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Kämpfer
"Lang lebe der König!", stimmte Flarke mit ein. "Und entschuldige, dass ich dich etwas harsch angegangen bin, aber wenn eine Gestalt wie du nachts durch die Straßen Thorniaras stolpert und dann auch noch erzählt, sie sei eigentlich Soldat, dann kommt das etwas... nunja, nicht gerade pflichtbewusst herüber. Ich würde dir Vorschlagen, morgen noch einmal einen Tag frei zu nehmen, dich in Ruhe neu auszurüsten und ab übermorgern erwarte ich dich zum Dienst!", wies der Wachtmeister Albertus an, während er sich auf den Weg in Richtung Bastion machte.
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Schwiege
Schattengreif ließ die Knöchel knacken. Er lockerte die Schultern beinahe überheblich, verlagerte das Gewicht von einem Bein aufs andere. Die Wunde nahe des Fußes tat kaum mehr weh.
Lächelnd neigte er den Kopf zur Seite. "Nun?", fragte er sanft.
Er wartete nicht ab, sondern rammte seinem Gegenüber die Faust geradewegs in den Bauch. Würgend und keuchend taumelte der Mann zurück, prallte gegen eine Mauer und rutschte daran zu Boden, zitternd. Er sah nicht gut aus. Die strähnigen, schweißnassen Haare hingen in ein schmutziges, blutverschmiertes Gesicht, dessen bemerkenswerte Narbensammlung gerade beträchtlichen Zuwachs erhalten hatte. Schattengreif ließ eine blutige Klinge über seine Finger springen, dann verschwand sie in seiner Gürteltasche.
Er beugte sich hinunter. "Unter all dem Dreck und deinen Narben hätte ich dich beinahe nicht wieder erkannt – und ohne deine schmucke Uniform, natürlich. Aber ich habe zweimal hingeschaut, was ein Glück war. Für mich. Du wirst verständlicherweise anderer Meinung sein. Nun, die Frage ist, erinnerst du dich? Es ist gar nicht so lange her, vielleicht ein halbes Jahr. Du hast meine Waffen beschlagnahmt, am Tor, weißt du noch? In den schlechten Zeiten, den korrupten Zeiten, in denen ein Wächter einfach einen Passanten in die nächste Seitengasse zerren und übel zurichten konnte, ohne dass sich jemand darum scherte." Schattengreif packte den Mann an der Kehle und zog ihn wieder auf die Füße, dicht an die Mauer gepresst. "Wir können dankbar sein, dass so etwas heute nicht mehr passiert.", zischte er.
"Ich habe dich heute gesehen, durch Zufall.", fuhr er fort. "Weißt du, woran ich dich erkannte? An deinem Bogen. Nur, dass dein Bogen gar nicht dein Bogen war, mag man das glauben? Es war mein Bogen. Der Bogen, von dem du sagtest, er wäre... verschollen. An Drurhang gegangen. Was mich in beträchtliche Verwirrung bringt, denn dann dürftest du ihn nicht haben. Was ist also des Rätsels Lösung?"
"Ich habe...", würgte der ehemalige Wachposten, "...ich habe... gelogen!"
"Ach.", sagte Schattengreif kühl.
"Hab den Bogen behalten, wollte nur die anderen Waffen abgeben, ohne dass es Drurhang merkt. Ein bisschen Gold für mich beiseite schaffen..."
"Ein korrupter korrupter Wächter also.", meinte Schattengreif ruhig. "Und macht dich das in der Summe zu einem guten Wächter... oder zu einem zweifachen Scheißkerl?"
"Scheißkerl... bin ein Scheißkerl...! ...aber ihr seid doch einer von den guten, ihr könnt nicht..."
Schattengreif versetzte dem Dieb einen Kinnhaken, dass er mit dem Kopf gegen die Wand schlug und abermals zu Boden rutschte, diesmal reglos.
"Kann ich nicht?", fragte Schattengreif leise.
Der Bogen war zerbrochen. Der ehemalige Wächter hatte, Scheißkerl, der er war, bei seinem Sturz gegen die Mauer gepresst. Schattengreif schmiss die beiden nutzlosen Holzstücke von sich. Es war ihm egal. Es war nur ein Bogen.
Schritte näherten sich, und er drehte sich um, als ein ärmlich gekleideter Reichsbürger um die Ecke bog. Der Mann blieb wie angewurzelt stehen und sah zu dem blutverschmierten, ohnmächtigen Dieb an der Mauer.
"Was ist passiert?", fragte er ängstlich.
"Ein Verbrechen.", sagte Schattengreif. "Aber keine Sorge. Ich bin von der Wache."
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Waldläufer
Zwei Arten, dem Feind Schmerzen zuzufügen. Einfaches Zuschlagen mit dem Stab, gefördert durch eine Art Hebelwirkung. Schläge, die zwar nicht derartig wuchtig sind, dass sie einem Gegner die Knochen brechen können, aber dennoch stark genug, um nicht zu unterschätzende Schmerzen zu verpassen.
Und ein Diener Innos’ soll ja nicht töten, hatte Io gedacht, nicht sofort …
Mehrmals hatte er diese Art zu schlagen geübt unter den wachsamen Augen seines Lehrmeisters, der jede Annäherung zum Zelt besorgt aufgenommen hatte, ehe der Schüler sich wieder vom Zelt entfernt hatte.
Die zweite Methode, den Gegner zu bekämpfen, hatte Iolaus gekannt. Den Stab mehr am Ende packen und kräftig zustoßen, so das der Feind – am besten in Bauchgegend – ein ordentliches Stück Holz in den Magen bekommt und schlicht und ergreifend umkippt. Auch dies hatte der junge Adlatus einige Male unter Kialars Aufsicht geübt, ehe dieser für heute das Training beendet hatte.
Nun saß Iolaus im Kräutergarten des Tempels und half einem der dortigen Novizen dabei, alles winterfest zu machen. Keine leichte Arbeit, aber es war machbar. Dafür, dass der Garten im Frühling wieder in neuem wie altem Glanz erstrahlen würde.
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Kämpfer
Albertus hatte in dieser Nacht besonders gut geschlafen, kein Wunder er hatte schließlich schon lange kein richtiges Dach mehr über dem Kopf gehabt. Am morgen ging er direkt los um sich seine neue Uniform zu holen, diese erstrahlte ganz in ihrem glanz sie war zwar nicht ganz so stabiel wie die alte, aber besser als diese Lumpen die von seiner alten Uniform noch über waren. Als er sich gewaschen hatte und in das neue Kleidungsstück geschlüpft war fühlter er sich wie neugeboren.
Nach dem Albertus etwas gegessen hatte machte er sich auf den Weg die Stadt zu erkunden. ganz wohl war ihm dabei nicht denn er hatte schließlich keine Waffe mehr. So beschloss er, wenn er den Wachtmeister wieder treffen sollte ihn nach einem neuen Schwert zu fragen. Der Soldat war schließlich kein Neuling im umgang mit dem Schwert. Mit seinem alten Schwert hatte er schon so manch einen Ork geschlagen, doch dies waren längst vergessene Zeiten. Niemand würde ihn hier auf dieser Insel für seine Taten auf dem Festland noch ehren.
Der junge Mann ging nun also durch die Straßen und Gassen von Thorniara, so war der Name der Stadt wie er in der Zwischenzeit in Erfahrung bringen konnte.
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Veteran
Westtor.
Mika stand heute persönlich am Tor, genauer gesagt am Westtor. Es hatte sich nun mal so ergeben, dass er jetzt hier stand, seine rechte Hand am Schwertgriff an seiner Scheide habend und die Passanten begutachtend. Als Tormeister war es ja nicht nur seine Aufgabe, sich um seine Jungs zu kümmern, nein er musste auch immer noch die Tore im Auge behalten und dazu gehörte nun mal, hin und wieder, eine Schicht am Tor, so langweilig und nervig diese auch waren.
Es war spät geworden und der braungebrannte Milize wusste, dass seine Schicht nicht mehr lange dauern würde und dementsprechend wurde er immer ungeduldiger, denn trotz der Dunkelheit und der Tatsache, dass das Tor wohl schon bald geschlossen werden würde für die Nacht, kamen immer noch viele Fremde an die Tore um Einlass zu bekommen...
"Weiter!".
"Halt!"
"Weiter!"
"Halt!"
"Weiter"
Es war doch immer das Selbe, Gruppen oder einzelne Passanten anhalten, nach Papieren, wie der Reichsbürgerurkunde fragen, sich versichern lassen, dass man keinen Unfug trieb, die Waffen entgegennehmen, hin und wieder jemanden die Regeln der Stadt herunter leiern und dann hinein schicken. Kaum jemand wurde wirklich durchsucht. Es war zu sehr Routine hier am Tor, doch natürlich behielten sie trotzdem ihre Augen offen und im Notfall, wenn sie etwas ahnten, würden sie genauer hingucken.
"Halt, wer seid ihr?", fragte Mika die nächste Gruppe. Es waren augenscheinlich Bauern, vermutlich von einem der Höfe oder gar dem Dorf vor Thornaira.
"Bauern vom Hof im Bluttal. Wir müssen neue Werkzeuge beim Schmied im Handwerkerviertel einkaufen!", antwortete einer der abgerissenen Gestalten und zeigte mit einer Geste über seine kleine Truppe.
"Gut... weiter!", antwortete Mika, sich versichernd, dass keine Waffen bei sich trug, und schaute ein letztes Mal durch die Truppe und plötzlich fiel ihm einer der Männer genauer auf, er hielt sich relativ abseits der Gruppe und es schien kaum ein Bezug zu den anderen, mal abgesehen von den abgerissenen Klamotten.
"Stopp nochmal. Gehört der zu euch?", sprach der den vorherigen Sprecher der Bauern noch einmal an und zeigte auf den jungen hageren Mann.
"Der Bauer schüttelte den Kopf: "Ich habe den Typ noch nie gesehen...", kam es als Antwort des Bauern.
"Gut, ok, der Rest kann weiter, doch du Junge, bleibst schön hier. Sag mal, wieso wolltest du dich durchschleichen? Bitte deine Reichsbürgerpapiere!", meinte Mika nun mit einem harten Unterton in der Stimme, welchen er immer einsetzte um mehr Autorität zu zeigen.
Avik/Dennik
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Abenteurer
Westtor
Der Schreck durchfuhr seine Glieder, als die Stadtwache sich ihm zuwandte und aufforderte stehen zu bleiben.
Nervös stieg er von einem Fuß auf den Anderen und versuchte vergeblich dem Blick der Wache auszuweichen.
,,Meine was?", stolperten die Worte aus seinem Mund, der sich hinter den unrasierten Wangen verbarg.
,,Deine Urkunde, dass du Reichsbürger bist!", schoss es ungeduldig aus der Wache heraus.
,,ehm ... ich...", mehr bekam er im Moment nicht heraus. Sein Gesicht wurde kreidebleich, als die furchteinflössende Torwache mit er Hand am Schwertknauf einen Schritt auf ihn zu trat.
,,Wieso wolltest du dich einschleichen?", fragte er mit einigem Nachdruck erneut.
,,Das ... Das war sicher nicht meine Absicht.", stammelte Rorik vor sich hin, ohne den Blick auch nur ein einziges Mal in das Gesicht des Milizen zu richten.
,,Wo sind deine Papiere?"
,,Ich habe keine...", antwortete Rorik kurz. Es kam ihm vor, als wenn sich sein Hals zuschnürte, dass er kaum mehr Luft bekam. Seine Hände klammerten sich an die Riemen des Beutels, der noch immer an seiner Schulter hing.
Ich wollte doch nur in die Stadt ... irgendwie hatte ich mir das Ganze wohl zu leicht vorgestellt. War ja klar, dass ich wegen diesem hässlichsten Geschöpf auf dieser Erde noch in Schwierigkeiten gerate, spukten die wenigen Gedanken, zu denen Rorik fähig war, in seinem Kopf umher.
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Veteran
Westtor.
Mika seufzte. So schnell würde seine Schicht also doch nicht zu ende sein. Er schaute Lustlos gen Himmel und atmete dann tief durch...
"Also, fassen wir mal zusammen. Du hast keine Reichsbürgerurkunden, wolltest dich durchschleichen und bist offenkundig nicht wirklich wohlhabend, wirst deinen Eintritt nicht bezahlen können", - und stotterst aufgeregt vor dich hin, fügte er in Gedanken noch hinzu und meinte dann: "Das ist eindeutig ein Fall für eine nähere Untersuchung".
Der Fremde wagte es nicht zu Antworten und so begann er, als Torwache und Tormeister also seine Befragung: "Bist du mit den Regeln der Stadt vertraut?"; "Hast du eine Waffe bei dir?"; "Was hast du dort in der Tasche?"; "Woher kommst du?"; "Was willst du in der Stadt?"; "Wie lange willst du bleiben? Und wehe auf eine der Fragen gibt es keine Antwort!", Mika schaute düster drein, erstens um dem Fremden Angst zu machen und ihn den Mut zu nehmen zu lügen, ihn zu durchschauen und zweitens, weil er verdammt noch mal Hunger hatte und ihm Kalt war hier draußen um diese Uhrzeit.
Avik/Dennik
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Abenteurer
Westtor
Gleich nach der Bleiche, stieg ihm die Röte ins Gesicht, als die Wache ihm die Idee mit der näheren Untersuchung erläuterte und ihn auf gleichem Wege mit etlichen Fragen bombardierte.
Rorik versuchte all seinen Mut zusammenzufassen, um der Torwache all ihre Fragen zu beantworten. Kurz Luft holend, begann er zu antworten.
,,Mein Name ist Rorik. Ich komme gebürtig aus der Nähe von Stewark.", erneut holte Rorik Luft, ehe er es schaffte weiterzusprechen:,, Nein, ich kenne die Regeln dieser Stadt nicht. Waffen trage ich keine dabei, ausser meinem Messer." Währenddessen deutete er langsam in Richtung seines Gürtels, an dem das kurze, aber scharfe Messer hing. Im Allgemeinen machte es zwar einen recht desolaten Eindruck, doch wurde es regelmässig geschliffen.
Bevor er weitersprach, dachte er kurz darüber nach, ob er der Wache all die Geschehnisse in Stewark verheimlichen sollte, wenn ja, welche Geschichte sollte er ihr auftischen, was das für ein Paket sei und woher er es hatte. Dabei wusste er ja noch nicht einmal was da drin war.
,,Ich weiß noch nicht wie lange ich bleiben möchte, aber ich hatte gehofft meine Kenntnisse in der Heilkunst etwas zu verbessern. Ich bin Barbier und in meinem Beutel bewahre ich alles auf, dass ich für die Ausübung benötige." Die Worte huschten nur so aus Rorik heraus, kurzfristig hatte ihm diese Seite der Wahrheit besser gefallen.
Rorik hatte sichtliche Schwierigkeiten bei jeder Antwort eine gleichmässige Miene aufzusetzen, je mehr er sich der Wahrheit und den Gedanken über das Leinenpaket abwandte, desto weniger konnte er in die Augen der, von der Sonne braungebrannten, Torwache zu schauen, um aufrichtig zu wirken.
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Musarum maritus
Unruhig ging der Schriftgelehrte in seinem Zimmer auf und ab. Inzwischen hatte er jegliche Unordnung, die das normale Maß an Chaos in seiner Kammer überschritt, beseitigt und konnte sich jetzt voll und ganz seiner Forschung widmen. Das Problem des verlorenen Notizbuches war damit zwar nicht gelöst, aber er hatte einfach damit begonnen seine aufgeschriebenen Gedanken zu nummerieren, sodass auf diese Weise nichts mehr durcheinander geraten würde. Er war sogar soweit gegangen mit einem spitzen Metallstift in die obere Ecke jeder Seite ein Loch zu bohren und die einzelnen Blätter mit einem Faden zu verbinden. Seine Überlegungen gingen sogar soweit diese Notizen am Ende als Buch binden zu lassen. So waren sie nicht nur für ihn, sondern auch für seine Nachfolger ein wichtiger Wissensschatz. Die Gedanken aus dem Notizheft würde er hinzufügen, wenn er es wieder gefunden haben würde.
Da nun sein Zimmer genug Platz für ein wissenschaftliches Auf- und Abgehen bereit hielt, beschäftigte den Tempelvorsteher immer noch die gleiche Frage. Auf welche Weise könnte er die Idee verwirklichen, Zauber aus anderen Magieschulen benutzen zu können. Der Autor dieser alles verändernden Gedanken war zu Lebzeiten scheinbar nicht mehr dazu gekommen sich der Frage noch weiter zu nähern. Doch schien er über genug Wissen zu verfügen, um überhaupt eine solche Überlegung anstellen zu können. Dabei lag es eigentlich so nahe, dass der Schriftgelehrte es schon viel eher hätte sehen müssen. In seiner Lehre bei Ceron war ihm damals aufgefallen, dass die Heilungsmagie keiner Schule angehört. Sie war eine eigene Form, vielleicht sogar eine Art Urform. Eine Magie, die unberührt von jedem Glauben genutzt werden konnte. Daher war Lopadas dadurch zu der Erkenntnis gelangt, dass Magie eine freie Form war und nur durch die verschiedenen Weltansichten in eine bestimme Wirkung gepresst wurde. Das grundlegende Wesen der Magie unterschied sich nicht von sich selbst. Nur jeder Wirkende bezog sich auf eine andere Weise auf die magische Energie und nutzte Teile von ihr auf die ihm bekannte Weise. Wenn es ihm gelänge sich teilweise frei von seinen Vorkenntnissen zu machen, hätte er einen freien Blick auf die Magie und könnte somit auch mit genügend Vorstellungskraft andere Zauber wirken.
Eine allgemeine menschliche Eigenart stellte demnach aber auch die Grenze dieser Wirkungsweise dar. Kein Mensch konnte jemals genau wissen, was in seinem Gegenüber vorging. Niemand würde jemals die Gefühle und Gedanken des anderen vollkommen durchschauen können. Jeder versuchte sich im anderen zu sehen und so die Gefühle und Gedanken nachzuvollziehen. Somit würde Lopadas, selbst wenn es ihm gelänge auf andere Magieschulen zurückzugreifen, niemals von sich aus einen solchen Zauber wirken können. Zwar war er ein kreativer Geist, aber niemals konnte er eine fremde Identität in sich reproduzieren können, um auf die Weise auf andere Zauber zurückgreifen zu können. Mit genug Übung und einer großen Portion Vorstellungskraft wäre es ihm aber sicherlich möglich einen Teil der Weltansicht nachzuvollziehen und somit auf diese Weise einen Teil dessen, was den Zauber ausmacht, kopieren zu können. Wenn er verstehe würde, was auf einfacher Stufe wichtig für die jeweilige Magieschule war, dann könnte er auch auf ihre Macht zurückgreifen. Doch von Thorniara aus, war es unmöglich die fremden Gedanken zu verstehen.
Kein Buch, kein Bericht und kein Bild konnten Gefühle und Gedanken so lebendig ausdrücken, wie ein direktes Gespräch. Lopadas ließ sich in seinen Arbeitssessel fallen und starrte an die Wand. Wenn er wirklich seinen Geist in solche Sphären führen wollte, um das wahre Wesen der Magie zu verstehen, dann musste er sich mit den einzelnen Magieschulen auseinander setzen. Bei der bisherigen politischen Situation könnte sich dies allerdings als schwierig erweisen. Er würde besonders bei den Wassermagiern einen friedlichen und nicht voreingenommenen um Rat fragen müssen. Ihm kam im gleichen Moment auch schon ein bestimmter in den Sinn.
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Veteran
"Mh... das große Messer da nehmen wir dir lieber ab, schaut mir ein wenig zu gefährlich aus! Als Nicht-Reichsbürger ist es nicht gestattet Waffen in der Stadt zu tragen, hol es dir wieder ab, wenn du die Stadt verlässt oder kümmere dich um eine Reichsbürgerurkunde. Außerdem würde ich gerne den Inhalt der Tasche genauer begutachten, wenn wirklich Kräuter drinnen sind, irgendein Heilerzeug, dann lassen wir dich durch", antwortete Mika und streckte die Hand aus, fordernd und ungeduldig, wie eh und je.
Zuerst bekam er das Messer, welches er an einen Waffenknecht überreichte, welcher ebenfalls am Tor stand. Dieser würde es in die Kammer bringen, in welcher die Waffen von Reisenden aufbewahrt wurden und dann, es schien ihm als zögerte der junge Mann, bekam er das Paket und öffnete es. Ein junger unschuldiger unerfahrener Rekrut hätte wohl nicht erkannt, was für illegale Kräuter das waren, hätte leichtgläubig genickt und den Kerl durchgelassen, doch nicht so er. Er roch es, er konnte es wirklich sofort erkennen und nur ein Wort musste er aussprechen, um die anderen Torwachen ebenfalls auf den Typ aufmerksam zu machen. "Sumpfkraut...", murmelte er.
Sonst waren keine Passanten mehr am Tor und so beschlossen sie nun, die Tore für die Nacht zu schließen und den Kerl erst einmal im Kerker zu quartieren, wo er keine Sachen anstellen konnte, außer die Wachen zu nerven. Also nahmen sie den Jungen ohne viele Wörter zu verlieren in ihre Mitte auf den Weg zur Bastion. Schnell war diese Erreicht und sie schupsten den kleinen Dealer, oder was genau er war, in den Keller. Hier unten wartete auch schon, wie erwartet, Brutos, der Kerkerwächter.
"Für den König! Wir haben Frischfleisch von vor den Toren. Hatte Sumpfkraut bei sich. Finde ihm doch eine kleine Zelle für die Nacht, bis sich die Verwalter seiner annehmen", meinte Mika knapp angebunden zu dem brutalen Kerkerwächter und ging ohne weitere Erklärungen wieder nach oben. Er mochte diesen sadistischen Kerl nicht, er war ihm zu abgedreht, zu gefühllos mit den Gefangenen. Auch er wusste, dass Leute in den Kerker mussten, doch nahm Brutus ihnen meist die letzte Würde und das passte Mika und auch anderen Leuten überhaupt nicht...
Avik/Dennik
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Abenteurer
Im Kerker
,,Rein mit dir!", schnaubte Brutus, als er Rorik mit einem Tritt ins Gesäß sein Zimmer für die Nacht zeigte.
,,Träum was süßes du Abschaum!", raunte er noch kurz, nachdem er die Tür verschloss und mit der einzigen Lichtquelle, der Fackel in seiner Hand, wieder verschwand.
Verzweiflung. Verbitterung. Irgendwie so konnte man Roriks momentanen Gefühle wohl am besten beschreiben.
An Händen und Füßen gefesselt lag Rorik auf dem kalten, harten Boden. In dem Kerker war es schmierig, modrig und es stank nach Vermodertem.
Er konnte kaum einen richtigen Gedanken fassen, überall um ihn herum wuselte es. Ob es Fleischwanzen, Ratten oder sonstiges Getier war, konnte er nicht erkennen.
Die gesamte Situation, in der Rorik nun steckte, raubte ihm den Atem, der Gestank schnürte ihm die Kehle zu und die Dunkelheit trieb ihm langsam die Tränen in die Augen.
Mit vor Verzweiflung verzerrtem Gesicht sackte er an der kalten Mauer der Zelle zusammen und fiel in einen Ohnmachtsnahen Schlaf.
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wünscht sich blaue Sterne
Es war bereits einige Minuten nach Mitternacht. Der Hafen Thorniaras plätscherte leise seine dunklen Wellen gegen die beiden stolzen Kriegsschiffe des myrtanischen reiches. Ein weiteres, etwas abseits gelegenes Handelsschiff stimmte in die schaurig schöne Szenerie mir aufgehängten Laternen ein. Und inmitten diesem Spiel aus Licht und Schatten war es der ehemalige Herzog von Braga, welcher vorsichtig um einige Ecken bog, bis er das als Unterschlupf abgesprochene Lagerhaus erreichte. Fast den gesamten Tag hatte er sich versteckt halten müssen um den umher streifenden Milizen nicht in ihre gierigen Hände zu fallen. Nun, als der Halbmond gerade ein weiteres mal von einer dunklen Wolke verdeckt wurde, huschte er hinüber zum Fenster des Hauses. Im Innenraum erspähte er Vryce, welcher mit grimmiger Mine sein Schwert fixierte. Die beiden auserkorenen Ehrenopfer schliefen seelenruhig, völlig im Unklaren darüber, dass sie bald als Wassermagier bei einem Schiffsuntergang drauf gehen würden.
Und erneut hörte er in der Nähe das Scharren der schweren Milizstiefel der Hafenwachen, welche ihre dem Hexer mittlerweile recht bekannten Runden drehten. Fast schon spielerisch schritt der Schattenherr Bragas in einen Schatten und verschwand für das Auge unsichtbar in dem Meer aus Schwärze. An die Finsternis mittlerweile gut gewöhnt huschte er durch die Schatten hindurch in den Raum seiner baldigen Mittäter um sich dort dann nicht allzu weit entfernt vom ehemaligen Schwarzmagier aus dessen durch die schwache Kerze geworfenen Schatten zu schälen. Nah genug um sofort erkannt zu werden, aber dennoch weit genug entfernt um nicht einem voreiligen Klingenstreich zum Opfer zu fallen.
"Hallo Vryce. ich habe gute Neuigkeiten."
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Ritter
Einige Minuten erzählte der Hexer, was seine Neuigkeiten waren. Der Heimatlose lauschte nur, sagte kein Wort und hüllte sich – wie scheinbar normal in den letzten Tagen – in vehementes Schweigen. So sehr, dass selbst der stumme Jadub beredter schien als er.
„Also“, brach dann der junge Mann das lange Schweigen, „Die Wachen hier haben einen festen Plan. Das ist logisch, weil das jede Wache dieser Welt so macht. Es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass wir bestimmte Zeitpunkte haben, wo wir ungesehen und unbemerkt vorgehen können. Vor allem Schichtwechsel bieten die Möglichkeit, ohne weitere Schwierigkeiten auf das Schiff zu kommen“, sprach er vor sich hin, nicht darauf achtend, ob und was Trilo zu den Gedanken sagte. Dann blickte Vryce endlich auf und dem Herzog ins Gesicht.
„Wie darf ich das verstehen? Friedhof? Test? Eine Mutprobe, oder was?“, höhnte er, ehe der Hexer die Hand in Richtung der Schatten ausstreckte und diese dazu brachte, sich näher zum Feuer hin zu bewegen, als würde ebenjenes schwächer und schwächer. Was natürlich nicht der Fall war. „Ach so.“, sprach Vryce trocken, „Solch ein Test. Muss das wirklich sein? Ach, bei Beliar, dann machen wir es. Morgen also auf dem Friedhof schauen, ob diese Schattengeschichte möglich ist. Und wenn ich dabei draufgehe, dann zumindest als Wegbereiter der Wissenschaft, nicht wahr?“
Der Krieger seufzte und machte sich hin zu seiner Schlafstätte, die aus einer Decke und einige alten Kartoffelsäcken bestand. „Sonst noch was, oh Großherzog?“
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wünscht sich blaue Sterne
"Wie jetzt? Morgen? Vryce... jetzt! Außerdem will ich dir dort noch etwas anderes zeigen. das Grab von Dominique. Und den Ursprung meiner ganzen Magie wie es scheint. Wie auch immer. Nur Nachts können wir beide wirklich testen ob es funktioniert und wie weit wir zusammen weg kommen. Bedenke: Auch ich mache das zum ersten Mal. Für gewöhnlich 'reise' ich allein in den Schatten. Oder hast du irgendetwas so dermaßen Anstrengendes getan, dass du jetzt unbedingt einen erholsamen Schlaf brauchst?"
Er selbst setzte sich nun auch erst einmal auf eine der Kisten im Raum. Es stank höllisch hier, aber durch die Kerzen war es fast schon erträglich, wenn man nahe genug an ihnen saß und den Geruch von Verbranntem ein sog.
Last edited by Trilo; 18.10.2011 at 01:02.
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Ritter
„Das Grab lassen wir lieber Grab sein, Trilo“, überlegte Vryce und überprüfte den Schwertgurt, da er wusste, dass es ihn und den Hexer wieder in die Nacht hinaustreiben würde. Und wenn man mit diesem Wahnsinnigen unterwegs war, schien es keine schlechte Idee zu sein, die Klinge stets griffbereit zu halten. „Da reagieren die Leute hier ziemlich ungehalten, wenn man sich dem Ding auch nur mit der winzigsten unguten Absicht nähert. Lassen wir dieser Stadt also die Freude an dem Denkmal eines Schlächters.“
Die Frage war nun wirklich, wo sie diesen ‚Schattenmantel’ testen konnten. Mitten in der Stadt sicherlich nicht. Trilo wurde schon wegen Ketzerei und Gotteslästerung gesucht, war für die Feuermagier wohl ein Häretiker erster Klasse. Da mussten sie ihr ‚Glück’ nicht überstrapazieren. Nein, es musste ein Ort sein, wo gegen Abend niemand mehr unterwegs war.
„Der Friedhof. Würde ich sagen. Der Mond steht am Himmel, spendet also genug Licht, damit sich Schatten bilden. Da sollten wir den Schattensprung austesten. Und wenn ich da verrecke, brauch ich nur noch zu hoffen, dass ich in eines der Gräber falle“, scherzte de Heimatlose und ging in Richtung Tür.
„Auf geht’s“
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Provinzheld
"Gut jetzt müssen wir nur noch die Eisenplatte da dran kriegen", sagte Thorleif zu seinen Helfern, während er den Rammbock anschaute. Er war soweit fertig nur noch die Verstärkung für die Rammseite fehlte. Die Griffe waren so Platziert das auf jeder Seite zwei Männer anfassen konnten. Das ganze Geräte konnte natürlich auch von zwei Personen alleine gehandhabt werden.
"Du kennst dich doch aus mit Sachen die etwas befestigen können? Gut dann geh und hol alles was wir brauchen um das hier ohne Nägel oder sonstiges Kram zu befestigen. Soll ja nicht schon vor dem Gebrauch unnötig beschädigt werden!", meinte der Bärtige und der Arbeiter der gerade angesprochen wurde, verließ die Werksatt.
"Mach erstmal Pause bis er wieder kommt. Ist vielleicht besser."
Die beiden Männer setzten sich an den Tisch und tranken das Wasser aus der Karaffe die darauf stand. Danach ging der Novize hoch in sein Büro und wusch sich den Schweiß aus dem Gesicht, setzte sich danach wieder an den Tisch und las sich einpaar Notizen durch, während die beiden warteten.
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game over man, game over
In ihrem Arbeitszimmer stand Françoise an einem Lesepult und las in einem alten Buch aus den Archiven. Es handelte von der Geschichte Argaans. Allerdings weniger vom myrtanischen Teil, sondern in erster Linie von der Vergangenheit der Setarrifer. Françoise hielt sich an die Worte eines valisischen Denkers, der sagte: Kenne deinen Feind. Zwar hatte die Priesterin Schwierigkeiten damit, die Wassermagier als Feinde zu sehen. Andererseits ließen die letzten Ereignisse ihr kaum eine andere Wahl. Das Mindeste, was sie tun musste, war, wachsam zu sein. Schließlich machten die Wassermagier nur einen kleinen Teil der setarrifischen Bevölkerung aus.
Davon einmal abgesehen, stellte Françoise schnell fest, dass die Geschichte Argaans keineswegs uninteressant war. Sie reichte viele Generationen zurück, mehrere hundert Jahre also. Rhobar der Erste war noch längst nicht geboren gewesen und folglich existierte das myrtanische Königreich auch noch nicht. In dieser Epoche nahmen die Setarrifer eine bedeutende Stellung in der Welt ein. Ihr Reich erstreckte sich weit über die südlichen Inseln hinaus. Selbst bis nach Khorinis drangen sie unter der Führung eines Vorfahrens des jetzigen setarrifischen Anführers vor.
Besonders interessant waren dabei die Konflikte, die die Setarrifer in jener Region führten. Es überraschte Françoise, dabei auf einen bekannten Namen zu stoßen: Jharkendar. Zwar kannte sich die Priesterin nicht besonders gut mit diesem alten Volk aus, dennoch wusste sie natürlich, dass sie einst Bewohner von Khorinis waren. Sie hatte sogar einmal die Ruinen der alten Stadt Jharkendar besucht, als die Wassermagier dort eine Siedlung errichtet hatten.
Was den Konflikt nun so besonders machte, das war die Tatsache, dass sich auf beiden Seiten Anhänger desselben Gottes befanden. Sowohl die Jharkendar wie auch die Setarrifer verehrten Adanos im hohen Maße und trotz dieser Gemeinsamkeit, führten sie erbittert gegeneinander Krieg. Ihnen fehlte die Einigkeit, so wie sie den Anhängern Innos' zuteil war. Diese Einigkeit verlieh dem Orden des Feuers wie auch dem gesamten Königreich Stärke und Widerstandskraft und das hob sie von diesen alten Kulturen ab.
Denn obwohl Jharkendar und Setarrif viel Macht und Einfluss besessen hatten, überdauerten ihre Reiche nicht die Zeit. Während Jharkendar im wahrsten Sinne des Wortes unterging, schrumpfte das Reich der Setarrifer über die Jahrhunderte, bis es sich schließlich kaum mehr über eine einzelne Stadt erstreckte. Was wohl geschehen wäre, hätten sich diese alten Reiche nicht gegenseitig bekriegt, sondern miteinander vereint. Die fehlende Einigkeit war ihre große Schwäche.
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Schwertmeister
Das kann ja was werden, dachte Kerdric, als er an die Tür von Mansks Arbeitszimmer klopfte. »Du bewachst inzwischen am besten die Tür«, sagte er dabei noch an Sonni gerichtet. Der mysteriöse S, der sich als höchst eigenartiger Verehrer Innos’ herausgestellt hatte, nickte stolz und postierte sich sogleich mit seinem Speer; offenkundig war er hellauf begeistert von der »neuen« Stadtwache, die sogar bei den regelmäßig stattfindenden Predigten im Tempel erschien, doch der Milizsoldat konnte nicht einschätzen, ob Sonni nun einfach naiv alles glaubte, was man ihm, gewürzt mit ein paar Prisen Innosglauben, erzählte, oder ob mehr in ihm steckte als man angesichts seines Auftretens erwarten würde.
»Herein«, ertönte die Stimme von Mansk, und Lodrick und Kerdric betraten den Raum.
»Für den König!«, salutierten sie.
»Für den König. Was gibt es?«
»Es geht um die Steuern, die wir eintreiben … zweimal ja bisher erfolgreich, allerdings gibt es beim dritten Fall, nun, ein Problem.« Kerdric atmete einmal durch und überlegte sich die nächsten Worte gut, damit Mansk ihn nicht für verrückt hielt. »Wir haben den Mann gefunden, was schwer genug war, aber er hat kein Geld. Es sieht so aus, als würde er immer wieder als Türsteher oder Wächter für irgendwelche Händler arbeiten, aber ohne etwas dafür zu verlangen. Trotzdem werden ihm wohl Steuern berechnet, die er natürlich nicht bezahlen kann.«
»Er nimmt kein Geld?« forschte der Offizier nach.
»Nein. Er sagt, für einen Diener Innos’ gehört sich das nicht, und überhaupt macht er einen ziemlich … fanatischen Eindruck. Innos ist seine Ehre, und seine Ehre ist sein Leben …« Der Milizsoldat kratzte sich das Kinn. »Jedenfalls, Steuern bekommen wir von dem keine. Man könnte ihn höchstens in der Stadtwache anstellen, schließlich hat er auch für andere Leute gearbeitet und könnte auch hier für Ordnung sorgen, aber … ob man ihn gebrauchen kann, ist wohl Eure Entscheidung.«
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Dichter als Goethe
Wie ein Kleindkind, dem man ein neues Spielzeug geschenkt hat.
Kerdric und Lodrick, hatten Sonni auf dessen Drängen hin viel über die Miliz erzählt und gezeigt.
Der Mann war mit seinen Informationen spät dran. Viele der Änderungen hatte nicht einmal er selbst mitbekommen, weil er noch in Vengard weilte. Das hieß sie mussten mehrere Monate alt sein.
Doch immer größer wurde sein Wille sich einzugliedern. "Ein stolzer und ehrenhafter Soldat Thorniaras", wollte er werden.
Auch wenn solche Leute meist Ärger bedeuteten, hatte Lodrick das Gefühl das jemand mit einem solch gefestigtem Glauben, selbst wenn er in den Fanatismus überging, der Miliz ganz gut tun würde.
Doch im Grunde war Sonni noch ein Steuerhinterzieher. Und bei einem solch komplizierten Fall hielten es die beiden Milizsoldaten für das Beste, bei Oberst Mansk vorzusprechen.
Schweigend, überließ er es zunächst seinem Schüler, dem Oberst die Situaton zu schildern.
"Da muss ich jedoch etwas anmerken." gab der Schmied von sich bevor Mansk antworten konnte.
"Bedenket, dass er anscheinend ein guter Krieger ist. Und wir haben schon mit ihm gesprochen. Solange er einen Schlafplatz und etwas zu essen bekommt ist er bereit, dem König in der Miliz zu dienen. Damit könnte er seine Schulden abarbeiten. Und das wäre uns allen zu Nutzen."
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Schwertmeister
»Merkwürdige Schulden«, brummte der Offizier, der von der dafür verantwortlichen Bürokratie anscheinend auch nicht besonders gut dachte. Es war ja auch in Kerdrics Augen wirklich absurd, dass jemand, der gar kein Gold verdiente, dafür Steuern zahlen sollte. »Und offenbar ein merkwürdiger Fall. Er steht draußen? Dann holt ihn rein, ich will ihn mir mal ansehen.«
Sonni hereinzuholen erwies sich allerdings als weniger leicht als gedacht, denn schließlich würde es das Verlassen seines Postens bedeuten, wenn er das Arbeitszimmer betrat. Erst als Lodrick die Wache für ihn übernahm, kam er mit herein. »Für Innos!«, schmetterte er Mansk sogleich entgegen. Bei der Lautstärke hört Lodrick ihn auch, dachte Kerdric. »Ich hörte bereits die Kunde, die von der Reinigung der Stadt durch das Feuer unseres Herrn berichtet, und so bin ich gekommen, in seinem Namen das Schwert zu ergreifen und für sein Reich zu fechten. Nennt mir den Ort unseres Feindes, und er wird meiner Klinge erliegen!«
Stumm formten die Lippen des Offiziers einige Worte, die vermutlich so etwas wie »Was für ein Verrückter« bedeuteten, doch die Miene von Mansk blieb unbewegt. »Kämpfen kannst du also, was?«, fragte er lediglich nach.
»Der Herr selbst führt meine Hand! Von meinem sterbenden Herrn erhielt ich diese Klinge, und niemals hat sie mich im Stich gelassen. Dutzende Orks und andere Diener des Dunklen fielen bereits durch dieses niemals stumpfe Schwert, und weitere werden folgen. Dies ist meine Bestimmung!«
Der Offizier musterte ihn mit hartem, aber nachdenklichem Blick, und Kerdric fragte sich unwillkürlich, was Mansk in seinem Gegenüber sah. Einen Verrückten oder einen Heiligen? Wie viel von dem, was Sonni erzählte, entsprach der Wahrheit? Das war wohl kaum festzustellen, schließlich aber kam Mansk zu einem Entschluss. »Also gut«, sagte er bedächtig. »Deine Klinge für Innos’ Reich … Lasst uns allein, ich erledige das hier«, fügte er an Kerdric gewandt hinzu und winkte ihn hinaus. »Eure Aufgabe ist getan. Gute Arbeit.«
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