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18.09.2011 20:24
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Gvalch'cawedd, Temerien (Wyzima); Herbst 1273
#82
Knight Commander
"Ich sehe sie." bestätigte Gvalch'cawedd und sah zu der Häusergruppe. "Und wie, bei der Großen Sonne..." murmelte sie, als sie zu den Häusern ging. An der Wand befanden sich mehrere Stapel Kisten. Perfekt. "Kommt jemand wie Ihr zu einem Haus im Händlerviertel?"
Die Kisten vor ihr waren wie eine Stiege angeordnet. Es mochte sie zwar wundern, aber es war immerhin besser, als sich mühselig nach oben zu ziehen. Zumalen die Dächer zu hoch waren. Ohne eine Antwort ihres Gefährten abzuwarten, bestieg die Halbelfe über die Kisten schnell und leichtfüßig dass Dach, duckte sich, um nicht entdeckt zu werden, drehte sich zu Harlequin unter ihr um und gab ihm ein Zeichen, er solle sich doch beeilen.
Wie fast im ganzen Tempelbezirk standen die Häuser dichtgedrängt nebeneinander, so dass es kein Problem war, über die sich fast berührenden Dächer zu huschen. Solange man nicht auf der Vogelscheiße ausrutschte.
Gvalch'cawedds Herz raste. Es fehlte nicht viel, und man würde sie entdeckten. Un dann wäre es aus, trotz der bisherigen Strapazen.
Sie seufzte und gab sich einen Ruck, begann, über die Dächer zu springen, der Mauer entgegen. Es war fast wie im Wald. Sie ließ Harlequin weit hinter sich zurück, kletterte geschickt über die Dächer...Und wäre fast auf besagtem Vogelkot ausgerutscht. Wenn auch nur fast.
Vor ihr war deutlich die steinerne Mauer zu erkennen, nur drei, vier Dächer entfernt. Wieder hatten sie Glück; weit und breit waren auf der Mauer keine Wächter zu sehen. Selbst sie schienen auf der Straße zu sein und nach zwei gewissen Personen zu suchen.
Die Halbelfe ließ den Blick zu dem Mann hinter ihr schweifen. "Ihr geht vor." flüsterte sie. "Falls Euch irgendeine Wache entgegenkommt, bringt sie um. Bitte. Für mich." Für einen Moment huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.
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19.09.2011 19:08
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Gvalch'cawedd, Temerien (Wyzima); Herbst 1273
#84
Knight Commander
Beide, Gvalch'cawedd und Harlequin, schritten die Mauer mit ständigem Blick daran herab ab. Nach einem guten Stück Weges stoppte Gvalch'cawedd, hielt ihren Begleiter an und deutete wortlos nach unten. Da, an der Mauer in einer Seitengasse, stand ein gottverlassener Strohwagen. Nicht weit entfernt mochten sich zwar der Marktplatz und die größten Straßen befinden, alle nur zu gut belebt, doch die einzige Person in der Nähe des Wagens war ein Wächter, der im Schatten eines Daches gegenüber der Gasse an seiner Hellebarde gestützt schlief.
"Gut..." murmelte sie. "Wenn auch nicht sonderlich originell..."
Sie spähte noch kurz um sich, vergewisserte sich, das niemand in der Nähe war - und nicht wider ihren Erwartungen war niemand da. Die Halbelfe stützte sich mit der rechten Hand gegen eine Zinne und sprang mit einem Satz über den Zwischenraum zur anderen.
Ihr Aufprall wurde dumpf von dem ausgebleichtem Stroh gedämpft. Sie strich sich die Halme aus dem Gesicht und sah neben sich. Sie war nur knapp neben der mittlerweile schon obligatorischen Vogelscheiße gelandet.
Gvalch'cawedd rutschte von knarzenden Holz und klopfte sich das Stroh von der Kleidung ab. Ein Geräusch ließ sie herumfahren, die Hand schon am Schwertgriff
Sie atmete aus. Es war nur Harlequin der sich langsam aus dem Stroh erhob.
Sie schaute auf die Hauswand gegenüber der Gasse. Die Wache schlief immer noch. Die Straße fasste keine Menschenseele.
"Ihr seid wieder an der Führung." sagte sie leise ihrem Gefährten zu, ohne ihn anzublicken. "Wo ist denn Euer... Unterschlupf?"
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19.09.2011 19:33
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Butterblume - Östlich von Wyzima, Temerien, Herbst 1273
#85
Kochlöffelschwingerin
Tiefe Falten legten sich auf Blümchens Stirn, schnell beugte sie sich vom Bock zur Seite, um sich zu vergewissern, dass die Ordensleute nicht zu nah heran geritten waren. Doch die hinteren Abteilungen waren zurückgefallen, selbst in eine angeregte Debatte vertieft.
Werter Herr
theatralisch wurde die Pfeife aus den Mundwinkeln entfernt.
Morgens vor dem Frühstück denke ich nicht viel, aber noch viel weniger mag ich, wenn aufgeblasene Ritter mir ihre Gedanken auftischen. Rum und Ehre, wenn ich so etwas höre bevor ich gegessen habe, dann dreht sich mir der leere Magen um.
Außerdem, sehe ich vielleicht aus wie eine kleine Prinzessin, die man in seinen goldenen Käfig setzt?
Himmel, Arsch und Zwirn.
Nun nur noch die rechte hand wurde zum lenken genutzt, die Linke, immer noch fest die Pfeife umschlungen, gestikulierte wild in der Luft.
Verflixt, wenn ich Lust habe alleine in den Wald zu gehen, dann geh ich eben alleine in den Wald. Und wenn ich Lust habe wie ein Affe auf Bäumen rumzuklettern, dann tu ich auch das. Und von jemanden, dessen hochwohlgeborene Mutter immer noch mit Holzklötzen spielte, als ich schon zwei Söhne zu Welt gebracht habe, lass ich mir nicht sagen, dass ich nicht alleine in den Wald zu gehen habe.
Die Pfeife war mittlerweile kaum eine Handbreit von Woris Gesicht entfernt.
Und der Junge? Zum Teufel, der sah aus wie ein Junge, hätte ich mir vor Angst in die Hosen machen sollen?
Blümchen schnaubte und widmete sich wieder dem lenken der Ochsen.
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21.09.2011 19:33
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Jannika, Im Wald östlich von Wyzima, Temerien, Herbst 1273
#86
Burgherrin
Jannika hatte großes Glück gehabt den Flammen entkommen zu sein. Die meisten Dorfbewohner hatten es nicht geschafft. Unter den Opfern waren auch ihre elfischen Pflegeeltern, die Janni sehr geliebt hatte. Sie spürte ein schmerzhaftes Stechen, als die Bilder der Erinnerung wieder vor ihrem Auge erschienen. Sie sah die freundlichen, braunen Augen ihrer Pflegemutter, ihr liebevolles Lächeln…. und ihren Pflegevater, der so viel für die Familie getan hatte und Janni nie im Stich gelassen hätte…
Das blonde Mädchen lauschte gebannt der schönen Stimme der Mutter, welche auf ihrer Bettkante saß und ihr ein Schlaflied sang. Die Klänge beruhigten die kleine Halbelfe, die mit geschlossenen Augen und einem Lächeln auf den Lippen dalag und gar nicht merkte, wie sie schließlich langsam ins Land der Träume entschwand.
Als die Mutter bemerkte, dass Janni eingeschlafen war, stoppte sie ihren Gesang. „Schlaf gut mein Engel.“ flüsterte sie in der älteren Rede und küsste das Mädchen sanft auf die Stirn. Dann verließ sie auf leisen Sohlen das Zimmer…
„Janni?“ Maelyns Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Sie drehte sich um und erblickte ihre Freundin, die wenige Schritte entfernt stand. „Ist alles in Ordnung?“ die rothaarige Elfe kam näher
„ Oh, aber du weinst ja.“ Erst jetzt realisierte Janni die Tränen, die sich in ihren Augen gebildet hatten.
Sie wollte etwas erwidern, doch sie konnte nicht. Maelyn trat vor sie und legte tröstend die Arme um ihre Freundin. „Sei nicht traurig bitte.“, flüsterte sie.
So gern Janni ihr diesen Wunsch auch erfüllt hätte nun, als sie in Maes Armen lag, konnte sie die Tränen endgültig nicht mehr zurückhalten. Sie drückte sich an ihre Freundin. Mae strich ihr beruhigend über den Rücken „Es wird alles gut werden.“
Nach einigen Momenten löste Janni sich wieder leicht von Maelyn und blickte sie dann an. Mae hob die Hand zu ihrer Wange und wischte ihr sanft die Tränen fort „Ich weiß, dass du sie sehr vermisst.“ sprach sie wieder „Und es ist einfach schrecklich was diese Menschen getan haben. Aber wir müssen nach vorne blicken.“ Janni nickte leicht, immer noch unfähig etwas zu sagen. Mae hatte ja recht… „Ich muss versuchen stark zu sein…“ Sie atmete tief durch, versuchte weitere Tränen zu unterdrücken. Mae gab ihr einen Kuss auf die Stirn „Wir schaffen das zusammen.“ Sie lächelte Jannika lieb an „Und jetzt schauen wir mal wie wir dich wieder aufmuntern können.“ Janni war in diesem Moment wirklich froh ihre Freundin bei sich zu haben.
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21.09.2011 19:49
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Wori Kovak zu Vilar, Östlich von Wyzima, Temerien, Herbst 1273
#87
Pixelschubser
Als sie sich wieder wieder auf die Ochsen konzentrierte, musste Wori lächeln. Wenn Caltha wollte, konnte man sie für wesentlich jünger halten, als sie in Wirklichkeit war.
Sie bemerkte Woris zufriedenes lächeln. Mit hochgezogenen Schultern und einen nach vorn gestreckten Kopf, lugte Chaltha böse zu ihm herüber. Er fixierte sie mit einem herrischen Blick, einem Blick mit dem sich ein jeder Adliger Autorität zu verschaffen pflegte. Sie paffte unregelmäßig, während sich ihre Gesicht vor lauter Anstrengung zu einer Grimasse verzog, welche es schon bald mit einem Goblin aufnehmen konnte. Bei diesem Anblick konnte Wori nicht mehr mitspielen. Er lachte laut los. Schelmisch grinsend, paffte Butterblume kleine Wölkchen.
Nun denn, du weist genau was ich meine. Mach mich bitte nicht vernünftiger als ich bin, Blümchen.
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24.09.2011 16:34
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Daralon - Südlich vor Aerdins Grenzgebiet, Temerien, Herbst 1273
#89
Ehrengarde
Der Wald knarrte laut und der Nebel war dicht und schwer übersehbar, es ist ein Nachmittagssonne, die zwischen Buchen, Erlen, Eichen und weitere Baumarten dicht an dicht hinunterstrahlen...
Ein Wagen steckte am Wegesrand fest, da sie voll mit trockener Schlamm in die feuchte Luft durchgezogen war, verflüssigte dies gemächlich und sackte deswegen ab! Neben den Rädern liegt eine Leiche bäuchlings auf die verkrustetem Schlamm...
Es stünden 3 Personen und sie sprechen über dem Tatort!
"Die Leiche war etwa 4 Stunden im Starre vergangen Ritterkommissar Henfeld! Der Knecht Kalle hatte Recht!" sagte der Arzt Walgerd!
Henfeld betrachtete ihm und die Leiche abwechselnd, "natürlich hatte er Recht, weil er inzwischen die Beine in die Hand genommen und uns aufgesucht zu haben!"
Walgerd kam zurück von der Obduktion und flüsterte Henfield... und zeigte dem Leichnam einige Todesdeutungen!
"Also wie ich sehe wurde die Tatwaffe von einem Speer groteskerweise neben Rückenmark und seinem Mund die Spitze herausragend... der arme Opfer scheint gräßlich durchgerammt zu sein... erzähl uns noch einmal deine Geschichte was hier wirklich passiert ist? Und zwar genauer und klarer!"
"A-also... mein verstorbener Meister, möge seine Seele gnädig sein auch wenn ich bestraft sein sollte..." schluchzte der Knecht! "Es begann so, als die Nebeln uns die Sicht versperrten und ich musste die Karren voller Waren Weine und Biere aus Aerdin ziehen wir hatten keinen Geld für Schutzwachen und wir stellten uns selbst auf die Probe, da mein Meister behaupten konnte die Räuber können sich in den Arsch verkriechen und niemand käme auf die Idee den starken Daerlag mit seiner Peitsche anzulegen, sein armer Ochse musste am Vortag "gewechselt" werden weil dieser zu sehr ramponiert ist mit vollem roten Streifen und muhte so laut weil es Schmerzen hatte zeigte ich Mitleid und Nachts daraus befreitete, ich konnte sehen wie viel Angst das arme Tier hatte!
Mein Meister bestrafte mich um die Morgensstund deswegen, und ich schleppte dies weiterhin nach Kovir!
Aber als ich merkte dass meine Kräfte verlor und mächtigen Durst bekam, konnte ich nicht weiterkommen! Und ich hatte den Eindruck am großen Felsen etwa 30 Meter voraus rechts am Wegesrand sah ich die schwarzen Schuhe und Gewand nur ziemlich schlecht erkennbar!"
Walgerd ging schon mit 30 Meter Schritt um die Bestätigung zu suchen und sah dem abgeflachten Felsen dort! "33-35 Fuß, Kommisar, er bestätigt dies!" rufte er Henfeld zurück!
"Fahren sie bitte zur Tat fort!" bat Ritterkommissar... (Musik setzt ein!)
"Ja... Daerlag wollte mich mit einer Peitsche niederschlagen! Etwa 10 mal wenn ich meinen Arsch nicht hochreißen kann und weiterschleppen würde... Aber auf einmal stockte sein Körper von hinten als hätte er den Gleichgewicht fast verloren... dann irgendwer die Peitsche weggerissen zu haben! Als Daerlag sich umdrehte holte er einen Speer vom Wagenseite heraus und attackierte ohne zu zögern!
Der Kerl war riesig und fast schwarz! Er hatte fast eine Glatze und... unheimliche Augen und die Rändern... ja als mein Meister ihm einen Stich zuzog ging er zur Seite und packte mit beiden Händen dem Speer und riss ihn mit Hilfe seines Fußes zur Bauchgegend weg! Und als Meister sich bückte stopfte dem Speerstiel mitsamt Schaft brutal in dem Mund so schnell dass das Blut auch zeitgleich rausgeschossen sei! Als er zitterte starb er in wenigen Minuten sackend zu Boden..."
"Was machte er dann?!" interessierte der Ritterkommissar
Der Riese sah mich an und nahm mich keinen Kenntnis davon, also einfach anstarren und schaut weg er suchte in dem Wagen was und ging in normalen Schritten Nordwärts in dem Nebeln weiter, als hätte seiner Tat nicht geschämt!"
"Walgerd hast du alle seine Worte aufgezeichnet?! Gut wir müssen zurück und wir ermitteln weiterhin und er wird dann gesucht, wenn wir weitere Anhaltspunkte von ihm finden!! Erste Morde sind noch nicht so schlimm hier!" kommentierte der Ermittler "Und sei froh, dass dein Meister endlich einen gewaltsamen Frieden gefunden zu haben! Er wollte irgendwie deinen erbärmlichen Zustand nicht!... Und hast du irgendwelche Geräusche gehört bevor die Peitsche losging?"
"N-nein! Nichts nur das packen und das war´s" zitterte Kalle!
"So ich kann dir nicht weiterhelfen solange keinen weiteren Indiz zu sehen ist" meinte der Kommissar "Dr. Walgerd, nimmst du die Peitsche und die anderen Sachen die zur Verdachtsfälle gehören mit?! Ich kann wegen meiner Rüstung nicht immer alles tragen!"
Währendessen...
Daralon schreitet ohne Gewissensbisse voran und hoffte dem armen Mann hätte ihm zu verdanken...
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26.09.2011 17:35
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Wori Kovak zu Vilar, Östlich von Wyzima, Temerien, Herbst 1273
#90
Pixelschubser
Nun aus Fehlern lernt man. Wir brauchen echt nen Aufenthalt in Wyzima. Keine Kreaturen, die Jadt auf einem machen Keine ekelhafte Feuchtigkeit am Morgen, welche einen am Morgen weckt. Und vorallem nicht mehr so viel Grün. Ich brauch den Dreck Wyzimas. Ich will durch die Straßen ziehen und den Menschen und Anderlingen zuschauen, wie sie vor sich hin leben, während wir beide in bequemen Korbsesseln uns gepflegt unterhalten... Morgen könntest du dir ne gute Wurfaxt ausm Lager holen. Gibt sicherlich auch nen Angestellten der Familie, der deine Fertigkeiten aufrischen kann. Ich mein, du kannst doch so gut mit denen umgehen. Desweiteren sollten wir uns auch mal wieder Alchemistisch aufrischen. Unser lieblings Gnom hat bestimmt neue erfrischende Tränke und gemeine Bomben.
Er lächelte sie an.
Heut Abend trinken wir dadrauf, das wir nie wieder nem Schrat anschauen müssen.
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01.10.2011 09:54
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Butterblume - Östlich von Wyzima, Temerien, Herbst 1273
#91
Kochlöffelschwingerin
Der Wald zeigte sich in der vollen Pracht seines herbstlichen Gewandes. Die Bäume schillerten sonnengelb, karminrot und grasgrün, durch die Baumkronen rauschte der Wind. Gemächlich rumpelte der Wagen über den mit Blättern bedeckten Weg.
Blümchen erwiderte Woris Lächeln breit.
Worte waren nicht nötig.
Bald schon würde sie im Lager der Vilars stehen, dass sie insgeheim die Schatzkammer nannte, weil es vom Boden bis zur Decke mit den exquisitesten Dingen vollgestopft war, die jeden Schatzjäger vor Neid erblassen lassen würden.
Sie würde dort eine hervoragende kleine Wurfaxt kriegen.
Fröhlich fing sie an zu pfeifen.
So schön das hingebungsvolle Gezwitscher der Finken und Hänflingen sein mochte, schon bald würden sie wieder das Summen und Brummen der Menschen vernehmen. Blümchen war, als könnte sie das Kaminfeuer schon prasseln hören, während sie im Waschzuber blubberte, oder an einer reich gedeckten Tafel speiste. Endlich wieder Steine, anstatt Bäume, eine Zwergin war nicht für den Wald genacht.
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02.10.2011 23:13
#92
Justus-Jonas-Mode
Harlequin nahm erneut ihre kleine Hand um sie zu führen, ließ sie aber gleich wieder los, als ihm wieder einfiel dass sie nicht gerne abhängig war.
Gut, dann los, Gval. sagte er zu ihr und pirschte los.
Sie huschten durch eine Vielzahl enger Gassen. Die Straßen waren wie ausgestorben, nur hier und da drang Musik und heiterer Lärm aus erleuchteten Wirtshäusern. Wachen waren keine zu sehen. Nach 10 Minuten liefen sie einem Nachtwächter über den Weg, der Träge eine erloschene Laterne wieder ansteckte. Er lies sich von den beiden dunklen Gestalten jedoch nicht beirren und auch Harlequin und Gval hatten wenig interesse an einem Plausch.
"Wie weit noch" fragte Gval ihn, als er sie quer durch einen gepfelgten Garten eines großen Hauses führte.
"Ich weis nicht" gab er zu und schwang sich über die Mauer die den Garten umgrenzte. Er drehte sich um und als die Elfe auf der Mauer erschien bot er ihr eine Hand zur Hilfe an. Wie zu erwarten sprang sie kommentarlos neben ihm zu Boden, ohne sein Zuvorkommen zu beachten.
Eine Weile später kamen sie durch eine dunkle, nach diversen Ausscheidungen stinkenden Gasse. Es war eine Schlauchartige Straße. Ein Eingang, ein Ausgang. An den Seiten gerade Hauswände ohne Fenster oder Türen.
Harlequin blieb stehen, bedeutete Gval es ihm gleich zu tun. Am Ende der Gasse stand eine Gestalt.
"Willkommen" erklang die raue Stimme. "Habt ihr euch verlaufen? Ich will es doch wohl nicht hoffen."
Ich danke für eure hoffenden Bemühungen antwortete Harlequin kalt. Aber wir kennen den Weg.
Die dukle Gestallt lachte kehlig und kam locker auf sie zu."Freut mich zu hören. Freut mich. Wirklich."
Harlequin hörte wie lange Fingernägel über eine schlecht rasierte Wange kratzten.
"Nun, wie es der Zufall will ist die Straße heute leider nicht passierbar." Die Gestalt, die sehr massig wirkte, rückte demonstrativ den schweren Waffengurt zurecht, dass das Metal des Streitkolbens klirrte.
"Ich schätze ihr seid nicht gewillt eine Ausnahme zu machen" schätze Harlequin und legte eine Hand auf Gvals Arm, der nach ihrem Säbel griff.
"Leider, mein Freund" sagte der breite Schatten und seufzte mit gespielten Bedauern "Leider könnte ich, selbst wenn ich gewillt wäre - und bei so netten Gesellen wie euch wäre ich durchaus gewillt - könnte ich keine Ausnahme machen. Ich habe Mäuler zu stopfen. Und zu bezahlen." Er hustete einmal kratzig und spuckte us.
An beiden Enden der Gasse traten mehrere Gestalten mit klirrenden Stiefeln und Waffen auf die Straße.
"Bedauerlich" sagte Harlequin. "Dann will ich hoffen, dass heute der richtige bezahlt!"
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03.10.2011 18:12
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Gvalch'cawedd, Temerien (Wyzima); Herbst 1273
#93
Knight Commander
"Wieso, bei der Großen Sonne, führt Ihr mich in eine Gasse mit nur zwei Ausgängen?" zischte Gvalch'cawedd Harlequin neben ihr zu. Sie musterte, ohne ihm den Kopf zuzuwenden, ihn mit schnellen Blicken. "Gut, bei den Fetzen hätt' ich mir das denken können."
Es waren insgesamt sechs. Drei hinten, drei vorne. Jede der zwei Gruppen kam mit langsamen Schritten und laut klirrend näher, begleitet vom kratzigen Husten des Anführers.
Der Kopf der Halbelfe spähte nach oben. Die Dachkanten befanden sich eng aneinander, zu eng für Menschen, vielleicht noch breit genug für eine schlanke, junge Frau. Doch Gvalch'cawedd bezweifelte, dass bei diesen Banditen Frauen dabei wären, geschweige denn, dass ihnen einfiele sie von oben her zu überraschen.
"Nehmt die drei vor uns." murmelte sie ihrem Gefährten zu. "Ich kümmere mich um die anderen."
Sie trat langsam zurück, ohne den Blick nach vorne abzuwenden. Das Scheppern wurde mit jedem Schritt lauter, bis es direkt hinter ihr war.
Und verstummte.
Die Halbelfe wartete nicht, bis ihr die Banditen hinter ihr zuvorkamen. Der Säbel flog blitzend aus der Schneide, die wirbelte herum, und schnitt dem Mann links hinter ihr mitten in der Bewegung schräg übers Gesicht, trat den heulenden, auf die Knie sinkenden Mann zur Seite und schlug mit dem Schwung des Schlages nach dem Zweiten. Dieser, mit einem Breitschwert bewaffnet, parierte mit quer gehaltener Klinge, hieb - vergebens - flach zu, gleich darauf schräg von rechts oben. Wieder vergebens.
Gvalch'cawedd sprang erneut zurück, sah einen Augenblick nach hinten.
Sie stand knapp vor der Wand. Vor ihr die beiden anderen Männer, einer von links, einer von rechts. Und sie wusste, was sie vorhatten.
Sie sprang mit hocherhobenem Schwert vor, auf den Banditen zu ihrer linken Seite, der mit dem Breitschwert. Er wehrte mit Mühe ab, ebenfalls mit erhobenem Schwerte.
Beide standen dicht voreinander, die einander gepressten Klingen über ihnen. Keiner zog sich zurück oder veränderte die Haltung.
Die Halbelfe löste die linke Hand vom Griff, blitzschnell, stieß sie vor, ließ die Magie ihren Gegner gegen die Hauswand krachen.
Gvalch'cawedd setzte zum Sprung an, dem Mann den letzten Hieb zu verpassen.
Sie schaffte es nicht. Sie hatte vergessen, dass da noch ein Dritter war.
Etwas zog sie am Zopf, der vom Hinterkopf ausgehend bis zum Boden reichte, und ließ sie auf den Boden fallen.
Der Pflasterstein hätte ihren Schädel unweigerlich gebrochenen, doch diesmal kam er nicht dazu. Das Mädchen stützte sich mit Mühe ab, die Hände gegen den Stein gepresst. Sie hatte die Augen auf den Banditen über ihr gerichtet, derjenige, den sie grade eben gegen die Wand stießen ließ. Den anderen sah sie nicht.
Der Verbrecher spuckte ihr ins Gesicht und hob das Schwert. Er schlug zu.
Zu langsam.
Gvalch'cawedd rollte sich beiseite, wie es auch nur ging, langte mit der linken Hand schnell zum Stilett, und ließ es gleich darauf durch die Luft sausen. Es traf den, der fast ihr Leben ausgelöscht hätte, in den Hals. Er fiel zuckend und wie ein Schwein quiekend zu Boden. Doch die Halbelfe hatte keine Zeit, dass unterhaltende Schauspiel zu betrachten. Sie sprang auf, duckte sich gleich wieder, etwas Schwarzes zischte über ihren Kopf hinweg. Nochmals sprang sie vorwärts... und trat ihm in den Schritt. Und das nicht ungeschickt.
Er stöhnte auf, fasste sich an die getroffene Stelle. Sie nutze seine Unachtsamkeit und ließ den Säbel auf seinen Hals zuschnellen.
Gleich darauf flog kurz ein Kopf, einen Fächer Blut mit sich ziehend, durch die Luft.
Die Halbelfe atmete lange und laut aus, seufzte, und trat zu jeder der Leichen. Der Erste, wenn er nicht gleich am Schlag ins Gesicht starb, war sicher verblutet, leicht an der nicht sonderlich kleinen Blutlache zu erkennen. Dem Zweiten zog sie das Stilett aus dem blutbeflecktem Hals, wischte die Klinge an seiner Kleidung ab, und versteckte es wieder. Beim Dritten war jede Überprüfung, ob er noch lebe, sichtlich überflüssig.
Gvalch'cawedd stieß einen zweiten, langen Seufzer aus und musterte die Leichen.
"Bloede dh'oine" kam ihr leise über die Lippen. "Bloede dh'oine"
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06.10.2011 18:24
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Wori Kovak zu Vilar, Wyzima, Temerien, Herbst 1273
#94
Pixelschubser
Die Stimmung der kleinen Gruppe wurde immer besser, je näher sie Wyzimas Toren kamen. Man konnte es kaum erwarten endlich innerhalb der Stadt zu sein, mehr oder weniger sicher.
Das Umland von Wyzima war auffallend leer. Anscheinend machte die Quarantäne sich bemerkbar. Dem einfachen Volk blieb der freie Zutritt in die Stadt verwehrt zu groß war die Gefahr. Aber was kümmerte das Reisende mit den richtigen Kontakten und Aufgaben. Geschäfte wurden immer gemacht und vorallem waren sie in Zeiten wie diesen sehr lukrativ.
Auf der Brücke des Osttors warte Roland zu Krechthof schon auf die kleine Gruppe. Er hatte einige seiner eigenen Männer bei sich. Sie waren allesamt kein Vergleich zur herkömmlichen Stadtwache. Allesamt waren gut ausgebildet und vorallem ausgezeichnet ausgerüstet. Die Reichen der Stadt ließen sich ihren eigenen Schutz so einiges kosten. Der Stadtvogt hatte nach dem Krieg vor fünf Jahren sogar eine eigene Steuer einführen können.
Krechthof blickte von der Brücke aus, aufs Umland. Manchmal ärgerte es ihn, wenn er bedachte, das ihm als Kommandant der Stadtwache die Vorstadt nicht in seine Zuständigkeit viel. Im Umland lies sich sicherlich gutes Geld machen, die Menschen dort waren leicht zu kontrollieren. Aber in letzter Zeit plagten ihn ganz andere Sorgen. Ein Aufstand der Anderlinge war nur noch eine Frage der Zeit und es galt ihn auf die Armenviertel zu beschränken. Auch wenn es ihm untersagt war direkt einzugreifen, gab es so einiges vorzubereiten.
Endlich haben die Herrschaften sich auch mal bequemt aufzutauchen. Man sollte meinen ihr wolltet noch ne Nacht unter freiem Himmel verbringen.
Caltha, Wori und Krechthof selbst lachten. Während die Ordensleut und Krechthofsspezialeinheit höflich schwiegen.
Man begrüßte sich freundschaftlich und tauschte höfliche Floskeln aus.
Alle drei nahem auf den Kutschbock platz. Als erstes würde man noch die Waren zum Orden bringen müssen.
Caltha hatte sich schon wieder eine Pfeife angesteckt und das bevor sie überhaupt durchs Stadtor fuhren.
Nundenn werter Herr Krechthof, bringt mich und Wori bitte auf den aktuellsten Stand der Dinge.
Nundenn, die Hauptstadt unseres geliebten Vaterlandes, anwesende Zwerginnen ausgenommen, befindet sich wie immer in einer schwierigen Lage. Ich hab mir schon überlegt nach Ellandern zu gehen. Dein Vater, Wori schwärmt ja immer so sehr vom Herzogtum. Und seit meine geliebte Ehefrau immer mehr Melitele nachläuft, wäre sie dort sicher auch gut aufgehoben. Aber was solls, erstmal steht nen Aufstand bevor.
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11.10.2011 10:34
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Butterblume - Wyzima, Temerien, Herbst 1273
#95
Kochlöffelschwingerin
Ein Aufstand? Claltha blickte nachdenklich auf.
Bei jeder anderen Person als Knechthof hätte sie eine solche Vorhersage einfach mit einem amüsierten Lächeln abgetan. Reibereien zwischen dem Orden und den Scoia‘tael gab es schließlich schon lange, auch der ein oder andere Übergriff war keine Seltenheit, doch richtiger Aufstand war daraus selten entstanden, da auf der einen Seite vielen Menschen und auf der anderen Seite vielen Anderlingen an einem friedlichen Miteinander gelegen war. Aber die Vergangenheit hatte sie gelehrt Knechthofs Worten Beachtung zu schenken, sie trafen meist ins Schwarze.
Sie nahm einen tiefen Zug von ihrer Pfeife, blies drei Kringel in die Luft und murrte, soviel dann zu einem erholsamen Aufenthalt in Vizima, da hätten wir auch gleich beim Schrat bleiben können.
Knechthof schaute etwas verwirrt drein, ein Schrat?
Erzählen wir dir ein andermal. Jetzt lass uns schnell die Waren loswerden, ich brauche etwas Anständiges zwischen den Zähnen, bevor ich mich weiter mit Monstern und Aufständen beschäftige.
Sie erntete schallendes Gelächter.
Auf dem Weg durch Vizima blickt sich Caltha dennoch aufmerksam um, aber sie entdeckte keine verräterischen Anzeichen, die auf kommende Unruhen hinweisen könnten. Die Marktschreier schriehen, die Händler feilschten, die Huren übten sich in verführerischen Posen, die Wachen spielten Würfelpoker, die Residenz der Ordensleute, wo sie ihre Waren ablieferten, war gesäumt von gehängten Scoia’tael, kurz alles schien seinen normalen Gang zu nehmen.
Als sie den Hügel die Nordstadt mit ihren breiten Straßen, gepflegten Gärten und prächtigen Villen erreichten, waren die Gedanken an kommende Unruhen in weite Ferne gerückt.
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13.10.2011 15:32
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ZixZax, Hafen von Novigrad
#97
Drachentöter
Die letzten Minuten der Stille im Hafen waren angebrochen.
Die Wachen, die soeben ihren morgendlichen Rundgang gestartet hatten, waren noch, genau wie die Gruppe Elfen, etwas wacklig auf den Beinen und ihr fast übernatürlicher Sinn für Anderlinge die Ärger machen schien noch nicht aktiv.
Langsam näherten sich die beiden Gruppen dem Schiff, auf dem ZixZax mit dem übellaunige Kapitän stand. Sie schienen sich gegenseitig noch nicht bemerkt zu haben.
Vom Schiff aus war die Szenerie jedoch gut zu beobachten. Man sah genau, wie sich die beiden Gruppen immer näher kamen. Bald mussten sie sich gegenseitig entdecken. Der Kapitän wurde unruhig und ZixZax duckte sich schnell hinter die Rehling um nicht gesehen zu werden.
Dann ging alles sehr schnell. Die Elfen begannen zu rennen und zogen so die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich.
Diese wiederum reagierten, als wären sie plötzlich aufgewacht, blitzschnell. Die zwei hinteren Wachen zogen ihre Armbrust und schoßen zwei Elfen nieder. Die Anderen rannten mit ihren Hellebarden auf das Schiff zu und versperrten so den übrigen Elfen den Zugang.
Von den Armbrüsten eingeschüchtert und in Schach gehalten wurden die übrigen Elfen von den Wachen umzingelt.
Vom Schiff aus bekam ZixZax nun nicht mehr genau mit was unten passierte, zumal er nicht riskieren wollte jetzt gesehen zu werden. Die Wachen waren nervös und würden ihn bestimmt sofort töten.
So musste er sich mit den spärlichen Lauten begnügen, die zu ihm durchdrangen.
Die Wachen schienen den Elfen jeweils einen Tritt in den Magen gegeben zu haben, damit sie still hielten. Nun diskutierten sie, was zu tun war. Anscheinend waren sie sich nicht einig, ob man die Elfen gleich töten sollte, oder ob man den anderen auch ihren Spaß mit ihnen gönnt. Ihr Hauptaugenmerk schien dabei vor allem auf der Elfe in der Gruppe zu liegen.
Nach einiger Zeit kam wieder Bewegung in die Gruppe. Doch so sehr er sich auch angestrengt hatte, ZixZax konnte nicht heraushören, welche Seite sich durchgesetzt hatte.
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18.10.2011 17:56
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Gvalch'cawedd, Temerien (Wyzima); Herbst 1273
#98
Knight Commander
"Wie schön, ein Brief." spottete Gvalch'cawedd, den Blick über die Schulter Harlequins auf das Papier gerichtet. "Wer immer das auch geschrieben hat, sie hat einen miserablen Geruchssinn. Können wir jetzt weiter?"
Nachdem sie abermals durch zahllose dunkle Gassen huschten - was der Halbelfe so langsam auf die Nerven ging - kamen sie auf einen kleinen Platz ohne jede Menschenseele. Jedenfalls dachte Gvalch'cawedd, er wäre menschenleer.
"Wer da?" rief jemand. Die Stimme ließ sie herumfahren. Das Mädchen blickte in das Gesicht eines Nachtwächters, sein Gesicht und ihres durch eine erhobene Laterne in schummriges Licht getaucht.
"Niemand." antwortete sie, als sie ihm mit der Faust gegen den Kiefer des Mannes fuhr, und in Gedanken darüber rätselte, wie sie ihn nicht bemerken konnten.
"Niemand." wiederholte das Mädchen, als sie ihm mit dem Knie in den Schritt fuhr und ihm gleich darauf, als er zu Boden gesunken war, gegen die Schläfe trat.
"Niemand."
"Wie..." sagte sie, während sie in der Dunkelheit ihren Begleiter suchte. Ihre Augen fanden ihn nicht. "Wie bei der..."
Sie wurde jäh unterbrochen, als ein Hund panisch winselnd und jaulend aus der Dunkelheit hervorpreschte, Gvalch'cawedd fast zum Stolpern brachte und ebenso schnell wieder verschwand. Sie sah ihm nach, bis ein groteskes Kreischen ertönte. Die Halbelfe sah wieder nach vorn. Und wäre fast in Ohnmacht gefallen.
Von dort, Wo noch vor wenigen Sekunden der Hund, war, kam etwas gekrabbelt, das wie eine groteske Mischung aus Ameise und einer mutierten Spinne aussah. Es war spindeldürr und knochig. Vor diesem Ding wäre Gval höchstwahrscheinlich auch davon gerannt.
"Was zum..." stammelte sie, während sie langsam den Säbel zog. "Was...Was ist das für ein Ding?"
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19.10.2011 20:59
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Wori Kovak zu Vilar, Wyzima, Nordstadt, Villenviertel, Temerien, Herbst 1273
#99
Pixelschubser
Ein gewöhnlicher Abend
Das Anwesen der Vilars im Villenviertel, lag auf dem großen Hügel der Nordstadt von dem der geneigte Besucher im Norden den Militärhafen mit den vielen verschiedenen Bannern der temerischen Armee und anderer Organisationen erblicken konnte. Im Osten ragten die Türme des neuen Schlosses König Foltests empor, während im Süden das ganze Panorama Wyzimas zu erblicken war. All die Viertel und Stadtbezirke. Vom dreckigen Tempelbezirk im Süden übers anliegende heruntergekommene Viertel der Anderlinge und dem abwechslungsreichen Händlerviertel bis hin zum Königlichen Bezirk im welchen die ganzen Verwaltungsgebäude der Stadt und des gesamten Königreiches untergebracht waren. Vom Hügel aus konnte man auch oft die einzelnen Gassen der zig Handwerker ausmachen. Vom Seilmacher bis hin Weinimporteur tat sich jede Zunft durch eine eigene Gestaltung der Häuserfronten hervor. In der Hauptstadt des Reiches befand viel Geld im Umlauf, auch wenn es nur in wenige Säckle floss.
Das Herrenhaus der Vilars welches aus dem letzten Jahrhundert stammte, war in der schon damals aus der Mode gekommenen Architektur der Südredanier erbaut worden. Dem damaligen Vilieschen Hausherren hatte der Baustil einfach gefallen, er liebte Atrien. Das Anwesen war von einer hohen Mauer umgeben, im Garten patrollierten unter den alten, knochigen Obstbäumen Tag und Nacht Bewaffnete mit Wachhunden. Nach dem im Militärhafen vor langer Zeit eines der Lagerhäuser aufgebrochen und bis aufs letzte geplündert worden war, hatte man den Keller der Villa ausgebaut und durch teure Magie vor Witterung verschlossen. In den alten Gemäuern lagerte oft eine Ausrüstung mit der man eine Privatarmee von mehreren Hundertschaften luxuriös ausrüsten konnte. So war es nicht verwunderlich, das das Anwesen trotz patroulierender erfahren Stadtwache gut bewacht wurde.
Die drei reich gekleideten ankommenden Gäste wurden von einem der höchsten Angestellten der Wyzimischen Niederlassung empfangen. Es war ein alter Zwerg der schon lange im Dienst der Familie, für die Leitung der Buchhaltung in der zweitwichtigesten Niederlassung der Vilars arbeitete. Er begrüßte die Ankömmlinge freundschaftlich, aber höflich. Um Etikette wurde sich wenig geschert es wurde kein zu ernster Umgangston gepflegt, obwohl auch bei diesem Abendessen, die Arbeit im Vordergrund stand. Woris Onkel hielt seine höchsten Mitarbeiter stehts nah bei sich, seine Tochter die immer mehr die Geschäfte übernahm, würde an dieser Tradition sicherlich nichts ändern. Sie war keine dumme Frau, die sich nur als exzentrische Hausherrin oder einfach zu verführende, verzogene Träumerin hervortat. In einigen Jahren würde sie zu einer der mächtigsten Frauen Termriens zählen und schon jetzt war sie eine der mächtigsten der Hauptstadt. Dies lag vor allem an den Traditionen des termerischen Adels, welcher Frauen meist nur als Objekte der Diplomatie und des Statues betrachtete, die es Möglichst gewinnbringend zu verheiraten gab. Dies war bei Woris eigener Familie auch nicht anders, nur war seine Cousine das einzig verbliebene Kind seines Onkels, welches nun schon seit Jahren sich als gesickte Persönlichkeit zeigte, die ihren Vater würdig folgen würde.
Das Abendessen verlief nicht weiter erwähnenswert, viel wurde Besprochen. Von der besten Transportroute im Winter nach Redanien, nach dem die herkömmliche Straße zu unsicher geworden waren bis hin zu Krechthofs Vortrag über einen wahrscheinlich bevorstehenden Aufstands. Aber natürlich wurden auch einfache Gesprächsthemen nicht verschmäht. So erzählte Krechthof von den unfähigen Haufen der sich Stadtwache schimpfte, aber in den Armenviertel eher noch das Volk aufstachelte als für Ruhe und Ordnung zu sorgen. In einer der ernsteren Augenblicke, begab er zu bedenken, dass man in diesen Tagen nie wissen konnte ob nicht hinter noch so unwichtigen oder natürlichen Dingen ein geheime Machenschaften stehen konnte. Alle waren sich sicher, dass viele der Mächtigen Termeriens von einer Nacht Bürgerkrieg und gewaltsamer Unruhen profitieren würden, sowie auch die Vilars selber. Stieg das Sicherheitsbedürfnis, so stiegen auch die Einnahmen, es war eine einfache Rechnung. Einer der Einkäufer, welcher vorallem in den namenlosen Schmieden der Armenviertel nach guten Waren Ausschau hielt, berichtete mit guter Laune über einen weißhaarigen Hexer in der Stadt und einer geheimnisvollen Organisation, die sich nicht gerade einfallsreich Salamandrer nannten. Es folgte eine ausschweifende Diskussion über die Wahl dieses Namens und auch über die allgemeine künftige Namensgebung eigener Produkte. Anschließend kam das Gespräch auf einen größeren Vorfall in der südlichen Vorstadt zu sprechen. Dort hatte eine Hexe gemeinsam mit einer Bestie wie sie nicht von dieser Welt sein konnte, den ganzen Landstrich entvölkert. Krechthof konnte dazu keine genaueren Informationen geben, da die Vorstädte nicht zu seinem Zuständigkeitsbereich zählten. Alle waren sich einig, dass das Umland Wyzimas im Grunde genommen, ein Ort war in dem man auch das ein oder andere Geschäft abschließen konnte.
Alles im allem verlief das Abendessen im kleinen Festsaal des Herrenhauses wie immer. Nach dem eigentlichen Essen verlegten die Verbliebenen Gäste und Familienmitglieder ihre Gespräche auf die nördlich gelegene Terasse von wo aus sie den Ausblick auf das nächtliche Wyzima genossen. Caltha fehlte.
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25.10.2011 11:41
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Butterblume, Wyzima, Nordstadt, Villenviertel, Temerien, Herbst 1273
#100
Kochlöffelschwingerin
Caltha entlockte der Anblick der gedeckten Tafel der Vilars immer noch ein Schmunzeln. Große Löffel, kleine Löffel, Gabeln mit drei Zacken, Gabeln mit vier, schmale Gläser, breite Gläser, tiefe Teller, flache Teller, alles hatte seinen spezifischen Nutzen – welch Verschwendung - . Eine gute Suppe blieb eine gute Suppe, egal ob man sie aus einem Holznapf, oder aus dem feinsten Porzellan genoss.
Die Suppe war gut, ebenso wie die vier folgenden Gänge. Blümchen war zufrieden, speiste und lauschte interessiert dem was in Vizima zurzeit Gesprächsstoff bot.
Nach dem Essen war es dann aber genug. Sie beschloss sich heimlich abzusetzen und hinauf in die Quartiere der Bediensteten zu steigen. Vor einer kleinen Türe machte sie halt, klopfte eindringlich. Ein lautes Fluchen war die Antwort. Martha hatte Feierabend und wurde zu dieser Stunde nur ungern belästigt.
Die Tür flog auf, im Rahmen stand eine spindeldürre Frau mittleren Alters, deren Gesichtsausdruck selbst Könige hätte zurückweichen lassen. Als der Blick Caltha traf, entspannten sich die Züge.
„Entschuldigen sie meine Dame, ich hatte nicht mit ihnen gerechnet. Wie kann ich behilflich sein?“
Blümchen konnte sich ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen. „Da kann ich aber froh sein, nicht zu deinen Küchenhilfen zu zählen. Lass die Förmlichkeit, du hast Feierabend. Ich bin auf der Suche nach deinem Mann.“
„Lars? Der müsste noch im Lager sein, hatte irgendetwas von einer neuen Lieferung gebrummt.“
„Perfekt.“ Nach einer kleinen Pause: „ Aber vorher noch … der Schellfisch von heute Abend, den habe ich schon mal gegessen, aber dieses mal hast du etwas verändert. Ich habe die ganze Zeit hin und her überlegt, bin aber nicht darauf gekommen. Was zum Teufel hast du dieses mal anders gemacht?“
Dieses Mal war es an Martha verschmitzt zu grinsen. „Die Butter“
„Die Butter … die Butter“, Blümchen rätselte weiter bis sich ihr Gesicht aufhellte. Triumphierend rief sie aus: „ Trüffelbutter!“
Martha lächelte: “Genau“.
Zufrieden machte sich Caltha auf ins Lager, nicht ohne es zu versäumen auf dem Weg einen edlen Tropfen aus der Küche zu stibitzen.
Das Lager war auch zu dieser späten Stunde noch hell erleuchtet. Eine Sicherheitsmaßnahme, die den Wachen das Leben erleichtern sollte.
Im Schatten der Fackeln glitzerten die Ausstellungsstücke miteinander um die Wette, umringt von unzähligen Truhen, Tonnen und Kisten, in denen verborgen die unterschiedlichsten Kostbarkeiten auf ihren neuen Besitzer warteten.
Caltha fand Lars über langen Listen brütend in seinem Büro.
„Fräulein Bernibor, welch Überraschung, was führt sie zu solch später Stunde an diesen Ort?“
Gespielt genervt verdrehte Blümchen die Augen „ Nicht schon wieder diese Förmlichkeit. Ich brauche eine kleine Wurfaxt.“
„Warum das denn? Bist du mit deiner großen Axt nicht zufrieden? Ist doch ein wahrhaft prächtiges Stück.“
„Nein, nein“, wehrte Blume ab, „ ich brauch nur eine Zweitwaffe, die große ist mir oft zu unhandlich. Du hast doch sicherlich etwas für mich?“
Lars nickte, „komm mit.“
Die kleine Axt die er ihr zeigte war wirklich von ausgesuchter Schönheit. Der Griff mit Basiliskenhaut überzogen, edelsteinbesetzt, die Klinge mit einem feinen Netz von Gravuren geziert. Caltha wog die Waffe fachmännisch in der Hand, lies sie kreisen und zog ihre Stirn immer mehr in Falten.
„Lars. Ich suche eine Waffe mit der man durch Rüstungen gleitet wie durch Trüffelbutter und Köpfe spaltet ohne auf ein merkliches Hindernis zu stoßen, kein nettes Spielzeug. Diese taugt höchstens für einen kleinen verzogenen Adelsbengel, der auf Empfängen ein bisschen protzen möchte.“
Verschmitzt zog sie die ergatterte Weinflasche auf ihrem Umhang hervor und hielt sie Lars unter die Nase. „Meinst du, du findest noch etwas anderes für mich?“
Lars fing aus tiefster Kehle an zu lachen, „na mit so einem guten Wegweiser“, er nahm die Flasche an sich, „dürfte das sicherlich leicht zu bewerkstelligen sein.“
Die nächste Axt, die Blümchen in den Händen hielt, ließ ihr Herz höher schlagen. „Lars, du bist der Beste.“
Für einen Laien ein kleines unscheinbares Ding, begriff Caltha jedoch sofort, dass sie hier tatsächlich einen kleinen Schatz vor sich hatte. Eine Axt aus den Tiefen des Mahakamgebirge, hergestellt in Zusammenarbeit von Gnomen und Zwergen, auf Basis der neusten Technik.
Lars hatte sich mit seiner Flasche, wieder in das Büro zurückgezogen. Für ihn wird es wohl noch eine lange Nacht werden. Martha wird ihm den Kopf abreißen und mir auch, fügte Blümchen in Gedanken hinzu, wenn sie heraus findet woher er den Wein hat.
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