ich las neulich einen artikel in der zeit über die ehe, die demnach auch in unserer heutigen gesellschaft von großer bedeutung und auch als stabil anzusehen sei. die verfasserin argumentiert, aus meiner sicht nicht immer sehr sachlich, sondern eher thesenorientiert, dass es heute leichter denn je sei, eine Ehe zu beenden; wirtschaftliche und gesellschaftliche gründe seien heute weniger relevant und doch sei die scheidungsrate nur in geringem maße angestiegen in den letzten 25 jahren und die ehe immer noch von großem gesellschaftlichem wert.
ich persönlich finde es eigenartig, dass unsere gesellschaft an der institution ehe festhält. unsere gesellschaft erhebt den anspruch an sich selbst, weitestgehend freidenkend zu sein. andere lebensmodelle gibt es zwar und werden auch formal zum teil anerkannt, aber eine vollständige akzeptanz derer in allen gesellschaftlichen schichten existiert deswegen aus meiner sicht dafür nicht. trotzdem ich meinen Partner frei wählen kann und ich auch keine unmittelbaren gesellschaftlichen sanktionen befürchten muss, wenn ich keine ehe mit diesem partner eingehe, scheinen immer noch viele menschen eine art "format" zu benötigen, um eine liebesbeziehung ausweisen zu können. dann kommt sogar noch ein rechtlicher rahmen hinzu, den ich persönlich auch noch hinsichtlich diverser regelungen als ziemlich unfair empfinde. ich bin mir nicht sicher, ob eine liebesbeziehung und ob die werte, die eine ehe eigentlich anzeigt, wie treue und loyalität zueinander z.b., so eine formale absicherung benötigen. widerspricht sich das nicht irgendwie vom grundsatz her?
als grundsätzlich paradox empfinde ich auch eheverträge: ich beschließe etwas, was die auflösung dessen eigentlich ausschließt, treffe aber gleichzeitig regelungen für diesen fall, von dem ich eben versprochen habe, dass er niemals eintreten wird.
aus meiner subjektiven wahrnehmung heraus, sehe ich eher traditionelle oder romantische gründe, die menschen dazu bewegen, zu heiraten. irgendwie ist das für viele immer noch etwas, was man sich wünscht, was man erleben möchte, eine art sicherheit. treue, zueinander stehen, füreinander da sein, zusammehalt in schwierigen situationen - wird für all das eine institution wie die ehe benötigt?
Ich frage mich auch, ob dieses monogame modell der ehe nicht eher durch moralische , religiöse und kulturelle entwicklungen geprägt wurde und somit überhaupt der natur des menschen gerecht werden kann.
ich selbst finde die vorstellung, dass mein partner sexuell auch anderweitige beziehungen pflegt, relativ unerträglich, obwohl ich weiß, dass so etwas auf emotionaler ebene absolut bedeutungslos sein kann. ich denke aber schon, dass es auf eine art auch natürlich ist, sich nicht nur zu einem menschen hingezogen zu fühlen und die auslebung dessen dann oft nur durch moralsiche zwänge gebremst wird. obwohl ich das eigentlich für mich persönlich auf gewisse weise ausschließe, bin ich mir nicht sicher, ob eine freiere, offenere Beziehungsführung nicht doch zufriedenstellender und somit dann auch stabiler für zwei Partner wäre, sofern man es denn schafft, sich bedingungslos zu vertrauen und die eigenen Ängste, wie Verlustangst oder Eifersucht, zu überwinden.
Treue ist zwar für mich auch eine schöne vorstellung, doch habe ich eben zweifel, ob diese eigenschaft überaupt in der natur des menschen liegt oder aber nur durch unrealistische, aber in der gesellschaft etablierte moralvorstellungen konstruiert wurde und auch nur aus solchen moralischen Zwängen gelebt wird.
die ehe halte ich für unnötig und nicht mehr zeitgemäß, da sie auch in einer völlig anderen gesellschaft entstanden ist, derer werte heute keine gültigkeit mehr haben. ob eine kirchliche oder rechtliche institution eine liebesbeziehung formal absichern sollte, erachte ich sowieso als fragwürdig, zumal dieser formale rahmen wie gesagt nicht der sinnvollste ist aus meiner sicht.
die vorstellung von ewiger liebe möchte ich eigentlich für mich selbst aufrechterhalten, aber ich bin mir absolut unsicher, wie oder ob man so etwas überhaupt erleben kann, so dass beide glücklich sind und nichts in ihrem leben vermissen.
mich würde interessieren, wie eure meinung dazu aussieht, im hinblick auf die ehe als institution, aber auch im hinblick auf die mit der ehe verbundenen werte und ob diese überhaupt mit einer funktionierenden und stabilen liebesbeziehung auf realistische weise in einklang zu bringen sind.
ich freue mich auf eure antworten!![]()

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Ist die Ehe veraltet und Monogamie unnatürlich?






es giebt ja die Wilde Ehe in der weder Kirchlich noch Standes Amtlich geheiratet wird, die wird genau wie die Ehe anerkannt, und die Gleichgeschlechtliche Lebens Partnerschaft, die kann man so Leben oder auf dem Amt eintragen lassen!




wenn man ist mindestens ein viertel oder Halbes Jahr zusammen bevor man in die Kiste steigt, und das tut man auch nur wenn man sich Liebt oder Total besoffen ist

