Ratsherr Valern blinzelte. Er blinzelte ständig. Vielleicht schien es auch nur so, weil salarianisches Blinzeln wegen ihrer riesigen Augen auffälliger war. Es war egal. Shepard verdrängte den sinnlosen Gedanken aus seinem Kopf und konzentrierte sich wieder auf das, was der Ratsherr sagte.
„…ihre Vorgehensweise war gelinde gesagt radikal, Shepard! Sie haben gut ein Drittel des Planeten verwüstet.“
Sie – Shepard und der Rat- saßen in einem Besprechungsraum auf der Citadel. John- der wahrscheinlich das einzige Lebewesen in dieser Galaxis war, der mit sich selbst seinen Vornamen assoziierte und nicht mit dem zu B-Promi- Status gekommene n „Shepard“ war vor etwa zwei Stunden von seiner letzten Mission zurückgekehrt. Eine Cerberus-Basis, die aufgespürt worden war. Er hatte sie infiltriert und sich wegen der großen Zahl an Cerberus-Kräften dazu entschieden, die Basis nicht einzunehmen, was ihm zu riskant erschienen war, sondern zu zerstören, was er dann auch getan hatte, indem er ihren Nuklearreaktor manipuliert und zur Kernschmelze gebracht hatte.
„Ratsherr, der Planet hat kaum Wasser, eine äußerst unruhige Atmosphäre und von nennenswerten Bodenschätzen ist mir nichts bekannt. Es war die beste Lösung.“
Jetzt schaltete sich Sparatus ein. Der Turianer erhob verärgert die Stimme. „Das sagen sie so leichtfertig daher! Es ist eng genug in der Galaxie – was wir nicht zuletzt Ihnen zu verdanken haben, wenn ich sie an eine gewisse Begebenheit auf Tuchanka erinnern darf. Der Planet war ein potentieller Kandidat für die Liste von Planeten, die zu kroganischem Siedlungsgebiet deklariert werden könnten! Jetzt können wir das vergessen.“
Walter Berenski schaltete sich ein. Der menschliche Ratsherr, der einige Monate nach der letzten Schlacht gegen die Reaper vor drei Jahren ernannt worden war, tat das, was er bei solchen Treffen meistens tat- er ergriff Partei zugunsten Shepards, der es immer irgendwie schaffte, meistens Sparatus, manchmal Valern durch seine Handlungsweise gegen sich aufzubringen –hin und wieder auch beide. Sparatus nahm Shepard, das war nicht sehr schwer zu erkennen, noch immer die Heilung der Genophage übel.
„ Tun Sie nicht so, Sparatus! Wir wissen alle dass die Kroganer den Brocken sowieso nicht gewollt hätten. Genau wie die meisten anderen Planeten, die Sie ihnen anbieten – weil das meiste davon nämlich halb unbewohnbare Felsbrocken sind! Durch ihre Haltung verlagern sich die Verhandlungen über die Deklaration von kroganischen Siedlungsgebieten immer mehr weg von uns und hin zu den Quarianern! Wenn das so weitergeht, gehört den Kroganern bald der halbe Perseus- Nebel und die Quarianer bilden mit den Kroganern plötzlich eine neue Machtachse in der Galaxie! Und das alles…“
Tevos unterbrach ihn. Wie immer bewahrte die Asari einen kühlen Kopf und stellte das schlichtende Element dar. „Ratsherren! Das hier ist Shepards Report, also vermischen Sie es nicht mit anderen Angelegenheiten. Shepard, haben Sie noch etwas zu sagen?“
Shepard holte Luft, um Sparatus an den Kopf zu schleudern, dass er doch seinen Arsch nicht für ein paar Moose, Flechten und Kriechtiere hinhalte und dass man ihn, wenn man perfekte Arbeit von ihm sehen wollte ,nun mal nicht hätte drängen sollen, den Dienst in der Allianz zu quittieren, weil er dann den Stützpunkt mit der Normandy zusammengeschossen und dann mit einem Team reingegangen wäre so wie früher, und nicht alleine, so wie er es jetzt tun musste, aber er schluckte seinen Ärger herunter und sagte nur:
„Danke, Ratsherrin. Ich habe nichts mehr hinzuzufügen. „
„Gut,“ meldete sich Valern wieder zu Wort, „dann sind Sie fertig. Wir wissen im Moment nicht, wann Sie Ihre nächste Mission erhalten“- an diesem Punkt schnaubte Sparatus abfällig, und Valern bedachte ihn mit einem tadelnden Blick- „ aber sie dürften mindestens eine Woche frei haben. Genießen sie ihre freie Zeit und erholen Sie sich gut.“
Shepard stand auf, deutete eine Verbeugung an – er war sich nicht sicher, ob er das machte, um Sparatus zu beschwichtigen oder um ihn zu provozieren- und ging. Ein paar Korridore und Treppen weiter war das Spectre- Büro. Für den Weg bis dorthin brauchte er nur ein paar Minuten. Die Gänge waren recht voll. Zivilbeamte, Diplomaten und C-Sec traten sich förmlich auf die Füße- und zwischen all dem wuselten Techniker und Keeper herum, die immer noch mit der Reparatur der Schäden beschäftigt waren, die während des Reaperkriegs durch den Cerberus-Putschversuch und die heftigen Auseinandersetzungen zwischen C-Sec und Reaper-Bodentruppen während der letzten Schlachtentstanden waren. John zählte auf seinem Weg drei Löcher in der Außenwand des Gebäudes, was die Einschusslöcher durch Handfeuerwaffen anging hatte er gar nicht erst versucht zu zählen. Man konzentrierte sich auf die größten Schäden, kleinere Schäden, die man schnell hätte beseitigen können, die aber nicht wirklich eine Behinderung des öffentlichen Lebens oder der öffentlichen Sicherheit darstellten, ließen die Techniker zumeist links liegen und so sahen weite Teile der Citadel auch drei Jahre danach noch aus wie ein Schweizer Käse. Shepard glaubte sich zu erinnern, dass es auf dieser Strecke vor zwei Monaten noch ein Loch in der Decke gegeben hatte, war sich aber nicht mehr sicher. Es hätte ihn aber nicht verwundert- die Jungs arbeiteten schnell. Mehr gravierende Schäden fand er nicht, denn er erreichte das Büro. Shepard wartete kurz, während ihn das Überwachungssystem scannte, und begab sich dann zur Waffenkammer.
„Spectre- Status erkannt. Zutritt gewährt.“
Er legte alle seine Waffen außer seiner Pistole in seinen Spind, dann schnappte er sich seine Sachen und stapfte in die Umkleidekabine. Als er fertig war, lehnte er sich einen Moment zurück und schloss die Augen. So nah an die Eskalation wie gerade eben war es schon länger nicht mehr gekommen. Und jetzt beurlaubte ihn der Rat für eine Woche? Bisher hatte sie ihm, vom regulären Urlaub mal abgesehen, immer nur ein bis drei Tage gelassen. Verfuhr man so mit seinem besten Mann?
Nein. Aber war er das denn noch – ihr bester Mann? Shepard fühlte sich nicht so wohl in seiner Haut als Spectre wie früher. Der Rat hatte ihn vor zwei Jahren dazu gedrängt, den Dienst bei der Allianz zu quittieren, weil es zwar gängige Praxis sei, dass Spectres formal noch ihren alten Arbeitgebern dienten, Shepard aber zu bekannt sei, als dass es akzeptabel sei, wenn er noch andere Loyalitäten habe als die zum Rat. Die Buchhalter der Allianz hatte die Verwendung der Normandy als Shepards „Privattaxi“, wie sie es nannten, sowieso schon länger missgünstig betrachtet und Hackett gedrängt, sie ihm zu entziehen. Folglich hatte es von dieser Seite wenig Rückendeckung gegeben und es war ihm nichts anderes übriggeblieben.
Doch ohne die Normandy war der Job nicht mehr derselbe. Früher war er zu einem Ort geschickt worden, war dann hingeflogen und hatte es mit seinem Team erledigt. Heute musste er sich Transportmöglichkeiten selbst organisieren – was zwar dank Liara, die immer noch das Broker- Netzwerk verwaltete und ihm gerne unter die Arme griff, zwar nicht sehr schwer war, aber es war einfach nicht dasselbe- und dann ging es auch noch alleine an die Arbeit. Erst die letzte Mission war wieder ein Beispiel dafür, wie sehr ihn das bei seiner Arbeit beeinträchtigte. Shepard hatte die Basis auch lieber erobern wollen, anstatt den halben Planeten zu verwüsten, aber es waren zu viele Cerberus- Truppen dagewesen. Er war ein guter Commander, das wusste er- und sicher auch für sich genommen ein exzellenter Soldat- aber alleine war er nicht so gut, wie man es vom zweifachen Retter der Galaxie erwartete. Mit zwei Flügelmännern wie früher hätte er die Mission auf die reguläre Art und Weise geschafft, dessen war er sich sicher. Aber das lamentieren half nichts, er machte seinen Job so gut es eben ging- und dem Rat ging es nicht gut genug. Mit der jüngsten Aktion hatte er wohl eine Grenze überschritten. Der Himmel über Commander Shepard verdunkelte sich…eine Woche Pause. Es roch nach Konsequenzen. Sparatus wollte ihm schon lange eins auswischen, und auch wenn John sein Nimbus als Commander Shepard bisher geschützt hatte, wusste er nicht, wie lange das noch anhalten würde. Vielleicht würde er schon in Kürze Ärger bekommen. Er hätte besser…
Es war egal. Er konnte jetzt sowieso nichts daran ändern, und außerdem musste man die eine Woche Pause ja nicht als Abstellkammer sehen. Er entschloss sich, Valerns Rat zu befolgen- er würde diese Woche genießen- und sie nutzen, um bei Tali einiges wiedergutzumachen. Sie hatte es noch nicht zur Sprache gebracht, aber er spürte an vielen kleinen Zeichen und Disharmonien, dass ihre Geduld damit, dass er ständig wochenlang und manchmal über einen Monat weg war, um dann für zwei oder drei mickrige Tage zuhause zu sein, sich dem Ende neigte.
„Tja“, seufzte er ergeben, „ wer weiß, vielleicht sind sie sauer genug um dafür zu sorgen, dass ich dieses Problem bald nicht mehr habe.“ In diesem Moment summte sein Omni-Tool wegen einem eingehenden Anruf. Es war Tali. Erfreut, dass sie endlich anrief- für gewöhnlich täuschte sie schon mal Pinkelpausen vor, um seiner Nachricht, dass er zurück war, schnellstmöglich antworten zu können- nahm Shepard ab. Flimmernd bildete sich Talis Holo in der Luft über seinem Omni-Tool. Die Bildqualität war bescheiden, nicht mal Shepard mit seiner jahrelangen Übung darin, aus kleinsten Veränderungen ihrer Augenstellung und –öffnungsweite recht verlässliche Rückschlüsse auf ihre Mimik zu ziehen, konnte etwas Nennenswertes über Talis Gesichtsausdruck hinter ihrem Helm sagen.
„Shepard. Schön dass du zurück bist. “ Sie klang erschöpft. „Ich habe mir Sorgen gemacht. Bist du okay?“
„Botschafterin! Was wollen Sie denn von einem einfachen Polizisten?“ – „Sehr witzig. Du scheinst ja in Ordnung zu sein, gut. Ich habe mir Sorgen gemacht. Du hast diesmal anderthalb Wochen nichtmal ein Lebenszeichen geschickt! Hättest Du mir nicht wenigstens eine Nachricht übermitteln können?“
John seufzte. Er verstand sie ja. „Tut mir Leid, das ging nicht, weil … naja Du weißt ja. Ich darf nicht darüber reden.“ –„Jaja. Missionsberichte noch nicht freigegeben. Es…“ Sie hielt inne und schien kurz zu überlegen, ob sie den Satz fortführen sollte. „.Es ist nur furchtbar, dauernd auf dich zu warten. Und ich weiß nie, ob du überhaupt wiederkommst.“
Shepard blickte betreten zu Boden. Er hatte gewusst, dass es irgendwann rauskommen würde. Und er wusste nicht, was er ihr entgegensetzen sollte. Oder ob er ihr überhaupt noch irgendetwas entgegensetzen wollte.
Tali fuhr fort. „Ich…weißt du noch wie ich auf der Erde sagte, ich wolle mehr Zeit?“ –„Ich habe es nicht vergessen.“ Sie schien nicht wütend zu sein, eher traurig- was es für ihn fast noch schlimmer machte. „Aber warum fühlt es sich dann so an, als ob du es vergessen hättest?“ Die Worte trafen ihn. Ein flaues Geüfhl machte sihc in seinem Magen breit. Eine Entgegnung fiel ihm nicht ein. Nach kurzem Schweigen entschied sich John, das Thema erst einmal beiseitezuschieben. „Du, ich hocke hier noch im Büro. Lass uns zuhause darüber reden. Wann sehen wir uns?“
Sie stockte kurz, dann zeigte sie sich einverstanden und sah kurz auf eine Anzeige, wahrscheinlich ihre Uhr. „Naja, ich…ich habe heute viel zu tun. Bis gerade eben hatte ich eine ziemlich intensive Sitzung mit einigen Minenfirmenvertretern, da konnte ich mir nun wirklich keine kurze Pause genehmigen, deswegen rufe ich auch erst jetzt an. Und in einer Viertelstunde gibt es das Highlight des Tages – ich treffe mich mit einer Dalatrasse zum Abendessen.“ –„Zum Essen?“
„Ja. Das ist so ein Diplomatending. Es wird nichts Konkretes besprochen, aber man beschnüffelt einander, wenn du verstehst was ich meine. Nicht immer, aber oft mit Hintergedanken, aber wenn die irgendwann geäußert werden, dann geschieht das wieder im Verhandlungsraum. Solche Treffen dienen dem unverbindlichen Austarieren der gegenseitigen grundsätzlichen Aufgeschlossenheit.“
Shepard grinste. „Du hast Hintergedanken? So kenne ich dich ja gar nicht.“ Tali nutzte die Gelegenheit zu einer kleinen Spitze- was eigentlich nicht ihre Art war- und sagte: „Wie denn auch, du bist ja nie da.“ John verzog das Gesicht, aber sie fuhr schon fort. „Im Ernst, Hintergedanken dürfte vor allem die Dalatrasse haben, es war nämlich ihre Idee. Ich könnte mir vorstellen, dass es was mit meiner letzten Note an Wrex zu tun hat. Es dürfte den Salarianern wohl kaum passen, wenn wir am Rat vorbei Planeten des ehemaligen Geth-Gebiets an die Kroganer abtreten. Und was mich angeht- naja, die Salarianer haben die besten Genetiker und Bioingenieure der Galaxis. Wir brauchen Agrartechnik und überhaupt mal einen vernünftigen Ansatz für unsere Landwirtschaft, wir wollen die Anzüge loswerden…salarianische Hilfe dabei könnten wir gut gebrauchen.“
Shepard hatte schon während sie noch sprach zischen Luft eingesogen, um jetzt zu fragen: „Moment mal. Was für eine Note an Wrex? Du weißt, ich war die letzten anderthalb Wochen quasi abgeschnitten.“ –„Keelah…“ , Tali fasste sich an den Helm. „Da habe ich was losgetreten. Ich habe Wrex eine Note geschickt in der ich ihm die grundsätzliche Bereitschaft des Konzils mitgeteilt habe, einen Platen im ehemaligen Geth-Gebiet an die Kroganer abzutreten. Wir brauchen sie schließlich nicht, weil wir so wenige sind und Wrex muss seine Leute unter Kontrolle halten. Bevor sich bei den Kroganern die Stimmung aufheizt, weil der Rat ihnen nur Felsbrocken anbietet, geben wir ihnen einen hübschen Planeten vom ehemaligen Geth-Gebiet, den wir eh nicht brauchen, und dabei wie nebenbei unsere Beziehungen zu den Kroganern auf eine ganz neue Stufe heben, das war unser Gedankengang. Leider nimmt die galaktische Öffentlichkeit das nicht besonders positiv auf. Es wird spekuliert, dass sich Quarianer und Kroganer eine gemeinsame Option jenseits des Rats aufbauen würden. Ich bin nur noch am Dementieren. Dabei ist die große Beliebtheit, die unsere beiden Völker in der Galaxis genießen, natürlich eine echte Hilfe. So betrachtet ist mein Treffen mit der Salarianerin fast schon eine Art Schadensbegrenzung.“
John nickte. Er verstand- das Expansionsbedürfnis der von der Genophage befreiten Kroganer war in den letzten drei Jahren so ziemlich der größte galaktische Aufreger gewesen, und es wollte einfach nicht aus den Schlagzeilen kommen. Der größte Teil der Presse erkannte zumindest Wrex und seine Führungsschicht als vernünftig an, aber den Kroganern als Volk vertraute kaum jemand. Die Angst vor einer Neuauflage der kroganischen Rebellionen, und das direkt nach den fürchterlichen Verwüstungen durch die Reaper, welche die Machtverhältnisse in der Galaxie gründlich ins Wanken gebracht hatten, war allgegenwärtig.
Und Shepard konnte es sogar verstehen. Wenn er an Wreav dachte, Wrex‘ bescheuerten Bruder, oder den Sprecher des Weyrloc-Klans, den er damals zusammen mit Mordin und Garrus auf Tuchanka getroffen hatte, und daran, dass es viele Kroganer gab, die die Genophage so fürchterlich verbittert hatte, machte er sich Sorgen. Er bereute seine Entscheidung nicht, aber er hoffte, dass Wrex und Bakara ihre Sache gut machten. Taten sie es nicht, würde das verheerende Folgen für sie alle haben.
„Also eine heikle Angelegenheit unter dem Deckmantel eines harmlosen Abendessens. Wir sehen uns dann wohl erst heute Abend daheim- oder hast du da auch Termine?“ –„Leider ja. Aber ich will dich nicht erst morgen früh wieder sehen. Außerdem passt das gut. Komm einfach rüber ins Endkindled , iss etwas Kleines mit uns und verabschiede dich dann nach fünf bis zehn Minuten höflich. Das gibt eine gute Einführung ins Gespräch ab, was mir weitehelfen könnte, und wir können uns kurz sehen. Na?“ –„Bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist? Ich und eine Dalatrasse am gleichen Tisch? Die meisten von denen sind nicht besonders gut auf mich zu sprechen. Es könnte den Eindruck erwecken , dass du nicht bereit bist, über eure Eventuelle Übereinkunft mit den Kroganern zu reden." Tali lachte. „Vielleicht solltest du meinen Job machen, so weit wie du denkst. Es geht schon in Ordnung, wie gesagt, erst wenn du weg bist wird es wirklich losgehen.“ John war erleichtert, denn er hätte auch nur ungern bis zum nächsten Morgen gewartet. „Alles klar. Ich weiß, wo das Endlindled ist, das ist so ein vornehmer Hanar-Schuppen auf dem Unterhaus. Wann soll ich noch mal da sein? In einer Viertelstunde?“ Tali seufze und blickte erneut auf ihre Uhr. „Naja, das war vor unserem Gespräch. Jetzt sind es zehn Minuten.“ John grinste. „Ich werde da sein, wer rechtzeitig aus der Kollektorenbasis rauskommen ist, kommt auch rechtzeitig zum Essen! Bis gleich.“ –„Okay. Bis gleich.“
Shepard schaltete die Verbindung aus, lehnte sich zurück, atmete tief ein und sah sich nochmal im Büro um. Ein Abendessen mit einer Dalatrasse, das klang interessant. Bevor er ging, ließ er sich das vorbeigegangene Gespräch noch einmal durch den Kopf gehen. Er hatte gewusst, dass Tali sich vernachlässigt fühlte- wobei, wie er sie kannte, tat sie nicht einmal das, sondern schrieb es einfach den Umständen zu, dass sie bei ihm derzeit so kurz kam. Doch wenn Shepard ehrlich zu sich selbst war, musste er erkennen, dass das nicht stimmte. Er hatte versäumt, sich Gedanken darüber zu machen, wann er jemals aus diesem Job herauswollte. Es würde immer Arbeit für einen Spectre geben. Doch er war nicht bereit, den Job ewig zu machen. Doch der Absprung…er fühlte, dass es ihm schwerfallen würde, wenn es so weit war. Doch vielleicht war es ja jetzt so weit. Er vertagte seine trüben Gedanken und verließ das Büro.