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27.05.2012 17:14
#41
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Wächterin der Verwirrten
„Auf unsere äußerst vielfältige und dennoch im Ziel, zu überleben, geeinte Runde! Möge die Brut in ihren Löchern verrotten und ein jeder von uns sein Heil finden!“
Vitus schnaubte verächtlich, warf einen Blick auf die Person, die ihn ohne weiteres der dunklen Brut zum Fraß vorwerfen würde. Allerdings schätzte er die, wenn vermutlich auch nicht ganz so selbstlose Geste des Händlers. Er hatte sich dafür sicherlich ein Bein abbrechen müssen, aber es war ein Zeichen des guten Willens, diese Gruppe zumindest intakt zu halten, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Er konnte damit leben, und auch wenn sie sicherlich noch einige Male aneinandergeraten würden, so war er selbst wenigstens nun eher bereit einen Schritt auf den Händler zuzukommen, sofern sich die nächste Gelegenheit bot.
Vielleicht würde er drauf verzichten, bei Gefahr den Karren anzuzünden.
Sein Blick fiel auf sein persönliches Sorgenkind der Gruppe.
Merdicus schürte Misstrauen und Furcht in den Begleitern. Etwas, was in ihrer momentanen Situation zu groben Fehlern führen konnte und zu einem nicht sehr glücklichen Ende. Er sollte Nägeln mit Köpfen machen, das Problem so schnell wie möglich aus der Welt räumen.
Der Kommandant warf einen Blick auf seine Begleiter, dann auf die Magierin, die sich ihm mit einem breiten Grinsen zugewandt hatte. Er selbst hatte noch keinen Schluck getrunken, schnupperte unauffällig an dem Getränk in seiner Hand, runzelte dann die Stirn.
Sah so aus, als wäre die Frau auch keinen Alkohol gewöhnt. Zwar waren solche Getränke im Zirkel verboten, aber nicht einmal die Templer hielten sich an die Regelung und es war allgemein bekannt, dass Magier aus unbekannten Quellen – manchmal selbst gebraut – an Wein und ähnliches kamen. In einigen Zirkeln wurden sogar kleine Gärten angelegt, um die sich die Magier kümmerten. Dort wurden nicht nur Elfenwurzeln angepflanzt, sondern auch manchmal Beeren und Weinreben.
„Abenteuer?“, fragte er letztendlich, warf erneut einen Blick in die Runde. „Tut mir Leid, ich bin ein Templer, der nie weit innerhalb von Ferelden gereist war. Abenteuer gibt es keine zu erzählen.“
Die Magierin schien ob seiner Antwort enttäuscht.
„Ich denke eher, dass unser geehrter Herr Kabron viele Geschichten zu erzählen hat. Wer weiß, welche interessante Geschichte sich hinter jedem Eurer Warenstücke verbirgt? Oder unser Templer hier“, meinte Vitus nun an den Jüngeren gewandt. „So voller Zorn und voller Hass gegenüber Magiern, dennoch so herzerwärmend zu alten Männern und Frauen mit Kindern.“
Der Templer sah auf.
„Und so bereit einem anderen Templer das Schwert in den Rücken zurammen. Werter Merdicus, erzählt mir, welche Gespinste spielen sich in Eurem Kopf ab? Unter welch magischen Einfluss stehe ich Eurer Meinung nach?“
Vitus hatte in Aoenar nicht nur mit Verrätern in den eigenen Reihen oder mit den gefährlichsten Magiern von Thedas zu tun, oft genug hatte er verblendete Templer inhaftiert. Templer, deren Furcht vor der Magie sie zu Gräueltaten und in den Wahnsinn trieb.
Merdicus hatte die gleichen Augen.
Augen eines Mannes, der die Magie zu sehr fürchtete und damit eine Bedrohung darstellte.
„Lasst uns die Karten offen auf den Tisch legen, welche Unruhe sät Ihr in unseren Reihen? Weshalb schürt Ihr Misstrauen in unserer Gruppe? Intrigen und Furcht voreinander bringen uns keinen Vorteil im Kampf gegen die dunkle Brut.“
Der Mann verabscheute ihn und macht kein Geheimnis daraus. Seine Blicke sprachen Bände, wann immer er die Magierin oder ihn ansah.
Unabhängig von Merdicus Respekt vor dem alten Tattergreis, ungeachtet seiner Anweisungen an sie beide ihn nach Redcliff zu bringen, weil er irgendein Omen gesehen hatte – für Vitus war der andere Templer eine Bürde, die er nicht bereit war zu schultern. Eine Gefahr, die wenn nötig von vornherein ausgelöscht werden müsste.
Er holte sein Zweihänder raus und rammte es in die weiche Erde, genug Abstand, um anzudeuten, dass er nicht kämpfen wollte, aber nicht so weit, dass er ohne Weiteres danach greifen konnte. Bedacht faltete er die Hände in seinem Schoß.
„Seid Ihr mit mir oder gegen mich? Eure Entscheidung.“
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01.06.2012 00:54
#42
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Mythos
Was redete der Händler weiter auf ihn ein? Merdicus verdrehte die Augen, versuchte ihn zu überhören und hoffte, dass er bald verschwand. Seine Verkaufsstrategien konnte er bei ihm lassen. Sollten er oder seine Schützlinge etwas benötigen, würde er sich schon melden. Als der Kerl sich endlich abwendete, nickte der Templer ihm höflich zu, als würde er sich seine Worte durch den Kopf gehen lassen. Dabei hatte er sie erfolgreich ignoriert. Der Händler war gerade außer Hörrreichweite, als er an den Karren trat.
„Solltet ihr etwas brauchen, wendet euch an mich. Ich bezahle es gern für euch. Aber geht nicht auf den Händler ein. Wie ihr sicher bemerkt habt, ist er ein fieser Abzocker und seine freundliche Art nur gespielt.“
trichterte er vor allem der Frau an, der Priester war sicher nicht so naiv, dem Händler seine Scharade abzukaufen. Bis jetzt, wo sie am Lagerfeuer saßen, hatte der Händler sich zurück gehalten. Als die Flasche herum gereicht wurde, verzichtete Merdicus bewusst auf das Gesöff und blieb bei seinem Wasser. Zum einen weil er in dieser Lage lieber auf Alkohol verzichten wollte, zum anderen, um dem Händler unterschwellig zu zeigen, was er von ihm hielt. Diese unhöfliche Geste, würde man ihm sicher verzeihen, da er sich erklärte. Auf den leckeren Hasen verzichtete er allerdings nicht und nahm die Schüssel dankbar entgegen.
Als Vitus ihn inmitten dieser so besinnlichen Runde offen ansprach, zuckte Merdicus leicht zusammen. Er spürte, wie sich nun alle Augen auf ihn richteten. Dann rammte er ein Schwert völlig unnötig in den Boden.
„Steckt das Ding wieder weg.“
sagte er im Sitzen. Er hatte nicht vor, die Runde in unnötige Spannungen zu versetzen. So blieb er ruhig und gelassen.
„Ich stehe vor allem hinter dem ehrwürdigen Tatius Esporia. Der uns befahl, gemeinsam nach Redcliff zu reisen. Das heißt ich habe nicht vor, diese Gruppe zu verlassen. Und solange ich keinen Grund dafür bekomme, werde ich auch niemandem mein Schwert in den Rücken rammen.“
Mit einem eindeutigen Blick auf die Hexe Payne, sprach er weiter
„Ich bin nur vorsichtig. Wie wir alle hier. Das verübelt ihr mir doch sicher nicht, werter Vitus? Aber sagt mir, warum erlaubt ihr der Hex....Magierin, mit reinem Lyrium zu hantieren? Ist es nicht Eure Pflicht, sie dafür zumindest in Ketten zu legen? Ich zumindest nehme meine Pflicht ernst und halte mich an den Kodex der Templer.“
Er achtete darauf, dass alle seinen Worten lauschten.
„Es ist schon erstaunlich, wie schnell ihr Vertrauen zu einer Magierin gefasst habt, die Ihr nicht kennt. Wer sagt uns, dass sie keine Blutmagierin ist? Oder eine der gefürchteten Hexen der Wildnis? Kabron hier mag ein überaufdringlicher Händler sein. Aber er hat nichts verbotenes oder schlimmes getan. Ihm vertraue ich, wenn es nicht gerade ums Feilschen geht. Diese Magierin hier hingegen hat das Gesetzt vor den Augen von Templern gebrochen. Ich muss tolerieren, dass sie weiterhin frei herum läuft. Aber ich werde nicht blind sein.“
An Kabron gerichtet fragte er in freundlichem Ton.
„Ihr habt doch sicher ein Hanfseil? Ich frage nur, für den Fall. Selbstverständlich würde ich es bezahlen.“
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04.06.2012 16:21
#43
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Mythos
Da kann die gemütliche Runde ja losgehen, dachte Kabron bei sich. Die Magierin hatte vorgeschlagen, dass Vitus eine Geschichte erzählen sollte.
„Ich denke eher, dass unser geehrter Herr Kabron viele Geschichten zu erzählen hat. Wer weiß, welche interessante Geschichte sich hinter jedem Eurer Warenstücke verbirgt?“
Kabron machte große Augen. Er setzte schon zu einer schlagfertigen – und überaus langen – Antwort an, da fuhr der Kommandant schon fort: „Oder unser Templer hier, so voller Zorn und voller Hass gegenüber Magiern, dennoch so herzerwärmend zu alten Männern und Frauen mit Kindern.“
Kabron grinste innerlich. Der Kommandant steckte sein Schwert weg und forderte von Merdicus eine Stellungnahme zu seiner paranoiden Art. Kabron war ganz Ohr, der Schwachmatentempler hatte wahrscheinlich schlechte Erfahrungen gemacht und war deshalb übervorsichtig. Ode rirgendeine tragische Familiengeschichte. Der Händler hatte selbstverständlich bemerkt, dass Merdicus den Wein nicht angerührt hatte. Die Magierin dagegen war wohl schon beim ersten Schluck betrunken.
Merdicus hatte seine Verteidigungsrede begonnen:
„Ich stehe vor allem hinter dem ehrwürdigen Tatius Esporia. Der uns befahl, gemeinsam nach Redcliff zu reisen. Das heißt ich habe nicht vor, diese Gruppe zu verlassen. Und solange ich keinen Grund dafür bekomme, werde ich auch niemandem mein Schwert in den Rücken rammen.“
Soso, wirst du das nicht. Dafür guckst du aber immer sehr aggressiv in meine Richtung und meinst ich merke es nicht. Mit einem schnellen Blick über die Schulter versicherte sich Kabron, dass die beiden Wächter abseits an seinen Karren gelehnt saßen und aufmerksam zum Feuer hinübersahen. Merdicus würde zumindest ihn nicht einfach so kriegen, nicht bei dder Bezahlung, der Kabron seinen Wächtern versprochen hatte.
„Kabron hier mag ein überaufdringlicher Händler sein. Aber er hat nichts verbotenes oder schlimmes getan. Ihm vertraue ich, wenn es nicht gerade ums Feilschen geht. Diese Magierin hier hingegen hat das Gesetzt vor den Augen von Templern gebrochen. Ich muss tolerieren, dass sie weiterhin frei herum läuft. Aber ich werde nicht blind sein. Ihr habt doch sicher ein Hanfseil? Ich frage nur, für den Fall. Selbstverständlich würde ich es bezahlen,“ sprach Merdicus nun direkt Kabron an, der den Blick auf ihn richtete und ein freundliches (diesmal sogar halbwegs ehrliches) Lächeln aufsetzte.
Er wusste, dass in dieser Lage es unklug sein würde, seinem Geschäftssinn Vorrang zu geben – hier war ein ernstes Gespräch im Gange und Kabron würde diese Stimmung nicht stören wollen – nicht wenn er hier einige Sachen klarstellen konnte.
„Selbstverständlich habe ich ein Hanfseil,“ antwortete Kabron, sprang geradezu auf und eilte zum Karren. Zwei gezielte Handgriffe und er hatte das Seil in der Hand, säuberlich aufgerollt und mit einer dünnen Schlaufe gebunden. Er kehrte umgehend zum Feuer zurück, stellte sich direkt vor Merdicus und gab ihm das Seil in die Hand. Ohne das Geld einzuforder drehte er ihm den Rücken zu und kehrte zu seinem Platz zurück, indes er begann zu sprechen:
„Wie der ehrenwerte Kommandant vorhin vorschlug, könnte ich euch allen die Geschichte dieses Hanfseiles erzählen. Ich habe es von einem Reependreher aus dem Norden Fereldens. Aber ich befürchte, die Einzelheiten würden euch langweilen – daher nur soviel: Der Reependreher lebt und dreht weiter seine Seile und hat durch die Kühe, die ich ihm verkauft habe, eine gute Landwirtschaft aufbauen können.“ Er ließ sich auf seinem Platz nieder und warf dem Kommandanten einen Blick zu, nicht streng, nicht mahnen, vollkommen neutral. „Seien wir offen, wenn es schon zu einer solchen Krisensitzung kommt. Ich falle niemandem in den Rücken, der mir und meinen Waren nichts tut. Mich als einen Verbrecher und Dieb hinzustellen schädigt unter Umständen meinen Ruf, aber in diesem Wald hier kann mir das egall sein. Kommandant, Ihr habt meinen Respekt ob Eurer Führungsfähigkeit und ich kritisiere nicht an Euch herum, da ich davon nicht viel verstehe. Ich wüsste es zu schätzen, wenn ihr mein Teritorium ebensolchem respekt zollen würdet, wie es verdient.“ Er wandte sich nochmals an Merdicus. „Ich will niemandem hier schaden, im Gegenteil. Ich habe die Mittel allen hier Anwesenden zu helfen,“ Er nickte Payne kurz zu. „Aber es ist nun einmal so, dass Waren etwas kosten, daran wird sich jetzt und in Zukunft nichts ändern. Ich wäre blöd, alles zu verschenken, ebenso wie ihr blöd wärt, bei einer Maga davon auszugehen, dass sie sichlich nur Blumen pflücken möchte und deshalb außerhalb des Zirkels reist.“
Damit hob Kabron seinen Löffen an den Mund und begann seinen Hasen zu verzehren. „Sonst noch Unklarheiten?“ fragte er in die Runde und sagte an den Templer gewandt: "5 Silberlinge".
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06.06.2012 09:19
#44
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Columna
Payne, war leicht enttäuscht darüber, dass der Herr Vitus keine Geschichte zu erzählen hatte, deswegen wandte sie sich dem Händler zu. Als dieser allerdings nicht mit einer Geschichte begann, blickte sie sich verwirrt um. Durch den Alkohol, den sie nicht gewohnt war, wurde ihr Reaktionsvermögen ein wenig getrübt. Betrunken war sie nicht, oh nein! Sie hatte schon genug Betrunkene gesehen, auch Magier und Templer. Bisher hatte sie den Alkohol auch gemieden, nur diesmal nicht. Sie fühlte sich, als wäre sie in Watte gepackt, nur gedämpft drangen die Stimmen in ihr Ohr. So brauchte sie auch ein wenig, bis sie realisierte, dass ein Streitgespräch zwischen dem Herrn Vitus und dem jüngeren Templer, dessen Namen sie noch nicht kannte, entbrannt war.
Payne sah, wie der ältere Kommandant sein Schwert zog, es prüfend anschaute und es dann in einiger Entfernung in den Boden rammte.
„Seid Ihr mit mir oder gegen mich? Eure Entscheidung.“ Dies waren seine Worte an den jüngeren Templer. Payne blickte gespannt zu ihm und wartete auf dessen Antwort.
Dieser ließ nicht lange auf eine Antwort warten: „Ich stehe vor allem hinter dem ehrwürdigen Tatius Esporia. Der uns befahl, gemeinsam nach Redcliff zu reisen. Das heißt ich habe nicht vor, diese Gruppe zu verlassen. Und solange ich keinen Grund dafür bekomme, werde ich auch niemandem mein Schwert in den Rücken rammen.“ Dann blickte er zu Payne. Diese sog scharf die Luft ein. Ihre Gedanken begannen zu rasen. „Ich bin nur vorsichtig. Wie wir alle hier. Das verübelt ihr mir doch sicher nicht, werter Vitus? Aber sagt mir, warum erlaubt ihr der Hex....Magierin, mit reinem Lyrium zu hantieren? Ist es nicht Eure Pflicht, sie dafür zumindest in Ketten zu legen? Ich zumindest nehme meine Pflicht ernst und halte mich an den Kodex der Templer.“
„Ich bin…“ begann sie flüsternd, dann brach sie ab, da der jüngere Templer noch weiter sprach. Er wollte noch wissen, warum der Kommandant so schnell Vertrauen in sie gesetzt hatte. Sie erbleichte, als er sie noch der Blutmagie bezichtigte und sagte, sie hätte das Gesetz gebrochen, indem sie vor aller Augen die Lyriumtränke zubereitet hatte. Abschließend wandte er sich an den Händler und fragte nach einem Hanfseil.
Dieser versicherte eilends, dass er tatsächlich ein Solches habe und sprang zu seinem Karren. Als er es dem jüngeren Templer mit einer angedeuteten Verbeugung reichte, lief sie rot an. Ihr wurde heiß und kalt abwechselnd, dann gewann der Zorn überhand. Payne bekam nicht mehr mit, wie der Händler erwähnte, dass er zu dem Hanfseil eine Geschichte zu erzählen hätte. Das Blut rann ihr heiß durch die Ader und dröhnte laut in ihren Ohren. Sie sprang auf und sprach zornentbrannt zu dem jungen Templer:
„Ihr wagt es nicht, Hand an mich zu legen! Weder bin ich eine Hexe noch Blutmagierin! Das ist verabscheuungswürdig! Und falls Ihr es noch nicht mitbekommen habt: Wir befinden uns in Kriegszeiten und in diesen gelten andere Regelungen. Da muss es gewährleistet sein, dass wir Magier und ihr Templer jederzeit auf Lyrium zugreifen können! Oder wollt Ihr es leugnen, dass auch Ihr Lyrium benötigt?“
Als alle sie erschrocken ob ihrer Reaktion anblickten, wurde sie sich der Tragweite bewusst. Sie hatte eine Grenze überschritten, indem sie dem Templer Widerworte gegeben hatte. Hatte sie nun ihr Leben verwirkt? Nun, ihr war es gleich. Erhobenen Hauptes blickte sie ihre Begleiter herausfordernd an.
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08.06.2012 23:16
#45
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Wächterin der Verwirrten
Vitus hörte sich ruhig die Worte der anderen an, ignorierte den Seitenhieb des Händlers. Er hatte nichts dagegen, dass der Mann von Toten stahl, er hatte etwas dagegen, dass er hilflosen Menschen mit überwucherten Preisen die letzte Habe aus den Taschen stehlen wollte, auch wenn der Preis für das Seil durchaus human war, so dachte der Kommandant nüchtern.
Noch bevor er zu einer Antwort ansetzen konnte, fuhr ihm jedoch die Magierin plötzlich dazwischen und reflexartig griff er mit einer Hand nach ihrer Robe und hielt sie auf Abstand zu dem anderen Templer, was sie in ihrer wutentbrannten Rede allerdings nicht zu bemerken schien. Auch hatte seine andere Hand sofort nach dem Schwert gegriffen – wütende Magier waren schon immer unvorhersehbar gewesen. Doch die Magierin hielt nach ihrem Ausbruch überrascht inne, presste jedoch fest die Lippen aufeinander und reckte das Kinn herausfordernd hervor.
Vermutlich der passende Moment einzuschreiten, vermutete der Kommandant, als er die Reaktionen des Händlers und des Templers bemerkte. Er ließ von der Robe der Frau ab und legte stattdessen im Aufstehen die Hand auf ihre Schulter, drückte sie sachte zurück in eine sitzende Position, der sie sich zwar widerwillig, aber dennoch umgehend fügte.
„Ich vertraue dieser Magierin nicht“, erklärte Vitus offen an den Jüngeren gewandt. „Ich vertraue mir und meinen eigenen Fähigkeiten.“ Er überließ es den Dickkopf, herauszufinden, von welchen Fähigkeiten er sprach. „Was das Lyrium angeht“, ein sarkastisches Lächeln zog sich über seine schmalen Lippen. „So werden wir früher oder später auf ihre Hilfe als Heilerin angewiesen sein. Ob es Euch gefällt oder nicht. Ob sie zum Blümchenpflücken unterwegs war?“ Seine Augen richteten sich für einen kurzen Moment auf den Händler. „Vermutlich nicht. Ob sie Blutmagie verwendet?“ Er spürte, wie sich die Schulter unter seiner Hand anspannte. „Das wird die Zeit uns zeigen.“
Vitus war sich sicher, dass Merdicus sicherlich nicht glücklich mit dieser Antwort war. „Ihr fürchtet, was ihr nicht sehen könnt. Ihr versteckt es hinter dem Begriff Vorsicht. In Wirklichkeit regiert Furcht in Euch. Ich sag es Euch hiermit deutlich: Unterlasst eure Versuche Misstrauen in dieser Gruppe zu schüren. Ansonsten kann Euch auch der ehrenwerte Esporia nicht schützen. Und das könnt ihr als Drohung auffassen. – Und Ihr,“ wandte er sich unverzüglich weiterhin ruhig, an die Magierin, „habt nicht zu bestimmen, welche Regeln gelten oder nicht. Ihr untersteht weiterhin den Gesetzen der Kirche. Und ihr habt offiziell meine Erlaubnis Tränke aus Lyrium herzustellen. Unter Aufsicht“, fügte er nach einem kurzen Moment an, um dem Hitzkopf ein wenig entgegen zukommen.
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12.06.2012 15:18
#46
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Mythos

Eigentlich hatte Merdicus sich nur erkundigen wollen. Er hätte wissen müssen, dass Kabrons Geschäftssinn umgehend anschlug und dieser sofort mit einem Hanfseil angerannt kam. Um die Sache nicht komplizierter zu machen und auch noch den Händler gegen sich aufzubringen, bezahlte er ihm kurzerhand die Silberlinge. Immerhin ein fairer Preis. Überrascht zog er die Brauen hoch, als er ihn hörte.
„Hier habt Ihr Euer Geld. Verzeiht meine ehrlichen Worte, aber ich denke, Ihr haltet sie aus.“
sagte er schon fast sanft. Äußerlich war er bei seiner Ansprache ruhig geblieben, doch innerlich hatte er sich beinah in Rage geredet. Kabron vertraute er, ihn wollte er nicht mehr verärgern, als es nötig war. Solange er nur seine geldgierigen Finger von der Frau und dem Priester lies und ihnen nicht irgendwelchen Plunder aufschwatzte, würde er mit ihm auskommen.
Im Gegensatz zu ihm, konnte die Hexe nicht an sich halten. Wütend stellte sie sich seinen Worten entgegen, statt ruhig und sachlich zu bleiben wie er. Damit erreichte sie bei Merdicus jedoch nur, dass sie seine Meinung über sie bestätigte. Wenn sie keine wilde Hexe war, war sie zumindest eine Magierin, die im Zirkel nicht gelernt hatte, ihre Wut zu kontrollieren. So jemand war ein leichtes Opfer für Dämonen des Nichts, hatte er gelernt.
„Aber, aber...“
Er erhob sich nun ebenfalls und überragte Payne. In seiner Rüstung wirkte er vielleicht bedrohlich auf sie, aber das war ihm egal. Umso besser.
„Könnt Ihr Euren Zorn nicht bei euch behalten? Seid ihr so impulsiv?“
Er lächelte spöttisch und legte sich im Geiste einen Bannzauber bereit, sollte er nun ebenfalls eine Grenze überschreiten. Er ging das Risiko bewusst ein. Payne musste sich vor ihm beweisen, dann würde er sich eingestehen, dass er sich ein falsches Bild von ihr gemacht hatte. Im Moment festigte sie dieses aber.
„Habt Ihr das Ritual der Läuterung überhaupt schon hinter euch? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr einem Dämon widerstehen könnt. Eure Emotionen solltet Ihr in den Griff bekommen, egal was Ihr über mich denkt.“
Bevor Payne reagieren konnte, drückte Vitus sie zurück. Offenbar versuchte er, sie zu beruhigen und das Schlimmste zu verhindern. Merdicus hätte dennoch gern eine Auskunft gehabt. Nun, er lies der Hexe die Zeit, sich zu beruhigen und hörte dem Kommandanten zu. Während er über seine Worte grübelte, setzte er sich ebenfalls wieder. Die harten Worte berührten ihn nicht, zumindest lies er sich davon nichts anmerken. Als Vitus ihm offen drohte, zuckte sogar kurz ein Grinsen über seinen Mund.
„Ich schüre kein Misstrauen. Ihr habt mich gefragt, ich habe geantwortet. War es nicht das, was Ihr wolltet? Tut und sagt, was Ihr wollt. Aber ich bleibe bei meiner Meinung. Niemanden habe ich dazu angestiftet, Eure Payne zu erdolchen oder aus der Gruppe auszustoßen. Reine Wachsamkeit wird sie nicht verletzen, denke ich.“
Dabei warf er ihr einen abschätzigen Blick zu, als wäre er sich da selbst nicht so sicher.
„Wenn Ihr auf sie Acht gebt, bitte. Vielleicht werden wir ihre Tränke später wirklich benötigen, vielleicht werde ich ihr Lyrium später benötigen. Da hat die Magierin recht. Ich werde ihr wie gesagt nichts tun, solange sie mir keinen Grund dafür gibt. Das sei Euch versprochen.“
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12.06.2012 18:41
#47
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El Ángel De La Noche

Mit geschlossenen Augen hörte Esporia dem Treiben zu. Den kleinen Überfall der Brut hatte die Gruppe akzeptabel und ohne Verluste gelöst.
„Seid Ihr mit mir oder gegen mich? Eure Entscheidung.“
Templer! Typisch. Kein Wunder das die Kirche Sucher brauchte um diese Bande zu kontrollieren. Gerade bei einer militärischen Einehit wie den Templern war Hierarchie wichtig, von daher hatte er nicht vor einzuschreiten.
Der Schatten seines Namens war lang und im Laufe der Jahre wurde er länger und länger. Was für einen Unsinn über ihn erzählt wurde, es war abenteuerlich. Entweder wurde er gefürchtet, verachtet oder verehrt, das alles war ihm ja so zu wider. Aber natürlich war sein Ruf auch nützlich und er würde ihn konsequent einsetzen.
Eher gelangweilt verfolgte er das weitere Treiben und ließ seine Gedanken schweifen. Wirklich schade, dass er nicht auf die besonderen Fähigkeiten der Sucher zurückgreifen konnte. Aber in seinem hohen Alter reichte seine körperliche Verfassung dafür nicht mehr aus. Aber auf seine Augen und seinen Verstand konnte er sich immer noch verlassen.
Er spürte es, sah es ihr an, der abwesende Blick, das Zittern, der Geruch, der Junge der panisch zu seiner Mutter sah, der Schmerz in ihrem Blick, sie war verdorben vom Blut der dunklen Brut, verloren ohne jeden Zweifel.
Er atmete einmal tief durch und wandte sich Elora zu und nahm ihre Hand. „Andraste wartet auf dich. Sag nichts, ich kümmere mich um ihn.“ Das ging ihm leicht über die Lippen und war auch ehrlich gemeint. Natürlich nur soweit es sein Auftrag zuließ. Er würde alles und jeden opfern wenn es seinem Auftrag entgegenlief. So hatte er es immer gehalten.
„Payne“ rief er nach der Magierin, die sich erschrocken und ein wenig panisch nach ihm umdrehte. Ja, ich kenne deinen Namen, ich bin alt, aber nicht taub. „Nehmt den Jungen und geht mit ihm zum Fluß. „Merdicus, ihr begleitet und beschützt die beiden.“
„Händler Kabron! Würdet ihr bitte eure Männer anweisen Holz für ein Totenfeuer vorzubereiten und das Lager für den Aufbruch vorzubereiten!“ Den Charakter des Händlers konnte er lesen und es war klar, dass er für Geld alles tun würde. „Keine Sorge die Kirche wird für eure Unkosten aufkommen.“
„Kommandant Vitus, tut eure Pflicht“
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16.06.2012 12:32
#48
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Mythos
Kabron:

„Hier habt Ihr Euer Geld. Verzeiht meine ehrlichen Worte, aber ich denke, Ihr haltet sie aus.“
Merdicus drückte ihm die Silberlinge in die Hand, doch auf einmal sprang die Maga auf, ganz ofensichtlich wütend darüber, wie man hier über sie redete. Während Vitus und Merdicus diskutierten, Merdicus seine Vorsicht verteidigte und die Maga die Erlaubnis bekam, Tränke herzustellen, konzentrierte Kabron sich zum einen auf seinen Karren – nicht, dass jemand so blöd wäre und diese Gelenheit nutzen würde, ihm etwas zu klauen! - und zum anderen auf die Frau, ihren Sohn und den senilen Sucherpriester oder was immer er war.
Der sah sich ebenso wachsam um wie Kabron, vielleicht hatte er ja gerade einen seiner helleren Momente.
„Andraste wartet auf dich. Sag nichts, ich kümmere mich um ihn,“ hörte Kabron ihn zu der Frau sagen.
Hoppla! Das ging aber schnell. Ich hätte fast gewettet, dass der Alte eher abkratzt als sie...
Da erteilte der Opa auch schon Anweisungen: Die Maga sollte mit Merdicus und dem Jungen zum Fluß. Fabelhafte Idee. Mal sehen, wessen Überreste wir nachher aufkehren dürfen...
„Händler Kabron! Würdet ihr bitte eure Männer anweisen Holz für ein Totenfeuer vorzubereiten und das Lager für den Aufbruch vorzubereiten! Keine Sorge die Kirche wird für eure Unkosten aufkommen.“
Das war Musik in Kabrons Ohren. Dienstbeflissen sprang er auf als hätte er sich eine Feder unter den Hintern geschnallt, eilte zu den Wächtern und wies sie an: „Ihr habt den ehrwürdigen Op-- Sucher gehört! Kümmert euch um das Holz für das Feuer!“ Die beiden bulligen Wächter nickten und gingen in unterschiedliche Richtungen zwischen die Bäume davon. Kabron stürzte sich wie ein Falke auf seinen Wagen, er wusste ganz genau, wo sich ein kleines Fläschchen mit einem Brennbeschleuniger befand, den er freundlicherweise aus einer Schmiede in Honnleath hatte mitgehen lassen – die toten Besitzer, von der Brut zerfetzt, konnten damit ohnehin nichts mehr anfangen.
Der Gedanke an Honnleath ließ ihn eine Gänsehaut spüren, Übelkeit wallte in ihm auf, als er an die hunderten und aberhunderten toten Leiber dachte, sie förmlich vor sich sah. Seine Hand krallte sich in die Kante den Karrens und ein Holzsplitter bohrte sich in seine Handfläche. Er konnte nicht verhindern, dass das Bild seines kleinen Bruders vor ihm auftauchte.
Doch das bewirte, entgegen der Vermutung jedes normalen Menschen, keine Trauer bei Kabron. Im Gegenteil, auf einmal brodelte eine Wut in ihm, die er sich nicht erklären konnte, und mit einem Ruck riss er die Hand von seinem Karren, wühlte mit dem linken Arm durch die Bündel und hatte innerhalb von Augenblicken das Fläschchen in der Hand.
Er war nicht weiter als ein untauglicher, dummer Narr! Er hat sich auf andere verlassen – wie kann man nur so idiotisch sein!
Kabron holte tief Luft, bemüht unauffällig zu bleiben. Über die Schulter sah er sich um, doch anscheinend hatte keiner sein Reaktionen mitbekommen. Er zupfte den Holzsplitter aus seiner Handfläche und reinigte mit einem weißen Leinenlappen und etwas Wasser die kleine Wunde.
Er würde diesen Fehler ganz sicher nicht machen!
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18.06.2012 09:19
#49
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Columna
Paynes Herz schlug ihr bis zum Halse, als der junge Templer sich drohend vor ihr aufbaute. Sie schluckte schwer. Verzweifelt versuchte sie sich an einen Schutzzauber zu erinnern, sollte der junge Templer sie nun angreifen.
„Könnt Ihr Euren Zorn nicht bei Euch behalten? Seid Ihr so impulsiv?“, fragte der junge Templer mit einem spöttischen Grinsen.
Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Wie hatte sie ihm, einem Templer, Widerworte geben können? War sie nun verrückt geworden? Eine Erwiderung wollte ihr nicht einfallen, doch da spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter, die sie sanft zu Boden drückte.
Der Kommandant Vitus erklärte offen, dass er ihr nicht traute. Doch das war Payne schon von vornherein bewusst gewesen. Jeder, der einem Magier vertraute, musste dem Wahnsinn anheimgefallen sein. Doch das auch er den Verdacht hatte, sie könne Blutmagie nutzen, verletzte sie.
„Ihr fürchtet, was ihr nicht sehen könnt. Ihr versteckt es hinter dem Begriff Vorsicht. In Wirklichkeit regiert Furcht in Euch. Ich sag es Euch hiermit deutlich: Unterlasst eure Versuche Misstrauen in dieser Gruppe zu schüren. Ansonsten kann Euch auch der ehrenwerte Esporia nicht schützen. Und das könnt ihr als Drohung auffassen. – Und Ihr", wandte der Kommandant sich unverzüglich an Payne „habt nicht zu bestimmen, welche Regeln gelten oder nicht. Ihr untersteht weiterhin den Gesetzen der Kirche. Und Ihr habt offiziell meine Erlaubnis Tränke aus Lyrium herzustellen. Unter Aufsicht“, fügte er nach einem kurzen Moment an.
Payne zuckte schuldbewusst zusammen und senkte den Blick. Er hatte Recht, sie hatte ihre Grenzen überschritten und nachlässig Tränke gebraut.
Als sie plötzlich den alten Mann, der sich als der große Sucher Esporia vorgestellt hatte, ihren Namen rufen hörte, erschrak sie heftig und blickte panisch zu ihm. Nun hatte ihre letzte Stunde geschlagen, dessen war sie sicher. In Erwartung eines schnellen Todes schloss sie die Augen, die sie jedoch gleich wieder erstaunt aufriss, als der Todesschlag ausblieb.
„Ja, ich kenne deinen Namen, ich bin alt, aber nicht taub. Nehmt den Jungen und geht mit ihm zum Fluss. Merdicus, Ihr begleitet und beschützt die Beiden.“ Wie durch einen Nebel bekam sie noch mit, dass er den Herrn Kabron und dessen Wachen anwies, Holz für ein Totenfeuer aufzuschichten.
Payne sprang eilig in die Höhe, schnappte den Jungen am Arm und lief mit ihm hinab zum Fluss. Dort lief sie noch einige Schritte weiter, bis sie sicher sein konnte, dass er nun nichts mehr mitbekommen würde, was oben geschah. Sie nahm den verängstigten Jungen in die Arme, strich ihm beruhigend über den Kopf und flüsterte ihm unsinnige Worte zu. Dem jungen Templer Merdicus schenkte sie keinen einzigen Blick.
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20.06.2012 16:50
#50
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Wächterin der Verwirrten
Für einen kurzen Moment war Vitus von den Begebenheiten um ihn herum verwirrt. Der alte Tattergreis verlangte nach seinen Fähigkeiten und die Magierin flüchtete mit dem Jungen von dannen, verfolgt von dem jüngeren Templer und die beiden bulligen Begleiter des Händlers wuselten umher, um Feuerholz zusammeln.
Vitus verdrehte die Augen.
Ein Feuer mitten in der Nacht. Die Brut in Ostagar würde das Feuer noch sehen und innerhalb kurzer Zeit angeschaufelt kommen, aber er zuckte lediglich mit den Schultern.
Was der Herr wollte, das bekam er offensichtlich.
Ohne lange zu fackeln, holte er seinen Dolch hervor, betrachtet für einen kurzen Moment die Inschrift, bevor er in einer schnellen Bewegung den Hals der Frau aufschlitzte, das Blut mit seinem Armschutz daran hinderte, in sein Gesicht zu spritzen.
Kurz und schmerzlos.
Er reinigte den Dolch am Gras, steckte ihn dann wieder ein.
„Kabron. Habt ihr vielleicht noch ein von Leichen gestohlenes Tuch, das ihr für eine horrende Summe, die offensichtlich die Kirche übernimmt, verkaufen wollt?“
Es dauerte einen Augenblick, bis er sich bewusst war, was ihm über die Lippen gekommen war. Die ersten Zeichen begannen, bemerkte der Templerkommandant stirnrunzelnd.
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21.06.2012 18:02
#51
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Mythos

Merdicus hörte natürlich auf Esporia, aber bei diesem Befehl hatte er ein ganz ungutes Gefühl. Was wollten sie mit der armen Frau? Und warum sollte er ausgerechnet mit der Hexe auf das Kind aufpassen? Wenn das mal gut ging. Er würde sich zusammen reißen, beim Erbauer. Aber die Hexe war zu impulsiv, wie sie eben bewiesen hatte. Und nun bekahm sie möglicher Weise ihre Chance, sich an dem Templer für seine feindseeligen Worte zu rächen.
"Selbstverständlich."
schluckte Merdicus seine Worte herunter, die er vorbereitet hatte, um sie an Vitus und Payne zu richten. Damit war dieses Gespräch wohl beendet, vorerst. Eher er sich erkundigen konnte, was sie mit der Frau wollten, hatte sich Payne aus seiner Sicht auch schon das arme Kind geschnappt und mit sich gerissen. Der Kleine warf ihm einen fragenden und ängstlichen Blick zu. Schulterzuckend blickte er ein letztes mal kurz zu den Versammelten und folgte der Magierin dann eilig.
"So wartet doch!"
Doch sie hörte nicht, sondern zerrte den Jungen eilig zum Fluss, wo sie ihn mit Worten überschüttete. Merdicus ging zu ihr und fuhr sie an.
"Was sollte das denn? Ihr konntet es wohl kaum erwarten, der Diskussion zu entkommen."
Des Friedens Willen beruhigte sich Merdicus. Wie sie alle wussten, traute er Payne keinen Millimeter über den Weg. Doch langsam fragte er sich, ob das etwas brachte. Am Ende würde sie noch ausrasten und sie alle in einem Feuerball verbrennen.
Da er sich die ganze Zeit um den Jungen und seine Mutter gekümmert hatte, lief er in die Arme des Templers. Beruhigend drückte er den verängstigten Jungen an sich und warf Payne einen bösen Blick zu. Seine Worte jedoch waren weich und diplomatisch.
"Habt ihr euch wieder beruhigt? Ihr müsst verstehen, dass ich misstrauisch bin. Das ist nichts gegen Euch persönlich."
Ob diese Worte von Herzen kamen oder nur gesprochen wurden, weil das Kind in der Nähe war, war nicht ersichtlich. Merdicus lies Payne Zeit, sich eine Antwort zu überlegen und kniete nieder, um mit dem Kind auf einer Höhe zu sein.
"Du bist ein mutiger kleiner Kämpfer. Das sehe ich dir an. Kannst du mir einige Fragen beantworten? Wurden du und deine Mutter von der Brut verletzt? Gebissen oder gekratzt? Mhh?"
Er lächelte ihn an und hoffte, dass der Kleine seine Befürchtung nicht bestätigen konnte.
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25.06.2012 14:27
#52
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El Ángel De La Noche

Was wollte die Frau von ihm?
Was ist mit Mama?
Warum halten die mich fest?
Was will der Mann?
"... du und deine Mutter von der Brut verletzt? Gebissen oder gekratzt? Mhh?"
Panisch riss er sich von dem Mann los und lief in Richtung des Lagers …
... stolperte durch das Gehölz und sah ...
sah ...
... sah den bärtigen Mann ...
... ein Messer ...
... am Hals seiner Mutter ...
... er ... er ... er tötet sie!!!!!
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25.06.2012 21:21
#53
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Mythos
Kabron:

„Kabron. Habt ihr vielleicht noch ein von Leichen gestohlenes Tuch, das ihr für eine horrende Summe, die offensichtlich die Kirche übernimmt, verkaufen wollt?“
Der Kommandant, der erstaunlich kaltblütig gerade die Frau geschlachtet hatte, reinigte seine Dolch und warf Kabron die Worte entgegen wie einen Stein.
Der Händler hob fast mahnend die Augenbrauen. „Wie unhöflich!“ Doch sein Geschäftssinn ließ von der Unhöflichkeit nicht beeindrucken, und binnen weniger Augenblicke hatte er ein Leichenhemd aus dem Karren befördert, von ebenso gute Qualität wie das vorige. Und Ihr werdet Euch sicherlich an den Preis erinnern.“
Der Kommandant hatte gerade sein Messerchen weggesteckt als näherkommendes Gebrüll über die Lichtung schallte. Alarmiert fuhr Vitus zu dem Geräusch herum, während der senile Opa in aller Seelenruhe die Leiche betrachtete und es gar nicht zu hören schien.
Kabrons feinfühlige Ohren verrieten ihm worum es sich handelte – denn alles, was er nicht ausstehen konnte, erkannte er von weitem. Und normalerweise ergriff er dann entweder das Stilett oder die Flucht. Oft – meistens – fast immer letzteres. Und diesmal war es eine Sorte von Unannehmlichkeit, die ungefähr in der Mitte von Kabrons Liste stand: Kinder. Schreiende, motzende, unartige Kinder, die seine Waren betatschten, vielleicht versuchten ihn zu beklauen, mit einer wütenden Mutter an der Hand angelaufen kamen, woraufhin er sich das Geseiere von einer unfähigen Kindeserzieherin anhören musste, nur weil er ihrem Kind gehörig die Meinung gegeigt hatte. Innerlich stöhnte er auf.
Wenigstens konnte dieses Kind nicht mehr mit seiner Mutter an der Hand angerannt kommen. Stattdessen veranstaltete es ein Gebrüll, das dem eines Stieres gleichkam. Wie ein geölter Blitz schoss er auf den Kommandanten zu, offensichtlich im Begriff ihn zu schlagen. Doch dazu musste er an Kabron vorbei. Unwillkürlich wollte er heldenhaft einen Sprung zur Seite machen, doch einmal sprang sein Stolz an, er streckte den Arm aus und fing den Wildfang ein, der heulend und schluchzend mit den Armen wedelte.
„Ksscht!“ machte Kabron zu dem Jungen – was den alles andere als beruhigte. Vitus hatte sich schon mit dem Leichentuch in Richtung der Frau gedreht und bedeckte ihren Körper, wahrscheinlich um den Jungen den Anblick zu ersparen.
Kabron winkte mühsam einen der Wächter herbei und schob ihm den Jungen in die Arme, der sich immer noch schluchzend wehrte und zu seiner Mutter wollte. „Nimm ihn. Mach, dass er aufhört, ich kann das nicht anhören,“ grummelte Kabron schlecht gelaunt. Der Wächter sah ihn als hätte er orlaisianisch gesprochen. „Na munter ihn auf. Zeig ihm ein Reh. Oder ein Eichhörchen. Irgendwas, was ihn ablenkt.“ Der bullige Wächter nickte und klemmte sich den Jungen beinahe unter den Arm, der offensichtlich nichts gezeigt bekommen wollte.
Kabron wandte sich Vitus zu, und der mittlerweile bedeckten Leiche. „Sonst noch was, Kommandant? Ein paar Früchte vielleicht, die heben wirken gegen Gereiztheit?“ fragte er freundlich und setzte hinzu: „Ich weiß es aus Erfahrung! Ich kann Euch sagen, Kinder sind unglaublich ambivalent. Auf der einen Seite so lieb und unschuldig, aber wenn sie ihre Geschütze auffahren, entweder schmilzt einem das Herz oder man möchte sie direkt in den Keller sperren …!“ faselte Kabron herunter.
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27.06.2012 21:18
#54
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Columna
„Habt Ihr Euch wieder beruhigt? Ihr müsst verstehen, dass ich misstrauisch bin. Das ist nichts gegen Euch persönlich.“ Dies fragte sie der junge Templer. Doch bevor Payne antworten konnte, hatte er sich auch schon wieder abgewandt.
„Du bist ein mutiger kleiner Kämpfer. Das sehe ich dir an. Kannst du mir einige Frage beantworten? Wurden du und deine Mutter von der Brut verletzt? Gebissen oder gekratzt? Mhh?“
Payne schlug entsetzt die Hände vor den Mund. Wie konnte er so dämlich sein und so etwas den kleinen verängstigten Jungen fragen? Dieser blickte sich auch schon panisch um, riss sich los und rannte zurück zum Lager.
„Seid Ihr von allen guten Geistern verlassen, so etwas zu fragen? Habt Ihr gar Euren Verstand im Kampf verloren?“, fauchte Payne den jungen Templer an und wandte sich ab, um dem Jungen hinterher zu stürzen.
„Warte Kleiner! Komm bitte wieder her!“ Nun lag Angst in ihrer Stimme, denn sie sah, wie er wieder ins Lager stolperte und mit ansehen mußte, wie der Herr Kommandant gerade der Mutter mit einem kleinen Dolch die Kehle durchschnitt.
Bevor Payne den Jungen zu fassen bekam, reagierte der Händler auch schon und packte den Jungen und reichte ihn an den Wächter weiter. So verlangsamte sie ihren Schritt wieder und schöpfte Atem. Währenddessen beobachtete sie den Kommandanten, der ein Leichentuch über die tote Mutter breitete. Der Sucher stand daneben, doch sein Blick war leer. Vermutlich war er schon wieder in einer anderen Welt gefangen. Während sie den Händler erreichte, schaute sie sich nochmals nach dem Jungen um und fing an zu lachen, als sie sah, dass der Wächter ihn mit Süßigkeiten aus der Tasche des Händlers fütterte.
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02.07.2012 16:10
#55
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Mythos

Der Kleine riss sich von Merdicus los, ehe er etwas unternehmen konnte. Der Templer starrte ihm nur nach, wie er in Richtung lager rannte. Dass seine Frage ihm Angst gemacht hatte, begriff er nicht. Da keifte Payne ihn auch schon an und er musste sich eingestehen, dass er einen Fehler begangen hatte. Merdicus warf ihr einen giftigen Blick zu.
" Woher hätte ich auch ah...."
Auch die Magierin lies ihn stehen und hetzte dem erstaunlich flinken Jungen hinterher. Kommentarlos hob der Templer nur die Schultern und tat es Payne gleich. Schnell hatte er sie eingeholt. Zwar belastete ihn seine Rüstung, aber seine Schritte waren lang und stramm.
Gut, er hätte das nicht fragen dürfen. Er hatte wirklich nicht nachgedacht und wegen ihm musste der Kleine jetzt sehen, wie man seine Mutter erlöste. Es versetzte ihm einen Stich im Herzen, als er es begriff. Schnell drehte er den Kopf von Payne weg, damit sie die Schuld in seinen Augen nicht sehen konnte. Was sollte er nun tun? Er war mit der Situation überfordert und wollte nicht noch mehr falsch machen. Zum Glück wurde jetzt Kabron aktiv und kümmerte sich darum.
Aufgelöst lies er Payne stehen und schritt zu den Männern.
"Vit.....Kommandant....ärrr....Verzeiht! Glaubt mir, das wollte ich nicht."
Er traute Vitus noch immer nicht, aber er wollte die Lage klären und vom Tisch haben.
"Ein bedauerlicher Fehler meinerseits, eine dumme Frage, der den Jungen dazu verleitete, zurück ins Lager zu rennen."
Immerhin war der Junge schon wieder abgelenkt.
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04.07.2012 22:29
#56
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Mythos
Kabron:

Hinter sich hörte ein helles Lachen – ein weibliches Lachen. Lachen war gut, denn das bedeutet selten Gefahr. Und auf einmal kam der Templer Merdicus angerannt und keuchte in Richtung des Kommandanten : „Vit.....Kommandant....ärrr....Verzeiht! Glaubt mir, das wollte ich nicht. Ein bedauerlicher Fehler meinerseits, eine dumme Frage, der den Jungen dazu verleitete, zurück ins Lager zu rennen.“
Das kann man wohl sagen. Ist der Herr Schwachmat sogar zu schwach für ein Kind?
Kabron wandte sich an den Templer und meinte mit einer höflichen Geste in Richtung des Wächters: „Keine Sorge, Merdicus, ich habe mich schon darum gekümmert. Das kann ja jedem einmal passieren, um ehrlich zu sein bin ich auch nicht das, was man kinderaffin nennt, aber was soll man schon sagen, wir sind hier die einzigen, die sich um das Bürschchen kümmern können.“ Aufmunternd nickte er Merdicus zu und meinte es sogar halbwegs ehrlich.
Die Maga kicherte immer noch blöde vor sich hin und Kabrons Nerven, von dem Jungen ohnehin genug strapaziert, begannen langsam sich bemerkbar zu machen. Also drehte er sich zu der Frau um und musterte sie abschätzig. Dabei fiel ihn auf, wo die Frau hinsah –zu seinem Karren. Und dort – fütterte der Wächter den Jungen mit Süßigkeitel aus einem Leinenbeutel. Wild mit den Armen fuchtelnd schoss wie von der Tarantel gestochen Kabron auf die beiden zu. „Seid Ihr denn völlig bekloppt? Meine Vorräte mitten im Wald aufzuessen? Was, wenn ich das noch verkaufen könnte? Ich sage Euch, Ihr bezahlt mir jeden Stück, das ihr an den Ben....Burschen gegeben habt!“ wütete Kabron.
Der Wächter hob den unförmigen Schädel und erwiderte gelassen: „Ich hab ihn abgelenkt, wie ihr gesagt habt.“ Damit schob er dem Jungen, der noch immer kaute eine schokoladenüberzogene Frucht in die Hand. „Da Junge, das schmeckt gut! Als ich klein war hab ich die immer von meiner Tante bekommen...“ begann der Wächter zu erzählen und Kabron musste an sich halten um sich nicht an den Kopf zu fassen.
Sind denn hier alle verrückt geworden?! Jetzt wird der auch noch sentimental!
„Wir sprechen uns noch,“ knurrte Kabron während er sich wieder dem Kommandanten zuwandte.
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07.07.2012 19:55
#57
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Wächterin der Verwirrten
Vitus beobachtet die absurde Situation auf der kleinen Lichtung ungläubig. Zu seinen Füßen lag die Leiche einer Mutter, deren Kind soeben ihren Tod mit ansehen musste und seine Gefährten taten so, als wäre sie nicht einmal da. Zwar hatte der Kommandant sie kaltherzig erlöst, aber diese Frau hatte schon längst neben sich gestanden, gutmütige Worte hätten ihr nicht mehr geholfen. Doch seine Gefährten...
Wütend presste er seine Lippen aufeinander, seine Zähne knirschten. Das helle Lachen der Magierin und das Gezanke vom Händler brachten das Fass zum Überlaufen.
„RUHE!“
Auf der Lichtung wurde es still.
„Mit wem reise ich hier?“ fragte er rhetorisch, doch als er bemerkte, dass jemand zu einer Antwort ansetzen wollte, sprach er schnell weiter. „Dieser Junge hat innerhalb kurzer Zeit nicht nur seine Heimat und seine Familie, sondern gerade auch noch seine Mutter verloren und musste das auch noch mit ansehen! Und Ihr habt nichts Besseres zu tun, als Euch in Ausreden und Entschuldigungen zu flüchten?“ Barsch wandte er sich mit diesen Worten an Merdicus, bevor er sich an die Magierin wandte. „Und Ihr besitzt die Dreistigkeit über den Verlust des Händlers in dieser Situation zu lachen, obwohl Ihr ebenfalls den Jungen genau diesen Anblick ersparen solltet? Und statt dem Jungen diese Süßigkeiten zu lassen, fangt Ihr noch eine Diskussion mit dem einzigen an, der zumindest versuchte das Kind abzulenken, obwohl ein gewisser seniler Jemand hier bereits gesagt hatte, dass die Kirche angeblich für alles aufkommt?“
Vitus war gewöhnlich nicht leicht aus der Ruhe zu bringen.
Gereiztheit war nur eines der Symptome des Lyriumentzugs. Seine Sehkraft hatte er bereits minimal eingebüßt. Bald kamen Übelkeit und Kopfschmerzen dazu. Wenn das soweit war, müsste er sich das Lyrium der Maga einverleiben. Danach kämen sonst Erinnerungslücken, Verwirrtheit. Weiter wollte er gar nicht denken.
Der Kommandant wandte sich der Frauenleiche zu, hob sie mit Leichtigkeit auf beide Arme, machte sich nicht einmal die Umstände zu sehen, ob einer von ihnen auch nur einen Funken Anstand hatte und den Blick vor Scham senkte. „Merdicus, Ihr kommt mit mir. Ihr anderen bereitet unsere Weiterreise fort. Wir können hier nicht übernachten.“
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Dunkle Brut sie aufspürte, vor allem mit dem Geruch des Blutes in der Luft und bald auch dem Geruch von verbranntem Fleisch. Er würde die Frau nicht der Brut zum Fraß dalassen.
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10.07.2012 08:38
#58
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Columna
„RUHE!“ brüllte der Herr Kommandant los. Schuldbewusst zuckte Payne zusammen. Sie spürte wie wütend er war und wagte nicht, etwas zu sagen. Erst herrschte er Merdicus zornig an, dann wandte er sich ihr zu: „Und Ihr besitzt die Dreistigkeit über den Verlust des Händlers in dieser Situation zu lachen, obwohl Ihr ebenfalls den Jungen genau diesen Anblick ersparen solltet?“
Payne schluckte. Der Kommandant hatte ja Recht. In ihrer Hand hatte es gelegen, sich um den Jungen zu kümmern. Diese Aufgabe war eigentlich gar nicht so schwer. Doch zu viel hatte sie die letzten Tage mit ansehen müssen und sie hatte die Nerven verloren. So viele Tote, so viel Blut. Ihren besten Freund und Vertrauten aus Kindheitstagen, den sie hatte töten müssen. Sie fühlte sich so schuldig deswegen. Und nun konnte sie es nicht verhindern, dass der Junge mit ansehen musste, wie seiner Mutter dasselbe widerfuhr. Tränen traten ihr in die Augen. Payne versuchte verbissen, sie zurückzuhalten.
Der Kommandant wandte sich noch an den Händler und erinnerte ihn daran, dass doch der Sucher versichert hatte, die Kirche würde für den Schaden aufkommen. Anschließend rief er den jungen Templer zu sich, dass er ihm folgen möge.
Gemeinsam mit den zurück Gebliebenen packten sie das Lager zusammen und verstauten alles auf dem Karren. In der Zwischenzeit waren der Kommandant und der andere Templer zurückgekehrt, mit Feuerholz in den Armen. Sie schichteten alles auf und legten die Mutter des armen Jungen darauf. Der Sucher sprach erneut die Worte, die er auch bei Lucas verwendet hatte. Als nächstes trat Payne an die Leiche heran, nahm ihr das Amulett ab, welches sie um den Hals trug. Sie konzentrierte sich auf den Feuerzauber, murmelte die Worte und ein kleiner Feuerball sprang auf das Holz. Es erfasste das Holz und die Frau und kurz darauf prasselte ein großes Feuer. Sie ging zu dem kleinen Jungen und reichte ihm wortlos das Amulett, in der Angst, sie würde wieder die Nerven verlieren.
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10.07.2012 15:14
#59
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El Ángel De La Noche
Der Handelsposten ...
Die Flüchtlinge verfolgten mehr oder weniger andächtig die kurze Zeremonie des alten Suchers. Merdicus und Payne versuchten beide den Jungen zu beruhigen, der krampfhaft das Amulett festhielt. Er würde sich wohl am liebsten zu seiner Mutter in die Flammen stürzen. Kabron schien eher gelangweilt zu sein und Vitus nervös. Ob der Kommandant wegen des Feuers und der Gefahr duch die dunkle Brut unruhig war oder ihn was anderes beschäftigte war nicht ersichtlich. Die Leibwächter des Händlers bereiteten inzwischen die letzten Dinge vor dem Aufbruch vor. Kurz darauf ging es los, immer weiter in den Wald hinein auf dem Weg zu dem kleinen Handelsposten, wo sie Nahrung, Ruhe und etwas Sicherheit erhofften.
Nach mehreren anstrengenden Stunden Weges näherten sie sich dem Handelsposten und sahen ...

... eine Ruine. Ein Gruppe der dunklen Brut war vor ihnen hier gewesen.
Nach kurzer Erkundung war klar, dass das Wasser im Brunnen durch verwesende Leichen nicht mehr trinkbar sein würde und es war die einzige Quelle in der Nähe. Auch sonst sah die Situation nicht sehr positiv aus. Die Lebensmittelvorräte von Kabron waren fast erschöpft, vom Trinkwasser gar nicht zu reden. Hinter sich hörten sie die Trommeln der Läufer der dunklen Brut, zwar noch weit entfernt, aber sie waren ihnen auf der Spur.
Verzweiflung oder Stärke? In Zeiten wie diesen zeigt sich der wahre Charakter eines jeden!
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15.07.2012 22:38
#60
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Wächterin der Verwirrten
Vitus sah sich auf der zerstörten, verbrannten Lichtung um, drehte mit der Spitze seines Eisenstiefels eine der vielen Leichen um, betrachtet kurz das von Maden durchfressene Gesicht.
Es war einige Zeit vergangen, die Dunkle Brut musste vor einigen Tagen hier durchgekommen sein. Sie hatten den bestialischen Gestank schon von der Weite wahrgenommen aber vermutlich traute sich keiner seine Gedanken und Vorahnungen auszusprechen. Dass der Handelsposten verloren war. Der Anblick, der sich ihnen nun zeigte, war deshalb zumindest für den altgedienten Kommandanten keine Überraschung.
„Wir können hier einige Stunden rasten, oder weiter marschieren“, begann er und drehte sich zu seinen Gefährten um. Sie waren die Nacht durchgewandert, so weit wie möglich weg von dem Flussufer. Sie waren müde. Der Tag war schon vor einiger Zeit angebrochen und es gab keine Anzeichen, dass die Dunkle Brut sobald diesen Ort wieder aufsuchen würde. Allerdings war die Wahrscheinlichkeit groß, dass vereinzelte Gruppen in der Nähe geblieben waren. Außerdem ging ihnen das Wasser aus. Sie hätten mehr am Flussufer sammeln sollen, als sie die Zeit hatten.
Welche Entscheidung sie jetzt treffen würden, es wäre die falsche, und das wusste Vitus.
„Wir sollten weiter gehen“, meinte er dennoch, „Aber wofür auch immer wir uns entscheiden, wir sollten es schnell tun.“
Seine Augen überflogen die Gesichter seiner Gefährten.
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