Er lachte innerlich, verbittert, fassungslos. Die Mauer aus Zynismus und Selbstironie, die er sich über die Jahre hinweg aufgebaut hatte, brauch Stück für Stück in sich zusammen. Wie konnte sie ihn in ihrer Situation noch Witze reissen und ihn frage, wie es ihm ginge? Sie war es, die ans Bett gefesselt vor ihm lag, kaum fähig allein zu atmen und doch ... und doch sahen ihn diese großen, grünen Augen an, voller Mitgefühl und gleichzeitig voller Freude. Freude das er dort war, dort an ihrem Bett.
In dem Moment als sie ihre Hand zurückzog, griff er mit der Seine danach, umfasst ihre dünnen Finger mit seinen Krallen, behutsam, leicht zögernd und voller Angst.
Alles um ihn herum drehte sich, der Raum wurde immer enger und seine Luftröhre schnürte sich förmlich zu. Er versuchte zu armen, schwer. Vor ihm lag ein junges Mädchen, rehbraunes Haar, himmelblaue Augen. Sie ... Als er seine Hand nach ihr ausstecken wollte, verschwamm ihr Antlitz sogleich und vor ihm lag wieder das blonde Mädchen mit den großen, traurigen Augen. Zittrig bewegte er seine Pranke weiterhin auf sie zu, legte seine Kralle vorsichtig auf ihre blasse Stirn und strich ihr eine ihrer blonden Strähnen aus dem Gesicht. Ein leichtes Seufzen entwich seiner Kehle als sich immer weiter über sie beugte, so nahe das er ihren süßlichen Geruch wahrnahmen konnte. Er schluckte, flüstern erhob er seine Stimme.
“Ich ... Ich wollte nicht ... das es so weit kommt ...”
Sein Herz pochte wie wild in seiner Brust, so als ob es gleich herausspringen wollte. Wie in einem Trancezustand schloss er die Augen, kämpfte hilflos dagegen an ‘sie’ wieder vor sich zu erblicken. All die Schuldgefühle die er nie empfinden konnte, brachen nun mit einmal aus seinem Herzen heraus, erfüllten seinen Körper mit einer verschlingenden Wärme und trieben ihm die Tränen in die Augen. Eine heiße Träne bahne sich ihren Weg über sein Gesicht, entlang an seinem Kauwerkzeug, tropfte herab auf Zora’s Wange.
“Ich wollte nicht das du leiden musst ...”
Leicht wich er wieder zurück, versuchte krampfhaft ihren Blicken auszuweichen. Er konnte ihr nicht in die Augen sehen, nicht wissend, dass sie gleich durch seine Hand sterben würde, leiden würde ...
“Bitte ... Verzeih mir ...”
Mit der Hand, mit der er kurz zuvor noch die ihre umschlossen hielt, griff er nach dem Gerät, an dem sie angeschlossen war. Gleich würde es vorbei sein, seine Qualen ... Ihr Leben ...