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13.04.2012 22:21
#64
Moderator
Mein Resümee fällt insgesamt positiv aus. TW2 ist ein RPG, welches Maßstäbe setzen konnte. Die Fähigkeit mich gänzlich an ein Spiel zu fesseln, lag seinem Vorgänger jedoch eher, zumindest was mich persönlich betrifft. Wo liegt die genaue Ursache? Muss ich sie kennen? Ich denke kaum, die Hauptsache TW2 hat Spaß gemacht. Und das es seinen Vorreiter in den Schatten stellt, diese Erwartung habe ich niemals vorausgeschickt. Aber vielleicht ein paar kleinere Vergleiche.
Entscheidungen und Konsequenzen, unter diesem Motto lief der erste Teil. Ich wäre nicht damit einverstanden, wenn sich TW2 ebenfalls mit diesem Slogan schmücken wollte. Die Entscheidungsfreiheit, bzw. die unterschiedlichen Möglichkeiten fielen für meinen Geschmack etwas geringer aus, als noch beim ersten Teil.
TW2 wirkt weniger weitläufig, weniger umfangreich und die Atmosphäre ist verglichen mit seinem Vorgänger dahinter anzusiedeln. Aber über Geschmack streitet man doch nicht ^^
Die Flashback Images aus TW1 fehlten mir etwas. Die Rückblicke, welche bei seinem Nachfolger etwas comicartig gehalten wurde, mochte ich nicht so sehr. Wenngleich die Idee im Ansatz gut ist. Aber bleiben wir fair, die Bilder aus Teil 1 zeugten stellenweise nicht von höchster Kunst.
Ich muss es ansprechen, die Sexszenen: An und für sich eine gute Idee, aber mir fehlten die Sexcards. Nein, ich bin nicht festgefahren und für Neuerungen gerne zu haben. Doch der Sammlereffekt ging durch das Ausbleiben dieser Cards etwas unter. Das die Zahl der möglichen Eroberungen reduziert wurde, wirkt weniger übertrieben als im Vorgängerteil.
Kämpfe auf den Zinnen, düstere Wälder, alte Ruinen und von Monstern überzogene Gebirge. The Witcher 2 ist ein weltklasse Spiel. Keine Frage. Leider – und mir ist bewusst, dass ich mich wiederhole -, konnte es mich zu keiner Sekunde derartig fesseln wie es The Witcher 1 gelang. Rückblickend hat es auf mich die Wirkung einer Brücke die zwischen Teil 1 und Teil 3 geschlagen werden sollte. Weniger als eigenständige Geschichte. Der Schluss ist sehr offen, wirkt mehr wie ein Cliffhanger (ich benutze den Begriff in diesem Zusammenhang) auf das was noch kommen mag. Auch beim ersten Teil erwartete uns ein Abspann der uns einen Einblick auf das ermöglichte was einen im nächsten Spiel erwartet. Jedoch war der Teil zuvor abgeschlossen worden. Auch wenn mit der EE ein neuer Abspann kommen mag, den möchte ich gerne abwarten und zunächst muss ich diesen hier beurteilen.
Einzelne Chars hatten zu wenig Tiefe, und andere zu sehr in eine zu wenig interessante Richtung. Kaum einem NPC ist es gelungen, dass ich mich über einen längeren Zeitraum für ihn interessiere, und hoffte mehr über ihn zu erfahren.
Langatmige Szenen wie der Gang über das Schlachtfeld mit Philippa Eilhart, oder ewiges Suchen nach Nestern konnte bei mir keine Spannung auslösen.
Als langjähriger Fan der Bücher freute ich mich hingegen über Chars aus diesen. Die Haudegen meldeten sich wieder zu Wort, auch habe ich mich über Philippa gefreut und wie ich bereits vor Jahren vermutet habe, ist erneut von Yennever die Rede.
Das Spielsystem ist außer Frage als Verbesserung zu betiteln. Auch wenn ich die aufgebohrte Aurora Engine genau so schätzte, die Änderung war eine intelligente Entscheidung.
Das liest sich insgesamt als etwas abwertend, doch so soll es nicht gemeint sein. Ich liebe The Witcher 2, doch ich vergöttere Teil 1 ^^ Und daher fällt ein Spiel im direkten Vergleich grundsätzlich ab. Wie lange, das werden wir in der Zukunft sehen. Vielleicht bei The Witcher 3 ?

- The Witcher - Cyberpunk 2077 -
Ich bin ein Hexer... ich richte nicht und ich strafe nicht. Ich löse die Probleme der Menschen... nicht immer mit dem Schwert.
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14.04.2012 22:07
#75
Veteran
 Originally Posted by Dephinroth
TW2 wirkt weniger weitläufig, weniger umfangreich und die Atmosphäre ist verglichen mit seinem Vorgänger dahinter anzusiedeln. Die Flashback Images aus TW1 fehlten mir etwas. .
Einzelne Chars hatten zu wenig Tiefe, und andere zu sehr in eine zu wenig interessante Richtung. Kaum einem NPC ist es gelungen, dass ich mich über einen längeren Zeitraum für ihn interessiere, und hoffte mehr über ihn zu erfahren.
Langatmige Szenen wie der Gang über das Schlachtfeld mit Philippa Eilhart, oder ewiges Suchen nach Nestern konnte bei mir keine Spannung auslösen.
Das liest sich insgesamt als etwas abwertend, doch so soll es nicht gemeint sein. Ich liebe The Witcher 2, doch ich vergöttere Teil 1 ^^ Und daher fällt ein Spiel im direkten Vergleich grundsätzlich ab. Wie lange, das werden wir in der Zukunft sehen. Vielleicht bei The Witcher 3 ?
Witcher 1 war viel dunkler und beklemmender gezeichnet. Es gibt hier Leute, die mögen die neuen Flashbacks, ich allerdings gehöre zu denen die das weniger tun. Das Questdesign von Witcher 2 ist Fantasy-Standardkost. Weder sind die meisten Quests außerordentlich überragend noch grottenschlecht...dein Beispiel z.B. mit den Harpyiennestern. Das war in Witcher 1 doch anders (Kennt ihr noch die Quest: Wizima vertraulich?). Mir gehen/gingen die Quests von Witcher 2 zu wenig in die Tiefe, auch finde ich Geralts Freunde (Zoltan und Co.) zu wenig in die Story eingebunden. Ihre Ausgestaltung ist eher flach ausgefallen.
Witcher 2 ist schlicht ein ACTION-RPG mit der Tendenz zur casual gaming (die Spieler dürfen keinesfalls intelektuell überfordert werden!). Es spielt sich schneller, dynamischer aber auch seichter. Der Vorgänger war hingegen noch ein klassisches old-school "classic RPG".
Bin ganz offen, ich habe keine 4 Jahre auf so einen Nachfolger gewartet. Die Änderungen gefallen mir nicht. Ich hielt und halte sie für falsch. Ich war, als ich die v1.0 das erste Mal gespielt habe, äußerst negativ überrascht. Das fing schon mit den nicht abschaltbaren schnellen Quicktimeevents und Co an... na ja, mal schauen was die Enhanced Version bringt
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15.04.2012 00:28
#77
Ehrengarde
 Originally Posted by INTERREX
Negativpunkte:
*Was mir in Witcher 2 ganz besonders fehlt, dass ist ein neutraler Pfad ohne sich für Iorweth oder Roche entscheiden zu müssen!
*Die Story ist gut, aber für mich viel zu viel Politik in die der Hexer eingewoben ist, schließlich ist er ein Monsterjäger und kein Politiker. Das mit dem "Monsterjäger" kommt mir im 2ten Teil einfach zu kurz. Seine Neutralität verteidigt er auch an manchen Stellen offen im Gespräch mit NPCs, leider wurde diese innerhalb des Spiels nicht konsequent umgesetzt!
*Diebstahl hat auch in Witcher 2 keine Konsequenzen, aber mit dem Schwert vor einer Wache zu fuchteln, zieht sofortige Konsequenzen nach sich!
*Keine offene Welt, auch nicht im Ansatz (siehe Kampf mit dem Drachen in Loc Muinne als Paradebeispiel> Geralt kann vom Turm nicht fallen oder überall springen)
- Geralt muss sich nunmal auf einen Pfad entscheiden oder wie denkst wäre die Geschichte weitergelaufen auf dem "Leckt mich Leute ich geh nach Hause" Pfad?
- Politik spielt in den Bücher eine große Rolle und das greift halt TW2 auf. Passt zu den Romanen "fast" wie die Faust aufs Auge, da Geralt nunmal in die Scheiße reingezogen wird.
- Diebstahl hatte in TW1 auch keine Konsequenzen und ich kenne kein RPG das das perfekt umsetzt und manchmal ist mehr schlecht als recht. Von daher für mich kein Kritikpunkt. Außerdem ist Geralt ehrlich, also warum die Leute bestehlen? 
- NEIN bitte nicht, keine Offene Welt in einem Story intensiven linearen RPG. Es gibt nichts schlimmeres für mich wenn ich eine Story erleben will so dermaßen rausgerissen zu werden das ich nicht weiß was ich jetzt tun muss. Wenn du ein offenes RPG willst spiel Skyrim. Beide spiele kann man in dieser Hinsicht nicht vergleichen.
- Herunterfallen klettern hatte ich ein paar Seiten vorher erötert.
Die Stadt hat Angst vor mir, ich kenne ihr wahres Gesicht. Die Straßen sind Rinnsteine. Und diese Rinnsteine sind voller Blut. Und wenn die Gullies schließlich verstopfen, ersäuft all das Ungeziefer. Der dreckige Morast aus Sex und Mord wird ihnen bis zur Hüfte gehen. Und all die Huren und Politiker werden aufblicken und rufen - Rette uns! Und ich werde flüstern - Nein."
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15.04.2012 11:01
#79
Veteran
 Originally Posted by DarkInside
- Geralt muss sich nunmal auf einen Pfad entscheiden oder wie denkst wäre die Geschichte weitergelaufen auf dem "Leckt mich Leute ich geh nach Hause" Pfad?
- Politik spielt in den Bücher eine große Rolle und das greift halt TW2 auf. Passt zu den Romanen "fast" wie die Faust aufs Auge, da Geralt nunmal in die Scheiße reingezogen wird.
- Diebstahl hatte in TW1 auch keine Konsequenzen und ich kenne kein RPG das das perfekt umsetzt und manchmal ist mehr schlecht als recht. Von daher für mich kein Kritikpunkt. Außerdem ist Geralt ehrlich, also warum die Leute bestehlen? 
- NEIN bitte nicht, keine Offene Welt in einem Story intensiven linearen RPG. Es gibt nichts schlimmeres für mich wenn ich eine Story erleben will so dermaßen rausgerissen zu werden das ich nicht weiß was ich jetzt tun muss. Wenn du ein offenes RPG willst spiel Skyrim. Beide spiele kann man in dieser Hinsicht nicht vergleichen.
- Herunterfallen klettern hatte ich ein paar Seiten vorher erötert.
Es gibt keine unpolitischen Menschen, aber das mit der Politik in Witcher 2 geht es mir dann doch zu weit. Es ist so.
Und wenn es im ersten Teil einen neutralen Pfad gab (deine Wortwahl: "leck mich doch alle"), warum dann nicht in Witcher 2? Hinsichtlich einer offenen Welt, wünschte mir mehr Freiheit auch von einem Turm zu fallen, das würde das Spiel realistischer machen. Ich wünsche mir kein "Skyrim 200%" in Witcher 3.
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15.04.2012 11:20
#80
reaktivierter Wolf
Kann mich sowohl Dephinroths ausführlichem als auch Don Cruz' kurz und knappen Resumé anschließen. TW1 hat etwas prickelndes, etwas besonderes das TW2 nicht hat.
 Originally Posted by DarkInside
- Geralt muss sich nunmal auf einen Pfad entscheiden oder wie denkst wäre die Geschichte weitergelaufen auf dem "Leckt mich Leute ich geh nach Hause" Pfad?
- Politik spielt in den Bücher eine große Rolle und das greift halt TW2 auf. Passt zu den Romanen "fast" wie die Faust aufs Auge, da Geralt nunmal in die Scheiße reingezogen wird.
- Diebstahl hatte in TW1 auch keine Konsequenzen und ich kenne kein RPG das das perfekt umsetzt und manchmal ist mehr schlecht als recht. Von daher für mich kein Kritikpunkt. Außerdem ist Geralt ehrlich, also warum die Leute bestehlen? 
- NEIN bitte nicht, keine Offene Welt in einem Story intensiven linearen RPG. Es gibt nichts schlimmeres für mich wenn ich eine Story erleben will so dermaßen rausgerissen zu werden das ich nicht weiß was ich jetzt tun muss. Wenn du ein offenes RPG willst spiel Skyrim. Beide spiele kann man in dieser Hinsicht nicht vergleichen.
- Herunterfallen klettern hatte ich ein paar Seiten vorher erötert.
- Einen "neutralen" Pfad zu nehmen ist auch eine Entscheidung. Es wäre definitiv möglich gewesen, eine Storyline einzubauen wo Geralt sich sowohl von Roche als auch Iorweth distanziert und trotzdem in die Geschichte hineingezogen wird.
- Geralt wird in den Büchern so gut wie nie *direkt* in Politik hineingezogen, so wie es in TW2 gezeigt wird. Politik ist ein sehr wichtiges Thema in den Büchern, spielt sich aber größtenteils um Geralt herum ab, nicht mit ihm. TW2 versucht zwar den Eindruck zu geben, dass es Geralt eigentlich nur um Triss geht und nicht um die hiesigen politischen Verhältnisse, aber das kommt mMn überhaupt nicht rüber. Ganz anders als in den Büchern oder in TW1. Da stehen seine persönlichen Motive immer deutlich im Vordergrund.
- Das kommt drauf an, was mit "offener Welt" gemeint ist. Eine Welt in den Ausmaßen von TES möchte ich auch nicht haben. Die Gebiete in TW1 waren allerdings deutlich größer und offener (und mMn interessanter) als in TW2, ganz ohne der Spannung im Storyverlauf Abbruch zu tun.
- Herunterfallen, klettern und Diebstahl stören mich in beiden Spielen nicht. Wobei freies Klettern die Welt interessanter machen könnte, sprich wenn man bestimmte Orte nur dadurch entdecken kann.
Let the demons have their place... if so it's angels you'll create.
- Dredg
Viele Leute denken, Zeit sei wie ein Fluss, der sanft und sicher in eine Richtung fließt. Aber ich habe das Anlitz der Zeit gesehen und ich sage euch: sie haben unrecht. Zeit ist ein Ozean im Sturm. Ihr werdet fragen wer ich bin und warum ich so spreche. Kommt, und ich erzähle euch ein Märchen, wie ihr es noch nie gehört habt...
- Der Prinz von Persien
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