Aufmerksamkeit dann wieder etwas anderem. Während er sich seinen Weg über die Einkaufsmeile durch die Menge aus Angehörigen zahlreicher Spezies bahnte, sah er sich beständig um. Er musste auf seinem Weg zum Enkindled eigentlich am Neubau der Citadel-Restaurationsbehörde vorbeikommen.- und es stimmte er passierte das Gebäude. Früher wäre es kaum aufgefallen- ein schlanker Turm von etwa hundert Metern Höhe, im Grunde ein gewöhnliches Bürogebäude auf der Citadel- aber inmitten des noch immer mitgenommen wirkenden Präsidiums strahlte es wie ein Elfenbeinturm.
    Die Restaurationsbehörde war eine der wichtigsten galaktischen Institutionen in diesen Jahren. Erst vor anderthalb Jahren durch den Rat ins Leben gerufen, stellte sie so etwas wie einen interstellaren Finanzausgleich zwischen allen Citadel-Spezies, und dazu gehörten seit dem Sieg über die Reaper auch die Kroganer und die Quarianer, dar. Man hatte die Behörde geschaffen, um den gemeinsamen Wiederaufbau nach dem Reaper-Krieg voranzutreiben. Das Problem war, dass eigentlich überall Not am Mann war. Wenn man von den Quarianern und Kroganern mal absah , hatte jede Spezies enomre Verwüstungen auf den meisten ihrer Planeten erlitten. Lediglich die Salarianer hatten vergleichsweise milde Verluste gehabt. Die Produktion der Allianz lag bei gerade einmal 51% des Vorkriegsniveaus, mehr als die halbe Allianzflotte war vernichtet worden. Den Turianern und Asari ging es ähnlich, wobei die Asari aufgrund ihrer im Vergleich zu den Turianern geringeren militärischen Stärke vor dem Angriff verhältnismäßig schwerere Verwüstungen zu beklagen hatten, was dazu geführt hatte dass die turianische Wirtschaft und die der Asari ungefähr gleichauf lagen-allerdings beide ein gute Stück vor der der Allianz. Den Elcor, Drell, Hanar und Volus erging es ähnlich, allerdings waren diese für das galaktische Kräftegleichgewicht schon immer eher bedeutungslos gewesen.
    Wichtiger waren da die Kroganer und Quarianer. Die Fruchtbarkeit der Kroganer war schlagartig wiederhergestellt worden und hatte unter Wrex starker Führung zusammen mit einem prompten Aussetzen der ständigen innerkroganischen Kämpfe dazu geführt, dass das Bevölkerungswachstum stark angezogen hatte. Doch es verlief nicht so explosionsartig wie von vielerlei Seite befürchtet; das lag daran, dass Tuchanka einfach nicht viel mehr hergab und die Gewährung von neuem Siedlungsgebiet sich schleppte. Tatsächlich war den Kroganern in drei Jahren noch nicht eine Welt zugesprochen worden; im Grunde zweifelte niemand offen an dass es notwendig war den Kroganern mehr Platz zu geben, aber heimlich wünschte sich so mancher die Genophage zurück. Um diesen Gedankengängen Rechnung zu tragen und kein allzu explosives Bevölkerungswachstum der Kroganer zu ermöglichen, waren die vom Rat diskutierten Kandidaten für neue kroganische Kolonien meist recht unwirtliche Welten- wobei Ratsherr Berenski durchaus willens war, fair mit den Kroganern umzugehen. Er war jedoch gegenüber Sparatus und Valern in der Unterzahl. Tevos schien sich nich sicher zu sein, aber vielleicht spielte sie auch Machtspielchen. Shepard wusste es nicht.
    Leider förderte dies die Entwicklung von Ressentiments seitens der Kroganer gegenüber dem Rat, vor allem gegenüber Turianern und Salarianern – als ob es dessen noch bedurft hätte. Es wurden Rufe laut, man solle sich das Territorium, auf das man Anspruch habe, einfach nehmen. Wrex hatte zwar keine ernstzunehmenden Rivalen- die von den meisten Kroganern ihm zugeschriebene Heilung der Genophage sowie die Tatsache, dass er noch jedes Duell seines Lebens gewonnen hatte, hielten ihn fest im Sattel- , aber dass die Vorschläge des Rats allesamt unannehmbar für ihn waren, verärgerte auch ihn, oder wie er es bei seinem und Shepards letzten Treffen vor einigen Monaten formuliert hatte : „Diese Pyjaks reichen uns ein Stück Scheiße und werfen uns dann vor, wir wären wählerisch!“ Wohl auch deshalb suchte Wrex trotz seiner Überzeugung, dass die Zukunft der Kroganer in der Gemeinschaft der Citadel-Spezies lag, eine bilaterale Lösung – zum Beispiel mit den Quarianern.
    Die Quarianer waren in einer höchst seltsamen Position, wobei das ja nichts Neues für sie war. Waren sie zum einen nach den Batarianern, von denen nur noch einige Millionen Flüchtlinge, Banditen und Ex-Militärs übrig waren, mit nur 15 Millionen Seelen das kleinste Volk der Galaxie - auch die Flottille hatte in der Entscheidungsschlacht über der Erde herbe Verluste hinnehmen müssen, nahezu die gesamte Schwere Flotte war vernichtet worden. Und waren sie die letzten drei Jahrhunderte lang ärmliche, aber wehrhafte Nomaden gewesen, so war ihre plötzlich wiedergekehrte Sesshaftigkeit verbunden mit einem im Vergleich zu den schwer getroffenen restlichen Spezies der Galaxie nicht zu verachtenden Wohlstand, der auf ihrer geschickten Bergung und Wiederverwertung der Geth-Infrastruktur sowohl auf Rannoch als auch im Rest des ehemaligen Geth-Gebiets , was enorme Gewinne bei nicht vergleichbar stark gestiegenen Ausgaben- Quarianer waren Disziplin und Enthaltsamkeit gewohnt, daran würde sich so schnell nichts ändern-einbrachte, beruhte. Aus diesem Wohlstand erwuchs Einfluss, denn es war tatsächlich so, dass die Quarianer immense Sachleistungen und Geldmengen an die Restaurationsbehörde zahlten, ohne jemals ihrerseits Zahlungen zu erhalten- denn bei den Quarianern gab es keinen Wiederaufbau in dem Sinne. Grund für diese scheinbar altruistische Handlungsweise war politisches Kalkül. Zum einen wollte man jahrhundertealte rassistische Ressentiments der Citadel-Spezies gegenüber den Quarianern durchbrechen. Noch merkte man im öffentlichen Umgang nicht allzu viel davon, aber Tali, die immer noch Admiral war und der man ihre während des Reaperkriegs eigentlich eher temporär und aus dem Mangel an Alternativen verliehene Funktion als Botschafterin kurzerhand dauerhaft übertragen hatte, was dazu geführt hatte, dass Tali eine Art Außenminister und Botschafter in einem geworden war, glaubte daran, dass es der richtige Weg sei- und sowohl Shepard als auch viel wichtiger das Konzil, sahen das genauso. Zum anderen waren die quarianischen Finanzmittel nicht das schlechteste Druckmittel bei Verhandlungen, was zu einigen außenpolitischen Erfolgen geführt hatte.
    Das Konzil hatte in den letzten drei Jahren seinen Einfluss immer stärker geltend gemacht und den Admiralitätsrat immer mehr zur reinen Exekutive degradiert. Noch galt offiziell das Kriegsrecht, aber die neue Situation brachte neue Forderungen hervor. Es war Konsens unter den Quarianern, dass eine neue Verfassung aufzustellen sei, auch wenn es noch kaum Konkretes gab. Allgemein herrschte Aufbruchsstimmung. Intellektuelle und sonstige Prominente führten die junge Diskussion über die Neuordnung der quarianischen Gesellschaft. Die Bandbreite von Meinungen war dabei weit- es bildeten sich bereits die beiden großen Strömungen heraus, die andere galaktische Demokratien schon immer gekannt hatten: Konservative und Reformer. Tali war in dieser Diskussion keine unbedeutende Person; ihr Ruf als Kriegsheldin und ihre Außenpolitik, die im Großteil des quarianischen Volkes großen Rückhalt fand, brachte ihrer Meinung einiges Gewicht.
    Und während all dem bauten die Quarianer an ihrer neuen Heimat. Die Geth-Basis rund um den Megaserver war zu einer Art Stadtzentrum geworden; ohne allzu große Übergangsschwierigkeiten hatten sich die Quarianer die dortigen Industrieanlagen zu Eigen gemacht. Es hatte einen großen Schnitt in der quarianischen Flotte gegeben; alle Schiffe, deren Weltraumtüchtigkeit durch den Zahn der Zeit und Auseinandersetzungen bis zu einem gewissen Grad gelitten hatte, waren auf dem Planeten gelandet- genauso wie die drei Lebensschiffe, deren Kugeln jetzt ein gleichseitiges Dreieck rund um den Megaserver bildeten, wobei ihrer langen Bugpartien zum Server hindeuteten und mit ihm verbaut worden waren. In den Zwischenräumen standen all die Schiffe, die nie mehr aufsteigen würden. Triebwerke wurden ausgebaut und wiederverwertet; auch wenn sie jetzt im Vergleich zu ihrem vorigen Leben geradezu in Rohstoffen schwammen, wirtschafteten die Quarianer noch immer gründlich und sparsam. Sowohl der dadurch entstandene freie Raum sowie Materialen, die woanders nicht zu gebrauchen waren, lieferten neuen Wohnraum. Die so entstandene Stadt zählte neben all den Schiffen bereits einige hundert Häuser -wobei es sie dabei eher um vorübergehende Quartiere handelte, eigentlich jeder hatte den Traum davon, einmal ein „richtiges“ Haus zu besitzen - und hatte noch keinen Namen. Die einen wollten sie schlicht Rannoch nennen, andere wollten ihr gar keinen Namen geben, und dann gab es noch immense zum Teil geradezu poetische Vorschläge. Tali meinte dazu, dass ihr der Name egal sei, Hauptsache sei die Existenz der Stadt, egal wie sie hieß. Shepard war schon zwei Mal dort gewesen- einmal vor zwei Jahren, einmal letztes Jahr- und hatte sich der Aufbruchsstimmung nur schwer verwehren können; Tali war öfter dort, da sie schließlich Admiral war. Wenn sie davon erzählte- und sie erzählte ständig davon- leuchteten ihre Augen, mehr als sonst.
    Aber es war nicht alles eitel Sonnenschein. Neben der Sache mit den Anzügen, was allerdings kein wirklich drängendes Problem darstellte, gab es das Problem der Ernährung. Im Moment lief sie reibungslos, weil alle drei Lebensschiffe den Krieg überstanden hatten, aber das Bevölkerungswachstum zog stark an. 17 Millionen Quarianer hatte man gerade so ernähren können; diese Zahl würde in einigen Jahren überschritten sein. Bis dahin musste man eine verlässliche Möglichkeit gefunden haben, effizient Ackerbau zu betreiben. Leider hatten sich die Quarianer ihrer Heimatwelt so weit entfremdet, dass das kaum möglich war; man setzte seine Hoffnungen auf Genmanipulation.
    Unter diesem Gesichtspunkt, dachte sich Shepard, sollte er bei diesem Essen also besser eine gute Figur machen, auch wenn er eigentlich nicht direkt am „gegenseitigen Beschnüffeln“ beteiligt sein würde. Er sah auf die Uhr. 18:28 Präsidiumszeit. Die künstliche Dämmerung setzte langsam ein, er hatte noch zwei Minuten, und um die nächste Ecke war schon das Endkindled.
    Hinter der Ecke lag ein kleiner Platz. Er mochte drei, vier Dutzend Meter Seitenlänge haben und schien auf den ersten Blick quadratisch zu sein. Gegenüber dem Punkt, wo Shepard gerade stand, ging die Straße weiter, links war ein Balkon, von dem aus man einen sagenhaften Blick über das Präsidium hatte und rechts lag der eigentliche Platz, gesäumt von zahlreichen Geschäften und Kaffees- und dem Enkindled. John ließ seinen Blick über den Platz schweifen, fand er aber nicht, was er suchte; auf dem zweigeteilten Balkon schließlich fand er es doch. Tali stützte sich aufs Geländer des Balkons, hatte sich über die Brüstung gelehnt und blickte scheinbar selbstvergessen den Präsidiumsring hinauf.
    Ihr Anblick ließ sein Herz höher schlagen, seine Sorgen wegen dem baldigen schweren Gespräch, das im Raum hing, verwehten für einen Moment. Ohne sich weiter um die vielen Leute auf dem Platz zu kümmern, die genauso wenig Notiz von ihm zu nehmen schienen, ging er zu ihr hinüber und lehnte sich neben sie mit dem Rücken gegen das Geländer.
    Bevor er etwas sagen konnte, tat sie es. Im Vergleich zu ihrer atemlosen, aber tatenlustigen Verfassung von vorhin wirkte sie jetzt einfach nur erschöpft. Er merkte das an ihren Bewegungen; sie waren langsamer als sonst, ihnen fehlte die Sprunghaftigkeit, die Talis Art, sich zu bewegen, für gewöhnlich auszeichnete. Außerdem, ein weiterer wichtiger Indikator, den er allerdings erst sehen konnte, als sie sich umgedreht und sich in der Selben Haltung wie er dicht neben ihm ans Geländer gelehnt hatte: Ihre Augen leuchteten unmerklich schwächer als Gewöhnlich. Hätte er nicht so viel Erfahrung damit gehabt, wäre es ihm nie aufgefallen. „Hey.“
    Mehr sagte sie nicht. Es folgte ein kurzes Schweigen, während John darauf wartete, dass sie etwas hinzufügen würde, dann ergriff er das Wort. „Du wirkst erschöpft.“ Ein müdes Stöhnen war die Antwort, als sie sich langsam gegen ihn sinken ließ und schließlich ihren Kopf auf seiner Schulter ablegte. „Die letzten drei Tage waren sehr … anstrengend. Vorgestern und gestern mehrere Pressekonferenzen, und immer stellen sie die gleichen blöden Fragen- kroganisch-quarianische Option, ich hab‘ es dir ja erzählt- und während dem ganzen noch die normalen Treffen mit Leuten, deren Gesichter und Namen ich mir natürlich ebenfalls merken muss. Davon, dass sich so eine Botschaft auch nicht von ganz alleine organisiert, mal ganz zu schweigen. Ich liebe meinen Job ja…aber ich bin schon froh dass nach dem, was jetzt kommt, ich morgen mal keine Termine habe.“
    Er legte seinen Arm um ihre Hüfte. „Du hast morgen frei. Das trifft sich gut. Ich-“
    Dumpfe Explosionen irgendwo in der Ferne unterbrachen ihn. Es war wie ein Signal für alle Leute auf dem Platz. Gespräche verstummten, Köpfe wurden gehoben, es wurde aufmerksam gelauscht. Einige der auf dem Platz anwesenden C-Sec-Officer rannten los, zum Ort des Geschehens hin. Die zwei quarianischen Sicherheitsleute, die ihre Botschafterin begleitet, sich aber auf Distanz gehalten hatten, kamen zurück. John lehnte immer noch am Geländer, sein Arm lag immer noch auf Talis Hüfte, die ihr Haupt ebenfalls lauschend erhoben hatte, aber ansonsten unverändert stand; äußerlich schien sich an ihm nichts verändert zu haben. Doch in Wahrheit war er angespannt wie eine Feder. Die nächsten Sekunden würden darüber entscheiden, ob die Feder springen würde.
    Bitte, lass es einfach nur ein Unfall sein.
    I get up in the evening, and I ain't got nothing to say
    I come home in the moring, I go to bed feeling the same way
    I ain't nothing but tired, man I'm just tired and bored with myself
    Hey there baby, I could use just a little help

    You can't start a fire, you can't start a fire without a spark
    This gun's for hire even if we're just dancing in the dark
    motzel is offline

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