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    Waldläufer Tor zum Kastell's Avatar
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    Tor zum Kastell is offline

    Das Kastell des ZuX #87

    Auf des Gebirges breit hinfließend kahlem, höchstem Gipfel
    erhebt sich, schwarz aufragend, aus gemauert' kunstvoll Stein,
    ein Schloß, hoch droben über all der Wälder schwankend Wipfel.
    Eine Faust, die noch den Wolken droht, so scheint's zu sein.

    Doch schnell sie ziehen hin über das ragende Gemäuer,
    nur Windes Stimme an des Giebels scharfem Grat gewetzt.
    Und selbst der Sturm über die steingeschnitt'nen Ungeheuer,
    Gargylen, Wyrme, zähnefletschend Drachen, ist entsetzt.

    Regenfäden in der Luft, gemacht wie feinster Zwirne.
    Millionen Tropfen auf der dunklen Mauer Stein hernieder
    sinken, nein: sie schlagen auf die harten Felsenstirne
    der Buckelquader, die vor Nässe glänzen, immer wieder.

    In diesem Augenblick der Glanz, der auf den Mauern liegt,
    wird offenbar in seiner ganzen unnahbaren Pracht.
    Denn ein gewaltig Blitz sich plötzlich an die Dächer schmiegt
    und sein gleißend Licht schickt durch die Düsternis der Nacht.

    Zischend greift er nach dem Turm, der ihm entgegenstrebt.
    Der siedend Äther brüllt den Schmerz hinaus, der ihm geschieht.
    Wände zittern, Scheiben klirren und die Erde bebt
    wenn Donners Hall entrollt über den schwarzen Himmel zieht.

    Doch unergründlich tief in Berges Fels verankert hält
    der Bau den ungestümen Elementen stand und ragt
    den Ungebilden, die die Götter schicken durch die Welt,
    entgegen, trotzt dem Zahn der Zeit, der rastlos an ihm nagt.

    Mag auch die Gewalt des Sturmes, Blitz und Frostes Kälte
    von außen ohne Unterlass die hohen Mauern geißeln
    Wenn es einen sich'ren, stillen Ort zu wählen gälte,
    wär's das Kastell, an dem umsonst der Wetter Kräfte meißeln.

    Denn Einlaß ist den Stürmen, Feinden aller Art verwehrt.
    Obwohl seit unerdenklich Zeiten sie die Mauern wetzen,
    bleiben sie doch glatt und blank und völlig unversehrt
    und niemand kann sein Zeichen in die steilen Wände setzen.

    Beschützt durch göttlich Geist vor allem Unbill, das die Welt,
    gepeinigt durch den ewig während Streit auf ihrem Rücken,
    der alles seit dem Anbeginn in stetem Wandel hält,
    durch die Sphären schickt, um ihre Schmerzen auszudrücken.

    Als Schlachtfeld für der mächt'gen Götter endlos Streit und Hader,
    ist sie einst von ihnen selbst erschaffen aus dem Nichts.
    Gedanken wurden festgefügt zu Fels mit erzen Ader
    vielfach gefaltet durch die Kraft des eigenen Gewichts.

    Und Wasserstrudel, Ozeanen gleich, alles verschlingend
    brachen unaufhaltsam sich verwüstend ihre Bahn.
    Streitend schufen beide Brüder, miteinander ringend,
    Geschöpfe, nur zu Nutze für des Kampfes sinnlos Wahn.

    Und wenn die grellen Blitze zucken um die Mauern des Kastells
    die winzig Menschen in den düstren Hallen lächeln nur
    denn sie wissen, Sturm mit Blitz und Donner nagt, als gelt's,
    zu spielen mit dem einzig standhaft Ding auf weiter Flur.

    In dem Krieg der Götter, die die Elemente nutzen
    sind Menschen nur Figuren in dem endlos während Spiel
    und trotzdem steht ihr höchster Sinn danach, der Welt zu trutzen,
    das Schicksal aufzuhalten ist der Menschen ewig Ziel.

    Höchste Macht die Magier sich zu Eigen machen schaffen,
    Verführte Beliars und seinen Zielen untertan,
    weise Hüter alten Wissens, wo sonst Lücken klaffen?
    Vielgestaltig wars, was staunend die Besucher sah'n.

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    Held Ceron's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Ceron is offline
    Den Gästen schien die Fantasie für neue Gaumenfreuden nicht auszugehen. Davon würden die Kochbücher für unentschlossene Schwarzmagier noch während Jahren zehren können. Sie schienen allesamt so entspannt, wie der Hüter Gäste im Kastell bisher noch kaum erlebt hatte. Der Austausch zwischen den Schulen war in vollem Gange. Wasser und Feuer waren im Wettbewerb Leben und Untod begegnet. Alles war bereit.

    Bevor er jedoch den antimagischen Raum betrat, wollte der Hohepriester noch das Refektorium aufsuchen. Ballnächte verlangten ihren Gastgebern einiges ab. Eine Stärkung würde ihm also bestimmt gut bekommen. Kaum hatte er den Raum jedoch betreten, verging ihm jegliche Lust auf salzige Häppchen. Sein Blick schweifte über zwei, drei Köpfe und traf ihren in der Mitte des Raumes. Seine Nackenhaare stellten sich auf und er hätte beinahe die Kapuze seiner Hohepriesterrobe gezogen, damit niemand sein Schaudern sehen konnte. Im nächsten Moment hatte er jedoch die Kontrolle wieder erlangt und er machte sich aufrecht auf den Weg zur wohl grössten Herausforderung dieses Balles.

    "Angelina"

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    Ehrengarde Angelina del Rio's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Angelina del Rio is offline
    Häppchen aus Muschelfleisch. Lachsröllchen auf Toast. Frittierte Tintenfischringe... kurz einmal die Früchte des Meeres. Angelina hatte schon immer eine Vorliebe für diese Art von Vorspeisen gehabt. Hier im Refektorium des Kastells blieben einfach keine Wünsche offen.

    Plötzlich hörte sie eine sehr vertraute Stimme hinter sich. Er sagte ihren Namen mit einem freudig überraschten und zugleich unsicheren Unterton. Abrupt drehte sie sich um. Ihr langes Haar fegte knapp über Drakks Teller hinweg, der neben ihr stand.

    „Ceron“, sagte sie mit fast dem gleichen Unterton wie er.

    Sie sah ihn an. Die Zeit schien still zu stehen und plötzlich war ihr so als würden nur sie beide im Refektorium sein. Sie hätte ihm jetzt eine Szene machen können. Wo er denn die ganze Zeit gesteckt hätte und wenn sie nicht ins Kastell gekommen wäre, würde sie wahrscheinlich noch Monate auf seinen Besuch in Setarrif warten müssen. Doch sie war nicht der Typ dieser Art Frauen und lächelte stattdessen.


    „Schön dich zu sehen.“, sagte sie ehrlich. Mehr brachte sie nicht über die Lippen.

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    Held Ceron's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Ceron is offline
    Er nickte. Die Worte schienen ihm im Hals steckengeblieben zu sein. Er wollte den Blick abwenden, um sie wiederzufinden, doch dies war sein Kampf. Dem galt es sich zu stellen.

    "Es ist viel zu lange her. Einiges hat sich geändert." Er blickte runter zu seinem wieder erstarkten Bein, dann zum silbernen Schlüssel, der auf seiner Brust vibrierte. "Meine Zuneigung zu dir hat sich wohl nicht sosehr geändert wie ich alter Narr geglaubt habe", fügte er hinzu. Sie sah blendend aus. Ihr Lächeln, selbst so verdrückt und erzwungen wie es soeben gewesen war, allein hätte gereicht um die Bibliothek wieder in die richtigen Bahnen zu leiten. Wie hatte er diese Frau nur ziehen lassen können? "Ich fühle mich unsicherer als bei unserem ersten Treffen. Ich habe viel zu lange gewartet."

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    Ehrengarde Angelina del Rio's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Angelina del Rio is offline
    Es bedurfte nur dieser wenigen Worte von ihm und sie war ihm nicht mehr böse. Wirklich böse war sie gar nicht gewesen, nur enttäuscht, dass sie und auch Jil ihm vielleicht nicht mehr wichtig waren.
    Erst als er drauf hinwies, bemerkte sie dass er scheinbar keinen Gehstock mehr brauchte. Das kranke Bein das sie durch eine Unachtsamkeit mit dem Eiszauber ihm zugefügt hatte. Angelina war erleichtert.


    „Ich freue mich dass du mich... wenn auch erst im Nachhinein vermisst hast. Unsicher fühle ich mich hingegen nicht, aber ich habe ebenfalls viel zu lange gewartet auf dich zuzugehen. Wäre nicht der Bote mit dem Magiewettbewerb in die Taverne Setarrifs gekommen, wäre ich vielleicht auch noch gar nicht hier. Manchmal macht man sich einfach viel zu viele Gedanken und sieht deshalb den einfachsten Weg nicht vor sich.“

    Sie ging einen Schritt auf ihn zu. Genau der Schritt die sie noch von einander trennte. Angelina wollte Ceron richtig begrüßen. Ihn in den Arm nehmen, ihn küssen ihm einfach für einen Moment ganz nah sein. Plötzlich hielt sie inne.

    Er ist der Hüter! hämmerte es in ihre Gedanken. Angelina schluckte. War das eine der vielen Veränderungen von denen sie nichts wusste? Sie beugte sich ein wenig vor und flüsterte Ceron etwas ins Ohr.

    „Darf ich den Hüter des Kastells einfach so im Refektorium küssen, wenn mir danach ist?“

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    Kämpfer Putorius's Avatar
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    Putorius is offline
    Die Nacht war lang und anstrengen gewesen, nicht zuletzt dank seinem neuesten Begleiter. Der Hund der durch das Kastell gestreunt war, und dessen Besitzer anscheinend zu beschäftigt war, um sich um seinen Schützling zu kümmern, hatte die Nacht bei ihm verbracht und durch seine anscheindend nie zu befriedigende Neugierde hatte er den Schwarzhaarigen lange vom schlafen abgehalten. So war es auch nicht verwunderlich, dass dieser erst relativ spät erwachte. Daraufhin brauchte er noch einige Zeit seine Sachen zusammenzusuchen, da der Hund seinen Beutel geplündert und den Inhalt gleichmäßig im Zimmer verteilt hatte. So trafen die Beiden erst relativ spät im Reflektorium ein, und als sich Putorius auf einer der Steinernen Bänke niederließ tat es ihm Timus gleich. Kurz dachte er an ein großes Rindersteak, nur kurz angebraten und innen noch blutig, zusammen mit Kartoffelsalat und einem Brot und promt erschien ein riesiger Teller von ihm. Ganz geheuer war ihm diese Art des bestellens nicht, und auch die genaue durchführung war etwas gewöhnungsbedürftig, denn da er gerade sehr viel Hunger hatte, wünschte er sich unbewusst eine Menge, die er wohl nur schwerlich schaffen würde. Der Hund neben ihm, find auch prompt mit den Versuchen an, dass Essen zu hypnotisieren und es so zu ihm zu bringen. Zumindest wirkte sein gieriger Blick ganz so.
    Doch das Ergebnis, war genauso unerwartet wie komisch, vor dem Vierbeiner, der ganz gesittet auf einer Bank vor einem Tisch saß, tauchte auf einen schlag ein großer Napf auf, in dem ein Steak, welches dem von Putorius zum verwechseln ähnlich sah, lag. Beide, Schwarzschopf und Schlappohr blickten verdutzt darauf, bis sich Zweiterer von seiner Überraschung erholte und sich gierig über sein Essen hermachte. Diesem Beispiel folgte auch der Andere auch wenn er dabei breit grinsen musste. Was würde wohl passieren, wenn der Hund herausfinden würde, wieso er gerade dieses Essen bekommen hatte und was dieser sich wohl selbst bestellen würde. Eine sehr interessante Vorstellung, welche er aber nach kurzem wieder verwarf, denn er traute diese Art des komplexen Denkens dem Hund nicht zu. Wenn er gewusst hätte wie sehr er da Timus Intelligenz unterschätzte, hätte er sich wohl geschämt. Und so kämpfte er sich langsam aber sicher durch seine eigene etwas groß geratene Portion. Als er gerade eine taktische Pause einlegte, um zu planen wie die weitere Erstürmung des Kartoffelsalatberges anzugehen war bemerkte er , dass sein Begleiter mit seinem Fleisch bereits fertig war und erwartungsvoll auf die Schüssel blickte. Dies amüsierte den Schwarzhaarigen doch sehr, da bekommt er schon ein riesiges Steak und ist nach dem Essen unglücklich, dass es weg ist, Hunde waren schon drollige Kreaturen.
    Doch sein Gesichtsausdruck schlug in einem Augenblick in tiefste Ungläubigkeit um, er wäre nicht überraschter gewesen, wenn der Hund auf einen Schlag mit ihm geredet hätte. Denn genau in diesem Augenblick erschien in dem Napf ein Kopfgroßes unidentifiezierbares Gebilde, welches eindeutig aus Fleisch bestand. Was zur...hat der Hund da,schoss es ihm durch den Kopf.

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    Held Ceron's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Ceron is offline
    "Wenn du die Konsequenzen nicht scheust", antwortete Ceron grinsend. Er selbst machte einen winzigen Schritt vor, sodass ihre Fussspitzen sich berührten. Dann neigte er den Kopf und seine Hand wanderte der Flanke entlang an den Rücken der Priesterin. Der Kuss fand in einer anderen Dimension statt. Ganz sicherlich nicht im Refektorium, wo sich die Maskerade zu einem der grössten Schauspiele des Zeitalters abspielte. So lange er auch andauerte, es war längst nicht genug, denn schon stöhnte jemand ob eines köstlichen Desserts und ein anderer stimmte dem Ersten zu. "Ich entführe dich jetzt", erklärte Ceron, der noch bevor er die Augen öffnete, ihre Hand ergriff.

    Angelina nickte noch einem bärtigen Kerl zu - kein Magier, soviel stand fest - und trippelte dann etwas schneller, um wieder mit ihm gleichauf das Refektorium zu verlassen. Sie durchschritten die Eingangshalle und erst im stets enger werdenden Korridor sprach Ceron erneut. "Jil ist nicht hier, richtig?" Sie schüttelte den Kopf und wollte gerade etwas sagen, als er ihr den Finger auf die Lippen legte. "Ich habe dich vor ein paar Tagen gesehen und hätte gehofft, dass ich dich erst nach heute wieder sehen würde." Ihre Hand zuckte und ihr Blick verfinsterte sich. "Ich bin froh, dass Jil nicht hier ist, denn das könnte ich nicht verantworten. Die übrigen Gäste sind allesamt gestandene Erwachsene."

    Sie waren vor dem antimagischen Raum angekommen. Er öffnete ihn und ging sogleich auf den Tisch mit dem schwarzen Seidentuch zu. Er hob es an und zeigte ihr den Fokus. "Deshalb war ich vor ein paar Tagen in Setarrif. Wir konnten ihn zumindest für eine Anwendung reparieren. Die Wassermagier haben ihn damals in Al Shedim zerbrochen." Ihr Blick fragte: 'Ceron, wozu die ganze Geheimnistuerei?' Er beugte sich vor und flüsterte ihr ins Ohr. Entsetzen und ein Anflug von Verständnis huschten über ihr Gesicht. "Schau mich nicht an und du wirst die Kontrolle über deine Magie behalten", sprach er und warf dann das Tuch wieder über den Fokus, den er nun in Händen hielt.

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    General olirie's Avatar
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    an einem Antimaterie-Schnittpunkt
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    olirie is offline
    olirie hatte sein Reisegepäck, bis auf das Essen, noch nicht ausgepackt. Noch hingen die Taschen an einem Stuhl in seinem Zimmer. Doch für diesen Abend brauchte er eines der gefundenen Teile. Zu dem am Abend stattfindenden Ball wollte er nicht einfach in seiner Robe erscheinen, sondern den neuen Anzug probetragen. Vielleicht hätte er ihn doch schon früher aus der Tasche holen sollen um ihn den Dämonen zum waschen und glätten zu geben.

    Gespannt, ob das gute Stück die Reise unbeschadet und halbwegs ansehnlich überstanden hatte, öffnete der Hohe Schwarzmagier die Tasche und zog den schwarzen Stoff heraus. Das Kleidungsstück schien ein wenig in sich selbst verknotet. Kurz hin und her gewendet und auf dem Tisch ausgelegt und olirie musste leicht stutzen. Rot? Wieso war da ein roter Saum?
    Irgendwie kam ihm dieses Kleidungsstück unbekannt vor, es sah vollkommen anders aus als der erwartete Anzug. Den Nähten nach schien es auf links gedreht zu sein. Ein paar Handgriffe später lag es zwar richtig rum und in voller Pracht vor ihm, doch die Verwunderung war nur noch größer. Statt dem erwarteten Anzug lag da auf dem Tisch ein rotes Kleid.
    olirie hob es von dem Tisch hoch und ließ es in der Luft baumeln. Nein, das kann ich definitiv nicht tragen.

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    Veteran Aaron's Avatar
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    Jan 2012
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Aaron is offline
    Gedankenversunken stand Aaron auf dem Innenhof unter dem Baum, der gestern zum Mittelpunkt einer der spektakulärsten Vorführungen geworden war. Nicht dass er vorhatte hier irgendwelche Kletterübungen zu vollführen, denn selbst wenn ihm die Anstandsregeln der Gesellschaft nicht unbedingt eigen waren, so versuchte er doch sie zu respektieren. Nein - seine Schritte hatte ihn eben hier her geführt, während das gesehene in seinem Kopf umherkreiste.

    Warum musste auf den Schlachtfeldern soviel Blut fließen, wenn doch ein einzelner Magier dazu im Stande war, sich in ein Eisungetüm zu verwandeln, wenn ein einzelner Magier in der Lage war aus toten Knochen etwas neues zu schaffen und Drachen fliegen zu lassen, welche ein ganzes Heer in Aufruhr gebracht hätten? Er verstand es nicht - doch da war noch etwas anderes.

    Zunächst war Aaron, der wie immer irgendwo am Rand angelehnt herumgestanden hatte überrascht gewesen, den Tempelvorsteher hier zu sehen, aber dann war sein Interesse erwacht und ohne auch nur eine Miene zu verziehn, waren aufmerksame Blicke seinen Künsten und Bewegungen gefolgt. Feuer loderte, Stürme kamen auf und Blitze durchzuckten den Raum. Die äußeren Eindrücke waren das eine, aber da war noch etwas. Irgendein bisher unentdeckter Teil in dem reisenden Soldaten war erwacht und fühlte sich diesen Strömen unnatürlicher Gewalt zugehörig.
    Aaron hatte vieles erwartet: Überraschung, Skepsis, ja - vielleicht auch Furcht aber derartiges - nein. Folglich war er bei den Vorführungen der anderen Magier nur noch mit halber Aufmerksamkeit dabei gewesen. Als schließlich auch noch eine junge Frau nach vorne getreten war, die mit ihrem Aufzug bei Felia wohl sehr auf Missgunst gestoßen wäre, und diese dann irgendwelchen Schwachsinn mit wachsenden Kürbispflanze, deren eingezaubertes Grinsen ihn sehr stark an dümliche Sumpflilienbesucher mit Stengel im Mundwinkel erinnerten, anstellte, war er vom Innenhof verschwunden - man musste ja nicht unnötig seine Zeit verschwenden, solange wie der Speisesaal noch leer war.

    Die Nacht war deutlich unangenehmer gewesen als die vorige. Einige der Zimmergenossen schienen Albträume zu haben, was ihren Schlaf nicht ruhiger werden lies. Doch was war schon Schlaf? Etwas, das man ab und an mal vornehmen sollte, aber übertreiben musste man es damit auch nicht.
    Am heutigen Abend sollte dieser Ball sein. Dummerweise brauchten die Veranstalter dank ihrer merkwürdigen Kreaturen wohl keine Türsteher.

  10. View Forum Posts #10
    Warrior Viraya's Avatar
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    Viraya is offline
    Viraya hatte sich unhörbar genähert, stellte sich nun auf die Zehen und entdeckte etwas überaus Interessantes.

    "Das willst du anziehen? Glaubst du nicht, dass es etwas klein für dich ist."


    Sprach sie und verkniff sich jedweden auf die Form bezogenen Kommentar. Dennoch glaubte sie auf oliries Wangen eine leichte Röte zu erkennen, was ihr das Zeichen gab Doppelt vorsichtig bei weiteren Fragen zu sein.

    "Nicht, dass dein Körper nicht wohl geformt wäre. Das möchte ich keineswegs sagen. Dir fehlt da nur etwas."

    Versuchte sie der Situation die Peinlichkeit zu nehmen und deutete mit einem flüchtigen Blick auf ihrer Brüste an, wovon sie sprach.

  11. View Forum Posts #11
    Ehrengarde Angelina del Rio's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Angelina del Rio is offline
    Was hatte er da nun wieder ausgeheckt? Doch langsam begann Angelina zu verstehen. Sie versprach ihn nicht anzusehen, was ihr überaus schwer fallen würde. Natürlich würde sie ihm helfen sofern es in ihrer Macht stand, denn einen Versuch war es wert. Eine Frage stellte sie sich jedoch. Wie hatten es die Kastellmagier so schnell geschafft den Fokusstein zu reparieren, was den Wassermagiern in Monaten nicht gelungen war. Wahrscheinlich sollte die Splitter am Ende wieder nach Setarrif bringen...
    Mit dem schwarzen Tuch über den Fokus verließen sie den antimagischen Raum. Ceron ging sicher ohne nur ein bisschen zu schwanken. Sein Bein musste scheinbar schon seit längerem wieder bei Kräften sein. Das war jetzt zwar gar nicht wichtig, es war ihr nur aufgefallen.

    Wenig später erreichte das Magierpaar die Eingangshalle. Angelina stand neben Ceron, noch einmal schaute sie ihn besorgt an. Solange das Tuch über dem Fokus lag war die Gefahr gebannt. Ob das Experiment wohl gelingen würde? Sie hoffte es.
    Last edited by Angelina del Rio; 18.03.2012 at 17:12.

  12. View Forum Posts #12
    Baumkuschler Andrahir's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Andrahir is offline
    Die Schritte der zehn Beine führten ein wenig durch die Flure des Kastells. Andrahirs Lieblingsbeschäftigung bestand darin, seine Füße immernur auf die schwarzen Quadrate am Boden zu setzen - jedenfalls solange wie er sich unbeobachtet fühlte. Irgendwann kam er jedoch dann doch beim Refektorium an und musste schmunzeln, als er da Timus neben Putorius auf der Bank sitzen sah.

    Vor dem Hund stand ein Napf. In dem Napf... ja da war ne ganze Menge, was der Hund grad auseinander nahm ohne es gleich zu fressen. Er schien eher interessiert daran, was sich in der Mitte des Fleischballs befand. Timus halt...

    "Ich hoffe er hat dich die ganze Nacht beschäftigt und du hast jetzt tiefsten Respekt vor der Arbeit, die ich mit den kleinen Ungeheuern leiste..." begrüßte Andrahir den Herren Bleichgesicht ohne gespaltene Zunge.

    Kany und Resa platzierten sich gegenüber Timus und schauten den menschlichen Begleiter fragend an, als wollten sie ebenfalls um Futter bitten. Der zuckte aber nur mit den Schultern und sah zu Timus, der darauf hin zu den anderen rüberblickte. Augenblicklich erschienen auch vor den anderen beiden Näpfe. Kanys war gefüllt mit einem Haufen rohem Fleisch, während vor Resa kleine Häppchen erschienen. Hund wusste eben, was Hund wollte und so hatte der neugierige wieder Zeit sich um seinen Kram zu kümmern.

  13. View Forum Posts #13
    Held Ceron's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Ceron is offline
    In der Eingangshalle angekommen hielt er Angelinas Hand bis die Dämonen sich in die Köpfe aller Anwesenden gebohrt hatten. Ihre Stimme klang vertraut und liess keinen Schluss auf das Kommende ziehen.

    'Gäste. Wir versammeln uns im Thronsaal zur Eröffnung des dritten Kastellballs'

    Da liess der Hohepriester Beliars ab von der Hand der Priesterin Adanos' und legte beide Hände an den magischen Fokus. Als hätten sie seit Jahren auf diesen Moment gewartet, öffneten sich die Tore zum Thronsaal als der Hüter sich ihnen näherte. Einen Seufzer ausstossend setzten sich die massiven Torflügel in Bewegung. Unter Ächzen und Krächzen schwangen sie auf und liessen den Hohepriester auf dem purpurnen Teppich den Saal betreten. Ganze Dämonenhorden mussten am Werk gewesen sein, so majestätisch wie sich der Thronsaal Beliars präsentierte. Die düsteren Farben der Dämonenbeschwörer vermischten sich mit den wärmeren Tönen der Gäste und fanden sich in tausendundeinem Detail an der Decke und den Wänden wieder. Die Bänke waren einer weitlaufenden Tanzfläche gewichen, doch der Blick des Besuchers glitt sogleich hoch zum Podest, wo sich weit über den Festtischen und dem magisch erscheinenden Parkett der Thron Beliars erhob.

    Das schwarze Seidentuch und darin den Fokus in Händen haltend durchquerte der Hüter den Saal, stieg hinauf auf die Tanzfläche und schliesslich hoch zum Podest. Für menschliche Augen mochte er der Einzige vor dem Thron des Dunklen Herrn sein, doch wer ein feines Gespür für magische Wesen besass, konnte erahnen, dass die mächtige Ballung magischer Kraft nicht allein vom Hüter des Kastells ausging. Der Schattendämon, vor Menschenaugen verborgen, erwartete den Hohepriester des Zirkels bereits.

    Gelassen legte Ceron den Fokus auf den Altar und wandte sich dann dem in den Thronsaal strömenden Volk zu. Er wartete bis die Letzten einen Platz gefunden hatten und alle Blicke gespannt auf ihn gerichtet waren.

    "Freunde des Zirkels
    Ich grüsse euch, die ihr so zahlreich zu unserem Fest erschienen seid. Zum dritten Mal haben wir die Ehre, Gastgeber einer solch illustren Gesellschaft zu sein. Ihr seid es, die dem Kastell alle paar Jahre soviel Leben einhauchen, dass es bis zum nächsten Ball von den wunderbaren Geschichten zehren kann, die wir mit euch erleben dürfen.
    Das Kastell soll nicht als Hort des Bösen verstanden werden, sondern als Urquell des Wissens. Druiden, Feuermagier und Wassermagier sind uns gleich angenehme Gäste wie Tischler, Schuster und Holzfäller. Zumindest glauben wir das, denn Holzfäller haben sich schon länger keine mehr in unsere Gefilde verirrt. Magie ist, was uns schliesslich alle verbindet. Es ist eine Art der Lebensenergie, welche nicht nur die Frauen und Männer in Roben besitzen, sondern alle Menschen zugleich. Um diese spezielle Kraft zu zelebrieren, haben wir uns heute hier versammelt."

    Wie ein Albatros, der seine mächtigen Flügel spannte, hob der Hüter daraufhin die Arme in die Höhe. Zugleich wurde was auch immer er unter dem schwarzen Seidentuch verbarg zum Leben erweckt. Es tänzelte erst auf den Pult und wirbelte dann mitsamt dem Tuch in die Höhe. Dies war der Moment in welchem sich einige Blicke vom Hüter abwandten während andere noch gebannter auf das schwebende Objekt starrten.

    Er spürte die herannahende Welle der dämonischen Magie und gab seine eigene Kraft dazu. Für einen Moment herrschte absolute Stille während das Seidentuch vom Fokus rutschte. Im nächsten Augenblick flutete die Magie des Hohepriesters und jene der Dämonen den Raum. Durch den magischen Fokus geleitet erreichte sie alle, deren Blicke dem grell blau aufleuchtenden Kristall verfallen waren. Ihre Blicke wurden matt und Ceron spürte, wie die Ströme der Magie geweckt wurden.

  14. View Forum Posts #14
    Arkaner Photograph  Narzuhl's Avatar
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    Dresden; Zweitwohnsitz: Kastell des ZuX
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Narzuhl is offline
    Endlich sollte es also beginnen, die Anspannung war beinahe unerträglich, die sich in den Muskeln und Gliedern des Magiers ausbreitete. Seine Aufmerksamkeit war nun gänzlich auf den Hüter und den Fokus konzentriert und alles andere wurde kategorisch ausgeblendet. Seit dem Wettbewerb gestern hatte es nicht viel Vorbereitungszeit gegeben und selbst wenn, wie sollte man so etwas proben? Klar und deutlich war der Fokusstein zu spüren, die einzige magische Struktur die geordnet in diesem wirren Haufen erschien. Doch das würde sich bald ändern. Noch tanzten und wirbelten die Energien der Gäste völlig wahllos umher, zeigten das Leben, das in ihnen pulsiert. Bald schon sollte auch der Fokus voll geladen mit dieser Quelle der Kraft sein. Die Gäste dürfte vermutlich kaum etwas spüren, vielleicht eine kleine Erschöpfung, doch selbst die würden sie schlussendlich vergessen. Schon seit mehreren Augenblicken hatte sich Narzuhl im Saal platziert und wartete darauf, dass der Hüter ihnen ein Zeichen gab. Mit dem Ende seiner Rede war dieses Zeichen gekommen. Kurz loderte der Fokusstein auf und der Magier wusste nun, dass es Zeit war zu beginnen.

    Als ersten Schritt baute er eine Verbindung zum Fokusstein auf und spürte sofort, dessen reißende Macht, wie er danach lechzte aufgeladen zu werden. Hoffentlich taugte dieser Stein auch was, den Ceron da mitgebracht hatte. Der Fokus ähnelte dem, den er bereits in Al Shedim gesehen hatte und damals hatte er noch auf seine Obsidiansteine zurückgreifen müssen. Zum Glück versuchten sie nicht, die Magie des Kastells darin zu speichern. Aus einem Instinkt heraus schloss er die Augen, wohl wissend, dass es ihm im Zweifelsfall sowieso nichts bringen würde. Die Schönheit die magische Entladungen gleichsam mit sich brachten, kannte er bereits zur Genüge aus Al Shedim und er konnte gut darauf verzichten.
    Schon nach wenigen Momenten hatte Narzuhl es geschafft die Verbindung zum Fokus derart zu manipulieren, dass sie nur noch in eine Richtung funktionierte und niemand so einfach auf den Fokus zugreifen konnte. Wer wusste schon ob nicht einer der anwesenden Magier die Energie nicht zu seinem Zwecke zu missbrauchen versuchte. Den Anfang machte Narzuhl selbst, als er einen kleinen Teil seiner persönlichen Energie dem Fokus hinzufügte und er spürte, dass noch jemand von den Schwarzmagiern ebenfalls am Ritual mitwirkte. Wer das war, spielte im Moment keine Rolle, er würde sich auf seinen eigenen Teil konzentrieren müssen.

    Nachdem der erste Schritt getan war, würden nun die Gäste ihren unfreiwilligen Beitrag zur Rettung der Bibliothek leisten müssen. Seine eigene Verbindung zum Fokus kappte er nun und errichtet sie dafür neu bei dem Erstbesten neu. Sofort strömte die Energie in Richtung Fokus. Unter den wachsamen Augen des Magiers gewann der Kontrollstein immer mehr an Energie, gleichsam er darauf achtete, dass niemandem zu viel seiner Kraft entzogen wurde. Die Gäste sollten schließlich nicht mit ihrem Leben bezahlen müssen.

    Als sich der Fokus schließlich einem kritischen Punkt nährte suchte Narzuhl nach der Struktur der Bibliothek. Zwar würden sie die Entladung niemals völlig kontrollieren können, doch wollte er versuchen kritische Ausbrüche in Richtung des Büchersaals zu lenken, da dieser doch den Hauptteil der Energie abbekommen sollte. Kurz bevor sie dem magischen Impuls seinen freien Lauf ließen, unterbrach Narzuhl so gut wie mögliche beinahe sämtliche magischen Verbindungen, damit niemand zu Schaden kommen würde bei dem was nun folgte. Lediglich er selbst hielt noch minimal Kontakt, um zur Not eingreifen zu können.
    Was nun geschah, würden sie wohl so schnell nicht wieder erleben. Eine Welle der Energie tobte auf der magischen Ebene, die einen sicherlich von den Beinen heben würde, wäre sie eine echte greifbare gewesen. Auch Narzuhl konnte nicht anders und unterbrach doch seine Verbindung zum Fokus, denn das was er da fühlte, würde selbst über den kleinen Kanal massiven Schaden hinterlassen.
    Erst nach einigen Augenblicke, als er sich sicher war, dass der Großteil des Impulses verebbt war, blickte er wieder auf. Hatte es funktioniert? Nun das würde er in der Bibliothek erfahren. Waren die Gäste unbeschadet? Nun das mussten sie selbst herausfinden…

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    General olirie's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    olirie is offline
    Gerade im richtigen Moment stand Viraya neben ihm. olirie wusste zwar, das sie die Bemerkung bezüglich seiner Passbarkeit in das Kleid nur scherzhaft meinte, doch war es dennoch eine unangenehme Situation für ihn.
    „Ich… ähm… ich“, stammelte er, fing sich aber wieder und antwortete schließlich: „Du hast Recht, an mir würde es wohl wirklich grässlich aussehen. Doch ich denke, dass es dir wohl stehen würde.“

    Testend hielt er das Kleid vor die Magierin, deutete ihr es kurz festzuhalten und ging einige Schritte zurück.
    „Ja, ich denke, es ist deine Größe. Probier es doch mal an, ich warte solange draußen auf dich.“

    Aus dem Warten wurde allerdings nichts. Kaum war olirie vor der Türe, da erschien auch schon ein Dämon und teilte ihm mit, dass seine Anwesenheit beim großen Ritual erwartet würde. Er solle sich bereithalten, die anderen Magier zu unterstützen.
    „Viraya“, rief er durch die Tür. „Ich muss leider schonmal vorgehen. Ich werde offenbar bei der Eröffnung des Balls erwartet.“

    olirie stand im Thronsaal und beobachtete Ceron aus gebührender Entfernung, wie der die Begrüßungsrede vor all den Gästen hielt. Inmitten der Besucher wollte der Hohe Schwarzmagier bei dem in kürze folgenden Ritual nicht stehen. Sich unauffällig unter die Anderen zu mischen konnte er auch noch später tun. Keiner von ihnen hatte eine Ahnung, was da auf sie zukam. Und das war auch besser so. Wer wollte schon einen Teil von sich selbst hergeben um die Bibliothek des Kastells zu heilen?

    Dann ging es los. Als würde sich das Tor der Zeit schließen, unterbrach der Lauf aller Dinge. Die Zeit wurde zum Stillstand gebracht und alle Gäste waren wie eingefroren. Man hätte jetzt allerlei Experimente mit ihnen machen können und keiner würde es bemerken. Ein faszinierender Zustand, wie olirie befand. Doch es blieb nicht viel Zeit zum Staunen, sie mussten sich auf das Ritual konzentrieren. Die Energie mehrerer Leute anzuzapfen und in einem kleinen Kristall zu fokussieren benötigt mehr als nur einen fähigen Magier. Auch olirie spendete nicht nur einen Teil seiner Kräfte für dieses Ritual, sondern half mit einem anderen gleichzeitig für das Gelingen dieses.

    Seine Beiden Hände waren von sich gestreckt, die Augen wachsam auf die Besucher und unfreiwilligen Zuschauer des Ritual gerichtet. In seinem Kopf herrschte höchste Konzentration. Dies war kein Vergleich zu einem schlichten Zauber, den man lernte und später mal ausführte. Es gab keine Möglichkeit hierfür zu trainieren, alles musste beim ersten Versuch klappen. Doch auch wenn er gerade erst wieder dabei war, die Kunst der Magie neu zu erlernen. Sein bisheriges Können und seine Erfahrung aus alten Tagen halfen ihm, bei diesem Ritual dennoch ein produktives Element zu sein.

    Der Kristall gewann immer mehr an Farbe. olirie versuchte sich an das zu erinnern, was der Dämon zu ihm gesagt hatte. „Vergiss nicht im richtigen Moment die Augen zu schließen.“ Ja, das waren seine Worte. Und woher wusste er, wann der richtige Moment gekommen war? Das hatte ihm kein Dämon verraten. Wahrscheinlich kam es auf seine Intuition an. Auf sein Gefühl. Auf viel mehr konnte er ja auch nicht achten.
    Doch dieses strahlende Blau des Kristalls begann inzwischen, immer mehr von oliries Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er wollte dahin, es berühren, die ihm innewohnende Kraft kosten. Fast hätte er sich gerade in dem magischen Objekt gedanklich verloren. Was das der Moment? Sollte er sich jetzt abwenden? Zum Konzentrieren brauchte der Hohe Schwarzmagier keine Augen. Das ging auch mit geschlossenen.

    Gerade im rechten Moment schloss olirie seine Augen, denn nur Augenblicke später blitzte der Kristall kurz auf, entlud schlagartig seine magische Kraft und blendete die Zuschauenden. Der konzentrierte, von olirie geleitete Magiestrom riss plötzlich ab und ließ die beteiligten Magier wissen, das Ritual war vollbracht.
    Last edited by olirie; 18.03.2012 at 17:41.

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    Schwertmeister Illdor's Avatar
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    Illdor is offline
    Die Bibliothek war zur späten Stunde, da wo die Aufführung der Magier längst ihrem Ende gefunden hatte, scheinbar leer gewesen. Jedenfalls war niemand zu sehen, nicht einmal ein Novize, der von den Dienern der schwarzen Kunst dazu verdonnert wurde, die Regale, die sich scheinbar hoch hinauf bis hin zur Decke erstreckten, zu reinigen. Die Gänge schienen im Schatten zu verschwinden, führten dem Anschein nach in eine ewige Finsternis. Auf den Tischen brannte ein blaues Licht, entfacht durch ein seltsamer Kristall. Leicht kratzte sich der Dieb am Kopf, als er sich durch die sämtlichen Regale der Bibliothek hindurch wühlte, und sich innerlich – wenn auch nur leicht – darüber aufregte, in was für ein Schlamassel er sich nun wieder befand. Wie zur Hölle sollte er es schaffen, einige wahrscheinlich gut versteckte Bücher, die aber für ihn von unvorstellbarem Wert waren in solch einer Sammlung von Literatur zu finden, die sich über das ganze, beeindruckende Areal des Erdgeschosses erstreckte. Seltsamerweise war diese wertvolle Zusammenstellung von Wissen von außen betrachtet gar nicht zu sehen. Ein Zimmer im nichts sozusagen, denn nur durch die Eingangstür war die Bibliothek zu erreichen und auch nur durch sie, konnte man sie sehen. Es war für dem Myrtaner ein merkwürdiges Gefühl gewesen, da er sich vorstellte, wie die Magie, die hier herrschte, selbst mit Raum und Zeit spielte und sie nach ihren Belieben formen konnte, doch im Nachhinein war es gar nicht so sonderbar gewesen. Nur ungern erinnerte sich der braunhaarige junge Mann an die Geschehnisse tief in den Katakomben des dunklen Herrschers, wo ihm beinah der Sinn für die Realität für immer genommen wurde. Bis heute wollte Illdor sich nicht ausmalen, was mit ihm passiert wäre, wenn sein inneres Feuer, das für die Wirklichkeit loderte ihm damals nicht die Augen geöffnet hätte. Wahrscheinlich wäre er der schwarzen Magie verfallen und würde selbst heute noch als geistloser und besessener Dämon in den dunklen Gängen des Kastells herumwandern.
    Illdor grinste kurz, als er sich zurückerinnerte. Dann strich er sich durch die braunen Haare und kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf. Xardas… Für einen Moment dröhnte das Wort in seinem Kopf, zuckte wie ein fürchterlicher Schmerz durch seinen Körper, und ihm nächsten Moment wehte ein leichter Wind an dem junge Myrtaner vorbei. Auch Hauch von Kälte, eine finstere Aura, was es auch war, es war fort. Langsam formten Illdors Lippe jenes Wort, das er aus seinem Kopf hörte und schließlich sprach er es aus. Ein altes Buch fiel vom Regal und landete direkt in seinen Händen. Leicht verwirrt nahm der Dieb in einer stillen Ecke Platz und las sich zögernd durch die ersten Seiten. Es handelte von Macht und jener, der sie besaß, war es gewährt sich über die Sterblichen zu stellen. Seltsam war jedoch, dass kein Name erwähnt wurde, sodass Illdor letztendlich nicht herausfand, wer „Jener“ war. Dieser musste ein wahrhafter Schwarzmagier gewesen sein, besaß sämtliche Fähigkeiten und Befugnisse, sich über das Leben zu stellen und sich im Schutz des Todes frei mit Magie zu bedienen, die den Vorstellungen eines Sterblichen in allein Rahmen und Grenzen sprengte. Illdor seufzte kurz, kramte ein Blatt Pergament heraus und begann sich Notizen zu machen. In seinen Gedanken spielte sich das Schauspiel der Zauberei nochmals ab. Er erinnerte sich an die beiden Schwarzmagier, die sich mit dunkler Kunst, tote Wesen Leben einzuhauchen, bedienten. Wie in dem Buch beschrieben… Es war sonderbar gewesen zu beobachten, mit welcher Entschlossenheit sich die Diener Beliars über die Grenzen des Lebens stellten. So entschlossen, als würden sie die Mächte des Lebens verachten…
    Apropos Mächte des Lebens. Auch die Darbietung des Feuermagiers hatte den jungen Dieb zutiefst beeindruckt. Ein Spektakel der Extraklasse war die Vorstellung von purer Energie gemischt mit kraftvoller Eleganz gewesen und so schnell würde der Jüngling dieses Schauspiel nicht wieder vergessen. Auch die Magie, mit der sich der Wassermagier bediente, prägte sich im inneren des Myrtaners ein. Sie war mit Mystik gekoppelt, nicht aggressiv, sondern geheimnisvoll. Dennoch ängstigte sie Illdor etwas, da er Eis mit Selina verband…
    Einzig die letzte Darbietung einer jungen Magierin konnte der Dieb keiner Fraktion zuordnen. Scheinbar waren es naturgebundene Zaubereien gewesen, die ihren Ursprung womöglich im tiefen Dschungel und Sumpfgebiet um den Baum Tooshoo fanden. „Naturgebundene Magie…“ Illdor ließ sich die Worte auf der Zunge zergehen und notierte sie nachdenklich auf dem Blatt Pergament. Urplötzlich regte sich etwas in der Bibliothek. Es waren Regale gewesen, die möglicherweise verschoben wurden. Ein kleines Knirschen und ein lautes Plumpsen waren zu vernehmen, ehe ein modrig riechendes Buch durch die Luft direkt zu dem Platz, an dem Illdor saß, schwebte. Dann herrschte wieder die Totenstille.
    Es war ein Buch über sogenannte Druiden gewesen. Ein sonderbares Volk, das sich mit naturgebundener Magie bediente, aber auch befähigt war, die Emotionen und Gefühlen der Menschen zu manipulieren und sie „verändern“. Für einen Moment erschien das Bild einer Frau vor den Augen des Myrtaners. Sie war ebenfalls als Zuschauer bei den Aufführungen gewesen. Da Illdor und Azil sich mehr oder weniger in die hinteren Reihen gesetzt hatte und der Dieb durch die vielen Anwesenden sich nur ein unsauberes Bild von ihr machen konnte, nahm er sie nur kurz wahr. Doch jetzt – wenn er genau darüber nachdachte – dann könnte es die Hexe gewesen sein, die ihn damals in Schwarzwasser auf hinterhältigster Weise verzaubert hatte…
    Der Ball beginnt sogleich..., ertönte es aus seinem Kopf.
    „Ach, halte dich ran, Illdor. Du hast nicht viel Zeit. Du brauchst noch dringend ein Buch über das Kastell.“ Gesagt, getan. Ein weiteres dickes Buch flog heran und präsentierte sich direkt vor dem Braunhaarigen. Illdor verdrehte genervt die Augen, murmelte dann aber seinen Dank. Er musste schneller arbeiten, denn sicherlich fragte sich Azil bereits, wo er sich befand. Viel hatte er dem Varanter von dem Treffen mit Gath nicht berichtet, lediglich nur, dass er ihn kannte und dass er das Problem mit ihm auf seine Weise lösen würde.
    Schritte... Eine Hand legte sich auf die Schultern des Myrtaners. "Packe deine Sachen zusammen. Ich erwarte dich vor dem Kastell. Es wird Zeit zu gehen.", sprach Azil.
    Last edited by Illdor; 18.03.2012 at 19:03.

  17. View Forum Posts #17
    Kämpfer Putorius's Avatar
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    Putorius is offline
    "Bewahre Andrahir, dir hab ich also diese interessante Begleitung zu verdanken? Und wenn du so gut auf ihn aufpasst wie letzte Nacht, hab ich eher respekt vor deinem Umfeld, dass mit ihm -wie heißt er eigentlich?- klarkommen muss." Doch auch wenn es die Wortwahl vermuten ließe, war er ganricht so unglücklich den Hund um sich zu haben, und dass zeigte sich auch in seinem Lächeln. Wobei er dank dem kleinen tatsächlich seine heutigen Übungen nicht gemacht hatte, er hatte ja nichtmal die Zeit gefunden Cécilia zu suchen.
    Doch noch bevor er diese Gedankengänge weiterspinnen konnte, oder Andrahir hätte antworten können wurden sie in den Thronsaal beordert, anscheinend ging der Ball los. So nahm er noch schnell einen Bissen von seinem Teller und nahm den Hund an die Leine, Andrahir hatte ja schon zwei. So schlossen sie sich der Menge an, zwei Sumpfler und drei Hunde, von denen einer sein Essen, oder was davon übrig war mit sich herumschleppte. Eigentlich eine sehr tolle Nachhut.
    Die Begrüßungsrede, war ebenso fesselnd, wie verwirrend, die Schwarzmagier taten ja gerade so, als ob sie das beste für die Welt vorhätten. Doch die darauffolgende vorführung mit einem großen, geschliffenem Edelstein war faszinierend, man konnte sich direkt in ihm verlieren, seiner hellblauen Farbe, wie ein schöner Frühlingsmorgen. Alleine das Betrachten schien schon anstrengend zu sein, aber das nahm man doch für diese Schönheit gerne in kauf.

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    Warrior Viraya's Avatar
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    Viraya is offline
    Unbewusst, fast versonnen strich sich Viraya das Kleid zurecht. Es war wunderschön schlicht. Rot mit neckischem Schwarz, das an den richtigen Stellen hervorblitze und es passte wie angegossen, nachdem ihr ein Dämon mit zwei Nadeln ausgeholfen hatte. Auf ihre sehr höfliche Bitte hin, brachte er der Schwarzmagierin noch ein paar passende Schuhe. Die geradezu schmerzhafte Stimme gab ihr dabei das Gefühl endlich zu Hause zu sein. Dann galt es nur noch eine Scherbe des Spiegels zu finden, um die Augen mit etwas Kohle noch dunkler und die Wimpern länger erscheinen zu lassen. Das hatte sie in Darlas Bordell gelernt. Allerdings trug sie nicht so dick auf wie die Huren dort, sondern hielt es dezent. Zu rotem Lippenstift brauchte es nicht viel, schliesslich wollte sie nicht den Anschein erwecken eine Maske zu tragen. Nur das schwarze Haar kämmte sie noch und benetze es leicht, damit sich die einzelnen Strähnen kringelten, dann folgte sie olirie in den Thoronsaal hinunter. Sie hatte die Ansprach wohl leider verpasst. Sie schien bannend gewesen zu sein, denn die Besucher wirkten beinahe etwas benommen. Sie schüttelte ungläubig den Kopf und glaubte etwas Fremdartiges zu spüren, das ihr dennoch vertraut und beruhigend erschien. Dann erinnerte sie sich an das Schreiben.

    Sie lächelte, trat ein und entdeckte olirie, der mit verkrampft zusammengekniffenen Augen da stand. Mit eleganten Schritten, einem leichten, jedoch nicht übertriebenen Schwung der Hüften, hielt sie auf ihn zu.

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    Arkaner Photograph  Narzuhl's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Narzuhl is offline
    Es dauerte nicht lange, da erhielt er von dem Schattendämon die Mitteilung, dass ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt waren und die Bibliothek in Zukunft wieder ihren Zweck ohne Einschränkung erfüllen würde. Mittlerweile drang auch wieder die restliche Umgebung an Narzuhl’s Sinne und er fand sich im Thronsaal wieder. Sein Gehör vernahm Musik, vermutlich von den Dämonen gespielt. Es brauchte einige Momente, bis er realisierte, dass sie ja einen Ball ausgerufen hatten und die Gäste nun sicherlich feiern wollten. Wollte er dies auch, oder würde er sich einfach auf sein Zimmer zurückziehen? Im Prinzip hatte er seine Aufgabe erfüllt und er konnte etwas Entspannung sicherlich gebrauchen. Die letzten Tage waren von einem Stress begleitet gewesen, der dem Magier zu wider war. Er arbeitet gerne unter Druck, aber lieber unter Erfolgs- denn unter Zeitdruck.

    Solche Veranstaltungen waren ihm jedoch weitestgehend fremd. Noch nie war er irgendwo zum reinen Vergnügen gewesen, es hatte schon einen tieferen Sinn geben müssen. Nun befand er sich aber in seinem Zuhause. Änderte dies irgendetwas? ‚Ich gönne mir einfach mal ein paar ruhige Momente und beobachte das Treiben hier, dann werde ich ja sehen, was zu einer Feier dazugehört…’

  20. Visit Homepage View Forum Posts #20
    Ritter
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Gath is offline
    Der Tagesablauf des jungen Bootsbauers war heute wirklich außergewöhnlich gewesen: Nachdem er morgens ausgiebigst gefrühstückt hatte - man musste das fantastische Angebot an allem, was man sich vorstellen konnte, ja einfach genießen und ausnutzen! - hatte er sich ziemlich schmerzhaft mit einem Dämon unterhalten müssen, um diesem mitzuteilen, welche Vorstellung ihn am meisten beeindruckt hatte, und diesen anschließend gefragt, wo und ob man sich denn hier im Kastell ein Bad genehmigen konnte - überraschenderweise gab es dafür ganz traditionelle Badezuber, die für Gath trotz allem den reinsten Luxus darstellten, mit wunderschönem, warmen Wasser - das, sobald er ihm wieder entstieg, nicht mehr so hundertprozentig durchsichtig war. Nichts desto trotz machte sich der junge Bootsbauer anschließend noch daran, seine Sachen, die er seit eh und je trug, mal wieder zu waschen - im Sumpf gestaltete sich das als sehr schwierig, weshalb er nachlässig geworden war, seit er Setarrif verlassen hatte und kein Meer mehr vor der Nase hatte - sodass er, wenn er schon nicht ordnungsgemäß angezogen war, doch zumindest saubere Kleidung trug.
    Aber irgendwie... Nein, so wie er aussah, mit einem mehrfach geflicktem Hemd und einer ebenfalls nicht besser aussehenden Hose, konnte er nicht auf einen Ball gehen, denn das war etwas, wo man nobel aussehen sollte. Und nunja... Er sah vielleicht aus, wie ein Matrose, der schon lange nicht mehr angeheuert worden war, aber mehr auch nicht...
    So kann das nicht angehen... Gibt es hier denn keine Möglichkeit, an was vernünftiges zum Anziehen zu kommen?
    Doch., da war sie wieder, diese unglaublich laute, schmerzende Stimme, die dem jungen Bootsbauer die Tränen in die Augen trieb.
    "Irgendwie sowas, wie ich es jetzt auch anhabe, nur in heil?", fragte er leicht zögerlich den leeren Raum um ihn herum.
    Vielleicht.
    "Es muss auch nicht länger als für den heutigen Abend halten...", meinte Gath mit weinerlicher Stimme, denn vor seinem inneren Auge spielten sich schon wieder Szenen aus den Katakomben ab. Mal abgesehen von den Schmerzen, die ihm die Stimme bereitete.
    Und dann gab es nur noch Schwärze vor ihm.

    ***

    Eine unbestimmte Zeitspanne später fand sich der junge Bootsbauer auf dem Boden liegend in seinem Zimmer wieder und auf dem Bett einige Kleidungsstücke: Ein etwas feineres Leinenhemd in fast weiß und eine Hose in dem gleichen Stoff, passend dazu, sodass ich er nicht mehr komplett dahergelaufen aussah. Eigentlich schade, dass er das nicht behalten konnte, aber andererseits... Vielleicht sollte er mal einen Schneider aufsuchen und sich etwas neues zum Anziehen machen lassen. Genug Geld besaß er eigentlich.
    Sobald er sich angezogen hatte und seine krazigen, neuen Sachen am Körper trug - was komisch war denn wenn man mit der Hand drüber strich, fühlte sich der Stoff durchaus weich an, aber anscheinend hatte der Dämon ihn ärgern wollen - was ja bei Dämonen häufiger vorzukommen schien - und einen krazigen Zauber in das Kleidungsstück miteingewoben... Nunja, wer schön sein wollte, musste bekanntlich leiden.
    Nichts desto trotz beschloss der nun duchaus gut gekleidete junge Bootsbauer, bevor er sich heute Abend zum Ball begeben würde, noch einen Abstecher in die Bibliothek des Kastells zu machen.
    Und die war wirklich... gigantisch.
    Nie hätte sich Gath träumen lassen, dass es eine solche Masse von Büchern an einem Ort geben konnte, wo er doch bisher nicht mehr als eine Hand voll Werke zu Gesicht bekommen hatte - und diese stammten allesammt aus der Bibliothek Setarrifs.
    Wonach er suchte, war eigentlich nicht schwer zu erraten: Vor mittlerweile doch erheblicher Zeit hatte in Fartyg, der Weftbesitzer Vengards, hinaus in die Welt geschickt, mit einem Gesellenbrief in der Hand und mit dem Auftrag, in einer anderen Werft zu Arbeiten oder sich weiter ausbilden zu lassen. Sein Plan war damals eigentlich gewesen, sein Wissen etwas zu mehren, vor allem in Hinsicht auf den Bau von wirklich Schiffen, aber zu mehr als zur Reparatur eines solchen hatte es dann doch nicht gereicht. Doch wenn er jetzt schonmal hier war, im Kastell, dem Hort einer legendären Bibliothek, in der es laut Angaben der Gäste zu allem etwas gab und man nur sagen musste, was man haben wollte - so ähnlich, wie hier auch das höchst sonderbare System des Speisenbestellens funktionierte - hatte er beschlossen, hier einmal vorbeizuschauen und sich etwas über den Bau von Schiffen einzulesen.
    Und da hatte er sich eine Aufgabe aufgehalst, die sich nunja... mehr oder minder unlösbar gestaltete, denn sobald er ausgesprochen hatte, was er haben wollte, kam zum einen eine riesige Flut aus Büchern auf ihn zu, die er nie im Leben alle durchlesen würde, und wenn er in diese Bücher hineinschaute, musste er ebenfalls zumeist kapitulieren.
    Teilweise war die Schrift so seltsam, dass er sie beim besten Willen nicht entziffern konnte, teilweise waren das Sprachen, von denen er noch nie etwas gehört hatte - er wollte gar nicht wissen, wie die Schwarzmagier an solche Bücher gekommen waren - und oft war es auch einfach nur so kompliziert geschrieben, dass er aufgeben musste, da er sich jeden Satz mindestens zehn Mal durchlas und am Ende doch entweder feststellte, dass nichts wesentliches drin stand, oder trotz allem nicht draus schlau wurde.
    So hielt sich das wissen, dass sich der junge Bootsbauer über das Metier des Schiffbauens aneignen konnte, doch in ziemlich argen Grenzen...
    Irgendwann hatte er dann aber doch aufgrund eines lautstark knurrenden Magens die Lust verlohren, sich mit Büchern zu befassen und war ins Refektorium zurückgekehrt - wo sich überraschend wenig Leute herumtrieben. Den Grund dafür erfuhr auch ziemlich bald: Der Ball war kurz davor zu beginnen.
    Na dann komme ich eben zu spät... Vorher will ich auf jeden Fall noch etwas essen!

    Sobald er mit dem Essen fertig war, begab er sich auf direktem Weg - dem Weg, den ihm vorher ein Dämon geschildert hatte, nachdem er nachgefragt hatte - in den so gennanten Thronsaal. Und erblickte, kurz davor in der Eingangshalle eine vertraute Gestalt, die er schon kurz nach seiner Ankunft getroffen hatte und die mal wieder beschlossen hatte, ihn nicht zu kennen.
    Trotz allem sprach Gath sie wiedereinmal an: "Hallo Illdor. Dürfte man vielleicht heute erfahren, warum bei Beliar du mich nicht mehr kennen willst?"
    Last edited by Gath; 18.03.2012 at 20:16.

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