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  1. View Forum Posts #81
    Schwertmeister Illdor's Avatar
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    Genervt hockte der Dieb nah der Senke und betrachtete sein Spiegelbild im Wasser. Viel hatte sich in der letzten Zeit verändert. Seine Haare sind länger geworden, zwar nicht schulterlang, aber dennoch länger als gewöhnlich. Auch sein Bart, der leicht ungepflegt aussah, konnte eine Rasur vertragen. Aber dies alles war nicht wichtig. Irgendwie erkannte Finn sich selbst nicht mehr und es lag sicher nicht an sein markantes Kinn, wo er seinen letzten Babyspeck verloren hatte. Nein, es waren seine Augen gewesen, die ihn verrieten, dass sich seine Seele veränderte. Sie wirkten leer und…tot. So, als würde kein Funken Gefühl in ihnen stecken - als wären sie geformt aus Hass und Rache.

    Gestern hatte er sich ohne viel Gegenwehr von dem Schmied entfernt. Seine Drohung war offensichtlich gewesen und Finn wollte in seinen Wahnsinn keinen zusätzlichen Ärger. Im Grunde hatte dieser Mann recht gehabt, sein Verlangen diente wirklich nicht dem Dorf, sondern letztendlich doch der Eigennützlichkeit und dem Egoismus. Aber war es selbstsüchtig, wenn man aus Rache nach einem Schwert verlangte? Ist er ein Heuchler, wenn er nach Blut durstete, nachdem man eine junge Frau auf brutalster gefoltert hatte?

    Der Dieb seufzte, schloss seine Augen für jenen Moment, die er benötigte um sich wieder zu sammeln. Als er diese dann wieder öffnete, sprang er von Angst geplagt auf. Im Wasser sah er Aramee mit nur einem Auge, das so melancholisch in seine blickte, als hätte eine unüberwindbare Trauer von ihr Besitz ergriffen. Eine nekrotische Hand lag auf seiner Schulter und fühlte seinen Hals hinauf bis zu seinem Gesicht. Erschrocken wandte sich Finn um, sah tiefatmend um sich. Nichts. Nur Stille. Ich muss zurück zu ihm. Dieses Gefühl der Rache wird sonst nicht aufhören…

  2. View Forum Posts #82
    Ritter Azil Al-Fidai's Avatar
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    Azil Al-Fidai is offline
    Leicht grinsend hatte Azil Finn die ganze Zeit beobachtet: Als er zu der Schmiede gegangen war, als er eine ziemliche Abfuhr von dem dort lebenden Schmied bekommen hatte - was war das eigentlich für einer gewesen? Jedenfalls kein normaler Mensch. Die Augen, die Ausstrahlung, waren irgendwie nicht normal gewesen - auch wenn es keine angenehme Ausstrahlung gewesen war. Irgendetwas wildes, aber auch etwas, was man vielleicht gut jagen konnte, erlegen konnte. Azil kicherte leise, folgte Finn, als er sich entfernte. Der Mann schien offensichtlich ein wenig paralysiert. Wieso hatte er vor dem Schmied so gekuscht? Hatte er Angst gehabt? Irgendetwas trieb ihn ab, aber was war das nur - vielleicht hatte diese Wut, diese Mordlust ihm gegenüber etwas damit zu tun? Kopfschüttelnd spähte der schwarzhaarige Varanter wieder aus seinem Versteck, runzelte die Stirn, als der offensichtlich etwas verwirrte Finn herumfuhr und sich wie verfolgt umsah. Nun, er wurde natürlich verfolgt, aber das konnte er ja nicht wissen. Azil war sich durchaus seiner Fähigkeiten bewusst - wenn er sich schon an nichts anderes mehr erinnerte. Und genau das war es, was er jetzt ändern würde.

    Langsam schlich er sich, komplett lautlos und in einen Mantel aus Finsternis und Stille gehüllt, an den Mann an der Wasserstelle heran, holte seinen Dolch aus der Tasche und musterte den Mann noch einmal, bis er zuschlug: Innerhalb eines Augenblicks hatte er Finn den einen Arm auf den Rücken gedreht und die Spitze des Dolches auf den Adamsapfel gelegt. "Eine Bewegung, und du kannst deinen Arm und deine Stimme vergessen.", zischte er, trat seinem Gefangenen in die Kniekehle und zwang ihn so auf den Boden, rammte ihm sein Knie in den Rücken, fixierte ihn so. "Bevor du versuchst, dich zu wehren oder zu fliehen, hör' erst einmal zu. Du weißt etwas über mich, und ich will das wissen. Warum pflegst du so eine Wut gegenüber mir? Was habe ich getan?" Er schwieg kurz, seine Stimme wurde leiser, beinahe bittend. "Ich schwöre dir, ich weiß nicht, was ich getan habe... bitte. Wer... bin ich?"

  3. View Forum Posts #83
    Schwertmeister Illdor's Avatar
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    Illdor is offline
    Sein Befehl klang mehr wie eine verzweifelte Bitte von jemand, dem alles genommen wurde. Die Klinge drückte gegen seinen Hals und Finn spürte, wie Blut seinen Hals hinunter lief. Der Mann beherrschte sein Handwerk, trat ihn ohne zu zögern in die Kniekehle und zwang somit den jungen Dieb, der beim Aufprall seiner Gelenke auf dem Boden ein lautes Röcheln von sich gab, auf die Knie. Was wollte dieser Psychopath von ihm wissen? Wer er war? Finn hatte genug von diesem Schauspiel und konnte seinen Zorn in dem Moment kaum mehr unterdrücken. Am liebsten würde er diesen „Heuchler“, der gerade lauthals von sich behauptete, er wüsste nicht, was er getan habe, auf der Stelle alle Gedärme aus dem Leib reißen.

    „Was? Ich schulde dir keine Antwort. Und wenn du mich töten willst…dann tu es.“ Der Myrtaner gab nicht nach. Lieber würde er sterben, als dem Mann einen Gefallen zu tun. „Ich bin wahrscheinlich der Letzte, von dem du erfahren könntest, wer du bist…Was für Jammer…“ Jener Mörder reagierte nicht, ließ seinen Griff jedoch auch nicht locker. „Besitzt du nicht den Mut mir dir Kehle zu durchtrennen? Du armer Feigling! Na los! Mach doch. Bring mich um! Dann nimm ich deine Identität mit unter die Erde!“, lachte der Dieb provozierend. Ihm war eigentlich klar, dass er noch leben wollte. Wenn nicht für, dann wenigstens für die Rache. "Oder lass mich los und ich sage dir, was du wissen willst."
    Last edited by Illdor; 23.09.2011 at 20:50.

  4. View Forum Posts #84
    Ritter Azil Al-Fidai's Avatar
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    Azil Al-Fidai is offline
    Azil knurrte, biss die Zähne zusammen. Was zur Hölle hatte er diesem Mann getan, dass er ihn behandelte, als wäre er ein Mörder oder Verrückter? Kurz hielt der junge Mann inne. War er das? Nein, das konnte nicht sein, das glaubte er nicht. Nachdenklich betrachtete er den Hinterkopf des Mannes vor ihm. "In Ordnung.", murmelte er. "Ich lasse dich los. Du wirst die Hände hinter dem Rücken lassen und nicht..." Kurz hielt er inne, riss dann das Messer, welches an dem Gürtel des Mannes hin, weg und warf es ein paar Schritte weg, so dass Finn nicht herankommen würde. So hatte Azil ein paar Sekundenbruchteile - ein paar Augenblicke, die genug waren, um sein Gegenüber notfalls über den Jordan zu schicken. Sollte er sich wehren. Aber der Varanter wollte wirklich nichts weiter als... Informationen. Informationen über sich selbst. War das zuviel verlangt? "... versuchen, zu fliehen.", beendete er seinen unvollendeten Satz, stand langsam auf, seinen Dolch auf den Rücken des Mannes gerichtet. "Ich behalte dich im Blick. Glaub mir, ich kenne deine Fähigkeiten. Wir sind uns auf körperlicher Ebene sicherlich ebenbürtig... fast." Azil grinste. Natürlich war er gewissermaßen erfahrener, jedenfalls spürte er das. "Trotzdem würde ich nichts falsches machen. Eine falsche Bewegung und ich ramme dir meinen Dolch durch den Brustkorb." Finn richtete sich auf, und Azil überwachte den Vorgang mit Argusaugen. "Gut.", meinte er. "Verschränk' dir Hände hinter dem Rücken." Schnell und geschickt entfernte Azil den Gürtel seines Gefangenen von dem Platz, an den er gehörte, und fesselte die Hände Finns.

    "In Ordnung. Dreh' dich um." Azil sah dem Mann jetzt in die Augen. Seine eisblauen Pupillen schauten misstrauisch in die Finns. "Das ist nur zu unser beider Sicherheit. Wenn wir hier fertig sind, und dich meine Antworten zufriedenstellen, werde ich für immer verschwinden." Kurz schwieg er, legte den Kopf leicht schief, setzte den Dolch dort an, wo das Herz des Dunkelhaarigen pochte. "Ansonsten aber werde ich dich vielleicht wirklich töten." Es klang nicht überzeugend. Azil wollte niemanden töten, jedenfalls nicht einfach so. Nicht für... nichts. "Erst einmal... du kennst meinen Namen. Wie heiße ich. Wer bin ich, was habe ich dir getan. Woher kennst du mich. Und... kennst du noch mehr Leute, die vielleicht etwas über mich wissen könnten?"

  5. View Forum Posts #85
    Schwertmeister Illdor's Avatar
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    Illdor is offline
    Seine Hände waren gefesselt, er konnte nicht tun, auch wenn es noch so gewollt hätte. Auf seine Waffe wurde ihm abgenommen – der Kerl war äußerst aufmerksam und Finn zweifelte nicht an seiner Aussage, dass er ihn doch töten würde, sollte er nicht das tun, was jener von ihm verlangte. Er sah ihm in die Augen, die in der Tat zwar kalt, aber unschuldig wirkten. Wusste er wirklich nicht, dass er ein Mörder war? Ein Psychopath? Was wenn Finn – sollte er nun mit der Wahrheit rausrücken – seine tödlichen Instinkte wiedererwecken würde? Ihn in dem Moment an seine Vergangenheit zu erinnern wäre ein fataler Fehler gewesen…

    „Dein Name lautet Azil…“, murmelte der Myrtaner genervt, sprach dabei extra langsam, um sich Zeit zum Überlegen zu lassen. Er sah sein Gegenüber in die Augen, merkte, dass dieser am Überlegen war. „Und du bist ein Bauer…ein armer, kleiner Bauer. Deine Mutter – also deine leibliche Mutter – war eine verdammte Hure gewesen, die jedem willkommen hieß.“ Der Grünäugige grinste, wechselte dann das Gekicher in schallendes Gelächter um. „Und weiß du was das lustige ist? Sie weiß nicht mal, wer dein Vater ist. Mit zwei hatte sie dich dann weggegeben. So ein altes Paar hatte dich aufgenommen. Ich verstehe bis heute nicht…warum diese netten Leute so einen Bastard wie dich aufgenommen haben. Da wäre ja selbst ein Hund noch nützlicher gewesen.“ Finn schüttelte schauspielerisch seinen Kopf. Er hoffte, dass Azil ihm sein ganzes Geschwafel abkaufte. Als dieser leicht auf den Boden blickte und nachzudenken schien, stoppte der Dieb, hob seine Augenbrauen und lächelte. „Du fragst dich sicher, woher ich das weiß…ich war mal dein Kumpel gewesen. Mehr sogar. Ein Freund vielleicht und so habe ich letztendlich zu spät gemerkt, was für ein verfluchter Bastard du doch bist!“

  6. View Forum Posts #86
    Ritter Azil Al-Fidai's Avatar
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    Azil Al-Fidai is offline
    Nachdenklich sah Azil ihn an. Azil also?, fragte sich der junge Mann, nickte. Das schien die Wahrheit zu sein. Es fühlte sich absolut richtig an. Azil. Passte zu ihm und zu seiner Heimat. Varant. Daran konnte er sich ja auch noch erinnern. An das... was dieser Mann dann aber sagte, konnte er sich beim besten Willen und auch bei aller Anstrengung nicht erinnern. Ein leichtes Lächeln trat auf sein Gesicht, er trat ein wenig näher. "Ja, wahrscheinlich hast du Recht.", meinte er, "Ich... erinnere mich. Ich war der Sohn einer Hure, und wurde von einem alten Ehepaar als Bauer aufgezogen. Und wir beide waren Freunde bevor du gemerkt hast, was für ein Bastard ich bin, ja, irgendwie kommt mir das bekannt vor. Ich habe auf den Feldern gearbeitet und nebenbei Leute umgebracht, richtig?" Azil biss die Zähne zusammen, kam noch ein Stück näher. "Nein. Das ist eine Lüge; Eine so lächerliche, dass ich auch beinahe lachen muss." Er sah auf dem Mann herab, der ein ganzes Stück kleiner war als er. "Wenn du noch einmal eine so dreiste Lüge erzählst, mein Freund... dann werde ich dir deine Achillessehnen durchschneiden. Dann werde ich deine Arme unbrauchbar machen, und wenn du dann immer noch weiterlügst, ja... dann wirst du schlicht und einfach unfruchtbar gemacht. Oder baumelt zwischen deinen Beinen überhaupt noch etwas? Sind dir deine Eier etwa vor Angst schon abgefallen? Du hast dir ja vorhin bei diesem Schmied auch beinahe in die Hose gemacht..." Azil drückte den Dolch fest auf beziehungsweise sogar ein wenig in die Brust des Mannes. Ein kleines Blutrinnsal suchte sich seinen Weg in die Kleidung Finns. "Ich erinnere mich das ich Azil heiße. Jetzt sogar... meinen ganzen Namen. Azil Al-Fidai. Das klingt nicht unbedingt wie ein Bauernname." Er griff in seine Kleidung, zog seine Maske ein kleines Stück hinaus. "So etwas tragen Bauern nicht mit sich. Ich kann schon verstehen, warum dieser Mann dir nichts geben wollte. Du bist... wirklich erbärmlich, Finn. Ist das überhaupt dein richtiger Name? Ich kenne dein Gesicht, aber deinen Namen nicht."

    Langsam trat Azil wieder einen kleinen Schritt zurück, aber war immer noch nah genug dran, um seinen Gefangenen jederzeit aufzuspießen. "Mach' keine Späße mit jemandem, der nichts zu verlieren hat.", meinte er, die eisblauen Augen unterstützten die Aussage. Er hatte nichts zu verlieren - alles, was er über sich erfuhr, war nur ein Gewinn. Wenn es die Wahrheit war. "Also... fällt dir vielleicht doch noch etwas ein, was ein wenig... mehr so klingt, als wäre es wahr?" Ein leises Schnalzen mit der Zunge. "Und rede nicht um den heißen Brei herum. Wir haben beide nicht die ganze Nacht Zeit, denke ich."

  7. View Forum Posts #87
    Provinzheldin Namora's Avatar
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    In der Dunkelheit der Wildnis
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    Namora is offline
    Die nächsten zwei Tage hatte Namora frei bekommen und nutzte dies schon seit dem Mittag um sich ganz auf ihre Magie zu konzentrieren. Durch die ausdauernden Übungen konnte sie inzwischen ihre Kräfte aufrufen ohne sich stark darauf konzentrieren zu müssen. Ein kleiner Nebengedanke reichte meist und ihre Äderchen färbten sich grünlich und glommen leicht, wärend sie versuchte die Magie wach zu halten. Dann kanalisierte sie sie und legte sie mit einem Fingerschnippen wieder schlafen. Jedoch ging ihr das alles noch nicht schnell genug und so waren die Übungen meist langwierig und nicht immer von dem Erfolg gekrönt, den sich die junge Jägerin ans Herz gelegt hatte. Immer wieder brach der Kontakt ab und sie musste mit angesäuerter Miene erneut beginnen.
    Die Sonne hatte sich inzwischen verabschiedet, doch dachte Namora noch nicht daran ihre Übungen abzubrechen und schlafen zu gehen. Das schiefe Konzert der Frösche und Grillen, dass sich auf absonderliche Weise mit dem nervigen Summen der Mücken paarte, die überall unterwegs waren und sich wie hungrige Wölfe auf jedes freiliegende Stück Haut stürzten, versuchte Namora wärend ihrer Übungen zu überhören. Das gelang ihr auch nach längerem Konzentrieren auf das Wesentliche und sie setzte sich im Schneidersitz vor einen großen Baum ins saftige Gras, das eine leicht federnde Wirkung hatte.
    Vielleicht war es falsch sich immer mehr auf die Geschwindigkeit zu konzentrieren anstatt nochmals tief in sich hinein zu fühlen und einen Weg zu finden um die Magie schneller zu aktivieren. Namora atmete langsam ein und aus, wärend sie die Augen schloss um sich ganz auf ihr Inneres zu konzentrieren. Es wurde schwarz um die junge Jägerin herum und auch die verschiedenen Geräusche des Sumpfes um sie herum verstummten, wärend sie immer mehr in ihre Meditation glitt, auf der Suche nach einer Lösung. Sie spürte die Magie tief in sich und bemerkte auch, dass sich ihre Fäden immer mehr durch ihren Körper spinnten, wie das große Netz einer Spinne. Hunderte Windungen durchliefen ihr Innerstes und schienen sich überall dorthin auszubreiten, wohin auch die Magie reichte. Leichtes Prickeln setzte ein, als sie sich nun auf das Wesentliche konzentrierte. Langsam färbten sich ihre Adern grün und bekannen zu glimmen, wärend sie immer tiefer Eindrang in ihr magisches Wesen. Es musste doch einen Weg geben den Prozess zu beschleunigen und endlich mit ihren Übungen fortfahren zu können.
    Schließlich erreichte die junge Jägerin einen Punkt, den sie noch nie überschritten hatte. Trotz geschlossener Augen schien sie Sterne zu sehen, die in der Schwärze erschienen und wieder verschwanden. Es war ein leichtes Pulsieren, das genau wie ihr Herz zu funktionieren schien. Es war ihre Magie die sie zu sehen schien. Langsam öffnete Namora wieder ihre Augen und blickte auf den dunklen Sumpf, der nicht weit entfernt von ihr lag. Wieder versuchte Namora ihre Magie zu wecken und stellte verwundert fest, dass sie innerhalb weniger Augenblicke in ihr erwachte. Freudig überrascht fragte sie sich, ob die Meditation diesen Zustand verbesserte und schloss erneut die Augen um in sich zu kehren. Vielleicht würde eine längere Sitzung es ja noch weiter verbessern...
    Last edited by Namora; 24.09.2011 at 00:05.

  8. View Forum Posts #88
    Lehrling Ciril's Avatar
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    Aug 2011
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    Ciril is offline
    "Dieses Zeug...ist...widerlich...", murmelte der junge Mann kaum hörbar vor sich hin und stopfte sich noch eine Ladung Kräuter in den Mund. Ein angewiderter Gesichtsausdruck machte sich auf seinem Antlitz breit, als sich die Blätter in seiner Mundhöhle zu einer zähen, grünen Masse vermengten. Ciril unterdrückte den Würgreflex und das dringende Bedürfnis diesen ekelhaften Klumpen auf der Stelle auszuspeien. Tapfer kaute er weiter auf den Kräutern herum und dachte dabei an die Worte der selbsternannten Kräuterhexe, welche ihm diese angeblichen "Heilkräuter" verkauft hatte:

    "Man muss das Zeug nur von früh bis spät kauen", hatte die Alte zu ihm gesagt, "dann wird man in Windeseile wieder kerngesund."

    Ciril bezweifelte irgendwie, dass so ein paar Kräuter die Schäden einer jahrelangen Sucht auskurieren konnten, doch was blieb ihm schon anderes übrig? Er hatte kein Geld für einen dieser mystischen "Ich-leg-dir-die-Hand-auf-die-Brust-und-dann-ist-jede-Krankheit-geheilt"-Heiler und er glaubte auch nicht wirklich, dass es eine leistbare Medizin für sein Leiden gab. Zwar gab es, vor allem in diesem stechmückenverseuchten Sumpf, jede Menge Raucher, aber die genossen allesamt nur die berauschende Wirkung des Sumpfkrautes. Zwar war das Zeug nicht unbedingt gesünder, als der Tabak, den Ciril inhalierte, aber immerhin kleisterte dieses Zeug einem nicht die Lunge zu und sorgte dafür, dass man Blut husten musste.

    Der Dunkelhaarige konnte sich nicht länger beherrschen und spie den grünen Klumpen in die sumpfige Brühe, die sich unter dem Steg befand, auf dem er Platz genommen hatte. Anschließend hob er seinen Kopf und betrachtete beiläufig seine nähere Umgebung. Er war nun schon seit einer Weile hier in Schwarzwasser und hatte sich inzwischen schon mehr oder weniger mit seiner derzeitigen Bleibe abgefunden. Zwar wäre es ihm um ein Vielfaches lieber, wenn er diesen Sumpf für alle Zeiten hinter sich lassen könnte, aber das ließ seine Gesundheit unglücklicherweise nicht zu. Also musste er sich mit dieser feuchtfröhlichen Umgebung und seinen verschrobenen Bewohnern arrangieren. Vielleicht war es nun an der Zeit etwas mehr mit diesen Sumpfbewohnern in Kontakt zu treten. Immerhin konnte er nicht einfach nur die ganze Zeit herumsitzen und darauf warten, dass ihm der Atem ein für alle Mal ausblieb...

  9. View Forum Posts #89
    Ehrengarde Corax Erindar's Avatar
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    Jun 2008
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    Corax Erindar is offline
    Das Feuer in der kleinen Steinschale war zu einer schwelenden Glut geschrumpft und die grünen und violetten Dämpfe der in ihm verbrannten Kräuter füllten den Raum mit einem stechendem Geruch. Durch den Schleier aufgewirbelter Asche sah er den Ring verborgen zwischen der schwarzen Asche. Das Silber glühte hell, doch weigerte sich zu schmelzen und der Ring glänzte kühl. Es war mehr nötig als ein wenig Hitze um diesem Stein schaden zu zufügen, erst recht wenn selbst das Metall seiner Fassung keinen Schaden davon trug. Dennoch, dachte er, normales Silber hätte in der Zwischenzeit längst seine Form verloren. Er holte eine kleine Nadel aus einer Tasche in seinem Gewand und stach in die Spitze seines Fingers. Eine kleine rote Perle entstand an der Fingerkuppe, wuchs langsam und fiel schließlich hinab ins Becken. Das Blut zischte als es auf der Oberfläche des Steines auftraf.

    Der Stein blinkte auf. Bilder strömten in seinen Kopf, wild und ungebunden. Den Bildern folgten Gefühle, Gerüche und Eindrücke. Der Strom schien nicht enden zu wollen, doch eine Bild vertrieb das vorherige und bekam seinen Platz sofort von einem neuen abgejagt. Überlastet von der Wucht blieb keines von ihnen in seiner Erinnerung erhalten. Der Abriss kam plötzlich, fast schon unerwartet. Corax spürte kalten Schweiß auf seiner Stirn. Er schloss für einen Moment die Augen und verdrängte den Druck der sich hinter seiner Stirn anstaute. Er flüsterte einige Worte in der alten Sprache und setzte einen zweiten Stich in den Finger. Eine neue Perle entstand, doch bevor sie erneut fiel presste er seinen Finger auf den Stein. Für den Bruchteil einer Sekunde wirkte er seltsam kühl, doch dann fuhr ein greller Schmerz durch seinen Körper als die Gluthitze das Fleisch verbrannte. Er zwang sich nicht zurück zu schrecken. "Bring mich zum Anfang.", presste er in der alten Sprache zwischen den Zähnen heraus. Erneut ein greller Schmerz, doch diesmal war es der Druck hinter seiner Stirn der Explodierte und seinen Körper nach hinten riss. Der Stein leuchtete und tauchte den Raum in blass bläuliches Licht.

    Doch das sah Corax nicht mehr. In dem Augenblick da er die Worte ausgesprochen hatte war die Welt für ihn in einer Lichtkaskade untergegangen. Die Lichter teilten sich und bald war er von einer Miriade von kleinen Sternen umgeben. Ein Stern näherte sich traf auf ihn und zog ihn in sich hinein. Er fiel durch eine Wolke, hinab auf die Berge Nordmars, während der Nordwind seinen Körper wie einen Spielball umherschleuderte. Doch ein Sog kam und zog ihn aus der Erinnerung der Welt hinaus, zurück in jene schwarze Leeren zwischen den Lichtern der Geschichte. Er konnte das Echo seiner Worte höre. "Bring mich zum Anfang." hallte es jetzt von links, bald von rechts und aus alles Richtungen zu gleich. Langsam von den Mächten der Magie belebt setzten sich die Lichter in Bewegung. Langsam zuerst, doch immer schneller wirbelten sie um ihn herum, während sie die Last vergangener Jahrtausende abschüttelten. Ein paar mal wurde er fast in eines der Lichter gezogen, sah Gestalten, Berge, Flüsse, Himmel und Felder. Doch stets waren es seine Worte die ihn Packten und zurück sogen. Schneller und schneller drehten sie die Lichter, verschwammen zu einer undurchsichtigen Masse bis er sich schließlich an einem bekanntem Ort wiederfand. Er konnte nicht sagen ob es dunkel oder hell war. Er sah nur den fahlen Schein des Nebels um sich herum.

    "Bring mich zum Anfang."

    Seine Stimme donnerte durch den Raum der Grenze noch Ausdehnung kannte. Die Schwaden wirbelten durcheinander. "Der Nebel kennt alle Antworten." Eine Frauenstimme antwortete, langsam und leise, unendlich weit entfernt, doch auch erschreckend Leise. "Er weiß was gestern geschah und was morgen geschehen wird. Er kennt den Geruch der Flüsse, das Heulen des Windes in den Bergen und den Fall des Regens in den Tälern. Er kennt die Gedanken eines jeden Menschen und Tieres. Er kennt alle Wahrheit und jede Lüge entstammt aus ihm. Doch wenn man in den Nebel schaut, so erkennt man nur Schatten von jenem was war, ist und sein wird. Das ist mein Geschenk an dich. Das soll deine Gabe sein. Schatten und Schleier zu durchsehen und die Wahrheit zu erkennen. Mein Kind bist du und ich schenke dir die Nebel."

    Die Stimme versiegte und Corax sah wie eine Träne aus dem Nebel fiel, durch die Dunkelheit, hinein in die Hand eines Kindes. Die Träne wurde hart und zu jenem blauen Stein den er nur allzu gut kannte.

  10. View Forum Posts #90
    Veteran Onyx's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Onyx is offline

    Sumpfkrautplantage, Schießstand der Jäger

    Wenn es so weiter ging, würde Vareesa eine neue Sehne Onyx geben müssen. So oft wie er übte, so oft wie er die Sehne auf Anschlag und viel Kraft anzog und dann die ganze Wucht seines Bogens austestete. Onyx fand an seiner Waffe einfach nur Gefallen. Wuchtig und Respekt einflößend wie er selbst. Seine Pfeile würden in Zukunft ebenso Respekt und Wucht symbolisieren, wenn er Feinde und Beute damit erlegte.
    Ja, Onyx war froh gerade so einen Bogen zu besitzen und nicht so einen Flitzebogen wie andere Wächter. Damit konnten die Kaninchen schießen, aber keine Kühe wie Onyx. Ja, er würde sicher mal Kühe schießen, weil er Kühe nicht mochte. Vielleicht, weil er als Kind ausgepeitscht wurde, weil er die Kuh seines Herrn damals weglaufen ließ und das Tier verendete. Sein Herr hatte zwar noch Dutzende andere, aber man warf Onyx dem Sklaven eben vor es mit Absicht getan zu haben. Dabei war die Kuh schuld. Onyx hasste Kühe.
    Weniger hassen tat er seine Übung. Immer wieder spannte er seinen starken Reflexbogen und zog den Pfeil in seiner stoischen Ruhe an. Gleitend über der Handkante näherte sich die Pfeilspitze und kaum war sie da, war sie auch wieder weg. Die Sehen entspannte und schob den Pfeil mit großer Kraft nach vorne. Die Wurfarme an beiden Bogenenden entspannten ebenso und gaben noch mehr Kraft an den Pfeil weiter, ehe die Sehne völlig entspannte und gegen den Bogen leicht klatschte. Der Pfeil surrte durch die Luft, schwang und rotierte und landete dann in der Zielscheibe. Knapp im inneren Bereich, so wie Onyx nahezu gezielt hatte.
    Er machte weiter, denn je besser er wurde, umso mehr würde er nach all den Jahren endlich mal können und erreichen. So dachte er es sich.

  11. View Forum Posts #91
    Provinzheldin Namora's Avatar
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    In der Dunkelheit der Wildnis
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    Namora is offline
    Ein neuer Tag war angebrochen, als die junge Jägerin ihren Schlafplatz im großen gebäude neben der Sumpflilie verließ. Die Nacht war lang gewesen und erst zum Morgengrauen hatte sich Namora zum Schlafen niedergelegt, nachdem sie weiter ihren Übungen nachgegangen war. Noch etwas verschlafen betrat sie die Taverne und wurde von einer recht gut gelaunten Mama Hooqua begrüßt, die in der noch recht leeren Sumpflilie die Stühle und Tische zurechtrückte, die am vorherigen Abend mit sicherheit oft ihren Platz gewechselt hatten, wärend eine betrunkene, doch glückliche Meute der Musik der herumziehenden Barden gelauscht hatte.
    Die Jägerin setzte sich an ihren angestammten Platz und öffnete das kleine Fenster einen Spalt, wärend sie sich ein kleines Frühstück bestellte, das aus ein paar Scheiben Brot, etwas Käse und Räucherwurst bestand. Auch ein dampfender Kräutertee wurde ihr gebracht, denn sie als erstes probierte und für sehr gut befand. Ein klein Wenig Honig setzte sie dem Heißgetränk zu um es einwenig zu süßen, dann zog sie ihren Dolch, der sich hinter ihren offenen, langen Haaren verbarg um die Wurst in Scheiben zu schneiden. Auch der Käse wurde in handliche Scheibchen geschnitten um dann zusammen mit der Wurst auf der Brotscheibe zu landen. Genüsslich nahm sie einen Bissen, wärend sie Mama Hooqua bei ihrer Arbeit beobachtete, die nach kurzer Zeit in der Küche verschwand, aus der ein verführerischer Duft nach frisch gebratenem Fleisch wabberte. Namora lief bei den Düften das Wasser im Munde zusammen, wärend sie einen weiteren Bissen ihres belegten Brotes nahm um ihren Magen endlich zu füllen. Es war schon ein paar Tage her, seit sie sich so viel zeit für ein anständiges Frühstück genommen hatte, doch sie hatte heute einen freien Tag und den wollte sie ausführlich nutzen. Ein kleiner Spaziergang über die großen und kleinen Stege von Schwarzwasser stand an und auch ein Besuch auf dem Markt hatte sie sich vorgenommen um sich die dort feingebotenen Waren näher anzusehen. Inzwischen war sie beim ihrer zweiten Brotscheibe angelangt und sie genoss den rauchigen Geschmack der Wurst und den sehr gut gereiften Käse. Nach einer kurzen Überlegung belegte sie sich noch zwei weitere Brote, die sie in Wachsleinen wickelte um sie später zu verspeisen, wenn sie eine kleine Pause machte.
    Wärmend floss der Tee ihre Kehle hinab, bis der Krug geleert war. Freundlich dankte sie für das gute Mahl und bezahlte an der Theke. Mit leicht federnden Schritten verließ sie die Taverne und besah sich den blauen Himmel, der schönes Wetter versprach, was ein Lächeln auf ihre Lippen lockte. DIe letzten Tage waren eher gräulich gewesen und die Sonne nur ein seltener Gast am Firmament. Nur kleinere Quellwolken waren zu sehen und es sah nicht nach Regen aus.
    Langsam spazierte die junge Jägerin nun die Stege entlang in Richtung des Marktes in der Nähe der Dorfschmiede und besah sich neugierig der Umgebung. Sie war gespannt, was der Tag wohl noch bringen würde.
    Last edited by Namora; 25.09.2011 at 02:02.

  12. View Forum Posts #92
    General Ryu Hayabusa's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Ryu Hayabusa is offline

    Östliche Sümpfe

    Ryu hatte sich heute ein wenig freigenommen, um die Sümpfe östlich zu erkunden und ein wenig mehr über die Umgebung zu lernen. Flink führten ihn seine Füße durch den Morast und das schlammige Unterholz, während er immer wieder Sprungpunkte suchte, welche festen Untergrund boten. Ab und zu jedoch brach auch ein morscher Ast, welchen er als Sprungschanze nutzen wollte und man landete im Morast. Oft jedoch schaffte er es dann aber, sich reflexartig an einer Liane festzuhalten und gekonnt noch einmal heraus zu ziehen und hinweg zu schwingen. Es war in gewisser Weise ein schneller Hindernislauf, bei dem man so wenig stoppen durfte, wie möglich. Irgendwann dann, als Ryu auf dem nächsten, höher gelegenen Punkt angelangt war, hielt er einen Moment inne und beobachtete die Umgebung. Hier in der Nähe hörte er für einen Sumpf recht ungewöhnliche Geräusche. Ein von Zeit zu Zeit aufkommendes Gemurmel und das Schlurfen von Lederstiefeln im Schlamm drang an seine Ohren. Äste wurden zurecht gebrochen und es wurde sich bewegt wie der Plattenträger im Porzellanladen. Ungewöhnlich, schließlich waren die Jäger soweit auf die Gegebenheiten des Sumpfes eingestellt und in der Lage, sich durchaus lautlos zu bewegen. Also war das wohl entweder ein armer Irrer, ein Abenteurer oder beides. Der Templer tippte auf ersteres, da der Kerl sich alles andere als vorsichtig durch den Morast zu bewegen schien.

    Schnell wechselte der Wyvernkrieger seine Position auf einen der gesünderen Bäume hinauf, wo er von einem Ast zum anderen sprang und sich erneut umschaute. Den Geräuschen nach, war er recht nah an seinem Ziel angelangt. Dann wurden die Geräusche auch bald zu Bildern. Weiter vorne sah der Templer irgend einen Kerl, welcher sich eher schlecht als recht seinen Weg durchs Brackwasser bahnte. Noch recht jung, wie es schien und den Klamotten nach zu urteilen schon bestimmt ein paar Tage unterwegs. Aber, was den Hayabusa eher intressierte war, warum er nicht den Trampelpfaden gefolgt war. Suchte er etwas? Ryu beschloss einen Augenblick zu warten, bis er unter dem Ast hindurchlief. Vielleicht war es ja auch ein Magier und denen durfte man niemals den ersten Schritt lassen. Es dauerte einige Zeit, schließlich hatte der Reisende es hier im Sumpf nicht wirklich einfach, doch wie erwartet kam er unter dem Ast hindurch. Leise zog der Templer sein Schwert und ließ sich vom Ast herunter, fing sich jedoch noch mit einem Arm und ließ sich erst dann auf dem Boden ab. Somit war das Aufprallgeräusch im hohen Gras eher minimiert. Mit der Schwertspitze tippte er dem Fremden dann auf die Schulter.

    "Na, was macht eine arme Wurst so ganz allein im Sumpf?"

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    Schwertmeisterin Keala's Avatar
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    Schon wieder hatte man sie aus der Lilie geschmissen, wieder wegen des Keas. Dafür wusste sie nun, dass dieses Tier loyal war, wenn man es so nennen wollte. Zumindest half es ihr nun. Dennoch war Gath noch nicht an der Baustelle angekommen, die sie vereinbart hatten. Vielleicht würde sie den Anfang ja auch ohne ihn schaffen, da mussten ja nur die Pfähle ins Wasser. Sie stand also auf dem Steg und wartete. Allein würde sie das mit den Pfählen jedenfalls nicht schaffen.

    Eine Frau, wenig älter als sie, wanderte über den Steg. Kea stand in der Nähe der Dorfschmiede, ihre Werkstatt sollte schließlich daneben gebaut werden, damit sie nicht so weit laufen musste zum Schmieden.
    »Bewahret«, sprach Kea die Frau an. »Ich will eine Werkstatt bauen, aber mir fehlt es noch an Helfern. Ich bezahle in Mahlzeiten pro Arbeitstag, vielleicht mögt Ihr helfen?«

    Sie deutete auf den Sumpf hinter sich, während der Papagei aufgeregt auf ihrer Schulter hin und her trippelte. In der Nähe sah sie eine bekanntere Gestalt auf dem Steg, und bedeutete der Frau, kurz zu warten, ehe sie zu dem Händler trat.
    »Bewahret! Ich suche Helfer für den Bau einer Werkstatt neben der Schmiede. An jedem Arbeitstag gibt's eine Mahlzeit als Lohn, und als ich drei Monate lang Köchin in Faring war, gab es keinerlei Klagen, jawoll! Also, helft Ihr mit? Der Vogel wird Euch in Ruhe lassen, dafür sorge ich.«

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    Baumkuschler Andrahir's Avatar
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    Andrahir fuhr herum und kippte dabei fast um, da der Morast zu seinen Füßen eine schnelle Bewegung nicht wirklich hinnahm. Eigentlich hatte er angenommen, dass er inzwischen aufmerksam genug sei um eventuelle Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Wiedereinmal... Fehlanzeige.

    So recht war sich der junge Wanderer nicht sicher, ob er das Gesicht des Mannes als vertrauenswürdig erachten sollten und die Augen... also wirklich menschlich wirkten die nicht.

    In der Frage des breitschultrigen Kriegers (denn das war er ziemlich offensichtlich), schwang eine gewisse Belustigung und eine kleine Spur Hochmut mit, die der junge Kerl nun nicht ganz ignorieren konnte, auch wenn er sich vornahm sich zusammenzureißen.

    "Ihr müsst ja eine verdammt gute Nase haben, wenn ihr das Fleisch in meiner Tasche schon gerochen habt." Er roch kurz an seinen Habseligkeiten. "Also gammeln tut es jedenfalls noch nicht.
    Was es hier macht? Nunja... es befindet sich relativ tot in meiner Tasche. Und ich bin auf der Suche... auf der Suche nach jemandem, der etwas von diesen Stöcken versteht, an denen ein Band befestigt wird um damit andere kurze Stöcke durch die Gegend fliegen zu lassen. Ich glaub diese Leute nennen sich Bogner."
    Er lächelte gewinnend.

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    Seit seiner Aufnahme bei den Wächtern hatte er seine Zeit hauptsächlich damit verbracht am Schwarzmarkt aufzupassen, heute hatte der Händler seinen freien Tag.
    "Bewahre Keala, sicher helf ich dir beim Bau deiner Werkstatt, immerhin sind wir jetzt Kollegen. Ich kenn mich zwar mit dem Hausbau nicht sonderlich aus, aber ich schätzte das werden sowiso die wenigsten."
    Mistrauisch beäugte Curia den Kea der auf Kealas Schulter saß. offenbar hatte sie sich seinen Ratschlag nicht zu Herzen genomen und das Federvieh gekocht.

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    Provinzheldin Namora's Avatar
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    Namora is offline
    Die Jägerin hatte sich leicht erschrocken, als eine weibliche Stimme sie anzusprechen schien, doch drehte sie sich gefasst um und blickte in das Gesicht einer jungen Frau. Ihre blauen Augen standen sehr zum kontrast zu ihren mittellangen, schwarzen Haaren. Es gab ihnen etwas Messerartiges, wie eine scharfe Schneide die versucht sich ins Innere des Betrachters zu schneiden und alle Gedanken freizulegen. Sie war in etwa so groß wie Namora und auch im Körperbau nahmen sie sich nicht sonderlich viel, da beide recht zierlich waren. Die junge Jägerin hielt ihrem Blick stand und betrachtete schließlich den Ort, an der die junge Frau wohl etwas bauen wollte. Noch nie hatte sie eine ähnliche Tätigkeit verrichtet und es juckte Namora einwenig dies auszuprobieren. Sie hatte so oder so nichts anderes zu tun und ihr eigentlicher Dienst würde erst in wenigen tagen wieder beginnen.
    Ich könnte versuchen zu helfen, allerdings kenne ich mich mit der Materie nicht aus... sagte sie schließlich ohne den BLick von dem Platz zu wenden, an dem das besagte Gebäude entstehen sollte. Als sich die Jägerin schließlich die Sschmiede nebenan ansah, wurde ihr schnell klar, dass zuerst Holzpföcke in den sumpfigen Boden getrieben werden musste, damit es auf einer Höhe mit den anderen Gebäuden stand und vor Sumpfhaien und sonstigem Getier sicher war. Was die angebotenen Mahlzeiten anging, lehnte sie allerdings so freundlich wie es ihr möglich war ab. Sie hatte genügend Gold von ihren Arbeiten und gab so gut wie nie etwas aus. Ich verlange nichts als Gegenleistung. Ich helfe gern. sagte sie schließlich, als ein junger Mann neben sie trat und sich ebenfalls bereit erklärte zu helfen. Nun da war die junge Frau doch recht erfolgreich im Anwerben von Helfen, dachte sich Namora und grinste innerlich. Für eine Mahlzeit würden sich wohl noch ein paar Leute finden die dann später noch dazu stießen.
    Sie blickte wieder zu der Fremden, die sie angesprochen hatte Mein Name ist Namora. Ich bin einfache Jägerin und erst seit kurzem hier in Schwarzwasser. stellte sie sich vor.

  17. View Forum Posts #97
    Schwertmeisterin Keala's Avatar
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    Beide sagten zu, und die Frau verlangte nicht einmal etwas zu essen. Dabei war das so ziemlich das einzige, womit Kea irgendwen entlohnen konnte momentan. Na ja, es war Namoras Entscheidung, das Angebot stand jedenfalls. So, okay, jetzt erstmal anfangen ... Material, genau! Ohne das konnte es nicht losgehen!

    »Ich habe unter den Wächtern einen Tischler gefunden, der mir geholfen hat, die Pfähle fertigzumachen. Die werden wir in den Boden rammen, damit die Hütte später nicht weggespült wird. Der Baumeister, der mir helfen wollte, scheint es nicht geschafft zu haben. Aber wenigstens Pfähle in den Boden rammen kann man wohl auch ohne Baumeister«, erklärte Kea. »Wir müssen die Pfähle erst noch holen, aber wenn wir sie hier herkriegen, dann bekommen wir die auch in den Boden.«

    Sie winkte Namora und Curia zu, und zeigte ihnen den Weg zum dem Depot, wo die Pfähle gelagert wurden, man konnte sie schließlich nicht irgendwo auf einen Steg legen, die Stege wurden ja gebraucht. Dann packten sie an und trugen den ersten Pfahl zur neu ernannten Baustelle.

  18. View Forum Posts #98
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    Ein Witzbold! Na toll! Da hatte der Kerl ein Schwert vor der Nase und alles was ihm einfiel war die dämliche Anmerkung über die Wurst in seiner Tasche. Wobei Ryu eigentlich schon Kohldampf hatte. Er hätte ja wegelagerern können und ihn für die Wurst weiterziehen lassen. Die Reste würde er dann einem Sumpfhau aus dem Rachen schneiden, wenn der Kerl gefressen war. Er verbrachte wirklich zuviel Zeit mit den Leuten in Schwarzwasser, wenn er schon so dachte. Der Templer betrachtete sich den Kerl einen Moment lang. Lange, schwarze Haare und ein scharf geschnittenes Gesicht. Wirkte irgendwie wie jeder Dritte, der daherkam und sich Abenteurer schimpfte. Aber davon kannte man ja schon genug. Fehlte nur noch, dass er meinte er würde sich den Wächtern anschließen, ein Schwert und die Ausbildung daran wollen! Wäre ja noch lustiger gewesen! Dennoch war immernoch unklar, was er hier mitten im Sumpf wollte.

    "Du hälst dich wohl für ganz toll, was? Mein Freund, du solltest besser genau darüber nachdenken, wie du mit demjenigen redest, der dir das Schwert vor die Nase hält. Hier in den Sümpfen sind genug Leute unterwegs, die dir die Zunge lieber rausschneiden würden, wenn sie dich so reden hören." sah er denn wirklich aus wie ein Vollidiot!? Stöckchen die Stöcke durch die Gegend fliegen ließen. So ein Idiot! Eigentlich ein klarer Fall zum Einsumpfen! "Weißt du, eigentlich müsste ich dir jetzt deinen Kiefer ein wenig korrigieren dafür, dass du mich wohl für einen Idioten hälst. Aber, da du scheinbar keine Ahnung von Trampelpfaden oder Karten hast und mit dem Orientierungssinn eines toten Pferdes gesegnet bist, wenn du hier so rumirrst, nehm ich dir deine geistige Verwirrtheit nicht übel." der Templer nahm das Schwert herunter und lehnte sich gegen den nächsten Baum. Der Typ würde wohl kaum fliehen können und wenn, dann würde er entweder vom Sumpfhai oder von Ryu gefressen werden. Was davon wohl schlimmer war, lag im Auge des Betrachters. "Also, erzähl mal, warum irrst du hier durchs Brackwasser, statt einer normalen Route zu folgen? Oh, und gib mir doch nen Fetzen von der Wurst ab. Ich hab Hunger..."

  19. View Forum Posts #99
    Baumkuschler Andrahir's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
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    Andrahir warf dem hungrigen ein Stück gebratenes Fleisch zu. "Wenn irgendwer mir die Zunge abschneidet ist das immer noch besser als wenn ich dran ersticke, weil ich ne Antwort runtergeschluckt hab und ja... ich halt mich für ganz toll... ich kann ja viele tolle Sachen...
    Zum Beispiel Pfeile mit nem Bogen so abschießen, dass sie garantiert nicht das Ziel treffen, bzw seitlich gegen die nächste Wand klatschen oder halbfertige Bögen bauen, die kein Mensch gebrauchen kann oder..."
    er brach den Satz ab. Das Lächeln, dass sich grad auf dem Gesicht seines Gegenüber breit machte verriet ihm, dass er diesmal nicht ganz den falschen Ton getroffen hatte... vielleicht wars auch die Freude über das Fleisch dass er genüsslich schmatzend kaute.

    "Was meine Route angeht so muss ich zugeben, dass es mir als Stadtkind relativ schwer fällt die >Trampelpfade<, wie ihr sie nennt, von dem restlichen Gemodder auseinanderzuhalten. Andererseits gefällts mir hier..."

  20. View Forum Posts #100
    General Ryu Hayabusa's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Ryu Hayabusa is offline
    Sich das Fleisch beäugend hörte er den Worten dieses Sarkasmusbolzens zu und biss anschließend einen herzhaften Bissen ab. War zwar schon etwas zäh, aber als Mitglied des Waldvolkes war man mit dem zufrieden, was man abbekam. Eine Philosophie die zu befolgen, es sich lohnte. Schließlich war man auf das angewiesen, was die Natur einem gab. Und das unterschied sich eben je nach Saison und Wildvorkommen. Scheinbar war der Kerl wirklich verzweifelt auf der Suche nach jemandem, der ihm das Bogenschießen beibrachte, so wie er darauf herumritt. Irgendwie kam dem Templer dabei Onyx in den Sinn, wie er damals ganz verzweifelt am Überlegen war, welche Waffe zu ihm passen würde. Auf jedenfall schien es so, dass der Kerl danach suchte, ein Handwerk mit Bögen zu lernen. Sei es nun der Bau oder das Verwenden. Irgendwie lustig, da Ryu einst dasselbe getan hatte. Und heute war er Schwertmeister, sowie ein recht bewanderter Schmied. Lediglich das Erzschmieden hatte er noch nicht drauf, aber eines Tages vielleicht... Nordmar rannte einem schließlich nicht weg.

    "Na dann, du namenloses Stadtkind... Wenns dir hier gefällt, können wir uns ja sicher darauf einigen, dass ich dich zu dem kleinen, aber beschaulichen Ort Schwarzwasser führe. Vielleicht kann dir ja dort einer weiterhelfen mit deinem Bogenproblem. Alternativ kannst du natürlich auch weiter durch den Dreck schlurfen und dich irgendwann vom großen "Moby Dünn", dem Schrecken der sieben Weltsümpfe verschlingen lassen. Die Frage, ob dir das bekommt ist eine andere Frage. Wie, nie von Moby Dünn gehört? Das ist einer der größten Sumpfhaie, die hier in der Gegend ihr Unwesen treiben... Wie auch immer, du kannst mich... Sarkany nennen..." der Templer stieß sich vom Baum ab und reichte dem Fremden die Hand. "Und du, namenloses Stadtkind? Was hast du mir als Gegenleistung zu bieten, außer natürlich der Nennung deines Namens?"

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