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Ehrengarde
Trotz dessen, dass es so viele spannende sowie interessante Schriften und Bände gab, verließ Nigel die kleine Bibliothek und damit auch gleich die Akademie. Es war hell, so viel war schon mal klar. Allerdings wusste der Krieger nicht, seit wann er bei den ganzen Büchern war. Er hatte eine Weile in einem der Sessel geschlafen, so viel war klar.
Aber war jetzt der nächste oder schon der nach dem nächsten Tag?!
Nigel hatte keinen Schimmer, aber es interessierte ihn auch nicht wirklich.
Die frische Luft, die regelrecht in seine Lungen strömte, war beinahe zu viel für ihn. Er musste sich einen Augenblick an einer Hauswand anlehnen, um nicht umzufallen. Doch schnell hatte er sich wieder gefangen. Der Meister der Klingen streckte sich kurz und ging dann mit breiter Brust und einem noch breiterem Grinsen im Gesicht durch die Straßen der Stadt. Ja, ihm ging es gut.
Erst hatte er sich ein Buch über den Einhandwaffenkampf geschnappt. In den Kapiteln, in denen es um das Schwert ging, überprüfte Nigel sich selbst. Tatsächlich setzte er vieles um, was dort drin stand, allerdings ohne wirklich darüber nachzudenken. Er hatte es zu sehr verinnerlicht. Trotzdem oder gerade deswegen war es aber gut, darüber ein paar Zeilen zu lesen, um sich wieder bewusst zu werden, was es alles zu bedenken gab. Interessant waren aber besonders die Kapitel, wo es um die anderen Waffengattungen, wie zum Beispiel der Axt oder dem Streitkolben. Allerdings waren die Ausführen da doch etwas zu theoretisch und Nigel stellte für sich fest, dass er ganz zufrieden mit seiner Waffengattung war.
Des Weiteren hatte er ein paar Schriften zum Umgang mit dem Schild in der Hand. Dieses Verteidungswerkzeug hatte etwas an sich. Warum war Nigel nie vorher auf die Idee gekommen? Er würde sich in naher Zukunft ein kleines Rundschild besorgen und sich damit ein wenig ausprobieren, so viel stand schon mal fest. Doch erstmal wollte er sich die Beine vertreten
Zufällig oder unterbewusst, doch plötzlich stand der Krieger vor der Kaserne. Sie wirkte grau und trostlos. Am Eingang standen zwei Wachen, die den ehemaligen Kameraden, sowie guten Freund ihres Bosses ohne einen Kommentar passieren ließen.
Doch Mani war gar nicht da. Weder in seinem Arbeitszimmer, noch sonst irgendwo.
Wieder bei den Wachen am Eingang, fragte Nigel jene, ob sie wüssten, wo ihr Boss sein könnte. Doch sie zuckten nur die Schultern und bemerkten, dass der Söldnerboss schon seit einigen Tagen nicht mehr zu sehen war.
Auf die erschrockene Frage, wo er denn hingegangen sein könnte, zuckten sie wieder mit den Schultern.
Wütend ließ Nigel die Söldner ohne ein weiteres Wort stehen. Wie er diese Moral hasste. Alles war dieses Typen egal, was nicht klimperte und glänzte. Sie machten nicht einmal was für ihr Gold. Nur herumsitzen und in der Nase bohren. Was sollten sie auf der anderen Seiten auch ohne Anführer tun? Naja, irgendwann mussten sie sich ja doch rühren, denn ohne Anführer kein Sold.
Allerdings machte Nigel sich schon Sorgen um seinen Gefährten. Er hätte sich doch wohl abgemeldet, wenn er die Stadt verlassen hätte. Auf der anderen Seite hatte Nigel ja auch noch nicht Bescheid gegeben, dass er ab sofort in der Akademie zu finden sei.
Ahnungslos, was er jetzt tun sollte, kehrte er erstmal in die Taverne ein. Sie war noch ziemlich verlassen, was darauf schließen lies, das es noch recht früh am Tag war. Allerdings hatte er trotzdem Durst auf ein schönen Krug Bier. Und wenn er schon mal da war, konnte er auch mal auswärts essen. Gold hatte er ja nun und man gönnte sich ja sonst nichts....
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Held
Marvin wanderte noch immer durch die Straßen Setarrifs als wäre er nichts als ein Mann ohne Arbeit oder regelmäßige Beschäftigung ... was den Weißhaarigen im Augenblick ziemlich gut beschrieb. Vielleicht war es Zeit dieser Stadt den Rücken zu kehren, alles in allem musste es inzwischen ein ganzes halbes Jahr hier sein. Das entsprach einer halben Ewigkeit für seine durchschnittliche Zeit an festen Wohnorten. Womit eindeutig bewiesen wäre, das ein Jahr einer Ewigkeit entspricht, was ein durchschnittliches Menschenleben verdammt lange werden lässt.
Es gab viele Möglichkeiten, Argaan war groß ... nein, eigentlich nicht. Natürlich könnte man nach Thorniara gehen, sich den Rotröcken anschließen und dabei helfen diese für einen König eigentlich schon zu kleine Insel um einen König zu erleichtern. Schließlich waren das auch nur übermächtige zentralistische Imperialisten, denen muss man ab und an unter die Armee greifen. Ja ... ganz sicher nicht.
Man konnte in den Süden reisen, das Kartell aufsuchen und sich den schwarzen Künsten verschreiben. Dunkle Rituale vollführen, Dämonen beschwören und Säuglinge fressen. Nebenbei noch ein paar schwarze Messen für den Kuschelgott Beliar. Aber das Ganze schwarz passt einfach nicht zu Marvins weißen Haaren und wäre ein unverzeihlicher Stilbruch.
Tatsächlich verlockend wäre eine Reise zum Baum vom Tooshoo, ein Naturereignis das großen Einfluß auf Marvin hatte. Ein durch und durch befremdendes Ereignis, so war er zwar ein Mensch, der durchaus Stille in der Natur genießen konnte, doch die Gefühle die der Anblick dieses Baumes in ihm hervorgerufen hatte, hatten damit nichts zu tun und waren beinahe verstörrend. Doch er konnte sich wenig vorstellen in einer Baumhütte als Teil einer Waldbruderschaft zu leben.
Dann kam ihm die Idee schlechthin, er könnte in der Gespaltenen Jungfrau arbeiten und Fremde mit Bier abfüllen. Aber vorher sollte er anfangen seine eigenen Gedanken wieder ernst zu nehmen. Oder einmal die Baronie Stewark besuchen, schließlich war das einer der Teile der Insel, die er nie gesehen hatte. Eigentlich hatte er keine Ahnung was diese Baronie eigentlich tat und warum es sie überhaupt gab. Zwei Könige und eine unabhängige Baronie, diese Insel war viel zu klein für so viel Administration.
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Heldin
Tinquilius' Labor - Dialog mit einer Maus
"Na, du bist aber ganz schön dick geworden, hm?", sagte Aniron und blickte die kleine Maus vor sich im Käfig an. Es war die Maus, die sie Wochen zuvor schon einmal gehalten hatte und unter Anleitung Tinquilius' untersucht hatte, zunächst körperlich, dann hatte sie den Funken des Nagers erspürt. Sie erinnerte sich an die Übungsanweisungen des Priesters und wollte sich nun einmal an der Maus versuchen.
"Hoffentlich tu ich ihr nicht weh", murmelte sie und öffnete den Käfig, um das propere Tier herauszuheben.
"Ich glaube, irgendjemand hat dir zu viel von unserem guten Klosterkäse gegeben", stellte sie fest. Sie setzte die Maus vor sich auf den Tisch und hielt die Hände und Arme drumherum, damit sie nicht weglaufen konnte.
"Dir scheint es immer noch ganz gut zu gehen. Dein Fell sieht nach wie vor gut aus. Naja, ich wäre auch lieber hier im warmen Stroh und in der Kammer, als draußen bei den kalten Temperaturen, die wir kürzlich hatten, auch, wenn du dich jetzt draußen wieder wohler fühlen würdest."Aniron legte den Kopf schief.
"Hier bekommst du aber genug Futter. Mehr als ausreichend, würde ich meinen."
Die Maus beschnupperte Anirons Hände.
"Ich hatte mal eine Katze, sie ist allerdings in Al Shedim, nicht hier in Setarrif. Das ist dein Glück, sie hätte dich bestimmt schon längst gefressen oder mir tot vor die Füße gelegt. Sie war sehr schlau, aber ich habe sie bei dem guten Fyr gelassen. So eine Schiffsfahrt ist nichts für Katzen, glaube ich."
Die Maus erwiderte nichts, putzte aber kurz ihr Gesicht.
"Wie drollig", flüsterte Aniron. "Du bist noch ganz fit, hm? Hast zwar einen guten Speck, aber keine Ermüdungserscheinungen was deine Agilität betrifft und deine Beweglichkeit."
Wieder hüllte die Maus sich in Schweigen. Sie war wohl ein Weibchen.
"Na, dann komm mal her, Dicke", sagte die Magierin schließlich und nahm das Nagetier auf die Hände.
Befasse dich näher mit dieser Maus. Was möchte ich damit sagen? Bislang hast du nur den Funken versucht zu finden und gespürt, dass dich etwas abhält, mehr zu tun. Wenn du dich nun an meine vorherigen Worte erinnerst, weißt du, dass wir uns auf unsere Patienten einstellen müssen, dass wir uns angleichen müssen, um unsere Magie zur Heilung nutzen zu können.
Das waren Tinquilius' Worte gewesen und die Wehmutter rief sie sich noch einmal in Erinnerung.
Wieder bildeten ihre Hände eine Art Höhle um das Tier und Aniron selbst schloss die Augen. Sie fühlte den Strom der Magie und ihre Konzentration bündelte sich auf die Maus in ihren Händen. Nach und nach spürte sie wieder den schnellen Herzschlag, diesmal schien die Maus keinen Trunk in sich zu haben, sodass sie vollen Bewusstseins spüren konnte, dass Aniron nach ihr tastete. Noch schien sie das nicht zu beeindrucken.
Die Magierin verweilte mit ihrem Geist an Ort und Stelle und ließ den kleinen Körper in ihren Händen auf ihren magischen Tastsinn wirken.
Der blaue Funke, den jedes Geschöpf Adanos' in sich trug, erschien, klein und ein wenig tänzelnd. Aniron spürte, wie er nach und nach deutlicher wurde. Die Maus schien tatsächlich weniger ruhig, aber sie erkannte Anirons Duft wohl wieder. Die Wehmutter fragte sich, ob der Funke eine Art magisches Gedächnis hatte. Eine Frage, die sie sich unbedingt dafür aufheben musste, wenn Tinquilius mal wieder Zeit für sie fand.
Sie verweilte eine ganze Weile so, bis sie sich der Maus genauer annahm. Sie versuchte sich dem Tier anzupassen, damit es den Unterschied nicht so spürte, zwischen sich und Mensch. Langsam flösste Aniron dem Tier ein winziges bisschen Magie ein, sehr langsam und wirklich nur ganz wenig. Die Magie kam wieder zurück, aber Aniron ließ sie in sich kreisen und wieder in die Maus zurückkehren. Ganz langsam, immer und immer wieder, bis ein Kreis entstand, eine magische Einheit. Der Strom floss dahin und jetzt konnte sie sich dem Tier anpassen. Ihr Herzschlag wurde schneller, auch ihre Atmung und wenn sie sich bewegt hätte, wären es auch ihre Bewegungen geworden. Langsam vermehrte sie die Magie, die durch die Maus floss und wieder kam sie zurück und es bildete sich ein stärkerer Kreis aus Eindringen und Abwehren. Ein paar Augenblicke beließ Aniron es dabei, dann verringerte sie die Magie wieder, verlangsamte den Strom und begann sich wieder von der Maus zu entfernen. Ihr Herz und ihre Atmung passten sich wieder denen eines ruhenden Menschens an. Ihre Konzentration wurde schwächer und der Funke vor ihrem inneren Augen verschwand. Die ganze Zeit über hatte er getänzelt, als Aniron die magische Zufuhrt eingeleitet und dann erhöht hatte, hatte er sich am meisten bewegt, doch die Maus hatte keinen Ton von sich gegeben.
Nach einer Weile öffnete die junge Mutter die Augen und linste in ihre Hände.
"Alles in Ordnung?"
Die Maus blickte sie an, als wäre nie etwas gewesen.
"Lassen wir es gut sein für heute, ich komme ein anderes Mal nochmal wieder."
Vorsichtig setzte sie die Maus in den Käfig zurück, wo sich sogleich munter vor sich hin schnüffelte und rannte.
"Ich denke, die Magie müsste noch gesteigert werden, um eine heilendes Ausmaß haben zu können", erklärte sie der Dicken. "Aber das machen wir dann beim nächsten Mal."
Aniron blickte noch einmal auf das Tier hinab und nickte zufrieden.
Vorsicht war die Mutter der Porzellankiste.
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Schwertmeister
Die Taverne hatte sich in den letzten Tagen eine Krankheit zugezogen, die für ihre Bewohner und Angestellten fast ebenso nervig wurde, wie ein Geschwür: die Seuche des Kundenmangels. Seit mehr als einer Woche lag die "Sturzkampfmöve" praktisch brach, aus keinem ersichtlicheren Grund, als der allgemeinen Tristes in Setarrif. Hierhin kamen nur noch einige wenige fahrende Händler, die mit nichts anderem Vorlieb nehmen konnten.
Turang saß im Hinterzimmer des Schankraums, doch im Gegensatz zu den letzten Tagen, schrieb er nicht an dem Manuskript, dass er verfasst hatte, sondern hatte sich eines seiner Bücher aus der Hütte geholt. Er hatte schon länger vorgehabt es zu lesen, es war ein Buch,dass ihm der alte Wassermagier aus Khorinis mit auf den Weg gegeben hatte, ein Reisebericht, der schon mehrere hundert Jahre alt sein musste und der die Eiswüsten Nordmars beschrieb. Es war ein faszinierendes Buch, denn der Autor hatte auch mit inneren, philosophischen Problemen zu kämpfen. Wahrlich ein Stoff, der Turang bannte.
Turang schaute nur kurz von seiner Lektüre auf, als Sarpedon aus dem Keller kam, vermutlich um irgendetwas zu holen. Als der Wirt das Zimmer ebenso schnell wieder verlasen wollte, wie er gekommen war, warf Turang jedoch noch einen Blick hinterher und runzelte die Stirn: Seine Kleidung war ziemlich verdreckt und Sarpedons Gangbild passte eigentlich nur zu einem steinalten Mann, oder zu einem solchen, der hart gearbeitet. Turang überlegte, dass er vermutlich das Loch im Keller weiter bearbeitet hatte, allerdings verstand er nicht, warum Sarpedon ihn nicht gerufen hatte. Er wusste ohnehin von dem Loch und genug freie Zeit hatte er ebenfalls. Turang zog die Stirn noch mehr in Falten, widmete sich jedoch auch wieder seiner Lektüre: Wenn Sarpedon irgendwelche Geheimnise hatte, war dies sein gutes Recht, ebenso, wie sie in seinem eigenen Keller zu haben.
Last edited by Turang; 05.01.2012 at 21:09.
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Schwertmeister
Turang, Turang,... Dachte Sarpedon und er war sich nicht sicher, ob er sich in Acht nehmen musste vor dem Burschen. Er sah zu viel, er hörte zu viel und er sprach zu wenig. Zumindest seinem Meister gegenüber. Wenn er bei anderen ebenso verschwiegen war, wie ihm gegenüber war er allerdings ein guter Mann. Ausser ein anderer hatte ihn beauftragt den Schurken zu beobachten. Darüber sinnierte er, während er die Laterne holte, denn er wollte die Sache jetzt zu Ende bringen, er hatte etwas entdeckt. Keine Leiche im Keller, aber einen Stollen.
"Du kannst hier bestimmt die Stellung halten? - Danke."
Sprach er und verschwand mit der brennenden Laterne. Danach versuchte er möglichst leise die Falltür zu öffnen. Eine Leiter führte nur wenige Tritte nach unten in einen Stollen, der knapp genug Platz zum aufrecht gehen bot. Er leuchtete, während ihm ein leichter Schauer den Rücken hinunter rieselte. Er war noch nie der mutige Alleingänger gewesen und hatte durchaus einen Verdacht. Ein Schmugglerstollen. Direkt in die Taverne. Sehr unauffällig und wer wusste ob hier Schnaps und Bier jemals limitiert worden waren. Ein Grund in den Archiven zu wühlen vielleicht. Er niete sich nieder und untersuchte die Spuren im Sand. Sie wirkten gar nicht so alt. Sie waren noch erkennbar. Sarpedon zögerte, kletterte die Treppe wieder hoch und rief nach Turang.
"Komm mal, ich muss dir was zeigen."
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Schwertmeister
Turang war erneut in den dunklen Stollen gegangen, den Sarpedon ihm am letzten Abend gezeigt hatte. Das Einzige, was den Tunnel erhellte, war die Fackel, die er in der Hand hielt. Es hatte Turang nicht einmal so sehr überrascht, dass es einen Tunnel gab, sondern viel mehr, dass Sarpedon bis dato nichts davon gewusst zu haben schien. Dafür gab es eigentlich recht wenige realistische Gründe: Vielleicht hatte Sarpedon die Taverne einmal von einem Ganoven gekauft. Oder auf anderem, weniger gesetzestreuem Weg erstanden.
Nichtsdestotrotz weckte der Gang Turangs Interesse. Einer der Gründe war, dass dieser Gang vermutlich einen bequemen Weg bot um Setarrif ungesehen zu erreichen oder zu verlassen. Sollte die Bedrohung der Myrtaner in einer Belagerung enden, wäre es gar nicht so dumm, sich diese Möglichkeit offen zu halten, nur für den Fall. Dennoch mussten Turang und Sarpedon davon ausgehen, dass der Gang nicht völlig verlassen war... auch wenn seit seinem Arbeitsbeginn keine zerschundenen Schmuggler durch den Gang ins Hinterzimmer gekommen und nach einem Bier gefragt hatten. Was aus diesem Gang weiter wurde, würde er sehen, aber es war auf jeden Fall gut, dass Turang davon nun Kenntnis hatte, sie könnte sich noch als nützlich erweisen.
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Schwertmeister
Sarpedon winkte den Gehilfen mit sich und ertappte sich dabei, wie er flüsterte.
„Wir müssen schauen wohin dieser Gang führt, dann so etwas kann nicht nur ein Ausgang aus der Stadt sein, sondern auf ein Eingang.“
Mehr brauchte er Turang nicht zu sagen. Er hatte bestimmt schon längst verstanden.
„Wir nehmen Haris auch mit. Hier ist jede Unterstützung von Nöten. Ich schliesse nur noch kurz die die Taverne ab.“
Wenig später war die Wirtsstube verriegelt und die Luke zum Tresen geschlossen. Die Wut der Gäste, die sich ein Zimmer gemietet hatten, nahm er in Kauf, denn dies war eine dringliche Angelegenheit. Alle, die nur ein Bier trinken wollten, vergnügten sich einen Abend lang an einem anderen Ort. Das würden sie überleben. Dann hatten sie wenigstens etwas zum Jammern. Aber viele Gäste gab es die Tage sowieso nicht.
In anderen Zeiten hätte er sich Gedanken über sein Geschäftsmodell und den fehlenden Gewinn gemacht, doch momentan irritierte es ihn mehr, dass er seit Tagen das einzige Schwert Ethorns in Setarrif zu sein schien. Die anderen waren noch am Leben, dessen war er sich sicher, doch warum blieben sie ausgerechnet in diesen stürmischen Zeiten derart lange fern. Taeris hatte er zwar selber los gesandt, allerdings hätte er schon vor einem Tag zurückkehren können, wenn die Verhandlungen gut gelaufen wären. Colodis war seit einer halben Ewigkeit verschwunden ohne ein Wort zu sagen und Drakk befand sich auf einer eroberten Burg. Nicht die besten Perspektiven. Überlege er, während sie stumm dem Gang folgten.
Sie schienen einfach ewig im Schein der schwachen Fackel zu tappen, bis sie zu einer kleinen Nische kamen. Dort war eine kleine Schatulle zu finden. Sie war abgeschlossen. Dem Impuls seinen Dietrich hervor zu ziehen und sie an Ort und Stelle zu öffnen widerstand der Wirt – sich auf seinen Beruf besinnend – im letzten Augenblick.
„Die nehmen wir auf dem Rückweg mit.“ Bestimmte er stattdessen.
„Nichts weiteres zu entdecken.“ Meinte Haris indessen, der mit seiner Fackel den Rest der Nische ausgeleuchtet hatte.
„Dann mal weiter.“
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Krieger
sie gingen weiter den Schacht entlang und Haris wurde langsam nervös.
"wo das wohl hin führt?" meinte er mit zittriger Stimme "Ich hoffe es ist nicht mehr weit, ich mag so kleine räume nicht"
Als Haris seinen Kopf etwas hängen lies bemerkte er Fußstapfen auf dem Staubigen Boden.
"Hey guckt euch das mal an, anscheinend war hier schon jemand"
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Ehrengarde
Berash nippte an seinem Glas, während sein Blick gelangweilt durch die Taverne glitt. Irgendwie gab es heute nichts wirklich besonderes für ihn. Seinen Weg in die Truppen Ethorns hatte er auch noch einmal aufgeschoben. Er konnte sich noch nicht dazu durchringen. Aber ein Vagabund, der von Ort zu Ort zog, konnte der Krieger auch nicht sein. Sein Waffenarm war nicht der eines Söldners. Sicher hatte Berash einen leicht anderen Begriff von Ehre als die meisten anderen "ehrenvollen" Krieger dieser Lande... dennoch war der einstige Herr von Bakaresh kein einfacher Söldner. Männer, die für Gold jedem Herrn dienten, der sie bezahlte... Nein, das konnte Berash nicht.
Er selbst bevorzugte den Kampf. Und den Ruhm. Sich einen Namen machen, gefürchtet, verachtet und dennoch verehrt. Das war ein Ziel, für das man Leben konnte. Doch sich einer Armee anschließen, war vielleicht das falsche. Befehle entgegen nehmen von Männern, die weitaus weniger Blut vergossen hatten, deren Augen noch nicht das vollkommene Leid der Gewalt gesehen hatten, die vielleicht noch nicht einmal selbst darunter gelitten hatten... Das konnte Schwierigkeiten geben.
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Schwertmeister
Sie entdeckten eine weitere Nische mit einer Lampe, Feuerstein und Zunder. Alles bereit, um verwendet zu werden. Sarpedon testete es. Der Zunder war noch trocken und fing sogleich Feuer.
"Das kann wahrlich noch nicht lange her sein, dass hier noch jemand drin war."
Bemerkte der Wirt, während er die Lampe wieder auslöschte, um sich darauf nachdemklich am Kinn zu kratzen und dort Russspuren zu hinterlassen. Doch davon merkte er nichts und seine Gehilfen wohl auch nicht, denn keiner wies ihn darauf hin.
Etwas später setzten die drei ihren Weg fort, bis Haris die anderen beiden auf einen Luftzug aufmerksam machte.
"Der Ausgang."
Stellten sie einstimmig fest und Sarpedon musste grinsen. Er hiess sämtliche Lichtquellen zurück zu lassen und tastete sich vorsichtig nach vorne, bis sich der Abgrund direkt vor ihm auftat. Direkt unter ihnen war die Brandung zu hören, die Klippen ragten steil aus dem Meer hinaus, unten tat sich Schwärze auf, die bis zum Horizont reichte. Sarpedon sog eine Prise Meerluft ein.
"Gefährlich, sehr gefährlich für Setarrif." Sinnierte er. "Ich sollte das einem Verantwortlichen mitteilen."
Sprach der Wirt und schaute seine beiden Gehilfen an, erkannte jedoch nichts.
"Gehen wir zurück?"
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Krieger
Haris nickte "währe besser, ich habe keine lust die Besitzer zu treffen"
"Das sieht mir hier nach einer art Banditen Versteck aus... aber unter der Taverne? hast du nie etwas mit bekommen?"
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Ritter
In einem etwas abgelegenen Winkel der Stadt
Die Kälte war aus Setarrif verschwunden, doch sie schien ihre Spuren hinterlassen zu haben. Zunächst unbemerkt von den Oberen, doch sichtbar für den, der ein Ohr für die Armen und Schwachen hatten. Der eisige Frost, der vor einigen Wochen in der Küstenstadt geherrscht hatte, war für eine Menge Probleme verantwortlich gewesen, einige Menschen waren erfroren, weil sie keine warmen Sachen und kein Haus als Unterschlupf besessen hatten.
Der Erzdekan hatte mit einigen Helfern Decken verteilt und versucht die Menschen zu unterstützen, so gut er es eben konnte, doch die Hilfe reichte nicht aus, obschon auch Kirijulon viele der Obdachlosen in seinem Sanatorium unterkommen ließ. Dies war die offensichtlichere Folge der Kühle gewesen, die auch vielen der Reichen der Stadt verborgen geblieben war, weil sie schon seit jeher ihre Augen vor dem Leid der niederen Schichten verschlossen und noch nicht einmal mit der Wimper zuckten, wenn sie vom Tod eines Heimatlosen oder gar eines Dienstboten erfuhren. Eine weitreichendere Folge über die, die Bauern klagten, die zum Gespräch mit dem Geistlichen in den Tempel kamen, war die Folge für die Ernte. Sowohl auf den Feldern, als auch in den Lagern war viel Nahrung zerstört oder unbrauchbar geworden, da für gewöhnlich solche Temperaturen überall sonst, aber nicht in diesem Teile Argaans herrschten. Die Pflanzen waren resistent gegen hohe Feuchtigkeit und fast unerträglich heiße Tage. Dieser merkwürdige und doch nur so kurz anhaltende Wintereinbruch jedoch würde nicht folgenlos bleiben.
Die im Überfluss lebende Oberschicht der Stadt würde von diesen Problemen wohl sehr lange nichts mitbekommen und auch die normalen Bürger spürten die Folgen sicher erst zu dem Zeitpunkt, wo die Ernte normalerweise eingeholt werden würde und dann sicher viel geringer ausfiel, als es normal war. Die Nahrungspreise würden steigen und die einfachen Menschen müssten sicher Hunger leiden, denn die Höfe, die diese Unterproduktion hätten auffangen können, waren im Norden gelegen. Und was die Höfe im Norden anging so waren diese für den Moment in der Hand der Menschen aus Thorniara. Es würde also große Probleme geben in der Hauptstadt Ethorns geben. Große Probleme, auf die man vielleicht noch angemessen reagieren könnte, wenn man an den richtigen Stellen etwas machte. Doch wer lauschte den Armen, wenn sie über ihre Probleme klagten und hier wirklich die Vorboten einer größeren Katastrophe waren? Niemand, alle Welt würde weiterverfahren wie zuvor, bis der Karren so richtig im Dreck steckte, da bloß der Varanter und noch einige wenige weitere Geistliche denen zuhörten, die kein Gold hatten oder keiner besonderen Linie abstammten.
Die Situation war verzwickt und so war der Wassermagier wie so oft in den letzten Tagen in seinen Gedanken vertieft, als er den Tempel verließ und die letzten Gläubigen verabschiedete, die noch zum Abendgebet gekommen waren. In der Nacht würde der Pazifist noch ein wenig weiter an der neuen Kirchenordnung schreiben, die bald zum Abschluss gebracht werden musste. Doch bevor er dies tat, wollte er noch ein wenig durch die Straßen Setarrifs spazieren und den sternenklaren Himmel genießen.
Es waren nicht viele unterwegs zu solch später Stunde, da die Präsenz der Stadtwachen auf die Außenbezirke Setarrifs umverteilt worden war oder sich im Training befand, um vielleicht irgendwann einmal die Burg beim Silbersee zurück zu erobern. Die Folge war, dass der hohe Sicherheitsstandard zumindest in der Nacht nicht überall aufrecht erhalten werden konnte. So gab es Viertel, in die man sich zu späterer Stunde besser nicht alleine begab. Doch dies wussten die Reisenden nicht und manchmal wollten es auch die Einheimischen nicht glauben, oder vergaßen es gar, weil sie selbst zu sehr mit dem Nachdenken beschäftigt war. So führte auch die Ablenkung durch den eigenen Geist den Teeliebhaber, der selbstverständlich eine Tasse seines Lieblingsgetränks bei sich trug und daran nippte, in einen etwas abgelegeneren Teil Setarrifs. Nicht ins Armenviertel, sondern zu einer Seitengasse in der Nähe einer Taverne, wohl also ein Weg, den manch einer zur späten Stunde entlang ging und vielleicht gerade deshalb gefährlich, weil es ein für Räuber optimaler Platz war.
Das Opfer, welches sich die Verbrecher heute jedoch ausgewählt hatten, war wohl nicht Hyperius, sondern eine Frau mit schön im Mondschein schimmernden Haaren, die ein Stück vor ihm von drei bewaffneten Männern bedrängt wurde. Der Erzdekan hatte oft genug sehr starke und wehrhafte Frauen getroffen und war keinesfalls einer jener Vertreter, die das weibliche Geschlecht unterschätzten und doch war es ihm ein Bedürfnis zu helfen, wo jemand in Not war, nicht weil er der Dame keine Kampffähigkeiten zutraute, sondern bloß um das Zahlenverhältnis etwas aufzubessern. "Wenn die werte Lady gestattet, würde ich euch gerne zur Seite stehen.", ertönte die ruhige Stimme des Wassermagiers, um dessen Händen sich langsam zwei Kreise aus Sand bildeten, der aus einem tönernen Behältnis an seinem Gürtel entwich. Nachdem diese Worte verklungen waren, überwandt der Pazifist die letzten Meter und stand nun neben der ihm bislang Unbekannten Auge in Auge mit den drei Angreifern, die wohl etwas überrascht vom Auftritt des Wassermagiers in diesem Teil der Stadt wirkten.
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Schwertmeister
"Schmuggler."
Antwortete Sarpedon nur knapp, während er sich an der Wand entlang tastete. Er bekam einen metallenen Griff zu fassen. Er tastete weiter und erkannte, dass es sich um eine Haltevorrichtung für ein Seil oder eine Leiter handeln musste.
"Aber sie haben sich nicht bis in die Taverne gewagt. Das hätte ich mitbekommen. Der Zugang war mit Erde bedeckt. Turang und ich haben gegraben. Aber nun wissen sie, dass wir hier waren. Wir müssen aufpassen. Vielleicht die Klappe belegen... Uns fällt schon etwas ein." Sprach der Wirt, als ihn plötzlich ein Schmerz durchzuckte. Er hätte beinahe leise aufgestöhnt, aber nur beinahe. Sein Kopf wollte zerspringen, ihm wurde schwindlig und er spürte Wut, doch nicht die seine. Es war ganz seltsam.
"Lasst uns zurückeilen, etwas stimmt nicht."
Murmelte er hastig, nahm die Laterne auf und eilte voran, bis ihm dämmerte und er versuchte den Schmerz und die Wut an den Rand seines Bewusstseins zu schieben. Es gelang grösstenteils. Nur hin und wieder schwappte es zurück, dennoch erschien ihm der Weg unglaublich lange, bis sie endlich wieder durch die Luke zur Taverne hoch stiegen.
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Krieger
Als die 3 wieder oben in der Taverne angekommen sind meinte Sarpedon nurnoch kurz "kümmert euch bitte um die Taverne" und stürmte raus.
Er lies die Tür offen und es kamen wieder ein paar leute in den Raum, die sich gleich ein paar Biere bestellten.
Haris sah Turang an "was wohl los ist?"
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Schmetterling
Redsonja hatte sich Darjel mit einem Tuch vor die Brust gebunden gehabt und wollte ihn nur kurz an die frische Luft bringen, als sie von drei Kerlen angefallen wurde. Eigentlich keine Sache. Mit ihren zwei Klingen vermochte sie Herrin von drei Halunken werden, die sie unkoordiniert ausrauben wollten, diese aber besassen Waffen. Etwas zu Teures für Männer ihres Schlages und sie kämpften nicht schlecht.
Als ihr Geist bereits überlegte, ob es an der Zeit war Panik zu schieben, erschien ein Mann. Sie vermochte ihn nicht zu mustern, nahm jedoch seine Stimme wahr. Sie klang nicht speziell kämpferisch. Eher ruhig, höflich, doch ihr wahr nicht nach Austausch von Höflichkeiten. Sie wollte überleben und ihr Kind über die Runden bringen. Allerdings Schritt er zur Tat, bevor Redsonja etwas zwischen den Zähnen hervorstiess, dass ihn von einer Rettung noch abhalten konnte und sie wäre in der Verfassung dazu gewesen. Ein Glück also, dass sie vor lauter Anstrengung nicht zum sprechen gekommen war.
Er zauberte, was Redsonja nur noch mit einer Wimper zucken liess. Zu lange war sie mit Viraya gereist, dennoch hätten normale Angreifer spätestens dann die Flucht ergriffen, doch taten sie es nicht. Sie wusste nur zu genau, was dies zu bedeuten hatte.
"Ihr kommt gerade noch rechtzeitig."
Vermochte knapp zu sagen, bevor der erste Gegner von kleinen herumwirbelnden Partikeln verfasst wurde. Er schrie auf, der zweite ebenso, während sich der dritte mit einem unerwarteten Satz nach vorne direkt auf die Gurgel der rothaarigen Kriegerin stürzte. Das Schwert voran, nahm er in Kauf direkt in dem ihrigen zu landen, doch war sie erfahren genug, drehte sich zur Seite weg und liess ihn ins Leere laufen, um ihn kurz darauf für diese Dummheit zu bestrafen.
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Ehrengarde
Mani war immer noch nicht aufgetaucht, die Söldner bohrten also immer noch ohne Anführer in der Nase herum.
Ach, wie Nigel dieses Pack nicht ausstehen konnte. Wut und Ekel, mehr konnte er ihnen nicht entgegen bringen. Warum hatte sich Mani eigentlich überhaupt darauf eingelassen, sich um dieses Haufen zu kümmern. Wahrscheinlich, weil er selbst einer unter ihnen war.
Trotzdem konnte Nigel es nicht verstehen. Und außerdem war sein Freund weg. Einfach weg. Was er in Anbetracht der Truppe, um die sich der Söldnerführer zu kümmern hatte, auch verstehen konnte. Und plötzlich hatte Nigel eine neue Idee. Was war, wenn Mani einfach abgehauen ist?! Aber sowas würde der Nordmann doch niemals tun, dafür kannte Nigel ihn zu gut. Und wenn doch?!
Ach, der würde wieder auftauchen. Und damit schob Nigel den Gedanken beiseite.
Er saß wieder in der kleinen Bibliothek der Akademie und hatte einen Stapel Bücher neben sich zu liegen, sowie eins auf dem Schoß zu liegen. Der Titel lautete Grundlagen beim Umgang mit dem Schild. Es war nun schon das zweite Buch, welches das Schild zum Thema hatte. Nigel gefiel die Idee und auch das, was er darüber erfuhr. Er würde sich wohl in naher Zukunft ein solches besorgen. Und dann würde er den Umgang üben. Aber so schwer sah das gar nicht aus.
Mit einem Seufzer schlug er das Buch schließlich zu und türmte es auf die anderen Bücher. Dann lehnte er sich zurück und schloss für einen kurzen Moment die Augen...
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Schwertmeister
Kurz darauf pochte Sarpedon gegen die Palasttür. Ein Wächter öffnete das Guckloch.
"Was willst du?"
Fragte er. "DU", sagte er, liess sich noch nicht einmal auf ein höfliches "Ihr" herab. Blieb nur zu hoffen, dass er ihn nicht erkannt hatte. "Gut einerseits", dachte der Schurke, doch wäre es in diesem Moment von Vorteil gewesen, wenn er einfach durchgelassen worden wäre.
"Ich muss den König sprechen." Versuchte er es dennoch.
"Und ich meiner Arbeit nachgehen." Antwortete die Wache und wollte eben seinen Kopf zurückziehen, als Sarpedon ihn aufforderte wenigstens General Lee zu holen. "Und zwar auf dem schnellsten Weg. Sonst wird dir das bald Leid tun Bürschchen. Das wird es dir sowieso, aber nun lauf."
Schickte ihm das Schwert Ethorns noch in bissigem Ton hinterher, denn war er zum Warten verdammt.
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Ritter
Für gewöhnlich reichte es aus, ein kleines Spektakel für die Augen mit der Magie zu veranstalten, um die Angreifer zu verschrecken. Der junge Kartograph war kein großer Freund von dem Einsatz der Magie zu Kampfeszwecken und so beschränkte sich die Auswahl seiner Zauber meist auf ein Repertoire, das dem eines Kämpfers recht unähnlich war. Doch ein Kämpfer war der Erzdekan auch nicht, sondern ein Mann des Glaubens und so ließ den Sand um seinen Händen immer schneller wirbeln und ließ sich in den Fluss der Magie fallen. Da die Räuber nicht zurückwichen, hob der Wassermagier seine Hände, als ob er wie ein Dirigent ein Orchester leiten würde. Während seine Arme jedoch einem Vier-Viertel-Takt entsprechend Akzente setzen, schwoll die Magie in ihm und um seinen Armen weiter an, sodass sich kleine Windhosen bilden, in deren Auge des Sturms die Schultern des seelenruhigen Mannes lagen. Dieser riss schließlich zu einem folgenden Auftakt seine Arme in die Höhe und entließ die kleinen Sandstürme auf zwei der Räuber. Die Menge Sand, die der junge Teeliebhaber verwendete, war nur so groß, dass es den beiden einen Schrecken einjagen würde, doch um sie zu verletzen reichte der Zauber nicht aus, aber das war ja auch nicht die Intention des Magiewirkers. In dessen einer Hand ruhte noch immer die Teetasse, aus der er beim langsamen dirigieren nur einige wenige Tropfen verschüttet hatte. Während also die beiden Herren mehr vor Schreck, denn vor Schmerz aufschrien und der Erzdekan gerade einige Sandkörner aus seinem Tee entfernen wollte, attackierte plötzlich bereits der dritte Angreifer, der trotz des Warnschusses auf seine beiden Kumpel in selbstmörderischer Weise sich nach vorne warf.
Irgendetwas stimmte an diesen Männern nicht, da kein gewöhnlicher Räuber einfach den Kampf gegen einen Magier und eine, wie sich nun herausstellte, bewaffnete Mutter mit Kind fortsetzte, wenn es nicht einen triftigen Grund gab. Nach dem unerwarteten Angriff des Dritten gegen die Frau, würde Hyperius die beiden verbliebenen nicht länger unterschätzen und ließ seine Teetasse von den magischen Strömen ein Stück zur Seite auf eine Kiste schweben und stellte sich den beiden verbliebenen entgegen während die Frau wohl den dritten gut selbst in Schach halten konnte.
"Adanos schuf den Menschen nicht damit er tötet. Adanos kennt euer Leid, er kennt die Trauer und Probleme eines jeden seiner Kinder und doch kann er nicht helfen, denn er schenkte uns die Freiheit und würde er uns an die Hand nehmen, so verlören wir vielleicht unsere Probleme, doch auch unsere Entscheidungsfreiheit. Und so ist das Leben nicht immer leicht und wir müssen entscheiden, wie wir mit den Herausforderungen des Alltags umgehen, doch euer Weg ist falsch, denn ihr wählt den einfachen Weg, die Früchte der anderen zu stehlen, ohne selbst etwas anbauen zu wollen. Nun geht und bessert euch, dann wird Adanos' euch verzeihen.", erklang die feste und zugleich barmherzige Stimme des Hüters des Glaubens, dessen Worte von einer Magie des Schlichtens so umhüllt wurden, wie die Straße selbst in einem leichten Nebel versank, da der Wassermagier die Feuchtigkeit kondensieren ließ, um einen Nebel zu erschaffen, der ihm auf der einen Seite als Blickfang dienen sollte und auf der anderen Seite half eine magische Verbindung zu den beiden Männern aufzubauen, damit die Magie des Schlichtens wirken konnte. Diese komplexe Magie funktionierte anders als die meisten Zauber, auf Aufmerksamkeit, die Sprache und die magische Verbindung kam es an. Doch als die beiden Männer nun davon liefen, wusste der Diener Adanos', dass seine Bemühungen nun gefruchtet hatten. Nun blieb bloß noch zu hoffen, dass die talentierte Kriegerin nicht von ihrem Räuber durch einen schmierigen Trick hereingelegt wurde, doch das befürchtete er eher weniger, bei dem Können, was sie zuvor bewiesen hatte.
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Provinzheld
Lee spielte gerade mit dem Gedanken sich nun einer guten Pfeiffe und dem knisternden Feuer im Kamin seines Zimmers zu widmen. Er war gerade dabei die Zimmertüre seines Quartiers auf zu schließen, als ihn jemand von der Seite an sprach. Es war einer der Wachen.
"General Lee."
es hörte sich noch immer ein wenig eigenartig an, diese Worte von Setarrifern zu hören.
"Verzeiht die Störung. Ein Mann steht am Tor. Er verlangt euch zu sprechen."
sprach er und war sichtlich um Fassung bemüht. Auch Palastwachen waren nur Menschen. Lee nickte nur, verbannte die Gedanken an einen halbwegs frühen Feierabend und folgte dem Wächter zum Tor des Palastes. Verwundert stellte er fest, dass es sich um Sarpedon handelte. Immerhin Schwert des Königs.
"Vielleicht solltest du dich öfter im Palast aufhalten. Dann würden dich die Wachen auch erkennen. Und Taeris würde aufhören sich laufend zu beklagen."
scherzte er und bat den Mann hinein.
Taeris
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Schmetterling
Als der Magier sich umdrehte, hatte Redsonja gerade das Blut von ihrem Schwertern gewischt und wandte sich von dem Mann ab, der tot am Boden lag. Dann steckte sie die Waffen ein, lächelte ihren Retter an, trat auf ihm zu und streckte ihm die Hand entgegen.
"Hab vielen Dank. Mein Name ist Redsonja und wie nennt Ihr Euch?"
Es erschien ihr, als wäre er leicht irritiert, während er sich die Hand schütteln liess. Unbewusst versperrte sie ihm dabei mit dem Körper den Blick auf den Toten.
"Hyperius."
Entgegnete das Gegenüber und sie hatte endlich Zeit ihn etwas zu mustern, während sie fort fuhr.
"Sehr erfreut. Kann ich euch zum Dank auf eine Tasse..."
"Tee." Eilte er ihr zu Hilfe.
"... Tee einladen?"
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