Sehr gut, endlich mal wieder ein interessantes Diskussionsthema, hier unterscheiden sich die Geschmäcker wohl deutlich.
Erstmal dürfen wir ja nicht vergessen, dass es nur um ein Spiel geht und dort alles Fiktion sein sollte (besonders auf die persönlichen Entscheidungen bezogen) - in unserer Realität würde wohl niemand so handeln - zumindest nicht in unserer heutigen Zeit. Um mal auf Caesar bzw. dessen Werdegang einzugehen: Im Wiki lese ich, sein Vater wurde von Raidern getötet. Raider sind doch - und da wird wohl jeder meiner Meinung sein, primitive, asoziale Lebewesen, die fast nichts mehr "Menschliches" in sich tragen, sondern wie Tiere leben und handeln. Sie vernebeln ihren Geist mit Drogen, rauben zumeist friedlichen Menschen ihr Eigentum und töten die wehrlosen Opfer anschließend. Diese Erfahrung muss für Caesar wohl sehr prägend gewesen sein. Fallout spielt in einer (nicht mal so unvorstellbaren) postapokalyptischen Zukunft. Die Erde ist verstrahlt, an jeder Ecke lauert die Gefahr - durch mutierte Tiere, wilde Ghule, Supermutanten, den Raiders und so weiter. Es ist also nicht mehr so einfach, als "normaler" Mensch auch "normal" zu leben, sowie gemeinschaftlich sichere Städte zu bewohnen, das Land zu bewirtschaften - eben so wie früher zu leben, da gewisse Bedrohungen allgegenwertig sind.
Weiter mit Caesar. Laut Wiki, findet dieser antike Bücher, welche vom römischen Reich, deren Kultur und so weiter handeln. Caesar beschließt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, etwas zu erschaffen - eine soziale Gemeinschaft der Gleichheit zu schaffen, die sich gegenseitig Schutz und Halt bietet, in dieser trostlosen, kalten Welt, voller Gefahren. Vorbild: Das römische Reich - die Werte dieser Zeit, eine stolze und starke Gemeinschaft - die stetig wächst (natürlich auch durch Eroberung). Die Legion sieht sich selbst als eine elitäre Gemeinschaft, es wird auf Disziplin und Ordnung gesetzt - rekrutiert werden keine destruktiven, barbarischen Lebewesen, sondern "gesunde" Menschen, die gewillt sind sich zum der Wohle der Gemeinschaft zu opfern, zur Verfügung zu stellen - als Teil dieser ihr Leben zu bestreiten, die Welt neu zu formen.
Ich zitiere mal aus dem Wiki:
"Caesar ahmte die Werte und Strukturen der römischen Legion nach, weil er erkannte, dass es eine gute Arbeitsvorlage war, für eine gleichwertige Gesellschaft, für die Herausforderungen einer postapokalyptischen Welt. Er wollte einen Bruch der Menschheit verhindern und ein Zeitalter der Stabilität schaffen. In den Worten des Gründers, ist die Legion eine nationalistische, imperialistische, totalitäre und homogene Kultur, die jeden in sich aufnimmt, bis zur Unkenntlichmachung ihrer bisherigen Identität."
Klingt das denn böse? Für mich auf keinen Fall - Caesar verfolgt doch soziale sowie edle Ziele.
Die Menschen dort sind sich "gleich" - es existieren keine Klassen und Schichten, jeder kann es zu etwas bringen - durch Leistung, durch Einsatz, durch Disziplin. Weiter, geht es den Mitgliedern doch gut, es wird gemeinsam erobert und verteidigt, für einen akzeptablen Lebensstandard ist gesorgt - ohne all' die destruktiven Elemente der verstrahlten Erde. Freilich gibt es Punkte, die ich im realen Leben verneinen würde - doch wir leben ja nicht in der Welt von Fallout. Zum verbrannten Legaten: Abschreckung, spielt in solch' einer Zeit wohl eine große Rolle - Caesar will vor seinen Soldaten nicht verweichlicht und unentschlossen wirken, er greift mit aller Härte durch, hält sich damit an der Macht und die Gemeinschaft am Leben. Zum Versklaven und Auslöschen: Ja, die Legion hat die Raiders vernichtet - ist das so schlecht? Also müsste ich mich entscheiden, zwischen einer kultivierten Gemeinschaft, die ihr Bestehen in solch' einer grausamen Welt mit Bravour meistert - und den primitiven, barbarischen Raiders, die ohne Sinn und Verstand rauben und morden - so entscheide ich mich doch ohne mit der Wimper zu zucken für Caesar's Legion. Es gibt in der Welt von Fallout wie gesagt so viele schädliche Elemente - wie soll ein Wiederaufbau der Zivilisation denn funktionieren, wie will man die Ordnung wieder herstellen, wenn man jederzeit von kriminellen Banden, wilden Ghulen und Supermutanten umgeben und bedroht ist?
Zur Menschheitsgeschichte noch mal ein Zitat:
"Die Republik hatte die zweifelhafte Ehre, von Caesar als würdiger Gegner anerkannt zu werden. Er sieht seine Kampagne gegen die RNK, ähnlich wie die seines Namensvettern Julius Caesar, der schließlich die Macht ergriff - nach der Überquerung des Flusses Rubicon und der Eroberung Roms. Er übernahm die Kontrolle der Republik, nach Jahren des Krieges gegen die Stämme von Gallien, mehr als 2000 Jahre zuvor."
Was macht die RNK denn gut (moralisch)? Du hast sie nicht als "gut" bezeichnet, ja, viele sehen sie jedoch als Gegenstück, als die gute Alternative.
Sie gehen ebenso radikal vor und schrecken definitiv auch nicht davor zurück, ihre "Feinde" und bzw. sprich Menschen mit einer anderen Überzeugung auszulöschen. Ihre politischen Ansichten und ihre Ziele unterscheiden sich nicht großartig von denen, welche die Regierungen vor der Apokalypse inne hatten. Doch genau die Machthaber von damals, haben die Welt letztendlich doch in den Abgrund gestürzt. Die Legion lehnt das alte System ab, sie lehnen ebenso die Vorkriegstechnik zum größten Teil ab, anbei noch ein Zitat:
"Caesar glaubt felsenfest daran, dass das Vertrauen an die Technologie die Menschen schwächt und dass sie der Menschheit den ersten Atomkrieg beschert hat."
Völlig positiv, vorbildlich und klug!
Von Mr. House will ich garnicht erst sprechen, denn der ist wohl, was seine Mittel und Ziele angeht, noch skrupelloser (oder wenigstens genauso skrupellos) als die Legion. Was für Optionen habe ich sonst? Den Ja-Sager? Nein, wie egoistisch. Da liegt mir an der Legion doch viel mehr, ich tue schließlich etwas für die Gemeinschaft und bin von Menschen umgeben, welche die gleichen edlen Ziele verfolgen - eben die selben Werte inne haben, wie ich auch.

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Legion Caesar - Diskussion
















