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    Schwertmeister Kerdric's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Kerdric is offline
    Der Angriff kam ohne Vorwarnung. Durch einen kräftigen Tritt schwang die Tür nach innen auf und brachte die Verbrecher dazu, erschrocken aufzuspringen und zu ihren Waffen zu greifen. Kerdric hatte nicht vor, ihnen Gelegenheit dazu zu geben, diese zu benutzen, und so stürmte er augenblicklich in den Raum und auf den ersten der Männer zu. Ein erster schneller Hieb sorgte für eine blutende Wunde an der Schulter, weitere Schläge ließen den Gauner zurücktaumeln, dann schleuderte der Ausbilder ihm noch die Fackel entgegen und setzte gleich darauf wieder nach, ohne dem Verbrecher Gelegenheit zu geben, zur Verteidigung auch nur anzusetzen.
    Und dann war da die Wand, die weiteres Zurückweichen unmöglich machte. Der Mann brachte den Streitkolben nach oben, den er in der Rechten hielt, doch das so langsam, dass Kerdric schnell den Schaft packen und selbst mit dem Schwertknauf zuschlagen konnte. Ein dumpfes Geräusch ertönte, als er die Schläfe traf, und dann ging der Verbrecher zu Boden. Nur einen Moment lang blickte der Ausbilder ihn noch an, bevor er herumwirbelte, jedoch nur um zu sehen, wie Aaron zum letzten Schlag ausholte und zielsicher den Hals seines Gegenübers traf.
    Ob er kotzt?, fragte sich der Ausbilder. Nicht jeder vertrug so einen Anblick. Vorerst aber blieb der Türsteher standhaft. »Schnell gehandelt«, stellte Kerdric fest, als er neben seinen Schüler trat. »Der Tod hätte sich vielleicht vermeiden lassen … mit der Faust, mit dem Schwertknauf, mit der flachen Seite der Klinge, mit einem Hieb an eine andere Stelle … aber auf Mörder wartet sowieso der Strick. Trotzdem, merk es dir für die Zukunft. Man weiß nicht immer, mit wem man es zu tun hat, und dann muss man sich manchmal auch zurückhalten, um keinen Unschuldigen zu töten.«
    Er hob den Blick von der Leiche und starrte Aaron an. »Zugegeben, ich hatte Zweifel, was du tun würdest, aber letztendlich hast du das Richtige getan. Du kannst jetzt gehen, aber wenn du denkst, dass du so was« – er deutete auf den Toten – »öfter tun kannst, für den richtigen Zweck, dann komm morgen zu mir. Wenn nicht, dann nicht. Dann vertraue ich darauf, dass du weißt, wer die Bösen und wer die Guten sind. Mit dem Schwert kann ich dir jedenfalls nichts mehr beibringen, besser wirst du nur durch Übung. Kämpfen kannst du, und das nicht nur auf dem Übungsplatz …«

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    Veteran Kialar's Avatar
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    Kialar is offline
    Wind verscheuchte den Schnee von den Ästen, während die weiße Winterpacht von der Sonne dahingerafft wurde. Wo zuvor eine harte, festgetretene Schicht auf den Wegen gelegen hatte, herrschte nun grauer Matsch, der jedes Loch in Kialars Stiefeln fand, um seine Füße zu durchnässen. Der Feuermagier, das freundliche Wetter ausnutzend, befand sich auf dem Weg zu seinem Übungsplatz, um den Feuerzauber weiter zu trainieren.
    In den vergangenen Tagen war er nur wenig vorangekommen. Er schob es auf das Wetter und hoffte, heute endlich einen Schritt weiter tun zu können, denn wo Sonne hellauf strahlte, konnte Innos nicht weit sein!

    Inzwischen kam er relativ schnell in den Zustand der Ruhe, um Magie auszuführen. Für einen Feuerpfeil reichten allemal ein paar Augenblicke, verbunden mit kleinen Gesten, aber auch die magische Sphäre, die den Ursprung seines Feuerballzaubers bildete, ging ihm wesentlicher leichter von der Hand als noch vor kurzem.

    Stille, Konzentration, Magie


    Kialar verstand es immer besser, den Zauber zu wirken, ohne unnötige Kraft aufzuwenden und dabei bewusst genug zu bleiben, um die Umwelt noch wahrzunehmen, statt vollkommen in seiner magischen Übung zu versinken. Nichtsdestotrotz wäre er ein leicht anzugreifendes Ziel in einem Kampf gewesen. Glücklicherweise war er nur selten überhaupt in so eine Situation gekommen.
    Es hatte gedauert, bis ihm klar geworden war, welche Art von Glauben nötig war, um höhere Magie zu wirken. Tagelang in Büchern nachschlagend, musste er erst begreifen lernen, dass jener Glauben in ihm nicht eine Art von Fluss war, aus dem man beliebig trinken konnte. Einer Analogie nach, musste erst dessen Quelle gefunden werden, die ihre Kraft freiwillig gab. Diese zu finden und zu fühlen, sie abzutasten, ohne danach zu graben, ihre Essenz zu erhalten und nicht gewaltsam zu nehmen…das zu verstehen, hatte gedauert, doch glücklicherweise half ihm seine Intuition und Neugier dabei, wenn ihm auch oft Ungeduld zur Verzweiflung brachte. So gab es Tage, wo es ihm gelang und solche, wo ihm schlicht das Fingerspitzengefühl fehlte.
    Die Wärme der Sonnenstrahlen spürend, merkte er bald, dass der Tag ein richtiger war.
    Alle Teile fügten sich nahtlos ineinander, während die magische Sphäre an Form gewann und langsam zu jenem Feuerball wurde, der ihm so viel Arbeit und Mühe gekostet hatte. Es war plötzlich gleichermaßen erstaunlich, als auch überraschend simpel, den Zauber zu wirken. Das Feuer des Balles loderte in einer kleinen Kugel, die er kontrolliert über den Händen hielt. Es erforderte höchste Konzentration, die Magie nicht gleich fahren zu lassen, aber es gelang ihm für einige Zeit ganz gut. Bevor er seine Kraft jedoch aufbrauchte, setzte er den Zauber lieber um. Mit einem Triumphgefühl schleuderte er also den mächtigen Zauber auf die Holzpuppe, doch statt das angepeilte Ziel zu treffen, fand der Feuerball den Baum daneben, der sich in einer kleinen Feuerexplosion entzündete, sodass ein paar Äste in Flammen aufgingen. Die Zerstörungsgewalt des Undings wurde ihm erst jetzt klar.
    Wenn auch sein erster Wurf kein großer Treffer war und er viel mehr Potential in jenem Zauber sah - denn so schnell sich das Holz entzündet hatte, so rasch waren die Flammen schon wieder ausgegangen - so freute er sich dennoch über den ansehnlichen Fortschritt.

    Es war Zeit, zu Lopadas zu gehen. Dieser konnte ihm bestimmt weiter helfen, den Vorgang flüssiger zu gestalten und neue Bereiche der höheren Magie zu erschließen. Zuvor wollte er aber noch etwas machen. Ein leichtes Lächeln umspielte seinen Mund, während er die Magie zu wirken begann…

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    Krieger Aaron's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Aaron is offline
    Es hatte nicht mehr Worte gebraucht. Sie waren gegangen und Kerdric hatte die verantwortlichen informiert die sich um die 'Nacharbeiten' zu kümmern hatten. Als die Wege sich trennten, hatte der Kämpfer seinem Ausbilder die Waffe zurückgegeben und war gegangen.

    Es war ein neues Gefühl durch die Straßen Thorniaras zu laufen. Vor einigen Wochen war die Stadt ein Dreckhaufen mit elendem Gesindel gewesen und nun war sie ein Dreckhaufen mit elendem Gesindel, in dem man sich frei bewegen konnte. Natürlich hatte Aaron das vorher auch gekonnt, aber man nahm einige Schätze die einem eigen wahren, erst wirklich wahr, wenn man sie eine Zeit lang hatte entbehren müssen.
    Wäre alles normal abgelaufen säße der Türsteher immernoch hinter Gittern. Zutiefst zermürbt, wahrscheinlich bald krank und in wenigen Monaten ein gebrochenes Wesen ohne Verstand und taub für jedes Gefühl. Doch war alles anders gekommen.


    Der Lärm angetrunkener Handwerker und der süßliche Gestank von Schweiß schlug dem in der Tür stehenden ehemaligen Türsteher entgegen. Er warf einen Blick ringsum, wie schon am letzten Abend, an dem er jedoch keine Plauderlaune gehabt hatte. Zugegeben, die hatte er auch heute nicht, aber nun war es notwendig, da er allein nicht vorran kam in dem was er wollte. Auch heute fand er wieder nicht die Person auf der Bühne, die er suchte und so schob sich Aaron zwischen den Gästen zur Bar hindurch. Der Kellner erkannte ihn, wenngleich er überrascht wirkte.
    "Na... wo waren wir denn solang?"
    "Wo ist Felia?"
    "Wer?"
    Ein finsterer Blick der Augen, die gerade noch umhergewandert waren, gaben dem Knödelgesicht sein Gedächtnis wieder.
    "Ach... die meckernde Sängerin.... ja... wenn ich mich nur erinnern würde was ich dir von ihr ausrichten sollte."
    Das fette Grinsen hätte eindeutiger nicht sein können. Aaron steckte eine Hand in seine Jackentasche, kramte kurz darin herum und zog sie geschlossen wieder heraus. Der Wirt grinste vergnügt und drehte seinen auf dem Tisch liegenden Arm zu seinem Gegenüber. Beide Hände schwebten kurz direkt übereinander, als Aarons Faust plötzlich nach unten fuhr und das Grinsen des anderen verschwand und von einem überraschten Aufschrei ersetzt wurde.
    Doch keine Zeit fürs zurückweichen und Hand ausschütteln - schon längst waren die Wurstfinger in die menschliche Schraubzwinge geraten, die immer stärker zudrückte.
    "Ich höre..."
    "Argh... verdammt... sie hat gesagt du sollst zur Marktschänke kommen..."
    Ein letztes Mal rauschte die Hand des Wirtes unsanft auf den Tisch, bevor sich Aaron umdrehte und den Raum verlies. Marktschänke. Soweit so gut. Aber nun musste er erstmal eine andere Sache klären.


    Leer. Das war wohl die beste Beschreibung für den kleinen Raum. Nungut. Da war ein Tisch, zwei Stühle Regale... aber auch diese waren leer und inmitte der Leere hockte Kerdric auf einem Stuhl. Ein merkwürdiger Anblick. Er schien nachzudenken.
    "Du wolltest mich sehen." Wie so häufig blieb der junge Mann im Türrahmen stehen. Er hatte sich entschieden, weil das, was Kerdric von ihm verlangte das war, was er am besten konnte. Es wäre töricht gewesen, dem Angebot nicht nachzugehen.

  4. Visit Homepage View Forum Posts #84
    Schwertmeister Kerdric's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Kerdric is offline
    Ein Büro ohne Schriftstücke … zumindest fast. Der Anblick mochte seltsam wirken, doch angesichts der Tatsache, dass Kerdric des Lesens und Schreibens nach wie vor nicht mächtig war, war es eigentlich auch kein Wunder, dass sich hier keine Pergamente stapelten. Nur eine Handvoll Schriftstücke, die eigentlich auch keine Schriftstücke im eigentlichen Sinne waren – da war zum Beispiel der Stadtplan, den er sich hatte anfertigen lassen – lag herum und sorgte für einen etwas bürokratischeren Anblick.
    »Aaron«, begrüßte der Ausbilder den ehemaligen Türsteher, der mit einem Mal in der Tür stand. Das hatte er also nicht verlernt. »Und du willst anscheinend mich sehen, sonst wärst du nicht gekommen. Hier.« Kerdric griff sich eins der Pergamente und warf es in Aarons Richtung auf den Tisch. »Eine Reichsbürgerurkunde. Wegen tatkräftiger Mithilfe und so weiter und so fort. Aber das ist natürlich nicht der eigentliche Grund …« Er erhob sich, umrundete seinen Stuhl und stützte sich dann auf die Lehne.
    »Vor ein paar Wochen hast du noch im Kerker gesessen und das Schicksal verflucht, weil es dir nur Scheiße eingebrockt hat, wenn ich mich richtig erinnere. Aber du hast dein Leben am Kragen gepackt und die Scheiße aus ihm rausgeschüttelt … wie ist es jetzt?« Ernst schaute der Ausbilder Aaron in die Augen. »Du hast gesehen, was du kannst … du hast Talent im Umgang mit dem Schwert. Warum solltest du das nicht nutzen, in der Stadtwache? Verbrecher gibt es immer, und deshalb gibt es auch immer die Schwachen, die man vor ihnen beschützen muss. Es ist manchmal eine gefährliche Aufgabe, aber es ist gerade deshalb auch eine verdammt gute. Eine ehrliche. Eine, bei der man sich nicht ständig fragen muss, was mit seiner Seele passiert, wenn man ins Gras beißt … weil man das Richtige tut. Ich müsste noch ein paar Dinge regeln, aber in ein paar Tagen wäre alles bereit. Was sagst du?«

  5. View Forum Posts #85
    Krieger Aaron's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Aaron is offline
    Er stieß sich leicht von der Tür ab und schritt zu dem Tisch auf dem der Papierfetzen lag. Schrift sah so... merkwürdig aus und dann noch das kunstvolle Siegel mit geschwungenen Bögen.
    "Da steht drauf, dass ich Reichsbürger bin? Wegen tatkräftiger Mithilfe?" Er sah wieder zu Kerdric auf und zum ersten Mal seit sie sich begegnet waren, mussten beide ein wenig anfangen zu grinsen.
    "Und du hast gesagt dass ihr was völlig anderes macht, als ich früher... da haben manche Kunden auch sonen Wisch bekommen... als ob das einer hätte lesen können... aber" seine Züge wurden wieder ernster "Die Scheiße ist zwar abgeschüttelt, aber der Geruch noch da. Da sollte man dankbar für jeden sein, der den Gestank ignoriert.

    Gefährlich... was ist schon ungefährlich? Was gut und böse angeht, so werd ich mich wohl auf deine Worte verlassen müssen. Ich tue, was ich tun soll und wenn ich eines Tages dabei lernen sollte was Gut und Böse unterscheidet... wer weiß... vielleicht werde ich dann so überzeugend sein, wie du."


    Nocheinmal sah er ungläubig auf das Papier herunter, steckte es dann aber weg und fuhr fort. "Aber genug des Geschwätzes. Bei wem muss ich mich melden und woher bekomme ich Ausrüstung?"

  6. View Forum Posts #86
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    Kialar is offline
    Die abendliche Dunkelheit hatte sich über Thorniara gelegt und über der Stadt zeigte sich der Sternenhimmel, der Kialar stets in seine Wüstenheimat zurückversetzte. Vor allem im Winter, wo die Sterne besonders eindrücklich am Himmel funkelten, erinnerte er sich an die Zeit, als er die unterschiedlichsten Sternenbilder zu erkennen versuchte.
    Auch wenn die Heimat so fern war, stachen ihm sogleich dieselben Tiersternzeichen wie in Varant ins Auge. Snapper, Lurker, Fuchs, Löwe…alle kamen sie – nur ein wenig verdreht - zum Vorschein und wenn er dann noch etwas in Stille verharrte und den Himmel allein betrachtete, konnte er beinahe den Sand unter den Füßen spüren.
    Nun führte der gebürtige Varanter ein vollkommen anderes Leben, als er es sich als Kind ausgemalt hatte. Stets hatte er mit seinen Freunden Räuber und Miliz gespielt und sich naturgemäß in der Rolle des Schuftes gefallen, der auf leisen Sohlen versuchte, den Fängern zu entgehen.
    Nie wäre er auf die Idee gekommen, einmal selbst der Gute zu sein - oder zumindest für die Gerechtigkeit einzutreten -, geschweige denn ein Feuermagier zu werden. Trotzdem hätte er sich den Umgang mit Zaubern anders vorgestellt, weniger theoretisch und mehr „Kommt mir nicht zu nahe oder ich beschwöre einen Drachen!“-artig.
    In nostalgischen Gedanken versunken, verpasste er beinahe Lopadas’ Tür zu dessen Arbeitszimmer.

    „Innos zum Gruße.“, sprach er, nachdem er angeklopft und eingetreten war.
    Der Priester blickte von seinen Studien auf und fragte Kialar, was ihn hierher führe.
    „Einerseits komme ich, um euch meinen Fortschritt zu demonstrieren und…andererseits, naja, um zu fragen, wo ich weiter ansetzen soll oder in welche Richtung ich weitergehen kann? Welche Zauber kann ich noch lernen? Bin ich überhaupt auf dem richtigen Weg?“ Er zuckte mit den Achseln, dann sagte er schnell „Jedenfalls, hier…“
    Gleichwohl wie er es den ganzen Nachmittag gemacht hatte, beschwor er die magische Sphäre, suchte den Funken zum Feuer, tastete nach seinem Glauben, wob die Fäden für den Ball und sah mit Freude, dass sich aus dem anfänglichen Feuerpfeil eine ansehnliche Kugel bildete. Sie flackerte ein wenig, während er den Rest Energie, die an diesem Übungsreichen Tag schon relativ erschöpft war anzapfte.
    Der Feuerball war etwas unrund und klein. Außerdem fehlte es ihm an der nötigen Glut für eine ordentliche Feuerkraft. Alles in Allem war es für den ersten Versuch jedoch nicht schlecht.
    Mit Mühe die Konzentration für den Zauber Aufrecht erhaltend, fragte er „…und…was…meint ihr?“

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    Schwertmeister Kerdric's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Kerdric is offline
    Langsam atmete Kerdric aus, den Blick immer noch auf Aaron gerichtet. Er hatte gehofft, dass dieser zustimmen würde, und sich gleichzeitig gefragt, wieso er das tat. Kennengelernt hatte er den Mann als einen Verbrecher, der sich nur für die klingenden Münzen in seinem Beutel interessierte, doch nun wollte er ihm einen Platz in der Stadtwache verschaffen. Das Leben spielte einem in der Tat manchmal seltsame Streiche; aber hatte sich der ehemalige Türsteher nicht bewährt?
    Aus einer Art Laune heraus hatte der Ausbilder ihm die Möglichkeit gegeben zu zeigen, dass er durchaus ein Gewissen hatte, er hatte ihm den Umgang mit der Waffe beigebracht und ihn mit Situationen konfrontiert, in denen er etwas riskieren musste. Und Aaron hatte etwas riskiert, nicht zuletzt sein Leben, sowohl beim Kampf mit dem Waran als auch beim Überwältigen der Verbrecher in der Kanalisation – und das, obwohl er es nicht hätte tun müssen.
    Ja, so unwahrscheinlich es auch erschienen war: Mittlerweile brachte Kerdric dem ehemaligen Gefängnisinsassen tatsächlich Vertrauen entgegen und schätzte dessen Fähigkeiten, und so war er auch sehr zufrieden mit Aarons Willen, der Stadtwache beizutreten.
    »Der Hauptmann und Oberst Mansk kümmern sich normalerweise um diese Dinge«, erwiderte der Ausbilder. »Aber ich muss sowieso erst noch die eine oder andere Sache klären … ist auch nicht der Normalfall, dass wir ehemalige Sträflinge in die Stadtwache aufnehmen. Wie ich schon sagte: Ein paar Tage, dann sind alle Formalitäten geregelt. Komm dann noch mal wieder, dann kümmern wir uns um die Angelegenheit.«

  8. View Forum Posts #88
    Ritter Hiroga's Avatar
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    Hiroga is offline
    Dunkle Wolken zogen über den Himmel und versprachen, begleitet von einem leichten Nieselregen, zumindest vorerst das Ende der klirrenden Kälte. Die Tage, die so zäh daher geflossen waren, neigten sich hoffentlich bald ebenso dem Ende.
    Es erschien ihm fast gewagt, als er seinen Fuß auf den gepflasterten Boden vor ihm setzte und über die Türschwelle trat, hinaus in die Freiheit. Freiheit, die er nicht unfreiwillig aufgegeben hatte, sondern um sich schon vor der Dämmerung ein erstes Bier zu verinnerlichen und seiner täglichen Nahrungsaufnahme Genüge zu tun.
    Ein skeptischer Blick in den verregneten Himmel, dann setzte er seinen in den letzten Wochen immer unnützer werdenden Körper in Bewegung und machte sich auf zu den Stallungen. Seine letzten Übungsstunden mit der Waffe schienen ihm eine Ewigkeit her und die Leistung seines Körpers ließ mehr und mehr zu wünschen übrig. Er würde sich ein wenig ins Zeug legen müssen um den Ansprüchen seines Standes Gerecht zu werden, obgleich von ihm in letzter Zeit unglaublich wenig verlangt wurde. Gab es so wenig zu tun? War er nicht qualifiziert? Oder hatte er sic h einfach nur einen Dreck dafür interessiert? Er wusste es selbst nicht zu beantworten. Vermutlich wollte er es auch einfach nicht. Sich einzugestehen, selbst die Schuld an der eigenen Nutzlosigkeit zu tragen, fiel wohl nicht jedem leicht. Doch das Bier und vielleicht auch seine erstaunlich schlecht zubereitete Mahlzeit hatten ihn überzeugt sich doch wieder an die frische Luft zu bewegen und etwas zu tun. Jetzt wo das Wetter ohnehin weniger unmenschlich und auch unpferdig war, konnte er sich zumindest seiner geliebten Stute Juna wieder zuwenden.
    Immer schneller werdenden Schrittes näherte er sich den Stallungen. Ob sie ihn vermisste? Käse! Pferde vermissten Reiter nicht. Oder doch? Keine Ahnung. Er predigte immer so viel über die Persönlichkeit der stolzen Tiere und wusste doch im Endeffekt so wenig über sie.
    Er erreichte den Platz und näherte sich dem Bau. Vielleicht würde die Stute sogar beleidigt sein? Oder übertrieb er mit der Zuschreibung der Gefühle nun vollkommen?
    Vorsichtig ging er zu ihrer Box herüber. Der erste Blick klärte alle Missverständnisse. Er beschleunigte seine Schritte und kam zu ihr. Unerwartet gerührt strich er ihr übers Fell und tätschelte ihr den Nacken.
    „Wollen wir dich mal wieder ausreiten, hm?“, fragte er sie und lächelte. Das Tier stand viel zu lange und viel zu oft hier herum. Er griff sich das Zaumzeug und begann mit den Vorbereitungen. Kaum war er fertig führte er sie hastig hinaus auf den Hof.
    „Oh…“, entwich es ihm als er von Weitem plötzlich ein weiteres bekanntes Gesicht, diesmal jedoch das eines Menschen, wahrnahm, dass ihn ansah. Sein Schüler - ehemaliger Schüler? Noch Schüler? – Kerdric war der Besitzer eben jener Visage. Und die Frage nach seinem Schülerstatus begründete zeitgleich die Reaktion des Ritters.
    Scheiße den hast du total vergessen fluchte er in sich herein.
    Ich war beschäftigt…, log er sich vor um sich bei sich selbst zu entschuldigen.
    „Ah da bist du ja endlich! Hatte schon nach dir schicken lassen. Hat dich meine Eu- mein… … Bote nicht erreicht? Ich hatte dringende Geschäfte zu erledigen und bin zurückgekehrt und hatte dich erwartet…seit einer Weile. Naja egal, lass uns das vergessen und annehmen es sei nichts geschehen. Bist du bereit für eine weitere Lektion? Deswegen bist du doch hier oder? Wunderbar! Schnapp dir deinen Gaul, mach ihn für alles fertig. Heute werden wir dir mal ein wenig auf den Zahn fühlen und dir das Leben ein wenig schwer machen!“ Der junge Mann musste sich von der Flut an Worten erschlagen fühlen, doch solang er nur fähig war das Wichtigste, seinen Auftrag, hinaus zu filtern würde er davon ausgehen sein Lehrmeister hätte einen guten Grund für die lange Pause gehabt und keine weiteren Fragen stellen…hoffentlich.

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    Schwertmeister Kerdric's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Kerdric is offline
    »Ich bin bereit«, erwiderte Kerdric nur knapp mit einem Nicken und eilte an dem Ritter vorbei in die Stallungen, wo sich sein Brauner befand. Er war in letzter Zeit nicht oft dazu gekommen, ihn zu reiten – zu sehr hatte ihn die Ausbildung der Rekruten in Anspruch genommen –, aber zumindest gelegentlich hatte er sich auf den Pferderücken geschwungen, um ein wenig zu üben. Reiten konnte er also mittlerweile – das allerdings nur in mäßigem Tempo, das sich besonders beim Umdrehen verlangsamte, und mit beiden Händen an den Zügeln. Schnell war der Vierbeiner fertig, trug Sattel und Zaumzeug, und der Ausbilder stieg auf und ritt nach draußen.
    »Ich hatte sowieso viel zu tun«, führte er nun aus. »Lord Hagen will die Kampfkraft der Bevölkerung erhöhen, deshalb ziehe ich Rekruten ein und bilde sie aus. Die erste Gruppe ist jetzt fertig ausgebildet – zumindest so gut es eben geht – und ich muss mich nicht mehr den ganzen Tag mit ihnen rumschlagen … aber ich muss eben auch neue einziehen. Hatte auch vor, mich im Umland umzusehen, nicht nur in der Stadt, dafür brauche ich überhaupt das Pferd …«
    Kerdric pausierte und ritt ein paar Augenblicke lang schweigend neben Hiroga her. »Wohin reiten wir?«

  10. View Forum Posts #90
    Waldläufer Felia's Avatar
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    Felia is offline
    Einige Stunden war es nun her, dass die kleine Pan mit schüchternem Stimmchen »Frau Felia?« gemurmelt hatte. Schüchtern hatte das kleine Kind dann mit leicht schräg gelegtem Kopf und hinter dem Rücken gehaltenen Händen zu ihr hinaufgeschaut und ein wenig nervös weitergesprochen. »Ich wollte fragen, ob du vielleicht... nun ja... ich weiß auch nicht, viellei-« »Pan wird heute vier!« Erschrocken war das kleine Mädchen augeschreckt und hatte sich dann aufgeregt umgedreht, um nach dem Verräter zu suchen.
    »Stimmt gar nicht!«, quakte sie leise, als sie ihren kleinen Freund hinter einer Blume hockend entdeckt hatte. »Lüg nicht!«, hatte sie im Herumdrehen hinzugefügt und wieder schüchtern zu Felia hochgeschaut, die das Ganze mit einem amüsierten Lächeln beobachtet hatte. »Ich werde heute fünf, hatte sie gesagt und zur Bekräftigung noch einmal ihre Hand in die Höhe gehoben und ihr Alter gezeigt.
    Mit einem verständnisvollen »Ich verstehe schon.« hatte die Bardin dem kleinen Geburtstagskind über den Kopf gestreichelt und zügig ihren Wintermantel geholt, ehe sie mit Pan an der einen und Dende an der anderen Hand in die Kälte hinausgestapft war.
    Mittlerweile, nach einem langen Tag, vollgestopft mit einer Zaubershow auf dem Marktplatz, einem Geburtstagslied von Felia und Dende, zwei Mahlzeiten, einigen Süßigkeiten und als großes Finale einem neuen Plüschtierfreund für Mister Giggels, stapfte das Trio über den Marktplatz zurück.
    Die Kinder waren lange nicht mehr so aufgedreht und tobten auch nicht mehr so herum, wie noch zu Beginn. Der ganze Tag hatte sie augenscheinlich ziemlich müde gemacht, sodass das Gehen allein schon zu einer Herausforderung wurde. Es war ein schöner Tag gewesen, nicht nur für die beiden Kinder, aber anstrengend war er umso mehr, weswegen Felia sich kurzerhand dazu entschlossen hatte mit den beiden Kindern zurück zum Waisenhaus zu gehen. Es war ohnehin schon spät geworden und wahrscheinlich suchte man dort schon nach ihnen.
    Last edited by Felia; 17.02.2012 at 20:06.

  11. View Forum Posts #91
    Ritter Hiroga's Avatar
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    Hiroga is offline
    "Eine ehrenwerte Aufgabe...", murmelte er und kommentierte den Auftrag seines Schülers. Rekrutenausbildung, das war eine feine Sache. Sicher würde Kerdric sich gut dabei machen.
    "Wenn du dich im Umland umsehen willst können wir ja einen Taster dorthin wagen. Aber, und darum wird es heute gehen, da draußen ist die Welt für einen Reiter eine andere als hier drinnen. Der flache, ebene Hof. Platt. Leer. Die dicht bewaldete, oder vielleicht mit Felsen versehene Landschaft da draußen. Vollgestopft. Hindernisse ohne ein Ende. Darauf müssen wir dich heute vorbereiten. Du kannst gerade reiten, du kannst wenden, du kannst im Sattel bleiben. Wie mein kleiner Vortrag gerade zeigt, wird das nicht ausreichend sein. Du musst die Kontrolle über die Richtung haben, immer, überall und sowieso.", begann er und saß auf. Er ließ Juna einige Schritte nach vorn treten und wendete dann um Kerdric ins Gesicht blicken zu können.
    "Kurz: Du musst versuchen an Hindernissen vorbei zu reiten. An sich erst einmal nicht schwierig. Doch je zahlreicher und größer sie werden, desto schneller musst du reagieren, desto kontrollierter musst du sein, denn obgleich du sie in mäßiger Geschwindigkeit meistern kannst, ist es draußen in vollem Ritt eine ganz andere Sache. Du wirst nicht nur über feste Straßen und Weidenlandschaft reiten. Also wirst du heute zuerst das tun. Ich schlage vor du übst zuerst mit ein paar kleineren Hindernissen die du dir aufstellen kannst auf dem Hof und sobald du dich bereit fühlst können wir aufbrechen und einen kleinen Ausritt unternehmen. Allerdings würde ich davon abraten dies heute Abend noch zu tun. Es ist längst dunkel und in der Finsternis wird es dir ein Ding der Unmöglichkeit sein, unbeschadet dein Pferd durch die Gegend zu manövrieren.", erläuterte er und deutete auf die Stallungen.
    "Du findest sicher irgendwas passables. Zur Not nimm Strohballen und sag irgendeinem Knecht er soll das Zeugs nachher wieder wegräumen."

  12. View Forum Posts #92
    Krieger Aaron's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Aaron is offline
    "Aaron... dich hab ich ja lang nicht gesehn. Ein Bier? Geht aufs Haus! Was willst du hier, wenn du Arbeit suchst, dann..."
    "Nein, suche ich nicht."
    "Ach dann bist du wohl einfach so zum Plaudern vorbei gekommen? Kennt man ja von dir..."
    Der Wirt in der Marktschänke war sozusagen ein guter alter Bekannter, auch wenn er ein bisschen viel redete.

    "Aber sag mal... wo hast du in letzter Zeit gesteckt, hab gehört dieser Frederic, von dem ich dir gleich abgeraten habe ist geschnappt und hingerichtet worden. Musstest wohl untertauchen?"
    "Man könnte eher sagen ich wurde untergetaucht..."
    "Was du nicht sagst!"
    "... und bin jetzt ein besserer... ganz anderer Mensch."
    Um sich nicht doch mit einem Grinsen zu verraten und den Wirt noch ein wenig mit geöffneter Kinnlade stehen zulassen, setzte Aaron den Krug an und lies das kühle Bier den Hals herunterrinnen.
    "Du verarscht mich..."
    "Seh ich so aus wie ein Spaßvogel?"
    "Nunja... nicht direkt."
    "Dachte ich mir... Sag mal ist bei dir hier eine Sängerin namens Felia reingeschneit? Kalte, graue Augen, die dennoch jeden Mann bezirzen und alle zwei Stunden ein anderes Kleid auf der Haut?"


    Wie hatte Felia überhaupt überlebt in letzter Zeit? Ganz ohne das Geld, dass ihr Bruder erwirtschaftete. Mit Arbeit? Wohl kaum.

    "Ja... die war hier. Bezauberndes Mädchen aber alle sind abgeblitzt... willst du dein Glück etwa mal bei einer Frau probieren?"
    "Das zweifelhafte 'Glück' hab ich bei dieser schon eine ganze Weile..."
    Na immerhin schien der Wirt etwas zu wissen. In der Erwartung gleich mit der nächsten Information weiterziehen zu können hob der ehemalige Türsteher den Krug um den letzten Schluck des Getränkes hinunterzugießen. Man wollte ja nichts verschwenden.

    "Aha... na wie dem auch sei. Ich hab gehört sie arbeitet jetzt im Kinderheim im Haf..." Weiter kam er nicht, denn sein Zuhörer hatte grad das gute Bier zurück in den Krug befördert... und einiges auch drum herum. Noch halb prustend wischte sich Aaron den Mund ab.
    "Felia? Arbeiten? Im Kinderheim? Bist du dir sicher, dass wir von der selben Person sprechen?"
    "So häufig laufen hier keine bildhübschen Sängerinnen aus und ein..."
    murmelte der Informant leicht verärgert, während er mit einem Lappen den Tisch abwischte.

    Aaron schüttelte den Kopf. Das konnte nicht sein... das wäre... nein das war undenkbar aber auf jeden Fall musste er das überprüfen.
    "Ich danke... wir sehn uns." Sprachs und kippte den letzten Schluck Bier zum zweiten Mal in seine Mundöffnung... man wollte ja nicht kleinlich sein, auch wenns irgendwie dickflüssiger war als noch beim ersten mal.
    Der Krug schepperte noch auf dem Tisch, als die Tür schon zuschlug und Aaron verschwunden war.

  13. View Forum Posts #93
    Waldläufer Felia's Avatar
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    Jedesmal war es dasselbe. Kaum stolzierte man ohne böse Hintergedanken an der Marktschenke vorbei, dauerte es keine drei Sekunden, bis die Tür lautstark aufgestoßen und wieder in Schloss fiel. Ob es ihr lieblicher Duft war, der durch den Türspalt hindurch die Männer um den Verstand brachte oder ob es ihr hinreißend gutes Aussehen war, das die Männer praktisch zwang ihr nachzulaufen, das entzog sich bis heute Felias Kenntnissen. Sicher war aber, dass sie langsam aber sicher genervt war von den einfachen Bauernlümmeln, den kleinen Knilchen und unwichtigen Bettlern, die ihr Glück bei der Bardin versuchten. Wieso gab es denn niemanden mit Geld oder Einfluss, am besten eine gesunde Mischung aus beidem, der einen Annäherungsversuch bei der liebreizenden Schönheit wagte? Auch das entzog sich ihrer Kenntnis.
    Ohne ihr jedoch eines Blickes zu würdigen, fegte die große, klotzige Gestalt an der Bardin und ihrer kindischen Begleitung vorbei, wobei er Pan fast umgerempelt hätte. War denn hier nicht Platz genug? Musste dieser miefige Riesenklotz ausgerechnet hier langgehen?
    »Pass doch mal auf, du... du milchgesichtiger Aushilfslümmel!«, zischte Felia in die kühle Nachtluft und blitzte den Unbekannten aus ihren Augen dabei böse an. »Ja, genau! Pass mal auf, du Riesenbaby, sonst kriegst du es mit mir zu tun!«, rief Dende und sprang mutig einen Schritt nach vorne, wo er drohend seine Fäuste herumwedelte. Doch bereits in der nächsten Sekunde, als die riesige Gestalt zum Stehen kam hielt der kleine Frechdachs inne und hüpfte wieder zurück, wo er ängstlich nach Felias Hand fischte.
    »Ja, genau du!« Im Gegensatz zu Dende fürchtete die Braunhaarige sich nicht vor dem Knilch. »Hier ist Platz genug, pass mal besser auf wo du hinstapfst mit deinen Clownsfüßen. Hier sind Frauen und Kinder unterwegs, die du mit den hässlichen Riesentretern leicht umbringen könntest, du Wicht!«, fauchte sie energisch und stapfte mit erhobenem Kinn an der Unbekannten vorbei, den sie keines Blickes würdigte. Sie wollte ihre Augen nicht mit dem Anblick dieses Unholdes beschmutzen.

  14. View Forum Posts #94
    Krieger Aaron's Avatar
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    Den Kopf schon ganz woanders schob sich Aaron an einigen Gestalten vorbei, wobei ihm im Augenwinkel irgendetwas auffiel, weshalb er unentschlossen stehen blieb. Ein kleiner Junge, der ihn eben noch 'bedroht' hatte, hielt augenblicklich die Klappe, wenngleich er gar nicht der Grund für das Zögern des... urkundlich bescheinigten Bürgers von Thorniara war.

    Die Stimme die sich dem kleinen Buben anschloss, zauberte ein Grinsen auf das sonst so undurchdringliche Gesicht und langsam, ganz langsam drehte er sich im Schatten um und schritt auf das in einem Laternenlichtkegel stehende Trio zu. Felia runzelte, wie immer wenn sie in Gedanken mal nicht bei dazugehörigen Spätfolgen, die ihre Schönheit beeintrichten war, die Stirn und schien augenblicklich zu erstarren. Noch ehe sie sich wieder gefangen hatte, stand ihr Zwillingsbruder vor ihnen und ging vor den Kindern in die Hocke.

    "Mut, Kleiner, ist etwas sehr wichtiges, aber auch etwas sehr gefährliches. Du wirst nicht immer die schützende Hand einer wunderschönen Frau ergreifen können um dich dahinter zu verstecken. Im Gegenteil... vermutlich wird es eher anders herum laufen. Also pass lieber auf deine Zunge auf."
    Mit dieser kleinen Lebensweisheit stand er wieder auf und sah seiner Schwester in die Augen, die langsam wieder zu sich zu kommen schien.

  15. View Forum Posts #95
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    »Ich habe keine Angst!«, protestierte der kleine Lümmel lautstark und trat Felias jüngeren Zwillingsbruder vor das Schienbein, ehe er zufrieden die Hände vor der Brust verschränkte. »Glaub ja nicht, dass du stärker bist, nur weil du so groß bist, du Riesenbaby!«, fuhr er geladen fort. Doch bevor er seinen Gegenüber ein weiteres Mal treten konnte, hielt Felia ihn zurück und bedeutete ihm mit einem kurzen Blick, dass alles in Ordnung sei.
    »Für dein Ungeschick gehört dir eigentlich nochmal vor's Schienbein getreten, du ungeschickter Klotz! Und noch einen dafür, dass du so lange nichts von dir hören lässt!«, sagte sie energisch und funkelte Aaron kalt an. Wie lange hatte sie ihren kleinen Bruder jetzt schon nichtmehr gesehen? »Aber ich bin froh, dass es dir gut geht.«, gestand sie ehrlich und fiel ihrem Bruder um den Hals.
    Als sie die Umarmung auflöste schlug sie ihrem Bruder mit der flachen Hand auf die Brust und schaute zu ihm hoch. »Wie kannst du es nur wagen deine Schwester so lange im Ungewissen über deinen Zustand zu lassen? Wie geht es dir?«, fragte sie aufgebracht und nahm Dende und Pan wieder bei der Hand. Für die beiden Kinder musste es ein wirklich merkwürdiges Schauspiel sein, das sich zwischen den beiden Zwillingsgeschwistern abspielte. Mal motzten sie, mal umarmten sie sich und mal schlugen sie sich. Die Kinder schienen - zurecht vollkommen verwirrt von der merkwürdigen Situation zu sein.
    Doch für Aaron und Felia waren solcherlei Situationen durchaus an der Tagesordnung gewesen, bevor dieser Lümmel sich den Hintern im Gefängnis plattgesessen hatte.

  16. View Forum Posts #96
    Krieger Aaron's Avatar
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    Das Baden am Morgen schien wunder gewirkt zu haben. Andererseits hätte Felia ihn nicht solange umschlungen. Alle Sorgen fielen von Aaron ab und es schien auch so als müsste er gar nicht fragen, ob es seiner Zwillingsschwester gut ging - man sah es ihr an - zumindest wenn man sie kannte.

    "Ich hatte eine kleine Meinungsverschiedenheit über Recht und Unrecht. Glücklicherweise war mein Gegenüber davon überzeugt mich umstimmen zu können... nur konnte ich leider nicht weg. Aber hier bin ich und es ist fast so als sei nichts wie das vor ein paar Wochen - auch bei dir nicht, aber dazu mehr, wenn du die Kinder ins Bett gebracht hast. Wird es nicht etwas höchste Zeit?" Ein Lächeln, so wahr wie es wahrscheinlich niemand sonst bisher in seinem Gesicht gesehen hatte, umspielte die Lippen des jungen Mannes, als er auf die Kinder herunterblickte, die, so schien es, die Ohren wie ein Segel aufspannten, damit sie auch ja nichts verpassten.

    "Duhu... großer Mann" unterbrach das kleine Mädchen die Stille... wohl um von dem Bettthema abzulenken "Weißt du was? Frau Felia hat gesagt, dass der Mann, der sonst auf uns Kinder aufpasst ein unfähiger Volltrottel ist."
    "So... das hat sie gesagt?"
    "Jaha... aber sag es nicht weiter - das ist nämlich ganz geheim."
    "Ist in Ordnung - ich werds nicht verraten."

    Wie eine kleine Familie trotteten die vier in Richtung Hafenviertel und insgeheim fragte sich Aaron ob Felia wirklich vorgehabt hatte im Dunkeln mit zwei Kindern durch die finstren Gassen zu wandeln.
    "Frau Felia?"
    "Ja, Pan?"
    "Was ist ein überhaupt unfähiger Volltrottel?"

  17. View Forum Posts #97
    Waldläufer Felia's Avatar
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    »Sooo, Zeit für's Bett!«, kam Aaron Felia zuvor, noch bevor diese dem kleinen Mädchen eine Antwort auf ihre vollkommen gerechtfertigte Antwort geben konnte. Manchmal - das wurde Felia jetzt mal wieder besonders bewusst - war der Beschützerinstinkt ihres Bruder eindeutig zu ausgeprägt. Wieso sollte Pan nicht erfahren, was sowieso auf der Hand lag?
    »Gute Nacht, Geburtstagskind.«, flüsterte Felia leise, als die das kleine Mädchen zudeckte und ihr einen Kuss auf die Stirn gab. Lächelnd beobachtete sie, wie das Kind sich an Mister Giggels und dessen neuesten aber noch namenlosen Plüschtierfreund kuschelte und leise »Nacht, Frau Felia.« murmelte.
    Als die Barin schließlich aus dem Schlafzimmer der Mädchen hinaus in den Flur trat und leise die Tür schloss, kam ihr auch Aaron entgegen, der freundlicherweise den kleinen Dende ins Bettchen gebracht hatte. Ganz offensichtlich fand Dende den großen Klotz gar nicht so schlimm, wie Felia noch zu Beginn befürchtet hatte. Vielleicht lag es daran, dass er Felias Bruder war oder aber an den merkwürdigen Männerfreundschaften, die sich oftmals binnen weniger Sekunden zu festigen schienen.
    »Dann lass uns mal in die Marktschenke gehen, da haben wir übrigens ein Zimmer. Ich dachte ja, dass du nicht drei Jahre brauchst, um dich mal wieder bei deiner Schwester blicken zu lassen.«, flüsterte Felia mit gespieltem Ernst.

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    Schwertmeister Kerdric's Avatar
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    »Verstehe«, nickte Kerdric und überlegte dabei. »Mal sehen, was ich so finde. Und wie gut der Große sich schlägt.« Die Hand ausstreckend tätschelte er dem Braunen den Hals. Besonders tierlieb war er eigentlich nicht, aber wenn man auf dem Rücken eines solchen Pferdes saß, konnte man manchmal irgendwie nicht anders. Mit bestimmendem Schenkeldruck und einer leichten Bewegung der Zügel brachte der Ausbilder den Braunen dann dazu zu wenden und stieg ab, um sich einige Hindernisse zu organisieren. Irgendwelche Bretter oder anderes Zeug stand doch immer rum.
    Allzu schwer fielen die Hindernisse allerdings auch nicht aus, schließlich musste der Ausbilder immer noch üben. So ordnete er sie vorerst auch in etwas größeren Abständen an, bevor er sich wieder in den Sattel schwang und die Strecke musterte. »Dann mal los«, murmelte er und stieß dem Pferd die Fersen in die Flanken. Augenblicklich setzte es sich in Bewegung, Kerdric ritt geradeaus, näherte sich dem ersten Hindernis und lenkte den Braunen leicht zur Seite.
    Nicht langsamer werden, schärfte er sich ein und widerstand der Versuchung, an den Zügeln zu ziehen. Völlig problemlos ritt das Tier diese kleine Kurve, dann wieder in gerader Richtung und auf das nächste Hindernis zu. »Guuut, gut, gut, gut«, murmelte der Ausbilder nervös vor sich hin, sorgte erneut für einen Schwenk zur Seite und blieb erstaunlicherweise weiterhin im Sattel. So schwer ist das doch gar nicht … und noch mal!
    Ein Hindernis nach dem anderen ließ Kerdric hinter sich, ritt in mehr oder weniger regelmäßigen Schlangenlinien um sie herum und stoppte schließlich wieder. Sich angespannt die Lippen leckend, wendete er das Pferd und betrachtete den Parkour. Na schön, dachte er sich, während er abstieg. Jetzt noch mal etwas schwieriger.

  19. View Forum Posts #99
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    Aaron is offline
    "Ein Zimmer mit nur zwei Betten... sehr verlockend." meinte Aaron und streckte sich. Allerdings lies er sich statt aufs Bett, doch lieber auf einen der Holzstühle fallen. Viel wichtiger als die eigenen Belange war es momentan zu reden. Reden war ja normalerweise nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung des praktisch veranlagten Mannes aber jede Regel hatte ihre Ausnahme. Der Stuhl ächzte lautstark, hielt aber stand. Der erste Test war bestanden.

    "Ich muss dir etwas zeigen." Unter dem Inneren seiner Jacke holte er die sorgfältig zusammengerollte Urkunde hervor und legte sie vor Felia auf den Tisch.
    Sorgfältig rollte sie das Papier auseinander und sah genauso ahnungslos wie Aaron es getan hätte auf die chaotischen Striche die angeblich irgendeinen Sinn besaßen.
    "Was soll das sein? Dein Freispruch?"
    "So ähnlich - diese Urkunde weist mich als Bürger der Stadt aus und ab jetzt werf ich auch keine Leute mehr auf die Straße. Wenn dann eher von der Straße. In wenigen Tagen fang ich bei der Stadtwache an."

    Felias Blick war sehr unterhaltsam. "Doch genug von mir. Da bin ich mal ein paar Tage nicht da und du fängst mit dem Arbeiten an. Ich hoffe deine Fingernägel haben darunter nicht gelitten!"

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    Waldläufer Felia's Avatar
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    »Hör mir bloß auf!« Die Stimme der braunhaarigen Schönheit klang aufgebracht und wenig begeistert über die Anspielung von ihrem Bruder, als sie mit kleinen Schrittchen auf ihn zustapfte. »Hier, schau es dir an!« Wild fuchtelte sie mit ihren Händen vor Aarons Gesicht herum, um ihm die rissige, trockene Haut und die unschön eingerissenen Fingernägel zu zeigen. Es war eine Schande, aber er hatte Recht, ihre Finger und ganz besonderes ihre Fingernägel hatten sich zum Schlechten verändert. Einerseits das Nähen, andererseits das Schuften im Waisenhaus... All das bekam ihr überhaupt nicht.
    »Aber gut.« Eilig räumte sie einige Stoffe und Garn von ihrem Bett, bevor sie sich elegant darauf niederließ. Ihre Füße schmerzten von dem ganzen Herumgelaufe und da wollte sie diese einfach mal hochlegen. »Vor dir sitzt der weibliche Lehrling der besten Schneiderin in ganz Thorniara.«, prahlte sie stolz auf deutete mit einer gespielt beiläufigen Bewegung auf all die Schneider- und Nähutensilien, die wild im Raum verstreut waren. »Ja, du hörst richtig. Und seit ihr bei der alten Agnes arbeite, gefällt mir dein abgeranztes, schmutziges und löchriges Outfit noch viel weniger. Ganz zu schweigen von der grausam schlechten Verarbeitung, mein Lieber.« Mit einem Kopfschütteln verstärkte sie ihre Aussage noch, bevor sie fortfuhr. »Durch den Job im Waisenhaus kam ich nur durch Zufall - aber wenn ich Glück habe, dann winkt mir schon bald ebenfalls die Urkunde, die du da hast. Und ich werde vielleicht im Orden aufgenommen und Magierin.« Wieder ziemlich stolz von ihren eigenen Leistungen reckte sie die Nase in die Höhe und genoss das überraschte Schweigen ihres Brüderchens. »Aber du musst mir mal erklären, wie man von einem Häftling zu einem Reichsbürger wird. Kriegt man die Urkunden neuerdings zur Entlassung geschenkt? Oder hast du sie einem armen Soldaten abgenommen?«
    Last edited by Felia; 17.02.2012 at 22:53.

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